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	<title>Hongloumeng/de/Chapter 11 - Revision history</title>
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	<subtitle>Revision history for this page on the wiki</subtitle>
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		<id>https://bou.de/u/index.php?title=Hongloumeng/de/Chapter_11&amp;diff=174771&amp;oldid=prev</id>
		<title>Admin: German translation (Schwarz) - automated import</title>
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		<updated>2026-04-11T06:29:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;German translation (Schwarz) - automated import&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;New page&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;__NOTOC__&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color: #8b1a1a; color: white; padding: 12px 15px; margin: 0 0 20px 0; border-radius: 4px; font-size: 1.1em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: bold;&amp;quot;&amp;gt;Kapitel:&amp;lt;/span&amp;gt; [[Hongloumeng/de/Chapter_1|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;[1-10]&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; &amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700; font-weight: bold;&amp;quot;&amp;gt;'''11'''&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_12|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;12&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_13|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;13&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_14|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;14&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_15|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;15&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_16|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;16&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_17|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;17&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_18|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;18&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_19|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;19&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_20|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;20&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_21|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;[21-30]&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_31|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;[31-40]&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_41|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;[41-50]&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_51|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;[51-60]&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_61|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;[61-70]&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_71|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;[71-80]&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_81|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;[81-90]&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_91|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;[91-100]&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_101|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;[101-110]&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/de/Chapter_111|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;[111-120]&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; [[Hongloumeng|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;&amp;amp;larr; Inhalt&amp;lt;/span&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;background-color: #003399; color: white; padding: 8px 15px; margin: 0 0 15px 0; border-radius: 4px; font-size: 0.95em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;font-weight: bold;&amp;quot;&amp;gt;Version:&amp;lt;/span&amp;gt; [[Hongloumeng/Chapter_11|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;ZH&amp;lt;/span&amp;gt;]] &amp;amp;middot; &amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700; font-weight: bold;&amp;quot;&amp;gt;DE&amp;lt;/span&amp;gt; &amp;amp;middot; [[Hongloumeng/zh-de/Chapter_11|&amp;lt;span style=&amp;quot;color: #FFD700;&amp;quot;&amp;gt;ZH-DE&amp;lt;/span&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Kapitel 11 =&lt;br /&gt;
== 庆寿辰宁府排家宴 ==&lt;br /&gt;
