<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="en">
	<id>https://bou.de/u/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hao_Qiu_Zhuan%2Fde-murr%2FChapter_18</id>
	<title>Hao Qiu Zhuan/de-murr/Chapter 18 - Revision history</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://bou.de/u/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Hao_Qiu_Zhuan%2Fde-murr%2FChapter_18"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bou.de/u/index.php?title=Hao_Qiu_Zhuan/de-murr/Chapter_18&amp;action=history"/>
	<updated>2026-04-05T14:42:35Z</updated>
	<subtitle>Revision history for this page on the wiki</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.35.14</generator>
	<entry>
		<id>https://bou.de/u/index.php?title=Hao_Qiu_Zhuan/de-murr/Chapter_18&amp;diff=172249&amp;oldid=prev</id>
		<title>Maintenance script at 07:51, 26 March 2026</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://bou.de/u/index.php?title=Hao_Qiu_Zhuan/de-murr/Chapter_18&amp;diff=172249&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-26T07:51:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;New page&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Language Bar|page=Hao_Qiu_Zhuan/Chapter_18}}&lt;br /&gt;
{{Book Nav|book=Hao_Qiu_Zhuan|prev=Hao_Qiu_Zhuan/de-murr/Chapter_17|next=Hao_Qiu_Zhuan}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Kapitel 18: Wenn die makellose Jade bestätigt wird, findet die Sittenlehre ihr gutes Gegenstück =&lt;br /&gt;
''Aus: Haoh Kjoeh Tschwen, die angenehme Geschichte. Leipzig, 1766''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Hinweis: OCR-Digitalisierung. Seitenzahlen als [S. N]. Vergleich mit [[Hao_Qiu_Zhuan/zh/Chapter_18|chinesischem Original]] und [[Hao_Qiu_Zhuan/en/Chapter_18|moderner Ubersetzung]] empfohlen.''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuntes Kapitel.&lt;br /&gt;
18 am folgenden Morgen alle Mandarinen nebst&lt;br /&gt;
A18&lt;br /&gt;
dem jungen Paare im Palaste waren, seßte&lt;br /&gt;
sich der Kaiser auf seinen Thron. Sobald sie&lt;br /&gt;
neunmal vor ihm niedergefallen, befahl er, daß&lt;br /&gt;
Tieh- tschong-u nåher kommen sollte. Er ge-&lt;br /&gt;
horchte, und da der Kaiser einen so angenehmen&lt;br /&gt;
und schönen Jüngling erblickte, sagte er: „Send&lt;br /&gt;
ihr&lt;br /&gt;
t&lt;br /&gt;
t&lt;br /&gt;
d&lt;br /&gt;
ihr derjenige, der die Thüren des Tah - quay&lt;br /&gt;
aufbrach, und den alten Han-yuen nebst féi-&lt;br /&gt;
ner Frau und Tochter befrente? Seyd ihr der&lt;br /&gt;
Beschüßer des Generals Hu-hiao? Tieha&lt;br /&gt;
tschong-u bejahte beydes. „Diese zwo rühmli&amp;gt;&lt;br /&gt;
chen Handlungen, seßte der Kaiser hinzu, verdie-&lt;br /&gt;
nen großes Lob. Ihr müffet vielen Muth best-&lt;br /&gt;
hen. Es ist sehr außerordentlich, daß ihr in eu-&lt;br /&gt;
rer Krankheit fünf Tage und Nächte unter einem&lt;br /&gt;
Dache bey Schuey-ping-sin wohntet, und eu-&lt;br /&gt;
re Keuschheit unbefleckt erhieltet. Von den aller-&lt;br /&gt;
åltesten Zeiten bis jego weiß man kein Beyspiel ei-&lt;br /&gt;
nes so tugendhaften Bezeigens. Ist dem also?&amp;quot;&lt;br /&gt;
Auch dieses bejahete Tieh-tschong-u. „Man&lt;br /&gt;
kann zuweilen noch einen aufrichtigen und billigen&lt;br /&gt;
Mann finden, sprach der Kaiser; aber es wird&lt;br /&gt;
schwer seyn, eures gleichen anzutreffen. Ihr&lt;br /&gt;
meldetet in eurem Memoriale, daß eure Heurath&lt;br /&gt;
zweymal vor sich gieng: Wie kam dieses ?“&lt;br /&gt;
,,Als man mich in meiner Krankheit in das&lt;br /&gt;
Haus des jungen Frauenzimmers brachte, aut-&lt;br /&gt;
wortete Tieh-tschong-u, wurden viele nach-&lt;br /&gt;
theilige Reden über uns geführet. Und dieses ist&lt;br /&gt;
die Ursache unserer gedoppelten Verheurathung.&lt;br /&gt;
Denn als unfere Aeltern diefelbe geschlossen hat-&lt;br /&gt;
ten, so würde unsere Tugend doch noch immer&lt;br /&gt;
zweifelhaft geblieben seyn, wenn wir sogleich eins&lt;br /&gt;
ander beygewohnet hätten. Eben deswegen wohn-&lt;br /&gt;
