Kinder in der Corona-Krise DE.docx
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Der Pandemie KinderkompassWie wir unseren Kindern helfen können Text im Kreis: Mit Gast-Beiträgen von Expert*innen und Eltern Dr. med. Silke Schwarz 0 Danksagung Für Henning, Silkes verstorbenen Mentor 0 Autorennotiz Mein Herz schlägt für Kinder, Kindheitsfragen und die Zukunft dieser Erde. Deshalb habe ich Pädagogik, Sonderpädagogik, Kunsttherapie und Medizin studiert. Ich liebe es Eltern und Pädagog*innen darin zu unterstützen in Verbindung zu ihrem eigenem Wissen über die ihnen anvertrauten Kinder zu kommen und unterstütze dies mit Fachwissen aus der Kinderheilkunde. Von dort aus finden wir gemeinsam individuelle Wege für die Familien.Ich bin selber Mutter, Ärztin mit dem Schwerpunkt Familienmedizin, Coach für medizinisch-pädagogische Fragen von Privatpersonen und Institutionen wie Schulen oder Kindergärten. Ich halte international Vorträge, bin Autorin und Forscherin zu Kindheitsfragen.
Kinder leben heute in einer Erwachsenenwelt. Kinder haben keine Lobby. Dabei waren wir alle einmal Kinder. Den Kindern gehört morgen die Welt. Wir sollten uns die Kinderaugen bewahren. Kinder in Europa und China wachsen in unterschiedlichen Lebenswelten auf. China ist stärker verschult, es gibt höhere Bildungsziele, höhere Ansprüche der Eltern an ihre Kinder und mehr Fremdbestimmung und Druck. Die Begleitung der Kinder durch die Corona-Pandemie-Krise hat aber sowohl deutsche wie auch chinesische Eltern vor ähnliche Herausforderungen gestellt. Als Chinawissenschaftler, der fast ein Jahrzehnt in China gelebt hat und als Komparatist, der vier Jahre in den USA und mehrere Jahrzehnte in Deutschland gelebt hat, habe ich mich im Vergleich der Kulturen spezialisiert und beinahe 100 Büchlein und Bücher beigetragen, damit man voneinander lernen kann. Auch mit diesem Buch hoffen wir einen entsprechenden Beitrag zu leisten, dass man die Kinder gut durch die Pandemie-Krise bringt.
Foto Martin
0 Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort
2 Urheberschutz
3 Haftungsausschluss
4 Hintergrund
5 Krisen meistern
6 Resilienz und Hoffnung
7 Fange bei Dir selbst an, um Deinem Kind zu helfen
7.1 Struktur und Rhythmus
7.2 Die innere Haltung der Erwachsenen
7.3 Meditatives
7.4 Gedankenkraft
8 So begleitets Du Dein Kind
8.1 Allgemeines
8.2 Akute Gefühle und Grundgefühle
8.3 Erste-Hilfe Tipps und Übungen
9 Das braucht mein Kindergartenkind
9.1 10 Tipps
10 Das tut meinem Grundschulkind gut
10.1 10 Tipps
11 So helfe ich Jugendlichen
11.1 10 Tipps
12 Pandemie in Kindergarten und Schule
12.1 Pandemie Schulzeit
12.2 Das braucht Dein Kind beim Homeschooling
13 Natur als Kraftort für Kinder
13.1 Mit allen Sinnen
13.2 Anregungen für das ganze Jahr
14 Die besondere Bedeutung digitaler Medien
14.1 Handy Tipps
15 Quarantäne
16 Nicht polarisieren (lassen)
17 Was ist Gesundheit? Körper, Seele, Geist
18 Call to Action
19 Nachtrag
1 Vorwort Foto: Portrait (rund) von Silke und MartinLiebe Eltern, dieses Buch ist für Menschen geschrieben, die Kinder und Jugendliche durch die Pandemiekrise begleiten. Als Ärztin mit dem Schwerpunkt Kindermedizin, Universitäts-Forscherin zu Kindheitsfragen, Kindergarten- und Schulärztin und Kinder-Coach liegt mir das Schicksal dieser Generation sehr am Herzen. Und natürlich auch deshalb, weil ich eigene Kinder habe, bei denen ich hautnah erlebe, was es heißt durch die Untiefen der sich dauernd ändernden Corona-Maßnahmen zu „surfen“. Da kann einem schon manches Mal die Puste ausgehen. Normalerweise sind wir es gewohnt, von einer Ärztin gesiezt zu werden. Entgegen der “klassischen” Anrede habe ich mich entschieden, per „DU“ zu kommunizieren, weil es vertrauter ist und wir so selbstverständlich auf Augenhöhe von Mensch zu Mensch, von „Ich zu Ich“ sprechen. Wenn Du magst, verstehe mich, auch wenn wir uns noch nicht persönlich kennen, als Patin, Freundin, die mit Expertise und Freundlichkeit Empfehlungen für Deine Familie abwägt und an Dich weitergibt. Im Einzelfall ersetzt es keinen persönlichen Kontakt und selbstverständlich sollst Du Dir schnell persönliche professionelle Hilfe holen, wenn Du Dir ernsthaft Sorgen um Dein Kind machst. Einschub im Kasten: Liebe Eltern, der Einfachheit halber, schreibe ich im Folgenden meist an Mütter. Selbstverständlich sind immer auch alle Väter und diversen Menschen gemeint. Alle Erwachsenen, die liebevoll Kinder erziehen, mögen sich bitte angesprochen und gemeint fühlen. Alle Omas und Opas, Kindergartenerzieher*innen, Tagesmütter- und Väter und alle anderen hilfreichen Menschen. Sie bilden das wertvolle menschliche, soziale Umfeld. Warum also ein Buch? Ich schreibe das Buch für Dich, als Wegbegleiter für die Situationen, wo es um Vorbeugung geht oder darum einen Richtungswechsel in der Erziehung zu vollziehen. Es gibt doch, wie wir alle wissen, meist eine längere Zeit, in der sich die Probleme der Kinder und Jugendlichen anbahnen. Wo sich Probleme, die wir in der Erziehung mit unseren Kindern haben, aufbauen. Die fallen nicht plötzlich vom Himmel. Ich meine die Situationen, wo man als Mutter bemerkt und latent ahnt: „Hier stimmt was nicht mit meinem Kind.“ Oder „Etwas in der Umgebung meines Kindes stimmt nicht und das hat einen unguten Einfluss auf mein Kind.“ Oder: „Ich bin selbst zu gestresst und müsste was tun, damit ich meinem Kind besser helfen kann, es besser verstehen kann“. Das kennt jede Mutter. Diese Ahnungen sind unglaublich hilfreich, wenn wir es lernen sie von Angst und Sorge, die situativ aus uns selbst herauskommen und wirklichen Signalen vom Kind zu unterscheiden. Dieses leicht ungute Gefühl, das wir manchmal haben, sollten wir ernst nehmen und nicht unterdrücken. Aber eben auch nicht in Panik geraten. Oft verschwindet ein ungutes Gefühl wieder. Manchmal war es ein vorübergehender Engpass in der Entwicklung, der sich auflöst ohne das irgendetwas getan werden musste. Eltern wissen im Allgemeinen am besten, was ihre Kinder brauchen. Sie vergessen nur manchmal, dass sie es wissen. Nur, wenn sich beharrlich immer wieder ein ungutes Gefühl einstellt, dann sollten wir als Eltern sehr wachsam sein und uns Verbündete suchen, die uns selbst Feedback geben und die uns aus einer gut fundierten Basis beraten. Zum Beispiel aus Lebenserfahrung oder einem tiefen Verständnis für Kinder. Dieses Buch kannst du so lesen, als ob es eine allgemeine Beratung für alle Eltern ist, Kinder gut durch die Pandemie-Krise zu begleiten. Du findest hier vor allem Tipps für Eltern. Es sind im Kern Beiträge über eine bewusste Elternschaft, die Wege zu einem vertieften Verständnis für Kinder und Kindheitsfragen vor nach und während der Pandemie sucht. Mit viel Reflexion und Liebe zu Kindern! Markiere Dir die Stellen, die Dir wichtig sind, Du findest auch immer wieder Platz für eigene Notizen. Mach das Buch zu Deinem Arbeitsbuch. Hinterlasse Deine Spuren darin. Ich möchte dir hier Impulse für den Weg zurück zu deiner wahren Kraft als Mutter oder Vater in der Krise geben. In den unvorhersehbaren Pandemie-Wellen verlieren wir uns irgendwie auch ein Stück weit und wissen am Ende gar nicht mehr, was nun für uns selbst und die Kinder wirklich wesentlich ist. Wir haben aber die Fähigkeit herauszufinden, wo wir und unsere Kinder gerade innerlich stehen und wie wir mit ihnen in Zukunft leben möchten. Von dort aus kannst Du Deine Elternschaft aus einem tiefen Verständnis für Deine Kinder gestalten und sie unbeschwert und von ganzen Herzen l(i)eben. Als Mutter, Family-Coach und Ärztin möchte ich Dich ein Stück auf deinem Weg begleiten und freue mich von Herzen, dass Du diese Zeilen liest. Schau dir bitte das Inhaltsverzeichnis an: Es baut thematisch aufeinander auf und kann auch quergelesen werden. Ich habe eine Spur veranlagt, der Du gerne folgen kannst. So verpasst Du nichts und liest Dich Seite für Seite in das Thema ein. Dabei spielt es keine Rolle, wie alt Dein Kind ist, denn in jedem Kapitel sind wertvolle, altersunabhängige Hinweise verborgen. Manche Menschen lassen sich gern bei der Auswahl des Kapitelbeginns von ihrer inneren Stimme leiten. Auch das ist ein gleichwertiger Weg. Wo möchtest Du weiterlesen? Wohin führt Dich Deine Intuition? Wenn Du beim Lesen des Buches den Eindruck bekommst, dass Du mehr wissen willst und Dich von mir und meinem Team persönlich beraten lassen willst, dann freue ich mich, Dich demnächst persönlich bei einem unserer Coachings oder über die Webseite www.kindgerecht-koeln.de kennen zu lernen. Viel Freude dabei! GRAFIK einfügen Unterschrift Deine Silke Dein Martin
2 Urheberschutz/Impressum Vervielfältigungen, auch wenn es sich dabei nur um Passagen handelt, ohne ausdrückliche Genehmigung durch die Autorin, können straf- und zivilrechtlich geahndet werden. Die Vervielfältigung oder Verbreitung ist weder als Datenträger noch per E-Mail oder auf elektronischen Übertragungsweg noch als Ton- und Bildträger, noch abfotografiert oder gedruckt erlaubt. Es ist lediglich die Nutzung für den privaten Bereich erlaubt. Es ist untersagt das Buch ohne Genehmigung in andere Sprachen zu übersetzen. Autorin: © Copyright 2022, Dr. med. Silke Schwarz, Luxemburger Str. 190, 50937 Köln Website Kindgerecht: www.kindgerecht-koeln.de 1. Auflage 2022 Alle Rechte vorbehalten 3 Haftungsausschluss Für die Inhalte des Buches werden von den Autoren und den Herausgebern keine Haftung übernommen, sollten Irrtümer darin enthalten sein. Sofern die Lesenden die beschriebenen Ratschläge anwenden, sind sie für den Ausgang selbst verantwortlich. Autoren und die Herausgeber tragen keinerlei Haftung. Auch wenn das Buch gründlich recherchiert wurde, werden explizit keinerlei Garantien gegeben, weder für die Vollständigkeit noch die Qualität, noch die Aktualität oder die Richtigkeit der Informationen und Inhalte dieses Buchs. 4 Hintergrund Wir bemühen uns diesen Text zeitlos zu schreiben, so dass er von dem unvorhersehbaren Verlauf der Pandemie, was neue Virusmutationen, neuartige Impfungen und politische Entwicklungen angeht, unabhängig ist. Soweit das möglich ist. Alles bisher Geschehene ist schon Teil der Lebensgeschichte der Kinder geworden. Sie haben Nachrichten gehört und erschreckende Bilder gesehen. Angst gehabt und zum Teil durch Corona den Verlust von geliebten Menschen erfahren. Viele haben erlebt, nicht mehr in den Kindergarten oder die Schule gehen zu dürfen, andere Kinder nicht mehr umarmen zu dürfen. Einige Kinder haben gehört, dass sie eine Gefahr für andere Menschen, auch für Oma und Opa sein könnten. In den Kindergärten sollte das Butterbrot nicht mehr geteilt werden. Beim Tischgebet durften sie sich nicht mehr die Hände geben. Sie erlebten, dass die Mama nicht mehr beim Holen und Bringen mit in den Kindergarten darf für ein kleines Schwätzchen. Wir müssen uns fragen, was es bedeutet, dass Kinder ihren Bewegungsimpulsen nicht folgen durften, einfach auf dem Spielplatz zu anderen Kindern hinzurennen. Wie die Welt erlebt wird, wenn ein Kind nicht mehr andere Menschen lächeln sieht? Was es bedeutet, wenn die Erwachsenen dauernd sagen: Maske auf! Hände waschen. Versteh mich bitte richtig, ich möchte explizit hier keine hygienischen AHA-Maßnahmen in Frage stellen oder besprechen. Wer gerade an dem Maskenthema interessiert ist und Fragen hat, kann gut auf die Ergebnisse der Stiftung Warentest zugreifen. In einer umfassenden Recherche wurden FFP2-Masken für Kinder untersucht und veröffentlicht. Selbstverständlich brauchen Kinder je nach Alter viele Erholungspausen vom Maskentragen und auch kinderspezifisch geeignete Masken zum Schutz und manche Kinder brauchen auch Ausnahmen von den Regeln, weil sie diese aus den verschiedensten Gründen nicht einhalten können. Ich möchte nicht über die (Un)-Gefährlichkeit des aktuellen Virus für junge Kinder und die Eigenverantwortung der Erwachsenen debattieren. Das bräuchte ein eigenes Buch für jedes Kindesalter und jede Virusvariante. Hier möchte ich mich der Lebenssituation vieler Kinder widmen, die es schwer haben und noch lange Zeit nach der Pandemie schwer haben werden. Kindern, die irritiert waren von der Angst in den Medien und zu Hause und die schwere Vertrauensverluste erlitten haben. Kinder die traurig, ängstlich und unruhig wurden. Selbstverständlich gibt es auch Kinder, die froh waren, nicht in die Schule zu müssen und die in goldenen Verhältnissen zu Hause in Waldnähe mit liebevollen Eltern Lockdowns wie Bullerbü hatten. Aber wie es scheint, hat inzwischen doch die Mehrzahl der Kinder an den Erschütterungen in der Welt gelitten. Im Rahmen der Corona-Pandemie hat sich die Lage vieler Kinder und Jugendlicher deutlich verschlechtert. Eine beachtliche Anzahl an Studien weist auf die Gefährdung der Kinder und Jugendlichen und auch auf die Folgen der sozialen Corona-Schutz-Maßnahmen für die Kinder hin. Die Zahl der psychiatrischen Diagnosen bei Kindern ist deutlich gestiegen. Stress und Verunsicherung können solche Gesundheitskrisen auslösen. Die Corona-Pandemie und der Lockdown griffen massiv in den Alltag von Kindern und Jugendlichen ein. Für viele Kinder und Jugendliche bedeuten Pandemie und Lockdown: Rhythmusverlust: Verlust von gesicherter Tagesstruktur und Routinen, z. B. den täglichen Weg zur Schule Erhöhten Medienkonsum: Sowohl aktiv als auch passiv. Passiver Mediennutzung bedeutet für kleine Kinder, dass die Eltern beispielsweise durch Homeoffice mehr an Screens waren und die Kinder den digitalen Medien dadurch häufiger akustisch, wie auch visuell ausgesetzt waren. Sowohl schulisch wie auch im Hobby-Bereich, wurden Screen-Zeiten erreicht, die weit über alle gesundheitlich unbedenklichen Grenzen hinweg explodierten Adipositas: Weltweit wurde früh eine deutliche Zunahmen an Übergewicht festgestellt, ungesunde Ernährungsgewohnheiten, wie z.B. am Screen nebenbei zu essen, nahmen zu Essstörungen: Besonders bei Mädchen kam es zu einer erheblichen Zunahme der Diagnosen Magersucht und Ess-Brechsucht Bewegungsstörungen: Zu viel Sitzen am PC im Homeschooling und zu wenig draußen herumtoben ließen die Entwicklung der Bewegungen sowohl im feinen Bereich der Handbewegungen und Fingergeschicklichkeit, wie auch bei den großen Bewegungen (Springen, Einbeinstand u.v.m.) entwicklungsverzögert sein Homeschooling: Die Lerninhalten waren ohne Nachteilsausgleich für viele Kinder nicht nachvollziehbar. Lücken in verschiedenen Unterrichtsfächern sind vorhanden, Lesen und Schreibenlernen erschwert, Versetzungen gefährdet Sprachstörungen: Viele Gesprächsanregungen fielen weg, was den Spracherwerb massiv beeinträchtigte, v.a. bei den KindergartenkindernProbleme beim Lesen und Schreiben lernen (v.a. bei den Grundschulkindern) Ängste: Je nach Alter liegt eine unterschiedliche Gewichtung vor. Das Spektrum reicht von Angst vor Alleinsein, Ansteckung, Tod, vor Berührungen, vor Menschen mit Masken und je nachdem was die Kinder triggert vor Menschen ohne Masken, über Waschzwänge, und vieles mehr, bis hin zu Angst vor zwischenmenschlichen Kontakten Soziale Probleme: Durch fehlende soziale Kontakte mit Gleichaltrigen fehlte der Abgleich mit der Peergroup. Soziales Lernen kann offensichtlich nicht nur in den altbekannten Rahmen mit den eigenen Eltern stattfinden Schlafprobleme: In vielen Familien kam es durch den Wegfall der ordnenden Strukturen von Schule und Job zu einer Tag/Nachtumkehr. Abendliches zu langes Wachbleiben führte zu morgendlichem längerem Schlafen, was wiederum späteres Ins-Bett-gehen zur Folge hatte Zukunftssorgen: Nahezu alle Jugendlichen sorgen sich über unsichere Zukunftsperspektiven Wegfall und Mehrbelastung bei Schulabschluss, Schüleraustausch, Praktika und Bildungs-Auslandaufenthalten Selbstmordgefahr: Im Frühjahr 2021 haben im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Heranwachsende versucht, sich das Leben zu nehmen. Reduzierte soziale Kontakte, Schulschließungen und verstärkter isolierender Medienkonsum zählen zu den Hauptursachen Die so genannte Copsy-Studie der Universität Hamburg erforscht einen Teil dieser Problematiken, wie die psychische Gesundheit und Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen während der COVID-19-Pandemie. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung erforschte, dass die Lebenszufriedenheit der Abi-Jahrgänge aufgrund der Corona-Pandemie deutlich gesunken ist. Knapp 50% dieser Kinder machen sich erhebliche Sorgen um ihre Schulleistungen und damit Sorgen um die Zukunft. Jugendliche mit Migrationshintergrund sind insgesamt davon häufiger betroffen. Eine noch schier unüberschaubare Anzahl an Kindern hat neu aufgekommenen Therapiebedarf. Eltern tun gut daran sich vorübergehend als Unterstützer*innen im Co-Therapeutische Sinn zu verstehen und zu Hause aufzufangen, was im regulären Gesundheitswesen mit langen Wartezeiten verbunden ist. Hole Dir geeignete Hilfe, wenn Du allein nicht weiter weißt! Frage Deinen Kinderarzt*-ärztin oder rufe Therapeut*innen an. Eigeninitiative ist gefragt. FOTO: Ein Jahr der Verunsicherung in einem jungen Leben kann schwer wiegen – viel schwerer als für Erwachsene, wo ein Jahr nur einen kleinen Bruchteil des Lebens ausmacht. Das bedeutet konkret, dass 1 Jahr lang Leben im Ausnahmezustand mit Angst und Stress in der Gesellschaft für ein 4 Jahre altes Kind ein Viertel seines bisherigen Lebens prägt, wohingegen ein 50-Jähriger bzw. eine 50-Jährige über viele, viele Jahre eines normalen Lebens blickt. Da fällt ein einzelnes Jahr oder auch zwei oder drei nicht so sehr ins Gewicht. Es ist weniger „Lebensverändernd“, da der Erwachsene ein Pandemiejahr ganz anders in den Gesamtzusammenhang eingliedern kann als ein kleines Kind. Stell dir vor, dein Kind ist gerade vier Jahre alt und es kennt die Welt bisher kaum anders als im Ausnahmezustand. Da wird schnell deutlich, wieviel Muße und Durchhaltevermögen es von uns Eltern braucht, die Normalität kleiner Kinder wieder so anzulegen, dass sie es normal finden, dass Menschen sich ungezwungen, fröhlich begegnen. Dass es normal ist sich überall anzulächeln und hilfreich beiseitezustehen, ohne Gedanken an Keime. Einfach so die Hände schütteln und ohne Angst vor einer Ansteckung „Gesundheit“ zu sagen, wenn jemand niest und dabei an nichts weiter zu denken, weil tief im Verborgenen das Vertrauen in das eigene Immunsystem schlummert. Dazu brauchen unsere Kinder und Jugendlichen jetzt den ehrlichen Austausch mit uns Erwachsenen. Kindgerecht ehrlich sein bedeutet, dass ich mich in die Welt des Kindes hinein versetze und Antworten auf Fragen nach dem Sinn von Erkrankungen oder dem Tod von Menschen so formuliere, dass sie für das Kind verstehbar, verdaulich und vertrauensfördernd sind. Das wird also je nach Alter und dem jeweiligen Kind (ängstlich verträumt, frühreif, wissensdurstig…) sehr unterschiedlich sein. Vieles, was durch die Pandemie an Möglichkeiten zum Spiel und Treffen von Gleichaltrigen nicht möglich war, ist richtig blöd für die Kinder. Tröste Dein Kind. Nimm es in den Arm und werde nicht müde, auf bessere Zeiten hinzuweisen. Versuche auch in jedem Fall die Beziehung zu den Großeltern gut aufrecht zu erhalten. Von Besuchen mit Hygienemaßnahmen, die beiden Seiten gerecht werden oder dem Oma-Opa-Skype am Sonntagnachmittag ist vieles denkbar. Einige Familien haben die Gelegenheit ergriffen und die Beziehung durch Päckchen, das Senden von Fotos und Briefen sogar intensiviert. Mein Freund Henning, wies darauf hin, dass man manchmal hört, wegen der Corona-bedingten Maßnahmen (Abstandsregeln, Hygienekonzepten, Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht) wachse eine traumatisierte Generation heran. Das seien Übertreibungen, sagte er. Traumatisierte Generationen wachsen in Kriegszeiten heran. Menschen, die mit traumatisierten Flüchtlingskindern arbeiten, kennen den Unterschied zwischen Trauma und Verunsicherung. Es ist zum Glück nicht so, als ob nun plötzlich alle oder auch nur die meisten Kinder in den Wohlstandsgesellschaften dermaßen verstört wären, dass sie zeitlebens daran zu tragen hätten. Manche sind sogar besonders zufrieden mit der Ausnahmesituation. Außerdem hat jedes Kind, egal wie schwer es von Irritationen betroffen wurde, einen unberührten Kern, von wo aus zu jeder Zeit Heilung geschehen kann.
5 Krisen meistern FOTO einfügen: chinesisches Zeichen Krise mit Untertitel und Erklärung zu den Einzelzeichen, aus denen es sich zusammensetzt. Das chinesische Zeichen von Krise setzt sich zusammen aus den Einzelzeichen, die einzeln Gefahr und Chance bedeuten. Gemeinsam bedeuten diese Zeichen Krise. Und das ist es was wir wissen müssen. Jede Krise kann sich in eine Gefahrensituation entwickeln, in der der einzelner Mensch leidet und womöglich existentiell gefährdet ist. Jede Krise hat eine in sich verborgene Chance auf ein bisher unentdecktes Potential, wenn es gut geht. Du bist aus der Kurve gekippt. Die Krise wird vorübergehen. Du entscheidest heute zu einem sehr großen Teil über das Framing.
Frage Dich immer: Wird mein Kind in einigen Jahren traurig oder vielleicht sogar fröhlich auf jene Corona-Zeit zurückblicken? Ob und wie sehr ein Kind unter einer Krise leidet, hängt nach übereinstimmender Auffassung aller Fachleute in hohem Maß vom familiären Umfeld ab. Wir sind also Mitgestalter*innen dessen, was unsere Kinder erleben und in Erinnerung behalten werden. Klar ist, dass dabei niemand angeklagt wird. Manche Eltern haben wirklich große Schwierigkeiten, und da ist es nur allzu verständlich, wenn auch negative Stimmungen aufkommen. Und dennoch: Versuche mit allem, was Dir möglich ist, das Beste aus der Situation zu machen! Die Wirklichkeit hat einen Interpretationsspielraum. Du kannst, auch wenn alles ausweglos erscheint, für Dein Kind weiter Hoffnungslichter anzünden! Niemand weiß, wie der nächste Tag sein wird, es ist also nicht gelogen oder zu positiv dargestellt, wenn Du Dich selber mit dem tiefen Glauben verbindest, dass jeder, wirklich jeder Tag, der Tag sein kann, an dem grundlegende Richtungswechsel stattfinden. Und selbst wenn äußerlich nichts wahrnehmbar ist: Jeder Tag ist die Chance Deines Lebens. Du lebst, Du bist nicht tot. Dein Ball ist im Spiel. Glaube mir, als Ärztin weiß ich genau, wovon ich spreche. Nimm eine Geisteshaltung zu den äußeren Geschehnissen ein, die würdig ist, zukunftsoffen und bereit das Leben für Dein Kind zu einem Fest werden zu lassen, auch und gerade dann, wenn äußerlich alles dagegen spricht. Tue es Deinen Kindern zuliebe. Um ganz konkret zu sein: Es geht nicht darum, die Realität zu verleugnen, sondern im erwachsenen Wissen darum, ebenso die Realität der Hoffnung und der überraschenden Wandlungen zum Guten nicht aus den Augen zu verlieren und sogar zu stärken. Kleine Kinder müssen keine Details über die Krise wissen, um gesund groß zu werden. Sie brauchen nur Erwachsene, die ihnen vermitteln, dass alles gut wird, sogar dann, wenn sie manchmal selber nicht genau wissen wie.
