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	<title>Hao Qiu Zhuan/de-murr/Chapter 17 - Revision history</title>
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	<updated>2026-04-04T17:58:48Z</updated>
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		<id>https://bou.de/u/index.php?title=Hao_Qiu_Zhuan/de-murr/Chapter_17&amp;diff=172248&amp;oldid=prev</id>
		<title>Maintenance script at 07:51, 26 March 2026</title>
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		<updated>2026-03-26T07:51:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;New page&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Language Bar|page=Hao_Qiu_Zhuan/Chapter_17}}&lt;br /&gt;
{{Book Nav|book=Hao_Qiu_Zhuan|prev=Hao_Qiu_Zhuan/de-murr/Chapter_16|next=Hao_Qiu_Zhuan/de-murr/Chapter_18}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Kapitel 17: Wenn verborgene Wahrheiten enthüllt werden, erstrahlt wahre Ritterlichkeit =&lt;br /&gt;
''Aus: Haoh Kjoeh Tschwen, die angenehme Geschichte. Leipzig, 1766''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Hinweis: OCR-Digitalisierung. Seitenzahlen als [S. N]. Vergleich mit [[Hao_Qiu_Zhuan/zh/Chapter_17|chinesischem Original]] und [[Hao_Qiu_Zhuan/en/Chapter_17|moderner Ubersetzung]] empfohlen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Siebentes Kapitel.&lt;br /&gt;
Tieh-tschong-u gab alsobald seinem Vater&lt;br /&gt;
von allem Nachricht. Der Mandarin Tieh-&lt;br /&gt;
ying fagte: „Ob ihr schon beyde in verschiede-&lt;br /&gt;
nen und abgesonderten Zimmern wohnet, so bin&lt;br /&gt;
ich doch der Meynung, daß eure Heurath unzers&lt;br /&gt;
trennlich ist. Warum bringet ihr aber eure Frau&lt;br /&gt;
nicht in euer eigenes Haus, damit jedermann es&lt;br /&gt;
wisse, und niemand Ursache zu Lästerungen habe?&lt;br /&gt;
Der Verschnittene Tschoh-thå-kien ist euch we,&lt;br /&gt;
gen feiner Nichte gram. Ueberleget es mit eurer&lt;br /&gt;
Geliebten, was ihr bey so kritischen Umständen&lt;br /&gt;
thun wollet.&amp;quot; Tieh tschong-u gieng sogleich&lt;br /&gt;
zu Schuey-ping- sin, und hinterbrachte ihr die&lt;br /&gt;
Worte seines Vaters. „Mein Herr, sagte sie&lt;br /&gt;
mit ihrer gewöhnlichen Bescheidenheit, ich bin Jh-&lt;br /&gt;
re Dienerinn, und werde alles thun, was Sie&lt;br /&gt;
von mir verlangen, damit wir diesem Lårmen, den&lt;br /&gt;
Ku-schossu, und sein Sohn angefangen haben,&lt;br /&gt;
ein Ende machen. Wir wollen die Welt überzeu&lt;br /&gt;
gen,&lt;br /&gt;
gen, daß unsere Heurathden Gesetzen gemäß sey,&lt;br /&gt;
und alle noch übrige Ceremonien in Erfüllung&lt;br /&gt;
bringen.&amp;quot; Tieh-tschong-u hörte sie mit dem&lt;br /&gt;
größten Vergnügen also sprechen. „Sie sind ein&lt;br /&gt;
Frauenzimmer, sprach er, welches jederzeit der&lt;br /&gt;
Vernunft Gehör gab. Ich will unsere Entschlies&lt;br /&gt;
kung meinen Aeltern hinterbringen. Sodann&lt;br /&gt;
will ich mich an das mathematische Tribunal´a)&lt;br /&gt;
wenden, mir einen glücklichen Tag zum Hochzeit-&lt;br /&gt;
feste zu bestimmen, wozu ich alle Mandarinen&lt;br /&gt;
einladen werde. Denn wir haben noch nicht den&lt;br /&gt;
Wein einander gereichet, wie es die Gewohnheit&lt;br /&gt;
mit sich bringet b).&lt;br /&gt;
Als Ku-scho- ssu erfuhr, daß das junge&lt;br /&gt;
Paar ihr Hochzeitfest noch einmal begehen wollte,&lt;br /&gt;
gerieth er in große Verwirrung, was er thun sollte.&lt;br /&gt;
Endlich überredete er einen von den Mandarinen&lt;br /&gt;
des Tribunals der Censoren (Ko-tao), Tich-&lt;br /&gt;
tschong - u nebst Schuey - ping - sin vor dem&lt;br /&gt;
Kaiser als strafbar anzuklägen.&lt;br /&gt;
Diese Anklage war also abgefasset:&lt;br /&gt;
$14&lt;br /&gt;
a) Dieses Tribunal heißt Rin - tien-kien.&lt;br /&gt;
„Ich&lt;br /&gt;
Es bestehet&lt;br /&gt;
aus einem Präsidenten, zween Beysißern, und vielen&lt;br /&gt;
untergeordneten Mandarinen. S. oben a. d. 67 Seite,&lt;br /&gt;
Anm. m) und S. 49. Du Halde, 2 Th. S. 368.&lt;br /&gt;
b) Es ist die Gewohnheit bey den Chinesern, daß das jun&lt;br /&gt;
ge Brautpaar mitten unter ihren Freunden und Anvers&lt;br /&gt;
wandten einander einen Becher mit Wein zutrinken,&lt;br /&gt;
ehe sie zu Bette gehen. S. oben S. 86.&lt;br /&gt;
„Ich Wang yo, Cenfor des Reichs c),&lt;br /&gt;
,,übergebe in tiefster Unterthänigkeit und Demuth&lt;br /&gt;
„Eurer Majestät diese Klagschrift wegen einer ge-&lt;br /&gt;