ten wir bisher in abgesonderten Zimmern.&lt;br /&gt;
Da&lt;br /&gt;
Eure Majestät unsee Tugend in Zweifel gezogen&lt;br /&gt;
haben, so waren wir wie die Sonne unter den&lt;br /&gt;
Wolken&lt;br /&gt;
Wolken verborgen: nun aber, da wir in Eurer&lt;br /&gt;
Majestät Gegenwart find, so flehen wir, daß die&lt;br /&gt;
Wahrheit an das Licht gebracht, und die Sonne&lt;br /&gt;
aus der Dunkelheit befreyet werden möge.&amp;quot; Der&lt;br /&gt;
Kaiser hörte ihm sehr aufmerksam zu. „Eurem&lt;br /&gt;
Vorgeben nach, sagte er, ist also Schuey-ping-&lt;br /&gt;
fin noch eine Jungfrau.&amp;quot; Er ließ sie gleichfalls&lt;br /&gt;
vor sich kommen. Sie schien ihm so schön, als&lt;br /&gt;
ein Engel, zu seyn. Der vorige Tschi-hien&lt;br /&gt;
eurer Stadt, sprach er zu ihr, berichtete mich,&lt;br /&gt;
daß ihr euch mit großer Klugheit dreymal aus den&lt;br /&gt;
Hånden Ku-keh-ssu befreyet habet. Ist die-&lt;br /&gt;
fem also?&amp;quot; Schuey-ping-sin antwortete dem&lt;br /&gt;
Kaiser: „Ich bin ein armes schwaches Mädchen.&lt;br /&gt;
Ku-keh-fsu wußte, daß mein Vater in die Tar-&lt;br /&gt;
tarey verwiesen war; er suchte mich daher mit&lt;br /&gt;
Gewalt zu beurathen. Weil ich mich zu schwach&lt;br /&gt;
fah,' seiner Macht zu widerstehen, so wurde ich&lt;br /&gt;
gezwungen, mich mit Lift aus seinen Hånden zu&lt;br /&gt;
befreyen. Der Kaiser lachte. „Da ihr euch&lt;br /&gt;
für Ku-keh-ssu furchtet, sagte er, wie kam es&lt;br /&gt;
denn, daß ihr es wagtet, einen jungen Fremden&lt;br /&gt;
in euer Haus aufzunehmen, und daselbst zu ver-&lt;br /&gt;
pflegen? Mußtet ihr nicht fürchten, daß die Leu-&lt;br /&gt;
te übel von euch sprechen würden?&amp;quot; Als ich&lt;br /&gt;
mich verbunden zu seyn glaubte, antwortete sie,&lt;br /&gt;
so große Wohlthaten zu erwiedern, so achtete ich&lt;br /&gt;
keine übeln Nachreden. Der Kaiser konnte sich&lt;br /&gt;
des Lachens nicht enthalten. „Warum beher-&lt;br /&gt;
berget ihr denn Tich-tschong-u, fragte er sie,&lt;br /&gt;
ohne euch um die Vorwürfe und Tadel der Welt&lt;br /&gt;
zu&lt;br /&gt;
tet&lt;br /&gt;
die&lt;br /&gt;
ne&lt;br /&gt;
Da&lt;br /&gt;
ne&lt;br /&gt;
den&lt;br /&gt;
En.&lt;br /&gt;
if&lt;br /&gt;
ich&lt;br /&gt;
&amp;quot;&lt;br /&gt;
zu bekümmern; da ihr euch doch anjeßt in beson-&lt;br /&gt;
dern Zimmern aufhaltet, ob ihr schon nach dem&lt;br /&gt;
Willen eurer Aeltern verheurathet send?&amp;quot; Sie&lt;br /&gt;
antwortete: „Weil ich wußte, daß der Tadel&lt;br /&gt;
der Leute sogleich aufhören werde, wenn wir ein-&lt;br /&gt;
ander nicht mehr sehen würden, so machte ich mir&lt;br /&gt;
nichts daraus. Allein da durch eine ordentliche&amp;quot;&lt;br /&gt;
Heurath eine wichtigere Verbindung zwischen uns&lt;br /&gt;
statt haben sollte, saben wir uns in Gefahr, durch&lt;br /&gt;
unsere ganze Lebenszeit einen bösen Namen zu ha&lt;br /&gt;
ben. Eure Majestät ließen mich hieher rufen,'&lt;br /&gt;
und ich erscheine mit großer Schüchternheit und&lt;br /&gt;
mit Zittern vor Dero Thron.&amp;quot; Der Kaiser wur-&lt;br /&gt;
de von der klugen Bescheidenheit, und von dem&lt;br /&gt;
schüchtern Wesen, mit dem sie ihre Sache verthei&lt;br /&gt;
digte, so eingenommen, daß er zu ihr sagte:&lt;br /&gt;
„Junges Frauenzimmer, wenn ihr euch beständig&lt;br /&gt;
so rein und unschuldig, wie vorher, erhalten habt,&lt;br /&gt;
so glaube ich nicht, daß man von den ältesten Zei-&lt;br /&gt;
ten an, bis hieher, ein solches Paar antreffen&lt;br /&gt;
werde. Ihr insonderheit verdienet durch alle Thei-&lt;br /&gt;
le der Welt d) als eine Heilige gerühmet zu wer-&lt;br /&gt;
den. Vier Verschnittene sollen euch zu der Kai-&lt;br /&gt;
ferinn e) bringen, und diese soll durch vier ihrer&lt;br /&gt;
Damen&lt;br /&gt;
d) Oben, S. 54. g)&lt;br /&gt;
e) Da in China die Vielweiberen erlaubt ist, so hat der&lt;br /&gt;
Kaiser gemeiniglich eine ziemliche Anzahl Weiber. Unter&lt;br /&gt;
denselben heisset nur eine eigentlich die Kaiserinn, oder&lt;br /&gt;
