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Sammlungen
杂文集 von Lu Xun (鲁迅, 1881–1936)
- GESAMTINHALTSVERZEICHNIS**
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 1
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 2
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 3
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 4
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 5
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 6
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 7
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 8
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 9
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 10
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 11
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 12
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 13
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 14
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 15
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 16
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 17
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 18
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 19
Lu Xun Gesammelte Werke • Band 20
- [1930]**
- ["Hartübersetzung" und "Klassencharakter der Literatur"]**
- I**
Ich hörte, dass die Leute vom Kreis der Monatszeitschrift »Xinyue« sagen, der Absatz sei jetzt besser geworden. Das ist wohl wahr, denn selbst ich, der ich äußerst wenig gesellschaftlichen Umgang pflege, habe die zusammengefasste Ausgabe der Nummern sechs und sieben des zweiten Bandes in den Händen zweier junger Freunde gesehen. Beim beiläufigen Durchblättern fanden sich hauptsächlich Texte, die für "Meinungsfreiheit" eintraten, und Romane. Gegen Ende dann ein Aufsatz von Herrn Liang Shiqiu mit dem Titel »Über Herrn Lu Xuns 'Hartübersetzung'«, der sie als "nahezu Totübersetzung" bezeichnete. Und da "der Stil der Totübersetzung keinesfalls überhandnehmen darf", zitierte er drei Abschnitte meiner Übersetzungen sowie meine Worte aus dem Nachwort zu »Literatur und Kritik«: "Aber wegen der unzureichenden Fähigkeiten des Übersetzers und der ursprünglichen Mängel der chinesischen Sprache war das Ergebnis nach Abschluss der Übersetzung tatsächlich voller dunkler und sogar schwer verständlicher Stellen; würde man die Sätze auseinandernehmen, ginge der ursprüngliche Tonfall verloren. Für mich blieb außer dieser Hartübersetzung nur der eine Weg, die Hände in den Schoß zu legen. Die einzige verbliebene Hoffnung lag nur darin, dass die Leser trotzdem bereit wären, sich mit harter Stirn durchzukämpfen." Er umkreiste diese Worte sorgfältig und setzte sogar doppelte Kreise um "Hartübersetzung", um dann "streng" seine "Kritik" zu fällen: "Wir haben uns 'mit harter Stirn durchgekämpft', aber nichts dabei gewonnen. Was ist der Unterschied zwischen 'Hartübersetzung' und 'Totübersetzung'?"
Obwohl die Xinyue-Gesellschaft in ihrer Erklärung behauptet, keinerlei Organisation zu haben, und in ihren Aufsätzen die proletarischen "Organisationen" und "Kollektive" zu verabscheuen scheint, ist sie tatsächlich organisiert - zumindest unterstützen sich die politischen Aufsätze in diesem Band gegenseitig; was die Literatur betrifft, so ist dieser Aufsatz ein Nachklang zu »Hat Literatur Klassencharakter?« desselben Kritikers. Dort heißt es: "...aber unglücklicherweise konnte ich kein einziges Buch dieser Art verstehen. ...Am schwierigsten fand ich die Sprache, ...sie zu lesen war schwerer als Hieroglyphen. ...Noch immer hat kein Chinese in einer für Chinesen verständlichen Sprache einen Aufsatz geschrieben, der uns erklärt, was die Theorie der proletarischen Literatur eigentlich bedeutet." Auch diese Worte waren umkreist - ich verzichte der Einfachheit halber darauf, sie zu zeichnen. Jedenfalls sieht sich Herr Liang als Vertreter aller Chinesen; da er diese Bücher nicht versteht, verstehen sie auch alle anderen Chinesen nicht und sollten in China zum Verschwinden gebracht werden. Daher sein Edikt: "Dieser Stil darf keinesfalls überhandnehmen."
Die Meinungen anderer Übersetzer der "Hieroglyphen" kann ich nicht vertreten, aber aus meiner persönlichen Sicht ist die Sache nicht so einfach. Erstens: Ob Herr Liang sich wirklich "mit harter Stirn durchgekämpft" hat und dazu imstande war, ist fraglich. Sich als hart zu bezeichnen, während man in Wahrheit weich wie Watte ist - das ist ein besonderes Merkmal der Xinyue-Gesellschaft. Zweitens: Ob Herr Liang wirklich die Elite der ganzen Nation repräsentiert, ist ebenfalls fraglich. Diese Frage lässt sich aus dem Aufsatz »Hat Literatur Klassencharakter?« beantworten. Das Wort "Proletariat" muss nicht lautlich übertragen werden, es kann durchaus sinngemäß übersetzt werden - das ist vernünftig. Aber dieser Kritiker sagt: "Schlägt man im Wörterbuch nach, ist die Bedeutung dieses Wortes nicht gerade schmeichelhaft. Laut Websters großem Wörterbuch bedeutet Proletariat: Ein Bürger der niedrigsten Klasse, der dem Staat nicht mit Eigentum dient, sondern nur durch Kinderzeugung. ...Das Proletariat ist die Klasse im Staat, die nur Kinder zu zeugen versteht! (Zumindest war das in der Römerzeit so.)" Tatsächlich braucht man um diese "Schmeichelei" nicht zu streiten. Jeder mit etwas gesundem Menschenverstand wird die Gegenwart nicht mit der Römerzeit verwechseln und heutige Proletarier nicht für Römer halten. Das ist so, als würde man "Chemie" als "Alchemie" übersetzen - kein Leser würde es mit der ägyptischen Goldmacherkunst verwechseln, und bei Herrn "Liangs" Aufsätzen würde niemand nach der Etymologie forschen und irrtümlich denken, eine "einfache Holzbrücke" könne zur Feder greifen. Selbst das "Nachschlagen im Wörterbuch" (Websters großes Wörterbuch!) bringt "nichts ein" - aber nicht alle Chinesen sind wohl so.
- II**
Was mich am meisten interessiert in Herrn Liangs oben zitierten Worten ist, dass er an zwei Stellen "wir" verwendet, was einen gewissen Beigeschmack von "Mehrheit" und "Kollektiv" hat. Natürlich schreibt der Autor zwar allein, aber Gleichgesinnte gibt es bestimmt nicht nur einen, und "wir" zu sagen ist nicht falsch - es wirkt kraftvoller und vermeidet individuelle Verantwortung. Doch wenn "Gedanken nicht vereinheitlicht werden können" und "Meinungen frei sein sollen", gibt es - wie bei Herrn Liangs Kritik des Kapitalismus - auch einen "Makel". Nämlich: Gibt es ein "wir", gibt es auch die "anderen" außerhalb von uns. So mag das "wir" der Xinyue-Gesellschaft meinen "Totübersetzungsstil" für nicht tolerierbar halten, doch es gibt andere Leser, die nicht "nichts dabei gewinnen", und meine "Hartübersetzung" lebt unter "ihnen" weiter und unterscheidet sich noch etwas von "Totübersetzung".
Ich bin auch einer der "anderen" der Xinyue-Gesellschaft, denn meine Übersetzungsarbeit entspricht völlig anderen Bedingungen als denen, die Herr Liang fordert.
Am Anfang des Aufsatzes »Über Hartübersetzung« wird argumentiert, dass fehlerhafte Übersetzung besser sei als Totübersetzung: "Ein Buch wird niemals völlig falsch übersetzt ...Selbst wenn partielle Fehlübersetzung ein Fehler ist, gibt sie einem doch wenigstens einen Fehler. Dieser Fehler mag wahrhaft endlos schädlich sein, aber beim Lesen ist es wenigstens erfrischend." Die letzten beiden Sätze könnte man durchaus umkreisen, aber ich betreibe nie solche Machenschaften. Meine Übersetzungen zielen nicht darauf ab, den Lesern "Erfrischung" zu bieten, sondern machen oft Unbehagen, sogar Verdruss, Abscheu und Zorn. Was "erfrischend" zu lesen ist, dafür gibt es die Übersetzungen der Xinyue-Leute: Herrn Xu Zhimos Gedichte, die Romane der Herren Shen Congwen und Ling Shuhua, Herrn Chen Xiying (alias Chen Yuan) Plaudereien, Herrn Liang Shiqius Kritiken, Herrn Pan Guangdans Eugenik und Herrn Babbitts Humanismus.
Daher sind Herrn Liangs spätere Worte: "Solche Bücher zu lesen ist wie Kartenlesen - man muss den Finger ausstrecken, um die syntaktischen Verbindungslinien zu finden" für mich nur leeres Gerede, als hätte er nichts gesagt. Ja, nach meiner Ansicht erfordert das Lesen "solcher Bücher" wie das Kartenlesen das Ausstrecken des Fingers, um "syntaktische Verbindungspositionen" zu finden. Obwohl Kartenlesen nicht so "erfrischend" ist wie das Betrachten von "Yang Guifei beim Bad" oder "Drei Freunde im Winter" und sogar das Ausstrecken des Fingers erfordert (was wahrscheinlich nur Herr Liang so macht - wer Karten zu lesen gewohnt ist, braucht nur die Augen), sind Karten keine toten Bilder. So unterscheidet sich "Hartübersetzung", selbst wenn sie dieselbe Mühe kostet, naturgemäß in "etwas" von "Totübersetzung". Wer ABCD kann, hält sich für einen modernen Gelehrten, hat aber nichts mit chemischen Formeln zu tun; wer rechnen kann, hält sich für einen Mathematiker, versteht aber schriftliche Rechnungen nicht. In der heutigen Welt ist es nicht so, dass ein Gelehrter mit allem in Verbindung steht.
Doch Herr Liang hat konkrete Beispiele, er führt drei Abschnitte meiner Übersetzungen an, obwohl er weiß, dass "vielleicht wegen des fehlenden Kontexts der Sinn nicht ganz klar werden kann". In »Hat Literatur Klassencharakter?« verwendet er ähnliche Methoden, führt zwei übersetzte Gedichte an und urteilt zusammenfassend: "Vielleicht ist die große proletarische Literatur noch nicht erschienen, dann will ich warten, warten, warten." Diese Methoden sind gewiss sehr "erfrischend", aber ich kann aus demselben Heft der »Xinyue«-Zeitschrift ein Stück kreativen Schaffens - es ist kreatives Schaffen! - auf Seite acht von »Umzug« anführen:
"Haben Küken Ohren?" "Ich habe nie gesehen, dass Küken Ohren haben." "Wie hören sie dann, dass ich sie rufe?" Sie dachte an das, was die vierte Tante vorgestern gesagt hatte: Ohren sind zum Hören da, Augen zum Sehen. "Ist dieses Ei von einem weißen oder schwarzen Huhn?" Als die vierte Tante nicht antwortete, stand Zhi'er auf, berührte das Ei und fragte wieder. "Das kann man jetzt nicht sehen, man weiß es erst, wenn das Küken schlüpft." "Schwester Wan'er sagt, Küken werden zu großen Hühnern. Werden diese Küken auch zu großen Hühnern?" "Wenn man sie gut füttert, werden sie groß, oder war dieses Huhn nicht kleiner, als wir es kauften?"
Das genügt. Die "Sprache" ist verständlich, man braucht auch nicht den Finger auszustrecken, um Verbindungen zu finden, aber ich "warte" nicht mehr und finde diesen einen Abschnitt weder "erfrischend" noch sehr verschieden von Nicht-Kreativität.
Abschließend stellt Herr Liang noch eine Frage: "Chinesisch und Fremdsprachen sind verschieden ...Die Schwierigkeit des Übersetzens liegt genau hier. Wenn Grammatik, Syntax und Wortlehre zweier Sprachen völlig gleich wären, wäre Übersetzen dann noch Arbeit? ...Wir können die Syntax durchaus ändern, um Verständlichkeit als oberste Maxime zu setzen, denn 'sich mit harter Stirn durchkämpfen' ist kein Vergnügen, und 'Hartübersetzung' bewahrt auch nicht unbedingt 'den ursprünglichen kraftvollen Tonfall'. Wenn 'Hartübersetzung' wirklich 'den ursprünglichen kraftvollen Tonfall' bewahren könnte, wäre das ein Wunder - könnte man dann noch sagen, Chinesisch habe 'Mängel'?" Ich bin nicht so töricht zu erwarten, Fremdsprachen zu finden, die dem Chinesischen gleichen, oder zu hoffen, dass "Grammatik, Syntax und Wortlehre zweier Sprachen völlig gleich" seien. Ich denke nur, dass Sprachen mit komplexer Grammatik leichter zu übersetzen sind, verwandte Sprachfamilien ebenfalls, und dass es auch Arbeit ist. Holland ins Deutsche zu übersetzen, Russisch ins Polnische - kann man sagen, das unterscheide sich nicht von Nicht-Arbeit? Japanisch ist von europäischen Sprachen sehr "verschieden", aber sie haben allmählich neue Syntax hinzugefügt, wodurch es im Vergleich zur klassischen Sprache geeigneter wurde für Übersetzungen ohne Verlust des ursprünglichen kraftvollen Tonfalls. Anfangs musste man natürlich "syntaktische Verbindungspositionen suchen", was manchen "Verdruss" bereitete, aber durch Suchen und Gewöhnung ist es nun assimiliert und zu Eigenem geworden. Chinesische Grammatik ist noch unvollständiger als die japanische klassische Sprache, hat aber auch Wandlungen erfahren - zum Beispiel unterscheiden sich die »Aufzeichnungen des Großhistorikers« und die »Han-Annalen« vom »Buch der Urkunden«, und die heutige Umgangssprache unterscheidet sich wieder von den »Aufzeichnungen des Großhistorikers« und den »Han-Annalen«. Es gab Hinzufügungen, wie bei den Tang-Übersetzungen buddhistischer Sutren und den Yuan-Übersetzungen kaiserlicher Erlasse - damals waren viele "grammatische, syntaktische und lexikalische" Formen Neuschöpfungen, die nach Gewöhnung keines Fingerausstreckens mehr bedurften. Nun kommt wieder "Fremdsprachiges", viele Sätze müssen neu geschaffen werden - oder schlecht gesagt: hart geschaffen. Nach meiner Erfahrung bewahrt solches Übersetzen im Vergleich zu Aufteilungen in mehrere Sätze besser den ursprünglichen kraftvollen Tonfall, aber da Neuschöpfung nötig ist, hat das ursprüngliche Chinesisch Mängel. Was für ein "Wunder", was für ein "denn"? Dass es des "Fingerausstreckens" und "harter Stirn" bedarf, ist für manche naturgemäß "kein Vergnügen". Aber ich wollte nie "Erfrischung" oder "Vergnügen" jenen Herren darbieten - solange noch einige Leser etwas gewinnen können, sind Herrn Liang Shiqius "und Konsorten" Freud und Leid sowie ihr Nicht-Gewinnen mir wahrlich "wie vorüberziehende Wolken".
Aber Herr Liang hat auch Stellen, die ohne Rückgriff auf proletarische Literaturtheorie dennoch sehr unverständlich bleiben. Er sagt zum Beispiel: "Herrn Lu Xuns Übersetzungen der Literatur vor einigen Jahren, wie Kuriyama Hakumuras »Symbol der Pein«, waren noch nicht unverständlich, aber die kürzlich übersetzten Bücher scheinen den Stil geändert zu haben." Jeder mit etwas gesundem Menschenverstand weiß: "Chinesisch und Fremdsprachen sind verschieden", aber selbst in derselben Fremdsprache können "Stil" und "syntaktische Verbindungspositionen" je nach Autor sehr unterschiedlich sein. Sätze können kompliziert oder einfach sein, Substantive gewöhnlich oder fachspezifisch - keinesfalls ist in einer Fremdsprache der Schwierigkeitsgrad einheitlich. Meine Übersetzung von »Symbol der Pein« folgte wie heute starr Satz für Satz, sogar Wort für Wort, doch Herr Liang Shiqiu fand sie noch verständlich - das lag daran, dass der Originaltext leicht verständlich war, auch daran, dass Herr Liang Shiqiu ein neuer chinesischer Kritiker geworden war, und auch daran, dass die darin hart geschaffene Syntax verhältnismäßig gewohnt war. Für Gelehrte in entlegenen Dörfern, die nur die »Betrachtungen klassischer Texte« lesen, wäre es schwerer als "Hieroglyphen" gewesen.
- III**
Diese "schwerer als Hieroglyphen" zu lesenden Übersetzungen proletarischer Literaturtheorie haben jedoch Herrn Liang nicht geringen Einfluss gebracht. Nicht zu verstehen kann Einfluss haben - das klingt zwar komisch, ist aber wahr. Dieser Kritiker sagt in »Hat Literatur Klassencharakter?«: "Ich kritisiere die sogenannte proletarische Literaturtheorie jetzt nur aufgrund des wenigen Materials, das ich verstehen konnte." Das heißt: Seine Kenntnis dieser Theorie ist dadurch äußerst unvollständig geworden.
Für diese Sünde können wir (einschließlich aller "Hieroglyphen"-Übersetzer, daher "wir") nur teilweise Verantwortung übernehmen - ein Teil liegt an der eigenen Verwirrung oder Faulheit des Autors. Von "diesem Lunatscharski, Plechanow" kenne ich die Bücher nicht, aber die drei Aufsätze "dieses Bogdanow und Konsorten" und Trotzkis halbes »Literatur und Revolution« gibt es sicher in englischen Übersetzungen. England hat keinen "Herrn Lu Xun", die Übersetzungen müssen äußerst verständlich sein. Herr Liang hat für die Entstehung großer proletarischer Literatur seine Geduld und seinen Mut mit "warten, warten, warten" gezeigt - warum wartet er diesmal nicht auch bei der Theorie ein wenig, sucht sie und liest sie, bevor er spricht? Nicht zu wissen, dass es sie gibt, und nicht zu suchen, heißt Verwirrung; zu wissen, dass es sie gibt, und nicht zu suchen, heißt Faulheit. Einfach stillzusitzen mag "erfrischend" sein, aber wenn man den Mund aufmacht, schluckt man leicht kalte Luft.
Zum Beispiel jener hochtrabende Aufsatz »Hat Literatur Klassencharakter?« - die Schlussfolgerung ist, dass es keinen Klassencharakter gibt. Um Klassencharakter zu beseitigen, finde ich Herrn Wu Zhihuais "was für Marx-Murks" und irgendeines Herrn Lehre "Es gibt keine Klassen in der Welt" am saubersten. Dann würden alle Stimmen verstummen und Frieden herrschen. Aber Herr Liang ist etwas von diesem "Was-für-Marx"-Gift vergiftet, er erkennt zunächst an, dass vielerorts jetzt Kapitalismus herrscht, und unter diesem System gibt es Proletarier. Nur: Diese "Proletarier hatten ursprünglich kein Klassenbewusstsein. Einige übermäßig mitfühlende, aber extreme Führer haben ihnen diese Klassenvorstellung vermittelt", um ihre Vereinigung zu fördern und ihre Kampflust zu entfachen. Richtig, aber ich denke, die Vermittler handelten nicht aus Mitgefühl, sondern aus dem Gedanken der Weltveränderung. Außerdem kann man sich nicht einer "nicht existierenden Sache" bewusst werden oder sie entfachen - dass Bewusstsein und Entfachung möglich sind, zeigt, dass das eine ursprünglich vorhandene Sache ist. Ursprünglich vorhandene Dinge lassen sich nicht lange verbergen, so wie Galilei die Erdbewegung und Darwin die Evolution lehrten - wurden sie nicht anfangs fast von Religionsleuten verbrannt oder heftig von Konservativen angegriffen? Dass die Menschen heute diese beiden Lehren nicht für merkwürdig halten, liegt daran, dass die Erde sich letztendlich bewegt und die Lebewesen sich wirklich entwickeln. Anzuerkennen, dass etwas existiert, aber es als nicht-existent zu verbergen, erfordert außerordentliche Fertigkeiten.
Aber Herr Liang hat seine eigene Methode, Kämpfe zu beseitigen. Er meint, wie Rousseau sagte: "Eigentum ist die Grundlage der Zivilisation", also "ist ein Angriff auf das Eigentumssystem ein Widerstand gegen die Zivilisation", "ein Proletarier, wenn er vielversprechend ist, kann durch ein Leben fleißiger und ehrlicher Arbeit bestimmt einiges Eigentum erlangen. Das ist der angemessene Weg des Lebenskampfes." Ich denke, obwohl Rousseau schon 150 Jahre tot ist, wird er nicht gemeint haben, dass alle vergangene und zukünftige Zivilisation auf Eigentum basiert. (Wenn er aber Wirtschaftsbeziehungen als Basis meinte, wäre das natürlich richtig.) Griechenland und Indien hatten Zivilisation, und ihre Blütezeiten waren nicht in Eigentumsgesellschaften - das wusste er wohl; wenn nicht, war das sein Fehler. Was die "angemessene" Methode betrifft, dass Proletarier "fleißig" zu Besitzenden aufsteigen sollen, das ist die alte Lehre reicher chinesischer Großväter, wenn sie gut gelaunt sind und arme Arbeiter belehren. Praktisch gibt es noch viele "Proletarier", die jetzt "fleißig und ehrlich" eine Stufe höher zu klettern suchen. Aber das ist, bevor ihnen jemand "diese Klassenvorstellung vermittelt" hat. Einmal vermittelt, wollen sie nicht mehr einzeln klettern. Wie Herr Liang richtig sagt: "Sie sind eine Klasse, sie wollen sich organisieren, sie sind ein Kollektiv, und so ergreifen sie nicht auf gewöhnlichem Weg, sondern mit einem Sprung politische und wirtschaftliche Macht und werden mit einem Sprung zur herrschenden Klasse." Aber gibt es noch "Proletarier", die "durch fleißige und ehrliche Arbeit ein Leben lang bestimmt einiges Eigentum erlangen" wollen? Natürlich gibt es sie noch. Aber sie gelten als "noch nicht zu Reichtum gekommene Besitzende". Herrn Liangs Ratschlag wird von Proletariern ausgespuckt werden und nur noch mit Großvätern gegenseitige Bewunderung finden.
Was dann? Herr Liang meint, das sei nicht besorgniserregend. Denn "diese revolutionären Erscheinungen können nicht ewig währen. Nach natürlicher Evolution wird sich das Gesetz des Überlebens des Stärkeren wieder beweisen - die Intelligenten und Fähigen werden wieder überlegene Positionen einnehmen, Besitzlose bleiben Proletarier." Aber das Proletariat weiß wohl auch, dass "antizivilisatorische Kräfte früher oder später von zivilisatorischen Kräften besiegt werden", deshalb wollen sie "die sogenannte 'proletarische Kultur' errichten ...darin eingeschlossen Literatur und Wissenschaft."
Von hier an kommt er zur eigentlichen literarischen Kritik.
- IV**
Herr Liang sieht den Fehler der proletarischen Literaturtheorie zunächst darin, "dass sie Klassenfesseln auf die Literatur legt", denn obwohl Kapitalist und Arbeiter verschieden sind, haben sie auch Gemeinsamkeiten - "ihre Menschlichkeit (diese beiden Worte waren ursprünglich umkreist) ist nicht verschieden", zum Beispiel haben beide Freude, Zorn, Trauer, Lust und Liebe (aber "gemeint ist die Liebe selbst, nicht die Art der Liebe"), "Literatur ist die Kunst, die diese grundlegendste Menschlichkeit ausdrückt." Diese Worte sind widersprüchlich und leer. Wenn Zivilisation auf Eigentum basiert und Arme nach oben zu klettern als "vielversprechend" gilt, dann ist Aufstieg der Hauptinhalt des Lebens, Reiche sind die Krone der Menschheit, und Literatur braucht nur die Bourgeoisie darzustellen - warum so "übermäßiges Mitgefühl" auch für "unterlegene" Proletarier zeigen? Außerdem: Wie soll das "Selbst" der "Menschlichkeit" dargestellt werden? Zum Beispiel haben chemische Eigenschaften von reinen oder gemischten Stoffen Bindungskraft, physikalische Eigenschaften haben Härte - um diese Kraft und Grade zu zeigen, braucht man zwei Stoffe. Wollte man Bindungskraft und Härte des reinen "Selbst" ohne Stoffe zeigen, gibt es solche Wundermethoden nicht; aber verwendet man Stoffe, unterscheidet sich die Erscheinung je nach Stoff. Literatur kann ohne Menschen "Natur" nicht zeigen; verwendet man Menschen, und noch dazu in Klassengesellschaften, kann man Klassenzugehörigkeit nicht vermeiden - keine "Fesselung" nötig, es ergibt sich notwendig. Natürlich: "Freude, Zorn, Trauer, Lust sind menschliche Gefühle", aber Arme haben bestimmt nicht den Verdruss bankrotter Börsengeschäfte, und wie sollte der Petroleumkönig die Bitterkeit einer Pekinger Kohlenasche sammelnden alten Frau kennen? Hungernde in Katastrophengebieten züchten wohl kaum Orchideen wie reiche Großväter, und Jiao Da aus dem Jia-Anwesen liebte auch nicht Schwester Lin. "Sirenen! Lenin!" ist sicher noch keine proletarische Literatur, aber "alle Dinge!", "alle Menschen!", "Freudiges kommt, Menschen freuen sich!" ist auch keine Literatur, die das "Selbst" der "Menschlichkeit" ausdrückt. Wenn Literatur, die die allgemeinste Menschlichkeit ausdrückt, als höchste gilt, dann müsste Literatur, die die allgemeinste Tiernatur ausdrückt - Ernährung, Atmung, Bewegung, Fortpflanzung - oder ohne "Bewegung" Literatur, die biologische Natur ausdrückt, noch höher stehen. Sagt man, weil wir Menschen sind, beschränken wir uns auf Menschlichkeit, dann wollen Proletarier, weil sie Proletariat sind, proletarische Literatur schaffen.
Zweitens sagt Herr Liang, die Klasse des Autors habe nichts mit dem Werk zu tun. Tolstoi stammte aus dem Adel, sympathisierte aber mit Armen, befürwortete jedoch keinen Klassenkampf; Marx war kein Proletarier; der lebenslang arme Dr. Johnson übertraf in Charakter und Äußerungen Adelige. Daher solle man Literatur nach dem Werk selbst beurteilen, nicht nach Klasse und Stand des Autors. Diese Beispiele beweisen keineswegs die Klassenlosigkeit der Literatur. Tolstoi sympathisierte gerade wegen seiner adligen Herkunft, da alte Eigenschaften nicht völlig getilgt waren, nur mit Armen, ohne Klassenkampf zu befürworten. Marx war ursprünglich kein Proletarier, hatte aber auch keine literarischen Werke - wir können nicht spekulieren, was er ausgedrückt hätte, wenn er geschrieben hätte, bestimmt nicht die Liebe selbst ohne Methode. Was Dr. Johnson betrifft, der lebenslang arm war, aber Charakter und Äußerungen von Fürsten übertraf - ich verstehe den Grund nicht, da ich englische Literatur und seine Biographie nicht kenne. Vielleicht wollte er ursprünglich "durch fleißige und ehrliche Arbeit ein Leben lang bestimmt einiges Eigentum erlangen" und dann zur Adelsklasse aufsteigen, blieb aber letztendlich "unterlegen" und konnte nicht einmal angemessenes Eigentum anhäufen, so dass nur leere Pose blieb - "erfrischend".
Drittens sagt Herr Liang: "Gute Werke sind immer das Privileg weniger, die Mehrheit ist immer dumm, immer ohne Bezug zur Literatur", aber Urteilskraft habe nichts mit Klasse zu tun, da "literarische Wertschätzung angeborenes Glück" sei - das heißt, auch im Proletariat gebe es Menschen mit diesem "angeborenen Glück". Meiner Folgerung nach können Menschen mit diesem "Glück", selbst wenn sie zu arm für Bildung und Analphabeten sind, die »Xinyue«-Zeitschrift schätzen als Beweis, dass "Menschlichkeit" und "Literatur selbst" ursprünglich klassenlos sind. Aber Herr Liang weiß auch, dass glückliche Proletarier bestimmt nicht viele sind, daher bestimmt er andere Dinge (Literatur?) für sie, "wie volkstümliche Dramen, Filme, Kriminalromane", da "gewöhnliche Arbeiter und Bauern Unterhaltung brauchen, vielleicht etwas künstlerische Unterhaltung". So scheint Literatur tatsächlich je nach Klasse verschieden, aber das bestimmt sich nach hoher oder niedriger Urteilskraft. Diese Kraft zu kultivieren hat nichts mit Wirtschaft zu tun, sondern ist Gottes Gabe - "Glück". Daher sollen Literaten frei schaffen, weder von Königshäusern und Adel angestellt noch vom Proletariat bedroht werden, lobpreisende Artikel zu schreiben. Das ist richtig, aber in den proletarischen Literaturtheorien, die wir gesehen haben, sagte niemand, Literaten einer Klasse sollten nicht von Königshäusern und Adel angestellt, sondern vom Proletariat bedroht werden, lobpreisende Artikel zu schreiben. Es heißt nur: Literatur hat Klassencharakter; in Klassengesellschaften meinen Literaten zwar "frei" und über Klassen erhaben zu sein, werden aber unbewusst doch vom Klassenbewusstsein ihrer eigenen Klasse beherrscht - ihre Schöpfungen sind nicht die Kultur anderer Klassen. Zum Beispiel ist Herrn Liangs Artikel ursprünglich dazu gedacht, Klassencharakter in der Literatur aufzuheben und Wahrheit zu verkünden. Aber Eigentum als Ahnherr der Zivilisation zu setzen und Arme als unterlegenen Abschaum zu bezeichnen - ein Blick genügt, um zu erkennen, dass das eine "Waffe" - nein, ein "Artikel" des Bourgeoisienkampfes ist. Wenn proletarische Literaturtheoretiker Literaturtheorien, die "gesamte Menschheit" und "Überklasslichkeit" beanspruchen, als Hilfe für Besitzende betrachten, gibt das ein sehr klares Beispiel. Was Herrn Cheng Fangwu angeht mit seinem "Sie werden bestimmt siegen, also gehen wir hin, sie zu führen und zu trösten" - nachdem er "gegangen" ist, "schickt" er die "anderen" außer sich selbst fort -, solche proletarischen Literaten haben wie Herr Liang den Fehler "nach eigenem Gutdünken" mit proletarischer Literaturtheorie.