6 Resilienz und Hoffnung Ein Jahr der Resilienz und Hoffnungsbotschaften in einem jungen Leben kann langfristig wirken – viel langfristiger als für Erwachsene, wo ein Jahr nur einen kleinen Bruchteil des Lebens ausmacht. Resilienz ist ein Wort, das man inzwischen oft hört. Was ist gemeint? Resilienz ist extrem wichtig. Mit Resilienz meint man die Fähigkeit eines Menschen, Krisen zu bewältigen und in Chancen umzuwandeln. Resilienz beschreibt die psychische Widerstandskraft, die Du brauchst, um schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen. Mit Resilienz und Deinen Ressourcen, kannst du Krisen, die Stürme des Lebens, als Anlass für Entwicklungen nutzen. Das bedeutet nicht, dass es leicht ist. Du wirst in Krisenzeiten auf die Knie gehen und nicht weiter wissen, aber Du kannst Dich mit dem Teil in Dir verbinden, der nicht bereit ist aufzugeben. Der nicht locker lässt, der auf unerwartete Wendungen zum Positiven hofft und dabei handlungsstark bleibt und alles dazu tut, was möglich ist. Wenn Dir einmal etwas Schlimmes passiert, dann stell Dir vor, dass Dein Leben genauso zu Dir passt, wie es ist, um Dich zu weiteren Zielen zu führen. Krisen können uns helfen zu wachsen. Das bekannte Sprichwort „Was mich nicht tötet, macht mich stark“, ist im Grunde eine einfache Erläuterung von Resilienz. Kennst Du Menschen, die auch in superstressigen, schwierigen Situationen gelassen bleiben, den Überblick behalten, unter starkem Druck ihre Leistungsfähigkeit behalten und sogar persönliche Angriffe mit scheinbarer Leichtigkeit wegstecken? Solche Menschen beherrschen die Fähigkeit der Resilienz. Wenn Du Resilienz üben willst, lese Biografien von Menschen die Krisen gemeistert haben, die einmal mehr wieder aufgestanden sind als alle anderen und die die Welt veränderten. Frage Dich immer häufiger, wenn das Leben Dich challengt: „Wozu könnte das jetzt gut sein?“. Übrigens: In einem sehr weiten Maße entscheidest Du, wie eine Krise rückblickend gewesen sein wird. Du kennst das Gleichnis von dem halbgefüllten Glas? FOTO einfügen: Halbvolles Glas Wasser. Ob wir das Glas als halbvoll oder als halbleer auffassen, ist eine Einstellungsfrage. Klar, manche Menschen sind als Optimisten geboren. Sie sehen immer halbvolle Gläser und sind sie meist gut darin ihre Umgebung zu motivieren. Auch wenn Du nicht angeborener Weise ein/eine Gute-Laune-Macher*in bist, kannst Du das lernen. Es wird dein Leben beeinflussen. Ein paar Anregungen dazu findest Du in diesem Buch. Ein Trick, den Du nutzen kannst und den ich weiter unten erkläre heißt: „Nutze die Kraft der „sich selbst erfüllenden Prophezeiungen“ und den so genannten Pygmalion-Effekt. 7 Fange bei Dir selbst an, um Deinem Kind zu helfen „Everyday is day one“, so beschreibt es Amazon-Gründer Jeff Bezos. Jeder Tag ist der erste Tag. Du musst nicht warten, um mit neuem pädagogischem Blick zu schauen; nicht bis zum Jahresende, nicht bis zum Urlaub und nicht bis irgendwas passiert. Du kannst Dich jederzeit mit der Frage beschäftigen, wie Du als Elternteil für Dein Kind eine immer bessere Mutter, ein immer besserer Vater wirst. Es gibt keine schlechten Tage. Jedem Tag kannst Du die Chance geben, dass er der Beste in Eurem Leben wird. Es gibt so viele Menschen, die sind mit ihrem Leben unzufrieden, die haben das Gefühl, es müsste mehr geben, es müsste besser sein, wenn nur dieser oder jener Mensch dieses oder jenes tun würde…, dann wäre alles besser… Das Leben mit Kindern ist herausfordernd, aber es liegt in Deinen Händen, es gut und schön und wahrhaftig werden zu lassen. Wo willst du mit Deinen Kindern in einem und wo in 10 Jahren stehen? Wie soll Deine Beziehung zu Deinen Kindern sein, wenn sie aus dem Haus gehen? Fang heute damit an, Dir das bewusst zu machen. Nimm direkt einen Stift zur Hand und schreibe, ohne groß nachzudenken, Deine Gedanken auf.GRAFIK: FREIRAUM FÜR NOTIZEN (1 Seite) 7.1 Struktur und Rhythmus In der Krise sind die Grundstrukturen von außen weggefallen, alles was uns trug. Die morgendliche Fahrt zum Kindergarten oder zur Schule, der Plausch mit anderen Eltern. Spontane Tür- und Angelgespräche beim Abgeben der Kinder und dann ins Büro und meist nette Kolleg*innen treffen. Jetzt gilt es neue Rhythmen zu schaffen. Rhythmus trägt das Leben. Vorhersehbarkeit ist für Kinder unglaublich wichtig. Je wichtiger, desto jünger die Kinder sind. Was meine ich damit genau? In einer Zeit in der dauernd weltweit Unvorhersehbares geschieht, erlebt ein jeder von uns seelische Erschütterungen. Auf den gewohnten Ablauf des Alltags, die so genannte Normalität, kann man sich nicht mehr verlassen. Für Kinder ist es dann besonders stabilisierend, eine Art Stundenplan zu haben. Hier findest du einen Stundenplan zum Anmalen und Verschönern als Kopiervorlage. Bitte betrachte den Plan als Strukturhilfe, nichts als fixes Gerüst. Wenn Du Dir mit Deinen Kindern für jeden Tag mindestens ein Lieblingsthema notierst, dem ihr euch widmen möchtet, dann hat der Tag schon gleich eine schöne Aufgabe, die ihr euch selber gegeben habt. Probiert es mal aus. 2 Seiten Stundenplan: Montag bis Sonntag 1x blanko und mit Ausmalmöglichkeiten für Mädchen mit Blumen und Tierlein Nebenbei: Kleine Kinder lieben solche Pläne, die sie mitgestalten und nachvollziehen können. Auch für Jugendliche sind sie wichtig. Achtet hier bitte unbedingt darauf, dass sich die Ins-Bett-Geh-Zeiten und die Screen-Zeiten nicht komplett verselbstständigen. Treffe hierzu klare Vereinbarungen; schriftlich, damit Du es selber nicht vergisst. Das ist ernst gemeint. Ausnahmesituationen haben natürlicherweise das Potential uns vergesslich für scheinbare Nebensächlichkeiten zu machen. In dem Fall also beispielsweise ein schleichendes Verschieben der Schlafzeiten. Das fällt kaum auf: Bis es zu spät ist, im wahrsten Sinne des Wortes. Bei Jugendlichen, deren Tage keinen Inhalt mehr haben und die zu wenig draußen unter Gleichaltrigen sind, droht eine Tag-/Nachtumkehr. Das heißt, sie neigen dazu abends immer später ins Bett zu gehen, morgens immer länger zu schlafen und schließlich die Nacht zum Tag zu machen. Dies sollten wir im Blick haben und vorausschauend vermeiden. 7.2 Die innere Haltung Meine spannendste und herausforderndste Aufgabe als Erziehungsberaterin besteht darin, Dich an Deine ureigensten Kompetenz zu erinnern. Du hast in Deinem Herzen all das Mutter-Wissen, das Dein Kind braucht. Es ist nur oft etwas verschüttet. Vielleicht warst Du auch durch die Weltlage und Expertenmeinungen verunsichert. Nun geht es in diesem Kapitel darum, die Herzensverbindung zu Deinem inneren Wissen und Deinem Kind wieder frei zu legen. Kinder zu erziehen, ist ein Übungsweg. Keine von uns kommt als perfekte Mutter in die Welt und bei allem Optimismus müssen wir uns eingestehen, dass wir unseren Kindern nicht immer, sogar recht oft, nicht gerecht werden. Aus Zeitnot, eigenen emotionalen, finanziellen, oder sonst wie gearteten Sorgen, um die wir innerlich kreisen, stören uns die Kinder sogar oft. Wann immer Dir dies auffällt, auch wenn es nur ganz leise ist, halte inne und frage Dich, was wirklich im Leben für Dich und Dein Kind wesentlich ist. Entschleunige Dein Leben und wenn Du spürst, dass Du Deinem Kind länger nicht gerecht wirst, dann hole dir Hilfe und Unterstützung. Mache das früh und frage deutlich um Hilfe. Fange bei den Omas und Opas an, frage Freund*innen, Pat*innen, andere Eltern im Kindergarten oder Schule, die Erziehungspersonen, Nachbarn und wende Dich bitte an Erziehungsberatungsstellen oder das Jugendamt, wenn Du gar nicht weiter weist. Die Zahl der Kindesmisshandlungen ist im Lockdown gestiegen und deshalb schreibe ich hier so eindringlich und ermuntere zum Hilfsangebot, bevor es zu Handgreiflichkeiten zu Hause kommt. So schlimm kommt es in den meisten Fällen glücklicherweise nicht. Und Du kannst vorbeugen, indem Du lernst, immer wieder bewusste Beziehungsmomente in Dein Leben zu integrieren. Hier sind ein paar kleine Anregungen:DankbarkeitSehr hilfreich und in Studien gut belegt ist das Führen eines Dankbarkeitstagebuchs für Erwachsene. Wenn Du dies regelmäßig praktizierst, indem Du Dir täglich nur 3 Dinge ins Bewusstsein rufst, für die Du im Leben dankbar bist, wird es Dein Leben revolutionieren. Dankbarkeit ist auch eine goldene Regel der Erziehungskunst. Wenn Du keine Dankbarkeit Deinem Kind gegenüber verspürst, allein deshalb schon, weil es Dein Leben bereichert, dann solltest Du diese Dankbarkeit in Dir wieder erneuern. Schreibe täglich 3 Dinge auf, für die Du dankbar bist. Es kann das Kinderlachen sein, die selbst gemalten bunten Bilder im Haus, das Spiel im Sandkasten, es gibt unzählige Dinge. Beginne gleich heute, hier und jetzt. So wirst du nebenbei dem Tagesende eine kleine Krone aufsetzen. Nimm Dir öfters mal eine Extra-Einheit Zeit zum Spielen, und zwar ohne dabei versteckt erzieherisch wirken zu wollen. Lass es los und tauche ganz ins Spiel ein. Alle Kinder lieben übrigens Humor, Lächeln und gute Witze. Das Erzählen guter Witze kann man üben. Suche heute noch drei altersentsprechende gute Witze aus, lerne sie auswendig und erzähle sie frei einer Gruppe von Kindern. Fang bei Deinem eigenen Kind an. Bleibe bei der bewussten Arbeit an der Dankbarkeit, auch wenn es Tage gibt, wo nichts zu klappen scheint! Schreibe Deine Gedanken dazu auf. Ich empfehle Dir mit Deinen Kindern jeden Tag ganz bewusst etwas sozial Schönes zu tun, was ein bisschen mehr Licht und Wärme in die Welt bringt. Ob ihr den Vögelchen im Winter einen leckeren Körnerring bastelt, den Nachbarn spontan ein Stück selbstgebackenen Kuchen bringt oder der Oma ein Bild malt, das ihr mit der Post schickt. Jeder Tag trägt dazu bei. Gern rate ich Eltern, zusammen mit ihren größeren Kindern, ein Tagebuch zu gestalten. Mit Texten, Zeitungsschnipseln, Fotos, selbst gemalten Bildchen. Titel: Unser goldenes Jahr. „Highlights trotz Corona!“ könnte das Motto lauten, oder „Unsere reiche Corona-Zeit.“ Du schreibst dies Tagebuch federführend und mit Deinem Kind gemeinsam. Es kann auch ein Wochenbuch sein. Wichtig ist, regelmäßig dranzubleiben. Es soll wie ein Poesiealbum ein Erinnerungsjuwel werden.Halbe Seite: Kopiervorlage für Dich: 3 Dinge mit dem Kind bzw. den Kindern in meinem Leben, für die ich dankbar bin: AufmerksamkeitIn Zeiten äußerer Krisen ist der folgende Tipp besonders wichtig. Auch im so genannten „normalen“ Leben sollte er nie fehlen: Wende Dich Deinem Kind jeden Tag, wirklich 1x jeden Tag, innerlich mit bewusster Aufmerksamkeit zu. Spüre, wie es Deinem Kind geht. Betrachte es innerlich, lass es vor Deinem inneren Auge erscheinen. Beobachte wie es lacht, spielt, sich bewegt, fühle seine Haare, seine kleinen Hände, bemerke einen Wimperschlag, der Dich beeindruckt. Mit Liebe und Andacht zu kleinen Dingen, die Dir ganz oft entgehen. Es reichen 10 Minuten am Tag dies zu tun. Mache ein Ritual aus diesen feinen Beobachtungen. Grafik/Layout Gebe 1 Seite für Notizen
PositivitätSicher kennst Du die Redewendung “Stroh zu Gold verwandeln“. Was ist damit gemeint? Neben magischen Glücksmomenten in Märchen, sagt man diese Fähigkeit Stroh zu Gold zu verwandeln Menschen nach, die ausweglos erscheinende Situationen so für sich entwickeln können, dass sie dennoch als Gewinner herausgehen. Sie richten den Schwerpunkt ihrer Aufmerksamkeit auf die guten Dinge. Und die gibt es in der finstersten Stunde. Positivität bezeichnet eine Grundhaltung, die als bewusste Entscheidung die Aufmerksamkeit immer wieder gezielt auf Positives richtet. Du kannst Positivität üben.Für die von uns, die sich an Textpassagen aus der Bibel erinnern, sei die Geschichte von Jesus genannt, der mit seinen Jüngern spazieren geht und an einem verwesenden Hundekadaver vorüberkommt. Die Jünger wollen sich angewidert abwenden, aber Jesus macht sie auf das schöne Gebiss des toten Tieres aufmerksam. Im Hinblick auf die Pandemie, gibt es sicher auch in Deinem Leben gute Elemente, die gerade dadurch zum Vorschein kamen. Wenn Dir gar nichts einfällt, frage ein paar richtig gute Freunde um Rat und bitte Sie Dir zu helfen es zu sehen und Dein Leben so zu führen, dass diese guten Elemente einen Platz darin finden können. AbendfriedenFange beispielsweise abends damit an, wenn Dein kleines Kind im Bettchen liegt und schläft. Setze Dich an sein Bett und beobachte Deinen kleinen Schützling, wie er friedlich schläft. Schließe Frieden über die Streitigkeiten des Tages und schaue Dein schlafendes Kind an, wie es einem kleinen Engel gleich dort liegt. Erfreue Dich daran und nimm Dir für den kommenden Tag vor, eine noch bessere Beziehung zu ihm aufzubauen. Tagesrückschau Eine anregenden Übung für Erwachsene und Jugendliche bietet sich abends als gemeinsame Tagesrückschau an: Beginnend vom Tagesende zum Tagesbeginn. Was hat sich alles ereignet? Welche Gedanken, Begegnungen, Taten haben mich erhoben, erhellt, erleichtert neben all dem Niederziehenden, womit ich ständig konfrontiert werde? Schreibe doch hier einmal versuchsweise den gestrigen Tag vom Abend zum Morgen aus. Grafik/Layout 1 Seite für Notizen 1 Seite Platz geben, mit der Überschrift: Das nehme ich mir vor. Das sind meine Lieblingsübungen: 7.3 Meditatives „Monkey Mind“ nennen die Buddhisten Deinen Geist, wenn er ruhelos, launenhaft, überspannt, scheinbar unkontrollierbar von einem Gedanken zum nächsten fliegt. Du blickst Dein Kind an und eine Kette an Gedanken ballert los: „Oh ich habe ihm noch nicht die Haare gekämmt, die Erzieherin der Montagsgruppe hat neulich schon etwas vorwurfsvoll deshalb geguckt, sie wird einen Kommentar machen. Ich sollte auf dem Rückweg vom Kindergarten versuchen, beim Bäcker anzuhalten, zwischendurch den Chef anrufen, um einen Artikel zu besprechen und mehrere Fragen der Kolleg*innen beantworten, unbedingt später die Buntwäsche ansetzen, noch den Elternabendtermin abstimmen…“ und so weiter und so fort, ein Karussell an Gedanken. Monkey Mind eben. Gedanken, die wie herumhüpfende, kreischende Affen sich von Ast zu Ast schwingen, für unangenehme Unruhe sorgen und sich nur um Alltägliches ranken. Und die Dich vom Wesentlichen gern ablenken. Sehr viele Menschen leiden vor allem in ihrem Alltag darunter. Dabei können schon ganz einfache Methoden wie Achtsamkeit uns helfen, einen herausfordernden Alltag gelassener, fokussierter und vor allem gesünder zu meistern.Probiere es aus! Hast Du schon Erfahrung mit Meditation? Dann integriere sie jetzt (wieder) in Deinen Alltag. Richte in Deiner Wohnung einen Platz dafür ein. Kreiere einen eigenen Raum oder auch nur eine Ecke, die atmosphärisch schön und nur für Dich ist. Wenn Du magst, stelle eine schöne Pflanze hin, einen flauschigen Teppich, Bodenkissen, einen Kristall. Vielleicht nimmst Du auch einen Gong hinzu den Du läuten kannst als Zeichen, dass Du eine ungestörte Zeit möchtest. Fange ruhig mit wenigen Minuten am Tag an. Es gibt sogar Meditations-Apps und Kurse, die Dir den Einstieg erleichtern. Ein Geheimtipp liegt in der Regelmäßigkeit. Wenn Dir täglich kurze Zeiteinheiten gelingen, entstehen von dort aus kleine Oasen der Ruhe. Versuche auf Reisen etwas mitnehmen, das den Ort repräsentiert, damit Du es in der Zeit nicht wieder verlierst. Manche Kinder wollen auch gern meditieren oder zuschauen oder in der Zeit malen, während Du meditierst. Finde und manifestiere den passenden Weg für Dich und Deine Familie. Schaue, dass Du auf jeden Fall – und wenn es anfangs nur zwei Minuten sind- kleine Zeiteinheiten für Dich eroberst, die nur Dir gehören. Achtsamkeit, Imaginationsreisen und Mini-Meditationen sind übrigens für viele Kinder und Jugendliche sehr ausgleichend. Probiere das ruhig einmal aus. Auf meiner Webseite www.kindgerecht-koeln.de findest Du unter dem Button „Schulungswege“ ein paar kleine Übungen, mit denen Du Dich Deinem Kind meditativ annähern kannst. Hier gibt es auch bald Podcasts, mit Anleitungen für Achtsamkeit und Meditation mit Deinen Kindern. 7.4 Gedankenkraft Über die Macht der Gedanken und das kreative Potential durch Gedanken Wirklichkeit entstehen zu lassen, wurden schon unzählige berechtigte Bücher geschrieben. Hier sei einmal ein Aspekt erwähnt, der in unserem Leben als Eltern eine tägliche Rolle spielen kann. Der Pygmalion EffektKompliziertes Wort, doch was ist gemeint? Der Pygmalion Effekt beschreibt das Phänomen, dass die Erwartung einer Lehrperson, ob sich ein Schüler/eine Schülerin leistungsmäßig gut oder schlecht entwickeln wird, Realität werden wird. Die Benennung des Phänomens geht auf einen Versuch von R. Rosenthal zurück. Er zeigte in einem Forschungsexperiment, dass eine Lehrperson, der suggeriert wird, einige Schüler*innen seien besonders begabt, diese unbewusst so fördern wird, dass diese am Ende auch tatsächlich ihre Leistungen steigern. Leider gilt das Ganze auch umgekehrt! Also Kinder, von denen die Lehrpersonen die „im Experiment zufällig verteilte“ Information bekam, dass sie sehr gute Schüler werden würden, wurden auch im Weiteren tatsächlich gute Schüler *innen. Lehrpersonen, die wegen der experimentellen Vorinformationen dachten, es mit Schüler*innen zu tun zu haben, die sich schulisch schlecht entwickeln würden, hatten prognostisch auch recht und die Kinder entwickelten sich schulisch tatsächlich schlechter. Das Ganze funktionierte also, obwohl den Kindern die Erfolgs- oder Misserfolgsprognose durch Zufallsverteilung (!) mitgegeben wurde und nichts mit der Realität zu tun hatte. Wenn das nur annähernd stimmt, dann spielt die Einstellung der Lehrer*innen zu unseren Kindern eine entscheidende Rolle für deren schulischen Erfolg und wir sollten immer, wenn wir auch nur ein latent ungutes Gefühl in dieser Hinsicht haben, sehr wachsam und mutig sein und es ansprechen. Ich vermute, dass ein Coaching an der Stelle wichtig ist, da wir es in der Schule oft mit überalterten Machtstrukturen zu tun haben. Darüber hinaus können wir davon ausgehen, dass es auch für unsere Einstellung zu unserem Kind zutrifft. Da wird es dann schon tricky. Wie ist denn Deine Einstellung zu Deinem Kind generell? Wie ist Deine Einstellung jetzt in bzw. nach der Pandemie? Wie lauten Deine unausgesprochenen Glaubenssätze? 8 So begleitest Du Dein Kind 8.1 Allgemeines Kinder zu verstehen ist auf der einen Seite sehr einfach und auf der anderen Seite sehr schwer. Wie geht das Beides zusammen? Zunächst müssen wir uns bewusstmachen, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind. Ein Kinderkörper hat nicht nur teilweise noch andere Organe, wie den Thymus. Kinder und das gilt umso mehr, je kleiner sie sind, haben zum Teil wirklich grundlegend andere Bedürfnisse, die weit über die von Erwachsenen hinausgehen. So brauchen sie existentiell mehr Schutz, Liebe und empathische Menschen um sich herum. Es fällt uns Erwachsenen manches Mal sehr schwer, sich das wirklich vorzustellen. Erinnere Dich mal an Deine Kindheit, an die Zeit als Du vier Jahre alt warst, oder sechs. Was war Dein Lieblingsspielzeug? Wie gut haben Deine Eltern Dich verstanden? Was hat Dir damals Angst gemacht? Nimm Dir ein wenig Zeit, um Dich einzustimmen. 1 Seite für Notizen Mit etwas Hinwendung finden wir schnell Zugang zu unseren inneren Kindheitsbereichen und oft auch zu unserem inneren Kind. Wenn wir ehrlich sind, ist unser Alltag oft von einer gewissen Funktionalität gekennzeichnet, wo wir als Erwachsene schon etwas abgestumpft sind. Versuch wieder so feinfühlig und einfühlsam zu werden, wie Du damals warst. Und auch so beeindruckbar. Kinder sind jeden Morgen, an dem sie wach werden der Welt gegenüber offen und positiv eingestellt. Sie blühen in der freien Natur auf, lese dazu auch das Kapitel: Natur als Kraftort für Kinder. Sie glauben an Schutzengel, das Christkind, sehen Zwerge, tanzenden Elfen und sprechen mit Tieren und Blümlein. Ihr Geist ist gutmütig. Sie sehen erst einmal in allem das Gute und sie sind Künstler darin, jeden Tag neu zu beginnen. Ihre Welt ist von der Grundstimmung her heiter und Heiterkeit sollte auch unsere Grundstimmung sein, in der wir ihnen begegnen. Dazu ist die Morning Sunrise Übung, die Du auf meiner Webseite www.kindgerecht.koeln.de findest, eine wunderbare Einstimmung. Ich gehe davon aus, dass Kinder kleine Menschen sind, die einen Körper, eine Seele und einen eigenen Geist haben. Ich halte das für sowohl aus meiner Lebenserfahrung als Mutter, als auch als Ärztin, die jahrelang mit Kindern und Jugendlichen arbeitet für so selbstverständlich, dass man darüber debattieren kann, ob es überhaupt ausgeschrieben werden muss. Aber da es einmal in ferner Vergangenheit bei den Kirchenvätern ein sogenanntes Konzil von Konstantinopel gab, wo der Geist abgeschafft wurde, und ich im Folgenden die Begriffe Seele und Geist nutzen möchte, führe ich sie vorsichtshalber hiermit wieder ein. Übrigens immer, wenn ich von Gesundheit oder Krankheit schreibe, meine ich, dass entweder Körper, Seele und/oder der Geist betroffen sein können. Im Einzelnen muss man genau schauen, wo die Schwerpunkte einer Problematik liegen. 7.2 Akutgefühle - Grundgefühle „Mein tägliches Ziel: In guter innerer Verbindung mit meinem Kind sein.“ (Eine Mutter) Die beiden Zauberworte der Pädagogik sind soziale Wärme und soziale Schönheit. Besonders in schwierigen Zeiten sollten wir uns daran orientieren. Im Alltagstrubel vergessen wir ab und an, welches unglaublich große Geschenk ein Kind in unserem Leben ist. Jugendliche mit ihren oft wehrigen, impulsiven Verhaltensweisen machen es uns vordergründig auch schwer. Die notwendigen Auseinandersetzungen in diesem Lebensalter fordern oft unsere eigenen ungelösten Konfliktfähigkeiten heraus. Du findest dazu mehr im Kapitel zu den Jugendlichen. In Kursen für Selbstentwicklung wird Menschen gern die Aufgabe gegeben sich vorzustellen, dass sie am Lebensende stünden, vielleicht noch ein paar Tage zu leben hätten und sich dann fragen, was wirklich wichtig und wesentlich in ihrem Leben gewesen ist. Stelle Dir doch einmal vor, Dein Kind wäre nie in Deinem Leben gewesen. Das wäre ein fürchterlicher Verlust, oder? Du hättest eine komplett andere Biografie erlebt. Überlege mal, was Du in Deinem Leben alles erfahren hast, was Du alles gelernt hast, wen Du alles kennen gelernt hast durch dein Kind. Stelle Dir vor, wie das Alles niemals ohne Dein Kind geschehen wäre. Abgesehen von den unzähligen wunderschönen Momenten, die ihr gemeinsam hattet und, da das mit dem Visualisieren des Lebensendes ja nur ein Gedankenspiel ist, wie viele tolle Momente ihr in Zukunft miteinander haben werdet. Der Alltagstrubel allerdings ist, so optimiert er vielleicht abläuft, oft ein Vernebler von wirklich tiefen Beziehungen. Ich meine damit, dass oft die gesamte vorhandene Energie darauf verwendet wird, Kinder zum „Funktionieren“ im System zu trimmen. Allein in dem Vorhaben, ein Kind schulisch zu unterstützen, kann man komplett aufgehen. Allerdings häufig mit dem Resultat, dass kaum noch über anderes als Schule gesprochen wird. Dem Thema Schule & Kindergarten wollen wir uns später noch widmen. Jetzt geht es darum, dass Du Deine Liebe und Deine Erkenntniskraft für Dein Kind stärkst. Optimalerweise bist Du bereit dafür einen inneren Weg zu gehen. Einen Prozess zu beginnen, der Dich Schritt für Schritt von vorgefertigten Meinungen, wie Kinder im Allgemeinen sein sollen, wegbringt. Eigentlich ist es unverständlich, dass wir so unendlich viele Vorstellungen davon haben, wie ein „gut erzogenes“ Kind zu sein hat. Wenn Du all das einmal für kurze Zeiträume in Deiner Gedankenwelt loslässt und Dich Deinem Kind mit der inneren Frage widmest: Wer bist Du? Dann können sich schrittweise Erkenntnisse zeigen, die Dir bis dahin verschlossen waren. Dafür begegnest Du Deinem Kind so, wie es wirklich ist und kannst Dein Kind vorurteilslos begleiten und es da abholen, wo es gerade innerlich steht. Zusätzlich denke bitte daran genau zu schauen was los ist bei Deinem Kind um gezielt zu helfen. Lerne zwischen Akutgefühlen und Grundgefühlen bei Deinem Kind zu unterscheiden. Was ist gemeint? Ein emotional gut gebundenes Kind, das sich sicher fühlt, kann durchaus Phasen haben, in denen es streitlustig und unwirsch ist, konfrontativ und Grenzen testet. Das gehört zur normalen kindlichen Entwicklung dazu. Dann gibt es mal Streit und mal fließen die Tränen. Es sind akute Streitigkeiten, am nächsten Tag ist alles wieder gut. Dein Kind, so würdest Du es schildern, ist alles in allem meist in guter Stimmung. Ihr vertragt euch schnell wieder und Dein Kind wirkt auf Dich so, als ob sich grundsätzlich wohl fühlt in seinem Leben und in seinem Körper. Dann hat es auch eine gute Grundstimmung. Es gibt aber Kinder, die von Grund auf gereizt sind. Kinder, mit denen Du vielleicht kaum Streit hast, die aber traurig wirken, zu still, Ringe unter den Augen haben oder dauernd gereizt und streitlustig sind. Auf diese Kinder solltest Du aufmerksam sein. Hier folgen allgemeine Empfehlungen, die für so gut wie jedes Kind passen. Wenn Dein Kind aber starke Weigerungen oder Ängste hat, sollte zusätzlich mit einem Experten/einer Expertin als Unterstützung geschaut werden, was Dein Kind noch braucht. Platz geben für Notizen 7.3 Erste-Hilfe Tipps: Manchmal ist der Familienalltag einfach komplett aus dem Lot. Die Kinder sind „durch“ und Du spürst als Mutter, dass Deine Kinder unruhig, zappelig, nervös, unleidlich sind, und zwar aus einer tieferen Schicht heraus. Nicht nur so ein bisschen von der Oberfläche her. Für solche Phase, die ja während der Pandemie von vielen Familien berichtet wurden, möchte ich Dir kleine Notfalltipps geben. Mit diesen Empfehlungen kannst du schnell eine Besserung herbeiführen, um dann mit Aufmerksamkeit und Muße zu schauen, wie es so weit kommen konnte. 1. Die 10-Minuten-Regel Foto Kinderhand in ElternhandWende Dich täglich für kleine Zeiteinheiten mit ungeteilter Aufmerksamkeit Deinem Kind zu. Deine milde, nichts wollende Aufmerksamkeit ist für Dein Kind wie ein warmer Sonnenstrahl, es bemerkt sie sofort und sehnt sich danach. Nimm Dir einmal am Tag Zeit, einfach so Dein Kind zu betrachten und ganz für es da zu sein. Steig ein in sein Spiel, beobachte wie es ihm geht. Mache Späße, Witze und stille Freude. Auch einmal in der Woche nachts, wenn Dein Kind schläft, solltest Du Dich ruhig an sein Bettchen schleichen und Dein schlafendes Kind betrachten. Schau, wie Dein Wirbelwind nun ruhig liegt, die Äuglein geschlossen, das Gesicht ganz weich. Gönne Dir kleine Momente der Innigkeit, ohne Alltags-Gedanken, ohne Sorgen. 