„seklofen Heurath, damit Eure Majeståt diefelbe&lt;br /&gt;
„untersuchen lassen mögen. Unter den fünf allge-&lt;br /&gt;
meinen Hauptpflichten d) ist die Ehe eine der&lt;br /&gt;
bors&lt;br /&gt;
c) Im Portugiesischen heißt er acuzador e avizor do Im&lt;br /&gt;
perio, d. t. der Anklåger und Censor des Reichs. Die:&lt;br /&gt;
fer Mandarin war der Präsident des Tribunals der Ro-&lt;br /&gt;
tao, oder Reichscensoren, wovon ich oben im ersten&lt;br /&gt;
Kapitel dieses Buches Nachricht ertheilet habe. Uebers.&lt;br /&gt;
d) Diese bestehen 1) in den Pflichten der Aeltern und Kin-&lt;br /&gt;
der; 2) eines Fürsten und seiner Unterthanen; 3) der&lt;br /&gt;
Eheleute; 4) der jungen Leute gegen die alteu, und 5)&lt;br /&gt;
gegen Freunde. Diese werden im Buche Siao-hio,&lt;br /&gt;
oder Schule der Kinder, erkldret, dessen Verfasser dér&lt;br /&gt;
Doctor (Tsin tsee) Tschuhi ist, der gegen das Jahr&lt;br /&gt;
Christi 150 lebte. Er sagt unter andern im ersten Ka:&lt;br /&gt;
pitel: „Der erste Präsident des Oberceremoniencollegit&lt;br /&gt;
„(Lipu) soll in einem jeden Gebiete einige Befehls-&lt;br /&gt;
haber bestellen, die dafür sorgen, daß das Volk vor-&lt;br /&gt;
„nämlich in folgenden drey Stücken unterwiesen werde.&lt;br /&gt;
1) In den sechs Tugenden, nämlich der Klugheit, Fröms&lt;br /&gt;
„migkeit, Weisheit, Billigkeit, Treue, und Verträgliche&lt;br /&gt;
„keit, 2) In den sechs löblichen Handlungen, nämlich&lt;br /&gt;
„Gehorsam gegen die Aeltern, Liebe gegen die Brüder,&lt;br /&gt;
„Einigkeit mit den Anverwandten, Freundschaft mit den&lt;br /&gt;
Nachbarn, Aufrichtigkeit gegen gute Freunde, und&lt;br /&gt;
„Barmherzigkeit gegen die Armen und Unglückseligen.&lt;br /&gt;
»3) In den sechs Arten der Wissenschaften, nämlich in&lt;br /&gt;
Erlernung der Gebräuche, der Musik, des Bogenschiess&lt;br /&gt;
» sens,&lt;br /&gt;
W&lt;br /&gt;
,,vornehmsten. Eben deswegen muß sie auch mit&lt;br /&gt;
,,allen Ceremonien geschehen, so die Kaiser von&lt;br /&gt;
„den ältesten Zeiten ber angeordnet haben. Es&lt;br /&gt;
ist eine unerhörte Sache, daß eine junge Weibs-&lt;br /&gt;
„person, ohne Vorwissen ihrer Aeltern, `und als&lt;br /&gt;
,,lein, unter einem Dache mit einem jungen Men&lt;br /&gt;
„schen lebe, deffen Aeltern gleichfalls nicht gegen-&lt;br /&gt;
„wärtig sind; und dieses noch dazu ohne eine&lt;br /&gt;
„Mittelsperson, oder jemandes Wissen. Alles&lt;br /&gt;
„dieses ist geschehen. Die Båter der Uebertreter&lt;br /&gt;
find Schuey-ku-yeh und Tich-ying, beyde&lt;br /&gt;
„große Staatsråthe Eurer Majestät. Diese wols&lt;br /&gt;
,,len nun eilfertig eine Heurath zwischen dem straf-&lt;br /&gt;
„baren Paare vollziehen, nachdem jedermann das&lt;br /&gt;
„Verbrechen weis: ja, sie unterstehen sich sögar,&lt;br /&gt;
„folches mit großem Prachte zu thun. Alle Leute&lt;br /&gt;
fpotteten über eine unter Standespersonen so un-&lt;br /&gt;
„erhörte Sache, da sie feyerlich durch die Straf-&lt;br /&gt;
,,fen zogen. Da ich alles diefes in Erfahrung&lt;br /&gt;
„gebracht habe, so ist es meine Schuldigkeit, es&lt;br /&gt;
„als Eurer Majeståt Unterthan anzuzeigen, das&lt;br /&gt;
,,mit die Strafbaren, andern zum Beyspiel, ge=&lt;br /&gt;
züchtiget werden mögten.“&lt;br /&gt;
Sobald der Mandarin Wangyo diese&lt;br /&gt;
Schrift dem Kaiser überreichet hatte, übergab&lt;br /&gt;
man sie einem der Staatsråthe, Namens Ko-&lt;br /&gt;
tschung. Dieser stattete folgenden Bericht ab:&lt;br /&gt;
Ff 5&lt;br /&gt;
»Eine&lt;br /&gt;
fens, Reutens, Schreibens, und Rechnens.&amp;quot; Du&lt;br /&gt;
Halde, 2 Th. S. 423, 424. feq.&lt;br /&gt;
&amp;quot;&lt;br /&gt;
,,Eine Anklage wider den guten Namen einer&lt;br /&gt;
Jungfrau muß sehr deutlich bewiesen werden.&lt;br /&gt;
„Hier ist alles auf ein bloßes Hörensagen gegrün-&lt;br /&gt;
,,det. Man muß sorgfältig untersuchen, was&lt;br /&gt;
für Zeugen zum Erweise dieser Anklage da find.“&lt;br /&gt;
?&lt;br /&gt;
Der Verschnittene Tschoh-thå-kien betrieb&lt;br /&gt;
diese Sache auf das äußerste. Dem ungeachtet&lt;br /&gt;
wurde sie erst lange nachher dem Oberceremonien-&lt;br /&gt;
gerichte (Ping-pu) zu fernerer Untersuchung&lt;br /&gt;
übergeben. Tscho thå- kien wandte sich an&lt;br /&gt;
den Oberverschnittenen, durch welchen er eine&lt;br /&gt;
Bittschrift an den Kaiser selbst überreichen ließ.&lt;br /&gt;
Der Kaiser sagte, als er fie gelesen hatte : „Da&lt;br /&gt;