Außerdem hasst Herr Liang am meisten, dass proletarische Literaturtheoretiker Literatur als Kampfwaffe, das heißt als Propaganda betrachten. Er ist "nicht dagegen, dass jemand Literatur nutzt, um andere Ziele zu erreichen", kann aber "nicht anerkennen, dass Propagandatexte Literatur sind". Ich finde das überflüssige Aufregung. Nach den Theorien, die ich gesehen habe, sagen alle nur, dass alle Literatur etwas propagiert, niemand behauptet, nur Propagandatexte seien Literatur. Allerdings gab es seit vorvoriges Jahr in China viele Gedichte und Romane, die Slogans und Parolen einfügten und meinten, das sei proletarische Literatur. Aber das lag daran, dass sowohl Inhalt als auch Form keine proletarische Atmosphäre hatten - ohne Slogans und Parolen konnten sie ihre "Neuheit" nicht zeigen. Tatsächlich war das auch keine proletarische Literatur. Dieses Jahr zitierte der berühmte "proletarische Literaturkritiker" Herr Qian Xingcun in »Tukengzhe« noch Lunatscharski mit dem Argument, dass er Literatur schätzte, die Massen verstehen können, was den Gebrauch von Slogans und Parolen rechtfertige, zur Verteidigung jener "revolutionären Literatur". Aber ich finde, das ist wie bei Herrn Liang Shiqiu eine absichtliche oder unabsichtliche Fehlinterpretation. Was Lunatscharski als von Massen verständlich bezeichnete, bezog sich auf Textstile wie die kleinen Hefte, die Tolstoi für Bauern schrieb, auf Grammatik, Melodien und Humor, die Arbeiter und Bauern sofort verstehen. Man braucht nur zu sehen, dass Demian Bedny für Gedichte die Rote Fahne erhielt, aber seine Gedichte keine Slogans und Parolen verwenden, um das zu verstehen.
Schließlich will Herr Liang die Ware sehen. Das ist richtig, die praktischste Methode; aber zwei übersetzte Gedichte als Zurschaustellung zu kopieren ist falsch. In »Xinyue« gab es schon »Über die Schwierigkeit des Übersetzens«, ganz zu schweigen von übersetzter Dichtung. Nach meiner Sicht gibt es in Lunatscharkis »Der befreite Don Quijote«, Fadejews »Vernichtung«, Gladkows »Zement« keine vergleichbaren Werke in China in diesen elf Jahren. Das bezieht sich auf Schriftsteller vom Typ der "Xinyue-Gesellschaft", die im Schatten bürgerlicher Zivilisation leben und sie von Herzen unterstützen. Unter den Werken sogenannter proletarischer Autoren kann ich auch keine entsprechenden Leistungen nennen. Aber Herr Qian Xingcun verteidigte auch: Die neue Klasse sei natürlich unreif und einfach in literarischer Fertigkeit; sofort gute Werke von ihnen zu verlangen sei "bürgerliche" Böswilligkeit. Das ist völlig richtig für Arbeiter und Bauern. Solche unvernünftige Forderungen sind wie Vorwürfe an Verhungerte und Frierende, warum sie nicht so fett seien wie Reiche. Aber chinesische Autoren sind tatsächlich nicht gerade erst von Hacke und Axt Gekommene, die meisten sind Intellektuelle, die Schulen besuchten, manche sogar längst berühmte Literaten. Verschwanden nach Überwindung des kleinbürgerlichen Bewusstseins auch die früheren literarischen Fertigkeiten? Unmöglich. Russische alte Autoren wie Alexei Tolstoi, Veresaev, Prishvin haben bis heute gute Werke. Chinas Autoren mit Slogans ohne entsprechende Beweise - ich denke, die Krankheitswurzel liegt nicht in "Literatur als Waffe des Klassenkampfs", sondern in "Klassenkampf als Waffe der Literatur". Unter der Fahne "proletarische Literatur" versammelten sich nicht wenige Opportunisten. Betrachtet man die Buchankündigungen des letzten Jahres, war fast jedes Buch revolutionäre Literatur, und Kritiker machten aus Rechtfertigung "Abrechnung" - das heißt, sie ließen Literatur unter dem Schutz des "Klassenkampfs" sitzen, wodurch Literatur selbst keine Anstrengung brauchte und so zu beiden Seiten, Literatur und Kampf, wenig Beziehung hatte.
Aber Chinas momentane Zeiterscheinung kann natürlich keinesfalls als Gegenbeweis für das Aufkommen proletarischer Literatur dienen. Herr Liang weiß das auch, daher macht er am Ende Zugeständnisse: "Wenn proletarische Revolutionäre unbedingt ihre Propagandaliteratur proletarische Literatur nennen wollen, ist das immerhin eine Art neue Literatur, eine neue Errungenschaft im Literaturterritorium. Es ist nicht nötig, 'Nieder mit bürgerlicher Literatur!' zu rufen und um literarisches Gebiet zu kämpfen, denn das literarische Gebiet ist zu groß - Neues hat immer seinen Platz." Aber das klingt wie "chinesisch-japanische Freundschaft, gemeinsames Bestehen und Gedeihen". Aus Sicht noch nicht flügger Proletarier ist das Betrug. "Proletarische Literaten", die so wollen, gibt es jetzt wohl wirklich, aber das sind Herrn Liangs sogenannte "vielversprechende" "Proletarier", die zur Bourgeoisie aufsteigen wollen - ihre Werke sind Klagen armer Gelehrter vor dem Staatsexamen. Von Anfang bis zum Aufstieg und danach ist das niemals proletarische Literatur. Proletarische Literatur ist ein Flügel im Kampf zur Befreiung der eigenen Klasse und aller Klassen durch eigene Kraft - sie will das Ganze, nicht eine Ecke. Um das an der literarischen Kritik zu veranschaulichen: Stellte man im "Palast der Kunst" der "Menschlichkeit" (das müsste man von Herrn Cheng Fangwu leihen) nach Süden zwei Tigerfellthrone auf und ließe die Herren Liang Shiqiu und Qian Xingcun nebeneinander sitzen, einer rechts mit "Xinyue", einer links mit "Sonne" - das wäre wahrhaft "Kapital-Arbeiter"-Schönheit.
- V**
Hier kann wieder von meiner "Hartübersetzung" die Rede sein.
Nach meiner Vermutung ist das eine sehr naheliegende Frage: Wenn proletarische Literatur hauptsächlich Propaganda ist und Propaganda von vielen verstanden werden muss, wofür übersetzt du dann diese schwer verständlichen theoretischen "Hieroglyphen"? Ist das nicht wie Nicht-Übersetzen?
Meine Antwort: Für mich selbst und einige, die sich als proletarische Literaturkritiker ausgeben, und einen Teil der Leser, die nicht "Erfrischung" suchen, Schwierigkeiten nicht scheuen und etwas von dieser Theorie verstehen wollen.
Seit vorvoriges Jahr gab es viele Angriffe gegen mich persönlich. In fast jeder Zeitschrift sah man "Lu Xun", und der Ton der Autoren schien auf den ersten Blick meist der revolutionärer Literaten zu sein. Aber nachdem ich einige gelesen hatte, fand ich allmählich zu viel leeres Gerede. Das Seziermesser traf nicht die Gelenke, und wo Kugeln trafen, waren keine tödlichen Verletzungen. Zum Beispiel meine Klassenzugehörigkeit - bis heute ist sie unbestimmt: mal kleinbürgerlich, mal "bürgerlich", manchmal sogar "feudaler Rest" und außerdem einem Affen gleich (siehe »Ostkyoto-Korrespondenz« in »Chuangzao Yuekan«); einmal wurde sogar die Zahnfarbe gescholten. In solcher Gesellschaft ist es durchaus möglich, dass feudale Reste Aufsehen erregen, aber dass feudaler Rest gleich Affe ist, erklärt keine "materialistische Geschichtsauffassung", und man findet auch keine Belege, dass gelbe Zähne der proletarischen Revolution schaden. Ich dachte: Solche Theorien als Referenz sind zu wenig, daher ist jeder etwas verwirrt. Gegen Feinde zu sezieren, zu zerkauen, ist jetzt unvermeidlich, aber mit einem Anatomiebuch und einem Kochbuch, nach Vorschrift verfahrend, wären Struktur und Geschmack doch klarer und schmackhafter. Menschen vergleichen revolutionäre oft mit Prometheus aus der Mythologie, der Feuer für Menschen stahl und trotz Himmelsherrscherpein nicht bereute - ihre Großherzigkeit und Standhaftigkeit sind ähnlich. Aber ich stahl Feuer aus anderen Ländern, um mein eigenes Fleisch zu kochen, in der Hoffnung, dass es besser schmeckt und auch die Kauenden mehr Nutzen haben - ich verschwendete meinen Körper nicht umsonst. Der Ausgangspunkt ist rein individualistisch und enthält kleinbürgerliche Verschwendung sowie langsam das Seziermesser herauszuholen und ins Herz der Sezierer zu stechen - "Rache". Herr Liang sagt: "Sie wollen Rache!" Tatsächlich nicht nur "sie" - solche Menschen gibt es auch unter "feudalen Resten". Aber ich will auch der Gesellschaft nützen; was Zuschauer sehen, ist trotzdem Feuer und Licht. So begann ich mit »Literaturpolitik«, da es Meinungen verschiedener Richtungen enthält.
Herr Zheng Boqi betreibt jetzt einen Buchladen und druckt Hauptmanns und Gregory-Dramen, damals war er noch revolutionärer Literat und lachte in der von ihm herausgegebenen »Wenyi Shenghuo« über meine Übersetzung dieses Buches als ungewollten Niedergang, bedauerlicherweise von anderen überholt. Ein Buch zu übersetzen, um aufzusteigen - revolutionärer Literat zu werden ist wirklich zu einfach, dachte ich nicht. Eine Boulevardzeitung sagte, meine Übersetzung der »Kunsttheorie« sei "Kapitulation". Ja, Kapitulation kommt in der Welt oft vor. Aber Generalissimus Cheng Fangwu war damals schon aus japanischen heißen Quellen geklettert und wohnte in Pariser Hotels - wem hätte ich hier Treue schwören sollen? Dieses Jahr ist die Darstellung wieder anders: In »Tukengzhe« und »Xiandai Xiaoshuo« heißt es "Richtungswechsel". Ich sah in manchen japanischen Zeitschriften diese vier Zeichen bei dem früheren Neuen-Gefühl-Autor Kataoka Teppei als Ehrentitel. Tatsächlich ist dieses wirre Gerede auch nur Namensbetrachtung ohne Nachdenken - die alte Krankheit. Ein Buch über proletarische Literatur zu übersetzen reicht nicht als Richtungsbeweis; Fehlübersetzung würde eher schaden. Meine Übersetzungen will ich auch diesen schnell urteilenden proletarischen Literaturkritikern widmen, da sie die Pflicht haben, ohne "Erfrischung" zu begehren, mühsam diese Theorien zu erforschen.
Aber ich bin überzeugt, nie absichtlich falsch übersetzt zu haben. Wenn ich unbewusste Kritiker an wunden Stellen treffe, lächle ich; treffen sie meine wunden Stellen, ertrage ich den Schmerz, will aber niemals etwas hinzufügen oder wegnehmen - das ist auch ein Grund für durchgehende "Hartübersetzung". Natürlich wird es immer bessere Übersetzer geben, die weder verfälschende noch "harte" oder "tote" Texte schaffen können - dann werden meine Übersetzungen natürlich ausgesondert. Ich will nur die Lücke von "nichts" zu "besser" füllen.
Doch die Welt hat viel Papier, aber jede Literatengruppe wenig Leute. Großer Ehrgeiz, schwache Kraft - sie können nicht alles Papier beschreiben. So seufzen die Kritiker einer Gruppe, die Feinde bekämpfen, Freunde helfen und Andersdenkende vernichten sollen, wenn sie andere Papier beschreiben sehen, und können ihr Kopfschütteln und Stampfen nicht unterdrücken. Shanghais »Shenbao« nennt Übersetzer sozialwissenschaftlicher Werke sogar "Hunde und Katzen" - so groß ist der Zorn. Herr Jiang Guangci, "dessen Position in Chinas neuer Literatur längst allgemein bekannt ist", ging nach Tokyos zur Kur und traf Kuraihara Korehito. Als von vielen schlechten japanischen Übersetzungen die Rede war, schwerer zu lesen als Originale, lachte er und sagte: "...Chinas Übersetzungswelt ist noch verwirrender. Kürzlich sind viele chinesische Bücher aus dem Japanischen übersetzt. Wenn Japaner europäische Werke mit Fehlern und Kürzungen übersetzen und das aus dem Japanischen ins Chinesische kommt, werden diese Werke nicht zur Hälfte entstellt?" (siehe »Tukengzhe«) - auch tiefe Unzufriedenheit mit Übersetzungen, besonders Rückübersetzungen. Aber Herr Liang nennt wenigstens Buchtitel und Fehler, Herr Jiang lächelt nur süß und fegt alles weg - viel umfassender. Kuraihara Korehito übersetzte viele Literaturtheorien und Romane direkt aus dem Russischen, was mir persönlich sehr half. Ich hoffe, China hat ein, zwei solche ehrliche russische Übersetzer, die kontinuierlich gute Bücher übersetzen, statt nur einmal "Idiot!" zu rufen und die Verantwortung revolutionärer Literaten für erfüllt zu halten.
Aber jetzt? Diese Dinge übersetzt Herr Liang Shiqiu nicht, der große Mann, der andere "Hunde und Katzen" nennt, übersetzt auch nicht. Herr Jiang, der Russisch lernte, wäre am geeignetsten, aber nach der Kur kam nur »Eine Woche« heraus, während Japan schon zwei Übersetzungen hatte. China sprach einst viel von Darwin und Nietzsche, zur Zeit des Weltkriegs beschimpfte man sie heftig, aber Darwins Übersetzungen gibt es bis heute nur eine, Nietzsches nur eine halbe. Englisch- und Deutschgelehrte sowie Literaten haben keine Zeit oder verschmähen es. So muss man wohl vorläufig Spott und Schelte ertragen und weiter aus dem Japanischen rückübersetzen oder ein Original nehmen und mit japanischen Übersetzungen vergleichend direkt übersetzen. Ich will das weiter tun und hoffe auf mehr solche Menschen, um die Leere in gründlichen hohen Reden zu füllen, da wir nicht wie Herr Jiang "lachen können" und nicht wie Herr Liang "warten, warten, warten" sollen.
- VI**
Am Anfang sagte ich: "Sich als hart zu bezeichnen, während man tatsächlich weich wie Watte ist - das ist ein besonderes Merkmal der Xinyue-Gesellschaft." Hier sollte ich kurz ergänzen und damit diesen Aufsatz beschließen.
»Xinyue« trat von Beginn an für "strenge Haltung" ein, aber wer schimpft, wird beschimpft, wer spottet, wird verspottet. Das ist nicht falsch, es ist "wie du mir, so ich dir", auch eine Art "Rache", aber nicht für sich selbst. Bis zur Werbung des zusammengefassten Bandes sechs und sieben des zweiten Bandes heißt es noch: "Wir alle wahren eine 'tolerante' Haltung (außer dass 'intolerante' Haltung etwas ist, was wir nicht tolerieren können), wir alle mögen stabile, vernünftige Lehren." Die ersten beiden Sätze sind auch richtig, "Auge um Auge, Zahn um Zahn", konsequent wie anfangs. Aber auf diesem breiten Weg führt das zu "Gewalt gegen Gewalt", was mit der von den Xinyue-Herren geliebten "Stabilität" unvereinbar ist.
Diesmal wurde die "freie Meinungsäußerung" der Xinyue-Gesellschaft unterdrückt. Nach alter Methode müsste man die Unterdrücker ebenfalls unterdrücken, aber die Reaktion in »Xinyue« war ein Aufsatz »An die Unterdrücker der Meinungsfreiheit«, der erst die Parteigrundsätze der Gegenseite, dann ausländische Gesetze, schließlich ost-westliche Geschichtsbeispiele zitiert, um zu zeigen, dass Unterdrücker der Freiheit oft dem Untergang geweiht sind - eine wohlmeinende Warnung für die Gegenseite.
Daher ist die "strenge Haltung" und "Auge um Auge"-Methode der Xinyue-Gesellschaft letzten Endes nur gegen gleichstarke oder schwächere Menschen gerichtet. Bekommt man von Mächtigen geschwollene Augen, macht man eine Ausnahme, hält nur die Hand vors Gesicht und ruft: "Pass auf deine eigenen Augen auf!"
- [Gewohnheit und Reform]**
Menschen, deren Körper und Geist bereits verhärtet sind, widersetzen sich selbst kleinsten Reformen. Oberflächlich scheinen sie Unbequemlichkeit zu fürchten, tatsächlich fürchten sie Nachteile für sich, aber ihre Vorwände erscheinen oft äußerst gerecht und würdevoll.
Das diesjährige Verbot des Mondkalenders ist belanglos, ohne große Bedeutung, aber Händler jammern natürlich laut. Nicht nur das - selbst Shanghais arbeitslose Nichtstuer und Firmenangestellte seufzen oft wehmütig, sagen, das sei sehr unpraktisch für Bauern beim Ackerbau oder für Schiffe beim Warten auf Gezeiten. Sie denken plötzlich an längst unverbundene Dorfbauern und Seefahrer. Das scheint wahrhaft philanthropisch.
Am 23. Tag des zwölften Mondmonats knallten überall Feuerwerkskörper. Ich fragte einen Ladengehilfen: "Kann man dieses Jahr noch nach dem alten Kalender feiern, nächstes Jahr bestimmt nach dem neuen?" Die Antwort: "Nächstes Jahr ist nächstes Jahr, das sehen wir nächstes Jahr." Er glaubt nicht, dass nächstes Jahr unbedingt nach Sonnenkalender gefeiert werden muss. Aber auf Kalendern wurde tatsächlich der Mondkalender gestrichen, nur Jahreszeiten blieben. Doch in Zeitungen erschien Werbung für »120-Jahre-Mond-Sonnen-Kalender«. Gut, sie haben sogar für Ur-Urenkel-Zeiten den Mondkalender vorbereitet - 120 Jahre!
Obwohl die Herren Liang Shiqiu die Mehrheit sehr verachten, ist die Macht der Mehrheit gewaltig und wichtig. Wollen Reformer nicht das Volk verstehen und Führung und Verbesserung bieten, dann haben hohe Reden, Romantik oder Klassik nichts mit ihnen zu tun und bleiben nur wenigen zur gegenseitigen Bewunderung in Studierstuben, mit Selbstzufriedenheit. Gäbe es wirklich eine "gute Regierung", die Reformen erließe, würden sie bald auf den alten Weg zurückgezogen.
Wahre Revolutionäre haben einzigartige Einsichten. Herr Uljanow zum Beispiel schloss "Sitten" und "Gewohnheiten" in "Kultur" ein und hielt ihre Reform für sehr schwierig. Ich denke: Ohne Reform wäre Revolution erfolglos, wie ein Turm auf Sand, der sofort einstürzt. Chinas anfängliche antimanschurische Revolution fand leicht Anklang, weil das Motto "Wiederherstellung alter Dinge", also "Rückbesinnung" war, womit konservative Menschen leicht einverstanden waren. Aber später gab es nicht die geschichtlich übliche Blütezeit nach Dynastiegründung - nur ein Zopf ging verloren, was alle sehr unzufrieden machte.
Spätere neuere Reformen scheiterten alle: Reform um ein, zwei Unzen, Reaktion um zehn Pfund. Wie oben erwähnt: Ein Jahr kein Mondkalender auf Kalendern, dann kam ein 120-Jahre-Mond-Sonnen-Kalender.
Solche Kalender werden sicher viele begrüßen, da sie von Sitten und Gewohnheiten unterstützt werden. Anderes ist genauso: Ohne tiefes Eindringen in große Volksschichten, ohne Erforschung, Sektion und Bewertung von Sitten und Gewohnheiten, ohne sorgfältige Wahl von Methoden für Bewahrung und Abschaffung, wird jede Reform von gewohnheitsmäßigen Felsen zermalmt oder nur oberflächlich eine Zeit schwimmen.
Jetzt ist nicht die Zeit, in Studierstuben mit Büchern über Religion, Recht, Literatur, Kunst zu sprechen. Selbst wenn man davon sprechen will, muss man erst Gewohnheiten und Sitten kennen und den Mut und die Ausdauer haben, deren dunkle Seiten zu betrachten. Ohne klare Sicht gibt es keine Reform. Nur zukünftiges Licht zu verkünden betrügt träge Selbst und träges Publikum.
- [Nichtrevolutionäre radikale Revolutionstheoretiker]**
Zu sagen, jede große Revolutionsarmee müsse aus Kämpfern mit völlig korrektem, klarem Bewusstsein bestehen, sonst sei sie keine wahre Revolutionsarmee und nicht der Beachtung wert - das klingt zunächst sehr berechtigt und gründlich, ist aber unmögliche Aufgabe, leeres Gerede, süße Medizin, die Revolution vergiftet.
Wie unter imperialistischer Herrschaft unmöglich jeder Mensch zu "Menschenliebe" erzogen und dann lächelnd zur "Weltgemeinschaft" werden kann, so lassen Kräfte, gegen die Revolutionäre kämpfen, durch Wort oder Tat nicht zu, dass die Mehrheit korrektes Bewusstsein erreicht. Daher haben aufstrebende Revolutionsgruppen meist nur gemeinsame Unzufriedenheit mit der Gegenwart, während Endziele sehr verschieden sind: für Gesellschaft, kleine Gruppen, Geliebte, sich selbst oder sogar Selbstmord. Trotzdem kann die Revolutionsarmee voranschreiten. Denn beim Vormarsch töten Kugeln von Individualisten und Kollektivisten Feinde gleich wirksam; stirbt ein Kämpfer, sinkt die Kampfkraft gleichermaßen. Natürlich führen verschiedene Endziele zu Desertion, Flucht, Verzagtheit, Verrat, aber solange der Vormarsch nicht behindert wird, wird diese Truppe immer reiner und schlagkräftiger.
Als ich für Ye Yongzhens »Kleine zehn Jahre« ein Vorwort schrieb, meinte ich, der Gesellschaft gedient zu haben. Der Protagonist ging an die Front, stand Wache (obwohl er nicht mal Schießen lernte) - viel praktischer als Literaten, die nur klagend knien oder wütend schreiben. Zu verlangen, heutige Kämpfer seien alle bewusst und stahlhart, ist nicht nur utopische Phantasie, sondern unvernünftige Strenge.
Aber später sah ich in »Shenbao« schärfere, gründlichere Kritik: Da der Protagonist aus Eigennutz zur Armee ging, große Unzufriedenheit. »Shenbao« ist friedliebendste, revolutionsfeindlichste Zeitung - das schien zunächst unpassend. Hier will ich scheinbar gründliche Revolutionäre entlarven, die tatsächlich höchst unrevolutionär oder revolutionsschädlich sind - individualistische Debattierer, die zur Seele der Zeitung passen.
Erstens Dekadente: Da sie keine festen Ideale und Fähigkeiten haben, verfallen sie und suchen momentane Genüsse. Bestimmte Genüsse erzeugen Überdruss, sie suchen ständig neue Reize, die heftig sein müssen für Wohlgefühl. Revolution ist einer dieser neuen Reize, wie Vielfraße nach Fett und Süßem geschmacksüberdrüssig werden, schwachen Magen bekommen und Pfeffer und Chili brauchen, um zu schwitzen und einen halben Reis hinunterzubekommen. Bei revolutionärer Literatur wollen sie gründliche, vollständige revolutionäre Literatur; zeigt sich zeitbedingte Mangelhaftigkeit, runzeln sie die Stirn und finden es nicht beachtenswert. Von Realität getrennt zu sein macht nichts, Hauptsache erfrischend. Frankreichs Baudelaire, bekanntlich dekadenter Dichter, begrüßte Revolution, hasste sie aber, als sie sein dekadentes Leben bedrohte. Daher können Revolutionäre auf Papier vor der Revolution, noch dazu gründlichste, extremste, beim Umsturz ihre frühere Maske abreißen - unbewusste Maske. Solche Geschichtsbeispiele sollte man Cheng Fangwu-artigen "revolutionären Literaten" widmen, die bei kleinen Problemen oder Positionen (oder Geld) nach Tokyo oder Paris fliehen.
Zweitens - ich finde noch keinen Namen. Jedenfalls sind es Menschen ohne feste Meinung, die nichts für richtig halten und letztendlich den Status quo für das Beste. Als Kritiker reden sie zufällig und widerlegen Gegensätzliches. Gegen Hilfsbereitschaft nutzen sie Konkurrenzkampf, gegen Konkurrenzkampf nutzen sie Hilfsbereitschaft; gegen Friedensideologie nutzen sie Klassenkampftheorie, gegen Kampf predigen sie Menschenliebe. Ist der Gegner Idealist, nehmen sie materialistische Position ein; beim Debattieren mit Materialisten werden sie zu Idealisten. Kurz gesagt: Sie messen mit englischen Ellen russische Werst und mit französischen Ellen Meter und stellen fest, dass nichts übereinstimmt. Da alles andere nicht übereinstimmt, fühlen sie sich ewig als "Wahrer der Mitte" und sind ewig selbstzufrieden. Aus solcher Kritik folgt: Ist etwas nicht vollständig, mangelhaft, taugt es nichts. Aber gegenwärtigen Menschen und Dingen - wo gäbe es völlige Vollkommenheit ohne Mängel? Sicherheitshalber ist es am besten, sich nicht zu rühren. Doch dieses Sich-nicht-Rühren ist auch ein großer Fehler. Jedenfalls ist Menschsein außerordentlich schwierig, Revolutionär-Sein erst recht.
Der »Shenbao«-Kritiker verlangt von »Kleine zehn Jahre« zwar gründlich revolutionäre Protagonisten, aber sozialwissenschaftliche Übersetzungen begegnet er mit bissigem Spott - also gehört diese Seele zur zweiten Kategorie mit etwas dekadenter Lebenslangeweile, die Chili zur Magenöffnung will.
- GESAMTINHALTSVERZEICHNIS**
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- [1930]**
- ["Hartübersetzung" und "Klassencharakter der Literatur"]**
- I**
Ich hörte, dass die Leute vom Kreis der Monatszeitschrift »Xinyue« sagen, der Absatz sei jetzt besser geworden. Das ist wohl wahr, denn selbst ich, der ich äußerst wenig gesellschaftlichen Umgang pflege, habe die zusammengefasste Ausgabe der Nummern sechs und sieben des zweiten Bandes in den Händen zweier junger Freunde gesehen. Beim beiläufigen Durchblättern fanden sich hauptsächlich Texte, die für "Meinungsfreiheit" eintraten, und Romane. Gegen Ende dann ein Aufsatz von Herrn Liang Shiqiu mit dem Titel »Über Herrn Lu Xuns 'Hartübersetzung'«, der sie als "nahezu Totübersetzung" bezeichnete. Und da "der Stil der Totübersetzung keinesfalls überhandnehmen darf", zitierte er drei Abschnitte meiner Übersetzungen sowie meine Worte aus dem Nachwort zu »Literatur und Kritik«: "Aber wegen der unzureichenden Fähigkeiten des Übersetzers und der ursprünglichen Mängel der chinesischen Sprache war das Ergebnis nach Abschluss der Übersetzung tatsächlich voller dunkler und sogar schwer verständlicher Stellen; würde man die Sätze auseinandernehmen, ginge der ursprüngliche Tonfall verloren. Für mich blieb außer dieser Hartübersetzung nur der eine Weg, die Hände in den Schoß zu legen. Die einzige verbliebene Hoffnung lag nur darin, dass die Leser trotzdem bereit wären, sich mit harter Stirn durchzukämpfen." Er umkreiste diese Worte sorgfältig und setzte sogar doppelte Kreise um "Hartübersetzung", um dann "streng" seine "Kritik" zu fällen: "Wir haben uns 'mit harter Stirn durchgekämpft', aber nichts dabei gewonnen. Was ist der Unterschied zwischen 'Hartübersetzung' und 'Totübersetzung'?"