2. Der tägliche Mini-Geburtstag Wenn Deine Beziehung zu Deinem Kind gerade nicht ganz gut ist oder Dein Kind an irgendetwas leidet, dann versuche einmal die „Mini- Geburtstags-Übung“ einen Monat lang konsequent durchzuführen. Was hat es damit auf sich? Ich empfehle diese Übung quasi als Notfallübung immer dann, wenn ein Kind gerade wirklich schlecht dran ist. Egal ob es uns beeindruckt, dadurch, dass es schlecht schläft, nicht mit uns spricht, aggressiv ist oder Nachbars Hauswände anmalt. Das Kind gibt uns durch sein Verhalten deutliche Signale, dass etwas nicht stimmt. Neben der Übung zu gutem inneren Verbindungsaufbau, die manchmal etwas Zeit braucht, geben wir unserem Kind hier sofort einen Energie-Booster. Und zwar ohne, dass es dafür etwas tun muss. Einfach weil es ist. Es ist so unglaublich erleichternd, wenn man, egal ob als Kind oder Erwachsener die Erfahrung machen darf, jemand hat mich so lieb, wie ich bin und ist bereit, mir das zu zeigen. Über einen konstanten Zeitraum hinweg. Das beruhigt und entspannt beide Seiten. Wenn ein Kind einsam oder traurig ist, gelingt es leicht. Zuerst klingt es vielleicht paradox, wenn Du es schwer hast mit deinem Kind. Denn Dein Kind nervt Dich gerade vielleicht besonders. Du würdest es insgeheim am liebsten manchmal in die letzte Ecke des Mondes ohne Rückfahrkarte schicken wollen (natürlich nur vorübergehend). Die Notfall-Idee ist, dass Du Dir nun dennoch täglich überlegst, wie Du Deinem Kind jeden Tag eine kleine Freude machen kannst. Diese Freude darf auch klitzeklein sein. Dazu nimmst Du Dir jeden Tag fünf Minuten Zeit, um zu überlegen, was ein tief gemeinter Ausdruck Deiner Wertschätzung für Dein Kind sein kann. Ungeachtet aller Kritik oder Fehler die Du siehst. Eine kleine Freude schenken. Du machst es einfach. Natürlich kann das auch mal ein selbst gebackener Kuchen sein, vielleicht gerade an einem Tag, wo Dein Kind eine 5 in Mathe heimbringt. Was zuerst paradox klingt, darf es auch sein. Denk mal an Deine eigene Kindheit und wie miserabel es Dir ging, wenn Du eine Mathearbeit verhauen hattest. Da ging es einem eh schon schlecht genug, als dass man Eltern brauchte, die vorwurfsvoll mit mahnender Miene fragten, ob man nicht genug gelernt hatte. Wie wäre das ein Fest gewesen, wenn die Mutter einen mit einem Kakao getröstet hätte und Hoffnung vermittelt hätte; „Die Welt geht davon nicht unter, mein Schatz. Wir finden schon eine Lösung.“Es kann auch mal ein Ausflug zum Zoo sein. Vor allen aber können es auch kleine Dinge sein. Das Lieblingsessen kochen, anbieten ein Fotoalbum anzuschauen, eine Fußmassage, ein Luftballon. Es geht nicht darum Dein Kind mit Zeugs zu überschütten. Es geht darum, dass Du absichtslos ohne dass es von außen einen Anlass braucht Deinem Kind eine Verwöhnportion schenkst. Und keine Angst, Dein Kind wird dadurch kein Tyrann oder megaverwöhnt. Es tankt einfach Deine Liebe dankbar auf und Du darfst es genießen die bedingungslose Liebe zu Deinem Kind zu zeigen. 3. Das 5-Ührchen Das 5-Ührchen ist eine nette Familiengewohnheit, die sich an die engl. Tradition anlehnt, wo jeden Tag um 17 Uhr Teatime ist, egal was kommt. Dein 5-Ührchen kann so aussehen, dass Du bei Euch zu Hause an jedem Wochentag um 17 Uhr an Deinem schön zurecht gemachten Esstisch sitzt. Du hast Euren Lieblingstee zubereitet, Blumen in die Vase gestellt, im Winter vielleicht eine Kerze daneben angezündet und Du bist für 20 Minuten oder eine halbe Stunde einfach da. Absichtslos, offen, für das was passiert. Das 5-Ührchen ist ein Kontaktangebot für Deine Kinder. Es bietet die Möglichkeit zu reden oder einfach nur beisammen zu sein und etwas Leckeres zu schmausen. Es gibt wundervolle milde Kinderfrüchte-Tees, Du kannst sie je nach Jahreszeit mit schönen Blütenblättern dekorieren. Selbstverständlich kannst Du auch etwas Lesen oder Handarbeiten, es sollte nur so sein, dass Du es jederzeit mühelos beiseitelegen kannst, wenn eines Deiner Kinder kommt. Grafik richtig schön gedeckter Tisch mit Blumen 4. Die Morgen-Massage Grafik massierende Hände am Kinderkörper Diese Übung liebe ich besonders. Wenn ich Eltern in der Beratung davon erzähle, ernte ich allerdings oftmals am Anfang besorgte Gesichter…“Oh das ist sicher viel Arbeit?“. Nein liebe Eltern, es ist nicht viel Arbeit, es braucht nur den Entschluss es zu tun und ein Tagesinvestment von ca. 7 Minuten. Also worum geht es? Wenn Dein Kind leicht gereizt ist, schnell irritiert, ängstlich, oder öfters mal „neben sich steht“, dann ist diese Form der morgendlichen Massage angezeigt. Sie wirkt wie ein sanftes Beruhigungsmittel, wenn Du sie getreu über einen Monat lang machst. Deine innere Haltung ist wesentlich, denn die Massage bringt rein gar nichts, wenn Du selber gestresst oder aus dem Häuschen bist. Beginne Deinen Tag damit, dass Du Dir wenige Minuten Ruhe gönnst, bevor Du in den Alltag rauschst. Komme richtig an im Tag, im Bett, in Deinem Körper. Verbinde Dich innerlich mit einem schönen kräftigen Bild und gehe bewusst in innere Ruhe gehüllt zum Bett Deines Kindes. Wenn es noch schläft, wecke es sanft und liebevoll. Bei allen Formen von Massage bei Kindern gilt die Regel, dass wir uns von dem Kind führen lassen, was die Intensität der Massageberührungen und eines Öls angeht. Es gibt verschiedenste Öle, die mild sind und unaufdringlich. Gerade bei empfindsamen Kindern, es gibt ja auch extrem geruchssensitive Kleinkinder, kommt der Wahl eines Öls eine besondere Bedeutung zu. Ich empfehle gern Malven-Öl. Es ist vom Duft her mild und hat seinen Einsatzbereich bei seelischer Erschöpfung. Du kannst die Morgenmassage auch komplett ohne Öle machen, auf jeden Fall sollten diese stets sparsam zum Einsatz kommen. Dein Kind soll dabei nicht ölig oder glitschig werden. Grafik: Platz für Notizen (z.B. Foto Ricardo von Heftseiten und Platz für handschriftliche Eintragungen) Stelle Dir folgende Fragen: Was mag mein Kind ganz besonders gern? Wie sieht der perfekte Corona-Tag für mein Kind aus? Wie oft braucht mein Kind diese perfekten Corona-Tage derzeit in seinem Leben? 1 Seite Platz geben 8 Das braucht mein Kleinkind. Das braucht mein Kindergartenkind An den ganz Kleinen geht die Zeit spurlos vorüber, es gelangt nichts schmerzlich ins Bewusstsein, wenn wir es gut eingliedern und uns gut überlegen, wie wir mit den Kindern kommunizieren. Wir sind in der wunderbaren Position die Welterfahrungen für unsere Kinder gestalten zu können. In dem Alter sollten Kinder nicht zu früh vom Intellekt her an das Thema Corona heran geführt werden, denn es droht das Entstehen von Ängsten und Waschzwängen. Neue vorübergehende Regeln, wie z.B. das Händewaschen und Abstandsregeln sollten spielerisch eingeführt werden. Das gilt natürlich nur dort, wo die Regeln im öffentlichen Raum unumgänglich und sinnvoll sind. Weigerungen bei Kindern müssen liebevoll und geduldig begleitet werden. Schimpfen oder gar Bestrafen, wenn Regeln nicht eingehalten werden sind strikt zu vermeiden. Kinder in diesem Alter lernen stark durch Nachahmung und weniger durch Worte. Sie ahmen übrigens das nach, was ihnen nachahmenswert und erstrebenswert erscheint, was sie neugierig macht und ihre Spiel- und Teilhabefreude weckt. Also frage Dich immer: Wie kann ich etwas Neues für ein Kleinkind unaufgeregt interessant machen, so dass es mitmachen möchte, ohne groß darüber nachzudenken? Intellektuelle Wissensvermittlung ist ab dem Schulalter dran. Erinnerst Du Dich an den Stundenplan vom Anfang diesen Buches? Ich finde es sollte mindestens einen festen Natur-Tag darin geben. Ihr findet im Folgenden eine Sammlung an Tipps, für die ihr zu Hause -außer Eurer Aufmerksamkeit - wenig Material benötigt. Es gibt eine Grundregel der Kinder*ärztinnen zum Kinderspielzeug: Kinder brauchen viel Spiel und wenig Zeug. GASTBEITRAG:Welche Vor- und Nachteile hat die Corona-Situation für Kindergartenkinder gebracht?Milena (27 Jahre, Kinderpflegerin) und Tobias (35 Jahre, Informatiker), Eltern von Tom (1 Jahr) und Daniel (3 Jahre). „Zunächst hatten wir sehr günstige Vorbedingungen: Wir wohnen mit sehr netten, kinderfreundlichen und „Corona-entspannten“ Menschen in einem Haus mit Garten, Mutter in Elternzeit, Vater hatte die Möglichkeit einen neuen, sehr zeitflexiblen Job halbtags im Homeoffice anzutreten. Die Kinder haben zunächst sehr viel durch die Corona-Zeit gewonnen, da wir Eltern, vor allem Papa, sehr viel mehr Zeit zuhause und auch mit den Kindern verbracht haben. Wir waren viel draußen, haben im Lockdown den Garten auf Vordermann gebracht und da wo es ging mit anderen Kindern gespielt. Dadurch, dass das Kind noch sehr klein war (12 Monate bei Beginn der Pandemie), waren es auch noch nicht viele Freunde. Die unregelmäßigen Betreuungszeiten bei der Tagesmutter waren ab und zu anstrengend, konnten aber immer durch uns Eltern aufgefangen werden. Das Kind war auch schon so sicher, dass es auch nach längerer Zeit nicht wieder eingewöhnt werden musste. Unser zweites Kind ist in der Coronazeit geboren (März 2021), auch da hatten wir Glück mit dem Krankenhaus, u.a. dass unter der Geburt keine Maske getragen werden muss, der Papa bei der Geburt und auch sonst immer dabei sein durfte etc.. Das Irritierendste für die Kinder waren sicherlich die Masken, wobei sie, außer beim Arzt, wenig direkten Kontakt mit „Maskierten“ hatten. Von den sonstigen Einschränkungen waren sie aufgrund ihres Alters kaum betroffen und wir Eltern haben es meistens geschafft darum herumzuplanen oder z.B. auf eine längere Reise, die ja für die Kinder auch immer anstrengend ist, zu verzichten. Zusammenfassend könnte man vielleicht sagen, dass unsere Kinder in der ganzen Zeit viel mehr elterliche und häusliche Bindung erfahren haben, als das sonst möglicherweise der Fall gewesen wäre, was für ihre Beheimatung sicherlich von Vorteil ist. Auf der anderen Seite hatten wir jedoch viel weniger Fremdkontakt und dadurch eben auch weniger Austausch von Erregern, was sich jetzt nach der Pandemie durch häufigere Infekte, nicht nur bei den Kindern, deutlich bemerkbar macht.Sollte es nochmal zu pandemischen Situationen kommen, würde ich mir wünschen, dass sehr genau darauf geachtet wird, dass die Kinder den bestmöglichen Schutz ihrer Entwicklung erfahren. Dabei sollte genau geschaut werden, inwieweit Hygienemaßnahmen der Eindämmung des Krankheitsgeschehens tatsächlich dienlich sind und dann abgewägt werden, was den Kindern zugemutet wird und wo die Maßnahmen möglicherweise mehr Entwicklung verhindern als alles andere.“ 10 Tipps 1 Raus in die Natur Die Natur ist die größte Heilerin der heutigen Zeit. Wir wissen es unmittelbar aus unserem gesunden Menschenverstand heraus und selbst Studien zeigen es, bis hin zu schulmedizinischen Diagnosen: Kindergartenkinder, die mehr draußen spielen, erhalten im Grundschulalter seltener die von Eltern gefürchtete Diagnose ADHS. Übrigens: Zum Draußen-Spielen gibt es kein schlechtes Wetter. Ob mit den gelben Gummistiefeln in Regenpfützen platschen, bis der Dreck spritzt oder auf der Sommerwiese 4-blättrige Kleeblätter suchen oder Gänseblümchenkränze flechten. Jedes Wetter ist Glückswetter zum draußen sein. Bei Regen und Sonne könnt ihr vielleicht sogar einen Regenbogen erhaschen. Das lieben alle Kinder. Ebenso toll ist es ausgedehnte Radtouren zu unternehmen, und bei kleinen Stopps im Wald herumstromern. Ein wunderbarer Tipp ist es natürlich, kleine Hütten im Wald zu bauen und eine Feuerstelle anzulegen. Mit Stockbrot am Lagerfeuer zu sitzen und Heimatlieder dabei zu singen gehört zu den eindringlichsten Kindheitserinnerungen. Hier ist eines meiner Lieblingsrezepte. Grafik Einkaufzettel, Zutaten von unten handschriftlich daraufStockbrotteig:Du brauchst: 400 g Mehl, 1 Päckchen Trockenhefe, 1 EL Zucker, 300 ml warme Milch, ½ TL Salz und 2 EL Öl Foto Stockbrot überm FeuerSo geht’s: Alle Zutaten vermengen und mit den Knethaken eines elektrischen Mixers zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig ca. 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen, anschließend in 12 Portionen teilen. An der Feuerstelle die Portionen zu einem ca. 20 cm langen Teigstrang ziehen und spiralig um einen Stock wickeln. Den Stock für etwa 10 Minuten über die heiße Glut halten.Spezial-Tipp für den Stock: Ideal sind Haselnuss, Buche und Weide. Bevor es losgeht, sollte die Rinde entfernt werden. Schnell-Tipp für den Teig: Wenn es mal schnell gehen muss, brauchst Du keinen aufwendigen Teig anzurühren. Du kannst auch ganz einfach fertigen Pizzateig verwenden. Schneide den ausgerollten Teig in schmale Streifen. Diese wickelst Du um Deinen vorbereiteten Stock und hältst ihn wie gewohnt über das Lagerfeuer oder den Grill. 2 Zusammen spielen
Foto spielende FamilieJetzt ist die beste Zeit, um miteinander zu spielen und dabei Beziehung zu pflegen. Pandemietage sind Chancentage zur Vertiefung der Beziehung zwischen Eltern und kleinen Kindern. Handklatschspiele, Perlen fädeln, Puzzle, Mensch ärgere Dich nicht, Quartetts, Hoppe Hoppe Reiter mit Gesang, Fingerspiele, all das lieben die Kleinen, wenn wir es in entspannter Stimmung mit ihnen spielen. Und Kinder lieben Wiederholung. Nochmal, nochmal! Auch Kindergeburtstagsklassiker sind der Hit. Erinnerst Du Dich an Blinde Kuh, Topf schlagen, Plumpsack, Fischer, Fischer, welche Fahne weht heute, Schere-Stein-Papier und die vielen anderen tollen Spielchen? Spezial-Tipp mit viel Bewegung: Mit einem Bogen Zeitungspapier so schnell durch den Raum rennen, dass der Zeitungsbogen, den Du vorher an Deinen Bauch hältst beim Laufen haften bleibt. Oder Stopp-Tanz: So lange tanzen, wie die Musik läuft. Sowie die Musik stoppt, soll man anhalten und mitten in einer lustigen Bewegung stoppen.
3 Zusammen werkeln Foto Kind und HandwerkerzeugDie Jahre bis zur Einschulung sind davon gekennzeichnet, dass es quasi nichts gibt, was Kinder nicht interessiert. Ich finde es oft auch sehr spannend und gleichzeitig entspannend, die Kinder gezielt an der Hausarbeit teilhaben zu lassen. Viele Kinder hängen z.B. unglaublich gern Wäsche mit auf. Und gemeinsam Spülen oder Backen steht auch bei allen Kindern ganz hoch im Kurs. Das macht auch manchen Eltern mehr Spaß als die Kleinkinderspiele. Ein besonderes Highlight ist es natürlich, wenn wirklich etwas repariert werden muss. Eine kleine Werkbank sollte dann nicht in eurem Haushalt fehlen. Kleine Kinder können parallel dort werkeln. Sehr beliebt ist es kleine Löcher in Kastanien zu bohren. Daraus kann man Kastanienmännchen basteln. Kleine Handwerker*innen klopfen gerne Nägel vorsichtig in ein Brett. Natürlich alles unter Aufsicht. 4 Sprach-Spiele Foto sprechende Erwachsene, hingegeben lauschende KinderJa genau, das ist ein konkreter Vorschlag, um die Sprache besonders zu fördern. Kinder lernen sprechen und singen nicht von einer Maschine. Im Gegenteil: Im jungen Alter kann das digitale Angebot schnell zu viel werden. Digitale Angebote wie vom Tonband oder TV spulen mechanisch das ab, womit sie programmiert wurden. Sie spüren nicht ab, wie Du als Mutter oder Erzieherin, wie ihre Wirkung auf das kleine Kind ist, mit der fatalen Folge, dass dadurch Pausen und Erklärungen fehlen. Wenn wir vorlesen vollzieht sich ein Wunder im Raum. Wir plastizieren mit unseren Sprachmuskeln die Luft, die - so haben es Studien sichtbar gemacht - wie kleine Wolkentürmchen aus unseren Mündern strömt. Wie kleine Kinder es lernen ihren Kehlkopf, der so komplex von seinem Aufbau her ist und aus unübersehbar vielen kleinen Mini-Muskeln besteht, die man nie je bewusst bewegen könnte, so zu bewegen, dass sie sprechen lernen, ist nach wie vor ein Rätsel. Wir sagen gern „die Kinder lernen es durch Nachahmung“ und dann liegt nahe, dass die Kinder zum Erwerb der Sprache lebendig, im Raum anwesende, empathisch spürende Erwachsenen brauchen. Erwachsene, denen Sprache selber Spaß macht und die sie bewusst nutzen. Du kannst Singen, Vorlesen, Horchen, Reimen, Klatschen, Quatschreime machen. Handklatschspiele, Luftballons aufblasen, mit einem Strohhalm kleine Wattebällchen pusten, Liedchen oder einfache Melodien pfeifen, all das lieben die Kleinen, wenn wir es in entspannter Stimmung mit ihnen spielen. Beim Vorlesen: Es gibt inzwischen schöne gemütvolle, altersgerechte Bilderbüchlein, in denen Kinder die Pandemie nebenbei kennenlernen. Wer so etwas mag, sollte sich vorher anschauen, ob die Inhalte stimmig sind. Generell sollte man im Bereich der Kinderbücher nicht nur Gekauftes anbieten: Du kannst einmal ein kleines Bilderbuch selber malen. Für die Kindergartenkinder reichen schon 8 Seiten. Erfinde einfach eine kleine Fantasie-Geschichte z.B. von einem Hündchen namens Trixie… Spezial-Tipp: Hat Dein Kind eine Sprachschwäche? Wenn Du Den Eindruck hast, dass Dein Kind zu wenig spricht, Sprachfehler hat oder sich kleine Texte oder Quatschwörter (ZippelZack, Risolami, und ähnliche Wörter) noch im Alter von 4 Jahren schlecht merken kann, solltest Du Dir im Zweifel ärztlichen Rat holen. Normalerweise achten auch die Erzieher*innen im Kindergarten auf die Sprachentwicklung. 5 Natur nach drinnen holen Foto wachsende Brunnenkresse Im Lockdown in China durften die Kinder wochenlang mit ihren Eltern die Wohnungen und Häuser nicht verlassen. Der Notfalltipp lautet: Hole die Natur nach drinnen! Und zwar viel Natur! Wenn man einen Balkon hat, ist das natürlich schon ein Joker, denn hier kannst Du kleine Mini-Oasen kreieren. Ein kleiner Brunnen, viele üppige Blumenkästen, ein kleines Insektenhotel. Bei Hitze mit der Wasserpistole spritzen. Doch in China durften die Familien nicht einmal mehr auf den Balkon. Sie waren wirklich gezwungen, die Natur zu sich ins Zimmer zu holen. Wie kann das gehen? Zum Beispiel mit dem Sprossengarten. Ein Sprossengarten ist gesund und macht Spaß und das Beste: Er passt auf jede Fensterbank. Nimm beispielsweise Kidneybohnen. Sie eignen sich sehr gut. Stecke 1-2 Samen einfach in einen Topf mit Erde, halte diese feucht und stelle den Topf an einen sonnigen Ort. Nach 2-3 Wochen kannst Du täglich beobachten was sich tut und das Wachstum mitverfolgen. Wenn ihr mögt, könnt ihr das Wachsen auch täglich zeichnen. So entsteht eine Blattfolge des Gedeihens, die zudem sehr dekorativ ist. Wenn ihr Blatt neben Blatt hängt, könnt ihr alle auf den Zeichnungen den Wachstumsverlauf nachverfolgen. Du kannst auch jeden Tag mit einem Lineal messen, wieviel das Pflänzchen gewachsen ist. Spezial-Tipp: Wenn Du mit kleinen Kindern eine Wachstumsbeobachtung machen möchtest, ist Brunnenkresse super geeignet. Du benötigst nicht einmal Erde. Die fein glänzenden kleinen Sämchen kannst du einfach auf ein feuchtes Wattepad oder ein feuchtes Papiertaschentuch streuen und dieses in ein flaches Schälchen mit wenig Wasser einlegen. Binnen weniger Tage sprosst die Kresse und Du kannst sie für einen schmackhaften Kräuterquark abschneiden oder auf ein leckeres Butterbrot als Topping streuen. 6 Wohnzimmer-Parcours
Foto kletternde Kinder im WohnzimmerKinder brauchen Bewegung. Das galt schon immer und gilt seit der Pandemie in gesteigertem Maße. Umgangssprachlich sagt man heute „Sitzen ist der neue Krebs“, da es kardiovaskuläre Erkrankungen vorantreibt. Wie dem auch sei. Ein gesundes Kind bewegt sich mit einem breiten Bewegungsrepertoire laufend, hüpfend auf einem oder zwei Beinen, kriechend, rollend, tollend, sich schlängelnd, stampfend, kletternd, purzelnd und so ließe sich die Bewegungskette noch beliebig fortsetzen. Auf jeden Fall sitzen Kinder wenig und sie gehen auch nicht einfach nur so wie wir Erwachsene mal schneller, mal langsamer. Im Lockdown könnt ihr euer Wohnzimmer in einen Parcours auf Zeit verwandeln. Für eine bestimmte Zeit, nämlich dann, wenn das gelbe (oder rote oder blaue…) Parcours-Schild gut sichtbar an der Türe aufgehängt wurde, dürfen die Kinder in den Parcours im Wohnzimmer. Grafik Anlage Schild zum Ausmalen: Parcours / Kletter-ParcoursDu hast die Strecke schon mit nummerierten Zetteln an den einzelnen Stationen vorbereitet. Start ist bei Station Nr.1, Du kannst die Kopiervorlage nutzen. Grafik Kopiervorlage: Station NR. __Bei Station Nr.1 liegt eine lange Kordel zum Balancieren bis zum Sofa. Wenn Du keine Kordel hast, kannst du auch einfach einen Sockenpfad aneinanderreihen, über den Dein Kind wie eine Seiltänzerin balancieren kann. Die Aufgaben stehen jeweils auf der Rückseite der Zettel. Station Nr.2: Die Aufgabe lautet: „Hüpfe über das Sofa.“ Es folgt Zettel Station Nr.3: „Springe vom Sofa auf den Kissenberg.“ Station Nr.4: „Trage ein Kissen auf dem Kopf zum Tisch.“ Station Nr.5: „Robbe unter dem Tisch entlang, so wie eine junge See-Robbe, bis auf die andere Seite.“ Station Nr.6: „Sammle alle Sockenbällchen (alternativ: Tannenzapfen, Taschentücher) mit den Füßen auf und werfe sie in den Eimer.“ Station Nr.7: „Trage jetzt den Eimer mit einer Hand in die Höhle.“ Station Nr.8: „Räuberhöhle, Endstation.“ Hier wird mit Decken und Kissen eine echte Räuberhöhle gebaut und darin eine Geschichte erzählt. Vielleicht trinkt ihr darin auch ein leckeres Getränk. Am Ende alles wieder aufräumen. Spezial-Tipp: Sommer-Lockdown im Juli in der Dachgeschosswohnung? Zur Not hat ein Planschbecken mit einer Plane darunter auch im Badezimmer Platz.
7 Einen Regenbogen malen Foto von Kindern gemalter RegenbogenBeim Spaziergang sind auffallend oft von Kinderhand gemalte Regenbögen zu sehen, manchmal auch Herzen. Was hat das zu bedeuten? Ist es Dir auch schon aufgefallen? Sieht man den ersten Regenbogen, denkt man an seine Window-Color-Phase zurück. Klar, Kinder brauchen gerade Ablenkung. Ein wenig Fenstermalerei kommt da gut. Doch dann: Schon wieder ein Regenbogen? Hat es damit eine bestimmte Bedeutung auf sich? Ja so ist es. Die Regenbögen dienen nicht nur der Malbeschäftigung, sondern sind Ausdruck und Symbol der Hoffnung. Selbst wenn man die Leute in deren Fenster die Regenbögen an den Scheiben sind nicht kennt: Hier spüren wir Verbundenheit und wissen, wir sind nicht allein. Die Kleinen freuen sich riesig, Regenbögen in den Fenstern zu suchen, das "Geheim- Zeichen" freut sie sehr. Wer genau hinsieht, kann manchmal noch eine zusätzliche Nachricht lesen: "Alles wird gut". Ob mit Fensterfarben direkt aufs Glas oder den auf Papier gemalten Regenbögen ins Fenster kleben: Macht mit und schenkt ein Hoffnungszeichen. Denkt auch daran Freundschaften zu pflegen! Die Kindergartenkinder können sich nicht sehen? Organisiert Euch als Eltern und verschickt mit euren Kindern Briefe mit Fotos, Witzen und kleinen Erinnerungszeilen. 8 Rund und Eckig Foto Bälle und HolztürmchenHeute geht es um alles was rund ist und rollt, kullert, titscht und rund ist. Spiele heute gezielt mit Murmeln, Bällen, Erbsen, Luftballons und schule so die Beweglichkeit Deines Kindergartenkindes. Ob ihr euch den Softball zurollt und dabei mit gespreizten Beinen voreinander sitzt oder eine besonders raffinierte Kugelbahn baut, Dein Kind lernt hier superwichtige Fähigkeiten in der Auge-Hand-Koordination. Wie muss es seine Händchen flink bewegen, um einen Ball zu rollen und zu fangen? Wie muss es seine Kraft unterschiedlich dosieren, je nachdem, ob es einen Luftballon wirft, oder einen Tennisball? Wechsele die Bälle, deren Gewicht, die Größen, die Zielorte. Du kannst mit Deinem Kind Zielwerfen üben: Ein Sessel, der getroffen werden soll, das selbst gemalte Bild von einem Märchenbösewicht, oder ein aufgestellter großer Topf, der zum Basketballkorb umfunktioniert wird. Sicher fällt euch noch mehr ein. Special-Tipp: Gefüllte LuftballonsDu kannst Luftballons wunderbar mit verschiedenen Materialien (wie Wasser, Reis, allerlei Körnern) füllen, das geht gut mit einem Trichter. Gib aber nur wenig davon in den Ballon. Dann blase den Luftballon auf und verknote ihn. Nun können Deine Kinder ausprobieren, welcher Luftballon am weitesten/höchsten fliegt und was darin versteckt ist. Du kannst sie für das nächste Mal mitüberlegen lassen, was in dem Luftballon versteckt werden kann. Spezial-Tipp: Übrigens Seifenblasen sind auch rund! Am besten im Badezimmer mit dem Innenraum-Seifenblasen-Puste-Spaß starten, damit es nirgends auf der guten Wohnzimmergarnitur Seifen-Flecken von den geplatzten Seifenblasen gibt. Das Gegenteil von Rund ist Eckig Holzklötzchen: Wer kann den höchsten Turm bauen? In welcher Ecke der Wohnung hat Mama eine kleine Überraschung versteckt? Wie viele Ecken hat das Wohnzimmer? Übrigens können Kindergartenkinder meist ab dem 4. Lebensjahr einfache Formen wie Kreis. Viereck und Dreieck auf einem Blatt Papier nachmalen.
9 Rollenspiele: So tun als ob. Am liebsten werden von den Kleinen reale Alltagsszenen oder geliebte Märchenszenen nachgespielt. Wenn ihr im Lockdown nicht viel Anregungen von draußen haben könnt, dann macht es auch zur lieben Gewohnheit, jeden Tag eine Zeitlang aus dem Fenster zu schauen und zu sehen, was draußen los ist. Irgendetwas gibt es immer zu sehen, woran man eine kleine Geschichte anknüpfen kann, die später Inhalte für das Rollenspiel geben kann. Eine Wolke, ein silberglänzender Sonnenstrahl und schon kann ein Märchen beginnen von Zwergen, die am Strahl hinaufklettern in den Himmel, weil sie hoch oben die Sonnenkönigin besuchen wollen. Und dann wird gern Arzt/Ärztin gespielt, Busfahrer*in, Berufe überhaupt, Feuerwehreinsatz, Tierrettung, alle Arten von Tierkindern, Bauernhof, Einkaufsladen, Clown im Zirkus, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch die Pandemie selber bietet viel Neues. Da gibt es Masken, Händedesinfektionsmittel, Abstandszeichen. All das, was die Kleinen im Alltag nebenbei erfahren will spielerisch verarbeitet werden. Selbstverständlich darf der Teddy auch mal eine Mund-Nasenschutz-Maske tragen. Spezial- Tipp: Die Maske könnt ihr einmal spielerisch schön schmücken, bekleben oder bemalen: Herzlich Willkommen zum geheimnisvollen Maskenball. 10 Kneten als Tool für Handmotorikschulung Kinder lieben Knete, dazu braucht es wenig Worte. Das Knetspiel schult aber auch die Feinmotorik in besonderem Maße und sei deshalb hier erwähnt. Du kannst Knetmasse kaufen und hierbei auf Kennzeichen achten, dass vor allen natürliche Farbstoffe in der Knetmasse sind. Eine Alternative kann Fimo sein, welches Du im Backofen hinterher härtest. Das ermöglicht es euch auch beständige Werke herzustellen, wie Schälchen oder Kerzenhalter. Spezial-Tipp: SalzteigRezept handschriftlich auf Blatt PapierDu brauchst: 1 Tasse Salz2 Tassen Mehl1 Tasse WasserSchüsselLöffelFrischhaltefolie So geht´s: Mische Mehl und Salz bis die Tassen leer sind.Verrühre anschließend die Mischung noch einmal mit einem Löffel.Zum Schluss kommt das Wasser dazu. Achte darauf das es Schritt für Schritt unter Rühren zur Salzteigmischung dazu kommt. Verknete den Teig dann am besten mit den Händen. Forme eine große Kugel. Der Salzteig ist nun fertig und kann verarbeitet werden.Decke Teig, den du nicht benötigst mit Frischhaltefolie ab. Du kannst ihn im Kühlschrank so ein paar Tage haltbar machen.Salzteigkunstwerke werden dann Luft-Getrocknet an einem dunklen warmen Ort mind. für mindestens ca. 24 Stunden. Dabei gilt: 0,5 cm Teigdicke = 1 Tag Lufttrocknung. Mit diesem Rezept von Ur-Oma kannst du Salzteig einfach zu Hause herstellen und dann mit Keks-Ausstechern, Teigrolle und weiteren Utensilien loslegen. Auch verschiedene Strukturen können in die Knetmasse gedrückt werden. Z.B. Gabeldruck, Fingerabdruck, Handabdruck, ein Geldstück. Oder ihr macht Brezeln, Schnecken, Spiralen, Herzchen, Sterne, Fische und andere Formen. Sehr schön ist auch ein Set aus Tellerchen und Tassen für die Puppenstube. Die Puppen werden staunen.