=== 见熙凤贾瑞起淫心 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als nun Djia Djings Geburtstag gekommen war, ließ Djia Dschën sechzehn große Speiseschachteln mit auserlesenen Eßwaren und seltenen Früchten füllen und befahl Djia Jung, sie mit einigen Leuten vom Gesinde zu Djia Djing zu bringen. Dabei trug er Djia Jung auf: „Gib acht, ob sich der alte gnädige Herr darüber freut oder nicht! Dann entbietest du deinen Gruß und sagst: ‚Mein Vater wagte nicht zu kommen, da Ihr es so angeordnet habt. Am Morgen hat er zu Hause an der Spitze der gesamten Familie die Riten vollzogen.‘“ Als Djia Jung ihn angehört hatte, begab er sich mit den Leuten auf den Weg.&lt;br /&gt;
	Im Ning-guo-Anwesen trafen derweilen nach und nach die Gäste ein. Zuerst kamen Djia Liän und Djia Tjiang. Sie sahen sich erst einmal die Sitzordnung an und fragten, ob irgendwelche Unterhaltung geboten werde.&lt;br /&gt;
	„Ursprünglich hatte der Herr den alten gnädigen Herrn bitten wollen, heute nach Hause zu kommen, und hatte daher durchaus nicht gewagt, für Unterhaltungen zu sorgen“, erklärte ihnen das Gesinde. „Als er dann vorgestern erfuhr, der alte gnädige Herr werde nicht kommen, haben wir auf seinen Befehl rasch eine kleine Theatertruppe und ein Zehnerorchester suchen müssen, die jetzt auf der Bühne im Garten ihre Vorbereitungen treffen.“&lt;br /&gt;
	Als nächste kamen Dame Hsing, Dame Wang, Hsi-fëng und Bau-yü. Sie wurden von Djia Dschën und Frau You empfangen und in die inneren Gemächer geführt, wo sich bereits Frau Yous Mutter aufhielt. Nachdem sie sich wechselseitig begrüßt und, einander den Vorrang lassend, Platz genommen hatten, reichten Djia Dschën und Frau You selbst den Tee, anschließend sagte Djia Dschën: „Die alte gnädige Frau ist die Ahne unserer Sippe, und mein Vater ist ihr Neffe. Eigentlich hätte ich es nicht gewagt, sie an einem Tag wie diesem einzuladen, aber das Wetter ist angenehm kühl, und überall im Garten stehen die Chrysanthemen in voller Blüte. Darum hatte ich die alte Ahne hergebeten, damit sie sich ein wenig zerstreut und sieht, wie ausgelassen ihre Kinder und Enkel sind. Das allein war meine Absicht. Wer hätte gedacht, daß uns die alte Ahne nicht mit ihrer Anwesenheit beehren würde!“&lt;br /&gt;
	Noch ehe Dame Wang den Mund aufgemacht hatte, sagte Hsi-fëng: „Sagte die alte gnädige Frau nicht gestern noch, sie werde kommen?! Aber dann sah sie am Abend, wie Bau-yü mit den anderen zusammen Pfirsiche aß, und gierig, wie sie ist, hat sie ebenfalls mehr als einen halben Pfirsich gegessen und mußte dann in der fünften Nachtwache zweimal hintereinander aufstehen. &lt;br /&gt;
	So fühlte sie sich heute morgen ein wenig müde und hat mir aufgetragen, Euch zu bestellen, sie könne heute auf gar keinen Fall kommen. Dann hat sie noch gesagt, wenn es etwas Gutes zu essen gebe, wolle sie von den Gerichten ein paar abhaben, nur ganz durchgekocht müßten sie sein.“&lt;br /&gt;
	Als Djia Dschën das gehört hatte, sagte er lächelnd: „Ich weiß doch, daß die alte Ahne den Trubel mag und daß es einen Grund haben muß, wenn sie heute nicht kommt. Aber wenn es so ist, ist die Sache schon klar.“&lt;br /&gt;
	„Neulich hörte ich, wie deine kleine Schwester sagte, Jungs Frau sei etwas unpäßlich. Was ist denn mit ihr?“ erkundigte sich Dame Wang.&lt;br /&gt;
	„Es ist sonderbar mit ihrer Krankheit“, gab Frau You Auskunft. „Vorigen Monat zum Mittelherbstfest vergnügte sie sich noch die halbe Nacht mit der alten gnädigen Frau und Euch gnädigen Frauen zusammen und war gesund und munter, als sie nach Hause kam. Aber nach dem zwanzigsten fühlte sie sich dann von Tag zu Tag matter und mochte nicht einmal mehr essen, und so geht das jetzt bald reichlich einen halben Monat. Außerdem hat sie schon den zweiten Monat ihre Regel nicht bekommen.“&lt;br /&gt;
	„Dann ist sie wohl guter Hoffnung?“ fragte jetzt Dame Hsing. Als sie das eben sagte, wurde von draußen gemeldet: „Der ältere und der jüngere gnädige Herr sowie die jungen Herren der Familie sind da und warten in der Empfangshalle.“ Darauf ging Djia Dschën eilig hinaus.&lt;br /&gt;
	Hier aber berichtete Frau You: „Zuerst waren auch von den Ärzten einige der Meinung, daß sie guter Hoffnung sei. Aber gestern war durch Vermittlung von Fëng Dsï-ying ein Gelehrter hier, dessen Schüler er früher war und der auf medizinischem Gebiet außerordentlich beschlagen ist. Er hat sie untersucht und gesagt, daß sie nicht in anderen Umständen, sondern von einer schweren Krankheit befallen sei.&lt;br /&gt;