Obwohl die Xinyue-Gesellschaft in ihrer Erklärung behauptet, keinerlei Organisation zu haben, und in ihren Aufsätzen die proletarischen "Organisationen" und "Kollektive" zu verabscheuen scheint, ist sie tatsächlich organisiert - zumindest unterstützen sich die politischen Aufsätze in diesem Band gegenseitig; was die Literatur betrifft, so ist dieser Aufsatz ein Nachklang zu »Hat Literatur Klassencharakter?« desselben Kritikers. Dort heißt es: "...aber unglücklicherweise konnte ich kein einziges Buch dieser Art verstehen. ...Am schwierigsten fand ich die Sprache, ...sie zu lesen war schwerer als Hieroglyphen. ...Noch immer hat kein Chinese in einer für Chinesen verständlichen Sprache einen Aufsatz geschrieben, der uns erklärt, was die Theorie der proletarischen Literatur eigentlich bedeutet." Auch diese Worte waren umkreist - ich verzichte der Einfachheit halber darauf, sie zu zeichnen. Jedenfalls sieht sich Herr Liang als Vertreter aller Chinesen; da er diese Bücher nicht versteht, verstehen sie auch alle anderen Chinesen nicht und sollten in China zum Verschwinden gebracht werden. Daher sein Edikt: "Dieser Stil darf keinesfalls überhandnehmen."
Die Meinungen anderer Übersetzer der "Hieroglyphen" kann ich nicht vertreten, aber aus meiner persönlichen Sicht ist die Sache nicht so einfach. Erstens: Ob Herr Liang sich wirklich "mit harter Stirn durchgekämpft" hat und dazu imstande war, ist fraglich. Sich als hart zu bezeichnen, während man in Wahrheit weich wie Watte ist - das ist ein besonderes Merkmal der Xinyue-Gesellschaft. Zweitens: Ob Herr Liang wirklich die Elite der ganzen Nation repräsentiert, ist ebenfalls fraglich. Diese Frage lässt sich aus dem Aufsatz »Hat Literatur Klassencharakter?« beantworten. Das Wort "Proletariat" muss nicht lautlich übertragen werden, es kann durchaus sinngemäß übersetzt werden - das ist vernünftig. Aber dieser Kritiker sagt: "Schlägt man im Wörterbuch nach, ist die Bedeutung dieses Wortes nicht gerade schmeichelhaft. Laut Websters großem Wörterbuch bedeutet Proletariat: Ein Bürger der niedrigsten Klasse, der dem Staat nicht mit Eigentum dient, sondern nur durch Kinderzeugung. ...Das Proletariat ist die Klasse im Staat, die nur Kinder zu zeugen versteht! (Zumindest war das in der Römerzeit so.)" Tatsächlich braucht man um diese "Schmeichelei" nicht zu streiten. Jeder mit etwas gesundem Menschenverstand wird die Gegenwart nicht mit der Römerzeit verwechseln und heutige Proletarier nicht für Römer halten. Das ist so, als würde man "Chemie" als "Alchemie" übersetzen - kein Leser würde es mit der ägyptischen Goldmacherkunst verwechseln, und bei Herrn "Liangs" Aufsätzen würde niemand nach der Etymologie forschen und irrtümlich denken, eine "einfache Holzbrücke" könne zur Feder greifen. Selbst das "Nachschlagen im Wörterbuch" (Websters großes Wörterbuch!) bringt "nichts ein" - aber nicht alle Chinesen sind wohl so.
- II**
Was mich am meisten interessiert in Herrn Liangs oben zitierten Worten ist, dass er an zwei Stellen "wir" verwendet, was einen gewissen Beigeschmack von "Mehrheit" und "Kollektiv" hat. Natürlich schreibt der Autor zwar allein, aber Gleichgesinnte gibt es bestimmt nicht nur einen, und "wir" zu sagen ist nicht falsch - es wirkt kraftvoller und vermeidet individuelle Verantwortung. Doch wenn "Gedanken nicht vereinheitlicht werden können" und "Meinungen frei sein sollen", gibt es - wie bei Herrn Liangs Kritik des Kapitalismus - auch einen "Makel". Nämlich: Gibt es ein "wir", gibt es auch die "anderen" außerhalb von uns. So mag das "wir" der Xinyue-Gesellschaft meinen "Totübersetzungsstil" für nicht tolerierbar halten, doch es gibt andere Leser, die nicht "nichts dabei gewinnen", und meine "Hartübersetzung" lebt unter "ihnen" weiter und unterscheidet sich noch etwas von "Totübersetzung".
Ich bin auch einer der "anderen" der Xinyue-Gesellschaft, denn meine Übersetzungsarbeit entspricht völlig anderen Bedingungen als denen, die Herr Liang fordert.
Am Anfang des Aufsatzes »Über Hartübersetzung« wird argumentiert, dass fehlerhafte Übersetzung besser sei als Totübersetzung: "Ein Buch wird niemals völlig falsch übersetzt ...Selbst wenn partielle Fehlübersetzung ein Fehler ist, gibt sie einem doch wenigstens einen Fehler. Dieser Fehler mag wahrhaft endlos schädlich sein, aber beim Lesen ist es wenigstens erfrischend." Die letzten beiden Sätze könnte man durchaus umkreisen, aber ich betreibe nie solche Machenschaften. Meine Übersetzungen zielen nicht darauf ab, den Lesern "Erfrischung" zu bieten, sondern machen oft Unbehagen, sogar Verdruss, Abscheu und Zorn. Was "erfrischend" zu lesen ist, dafür gibt es die Übersetzungen der Xinyue-Leute: Herrn Xu Zhimos Gedichte, die Romane der Herren Shen Congwen und Ling Shuhua, Herrn Chen Xiying (alias Chen Yuan) Plaudereien, Herrn Liang Shiqius Kritiken, Herrn Pan Guangdans Eugenik und Herrn Babbitts Humanismus.
Daher sind Herrn Liangs spätere Worte: "Solche Bücher zu lesen ist wie Kartenlesen - man muss den Finger ausstrecken, um die syntaktischen Verbindungslinien zu finden" für mich nur leeres Gerede, als hätte er nichts gesagt. Ja, nach meiner Ansicht erfordert das Lesen "solcher Bücher" wie das Kartenlesen das Ausstrecken des Fingers, um "syntaktische Verbindungspositionen" zu finden. Obwohl Kartenlesen nicht so "erfrischend" ist wie das Betrachten von "Yang Guifei beim Bad" oder "Drei Freunde im Winter" und sogar das Ausstrecken des Fingers erfordert (was wahrscheinlich nur Herr Liang so macht - wer Karten zu lesen gewohnt ist, braucht nur die Augen), sind Karten keine toten Bilder. So unterscheidet sich "Hartübersetzung", selbst wenn sie dieselbe Mühe kostet, naturgemäß in "etwas" von "Totübersetzung". Wer ABCD kann, hält sich für einen modernen Gelehrten, hat aber nichts mit chemischen Formeln zu tun; wer rechnen kann, hält sich für einen Mathematiker, versteht aber schriftliche Rechnungen nicht. In der heutigen Welt ist es nicht so, dass ein Gelehrter mit allem in Verbindung steht.
Doch Herr Liang hat konkrete Beispiele, er führt drei Abschnitte meiner Übersetzungen an, obwohl er weiß, dass "vielleicht wegen des fehlenden Kontexts der Sinn nicht ganz klar werden kann". In »Hat Literatur Klassencharakter?« verwendet er ähnliche Methoden, führt zwei übersetzte Gedichte an und urteilt zusammenfassend: "Vielleicht ist die große proletarische Literatur noch nicht erschienen, dann will ich warten, warten, warten." Diese Methoden sind gewiss sehr "erfrischend", aber ich kann aus demselben Heft der »Xinyue«-Zeitschrift ein Stück kreativen Schaffens - es ist kreatives Schaffen! - auf Seite acht von »Umzug« anführen:
"Haben Küken Ohren?" "Ich habe nie gesehen, dass Küken Ohren haben." "Wie hören sie dann, dass ich sie rufe?" Sie dachte an das, was die vierte Tante vorgestern gesagt hatte: Ohren sind zum Hören da, Augen zum Sehen. "Ist dieses Ei von einem weißen oder schwarzen Huhn?" Als die vierte Tante nicht antwortete, stand Zhi'er auf, berührte das Ei und fragte wieder. "Das kann man jetzt nicht sehen, man weiß es erst, wenn das Küken schlüpft." "Schwester Wan'er sagt, Küken werden zu großen Hühnern. Werden diese Küken auch zu großen Hühnern?" "Wenn man sie gut füttert, werden sie groß, oder war dieses Huhn nicht kleiner, als wir es kauften?"
Das genügt. Die "Sprache" ist verständlich, man braucht auch nicht den Finger auszustrecken, um Verbindungen zu finden, aber ich "warte" nicht mehr und finde diesen einen Abschnitt weder "erfrischend" noch sehr verschieden von Nicht-Kreativität.
Abschließend stellt Herr Liang noch eine Frage: "Chinesisch und Fremdsprachen sind verschieden ...Die Schwierigkeit des Übersetzens liegt genau hier. Wenn Grammatik, Syntax und Wortlehre zweier Sprachen völlig gleich wären, wäre Übersetzen dann noch Arbeit? ...Wir können die Syntax durchaus ändern, um Verständlichkeit als oberste Maxime zu setzen, denn 'sich mit harter Stirn durchkämpfen' ist kein Vergnügen, und 'Hartübersetzung' bewahrt auch nicht unbedingt 'den ursprünglichen kraftvollen Tonfall'. Wenn 'Hartübersetzung' wirklich 'den ursprünglichen kraftvollen Tonfall' bewahren könnte, wäre das ein Wunder - könnte man dann noch sagen, Chinesisch habe 'Mängel'?" Ich bin nicht so töricht zu erwarten, Fremdsprachen zu finden, die dem Chinesischen gleichen, oder zu hoffen, dass "Grammatik, Syntax und Wortlehre zweier Sprachen völlig gleich" seien. Ich denke nur, dass Sprachen mit komplexer Grammatik leichter zu übersetzen sind, verwandte Sprachfamilien ebenfalls, und dass es auch Arbeit ist. Holland ins Deutsche zu übersetzen, Russisch ins Polnische - kann man sagen, das unterscheide sich nicht von Nicht-Arbeit? Japanisch ist von europäischen Sprachen sehr "verschieden", aber sie haben allmählich neue Syntax hinzugefügt, wodurch es im Vergleich zur klassischen Sprache geeigneter wurde für Übersetzungen ohne Verlust des ursprünglichen kraftvollen Tonfalls. Anfangs musste man natürlich "syntaktische Verbindungspositionen suchen", was manchen "Verdruss" bereitete, aber durch Suchen und Gewöhnung ist es nun assimiliert und zu Eigenem geworden. Chinesische Grammatik ist noch unvollständiger als die japanische klassische Sprache, hat aber auch Wandlungen erfahren - zum Beispiel unterscheiden sich die »Aufzeichnungen des Großhistorikers« und die »Han-Annalen« vom »Buch der Urkunden«, und die heutige Umgangssprache unterscheidet sich wieder von den »Aufzeichnungen des Großhistorikers« und den »Han-Annalen«. Es gab Hinzufügungen, wie bei den Tang-Übersetzungen buddhistischer Sutren und den Yuan-Übersetzungen kaiserlicher Erlasse - damals waren viele "grammatische, syntaktische und lexikalische" Formen Neuschöpfungen, die nach Gewöhnung keines Fingerausstreckens mehr bedurften. Nun kommt wieder "Fremdsprachiges", viele Sätze müssen neu geschaffen werden - oder schlecht gesagt: hart geschaffen. Nach meiner Erfahrung bewahrt solches Übersetzen im Vergleich zu Aufteilungen in mehrere Sätze besser den ursprünglichen kraftvollen Tonfall, aber da Neuschöpfung nötig ist, hat das ursprüngliche Chinesisch Mängel. Was für ein "Wunder", was für ein "denn"? Dass es des "Fingerausstreckens" und "harter Stirn" bedarf, ist für manche naturgemäß "kein Vergnügen". Aber ich wollte nie "Erfrischung" oder "Vergnügen" jenen Herren darbieten - solange noch einige Leser etwas gewinnen können, sind Herrn Liang Shiqius "und Konsorten" Freud und Leid sowie ihr Nicht-Gewinnen mir wahrlich "wie vorüberziehende Wolken".
Aber Herr Liang hat auch Stellen, die ohne Rückgriff auf proletarische Literaturtheorie dennoch sehr unverständlich bleiben. Er sagt zum Beispiel: "Herrn Lu Xuns Übersetzungen der Literatur vor einigen Jahren, wie Kuriyama Hakumuras »Symbol der Pein«, waren noch nicht unverständlich, aber die kürzlich übersetzten Bücher scheinen den Stil geändert zu haben." Jeder mit etwas gesundem Menschenverstand weiß: "Chinesisch und Fremdsprachen sind verschieden", aber selbst in derselben Fremdsprache können "Stil" und "syntaktische Verbindungspositionen" je nach Autor sehr unterschiedlich sein. Sätze können kompliziert oder einfach sein, Substantive gewöhnlich oder fachspezifisch - keinesfalls ist in einer Fremdsprache der Schwierigkeitsgrad einheitlich. Meine Übersetzung von »Symbol der Pein« folgte wie heute starr Satz für Satz, sogar Wort für Wort, doch Herr Liang Shiqiu fand sie noch verständlich - das lag daran, dass der Originaltext leicht verständlich war, auch daran, dass Herr Liang Shiqiu ein neuer chinesischer Kritiker geworden war, und auch daran, dass die darin hart geschaffene Syntax verhältnismäßig gewohnt war. Für Gelehrte in entlegenen Dörfern, die nur die »Betrachtungen klassischer Texte« lesen, wäre es schwerer als "Hieroglyphen" gewesen.
- III**
Diese "schwerer als Hieroglyphen" zu lesenden Übersetzungen proletarischer Literaturtheorie haben jedoch Herrn Liang nicht geringen Einfluss gebracht. Nicht zu verstehen kann Einfluss haben - das klingt zwar komisch, ist aber wahr. Dieser Kritiker sagt in »Hat Literatur Klassencharakter?«: "Ich kritisiere die sogenannte proletarische Literaturtheorie jetzt nur aufgrund des wenigen Materials, das ich verstehen konnte." Das heißt: Seine Kenntnis dieser Theorie ist dadurch äußerst unvollständig geworden.
Für diese Sünde können wir (einschließlich aller "Hieroglyphen"-Übersetzer, daher "wir") nur teilweise Verantwortung übernehmen - ein Teil liegt an der eigenen Verwirrung oder Faulheit des Autors. Von "diesem Lunatscharski, Plechanow" kenne ich die Bücher nicht, aber die drei Aufsätze "dieses Bogdanow und Konsorten" und Trotzkis halbes »Literatur und Revolution« gibt es sicher in englischen Übersetzungen. England hat keinen "Herrn Lu Xun", die Übersetzungen müssen äußerst verständlich sein. Herr Liang hat für die Entstehung großer proletarischer Literatur seine Geduld und seinen Mut mit "warten, warten, warten" gezeigt - warum wartet er diesmal nicht auch bei der Theorie ein wenig, sucht sie und liest sie, bevor er spricht? Nicht zu wissen, dass es sie gibt, und nicht zu suchen, heißt Verwirrung; zu wissen, dass es sie gibt, und nicht zu suchen, heißt Faulheit. Einfach stillzusitzen mag "erfrischend" sein, aber wenn man den Mund aufmacht, schluckt man leicht kalte Luft.
Zum Beispiel jener hochtrabende Aufsatz »Hat Literatur Klassencharakter?« - die Schlussfolgerung ist, dass es keinen Klassencharakter gibt. Um Klassencharakter zu beseitigen, finde ich Herrn Wu Zhihuais "was für Marx-Murks" und irgendeines Herrn Lehre "Es gibt keine Klassen in der Welt" am saubersten. Dann würden alle Stimmen verstummen und Frieden herrschen. Aber Herr Liang ist etwas von diesem "Was-für-Marx"-Gift vergiftet, er erkennt zunächst an, dass vielerorts jetzt Kapitalismus herrscht, und unter diesem System gibt es Proletarier. Nur: Diese "Proletarier hatten ursprünglich kein Klassenbewusstsein. Einige übermäßig mitfühlende, aber extreme Führer haben ihnen diese Klassenvorstellung vermittelt", um ihre Vereinigung zu fördern und ihre Kampflust zu entfachen. Richtig, aber ich denke, die Vermittler handelten nicht aus Mitgefühl, sondern aus dem Gedanken der Weltveränderung. Außerdem kann man sich nicht einer "nicht existierenden Sache" bewusst werden oder sie entfachen - dass Bewusstsein und Entfachung möglich sind, zeigt, dass das eine ursprünglich vorhandene Sache ist. Ursprünglich vorhandene Dinge lassen sich nicht lange verbergen, so wie Galilei die Erdbewegung und Darwin die Evolution lehrten - wurden sie nicht anfangs fast von Religionsleuten verbrannt oder heftig von Konservativen angegriffen? Dass die Menschen heute diese beiden Lehren nicht für merkwürdig halten, liegt daran, dass die Erde sich letztendlich bewegt und die Lebewesen sich wirklich entwickeln. Anzuerkennen, dass etwas existiert, aber es als nicht-existent zu verbergen, erfordert außerordentliche Fertigkeiten.
Aber Herr Liang hat seine eigene Methode, Kämpfe zu beseitigen. Er meint, wie Rousseau sagte: "Eigentum ist die Grundlage der Zivilisation", also "ist ein Angriff auf das Eigentumssystem ein Widerstand gegen die Zivilisation", "ein Proletarier, wenn er vielversprechend ist, kann durch ein Leben fleißiger und ehrlicher Arbeit bestimmt einiges Eigentum erlangen. Das ist der angemessene Weg des Lebenskampfes." Ich denke, obwohl Rousseau schon 150 Jahre tot ist, wird er nicht gemeint haben, dass alle vergangene und zukünftige Zivilisation auf Eigentum basiert. (Wenn er aber Wirtschaftsbeziehungen als Basis meinte, wäre das natürlich richtig.) Griechenland und Indien hatten Zivilisation, und ihre Blütezeiten waren nicht in Eigentumsgesellschaften - das wusste er wohl; wenn nicht, war das sein Fehler. Was die "angemessene" Methode betrifft, dass Proletarier "fleißig" zu Besitzenden aufsteigen sollen, das ist die alte Lehre reicher chinesischer Großväter, wenn sie gut gelaunt sind und arme Arbeiter belehren. Praktisch gibt es noch viele "Proletarier", die jetzt "fleißig und ehrlich" eine Stufe höher zu klettern suchen. Aber das ist, bevor ihnen jemand "diese Klassenvorstellung vermittelt" hat. Einmal vermittelt, wollen sie nicht mehr einzeln klettern. Wie Herr Liang richtig sagt: "Sie sind eine Klasse, sie wollen sich organisieren, sie sind ein Kollektiv, und so ergreifen sie nicht auf gewöhnlichem Weg, sondern mit einem Sprung politische und wirtschaftliche Macht und werden mit einem Sprung zur herrschenden Klasse." Aber gibt es noch "Proletarier", die "durch fleißige und ehrliche Arbeit ein Leben lang bestimmt einiges Eigentum erlangen" wollen? Natürlich gibt es sie noch. Aber sie gelten als "noch nicht zu Reichtum gekommene Besitzende". Herrn Liangs Ratschlag wird von Proletariern ausgespuckt werden und nur noch mit Großvätern gegenseitige Bewunderung finden.
Was dann? Herr Liang meint, das sei nicht besorgniserregend. Denn "diese revolutionären Erscheinungen können nicht ewig währen. Nach natürlicher Evolution wird sich das Gesetz des Überlebens des Stärkeren wieder beweisen - die Intelligenten und Fähigen werden wieder überlegene Positionen einnehmen, Besitzlose bleiben Proletarier." Aber das Proletariat weiß wohl auch, dass "antizivilisatorische Kräfte früher oder später von zivilisatorischen Kräften besiegt werden", deshalb wollen sie "die sogenannte 'proletarische Kultur' errichten ...darin eingeschlossen Literatur und Wissenschaft."
Von hier an kommt er zur eigentlichen literarischen Kritik.
- IV**
Herr Liang sieht den Fehler der proletarischen Literaturtheorie zunächst darin, "dass sie Klassenfesseln auf die Literatur legt", denn obwohl Kapitalist und Arbeiter verschieden sind, haben sie auch Gemeinsamkeiten - "ihre Menschlichkeit (diese beiden Worte waren ursprünglich umkreist) ist nicht verschieden", zum Beispiel haben beide Freude, Zorn, Trauer, Lust und Liebe (aber "gemeint ist die Liebe selbst, nicht die Art der Liebe"), "Literatur ist die Kunst, die diese grundlegendste Menschlichkeit ausdrückt." Diese Worte sind widersprüchlich und leer. Wenn Zivilisation auf Eigentum basiert und Arme nach oben zu klettern als "vielversprechend" gilt, dann ist Aufstieg der Hauptinhalt des Lebens, Reiche sind die Krone der Menschheit, und Literatur braucht nur die Bourgeoisie darzustellen - warum so "übermäßiges Mitgefühl" auch für "unterlegene" Proletarier zeigen? Außerdem: Wie soll das "Selbst" der "Menschlichkeit" dargestellt werden? Zum Beispiel haben chemische Eigenschaften von reinen oder gemischten Stoffen Bindungskraft, physikalische Eigenschaften haben Härte - um diese Kraft und Grade zu zeigen, braucht man zwei Stoffe. Wollte man Bindungskraft und Härte des reinen "Selbst" ohne Stoffe zeigen, gibt es solche Wundermethoden nicht; aber verwendet man Stoffe, unterscheidet sich die Erscheinung je nach Stoff. Literatur kann ohne Menschen "Natur" nicht zeigen; verwendet man Menschen, und noch dazu in Klassengesellschaften, kann man Klassenzugehörigkeit nicht vermeiden - keine "Fesselung" nötig, es ergibt sich notwendig. Natürlich: "Freude, Zorn, Trauer, Lust sind menschliche Gefühle", aber Arme haben bestimmt nicht den Verdruss bankrotter Börsengeschäfte, und wie sollte der Petroleumkönig die Bitterkeit einer Pekinger Kohlenasche sammelnden alten Frau kennen? Hungernde in Katastrophengebieten züchten wohl kaum Orchideen wie reiche Großväter, und Jiao Da aus dem Jia-Anwesen liebte auch nicht Schwester Lin. "Sirenen! Lenin!" ist sicher noch keine proletarische Literatur, aber "alle Dinge!", "alle Menschen!", "Freudiges kommt, Menschen freuen sich!" ist auch keine Literatur, die das "Selbst" der "Menschlichkeit" ausdrückt. Wenn Literatur, die die allgemeinste Menschlichkeit ausdrückt, als höchste gilt, dann müsste Literatur, die die allgemeinste Tiernatur ausdrückt - Ernährung, Atmung, Bewegung, Fortpflanzung - oder ohne "Bewegung" Literatur, die biologische Natur ausdrückt, noch höher stehen. Sagt man, weil wir Menschen sind, beschränken wir uns auf Menschlichkeit, dann wollen Proletarier, weil sie Proletariat sind, proletarische Literatur schaffen.
Zweitens sagt Herr Liang, die Klasse des Autors habe nichts mit dem Werk zu tun. Tolstoi stammte aus dem Adel, sympathisierte aber mit Armen, befürwortete jedoch keinen Klassenkampf; Marx war kein Proletarier; der lebenslang arme Dr. Johnson übertraf in Charakter und Äußerungen Adelige. Daher solle man Literatur nach dem Werk selbst beurteilen, nicht nach Klasse und Stand des Autors. Diese Beispiele beweisen keineswegs die Klassenlosigkeit der Literatur. Tolstoi sympathisierte gerade wegen seiner adligen Herkunft, da alte Eigenschaften nicht völlig getilgt waren, nur mit Armen, ohne Klassenkampf zu befürworten. Marx war ursprünglich kein Proletarier, hatte aber auch keine literarischen Werke - wir können nicht spekulieren, was er ausgedrückt hätte, wenn er geschrieben hätte, bestimmt nicht die Liebe selbst ohne Methode. Was Dr. Johnson betrifft, der lebenslang arm war, aber Charakter und Äußerungen von Fürsten übertraf - ich verstehe den Grund nicht, da ich englische Literatur und seine Biographie nicht kenne. Vielleicht wollte er ursprünglich "durch fleißige und ehrliche Arbeit ein Leben lang bestimmt einiges Eigentum erlangen" und dann zur Adelsklasse aufsteigen, blieb aber letztendlich "unterlegen" und konnte nicht einmal angemessenes Eigentum anhäufen, so dass nur leere Pose blieb - "erfrischend".
Drittens sagt Herr Liang: "Gute Werke sind immer das Privileg weniger, die Mehrheit ist immer dumm, immer ohne Bezug zur Literatur", aber Urteilskraft habe nichts mit Klasse zu tun, da "literarische Wertschätzung angeborenes Glück" sei - das heißt, auch im Proletariat gebe es Menschen mit diesem "angeborenen Glück". Meiner Folgerung nach können Menschen mit diesem "Glück", selbst wenn sie zu arm für Bildung und Analphabeten sind, die »Xinyue«-Zeitschrift schätzen als Beweis, dass "Menschlichkeit" und "Literatur selbst" ursprünglich klassenlos sind. Aber Herr Liang weiß auch, dass glückliche Proletarier bestimmt nicht viele sind, daher bestimmt er andere Dinge (Literatur?) für sie, "wie volkstümliche Dramen, Filme, Kriminalromane", da "gewöhnliche Arbeiter und Bauern Unterhaltung brauchen, vielleicht etwas künstlerische Unterhaltung". So scheint Literatur tatsächlich je nach Klasse verschieden, aber das bestimmt sich nach hoher oder niedriger Urteilskraft. Diese Kraft zu kultivieren hat nichts mit Wirtschaft zu tun, sondern ist Gottes Gabe - "Glück". Daher sollen Literaten frei schaffen, weder von Königshäusern und Adel angestellt noch vom Proletariat bedroht werden, lobpreisende Artikel zu schreiben. Das ist richtig, aber in den proletarischen Literaturtheorien, die wir gesehen haben, sagte niemand, Literaten einer Klasse sollten nicht von Königshäusern und Adel angestellt, sondern vom Proletariat bedroht werden, lobpreisende Artikel zu schreiben. Es heißt nur: Literatur hat Klassencharakter; in Klassengesellschaften meinen Literaten zwar "frei" und über Klassen erhaben zu sein, werden aber unbewusst doch vom Klassenbewusstsein ihrer eigenen Klasse beherrscht - ihre Schöpfungen sind nicht die Kultur anderer Klassen. Zum Beispiel ist Herrn Liangs Artikel ursprünglich dazu gedacht, Klassencharakter in der Literatur aufzuheben und Wahrheit zu verkünden. Aber Eigentum als Ahnherr der Zivilisation zu setzen und Arme als unterlegenen Abschaum zu bezeichnen - ein Blick genügt, um zu erkennen, dass das eine "Waffe" - nein, ein "Artikel" des Bourgeoisienkampfes ist. Wenn proletarische Literaturtheoretiker Literaturtheorien, die "gesamte Menschheit" und "Überklasslichkeit" beanspruchen, als Hilfe für Besitzende betrachten, gibt das ein sehr klares Beispiel. Was Herrn Cheng Fangwu angeht mit seinem "Sie werden bestimmt siegen, also gehen wir hin, sie zu führen und zu trösten" - nachdem er "gegangen" ist, "schickt" er die "anderen" außer sich selbst fort -, solche proletarischen Literaten haben wie Herr Liang den Fehler "nach eigenem Gutdünken" mit proletarischer Literaturtheorie.
Außerdem hasst Herr Liang am meisten, dass proletarische Literaturtheoretiker Literatur als Kampfwaffe, das heißt als Propaganda betrachten. Er ist "nicht dagegen, dass jemand Literatur nutzt, um andere Ziele zu erreichen", kann aber "nicht anerkennen, dass Propagandatexte Literatur sind". Ich finde das überflüssige Aufregung. Nach den Theorien, die ich gesehen habe, sagen alle nur, dass alle Literatur etwas propagiert, niemand behauptet, nur Propagandatexte seien Literatur. Allerdings gab es seit vorvoriges Jahr in China viele Gedichte und Romane, die Slogans und Parolen einfügten und meinten, das sei proletarische Literatur. Aber das lag daran, dass sowohl Inhalt als auch Form keine proletarische Atmosphäre hatten - ohne Slogans und Parolen konnten sie ihre "Neuheit" nicht zeigen. Tatsächlich war das auch keine proletarische Literatur. Dieses Jahr zitierte der berühmte "proletarische Literaturkritiker" Herr Qian Xingcun in »Tukengzhe« noch Lunatscharski mit dem Argument, dass er Literatur schätzte, die Massen verstehen können, was den Gebrauch von Slogans und Parolen rechtfertige, zur Verteidigung jener "revolutionären Literatur". Aber ich finde, das ist wie bei Herrn Liang Shiqiu eine absichtliche oder unabsichtliche Fehlinterpretation. Was Lunatscharski als von Massen verständlich bezeichnete, bezog sich auf Textstile wie die kleinen Hefte, die Tolstoi für Bauern schrieb, auf Grammatik, Melodien und Humor, die Arbeiter und Bauern sofort verstehen. Man braucht nur zu sehen, dass Demian Bedny für Gedichte die Rote Fahne erhielt, aber seine Gedichte keine Slogans und Parolen verwenden, um das zu verstehen.