,,Tieh tschong-u ein junger Mensch ist, so wird&lt;br /&gt;
„hierdurch der Vorwand, als håtte er sich wegen&lt;br /&gt;
„seiner Krankheit im Hause einer jungen Weibs-&lt;br /&gt;
„person aufgehalten, sehr verdächtig.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Der Mandarin Tich-ying erfuhr diese Neuig-&lt;br /&gt;
keiten, als das Oberceremoniengericht eben mit&lt;br /&gt;
dem Berichte beschäfftiget war, den es dem Kaiser&lt;br /&gt;
erstatten sollte. Er gab ohne Verzug dem jun-&lt;br /&gt;
gen Paare Nachricht davon. „Der Mandarin&lt;br /&gt;
Wang-yo, sprach er, hat aus Feindschaft wi&lt;br /&gt;
der euch, dem Kaiser eine Anklage übergeben.&lt;br /&gt;
Ihr müsset nun auf eure Vertheidigung bedacht&lt;br /&gt;
seyn, und eine Bittschrift auffeßen.“ „Wir ha&lt;br /&gt;
ben alles dieses schon lange vermuthet, gaben bey-&lt;br /&gt;
de dem Mandarin zur Antwort. Wir sind zur&lt;br /&gt;
Vertheidigung besit, sobald wir von Seiner Maje-&lt;br /&gt;
stat den Befehl dazu erhalten werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Das&lt;br /&gt;
J&lt;br /&gt;
Das Ping pu, oder Oberhofgericht der&lt;br /&gt;
Gebräuche, sandte dem Statthalter der Proving&lt;br /&gt;
Schan-tong Befehl zu, in dieser Sache Unters&lt;br /&gt;
suchungen anzustellen. Sobald Ku-scho-ssu&lt;br /&gt;
Wind davon bekam, schrieb er an seinen Sohn,&lt;br /&gt;
und belehrte ihn, wie er den Tschi-hien auf sei-&lt;br /&gt;
ne Seite ziehen mögte. Er befahl ihm, keine&lt;br /&gt;
Unkosten zu sparen, und schrieb mit eigener Hand&lt;br /&gt;
-´an diese Magistratsperson. Ku - keh - ssu er-&lt;br /&gt;
freuete sich, da er Hoffnung vor sich sah, seine&lt;br /&gt;
Absichten erreichen zu können. Er nahm hundert&lt;br /&gt;
große Goldstücke e) zu sich, sie nebst dem Briefe&lt;br /&gt;
feines&lt;br /&gt;
e) Portug. Cem panos de ouro. Die Engländer nennen&lt;br /&gt;
diese großen Goltstücke Shoes of Gold, und die Hollan&lt;br /&gt;
der Goldschuits, oder Goldboote, wegen ihrer Gestalt.&lt;br /&gt;
Sie sind von dem feinesten Golde. Es giebt zweyerley&lt;br /&gt;
Gattungen, einige wiegen 200 Dukaten, andere halb&lt;br /&gt;
so viel. Oben S. 264, k) sind auch silberne Schuits be:&lt;br /&gt;
nennet, deren 200 fünfhundert holländische Gulden ma:&lt;br /&gt;
chen. Die Kupfermünze ist in China die cinzige, so ne=&lt;br /&gt;
prägt wird. Silber und Göld aber wird, wie andere&lt;br /&gt;
Waaren, gewogen. Zu dem Ende führen die Chineser&lt;br /&gt;
kleine Waagen und Gewichte ben sich, die in einem schös&lt;br /&gt;
nen lackirten Futterale stecken. Diese Waage hat sehr&lt;br /&gt;
viel dhnliches mit der Schnellwaage. Sie bestehet aus&lt;br /&gt;
einem kleinen Brett, aus welchem ein Arm von Elfen-&lt;br /&gt;
bein, oder Ebenholz hervorgehet, nebst dem im Reiche&lt;br /&gt;
üblichen Gewichte. Dieser Arm, der auf drey Seiten in&lt;br /&gt;
sehr kleine Theilchen abgetheilet ist, wird von seidenen&lt;br /&gt;
Faden nach seinen verschiedenen Seiten angezogen, um&lt;br /&gt;
allerley darauf abwägen zu können. Das Bezahlen&lt;br /&gt;
nimmt&lt;br /&gt;
feines Vaters, dem Tschi-hien einzuhändigen.&lt;br /&gt;
Der Name dieses Mandarins war Wey-phey f).&lt;br /&gt;
Es war eben diejenige Person, deren Liebste Tich-&lt;br /&gt;
tschong-u vormals befreyet hatte. Wey-phey&lt;br /&gt;
war noch nicht lange Tschi-hien. Ku-keh-ssu&lt;br /&gt;
händigte ihm die hundert großen Goldstücke, nebst&lt;br /&gt;
dem Schreiben seines Vaters ein. Er wurde sehr&lt;br /&gt;
bestürzt, als er aus demselben fah, was für üble&lt;br /&gt;
Absichten man wider seinen Wohlthäter im Schil-&lt;br /&gt;
de führe, und daß er ein Werkzeug dabey abgeben&lt;br /&gt;
sollte. Jedoch verbarg er seine wahren Gesinnun&lt;br /&gt;
gen gegen Ku - keh - ssu, nahm das Geschenk&lt;br /&gt;
an, und versprach, dem Willen des Mandarins&lt;br /&gt;
Ku-scho-ssu gemäß zu handeln. Ku-keh-ssu&lt;br /&gt;
gieng höchst vergnügt von ihm.&lt;br /&gt;
Wey-phey&lt;br /&gt;
befahl sogleich allen Schreibern feines Tribunals,&lt;br /&gt;
die Sache des Tieh-tschong-u zu untersuchen,&lt;br /&gt;
und ihm Bericht zu erstatten, unter welchem Vor-&lt;br /&gt;
wande ihn Schuey-ping-sin in ihr Haus auf-&lt;br /&gt;
genommen habe. Sie sagten ihm einmüthig, daß&lt;br /&gt;
fie&lt;br /&gt;
nimmt oft mehr Zeit weg, als das Kaufen. Gold wird&lt;br /&gt;
nur bey Bezahlung großer Summen gebraucht. E&amp;amp;&lt;br /&gt;