die auserwählte Gemahlinn, die allein Erlaubniß hat,&lt;br /&gt;
mit ihm an der Tafel zu sigen. Unter den nächstfolgen&lt;br /&gt;
den&lt;br /&gt;
Damen untersuchen lassen, ob ihr noch eine wahre&lt;br /&gt;
Jungfrau feyd, oder nicht.&amp;quot;&lt;br /&gt;
=&lt;br /&gt;
Sogleich&lt;br /&gt;
den werden neun zum zweyten, und dreykig zum dritten&lt;br /&gt;
Range gerechnet, alle zusammen aber werden, Weiber,&lt;br /&gt;
oder Gemahlinnen genennet. Auf diese folgen die soge-&lt;br /&gt;
nannten Königinnen, die aber in der That mehr nichts&lt;br /&gt;
als Beyschläferinnen sind, die in besonders unterschie-&lt;br /&gt;
denen Zimmern wohnen, es sey denn, daß es dem Kai-&lt;br /&gt;
fer einfiele, eine darunter auszusuchen, und sie in den&lt;br /&gt;
innern Hof bringen zu lassen. Ueberhaupt genießen die-&lt;br /&gt;
jenigen die größte Hochachtung, die ihm die meisten Kin-&lt;br /&gt;
der gebähren, sonderlich aber die Mutter des ersten&lt;br /&gt;
Sohnes; ob sie wohl alle dem Nange nach geringer sind,&lt;br /&gt;
als die eigentliche Gemahlinn, und dieser, wenn sie an&lt;br /&gt;
der Tafel sigt, aufwarten müssen. Als der Kaiser&lt;br /&gt;
Rong tiching im Jahr 1725 eine tartarische Prinzessinu&lt;br /&gt;
zur Kaiserinn erklärte, wurde es lange zuvor in der&lt;br /&gt;
Reichszeitung bekannt gemacht. Der P. Contancin&lt;br /&gt;
beschreibet die Feyerlichkeiten, mit welchen Vormittags&lt;br /&gt;
die Mandarinen dem Kaiser, und Nachmittags die Das&lt;br /&gt;
men der Kaiserinn ihre unterthänige Glückwünsche ab-&lt;br /&gt;
statteten. Das Li-pu ordnete auch an, daß der zwey-&lt;br /&gt;
ten Gemahlinn des Kaisers, so Quei - fei odeè die kdst-&lt;br /&gt;
liche Gemahlinn genennet wird, auch eben diese Ehren-&lt;br /&gt;
bezeigung erwiesen würde; allein der Kaiser schrieb mit&lt;br /&gt;
dem rothen Pinsel (d. i. mit eigner Hand) unter die&lt;br /&gt;
Vérordnung des Oberhofgerichtes Li-pu, daß dieses&lt;br /&gt;
unterbleiben sollte.&lt;br /&gt;
4 Th. S. 191.&lt;br /&gt;
6 Th. S. 463, 596.&lt;br /&gt;
Semedo, S. 113.&lt;br /&gt;
Du Halde, 2 Th. S. 142, 146.&lt;br /&gt;
Allgem. Welthist. der neuern Zeiten,&lt;br /&gt;
Magalhaens, G. 290, 308. feq.&lt;br /&gt;
Lettres édif. recueil 19, p. 273. feq.&lt;br /&gt;
ric&lt;br /&gt;
ind&lt;br /&gt;
ea&lt;br /&gt;
Sogleich kamen vier Verschnittene, und brach,&lt;br /&gt;
ten sie zur Kaiserinn.&lt;br /&gt;
Sie wurde zwoen ihrer&lt;br /&gt;
(6&lt;br /&gt;
Damen übergeben, die sie nach dem Befehle des&lt;br /&gt;
Kaisers untersuchen mußten. Sie sagten der&lt;br /&gt;
Kaiserinn: „Wir haben Eurer Majestät Befeh-&lt;br /&gt;
len nachgelebet, und erklären Schuey-ping-sin&lt;br /&gt;
für eine unbefleckte Jungfrau. Die Kaisering&lt;br /&gt;
ließ ihr Thee bringen, und dem Kaiser Nachricht&lt;br /&gt;
ertheilen. Seine Majestät hörten dieses mit grof-&lt;br /&gt;
fem Vergnügen. Sie sagten es den Mandarinen,&lt;br /&gt;
und fügten noch hinzu: Ob gleich Schuey-ping-&lt;br /&gt;
fin zweymal, auf ausdrücklichen Befehl ihres Vas&lt;br /&gt;
ters, mit Tieh- tschong- u verbeurathet wurde,&lt;br /&gt;
und dieser zuvor fünf Tage und Nächte in ihrem&lt;br /&gt;
Hause war, so blieb sie doch rein und keusch. Die-&lt;br /&gt;
ses ist unlåugbar erwiesen. Ich bin glücklich, ein&lt;br /&gt;
so schäßbares Kleinod in meinem Reiche zu haben.&lt;br /&gt;
Diese Begebenheit ist so merkwürdig, daß sie meis&lt;br /&gt;
nen Mandarinen zu einer Lehre, und meinen Un-&lt;br /&gt;
terthanen zu einem Beyspiele dienen soll. Håtte&lt;br /&gt;
ich diese Sache nicht selbst untersuchet, so würden&lt;br /&gt;
so seltene Verdienste in Schande vergraben worden,&lt;br /&gt;
und wie ein Edelgestein, in Koth gefallen seyn. g)'&lt;br /&gt;
Alle Mandarinen gaben Seiner Majeståt vollkom-&lt;br /&gt;
menen Beyfall.&lt;br /&gt;
(c&lt;br /&gt;
Der Kaifer ließ den Mandarin Ku-scho-ssu&lt;br /&gt;
vor sich kommen. Ihr feyd ein Staatsminister,&lt;br /&gt;
sprach er zu ihm, und einer der vordersten Reichs-&lt;br /&gt;
räthe; warum gabet ihr eurem Sohne keinen Ver-&lt;br /&gt;