9 Das tut meinem Grundschulkind gut 10 Tipps Alles was den ganz Kleinen gut tut, stärkt natürlich auch Dein Grundschulkind immer noch in besonderem Maße. Deshalb: Wenn Du ein Schulkind hast, dann lese bitte zuerst das Kapitel zu den Vorschulkindern: Warum? Weil es besonders hilfreich ist, sich die heile träumerische Welt der kleinen Kinder gut ins eigene Erleben zu holen. Die allermeisten Grundschulkinder vermissen diese wonnige Zeit der Unbeschwertheit und brauchen ab und an kleine „Rückzüge“ in diese Kindheitsoasen. Wie schauen nun diese Kindheitsoasen aus und wie können wir unseren Kindern dorthin kleine Seelenreisen ermöglichen, ohne Angst haben zu müssen, dass die Kinder Rückschritte machen? Zuerst ist es wichtig, dass Du Deiner Intuition vertraust und Dich sicher mit Deinem Kind verbunden fühlst. Wenn Dein Kind fit und ausgeruht ist, dann viel Spaß mit den Tipps. Wenn Du Dir um Dein Kind Sorgen machst, weil es erschöpft erscheint, lass es auch und gerade in Pandemiezeit en mal zu Hause bleiben. Erkläre dann den Lehrpersonen was los ist. Vielleicht braucht Dein Kind (öfters) Mal einen Pausentag. Schulpflicht hin oder her. Es gelten Ausnahmeregelungen und die können gefunden werden. Wir haben Kinderseelen-Gesundheitspflicht. Du darfst Dich gern auf mich berufen. Eine Studierende mit Kind hat im Rahmen eines Studierendenkurses unter dem Titel „Schnuller 2.0“ zusammengestellt, was sie alles in der Corona-Zeit zu Hause gemacht hat, als es hieß, dass ihr Kind im Kindergarten während des Lockdowns nicht dort betreut werden könne, weil sie „nicht systemrelevant“ wäre. Ich sehe sie vor mir, wie sie davon feinsinnig berichtet und wie währenddessen ein Moment der Verletzlichkeit durch ihre Stimme zieht. Sie selber merkte es nicht, aber ich frage mich, was es wohl für eine Biografie bedeutet, die Erfahrung zu machen als „nicht systemrelevant“ betitelt zu sein. Wenn Dir das auch widerfahren ist, dass nehme Dir bewusst vor, dieses Urteil nicht anzunehmen. Jeder Mensch ist systemrelevant, was der Einzelne für das System einbringen kann, wissen wir in Wirklichkeit niemals im Voraus, Punkt. Nun zumindest hat diese Studierende mit ihrem Kind ziemlich viele lustige Dinge gemacht. Punkt 1 verdankt ihr ihren Anregungen. GASTBEITRAG:Welche Vor- und Nachteile hat die Corona-Situation für Grundschulkinder gebracht?Sandra (41 Jahre, selbständig als Gesundheitscoach), Mutter von Moritz, (11 Jahre).„Was auf jeden Fall gut war an dem Lockdown das war, dass Moritz wieder mehr in seinen natürlichen Biorhythmus gefunden hat, also das konnte ich eindeutig beobachten, wie gut ihm das getan hat, morgens eben nicht um halb sieben aufstehen zu müssen, sondern bis halb neun, neun schlafen zu können. Ich habe ihn jetzt auch nicht bis in die Puppen schlafen lassen unter der Woche, aber ich habe ihn schon deutlich länger schlafen lassen, als das die Schule erlaubt und interessanter Weise hat sich sein zu Bett gehen dadurch gar nicht so sehr verschoben, wenn ich es richtig erinnere, ist er maximal eine halbe Stunde später ins Bett gegangen als sonst. Ihm hat einfach das Plus an Schlaf, was im Schnitt so zwei Stunden pro Tag war, wirklich gut getan. Also ich konnte so zuschauen, wie die dunklen Ringe unter seinen Augen gewichen sind. Er hat einfach in einen natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus gefunden, der für ihn gesünder ist. Was nicht gut war und was wirklich zu einem Problem zwischen uns geworden ist, war, dass ich ja eben auch die Lehrerrolle einnehmen musste. Also Homeschooling war ja deutlich mehr als die bis dahin übliche Hausaufgabenbetreuung und ich habe gemerkt, dass er mich schlecht in der Doppelrolle als Mama und Lehrerin annehmen kann. Das hat wirklich zu Konflikten geführt und was bis dahin entspannt war, nämlich Hausaufgaben kontrollieren, durchsprechen, wurde zu einem Ding der Unmöglichkeit, weil wir so aneinander geraten sind, da ich ihm neue Inhalte vermitteln musste. Nun geht er zu einer Nachhilfelehrerin, die das übernimmt, um die Situation zu Hause zu entspannen.“ 1 Frühstücksbuffet Verwandle Dein zu Hause morgens in ein Hotel: „Herzlich Willkommen, Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr!“. So kannst Du Deine Kinder morgens begrüßen und sie mit einem feierlichen Fest-Buffet in den Tag hinein einladen. Während des Lockdowns ist es super den Tag einmal so einzuleiten, als wenn man das Glück hätte, an einem richtig tollen Ort zu sein, zum Beispiel einem schicken Hotel. Dabei ist es positiver Nebeneffekt, dass Deine Kinder sicher im Laufe des morgens feststellen, dass es zu Hause sowieso besser ist als im Hotel. Also Blumenarrangement auf den Tisch, vornehmen Tischdecke und Stoffservietten herbei, hinzu kommt eine leckere Auswahl an Frühstücksvariationen, die es nicht jeden Tag bei Euch gibt und los geht’s mit einem munteren edlen Start in den Tag. Spezial-Tipp: Selbst gemachte Marmelade oder einen erfrischenden Früchte-Smoothie! Du findest Rezepte in quasi jeder Zeitschrift aus dem Genre Kochen, Natur und Landschaft oder im Internet. Dekoriere den Smoothie in einem hohen Glas ästhetisch ansprechend zum Beispiel mit einem Schirmchen oder Fruchtspießchen. Oder als Summerspecial mit einem Rand aus Rohrzucker. 2 Wald- und Wiesentage In jedem Lebensalter ist es für Kinder wichtig, draußen zu sein und neben dem Spielplatz den freien Naturkräften zu begegnen. Im Grundschulalter sind die meisten Kinder mit ganzem Herzen Natur- und Tierschützer*innen. Sie haben eine wahre Liebe zu den Tieren und Pflanzen und wollen sie gerne vor allem Übel bewahren. Dem spricht es nicht entgegen, dass sie es auch lieben, ausgelassen im Wald zu Toben, Äste dabei abzubrechen, Brennnesseln im Drachenkampf mit Stöcken wüst zu fällen und auch aus reinem Forschungsdrang Tiere wenig empathisch zu untersuchen oder in einer Spielidee vor irgendetwas Drohendem zu retten. Hier brauchen die Kinder noch unsere Erklärungen und Verständnis, dass vieles nicht nach einmaligem Erklären einfach übernommen wird. Wir sind als Vorbilder im Naturschutz und Natur hüten, in unserer Achtsamkeit im Umgang mit der Natur jetzt sehr gefragt. Und mal ehrlich - Mutter Natur wird nie davon ausgerottet werden, dass Kinder im Wald etwas zerstören. Die wirklichen Naturgefährdungen liegen ganz woanders. Mülltrennung zu Hause, das Anlegen eines Komposthaufens im Garten, viele Erledigungen mit dem Fahrrad statt mit dem Auto machen, all das lernen die Kinder als Selbstverständlichkeit, wenn wir es tun und sie dabei sind. Im Wald sein und mit Mama und Papa Bäume pflegen, den Förster besuchen und fragen, wo man helfen kann. Insektenhäuschen basteln, im Garten oder am Balkon Vögel füttern, kleine Hütten im Wald bauen, eine Feuerstelle anlegen, schauen wie es dem Wald geht. Lauscht mal wieder: Der Stille, Vogelgezwitscher, dem Atmen der Bäume. 'Spezial-Tipp': Vogelringe selber basteln Foto Meisenringe mit VögelchenEs ist ganz leicht, Futterglocken oder Meisenringe selbst herzustellen. Besonders für Kinder sind die Zubereitung, als auch das Aufhängen und Beobachten der hungrigen gefiederten Besucher ein echtes Abenteuer. Wenn ihr mögt, könnt ihr ein Vogelbestimmungsbuch hinzu nehmen.Rezept handschriftlich auf Blatt Papier Das brauchst Du für das Vogel-Futter Rindertalg (oder Bio-Kokosöl aus dem Glas) Haferflocken oder Weizenkleie Vogelfuttermischung geschrotete Erdnüsse Weitere Utensilien: Diverse Förmchen, leere kleine Gefäße, Tontöpfe, Hanfschnur Und so geht’s: Den Rindertalg langsam im Topf erhitzen und die doppelte Menge an Körnermischung in das weiche Fett einrühren. Dann noch Nüsse (z.B. Erdnüsse) und Haferflocken zugegeben. Ist die Masse fertig, kannst Du sie in Formen füllen, wo sie hart werden kann. Nimm dazu beispielsweise leere Joghurtbecher, selbst gebastelte Pappringe oder auch leere Blumentöpfe. Wenn deine Vogelsnacks hart sind, kannst Du sie mit Deinen Kindern mit schönen Kordeln in Bäumen, Vogelhäuschen und Balkongeländern anbringen. In der Weihnachtszeit ist dies übrigens auch eine stimmungsvolle Geschenkidee. 3 Mandalas der Erde Foto NaturmandalaFrühling, Sommer, Herbst und Winter: Natur-MandalasKinder lieben es, die Natur schön zu gestalten. Sie helfen gern mit, wenn wir es tun, aber auch aus eigenem Antrieb bauen sie kleine Altare oder Mini-Häuschen für Natura. Mandalas könnt ihr zu jeder Jahreszeit legen. Draußen oder drinnen - beides ist möglich. Zuallererst sammelt ihr Stöckchen, Eicheln, Beere, Kastanien, Wurzeln, Samen, Bucheckern, Blätter, Federn. Aus allen Naturmaterialien lässt sich ein Mandala legen. Wenn ihr genug Material gesammelt habt, sucht ihr euch eine freie Fläche, zum Beispiel die Terrasse oder eine ebene Erdfläche. Ihr beginnt mit dem Zentrum eures Mandalas. Dort kann auch ein schöner Stein liegen. Anschließend baut ihr das Mandala von innen nach außen in Kreisen weiter aus. Wie regelmäßig soll euer Mandala sein? Sind im nächsten Ring wieder die roten Rosenblüten oder eher eine Kastanienreihe dran? Welche weiteren Lege-Muster wären möglich? Spezial-Tipp: Fotos und TagebuchWenn ihr fertig seid, mache ein Foto von eurem Mandala. So habt noch eine Erinnerung an den gemeinsamen Tag, wenn Wind und Regen euer Mandala schon längst hinweggefegt haben. Ihr könnt diese Fotos auch rahmen oder eben in euer gemeinsames Tagebuch einkleben: Unser goldenes Jahr. „Highlights trotz Corona!“. Du erinnerst Dich, ich hatte eingangs davon geschrieben. Du schreibst dieses Tagebuch federführend und mit Deinem Kind gemeinsam. Es kann auch ein Wochenbuch sein. Wichtig ist regelmäßig dranzubleiben. Es soll wie ein Poesiealbum ein Erinnerungsjuwel werden. 4 Fußpfad Foto KinderfüßeEin Fußtastpfad gehört zum therapeutischem Equipment in vielen Ergotherapie-Praxen. Du kannst ihn problemlos und vielleicht noch viel besser als jede Praxis bei euch zu Hause in einem Zimmer aufbauen und wieder abbauen, wenn das Interesse daran vorüber ist. Ein Fußtastpfad macht einfach Menschen jeden Alters Spaß und natürlich braucht man keinen Therapiebedarf, um daran Freude zu haben. Ich beginne den Pfad gern damit, dass ich mein Kind einstimme, genau erzähle, was geplant ist, dass wir gleich gemeinsam nach nebenan gehen, wo ich einen Fußtastpfad aufgebaut habe. Der Fußtastpfad ist ja eine Überraschung und deshalb verbinde ich dem Kind gern die Augen, denn es geht ja darum mit den Füßen den Weg und die verschiedenen Materialien mit den nackten Füßen zu tasten. Auf dem Pfad wird das Kind natürlich von mir als Erwachsenen an der Hand geführt. Eine schöne Abfolge für Dein Kind kann die Folgende sein. Lege den Weg mit großen Handtüchern oder Tüten darunter aus, wenn Du einen empfindlichen Boden hast. Mögliche Stationen können sein: Sand, Kieselsteine, Heu, Nüsse, Eisenbahnsteine, Rindenmulch, Muscheln, Sonnenblumenkerne, weiches Schaffell, zusammengekräuseltes Zeitungspapier, Seidentücher, Kissen, Fliesen, eine Schüssel mit warmem Wasser. Spezial-Tipp: FußpflegeFüße hinterher in einer Schüssel mit warmem Wasser waschen, gut trocken frottieren und eincremen, wenn Dein Kind das mag. 5 Vielerlei Post
Pandemiezeit ist Zeit fürs Schreiben. Verfasse Schriftstücke, verschicke Märchen oder selbst bemalte Postkarten an all Deine Freund*innen, die Du gerade wenig siehst. Bleibt so in Verbindung und baut euch mit Hilfe der Post verbindende Brücken. Handgeschriebene Briefe sind zudem eine echte Rarität geworden! Gerade deshalb werden Omas und Opas und eure Freunde es lieben! Übrigens schreiben wir nicht weniger: Wir kommunizieren heute so viel wie noch nie – doch die Intensität hat sich verändert. Die Digitalisierung hat die schriftliche Kommunikation massiv verändert. Unsere Mailfächer quellen jeden Tag über vor getippten E-Mails, sodass wir erleichtert aufatmen, wenn endlich alle Nachrichten beantwortet sind. Einen Brief oder eine Postkarte zu schreiben bedeutet sich Zeit zu nehmen, sorgfältig und genau zu sein. Meist schreiben wir sogar besonders schön, wenn wir wissen unser Schreiben wird vom anderen aufbewahrt. Der Empfänger kann auch Deine Handschrift als Zeichen Deiner Persönlichkeit sehen. Briefe wurden früher nicht nur von der Postkutsche transportiert. Als es noch keine Post gab, wurden Botschaften mit Rauchzeichen, Brieftauben, Flaschenpost verschickt. Auch heute noch ist es beliebt an einen Heliumballon eine Postkarte mit Rücksende-Bitte zu hängen. Das findet als schönes Spiel manchmal bei Verlosungen oder Hochzeiten statt. Meist gewinnt der Ballon, der am weitesten geflogen war. Nehmt doch die Pandemie zum Anlass Euren Heliumballon auf den Weg zu bringen und lasst Euch überraschen, ob und wo er gefunden wird.
Spezial-Tipp: Fluss- ExkursionFoto Flaschenpost„An den Finder der Flaschenpost“, so könnte das Schriftstück beginnen, welches Du mit Deinen Kindern schreibst, um es in eine Flaschenpost zu stecken. „Wir schreiben das Jahr 20xx, und es ist gerade eine Pandemie in Deutschland. Wenn diese Flasche gefunden wird, ist wahrscheinlich schon alles vorüber und die Menschen lieben friedlich und gesund.“ Eurer Fantasie könnt ihr freien Lauf lassen, überlegt gemeinsam was der Finder der Flasche in dem Brief zu lesen erhalten soll und ob ihr eure Adresse hineinschreibt, um von dem Finder Post zu bekommen. Spezial-Tipp: Variation der HandschriftFoto Initiale erster Buchstabe geschmücktMacht euch einen Spaß daraus mal anders zu schreiben als sonst. Nehmt die linke Hand, oder wählt ganz andere Buchstabenführungen aus, als es eurer Gewohnheit entspricht. Ihr könnt auch den ersten Buchstaben jeweils sehr schön mit Blumenornamenten schmücken, so wie es früher in alten Büchern gemacht wurde. Nehmt ruhig auch eine besondere Farbe dazu, einen Goldstift für den ersten Buchstaben. Wer mag, kann das Schreiben in den Bereich der Kalligrafie weiterentwickeln. Ein sehr meditatives Hobby. 6 Wohnzimmer-Kino So wie ihr im regulären Leben nicht täglich ins Kino geht, sollte auch das Wohnzimmer-Kino etwas Besonderes bleiben. Sehr wichtig ist es einen qualitativ hochwertigen Film auszuwählen. Noch wichtiger ist es, dass der Film zu Deinem Kind passt. Es geht also für Dich als Mutter nicht nur einfach darum auf die allgemeinen Altersempfehlungen zu achten, denn die sind für manche Kinder zu weit gesteckt. Vertraue bitte auf Dein Elternwissen und spüre, ob Du Dein Kind schon mit einem bestimmten Filminhalt in Verbindung bringen willst. Meiner ärztlichen Ansicht nach sind wir viel zu unkritisch, was Filminhalte wie Streit, Lügen, Diebstahl und Mord angeht. Wir tolerieren oft solche für die Kinder total herausfordernden Themen, weil sie im Film verpackt sind, die wir sonst aber unseren Kindern nicht präsentieren würden. Wir sollten die Chance nicht verpassen, eigenständig zu entscheiden, wann diese Themen dran sind, nämlich frühestens in der Pubertät und dann mit unseren Jugendlichen darüber im ernsten Gespräch sein. Es ist eine wirkliche Kunst, den richtigen Moment abzupassen, wann ein Film für ein Kind geeignet ist, weil er die Entwicklung Deines Kindes fördern und nicht irritieren wird. Schau Dir den Film im Zweifelsfall vorher an und bilde Dir kritisch eine eigene Meinung. Dann geht es ans Vorbereiten. Kinokarten basteln und richtig edel machen. Eine Vorlage gibt es hier:Grafik: Vorlage Kinogutschein zum Ausfüllen von Filmtitel und Uhrzeit der Vorführung und OrtPopcorn und Nachos mit leckeren Soßen sollten nicht fehlen. Weiterhin leckere am besten gesunde Softdrinks, Wohnzimmer verdunkeln und die Pandemie-Ur-Aufführung startet. Plane unbedingt Pausen bei der Aufführung ein! Für einen Toilettengang, etwas Bewegung und einen Elterncheck, ob es Deinem Kind mit dem Film wirklich gut geht. Die meisten Kinder können noch nicht abspüren, ob ein Film wegen der Dauer oder den Inhalten zu viel wird. Pausen, die lang genug sind, helfen euch, das herauszufinden, ob ihr den Film gleich weiterschaut, oder ob es Sachen aus dem Film zu besprechen gibt. Bei kleineren Schulkindern können Filme ohnehin sehr gut über mehrere Termine versetzt gezeigt werden. Den gemeinsamen Chill-out hinterher nicht vergessen. Plane das Filmevent nie so spät, dass ihr nach Hinten hin schon an die „Ins-Bett-Geh-Zeit“ rückt. Kinder brauchen nach einem Film meist noch ordentlich Bewegung, Gesprächs- und Spielmöglichkeiten. Optimalerweise sollten danach noch ca. 3 Stunden Zeit sein, bevor etwas anderes ansteht. Spezial-Tipp: Ihr habt im Wohnzimmer-Kino die Superchance den Film hinterher gemeinsam noch einmal Revue passieren zu lassen. Was hat euch bewegt, was fandet ihr besonders gut und was hat euch nicht so gut gefallen? Rede mit Deinen Kindern. So lernt es seine Gefühle auszudrücken und Du kannst Deinem Kind helfen, wo es nicht die passenden Worte findet. Spezial-Tipp: Macht das Revue passieren lassen des Films doch mal rückwärts! Also im Austausch erzählt ihr euch, was genau in dem Film passiert ist, und zwar vom ENDE bis zum Anfang. Also wie war genau das Ende des Films, was passierte kurz davor, was davor usw. Malt dazu die Filmszenen noch einmal in Gedankenbildern nach und schildert euch auch bildhaft einzelne Szenen. Das ist eine ungewöhnliche Reihenfolge, bei der ihr euch gut konzentrieren müsst. Es schult die Aufmerksamkeit und Konzentration – nicht nur Deines Kindes- optimal. 7 Schnitzeljagd und Geocaching Foto SchnitzeljagdHier lebt der Spaß am unterwegs sein, am draußen sein. Spaß an der Suche und der Knobelei. Spaß an der Herausforderung. Abends, wenn Deine Kinder schlafen, kannst Du Dir einen Plan machen, wo die Schnitzeljagd lang gehen soll. Sie kann gleich an der Haustüre beginnen, wenn Du in absehbarer Zeit an schöne Naturorte kommst, sonst würde ich Dir einen Startpunkt in Naturnähe vorschlagen. Das ist einfach in vielerlei Hinsicht gesünder. Perfekt ist es, wenn Du jemanden hast, der den Weg vorbereitet oder jemanden, der in der Zeit auf Deine Kinder aufpasst. Geocaching ist hingegen eine Art moderner Schnitzeljagd mit digitalen Hilfsmitteln. Wenn Du Geocaching nicht kennst, höre dich doch mal in Deinem Freundeskreis um, ob es schon mal jemand bei Dir in der Gegend gemacht hat und Dir von seinen Erfahrungen berichtet oder euch sogar zu der Draußenaktivität mitnimmt. Dein lokales Geocaching wird von Leuten initiiert, die Du wahrscheinlich nie kennenlernen wirst. Sie verstecken gerne irgendwo Schachteln oder Dosen voll kleiner netter Dinge und mit einem Logbuch, und sie veröffentlichen das Versteck in Form von Koordinaten im Internet. Diese Koordinaten lesen andere Menschen, merken sich die Koordinaten und nutzen ihr GPS-Gerät, um die Schätze zu finden. Dann wird eine Kleinigkeit aus dem Inhalt ausgetauscht, also Du nimmst etwas heraus und tust etwas kleines Schönes wieder hinein, der Besuch wird im Logbuch eingetragen und die Dose wieder an derselben Stelle versteckt - für den Nächsten. Soweit zu den Grundregeln. Aber natürlich gibt es viele Variationen und auch sehr herausfordernde Caches, bei denen man Spezialausrüstung braucht, bis hin zu Rätselcaches oder Event-Caches. Auf jeden Fall müsst ihr Acht geben, dass ihr nicht zu oft aufs Handy schaut, sondern übt, kurz zu gucken und den Weg sehr gut im Kopf zu merken, denn nur das schult auch das Gedächtnis. 8 Wohnzimmer-Camping Foto Wohnzimmercamping oder Zelt im WohnzimmerEiner meiner Favoriten! Wie schön ist diese Idee denn bitte und auch wild romantisch. Im Lockdown kann man nicht in Urlaub fahren, die Campingplätze sind gesperrt, die Wohnung soll nicht verlassen werden, aber wohin mit der Reiselust? Denn irgendwann fällt selbst den Geduldigsten die Decke auf den Kopf. Also Zelt im Wohnzimmer aufbauen. Bei Wurfzelten ist es problemlos, sonst müsst ihr mit großen Decken improvisieren. Hängt dazu auf jeden Fall eine schöne Gartenlampionkette in eine Zimmerecke. Isomatten und Schlafsäcke dürfen durch gemütliches Bettzeug ergänzt werden. Das Abendessen kann leicht ein Camping Highlight sein. Ihr könnt den Gaskocher auf dem Balkon nutzen oder die Dosensuppe warm oder kalt improvisiert genießen. Sobald es dunkelt, wird es heimelig. Versucht, so wie auf einem Campingplatz in der wilden Natur der Bretagne, abends nur noch mit Taschenlampe oder Kerzen in der Wohnung unterwegs zu sein. Der Lichtschalter wird nicht benutzt und der Weg zur Toilette gemeinsam mit Stirnlampe und Toilettenpapier unterm Arm angetreten. Camping bedeutet viel Zeit mit seinen Lieben zu haben, abends an der Feuerstelle Märchen zu erzählen, gemeinsam zu singen und Kartenspiele zu spielen. Den ganzen Tag barfuß zu sein und viel zu spielen. 9 Balkon-Spiele Foto BalkonspielZugegebenermaßen sind Leute mit Balkon klar im Vorteil, nicht nur während Pandemiezeiten. Neben der Möglichkeit dort selber Gemüse und Blumen anzubauen sind Balkone, selbst wenn sie klein sind, hervorragend für Kinderspielchen geeignet, die man nicht so gern in der Wohnung hat. Wer keinen Balkon hat, muss sein Badezimmer für diese Spiele in ein Bade-Balkonien umwandeln. Wasserpistolen Zielschießen, unter Aufsicht ein Tisch-Feuer in einer kleinen Mini-Schale machen, Hüpfe-Kästchen und Gummitwist. Wer das Glück hat nette Nachbarskinder zu haben, kann in Pandemiezeiten mit Dosentelefonen sprechen, die sind ganz leicht selbst gebaut. Und ein Highlight für zukünftige Piloten ist es nicht nur Papierflieger mit Mama selbst zu basteln, sondern auch deren Flugkurven zu verfolgen. Falls Tränen fließen, wenn die Flieger weg sind, doch besser im Wohnzimmer die Probeflüge machen und nur die „schlechten“ Flieger vom Balkon werfen. Man kann diese dafür aber auch mit schönen Bemalungen oder Botschaften für Fußgänger bestücken. Spezial-Tipp: Gemüse-HochbeetEine Vielzahl an leckeren Küchenkräutern könnt ihr so zur täglichen Ergänzung eures Speiseplans machen. Sehr gut passen beispielsweise gemeinsam ins Hochbeet: Basilikum, Knoblauch, Lavendel, Oregano, Rosmarin, Salbei und Minze. So sind die Grundlagen für schmackhafte Tees und Kräuter-Toppings beim Abendessen gesichert. 'Spezial-Tipp': Sandkasten auf dem Balkon Ohne Worte. Der Hit! Denn hier kann gematscht, gebaut, gebuddelt werden. Die Puppen lieben mundigen Sandkuchen, die Matchboxautos sandige Pisten und Parkplatzbuchten mit Ausblick. 10 Ich packe meinen Koffer Foto offener Koffer Erinnerst Du Dich an lange Autofahrten wo das Spiel mit Deinen Eltern oder Freunden gespielt hast? Es ging so: „Ich packe meinen Koffer und lege hinein: Einen Lippenstift.“ Dann kam der Nächste an die Reihe und sagte: „Ich packe meinen Koffer und lege hinein: Einen Lippenstift und ein Fernglas.“ Und der Nächste sagte: „Ich packe meinen Koffer und lege hinein: Einen Lippenstift und ein Fernglas.“ Und so ging es immer weiter, bis einer passen musste und nicht weiter wusste. Erinnerungsspiele oder Aufmerksamkeitsspiele, die Du früher bei Autofahrten im Auto gespielt hast, sind auch im Lockdown gute Begleiter: „Ich sehe was, was Du nicht siehst.“ Ferner am Fenster sitzen, auf die Straße schauen und spielen: „Das nächste Auto, was vorbei gefahren kommt, wird Dir gehören, wenn Du groß bist“. Oder: „Das 10. Auto wird Dir gehören, wenn Du groß bist.“ Spezial-Tipp: Taste mal was im Koffer ist Eine abgewandelte Form des Kofferspiels kannst leicht erstellen, wenn Du einen kleinen Koffer nimmst und zehn Gegenstände zum Raten hinein legst. Jetzt muss Dein Kind tasten und raten was im Koffer ist. Natürlich ohne zu gucken! 10 So helfe ich meinen Jugendlichen Allgemeines Wenn Du eine/n Jugendlichen/Jugendliche zu Hause hast, lese zuerst auch die Tipps für die jüngeren Kinder. Auch wenn unsere „Großen“ schon unabhängig und vor allem unzugänglich wirken, sind sie innerlich oft zart und bedürftig nach Zuneigung. Mehr als man von außen denken würde. Man muss hier nur wirklich den richtigen Moment und den richtigen Ton treffen, um willkommen zu sein. Denn Abgrenzung ist ein starkes Thema in dem Alter. Zu Recht, müssen doch die Jugendlichen lernen sich in der Welt eigenständig zu behaupten. Jugendliche lieben es, von Zeit zu Zeit in frühe Kindheitserinnerungen einzutauchen. Du musst den passenden Zeitpunkt abspüren, denn zu anderen Zeiten wird man regelrecht frittiert, wenn man mit Kinderkram daherkommt. Lass Dich nur nicht ins Boxhorn jagen. Es gibt ein schönes Bild zur Pubertät: Stelle Dir das Leben Deines Kindes wie einen Bachlauf vor. Die Kindheitsjahre des Bächleins sind sonnig beschienen, Glockenblümlein wehen zart im Morgenwind, ein Häschen hoppelt friedlich über die Wiese. In der Pubertät verschwindet dieser Fluss unter der Erde. Er ist nicht mehr sichtbar und über weite Strecken kommt es Dir so vor, als wäre nichts mehr von dieser Kindheitsidylle und der sonnigen Stimmung da, ja fast als hätte es all das nie gegeben. Du wirst Deinen Jugendlichen/Deine Jugendliche anschauen und irritiert sein, fast sicher, dass Du Deinen Zugang zum Seelenleben Deines Kindes komplett verloren hast. Doch wenn Du einfach unbeirrt aller äußerlich auftretenden Verhaltensbesonderheiten Deiner/Deines Heranwachsenden dieses schöne Bächlein immer mit in Erinnerung hast, dann wird der Zeitpunkt kommen, wo ihr euch wieder etwas verwandelt aber in einer harmonischen Stimmung wieder begegnen könnt. Der Bach erscheint verwandelt nach der Pubertät wieder oberirdisch und plätschert in neuer Lebensmelodie. Ich fand es damals als Mutter im High-Noon der Pubertät hilfreich, gute spirituell orientierte Pubertätsratgeber zu lesen. Im Lockdown und einer Pandemie gelten Pandemie-Sonderregeln. Kein anderes Kindheitsalter hat so bewusst die Einschränkungen erfahren und so konkret unter den Einschränkungen gelitten, wie die Kinder, die vom Alter her nach der Kindheitsmitte in die Pandemie kamen. Regelhaft durchlebte Pubertätsjahre gehen mit Grenzüberschreitungen, Regelübertritten, „über-die-Strenge-schlagen“ und Abgrenzung von den älteren Generationen einher. Das war in der Form noch nie kollektiv so eingeschränkt. Versuche dies wirklich im Sinn zu halten. Streite Dich nicht wegen Kleinigkeiten. Suche immer wieder Deine eigene Mitte. Plane besondere Dinge, um Raum zu geben, dass Dein Heranwachsender Autonomie und Freiheitsdrang nachholen kann. Zum Beispiel durch das Ermöglichen von Fernreisen und Praktika.PS: Tagebuch: Ja ihr schreibt zusammen das Pandemie-Tagebuch. Da schaut ihr natürlich gemeinsam hinein und gestaltet es. Für das Tagebuch, dass Dein Jugendlicher/ Deine Jugendliche führt, gibt es eine heilige Regel. Nie reinschauen! Wenn Du Angst um Deinen Jugendlichen/Deine Jugendliche hast, dann suche das direkte Gespräch. Geht das nicht sofort, schreibe einen Brief und stecke ihn unter der Türe durch. Das ist ernst gemeint. Manchmal hat es wahnsinnige Wirkungen seine eigenen Gedanken zu sortieren und zum Verschriftlichen zu formulieren. Ein solcher Brief ist ein großes Geschenk. Gerade dann, wenn die Worte fehlen oder ihr schnell in Wortgefechte oder Streitigkeiten geratet. Falls Du doch einmal in das Tagebuch geschaut hast, gilt: Entschuldigen, Deine Motivation erklären und unbedingt Abstinenz üben. Trotz unendlicher Möglichkeiten, der Online-„Ver-Bindungen“ kann die Einsamkeit der Jugendlichen sehr groß sein. Die Jugendzeit ist die Dating-Time schlechthin. Ich erinnere mich in meiner Jugend an einige unvorhersehbare Bekanntschaften mit jungen Männern, Flirts und Liebeleien, die online nie drin gewesen wären. Selbst die beste Dating-App in dem Alter kann das nicht ersetzen. Urteile übrigens nicht über die modernen Wege des Kennenlernens. In diesem Lebensalter der Pubertät musst Du das Thema Einsamkeit wirklich gut im Blick haben. Wenn Du auch nur annähernd die Sorge hast, dass Dein Kind in diesem Alter sehr an Einsamkeit und Lebensmüdigkeit leidet, musst Du früh genug alles tun, um es zu unterstützen und ggf. Hilfe holen. GASTBEITRAG:Welche Vor- und Nachteile hat die Corona-Situation für unsere Jugendlichen gebracht?Matthias (44 Jahre, Internationaler Unternehmensmanager), Vater von Andreas (18 Jahre). „Was gut war: Als Vater hatte ich mehr Zeit für meinen Sohn, was daran lag, dass ich ja wegen Homeoffice viel weniger auf Reisen war. Also man hatte mehr Zeit für persönliche Begegnungen. Auch durch das seltenere Pendeln wurde viel Zeit frei. Die Jugendlichen waren auch mehr zu Hause, weil sie sich weniger mit anderen Jugendlichen getroffen haben. Das hatte den Vorteil, dass man sich mehr auf die eigene Familie besonnen hat. Zu den Nachteilen: Mein Sohn hat sich mehr mit elektronischen Medien beschäftigt als vorher und ist in der Schule weiter zurück gefallen, weil der schulische Input nicht stattgefunden hat, was auch durch Onlineunterricht nicht zu ersetzen war. Auch die Diskussion von relevanten Themen, die einen in der Adoleszenz beschäftigen, ist am Computerscreen nicht in der Form möglich, als wenn man zusammen in der Klasse sitzt und über die Themen ein Buch gelesen hat und darüber spricht und reflektiert. Das ist einfach was anderes. Und ich glaube das ist ein wesentlicher Nachteil, dass diese Zeit nicht intensiv stattgefunden hat. Die jungen Heranwachsenden hatten keine Zeit in einem geführtem Klassenrahmen über Themen zu sprechen, die einen bewegen als junger Mensch, wie die eigenen Gefühle und Gedanken. Das ist sicher eine verlorene Chance in der Zeit, denn die wird in der Form auch im Studium nicht wieder kommen. Das ist die Chance gerade im Altern von 15-19 Jahren, wo die Kinder schon mitdenken und eigene Gedanken haben. Sehnsüchte, Ängste, Befindlichkeiten und Fragen konnten nicht in der Form besprochen werden, wie das in der Schule möglich ist.