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	<title>Hao Qiu Zhuan/de-murr/Chapter 13 - Revision history</title>
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		<id>https://bou.de/u/index.php?title=Hao_Qiu_Zhuan/de-murr/Chapter_13&amp;diff=172244&amp;oldid=prev</id>
		<title>Maintenance script at 07:51, 26 March 2026</title>
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		<updated>2026-03-26T07:51:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;New page&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Language Bar|page=Hao_Qiu_Zhuan/Chapter_13}}&lt;br /&gt;
{{Book Nav|book=Hao_Qiu_Zhuan|prev=Hao_Qiu_Zhuan/de-murr/Chapter_12|next=Hao_Qiu_Zhuan/de-murr/Chapter_14}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Kapitel 13: Hasserfüllte Worte weisen den Brautpreis zurück: Verrat vertieft sich =&lt;br /&gt;
''Aus: Haoh Kjoeh Tschwen, die angenehme Geschichte. Leipzig, 1766''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Hinweis: OCR-Digitalisierung. Seitenzahlen als [S. N]. Vergleich mit [[Hao_Qiu_Zhuan/zh/Chapter_13|chinesischem Original]] und [[Hao_Qiu_Zhuan/en/Chapter_13|moderner Ubersetzung]] empfohlen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sechstes Kapitel. a)&lt;br /&gt;
Tieh-tschong-u nahm hierauf Abschied von&lt;br /&gt;
dem Obervisitator, und kehrete nach seiner&lt;br /&gt;
Wohnung zurück, allwo er dem Schuey-yong&lt;br /&gt;
alles erzählte, und ihn bath, in seinem Nahmen.&lt;br /&gt;
feiner Gebieterinn Dank abzustatten. „Ich bin&lt;br /&gt;
nicht im Stande, fügte er hinzu, ihr ein Geschenk zu&lt;br /&gt;
übersenden: es würde sich auch für mich, als eine&lt;br /&gt;
ledige Person, nicht schicken. Er gab ihm so-&lt;br /&gt;
dann sein Pferd wieder, miethete einen Maulesel,&lt;br /&gt;
und reisete nach der Stadt Tah-ming zurück.&lt;br /&gt;
Wir wollen uns nun wieder zu Ku-keh-ssu&lt;br /&gt;
fou&lt;br /&gt;
und seiner Gesellschaft wenden. Diese hätten vor&lt;br /&gt;
Wuth bersten mögen, daß ihnen ihr Anschlag so&lt;br /&gt;
schlecht gelungen war. Endlich fieng Schuey-&lt;br /&gt;
gowin an: „Wer hätte gedacht, daß dieser,&lt;br /&gt;
junge Mensch so viel Stärke und Muth befizet?&amp;quot;&lt;br /&gt;
„Dieses war nicht die Ursache, antwortete ihm&lt;br /&gt;
fein Eidam; sondern er bemächtigte sich des&lt;br /&gt;
Tschang-cong-ssu auf eine solche Art, daß&lt;br /&gt;
weder er sich helfen, noch wir ihm beystehen konn&lt;br /&gt;
ten. Allein er soll uns doch nicht entwischen.&lt;br /&gt;
Wir wollen ihm eigene Leute nachfenden, ihm so&lt;br /&gt;
begegnen, wie er es verdienet, und sodann eine&lt;br /&gt;
Schrift bey dem Ngan-yuen wider ihn einges&lt;br /&gt;
ben.&amp;quot; Dieser Vorschlag wurde von allen gebilli-&lt;br /&gt;
get. Der junge Mandarin Tschang versprach&lt;br /&gt;
sogleich dreyßig Kerl zu schaffen; die andern er,&lt;br /&gt;
a) Im Chinesischen ist es das dreyzehnte..&lt;br /&gt;
bothen,&lt;br /&gt;
-&lt;br /&gt;
bothen sich, eben so viel aufzubringen. Es waren&lt;br /&gt;
går bald hundert beysammen; diese wurden nebst&lt;br /&gt;
ihren Herrn von Schuey gowin angeführet,&lt;br /&gt;
und strichen wie ein Bienenschwarm durch die&lt;br /&gt;
Straffen nach der Wohnung des jungen Fremden.&lt;br /&gt;
Sie årgerten fich sehr, als man ihnen sagte, daß&lt;br /&gt;
er schon abgereiset wäre. „Das hat nichts zu bes&lt;br /&gt;
deuten, sagte Ku-keh-ssu zu den andern: wir&lt;br /&gt;
wollen sogleich dem Obervisitator der Provinz eine.&lt;br /&gt;
Klagschrift wider ihn einhändigen.“ Schuey&lt;br /&gt;
gowin machte ihm den Einwurf, daß ihr Feind&lt;br /&gt;
aus der Provinz Pe-king, und folglich der Jus&lt;br /&gt;
risdiction dieses Mandarins nicht unterworfen&lt;br /&gt;
wåre.&lt;br /&gt;
„Wohlan dann, sprach Ku-keh-ssu und&lt;br /&gt;
seine Gehülfen, wir wollen alle mit einander eine&lt;br /&gt;
Schrift auffeßen, und ihn in derselben anklagen,&lt;br /&gt;
daß er einen Aufruhr b) habe erregen wollen. Hier&lt;br /&gt;
durch&lt;br /&gt;
b) Es giebt in China eine gewiffe Secte, fo Pe liens&lt;br /&gt;
Ejao genannt wird, und aufrührische Grundsäge hdget.&lt;br /&gt;
Diese gottlose Sectirer suchen die Regimentsverfassung&lt;br /&gt;
umjustoßen. Sie erwählen mit zauberischen Ceremo&lt;br /&gt;
nien einen unter ihnen zum Kaiser, und theilen die vor-&lt;br /&gt;
nehmßen Reichswürden unter sich aus. Sie schwören&lt;br /&gt;
einigen Familien den Untergang, und halten sich so lange&lt;br /&gt;
verborgen, ´bis sich ein Aufstand des Volks eräuyet; da sie&lt;br /&gt;
sedann nicht säumen, die Anführer der Rebellen zu seyn.&lt;br /&gt;
China is wegen seiner Größe, außerordentlichen Menge&lt;br /&gt;
Einwohner, und öftern Theurung an Lebensmitteln, der&lt;br /&gt;