	Gestern stellte er ein Rezept für sie zusammen, und nachdem sie von dieser Arznei einmal genommen hatte, ist ihr Kopf heute nicht mehr so benommen, was aber die übrigen Beschwerden betrifft, so ist keine große Wirkung zu verspüren.“&lt;br /&gt;
	„Ich glaube, sie muß wirklich völlig entkräftet sein“, sagte Hsi-fëng. „Sonst hätte sie sich an einem Tag wie diesem ganz bestimmt zusammengerissen und wäre gekommen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Frau Tjin Kë-tjing krank zuhause. Aus: Chengjiaben 1791.&lt;br /&gt;
	„Du hast sie am dritten hier gesehen“, erläuterte Frau You. „Da hatte sie alle Kräfte zusammengenommen und einen halben Tag durchgehalten, und auch das nur, weil sie sich gut mit dir versteht und dich so gern hat, daß sie sich am liebsten gar nicht von dir trennen würde.“&lt;br /&gt;
	Als Hsi-fëng das hörte, bekam sie rote Augenränder, und erst nach längerem Schweigen sagte sie: „Wahrhaftig, Wind und Wolken sind unergründlich, Glück und Unglück wechseln fast stündlich. Was würde das Leben für unsereinen noch bedeuten, wenn ihr in ihrem Alter infolge dieser Krankheit etwas zustoßen sollte!“&lt;br /&gt;
	Während sie das eben sagte, kam Djia Jung herein, und erst nachdem er nacheinander vor Dame Hsing, Dame Wang und Hsi-fëng getreten war, um jeder seinen Gruß zu entbieten, berichtete er Frau You: „Eben habe ich dem alten gnädigen Herrn die Speisen gebracht und habe ihm ausgerichtet: ‚Mein Vater empfängt zu Hause die beiden gnädigen Herren und bewirtet die jungen Herren der ganzen Familie. Er hält sich an Euren Befehl und hat es deshalb nicht gewagt, zu Euch zu kommen.‘ &lt;br /&gt;
	Als der alte gnädige Herr das hörte, freute er sich und sagte: ‚So ist es recht!‘ Dann hat befahl er mir auszurichten, Vater und Mutter sollten sich ja gut um die beiden gnädigen Herren und ihre Frauen kümmern, und auch ich solle mich schön um die Onkel und Tanten kümmern und um meine Vettern ebenfalls. Außerdem möchte er, daß wir von dem ‚Text der verborgenen Vorherbestimmung‘ so schnell wie möglich die Druckplatten schneiden und dann zehntausend Stück davon drucken ließen, um sie an die Leute zu verteilen.&lt;br /&gt;
	Das alles habe ich meinem Vater bereits ausgerichtet, und jetzt muß ich mich beeilen und die beiden gnädigen Herren und die jungen Herren der Familie zum Essen begleiten.“&lt;br /&gt;
	„Warte noch, Jung“, bat ihn Hsi-fëng. „Wie geht es deiner Frau heute?“&lt;br /&gt;
	„Nicht gut“, erwiderte Djia Jung und zog schmerzlich die Brauen zusammen. „Geht nur nachher selber zu ihr, Tante, dann werdet Ihr es sehen.“ Und damit verließ er den Raum.&lt;br /&gt;
	„Möchtet Ihr lieber hier essen oder im Garten?“ erkundigte sich Frau You jetzt bei Dame Hsing und Dame Wang. „Die Theateraufführung wird im Garten vorbereitet.“&lt;br /&gt;
	„Wir sollten einfach hier essen und dann erst hinübergehen, das erspart die vielen Umstände!“ sagte Dame Wang zu Dame Hsing, und als diese den Vorschlag billigte, befahl Frau You den Sklavinnen, rasch das Essen zu bringen. Von draußen wurde dieser Auftrag wie mit einer Stimme bestätigt, dann trug jede der Sklavinnen das Ihre herein, und bald waren die Tische gedeckt. Frau You bat Dame Hsing, Dame Wang und ihre eigene Mutter auf die Ehrenplätze, sie selbst aber nahm mit Hsi-fëng und Bau-yü die Seitenplätze ein.&lt;br /&gt;
	„Eigentlich sind wir gekommen, um dem alten gnädigen Herrn zum Geburtstag zu gratulieren, aber jetzt sieht es ja aus, als ob wir selber Geburtstag hätten, oder nicht?“ sagten Dame Hsing und Dame Wang.&lt;br /&gt;
	Da warf Hsi-fëng ein: „Der alte gnädige Herr liebt die Selbstvervollkommnung in der Stille und hat es dabei schon so weit gebracht, daß er als unsterblicher Heiliger gelten kann. Also wird er auch Eure Glückwünsche auf Geisterart aus der Ferne vernehmen!“&lt;br /&gt;
	Darüber brachen alle im Raum in Gelächter aus.&lt;br /&gt;
	Als Frau Yous Mutter sowie Dame Hsing, Dame Wang und Hsi-fëng gegessen hatten und sich den Mund gespült und die Hände gesäubert hatten, verlangten sie, in den Garten zu gehen. Da kam Djia Jung wieder herein und berichtete Frau You: „Die beiden gnädigen Herren sowie die Onkel und Vettern sind jetzt fertig mit dem Essen. Der ältere gnädige Herr sagte, er habe zu Hause zu tun, und der jüngere gnädige Herr mag kein Theater, weil er fürchtet, es werde ein unerträglicher Lärm dabei herrschen, darum sind sie beide gegangen. Die jungen Herren der Familie hat Onkel Liän mit Vetter Tjiang zusammen in den Garten gebeten, um die Theatervorführungen anzusehen.&lt;br /&gt;