würde in China von falschen Geldmünzen wimmeln,&lt;br /&gt;
wenn man geprägtes Gold oder Silber daselbst einfüh-&lt;br /&gt;
rete. Ausländer schneiden diese Panos de ouro von ein-&lt;br /&gt;
ander, damit sie nicht betrogen werden. Tavernier,&lt;br /&gt;
2 Th. S. 6. Du Halde, 2 Th. S. 194.&lt;br /&gt;
~S. oben auf der 19ten und folgenden Seite, wo es alle-&lt;br /&gt;
mal Wey: phey heißen muß. Wey - zhey ist ein Drucks&lt;br /&gt;
fehler. S. 23. Anm.&lt;br /&gt;
fie es aus Dankbarkeit gethan håtte, weil er sie&lt;br /&gt;
von Ku-keh-ssu befreyete, der sie mit Gewalt&lt;br /&gt;
entführen wollte. „Der Pao Tschi-hien, so&lt;br /&gt;
vor Ihnen diese Stelle bekleidete, fügten sie hin-&lt;br /&gt;
zu, hatte einigen Zweifel wegen ihrer Tugend,&lt;br /&gt;
und bediente sich eines Spions, der auf ihre Hands&lt;br /&gt;
lungen genau Acht haben, und sich zu diesem Ens&lt;br /&gt;
de in dem Hause des jungen Frauenzimmers vers&lt;br /&gt;
bergen mußte. Allein er brachte dem Pao Tschis&lt;br /&gt;
hien eine so vortheilhafte Nachricht von beyden,&lt;br /&gt;
daß er für den jungen Fremden eine große Ach-&lt;br /&gt;
tung trug, und ihn als eine vortreffliche Person&lt;br /&gt;
anfah. Wey-phey ließ diesen Spion g), nebst&lt;br /&gt;
dem Vorsteher der Bonzen, bey denen Tieh-&lt;br /&gt;
tschong-u krank wurde, vor sich rufen.&lt;br /&gt;
fragte beyde, und beyde stimmten vollkommen in&lt;br /&gt;
ihren Aussagen überein. Dieses gab den Tschis&lt;br /&gt;
hien das größte Vergnügen von der Welt, da er&lt;br /&gt;
die Aufführung dieses Paars so rein befand. Er&lt;br /&gt;
wartete nur noch auf die Befehle des Oberceremo&lt;br /&gt;
niengerichtes, und des Statthalters der Proving,&lt;br /&gt;
feinen Bericht zu erstatten. Nach fünf Tagen ers&lt;br /&gt;
hielt er diefelben. Er schrieb so nach Hofe, daß&lt;br /&gt;
diese Sache in das hellefte Licht gesetzt wurde.&lt;br /&gt;
Das Obertribunal Ping-pu bezeigte große Frcus&lt;br /&gt;
de über die reine und untadelhafte Aufführung&lt;br /&gt;
Tieh-tschong-u, den sie nun als eine vortreff&lt;br /&gt;
liche Person h) ansahen, und sogleich die Bosheit&lt;br /&gt;
g) Schan-yih. S. 210 dieser Geschichte.&lt;br /&gt;
h) Im Chinesischen heißt es: „als einen Heiligen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Er&lt;br /&gt;
des&lt;br /&gt;
Wie&lt;br /&gt;
bes Mandarins Ku-schossu erkannten. Sie&lt;br /&gt;
machten ihm diese Nachricht zu wissen, und ließen -&lt;br /&gt;
sie ihm selbst lesen. Ku-scho - ssu gerieth in&lt;br /&gt;
eine solche Wuth, daß er wider den Tschi-hien&lt;br /&gt;
viele Scheltworte ausstieß. „Er hat ja erst neu-&lt;br /&gt;
lich die Würde eines Gelehrten erlanget, fagte er,&lt;br /&gt;
und ist noch nicht lange in seinem Posten.&lt;br /&gt;
kann er die Wahrheit dieser Sache wissen? Er&lt;br /&gt;
ist sehr übereilig, wenn er diesen Verbrecher&lt;br /&gt;
durch so schlechte Ausflüchte lossprechen will. Ich&lt;br /&gt;
kann diese Kühnheit nicht unbestrafet sehen.“ Er&lt;br /&gt;
Lag bierauf Wang-yo sehr an, eine andere Bitt-&lt;br /&gt;
schrift dem Kaiser zu überreichen, der sie annahm,&lt;br /&gt;
und befahl, den Tschi-hien Wey-phey nach&lt;br /&gt;
Hofe zu berufen, wegen seines erstatteten Berichts&lt;br /&gt;
Rechenschaft zu geben. Wey-phey erhielt die-&lt;br /&gt;
fen Befehl vom Statthalter, der ihm zugleich wif-&lt;br /&gt;
sen ließ, daß er sich aufs beste zur Vertheidigung&lt;br /&gt;
bereit halten sollte, weil er mit mächtigen Fein-&lt;br /&gt;
ben zu thun habe. Der Tschi-hien machte dem&lt;br /&gt;
Statthalter seine Aufwartung, und stattete sei= ·&lt;br /&gt;
nen Dank bey ihm ab, weil er ihm diese Nachricht&lt;br /&gt;
ertheilet hatte, er versicherte aber auch zugleich&lt;br /&gt;
diesen Mandarin, daß er sich im geringsten nicht&lt;br /&gt;
fürchte, da er sich in nichts strafbar fånde. Er&lt;br /&gt;
nahm den Spion Schan-yih, nebst dem Vor-&lt;br /&gt;
steher der Bonzen i) mit sich nach Hofe.&lt;br /&gt;
Er&lt;br /&gt;
vergag&lt;br /&gt;
i) Unser chinesischer Verfasser scheinet diesen Umstand in&lt;br /&gt;
der Folge dieser Geschichte vergessen zu haben. Denn&lt;br /&gt;
dieser Vorsteher der Bonzen kommt nie als Zeuge vor,&lt;br /&gt;
der&lt;br /&gt;
靠&lt;br /&gt;
​vergaß auch das Schreiben des Mandarins Ku-&lt;br /&gt;
scho-ssu, und die hundert Goldstücke nicht. So-&lt;br /&gt;