gleichen Aufruhren sehr unterworfen; zumal da desen&lt;br /&gt;
Militarwesen eben nicht nach preußischem Fuße, sondern&lt;br /&gt;
sehr schlecht ist; so daß öfters Leute von der niedrigsten&lt;br /&gt;
Her&lt;br /&gt;
durch werden die Mandarinen einer jeden Proving&lt;br /&gt;
berechtiget seyn, ihn gefangen zu nehmen. Der&lt;br /&gt;
Ngan-yuen muß einen Bericht nach Hofe da-&lt;br /&gt;
von abstatten, wohin wir eine Nachricht an unsere&lt;br /&gt;
Våter und Freunde überschreiben wollen. Auf&lt;br /&gt;
folche Weise werden wir ihn bald übermeistern&lt;br /&gt;
können, so herzhaft er sich bisher uns widerseßet&lt;br /&gt;
bat.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Dieser Vorschlag ward von allen gebilliget,&lt;br /&gt;
Sie feßten eine Bittschrift auf, welche Schuey-&lt;br /&gt;
gowin als ein Zeuge siegelte, und reiseten unver&lt;br /&gt;
züglich nach der Stadt Tong-tschou. Als sie&lt;br /&gt;
sahen, daß Audienzzeit sey, erschienen sie alle vor&lt;br /&gt;
dem Tribunal des Obervisitators. Dieser nahm&lt;br /&gt;
ihre Bittschrift an, und befahl allen abzutreten,&lt;br /&gt;
bis auf Schuey - gowin. „Diese Anklage,&lt;br /&gt;
sprach er, enthält eine wunderliche Erdichtung eis&lt;br /&gt;
nes Aufruhrs, die Tieh- tschong-u in dieser Ge-&lt;br /&gt;
gend unternommen haben soll. Wenn er eine so&lt;br /&gt;
gefährliche Person ist, warum suchtet ihr denn seine&lt;br /&gt;
Gesells&lt;br /&gt;
Herkunft in dltern Zeiten sich auf den Thron geschwun&lt;br /&gt;
gen haben. Wenn man nicht bey Zeiten dem geringsten&lt;br /&gt;
Aufstande widerstehet, so ist zu befürchten, daß sich die&lt;br /&gt;
Bösen, die Mißvergnügten, und die Armen dazuschlas&lt;br /&gt;
gen, und eine fürchterliche Menge ausmachen können.&lt;br /&gt;
Die Mandarinen müssen daher sehr wachsam auf alles&lt;br /&gt;
seyn, was nur den geringsten Funken eines Aufruhrs geben&lt;br /&gt;
kann, weil solcher sich gar bald durch das ganze Reich&lt;br /&gt;
ausbreiten könnte. Semedo, S. 91. Lettres édifiạn.&lt;br /&gt;
tos, T. 27. p. 344. Du Salde, 3 Th. S. 23 leg.&lt;br /&gt;
Haoh: Kidh Tschwen.&lt;br /&gt;
*Gesellschaft selbst, und bathet ihn sehr, Wein&lt;br /&gt;
mit euch zu trinken? Ließ er unter währendem&lt;br /&gt;
Trinken, oder nachher bey dem entstandenen Lår-&lt;br /&gt;
men und Schlågerey, seine Absicht merken, einen&lt;br /&gt;
Tumult oder Aufruhr in der Stadt anzuspinnen ?“&lt;br /&gt;
Schuey-gowin wußte nicht, was er dem Ngan-&lt;br /&gt;
yuen antworten sollte, da er fand, daß er ihn fo&lt;br /&gt;
nachdrücklich fragte, und schwieg stille. „Ihr&lt;br /&gt;
feyd ein fehr schlechter Mensch, sagte der Manda,&lt;br /&gt;
rin; ich weis die Sache vollkommen, und wenn&lt;br /&gt;
ihr nicht selbst alles haarklein gestehet, so will ich&lt;br /&gt;
euren Fingern die Kjah-kuhn, oder Torturståbe&lt;br /&gt;
anlegen lassen.“ Schuey-gowin furchte sich&lt;br /&gt;
sehr, als er den Ngan yuen so zornig fah.&lt;br /&gt;
„Herr, sprach er, es ist wahr, daß er mit den&lt;br /&gt;
andern trank.“ „Gut, verseßte der Mandarin, v&lt;br /&gt;
wenn ihr alle mit einander getrunken habt, so`muß&lt;br /&gt;
ich euch auch alle für gleich strafbar halten; ja es&lt;br /&gt;
ist wahrscheinlicher, daß ihr fünf mit einander&lt;br /&gt;
aufrührische Anschläge wider die Stadt håget, als&lt;br /&gt;
daß er allein ein so gottloses Unternehmen wagen&lt;br /&gt;
follte.&amp;quot; „Vater des Volks, sprach Schuey-&lt;br /&gt;
gowin, Ku-keh-ssu lud diesen jungen Fremden&lt;br /&gt;
aus Höflichkeit zu sich; da er sich betrunken hatte,&lt;br /&gt;
fam fein Geheimniß an den Tag. Nichts konnte&lt;br /&gt;
ihn besänftigen; er stieß die Tafel um, und foch,&lt;br /&gt;
te kreuzweis um sich herum: er schrie, daß er sich&lt;br /&gt;
vor tausend jungen Mandarinen nicht fürchte, und&lt;br /&gt;
daß er ihre vier Familien vertilgen wolle, fobald&lt;br /&gt;
er Kaiser seyn würde. Diese jungen Standes,&lt;br /&gt;
personen geriethen in die größte Bestürzung, und&lt;br /&gt;
baben&lt;br /&gt;
haben deswegen ihre Klagschrift Eurer Excellenz&lt;br /&gt;
überreichet. Sie würden dieses nicht gewaget ha-&lt;br /&gt;
ben, wenn es nicht die Wahrheit wäre.&amp;quot; „Ein&lt;br /&gt;
wahrscheinliches Mährchen! rief der Ngan-yuen,&lt;br /&gt;
daß eine einzige Person eurer vier bis fünf schlagen.&lt;br /&gt;
und mißhandeln sollte! Nein, nein; ihr müsset&lt;br /&gt;
nicht glauben, daß ihr mich hintergehen könnet.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Herr, erwiederte Schuey-gowin, man sieht&lt;br /&gt;
noch jezt das zerbrochene Hausgeråthe_im Zim-&lt;br /&gt;
mer: nichts ist gewiffer, denn dieses.“ Der Man-&lt;br /&gt;
darin fagte ihm ganz kurz: „Wie sollte ein Frem&lt;br /&gt;
der aus einer andern Stadt einen solchen Lärmen&lt;br /&gt;