Schließlich will Herr Liang die Ware sehen. Das ist richtig, die praktischste Methode; aber zwei übersetzte Gedichte als Zurschaustellung zu kopieren ist falsch. In »Xinyue« gab es schon »Über die Schwierigkeit des Übersetzens«, ganz zu schweigen von übersetzter Dichtung. Nach meiner Sicht gibt es in Lunatscharkis »Der befreite Don Quijote«, Fadejews »Vernichtung«, Gladkows »Zement« keine vergleichbaren Werke in China in diesen elf Jahren. Das bezieht sich auf Schriftsteller vom Typ der "Xinyue-Gesellschaft", die im Schatten bürgerlicher Zivilisation leben und sie von Herzen unterstützen. Unter den Werken sogenannter proletarischer Autoren kann ich auch keine entsprechenden Leistungen nennen. Aber Herr Qian Xingcun verteidigte auch: Die neue Klasse sei natürlich unreif und einfach in literarischer Fertigkeit; sofort gute Werke von ihnen zu verlangen sei "bürgerliche" Böswilligkeit. Das ist völlig richtig für Arbeiter und Bauern. Solche unvernünftige Forderungen sind wie Vorwürfe an Verhungerte und Frierende, warum sie nicht so fett seien wie Reiche. Aber chinesische Autoren sind tatsächlich nicht gerade erst von Hacke und Axt Gekommene, die meisten sind Intellektuelle, die Schulen besuchten, manche sogar längst berühmte Literaten. Verschwanden nach Überwindung des kleinbürgerlichen Bewusstseins auch die früheren literarischen Fertigkeiten? Unmöglich. Russische alte Autoren wie Alexei Tolstoi, Veresaev, Prishvin haben bis heute gute Werke. Chinas Autoren mit Slogans ohne entsprechende Beweise - ich denke, die Krankheitswurzel liegt nicht in "Literatur als Waffe des Klassenkampfs", sondern in "Klassenkampf als Waffe der Literatur". Unter der Fahne "proletarische Literatur" versammelten sich nicht wenige Opportunisten. Betrachtet man die Buchankündigungen des letzten Jahres, war fast jedes Buch revolutionäre Literatur, und Kritiker machten aus Rechtfertigung "Abrechnung" - das heißt, sie ließen Literatur unter dem Schutz des "Klassenkampfs" sitzen, wodurch Literatur selbst keine Anstrengung brauchte und so zu beiden Seiten, Literatur und Kampf, wenig Beziehung hatte.
Aber Chinas momentane Zeiterscheinung kann natürlich keinesfalls als Gegenbeweis für das Aufkommen proletarischer Literatur dienen. Herr Liang weiß das auch, daher macht er am Ende Zugeständnisse: "Wenn proletarische Revolutionäre unbedingt ihre Propagandaliteratur proletarische Literatur nennen wollen, ist das immerhin eine Art neue Literatur, eine neue Errungenschaft im Literaturterritorium. Es ist nicht nötig, 'Nieder mit bürgerlicher Literatur!' zu rufen und um literarisches Gebiet zu kämpfen, denn das literarische Gebiet ist zu groß - Neues hat immer seinen Platz." Aber das klingt wie "chinesisch-japanische Freundschaft, gemeinsames Bestehen und Gedeihen". Aus Sicht noch nicht flügger Proletarier ist das Betrug. "Proletarische Literaten", die so wollen, gibt es jetzt wohl wirklich, aber das sind Herrn Liangs sogenannte "vielversprechende" "Proletarier", die zur Bourgeoisie aufsteigen wollen - ihre Werke sind Klagen armer Gelehrter vor dem Staatsexamen. Von Anfang bis zum Aufstieg und danach ist das niemals proletarische Literatur. Proletarische Literatur ist ein Flügel im Kampf zur Befreiung der eigenen Klasse und aller Klassen durch eigene Kraft - sie will das Ganze, nicht eine Ecke. Um das an der literarischen Kritik zu veranschaulichen: Stellte man im "Palast der Kunst" der "Menschlichkeit" (das müsste man von Herrn Cheng Fangwu leihen) nach Süden zwei Tigerfellthrone auf und ließe die Herren Liang Shiqiu und Qian Xingcun nebeneinander sitzen, einer rechts mit "Xinyue", einer links mit "Sonne" - das wäre wahrhaft "Kapital-Arbeiter"-Schönheit.
- V**
Hier kann wieder von meiner "Hartübersetzung" die Rede sein.
Nach meiner Vermutung ist das eine sehr naheliegende Frage: Wenn proletarische Literatur hauptsächlich Propaganda ist und Propaganda von vielen verstanden werden muss, wofür übersetzt du dann diese schwer verständlichen theoretischen "Hieroglyphen"? Ist das nicht wie Nicht-Übersetzen?
Meine Antwort: Für mich selbst und einige, die sich als proletarische Literaturkritiker ausgeben, und einen Teil der Leser, die nicht "Erfrischung" suchen, Schwierigkeiten nicht scheuen und etwas von dieser Theorie verstehen wollen.
Seit vorvoriges Jahr gab es viele Angriffe gegen mich persönlich. In fast jeder Zeitschrift sah man "Lu Xun", und der Ton der Autoren schien auf den ersten Blick meist der revolutionärer Literaten zu sein. Aber nachdem ich einige gelesen hatte, fand ich allmählich zu viel leeres Gerede. Das Seziermesser traf nicht die Gelenke, und wo Kugeln trafen, waren keine tödlichen Verletzungen. Zum Beispiel meine Klassenzugehörigkeit - bis heute ist sie unbestimmt: mal kleinbürgerlich, mal "bürgerlich", manchmal sogar "feudaler Rest" und außerdem einem Affen gleich (siehe »Ostkyoto-Korrespondenz« in »Chuangzao Yuekan«); einmal wurde sogar die Zahnfarbe gescholten. In solcher Gesellschaft ist es durchaus möglich, dass feudale Reste Aufsehen erregen, aber dass feudaler Rest gleich Affe ist, erklärt keine "materialistische Geschichtsauffassung", und man findet auch keine Belege, dass gelbe Zähne der proletarischen Revolution schaden. Ich dachte: Solche Theorien als Referenz sind zu wenig, daher ist jeder etwas verwirrt. Gegen Feinde zu sezieren, zu zerkauen, ist jetzt unvermeidlich, aber mit einem Anatomiebuch und einem Kochbuch, nach Vorschrift verfahrend, wären Struktur und Geschmack doch klarer und schmackhafter. Menschen vergleichen revolutionäre oft mit Prometheus aus der Mythologie, der Feuer für Menschen stahl und trotz Himmelsherrscherpein nicht bereute - ihre Großherzigkeit und Standhaftigkeit sind ähnlich. Aber ich stahl Feuer aus anderen Ländern, um mein eigenes Fleisch zu kochen, in der Hoffnung, dass es besser schmeckt und auch die Kauenden mehr Nutzen haben - ich verschwendete meinen Körper nicht umsonst. Der Ausgangspunkt ist rein individualistisch und enthält kleinbürgerliche Verschwendung sowie langsam das Seziermesser herauszuholen und ins Herz der Sezierer zu stechen - "Rache". Herr Liang sagt: "Sie wollen Rache!" Tatsächlich nicht nur "sie" - solche Menschen gibt es auch unter "feudalen Resten". Aber ich will auch der Gesellschaft nützen; was Zuschauer sehen, ist trotzdem Feuer und Licht. So begann ich mit »Literaturpolitik«, da es Meinungen verschiedener Richtungen enthält.
Herr Zheng Boqi betreibt jetzt einen Buchladen und druckt Hauptmanns und Gregory-Dramen, damals war er noch revolutionärer Literat und lachte in der von ihm herausgegebenen »Wenyi Shenghuo« über meine Übersetzung dieses Buches als ungewollten Niedergang, bedauerlicherweise von anderen überholt. Ein Buch zu übersetzen, um aufzusteigen - revolutionärer Literat zu werden ist wirklich zu einfach, dachte ich nicht. Eine Boulevardzeitung sagte, meine Übersetzung der »Kunsttheorie« sei "Kapitulation". Ja, Kapitulation kommt in der Welt oft vor. Aber Generalissimus Cheng Fangwu war damals schon aus japanischen heißen Quellen geklettert und wohnte in Pariser Hotels - wem hätte ich hier Treue schwören sollen? Dieses Jahr ist die Darstellung wieder anders: In »Tukengzhe« und »Xiandai Xiaoshuo« heißt es "Richtungswechsel". Ich sah in manchen japanischen Zeitschriften diese vier Zeichen bei dem früheren Neuen-Gefühl-Autor Kataoka Teppei als Ehrentitel. Tatsächlich ist dieses wirre Gerede auch nur Namensbetrachtung ohne Nachdenken - die alte Krankheit. Ein Buch über proletarische Literatur zu übersetzen reicht nicht als Richtungsbeweis; Fehlübersetzung würde eher schaden. Meine Übersetzungen will ich auch diesen schnell urteilenden proletarischen Literaturkritikern widmen, da sie die Pflicht haben, ohne "Erfrischung" zu begehren, mühsam diese Theorien zu erforschen.
Aber ich bin überzeugt, nie absichtlich falsch übersetzt zu haben. Wenn ich unbewusste Kritiker an wunden Stellen treffe, lächle ich; treffen sie meine wunden Stellen, ertrage ich den Schmerz, will aber niemals etwas hinzufügen oder wegnehmen - das ist auch ein Grund für durchgehende "Hartübersetzung". Natürlich wird es immer bessere Übersetzer geben, die weder verfälschende noch "harte" oder "tote" Texte schaffen können - dann werden meine Übersetzungen natürlich ausgesondert. Ich will nur die Lücke von "nichts" zu "besser" füllen.
Doch die Welt hat viel Papier, aber jede Literatengruppe wenig Leute. Großer Ehrgeiz, schwache Kraft - sie können nicht alles Papier beschreiben. So seufzen die Kritiker einer Gruppe, die Feinde bekämpfen, Freunde helfen und Andersdenkende vernichten sollen, wenn sie andere Papier beschreiben sehen, und können ihr Kopfschütteln und Stampfen nicht unterdrücken. Shanghais »Shenbao« nennt Übersetzer sozialwissenschaftlicher Werke sogar "Hunde und Katzen" - so groß ist der Zorn. Herr Jiang Guangci, "dessen Position in Chinas neuer Literatur längst allgemein bekannt ist", ging nach Tokyos zur Kur und traf Kuraihara Korehito. Als von vielen schlechten japanischen Übersetzungen die Rede war, schwerer zu lesen als Originale, lachte er und sagte: "...Chinas Übersetzungswelt ist noch verwirrender. Kürzlich sind viele chinesische Bücher aus dem Japanischen übersetzt. Wenn Japaner europäische Werke mit Fehlern und Kürzungen übersetzen und das aus dem Japanischen ins Chinesische kommt, werden diese Werke nicht zur Hälfte entstellt?" (siehe »Tukengzhe«) - auch tiefe Unzufriedenheit mit Übersetzungen, besonders Rückübersetzungen. Aber Herr Liang nennt wenigstens Buchtitel und Fehler, Herr Jiang lächelt nur süß und fegt alles weg - viel umfassender. Kuraihara Korehito übersetzte viele Literaturtheorien und Romane direkt aus dem Russischen, was mir persönlich sehr half. Ich hoffe, China hat ein, zwei solche ehrliche russische Übersetzer, die kontinuierlich gute Bücher übersetzen, statt nur einmal "Idiot!" zu rufen und die Verantwortung revolutionärer Literaten für erfüllt zu halten.
Aber jetzt? Diese Dinge übersetzt Herr Liang Shiqiu nicht, der große Mann, der andere "Hunde und Katzen" nennt, übersetzt auch nicht. Herr Jiang, der Russisch lernte, wäre am geeignetsten, aber nach der Kur kam nur »Eine Woche« heraus, während Japan schon zwei Übersetzungen hatte. China sprach einst viel von Darwin und Nietzsche, zur Zeit des Weltkriegs beschimpfte man sie heftig, aber Darwins Übersetzungen gibt es bis heute nur eine, Nietzsches nur eine halbe. Englisch- und Deutschgelehrte sowie Literaten haben keine Zeit oder verschmähen es. So muss man wohl vorläufig Spott und Schelte ertragen und weiter aus dem Japanischen rückübersetzen oder ein Original nehmen und mit japanischen Übersetzungen vergleichend direkt übersetzen. Ich will das weiter tun und hoffe auf mehr solche Menschen, um die Leere in gründlichen hohen Reden zu füllen, da wir nicht wie Herr Jiang "lachen können" und nicht wie Herr Liang "warten, warten, warten" sollen.
- VI**
Am Anfang sagte ich: "Sich als hart zu bezeichnen, während man tatsächlich weich wie Watte ist - das ist ein besonderes Merkmal der Xinyue-Gesellschaft." Hier sollte ich kurz ergänzen und damit diesen Aufsatz beschließen.
»Xinyue« trat von Beginn an für "strenge Haltung" ein, aber wer schimpft, wird beschimpft, wer spottet, wird verspottet. Das ist nicht falsch, es ist "wie du mir, so ich dir", auch eine Art "Rache", aber nicht für sich selbst. Bis zur Werbung des zusammengefassten Bandes sechs und sieben des zweiten Bandes heißt es noch: "Wir alle wahren eine 'tolerante' Haltung (außer dass 'intolerante' Haltung etwas ist, was wir nicht tolerieren können), wir alle mögen stabile, vernünftige Lehren." Die ersten beiden Sätze sind auch richtig, "Auge um Auge, Zahn um Zahn", konsequent wie anfangs. Aber auf diesem breiten Weg führt das zu "Gewalt gegen Gewalt", was mit der von den Xinyue-Herren geliebten "Stabilität" unvereinbar ist.
Diesmal wurde die "freie Meinungsäußerung" der Xinyue-Gesellschaft unterdrückt. Nach alter Methode müsste man die Unterdrücker ebenfalls unterdrücken, aber die Reaktion in »Xinyue« war ein Aufsatz »An die Unterdrücker der Meinungsfreiheit«, der erst die Parteigrundsätze der Gegenseite, dann ausländische Gesetze, schließlich ost-westliche Geschichtsbeispiele zitiert, um zu zeigen, dass Unterdrücker der Freiheit oft dem Untergang geweiht sind - eine wohlmeinende Warnung für die Gegenseite.
Daher ist die "strenge Haltung" und "Auge um Auge"-Methode der Xinyue-Gesellschaft letzten Endes nur gegen gleichstarke oder schwächere Menschen gerichtet. Bekommt man von Mächtigen geschwollene Augen, macht man eine Ausnahme, hält nur die Hand vors Gesicht und ruft: "Pass auf deine eigenen Augen auf!"
- [Gewohnheit und Reform]**
Menschen, deren Körper und Geist bereits verhärtet sind, widersetzen sich selbst kleinsten Reformen. Oberflächlich scheinen sie Unbequemlichkeit zu fürchten, tatsächlich fürchten sie Nachteile für sich, aber ihre Vorwände erscheinen oft äußerst gerecht und würdevoll.
Das diesjährige Verbot des Mondkalenders ist belanglos, ohne große Bedeutung, aber Händler jammern natürlich laut. Nicht nur das - selbst Shanghais arbeitslose Nichtstuer und Firmenangestellte seufzen oft wehmütig, sagen, das sei sehr unpraktisch für Bauern beim Ackerbau oder für Schiffe beim Warten auf Gezeiten. Sie denken plötzlich an längst unverbundene Dorfbauern und Seefahrer. Das scheint wahrhaft philanthropisch.
Am 23. Tag des zwölften Mondmonats knallten überall Feuerwerkskörper. Ich fragte einen Ladengehilfen: "Kann man dieses Jahr noch nach dem alten Kalender feiern, nächstes Jahr bestimmt nach dem neuen?" Die Antwort: "Nächstes Jahr ist nächstes Jahr, das sehen wir nächstes Jahr." Er glaubt nicht, dass nächstes Jahr unbedingt nach Sonnenkalender gefeiert werden muss. Aber auf Kalendern wurde tatsächlich der Mondkalender gestrichen, nur Jahreszeiten blieben. Doch in Zeitungen erschien Werbung für »120-Jahre-Mond-Sonnen-Kalender«. Gut, sie haben sogar für Ur-Urenkel-Zeiten den Mondkalender vorbereitet - 120 Jahre!
Obwohl die Herren Liang Shiqiu die Mehrheit sehr verachten, ist die Macht der Mehrheit gewaltig und wichtig. Wollen Reformer nicht das Volk verstehen und Führung und Verbesserung bieten, dann haben hohe Reden, Romantik oder Klassik nichts mit ihnen zu tun und bleiben nur wenigen zur gegenseitigen Bewunderung in Studierstuben, mit Selbstzufriedenheit. Gäbe es wirklich eine "gute Regierung", die Reformen erließe, würden sie bald auf den alten Weg zurückgezogen.
Wahre Revolutionäre haben einzigartige Einsichten. Herr Uljanow zum Beispiel schloss "Sitten" und "Gewohnheiten" in "Kultur" ein und hielt ihre Reform für sehr schwierig. Ich denke: Ohne Reform wäre Revolution erfolglos, wie ein Turm auf Sand, der sofort einstürzt. Chinas anfängliche antimanschurische Revolution fand leicht Anklang, weil das Motto "Wiederherstellung alter Dinge", also "Rückbesinnung" war, womit konservative Menschen leicht einverstanden waren. Aber später gab es nicht die geschichtlich übliche Blütezeit nach Dynastiegründung - nur ein Zopf ging verloren, was alle sehr unzufrieden machte.
Spätere neuere Reformen scheiterten alle: Reform um ein, zwei Unzen, Reaktion um zehn Pfund. Wie oben erwähnt: Ein Jahr kein Mondkalender auf Kalendern, dann kam ein 120-Jahre-Mond-Sonnen-Kalender.
Solche Kalender werden sicher viele begrüßen, da sie von Sitten und Gewohnheiten unterstützt werden. Anderes ist genauso: Ohne tiefes Eindringen in große Volksschichten, ohne Erforschung, Sektion und Bewertung von Sitten und Gewohnheiten, ohne sorgfältige Wahl von Methoden für Bewahrung und Abschaffung, wird jede Reform von gewohnheitsmäßigen Felsen zermalmt oder nur oberflächlich eine Zeit schwimmen.
Jetzt ist nicht die Zeit, in Studierstuben mit Büchern über Religion, Recht, Literatur, Kunst zu sprechen. Selbst wenn man davon sprechen will, muss man erst Gewohnheiten und Sitten kennen und den Mut und die Ausdauer haben, deren dunkle Seiten zu betrachten. Ohne klare Sicht gibt es keine Reform. Nur zukünftiges Licht zu verkünden betrügt träge Selbst und träges Publikum.
- [Nichtrevolutionäre radikale Revolutionstheoretiker]**
Zu sagen, jede große Revolutionsarmee müsse aus Kämpfern mit völlig korrektem, klarem Bewusstsein bestehen, sonst sei sie keine wahre Revolutionsarmee und nicht der Beachtung wert - das klingt zunächst sehr berechtigt und gründlich, ist aber unmögliche Aufgabe, leeres Gerede, süße Medizin, die Revolution vergiftet.
Wie unter imperialistischer Herrschaft unmöglich jeder Mensch zu "Menschenliebe" erzogen und dann lächelnd zur "Weltgemeinschaft" werden kann, so lassen Kräfte, gegen die Revolutionäre kämpfen, durch Wort oder Tat nicht zu, dass die Mehrheit korrektes Bewusstsein erreicht. Daher haben aufstrebende Revolutionsgruppen meist nur gemeinsame Unzufriedenheit mit der Gegenwart, während Endziele sehr verschieden sind: für Gesellschaft, kleine Gruppen, Geliebte, sich selbst oder sogar Selbstmord. Trotzdem kann die Revolutionsarmee voranschreiten. Denn beim Vormarsch töten Kugeln von Individualisten und Kollektivisten Feinde gleich wirksam; stirbt ein Kämpfer, sinkt die Kampfkraft gleichermaßen. Natürlich führen verschiedene Endziele zu Desertion, Flucht, Verzagtheit, Verrat, aber solange der Vormarsch nicht behindert wird, wird diese Truppe immer reiner und schlagkräftiger.
Als ich für Ye Yongzhens »Kleine zehn Jahre« ein Vorwort schrieb, meinte ich, der Gesellschaft gedient zu haben. Der Protagonist ging an die Front, stand Wache (obwohl er nicht mal Schießen lernte) - viel praktischer als Literaten, die nur klagend knien oder wütend schreiben. Zu verlangen, heutige Kämpfer seien alle bewusst und stahlhart, ist nicht nur utopische Phantasie, sondern unvernünftige Strenge.
Aber später sah ich in »Shenbao« schärfere, gründlichere Kritik: Da der Protagonist aus Eigennutz zur Armee ging, große Unzufriedenheit. »Shenbao« ist friedliebendste, revolutionsfeindlichste Zeitung - das schien zunächst unpassend. Hier will ich scheinbar gründliche Revolutionäre entlarven, die tatsächlich höchst unrevolutionär oder revolutionsschädlich sind - individualistische Debattierer, die zur Seele der Zeitung passen.
Erstens Dekadente: Da sie keine festen Ideale und Fähigkeiten haben, verfallen sie und suchen momentane Genüsse. Bestimmte Genüsse erzeugen Überdruss, sie suchen ständig neue Reize, die heftig sein müssen für Wohlgefühl. Revolution ist einer dieser neuen Reize, wie Vielfraße nach Fett und Süßem geschmacksüberdrüssig werden, schwachen Magen bekommen und Pfeffer und Chili brauchen, um zu schwitzen und einen halben Reis hinunterzubekommen. Bei revolutionärer Literatur wollen sie gründliche, vollständige revolutionäre Literatur; zeigt sich zeitbedingte Mangelhaftigkeit, runzeln sie die Stirn und finden es nicht beachtenswert. Von Realität getrennt zu sein macht nichts, Hauptsache erfrischend. Frankreichs Baudelaire, bekanntlich dekadenter Dichter, begrüßte Revolution, hasste sie aber, als sie sein dekadentes Leben bedrohte. Daher können Revolutionäre auf Papier vor der Revolution, noch dazu gründlichste, extremste, beim Umsturz ihre frühere Maske abreißen - unbewusste Maske. Solche Geschichtsbeispiele sollte man Cheng Fangwu-artigen "revolutionären Literaten" widmen, die bei kleinen Problemen oder Positionen (oder Geld) nach Tokyo oder Paris fliehen.
Zweitens - ich finde noch keinen Namen. Jedenfalls sind es Menschen ohne feste Meinung, die nichts für richtig halten und letztendlich den Status quo für das Beste. Als Kritiker reden sie zufällig und widerlegen Gegensätzliches. Gegen Hilfsbereitschaft nutzen sie Konkurrenzkampf, gegen Konkurrenzkampf nutzen sie Hilfsbereitschaft; gegen Friedensideologie nutzen sie Klassenkampftheorie, gegen Kampf predigen sie Menschenliebe. Ist der Gegner Idealist, nehmen sie materialistische Position ein; beim Debattieren mit Materialisten werden sie zu Idealisten. Kurz gesagt: Sie messen mit englischen Ellen russische Werst und mit französischen Ellen Meter und stellen fest, dass nichts übereinstimmt. Da alles andere nicht übereinstimmt, fühlen sie sich ewig als "Wahrer der Mitte" und sind ewig selbstzufrieden. Aus solcher Kritik folgt: Ist etwas nicht vollständig, mangelhaft, taugt es nichts. Aber gegenwärtigen Menschen und Dingen - wo gäbe es völlige Vollkommenheit ohne Mängel? Sicherheitshalber ist es am besten, sich nicht zu rühren. Doch dieses Sich-nicht-Rühren ist auch ein großer Fehler. Jedenfalls ist Menschsein außerordentlich schwierig, Revolutionär-Sein erst recht.
Der »Shenbao«-Kritiker verlangt von »Kleine zehn Jahre« zwar gründlich revolutionäre Protagonisten, aber sozialwissenschaftliche Übersetzungen begegnet er mit bissigem Spott - also gehört diese Seele zur zweiten Kategorie mit etwas dekadenter Lebenslangeweile, die Chili zur Magenöffnung will.
- GESAMTINHALTSVERZEICHNIS**
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- [1930]**
- ["Hartübersetzung" und "Klassencharakter der Literatur"]**
- I**
Ich hörte, dass die Leute vom Kreis der Monatszeitschrift »Xinyue« sagen, der Absatz sei jetzt besser geworden. Das ist wohl wahr, denn selbst ich, der ich äußerst wenig gesellschaftlichen Umgang pflege, habe die zusammengefasste Ausgabe der Nummern sechs und sieben des zweiten Bandes in den Händen zweier junger Freunde gesehen. Beim beiläufigen Durchblättern fanden sich hauptsächlich Texte, die für "Meinungsfreiheit" eintraten, und Romane. Gegen Ende dann ein Aufsatz von Herrn Liang Shiqiu mit dem Titel »Über Herrn Lu Xuns 'Hartübersetzung'«, der sie als "nahezu Totübersetzung" bezeichnete. Und da "der Stil der Totübersetzung keinesfalls überhandnehmen darf", zitierte er drei Abschnitte meiner Übersetzungen sowie meine Worte aus dem Nachwort zu »Literatur und Kritik«: "Aber wegen der unzureichenden Fähigkeiten des Übersetzers und der ursprünglichen Mängel der chinesischen Sprache war das Ergebnis nach Abschluss der Übersetzung tatsächlich voller dunkler und sogar schwer verständlicher Stellen; würde man die Sätze auseinandernehmen, ginge der ursprüngliche Tonfall verloren. Für mich blieb außer dieser Hartübersetzung nur der eine Weg, die Hände in den Schoß zu legen. Die einzige verbliebene Hoffnung lag nur darin, dass die Leser trotzdem bereit wären, sich mit harter Stirn durchzukämpfen." Er umkreiste diese Worte sorgfältig und setzte sogar doppelte Kreise um "Hartübersetzung", um dann "streng" seine "Kritik" zu fällen: "Wir haben uns 'mit harter Stirn durchgekämpft', aber nichts dabei gewonnen. Was ist der Unterschied zwischen 'Hartübersetzung' und 'Totübersetzung'?"
Obwohl die Xinyue-Gesellschaft in ihrer Erklärung behauptet, keinerlei Organisation zu haben, und in ihren Aufsätzen die proletarischen "Organisationen" und "Kollektive" zu verabscheuen scheint, ist sie tatsächlich organisiert - zumindest unterstützen sich die politischen Aufsätze in diesem Band gegenseitig; was die Literatur betrifft, so ist dieser Aufsatz ein Nachklang zu »Hat Literatur Klassencharakter?« desselben Kritikers. Dort heißt es: "...aber unglücklicherweise konnte ich kein einziges Buch dieser Art verstehen. ...Am schwierigsten fand ich die Sprache, ...sie zu lesen war schwerer als Hieroglyphen. ...Noch immer hat kein Chinese in einer für Chinesen verständlichen Sprache einen Aufsatz geschrieben, der uns erklärt, was die Theorie der proletarischen Literatur eigentlich bedeutet." Auch diese Worte waren umkreist - ich verzichte der Einfachheit halber darauf, sie zu zeichnen. Jedenfalls sieht sich Herr Liang als Vertreter aller Chinesen; da er diese Bücher nicht versteht, verstehen sie auch alle anderen Chinesen nicht und sollten in China zum Verschwinden gebracht werden. Daher sein Edikt: "Dieser Stil darf keinesfalls überhandnehmen."
Die Meinungen anderer Übersetzer der "Hieroglyphen" kann ich nicht vertreten, aber aus meiner persönlichen Sicht ist die Sache nicht so einfach. Erstens: Ob Herr Liang sich wirklich "mit harter Stirn durchgekämpft" hat und dazu imstande war, ist fraglich. Sich als hart zu bezeichnen, während man in Wahrheit weich wie Watte ist - das ist ein besonderes Merkmal der Xinyue-Gesellschaft. Zweitens: Ob Herr Liang wirklich die Elite der ganzen Nation repräsentiert, ist ebenfalls fraglich. Diese Frage lässt sich aus dem Aufsatz »Hat Literatur Klassencharakter?« beantworten. Das Wort "Proletariat" muss nicht lautlich übertragen werden, es kann durchaus sinngemäß übersetzt werden - das ist vernünftig. Aber dieser Kritiker sagt: "Schlägt man im Wörterbuch nach, ist die Bedeutung dieses Wortes nicht gerade schmeichelhaft. Laut Websters großem Wörterbuch bedeutet Proletariat: Ein Bürger der niedrigsten Klasse, der dem Staat nicht mit Eigentum dient, sondern nur durch Kinderzeugung. ...Das Proletariat ist die Klasse im Staat, die nur Kinder zu zeugen versteht! (Zumindest war das in der Römerzeit so.)" Tatsächlich braucht man um diese "Schmeichelei" nicht zu streiten. Jeder mit etwas gesundem Menschenverstand wird die Gegenwart nicht mit der Römerzeit verwechseln und heutige Proletarier nicht für Römer halten. Das ist so, als würde man "Chemie" als "Alchemie" übersetzen - kein Leser würde es mit der ägyptischen Goldmacherkunst verwechseln, und bei Herrn "Liangs" Aufsätzen würde niemand nach der Etymologie forschen und irrtümlich denken, eine "einfache Holzbrücke" könne zur Feder greifen. Selbst das "Nachschlagen im Wörterbuch" (Websters großes Wörterbuch!) bringt "nichts ein" - aber nicht alle Chinesen sind wohl so.