	Außerdem sind Boten mit Namenskarten und Geburtstagsgeschenken von den vier Prinzen Nan-an, Dung-ping, Hsi-ning und Bee-djing, aus dem Hause Niu des Herzogs Dschën-guo und von fünf weiteren Herzögen sowie aus dem Hause Schï des Fürsten Dschung-djing und von sieben anderen Fürsten gekommen. Ich habe meinem Vater alles gemeldet und habe dafür gesorgt, daß die Geschenke erst einmal ins Kassenhaus kommen, die Geschenklisten aber zu den Akten genommen werden. Den Boten sind die Dankeskarten mit dem Namen des gnädigen Herrn ausgehändigt worden, außerdem hat jeder von ihnen das übliche Trinkgeld bekommen, und auch zum Essen sind sie alle gebeten worden. Eben erst sind sie wieder fortgegangen.&lt;br /&gt;
	Ihr solltet die beiden gnädigen Frauen, Eure Frau Mutter und die Tante in den Garten hinüberbitten, Mutter!“&lt;br /&gt;
	„Wir sind auch eben erst mit dem Essen fertig und wollten gerade hinübergehen“, erwiderte Frau You. „Gnädige Frau!“ sagte jetzt Hsi-fëng. „Ich möchte erst einmal nach Jungs Frau sehen, ehe ich hinübergehe.“&lt;br /&gt;
	„Daran tust du recht“, antwortete Dame Wang. „Wir würden alle gern nach ihr sehen, wenn wir nicht fürchten müßten, daß ihr der Lärm, den wir &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Aus: Jinyuyuan 1889b.&lt;br /&gt;
dabei machen würden, lästig ist. Sag ihr, wir lassen sie grüßen!“ Und Frau You setzte hinzu: „Liebste Schwägerin, auf dich hört die Schwiegertochter. Red ihr ein bißchen zu, dann bin ich unbesorgt. Komm aber schnell in den Garten nach!“&lt;br /&gt;
	Bau-yü wollte Hsi-fëng zu Frau Tjin begleiten, und Dame Wang ermahnte ihn: „Schau zu ihr hinein, und dann komm in den Garten hinüber, sie ist die Frau deines Neffen!“&lt;br /&gt;
	Nun bat Frau You Dame Hsing, Dame Wang und ihre eigene Mutter in den Garten der Gesammelten Düfte, Hsi-fëng und Bau-yü aber gingen mit Djia Jung zu Frau Tjin. Als sie im Haus waren und leise in die Tür zum Innenraum traten, erblickte Frau Tjin sie und wollte sich erheben. Hsi-fëng aber sagte: „Nicht doch! Wenn du zu hastig aufstehst, wird dir schwindlig im Kopf.“ Dann trat sie noch zwei Schritte näher, faßte Frau Tjin bei der Hand und sagte: „Wie bist du nur in den paar Tagen, die wir uns nicht gesehen haben, so mager geworden, junge Frau?“ Damit setzte sie sich mit auf das Polster, auf dem Frau Tjin saß. Bau-yü begrüßte sie ebenfalls und nahm auf einem Stuhl ihr gegenüber Platz.&lt;br /&gt;
	„Bringt rasch Tee!“ rief Djia Jung. „Die Tante und der Onkel haben drüben noch keinen getrunken.“&lt;br /&gt;
	Frau Tjin drückte Hsi-fëngs Hand, zwang sich zu einem Lächeln und sagte: „Ich habe kein Glück, das ist alles! Da behandeln mich die Schwiegereltern wie eine leibliche Tochter, Euer Neffe achtet mich trotz seiner Jugend genau wie ich ihn, und wir sind einander noch nie böse gewesen, die Älteren und die Gleichaltrigen mögen mich einer wie der andere, von Euch ganz zu schweigen, alle sind gut zu mir, und dann mußte ich jetzt diese Krankheit bekommen, die mich völlig zermürbt hat, so daß ich den Schwiegereltern gegenüber keinen Tag mehr meine Kindespflichten erfüllen kann. Auch Ihr seid so lieb zu mir, Tante, und ich möchte Euch zu gern meinen kindlichen Gehorsam beweisen, aber ich kann es einfach nicht mehr. Ich glaube, den Jahreswechsel werde ich vielleicht nicht überleben.“&lt;br /&gt;
	Bau-yü starrte unverwandt auf das Bild ‚Frühlingsschlaf unter Zierapfelblüten‘ und jene Parallelinschrift von Tjin Tai-hsü ‚Die Frische stört ihren Schlummer, der Frühling ist kühl; ein Hauch umfängt sie, das Aroma von Wein‘, und unwillkürlich kam ihm dabei die Erinnerung daran, wie er hier während des Mittagsschlafs im Traum in die Wahngefilde der Großen Leere gelangt war. Als er, in diese Erinnerungen versunken, die Worte von Frau Tjin hörte, war ihm, als ob tausend Pfeile sein Herz durchbohrten, und ohne daß er es gewahr wurde, liefen ihm die Tränen herunter.&lt;br /&gt;
	Auch Hsi-fëng war zutiefst betroffen, aber sie fürchtete, wenn sich alle gehen ließen, würde das den Kummer der Kranken nur noch weiter vermehren, während sie doch gekommen war, um ihr gut zuzureden, darum sagte sie, als sie Bau-yüs Tränen bemerkte: „Du bist wahrhaft weibisch, Bau-yü! Als Kranke sagt sie das so dahin, du aber glaubst, es stünde wirklich schlimm! – Wie kann denn ein Mensch in deinem Alter, nur weil er mal ein bißchen krank ist, gleich auf solche Gedanken verfallen?! Das macht einen kränker als man ist!“&lt;br /&gt;