bald er daselbst ankam, verlangte er bey dem&lt;br /&gt;
obersten Criminalgerichte (Hing - pu) k) Ge-&lt;br /&gt;
hör. Man fragte ihn, wie er so geschwinde von&lt;br /&gt;
der Aufführung Tieh-tschong-u und des jungen&lt;br /&gt;
Frauenzimmers urtheilen könnte, da er doch kürzs&lt;br /&gt;
lich zur Würde eines Tschi -hien in der Stadt&lt;br /&gt;
*Tsi - nan gelanget fey? Ob er vielleicht gar&lt;br /&gt;
bestochen worden, sie frey zu sprechen? „Da ich&lt;br /&gt;
zum Tschi hien von Seiner Majeståt ernannt&lt;br /&gt;
worden bin, gab Wey-phey zur Antwort, so&lt;br /&gt;
erforderte es meine Pflicht, alles genau zu prů-&lt;br /&gt;
fen.&lt;br /&gt;
Es ist wahr, daß ich selbst von dieser Sa-&lt;br /&gt;
che keine Wissenschaft habe; allein ich befragte&lt;br /&gt;
meine Gerichtsbediente um alles, was sie davon&lt;br /&gt;
wußten. Sie sagten mir, daß der Pao Tschi-&lt;br /&gt;
hien durch einen Spion auf die Aufführung dieser&lt;br /&gt;
jungen Personen genaue Acht haben laffen, und&lt;br /&gt;
dieser erklärte mir auch die ganze Beschaffenheit.&lt;br /&gt;
Eure Excellenzen fragten mich, ob ich vielleicht&lt;br /&gt;
von Tieh-tschong-u bestochen worden,&lt;br /&gt;
Ich&lt;br /&gt;
habe von diesem Mandarin nichts erhalten. Aber&lt;br /&gt;
von Ku-schossu erhielt ich nicht nur ein eigen-&lt;br /&gt;
bändiges Sendschreiben, sondern noch über dieses&lt;br /&gt;
bun&lt;br /&gt;
der auch noch über dieses, wie die andern Verbrecher,&lt;br /&gt;
billig eine Strafe verdienet hätte, da er im folgenden&lt;br /&gt;
Kapitel des Giftmischens beschuldiget wird. Man weiß&lt;br /&gt;
auch nicht, warum des Schuey - gowin nicht mehr ge-&lt;br /&gt;
dacht wird.&lt;br /&gt;
k) Oben, S. 57.&lt;br /&gt;
hundert große Goldstücke von dessen Sohne. Hier&lt;br /&gt;
stehet der Spion, der von allem ein Zeuge ist, was&lt;br /&gt;
ich in meinem Berichte gemeldet habe, und hier ist&lt;br /&gt;
auch der Brief nebst dem Golde.&amp;quot; Die Manda,&lt;br /&gt;
rinen erschracken über die maaßen, da sie dieses&lt;br /&gt;
vernahmen. Sie fanden Wey-phey unschul&lt;br /&gt;
dig, und ließen ihn mit dem Befehle von sich,&lt;br /&gt;
des Kaisers fernern Willen zu erwarten, und sich&lt;br /&gt;
bereit zu halten, vor ihnen wieder zu erscheinen,&lt;br /&gt;
so bald sie ihn würden rufen lassen. Wey-phey&lt;br /&gt;
machte die gewöhnliche Verbeugung, und entfer&lt;br /&gt;
nete sich.&lt;br /&gt;
Achtes Kapitel&lt;br /&gt;
zie Mandarinen des Hing-pu sahen, daß sie&lt;br /&gt;
nunmehr Ku-schossu nicht mehr schonen&lt;br /&gt;
könnten, wenn sie sich nicht selbst in Gefahr sehen&lt;br /&gt;
wollten. Sie ließen durch das Oberceremonien-&lt;br /&gt;
gericht (Li-pu) a) dem Kaiser von allem Bericht&lt;br /&gt;
abstatten. Als ihn der Monarch gelesen hatte,&lt;br /&gt;
fagte er: Dieses ist eine seltene Begebenheit.&lt;br /&gt;
Wenn dieses wahr ist, so haben wir eine ganz auf-&lt;br /&gt;
ferordentliche Person in unserm Reiche. Der&lt;br /&gt;
Verschnittene Tscho-thå-kien, der eben zugegen&lt;br /&gt;
war, sprach zu Seiner Majestät: „Diese Nach-&lt;br /&gt;
richten kommen von einem neuen Tschi-hien her,&lt;br /&gt;
der alles nur von andern Personen weis. Wenn&lt;br /&gt;
ich mich unterfangen darf, etwas vorzuschlagen, so&lt;br /&gt;
hielte&lt;br /&gt;
a) Oben, S. 56. Ant.&lt;br /&gt;
hielte ich für nothwendig, die Wahrheit dieses Be-&lt;br /&gt;
richts zu untersuchen. Denn warum zeigte der&lt;br /&gt;
Mandarin Tich-ying Eurer Majestät nicht diese&lt;br /&gt;
Heurath an? Die jungen Leute kamen sogleich zu-&lt;br /&gt;
fammen, so bald sie einander sahen, und lange&lt;br /&gt;
hernach heurathen sie erst einander.&amp;quot; Der Kaiser&lt;br /&gt;
befann sich ein wenig. Endlich sagte er zu&lt;br /&gt;
Tschoh-tha-kien: Ihr habet recht. Befeh-&lt;br /&gt;
let einer jeden Parthey, mir eine Schrift zu über-&lt;br /&gt;
geben. Ich will nachmals die Sache selbst un&lt;br /&gt;
tersuchen.“ Als man dieses dem jungen Paare&lt;br /&gt;
anzeigte, erfreueten sie sich eben so sehr deswegen,&lt;br /&gt;
als sich Kuz scho-ssu furchte. Dieser Manda-&lt;br /&gt;
rin wollte andern Fallen legen, und sah nun, daß&lt;br /&gt;
er selbst darein fiele. In dieser großen Verlegen-&lt;br /&gt;
heit faßte er den Entschluß, in seiner Bittschrift&lt;br /&gt;
die Heurathsvorschläge zu melden, die fein Sohn&lt;br /&gt;
Schuey - ping - sin that, und zugleich Ursachen&lt;br /&gt;