- II**
Was mich am meisten interessiert in Herrn Liangs oben zitierten Worten ist, dass er an zwei Stellen "wir" verwendet, was einen gewissen Beigeschmack von "Mehrheit" und "Kollektiv" hat. Natürlich schreibt der Autor zwar allein, aber Gleichgesinnte gibt es bestimmt nicht nur einen, und "wir" zu sagen ist nicht falsch - es wirkt kraftvoller und vermeidet individuelle Verantwortung. Doch wenn "Gedanken nicht vereinheitlicht werden können" und "Meinungen frei sein sollen", gibt es - wie bei Herrn Liangs Kritik des Kapitalismus - auch einen "Makel". Nämlich: Gibt es ein "wir", gibt es auch die "anderen" außerhalb von uns. So mag das "wir" der Xinyue-Gesellschaft meinen "Totübersetzungsstil" für nicht tolerierbar halten, doch es gibt andere Leser, die nicht "nichts dabei gewinnen", und meine "Hartübersetzung" lebt unter "ihnen" weiter und unterscheidet sich noch etwas von "Totübersetzung".
Ich bin auch einer der "anderen" der Xinyue-Gesellschaft, denn meine Übersetzungsarbeit entspricht völlig anderen Bedingungen als denen, die Herr Liang fordert.
Am Anfang des Aufsatzes »Über Hartübersetzung« wird argumentiert, dass fehlerhafte Übersetzung besser sei als Totübersetzung: "Ein Buch wird niemals völlig falsch übersetzt ...Selbst wenn partielle Fehlübersetzung ein Fehler ist, gibt sie einem doch wenigstens einen Fehler. Dieser Fehler mag wahrhaft endlos schädlich sein, aber beim Lesen ist es wenigstens erfrischend." Die letzten beiden Sätze könnte man durchaus umkreisen, aber ich betreibe nie solche Machenschaften. Meine Übersetzungen zielen nicht darauf ab, den Lesern "Erfrischung" zu bieten, sondern machen oft Unbehagen, sogar Verdruss, Abscheu und Zorn. Was "erfrischend" zu lesen ist, dafür gibt es die Übersetzungen der Xinyue-Leute: Herrn Xu Zhimos Gedichte, die Romane der Herren Shen Congwen und Ling Shuhua, Herrn Chen Xiying (alias Chen Yuan) Plaudereien, Herrn Liang Shiqius Kritiken, Herrn Pan Guangdans Eugenik und Herrn Babbitts Humanismus.
Daher sind Herrn Liangs spätere Worte: "Solche Bücher zu lesen ist wie Kartenlesen - man muss den Finger ausstrecken, um die syntaktischen Verbindungslinien zu finden" für mich nur leeres Gerede, als hätte er nichts gesagt. Ja, nach meiner Ansicht erfordert das Lesen "solcher Bücher" wie das Kartenlesen das Ausstrecken des Fingers, um "syntaktische Verbindungspositionen" zu finden. Obwohl Kartenlesen nicht so "erfrischend" ist wie das Betrachten von "Yang Guifei beim Bad" oder "Drei Freunde im Winter" und sogar das Ausstrecken des Fingers erfordert (was wahrscheinlich nur Herr Liang so macht - wer Karten zu lesen gewohnt ist, braucht nur die Augen), sind Karten keine toten Bilder. So unterscheidet sich "Hartübersetzung", selbst wenn sie dieselbe Mühe kostet, naturgemäß in "etwas" von "Totübersetzung". Wer ABCD kann, hält sich für einen modernen Gelehrten, hat aber nichts mit chemischen Formeln zu tun; wer rechnen kann, hält sich für einen Mathematiker, versteht aber schriftliche Rechnungen nicht. In der heutigen Welt ist es nicht so, dass ein Gelehrter mit allem in Verbindung steht.
Doch Herr Liang hat konkrete Beispiele, er führt drei Abschnitte meiner Übersetzungen an, obwohl er weiß, dass "vielleicht wegen des fehlenden Kontexts der Sinn nicht ganz klar werden kann". In »Hat Literatur Klassencharakter?« verwendet er ähnliche Methoden, führt zwei übersetzte Gedichte an und urteilt zusammenfassend: "Vielleicht ist die große proletarische Literatur noch nicht erschienen, dann will ich warten, warten, warten." Diese Methoden sind gewiss sehr "erfrischend", aber ich kann aus demselben Heft der »Xinyue«-Zeitschrift ein Stück kreativen Schaffens - es ist kreatives Schaffen! - auf Seite acht von »Umzug« anführen:
"Haben Küken Ohren?" "Ich habe nie gesehen, dass Küken Ohren haben." "Wie hören sie dann, dass ich sie rufe?" Sie dachte an das, was die vierte Tante vorgestern gesagt hatte: Ohren sind zum Hören da, Augen zum Sehen. "Ist dieses Ei von einem weißen oder schwarzen Huhn?" Als die vierte Tante nicht antwortete, stand Zhi'er auf, berührte das Ei und fragte wieder. "Das kann man jetzt nicht sehen, man weiß es erst, wenn das Küken schlüpft." "Schwester Wan'er sagt, Küken werden zu großen Hühnern. Werden diese Küken auch zu großen Hühnern?" "Wenn man sie gut füttert, werden sie groß, oder war dieses Huhn nicht kleiner, als wir es kauften?"
Das genügt. Die "Sprache" ist verständlich, man braucht auch nicht den Finger auszustrecken, um Verbindungen zu finden, aber ich "warte" nicht mehr und finde diesen einen Abschnitt weder "erfrischend" noch sehr verschieden von Nicht-Kreativität.
Abschließend stellt Herr Liang noch eine Frage: "Chinesisch und Fremdsprachen sind verschieden ...Die Schwierigkeit des Übersetzens liegt genau hier. Wenn Grammatik, Syntax und Wortlehre zweier Sprachen völlig gleich wären, wäre Übersetzen dann noch Arbeit? ...Wir können die Syntax durchaus ändern, um Verständlichkeit als oberste Maxime zu setzen, denn 'sich mit harter Stirn durchkämpfen' ist kein Vergnügen, und 'Hartübersetzung' bewahrt auch nicht unbedingt 'den ursprünglichen kraftvollen Tonfall'. Wenn 'Hartübersetzung' wirklich 'den ursprünglichen kraftvollen Tonfall' bewahren könnte, wäre das ein Wunder - könnte man dann noch sagen, Chinesisch habe 'Mängel'?" Ich bin nicht so töricht zu erwarten, Fremdsprachen zu finden, die dem Chinesischen gleichen, oder zu hoffen, dass "Grammatik, Syntax und Wortlehre zweier Sprachen völlig gleich" seien. Ich denke nur, dass Sprachen mit komplexer Grammatik leichter zu übersetzen sind, verwandte Sprachfamilien ebenfalls, und dass es auch Arbeit ist. Holland ins Deutsche zu übersetzen, Russisch ins Polnische - kann man sagen, das unterscheide sich nicht von Nicht-Arbeit? Japanisch ist von europäischen Sprachen sehr "verschieden", aber sie haben allmählich neue Syntax hinzugefügt, wodurch es im Vergleich zur klassischen Sprache geeigneter wurde für Übersetzungen ohne Verlust des ursprünglichen kraftvollen Tonfalls. Anfangs musste man natürlich "syntaktische Verbindungspositionen suchen", was manchen "Verdruss" bereitete, aber durch Suchen und Gewöhnung ist es nun assimiliert und zu Eigenem geworden. Chinesische Grammatik ist noch unvollständiger als die japanische klassische Sprache, hat aber auch Wandlungen erfahren - zum Beispiel unterscheiden sich die »Aufzeichnungen des Großhistorikers« und die »Han-Annalen« vom »Buch der Urkunden«, und die heutige Umgangssprache unterscheidet sich wieder von den »Aufzeichnungen des Großhistorikers« und den »Han-Annalen«. Es gab Hinzufügungen, wie bei den Tang-Übersetzungen buddhistischer Sutren und den Yuan-Übersetzungen kaiserlicher Erlasse - damals waren viele "grammatische, syntaktische und lexikalische" Formen Neuschöpfungen, die nach Gewöhnung keines Fingerausstreckens mehr bedurften. Nun kommt wieder "Fremdsprachiges", viele Sätze müssen neu geschaffen werden - oder schlecht gesagt: hart geschaffen. Nach meiner Erfahrung bewahrt solches Übersetzen im Vergleich zu Aufteilungen in mehrere Sätze besser den ursprünglichen kraftvollen Tonfall, aber da Neuschöpfung nötig ist, hat das ursprüngliche Chinesisch Mängel. Was für ein "Wunder", was für ein "denn"? Dass es des "Fingerausstreckens" und "harter Stirn" bedarf, ist für manche naturgemäß "kein Vergnügen". Aber ich wollte nie "Erfrischung" oder "Vergnügen" jenen Herren darbieten - solange noch einige Leser etwas gewinnen können, sind Herrn Liang Shiqius "und Konsorten" Freud und Leid sowie ihr Nicht-Gewinnen mir wahrlich "wie vorüberziehende Wolken".
Aber Herr Liang hat auch Stellen, die ohne Rückgriff auf proletarische Literaturtheorie dennoch sehr unverständlich bleiben. Er sagt zum Beispiel: "Herrn Lu Xuns Übersetzungen der Literatur vor einigen Jahren, wie Kuriyama Hakumuras »Symbol der Pein«, waren noch nicht unverständlich, aber die kürzlich übersetzten Bücher scheinen den Stil geändert zu haben." Jeder mit etwas gesundem Menschenverstand weiß: "Chinesisch und Fremdsprachen sind verschieden", aber selbst in derselben Fremdsprache können "Stil" und "syntaktische Verbindungspositionen" je nach Autor sehr unterschiedlich sein. Sätze können kompliziert oder einfach sein, Substantive gewöhnlich oder fachspezifisch - keinesfalls ist in einer Fremdsprache der Schwierigkeitsgrad einheitlich. Meine Übersetzung von »Symbol der Pein« folgte wie heute starr Satz für Satz, sogar Wort für Wort, doch Herr Liang Shiqiu fand sie noch verständlich - das lag daran, dass der Originaltext leicht verständlich war, auch daran, dass Herr Liang Shiqiu ein neuer chinesischer Kritiker geworden war, und auch daran, dass die darin hart geschaffene Syntax verhältnismäßig gewohnt war. Für Gelehrte in entlegenen Dörfern, die nur die »Betrachtungen klassischer Texte« lesen, wäre es schwerer als "Hieroglyphen" gewesen.
- III**
Diese "schwerer als Hieroglyphen" zu lesenden Übersetzungen proletarischer Literaturtheorie haben jedoch Herrn Liang nicht geringen Einfluss gebracht. Nicht zu verstehen kann Einfluss haben - das klingt zwar komisch, ist aber wahr. Dieser Kritiker sagt in »Hat Literatur Klassencharakter?«: "Ich kritisiere die sogenannte proletarische Literaturtheorie jetzt nur aufgrund des wenigen Materials, das ich verstehen konnte." Das heißt: Seine Kenntnis dieser Theorie ist dadurch äußerst unvollständig geworden.
Für diese Sünde können wir (einschließlich aller "Hieroglyphen"-Übersetzer, daher "wir") nur teilweise Verantwortung übernehmen - ein Teil liegt an der eigenen Verwirrung oder Faulheit des Autors. Von "diesem Lunatscharski, Plechanow" kenne ich die Bücher nicht, aber die drei Aufsätze "dieses Bogdanow und Konsorten" und Trotzkis halbes »Literatur und Revolution« gibt es sicher in englischen Übersetzungen. England hat keinen "Herrn Lu Xun", die Übersetzungen müssen äußerst verständlich sein. Herr Liang hat für die Entstehung großer proletarischer Literatur seine Geduld und seinen Mut mit "warten, warten, warten" gezeigt - warum wartet er diesmal nicht auch bei der Theorie ein wenig, sucht sie und liest sie, bevor er spricht? Nicht zu wissen, dass es sie gibt, und nicht zu suchen, heißt Verwirrung; zu wissen, dass es sie gibt, und nicht zu suchen, heißt Faulheit. Einfach stillzusitzen mag "erfrischend" sein, aber wenn man den Mund aufmacht, schluckt man leicht kalte Luft.
Zum Beispiel jener hochtrabende Aufsatz »Hat Literatur Klassencharakter?« - die Schlussfolgerung ist, dass es keinen Klassencharakter gibt. Um Klassencharakter zu beseitigen, finde ich Herrn Wu Zhihuais "was für Marx-Murks" und irgendeines Herrn Lehre "Es gibt keine Klassen in der Welt" am saubersten. Dann würden alle Stimmen verstummen und Frieden herrschen. Aber Herr Liang ist etwas von diesem "Was-für-Marx"-Gift vergiftet, er erkennt zunächst an, dass vielerorts jetzt Kapitalismus herrscht, und unter diesem System gibt es Proletarier. Nur: Diese "Proletarier hatten ursprünglich kein Klassenbewusstsein. Einige übermäßig mitfühlende, aber extreme Führer haben ihnen diese Klassenvorstellung vermittelt", um ihre Vereinigung zu fördern und ihre Kampflust zu entfachen. Richtig, aber ich denke, die Vermittler handelten nicht aus Mitgefühl, sondern aus dem Gedanken der Weltveränderung. Außerdem kann man sich nicht einer "nicht existierenden Sache" bewusst werden oder sie entfachen - dass Bewusstsein und Entfachung möglich sind, zeigt, dass das eine ursprünglich vorhandene Sache ist. Ursprünglich vorhandene Dinge lassen sich nicht lange verbergen, so wie Galilei die Erdbewegung und Darwin die Evolution lehrten - wurden sie nicht anfangs fast von Religionsleuten verbrannt oder heftig von Konservativen angegriffen? Dass die Menschen heute diese beiden Lehren nicht für merkwürdig halten, liegt daran, dass die Erde sich letztendlich bewegt und die Lebewesen sich wirklich entwickeln. Anzuerkennen, dass etwas existiert, aber es als nicht-existent zu verbergen, erfordert außerordentliche Fertigkeiten.
Aber Herr Liang hat seine eigene Methode, Kämpfe zu beseitigen. Er meint, wie Rousseau sagte: "Eigentum ist die Grundlage der Zivilisation", also "ist ein Angriff auf das Eigentumssystem ein Widerstand gegen die Zivilisation", "ein Proletarier, wenn er vielversprechend ist, kann durch ein Leben fleißiger und ehrlicher Arbeit bestimmt einiges Eigentum erlangen. Das ist der angemessene Weg des Lebenskampfes." Ich denke, obwohl Rousseau schon 150 Jahre tot ist, wird er nicht gemeint haben, dass alle vergangene und zukünftige Zivilisation auf Eigentum basiert. (Wenn er aber Wirtschaftsbeziehungen als Basis meinte, wäre das natürlich richtig.) Griechenland und Indien hatten Zivilisation, und ihre Blütezeiten waren nicht in Eigentumsgesellschaften - das wusste er wohl; wenn nicht, war das sein Fehler. Was die "angemessene" Methode betrifft, dass Proletarier "fleißig" zu Besitzenden aufsteigen sollen, das ist die alte Lehre reicher chinesischer Großväter, wenn sie gut gelaunt sind und arme Arbeiter belehren. Praktisch gibt es noch viele "Proletarier", die jetzt "fleißig und ehrlich" eine Stufe höher zu klettern suchen. Aber das ist, bevor ihnen jemand "diese Klassenvorstellung vermittelt" hat. Einmal vermittelt, wollen sie nicht mehr einzeln klettern. Wie Herr Liang richtig sagt: "Sie sind eine Klasse, sie wollen sich organisieren, sie sind ein Kollektiv, und so ergreifen sie nicht auf gewöhnlichem Weg, sondern mit einem Sprung politische und wirtschaftliche Macht und werden mit einem Sprung zur herrschenden Klasse." Aber gibt es noch "Proletarier", die "durch fleißige und ehrliche Arbeit ein Leben lang bestimmt einiges Eigentum erlangen" wollen? Natürlich gibt es sie noch. Aber sie gelten als "noch nicht zu Reichtum gekommene Besitzende". Herrn Liangs Ratschlag wird von Proletariern ausgespuckt werden und nur noch mit Großvätern gegenseitige Bewunderung finden.
Was dann? Herr Liang meint, das sei nicht besorgniserregend. Denn "diese revolutionären Erscheinungen können nicht ewig währen. Nach natürlicher Evolution wird sich das Gesetz des Überlebens des Stärkeren wieder beweisen - die Intelligenten und Fähigen werden wieder überlegene Positionen einnehmen, Besitzlose bleiben Proletarier." Aber das Proletariat weiß wohl auch, dass "antizivilisatorische Kräfte früher oder später von zivilisatorischen Kräften besiegt werden", deshalb wollen sie "die sogenannte 'proletarische Kultur' errichten ...darin eingeschlossen Literatur und Wissenschaft."
Von hier an kommt er zur eigentlichen literarischen Kritik.
- IV**
Herr Liang sieht den Fehler der proletarischen Literaturtheorie zunächst darin, "dass sie Klassenfesseln auf die Literatur legt", denn obwohl Kapitalist und Arbeiter verschieden sind, haben sie auch Gemeinsamkeiten - "ihre Menschlichkeit (diese beiden Worte waren ursprünglich umkreist) ist nicht verschieden", zum Beispiel haben beide Freude, Zorn, Trauer, Lust und Liebe (aber "gemeint ist die Liebe selbst, nicht die Art der Liebe"), "Literatur ist die Kunst, die diese grundlegendste Menschlichkeit ausdrückt." Diese Worte sind widersprüchlich und leer. Wenn Zivilisation auf Eigentum basiert und Arme nach oben zu klettern als "vielversprechend" gilt, dann ist Aufstieg der Hauptinhalt des Lebens, Reiche sind die Krone der Menschheit, und Literatur braucht nur die Bourgeoisie darzustellen - warum so "übermäßiges Mitgefühl" auch für "unterlegene" Proletarier zeigen? Außerdem: Wie soll das "Selbst" der "Menschlichkeit" dargestellt werden? Zum Beispiel haben chemische Eigenschaften von reinen oder gemischten Stoffen Bindungskraft, physikalische Eigenschaften haben Härte - um diese Kraft und Grade zu zeigen, braucht man zwei Stoffe. Wollte man Bindungskraft und Härte des reinen "Selbst" ohne Stoffe zeigen, gibt es solche Wundermethoden nicht; aber verwendet man Stoffe, unterscheidet sich die Erscheinung je nach Stoff. Literatur kann ohne Menschen "Natur" nicht zeigen; verwendet man Menschen, und noch dazu in Klassengesellschaften, kann man Klassenzugehörigkeit nicht vermeiden - keine "Fesselung" nötig, es ergibt sich notwendig. Natürlich: "Freude, Zorn, Trauer, Lust sind menschliche Gefühle", aber Arme haben bestimmt nicht den Verdruss bankrotter Börsengeschäfte, und wie sollte der Petroleumkönig die Bitterkeit einer Pekinger Kohlenasche sammelnden alten Frau kennen? Hungernde in Katastrophengebieten züchten wohl kaum Orchideen wie reiche Großväter, und Jiao Da aus dem Jia-Anwesen liebte auch nicht Schwester Lin. "Sirenen! Lenin!" ist sicher noch keine proletarische Literatur, aber "alle Dinge!", "alle Menschen!", "Freudiges kommt, Menschen freuen sich!" ist auch keine Literatur, die das "Selbst" der "Menschlichkeit" ausdrückt. Wenn Literatur, die die allgemeinste Menschlichkeit ausdrückt, als höchste gilt, dann müsste Literatur, die die allgemeinste Tiernatur ausdrückt - Ernährung, Atmung, Bewegung, Fortpflanzung - oder ohne "Bewegung" Literatur, die biologische Natur ausdrückt, noch höher stehen. Sagt man, weil wir Menschen sind, beschränken wir uns auf Menschlichkeit, dann wollen Proletarier, weil sie Proletariat sind, proletarische Literatur schaffen.
Zweitens sagt Herr Liang, die Klasse des Autors habe nichts mit dem Werk zu tun. Tolstoi stammte aus dem Adel, sympathisierte aber mit Armen, befürwortete jedoch keinen Klassenkampf; Marx war kein Proletarier; der lebenslang arme Dr. Johnson übertraf in Charakter und Äußerungen Adelige. Daher solle man Literatur nach dem Werk selbst beurteilen, nicht nach Klasse und Stand des Autors. Diese Beispiele beweisen keineswegs die Klassenlosigkeit der Literatur. Tolstoi sympathisierte gerade wegen seiner adligen Herkunft, da alte Eigenschaften nicht völlig getilgt waren, nur mit Armen, ohne Klassenkampf zu befürworten. Marx war ursprünglich kein Proletarier, hatte aber auch keine literarischen Werke - wir können nicht spekulieren, was er ausgedrückt hätte, wenn er geschrieben hätte, bestimmt nicht die Liebe selbst ohne Methode. Was Dr. Johnson betrifft, der lebenslang arm war, aber Charakter und Äußerungen von Fürsten übertraf - ich verstehe den Grund nicht, da ich englische Literatur und seine Biographie nicht kenne. Vielleicht wollte er ursprünglich "durch fleißige und ehrliche Arbeit ein Leben lang bestimmt einiges Eigentum erlangen" und dann zur Adelsklasse aufsteigen, blieb aber letztendlich "unterlegen" und konnte nicht einmal angemessenes Eigentum anhäufen, so dass nur leere Pose blieb - "erfrischend".
Drittens sagt Herr Liang: "Gute Werke sind immer das Privileg weniger, die Mehrheit ist immer dumm, immer ohne Bezug zur Literatur", aber Urteilskraft habe nichts mit Klasse zu tun, da "literarische Wertschätzung angeborenes Glück" sei - das heißt, auch im Proletariat gebe es Menschen mit diesem "angeborenen Glück". Meiner Folgerung nach können Menschen mit diesem "Glück", selbst wenn sie zu arm für Bildung und Analphabeten sind, die »Xinyue«-Zeitschrift schätzen als Beweis, dass "Menschlichkeit" und "Literatur selbst" ursprünglich klassenlos sind. Aber Herr Liang weiß auch, dass glückliche Proletarier bestimmt nicht viele sind, daher bestimmt er andere Dinge (Literatur?) für sie, "wie volkstümliche Dramen, Filme, Kriminalromane", da "gewöhnliche Arbeiter und Bauern Unterhaltung brauchen, vielleicht etwas künstlerische Unterhaltung". So scheint Literatur tatsächlich je nach Klasse verschieden, aber das bestimmt sich nach hoher oder niedriger Urteilskraft. Diese Kraft zu kultivieren hat nichts mit Wirtschaft zu tun, sondern ist Gottes Gabe - "Glück". Daher sollen Literaten frei schaffen, weder von Königshäusern und Adel angestellt noch vom Proletariat bedroht werden, lobpreisende Artikel zu schreiben. Das ist richtig, aber in den proletarischen Literaturtheorien, die wir gesehen haben, sagte niemand, Literaten einer Klasse sollten nicht von Königshäusern und Adel angestellt, sondern vom Proletariat bedroht werden, lobpreisende Artikel zu schreiben. Es heißt nur: Literatur hat Klassencharakter; in Klassengesellschaften meinen Literaten zwar "frei" und über Klassen erhaben zu sein, werden aber unbewusst doch vom Klassenbewusstsein ihrer eigenen Klasse beherrscht - ihre Schöpfungen sind nicht die Kultur anderer Klassen. Zum Beispiel ist Herrn Liangs Artikel ursprünglich dazu gedacht, Klassencharakter in der Literatur aufzuheben und Wahrheit zu verkünden. Aber Eigentum als Ahnherr der Zivilisation zu setzen und Arme als unterlegenen Abschaum zu bezeichnen - ein Blick genügt, um zu erkennen, dass das eine "Waffe" - nein, ein "Artikel" des Bourgeoisienkampfes ist. Wenn proletarische Literaturtheoretiker Literaturtheorien, die "gesamte Menschheit" und "Überklasslichkeit" beanspruchen, als Hilfe für Besitzende betrachten, gibt das ein sehr klares Beispiel. Was Herrn Cheng Fangwu angeht mit seinem "Sie werden bestimmt siegen, also gehen wir hin, sie zu führen und zu trösten" - nachdem er "gegangen" ist, "schickt" er die "anderen" außer sich selbst fort -, solche proletarischen Literaten haben wie Herr Liang den Fehler "nach eigenem Gutdünken" mit proletarischer Literaturtheorie.
Außerdem hasst Herr Liang am meisten, dass proletarische Literaturtheoretiker Literatur als Kampfwaffe, das heißt als Propaganda betrachten. Er ist "nicht dagegen, dass jemand Literatur nutzt, um andere Ziele zu erreichen", kann aber "nicht anerkennen, dass Propagandatexte Literatur sind". Ich finde das überflüssige Aufregung. Nach den Theorien, die ich gesehen habe, sagen alle nur, dass alle Literatur etwas propagiert, niemand behauptet, nur Propagandatexte seien Literatur. Allerdings gab es seit vorvoriges Jahr in China viele Gedichte und Romane, die Slogans und Parolen einfügten und meinten, das sei proletarische Literatur. Aber das lag daran, dass sowohl Inhalt als auch Form keine proletarische Atmosphäre hatten - ohne Slogans und Parolen konnten sie ihre "Neuheit" nicht zeigen. Tatsächlich war das auch keine proletarische Literatur. Dieses Jahr zitierte der berühmte "proletarische Literaturkritiker" Herr Qian Xingcun in »Tukengzhe« noch Lunatscharski mit dem Argument, dass er Literatur schätzte, die Massen verstehen können, was den Gebrauch von Slogans und Parolen rechtfertige, zur Verteidigung jener "revolutionären Literatur". Aber ich finde, das ist wie bei Herrn Liang Shiqiu eine absichtliche oder unabsichtliche Fehlinterpretation. Was Lunatscharski als von Massen verständlich bezeichnete, bezog sich auf Textstile wie die kleinen Hefte, die Tolstoi für Bauern schrieb, auf Grammatik, Melodien und Humor, die Arbeiter und Bauern sofort verstehen. Man braucht nur zu sehen, dass Demian Bedny für Gedichte die Rote Fahne erhielt, aber seine Gedichte keine Slogans und Parolen verwenden, um das zu verstehen.
Schließlich will Herr Liang die Ware sehen. Das ist richtig, die praktischste Methode; aber zwei übersetzte Gedichte als Zurschaustellung zu kopieren ist falsch. In »Xinyue« gab es schon »Über die Schwierigkeit des Übersetzens«, ganz zu schweigen von übersetzter Dichtung. Nach meiner Sicht gibt es in Lunatscharkis »Der befreite Don Quijote«, Fadejews »Vernichtung«, Gladkows »Zement« keine vergleichbaren Werke in China in diesen elf Jahren. Das bezieht sich auf Schriftsteller vom Typ der "Xinyue-Gesellschaft", die im Schatten bürgerlicher Zivilisation leben und sie von Herzen unterstützen. Unter den Werken sogenannter proletarischer Autoren kann ich auch keine entsprechenden Leistungen nennen. Aber Herr Qian Xingcun verteidigte auch: Die neue Klasse sei natürlich unreif und einfach in literarischer Fertigkeit; sofort gute Werke von ihnen zu verlangen sei "bürgerliche" Böswilligkeit. Das ist völlig richtig für Arbeiter und Bauern. Solche unvernünftige Forderungen sind wie Vorwürfe an Verhungerte und Frierende, warum sie nicht so fett seien wie Reiche. Aber chinesische Autoren sind tatsächlich nicht gerade erst von Hacke und Axt Gekommene, die meisten sind Intellektuelle, die Schulen besuchten, manche sogar längst berühmte Literaten. Verschwanden nach Überwindung des kleinbürgerlichen Bewusstseins auch die früheren literarischen Fertigkeiten? Unmöglich. Russische alte Autoren wie Alexei Tolstoi, Veresaev, Prishvin haben bis heute gute Werke. Chinas Autoren mit Slogans ohne entsprechende Beweise - ich denke, die Krankheitswurzel liegt nicht in "Literatur als Waffe des Klassenkampfs", sondern in "Klassenkampf als Waffe der Literatur". Unter der Fahne "proletarische Literatur" versammelten sich nicht wenige Opportunisten. Betrachtet man die Buchankündigungen des letzten Jahres, war fast jedes Buch revolutionäre Literatur, und Kritiker machten aus Rechtfertigung "Abrechnung" - das heißt, sie ließen Literatur unter dem Schutz des "Klassenkampfs" sitzen, wodurch Literatur selbst keine Anstrengung brauchte und so zu beiden Seiten, Literatur und Kampf, wenig Beziehung hatte.
Aber Chinas momentane Zeiterscheinung kann natürlich keinesfalls als Gegenbeweis für das Aufkommen proletarischer Literatur dienen. Herr Liang weiß das auch, daher macht er am Ende Zugeständnisse: "Wenn proletarische Revolutionäre unbedingt ihre Propagandaliteratur proletarische Literatur nennen wollen, ist das immerhin eine Art neue Literatur, eine neue Errungenschaft im Literaturterritorium. Es ist nicht nötig, 'Nieder mit bürgerlicher Literatur!' zu rufen und um literarisches Gebiet zu kämpfen, denn das literarische Gebiet ist zu groß - Neues hat immer seinen Platz." Aber das klingt wie "chinesisch-japanische Freundschaft, gemeinsames Bestehen und Gedeihen". Aus Sicht noch nicht flügger Proletarier ist das Betrug. "Proletarische Literaten", die so wollen, gibt es jetzt wohl wirklich, aber das sind Herrn Liangs sogenannte "vielversprechende" "Proletarier", die zur Bourgeoisie aufsteigen wollen - ihre Werke sind Klagen armer Gelehrter vor dem Staatsexamen. Von Anfang bis zum Aufstieg und danach ist das niemals proletarische Literatur. Proletarische Literatur ist ein Flügel im Kampf zur Befreiung der eigenen Klasse und aller Klassen durch eigene Kraft - sie will das Ganze, nicht eine Ecke. Um das an der literarischen Kritik zu veranschaulichen: Stellte man im "Palast der Kunst" der "Menschlichkeit" (das müsste man von Herrn Cheng Fangwu leihen) nach Süden zwei Tigerfellthrone auf und ließe die Herren Liang Shiqiu und Qian Xingcun nebeneinander sitzen, einer rechts mit "Xinyue", einer links mit "Sonne" - das wäre wahrhaft "Kapital-Arbeiter"-Schönheit.