	„Sie muß nur tüchtig essen und trinken, dann hat sie nichts zu befürchten“, ließ Djia Jung sich vernehmen.&lt;br /&gt;
	„Bau-yü, hatte die gnädige Frau nicht gesagt, du solltest bald nachkommen?“ nahm Hsi-fëng wieder das Wort. „Du sitzt hier herum und bringst die junge Frau auf trübe Gedanken, und drüben macht sich die gnädige Frau Sorgen um dich. – Geh schon mal mit deinem Onkel hinüber, ich bleibe noch einen Augenblick hier sitzen!“ fuhr sie dann, an Djia Jung gewandt, fort.&lt;br /&gt;
	Also ging Djia Jung mit Bau-yü in den Garten der Gesammelten Düfte, Hsi-fëng aber redete weiter begütigend auf Frau Tjin ein und sagte ihr mit leiser Stimme viele zärtliche Worte. Erst als Frau You schon zwei, drei Mal nach Hsi-fëng geschickt hatte, sagte diese zu Frau Tjin: „Ruh dich nur gut aus, ich komme dich wieder besuchen! Ganz bestimmt wirst du gesund, nachdem euch vorgestern jemand diesen guten Arzt vermittelt hat. Jetzt ist kein Grund mehr zur Sorge!“&lt;br /&gt;
	Lächelnd erwiderte Frau Tjin: „Selbst wenn er ein Heiliger ist, kann er doch nur meine Krankheit behandeln, aber nicht mein vorbestimmtes Schicksal verändern. Tante, ich weiß, daß ich mich mit dieser Krankheit nur noch von Tag zu Tag hinschleppe.“&lt;br /&gt;
	„Wenn du so denkst, kannst du ja nicht gesund werden“, sagte Hsi-fëng. „Man darf doch nie den Mut verlieren! Noch dazu, da der Arzt gesagt haben soll, für das Frühjahr habe er Bedenken, wenn du nicht behandelst wirst. Jetzt ist erst der neunte Monat des Jahres zur Hälfte um, also sind es bis dahin noch vier oder fünf Monate. In dieser Zeit ist jede Krankheit zu heilen.&lt;br /&gt;
	Schlimm wäre es, wenn wir uns keinen Ginseng leisten könnten, aber wenn deine Schwiegereltern wissen, daß es dir hilft, kannst du zwei Djin Ginseng am Tag bekommen, von zwei Tjiän ganz zu schweigen. Also ruh dich nur schön aus, und ich gehe jetzt in den Garten hinüber!“&lt;br /&gt;
	„Tante, ich ärgere mich wirklich, daß ich nicht mitgehen kann“, sagte Frau Tjin. „Kommt mich bitte immer wieder einmal besuchen, wenn Ihr frei seid! Ich möchte noch oft so mit Euch sitzen und plaudern.“&lt;br /&gt;
	Unwillkürlich bekam Hsi-fëng wieder rote Augenränder, als sie das hörte, und sie versprach: „Bestimmt komme ich dich noch oft besuchen, wenn ich mich frei machen kann!“ Damit verließ sie an der Spitze ihrer eigenen Sklavinnen und der Sklavinnen aus dem Ning-guo-Anwesen die inneren Gemächer und ging auf gewundenen Pfaden durch das Seitentor in den Garten. Und was sah sie?&lt;br /&gt;
		Gelbe Blumen bedecken den Boden,&lt;br /&gt;
		weiße Weiden stehen am Hang.&lt;br /&gt;
		Schmale Brücken überspannen den Bach Juo-yä, krumme Pfade führen zum Berg Tiän-tai .&lt;br /&gt;
		Heftig rauscht zwischen den Steinen das klare Wasser –&lt;br /&gt;
		ein Duft streicht durch den Bambuszaun;&lt;br /&gt;
		flatternd fällt von den Bäumen das rote Laub –&lt;br /&gt;
		einem Bild gleicht der lichte Hain.&lt;br /&gt;
		Kaum daß der Westwind heftiger weht,&lt;br /&gt;
		verstummt gleich der Goldamsel Lied,&lt;br /&gt;
		doch wird etwas wärmer der Tag,&lt;br /&gt;
		erhebt sich noch Grillengesang.&lt;br /&gt;
		Fern im Südosten&lt;br /&gt;
		hohe Häuser an den Berg gelehnt,&lt;br /&gt;
		dort im Nordwesten&lt;br /&gt;
		ein flacher Bau auf das Wasser blickt.&lt;br /&gt;
		Flötenklänge dringen ans Ohr –&lt;br /&gt;
		ein Zauber eigener Art,&lt;br /&gt;
		Seidenkleider schimmern im Wald,&lt;br /&gt;
		vollenden das reizvolle Bild.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
	Als Hsi-fëng diese Gartenlandschaft erblickte und unter bewundernden Ausrufen Schritt für Schritt weiterging, kam plötzlich hinter einem künstlichen Felsen eine Gestalt hervor, trat vor sie hin und sagte: „Einen guten Tag wünsche ich Euch, Schwägerin!“&lt;br /&gt;
	Hsi-fëng war vor Schreck einen Schritt zurückgewichen. „Seid Ihr Herr Juee oder wer?“ fragte sie.&lt;br /&gt;
	„Ach, Ihr erkennt mich nicht einmal, Schwägerin?“ sagte Djia Juee. „Wer sollte ich denn sonst sein?“&lt;br /&gt;
	„Natürlich erkenne ich Euch“, sagte 	Hsi-fëng.n.&lt;br /&gt;
		Kaum daß der Westwind heftiger weht,&lt;br /&gt;
		verstummt gleich der Goldamsel Lied,&lt;br /&gt;
		doch wird etwas wärmer der Tag,&lt;br /&gt;
		erhebt sich noch Grillengesang.&lt;br /&gt;
		Fern im Südosten&lt;br /&gt;
		hohe Häuser an den Berg gelehnt,&lt;br /&gt;