anzuführen, warum er nachher davon abgelassen&lt;br /&gt;
habe. Er überreichte also dem Kaiser folgendes&lt;br /&gt;
Memorial:&lt;br /&gt;
„Ich, Eurer Majestät Vafall, überreiche diese&lt;br /&gt;
Bittschrift, wegen der sich kürzlich eräugeten Bes&lt;br /&gt;
„gebenheit. Ich war anfangs entschlossen, mei-&lt;br /&gt;
,,nen Sohn mit der Tochter des Mandarin&lt;br /&gt;
„Schuey-ku-yeh zu verehligen. Ich wandte&lt;br /&gt;
„mich deswegen an ihren Vater. 'Allein da ich&lt;br /&gt;
,,nachher vieles erfuhr, so dem guten Namen des&lt;br /&gt;
,,jungen Frauenzimmers nachtheilig war, legte ich&lt;br /&gt;
„diefes Vorhaben bey seite. Wie sollte sie denn&lt;br /&gt;
G g&lt;br /&gt;
„mein&lt;br /&gt;
,,mein Sohn mit Gewalt haben entführen wol-&lt;br /&gt;
,,len? b) Ich überlasse dieses Eurer Majestät,&lt;br /&gt;
zur Beurtheilung.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Tieh-tschong-u übergab dem Monarchen&lt;br /&gt;
diese Antwort, auf die Schrift seines Feindes :&lt;br /&gt;
„Ich Tich tschong-u rede in diesem mei-&lt;br /&gt;
,,nem Memoriale die lautere Wahrheit. Ich&lt;br /&gt;
,,wollte zuvor mich nicht unterstehen, Eurer Ma-&lt;br /&gt;
,,jestät wegen dieser Sache beschwerlich zu seyn,&lt;br /&gt;
„da sie von geringer Wichtigkeit war, und nur&lt;br /&gt;
„Privatpersonen angieng. Als ich mit Erlaub,&lt;br /&gt;
„niß meines Vaters durch die Provinzen reisete,&lt;br /&gt;
wurde ich einst in der Stadt Tsi-nan durch ei&lt;br /&gt;
„nen großen Lårmen auf der Straße aufgehalten.&lt;br /&gt;
„Ich fragte nach der Ursache davon. Man sag-&lt;br /&gt;
,,te mir, daß der Sohn des Ku- scho-ssu&lt;br /&gt;
,,die Tochter des Schuey-ku-yeh entführen,&lt;br /&gt;
,,und sie mit Gewalt heurathen wollte. So jung&lt;br /&gt;
„ich auch war, so sehr entrüstete ich mich über&lt;br /&gt;
„diese Unbilligkeit. Ich behauptete, daß die Ein-&lt;br /&gt;
„willigung beyder Theile, nebst andern Ceremo,&lt;br /&gt;
,,nien, zu einer rechtmäßigen Heurath 'gehören.&lt;br /&gt;
„Der Tschi-hien gab meinen Vorstellungen&lt;br /&gt;
,,Beyfall, und ließ das Frauenzimmer wieder in&lt;br /&gt;
„ihre Wohnung bringen. Bisher kannte ich we-&lt;br /&gt;
,,der Ku-keh-ssu, noch Schuey-ping-sin,&lt;br /&gt;
,,und hatte keine andere Absicht, als Friede und&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;quot;&lt;br /&gt;
Einig-&lt;br /&gt;
b) Der Kaiser konnte dieses aus dem Berichte des Wey-&lt;br /&gt;
phey wissen.&lt;br /&gt;
3 ..&lt;br /&gt;
nei&lt;br /&gt;
b&lt;br /&gt;
te,&lt;br /&gt;
1.&lt;br /&gt;
g&lt;br /&gt;
二​街&lt;br /&gt;
​ins&lt;br /&gt;
Jen&lt;br /&gt;
יד&lt;br /&gt;
„Einigkeit zu befördern. Ku-keh-ssu faßte ei-&lt;br /&gt;
,,nen heftigen Groll gegen mich.&lt;br /&gt;
,,in einem Bonzenkloster auf.&lt;br /&gt;
&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;quot;7&lt;br /&gt;
Ich hielt mich&lt;br /&gt;
Er beredete den&lt;br /&gt;
„Vorsteher desselben, mir Gift zu geben. Dieser&lt;br /&gt;
‚wurde mir auch in meiném Essen beygebracht.&lt;br /&gt;
„Ich wurde sehr krank, und mein Leben war schon.&lt;br /&gt;
,,fast verlohren, als Schuey-ping-fin Nach,&lt;br /&gt;
„richt davon bekam, daß dieses wegen ihrer ge-&lt;br /&gt;
„schähe. Sie war sehr um mich besorget, und&lt;br /&gt;
„ließ mich durch ihre Leute in ihr Haus bringen.&lt;br /&gt;
„Ich war so schwach, daß ich nicht wußte, wohin&lt;br /&gt;
,,man mich trug. Sie that dieses aus Dankbar-&lt;br /&gt;
,,keit, wegen der Dienste, die sie mir zu danken&lt;br /&gt;
„zu haben glaubte. So lange ich mich in ihrem&lt;br /&gt;
„Hause befand, beobachtete ich die reinste Un-&lt;br /&gt;
„schuld, und gab nicht den mindesten Anlaß zur&lt;br /&gt;
„Låsterung. Was die Heurath anlanget, die ich&lt;br /&gt;
„nachher feyerlich mit ihr begieng, so geschah die--&lt;br /&gt;
„ses aus Gehorsam gegen meinen Vater und Mut-&lt;br /&gt;
„ter. Meine Befreyung des Generals Hu-hiao&lt;br /&gt;
„gab Gelegenheit dazu. Dieser brachte durch&lt;br /&gt;
,,feine erhaltenen Siege den Vater des jungen&lt;br /&gt;
„Frauenzimmers aus der Tartarey zurück, wohin&lt;br /&gt;
„er auf Angeben Ku-scho-ssu eine geraume Zeit&lt;br /&gt;
„verwiesen wurde. Der General sah mich jung&lt;br /&gt;
„und unverheurathet. Er wollte mir seinen Dank&lt;br /&gt;
„bezeigen, und wurde der Brautwerber und die&lt;br /&gt;
„Mittelsperson für mich. Er bath sich von&lt;br /&gt;
„Schuey-ku-yeh aus, mir seine Tochter zu ge-&lt;br /&gt;