machen, wenn er nicht durch Beleidigungen dazu&lt;br /&gt;
gereizet worden? Habt ihr ihn in Sicherheit ge-&lt;br /&gt;
bracht, oder mit hicher geführet?“ „Nein, gab´&lt;br /&gt;
Schuey-gowin zur Antwort; er war so grim-&lt;br /&gt;
mig, wie ein Tiger: niemand konnte ihn überwäl&lt;br /&gt;
tigen, und er enifloh, ohne daß man ihn aufhal-&lt;br /&gt;
ten konnte.&lt;br /&gt;
Der Mandarin ließ alles dieses durch den&lt;br /&gt;
Schreiber des Gerichts zu Papier bringen. So-&lt;br /&gt;
dann wandte er sich zu Schuey-gowin. „Alter&lt;br /&gt;
Kerl, sprach er, schämet ihr euch nicht, mir sol-&lt;br /&gt;
che Lügen vorzusagen, und euch mit jungen Böse,&lt;br /&gt;
wichtern einzulaffen? Eure mir überreichte Bitt&lt;br /&gt;
Gehet nach Hause, und saget&lt;br /&gt;
den vier Söhnen der Mandarinen, daß sie von&lt;br /&gt;
der Sache nicht ferner gedenken follen: ich weis&lt;br /&gt;
den ganzen Verlauf derfelben beffer, als sie es&lt;br /&gt;
vermuthen. Ich würde euch ins Gefängniß les&lt;br /&gt;
gen, und daselbst verschmachten lassen, wenn ich&lt;br /&gt;
schrift ist falsch.&lt;br /&gt;
es&lt;br /&gt;
es nicht aus Achtung für diese jungen Leute thåte;&lt;br /&gt;
jedoch muß ich befehlen, euch zwanzig bis dreyßig&lt;br /&gt;
Stockschläge zu geben c).&amp;quot; Schuey - gowin er&lt;br /&gt;
schrack sehr über diese Drohung, und bath flehent&lt;br /&gt;
lich, ihm in Ansehung seines Alters diese Strafe&lt;br /&gt;
zu erlaffen, weil es seiner Ehre nachtheilig seyn&lt;br /&gt;
würde. Eurer Ehre! sagte der erzürnte Man-&lt;br /&gt;
darin; was habt ihr denn für eine Ehre?&amp;quot; „Mein&lt;br /&gt;
Bruder, sprach er, ist der zweyte Mandarin&lt;br /&gt;
im Kriegsoberhofgerichte.“ Wer versieht denn&lt;br /&gt;
sein Hauswesen? fragte der Ngan - yuen.&lt;br /&gt;
Mein Bruder, antwortete Schuey-gowin hat&lt;br /&gt;
keinen Sohn, sondern eine&lt;br /&gt;
&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;quot;&lt;br /&gt;
che Eure Excellenz große Enge Tochter, wel&amp;gt;&lt;br /&gt;
erwiesen haben.&amp;quot;&lt;br /&gt;
„In Ansehung ihrer will ich euch dießmal verzeis&lt;br /&gt;
hen, erwiederte der Mandarin; aber ihr müsset&lt;br /&gt;
mir gestehen, wer derjenige ist, der wider diesen&lt;br /&gt;
jungen Fremden einen so unversöhnlichen Haß trås&lt;br /&gt;
get. ,,Nicht ich, sondern Ku-keh-ssu ist es;&lt;br /&gt;
sprach er; er ist durch diesen Fremden an seiner&lt;br /&gt;
Absicht, meine Nichte zu heurathen, verhindert&lt;br /&gt;
worden, und hat bisher eine heimliche Bosbeit&lt;br /&gt;
und ein Verlangen; sich zu råchen, gehåget. In&lt;br /&gt;
diesem Vorsage lud er ihn zu sich; ich für meine&lt;br /&gt;
Person bin nicht im mindesten feindselig gegen den&lt;br /&gt;
Fremden gesinnet.“ Auch diese Reden des&lt;br /&gt;
Schuey gowin mußte der Gerichtsbediente aufs&lt;br /&gt;
schreiben.&lt;br /&gt;
c) Im Originale heißt es: „vier bis fünf Trachten Pan&lt;br /&gt;
&amp;quot;tsee. &amp;quot;&lt;br /&gt;
Eine jede Tracht Schläge bestehet aus fünf&lt;br /&gt;
Streichen.&lt;br /&gt;
schreiben. Er gab ihm die überreichte Bittschrift&lt;br /&gt;
wieder zurück, und deutete ihm an, den jungen&lt;br /&gt;
Mandarinen zu sagen, daß sie ihrem Studiren ob&lt;br /&gt;
liegen, und nichts mehr von sich hören lassen soll-&lt;br /&gt;
ten. Denn dießmal, feßte er hinzu, verzeihe ich&lt;br /&gt;
ihnen, wegen ihrer Våter, welche sehr bestürzt&lt;br /&gt;
seyn würden, wenn man über ihre Söhne solche&lt;br /&gt;
Klagen nach Hofe sendete.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Er&lt;br /&gt;
Schuey - gowin verließ den Mandarin voll&lt;br /&gt;
Freude, daß er so glücklich durchgewischet.&lt;br /&gt;
gab den andern, so außen auf ihn warteten, ein&lt;br /&gt;
Zeichen, daß sie stillschweigen sollten. Als sie die&lt;br /&gt;
Bittschrift erblickten, erschracken sie, und da ih-&lt;br /&gt;
nen Schuey - gowin von allem, was vorgefallen&lt;br /&gt;
war, Nachricht ertheilet hatte, unterließen sie&lt;br /&gt;
nicht, ein Scheuh puen, oder Danksagungs-&lt;br /&gt;
billet d) dem Ngan-yuen zu übersenden, weil&lt;br /&gt;
3 3&lt;br /&gt;
T&lt;br /&gt;
er&lt;br /&gt;
d) Ein Complimentenbillet heißt in China Tie, oder, wie&lt;br /&gt;
es eigentlich geschrieben werden muß, Tje (ein Papier).&lt;br /&gt;
Es ist dieses Tie, wenn es bey Visiten gebrauchet wird,&lt;br /&gt;
entweder på rje, (adorationis papyrus) oder Sjwens&lt;br /&gt;
tje (perfectum tie) das erstere wird bey Personen glei-&lt;br /&gt;
ches Standes; das leştere aber bey sehr hohen Manda-&lt;br /&gt;
rinen gebrauchet. Tje-tsee heißt ein Complimentenbil-&lt;br /&gt;
let überhaupt. Bey Einladungen sind wieder zweyerley&lt;br /&gt;
Tje gewöhnlich: Tan-tje, (humilitatis papyrus) und&lt;br /&gt;