		dort im Nordwesten&lt;br /&gt;
		ein flacher Bau auf das Wasser blickt.&lt;br /&gt;
		Flötenklänge dringen ans Ohr –&lt;br /&gt;
		ein Zauber eigener Art,&lt;br /&gt;
		Seidenkleider schimmern im Wald,&lt;br /&gt;
		vollenden das reizvolle Bild.&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
	Als Hsi-fëng diese Gartenlandschaft erblickte und unter bewundernden Ausrufen Schritt für Schritt weiterging, kam plötzlich hinter einem künstlichen Felsen eine Gestalt hervor, trat vor sie hin und sagte: „Einen guten Tag wünsche ich Euch, Schwägerin!“&lt;br /&gt;
	Hsi-fëng war vor Schreck einen Schritt zurückgewichen. „Seid Ihr Herr Juee oder wer?“ fragte sie.&lt;br /&gt;
	„Ach, Ihr erkennt mich nicht einmal, Schwägerin?“ sagte Djia Juee. „Wer sollte ich denn sonst sein?“&lt;br /&gt;
	„Natürlich erkenne ich Euch“, sagte 	Hsi-fëng. „Aber Ihr seid so plötzlich aufgetaucht, und ich war nicht darauf gefaßt, Euch hier zu treffen.“&lt;br /&gt;
	„Dann muß es uns wohl vorherbestimmt gewesen sein, uns hier zu begegnen“, sagte Djia Juee. „Eben hatte ich mich von den anderen weggestohlen, um mich an diesem stillen, reinen Ort ein wenig zu ergehen, und da kommt Ihr hier vorbei. Muß das nicht Vorherbestimmung sein?“ Und während er das sagte, verschlang er sie förmlich mit seinen Blicken.&lt;br /&gt;
	Nun war ja Hsi-fëng eine gescheite Frau, und so konnte sie zu acht, neun Zehnteln durchschauen, worum es hier ging. Darum sagte sie mit gespieltem Lächeln: „Kein Wunder, daß Euer Vetter Liän immer wieder von Euch spricht und Euch lobt. Nach dem, was ich jetzt von Euch sehe und höre, seid Ihr ein kluger, umgänglicher Mann. Aber ich bin jetzt auf dem Weg zu den gnädigen Frauen und kann mich nicht mit Euch unterhalten. Sprechen wir uns also ein andermal, wenn ich Zeit habe!“&lt;br /&gt;
	„Ich würde ja zu Euch nach Hause kommen, um Euch meinen Gruß zu entbieten, nur fürchte ich, bei Eurer Jugend werdet Ihr nicht leichthin Besuch empfangen“, sagte Djia Juee.&lt;br /&gt;
	„Was hat mein Alter damit zu tun, wo wir doch engste Verwandte sind?“ fragte Hsi-fëng und lächelte wieder scheinheilig.&lt;br /&gt;
	Als Djia Juee auch noch diese Worte hörte, nachdem schon die Begegnung unverhofft genug für ihn gewesen war, verzog sich sein Gesicht zu einer unerträglichen Grimasse.&lt;br /&gt;
	„Geht nur schnell zu Eurer Tischrunde zurück und paßt auf, daß Euch niemand ertappt, sonst müßt Ihr einen Strafbecher trinken!“ riet ihm Hsi-fëng.&lt;br /&gt;
	Djia Juee, der sich leicht betäubt fühlte, ging langsam davon und wandte noch einmal den Kopf, um nach ihr zu sehen.&lt;br /&gt;
	Hsi-fëng verhielt bewußt ihren Schritt, bis er weit weg war, und dachte: ‚Wahrhaftig! Wenn man jemanden kennt, dann kennt man wohl sein Gesicht, aber nicht sein Herz. Wie kann es nur solche Tiere geben unter den Menschen! Kommt er mir so, dann soll er sterben durch meine Hand, damit er mich kennenlernt!‘&lt;br /&gt;
	Mit diesen Gedanken bog sie im Weitergehen um einen Hügel, und hier kamen ihr zwei, drei alte Sklavenfrauen eilig entgegen und sagten bei ihrem Anblick lächelnd: „Als die junge Herrin merkte, daß Ihr zögertet zu kommen, war sie ganz außer sich und hat uns befohlen, Euch noch einmal herüberzubitten!“&lt;br /&gt;
	„Eure Herrin ist schon ein rechter Heißsporn!“ sagte Hsi-fëng, ging langsam weiter und fragte dabei, wie viele Szenen schon aufgeführt worden seien. Acht oder neun seien es schon, sagten die Sklavinnen, und damit waren sie bereits am Hintereingang zum Turm des Himmelsduftes angelangt, wo sich Bau-yü mit einem Schwarm Sklavenmädchen zusammen die Zeit vertrieb.&lt;br /&gt;
	„Aber nicht ungezogen sein, Bau-yü!“ mahnte Hsi-fëng, und eines der Sklavenmädchen sagte: „Die gnädigen Frauen sitzen alle oben. Geht bitte von hieraus hinauf, junge Herrin!“&lt;br /&gt;
	Daraufhin raffte Hsi-fëng ihre Kleider und stieg vorsichtig ins Obergeschoß des Turmes hinauf, wo Frau You sie bereits an der Treppe erwartete und lächelnd zu ihr sagte: „Ihr beide versteht euch aber auch zu gut miteinander! Jedesmal, wenn ihr euch seht, könnt ihr euch kaum wieder voneinander trennen. Am besten, du ziehst morgen gleich zu ihr! Aber jetzt setz dich hin, ich will dir zuerst einen Becher kredenzen!“&lt;br /&gt;
	Da bat Hsi-fëng Dame Hsing und Dame Wang, sich setzen zu dürfen, widmete auch kurz Frau Yous Mutter ihre Aufmerksamkeit und setzte sich dann mit Frau You zusammen an einen Tisch, trank Wein und schaute dem Theaterspiel zu.&lt;br /&gt;