,,ben.&lt;br /&gt;
Alles dieses geschah ohne mein Wissen.&lt;br /&gt;
„Ob nun schon diese Heurath zweymal öffentlich,&lt;br /&gt;
G$ 2&lt;br /&gt;
gesche,&lt;br /&gt;
Haoh Kish Tschwen.&lt;br /&gt;
„geschehen, so ist sie doch noch nicht wirklich voll-&lt;br /&gt;
zogen worden: so sorgfältig waren wir beyde,&lt;br /&gt;
unsern Ruhm zu erhalten. Wir haben bisher&lt;br /&gt;
„unter einem Dache so unschuldig, als Kinder,&lt;br /&gt;
„gelebet. Alles dieses habe ich in diesem Memo-&lt;br /&gt;
„riale, auf Eurer Majestät Befehl, anzeigen&lt;br /&gt;
„wollen.“&lt;br /&gt;
Das junge Frauenzimmer überreichte folgen-&lt;br /&gt;
de Schrift:&lt;br /&gt;
„Ich Schuen-ping-sin übergebe, dem.&lt;br /&gt;
„Befehle Eurer Majestät gemäß, diesen wahren&lt;br /&gt;
„Bericht. Ich ward durch den Tod meiner Mut-&lt;br /&gt;
„ter, und durch das Exilium meines Vaters, eine&lt;br /&gt;
,,Weyse. Ich lebte einfam in meinem Hause, des-.&lt;br /&gt;
„sen&lt;br /&gt;
fen Thüre immer verschlossen war. Wie hätte.&lt;br /&gt;
ich auf eine Heurath denken follen? Alles kommt.&lt;br /&gt;
,,vom Mandarin Ku-schossu her, was sich&lt;br /&gt;
„vom&lt;br /&gt;
„jegt eråuget. Sein Sohn, der auch in Tsi-nan.&lt;br /&gt;
„wohnte, hielt mich für so verächtlich, daß er&lt;br /&gt;
„mich mit Gewalt heurathen wollte. Er bekam.&lt;br /&gt;
,,mich durch einen erdichteten Befehl von Eurer&lt;br /&gt;
„Majeståt in seine Gewalt. Als man mich weg-&lt;br /&gt;
„trug, begegnete mir Tieh-tschong-u. Dieser&lt;br /&gt;
,,nahm sich meiner bey dem Tschi-hien an..&lt;br /&gt;
Diese Magistratsperson ließ mich wiederum nach.&lt;br /&gt;
meinem Hause bringen. Ku-keh-ssu ward.&lt;br /&gt;
hierüber so erbittert, daß er den heftigsten Hag&lt;br /&gt;
,,wider meinen Befreyer faßte, und auf Rache&lt;br /&gt;
,,bedacht war. Tieh-tschong-u hatte seinen&lt;br /&gt;
„Aufenthalt in einem Bonzenkloster. Ku-keh-&lt;br /&gt;
&amp;quot;&amp;quot;&lt;br /&gt;
fsu befahl dem Vorsteher desselben, ihm Gift zu&lt;br /&gt;
„geben. Dieses geschah, und er war dem Tode&lt;br /&gt;
„fehr nahe. Als ich von seiner Lebensgefahr&lt;br /&gt;
„Nachricht erhielt, entschloß ich mich, lieber mei-&lt;br /&gt;
„nen guten Namen hintan zu sehen, als meinen&lt;br /&gt;
Wohlthäter umkommen zu sehen. Ich ließ ihn&lt;br /&gt;
,,also in mein Haus bringen, ihm in feiner Krank-&lt;br /&gt;
,,beit beyzustehen. Ich lebte mit ihm unter einem&lt;br /&gt;
„Dache höchst rein und unschuldig, ohne den ge-&lt;br /&gt;
„ringsten båsen Vorfah.&lt;br /&gt;
&amp;gt;&amp;gt;&lt;br /&gt;
رد&lt;br /&gt;
Er selbst ist eben so&lt;br /&gt;
,,rein, als ich.&lt;br /&gt;
Alles, was man von einer un-&lt;br /&gt;
„rechtmäßigen Heurath ausstreute, ist falsch.&lt;br /&gt;
Mein Vater hat sie selbst gestiftet. Der Gene&lt;br /&gt;
„ral Hu-hiao war die Mittelsperson dabey, und&lt;br /&gt;
„nahm die Mühe über sich, den Heurathsvertrag&lt;br /&gt;
„zu Stande zu bringen. Ob wir nun schon vers&lt;br /&gt;
,,beurathet sind, so haben wir doch einander noch&lt;br /&gt;
„nicht beygewohnet. Weil diefes uns nur allein&lt;br /&gt;
„angebet, sö hielten wir für unnöthig, Eurer-&lt;br /&gt;
„Majestät deswegen vorher beschwerlich zu fallen.&lt;br /&gt;
Anicht aber nehme ich mir diese Freyheit, da es&lt;br /&gt;
„Eure Majestät befehlen, und überlaffe es Des&lt;br /&gt;
„nenselben, die Gerechtigkeit meiner Sache nach&lt;br /&gt;
„Dero Weisheit zu untersuchen.'&lt;br /&gt;
»&lt;br /&gt;
Das Memorial des Mandarins Tích -ying&lt;br /&gt;
lautete also:&lt;br /&gt;
„Ich der Tu-tscha-yuen, oder vorderste&lt;br /&gt;
„Mandarin der Statthalter, Namens Tieh-&lt;br /&gt;
,,ying, überreiche Eurer Majestät in tieffter De-&lt;br /&gt;
Die Heurathsceremonien&lt;br /&gt;
Gg3&lt;br /&gt;
„müssen&lt;br /&gt;
„muth diese Schrift.&lt;br /&gt;
&amp;quot;&lt;br /&gt;
„müssen von den beyderseitigen Aeltern beobachtet&lt;br /&gt;
,,werden. Wenn ein Vater feinen Sohn verheu-&lt;br /&gt;
„rathen will, so ist er verbunden, ihm eine tu-&lt;br /&gt;
,,gendhafte Person zur Frau zu wählen. Da&lt;br /&gt;
,,mein Sohn die Würde eines der vornehmsten&lt;br /&gt;
Gelehrten im Reiche bekleidet, so muß er noth-&lt;br /&gt;
„wendig alle Gebräuche und Gewohnheiten ver-&lt;br /&gt;
„stehen, und desto weniger wird er wider die Ge-&lt;br /&gt;
„feße handeln. Wir, Eurer Majestät Untertha-&lt;br /&gt;
,,nen, welche zu den hohen Würden eines Man&lt;br /&gt;