“ 10 Tipps 1 Waldbaden Schönes Foto von einem Wald Waldbaden, japanisch Shinrin Yoku genannt, hilft bei der Stärkung des Wohlbefindens und kräftigt das Immunsystem. Die Forschungsergebnisse der letzten Jahre rund um das Thema Bäume und deren positiven Auswirkungen auf unsere Gesundheit boomen. In Deutschland hat der Förster Peter Wohlleben bezaubernde und gut lesbare Bücher zum geheimen Leben der Wälder und dem Seelenleben der Tiere geschrieben und darin lernen wir, wie Bäume untereinander kommunizieren. Sowohl über Botenstoffe in der Erde als auch über Stoffe in der Luft hinweg über viele Kilometer. Sie warnen und beschützen sich gegenseitig vor Schädlingen, geschwächte Baumfreunde werden sogar über Jahre hinweg von anderen Bäumen ernährt und am Leben gehalten. Doch vor allem die Wirkung des Waldes auf die menschliche Gesundheit wurde stark untersucht. Sogenannte Terpene, die von den Bäumen in die Luft abgegeben werden, stimulieren unser Immunsystem auf vielfältigste Art und Weise während wir im Wald spazieren gehen, was die Japaner als Waldbaden bezeichnen. Außerdem helfen uns Bäume, zu entspannen. Sie wirken Stress mildernd auf uns. Sowohl, wenn wir im Wald spazieren gehen, als auch wenn wir die Bäume vom Fenster aus betrachten. Krankenhauspatient*innen werden schneller gesund und benötigen weniger Medikamente, wenn sie einen Baum vor dem Fenster haben und auf den Baum anstatt auf eine Betonwand blicken können. Ist das nicht unglaublich? Solche Themen sind natürlich auch für Jugendliche sehr spannend. Du kannst ihren Forschergeist wecken, wenn Du davon erzählst. Besorge Bücher, um darüber im Austausch zu sein, schaut euch einen guten Film dazu an. Überlegt, wie ihr die Power der Wälder nutzen könnt. Wie oben erwähnt hat das Waldbaden in Japan eine lange Tradition. Kann man es in Deutschland bekannt machen? Vielleicht das nächste Biologie-Referat zu dem Thema aussuchen oder Postkarten zum Thema gestalten und an die Verwandtschaft schicken? 'Spezial-Tipp': Three watching Genieße die Bäume und die Natur unbedingt täglich aus dem Fenster, wenn ihr wegen einer Quarantäne die Wohnung nicht verlassen dürft. Sie helfen, das Wohlbefinden zu steigern und das Immunsystem zu stärken. Also warum nicht: Ergreife bewusst mehrmals täglich die Chance auf die grüne Baum-Oase zu blicken. Das Fenster sollte natürlich geöffnet werden, damit Sauerstoff und Vogelgezwitscher ins Zimmer fluten. Und auch hier kann wieder der Jahreszeitenrhythmus gepflegt werden: Wie sieht Euer Baum im Frühling, Sommer, Herbst und Winter aus? Welche Tiere leben darin, welche Blätter, Blüten und Früchte treibt der Baum? Kein Baum in der Nähe? Ein Fenster mit Aussicht nur auf eine Betonwelt? Dann tut es auch eine Zimmerpflanze. Nach der Quarantäne bzw. während der Genesungsphase heißt es natürlich: Ab nach draußen! Macht unbedingt einen schönen Spaziergang durch den Wald oder im nahen Stadtpark. Geht, wenn irgendwie möglich nicht gleich in den Großstadttrubel. Bleibt ein paar Stunden dort, genießt es, dass eure Sinne durch die Abgeschiedenheit feiner geworden sind. 2 Sternenwarte von der Fensterbank Foto vom nächtlichen SternenhimmelDas geht immer und überall, denn jede Wohnung hat ein Fenster, um des nachts hinauszuschauen in den bestirnten, sternenreichen Himmel über Dir. Natürlich ist es nicht ganz dasselbe, wie in einer warmen Sommernacht in der Bretagne unterm Himmelsfirmament auf dem Rücken liegend in den in den Himmel zu schauen. Der Blick aus dem Fenster ist vielleicht durch die sogenannte Lichtverschmutzung verseucht. Aber überall gibt es einige Sterne, Planeten und den Mond gut zu sehen. Mit einem Fernglas kannst Du gleich noch mehr Sterne sehen. Zum Thema Himmelskuppel gibt es auch mal wieder viele Studien und die sind sehr aufregend: Wenn wir Nachts zum Sternenhimmel emporblicken, fühlen wir uns mit etwas Höherem verbunden. Man könnte sagen, wir spüren eine harmonische Weltordnung, die trotz aller irdischen Wirrnisse da ist. Das kann in einer Pandemie ein unterstützendes Empfinden sein. Der Sternenhimmel ist ein Symbol für die unbegreifliche Ordnung des Kosmos. Der Mond umkreist die Erde, die Erde umkreist die Sonne, die Planeten kreisen nach festgelegten großen Rhythmen zum Teil Jahrzehnte um die Sonne – ein wahrhaft gigantisches Karussell. In diesem Karussell herrschen die Naturgesetze. Ein Planetenbuch zur Hand und schon kann die große Sternenkunde mit den Eltern beginnen. Lernt euch am Himmel zu orientieren, wie es früher nur die besten Seefahrer zum Navigieren in der Nacht konnten. Im Planetenbuch oder einem Jahres-Sternenhimmel-Kalender könnt Ihr auch nachschauen, wo am Himmel welche Ereignisse vorher gesagt und erwartet werden. Es gibt Monate, in denen wir wissen, dass bestimmte Planeten zu bestimmten Uhrzeiten und Himmelsrichtungen gut sichtbar sind. Tage in denen in ganz bestimmten Sternbildern Sternschnuppenschwärme zu beobachten sind. Also verpasst es nicht, Euch gerade in so einer Nacht auf die Sternschnuppen-Lauer zu legen. Sucht auch die 12 Sternzeichenbilder am Himmel und versteht so, wo die Horoskope anknüpfen. Es ist beeindruckend, wenn man als junger Mensch sein Sternbild und die 10 bedeutendsten Sternbilder am Himmel finden kann. Das macht sich auch sehr gut bei anderen Jugendlichen, die man zukünftig des Nachts ohne Eltern treffen könnte. Alte Sagen und Mythen sollten in Eurer Lese-Kollektion nicht fehlen. Was erzählt die Mythologie darüber, wie das Sternbild Orion an den Himmel kam und welche Geschichte zum großen Wagen gehört. Spezial-Tipp: Was machen die Sterne tagsüber?Astrologie ist ein spannendes Fach, bei dem man nie auslernt! Stellt euch Himmelsfragen und forscht gemeinsam danach. Sammelt die Ergebnisse in einem Himmelskörper-Buch, einem Sternen-Buch und erweitert es Stück für Stück. Natürlich ist das Jugendalter perfekt, um den anderen Himmelsphänomen auch nachzugehen. Versucht das ganzheitlich zu tun, indem Ihr die physikalischen und spirituellen Überlieferungen zu der Himmelswelt kennen lernt. 3 Nachbarschaftshilfe Foto von lieben älteren Menschen und Nachbarschaftshäuserstimmung Schenken ist ein sehr wichtiges Motiv für die Jugendzeit! Schon kleine Kinder, aber vor allem Jugendliche wollen gern etwas für andere tun. Das gilt auch, wenn sich gerade eine heftige Pubertätskrise abspielt und Dein eigener Jugendlicher bzw. Deine eigene Jugendliche gerade völlig unzugänglich wirkt und für Dich unverfügbar ist. Überlegt doch mal wer alles in der Nachbarschaft und dem erweiterten Umkreis von Dorf, Stadtteil, Schule und Vereinen Eure Hilfe benötigen könnte. Hilfebedarf haben in Pandemiezeiten Menschen, die sich noch weniger frei bewegen können als Du selber. Alte und sehr kranke Menschen allen voran. Sie trauen sich oft gar nicht mehr auf die Straße, bekommen dann auch noch wenig Luft durch die Mund-Nasenbedeckung und geraten schneller in Panik. Aber auch sie brauchen Lebensmittel, Apothekenprodukte oder jemandem, der ihren Hund Gassi führt. Es ist unüblich geworden, aktiv andere um Hilfe zu bitten. Aber jemandem seine Hilfe anzubieten war noch nie ein Fehler, sondern ist ein Zeichen von Großzügigkeit und Mithilfe. Also traut Euch ruhig, vermeintlichen Risiko-Menschen Eure Hilfe anzubieten. Gerade ältere Menschen sind wenig Internet-affin, um sich über diese Wege selbst zu helfen. Und weil Nachbarschaft so wichtig ist und wir es so selten pflegen, legt doch einmal Nachbarschaftstage ein, an denen ihr den lieben Nachbarn ein Geschenk macht. Dazu könnt ihr Kuchen & Kekse backen, Marmelade einkochen, Blumen pflücken für Frau Müller von nebenan oder Herrn Wittich, mit dem man lange schon nicht mehr geredet hat. Spezial-Tipp: Geschenke-TischBaue einen Verschenk-Tisch vor Deinem Haus auf, male ein Schild, „Zum Verschenken, Spenden Willkommen!“, stelle ein schönes Einmachglas für Kleingeld hinzu und lege Dinge auf den Tisch, die ihr nicht mehr braucht. Sucht euch unbedingt einen „Gut-Wetter-Tag“ für die Aktion aus. '4 Gesundheit der Welt': ONE HEALTH Foto NaturbildLiebe Eltern, das wichtigste Thema der heutigen Zeit ist die Nachhaltigkeit unserer Lebensweise. David Attenborough, der -inzwischen 94 Jahre alt- sein Lebenswerk der Zukunft der Erde widmet, weist in vielen bezaubernden Reportagen und auf einer für Jung und Alt zugänglichen Art und Weise auf die Notwendigkeiten hin, die wir heute für die Zukunft der Erde ergreifen müssen. Kinder und Jugendliche sind mit einer besonders feinfühligen Verbundenheit mit der Natur beschenkt. Sie verstehen früh und intensiv, dass die Natur und all ihre Lebewesen unsere Fürsorge und Pflege benötigen. Wenn sie klein sind, lieben sie es, kleine Schutzhäuschen für die Vögel im Winter zu bauen, wenn sie älter werden tritt das kognitive Wissen in dem Vordergrund und starker Wille zur Tat. Als falsch oder ungerecht empfundene Situationen wollen von den Kindern geändert werden. Startet Petitionen, überlege mit Deinen Kindern am Familientisch, was ihr als Familie tun könnt, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Sucht dazu auf jeden Fall das Gespräch am Abendessenstisch oder beim Nachtspaziergang, seid bereit zum Reden, so wie das Thema aufkommt. Werdet zum Beispiel Landpaten für Wildnis-Bereiche auf der Erde, sammelt Unterschriften für nachhaltige Ansätze, denn die werden wir dringend brauchen. Es gibt keine Gesundheit der Menschen, ohne eine gesunde Erde. Schaut euch auch die Fridays for Future Bewegung an und diskutiert darüber. Was ist unterstützenswert? Es gibt inzwischen auch sehr viele gute Dokumentationen und Tipps wie wir immer nachhaltiger leben können. Überlegt doch gemeinsam, was ihr zukünftig im Alltag anders machen wollt! Vielleicht wollt ihr euer Einkaufsverhalten ändern, Wasser sparen, den Energieversorger wechseln, bestimmte Tierarten vor dem Aussterben bewahren. Spezial-Tipp: Einen Baum pflanzen Einen Baum zu pflanzen braucht ein paar sorgsame Vorab-Überlegungen, damit euer Sprössling auch gut gedeihen kann. Ein Weg geht über eine Spende und das Verschenken eines Baumes in einem deutschen Landesforst. Bei diversen Institutionen erhältst Du dafür ein Zertifikat. Wenn Du in Deinem eigenen Garten einen Baum pflanzen willst, überlege Dir den Standort und die Baumsorte gut. Lass Dich gegebenenfalls beraten. Obstbäume sind in Pandemiezeiten in mehrfacher Hinsicht sehr schön, denn ein Äpfelchen vom eigenen Baum in die Hand, ohne Umweg zum Supermarkt und dazu noch ungespritzt in Bio-Qualität, ist immer eine Freude. 5 Kunst und Kreativität Foto bunte Farben, Pinsle, junge Künstler*innen„Die Künste müssen Teil der Basis-Erziehung sein. Nicht um der Künste willen, sondern um der Menschheit willen!" so Charles Fowler, Director National Cultual, USA.Also ran an die bunten Farb-Paletten, würde ich sagen, denn jetzt ist eine Zeit angebrochen, die danach fragt, unerwartete, für manchen gar traumatische Seeleninhalte künstlerisch zum Ausdruck zu bringen. Die Kunst ist frei, sie schenkt freie und ungezwungene Ausdrucksformen - jeder kann nach seiner Fantasie und seinen Möglichkeiten gestalten. Hat Dich das Maskentragen gestresst, weil Du es unpersönlich fandest? Hattet ihr Angst vor dem Virus? Fragt euch, wie würden ein Künstler/eine Künstlerin das Thema ins Bild bringen? Was hätte ein van Gogh gemacht, was ein Picasso? „Ich kann nicht malen.“, gilt nicht, wenn man sich die Werke der Herren anschaut, kann es nicht an deren künstlerischen Fähigkeiten liegen, dass sie erfolgreich wurden. Nehmt euch Zeit, an mehreren Tagen an den Kunstwerken zu arbeiten. Neben Farben und Leinwänden könnt ihr Ton, Collagen und vieles mehr verwenden. Plant eine Ausstellung im Netz oder mit Freunden nach der Pandemie. Wenn ihr Musiker*innen seid oder Musikerfreund*innen habt, bitte sie bei der Ausstellung dabei zu sein. So wird bald eine tolle Performance daraus. Wenn´s mal weniger problembezogen sein darf ist das ganze Haus euer Kunstplatz. Wie wäre es Mal wieder das Zimmer mit einer Renovierung zu beglücken? Tapezieren ist sowieso eine Fähigkeit, die jeder können sollte. Wenn ihr einen Raum gut mit Planen sauber abdeckt, könnt ihr dort auch eine Spraywand einrichten. Bedenke, dass es die Zeit ist, in der Jugendliche gern die verschiedensten Art-Bereiche erkunden. Wenn es draußen nicht geht, überlegt wirklich so viel als irgend möglich drinnen entstehen zu lassen. Spezial-Tipp: WortkunstWorte sind Zeichen, die erst durch den Leser eine Bedeutung erhalten. Du kannst Worte in Bilder einfließen lassen. Sie farblich gestalten, entfremden oder auch zur Beschreibung einsetzen. Beispiel Das Wort: Treffer: Die Buchstabenfolge T-r-e-f-f-e-r erscheint als Bogen, auf dem ein Pfeil gespannt und schussbereit anliegt. Dabei werden der Bogen und der Pfeil durch das -T- gebildet und die Pfeilfedern durch die Buchstaben r-e-f-f-e-r angedeutet. Das so entstandene Wortbild interpretiert Treffer als das Ergebnis zielgerichteten Handelns. 6 Move your Life Bewegungsmangel ist eines der gesundheitlichen Haupt-Folgeprobleme der Pandemie. Das gilt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Umgangssprachlich wird vom Sitzen schon als neuem Krebs gesprochen, da das dauernde Sitzen für viele Herz-Kreislauferkrankungen verantwortlich ist. Das GKV-Bündnis für Gesundheit empfiehlt für Jugendliche in Alter von 12 bis 18 Jahren – mindestens 90 Minuten/Tag, an denen sich Jugendliche insgesamt bewegen sollen. Die Intensität der Bewegung sollte dabei moderat bis hoch sein, d. h., dass die Jugendlichen die Bewegung als (etwas) anstrengend empfinden. Gleichzeitig gilt: Alle sollen weniger Sitzen. Jugendliche sollten in ihrer Freizeit möglichst wenig Zeit nur im Sitzen verbringen. Dies betrifft vor allem das Sitzen vor dem Bildschirm – ob vor dem TV, Computer oder dem Smartphone. Für Jugendliche gilt: höchstens 2 Stunden pro Tag Sitz-Zeit ist tolerabel. Achtet also massiv auf Bewegungspausen in der Schule und viel bewegtes Lernen. Das galt schon vor Beginn der Pandemie. Es ist eine gute Zeit, um Familienfitness-Programme zu etablieren oder den Jugendlichen einen Fitnessbereich im Keller oder Esszimmer einzurichten. Die Fitnessstudios sind in der Pandemie geschlossen; wer in Geräte zur Fitness investieren kann, sollte dies tun. Und diese dann mit den Jugendlichen gemeinsam nutzen. Ebenso sind Yoga, Pilates, Tanz, Akrobatik, einfach alles was Dir liegt und wozu Du Dich auch begeistern kannst, gute Motivationsschübe für Deine Kinder. Ich habe mit meinem Sohn begonnen zu jonglieren. Das ist echt schwer, ich bin immer noch nicht so weit wie ich gern wäre und naja, man muss sich echt oft bücken, um die Bälle einzusammeln.Neben dem Bewegen, ist gemeinsames Werken immer noch attraktiv: Jetzt geht es darum große Projekte, die in die Welt hinausführen. Eine Sprung-Rampe für den Downhiller bauen, einen leeren Van ersteigern und zum gemütlichen Wohnwagen ausbauen, Kleider für eine Theateraufführung nähen. 7 Aufführungen Foto Theaterbühne mit jungen Leuten in KostümenApropos Kleider für eine Theaterveranstaltung nähen: Wenn Du in dem Bereich begabt bist, dann nutzt die Zeit dazu unbedingt. Spannende Jugendthemen, die ihr leicht auch zu Hause inszenieren könnt sind je nach Alter z.B. Ronja Räubertochter, Die Welle, Otello uvm. Du findest im Internet Leseproben zu verschiedensten Stücken, welche die Lebenswirklichkeit und Gefühlswelt der Jugendlichen betreffen. In Frage kommen aber auch mythische und klassische, sagen-, märchen- und fabelhafte Stoffe, wenn sie Spiegel für Lebensfragen der Jugendlichen sind. Oft sind sozialkritische Themen für Pubertierende spannend und wichtige Gesprächsanlässe. Lass Dich auch von Deinem Kind leiten. Plant regelmäßige Probezeiten ein. Ihr könnt die Erst-Aufführung auch filmen und an die Verwandtschaft schicken! Vielleicht mit einer schön gebasteltem Einladungskarte und einer Uhrzeit für die Premiere. Spezial-Tipp: Pantomime Pantomime meint die Darstellung einer Szene, Handlung nur mit Gesten, Gebärden, Mienenspiel und Tanz. Egal ob mit weiß angemaltem Gesicht oder ohne jede Verkleidung. Es ist spannend bestimmte Themen ohne Worte darzustellen. Nebenbei lernen die Jugendlichen etwas, wovon die Wissenschaft weiß, dass es in der Pubertät wegen grundlegender Umstrukturierungen im Gehirn tatsächlich viel schwieriger ist, als in späteren Lebensabschnitten und das ist es Gefühlszustände und Emotionen von den Gesichtern anderer Menschen abzulesen. Wenn Dein Jugendlicher/ Deine Jugendliche Dir also etwas unempathisch vorkommt, kann es zumindest zeitweise wirklich so sein, dass er/sie schlichtweg nicht von Deinem Gesicht ablesen kann, wie es Dir geht. 8 Soziale Verantwortlichkeit Foto Hände, die einander greifen Die heranwachsende Generation beeindruckt uns, wie noch keine Generation zuvor mit ihrer globalen Rücksichtnahme und Umsicht für die gesundheitlichen Belange der Älteren. Man könnte das Verhalten abwerten und der Meinung sein, dass sie doch nur Regeln befolgen würden, die staatlicherseits gegeben worden sind. Aber hier müssen wir klar einschreiten und darauf hinweisen, dass eben die Jugend NICHT rebelliert, nicht in breitem Maße die eigenen altersentsprechenden Rechte einfordert, sondern sich entgegen dem zu erwartendem Sturm- und Drang-Potential, welches sie für ihre Zukunft entfalten könnten, zurückhaltend und sehr vorsichtig sind. Rücksichtnahme ist ein neues Leit-Motiv in der Jugendbewegung geworden, so wenig manche Jugendliche auch danach äußerlich aussehen. Es wird sich in der Zukunft zeigen, wie dieses Potential in eine zukunftsbewegende Kraft entwickelt wird. Für die Lockdowns wurde ja in staatlichen, öffentlichen Videos eher das Gegenteil propagiert. Zu Hause auf dem Sofa warten, bis alles vorbei ist. Aber die Jugend kann nicht warten, bis die Jugend vorbei ist. Die Aufarbeitung der, gerade für Kinder und Jugendliche in der Hauptphase der Pandemie aufrechterhaltenden Maßnahmen, zeigen in der Nutzen-Risiko-Analyse fragwürdigen bis komplett fehlenden Nutzen. Hier müssen gesundheitspolitische Perspektiven zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Lockdowns und Maßnahmennebenwirkungen ausgearbeitet werden. Wo dies fehlt, muss es von den Jugendlichen und deren Eltern eingefordert werden. Dabei kommen im Gespräch mit Jugendlichen natürlich auch die Auswirkungen der Pandemie auf Kinderarmut im eigenen Land zur Sprache. Ein Thema, dass zumindest mini-politisch durch die Übernahme einer Patenschaft für ein Kind in einem armen Land der Welt hilft, die anderen Länder der Erde, die zum Teil massiv durch eine Verschlimmerung der Armut betroffen sind, im Sinn zu behalten und -wenn auch wenig- zu helfen. Natürlich kann die Sehnsucht dieses Lebensalters nach sozialer Mitgestaltung und gegenseitiger Hilfeleistung auch direkt in der Nachbarschaft realisiert werden. Oft sind die Jugendlichen nicht die, die auf den anderen Menschen frontal zugehen und offene Hilfsangebote verkünden. Viele sind eher abwartend, Hilfe anzubieten, bedeutet für manche dem Gegenüber zu signalisieren, dass man bei ihm eine Schwäche erahnt, was als unterschwellige Beleidigung und Schwächung des anderen empfunden wird. So ist es hilfreich, als Erwachsener in Vorleistung zu gehen, selber nachzufragen und Bedarf den Jugendlichen zu erklären. Du erinnerst auch, es ist nicht das Lebensalter, wo die Jugendlichen leicht die Gefühle und/oder Lebenssituation eines anderen Menschen empathisch wahrnehmen können. Wenn Du aber freilassend schilderst, wo sie helfen könnten und, falls sie nicht helfen wollen (warum auch immer) diese Arbeit selber sorgsam verrichtest, und keinen moralischen Druck ausübst, wirst Du auf die psychosoziale Entwicklung Deines/Deiner heranwachsenden Jugendlichen vorbildlich wirken. Wir wirken selbst auf Jugendliche noch so unglaublich stark durch unser Vorbild, das dürfen wir nie unterschätzen. Dein Vorbild wird vielleicht erst in vielen Jahren einmal zu einer bewussten Verhaltensbeeinflussung deines Kindes in einer sozial brisanten Situation wirksam werden, Du wirst es vielleicht nie erfahren, aber die Kraft Deines Vorbildes, ohne große belehrende Worte, hast Du Deinem Kind geschenkt und solche Kräfte wirken, das wissen wir aus der Biografie-Forschung, unter Umständen lebenslang. 9 Kochrezepte Foto Essen und Getränke Dies ist besonders im Kommen bei Jungen wie bei Mädchen und es ist extrem lebenspraktisch. Nebenbei lernen die jungen Leute Experimentieren mit den Zusammenstellungen moderner Aroma- und Kochgenüsse. Fangt an mit Gerichten, die sich easy und ohne großen Aufwand genießen und reproduzieren lassen. Beginne mit ein paar Basics und steigert euch dann. Jeder einzelne Schritt wird belohnt! Viele leckere Koch- und Backrezepte von mediterran bis bayrisch, köstliche Hauptgerichte, Kuchen, Suppen, Salate, Quiches, Tartes so wie Dips, Konfitüren, und vieles mehr. Die Welt der Kochrezepte warten nur darauf, erobert zu werden. Das Lieblings-Restaurant ist wegen Lockdown geschlossen? Kein Problem, ihr macht die Dinner-Party zu Hause und bereitet ein 3 Gänge Menü mit leckeren Non-Alcoholic-Coctails vor. Zieht euch schick an. Macht schöne Fotos für Euer Corona-Tagebuch und postet die Fotos bei euren Freund*innen zur Inspiration. Und denkt an die Restaurantbesitzer! Auch nach der Pandemie wollt ihr wieder hingehen. Also fragt, ob sie in der Pandemie Essen außer Haus liefern. Wenn ihr bei ihnen Essen bestellt, unterstützt ihr sie beim finanziellen Durchhalten. Übrigens, wenn ihr euch fürs Essen interessiert, denkt auch ans Haushalten mit dem Essen. Denn in der Wohlstandswelt neigen die Menschen im Lockdown noch eher zur Übergewichtigkeit als zum Hungern. Plant auch mal Phasen komplett ohne Essen ein, vielleicht sogar Fasten und kocht mit Nahrungsmitteln aus guter lokaler Bio-Qualität. 'Spezial-Tipp': Selfmade Zahnpasta Foto Rezept handschriftlichDas brauchst Du: 3 EL Bio-Kokosöl3 EL Natron1 EL Heilerde25 Tropfen Bio-PfefferminzölGib alle Zutaten in eine Schüssel und mische sie gut miteinander. Nun hast Du eine sofort benutzbare Zahnpasta. Auch schön zum Verschenken im kleinen Glas. 11 Ein Blick vor und einer zurück! FOTO: wachsende KinderDer gemeinsame Blick zurück kann mit einem Ausflug in die Biografie Deines Jugendlichen beginnen. Es ist tragend, wenn Du Dir einen Nachmittag Zeit nimmst, um Dich einzustimmen und zum Beispiel bei einer leckeren Tasse Tee Deine Familien-Fotoalben wälzst. Schaue dir Fotos von der Schwangerschaft, über Babyjahre und die Kindheit bis hin zur Pubertät an und stelle ein „Best of“ zusammen. Besonders schön ist es, wenn Du eine „Wachstumsreihe“ erstellst, indem Du für jedes Lebensjahr Deines Kindes mindestens ein aussagekräftiges Foto heraussuchst. Du kannst diese Fotoreihe nebeneinanderstellen und zusammen mit Deinem Kind kannst Du schauen, wie es Jahr für Jahr gewachsen ist. Erzähle aus Deinen Erinnerungen aus der gemeinsamen Kindheits-Zeit. Schildere kleine Anekdoten und besondere Zeiten. Zum Beispiel: „Als Du ein kleines Baby warst, waren immer alle ganz bezaubert von Dir, vor allem Oma Trudi kam jedes Wochenende zu Besuch und wollte Dich dauernd auf dem Arm halten.“ Schildere Deinen Kind, wie es früher war, was typische Wesenszüge waren. War es eher neugierig, ängstlich, eher draufgängerisch oder abwartend? Wähle auch Schilderungen, wie: „Als Du vier Jahre alt warst, hast Du uns einmal einen ganz schönen Schreck eingejagt. Das war folgendermaßen…“ Wähle Geschichten von Freude, Ausflügen, Freunden, Hautieren, Omas und Opas, ebenso wie Erzählungen aus Krankheitsphasen oder Sorgenzeiten. Erinnert euch gemeinsam an den Umzug, die Erzieherin im Kindergarten, den Schulwechsel, Urlaube. Nutzt die Zeit, nochmal in das unglaubliche Geschenk der gemeinsamen Zeit einzutauchen, mit all den Höhen und Tiefen, die ihr schon durchlebt habt. Genießt diese kleine Biografie-Arbeit und wenn ihr mögt, hängt doch die Fotoreihe für einige Zeit im Wohnzimmer auf. Spezial-Tipp: Erinnerst Du Dich, wie oft ihr früher die Körpergröße gemessen hattet? Heute ist mal wieder der perfekte Tag dafür. Messt doch ruhig öfters. In der Jugendzeit finden nochmal überraschende Wachstumsschübe statt. FOTO: Reise Jugendliche im Ausland Der Blick in die Zukunft ist natürlich in mancherlei Hinsicht ungewiss. Auch und gerade was das Reisen angeht. Dennoch wird Reisen wieder in unterschiedlichem Umfang unbeschwert möglich sein. Also ist jetzt der beste Zeitpunkt, um die nächste Reise zu planen. Je nachdem was für ein Typ Dein Kind ist und wie alt Dein Jugendlicher/Deine Jugendliche ist, wird es eher eine Reise mit Dir gemeinsam oder schon alleine sein. Wobei meine persönliche Erfahrung ist, dass die Jugendlichen auch in höherem Lebensalter noch tendenziell unsicher sind, was bei Reisen ins Ausland auf sie zukommen könnten. Als Reiseziel kommen liebe Familienangehörige und gute Freund*innen im In- und Ausland gern in Frage. Ihr könnt die Wanderwege der Umgebung erkunden oder auf den Jakobsweg lospilgern. Dazu gibt es übrigens einiges an Vorbereitungsliteratur und Videoclips im Netz zu finden. Vielleicht steht auch ein Auslandspraktikum an oder ein Sport-Urlaub. Schmiedet zusammen Pläne und malt Bilder dazu, bastelt Collagen und hängt Eure Sehnsuchtsziele an die Wand. Tut täglich eine kleine Sache für eure Reisevision. Egal was, es kann etwas sehr Kleines sein und wenn es nur das wäre, jemanden davon zu erzählen, um Reisetipps zu bitten oder am Fenster zu stehen, 10 x tief zu atmen und zu visualisieren, wie ihr an eurem Reiseziel glücklich angekommen seid.