- V**
Hier kann wieder von meiner "Hartübersetzung" die Rede sein.
Nach meiner Vermutung ist das eine sehr naheliegende Frage: Wenn proletarische Literatur hauptsächlich Propaganda ist und Propaganda von vielen verstanden werden muss, wofür übersetzt du dann diese schwer verständlichen theoretischen "Hieroglyphen"? Ist das nicht wie Nicht-Übersetzen?
Meine Antwort: Für mich selbst und einige, die sich als proletarische Literaturkritiker ausgeben, und einen Teil der Leser, die nicht "Erfrischung" suchen, Schwierigkeiten nicht scheuen und etwas von dieser Theorie verstehen wollen.
Seit vorvoriges Jahr gab es viele Angriffe gegen mich persönlich. In fast jeder Zeitschrift sah man "Lu Xun", und der Ton der Autoren schien auf den ersten Blick meist der revolutionärer Literaten zu sein. Aber nachdem ich einige gelesen hatte, fand ich allmählich zu viel leeres Gerede. Das Seziermesser traf nicht die Gelenke, und wo Kugeln trafen, waren keine tödlichen Verletzungen. Zum Beispiel meine Klassenzugehörigkeit - bis heute ist sie unbestimmt: mal kleinbürgerlich, mal "bürgerlich", manchmal sogar "feudaler Rest" und außerdem einem Affen gleich (siehe »Ostkyoto-Korrespondenz« in »Chuangzao Yuekan«); einmal wurde sogar die Zahnfarbe gescholten. In solcher Gesellschaft ist es durchaus möglich, dass feudale Reste Aufsehen erregen, aber dass feudaler Rest gleich Affe ist, erklärt keine "materialistische Geschichtsauffassung", und man findet auch keine Belege, dass gelbe Zähne der proletarischen Revolution schaden. Ich dachte: Solche Theorien als Referenz sind zu wenig, daher ist jeder etwas verwirrt. Gegen Feinde zu sezieren, zu zerkauen, ist jetzt unvermeidlich, aber mit einem Anatomiebuch und einem Kochbuch, nach Vorschrift verfahrend, wären Struktur und Geschmack doch klarer und schmackhafter. Menschen vergleichen revolutionäre oft mit Prometheus aus der Mythologie, der Feuer für Menschen stahl und trotz Himmelsherrscherpein nicht bereute - ihre Großherzigkeit und Standhaftigkeit sind ähnlich. Aber ich stahl Feuer aus anderen Ländern, um mein eigenes Fleisch zu kochen, in der Hoffnung, dass es besser schmeckt und auch die Kauenden mehr Nutzen haben - ich verschwendete meinen Körper nicht umsonst. Der Ausgangspunkt ist rein individualistisch und enthält kleinbürgerliche Verschwendung sowie langsam das Seziermesser herauszuholen und ins Herz der Sezierer zu stechen - "Rache". Herr Liang sagt: "Sie wollen Rache!" Tatsächlich nicht nur "sie" - solche Menschen gibt es auch unter "feudalen Resten". Aber ich will auch der Gesellschaft nützen; was Zuschauer sehen, ist trotzdem Feuer und Licht. So begann ich mit »Literaturpolitik«, da es Meinungen verschiedener Richtungen enthält.
Herr Zheng Boqi betreibt jetzt einen Buchladen und druckt Hauptmanns und Gregory-Dramen, damals war er noch revolutionärer Literat und lachte in der von ihm herausgegebenen »Wenyi Shenghuo« über meine Übersetzung dieses Buches als ungewollten Niedergang, bedauerlicherweise von anderen überholt. Ein Buch zu übersetzen, um aufzusteigen - revolutionärer Literat zu werden ist wirklich zu einfach, dachte ich nicht. Eine Boulevardzeitung sagte, meine Übersetzung der »Kunsttheorie« sei "Kapitulation". Ja, Kapitulation kommt in der Welt oft vor. Aber Generalissimus Cheng Fangwu war damals schon aus japanischen heißen Quellen geklettert und wohnte in Pariser Hotels - wem hätte ich hier Treue schwören sollen? Dieses Jahr ist die Darstellung wieder anders: In »Tukengzhe« und »Xiandai Xiaoshuo« heißt es "Richtungswechsel". Ich sah in manchen japanischen Zeitschriften diese vier Zeichen bei dem früheren Neuen-Gefühl-Autor Kataoka Teppei als Ehrentitel. Tatsächlich ist dieses wirre Gerede auch nur Namensbetrachtung ohne Nachdenken - die alte Krankheit. Ein Buch über proletarische Literatur zu übersetzen reicht nicht als Richtungsbeweis; Fehlübersetzung würde eher schaden. Meine Übersetzungen will ich auch diesen schnell urteilenden proletarischen Literaturkritikern widmen, da sie die Pflicht haben, ohne "Erfrischung" zu begehren, mühsam diese Theorien zu erforschen.
Aber ich bin überzeugt, nie absichtlich falsch übersetzt zu haben. Wenn ich unbewusste Kritiker an wunden Stellen treffe, lächle ich; treffen sie meine wunden Stellen, ertrage ich den Schmerz, will aber niemals etwas hinzufügen oder wegnehmen - das ist auch ein Grund für durchgehende "Hartübersetzung". Natürlich wird es immer bessere Übersetzer geben, die weder verfälschende noch "harte" oder "tote" Texte schaffen können - dann werden meine Übersetzungen natürlich ausgesondert. Ich will nur die Lücke von "nichts" zu "besser" füllen.
Doch die Welt hat viel Papier, aber jede Literatengruppe wenig Leute. Großer Ehrgeiz, schwache Kraft - sie können nicht alles Papier beschreiben. So seufzen die Kritiker einer Gruppe, die Feinde bekämpfen, Freunde helfen und Andersdenkende vernichten sollen, wenn sie andere Papier beschreiben sehen, und können ihr Kopfschütteln und Stampfen nicht unterdrücken. Shanghais »Shenbao« nennt Übersetzer sozialwissenschaftlicher Werke sogar "Hunde und Katzen" - so groß ist der Zorn. Herr Jiang Guangci, "dessen Position in Chinas neuer Literatur längst allgemein bekannt ist", ging nach Tokyos zur Kur und traf Kuraihara Korehito. Als von vielen schlechten japanischen Übersetzungen die Rede war, schwerer zu lesen als Originale, lachte er und sagte: "...Chinas Übersetzungswelt ist noch verwirrender. Kürzlich sind viele chinesische Bücher aus dem Japanischen übersetzt. Wenn Japaner europäische Werke mit Fehlern und Kürzungen übersetzen und das aus dem Japanischen ins Chinesische kommt, werden diese Werke nicht zur Hälfte entstellt?" (siehe »Tukengzhe«) - auch tiefe Unzufriedenheit mit Übersetzungen, besonders Rückübersetzungen. Aber Herr Liang nennt wenigstens Buchtitel und Fehler, Herr Jiang lächelt nur süß und fegt alles weg - viel umfassender. Kuraihara Korehito übersetzte viele Literaturtheorien und Romane direkt aus dem Russischen, was mir persönlich sehr half. Ich hoffe, China hat ein, zwei solche ehrliche russische Übersetzer, die kontinuierlich gute Bücher übersetzen, statt nur einmal "Idiot!" zu rufen und die Verantwortung revolutionärer Literaten für erfüllt zu halten.
Aber jetzt? Diese Dinge übersetzt Herr Liang Shiqiu nicht, der große Mann, der andere "Hunde und Katzen" nennt, übersetzt auch nicht. Herr Jiang, der Russisch lernte, wäre am geeignetsten, aber nach der Kur kam nur »Eine Woche« heraus, während Japan schon zwei Übersetzungen hatte. China sprach einst viel von Darwin und Nietzsche, zur Zeit des Weltkriegs beschimpfte man sie heftig, aber Darwins Übersetzungen gibt es bis heute nur eine, Nietzsches nur eine halbe. Englisch- und Deutschgelehrte sowie Literaten haben keine Zeit oder verschmähen es. So muss man wohl vorläufig Spott und Schelte ertragen und weiter aus dem Japanischen rückübersetzen oder ein Original nehmen und mit japanischen Übersetzungen vergleichend direkt übersetzen. Ich will das weiter tun und hoffe auf mehr solche Menschen, um die Leere in gründlichen hohen Reden zu füllen, da wir nicht wie Herr Jiang "lachen können" und nicht wie Herr Liang "warten, warten, warten" sollen.
- VI**
Am Anfang sagte ich: "Sich als hart zu bezeichnen, während man tatsächlich weich wie Watte ist - das ist ein besonderes Merkmal der Xinyue-Gesellschaft." Hier sollte ich kurz ergänzen und damit diesen Aufsatz beschließen.
»Xinyue« trat von Beginn an für "strenge Haltung" ein, aber wer schimpft, wird beschimpft, wer spottet, wird verspottet. Das ist nicht falsch, es ist "wie du mir, so ich dir", auch eine Art "Rache", aber nicht für sich selbst. Bis zur Werbung des zusammengefassten Bandes sechs und sieben des zweiten Bandes heißt es noch: "Wir alle wahren eine 'tolerante' Haltung (außer dass 'intolerante' Haltung etwas ist, was wir nicht tolerieren können), wir alle mögen stabile, vernünftige Lehren." Die ersten beiden Sätze sind auch richtig, "Auge um Auge, Zahn um Zahn", konsequent wie anfangs. Aber auf diesem breiten Weg führt das zu "Gewalt gegen Gewalt", was mit der von den Xinyue-Herren geliebten "Stabilität" unvereinbar ist.
Diesmal wurde die "freie Meinungsäußerung" der Xinyue-Gesellschaft unterdrückt. Nach alter Methode müsste man die Unterdrücker ebenfalls unterdrücken, aber die Reaktion in »Xinyue« war ein Aufsatz »An die Unterdrücker der Meinungsfreiheit«, der erst die Parteigrundsätze der Gegenseite, dann ausländische Gesetze, schließlich ost-westliche Geschichtsbeispiele zitiert, um zu zeigen, dass Unterdrücker der Freiheit oft dem Untergang geweiht sind - eine wohlmeinende Warnung für die Gegenseite.
Daher ist die "strenge Haltung" und "Auge um Auge"-Methode der Xinyue-Gesellschaft letzten Endes nur gegen gleichstarke oder schwächere Menschen gerichtet. Bekommt man von Mächtigen geschwollene Augen, macht man eine Ausnahme, hält nur die Hand vors Gesicht und ruft: "Pass auf deine eigenen Augen auf!"
- [Gewohnheit und Reform]**
Menschen, deren Körper und Geist bereits verhärtet sind, widersetzen sich selbst kleinsten Reformen. Oberflächlich scheinen sie Unbequemlichkeit zu fürchten, tatsächlich fürchten sie Nachteile für sich, aber ihre Vorwände erscheinen oft äußerst gerecht und würdevoll.
Das diesjährige Verbot des Mondkalenders ist belanglos, ohne große Bedeutung, aber Händler jammern natürlich laut. Nicht nur das - selbst Shanghais arbeitslose Nichtstuer und Firmenangestellte seufzen oft wehmütig, sagen, das sei sehr unpraktisch für Bauern beim Ackerbau oder für Schiffe beim Warten auf Gezeiten. Sie denken plötzlich an längst unverbundene Dorfbauern und Seefahrer. Das scheint wahrhaft philanthropisch.
Am 23. Tag des zwölften Mondmonats knallten überall Feuerwerkskörper. Ich fragte einen Ladengehilfen: "Kann man dieses Jahr noch nach dem alten Kalender feiern, nächstes Jahr bestimmt nach dem neuen?" Die Antwort: "Nächstes Jahr ist nächstes Jahr, das sehen wir nächstes Jahr." Er glaubt nicht, dass nächstes Jahr unbedingt nach Sonnenkalender gefeiert werden muss. Aber auf Kalendern wurde tatsächlich der Mondkalender gestrichen, nur Jahreszeiten blieben. Doch in Zeitungen erschien Werbung für »120-Jahre-Mond-Sonnen-Kalender«. Gut, sie haben sogar für Ur-Urenkel-Zeiten den Mondkalender vorbereitet - 120 Jahre!
Obwohl die Herren Liang Shiqiu die Mehrheit sehr verachten, ist die Macht der Mehrheit gewaltig und wichtig. Wollen Reformer nicht das Volk verstehen und Führung und Verbesserung bieten, dann haben hohe Reden, Romantik oder Klassik nichts mit ihnen zu tun und bleiben nur wenigen zur gegenseitigen Bewunderung in Studierstuben, mit Selbstzufriedenheit. Gäbe es wirklich eine "gute Regierung", die Reformen erließe, würden sie bald auf den alten Weg zurückgezogen.
Wahre Revolutionäre haben einzigartige Einsichten. Herr Uljanow zum Beispiel schloss "Sitten" und "Gewohnheiten" in "Kultur" ein und hielt ihre Reform für sehr schwierig. Ich denke: Ohne Reform wäre Revolution erfolglos, wie ein Turm auf Sand, der sofort einstürzt. Chinas anfängliche antimanschurische Revolution fand leicht Anklang, weil das Motto "Wiederherstellung alter Dinge", also "Rückbesinnung" war, womit konservative Menschen leicht einverstanden waren. Aber später gab es nicht die geschichtlich übliche Blütezeit nach Dynastiegründung - nur ein Zopf ging verloren, was alle sehr unzufrieden machte.
Spätere neuere Reformen scheiterten alle: Reform um ein, zwei Unzen, Reaktion um zehn Pfund. Wie oben erwähnt: Ein Jahr kein Mondkalender auf Kalendern, dann kam ein 120-Jahre-Mond-Sonnen-Kalender.
Solche Kalender werden sicher viele begrüßen, da sie von Sitten und Gewohnheiten unterstützt werden. Anderes ist genauso: Ohne tiefes Eindringen in große Volksschichten, ohne Erforschung, Sektion und Bewertung von Sitten und Gewohnheiten, ohne sorgfältige Wahl von Methoden für Bewahrung und Abschaffung, wird jede Reform von gewohnheitsmäßigen Felsen zermalmt oder nur oberflächlich eine Zeit schwimmen.
Jetzt ist nicht die Zeit, in Studierstuben mit Büchern über Religion, Recht, Literatur, Kunst zu sprechen. Selbst wenn man davon sprechen will, muss man erst Gewohnheiten und Sitten kennen und den Mut und die Ausdauer haben, deren dunkle Seiten zu betrachten. Ohne klare Sicht gibt es keine Reform. Nur zukünftiges Licht zu verkünden betrügt träge Selbst und träges Publikum.
- [Nichtrevolutionäre radikale Revolutionstheoretiker]**
Zu sagen, jede große Revolutionsarmee müsse aus Kämpfern mit völlig korrektem, klarem Bewusstsein bestehen, sonst sei sie keine wahre Revolutionsarmee und nicht der Beachtung wert - das klingt zunächst sehr berechtigt und gründlich, ist aber unmögliche Aufgabe, leeres Gerede, süße Medizin, die Revolution vergiftet.
Wie unter imperialistischer Herrschaft unmöglich jeder Mensch zu "Menschenliebe" erzogen und dann lächelnd zur "Weltgemeinschaft" werden kann, so lassen Kräfte, gegen die Revolutionäre kämpfen, durch Wort oder Tat nicht zu, dass die Mehrheit korrektes Bewusstsein erreicht. Daher haben aufstrebende Revolutionsgruppen meist nur gemeinsame Unzufriedenheit mit der Gegenwart, während Endziele sehr verschieden sind: für Gesellschaft, kleine Gruppen, Geliebte, sich selbst oder sogar Selbstmord. Trotzdem kann die Revolutionsarmee voranschreiten. Denn beim Vormarsch töten Kugeln von Individualisten und Kollektivisten Feinde gleich wirksam; stirbt ein Kämpfer, sinkt die Kampfkraft gleichermaßen. Natürlich führen verschiedene Endziele zu Desertion, Flucht, Verzagtheit, Verrat, aber solange der Vormarsch nicht behindert wird, wird diese Truppe immer reiner und schlagkräftiger.
Als ich für Ye Yongzhens »Kleine zehn Jahre« ein Vorwort schrieb, meinte ich, der Gesellschaft gedient zu haben. Der Protagonist ging an die Front, stand Wache (obwohl er nicht mal Schießen lernte) - viel praktischer als Literaten, die nur klagend knien oder wütend schreiben. Zu verlangen, heutige Kämpfer seien alle bewusst und stahlhart, ist nicht nur utopische Phantasie, sondern unvernünftige Strenge.
Aber später sah ich in »Shenbao« schärfere, gründlichere Kritik: Da der Protagonist aus Eigennutz zur Armee ging, große Unzufriedenheit. »Shenbao« ist friedliebendste, revolutionsfeindlichste Zeitung - das schien zunächst unpassend. Hier will ich scheinbar gründliche Revolutionäre entlarven, die tatsächlich höchst unrevolutionär oder revolutionsschädlich sind - individualistische Debattierer, die zur Seele der Zeitung passen.
Erstens Dekadente: Da sie keine festen Ideale und Fähigkeiten haben, verfallen sie und suchen momentane Genüsse. Bestimmte Genüsse erzeugen Überdruss, sie suchen ständig neue Reize, die heftig sein müssen für Wohlgefühl. Revolution ist einer dieser neuen Reize, wie Vielfraße nach Fett und Süßem geschmacksüberdrüssig werden, schwachen Magen bekommen und Pfeffer und Chili brauchen, um zu schwitzen und einen halben Reis hinunterzubekommen. Bei revolutionärer Literatur wollen sie gründliche, vollständige revolutionäre Literatur; zeigt sich zeitbedingte Mangelhaftigkeit, runzeln sie die Stirn und finden es nicht beachtenswert. Von Realität getrennt zu sein macht nichts, Hauptsache erfrischend. Frankreichs Baudelaire, bekanntlich dekadenter Dichter, begrüßte Revolution, hasste sie aber, als sie sein dekadentes Leben bedrohte. Daher können Revolutionäre auf Papier vor der Revolution, noch dazu gründlichste, extremste, beim Umsturz ihre frühere Maske abreißen - unbewusste Maske. Solche Geschichtsbeispiele sollte man Cheng Fangwu-artigen "revolutionären Literaten" widmen, die bei kleinen Problemen oder Positionen (oder Geld) nach Tokyo oder Paris fliehen.
Zweitens - ich finde noch keinen Namen. Jedenfalls sind es Menschen ohne feste Meinung, die nichts für richtig halten und letztendlich den Status quo für das Beste. Als Kritiker reden sie zufällig und widerlegen Gegensätzliches. Gegen Hilfsbereitschaft nutzen sie Konkurrenzkampf, gegen Konkurrenzkampf nutzen sie Hilfsbereitschaft; gegen Friedensideologie nutzen sie Klassenkampftheorie, gegen Kampf predigen sie Menschenliebe. Ist der Gegner Idealist, nehmen sie materialistische Position ein; beim Debattieren mit Materialisten werden sie zu Idealisten. Kurz gesagt: Sie messen mit englischen Ellen russische Werst und mit französischen Ellen Meter und stellen fest, dass nichts übereinstimmt. Da alles andere nicht übereinstimmt, fühlen sie sich ewig als "Wahrer der Mitte" und sind ewig selbstzufrieden. Aus solcher Kritik folgt: Ist etwas nicht vollständig, mangelhaft, taugt es nichts. Aber gegenwärtigen Menschen und Dingen - wo gäbe es völlige Vollkommenheit ohne Mängel? Sicherheitshalber ist es am besten, sich nicht zu rühren. Doch dieses Sich-nicht-Rühren ist auch ein großer Fehler. Jedenfalls ist Menschsein außerordentlich schwierig, Revolutionär-Sein erst recht.
Der »Shenbao«-Kritiker verlangt von »Kleine zehn Jahre« zwar gründlich revolutionäre Protagonisten, aber sozialwissenschaftliche Übersetzungen begegnet er mit bissigem Spott - also gehört diese Seele zur zweiten Kategorie mit etwas dekadenter Lebenslangeweile, die Chili zur Magenöffnung will.
- [Zhang Zipings "Romanlehre"]**
Herr Zhang Ziping gilt als "fortschrittlichster" "proletarischer Autor". Während ihr noch im "Keimstadium" seid, noch "Neuland bebaut", erntet er bereits. Das ist Fortschritt - mit schnellen Schritten davoneilen, dass man nur noch Staub sieht. Verfolgt man ihn aber, sieht man ihn in die "Lequn-Buchhandlung" hineinlaufen.
Herr Zhang Ziping war früher Autor von Dreiecksliebe-Romanen und sah, dass Frauen sexueller Begierde noch weniger widerstehen können als Männer - sie suchen den Mann auf, schändliche Weiber, verdienen ihr Leid. Das ist natürlich kein proletarischer Roman. Aber wenn der Autor die Richtung wechselt, steigt einer zum Himmel auf und Hühner und Hunde fliegen mit - wie viel mehr die Hinterlassenschaft des Unsterblichen: Zhang Zipings Gesammelte Werke sollte man noch lesen. Das ist Ernte - verstehst du?
Es gibt noch mehr Ernte. »Shenbao« berichtete, dass die Daxia-Studenten dieses Jahr respektvoll "den von der Jugend verehrten Herrn Zhang Ziping" baten, "Romanlehre" zu unterrichten. Nach chinesischer Sitte kann ein Englischlehrer bestimmt ausländische Geschichte unterrichten, ein Chinesischlehrer bestimmt Ethik - wie viel mehr ein Romanlehrer, der natürlich voller Romanlehre steckt. Sonst könnte er es ja nicht? Können wir garantieren, dass Homer keine "Eposmethodik" hatte, Shakespeare keine "Einführung in die Dramaturgie"?
Ach, die lauschenden Jünger sind gesegnet! Künftig werden sie wissen, wie man Dreiecke bildet, wie man liebt. Du begehrst eine Frau? Überraschung - ihr sexueller Trieb ist stärker als deiner, sie kommt von selbst gelaufen. Freund, warte nur. Am bedauernswertesten sind die nicht in Shanghai, die nur aus der Ferne "verehren" können, nicht in die Schule aufgenommen werden - sie können diese große "Romanlehre" nicht ehrfürchtig anhören. Nun will ich die Essenz von Zhang Zipings Gesammelten Werken und der "Romanlehre" destillieren und den Verehrern darbieten - als "Durst mit Pflaumenbetrachtung stillen".
Das wäre --
(22. Februar)
- [Meinung zur Liga der linken Schriftsteller]**
- Rede auf der Gründungsversammlung der Liga der linken Schriftsteller am 2. März
Viele Dinge haben andere bereits sehr ausführlich besprochen, ich muss sie nicht wiederholen. Ich meine, "linke" Schriftsteller können heute sehr leicht zu "rechten" Schriftstellern werden. Warum? Erstens: Wenn man nicht mit tatsächlichen gesellschaftlichen Kämpfen in Berührung kommt, sondern nur hinter Glasfenstern Artikel schreibt und Probleme erforscht, ist es gleichgültig wie radikal oder "links" - das lässt sich leicht bewerkstelligen; aber sobald man die Realität berührt, zerbricht man sofort. Im Zimmer eingeschlossen ist es am leichtesten, gründliche Prinzipien hochzuhalten, aber auch am leichtesten "rechts abzudriften". Im Westen nennt man das "Salon-Sozialisten" - das bezieht sich darauf. "Salon" bedeutet Wohnzimmer - im Wohnzimmer über Sozialismus zu reden ist sehr elegant und schön, aber man denkt nicht an Verwirklichung. Solche Sozialisten sind völlig unzuverlässig. Außerdem gibt es heute kaum noch Schriftsteller oder Künstler ohne etwas breit verstandene sozialistische Gedanken - das hieße zu sagen, Arbeiter und Bauern sollen Sklaven sein, misshandelt, getötet, ausgebeutet werden. Solche Schriftsteller oder Künstler gibt es fast nicht mehr, außer Mussolini, aber Mussolini hat keine literarischen Werke geschrieben. (Natürlich gibt es solche Schriftsteller noch, zum Beispiel Chinas Xinyue-Literaten und den von Mussolini geliebten D'Annunzio.)
Zweitens wird man leicht "rechts", wenn man die wirklichen Umstände der Revolution nicht versteht. Revolution ist schmerzhaft und enthält notwendig Schmutz und Blut - keineswegs so interessant und vollkommen, wie Dichter sich vorstellen; Revolution ist vor allem real, braucht verschiedene niedrige, mühsame Arbeiten - keineswegs so romantisch, wie Dichter sich vorstellen; Revolution hat natürlich Zerstörung, aber braucht mehr noch Aufbau - Zerstörung macht Spaß, Aufbau ist mühsam. Daher enttäuschen sich Menschen mit romantischen Revolutionsphantasien leicht, wenn sie der Revolution nahekommen und sie voranschreitet. Der russische Dichter Jessenin begrüßte angeblich anfangs sehr die Oktoberrevolution und rief: "Es lebe die Revolution in Himmel und Erde!" und sagte "Ich bin ein Bolschewik!" Aber als nach der Revolution die tatsächlichen Umstände völlig anders waren als vorgestellt, wurde er enttäuscht und dekadent. Jessenin beging später Selbstmord - diese Enttäuschung war angeblich einer der Gründe. Auch Pilnjak und Ehrenburg sind Beispiele. Bei unserer Xinhai-Revolution gab es Ähnliches - damals waren viele Literaten, zum Beispiel "Nanshe"-Leute, anfangs sehr revolutionär, aber sie hegten Illusionen und dachten, man müsse nur die Mandschu verjagen, dann würde alles zur "Han-Würde" zurückkehren, alle würden weitärmelige Gewänder tragen, hohe Kappen und breite Gürtel, gravitätisch auf den Straßen wandeln. Wer wusste, dass nach Vertreibung des Qing-Kaisers und Gründung der Republik alles ganz anders war - sie wurden enttäuscht, später wurden manche sogar zu Reaktionären gegen neue Bewegungen. Wenn wir aber die wirklichen Revolutionsumstände nicht verstehen, können wir genauso werden.
Außerdem ist die Vorstellung falsch, Dichter oder Schriftsteller stünden über allen Menschen, ihre Arbeit sei edler als alle andere. Zum Beispiel hielt Heine Dichter für das Edelste und Gott für den Gerechtesten - nach dem Tod kommen Dichter zu Gott, sitzen um ihn herum, Gott bewirtet sie mit Süßigkeiten. Heute glaubt natürlich niemand mehr an Gottes Süßigkeiten-Bewirtung, aber zu denken, Dichter oder Schriftsteller würden jetzt für die arbeitenden Massen revolutionieren und nach erfolgreichem Revolutionssieg von der Arbeiterklasse bestimmt reich belohnt, besonders behandelt, dürften erste Klasse fahren, Erstklassiges essen, oder Arbeiter brächten ihnen Butterbrot dar und sagten: "Unser Dichter, bitte bedient Euch!" - das ist ebenfalls falsch; denn tatsächlich wird es so nie sein, wahrscheinlich wird es dann noch härter als jetzt, nicht nur kein Butterbrot, vielleicht nicht mal Schwarzbrot, wie Russlands Lage ein, zwei Jahre nach der Revolution zeigt. Versteht man das nicht, wird man auch leicht "rechts". Tatsächlich werden arbeitende Massen, solange sie nicht Liang Shiqius "vielversprechende" sind, Intellektuelle bestimmt nicht besonders schätzen - wie Metik (aus der Intellektuellenschicht) in meiner Übersetzung von »Vernichtung« oft von Bergarbeitern verspottet wird. Natürlich haben Intellektuelle ihre Aufgaben, sollten nicht besonders geringgeschätzt werden, aber Arbeiterklassen haben keine Pflicht, Dichter oder Schriftsteller besonders bevorzugt zu behandeln.
Nun zu einigen Punkten, die wir künftig beachten sollten.