,,darins erhoben worden sind, wollten uns nie-&lt;br /&gt;
„mals unterstehen, etwas wider die Gefeße vor-&lt;br /&gt;
„zunehmen. Das junge Frauenzimmer Schuey-&lt;br /&gt;
ping-sin ist zu vernünftig und zu tugendhaft,&lt;br /&gt;
„als daß sie etwas wider ihre Ehre zugelassen&lt;br /&gt;
‚båtte, und was man als unrechtmäßig bey die-&lt;br /&gt;
„fer Heurath augab, ist ungegründet, Gewiffe&lt;br /&gt;
*&lt;br /&gt;
„Personen, die mich hassen und neiden, haben&lt;br /&gt;
,,mir diese Verdrießlichkeiten zugezogen. Ich&lt;br /&gt;
„übergebe daher Eurer Majeståt dieses Memorial,&lt;br /&gt;
„deren Weisheit diese Sache in ein klares Licht&lt;br /&gt;
„seßen wird.“&lt;br /&gt;
Der Vater der jungen Dame überreichte fol&lt;br /&gt;
gendes:&lt;br /&gt;
„Ich, der Präsident des Oberhofgerichts der&lt;br /&gt;
„Waffen, Schuey-ku-yeh übergebe Eurer Ma-&lt;br /&gt;
„jeståt in tiefster Demuth diese Zeilen. Heura,&lt;br /&gt;
,,then müssen mit Einwilligung beyder Theile, ohne&lt;br /&gt;
„allen Zwang, geschlossen werden. Meine Toch,&lt;br /&gt;
„ter wollte durchaus Ku-keh-ssu nicht heura&lt;br /&gt;
,,then,&lt;br /&gt;
,,then, deffen Vater einer der Räthe Eurer Ma-&lt;br /&gt;
„jeståt c) ist, und nothwendig wegen seiner Wür-&lt;br /&gt;
,,de alle Gesetze und Gewohnheiten wiffen muß.&lt;br /&gt;
Dennoch aber ist er sehr strafbar, weil er noch&lt;br /&gt;
,,immer fortfähret, Eurer Majestät Bittschriften&lt;br /&gt;
,,voll Lügen und Unwahrheiten zu übergeben, und&lt;br /&gt;
„die Ehre des Frauenzimmers, insonderheit mei-&lt;br /&gt;
„ner Tochter, zu schånden, welche schon bereits&lt;br /&gt;
Eurer Majestät ihr Memorial überreichet hat.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Diese fünf Bittschriften wurden dem Kaiser&lt;br /&gt;
eingehåndiget. Der Monarch ließ alle seine&lt;br /&gt;
Staatsråthe in seinem Palaste zusammen kom-&lt;br /&gt;
men, und übergab ihnen diese Memoriale, sie&lt;br /&gt;
genau zu prüfen. Sie thaten es, und fanden&lt;br /&gt;
alles wahrhaftig; daß nämlich Ku-keh - ssu das&lt;br /&gt;
junge Frauenzimmer mit Gewalt entführen wol-&lt;br /&gt;
len, und daß Tieh-tschong-u wegen seiner&lt;br /&gt;
Krankheit in ihr Haus gebracht worden sey. Al-&lt;br /&gt;
lein sie konnten nicht entscheiden, ob beyde so&lt;br /&gt;
rein und unschuldig wåren, als sie vorgaben.&lt;br /&gt;
Zu diesem Ende mußte der Mandarin befraget&lt;br /&gt;
werden, der dazumal das Amt des Tschi-hien&lt;br /&gt;
bekleidete, als sich diese Sache eråugete.&lt;br /&gt;
fertigte sogleich einen Befehl an diesen Mandarin&lt;br /&gt;
aus, bey Hofe zu erscheinen. Als er ankam,&lt;br /&gt;
fragte ihn der Kaiser selbst nach allen Umstånden.&lt;br /&gt;
„Ist euch, als dem damaligen Tschi-hien dieser&lt;br /&gt;
Gegend, die Sache zwischen Tieh-tschong-u,&lt;br /&gt;
und Schuey ping sin bekannt? sprach der&lt;br /&gt;
Gg 4&lt;br /&gt;
Man&lt;br /&gt;
Mo-&lt;br /&gt;
c) Ro-lao,&lt;br /&gt;
Monarch zu ihm. Hier habt ihr fünf Bittschrif&lt;br /&gt;
ten; sebet, welcher Theil Recht hat, und saget&lt;br /&gt;
mir die Wahrheit, von allem, was euch bekannt&lt;br /&gt;
ist; wo nicht, so sollt ihr eben so scharf, als die&lt;br /&gt;
Verbrecher selbst, bestrafet werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
Der Pao Tschi-hien las diese fünf Memo-&lt;br /&gt;
riale, und versicherte Seine Majestät, daß, nach&lt;br /&gt;
seiner Kenntniß von dieser Sache, die Beklagten&lt;br /&gt;
die lautere Wahrheit gemeldet hätten, daß er&lt;br /&gt;
aber wegen der Rechtmäßigkeit ihrer Heurath&lt;br /&gt;
keinen Ausspruch thun könnte, weil diefe in Pe-&lt;br /&gt;
king vollzogen wurde.&lt;br /&gt;
Der Verschnittene Tschoh gab dem Kaiser zu&lt;br /&gt;
erkennen, daß es vielleicht mit allem vorhergehen-&lt;br /&gt;
den seine Richtigkeit haben mögte; daß es aber&lt;br /&gt;
`nicht im geringsten wahrscheinlich sey, daß beyde&lt;br /&gt;
eine so strenge Keuschheit beobachtet hätten, als&lt;br /&gt;
fie vorgaben. Der Kaiser billigte diese Anmer-&lt;br /&gt;
kung. Er ließ allen Mandarinen wissen, daß sie&lt;br /&gt;
fich morgen, nebst Tiel tschong u und der&lt;br /&gt;
-&lt;br /&gt;
jungen Dame im Palaste einfinden sollten.&lt;br /&gt;
-&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Hao Qiu Zhuan]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maintenance script</name></author>
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