12 Pandemie in Kindergarten & Schule Die Situation der Kinder in der Corona-Pandemie – zunehmend isoliert von Gleichaltrigen, ständig wechselnden behördlichen Regularien und digitaler Beschulung, ohne verlässliche Feedback-Systeme und mit vielen technischen Überraschungen, führt zu Sorge um die heranwachsende Generation. In der Schule, wenn sie denn dann in Präsenz stattfindet, sind die Jugendlichen mitunter überfordert, weil sie nicht mehr das Klassenzimmer oder Sitznachbarn/Sitznachbarin wechseln dürfen und eine Maske tragen müssen. Die Liste an neuen Herausforderungen im schulischen Kontext ließe sich weit fortsetzen. Und damit leider auch die Liste an Themen, bei denen Kinder in der Schule mehr Probleme bekommen können als sonst. Der 126. Deutsche Ärztetag titelt im Sommer 2022: Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Coronapandemie: Die Schulschließungen waren für die meisten Kinder toxisch.Dabei sind gerade Jugendliche mit der Doppel-Spannungs-Situation im häuslichen Umfeld, wie auch in der Schule belastet und überfordert. Sie sind viel mehr Zeit zu Hause, als es ihrem Alter und der pubertären Sturm- und Drangzeit entsprechen würde. Zu Hause können sie sich nicht mehr frei bewegen, weil die Eltern berufliche Videocalls haben und Geschwister allen Alters zu Hause ihre Bedürfnisse einfordern. Die Kinder müssen oft ruhig sein wegen Zooms, die die Eltern machen, was zu Spannungen in der Familie führt. Zudem besteht zu Hause die Gefahr, dass die Kinder in eine Medien-Abhängigkeit rutschen – dass sie also ununterbrochen gamen, chatten und Filme schauen. Homeschooling und Homeoffice, so eine offizielle Studie, gehen nicht gut Hand in Hand. Denn Kindern und Eltern fehlt in der Familie der Ausgleich der Zeit, die sie in der Schule oder im Büro mit Freunden verbringen. Sie sind nun dauernd zu Hause und Probleme akkumulieren. Im manchen Familien häufen sich die Streitereien. Hier lohnt es sich, in Familienkultur und Streitkultur zu investieren. Kasten: Weniger Streiten zu Hause, wie geht das? Zum Beispiel indem Du eines Abends für Dich bemerkst, dass Du weniger Streiten möchtest. Und Du merkst, dass immer mindestens zwei unterschiedliche Sichtweisen gibt, die aneinandergeraten. Außerdem wird Dir bewusst, dass Streitereien destruktiv sein können und es Dir öfters hinterher leid tut, wenn Du mit Deinem Kind gestritten hast, weil Du merkst, dass Du zu heftig warst. Wie auch immer. Es gibt verschiedene Wege. Ein möglicher Ansatz, den ich gern empfehle und selber in meiner Familie erprobt habe, ist es, in der Familie ein Codewort einzuführen, das als Streit-Stopp-Wort gilt. Dieses Wort soll neutral sein, es könnte „Gänseblümchen“, „Katzenpfötchen“ oder „Käseglocke“ lauten. Das Wort soll jedenfalls nichts mit Konflikten zu tun haben. Jeder in der Familie darf das Wort sagen, wenn er oder sie spürt, dass ein Streit droht, aus dem Ruder zu laufen. Schon Vorschulkinder verstehen, worum es geht und können Dich überraschen, denn sie haben oft viel feinere Antennen als wir Erwachsenen, wenn Streit für sie zu viel wird. Die einzige Regel: Wenn einer das Code-Wort sagt, muss der Streit wirklich aufhören und beigelegt werden. Eine Gedankenhilfe für Dich: Ja es ist oft schwer einen Streit zu beenden oder mindestens bis zum nächsten Tag zu vertagen, wenn man sich als Erwachsener im Recht fühlt, aber bedenke, dass wir bei Streitereien eben nicht auf einer Intensivstation sind, wo schnellstmöglich die eine Lösung getroffen werden muss. In der Familie haben wir immer Zeit auf die Streitsituation erneut zu schauen, am nächsten Morgen mit wachem frischen Blick und vielleicht neuer Güte und neuen Ideen nochmal alles zu überdenken. Dies sollten wir pflegen, unsere Kinder lernen an unserem Vorbild die Fähigkeit Konflikte zu de-eskalieren. GASTBEITRAG:Welche Vor- und Nachteile hat die Corona-Situation für die Kindergartenkinder gebracht?Björn (21 Jahre, Kindergartenerzieher). „Die Kinder durften früher immer ihr Essen teilen. Das war ganz normal, dass sie das machen, Mal was getauscht haben. Der Eine hatte das in der Dose und der Andere jenes. Das war Gang und Gebe zu tauschen. Während der Pandemie war das verboten. Ist es bis heute. Jetzt geht’s wieder einigermaßen, aber irgendwann hatten die Kinder das so verinnerlicht, dass sie selber schon gesagt haben, am Frühstückstisch morgens im Kindergarten, wenn ein 2-Jähriger von seinem Nachbarn was nehmen wollte: „Nein! Corona, das darfst du nicht!“. Sie haben unsere Anweisung übernommen, obwohl man gemerkt hat, dass das schwer war für sie zu verstehen, dass Tauschen oder Teilen jetzt was Schlechtes ist. Eigentlich ist es ja was total Positives, wenn man ein Stück von seinem Schokokeks abgibt. Das hat die Kleinen verwirrt. Ich habe vor allem negative Sachen erlebt, ich habe kaum positive Sachen, die ich dazu sagen könnte. Eine Sache fällt mir noch ein, dadurch, dass Homeoffice war und dass die Kitas auch teilweise zu waren oder nur systemrelevante Kinder kommen durften und andere zu Hause bleiben mussten, kam es dazu, dass viele Kinder vorm Fernseher geparkt wurden, weil keine anderen Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung standen und dadurch –das ist an sich schon ein Thema- viele Kinder durch Medienkonsum an sich negativ beeinträchtigt wurden. Das wäre ein Punkt, der negativ ist und dass der Fernseher zum Beschäftigen oft dann das Einzige ist. Die Kinder haben viel Kram konsumiert, haben irgendwelche Serien konsumiert und sind dadurch sehr aufgedreht, schon wirklich verhaltensauffällig geworden.“
GASTBEITRAG: Welche Vor- und Nachteile hat die Corona-Situation für die Schulkinder gebracht?Elena (51 Jahre, Grundschullehrerin). „Mit digitalen Einzelgeräten arbeiten, geht nur mit Hilfe der Eltern, die aber reihenweise ausgefallen sind. Viele Kinder schaffen es nicht einmal sich selber einzuloggen. Alternativ eben, wenn die Kinder auf sich gestellt bleiben, geht es z.B. übers Fernsehen, wo landesweit dann eben das Gleiche unterrichtet wird und Kinder nur zusehen. Kurz gesagt: Die Eingangsschwelle und auch weitere Anforderungen sind für alle Kinder in dem Alter und für deren Familien rein technisch zu hoch bei digitalen Geräten. Was Kindern fehlt sind die Exekutivfunktionen, wie sich organisieren, strukturieren etc. Das ist der eigentliche Punkt, woran Schulerfolg scheitert oder gelingt und deshalb sind in Deutschland die Eltern so wichtig, nicht für die Inhalte. Daran scheitern ja auch die Migranten, Flüchtlinge etc. und hier bräuchte es Unterstützung und "Leitplanken" für die Eltern. "Gut" an der Pandemie..mhmm, das Verständnis für Heterogenität wurde besser und dass an sich das gesamte schulische Vergleichssetup falsch und ungerecht ist. Die Kinder an sich wurden selbstständiger und damit freier. Die Maske war für die Kinder sehr schlimm aus mehreren Gründen, die Tests ebenso - auch wenn sie beides einfach ertragen haben. Frieren durch die Vorgaben im Winter zu Lüften war nicht so das Problem, eher die ständigen Störungen durch das Lüften (wir hatten letztlich dann den ganzen Tag die Fenster offen). Oft waren eher die Eltern das Problem, denen die Covid-Regelungen egal waren, sei es Testpflicht, Quarantäne etc. und die Kinder dann emotional zwischen Schule und Eltern standen.“ Pandemie SchulzeitSolche Zeiten hat es noch nie in Kindheit und Jugend gegeben. Schüler mussten den gleichen Lernstoff bei reduziertem und passager nur digitalem Unterrichtsangebot bewältigen. Schäden und Bildungsdefizite zeigen sich möglicherweise in ferner Zukunft. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung resümiert: „Um die Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verlangsamen, wurden die Schulen und Kitas deutschlandweit Mitte März 2020 geschlossen. Abschlussprüfungen pausierten, Kinder und Jugendliche ins digitale Home-Schooling geschickt, ohne zu klären, wie gerade bildungsferne armutsgefährdete Familien erreicht werden könnten, pädagogisch ungebildete Eltern aufgefordert, die Rolle der Lehrkräfte zu übernehmen. Wie werden sich die langdauernden Schulschließungen der Schulen auf die betroffenen Kinder und Jugendlichen auswirken? Konnte das »Home-Schooling« den Präsenzunterricht auch nur annährend ersetzen oder wird der fehlende Schulunterricht die Kompetenzentwicklung und den zukünftigen Bildungs- und Arbeitsmarkterfolg der heutigen Kindergeneration dauerhaft beeinträchtigen? Wird das Lernen zu Hause die Probleme bei der Bildungsgerechtigkeit in Deutschland weiter verschärfen? Vieles weist darauf hin. S. Anger und M. Sandner weisen in einem Artikel mit dem Titel: Die Auswirkungen der Coronakrise auf die Arbeitsmarktchancen der Corona-Abiturjahrgänge., daraufhin, dass auch auf dem deutschen Bildungs- und Ausbildungsmarkt die Folgen der Corona-Pandemie deutliche Spuren hinterlassen: Nicht nur die Zahl der Ausbildungsstellen gehe demnach zurück, sondern auch die Anzahl der Bewerber*innen. Die Frage, ob eine wirtschaftlich und gesellschaftlich abgehängte Generation Corona droht, ist zumindest gerechtfertigt und gehört zentral in alle zukünftigen politischen Fragestellungen. Die Gesamtsituation bleibt aber weiterhin schwer interpretierbar. Das deutsche Schulportal meldet, dass die Schülerinnen und Schüler, die 2022 ihr Abitur machen und die Oberstufenzeit sogar komplett unter Corona-Bedingungen absolvierten, offenbar keine Auswirkungen auf den Abi-Schnitt hatten. Schülervertreter*innen hingegen sehen ungleiche Voraussetzungen zu anderen Abi-Jahrgängen und damit ein unfaires Abi. Der Zeitpunkt zur endgültigen Beurteilung der Lage für die heranwachsende Generation ist noch zu früh. Die Forschung hinkt massiv hinterher. Aktuell können die gegenwärtig befürchteten negativen Effekte eingeschränkten Lernens für den Schulerfolg in den Pandemie-Jahren weder bestätigt noch aus der Welt geschafft werden. Niemand kann derzeit Qualität und Quantität der Pandemie-Schulzeit im Hinblick auf Kompetenzentwicklung und späteres Einkommen real einschätzen, zu viele Parameter sind unbekannt. Dasselbe gilt für das Studium: Der Übergang ins Studium war völlig anders als bisher. Fast alle jungen Studierenden studierten zu Hause (ca. 95 Prozent) und kannten ihre Studienorte einschließlich der Hochschulgebäude, Kommilitonen und Hochschullehrpersonen hauptsächlich über digitale Audio- oder Video-Veranstaltungen.Neben allen politischen Überlegungen musst Du natürlich schauen, dass Dein eigenes Kind gesund bleibt und nicht abgehängt wird, solange das System noch nicht so weit ist, sich um die Kinder optimal zu kümmern. Während der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass Eltern, die gut mit der Schule vernetzt waren, auch eher gut vorankamen. Wo das digitale Unterrichten nicht klappte oder wegen dem jungen Alter der Kinder, zum Beispiel in der Grundschule nicht empfehlenswert war, funktionierte in vielen Fällen der Versand von Unterrichtsmaterial zwischen Elternhaus und Schule via Postweg. Klar waren alle Eltern oft in Überforderungssituationen, aber es gab auch viele Chancen mehr nach dem eigenen Kind zu schauen, als wenn es in der Schule gewesen wäre. Nutze die Erfahrungen der Pandemie zu schauen, ob ihr zu Hause gut ausgestattet seid, um eine weitere Lockdown-Zeit schulisch so zu verkraften, dass ihr gut vernetzt seid und die notwendigen Materialien immer bekommt. Das gilt für die digitale wie auch die analoge Ausstattung. Schulen sollten offen bleiben Bezüglich der Corona-Pandemie stellte der Präsident der Bundesärztekammer im Juli 2022 im Rheinischen Ärzteblatt dar: „Aus medizinischer Sicht stellen Kita- und Schulöffnungen kein Pandemierisiko dar, wenn die erforderlichen und bewährten Schutz- und Hygienemaßnahmen eingehalten werden.“ Pandemiebedingte Schließungen von Kitas und Schulen sollten deshalb künftig nur noch in extremen Krisensituationen in Erwägung gezogen werden, forderten auch die Abgeordneten des 126. Deutschen Ärztetages in einem Beschluss. Das Ärzteparlament sprach sich außerdem dafür aus, die Forschung zu den langfristigen Folgen einer Coronainfektion und einer mRNA-Impfung bei Kindern und Jugendlichen zu fördern und auszubauen. Ganz grundsätzlich müsse die stationäre und ambulante Versorgung von Kindern und Jugendlichen verbessert und angemessen finanziert werden. Das gelte für die Kinder- und Jugendmedizin, die -psychiatrie und die Sozialpädiatrie gleichermaßen, heißt es in dem Ärztetagsbeschluss. In der Zeitschrift Das Ärzteblatt lesen wir: Es sei bedenklich, dass die Auswirkungen von Schulschließungen auf das Infektionsgeschehen kaum wissenschaftlich belegt seien, obwohl zahlreiche Studien die massiven psychischen und körperlichen Folgen von sozialer Isolation für Kinder und Jugendliche aufzeigen würden. Fakt ist: Die Lockdown-Maßnahmen wie Kita- und Schulschließungen zum Gesundheitsschutz von Erwachsenen und vulnerabler Gruppen müssen im Nachhinein in ihren Auswirkungen auf die Kinder- und Jugendgesundheit kritisch von einem unabhängigen Expert*innengremium hinterfragt werden. Fakt ist auch, dass wir Eltern das Ganze mit unseren Wählerstimmen und durch Petitionen für zukünftiges Gesundheitsmanagement beeinflussen können. Das braucht dein Kind beim Homeschooling Homeschooling wurde in der Pandemie mit digitalem Lernen gleichgesetzt. Das ist natürlich von der Begrifflichkeit ursprünglich so nie gemeint gewesen. Homeschooler waren die Familien, die mit dem herkömmlichen Schulsystem aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zufrieden waren oder deren Kinder nicht ins System passten. Für diese Familien gab es je nach Ländern gesetzliche Ausnahmeregelungen von der Präsenzpflicht an den Schulen. Einige Digitalisierungsaspekte sind für eine zukunftsfähige Schule sicher wichtig, aber kein Ersatz oder Heilsbringer für alle pädagogischen Herausforderungen, wie gerade gern getan wird. Die Technik muss der Interaktion zwischen Kindern und Lehrern sinnvoll untergeordnet werden. Kommunikation vom Mensch zu Mensch ist unersetzbar. Da kann kein Screen der Welt auch nur annährend heran. Wenn eine Pandemie Dein Kind dauernd an digitale Medien zwingt, dann hole Dein Kind auch immer wieder vom PC weg, um ihm den Nacken und die Schultern zu massieren. Die Heranwachsenden haben durch die PC-Tätigkeit oft Nackenbeschwerden. Fehlhaltungen schleichen sich leicht ein. Achte unbedingt zu Hause darauf, ob das Verhältnis von Tischhöhe zur Sitzhöhe des Stuhls ausgeglichen ist. Man glaubt kaum, wie wenig Aufmerksamkeit schon in der Schule darauf gegeben wird. Zu Hause solltest Du unbedingt darauf achten. Falsch eingestellte Stühle und Tische führen im besten Fall zu Rücken- und Nackenschmerzen, im schlimmsten Fall aber zu bleibenden Rücken- oder Bandscheibenschäden. Tastatur und Maus sollten so gefasst werden können, dass dabei der Arm oder die Hand nicht abknicken. Der Monitor sollte mindestens eine Armlänge entfernt platziert sein. Ein Sitzball ist übrigens sehr gut geeignet, um Deinem Kind ein dynamisches Sitzen nahe zu bringen. Verspannungen und Schmerzen im Nacken treten meist auf, weil viel Zeit vor dem Computer verbracht wird und dabei auch ein Bewegungsmangel auftritt. Eine ungünstige Arbeitshaltung führt zur einseitigen Belastung und schädigt die Muskulatur. Durch die Arbeit am Schreibtisch wird der Kopf nach vorne geschoben und die Nackenmuskulatur ungleichmäßig belastet oder sogar verkürzt. Wie geht so eine Massage? Hier ist eine Anleitung.
BOX: Grafik: Schönes Foto von Arnika-Blüten oder Kind mit Rückenmassage Bei allen Massagen von Kindern ist es am wichtigsten, sich vom Kind leiten zu lassen. Frage Dein Kind also immer was ihm angenehm ist und handele nach seinen Wünschen. Wenn Dein Kind es mag, ist Arnika-Öl in Bioqualität hier gut geeignet. Manche Kinder mögen es, richtig kräftig angefasst zu werden. Bei anderen darf man gerade sanft in der Nähe der Haut leichte Luftbewegungen machen. Frage Dein Kind beim ersten Mal ruhig öfters, wie es die Berührung am liebsten mag, später sind dann Worte überflüssig. Wenn Dein Kind am Schreibtisch sitzt, gehe hinter es und lege Deine warmen Hände sanft auf beide Schultern. Auch wenn Du wenig Massageerfahrung hast, kannst du Bewegungen finden, mit denen Du Kopf, Nacken und Schultern sanft ausstreichst. Führe leichte kreisende Bewegungen aus, um die Muskulatur zu massieren. Hast Du bei Deinem Kind einen Muskelknoten gefunden, kannst Du diesen mit dem Daumen gezielt lösen. Dies mag zwar etwas schmerzhaft sein, aber es ist auch effektiv. Mach es in der Form bitte nur bei älteren Kindern. Probiere im Verlauf der Nackenmassage aus, was Deinem Kind gut tut. Welche Handgriffe gefallen Deinem Kind und tragen zur Entspannung bei? Wenn Du Glück hast, wechselt ihr euch hinterher ab. Digitales Lernen braucht ein Gesundheitskonzept Ihr Lieben, das gilt für alle Menschen, die an Screens arbeiten und für Kinder in ganz besonderem Maße. Bei der besorgniserregenden Zunahme an Kurzsichtigkeit ist es erstaunlich, dass dies noch nicht als Berufskrankheit bei massiver Screen-Tätigkeit anerkannt ist. Es ist schlicht und ergreifend megaungesund, einfach so drauf los am Screen zu hängen, ohne sich Gedanken zu machen, was für Menschen (und nicht Maschinen) gesund ist. Wir alle brauchen Pausen. Kinder brauchen, je kleiner sie sind, desto mehr Pausen. Sie brauchen Pausen von sitzender Tätigkeit und von Aufmerksamkeit und Konzentration. Sie benötigen viel Zeit für absichtsloses Spiel und Träumerei, Streiche, Überraschungen und Spontanität. Ältere Kinder lernen zwar vordergründig einiges am PC, aber Langzeitforschung weist in die Richtung, dass wir im blinden Glaube, dass Wissensinhalte jederzeit elektronisch verfügbar wären dazu neigen, Gelerntes weniger konzentriert für lange Zeiträume zu verinnerlichen. Es droht eine folgenschwere Wissensabhängigkeit ganzer Generationen von der digitalen elektronischen Welt. Ihr solltet alle, als ganze Familien, immer wieder Gedächtnisübungen machen, denn auch die Merkfähigkeit von uns Eltern leidet darunter. Also bitte Einkaufszettel im Kopf haben und nur mit Zettel oder Handy kontrollieren, Wege für den Rückweg merken und Lieder selber auswendig wissen. All das gehört zur guten Etikette der Menschen, die das unabhängige Denken lieben. Machen wir es unseren Kindern gut vor! Wie schon erwähnt brauchen die Augen unserer Kinder besondere Aufmerksamkeit. Bildschirm-Arbeit belastet auch immer die Augen. Das ständige Fixieren auf den Monitor oder Laptop führt dazu, dass die Augen seltener blinzeln und austrocknen. Empfindliche Augen brennen und jucken, die Produktion von Tränenflüssigkeit kann vermindert sein und es kann zu Kopfschmerzen kommen. Das sogenannte „Büroaugen-Syndrom“ können schon Kinder haben! Es beeinträchtigt nicht nur deren Schularbeit, sondern kann auch ernsthafte Schäden an den Augen nach sich ziehen. Hier muss frühzeitig ein Augenarzt/Ärztin hinzugezogen werden und Krankschreibungen von zu viel PC-Tätigkeit müssen dann erwogen werden. Vorbeugend sollte ein tägliches Augentraining mit den Kindern geübt werden und zwar mindestens 3 Monate lang, bis es so selbstverständlich ist wie Zähne putzen. Im KastenHier ist eine Mini-Anleitung: Schließe nach 30 Minuten Bildschirmzeit die Augen bewusst für 2 Minuten und reibe die Handflächen aneinander, bis sie warm werden und lege sie dann geschwind sanft auf die geschlossenen Augenlider. Lasse Deine Handflächen so lange dort ruhen, wie es Dir gut geht. Öffne die Augen dann ganz bewusst und lasse Deinen Blick in alle 4 Ecken des Raumes schweifen und folge mit Deinem Blick den Außenlinien der Gegenstände im Raum. Nimm als Beispiel mal die Gardienen, deren Umriss Du komplett mit den Augenblicken ummalst. Schau dann aus dem Fenster und suche Wolken oder Vögel. Genieße den Wechsel zwischen Nah-sehen und Fern-sehen. Anschließend kannst Du noch einen Blinzelspaß anschließen und die Augen richtig oft zusammenzwinkern, auch abwechselnd zwinkern und einmal schön die Augäpfel kreisen lassen. Fertig und Fit bis zur nächsten Augenpause. Auch Bewegungsrituale, die Spaß machen, gehören zur gesunden Bildschirmnutzung. Integriere mit Deinen Kindern lustige, aktivierende und entspannende Bewegungsrituale zwischen längeren digitalen Arbeitsblöcken in Euren Schul- und Arbeits-Alltag. An den Schreibtisch gehören Anregungen, die immer wieder schnell und leicht gemacht werden können und Spaß machen (z. B. bunte Jonglierbälle neben den Schreibtisch) oder ein Basketballkorb, der an der gegenüberliegenden Wand befestigt ist. Ideal für Erwachsene im Homeoffice wäre es z.B. jeweils nach 2 Stunden Arbeitszeit vor einem Bildschirm 15 Minuten Jonglieren zu übenFür Dich als Eltern: Tue alles dafür, als Vorbild zu fungieren. Baue unbedingt Bewegung in den Büroalltag ein, auch in den Home-Office-Alltag. Steh öfters auf, um Dir ein Wasser zum Trinken zu holen. Mach auf dem Weg 10 Kniebeugen oder einen Kopfstand. Unser Körper wurde über Jahrmillionen dafür entwickelt, in Bewegung zu sein. Deshalb gehört jede Art von Bewegung so oft wie möglich in den Familien- und Büroalltag. Mache Bewegungsspäße mit deinen Kindern, spielt Krabbeltag, wo ihr alle Wege in der Wohnung wie ein Käfer zurücklegt oder legt einen Känguru-Tag ein. Überrascht euch abwechselnd mit guten Bewegungsideen. Auch Fußbäder oder Fußmassagen tun gut. Ein Fußbad kannst Du mit Blüten aus dem Garten und angenehm warmen Wasser in einer großen Schüssel machen. Wenn Du keine Blüten zur Hand hast, kann das Wasser auch mit einem Blüten-Öl, wie Lavendel- oder Rosen-Öl gemacht werden. Reibe die Füße nach dem Bad gut mit einem Frottee-Tuch trocken und achte darauf, dass die Füße anschließend schön warm bleiben. Was viele nicht wissen: Stundenlang vor dem Bildschirm zu sitzen, destabilisiert das Körpergefühl, die Bewegungssicherheit und den Gleichgewichtssinn, woraus wiederum das Entstehen von Angst begünstigt wird. Bei der Bildschirmarbeit ist die ganze Aufmerksamkeit im Kopf. Die Füße und unsere ursprüngliche Verbundenheit mit der Erde werden völlig vergessen. Deshalb ist es so wichtig, Wärme und Bewusstsein immer wieder in die Füße zu bringen.Grafik: Fußbad mit vielen bunten Blüten drin GRAFIK Jugendlicher mit Handy oder Bild mit Evolutionsreihe Handy Beim Umgang mit dem Handy solltest Du Dir angewöhnen, es lieber etwas höher zu halten. Damit vermeidest Du, dass Du die ganze Zeit runter guckst, um auf den Bildschirm zu schauen. Es beugt Nackenverspannungen und Durchblutungsstörungen im Nacken vor. Es macht keinen Sinn, Deine Kinder dauernd darauf anzusprechen, aber ab und an darfst Du ruhig etwas sagen und natürlich gilt: Vorbild sein. Kasten Hier kommt ein heißes Thema: Pausentage Was sind Pausentage? Pausentage sind Extra-Auszeiten, bei denen Du als Mutter erkennst, dass Dein Kind sie braucht, obwohl gerade Schule dran wäre. Diese stressigen Pandemie- Zeiten haben nachweislich zu mehr Stress in der Kindheit und Jugendzeit geführt. Stress braucht Ausgleiche und manchmal Entlastung. Wir haben in Deutschland Schulpflicht. Doch wir haben auch Elternpflicht. Sollte es aus Deiner Sicht so sein, dass Dein Kind ab und zu Pausentage braucht, um sich zu regulieren, dann nehme das ernst. Ermögliche dies im Sinne einer Präventionsstrategie und suche Austausch dazu mit Menschen, die Dich und Dein Kind gut kennen. Wenn das Thema überhandnimmt, suche Dir fachliche Hilfe. 12 Natur als Kraftort für Kinder Das folgende Kapitel habe ich mit meiner Freundin Karin Michael gemeinsam geschrieben und für Euch und dieses Buch etwas umgewandelt. Neu für Dich ist sicher die Idee, welche nachher auftaucht, dass der Mensch mehr als 5 Sinne haben könnte. Karin und ich schreiben sogar von 12 Sinnen. Wenn Du allerdings ein offenes Mind-Set hast und meine Ausführungen als Angebot siehst, dem Du folgen kannst oder auch nicht, dann dürfte dieses Kapitel einiges Spannendes für Dich bereit halten. Übrigens gibt es Forscher wie beispielsweise Ruppert Sheldrake, der sich mit der Forschung von Dingen befasst, die man sich nicht erklären kann und die man mit bloßem Augen nicht sehen kann. Er beschreibt hochwirksame unsichtbare morphogenetische Felder, um nur ein Exempel zu nennen. Gerade was die Sinne angeht, verfasst er atemberaubende Schilderungen von Hunden und Katzen, die Unglaubliches vollbringen, um ihre Besitzer wieder zu finden. Wir wissen bis heute nicht, wie sie dies machen. Jeder Elefant, jeder Zitteraal verfügt über so unermesslich mehr Wahrnehmungen als wir Menschen… Ich vermute übrigens, dass es noch mehr als 12 Sinne gibt und forsche dazu. Der Natur-Sinn beschäftigt mich derzeit. Ob es den gibt? Einen Sinn dafür, dass die Umwelt belebt ist. Die Erde ein lebendiger Organismus. Wie so viele Sinne, scheint er bei Kindern noch sehr gut ausgeprägt zu sein, während er sich mit zunehmendem Alter ab der Kindheitsmitte über das Jugendalter hin meist verliert. Die Natur ist für Kinder neben gelingenden liebevollen Beziehungen der wichtigste Entwicklungsraum und voller großartiger entwicklungsfördernder Elemente. Jede Stunde draußen in der Natur ist Seelennahrung! Wenn wir die Erde als lebendigen Organismus begreifen, Ort und Grundlage unseres Daseins, dann wird die tiefe Verbindung mit der Natur und all ihren Lebewesen Grundvoraussetzung für die gemeinsame Gesundheit von Erde und Mensch. Die Natur ist eine gute Lehrerin und ein pädagogischer Ort: Lernen an realen Erfahrungen und Erlebnissen ist besonders nachhaltig und zugleich wunderschön! Wir können die Kraft der Natur neu entdecken und für eine gesunde Entwicklung nutzen: Blumen und Gemüse pflanzen, sähen, pflegen und wachsen sehen ist sehr befriedigend und lässt Kinder ein gesundes Verhältnis zur Natur entwickeln. Gemeinschaft in natürlicher Umgebung wirkt entwicklungsfördernd und rehabilitativ: Eintauchen in intensives Spiel und Sinneswahrnehmung. Mit Matsch, Sand und Wasser spielen. Viel Lachen. Geschichten erzählen. An der Feuerstelle Flammen tanzen lassen, Stockbrot backen. Kleine Abenteuer und Mutproben erleben und Widerstände überwinden. Seit jeher sind es die schönsten Naturorte, die zur Regeneration und zum Ausgleich genutzt werden. Das gilt ebenso für den eigenen Garten, wie für Parks oder Kurorte vom Gebirge bis ans Meer. Wir sind eingegliedert in die Rhythmen der Natur und können durch sie Stärkung, Vertrauen und Verlässlichkeit erfahren. Unsere Gesundheit wird getragen von Rhythmen. So ist unser ganzer Organismus, wie die Natur, in zirkadianen Tages-Rhythmen organisiert. Regelmäßiges Schlafen und Wachen beispielsweise sind tragende Säulen unserer Gesundheit und werden am stärksten vom Licht, von Tag und Nacht beeinflusst und gestützt. Das Zeitempfinden in der Natur ist nicht fixiert, nicht so getaktet wie eine Atomuhr, sondern flexibel, eben circa-dian. Wie auf jeden Abend ein neuer Morgen folgt, an dem die Sonne wieder aufgeht, so gliedern sich Wochentage und Monate in geordneter Reihenfolge dem Lauf des Jahres ein und geben uns die Kraft der Regelmäßigkeit.