thventje; (perfectae humilitatis papyrus) das erstere&lt;br /&gt;
ist nicht so demüthig, als das lektere. Das Scheul-&lt;br /&gt;
´puen, oder manu propria, so in schwarzes Papier einge-&lt;br /&gt;
wickelt wird, hat bey Danksagungen statt, wenn es vor-&lt;br /&gt;
nehme Personen sind, die es absenden. Alle diese Billete&lt;br /&gt;
&amp;quot;&lt;br /&gt;
müssen,&lt;br /&gt;
er so gütig gegen sie gewesen, und kehreten bes&lt;br /&gt;
schåmet wieder nach der Stadt Tsi-nan zurück.&lt;br /&gt;
Kuz&lt;br /&gt;
müssen mit kleinen Charakteren geschrieben seyn, wenn&lt;br /&gt;
fie ehrerbietig aussehen sollen. Die Chineser schreiben&lt;br /&gt;
nicht mit Federn, sondern mit Pinseln, so gemeiniglich&lt;br /&gt;
von Kaninchenhaaren verfertiget werden. Sie halten&lt;br /&gt;
sie nicht schräg, sondern senkrecht', als wenn sie das Pa-&lt;br /&gt;
pier durchstechen wollten. &amp;quot;Sie schreiben ihre Wörter&lt;br /&gt;
weder von der linken zur rechten Hand, wie wir, noch&lt;br /&gt;
von der rechten zur linken, wie die Hebrder; sondern in&lt;br /&gt;
Louter Perpendikularlinien, da ein Charakter unter dem&lt;br /&gt;
andern siehet, und welche allemal von oben an gelesen&lt;br /&gt;
werden. Sie schreiben diese Linten von der rechten zur&lt;br /&gt;
linken, und ihre Bücher sind alle, wie die hebrdischen,&lt;br /&gt;
oder aratischen, nämlich von hinten, in Ansehung unse=&lt;br /&gt;
rer Bücher, zu lesen. Das chinesische Papier wird nicht&lt;br /&gt;
von Seide, wie viele glauben, sondern von der innern&lt;br /&gt;
Rinde des Bambusrohrs und anderer Bäume, gemacht.&lt;br /&gt;
Sie schrieben zuvor auf Baumrindenblättern. Das Pà-&lt;br /&gt;
pier wurde unter der Regierung des Kaisers Ven-ti I,&lt;br /&gt;
aus der Dynastie Han, ohngefähr 140 Jahre vor Chrifft.&lt;br /&gt;
Geburt, erfunden. Das gewöhnlichste Papier ist dasje-&lt;br /&gt;
nige, fo-aus der Kinde des Baums Tschu - ku verferti:&lt;br /&gt;
ger wird. Es giebt eine Art Papier, dessen Bogen wohl&lt;br /&gt;
drey bis fünf Tschang, oder 30 bis 50 Schuh lang ift.&lt;br /&gt;
Gemeiniglich ist es 12 bis 14 Fuß lang. Am dußersten&lt;br /&gt;
Ende einer Vorstadt von Pe-king liegt eine besondere&lt;br /&gt;
Manufaktur, wo das alte und abgenuste Papier aufs&lt;br /&gt;
neue umgearbeitet wird. Die Dinte der Chineser (Me)&lt;br /&gt;
wird aus dem Kienruß gemachet, den sie hauptsächlich&lt;br /&gt;
vom Fichtenholze, und vom Oel, so sie brennen, zube:&lt;br /&gt;
reiten. Sie mischen etwas wohlriechendes darunter, das&lt;br /&gt;
jenem&lt;br /&gt;
a&lt;br /&gt;
Ku-keh-ssu konnte dennoch nicht überredet wer-&lt;br /&gt;
den, seine Rache, und fernere Anschläge wegen&lt;br /&gt;
Schuey ping fin aufzugeben: er faßte viel&lt;br /&gt;
mehr den Entschluß, in beyden Stücken fortzu-&lt;br /&gt;
fahren, und f&lt;br /&gt;
eine vertraute Person ab, sich&lt;br /&gt;
nach Tschonki zu erkundigen, den er einige Zeit&lt;br /&gt;
zuvor nach Pe-king abgefertiget hätte.&lt;br /&gt;
Tschonki war eilfertig nach Hofe abgereis&lt;br /&gt;
set, allwo er dem Staatsminister Ku-scho-ssu&lt;br /&gt;
das Schreiben seines Sohnes überreichte. Der&lt;br /&gt;
Mandarin las daffelbe, und führte ihn auf die&lt;br /&gt;
Seite in seine Bibliothek. Er ließ Tschon-fi&lt;br /&gt;
niedersehen, und fragte ihn wegen der Heuraths&lt;br /&gt;
vorschläge seines Sohnes mit Schuey-ping-fin.&lt;br /&gt;
„Ihr&lt;br /&gt;
jenem den unangenehmen Geruch benehmen muß. Aus&lt;br /&gt;
diesen machen sie einen Teig, den sie in allerhand For&lt;br /&gt;
men bringen können. Die beste Dinte wird in der&lt;br /&gt;
Stadt Soetticheu in der Provinz Riang-nan schon&lt;br /&gt;
feit 800 Jahren gemacht. Das Dintenfaß der Chineser&lt;br /&gt;
bestehet aus einem polirten Marmorstein, (Twan- sche)&lt;br /&gt;
der auf beyden Seiten eine Höhlung hat, darinn-Wasser&lt;br /&gt;
befindlich ist. Darein tunken sie ihre Stangen Dintej&lt;br /&gt;
und reiben sie auf dem glatten Marmor. Pinsel, Pa&lt;br /&gt;
pier, Dinte, und Marmor heißen bey ihnen Ssee paol,&lt;br /&gt;
die vier köftlichen Dinge. Die Buchdruckeren ist seit&lt;br /&gt;
undenklichen Zeiten ben ihnen im Gebrauche gewesen,&lt;br /&gt;
deren Art und Weise du Halde beschreibet; 2 Th.&lt;br /&gt;
284 feq. 292 feq. ibid. S. 128.&lt;br /&gt;
Gatterers Universalhi-&lt;br /&gt;
Horie, 2 B. S. 14, 322, 335, 338. Lettres édifiantes,&lt;br /&gt;
T. 21, p. 129. Fourmont Gramm. finica, p. 275, 277,&lt;br /&gt;
296, 299. Ueberse&lt;br /&gt;
&amp;quot;8&lt;br /&gt;
Ihr Vater, sprach er, ist anjeßt in Ungnaden.&lt;br /&gt;
Diese Heurath ist nicht rathsam, da wir zu einem&lt;br /&gt;
so bohen Range im Reiche erhoben worden.“&lt;br /&gt;
„Dieses junge Frauenzimmer, versehte hierauf&lt;br /&gt;
Tschon-ki, besiget so wohl am Gemüthe, als an&lt;br /&gt;