Erstens: Der Kampf gegen alte Gesellschaft und alte Kräfte muss entschieden, anhaltend und kraftvoll sein. Die Wurzeln der alten Gesellschaft sind außerordentlich fest - neue Bewegungen brauchen größere Kraft, um sie zu erschüttern. Außerdem hat die alte Gesellschaft gute Methoden, neue Kräfte zu Kompromissen zu bewegen, aber sie selbst kompromittiert nie. In China gab es viele neue Bewegungen, aber jedes Mal siegte das Alte über das Neue - der Grund liegt meist darin, dass die neue Seite keine entschiedenen, weitreichenden Ziele hatte, kleine Forderungen stellte, leicht zufriedenzustellen war. Die Umgangssprachen-Bewegung zum Beispiel - anfangs widerstand die alte Gesellschaft mit aller Kraft, aber bald gestattete sie Umgangssprache, gab ihr einen armseligen Platz in Zeitungsecken. Das lag daran, dass die alte Gesellschaft das Neue für harmlos und ungefährlich hielt, also sein Bestehen zuließ, während die neue Seite zufrieden war und meinte, Umgangssprache habe Existenzrecht erhalten. Die proletarische Literaturbewegung der letzten Jahre war fast genauso - die alte Gesellschaft gestattete auch proletarische Literatur, da sie nicht gefährlich war; im Gegenteil betrieben sie selbst proletarische Literatur als Dekoration, als würde man neben vielen antiken Porzellanen im Wohnzimmer auch eine grobe Arbeiterschale aufstellen - sehr originell; und die proletarischen Literaten? Sie hatten schon einen kleinen Platz im Literaturbetrieb, ihre Manuskripte verkauften sich, sie mussten nicht mehr kämpfen, Kritiker sangen Siegeslieder: "Proletarische Literatur siegt!" Aber außer persönlichem Sieg - was die proletarische Literatur betrifft, wie viel hatte sie wirklich gesiegt? Außerdem ist proletarische Literatur ein Flügel des proletarischen Befreiungskampfes - sie wächst mit der gesellschaftlichen Kraft des Proletariats. Wenn die gesellschaftliche Stellung des Proletariats sehr niedrig ist, die literarische Position proletarischer Literatur aber sehr hoch - das beweist nur, dass proletarische Literaten das Proletariat verlassen und zur alten Gesellschaft zurückgekehrt sind.
Zweitens sollte die Front erweitert werden. Vor- und letztes Jahr gab es literarische Kämpfe, aber der Bereich war zu klein - alle alte Literatur und altes Denken wurden von Neuen ignoriert, stattdessen kämpften in einer Ecke neue Literaten gegen neue Literaten, während Alte gemütlich zuschauen konnten.
Drittens sollten wir große Scharen neuer Kämpfer schaffen. Denn jetzt sind es wirklich zu wenige. Wir haben mehrere Zeitschriften, geben nicht wenige Einzelbände heraus, aber die Artikelschreiber sind immer dieselben wenigen - so kann der Inhalt nur dünn sein. Ein Mensch kann nicht alles - etwas hier, etwas da: übersetzen, Romane schreiben, kritisieren und dichten - wie soll das gut gehen? Alles wegen Personalmangel. Mit mehr Leuten könnten Übersetzer nur übersetzen, Schöpfer nur schaffen, Kritiker nur kritisieren; gegen Feinde kämpfend wäre die Streitmacht stark genug zum Sieg. Hierzu eine Begebenheit. Als Schöpfungsgesellschaft und Sonnengesellschaft mich vorvoriges Jahr angriffen, war die Kraft wirklich schwach - schließlich fand sogar ich es langweilig und hatte keine Lust mehr zum Gegenangriff, da ich merkte, dass die feindliche Armee "Leere-Stadt-Strategie" spielte. Damals konzentrierte sich meine Feindarmee aufs Trommeln, nicht auf Rekrutierung und Ausbildung; angreifende Artikel gab es viele, aber man sah sofort, dass alle unter Decknamen waren - beim Schimpfen immer dieselben Sätze. Ich wartete damals darauf, dass jemand käme, der marxistische Kritik beherrschte, um mich zu treffen - aber er erschien nie. Ich habe schon immer auf die Heranbildung neuer junger Kämpfer geachtet, mehrere Literaturgruppen betrieben, aber mit geringem Erfolg. Künftig müssen wir darauf achten.
Wir brauchen dringend große Scharen neuer Kämpfer, aber gleichzeitig müssen Literaturfront-Kämpfer "zäh" sein. "Zäh" bedeutet: nicht wie die Qing-Zeit Achtgliedrige Essays als "Türklopfer" verwenden. Qing-Achtgliedrige Essays waren Werkzeuge für Studium und Beamtentum - konnte man nur "Einleitung-Entwicklung-Wendung-Schluss" schreiben und damit "Xiucai-Juren" werden, konnte man Achtgliedrige Essays wegwerfen, brauchte sie lebenslang nicht mehr - daher "Türklopfer": mit einem Stein die Tür klopfen, ist die Tür auf, kann man den Stein wegwerfen, muss ihn nicht mitnehmen. Diese Methode verwenden heute noch viele - oft sehen wir Menschen nach ein, zwei Gedicht- oder Romanbänden für immer verschwinden. Wohin? Weil sie mit ein, zwei Büchern kleinen oder großen Ruhm erlangten, Professuren oder andere Stellungen bekamen - Erfolg und Ruhm erreicht, müssen sie keine Gedichte oder Romane mehr schreiben, daher verschwinden sie für immer. Deshalb hat China weder in Literatur noch Wissenschaft etwas. Aber wir wollen etwas haben, denn das nützt uns. (Lunatscharski befürwortet sogar, russische Bauernkunst zu bewahren, weil man sie herstellen und an Ausländer verkaufen kann - wirtschaftlich hilfreich. Wenn wir literarisch oder wissenschaftlich etwas hätten, das wir anderen geben könnten, würde das sogar politischen Bewegungen zur Befreiung von imperialistischer Unterdrückung helfen.) Aber kulturelle Erfolge erfordern Zähigkeit.
Schließlich denke ich, Einheitsfronten brauchen gemeinsame Ziele als notwendige Bedingung. Ich erinnere mich, gehört zu haben: "Reaktionäre haben bereits Einheitsfronten, wir sind noch nicht vereint!" Tatsächlich haben sie auch keine bewusste Einheitsfront - nur weil ihre Ziele gleich sind, handeln sie einheitlich, für uns wirkt es wie eine Einheitsfront. Dass unsere Front nicht einheitlich sein kann, beweist, dass unsere Ziele nicht übereinstimmen - entweder nur für kleine Gruppen oder tatsächlich nur für Einzelne. Wären alle Ziele bei Arbeitern und Bauern, wäre die Front natürlich vereint.
- [Wir brauchen Kritiker]**
Nach der ungefähren Lage zu urteilen (wir bekommen hier keine verlässlichen Statistiken), sind seit letztem Jahr die Leser "revolutionärer" Romane zurückgegangen, der Verlagstrend wendet sich den Sozialwissenschaften zu. Das ist eine gute Erscheinung. Anfangs waren junge Leser von werbehaften Kritiken verzaubert und dachten, "revolutionäre" Werke zu lesen bringe Aussichten, sie selbst und die Gesellschaft könnten gerettet werden - so griffen sie wahllos zu und verschlangen alles. Vieles war aber keine Nahrung, sondern saurer Wein in neuen Schläuchen, faules Fleisch in rotem Papier - das Ergebnis: Magenjucken wie vor dem Erbrechen.
Nach dieser bitteren Lektion wandten sie sich grundlegenden, praktischen Sozialwissenschaften zu - natürlich ein berechtigter Fortschritt.
Aber größtenteils wegen Marktbedürfnissen wimmeln sozialwissenschaftliche Übersetzungen wieder massenhaft, Brauchbares und Untaugliches liegen gemischt an Buchständen, Leser, die korrekte Kenntnisse suchen, sind bereits verwirrt. Aber neue Kritiker schweigen, pseudo-kritische Strömungen nutzen die Gelegenheit für pauschale Verdammung: "Hunde und Katzen".
Hier brauchen wir nur noch einige solide, klare Kritiker, die Sozialwissenschaften und deren Literaturtheorien wirklich verstehen.
Kritiker entstehen in China schon lange - jede Literaturgruppe hat meist eine Riege literarischer Figuren: mindestens einen Dichter, einen Romancier und einen Kritiker, der die Herrlichkeit und Verdienste der eigenen Gruppe verkündet. Diese Gruppen behaupten alle, Reform anzustreben und alte Festungen anzugreifen, aber unterwegs rangeln sie unter alten Festungen miteinander, bis alle erschöpft loslassen - da es nur "Rangeln" war, gibt es keine großen Verletzungen, nur Keuchen. Beim Keuchen halten sich alle für siegreich und singen Triumphlieder. Alte Festungen brauchen gar keine Wächter - verschränkte Arme und gesenkter Kopf, diese neuen Feinde beim Selbst-aufgeführten Lustspiel zu beobachten, genügt. Sie schweigen, aber sie siegen.
Obwohl es diese zwei Jahre keine herausragenden Werke gab, sind meiner Ansicht nach gedruckte Werke wie Li Shouzhans »Die Wandernden«, Tai Jingnongs »Erdensöhne«, Ye Yongzhens erste Hälfte von »Kleine zehn Jahre«, Roushis »Februar« und »Tod der alten Zeit«, Wei Jinzhis »Autobiographie in sieben Briefen«, Liu Yimings »Nach der Arbeitslosigkeit« trotzdem ausgezeichnet. Schade, dass unser berühmter Kritiker Herr Liang Shiqiu noch mit Chen Xiying korrespondiert - darüber brauchen wir nicht zu sprechen; Herr Cheng Fangwu schwelgte in vergangener Schöpfungsgesellschafts-Herrlichkeit, verwandelte sich in "Shi Housheng" und verschwand dann meteorartig; Herr Qian Xingcun kämpft neuerdings nur in »Tukengzhe« abschnittsweise mit Kuraihara Korehito und Mao Dun. Werke außerhalb jeder Literaturgruppe werden auf diesem geschäftigen oder trägen Schlachtfeld alle "abgefertigt" oder totgeschwiegen.
Diese Wendung der Lesewelt zu Sozialwissenschaften ist eine gute, berechtigte Wende - nicht nur für andere Bereiche nützlich, auch für Literatur kann sie Fortschritt in richtige Richtung fördern. Aber bei wirrem Angebot und Spott der Zuschauer verwelkt es leicht - was jetzt zuerst nötig ist, sind wieder:
Einige solide, klare Kritiker, die Sozialwissenschaften und deren Literaturtheorien wirklich verstehen.
- [Gute-Regierung-ismus]**
Herr Liang Shiqiu befürwortet diesmal in »Xinyues« »Verschiedenes« auch "Unzufriedenheit mit dem Status quo", meint aber: "Jetzt haben intelligente Menschen (besonders die mit 'Vorreiter'-, 'Autoritäts'-, 'Fortschritt'-Titeln) die Verantwortung, nicht nur kühl spöttisch 'Unzufriedenheit mit dem Status quo' in Glossen auszudrücken, sondern ehrlich nach positiven Heilmitteln für den 'Status quo' zu suchen."
Warum? Weil Krankheiten Medizin brauchen. "Drei-Volksprinzipien sind eine Medizin", sagt Herr Liang, "Kommunismus ist auch eine Medizin, Nationalismus ist auch eine Medizin, Anarchismus ist auch eine Medizin, Gute-Regierung-ismus ist auch eine Medizin." Wenn du nun "alle Rezepte wertlos verurteilst, alle gnadenlos verspottest... was ist das für eine Psychologie?"
Diese Psychologie verdient Tadel. Praktisch habe ich aber nie solche Glossen gesehen - dass derselbe Autor Drei-Volksprinzipler für anglo-amerikanische Freiheitsverletzer, Kommunisten für russische Rubelempfänger hielte, Nationalismus zu eng, Anarchismus zu leer fände... Herr Liangs »Verschiedenes« übertreibt die Sünden gesehener Glossen.
Tatsächlich kann jeder Mängel einer Ideologie oder daraus entstehende Missstände kritisieren, auch ohne Anhänger dieser Ideologie zu sein. Schmerzen von Unterdrückung führen zu Schreien - man muss nicht vor besseren Ideologien die Zähne zusammenbeißen. Natürlich wären bessere Vorschläge besser.
Aber Herr Liangs bescheiden ans Ende gestellten "Gute-Regierung-ismus" sollte man noch bescheidener als Ausnahme betrachten. Von Drei-Volksprinzipien bis Anarchismus - gleich welcher Temperatur - sind es doch Medizinnamen wie Gips oder Zimt (Nutzen oder Schaden nach Einnahme ist eine andere Frage). Nur diese "Medizin" "Gute-Regierung-ismus" nennt nicht Medizinnamen, sondern schreibt "Gute Medizin" und geschwätzige Arzt-Allüren. Richtig, niemand kann sagen, man solle schlechte Medizin verwenden, aber dieses Rezept lässt jeden "wertlos verurteilen" ("Lob" bedeutet "preisen", hier unpassend verwendeter Beweis für Unkenntnis des Zeichens "Lob", aber das ist Herr Liangs Originaltext, also beibehalten).
Würde dieser Arzt zornig brüllen: "Du spottest über meinen Gute-Medizin-ismus, dann gib dein Rezept!" - das wäre ein höchst lächerlicher "Status quo", der auch ohne Ideologien Glossen hervorbrächte. Glossen sind endlos, gerade weil es zu viele solche "Status quo" gibt.
(17. April 1930)
- ["Heimatloser" "Schoßhund der Kapitalisten"]**
Weil »Tukengzhe« ihn "Schoßhund der Kapitalisten" nannte, schrieb Herr Liang Shiqiu einen Artikel namens »Ich ärgere mich nicht«. Nach der Definition auf Seite 672 der zweiten »Tukengzhe«-Ausgabe "fühle ich mich etwas wie ein Proletarier", dann definiert er "Schoßhund" als "alle Schoßhunde wollen Herrengunst erlangen und dadurch Gnade erhalten" und fragt:
"»Tukengzhe« sagt, ich sei Schoßhund der Kapitalisten - welcher Kapitalist oder alle Kapitalisten? Ich weiß noch nicht, wer mein Herr ist. Wüsste ich es, brächte ich bestimmt ein paar Zeitschriften zu meinem Herrn zum Verdienst-Zeigen, bekäme vielleicht ein paar Pfund oder Rubel Belohnung... Ich weiß nur, durch ständige Arbeit Geld zum Lebensunterhalt zu verdienen. Wie ich zu Kapitalisten-Kontoren gehen und Pfund holen, zu XX-Partei gehen und Rubel holen könnte - diese Fähigkeiten kenne ich nicht..."
Das ist ein lebensechtes Porträt des "Schoßhunds der Kapitalisten". Alle Schoßhunde gehören, obwohl vielleicht von einem Kapitalisten gefüttert, tatsächlich allen Kapitalisten - daher sind sie zu allen Reichen zahm, bellen alle Armen an. Nicht zu wissen, wer der Herr ist, ist gerade der Grund für Zahmheit gegen alle Reichen und Beweis der Zugehörigkeit zu allen Kapitalisten. Selbst ungefüttert, abgemagert, zum wilden Hund geworden, sind sie noch zahm zu allen Reichen, bellen alle Armen an - nur verstehen sie dann noch weniger, wer der Herr ist.
Da Herr Liang seine Mühsal schildert wie ein "Proletarier" (Herr Liangs frühere "Unterlegene") und nicht weiß, "wer der Herr ist", gehört er zur zweiten Kategorie - der Genauigkeit halber sollte man Worte hinzufügen: "heimatloser" "Schoßhund der Kapitalisten".
Diese Bezeichnung hat noch Mängel. Herr Liang ist schließlich gebildeter Professor, daher anders als gewöhnliche. Er redet nicht mehr über "Hat Literatur Klassencharakter?", sondern fügt in »Antwort an Herrn Lu Xun« geschickt Sätze über "Bewaffneten Schutz der Sowjetunion" an Telegrafenstangen und zerschlagene Zeitungsscheiben ein, schreibt oben "zu XX-Partei Rubel holen" - die absichtlich versteckten XX lassen sofort "kommunistisch" erraten, zeigen, dass alle, die "Literatur hat Klassencharakter" behaupten und Herrn Liang ärgern, "Sowjetunion-Schutz" oder "Rubel-Holen" betreiben. Wie Duan Qiruis Wachen Studenten erschossen, »Chenbao« aber sagte, Studenten starben für ein paar Rubel; als mein Name in der Freiheitsliste stand, schrieb »Revolutionszeitung«, ich sei von "goldfunkelnden Rubeln gekauft" - dieselbe Methode. Für Herrn Liang mag es "Kritik" sein, dem Herrn Störer zu erschnüffeln ("Bildungsverbrecher"), aber diese Beschäftigung ist noch niedriger als "Henker".
Ich erinnere mich: Zur "Kuomintang-Kommunisten-Kooperation" war Sowjetunion-Lob in Berichten und Reden sehr modisch. Jetzt ist es anders - Zeitungen berichten von eifrigen Verhaftungen wegen Schrift an Telegrafenstangen und "XX-Partei". Debattengegner als "Sowjetunion-Schützer" oder "XX-Partei" zu bezeichnen ist also zeitgemäß modisch, bringt vielleicht "etwas Herrengunst". Aber zu sagen, Herr Liang wolle "Gunst" oder "Pfund", wäre Verleumdung - das gibt es bestimmt nicht, er will nur der "literarischen Kritik" Armut abhelfen. Literaturkritisch betrachtet, muss man zu "Schoßhund" noch ein Adjektiv hinzufügen: "armselig".
(19. April 1930)
- ["Evolution und Degeneration" - Kurze Einleitung]**
Das ist eine Sammlung nicht sehr fachlicher, allgemein lesbarer Texte aus fast hundert vom Übersetzer in zehn Jahren übersetzten Arbeiten, mit der Hoffnung auf weitere Verbreitung. Erstens um die neueste Evolutionstheorie zu zeigen, zweitens Chinas künftiges Schicksal.
Evolutionstheorie kam früh nach China, bereits mit Yan Fus Übersetzung von Huxleys »Evolution und Ethik«. Aber es blieb nur ein leerer Begriff; zur Zeit des Weltkriegs wurde es von Debattierern missverstanden, heute ist sogar der Name am Sterben. Unterdessen wandelten sich Theorien - De Vries' Mutationstheorie entstand und verfiel, Lamarcks Umwelttheorie wurde abgeschafft und wiederbelebt. Wir leben in der Natur, aber diese Naturgesetze erforschen wir kaum. Die ersten und letzten beiden Artikel argumentieren neo-lamarckistisch, geben Überblicke und füllen Lücken.
Am wichtigsten sind die letzten beiden Artikel. Wüstenwanderung nach Süden, kaum tragbare Ernährung - das sind äußerst wichtige, persönliche Probleme für Chinesen. Ohne Lösung folgt Vernichtung. Chinas schwer erforschbare Altgeschichte zu erklären, den Irrtum von Chinesen höchster Leidensfähigkeit zu widerlegen, sind nur Nebengewinne. Wälder gerodet, Gewässer ausgetrocknet - künftig wird ein Tropfen Wasser Blut gleichwertig sein. Könnten sich heutige und künftige Jugendliche daran erinnern, wäre der Lohn dieses Buches außerordentlich groß.
Aber naturwissenschaftlich sind das die Grenzen - die Antworten sind nur Wasserschutz und Aufforstung. Das scheint einfach, ist es aber nicht. Ich zitiere zwei Abschnitte von Mrs. Smedly aus »Fragmente chinesischen Landlebens« als Beweis:
"Sie (die Magd) sagte, morgen gehe sie nach Nanyuan, um Gefängniswärter zur Verwandtenfreilassung zu bewegen. Diese Person wurde mit sechzig anderen Dorfbewohnern, Männern und Frauen, vor drei Monaten verhaftet und eingesperrt, weil sie, als andere Lebensgrundlagen fehlten, Äste gehackt oder Rinde geschält hatten. Sie taten das nicht aus Störabsicht, sondern um Holz zu verkaufen und Getreide zu kaufen..."
"Nanyuan-Bewohner haben keine Ernte, kein Getreide, keine Arbeit - was nützen dann diese zwei Mu Land?... Bei geringster Störung werden Tausende zu Katastrophenopfern... Nanyuan hatte damals (bei Warlord-Kriegen) außer Bäumen nichts mehr. Sobald Dorfbewohner Bäume berührten, verhaftete und sperrte die Polizei sie ein." (»Mengya Yuekan« Heft 5, S. 177)
So vermehrt solcher Baumschutz Rindenschäler und Wurzelgräber, fördert sogar Wüstenbildung. Aber dieses Buch beschränkt sich auf Naturwissenschaft, daher nicht berücksichtigt. Nach naturwissenschaftlichen Fakten weitere Lösungsschritte anzugehen ist Aufgabe der Sozialwissenschaft.
(5. Mai 1930)
- [Geheimnisse des Schreibens klassischer Texte und des Gutseins]**
- Nachtaufzeichnung fünf
Von letztem Jahr an eineinhalb Jahre lang war das Erstickendste und Komischste aller sogenannten Kritiken Herr Chang Yanshengs Äußerung in einer Monatszeitschrift namens »Lange Nacht«, mit gerechter Miene zu sagen, meine Werke hätten mindestens zehn Jahre Lebensdauer. Vor Jahren, als »Kuangbiao« eingestellt wurde, äußerte sich derselbe Herr Chang Yansheng etwa so: »Kuangbiao« griff Lu Xun an, jetzt wollen Buchläden nicht mehr verlegen - wer weiß (!), ob Lu Xun nicht Buchhändler beeinflusste und verfolgte? Dann pries er lautstark Nordwarlords großmütige Toleranz. Da ich etwas Gedächtnis habe, sehe ich in diesem gerechten Gesicht noch schattenhaft jenen geschmiedeten Text; dabei denke ich an Professor Chen Yuans Kritik-Methode: erst einige Vorzüge aufzählen zum Fairness-Beweis, dann viele große Anklagen - durch faire Abwägung gewonnene große Anklagen. Verdienste gegen Schuld aufgerechnet führt letztendlich zu "Bildungsverbrecher", gehört an "Edelmänner"-Fahnen zur Schau gestellt. Meine Erfahrung: Tadel schadet nicht, Lob ist furchtbar, manchmal äußerst "eilig und gefährlich". Zumal dieser Herr Chang Yansheng voller Fünf-Farben-Fahnen-Geruch - selbst wenn er meine Werke wirklich für unsterblich hielte, wäre es mir, als würde Kaiser Xuantong plötzlich drachenherzig erfreut sein und mir postum "Wentreu"-Titel gnädig gewähren. Bei allem Verdruss über das Komische bleibt nur ehrfürchtiges Hutabnehmen, respektvolle Verbeugung und allerdemütigste Dankbarkeit.
Aber in einer anderen »Lange Nacht«-Ausgabe las ich dankbar einen Artikel von Herrn Liu Dajie - diese Artikel scheinen nicht in »Chinas literarische Kontroversen« aufgenommen -, vielleicht weil der Autor, wie er sagt, mich nicht kennt und keine persönlichen Ressentiments mitschwingen. Besonders nützlich fand ich des Autors Vorschlag: Bei solcher Rundumblockade solle ich Pinsel und Feder niederlegen und vorübergehend ins Ausland; er riet mir, einige weiße Seiten in der Lebensgeschichte zu lassen sei unwichtig. Dass in nur einer Lebensgeschichte weiße Seiten oder ganz weiße oder ganz schwarze Bücher die Erde nicht sprengen würden, wusste ich längst. Der unerwartete Nutzen war: Dreißig Jahre lang etwas geahnt, aber nie klar formuliert - die Methoden des Schreibens klassischer Texte und Gutseins ergriff ich plötzlich beim Zügel.
Die Geheimformel: Um klassische Texte zu schreiben, gut zu sein, muss man alles tun, aber wie weißes Papier bleiben.
Frühere Lehrer lehrten nicht »Ma-Grammatik« oder »Schreibmethoden«, nur täglich: lesen, schreiben, lesen, schreiben; schlecht geschrieben - wieder lesen, wieder schreiben. Sie sagten nie, wo Fehler lagen, wie zu schreiben war. Eine dunkle Gasse - du musstest selbst tasten, ob durchzukommen war, alle hörten auf das Schicksal. Aber gelegentlich - wirklich "gelegentlich" und "wie von selbst" - wurden Aufsätze weniger durchgestrichen, mehr belassen und dicht umkreist. Daraufhin freute sich der Student und machte so weiter - wirklich selbst rätselhaft, nur "so weiter" -, nach Jahren korrigierte der Lehrer nicht mehr, schrieb nur "gelehrt und gewandt, nicht schweifend noch verzweigt" ans Ende. Dann galt man als "durchgekommen" - natürlich würde Hochkritiker Herr Liang Shiqiu es für unzulänglich halten, aber ich spreche allgemein üblich, also folge ich dem Brauch.
Solche Aufsätze müssen klare Absichten haben, welche Meinungen sind zweitrangig. Zum Beispiel »Wer sein Werk gut machen will, muss zuerst seine Werkzeuge schärfen« - von vorn argumentieren "untaugliche Werkzeuge machen schlechte Arbeit" geht, auch von hinten "Arbeit braucht zuerst Können, ohne Können schadet gutes Werkzeug nichts" geht. Sogar über Kaiser: "Himmlischer Kaiser heilig und hell, der Untertans Schuld todeswürdig" geht, auch "Kaiser schlecht, mit einem Hieb töten" geht, denn unser Meister Meng sagte: "Hörte von Hinrichtung des Einzeltyrannen Zhou, nie von Königsmord" - wir Heiligen-Nachfolger meinen dasselbe. Aber jedenfalls muss man von Anfang bis Ende, Schicht für Schicht argumentieren, alles klar machen: Himmlischer Kaiser heilig oder töten, oder wenn man beides nicht befürwortet, am Ende erklären: "Obwohl er tyrannische Gewalt ausübt, besteht doch Herr-Diener-Beziehung; Edelmänner übertreiben nicht, ich meine, Verbannung genügt" - so würde der Lehrer vermutlich zustimmen, denn "Mitte" ist auch alter Heiligen-Lehre.
Das war aber Ende der Qing-Zeit. In früher Qing-Zeit hätte Denunziation zur "Familienvernichtung" geführt, selbst "Verbannung" ging nicht - dann redeten sie nicht über Meng-Zi oder Kong-Zi. Jetzt ist die Revolution gerade erfolgreich, die Lage ähnelt vermutlich früher Qing-Zeit. (Unvollendet)
Das ist eine kleine Hälfte der fünften »Nachtaufzeichnung«. »Nachtaufzeichnungen« wollte ich seit 1927 schreiben - zufällige Gedanken bei Lampenschein notieren, eine Sammlung bilden. Jenes Jahr veröffentlichte ich zwei Stücke. In Shanghai, bewegt von Massaker-Grausamkeit, schrieb ich anderthalb Stücke namens »Folterung« über japanische Shogun-Christen-Kreuzigungen, russische Zaren-Revolutionärs-Quälerei. Aber bald kam der Anti-Humanismus-Sturm, ich wurde faul und schrieb nicht weiter - sogar Manuskripte verschwanden.
Vorvoriges Jahr bat Roushi, für eine Buchhandlung Zeitschriftenredakteur zu werden, und erbat lockere, nicht kopfschmerzende Artikel. Diese Nacht dachte ich wieder an »Nachtaufzeichnungen«, stellte diesen Titel. Ich wollte sagen: Chinas Schreiben und Menschsein müssen "alt-bewährt" sein, aber nicht ganze Stücke kopieren, sondern ost-west-zerren, flicken bis Nähte unsichtbar sind - das ist höchstes Glück. Alles tun wie nichts tun, Kritiker nennen es gute Texte oder gute Menschen. Gesellschaftlicher Stillstand-Grund liegt hier. Nachts nicht beendet, ging schlafen. Am nächsten Tag kam Roushi, ich zeigte Geschriebenes - er runzelte die Stirn, fand es zu geschwätzig, fürchtete Platzverschwendung. So vereinbarten wir andere kurze Übersetzung, ich ließ es liegen.
Nun, über ein Jahr nach Roushis Ermordung, fand ich zufällig dieses Manuskript in wirren Papieren - wahrhaft unermesslich traurig. Ich wollte den ganzen Text vollenden, konnte aber nicht - beim Schreiben dachte ich sofort an anderes. "Mensch und Zither beide tot" ist wohl so. Jetzt füge ich diese Hälfte als Roushi-Gedenkstück bei.
In der Nacht des 26. April 1932 aufgezeichnet.
- [Von Taubheit zu Stummheit - Luo Wen]**
Ärzte sagen uns: Viele Stumme können keineswegs nicht sprechen - nur weil sie von klein auf taub waren, Erwachsenen-Sprache nicht hörten, nichts nachahmen konnten, dachten alle würden nur den Mund öffnen und unverständlich murmeln, so murmelten sie selbst. Daher seufzte Brandes über dänische Literatur-Schwäche: Literarisches Schaffen ist fast völlig tot. Menschliche oder gesellschaftliche Probleme können kein Interesse wecken oder außer in Nachrichten und Zeitschriften keine Debatten auslösen. Wir sehen keine starken, originalen Werke. Dazu kommt völlige Missachtung ausländischen Geisteslebens. So führt geistige "Taubheit" zu "Stummheit". (»Hauptströmungen der Literatur des 19. Jahrhunderts« Band 1, Vorwort)
Diese Worte kann man auf Chinas Literaturwelt übertragen. Diese Erscheinung ist nicht nur Unterdrückern anzulasten - Aufklärer der Vierter-Mai-Bewegung und spätere Gegner tragen beide Verantwortung. Erstere eilten zu sehr nach Erfolg, übersetzten keine wertvollen Bücher; letztere wurden absichtlich böse, schimpften Übersetzer Kuppler. Manche Jugendliche halfen mit - zeitweise galt sogar fremdsprachige Anmerkungen zu Namen als "Gelehrsamkeits-Prahlerei".