weis ?&lt;br /&gt;
g) Portug. Como huna pedra preziosa caida no efterco?&lt;br /&gt;
weis? Er wollte die Tochter eines Mandarins&lt;br /&gt;
dreymal entführen, und machte sich mehrerer&lt;br /&gt;
Verbrechen schuldig, welche ihr ihn nicht nur forts&lt;br /&gt;
feßen ließet, sondern ihn noch dazu in denselben&lt;br /&gt;
hülfliche Hand leistetet. Dieses kann nicht verzie-&lt;br /&gt;
hen werden.&amp;quot; Ku- schossu fiel in größter&lt;br /&gt;
Angst und Bestürzung auf die Knie. ,,Tieh-&lt;br /&gt;
tschong-u und Schuey-ping-sin, sagte er,&lt;br /&gt;
find noch junge Personen. Da fie beyde in eis&lt;br /&gt;
nem Hause wohnten, so mußte ich das årgste von&lt;br /&gt;
ihnen denken. Ich hoffe, daß mir Eure Maje-&lt;br /&gt;
ståt Vergebung werden angedeihen lassen.“. So,&lt;br /&gt;
dann wurde Wang-yo herbeygerufen. „Ihr&lt;br /&gt;
feyd der Censor des Reichs, fieng der Kaiser an;&lt;br /&gt;
warum untersuchtet ihr diese Sache nicht besser,&lt;br /&gt;
ehe ihr sie an mich gelangen ließet? Es war eine&lt;br /&gt;
große Ungerechtigkeit, dieselbe falsch und nachthei-&lt;br /&gt;
lig vorzustellen, da die Ehre so vieler Personen&lt;br /&gt;
darunter litte. Wäre ich mit eurem Berichte zu-&lt;br /&gt;
frieden gewesen, und hätte ich nicht selbst Unter-&lt;br /&gt;
suchungen anstellen lassen, so würde die Wahrheit&lt;br /&gt;
unter Vorwurf und Schande vergraben liegen,&lt;br /&gt;
Als der Mandarin diese gerechten und ftrengen&lt;br /&gt;
Worte hörte, gerieth er in Schrecken und Ver-&lt;br /&gt;
wirrung. Er warf sich vor dem Kaiser, nieder,&lt;br /&gt;
und schrie: „Ich verdiene gestrafet zu werden,&lt;br /&gt;
und unterwerfe mich dem Gutdünken Eurer Ma-&lt;br /&gt;
jeståt.&amp;quot;&lt;br /&gt;
bracht.&lt;br /&gt;
&amp;quot;6&lt;br /&gt;
Wey-phey wurde auch vor den Kaiser ges&lt;br /&gt;
Weil ihr, da ihr erst vor kurzem eine&lt;br /&gt;
gelehrte Würde erlanget habt, sprach Seine&lt;br /&gt;
Majestät&lt;br /&gt;
tel&lt;br /&gt;
N&lt;br /&gt;
an&lt;br /&gt;
Ter&lt;br /&gt;
en&lt;br /&gt;
the&lt;br /&gt;
Majeståt zu ihm, und noch nicht lange euer Amt&lt;br /&gt;
bekleidet, so große Achtung für die Gerechtigkeit&lt;br /&gt;
blicken ließet, daß ihr den Reizungen einer so reis&lt;br /&gt;
chen Bestechung widerstanden: weil ihr auch das&lt;br /&gt;
Werkzeug der Befreyung Schuey-ping- sin aus&lt;br /&gt;
ihren Verdrießlichkeiten, und der Wiederherstel-&lt;br /&gt;
lung ihres guten Namens seyd; so verdienet ihr&lt;br /&gt;
für so viele Sorgfalt und Bemühungen höher be.&lt;br /&gt;
fördert zu werden.&lt;br /&gt;
Hierauf ließen Seine Majeståt folgendes End-&lt;br /&gt;
urtheil abfaffen:&lt;br /&gt;
Jch, der Kaiser, sende diesen meinen&lt;br /&gt;
Befehl an alle meine Mandarinen durch das&lt;br /&gt;
ganze Reich.&lt;br /&gt;
Es hat sich ein so seltenes Beyspiel grof-&lt;br /&gt;
ser Verdienste eräuget, daß sie verdienen, in&lt;br /&gt;
allen meinen Provinzen bekannt, bewundert,&lt;br /&gt;
und allen Personen beyderley Geschlechtes,&lt;br /&gt;
als ein Muster der Tugend und Redlichkeit,&lt;br /&gt;
vor Augen geleget zu werden.&lt;br /&gt;
Schuey - ping - sin ist eine Jungfrau von&lt;br /&gt;
großer Tugend und Standhaftigkeit. Durch&lt;br /&gt;
jene widerstund sie dreymal den heftigsten&lt;br /&gt;
Angriffen wider ihre Ehre und Keuschheit;&lt;br /&gt;
und durch diese belohnete sie die Diemifertigs&lt;br /&gt;
keit ihres Wohlthäters, ob sie schon in Ge-&lt;br /&gt;
fahr war, an ihrem guten Namen dadurch&lt;br /&gt;
Schaden zu leiden. Denn sie ließ eine&lt;br /&gt;
Mannsperson, einen Fremden, in ihr Haus&lt;br /&gt;
bringen, ihm in seiner Krankheit beysteyen&lt;br /&gt;
zu&lt;br /&gt;
zu können, da sie doch eine verlassene Wayse&lt;br /&gt;
war. Diese Tugenden und glänzenden Vor-&lt;br /&gt;
züge lagen verborgen, und wurden von der&lt;br /&gt;
Welt verachtet, bis ich, der Kaiser, sie so&lt;br /&gt;
rein und untadelhaft fand, daß sie in allen&lt;br /&gt;
Theilen meines Reiches verdienen, gerüh-&lt;br /&gt;