ibrer Person ganz außerordentliche Vollkommens&lt;br /&gt;
heiten, und ist von einer solchen Sittsamkeit, die&lt;br /&gt;
ihres gleichen nicht hat. Es ist keine in der Welt&lt;br /&gt;
zu finden, die ihr gleich käme. Dero Sohn_bat&lt;br /&gt;
daher diefer Ursachen wegen geschworen, sie ents&lt;br /&gt;
weder mit Güte öder mit Gewalt zu heurathen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Ku-scho-ssu lachte hierüber. „Ich befürchte,&lt;br /&gt;
sprach er, daß mein Sohn sehr einfältig ist. Wenn&lt;br /&gt;
er sie beurathen wollte, so dürfte er es ja nur dem&lt;br /&gt;
Tschi fut, und dem Tschi-hien, den Våtern der&lt;br /&gt;
dortigen Gegend, offenbaren. Diese würden die&lt;br /&gt;
Heurath für ihn ganz gut zu stande gebracht has&lt;br /&gt;
ben. Er hat gar nicht Ursache, deswegen nach&lt;br /&gt;
Hofe zu senden. Ihr hattet viele Mühe und Be-&lt;br /&gt;
schwerlichkeit, so weit hieber zu reisen, und den-&lt;br /&gt;
noch würde es für mich noch mühsamer seyn, in&lt;br /&gt;
die Tartaren außerhalb der großen Mauer zu sen-&lt;br /&gt;
den, und um die Einwilligung ihres Vaters zu&lt;br /&gt;
bitten, wie er von mir verlanget.&amp;quot; „Er unter-&lt;br /&gt;
ließ nicht, sich deswegen an den Tschi-fu und&lt;br /&gt;
Tschi-hien zu wenden, erwiederte Tschon-fi;&lt;br /&gt;
er wandte alle Mittel an, sie zu gewinnen; allein&lt;br /&gt;
ste wußte ouf eine feine Art und durch List allemal&lt;br /&gt;
feine Absichten zu vereiteln. Eure Excellenz kön,&lt;br /&gt;
nen versichert seyn, daß nicht nur der Tschi-fu&lt;br /&gt;
und Tschi-hien, sondern auch der Ngan-yuen&lt;br /&gt;
Felbst,&lt;br /&gt;
selbst, so Dero Schüler e) war, einen Versuch&lt;br /&gt;
that, diese Heurath zu stande zu bringen. Allein&lt;br /&gt;
ste wußte diesen Mandarin so zu hintergehen, daß&lt;br /&gt;
er einen Befehl ertheilte, sie nicht im mindesten&lt;br /&gt;
mehr wegen einer Heurath zu beunruhigen. Da&lt;br /&gt;
nun ein so mächtiger Mandarin fich fürchtet, sie&lt;br /&gt;
zu beleidigen, so ist es kein Wunder, wenn sich&lt;br /&gt;
niemand ihrem Hause zu nähern getrauet. Kus&lt;br /&gt;
Feb&lt;br /&gt;
e) Die Stelle eines Hofmeisters oder Privatlehrers ist in&lt;br /&gt;
China sehr ansehnlich, und viele, so nachher zu den höch&lt;br /&gt;
ften Ehrenstellen gelangen, beschäftigen sich in ihrer Ju&lt;br /&gt;
gend mit Unterweisung vornehmer Söhne, zumal weup&lt;br /&gt;
fie nicht viel Mittel vom Hause, oder viele Nebenstunden&lt;br /&gt;
haben. Die Aeltern unterhalten sie, machen ihnen Ge-&lt;br /&gt;
schenke, erzeigen ihnen große Ehrerbietung, geben ihnen&lt;br /&gt;
den Vorrang, oder die linke Hand, und nennen sie Sju&lt;br /&gt;
sing, unser Lehrer. Sie unterweisen nicht nur ihre Un-&lt;br /&gt;
tergebenen im Lesen, Schreiben, u. d. m. sondern sie&lt;br /&gt;
leisten ihnen auch Gesellschaft, und suchen ihr Herz zu&lt;br /&gt;
bilden. Sie geben ihnen in der Geschichte, in den Ge-&lt;br /&gt;
feten, und auch in den Gebrauchen, 1. B. ben abzustat&lt;br /&gt;
tenden Besuchen, Unterricht, weil die Ceremonienwissen-&lt;br /&gt;
schaft ben ihnen unter die wichtigen Gegenstände eines&lt;br /&gt;
jungen Menschen gerechnet wird. Diese Schüler halten&lt;br /&gt;
ihre Lehrer in den größten Ehren für ihre Sorgfalt und&lt;br /&gt;
Bemühungen; bücken sich viermal vor ihnen, wie vor&lt;br /&gt;
ihren Aeltern, nennen sie niemals Sie, sondern allemal&lt;br /&gt;
mein Vater, mein Lehrer, und hågen lebenslang die&lt;br /&gt;
zärtlichste Hochachtung für sie. Semedo, S. 36, 59, 63.&lt;br /&gt;
Du Halde, 2 Th. S. 304 feq.&lt;br /&gt;
finica, S. 78.&lt;br /&gt;
Fourmont Grammat.&lt;br /&gt;
;&lt;br /&gt;
keh-ssu hat, also keine andere Zuflucht, als eure&lt;br /&gt;
Excellenz.&amp;quot; Der Staatsminister wunderte sich&lt;br /&gt;
über die Erzählung des Tschon-ki. „Ich sehe,&lt;br /&gt;
sprach er, daß mein Sohn dieses junge Frauen-&lt;br /&gt;
zimmer wegen ihres feinen Verstandes so sehr be&lt;br /&gt;
wundert und hochschäßet; allein Schuey-ku-&lt;br /&gt;
yeh, ihr Vater, ist ein unbiegsamer Mann: wenn&lt;br /&gt;
er etwas nicht ganz von Herzen billiget, so kann&lt;br /&gt;
ihn nichts von seinem Entschlusse abwendig ma-&lt;br /&gt;
chen. Ich bin auch nicht sonderlich mit ihm be-&lt;br /&gt;
kannt. Er macht nicht viele Umstånde, und man&lt;br /&gt;
gieng nicht gerne zu ihm, wenn er Audienz gab,&lt;br /&gt;
oder sein Amt verwaltete, weil man wußte, daß&lt;br /&gt;
er niemand durch die Finger sah. Er hat diese&lt;br /&gt;
einige Tochter, und ich erinnere mich, daß ich&lt;br /&gt;
einsmals ihn um sie ansprach; es war aber um-&lt;br /&gt;
sonst. Jedoch will ich einen Versuch wagen, ob&lt;br /&gt;
er vielleicht anjeßt in seinem Unglücke gefälliger ist,&lt;br /&gt;
