Resolving Conflicts, Finding Compromises, Understanding Each Other

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READER LV 200.0019 15S 2SSt SE Konflikte lösen, Kompromisse finden, verständigen (S-KO)

Resolving Conflicts, Finding Compromises, Understanding Each Other

Kurswebseite

https://goo.gl/qq8M3Q

Kontakt

Dozent jederzeit erreichbar unter martin.woesler at uwh.de, Tel. [siehe Papierausdruck]

Einführung

Die Kunst der Diplomatie ist nicht nur auf internationalem Parkett gefragt, sondern auch in der Alltagskommunikation in den verschiedenen Rollen am Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, in der Kommunikation mit Partner, Familie und anderen. Gängige Theorien der gewaltfreien Kommunikation und Konfliktlösung werden erarbeitet. Kulturell und individuell unterschiedliche Kommunikationsstile werden vorgestellt und auf ihr Konfrontations- und Kompromissfindungs-Potential hin analysiert. In der Praxis bewährte Instrumente wie Schlichtung, Wahrheits-Kommittees (Südafrika), Politik des Vergessens (antikes Griechenland) und Rechtssprechung im Spannungsfeld von Recht und Gerechtigkeit werden in situativen Rollenspielen ausprobiert und analysiert. Grenzen der Toleranz werden ausgelotet: Am Beispiel des politischen Schlagworts der „Harmonie“ in China und der real-existierenden „Harmonisierung“ und Gleichschaltung wird gefragt, wie weit Kompromissbereitschaft gehen kann, um das Ziel der Verständigung unter Wahrung der Würde und Rechte der Beteiligten zu erreichen.

Vorbereitung

Zur Vorbereitung informieren Sie sich bitte in Internet und Bibliothek über

  • Theorien der Konfliktlösung und der gewaltfreien Kommunikation
  • Praxis-Beispiele: Schlichtung, Wahrheits-Kommittees, Politik des Vergessens, Rechtssprechung
  • Begriffsverständnis: Harmonie in China

Empfohlene Literatur

Peter Schlotter, Simone Wisotzki (Hrsg.): Friedens- und Konfliktforschung Baden-Baden, Nomos 2011, ISBN 978-3832934705.

Ort und Zeit

Raum 2.273 - Purkinje zu folgenden Terminen:

Sa 11.07.2015 10:00-17:00, So 12.07.2015 10:00-16:00

Sa 18.07.2015 10:00-16:00, So 19.07.2015 10:00-16:00

Organisatorisches

Jede(r) sollte mindestens 1 (Gruppen-)referat/-rollenspiel beitragen. Für mehr Credits als bei einem Teilnahmeschein können Sie zusätzlich 2 Essays oder 1 Hausarbeit schreiben.

Qualitätssicherung (Diskussion)

Was fehlt an 100% für den Dozenten und was an sehr gut für die Studierenden? (Oder fehlt nichts?) – Für Studierende: Aktive Teilnahme, Wissenszuwachs und Anwendung

Theorien der Konfliktlösung und der gewaltfreien Kommunikation

(Kritik an der Quelle Wikipedia in eckigen Klammern)

  • Gerhard Schwarz 1995: Konsens, Kompromiss, Delegation, Unterordnung, Kampf, Flucht [Kritik: echte Lösungen sind nur Konsens und Kompromiss, anderes sind eher Vermeidungen oder Schlicht Leben der Folgen des Konflikts ohne dass dieser dadurch gelöst wird]
  • Lippmann 2015: Weiteres Verhalten in Konflikten: Aussitzen [keine Lösung]