12.1 Mit allen Sinnen Jedes Kind hat seinen eigenen Stil, mit dem es die Welt wahrnimmt und auf sich wirken lässt. Man könnte sagen, jedes Kind ist etwas anders in den Sinneswelten zu Hause. Gleichzeitig wird das Unterscheiden von Wahrheit und Fiktion oder Virtualität in der digitalisierten Welt eine immer größere Herausforderung werden. Sich nicht unfreiwillig täuschen zu lassen, braucht mehr denn je eine intensive Schulung aller Sinne. Lass Dich von Deinem Kind im Bereich der Sinnesschulung leiten. Vorlieben und Weigerungen haben ihren Sinn. Wenn Dir Dein Kind in einem Sinnesbereich besonders stark oder wenig empfindsam vorkommt, tausche Dich dazu mit Expert*innen aus. Tastsinn: Der Tastsinn bildet die Grenze zwischen uns und der Welt. Diese Welt kann zart, fein und rau oder kräftig erfahren werden. Sie bietet Widerstand oder gibt nach. Der eigene Leib wird zu einem sicheren Zuhause, wenn hier wohlige und klare Grenzerfahrungen gemacht werden können. Hier können die warme Hand des Mitmenschen, Einreibungen, Massagen, Wickel oder Bäder wohltuend sein. Kleine spielerische Übungen mit den Kindern vertiefen das Erleben in diesem Sinnesbereich. Ein kleines Daunenfederchen auf der Haut zu spüren oder den Lufthauch der Mama im Nacken, barfuß auf dem steinigen Untergrund hüpfen oder im Sommer ein Bad im Wiesenheu. Den Möglichkeiten für Tast-Sinneserfahrungen sind kaum Grenzen gesetzt. Lebenssinn: Stillen ist eine der wichtigsten Grundlage für ein wohliges Gefühl, das dieser Sinn vermittelt. Man könnte ihn auch als Sinn für inneres Wohlbehagen übersetzen. Auch wenn die Kinder größer werden, können wir viel tun, um diesen Sinnesbereich positiv zu entwickeln. Indem wir auf selbst zubereitete altersentsprechend gut verdaulicher Speisen in guter Qualität achten. Nachmittags beim Spaziergang gepflückte Beeren, die Zuhause liebevoll zu Marmelade gekocht werden und am nächsten Tag auf das selbstgebackene Brot gestrichen werden, lassen die Ernährung mit den Naturkräften im Einklang erfahrbar machen. Auch wie ausgeschlafen und erfrischt wir uns fühlen, wird uns vom Lebenssinn vermittelt. Auch liebevolle Körperpflege verschafft ein tiefes Wohlbehagen. Eine ganz wesentliche Bedeutung für die gesunde Entwicklung und Stabilisierung des Lebenssinns hat die schon erwähnte rhythmische Gestaltung des Alltags. Bewegungssinn: Durch die Natur wandern und laufen, eine Wiese oder Sanddüne hinunterrollen, Klettern, Tanzen und Turnen vermitteln lebendige, selbst errungene Lebensfreude und Bewegungserfahrungen im Raum und im eigenen Körper. Hingegen ist es wenig förderlich, wenn Kinder überwiegend passiv bewegt werden, sich im Auto fahren lassen, von Kirmesgeräten geschleudert werden oder in Bewegungssituationen geraten, die sie nicht selbst stoppen können. Dann kommt es öfters zu Übelkeit. Gleichgewichtssinn: Kinder lieben Balancieren auf Baumstämmen und über gerade noch nah genug beieinander liegende Trittsteine im Bach zu hüpfen, so dass man keine nassen Füße bekommt. Auch Schaukeln gehört dazu, Hüpfspiele auf einem Bein und Huckepack. Und für ältere Kinder natürlich die Slackline! Heute weiß man, dass ein souveräner, geübter Gleichgewichtssinn Gehör, Konzentration und mathematische Fähigkeiten unterstützt. Wärmesinn: Jeder kennt den Eindruck einer warmen, liebevollen Umarmung als eine der schönsten Erfahrungen, die man machen kann! Die Wärme unserer Mitmenschen vermittelt uns Urvertrauen, Geborgenheit, Schutz und Liebe. Nicht umsonst beginnt das Leben am besten, indem man von seinen Eltern umarmt wird. Dieses „Bonding“ ist wichtige Grundlage für eine gesunde (Beziehungs-)Entwicklung. Auch die Wärme außen kann Dein Kind gut mit Dir elementar erfahren. Geht zusammen raus, wenn es noch dunkel ist und sucht euch einen abgelegenen Platz in der Natur. Wenn die ersten Morgensonnenstrahlen einen zu wärmen beginnen, dann empfindet ihr Eure Körperwärme in tiefer Resonanz mit der Sonnenwärme der Natur. Achte immer gut auf den Wärmezustand Deines Kindes. Wenn es klein ist, kann es das noch nicht selber. Hat es abends, wenn es im Bettchen liegt warme Füße und einen warmen Rücken? Falls nicht, gönne ihm eine wärmende Massage oder ein warmes Kirschkernkissen. Grafik Geruchsinn: Die Gerüche der Natur prägen sich im Kindesalter besonders tief in uns ein. Wie war der Geruch von frisch gesammelten Kräutern damals eindrücklich! Und wie grandios schmeckt eine Mahlzeit, wenn man sie selbst gesammelt hat! Überrasche Dein Kind doch mal mit einem selbstgebastelten Geruchsmemory. Gute Gerüche fördern auch im späteren Leben noch das Erinnerungsvermögen und sie haben beruhigende und regulierende Wirkung auf das Gefühlsleben. Geschmacksinn: „Naturidentisch“ kann man heute fast alles geschmacklich nachbilden. Aber der Geschmack einer frisch gepflückten Walderdbeere oder eines am Wintermorgen gefundenen Eiszapfens ist doch tausendmal mehr! Wohlschmeckende Gewürze und Kräuter sind auch wunderbare Mittel unsere Verdauung stark zu machen, uns zu erfreuen, kulinarisch die Welt zu bereisen und ihre großartigen Kulturen intensiv zu erleben. Sehsinn: Am Licht im Freien bildet sich das Auge optimal aus! Bei jedem Spaziergang lassen wir unseren Blick durch die Naturräume entspannt schweifen. Künstliches Licht, Innenräume und Bildschirme gefährden das gesunde Auge, es kann sich bei langandauerndem Lichtmangel verformen. Eine Folge ist die Kurzsichtigkeit. Beachte und bewundere die natürlichen Lichtverhältnisse in der Natur. Warum nicht mal das elektrische Licht auslassen und die Wohnung am Abend mit Kerzen beleuchten? Studien zeigen, dass uns das warme Licht der Kerzen früher müde werden lässt. So kann man auch Kinder mit Einschlafproblemen unterstützen. Hörsinn: Der Natur etwas ablauschen lernen. Vom großen Rauschen bis zur „Mucksmäuschen-Stille“ lernt das Kind da draußen die innere Qualität der Dinge durch ihre Klänge kennen. Wie klingt ein hohler Stamm, den der Specht beklopft, wie klingt ein lebendiger Baum? Naturklänge sind immer überraschend und nie auf Knopfdruck abspielbar wie elektronische Medien. So bildet sich die Grundlage für ein differenziertes Hören aus. Lasse Dein Kind mal mit geschlossenen Augen auf einem Stuhl sitzen und schleich Dich an. Wie nah kommst Du heran, bevor Du ertappt wirst? Danach abwechseln. Sprachsinn: BAUM – ERDE – STEIN – WASSER – SCHNEE und EIS. Der Klang jedes Wortes verrät insbesondere im Zusammenhang mit der Natur viel über das tiefere Wesen der Dinge. Und jede Sprache zeigt, wie vielfältig die Beziehungen der Menschen zur Natur in den jeweiligen Kulturen und Landschaften geprägt sind. Genieße die Kleinkindzeit und übe richtig viele Reime. Dies wird besonders lustig, wenn Du dazu noch mit den Händen klatscht. Achte auch einmal darauf, wie unterschiedlich ein Wort in den Sprachen der Welt klingt. Liebe-Love-Amour. Gedankensinn: Durch diesen Sinn verstehen wir, was ein anderer Mensch zu uns spricht und wie es gemeint ist. Vielleicht ist dies auch unmittelbar ein Sinn für das, was die Natur zu uns spricht? Höre Deinen Kindern zu, wenn sie im Spiel sind. Mmanchmal sprechen sie spielerisch mit den Wesen des Waldes. Kinder sind übrigens Meister darin, die Gedanken von Erwachsenen zu erraten. Wie ist es mit Dir? Mache ein Spiel daraus: Ich denke was, was Du nicht denkst und das ist... Ich-Sinn: Jedes Lebewesen hat ein Ich, ist ein individuelles einmaliges Geschöpf. Hier müssen wir den Kindern nicht viel erzählen, sondern uns von ihnen leiten lassen. Sie sprechen mit Pflanzen, Tieren und manchmal sogar mit unsichtbaren Freunden. Sie bringen diesen Sinn für den Anderen, das Wesenhafte des Anderen mit. Kinder haben eine natürliche Sehnsucht nach dem „Du“. Denn, wie es Martin Buber so treffend formuliert: „Der Mensch wird am Du zum Ich.“ 12.2 Anregungen für das ganze JahrGrafik Auch in den Innenräumen können wir die Beziehung zur Natur vertiefen und pflegen, beispielsweise durch einen Jahreszeitentisch. Das ist ein Schmucktischchen, das ihr entsprechend der Jahreszeit dekoriert. Du wirst staunen, wie sehr die Kinder es lieben, von den Spaziergängen gefundene Schätze, wie eine Vogelfeder oder einen Zauberstein mitzubringen. Januar: Tannenzweige, eine Christrose, ein paar Winteräste, die Krippe steht noch im Haus, die Raunächte ziehen sich in den Monat hinein. Kerzen verbreiten abends heimeliges Licht. Februar: Die Winterzweige bleiben, Karnevalsdeko wie Konfetti kann dazu kommen. Immer noch ist es so kalt, dass man, durch am Abend ausgekipptes Wasser, Frostüberraschungen für den nächsten Morgen zaubern kann. Manchmal luken schon Schneeglöckchen hervor. März: Oft ist es der Ostermonat, haltet Ausschau nach dem Osterhasen oder brütenden Vögeln. Wer Glück hat findet Stückchen von Eierschalen unter einem Baum. Selbst bemalte Ostereier an den gelben Forsythienzweigen schmücken das Haus. April: April, April. Der beste Monat, um übers Wetter zu reden und es zu beobachten! Draußen finden sich schon viele hübsche bunte Blumen und Zweige. Mai: Die Eisheiligen kommen, erzählen Deinen Kindern davon. Bastelt einen Maibaum für den Jahreszeitentisch, der mit bunten Bändern geschmückt ist und begrüßt singend die warme milde Jahreszeit. Juni: Sommersonnenwende! Das Johannifeuer und die Glühwürmchen können schönste Kindheitsbilder prägen. Wenn eine ganze Dorfgemeinschaft hier tanzt, singt und feiert, werden das unvergessliche Glücksmomente! Klatschmohn und Scharfgarbe zieren die Wegesränder. Juli: Auch wenn wir nicht immer verreisen können, so ist das doch der Monat, in dem Streifzüge durch die Natur uns möglichst ganz herauslocken! Sich im Bach waschen und im Heu schlafen. Der Jahreszeitentisch ist voller Blumenpracht. August: Eine Nacht unter freiem Himmel in der ersten Augusthälfte, wenn die Perseiden uns ihren Sternschnuppenhagel bringen – hier gehen heimliche Wünsche in Erfüllung! Die Natur blüht weiter üppig. Sucht die blühende wilde Möhre! Sie blüht noch lange schön in der Vase. September: Michaeli ist das Fest des Mutes und die Natur bietet viele Mutproben, an denen man seine Stärke messen und sich erproben kann. Auf den höchsten Baum klettern, durch die dunkle Höhle kriechen, in ein tiefes Baumloch greifen oder über den Bach springen – was kann ich schaffen? So werden Ängste gebannt! Eine Feuerschale am Jahreszeitentisch spendet flackerndes List für die Herbstmärchen. Oktober: Erntedank! Kartoffelfeuer und frisch gepressten Apfelsaft selber machen! Samen wie Erinnerungen einsammeln und für den Frühling aufbewahren. Draußen findet man auch viele Vogelfedern für die Jahreszeitenecke. Man kann auch einen Traumfänger daraus basteln. November: Laternenfest in der Abenddämmerung mit schönsten Liedern. Selbst gebastelte Laternen und echte Kerzen darin lieben die Kinder. Zuhause gibt es dann einen warmen Frucht-Punsch. Dezember: Wintersonnenwende – die entzündete Bienenwachskerze riecht unverwechselbar an Weihnachten und im Innern wird das Licht so heimelig warm, wie es am Bienenstock im Juni draußen war! Die Wohnung kann mit Tannenzweigen und selbst gebastelten Sternen geschmückt werden. Kinder brauchen Naturreiche und kleine Kinder brauchen Erwachsene, die sie dorthin begleiten. Schaffen wir viele Möglichkeiten für die Kinder in Natur-Oasen einzutauchen. Momente der Naturverbundenheit in tiefem Frieden sind sogar am Blumentopf auf dem Balkon möglich. Übrigens hatten Kinder, die ein Haustier zu Hause hatten, in vielerlei Hinsicht ein etwas leichteres Leben. Die Sinnhaftigkeit und das Gefühl gebraucht und getröstet zu werden, kann ein bisschen von manchen Haustieren unterstützt werden.
13 Die besondere Bedeutung von digitalen Medien GRAFIK Kinder sitzen nebeneinander und reden nicht sondern spielen KonsoleDas Phänomen, dass die Digitalisierung für viele Kinder und Jugendliche, vor allem jene ohne erschwerten Zugang zu digitalen Medien, eine Bildungschance war, soll hier nicht in Abrede gestellt werden. Ohne digitale Medien gäbe es wahrscheinlich nicht mal dieses Buch. Aber es mehren sich gesamtgesellschaftliche Hinweise darauf, dass Lehrer*innen in der Corona-Pandemie mit dem Online-Teaching den Kontakt besonders zu Schüler*innen mit Migrationshintergrund verloren haben. Für benachteiligte Kinder wurde der soziale Aufstieg durch die Schulschließungen und den damit einhergehenden Bildungsverlust noch schwieriger, ein Ende dieser Problematik ist noch nicht in Sicht. Je nachdem ob ein Migrationshintergrund vorhanden ist, weisen Kinder deutliche Unterschiede in Ressourcen und schulischen Kompetenzen auf. Damit die Corona Pandemie nicht zu einer noch massiveren Verschärfung der Chancenungleichheit führt, müssen nachteilsausgleichende bildungspolitische Maßnahmen zügig umgesetzt werden. Was den Medienkonsum selber betrifft, so wissen wir alle, dass der Medienkonsum durch die Pandemie in den allermeisten Haushalten regelrecht explodiert ist. Das betrifft sowohl die Nutzungszeiten der Erwachsenen wie die der Kinder. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Neuausrichtung.Ich persönlich denke, dass hier einer der größten Hebel für langfristige Gesundheit in Familien liegt. Deshalb habe ich schon vor Jahren mit meinem Freund ein Projekt namens „Medienfasten“ initiiert. Du kannst es Dir unter www.medienfasten.org anschauen und Dich inspirieren lassen, vielleicht auch mal mit Deiner Familie eine Medienfastenzeit einzulegen! Es passt dann besonders gut, wenn Du manchmal das Gefühl gehabt hast, eine Auszeit oder ein bewussterer Umgang mit Bildschirmen würde Dir oder Deiner Familie guttun, wenn Du Dir klare Absprachen oder Regeln zum Thema digitale Medien wünschst. Oft ist es auch die Erinnerung an die eigene Kindheit, wo es völlig selbstverständlich war, dass Mahlzeiten eine Zeit mit regen Gesprächen mit der ganzen Familie waren. Zurzeit haben die meisten Kinder schon im Grundschulalter ein eigenes Handy; Tendenz steigend. Mit den großen Chancen der Digitalisierung gehen für Kinder und Jugendliche allerdings erhebliche gesundheitliche Risiken einher. Kinder sind in der Entwicklung ihrer kognitiven, sensomotorischen und emotionalen Fähigkeiten gefährdet, bis hin zur Entstehung von Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes, Sehstörungen, Schlafstörungen, Internetsucht, Erkrankungen des Bewegungsapparates und ADHS. Oft fehlen Erwachsene, welche die Risiken kennen und selbst vorbildlich mit Bildschirmmedien umgehen. Babys und Kleinkinder scheinen für aktive, wie auch passive Mediennutzung durch ihre Eltern ganz besonders sensibel zu sein. Eine Studie zeigt sogar, dass die Rate an Aufmerksamkeitsstörungen von Kindern im Alter der Einschulung mit der Handynutzungsdauer der Mütter in der Schwangerschaft assoziiert ist. Das wäre ein langfristiger Einfluss digitaler Geräte auf ungeborene Kinder. Und unter dem Begriff „Phubbing“ werden wir aus dem amerikanischen Raum darauf aufmerksam gemacht, dass Kinder unter der Abwesenheit der elterlichen Aufmerksamkeit leiden, wenn diese am Handy sind. Sie bemühen sich dann die Aufmerksamkeit der Eltern wieder zu erlangen. KastenKinder wollen emotional reifen und brauchen dazu unsere Co-Regulation ihrer Gefühle. Vor allem bei emotional sehr bewegenden Gefühlsinhalten. In älteren Zeiten, als die Kinder an die vielgeliebten Geschichten und Märchen hörten, kamen die zum Teil auch heftigen Szenen erzählend nur durch einen Menschen an sie heran. Es gab noch keine Möglichkeit Hörbücher oder Filme alleine zu hören/sehen. Das heißt, es war immer ein seelisch präsenter erwachsener Mensch da, der sie in allen Gefühlen begleiten und co-regulieren konnte. Damit Kinder gesund aufwachsen und im Umgang mit digitalen Medien lebenslange Gesundheitskompetenzen erwerben können, brauchen sie Erwachsene, die selber fit sind im Umgang mit digitalen Medien sind und ihre Kinder mutig, achtsam und mit Weitsicht in der digitalen Welt begleiten. Dazu brauchst Du deshalb Mut und Achtsamkeit und die Bereitschaft auf Deine innere Stimme zu achten, weil die digitale Welt ein paar Besonderheiten in sich birgt, bei denen wir nicht den Fehler machen dürfen, alles zu glauben und anzunehmen, was uns so genannte Expert*innen verkünden, verkaufen oder schenken. Oft steckt ein ausgeklügeltes Marketingsystem dahinter. Profitorientierte Unternehmen haben eben neben „kinderfreundlichen“ Angeboten auch den Profit im Sinn und da gilt es fein abzuwägen, was für ein Kind wirklich gesund und wichtig ist. Übrigens ist es heute auch echt schwer weniger digitale Medien zu nutzen, da man sein Handy ja immer dabei hat. Aber auch den Screen im Wohnzimmer sollte man in seinen Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder nicht unterschätzen. In einer Box/ oder als Einschub: Tipp Als Kindergarten- und Schulärzt*innen sagen wir den Eltern immer wieder, wenn es um überbordenden Medienkonsum bei Kindern geht, sie sollen den Fernseher für 4 Wochen in den Keller tun. Klar gibt das im ersten Moment bei den Eltern schon bei der Vorstellung Stress. Aber dann sprechen wir das Ganze durch, wie das konkret sein wird und was dann anders ist. Wenn Eltern sich dazu entschließen, den Fernseher wirklich wegzupacken, passieren oft erstaunliche Dinge. Ein Vater mit insgesamt drei Kindern, 9-, 12- und 14-jährig, berichtete, dass es zwar mehr Streit unter den Geschwistern gab, dass diese aber dann wieder angefangen haben, kreativ zu werden und mit Kartons in der Wohnung Häuser, ja ein ganzes Dorf zu bauen und es wurde auch wieder gemalt. Ein anderer Vater einer 4-jährigen Tochter schildert: „Ich konnte es kaum glauben. Sonst war meine Tochter morgens nach dem Aufstehen immer gleich wie manisch zum Fernseher gelaufen und wollte den Feuerwehrmann schauen. Jetzt kommt sie morgens wieder zu mir, dem „lieben Papa“, ins Bett zum Schmusen und wir beginnen den Tag mit ein bisschen Späßen, Kichern und Erzählen. Manchmal Toben wir auch oder spielen mit den Kuscheltieren kleine Rollenspiele. Es ist eine andere Welt und erst jetzt erfasse ich, was da los war, und was wir alles verloren hatten, ohne es zu bemerken. Es ist wie eine Sucht, man denkt, es geht nicht ohne. Während wir da drin waren, kam es mir wie das Selbstverständlichste der Welt vor. Es hatte übrigens zwei Tage mit morgendlichem Weinen, Wut und hysterischen Nervenzusammenbrüchen meiner Tochter gebraucht, bis sie kapiert hatte, dass der Fernseher weg bleibt. Ich musste mich massiv durchsetzen. Ich dachte immer: Ok sie ist 4 Jahre alt und hat einen starken Willen. Hier muss ich stärker sein, ausdauernd, weil ich weiß, dass es für ihre Entwicklung besser ist, als wenn ich den kurzfristigen Pseudofrieden wähle. Ich habe sie auch getröstet und mir morgens etwas mehr Zeit genommen. Dann war der Spuk plötzlich vorbei und sie spielte dann auch wieder sehr schön und hat gar nicht mehr nach dem Fernseher gefragt. Wir haben das Ganze dann sogar ein halbes Jahr lang gemacht, weil wir es auch als Eltern genossen haben, mehr Zeit für uns zu haben. Als der Fernseher wieder da war, haben wir gemerkt wieviel Kraft es braucht, die eigene Vorstellung, wieviel fernsehen für unser Kind gut ist, täglich durchzusetzen. Wir werden so eine Fernsehpause sicher wiederholen.“ „Vorbild, Vorbild, Vorbild“, das sagte schon Gandhi, als er gefragt wurde, wie wir Kinder erziehen. Alles Gerede hat wenig Sinn, wenn wir selber nicht an das glauben, was wir verkünden oder es uns an Konsequenz fehlt es umzusetzen, auch wenn es Widerstände gibt. In Sachen Screens und Handy kannst Du wunderbar als Vorbild für Dein Kind agieren. Im Folgenden stelle ich Dir ein paar Tipps zum Handy vor, die Du sofort bei Dir selbst und zusammen mit Deinem Kind/Jugendlichen umsetzen kannst. Wenn Du mit Deinem Jugendlichen dessen Handy sichten und dort manches entrümpeln willst, dann überlege Dir vorher gut, wie das beste Setting dafür ist. Mache nicht den Fehler, direkt nachdem Du das hier gelesen hast, überfallsartig (so wird es Dein Kind dann empfinden) auf Dein Kind mit dem Vorhaben die Handy-Tipps umzusetzen loszugehen und zu erwarten, dass Dein Kind strahlt und sagt „Ja super Mama, jetzt legen wir los.“ Nein, bitte sei vorausschauend und mache Dir dazu einen Plan, wie Du es angehen willst und welche Punkte Du wann einführen willst. Die Dosis macht das Gift, sagen wir in der Medizin. Oder auf den Punkt gebracht. Sei Dir bewusst, dass zu krasse pädagogische Maßnahmen auch nach hinten los gehen können. Klar, willst Du sicher gleich auf einmal alles klar machen, aber das kann zu Überforderungen führen. Als geeignet hat es sich herausgestellt einmal wöchentlich mit dem Kind/Jugendlichen zusammen zu sitzen und zu dem Thema im Austausch zu sein, Regeln in überschaubarer Zahl einzuführen und so weit wie möglich zu besprechen. Handy Tipps Im Folgenden ist eine Ideen-Sammlung, von denen Du einige auch auf unserer Medienfasten-Webseite finden kannst. Dort lohnt es sich vor allem unter dem Punkt Chispa zu schauen. Dort gibt es spannendes hilfreiches Elternmaterial und viele Anregungen! 1. Apps entmisten Weniger Apps = Weniger Ablenkung. Wenn du Deine Apps durchschaust, wirst Du Dich wundern auf wie viele Du eigentlich verzichten kannst. Mache das auch gemeinsam mit Deinem Kind und seinem Handy, reduziert die Anzahl abonnierter Channel. 2. Aus den Augen, aus dem Sinn Lege Dein Handy doch einfach in den Nebenraum, anstatt direkt neben Dir auf den Tisch, wo es stets in Reichweite ist. Das ist sehr wirksam UND gesund, denn Du musst aufstehen, wenn Du Dein Handy haben willst. Sehr Sportliche machen noch jedes Mal zehn Kniebeugen vorher. 3. Verlege-Übung Mit dieser Übung wird es noch krasser. Du legst Dein Handy nicht einfach nur irgendwo im Zimmer ab, sondern verlegst oder versteckst es ganz bewusst. Mache dazu innerlich ein Bild von dem Ort, wo Du es abgelegt hast, und achte auf Deine Erinnerungsvorgänge, wenn Du das Handy wieder nehmen willst. Eine großartige Übung gegen Vergesslichkeit und sie schult nebenbei Dein Imaginationsvermögen. 4. Allein Navigieren Google Maps & Co haben auf smarte elegante Weise unsere Welt einfach zugänglich gemacht und uns im Sturm erobert. Mal ehrlich, wer fährt heute noch ohne? Auch wenn es Retro erscheint, gönn Dir und Deinen Kindern mal eine kleine Reise oder einen Ausflug ohne sie. Genieße, dass kein Gerät Dir sagt, wo Du lang sollst. Packe eine Landkarte, eine Straßenkarte ein und geh auf Expedition. Ihr lernt dabei eine andere Art der räumlichen Orientierung und sicher ein paar nette Leute kennen, wenn ihr nach dem Weg fragen müsst. Übrigens denke daran, dass unsere Kinder das Soziale, beispielsweise den Umgang mit Fremden, am besten mit uns Eltern lernen. Nicht in der Schule. Wir können ihnen soziale Situationen des Alltags in real time gut erklären 5. Kraft der Stille Reduziere einfach alle Signaltöne und auch die Vibration. Jedes Signal verführt dazu, mal „kurz“ zu schauen und „Zack“ ist die Aufmerksamkeit schon wieder gestört. 6. Handy-freie Räume Du kannst Dein Schlafzimmer zum Handy-freien Nachttempel erklären. Wahrscheinlich brauchst Du dazu wieder einen guten Wecker, good old school, ohne w-lan und Handyverbindung. So kannst du morgens im Schlafzimmer entspannt in den Tag starten. Dein erster Blick in die Welt kann dem Himmelsblau oder einem lieben Menschen gelten. Kinderzimmer sollten nachts immer Handy-, Konsolen- und TV-frei sein. 7. Handy-freie Settings Beim Essen Handys weg vom Tisch. Koste und genieße Dein Essen stattdessen mit allen Sinnen! Dein Körper bereitet sich bis in die Verdauung hinein schon auf das Essen vor, indem Du es anschaust, riechst, im Mund spürst beim Essen… Beim Autofahren ist auch klar. Aber wie ist es auf Spielplätzen, Schulwegen? Es ist uns nicht verboten, aber als Erwachsene haben wir eine große Vorbildfunktion. Teilen wir mit den Kindern doch lieber die Freude über ein lustiges Wolkenspiel am Himmel, ein Eichhörnchen im Stadtpark oder einen schillernden Regenbogen. 8. Flugzeugmodus „Einfach mal ausschalten“ –und keine Angst vor „Nichterreichbarkeit“ haben. Wer was wirklich Dringendes hat kann dich zur Not anrufen. Wie wäre es zum Beispiel, abends um 21 Uhr zuerst das Handy „ins Bett“ zu bringen, lange bevor man selbst schlafen geht? 9. Feste Zeiten Begrenze die Zeit, in der du Mails und Nachrichten beantwortest, auf bestimmte Stunden. Schalte Deinen Laptop abends zu einer bestimmten Zeit aus. Außerhalb dieser Zeit bist Du nicht zu sprechen und schaust auch nicht nach, ob Du was verpasst! 10. Verzögerungen Viele von uns meinen, dass sie bei eingehenden Nachrichten sofort antworten müssten und erwarten das auch, wenn sie eine Nachricht versenden. Bringen wir Muße ins Leben. Man muss nicht sofort antworten. Du kannst es sogar in dein WhatsApp Profil sichtbar machen, wenn Du nicht im schnellen Pingpong-Modus hier erreichbar bist. Überlege auch, für wen, welche Familienmitglieder, Freund*Innen, Kolleg*Innen Du über welche Kanäle erreichbar sein willst und kommuniziere das. 11. Apps gegen zu viel Handynutzung Paradox aber wahr: Viele kostenlose Apps können im Hintergrund laufen und aufzeichnen, wie lange das Handy täglich verwendet wird. Schwarz auf weiß zu sehen, wieviel Zeit man da verplempert, hat schon bei Vielen zu mehr Achtsamkeit in der Mediennutzung geführt. Solltest Du erstmal selber nutzen und kennenlernen und dann ein-bis zweiwöchentlich mit Deinem Jugendlichen/Deiner Jugendlichen auf deren Handy anschauen. 