und feine Einwilligung ertheilet. fr. Dieses muß&lt;br /&gt;
aber mit allen gewöhnlichen Ceremonien geschehen.&lt;br /&gt;
Ein Freund muß zuvor die Sache anbringen und&lt;br /&gt;
einfädeln: sodann müssen wir ihm ein Geschenk&lt;br /&gt;
übersenden. Nur ist noch eine Schwierigkeit übrig.&lt;br /&gt;
Er ist wenigstens zweyhundert Meilen von uns&lt;br /&gt;
entfernet, und ich kann keinem Mandarin zumu-&lt;br /&gt;
then, so weit zu reisen. Es ist am besten gethan,&lt;br /&gt;
wenn ich einen Brief an ihn schreibe, und euch er-&lt;br /&gt;
suche, ihm demselben nebst dem Geschenke zu über- |&lt;br /&gt;
bringen.&amp;quot; Tschon-ki versicherte ihn, daß er die-&lt;br /&gt;
ses mit der größten Bereitwilligkeit ausrichten wol-&lt;br /&gt;
le.„Ich kann auch, fügte er hinzu, an andere&lt;br /&gt;
große&lt;br /&gt;
große Mandarinen daselbst, wo er sich aufhält,&lt;br /&gt;
Briefe mitnehmen, damit ihn dieselben überreden.“&lt;br /&gt;
„Ihr habt recht,“ sprach der Mandarin. Er ers&lt;br /&gt;
wählte einen glücklichen Tag, und fandte ihn mit&lt;br /&gt;
den Sendschreiben nach dem Aufenthalte des&lt;br /&gt;
Schuey-ku-yeh ab.&lt;br /&gt;
Siebentes Kapitel.&lt;br /&gt;
ie Sache dieses Mandarins verhielt sich also.&lt;br /&gt;
So bald Schuey-ku-yeh erfuhr, daß ein&lt;br /&gt;
Krieg mit den Tartarn ausgebrochen, und daß kein&lt;br /&gt;
tapferer Mann zu finden sey, der die Soldaten ans&lt;br /&gt;
führe, ließ er eine Person aufsuchen, die zur Stels&lt;br /&gt;
le eines Befehlshabers tüchtig wäre, und fand&lt;br /&gt;
unter den Leuten feines Tribunals a) einen Mann,&lt;br /&gt;
fo&lt;br /&gt;
a) Alle hohe und niedere Kriegsbedienten in China stehen&lt;br /&gt;
unter dem Kriegstribunal, oder Oberhofgerichte der&lt;br /&gt;
Waffen, welches aus gelehrten Mandarinen bestehet,&lt;br /&gt;
und´alle Militairsachen besorget. Denn ein Soldat ist&lt;br /&gt;
bey den Chinesern viel geringer angesehen, als ein Ge&lt;br /&gt;
lehrter. Dieses nebst ihrer natürlichen und angebohrnen&lt;br /&gt;
Weichlichkeit, und dem beständigen Frieden, den sie ges&lt;br /&gt;
nießen, ist die Ursache ihrer schlechten Kriegsverfassung.&lt;br /&gt;
Der Pater Semedo erzählet, daß es zu seiner Zeit, d. i.&lt;br /&gt;
vor dem Einfalle der Tartarn, gewöhnlich gewesen, eis&lt;br /&gt;
nen Gelehrten mit den Armeen zu senden, der auch selbst&lt;br /&gt;
dem General zu befehlen hatte. Er mußte mitten unter&lt;br /&gt;
der Armee seyn; so daß er zuweilen eine Tagreise von&lt;br /&gt;
* dem Schlachtfelde abwesend war, wenn der vordere Theil&lt;br /&gt;
des&lt;br /&gt;
fo Hu-hiao hieß, der sich dazu anboth, und aus&lt;br /&gt;
einer nordwestlichen Provinz gebürtig war. Der&lt;br /&gt;
Mandarin Schuey-ku-yeh gab dem Kaiser das&lt;br /&gt;
von Nachricht, der ihm auch diesen Posten anver&lt;br /&gt;
&amp;quot;traute, weil sich sonst niemand dazu gebrauchen&lt;br /&gt;
laffen wollte. Er verwaltete seine Stelle fo eifrig,&lt;br /&gt;
daß er sich sogleich auf den Weg machte, die Der-&lt;br /&gt;
ter, we Krieg war, zu beschüßen. Er nahm sich&lt;br /&gt;
nicht einmal so viel Zeit, den Kriegsmandarinen&lt;br /&gt;
feine Aufwartung zu machen, wie es gewöhnlich&lt;br /&gt;
war; sondern er suchte sogleich den Feind auf.&lt;br /&gt;
Dieses verdroß sie so, daß sie ihm nicht beystehen,&lt;br /&gt;
und ihre Truppen nicht mit den feinigen vereinigen&lt;br /&gt;
wollten. Er griff dennoch die Feinde an, und&lt;br /&gt;
lieferte ihnen eine scharfe Schlacht, so einen Tag&lt;br /&gt;
lang, mit gleichem Verluste auf beyden Seiten,&lt;br /&gt;
dauerte. So gering dieser Vortheil war, so wur&lt;br /&gt;
de er doch dem Kaiser durch die mißgünstigen&lt;br /&gt;
Mandarinen noch schlechter vorgestellet, und der&lt;br /&gt;
General Hu hiao wurde nebst dem Mandarin&lt;br /&gt;
Schuey ku yeh abgesetet. Der erstere ward-&lt;br /&gt;
ins Gefängniß geleget, und der lettere in die Tar&lt;br /&gt;
taren verwiesen. Es war bereits ein Jahr ver-&lt;br /&gt;
flossen, und man dachte wenig an ihn, ob er gleich&lt;br /&gt;
noch seine Ehrenstelle als Mandarin behielt; so,&lt;br /&gt;
daß&lt;br /&gt;
des Heers angegriffen wurde. Ob er also schon gar zu&lt;br /&gt;
sehr entfernet war, Befehle zu ertheilen, so war es ihm&lt;br /&gt;
hingegen desto leichter, zuerst davon zu fliehen, wenn&lt;br /&gt;
Gefahr vorhanden war. Semedo, S. 100. Du Hal&lt;br /&gt;
be, 22h. 5. S&lt;br /&gt;
Dritttes Buch.?&lt;br /&gt;
365%&lt;br /&gt;
daß er schlechte Hoffnung vor sich sah, wieder nach&lt;br /&gt;
Hause zu kehren. Einer seiner Gerichtsbedienten&lt;br /&gt;
(denn er hatte noch immer einen eigenen Gerichtss&lt;br /&gt;
hof) sagte ihm an einem Morgen, daß ein Bothe&lt;br /&gt;
aus Pe-king mit Briefen von einem Staatsmis&lt;br /&gt;