Methoden der Konfliktlösung

  • Transcend-Methode des Witteners Johan Galtung, http://goo.gl/SIY4pF (insbesondere für internationale Konflikte: 1. neutrale Konflikt-Arbeiter, 2. Dialoge getrennt mit Konfliktparteien/Respekt/Dialogqualität/nicht nur High-level/open-end/keine Notizen oder Aufzeichnungen, nicht: Spezialisierung auf Konkretes), 3. erkläre: Konflikt ist Zerstörerer und Schöpfer, gefährlich jetzt und in Zukunft wegen Zerstörerischem, aber auch eine goldene Gelegenheit, um etwas Neues zu schaffen, 4. In Konfliktpraxis einbringen: Mitgefühl/Konfliktfreiheit/Verständnis der inneren Logik/gültige Ziele erkennen und gewaltfreie Wege zum Erreichen finden/von beiden Seiten Kreativität herauskitzeln, wie man die Inkompatibilität überwinden kann, 5. Gewaltspielarten (direkt/indirekt, strukturell und kulturell) und die sie rechtfertigende Kultur identifizieren, 6. Gewaltquellen identifizieren, 7. Transformation von Gewalt in anderes, bei Widersprüchen kreativ sein, 8. Friedensgespräche: gemeinsam Dialog/Therapie etc. besprechen, keine Linearität sondern Möglichkeit des Zurückgehens, Ideen säen, den schöpferischen Aspekt des Konflikts betonen, gemeinsame Rollen betonen, neue Codierungen entwickeln, die Parteien auf den Tag des Treffens am selben Tisch vorbereiten, 9. Konflikttransformation auf allen Ebenen
  • Strategien zur Konfliktlösung und –vermeidung Steffen Sameiske, http://goo.gl/0upSl9 (Kommunikationspsychologie, Konfliktursachen: Missverständnisse, Zielkonflikte, Verteilungskonflikte, Kompetenzkonflikte, Beurteilungskonflikte, Durchsetzungskonflikte)

Praxis-Beispiele (Rollenspiele?)

a) Politik, national

  • Schlichtung (jüngste Beispiele: Tarifkonflikte bei Bahn, Post, Luftverkehr, Erzieher, Pflegepersonal)

b) Politik, international

  • Wahrheits-Kommittees
  • Politik des Vergessens
  • Rechtssprechung
  • Konfliktbarometer 2003 des Heidelberger Instituts für Internationale Konfliktforschung www.hiik.de

c) Sozial/Gruppen

  • Blutrache
  • Dahrendorf 1971, Giesen 1991; Konflikte zwischen Individuum und Gruppe oder zwischen Gruppen

d) Privat/Organisationen

  • Außergerichtliche Streitlösung: Streitfälle außergerichtlich lösen: Die Alternativen zum staatlichen Gerichtsverfahren kennen und nutzen; Textbausteine, Mustervereinbarungen, hilfreiche Adressen. Walhalla Fachverlag, 6.12.2012, ISBN 9783802906688

e) Personal

  • Dr. Arthur Brühlmeier, http://goo.gl/hDN220 (unterscheidet zwischen Eigen- und Fremdkonflikten, rational und irrationale Bestandteile, Konfliktanlässe, Dramatisierung, Konfliktlösungen nach Pestalozzi (Konfliktlösung im sittlichen Zustand statt im Natur- oder gesellschaftlichen Zustand) und Gordon (Ich-Botschaften))
  • Unterscheidung zwischen Eigeninteresse und Rollenerwartungen (Zurcher 1983)
  • Duell

Konfliktanalyse

  • Ursachen (Interessenslage bzgl. Ressourcen, Normen/Werte)
  • Erscheinungsformen, Dynamik
  • Interessens-Durchsetzung (physische oder psychische Gewalt)
  • Umgang mit Konflikten (regellos ausgetragen oder stark in Regeln eingebettet Zürchner 2004)
  • Lösungsmöglichkeiten

Konflikt-Bewertung

  • Grundsätzlich natürlich, sorgt für Gleichgewicht und Entspannung (Simmel, zitiert nach Coser 1956)
  • je mehr Konflikte zugelassen und je stärker sie in Regeln eingebettet werden (Beispiel: Duell), desto mehr sozialen Frieden und weniger Gewaltbereitschaft gibt es

Spezialthema China

  • Begriffsverständnis: Harmonie in China

Themenvorschläge

  • Griechenland und die EU (vgl. auch allgemeiner: Konflikt als Motor europäischer Öffentlichkeit: Eine Inhaltsanalyse von Tageszeitungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Österreich. Springer-Verlag, 5.12.2007, ISBN 9783531900094)
  • Geiselnahme in Lima
  • Türkisch-stämmige Mitbürger zwischen Integration und Separation (z.B. „Ehrenmorde“)