	Frau You befahl, man solle Hsi-fëng den Repertoirzettel reichen, und forderte sie auf, einige Szenen auszusuchen. „Wie könnte ich das im Beisein der gnädigen Frauen wagen?“ sträubte sich Hsi-fëng.&lt;br /&gt;
	„Wir und die gnädige Frau Schwägerin haben bereits etliche Szenen ausgewählt“, sagten Dame Hsing und Dame Wang. „Such jetzt du zwei schöne Szenen aus, und wir sehen sie uns an!“&lt;br /&gt;
	Hsi-fëng erhob sich von ihrem Platz und sagte „Jawohl!“, ehe sie den Zettel entgegennahm und durchsah. Sie zeichnete die Szenen ‚Die Rückkehr der Seele‘ und ‚Die Ballade‘ an, reichte den Zettel zurück und sagte: „Wenn die jetzige Szene ‚Zwei Ernennungen in einem Erlaß‘ zu Ende ist, sollen sie noch diese beiden Szenen spielen, und dann wird es wohl auch Zeit!“&lt;br /&gt;
	„Du hast recht“, sagte Dame Wang. „Wir müssen deinem Schwager und seiner Frau rechtzeitig Ruhe gönnen, zumal sie in Sorge sind!“&lt;br /&gt;
	„Aber Ihr gnädigen Frauen kommt doch so selten einmal herüber“, sagte Frau You. „Laßt uns noch ein Weilchen zusammen sitzen, ehe Ihr geht! Es ist ja noch früh!“&lt;br /&gt;
	Jetzt stand Hsi-fëng auf, blickte vor den Turm hinab und fragte: „Wohin sind denn all unsere Herren gegangen?“&lt;br /&gt;
	„Die Herren sind eben ins Gemach des Geronnenen Sonnenscheins gegangen, das Orchester haben sie mitgenommen. Sie wollen dort ihren Wein trinken“, gab eine alte Sklavin Auskunft, die dabeistand.&lt;br /&gt;
	„Wer weiß, was sie wieder anstellen, daß es ihnen hier nicht behagt!“ sagte Hsi-fëng darauf. Und Frau You bemerkte lächelnd: „Es sind eben nicht alle Menschen so mustergültig wie du!“&lt;br /&gt;
	So lachten und plauderten sie, bis alle Theaterszenen gespielt waren, die sie ausgesucht hatten, dann wurde der Wein abgeräumt und das Essen aufgetragen. Nach dem Essen verließen sie den Garten und gingen ins Hauptgebäude hinüber, wo sie noch Tee tranken, ehe sie befahlen, die Wagen bereitzumachen. Frau Yous Mutter nahm schon hier von ihnen Abschied, Frau You aber begleitete sie an der Spitze der Nebenfrauen und Sklavinnen hinaus.&lt;br /&gt;
	Dort stand Djia Dschën mit den Söhnen und Neffen der Familie zusammen in dienstfertiger Haltung wartend neben den Wagen und sagte, als Dame Hsing und Dame Wang kamen: „Die werten Tanten müssen morgen noch einmal zu uns herüberkommen!“&lt;br /&gt;
	„Laß es gut sein!“ wehrte Dame Wang ab. „Heute haben wir den ganzen Tag hier gesessen und sind müde geworden. Morgen wollen wir uns ausruhen!“ Damit stiegen sie in die Wagen und fuhren hinaus. Die ganze Zeit über hatte Djia Juee kein Auge von Hsi-fëng gelassen.&lt;br /&gt;
	Erst als Djia Dschën mit den anderen wieder hineingegangen war, brachte Li Guee das Pferd, und Bau-yü saß auf und ritt dem Wagen von Dame Wang hinterher.&lt;br /&gt;
	Im Ning-guo-Anwesen aber aß Djia Dschën noch mit den jungen Leuten der Familie zu Abend, ehe alle auseinander gingen. Am nächsten Tag feierten die engeren Familienangehörigen unter sich weiter, aber davon soll hier nicht mehr die Rede sein.&lt;br /&gt;
	Hsi-fëng ging dann häufig zu Frau Tjin auf Besuch, und dieser ging es mal ein paar Tage besser und dann wieder ein paar Tage so wie zuvor, und Djia Dschën, Frau You und Djia Jung waren von Herzen betrübt darüber. Djia Juee kam in dieser Zeit ein paarmal ins Jung-guo-Anwesen, aber es traf sich so, daß Hsi-fëng jedesmal gerade im Ning-guo-Anwesen war.&lt;br /&gt;
	In diesem Jahr fiel die Wintersonnenwende auf den dreißigsten Tag des elften Monats. Als dieses Datum näher rückte, schickten die Herzoginmutter, Dame Wang und Hsi-fëng Tag für Tag jemanden, um nach Frau Tjin zu sehen, und jedesmal meldete die Botin, es sei weder eine Besserung noch eine Verschlimmerung zu erkennen.&lt;br /&gt;
	Da sagte Dame Wang zur Herzoginmutter: „Wenn es mit dieser Krankheit zu so einem bedeutenden Zeitpunkt nicht schlimmer wird, besteht wohl noch die beste Hoffnung!“&lt;br /&gt;
	„Aber ja!“ erwiderte die Herzoginmutter. „Das gute Kind! Wenn ihr etwas vorherbestimmt sein sollte, bräche es mir das Herz!“ &lt;br /&gt;
Während sie das sagte, überkam sie der Schmerz, und sie rief nach Hsi-fëng, um ihr zu sagen: „Du hast dich doch auch immer gut mit ihr verstanden. Morgen ist der erste Tag des neuen Monats, aber übermorgen solltest du wieder einmal nach ihr sehen! Gib genau acht, wie ihr Zustand ist, und wenn es ihr vielleicht besser geht, sagst du mir das, sobald du zurück bist, dann kann auch ich mich freuen. Das Kind hat auch immer gerne gegessen. Du solltest öfter einmal etwas für sie zubereiten lassen und es ihr hinüberschicken!“&lt;br /&gt;