nister angekommen sey. Diese Neuigkeit seßte den-&lt;br /&gt;
Mandarin in Verwunderung, weil er dafür hielt,&lt;br /&gt;
daß man ihn bey Hofe gänzlich vergessen habe.&lt;br /&gt;
Er ließ denselben sogleich vor sich kommen.&lt;br /&gt;
Tschon-ki trat in Begleitung zweyer Diener, die-&lt;br /&gt;
er mit sich gebracht hatte, herein, machte die ges&lt;br /&gt;
wöhnliche Verbeugungen, und übergab ein Tjes&lt;br /&gt;
tsee, oder Complimentenbillet. Der Mandarin&lt;br /&gt;
las es, und fand, daß Tschon-ki kein Bedien-&lt;br /&gt;
ter, sondern einė vertraute Person desjenigen wås&lt;br /&gt;
re, der ihn abgesendet hatte. Er ließ ihn nieder&lt;br /&gt;
feßen. „Ich bin so unglücklich, sprach er, daß ich&lt;br /&gt;
mich von jedermann vergessen sehe. Wie kommt&lt;br /&gt;
es, daß ihr so weit zu mir hergereiset seyd? Was »&lt;br /&gt;
ist die Ursache ?&amp;quot; Ich würde nicht so fren gewes&lt;br /&gt;
fen seyn, erwiederte Tschon-ki, wenn mich nicht&lt;br /&gt;
Ku-scho-ssu biebergesandt hätte, dessen aus.&lt;br /&gt;
wärtige Angelegenheiten ich zuweilen beforge, und&lt;br /&gt;
blos wegen seiner habe ich diese weite Reise unters&lt;br /&gt;
nommen.“ „Als ich noch bey Hofe war, sagte&lt;br /&gt;
der Mandarin, hatte ich sehr wenigen Umgang&lt;br /&gt;
mit Ku-scho- ssu. Ich vermuthe, daß vielleicht&lt;br /&gt;
meine Strafe vermehret wird.“ Tschon - ki ver.&lt;br /&gt;
ficherte ihn, daß er bald wieder nach Pe-king&lt;br /&gt;
kommen werde. „Ich kam blos in der Absicht&lt;br /&gt;
hieher, feßte er hinzu, dem Sohne des Mandarins&lt;br /&gt;
Ku&lt;br /&gt;
Ku-scho- ssu zu dienen, welcher die Tochter Eu-&lt;br /&gt;
rer Excellenz zur Gemahlinn wählen, und daher&lt;br /&gt;
um Dero Einwilligung bitten will.“___Er ließ sich&lt;br /&gt;
hierauf von den Bedienten das Schreiben des.&lt;br /&gt;
Mandarins einhändigen, und übergab es Schuey-&lt;br /&gt;
ku-yeh. Dieser öffnete daffelbe, las es, und&lt;br /&gt;
hielt dafür, daß die ganze Sache nicht so betrie-&lt;br /&gt;
ben würde, wie es die Würde ihrer Person erfor-&lt;br /&gt;
derte. Er wußte den schlechten Gemüthscharak,&lt;br /&gt;
ter des Ku-keh - ssu gar wohl, und hågte auch&lt;br /&gt;
von dessen Vater eine schlechte Meinung; daher&lt;br /&gt;
er beschloß, seine Einwilligung nicht zu ertheilen.&lt;br /&gt;
Er vermuthete noch über dieses, daß seiner Toch-&lt;br /&gt;
ter diese Heurath nicht anständig wåre, weil man&lt;br /&gt;
fonst nicht so weit nach seiner Einwilligung gesandt&lt;br /&gt;
hätte. Er sagte zu Tschon-ki: „Ich danke euch&lt;br /&gt;
wegen der Bemühung, so ihr dieser Sache wegen&lt;br /&gt;
hattet; ich bin Ku-scho- ssu für die große Ehre,&lt;br /&gt;
die er mir erwiesen, sehr verbunden, und würde&lt;br /&gt;
mich glücklich schätzen, daß er meine Tochter für&lt;br /&gt;
feinen Sohn verlanget. Weil ich aber jetzt bey&lt;br /&gt;
Seiner Majestät dem Kaiser in Ungnade stehe,&lt;br /&gt;
and bey zweyhundert Meilen vom Hause entfernet&lt;br /&gt;
bin, wohin ich seit sechs Jahren nicht gekommen;&lt;br /&gt;
so überlasse ich es meiner einzigen Tochter, hierinn&lt;br /&gt;
nach ihrem eignen Gutdünken zu wählen, weil sie&lt;br /&gt;
mir so viel als ein Sohn ist, und die ganze Bes&lt;br /&gt;
forgung meines Hauses über sich bat. Wenn&lt;br /&gt;
Ku-keh-ssu ein so großes Verlangen tråget, sie&lt;br /&gt;
zu heurathen, warum gieng er nicht zum Tschiz&lt;br /&gt;
fu und Tschi - hien, so die Väter des Volks find,&lt;br /&gt;
und&lt;br /&gt;
und zu meinem Bruder Schuey - gowin? Was&lt;br /&gt;
für Ursachen hatte er, so weit deswegen zu sen&lt;br /&gt;
den ?&amp;quot;,,Herr, erwiederte Tschon-ki, Sie ha&lt;br /&gt;
ben recht. Ku-keh-ssu that alles dieses; als&lt;br /&gt;
lein nachdem sie ihm lange Zeit hatte warten las&lt;br /&gt;
fen, so gestund sie endlich, daß sie sich nicht ent-&lt;br /&gt;
schließen könne, weil sie noch nicht Dero Einwilli&lt;br /&gt;
gung erhalten habe: Ku-keh-ssu ersuchte mich&lt;br /&gt;
also, um dieselbe anzuhalten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Der Mandarin Schuey-ku-yeh schloß hier-&lt;br /&gt;
aus, daß seine Tochter sehr abgeneigt sey, Kus&lt;br /&gt;
keh-ssu zu beurathen. Er entschuldigte sich,&lt;br /&gt;
und sprach: „Ich bin anjeßt in Ungnaden, und&lt;br /&gt;
will daher nichts mit meiner Familie zu thun has&lt;br /&gt;
ben. Zwölf Monate bin ich schon hier, und habe&lt;br /&gt;
noch keinen Brief nach Hause geschrieben, weil ich&lt;br /&gt;
noch nicht frey gesprochen bin. Sollte ich bey&lt;br /&gt;
diesen Umstånden meine Tochter verheurathen wols&lt;br /&gt;
len? Dieses würde meine Ungnade vermehren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Tschon-ki bath ihn auf das inståndigste, nur&lt;br /&gt;
fein Wort von sich zu geben. Er hielt so heftig&lt;br /&gt;