12. Alleine ausgehen Mach öfters Wege ohne Dein Handy, den Nachmittagsspaziergang im Wald, den Einkauf, den Besuch Deiner besten Freundin… Genieße das Abenteuer Leben. 13. Handy- Ferientag „Ich bin dann mal weg“…. Stell Dein Handy mal einen ganzen Tag lang offline und schaue was passiert. Lass Dich verzaubern vom Überraschenden und der Langeweile. Mache aus allem das Beste. Noch ein Wort zum Schluss zum Thema Bestrafen durch Handy-Wegnehmen. Meine Empfehlung dazu lautet kurz gesagt: Mach das nicht. Eigentlich ist es selbstverständlich, dass das Wegnehmen von Dingen, die Kindern wichtig sind keine empfehlenswerte Erziehungsmethode ist und dennoch ist es gängige Praxis. Ich kenne kaum Eltern, die noch nicht einmal daran gedacht oder es sogar mehrfach gemacht haben.Ein typisches Beispiel: Arne, 16 Jahre, hat zu Hause den Familienauftrag bis samstagmittags einkaufen zu gehen und zwar einen recht großen Frühstückseinkauf im nahe gelegen Edeka. Wie in dem Alter bei vielen Jugendlichen zu erwarten, erledigt er seine Aufgabe mit wechselnder Verlässlichkeit, muss immer wieder daran erinnert werden und zeigt sich dabei oft unmutig. Seine Mutter, die sich wünscht, dass er diese Aufgabe, die, konsequent durchgeführt, eine halbe Stunde Zeit in Anspruch nähme, einfach mal verlässlich macht, ist immer wieder frustriert, dass er sich nicht an Absprachen hält und wenn es zu Streit deshalb kommt, kassiert sie sein Handy ein.Die individuellen Hintergründe dieser Story muss man sich genau anschauen. Aber lass uns an der Stelle mal ganz allgemein schauen, was hier passiert. Es ist zwar naheliegend, dass Eltern zwei Dinge, nämlich das Nicht-Einhalten einer Regel mit einer oft hochwirksamen Strafe (Handy-Wegnehmen) verknüpfen. Aber sie müssen dazu durch Ausübung ihrer elterlichen Macht zwei Themen, die inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, verknüpfen. Klar, Eltern machen das instinktiv aus einem Ohnmachtsgefühl heraus, weil sie glauben auf die Schnelle nichts anderes in der Hand zu haben, was ohne Zeitverzug so wirksam sein kann, wie die Androhung oder der Vollzug eines Handyentzugs. Das ist verständlich, aber nicht unser Goldstandard. Denn es ist in sich nicht logisch und durch den Einsatz von Macht und Handyentzug wird ein neues Konfliktfeld eröffnet. Es gibt dem Handy auch unausgesprochen die Bestätigung seiner enormen Wertigkeit. Also es gibt bessere Ansätze, je nach Kind und Familie. Die anderen Ansätze dauern länger, brauchen mehr Gespräche und fortlaufendes Abstimmen. Es sind erstmal anstrengendere Wege, aber es sind nachhaltigere Wege. Sie vermeiden Konflikte mit Tendenz zu ausuferndem Streit und legen die Basis für Entwicklungsprozesse und das Finden von Kompromissen. Dazu brauchst Du Offenheit und die Bereitschaft auf Machtverzicht. Machtausübung hat in der Pädagogik nichts zu suchen. Klar passiert es dauernd, Du wirst zu streng, zu laut mit Deinem Kind. Abends solltest Du noch einmal daran denken, dass das keine Pädagogik war. Sei ehrlich mit Dir selbst. Das kannst Du üben und das tolle ist, das unsere Kinder (kleiner Spaß) uns dauernd im Alltag kleine und manchmal große Übungs-Aufgaben dazu stellen. Du kannst Dir übrigens folgende Regeln im Hinblick auf Nutzen-Risiko-Überlegungen von Bildschirmnutzung bei Kindern merken: -je jünger, desto schlechter-je länger, desto schlechter-je mehr für den Alltag anstatt Schule genutzt, desto schlechter- je mehr unbegleitete kindliche Nutzung, desto schlechter- je mehr Eigenverfügbarkeit, ohne die Eltern zu fragen, desto gefährlicherGerade für jüngere Kinder, die bisher nicht über eigene internetfähige Digitalgeräte verfügten, bringt die Verfügbarkeit die Gefahr, dass über die schulische Nutzung hinaus auch die Nutzung in der Freizeit schleichend sehr stark zunimmt. Im Mittel sind die Nutzungszeiten bei Kindern mit eigener Geräteverfügbarkeit etwa doppelt so hoch wie ohne und der Kontakt mit nicht altersgemäßen Inhalten steigt um den Faktor sechs. Unter den Kinder- und Jugendärzt*innen sagt man ab und an salopp: „Gib Deinem Kind ein eigenes Handy, ab dem Alter, wo es Dir egal ist, wenn es darauf Pornos anschaut.“. Gemeint ist natürlich die Gefahr, dass dies passiert ohne dass das Kind etwas dafür kann. Die seelischen Schäden sind oft langfristig und enorm, wenn diese nicht altersgemäßen Inhalte ans Kind kommen. Zudem steigt durch die Nutzung von digitalen Bildschirmmedien bei der Kommunikation die temporeiche Informationsflut. Sie kommt mit Erwartungsdruck an das Kommunikations- und Arbeitstempo und Arbeitspensum des Einzelnen daher. Dies führt schon bei Erwachsenen leicht zu psychischen Überbeanspruchungen und Stress, bei Kindern erst recht. 15 Quarantäne Quarantäne mit Kindern kann der Worst-case sein, oder aber das Sprungbrett in eine ganz neue Welt, erfüllt von Abenteuern, die man sonst nie erleben konnte. Schönmalerei? Ja, vielleicht, aber wenn wir uns dafür entscheiden, dann ist es nicht nur Getue, sondern wir tun es. Als erstes geht es darum, einen gesunden Rhythmus zu etablieren. Wie wäre es, einen Wochenkalender zu basteln, der gut sichtbar am Kühlschrank hängt und in den nun die tragenden Säulen der Familienaktivitäten eingetragen werden? Montags den Tag mit Sonnengruß beginnen und Frühstücks-Früchte-Pizza und so weiter. Ihr tragt eure Aufstehzeiten, Medienzeiten, Pausen zum Essen und Bewegen ein, regelmäßige Draußenzeiten, viel Spiel und Spaß und natürlich alle Kultur- und Naturfeiertage wie beispielsweise Nikolaus oder die Sommersonnenwende. Übrigens ist das nicht so gut geeignet mit Jugendlichen. Da kannst Du auch so einen Plan mit ihnen ausmachen. Aber erinnere Dich, in der Jugendzeit geht es darum Grenzen auszutesten und Regeln zu dehnen, zu übertreten, also hier würde ich wegen vereinbarter Uhrzeiten keinen Schauplatz für Konflikte eröffnen. Grafik VORLAGE Stundenplan Vieles ist im Lockdown weniger gut gelaufen, er kam für alle plötzlich. Für ein anderes Mal, denn wir wissen ab jetzt nie, wie die Politik sich beim Neuauftreten von Viren verhalten wird, sollten wir als Eltern optimal vorbereitet sein. Ich rate zu einer Pandemie Notfallbox. Wir sollten uns als Eltern fragen, was in die Notfall- Kinderabteilung hinein gehört. Eine selbst gebastelte Ideenbox (Zelten im Wohnzimmer, Hüpfekästchen in der Wohnung, Balancieren im Bad, Zeit für ein Hochbett, Fensterbankgärtlein, Jahreszeitentisch). Frage dich: Was hatte euch in der Pandemie geholfen? Schreibe es auf! Grafik Raum für Notizen 1 Seite geben Grafik Einkaufsliste Übrigens gab es eine ganze Bewegung an Menschen, welche die Quarantänezeit zum Entrümpeln und „Gutestun“ genutzt hat. Es gibt die Möglichkeit, Aussortiertes an soziale Einrichtungen zu spenden. Google dazu einfach mal oder benutze die alternative Suchmaschine Ecosia. Klar, während der Pandemie-Hochzeiten können wir nicht auf den Flohmarkt. Aber wir können den Flair zu Hause nachbilden: - Statt Büchertisch=Bücher spenden: Packt schöne Päckchen und schenkt sie Freund*innen und Nachbarn. Es gibt auch empfehlenswerte Organisationen, die Du sofort findest, wenn Du im Internet „Bücherspende“ googelst. - Statt Klamottenwühltisch=Kleiderspende: Du kannst auch gebrauchte Kleidung sinnvoll spenden. - Kuscheltiere und Spielsachen spenden: Schau im Netz, welche Organisation gerade auf der Suche ist. Die Internetplattform „Wohin damit?“ hilft, den richtigen Ort für fast jede Sachspende zu finden. Nachbarn freuen sich sicher auch über das ein oder andere, was ihr nicht mehr benötigt. Fragt doch mal nach! „Corona-Partnerschaften“ sollten entstehen. Manche Mütter teilen sich ohnehin mit anderen jungen Müttern die Woche auf. „Eine kocht und kümmert sich um die Kinder, die andere kann in Ruhe arbeiten. Und das im Wechsel. Die Kinder machen gemeinsam ihre Hausaufgaben und gehen dann spielen. Es ist alles in allem ein schönes Miteinander,“ so eine Mutter aus Bayern. Das geht während einer Pandemie in Sinne einer erweiterten Familie auch im Rahmen der Hygieneregeln. Die größte Chance in der Corona-Krise liegt vielleicht darin, sich wieder auf den Wert gelebter Freundschaft und gegenseitiger Hilfeleistung zu besinnen. 16 Nicht polarisieren (lassen) Als Mutter und Ärztin kenne ich so viele wunderbare Menschen. Manche haben ihre Kinder strengeren Hygiene-Maßnahmen unterworfen, als es nötig gewesen wäre, manche drücken bei den Maßnahmen auch mal beide Augen zu. Einige Eltern lassen ihre Kinder impfen, andere würden lieber auswandern, als ihre Kinder impfen zu lassen. Wer hätte das je gedacht, in unserer bis vor kurzen toleranten Welt: Vollkommen unvereinbare Ansichten prallen aufeinander, und die Kontrahenten haben nur eines gemeinsam: Sie berufen sich allesamt auf Wissenschaft und Studien. Sätze, die mit den Worten „Aus wissenschaftlicher Sicht ...“ beginnen, sind nicht unbedingt wahre Sätze. Eigentlich ist das schon lange bekannt, aber zurzeit werden wir jeden Tag mit der Nase darauf gestoßen. Bis über die neuen viralen Bedrohungen und den richtigen Umgang mit ihnen auch nur annähernd forschungsbasierte Klarheit besteht, dürften noch Jahrzehnte vergehen. Kein anderes Land in Europa wählt für Kinder ähnlich drastische Corona-Maßnahmen. Stattdessen wird in den allermeisten Ländern auf die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürgern gerade in Bezug auf die Kleinsten gesetzt. Befasse Dich aus Bildungsgründen damit, wie die Pandemie in anderen Ländern gehandhabt wird. Wir können sehr viel voneinander lernen. Alle Eltern sind geeint in dem Wunsch, das Beste für ihre Kinder und die Welt zu tun. Nur kommen sie in Anbetracht der Fülle an divergierender wissenschaftlicher Information eben zu sehr unterschiedlichen Ansichten. Ich finde jedenfalls einen Aspekt in dieser Angelegenheit sehr, sehr wichtig: In der Welt sind aktuell überall seelisch-geistige Divergenzen zwischen Erwachsenen. Wo man hinschaut. Die Kinder befinden sich aber im notwendigen, engen seelischen Kontakt mit den Erwachsenen. So entwickeln sie ihre Selbständigkeit. Sie müssen sich ja verbinden und verbunden fühlen, um lernen und sich entwickeln zu können. An einer aufgeheizten polarisierten Haltung der Erwachsenen lernen sie aber ganz einseitig. Das entspricht dann leider nicht der Realität der Welt, die sich aus verschiedenen Meinungen und Haltungen frei zusammensetzt. Ich denke jede tief menschliche Geste, die die Kinder jetzt erfahren, wie Achtung, Wärme, gegenseitige Hilfe, Mut das soziale Miteinander zu gestalten, Ehrfurcht vor der Weisheit und dem Heilsamen in der Natur usw. bietet ihnen die seelische Stimmung und Berührungsfläche, mit der sie sich ganz verbinden und daran wachsen können. Unsere Kinder sollten grade in dieser Zeit der Spaltung und Getrenntheit erleben dürfen: Wir sind alle zusammen würdige, füreinander mitfühlende, verständnisvolle Wesen dieser einen Welt. 17 Was ist Gesundheit? Liebe Eltern, die Bedeutung von Gesundheit und Krankheit für unser aller Leben ist zentral. Dieses Kapitel hat es in sich, da wir in einer Zeit leben, in der wir am liebsten jeden noch so kleinen Infekt vermeiden würden. Eine Schnupfennase, eine Erkältung, das blutig geschrammte Knie… es erscheint uns lästig, wir würden das alles gern vermeiden. Aber mit all dem trainiert sich das menschliche Immunsystem in der Kindheit. Es trainiert also die Infekt-Abwehr, und zwar, man darf staunen: für lebenslange Gesundheit. Noch einmal anders formuliert. Wir üben in der Kindheit mit Infekten umzugehen. Nie mehr im Leben gibt es so viele einfache, oft auch fieberhafte Erkältungen wie im Kleinkindalter. Durch das Überwinden dieser kleinen Erkrankungen bilden wir ein Super-Immunsystem aus. Das ist sehr gut für uns und es verläuft alles unterhalb unseres Bewusstseins. Unser Körper merkt sich all diese Keime und somit haben wir die lebenslange Fähigkeit, viele Krankheitserreger in unserem Körper sehr schnell zu erkennen und falls nötig abzuwehren. Ich schreibe dies, weil ich als Ärztin viele Mütter erlebe, die eine tiefe Angst gegenüber kleinen Erkrankungen entwickelt haben. In der Luft, die wir atmen, dem Wasser, das wir trinken, dem Salat, den wir essen, überall sind Keime und Mikroorganismen, also winzige Wesen, die unser Körper als fremd erkennt. Die meisten Erreger und Keime tuen uns nichts zu leide, im Gegenteil, wir scheinen sie zum Aufbau eines gesunden Immunsystems sogar zu brauchen. Wenn ein Erreger in unseren Körper eindringt, ist eine Vielzahl an Zellen nur damit beschäftigt, diese zu erkennen, Boten- und Warnsignale an weitere körpereigene Zellen zu senden, Grenzen zu ziehen, Fremdes zu töten und abzubauen. Du kannst Dir Dein Immunsystem auf Dauerjagd für das Gute vorstellen. Ein bisschen wie James Bond, der dauernd im Einsatz ist, auf der Jagd nach dem Bösewicht. Kannst Du Dir ein Leben von James Bond vorstellen, wo er den lieben langen Tag in der Hängematte am Beach liegen würde? Meditativ auf den Horizont schauend? Wer würde sich diesen James Bond Film noch ansehen? Wir lieben diese Action und Aufregung. Einsätze, in denen es wirklich um etwas geht. Anscheinend geht es unserem Immunsystem ebenso. Wenn Kinder in einer weitgehend sterilen Umwelt aufwachsen, kann dies die Entstehung von Allergien begünstigen. Wahrscheinlich wird das Immunsystem so auch davor bewahrt, sich aus Mangel an Herausforderungen gegen sich selber zu richten und Autoimmunerkrankungen auszulösen. Und es bedeutet womöglich, dass wir in keinem anderen Lebensalter so gut wie in der Kindheit neben Gehen, Sprechen und Denken auch eine gute Immunkompetenz lernen. Während einer Pandemie werden Kinder durch die Hygienemaßnahmen -seien sie nun jederzeit für die Kleinen berechtigt oder nicht- davon abgehalten sich mit der Welt der Mikro-Organismen in der gewohnten Art und Weise auseinander zu setzen. Das gilt übrigens, wie wir inzwischen wissen, auch für Kleinkinder oder Babys, die selber gar keine Maske tragen und noch gestillt werden. Sie werden nämlich über ihre Mutter mit den Keimen in Verbindung gebracht zu denen die Mutter selber Kontakt hatte. So lernen sie quasi sanft die vielfältige Welt der Kleinstlebewesen und deren Artenvielfalt kennen. Es stellt sich die berechtigte Frage, wie wir unseren Kleinen während der Pandemie dieses gesunde Training des Immunsystems ermöglichen können und worauf wir dennoch im Anschluss an eine Pandemie achten sollten. Die gute Nachricht lautet: Wahrscheinlich holen Kinder die Infekte einfach nach, wenn die Hygienemaßnahmen vorbei sind. Ganz genau wissen wir es aber noch nicht. Denn dazu braucht es Langzeitforschung. Also Jahrzehntelange, wenn möglich lebenslange Forschung für die Beantwortung der Frage, was zwei Jahre immunologischer Lockdown im Kindesalter an Folgen im Erwachsenenalter bewirken könnten. Insofern können wir überlegen, wie eine Pflege der Mikro-Artenvielfalt ausschauen könnte, die das Immunsystem unserer Kinder auf wohltuende Art und Weise stärkt. Ein Weg führt über die Ernährung. Jeder selbstgepflückte, ungewaschene Bio-Äpfel der genascht wird, kann dazu beitragen. Ebenso eine ungeschälte Möhre, Eine Handvoll selbstgepflückter Himbeeren, vom Busch direkt in den Mund. Es gibt unzählige leckere, mit eigenen sonnigen Kindheitserinnerungen verbundene Möglichkeiten. Es geht überhaupt nicht darum, Infekte und Krankheiten zu glorifizieren, sondern darum, sie als Teil einer gesunden Entwicklung im Kindesalter sehen zu lernen. Dann kannst Du es würdigen und Dich vielleicht sogar ein bisschen freuen, wenn Dein Kind mal wieder ein bisschen Husten und Schnupfen hat. Dieses Vertrauen spürt Dein Kind und es entspannt. Vorhin hatte ich das Beispiel genannt, wie James Bond äußerlich auf Hochtouren arbeitet. Dein Kind macht natürlich äußerlich alles etwas langsamer, es braucht Ruhe und Du als Mutter musst im Alltagstrubel die Bremse ziehen, damit Dein Kind sich gut auskurieren kann. Schön ist es, wenn Du wirklich innerlich eine entspannte Haltung aufbauen kannst, wenn Dein Kind eine unkomplizierte Erkrankung hat. Begrüße die Situation in Gedanken und mache die Erkältungszeit für Dein Kind zu einer heiteren, sorgenfreien Zeit. Es ist Zeit für Beziehung, liebevolle Pflege, Rückzug von vielem Äußerem, Vorlesen, Zweisamkeit oder Häuslichkeit. Du kannst diese Zeit zu einer ganz besonders feierlichen, stillen und achtsamen Zeit werden lassen. Ein Kind richtig gesund werden zu lassen, ist heutzutage schon eine Kunst. Auch für Dich. Du darfst Dich ebenso vom Alltagsstress zurückziehen und ruhiger werden. Eine Faustregel lautet: Dein Kind ist dann wieder fit für Schule oder Kindergarten, wenn es mindestens einen ganzen gesunden und vor allem komplett fieberfreien Tag zu Hause war. Grafik krankes Kind zu Hause wird liebevoll gepflegt
Mit Kindern über Corona reden Was „Ansteckung“ bedeutet, verstehen Kinder schon früh, jedenfalls ungefähr. Ich fühle mich krank, habe Schnupfen, Halsweh, Husten, und das wandert manchmal hinüber zu anderen Menschen, durch den Atem oder durch Berührungen. Aber versuch mal, einem kleinen Kind auseinanderzusetzen, dass gesunde Personen auf gesunde Personen Krankheiten übertragen können! Es gibt inzwischen viele virologische „Grundkurse“ in kindgerechter Verpackung, auch Bilderbücher zu Corona. Schaue Dir diese gut an. Wenn Du merkst, dass darin Botschaften sind, die nicht zu Deiner Familie passen oder die Dein Kind ängstigen könnten, dann bastele für Euch ein eigenes Bilderbuch! Trau Dich zu malen und Fotos aus Zeitschriften auszuschneiden. Dein Kind wird das mögen. Mein lieber Freund Hennig riet dazu, zu sagen: „Kind, das Alles ist schwer zu verstehen, aber mach Dir keine Sorgen, wir kommen schon zurecht, bis diese komische Zeit vorbei ist.“ Kinder gehen nämlich davon aus, dass ihre Eltern einen Wissensvorsprung haben. Es stört sie nicht, sondern vermittelt ihnen sogar ein Gefühl der Sicherheit. Vorausgesetzt natürlich, Dir gelingt es, Ruhe zu bewahren. Letzteres ist weitaus wichtiger als jeder „Aufklärungsunterricht“ über das, was biologisch bei der Ausbreitung einer Krankheit vor sich geht. Wie jeder weiß, hilft Sachwissen nicht unbedingt gegen Angst. Aber Geborgenheit hilft garantiert.
Kinder verarbeiten das was sie bei den Erwachsenen mitbekommen im Spiel. Neulich hörte ich eine aufgeregte Kinderschar laut rufend über den Innenhof einer Wohnanlage rennen. „Da kommt Corona“, riefen sie und rannten vor einem Kind weg, dass die anderen einfangen wollte. Wer berührt wurde, gehörte mit zu der Gruppe der Fänger, also zum Corona-Team. Der Spaß war genauso groß wie bei jedem Fangen-spielen und Corona war spielerisch und wie ich finde originell eingebunden. Freut Euch, wenn Eure Kinder so oder ähnlich im Spielen das Thema verarbeiten. Bitte nicht moralisierend auf Kinderspiele schauen, nach dem Motto „Das ist zu ernst, darüber spielt man nicht.“ Nein das Motto müsste für Kinder lauten: „Das ist so ernst, deshalb spielen sie es.“ Für kleinere Kinder ist es heilsam, Ängste oder Unbekanntes spielerisch zu überwinden. Du kannst den Puppen Masken auf- und absetzen und ohne viele Worte erfahrbar machen, dass die Welt unter der Maske wieder auftaucht, wenn man sie abzieht. Das hört sich für uns Erwachsene überaus trivial an, ist für kleine Kinder aber eine Überraschung. Erinnere Dich an die Freude eines kleinen Kindes, wenn Du Dein Gesicht hinter Deinen Händen versteckst und wieder zeigst? Schön sind auch Bilderbücher dazu, wo die Erwachsenen Masken tragen, die man wegklappen kann. So ein Buch könnt ihr auch wunderbar selber basteln. Bei älteren Kindern steigt natürlich der Informationsbedarf an altersentsprechenden Erklärungen und Gesprächsangeboten. Es ist wichtig, dass Du Dich dazu selber informierst. Wenn Du Dich damit selber überfordert fühlst, was sehr verständlich ist, da Infektiologie, also die Lehre von Infektionserregern nicht in der Schule unterrichtet wird, kannst Du eine Lehrer*in darum bitten, das Thema mit euch Eltern bei einem Elternabend und mit den Kindern in den Biologieunterricht aufzunehmen. Und natürlich haben viele Kinder Angst, ihre Eltern könnten an Covid-19 erkranken, schlimmstenfalls sterben. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass der befürchtete Fall eintritt, ist zum Glück äußerst gering.
BOX: Der Mensch lebt seit seiner Entstehung nicht nur mit Viren und Bakterien im Kampf ums Überleben. Nein, er lebt mit ihnen auch in guter Zusammenarbeit. Die Wirkung von Viren auf einen Menschen hängt nicht einfach nur von dem Virus ab, sondern auch – und vor allem- von dem Menschen, der das Virus in sich aufnimmt. Es hängt ab von seinem Lebensalter, seiner Ausgangsgesundheit, seinem Immunsystem, seinem Lifestyle, der Konstitution und vielem mehr. Die Tatsache, dass im menschlichen Erbgut Virus-DNA eingebaut ist, zeigt die evolutionäre Bedeutung einer langen Co-Evolution zwischen Mensch und Viren.
Kasten Der Faktor Gewicht Ich habe es eingangs schon erwähnt: Kinder auf der ganzen Welt haben in der Pandemie zugenommen. Auch "Frust-Essen" infolge der großen psychischen Belastung ist ein Problem und muss manchmal sogar psychologisch begleitet werden. Mögliche Verursacher für Übergewicht bei Kindern: Zu viel süße Getränke (Erfrischungsgetränke und Säfte) Zusätzliches (heimliches) Essen oder Trinken Snacks & Süßigkeiten in der Schule oder unterwegs oder bei Freund*innen Zu große Portionen, nebenbei gesnackt Kalorienreiche Lebensmittel, denen Kaloriendichte Dir nicht bewusst ist Zu wenig Bewegung
TIPP: Nie nebenbei Essen Trenne wirklich strikt Arbeits- und Ess-Situationen. Es kann einmal großer Eile vorkommen, dass Du zum Essen einfach nur die Seite des Tisches wechselst, weil man im Homeoffice oft daran gebunden ist, am Küchentisch zu sitzen. Goldstandard für Deine Familie soll es sein, stimmungsvolle, stressfreie Situationen für die Mahlzeiten zu schaffen, damit ihr eine gute Essatmosphäre habt. Pflege diese Ess-Kultur.
Ab dem Grundschulalter sollte es dazu einmal in der Woche eine Gelegenheit geben. Ob das ein Gespräch mit der ganzen Familie am Küchentisch ist oder ein Abendspaziergang zu zweit. Es gehört zu unseren To Dos, dafür Möglichkeiten zu schaffen, und zwar ungefragt. Wir müssen wach dafür sein, dass sich solche Gespräche zusätzlich oft ohne Vorankündigung und unerwartet ereignen. Dann müssen wir buchstäblich auch mal bereit sein alles stehen und liegen zu lassen und zuzuhören. Das sind oft die großen Klippen in der Kindererziehung, wo Du merkst: Der Alltag ist im vollen Gang, Termine stehen an, Du willst noch schnell was einkaufen, Körnerbrot für das Frühstück am Morgen und ausgerechnet jetzt hat Dein Kind ein Anliegen. Es hat etwas auf dem Herzen. Jetzt geht es darum ehrlich zu erkennen, ob es etwas ist, das vertagt werden kann und worüber Du am Abend noch genauso intensiv mit Deinem Kind sprechen kannst. Oder ist es ein Augenblick, wo Du alles andere stehen und liegen lassen solltest. Körnerbrot und Frühstück hin oder her. Ein Augenblick zum Inne-Halten und Lauschen und Raum geben für das, was Dein Kind beschäftigt. Meistens ist es so, dass wir Erwachsene vergessen haben, was es aus der Gegenwärtigkeit eines Kindes bedeutet, in genau dem Moment etwas mitteilen zu können, was so, in der Art und Weise kaum je wieder gefühlt und gesagt werden kann. Unser Erwachsenen-Mind-Set denkt oft recht praktisch an der Welt orientiert, als wenn sich alles im Leben optimal terminieren ließe. Doch so ist es eben nicht. Kindernöte brauchen oft, öfters als wir denken, Erwachsene, die alles andere umdisponieren, um präsent zu sein. Das gilt in der Pandemie in ganz besonderem Maße.
Die Corona-Pandemie hat darauf hingewiesen, dass unsere Kinder, die kleinen Infekte, den immunologischen Austausch mit Viren und Bakterien von Kind zu Kind brauchen. Nach dem strengen Lockdown mit Kontaktbeschränkungen, gab es einen Rebound an Infekten, man könnte sagen es gab eine Art „Nachhol-Infekte“. Infekte gehören zum gesunden Aufwachsen dazu.
19 Nachtrag Wer mich inspiriert, auch wenn ich nicht mit allem überein stimme:Ekkehart Tolle, Veit Lindau, Rudolf Steiner, Vandana Shiva, Dalai Lama, Jesus Christus, Maria Theresa, Franz von Assisi, Januz Korczak, Maria Magdalena, Geschwister Scholl und viele mehr Hinweise zu Textpassagen und Gesprächen mit Freunden und Freundinnen: Henning Köhler, Karin Michael, David Martin 20 Call to Action Wenn Du Interesse an einem persönlichen Beratungsgespräch bei mir oder einer/einem Mitarbeiter*in möchtest, melde Dich hier: www.kindgerecht-koeln.de.