met zu werden.&lt;br /&gt;
=&lt;br /&gt;
Tieb tschong u ist ein vortrefflicher&lt;br /&gt;
junger Mensch, der mit großer Tugend, Ge-&lt;br /&gt;
rechtigkeit und Tapferkeit begabet ist. Er&lt;br /&gt;
war so herzhaft, in den Palast eines der vor-&lt;br /&gt;
nehmsten Minister zu gehen, und die Thüren&lt;br /&gt;
aufzubrechen, damit er einen alten Mann,&lt;br /&gt;
nebst dessen Frau und Tochter, in Freyheit&lt;br /&gt;
sehen konnte. Er war auch der Beschüßer&lt;br /&gt;
des Generals Hu-hiao, da er sich für def-&lt;br /&gt;
fen rühmliche Aufführung als Bürge dar&lt;br /&gt;
stellte. Er errettete Schuey-ping-sin, als&lt;br /&gt;
man sie entführen wollte. Er wurde zwey-&lt;br /&gt;
mal mit ihr verheurathet, und blieb doch&lt;br /&gt;
nebst ihr rein und keusch, und zwar zu eben&lt;br /&gt;
der Zeit, da man ihm wegen seiner Auffüh-&lt;br /&gt;
rung Vorwürfe machte. Alles dieses war&lt;br /&gt;
unbekannt, bis ich, der Kaiser, es selbst un-&lt;br /&gt;
tersuchte, und die Wahrheit erfuhr. Er ist&lt;br /&gt;
würdig, durch das ganze Königreich gepries&lt;br /&gt;
fen zu werden, und höhere Ehrenstellen zu&lt;br /&gt;
bekleiden. Er verdienet, Schuey-ping-sin&lt;br /&gt;
zur Frau zu haben, und sie ist auch eines sol-&lt;br /&gt;
chen Mannes würdig, da beyde so ausneh-&lt;br /&gt;
mende Tugenden besigen. Ich, der Kaiser,&lt;br /&gt;
bin&lt;br /&gt;
ren&lt;br /&gt;
B&lt;br /&gt;
HW&lt;br /&gt;
bin außerordentlich mit ihnen zufrieden, und&lt;br /&gt;
billige alles, was sie gethan haben, aufs&lt;br /&gt;
höchste. Ich erhebe demnach besagten Tieh-&lt;br /&gt;
tschong u zu dem Range eines Ta - hio-&lt;br /&gt;
sse h), oder Mandarins von geprüfter Få-&lt;br /&gt;
higkeit, und ernenne ihn noch über dieses zu&lt;br /&gt;
einem Ro- lao, oder Staatsminister.&lt;br /&gt;
Schuey-ping-fin ertheile ich den Titel Fu-&lt;br /&gt;
jin i). Ich selbst will die Mittelsperson&lt;br /&gt;
zwischen ihnen seyn. Zu diesem Ende vereh&lt;br /&gt;
re ich ihnen hundert Pfund Gold, und hune&lt;br /&gt;
dert Stücke Silber und Seidenstoffe k).&lt;br /&gt;
Ferner&lt;br /&gt;
h) Der Ani-yuen, oder innere Hof, bestehet aus den&lt;br /&gt;
drey erßten Ordnungen der Mandarinen, so des Kaisers&lt;br /&gt;
geheimen Rath ausmachen. Die ersten heissen die eis&lt;br /&gt;
gentlichen Ro - lao, oder Staatsråthe, die andern Tas&lt;br /&gt;
hio-fee, oder gelehrte Mandarinen. Aus diesen werz&lt;br /&gt;
den die Statthalter- der Provinzen, und die Präsidenten&lt;br /&gt;
der vornehmsten Reichsgerichte erwählet. Die von der&lt;br /&gt;
dritten Gattung heissen Tschong - tschu - ko, d. i. die&lt;br /&gt;
Schule der Mandarinen, oder die Secretäre des Kaiz&lt;br /&gt;
sers. Du Halde, 2 Th. S. 30.&lt;br /&gt;
i) Oben, S. 23, und 87. m) Der englische Herausgeber&lt;br /&gt;
überseht dieser Wort durch dutchefs. Su heißt eine&lt;br /&gt;
verheurathete Frau, oder die es gewesen, und jin, eine&lt;br /&gt;
Person. Man könnte es am besten durch Reichsdame&lt;br /&gt;
übersehen. Im du halde werden verschiedene Ehrene&lt;br /&gt;
benennungen der Frauenspersonen angeführet, z. B.&lt;br /&gt;
Hiaofu, nei, u. f. f. 2. Th. S. 677. Ueberf.&lt;br /&gt;
k) Im Portugiesischen heißt es: Cem panos de ouro,&lt;br /&gt;
con peffarios de plata e de todas maneiras. Peffa&lt;br /&gt;
HD&lt;br /&gt;
rios&lt;br /&gt;
Ferner soll ein jedes von ihnen aus meinen&lt;br /&gt;
Kleiderkammern zehn Kleider, und zu einem&lt;br /&gt;
jeden Kleide eine Müze bekommen 1). &amp;quot;Mei-&lt;br /&gt;
ne Musik soll sie begleiten; alles, was sie&lt;br /&gt;
zum Gepränge ihrer Vermählung haben&lt;br /&gt;
müssen, soll ihnen aus meinem eigenen Pa-&lt;br /&gt;
laste gereichet werden; die Braut foll mit&lt;br /&gt;
kaiserlichem Prachte in das Haus ihres Bräu-&lt;br /&gt;
tigams getragen werden, und alle Staats-&lt;br /&gt;
rathe, Mandarinen, und Hofbediente sollen&lt;br /&gt;
fie begleiten. Ich, der Kaiser, befehle die-&lt;br /&gt;
ses, zum Beyspiele und zur Aufmunterung&lt;br /&gt;
der Rechtschaffenen und Tugendhaften.&lt;br /&gt;