Hsi-fëng versprach das eine wie das andere, und am zweiten Tag des neuen Monats fuhr sie nach der Morgenmahlzeit ins Ning-guo-Anwesen hinüber. Frau Tjins Krankheit hatte sich zwar nicht verschlimmert, aber sie war im Gesicht und am ganzen Körper so abgemagert, daß sie aussah wie eingetrocknet. Hsi-fëng saß lange Zeit bei ihr, plauderte mit ihr und versuchte, sie mit der Versicherung aufzuheitern, die Krankheit habe nichts zu besagen.&lt;br /&gt;
„Ob ich gesund werde, erfahren wir im Frühling“, sagte Frau Tjin. „Jetzt ist die Wintersonnenwende vorübergegangen, ohne daß etwas passiert ist. Wer weiß, vielleicht werde ich doch noch gesund. Meldet der alten gnädigen Frau und der gnädigen Frau, sie könnten ganz ruhig sein. Von den Yamswurzelkuchen mit Jujubenfüllung, die mir die alte gnädige Frau gestern geschickt hat, habe ich zwei Stück gegessen, und es scheint, ich kann sie verdauen.“&lt;br /&gt;
„Morgen schicke ich dir mehr davon“, sagte Hsi-fëng, „aber jetzt will ich noch zu deiner Schwiegermutter gehen, und dann will ich rasch nach Hause fahren und der alten gnädigen Frau Bericht erstatten.“&lt;br /&gt;
„Bestellt der alten gnädigen Frau und der gnädigen Frau meinen Gruß!“ bat Frau Tjin.&lt;br /&gt;
Hsi-fëng versprach es und ging hinaus. Als sie bei Frau You im Hauptgebäude saß, fragte diese: „Wie findest du den Zustand der Schwiegertochter, nüchtern betrachtet?“&lt;br /&gt;
Hsi-fëng blickte lange zu Boden, ehe sie endlich sagte: „Es bleibt keine andere Wahl, als alles vorzubereiten, was im Ernstfall gebraucht wird. Vielleicht kann man dadurch die Krankheit austreiben.“&lt;br /&gt;
„Ich hatte schon befohlen, diese Vorbereitungen in aller Stille zu treffen“, sagte Frau You. „Nur für das Bewußte ist kein ordentliches Holz zu bekommen, damit müssen wir einstweilen noch warten.“&lt;br /&gt;
Hsi-fëng trank ihren Tee, sprach noch ein Weilchen mit Frau You, und schließlich sagte sie: „Ich will jetzt zurückfahren und der alten gnädigen Frau Bericht geben!“&lt;br /&gt;
„Mach es aber behutsam, damit du ihr keinen Schreck einjagst!“ mahnte Frau You.&lt;br /&gt;
„Ich weiß schon“, sagte Hsi-fëng.&lt;br /&gt;
Als sie dann zu Hause war und zur Herzoginmutter kam, sagte sie: „Jungs Frau läßt Euch grüßen und macht vor Euch ihren Stirnaufschlag. Sie sagt, sie fühle sich etwas besser und bitte die alte Ahne, unbesorgt zu sein. Wenn sie sich noch weiter erholt hat, will sie selber kommen, um der alten Ahne fußfällig ihren Gruß zu entbieten.“&lt;br /&gt;
„Und was meinst du, wie es ihr geht?“ fragte die Herzoginmutter.&lt;br /&gt;
„Einstweilen ist noch nichts zu befürchten, und ihre Stimmung ist gut“, sagte Hsi-fëng. &lt;br /&gt;
Darauf schwieg die Herzoginmutter eine lange Zeit, ehe sie Hsi-fëng endlich befahl: „Geh dich umziehen und ruh dich aus!“&lt;br /&gt;
„Jawohl!“ sagte Hsi-fëng und ging hinaus. Nachdem sie noch Dame Wang begrüßt hatte, ging sie in ihre Gemächer, wo Ping-örl ihr die vorgewärmten Alltagskleider anlegen half. Kaum hatte Hsi-fëng sich hingesetzt, fragte sie: „Ist hier irgend etwas gewesen?“&lt;br /&gt;
„Nein“, sagte Ping-örl, die eben Tee gebracht hatte und ihn Hsi-fëng reichte. „Nur die Zinsen für die dreihundert Liang Silber hat Lai Wangs Frau gebracht. Ich habe sie weggelegt. Dann hat Herr Juee jemanden geschickt, um sich zu erkundigen, ob Ihr zu Hause wärt, damit er Euch seinen Gruß entbieten und mit Euch plaudern könnte.“&lt;br /&gt;
Als Hsi-fëng das hörte, schnaubte sie verächtlich und sagte: „Dieses Vieh stürzt sich wirklich ins Verderben, so wie es sich benimmt!“&lt;br /&gt;
„Warum kommt nur Herr Juee immer wieder?“ wollte Ping-örl wissen.&lt;br /&gt;
Also erzählte ihr Hsi-fëng in allen Einzelheiten, wie sie ihm damals im neunten Monat im Garten des Ning-guo-Anwesens begegnet war. „Die Kröte gelüstet‘s nach Schwanenfleisch“, kommentierte Ping-örl, um dann fortzufahren: „Für dieses Ansinnen verdient der ehrlose Kerl, daß er kein gutes Ende findet!“&lt;br /&gt;
„Ich habe mir schon etwas für ihn ausgedacht, wenn er kommt“, versicherte Hsi-fëng.&lt;br /&gt;
Wer wissen möchte, was Djia Juee erwartete, muß das nächste Kapitel lesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Books]]&lt;br /&gt;
[[Category:Hongloumeng]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Admin</name></author>
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