darum an, daß endlich der Mandarin zornig ward,&lt;br /&gt;
und ihn ohne weitere Antwort von sich licß.&lt;br /&gt;
befahl, ihm eine Wohnung anzuweisen. Tschon-&lt;br /&gt;
Ei unterließ nicht, ihm öfters seine Aufwartung&lt;br /&gt;
zu machen, aber er konnte nichts ausrichten. Er&lt;br /&gt;
fandte daher zu allen benachbarten Mandarinen,&lt;br /&gt;
daß sie mit Schuey-ku-yeh wegen dieser Heu-&lt;br /&gt;
rath sprechen, und Vorbitten einlegen mögten,&lt;br /&gt;
Sie thaten es auch sehr eifrig. Dieses machte&lt;br /&gt;
den Mandarin so unwillig, daß er Tschon -ki zu&lt;br /&gt;
Er&lt;br /&gt;
fich&lt;br /&gt;
fich rufen ließ. „Ich erzeigte dem Mandarin&lt;br /&gt;
Ku-scho-ssu niemals etwas mißfälliges, sprach&lt;br /&gt;
er zu ihm; warum will er mir meine Tochter mit&lt;br /&gt;
Gewalt abdringen?' Gehet wieder zu ihm, und&lt;br /&gt;
versichert ihn, daß ich sie niemals wider ihre Nei-&lt;br /&gt;
gung dazu zwingen will. Ich glaube nicht, daß&lt;br /&gt;
ich jemals wieder nach Hause zurück kommen wer&lt;br /&gt;
de; mein Leben ist mir sehr gleichgültig: allein&lt;br /&gt;
meine Tochter foll durch mich nicht unglückselig&lt;br /&gt;
gemacht werden: und wenn auch der Kaiser selbst&lt;br /&gt;
mir anbefehlen sollte, sie wider ihre Neigung zu&lt;br /&gt;
zwingen, so wollte ich sie doch ihrer eignen freyen&lt;br /&gt;
Wahl überlassen. Wenn auch alle hiesige Magi-&lt;br /&gt;
stratspersonen mir übel begegnen würden, so wer-&lt;br /&gt;
de ich es nicht achten. Nehmet daher euren Brief&lt;br /&gt;
nebst eurem Geschenke wieder zurück.“&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
Als Tschon-ki fand, daß alles Bemühen&lt;br /&gt;
und Bitten umsonst sey, ließ er sein Reisegeråthe&lt;br /&gt;
aufpacken, und kehrete wiederum nach Hofe zu&lt;br /&gt;
Ku-schossu, dem er mit nicht geringer Be-&lt;br /&gt;
schằmung sein Schreiben und Geschenk zurück gab.&lt;br /&gt;
Dieser Mandarin gerieth hierüber in eine solche&lt;br /&gt;
Wuth, daß er schwur, sich bey nächster Gelegen-&lt;br /&gt;
heit an Schuey-ku-yeh zu rächen.&lt;br /&gt;
Er fand&lt;br /&gt;
diese auch wirklich nur gar zu bald. Man muß&lt;br /&gt;
te noch mehr Truppen gegen die Tartarn schicken,&lt;br /&gt;
weil die vorigen große Niederlagen erlitten hatten.&lt;br /&gt;
Ku-scho - ssu unterließ nicht, dem Kaiser vorzu-&lt;br /&gt;
stellen, daß die übeln Anstalten Schuey-ku-: yeh.&lt;br /&gt;
und seines Generals Hu- hiao, daran schuld&lt;br /&gt;
wåren, und daß sich tapfere Anführer in Menge&lt;br /&gt;
V&lt;br /&gt;
finden&lt;br /&gt;
finden würden, den Krieg zu endigen, sobald man&lt;br /&gt;
diese beyde so bestrafen würde, wie sie es vers&lt;br /&gt;
dienten, welches nimmermehr geschehen könnte, so&lt;br /&gt;
lange diese beyden Verbrecher Hoffnung håtten,&lt;br /&gt;
wiederum zu ihren Posten zu gelangen.&lt;br /&gt;
Der Kaiser ließ sich diese Vorstellungen gefal-&lt;br /&gt;
len. Er ließ die Sache durch das Saan fa=&lt;br /&gt;
fseh b), untersuchen, und ertheilte demselben Be-&lt;br /&gt;
fehl, dem General Hu-hiao den Proceß zu machen.&lt;br /&gt;
Achtes&lt;br /&gt;
b) Das San fa feeh bestehet aus den dren Präsidenten&lt;br /&gt;
folgender drey Tribunale, nämlich des Hing: pu, oder&lt;br /&gt;
peinlichen Oberhofgerichte; des Tah-le-su, oder, Tris&lt;br /&gt;
bunals der Revisoren, und des Tieh-tscha-yuen, oder&lt;br /&gt;
Obergerichts der Visitatoren. Das Revisionstribunal&lt;br /&gt;
Tahle su sicht bey der legten Appellation die Acten&lt;br /&gt;
und Sentenzen anderer Gerichtshöfe durch, wenn es Leib&lt;br /&gt;
und Leben, oder andere wichtige Gegenstände anbetrifft.&lt;br /&gt;
Wenn das Oberhofgericht Hing - pu die Todesstrafe zu-&lt;br /&gt;
erkannt hat, und das Verbrechen des Verurtheilten nicht&lt;br /&gt;
genug erwiesen, oder wohl gar noch zweifelhaft ist, so&lt;br /&gt;
überlässet der Kaiser die Sache dem San-fa-sseh zur&lt;br /&gt;
endlichen Entscheidung, welches gleichsam sein confeil de&lt;br /&gt;
confcience ist. Es versammlen sich sodann die Präsiden-&lt;br /&gt;
ten der drey erstgemeldeten Tribunale, sehen die Acten&lt;br /&gt;
nochmals durch, und sprechen das Endurtheil, welches&lt;br /&gt;
gemeiniglich vom Kaiser bekräftiget wird, weil es sehr&lt;br /&gt;
schwer fällt, diese 3 Richter aus verschiedenen Departes&lt;br /&gt;
ments zu bestechen; daher auch ihre Entscheidung groß-&lt;br /&gt;
fen Nachdruck hat. Semedo, S. 125. Magalhaen&lt;br /&gt;
G. 228, 229. Lettres édifiantes, T. 19, p. 162. Du&lt;br /&gt;
Halde, 2 Th. S. 31 feq.&lt;br /&gt;
A a&lt;br /&gt;
./&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Hao Qiu Zhuan]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maintenance script</name></author>
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