Ich erhebe die Mandarinen Schuey-ku-&lt;br /&gt;
yeh und Tich-ying drey Stufen höher m),&lt;br /&gt;
als eine Belohnung der guten Erziehung ih-&lt;br /&gt;
rer Kinder.&lt;br /&gt;
Der Tschi-hien Wey, phey soll noch&lt;br /&gt;
drey Jahre diesen Posten bekleiden; nach&lt;br /&gt;
die-&lt;br /&gt;
rios heissen allerhand Arten von seidenen Zeugen. Der&lt;br /&gt;
englische Ueberseßer wußte dieses nicht, und ließ allhier&lt;br /&gt;
einen Raum leer. Die Chineser haben sehr viele Sei-&lt;br /&gt;
Den- und Wollenmanufacturen. Du Halde, 2 Th.&lt;br /&gt;
S. 241. feq, Allgem. Welthist. der neuern Zeiten, 6 Th.&lt;br /&gt;
S. 529 und 531. Ueberf.&lt;br /&gt;
1) Der P. Pareunin nennet diese kaiserliche Mügen bon-&lt;br /&gt;
nets de Zibeline. Lettres édifiantes, Rec. 19, p. 212,&lt;br /&gt;
Ueberf.&lt;br /&gt;
m) Die Mandarinen werden gemeiniglich entweder etliche&lt;br /&gt;
Stufen erniedriget, oder erhöhet, und dieses müssen fie&lt;br /&gt;
beym Anfange ihrer Befehle, die sie öffentlich anschla=&lt;br /&gt;
gen&lt;br /&gt;
t&lt;br /&gt;
en&lt;br /&gt;
DiB&lt;br /&gt;
g&lt;br /&gt;
dieser Zeit aber soll er, wegen seiner großen&lt;br /&gt;
Redlichkeit, höher befördert werden.&lt;br /&gt;
Der Pao Tschi-bien, welcher einen so&lt;br /&gt;
billigen und wahrhaften Bericht von dieser&lt;br /&gt;
Sache abstattete, foll hiermit eine Stufe&lt;br /&gt;
höher befördert seyn.&lt;br /&gt;
Der Mandarin Ku-scho-ssu, der seis&lt;br /&gt;
nem Sohne eine so schlimme Erziehung gab,&lt;br /&gt;
und die Ehre so würdiger Personen antastete,&lt;br /&gt;
håtte den Tod verdienet.. Weil er mir aber&lt;br /&gt;
schon lange Zeit gedienet hat, so soll er vor&lt;br /&gt;
das oberste Criminalgericht n) gebracht, da-&lt;br /&gt;
HH.2&lt;br /&gt;
Felbst&lt;br /&gt;
gen lassen, allemal melden, damit das Volk Nachricht&lt;br /&gt;
davon habe. Wenn jemand um zehn Grade gestiegen&lt;br /&gt;
ist, so kann er einer der allervordesten Staatsminister&lt;br /&gt;
/ werden; wenn er aber um zehu Grade erniedriget wors&lt;br /&gt;
den, so stehet er in Gefahr, seine Bedienung zu verlies&lt;br /&gt;
ren. Es ist eine vortreffliche Staatsmarime in China,&lt;br /&gt;
daß die höchsten Mandarinen der Strafe nicht entgehen&lt;br /&gt;
können, und der Kaiser hält sie so hart, als seine ges&lt;br /&gt;
ringsten Unterthanen. Als der P. le Compte in China&lt;br /&gt;
war, hatten sich drey Ko-lao bestechen lassen. Der&lt;br /&gt;
Kaiser erfuhr es, und entsegte sie sogleich aller ihrer&lt;br /&gt;
Würden. „Ich weis nicht, schreibt er, wo die zween&lt;br /&gt;
andern hinkamen, aber der dritte, so ein alter und&lt;br /&gt;
„geschickter Mann war, wurde zu einem Soldaten gez&lt;br /&gt;
„macht, der vor den Thoren des Palaßtes Wache halten&lt;br /&gt;
„mußte. Ich sah ihn eines Tages in dieser Erniedri-&lt;br /&gt;
„gung; allein man erwies ihm doch eben die Ehren-&lt;br /&gt;
„bezeigung, als wenn er noch seine vorige Würden be-&lt;br /&gt;
„kleidet hätte.&amp;quot; Du Halde, 2 Th. S. 34, 35. feq. Le&lt;br /&gt;
Compte, T. 2, p. 6.&lt;br /&gt;
n) Sing-pu, Oben, S. 57. Anm.&lt;br /&gt;
selbst seiner Würde entseget werden, und&lt;br /&gt;
fun zig Streiche bekommen o).&lt;br /&gt;
-&lt;br /&gt;
Der Censor Wang yo, so mir eine&lt;br /&gt;
fälschliche Anklage überreichte, soll um drey.&lt;br /&gt;
Stufen erniedriget werden, und eine Geld-&lt;br /&gt;
Strafe erlegen, die so viel ausmacht, als er&lt;br /&gt;
in drey Jahren Besoldung hatte.&lt;br /&gt;
Der junge Ru-keh-ssu, welcher drey-&lt;br /&gt;
mal Schuey, ping-fin mit Gewalt entfüh&lt;br /&gt;
ren wollte, und Tieh-tschong -u Gift bey-&lt;br /&gt;
bringen ließ, hat sich eines erschrecklichen&lt;br /&gt;
Verbrechens schuldig gemacht; ob schon die&lt;br /&gt;
se Uebelthat nicht vollbracht wurde. Er soll&lt;br /&gt;
daher dem Tschi-fu seiner Stadt übergeben,&lt;br /&gt;
mit hundert Stockschlägen abgestrafet, und&lt;br /&gt;
nachher zwanzig Meilen von seinem Geburts-&lt;br /&gt;
orte auf Lebenszeit verbannet werden.&lt;br /&gt;
Ich p), der Kaiser, spreche über einem&lt;br /&gt;
jeden dieses Urtheil, wie es seine Thaten&lt;br /&gt;
verdienen. Alle, so rechtschaffen handeln,&lt;br /&gt;
sollen belohnet, und alle Bösen sollen bestra-&lt;br /&gt;
fet werden. Dieses Endurtheil soll man&lt;br /&gt;
durch das ganze Reich bekannt machen.&lt;br /&gt;
Zehn-&lt;br /&gt;
o) Mit dem Pan-tsee. Oben, S. 261, h). Hundert&lt;br /&gt;
solche Streiche sind öfters tödtlich. Du Halde, 2 Th.&lt;br /&gt;
S. 157, 158.&lt;br /&gt;
P) Im Chinesischen Tschin. Dieses Wort gebrauchet nur&lt;br /&gt;
der Kaiser allein, wenn er von sich redet. Yo el Rey.&lt;br /&gt;
Fourmont, S. 63. Man sehe den Versuch einer chi-&lt;br /&gt;
nesischen Grammatik im Anhange. Uebers.&lt;br /&gt;
te&lt;br /&gt;
Zehntes Kapitel.&lt;br /&gt;
Die Kaiferinn erwieß Schuey - ping - sin gro-&lt;br /&gt;
Be Gnadenbezeugungen, und ließ sie mit rei-&lt;br /&gt;
chen Geschenken von sich. Vier Verschnittene&lt;br /&gt;
mußten sie zu dem Kaiser begleiten. Seine Maje-&lt;br /&gt;
ståt sprachen auf das gnådigste zu ihr: „Die Ge-&lt;br /&gt;
schichte hat kein Beyspiel aufzuweisen, daß je-&lt;br /&gt;
mals ein so junges Frauenzimmer so standhaft, so&lt;br /&gt;
rein, und so vollkommen gewesen sey. Ich habe&lt;br /&gt;
euch nun eure Ehre wieder zuwege gebracht, um&lt;br /&gt;
welche man euch bringen wollte, und eure Tugend&lt;br /&gt;
ist durch mein ganzes Reich bekannt gemacht wor&lt;br /&gt;
den. Nunmehr könnet ihr einander mit Ehre und&lt;br /&gt;
Ruhm heurathen; ich wünsche euch beyden Glück&lt;br /&gt;
und langes Leben, damit ihr zahlreiche Nachkom-&lt;br /&gt;
menschaft erhaltet, welche alle so tugendhaft, als&lt;br /&gt;
ihr, und so beglückt, als ich es wünsche, seyn&lt;br /&gt;
mögen. “&lt;br /&gt;
Tieh-tschong-u, Schuey - ping-sin, und&lt;br /&gt;
alle Mandarinen sagten dem Monarchen Dank,&lt;br /&gt;
und entferneten sich. Das neuvermählte Paar&lt;br /&gt;
begab sich in ihr Haus, in prächtigster Begleitung&lt;br /&gt;
der vornehmsten Mandarinen. Alle Straßen, wo&lt;br /&gt;
fie hindurchzogen, erschalleten mit Zurufen und&lt;br /&gt;
Freudenbezeigungen des Volks.&lt;br /&gt;
Schuey ping fin gelangete also endlich,&lt;br /&gt;
nach so vielen Hindernissen, zum größten Ruhme.&lt;br /&gt;
Dieses gab zu folgenden Versen Gelegenheit :&lt;br /&gt;
Rosen, wenn sie nicht offen sind, geben keinen&lt;br /&gt;
Geruchs&lt;br /&gt;
Diamanten, wenn sie nicht geschliffen werden,&lt;br /&gt;
geben keinen Glanz;&lt;br /&gt;
HH 3&lt;br /&gt;
In&lt;br /&gt;
In großer Rålte wachsen manche Früchte, so ei&lt;br /&gt;
nen Geruch von sich geben a).&lt;br /&gt;
Als das junge Paar in diesem prächtigen Auf-&lt;br /&gt;
zuge nach Hause kam, wurde eine große Tafel&lt;br /&gt;
mitten in den Saal gesetzt, und alles auf das&lt;br /&gt;
herrlichste erter chtet. Sodann neigten die Brauts-&lt;br /&gt;
Leute ihre Köpfe zur Erden, und machten die ges&lt;br /&gt;
wöhnlichen Verbeugungen, ihre Danksagung ge=&lt;br /&gt;
gen den Kaiser und die Kaiserinn zu bezeigen.&lt;br /&gt;
Eben dieses beobachteten sie auch gegen ihre Ael,&lt;br /&gt;
tern, und die Anwesenden, so sie hieher begleite&lt;br /&gt;
ten. Alle wurden hierauf mit großem Prachte&lt;br /&gt;
bewirthet.&lt;br /&gt;
Nach der Tafel beobachtete Tieh tschong-u&lt;br /&gt;
nebst seiner liebenswürdigen Braut die gewöhnli-&lt;br /&gt;
chen Gebräuche. Die Mandarinen nahmen fo-&lt;br /&gt;
dann Abschied, und hinterbrachten dem Kaiser,&lt;br /&gt;
daß die Heurathsceremonien vollzogen, und vom&lt;br /&gt;
neuvermählten Paare Seiner Majeståt der unter-&lt;br /&gt;
thänigste Dank abgestattet worden fen.&lt;br /&gt;
Ku-scho-ssu stund feine eigene Strafe stand-&lt;br /&gt;
haft aus. Als er aber auch seinen Sohn bestra-&lt;br /&gt;
fen fah, gerieth er in unaussprechliche Betrübniß,&lt;br /&gt;
so wie auch der Cenfor Wang yo.&lt;br /&gt;
Auf&lt;br /&gt;
a) Es scheinet, der portugiesische Ueberseher habe hier den&lt;br /&gt;
Nachsah ausgelassen, z. E. Also verursacher das Uns&lt;br /&gt;
glück, daß man durch die Tugend hervorstrale.&lt;br /&gt;
Seine Worte lauten also:&lt;br /&gt;
As rofas naon eftaon apertas, naon daon cheros ;&lt;br /&gt;
As pedras preciozas naon faon molidas, naon&lt;br /&gt;
tem lux;&lt;br /&gt;
Tempo de grande frio fas nacer fulas (fpecie de&lt;br /&gt;
fula) mui huna que tem cheroza.&lt;br /&gt;
Auf solche Weise erhielte ein jeder seine Be-&lt;br /&gt;
strafung, worüber Tieh-tschong-u diese Verse&lt;br /&gt;
verfertigte:&lt;br /&gt;
Der Bösewicht fündiger, ohne zu bedenken, wie es&lt;br /&gt;
am Ende ablaufen mögre?&lt;br /&gt;
Allein wann die Zeit kommt, so wird keiner entrinnen,&lt;br /&gt;
sondern alle werden nach ihren Thaten gerichtet.&lt;br /&gt;
Bessere dich, durch dieses Beyspiel, das du&lt;br /&gt;
Febst:&lt;br /&gt;
Entschließe dich, o Mensch, Gutes zu thun, so wird&lt;br /&gt;
dich Ruhm und Ehre begleiten b).&lt;br /&gt;
Dieses Paar lebte viele Jahre fehr glücklich,&lt;br /&gt;
und liebten einander auf das zärtlichste. Tich-&lt;br /&gt;
tfchong-u überhäufte seine schöne Gemahlinn&lt;br /&gt;
mit Lobeserhebungen, wegen ihrer Tugend und&lt;br /&gt;
großen Vorzüge. Er dankte ihr für ihre vorigen&lt;br /&gt;
Wohlthaten, weil er diefen die hohe Würde zus&lt;br /&gt;
´schrieb, zu welcher er sich nunmehr erhoben fah.&lt;br /&gt;
Schuey-ping-sin war eben so verschwenderisch&lt;br /&gt;
in dem Lobe ihres Gemahls. Sie dankte ihm&lt;br /&gt;
tausendmal für die vielen Gefälligkeiten, die er&lt;br /&gt;
ihr erwiesen, und sie versicherte ihn, daß sie alles&lt;br /&gt;
zeit seine Schuldnerinn bleibe; daß sie unwürdig&lt;br /&gt;
sey, seine Gemahlinn zu heiffen, und daß sie ihm&lt;br /&gt;
mit Demuth und Gehorfam, als ihrem Eheherrn,&lt;br /&gt;
so lange sie leben würde, auf das zärtlichste dienen&lt;br /&gt;
wollte. Beyde machten folgende Verse auf einander:&lt;br /&gt;
HH.4&lt;br /&gt;
O mao home mal fas, naon atenta o fim como va:&lt;br /&gt;
Chegando o tempo naon efcapara, conforme obra&lt;br /&gt;
b)&lt;br /&gt;
fe achara..&lt;br /&gt;
Converte te do exemplo do que ve:&lt;br /&gt;
Das&lt;br /&gt;
Proponha, home, de bem fazer, a boa fama è glo.&lt;br /&gt;
ria ha de ter.&lt;br /&gt;
Das neuvermählte Paar kommt mit großem Prachte&lt;br /&gt;
und Freudengeschrey nach Hause:&lt;br /&gt;
Damit ihre rühmlichen Handlungen durch ihr Bey-&lt;br /&gt;
spiel ausgebreitet würden,&lt;br /&gt;
Welche bisher in ihrem Herzen unerkannt verborgen&lt;br /&gt;
lagen.&lt;br /&gt;
un kam dieser Zeitpunkt, da sie durch die ganze&lt;br /&gt;
Welt c) ausgebreitet worden sind,d)&lt;br /&gt;
Sie lebten beyde in größter Einigkeit und&lt;br /&gt;
reinesten Tugend. Tieh-tschong-u diente dem&lt;br /&gt;
Kaiser auf das getreueste, und erfüllte feine&lt;br /&gt;
Pflichten, als Ko-lao, oder Staatsminister,&lt;br /&gt;
so pünktlich, daß er von jedermann geliebet und&lt;br /&gt;
bewundert ward.&lt;br /&gt;
Tieh-tschong-u und Schuey ping - sin&lt;br /&gt;
dienen zu einem verehrungswürdigen Beyspiel der ..&lt;br /&gt;
Tugend und Redlichkeit. Ihr Ruhm müsse ewig&lt;br /&gt;
ausgebreitet werden!&lt;br /&gt;
Haoh Kidh Tschwen, oder die angenehme&lt;br /&gt;
Geschichte des Haoh Kjöh, hat ein Ende.&lt;br /&gt;
e) So heißet China. Oben, S. 54. g). Uebers.&lt;br /&gt;
d) Os dous cazados vem a cafa par todo caminho&lt;br /&gt;
com grando lux e cheiro:&lt;br /&gt;
Por bom obra e exemplo que fe eftende&lt;br /&gt;
Dentro de coraçaon que home naon intende ;&lt;br /&gt;
Ja chegou o tempo, que por todo mundo se estende.&lt;br /&gt;
Aus diesen Worten sollte man billig vermuthen, daß&lt;br /&gt;
diese Geschichte sich wirklich zugetragen habe. Man&lt;br /&gt;
hat den Schluß des chinesischen Verfassers genau bey-&lt;br /&gt;
behalten, dessen Name dem englischen Herausgeber uns&lt;br /&gt;
bekannt war. Uebers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Hao Qiu Zhuan]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Maintenance script</name></author>
	</entry>
</feed>