Was ist heute? Drei-Zimmer-Buchläden sind in der vierten Straße nicht wenige, aber voller dünner Heftchen - ein dickes Buch zu finden ist schwer wie Gold im Sand. Natürlich sind große, dicke Menschen noch keine Großen, viel und kompliziert ist noch nicht berühmt, zumal es "Ausschneiden-Kleben" gibt. Aber in kleinen "Was-ist-ABC"-Heften kann auch nicht alle Wissenschaft und Kunst stecken. Ein trüber Strom ist nicht so sauber und klar wie ein Glas Wasser, aber aus destilliertem Strom-Teil werden viele Gläser Reinwasser.
Durch jahrelange Luft-Geschäfte wurde die Literaturwelt öde; Textformen wurden zwar ordentlicher, aber Kampfgeist ging zurück. Literaten wurden durch Spendentitel oder Gegenlob schnell berühmt, aber durch Aufblasung wurde die Schale groß, der Inhalt noch hohler. So hielten sie diese Leere für Einsamkeit und verkündeten sie theatralisch den Lesern; Schlimmere stellten sogar Herzfäulnis als inneren Schatz dar. Prosa gilt als erfolgreich im Literaturpark, aber die diesjährigen Auswahlbände, selbst die ersten drei, geben ein "Zobel reicht nicht, Hundeschweif-Fortsetzung"-Gefühl. Mit Spreublättern Jugend zu nähren wird nie kräftig - künftige Leistungen werden noch geringer sein, wie Nietzsches "letzter Mensch".
Aber Introduktion ausländischer Strömungen, Übersetzung von Weltwerken - alle geistigen Nahrungstransport-Wege werden jetzt von Taubstumm-Machern blockiert, selbst Ausländer-Schoßhunde und Reichen-Schwiegersöhne lachen kalt mit. Sie wollen Jugend-Ohren verstopfen, sie von taub zu stumm, ausgetrocknet winzig zu "letzten Menschen" machen, bis alle nur noch Reichen-Söhne und arme Bengel-Pornographie ansehen können. Autoren und Übersetzer, die gern Erde werden, müssen kämpfen - es ist höchste Zeit: praktische geistige Nahrung um Jugendliche transportieren, jene Taubstumm-Macher in schwarze Löcher und rote Tore zurückschicken.
(29. August)
- [Neue Herbst-Notizen (2) - Lü Xun]**
Am Abend des 30. August knallte es plötzlich überall - zuerst dachte ich, "Widerstand" beginne wieder, bald erkannte ich: Feuerwerkskörper, das beruhigte mich. Dann dachte ich: Wohl wieder irgendeine Jahreszeit?... Am nächsten Tag erfuhr ich aus Zeitungen: Gestern war Mondfinsternis, das Knallen war unsere Lands- und Fremdleute (obwohl wir alle Huangdi-Nachkommen heißen, sind Chiyou-Nachkommen bestimmt nicht ausgestorben, daher "Fremdleute"), die demonstrierten, um den Mond aus dem Himmelshund-Maul zu retten.
Tage zuvor war nachts auch lebhaft. An Straßenecken standen überall Tische mit Backwaren, Wassermelonen; auf Wassermelonen saßen Fliegen, Würmer, Mücken und ein Tisch Mönche, die murmelten: "Hui Zhu Mo Pu Mi Ya Hong! Om Ya Hong! Hong!!" Das war Seelen-Speisung, Hungerteufel-Fütterung. Zur Geisterfest-Zeit kommen hungrige und nicht-hungrige Geister aus der Unterwelt, um Shanghai zu besichtigen; gute Männer und Frauen spielten Gastgeber, ließen Mönche "Om Ya Hong" ein paar Reiskörner hinausschießen, damit alle satt äßen.
Ich bin ein gewöhnlicher Mensch, achtete nie auf Himmel und Unterwelt, aber bei solchen Gelegenheiten spüre ich die hohen und passenden Gedanken unserer irdischen Lands- und Fremdleute. Ohne anderes zu erwähnen: In nicht ganz zwei Jahren wechselten vier Provinzen und neun Inseln die Fahnen, bald noch acht Inseln. Nicht nur ist Rettung unmöglich - selbst retten-wollen ist gefährlich. (Diese Sätze wurden gedruckt als "die Umstände erlauben es nicht".) Am passendsten ist Mond-Rettung: Mag Feuerwerk himmelerschütternd knallen, Himmelshunde beißen nicht, Mond-Häuptlinge (falls vorhanden) verbieten nicht als reaktionär. Menschen-Rettung ebenso: Kriegs-, Dürre-, Heuschrecken-, Wasserkatastrophen... unzählige Katastrophenopfer. Wie können noch verschonte Kleinleute retten? Seelen-Rettung ist viel praktischer: wenig Aufwand, viel Nutzen, wie Reichen-Herren Zeremonien und Pagoden-Bau. Das heißt "ohne Fernsicht droht nahe Sorge"; "Edelmänner kümmern sich um Großes und Fernes".
Außerdem: "Auch wenn der Koch nicht kocht, überschreitet der Priester nicht Ehrenplatz und Altar, um ihn zu ersetzen" - alte Heiligen-Lehre. Staatsangelegenheiten haben Staatslenker, Kleinvolk braucht nicht zu lärmen. Aber bisherige Kaiser verachteten Kleinvolk nicht, gaben höhere Freiheit und Rechte: speziell Kosmos und Seelen retten zu dürfen. Das ist Friedens-Grundlage, von alters her bewährt, künftig vermutlich nicht abgeschafft. Letztes Jahr nach Kriegsende in Shanghai zogen japanische Truppen allmählich auf Schiffe und in Kasernen; eine Nacht knallte es auch so. Noch während "Langzeit-Widerstand" verstanden Japaner unsere Nationalessenz nicht, dachten, wieder komme irgendeine Armee zur Landbefreiung - sofort Wachen aufgestellt, Truppen ausgesandt... Wirres Durcheinander, bis klar wurde: Wir retteten den Mond, sie sahen Gespenster. "Oh oh! Naruhodo (ach so)!" Nach Erstaunen und Bewunderung kehrte Frieden zurück. Dieses Jahr keine Wachen - wohl schon von chinesischer Geisteszivilisation bekehrt.
Verbieten heutige Invasoren und Unterdrücker wie alte Tyrannen sogar Diener-Verwirrung und -Träume?...
(31. August)
- [Männliche Evolution - Yu Ming]**
Tierpaarung als Liebe zu bezeichnen ist etwas blasphemisch. Aber Tiere haben Sexualleben - das ist unbestreitbar. Während der Brunst treffen Weibchen und Männchen zusammen, unvermeidlich gibt es "Liebkosen und Schmeicheln". Natürlich kokettieren Weibchen manchmal, laufen weg, schauen zurück, rufen, bis zur "Wohngemeinschafts-Liebe". Obwohl Tierarten vielfältig sind, ihre "Liebes"-Weisen komplex, ist eines zweifellos: Männchen haben keine besonderen Privilegien.
Menschen als Krone der Schöpfung zeigen zuerst männliche Überlegenheit. Anfangs war es so-so, aber wegen "Mutter bekannt, Vater unbekannt" "herrschten" Frauen eine Zeit - damalige Ahnenfrauen waren wohl mächtiger als spätere Klanführer. Später hatten Frauen irgendwie Pech: Hals, Hände, Füße alle in Ketten, Reifen, Ringen gefesselt - obwohl nach Jahrtausenden diese Reifen meist golden, silbern, perlen- und diamantbesetzt wurden, sind Halsketten, Armreifen, Ringe heute noch Sklavinnen-Symbole. Da Frauen Sklavinnen wurden, brauchten Männer nicht ihre Zustimmung zum "Lieben". In alten Stammeskämpfen wurden Gefangene zu Sklaven, Gefangene zu Vergewaltigungsopfern. Damals war Brunst wohl "abgeschafft", jederzeit konnten Herren Gefangene und Sklavinnen vergewaltigen. Moderne Banditen-Bösewichte behandeln Frauen nicht als Menschen - das hat wirklich Häuptlings-Samurai-Tradition.
Aber Vergewaltigungs-Fähigkeiten sind nur ein "Evolutions"-Schritt von Tieren zu Menschen, noch halbzivilisiert. Denkst du, weinende, sich windende Frauen können viel Interesse bieten? Seit Geld auftauchte, ist männliche Evolution unglaublich. Alles ist käuflich, Sexualität keine Ausnahme. Männer zahlen stinkendes Geld für das, was sie von Frauen wollen. Außerdem können sie sagen: Ich vergewaltige dich nicht, das ist freiwillig - du willst Geld, also gehorche, wir handeln fair! Sie missbrauchen sie und lassen sie "Danke, junger Herr" sagen. Können Tiere das? Daher ist Prostitution eine hohe männliche Evolutionsstufe.
Gleichzeitig ist Eltern-Vermittler-Ehe noch raffinierter als Prostitution. Unter diesem System bekommen Männer dauerhaften Lebensbesitz - wenn Bräute ins Bett gelegt werden, haben sie nur Pflichten, nicht mal Preisverhandlungs-Freiheit, geschweige Liebe. Ob du liebst oder nicht, unter Zhou-Kong-Konfuzius-Namen musst du treu bleiben, Keuschheit bewahren. Männer können sie jederzeit benutzen, sie muss Heiligen-Sitten befolgen - selbst "böse Gedanken sind Ehebruch". Verwendeten Rüden solche raffinierte, strenge Mittel gegen Hündinnen, würden diese "über Zäune springen". Menschen springen nur in Brunnen als tugendhafte, keusche, heroische Frauen. Sitten-Ehe-Evolution ist offensichtlich.
Dass Männer "wissenschaftlichste" Lehren verwenden, damit Frauen ohne Sitten freiwillig treu bleiben und Sexualität für "tierisch" halten, nicht als Liebes-Grundlage; daher "wissenschaftliche Keuschheit" erfinden - das ist natürlich zivilisierter Evolutions-Höhepunkt.
Ach, Menschen - Männer - unterscheiden sich so von Tieren!
Selbst-Anmerkung: Dieser Artikel verteidigt die Moral.
(3. September)
- [Zustimmung und Erklärung - Yu Ming]**
Vorgesetzte müssen nicht Untergebenen-Zustimmung einholen - das ist selbstverständlich. Aber manchmal erklären Vorgesetzte Untergebenen.
Ein neuer Weltberühmter sagt: "Schon in Urzeit gab es Autorität - Menschen zwangen Tiere zum Gehorsam, zum Aufgeben freien Lebens, ohne Tier-Zustimmung einzuholen." Das ist durchdringend. Sonst hätten wir Rindfleisch zu essen, Pferde zu reiten? Menschen zu Menschen ebenso.
Japans christlicher Hauptbischof erklärte kürzlich, Japan sei biblischer Engel: "Gott will Japan verwenden, um juden-mordende Weiße zu besiegen... mit Gewalt Juden befreien, Altes Testament erfüllen." Das holt offensichtlich keine Weißen-Zustimmung ein, wie juden-mordende Weiße keine Juden-Zustimmung einholten. Japans Herren schaffen in China "nationale Schwierigkeiten" ohne chinesische Volks-Zustimmung. - Manche örtliche Notabeln bitten japanische Herren um Zustimmung zur örtlichen Ordnungs-Wahrung, das ist anders. Jedenfalls: Um frei Rindfleisch zu essen, Pferde zu reiten, muss man sich als Vorgesetzten erklären, andere als Untergebene; Menschen mit Tieren vergleichen oder sich als Engel ausgeben.
Aber hier ist "Gewalt" am wichtigsten, nicht Theorien. Weder soziologische noch christliche Theorien schaffen Autorität. Urmenschen-Autorität über Tiere entstand durch Pfeil-Erfindungen. Theorien sind nachträgliche Erklärungen. Diese Erklärungen schaffen religiöse, philosophische, wissenschaftliche, weltströmungs-mäßige Grundlagen eigener Autorität, lassen Sklaven und Vieh Welt-Gesetze begreifen und Berufungs-Träume aufgeben.
Wenn Vorgesetzte Untergebenen erklären, darfst du als Untergebener nicht missverstehen, dass Zustimmung eingeholt wird - selbst bei absoluter Ablehnung macht er weiter. Er hat seine Träume; solange Gold, Silber und Flugzeug-Kanonen in seinen Händen sind, werden seine Träume wahr; deine Träume bleiben nur Träume - werden sie wahr, sagt er, du kopierst seine animalismus-Artikel.
Angeblich ist heutiger Welttrend das Aufkommen mächtiger Regierungen, was 19. Jahrhundert-Menschen nicht träumen konnten. Italien und Deutschland nicht zu erwähnen; selbst Englands National-Regierung "gehört völlig einer konservativen Partei". "Amerikas neuer Präsident erhielt Wirtschafts-Wiederbelebungs-Macht größer als in Kriegs- und Kriegsrecht-Zeiten." Alle werden Tiere, Vorgesetzte brauchen keine Zustimmung - das ist Welttrend. Wie herrlich - wie kann man nicht nachahmen?
Aber meine Erklärung hat einen Schönheitsfehler: Chinas eigener Qin Shihuang verbrannte Bücher und begrub Gelehrte, Chinas eigener Han Yu sagte: "Volk, das nicht Reis, Getreide, Hanf, Seide für Obere liefert, wird bestraft." Das ist einheimisch - warum gegen Nationalismus ausländische Lehren und Fakten zitieren, anderen Ansehen mehren, eigenen Mut schwächen?
(3. September)
- [Literatenbett-Herbsttraum - You Guang]**
- [Zhang Zipings "Romanlehre"]**
Herr Zhang Ziping gilt als "fortschrittlichster" "proletarischer Autor". Während ihr noch im "Keimstadium" seid, noch "Neuland bebaut", erntet er bereits. Das ist Fortschritt - mit schnellen Schritten davoneilen, dass man nur noch Staub sieht. Verfolgt man ihn aber, sieht man ihn in die "Lequn-Buchhandlung" hineinlaufen.
Herr Zhang Ziping war früher Autor von Dreiecksliebe-Romanen und sah, dass Frauen sexueller Begierde noch weniger widerstehen können als Männer - sie suchen den Mann auf, schändliche Weiber, verdienen ihr Leid. Das ist natürlich kein proletarischer Roman. Aber wenn der Autor die Richtung wechselt, steigt einer zum Himmel auf und Hühner und Hunde fliegen mit - wie viel mehr die Hinterlassenschaft des Unsterblichen: Zhang Zipings Gesammelte Werke sollte man noch lesen. Das ist Ernte - verstehst du?
Es gibt noch mehr Ernte. »Shenbao« berichtete, dass die Daxia-Studenten dieses Jahr respektvoll "den von der Jugend verehrten Herrn Zhang Ziping" baten, "Romanlehre" zu unterrichten. Nach chinesischer Sitte kann ein Englischlehrer bestimmt ausländische Geschichte unterrichten, ein Chinesischlehrer bestimmt Ethik - wie viel mehr ein Romanlehrer, der natürlich voller Romanlehre steckt. Sonst könnte er es ja nicht? Können wir garantieren, dass Homer keine "Eposmethodik" hatte, Shakespeare keine "Einführung in die Dramaturgie"?
Ach, die lauschenden Jünger sind gesegnet! Künftig werden sie wissen, wie man Dreiecke bildet, wie man liebt. Du begehrst eine Frau? Überraschung - ihr sexueller Trieb ist stärker als deiner, sie kommt von selbst gelaufen. Freund, warte nur. Am bedauernswertesten sind die nicht in Shanghai, die nur aus der Ferne "verehren" können, nicht in die Schule aufgenommen werden - sie können diese große "Romanlehre" nicht ehrfürchtig anhören. Nun will ich die Essenz von Zhang Zipings Gesammelten Werken und der "Romanlehre" destillieren und den Verehrern darbieten - als "Durst mit Pflaumenbetrachtung stillen".
Das wäre --
(22. Februar)
- [Meinung zur Liga der linken Schriftsteller]**
- Rede auf der Gründungsversammlung der Liga der linken Schriftsteller am 2. März
Viele Dinge haben andere bereits sehr ausführlich besprochen, ich muss sie nicht wiederholen. Ich meine, "linke" Schriftsteller können heute sehr leicht zu "rechten" Schriftstellern werden. Warum? Erstens: Wenn man nicht mit tatsächlichen gesellschaftlichen Kämpfen in Berührung kommt, sondern nur hinter Glasfenstern Artikel schreibt und Probleme erforscht, ist es gleichgültig wie radikal oder "links" - das lässt sich leicht bewerkstelligen; aber sobald man die Realität berührt, zerbricht man sofort. Im Zimmer eingeschlossen ist es am leichtesten, gründliche Prinzipien hochzuhalten, aber auch am leichtesten "rechts abzudriften". Im Westen nennt man das "Salon-Sozialisten" - das bezieht sich darauf. "Salon" bedeutet Wohnzimmer - im Wohnzimmer über Sozialismus zu reden ist sehr elegant und schön, aber man denkt nicht an Verwirklichung. Solche Sozialisten sind völlig unzuverlässig. Außerdem gibt es heute kaum noch Schriftsteller oder Künstler ohne etwas breit verstandene sozialistische Gedanken - das hieße zu sagen, Arbeiter und Bauern sollen Sklaven sein, misshandelt, getötet, ausgebeutet werden. Solche Schriftsteller oder Künstler gibt es fast nicht mehr, außer Mussolini, aber Mussolini hat keine literarischen Werke geschrieben. (Natürlich gibt es solche Schriftsteller noch, zum Beispiel Chinas Xinyue-Literaten und den von Mussolini geliebten D'Annunzio.)
Zweitens wird man leicht "rechts", wenn man die wirklichen Umstände der Revolution nicht versteht. Revolution ist schmerzhaft und enthält notwendig Schmutz und Blut - keineswegs so interessant und vollkommen, wie Dichter sich vorstellen; Revolution ist vor allem real, braucht verschiedene niedrige, mühsame Arbeiten - keineswegs so romantisch, wie Dichter sich vorstellen; Revolution hat natürlich Zerstörung, aber braucht mehr noch Aufbau - Zerstörung macht Spaß, Aufbau ist mühsam. Daher enttäuschen sich Menschen mit romantischen Revolutionsphantasien leicht, wenn sie der Revolution nahekommen und sie voranschreitet. Der russische Dichter Jessenin begrüßte angeblich anfangs sehr die Oktoberrevolution und rief: "Es lebe die Revolution in Himmel und Erde!" und sagte "Ich bin ein Bolschewik!" Aber als nach der Revolution die tatsächlichen Umstände völlig anders waren als vorgestellt, wurde er enttäuscht und dekadent. Jessenin beging später Selbstmord - diese Enttäuschung war angeblich einer der Gründe. Auch Pilnjak und Ehrenburg sind Beispiele. Bei unserer Xinhai-Revolution gab es Ähnliches - damals waren viele Literaten, zum Beispiel "Nanshe"-Leute, anfangs sehr revolutionär, aber sie hegten Illusionen und dachten, man müsse nur die Mandschu verjagen, dann würde alles zur "Han-Würde" zurückkehren, alle würden weitärmelige Gewänder tragen, hohe Kappen und breite Gürtel, gravitätisch auf den Straßen wandeln. Wer wusste, dass nach Vertreibung des Qing-Kaisers und Gründung der Republik alles ganz anders war - sie wurden enttäuscht, später wurden manche sogar zu Reaktionären gegen neue Bewegungen. Wenn wir aber die wirklichen Revolutionsumstände nicht verstehen, können wir genauso werden.
Außerdem ist die Vorstellung falsch, Dichter oder Schriftsteller stünden über allen Menschen, ihre Arbeit sei edler als alle andere. Zum Beispiel hielt Heine Dichter für das Edelste und Gott für den Gerechtesten - nach dem Tod kommen Dichter zu Gott, sitzen um ihn herum, Gott bewirtet sie mit Süßigkeiten. Heute glaubt natürlich niemand mehr an Gottes Süßigkeiten-Bewirtung, aber zu denken, Dichter oder Schriftsteller würden jetzt für die arbeitenden Massen revolutionieren und nach erfolgreichem Revolutionssieg von der Arbeiterklasse bestimmt reich belohnt, besonders behandelt, dürften erste Klasse fahren, Erstklassiges essen, oder Arbeiter brächten ihnen Butterbrot dar und sagten: "Unser Dichter, bitte bedient Euch!" - das ist ebenfalls falsch; denn tatsächlich wird es so nie sein, wahrscheinlich wird es dann noch härter als jetzt, nicht nur kein Butterbrot, vielleicht nicht mal Schwarzbrot, wie Russlands Lage ein, zwei Jahre nach der Revolution zeigt. Versteht man das nicht, wird man auch leicht "rechts". Tatsächlich werden arbeitende Massen, solange sie nicht Liang Shiqius "vielversprechende" sind, Intellektuelle bestimmt nicht besonders schätzen - wie Metik (aus der Intellektuellenschicht) in meiner Übersetzung von »Vernichtung« oft von Bergarbeitern verspottet wird. Natürlich haben Intellektuelle ihre Aufgaben, sollten nicht besonders geringgeschätzt werden, aber Arbeiterklassen haben keine Pflicht, Dichter oder Schriftsteller besonders bevorzugt zu behandeln.
Nun zu einigen Punkten, die wir künftig beachten sollten.
Erstens: Der Kampf gegen alte Gesellschaft und alte Kräfte muss entschieden, anhaltend und kraftvoll sein. Die Wurzeln der alten Gesellschaft sind außerordentlich fest - neue Bewegungen brauchen größere Kraft, um sie zu erschüttern. Außerdem hat die alte Gesellschaft gute Methoden, neue Kräfte zu Kompromissen zu bewegen, aber sie selbst kompromittiert nie. In China gab es viele neue Bewegungen, aber jedes Mal siegte das Alte über das Neue - der Grund liegt meist darin, dass die neue Seite keine entschiedenen, weitreichenden Ziele hatte, kleine Forderungen stellte, leicht zufriedenzustellen war. Die Umgangssprachen-Bewegung zum Beispiel - anfangs widerstand die alte Gesellschaft mit aller Kraft, aber bald gestattete sie Umgangssprache, gab ihr einen armseligen Platz in Zeitungsecken. Das lag daran, dass die alte Gesellschaft das Neue für harmlos und ungefährlich hielt, also sein Bestehen zuließ, während die neue Seite zufrieden war und meinte, Umgangssprache habe Existenzrecht erhalten. Die proletarische Literaturbewegung der letzten Jahre war fast genauso - die alte Gesellschaft gestattete auch proletarische Literatur, da sie nicht gefährlich war; im Gegenteil betrieben sie selbst proletarische Literatur als Dekoration, als würde man neben vielen antiken Porzellanen im Wohnzimmer auch eine grobe Arbeiterschale aufstellen - sehr originell; und die proletarischen Literaten? Sie hatten schon einen kleinen Platz im Literaturbetrieb, ihre Manuskripte verkauften sich, sie mussten nicht mehr kämpfen, Kritiker sangen Siegeslieder: "Proletarische Literatur siegt!" Aber außer persönlichem Sieg - was die proletarische Literatur betrifft, wie viel hatte sie wirklich gesiegt? Außerdem ist proletarische Literatur ein Flügel des proletarischen Befreiungskampfes - sie wächst mit der gesellschaftlichen Kraft des Proletariats. Wenn die gesellschaftliche Stellung des Proletariats sehr niedrig ist, die literarische Position proletarischer Literatur aber sehr hoch - das beweist nur, dass proletarische Literaten das Proletariat verlassen und zur alten Gesellschaft zurückgekehrt sind.
Zweitens sollte die Front erweitert werden. Vor- und letztes Jahr gab es literarische Kämpfe, aber der Bereich war zu klein - alle alte Literatur und altes Denken wurden von Neuen ignoriert, stattdessen kämpften in einer Ecke neue Literaten gegen neue Literaten, während Alte gemütlich zuschauen konnten.
Drittens sollten wir große Scharen neuer Kämpfer schaffen. Denn jetzt sind es wirklich zu wenige. Wir haben mehrere Zeitschriften, geben nicht wenige Einzelbände heraus, aber die Artikelschreiber sind immer dieselben wenigen - so kann der Inhalt nur dünn sein. Ein Mensch kann nicht alles - etwas hier, etwas da: übersetzen, Romane schreiben, kritisieren und dichten - wie soll das gut gehen? Alles wegen Personalmangel. Mit mehr Leuten könnten Übersetzer nur übersetzen, Schöpfer nur schaffen, Kritiker nur kritisieren; gegen Feinde kämpfend wäre die Streitmacht stark genug zum Sieg. Hierzu eine Begebenheit. Als Schöpfungsgesellschaft und Sonnengesellschaft mich vorvoriges Jahr angriffen, war die Kraft wirklich schwach - schließlich fand sogar ich es langweilig und hatte keine Lust mehr zum Gegenangriff, da ich merkte, dass die feindliche Armee "Leere-Stadt-Strategie" spielte. Damals konzentrierte sich meine Feindarmee aufs Trommeln, nicht auf Rekrutierung und Ausbildung; angreifende Artikel gab es viele, aber man sah sofort, dass alle unter Decknamen waren - beim Schimpfen immer dieselben Sätze. Ich wartete damals darauf, dass jemand käme, der marxistische Kritik beherrschte, um mich zu treffen - aber er erschien nie. Ich habe schon immer auf die Heranbildung neuer junger Kämpfer geachtet, mehrere Literaturgruppen betrieben, aber mit geringem Erfolg. Künftig müssen wir darauf achten.
Wir brauchen dringend große Scharen neuer Kämpfer, aber gleichzeitig müssen Literaturfront-Kämpfer "zäh" sein. "Zäh" bedeutet: nicht wie die Qing-Zeit Achtgliedrige Essays als "Türklopfer" verwenden. Qing-Achtgliedrige Essays waren Werkzeuge für Studium und Beamtentum - konnte man nur "Einleitung-Entwicklung-Wendung-Schluss" schreiben und damit "Xiucai-Juren" werden, konnte man Achtgliedrige Essays wegwerfen, brauchte sie lebenslang nicht mehr - daher "Türklopfer": mit einem Stein die Tür klopfen, ist die Tür auf, kann man den Stein wegwerfen, muss ihn nicht mitnehmen. Diese Methode verwenden heute noch viele - oft sehen wir Menschen nach ein, zwei Gedicht- oder Romanbänden für immer verschwinden. Wohin? Weil sie mit ein, zwei Büchern kleinen oder großen Ruhm erlangten, Professuren oder andere Stellungen bekamen - Erfolg und Ruhm erreicht, müssen sie keine Gedichte oder Romane mehr schreiben, daher verschwinden sie für immer. Deshalb hat China weder in Literatur noch Wissenschaft etwas. Aber wir wollen etwas haben, denn das nützt uns. (Lunatscharski befürwortet sogar, russische Bauernkunst zu bewahren, weil man sie herstellen und an Ausländer verkaufen kann - wirtschaftlich hilfreich. Wenn wir literarisch oder wissenschaftlich etwas hätten, das wir anderen geben könnten, würde das sogar politischen Bewegungen zur Befreiung von imperialistischer Unterdrückung helfen.) Aber kulturelle Erfolge erfordern Zähigkeit.
Schließlich denke ich, Einheitsfronten brauchen gemeinsame Ziele als notwendige Bedingung. Ich erinnere mich, gehört zu haben: "Reaktionäre haben bereits Einheitsfronten, wir sind noch nicht vereint!" Tatsächlich haben sie auch keine bewusste Einheitsfront - nur weil ihre Ziele gleich sind, handeln sie einheitlich, für uns wirkt es wie eine Einheitsfront. Dass unsere Front nicht einheitlich sein kann, beweist, dass unsere Ziele nicht übereinstimmen - entweder nur für kleine Gruppen oder tatsächlich nur für Einzelne. Wären alle Ziele bei Arbeitern und Bauern, wäre die Front natürlich vereint.
- [Wir brauchen Kritiker]**
Nach der ungefähren Lage zu urteilen (wir bekommen hier keine verlässlichen Statistiken), sind seit letztem Jahr die Leser "revolutionärer" Romane zurückgegangen, der Verlagstrend wendet sich den Sozialwissenschaften zu. Das ist eine gute Erscheinung. Anfangs waren junge Leser von werbehaften Kritiken verzaubert und dachten, "revolutionäre" Werke zu lesen bringe Aussichten, sie selbst und die Gesellschaft könnten gerettet werden - so griffen sie wahllos zu und verschlangen alles. Vieles war aber keine Nahrung, sondern saurer Wein in neuen Schläuchen, faules Fleisch in rotem Papier - das Ergebnis: Magenjucken wie vor dem Erbrechen.
Nach dieser bitteren Lektion wandten sie sich grundlegenden, praktischen Sozialwissenschaften zu - natürlich ein berechtigter Fortschritt.
Aber größtenteils wegen Marktbedürfnissen wimmeln sozialwissenschaftliche Übersetzungen wieder massenhaft, Brauchbares und Untaugliches liegen gemischt an Buchständen, Leser, die korrekte Kenntnisse suchen, sind bereits verwirrt. Aber neue Kritiker schweigen, pseudo-kritische Strömungen nutzen die Gelegenheit für pauschale Verdammung: "Hunde und Katzen".
Hier brauchen wir nur noch einige solide, klare Kritiker, die Sozialwissenschaften und deren Literaturtheorien wirklich verstehen.
Kritiker entstehen in China schon lange - jede Literaturgruppe hat meist eine Riege literarischer Figuren: mindestens einen Dichter, einen Romancier und einen Kritiker, der die Herrlichkeit und Verdienste der eigenen Gruppe verkündet. Diese Gruppen behaupten alle, Reform anzustreben und alte Festungen anzugreifen, aber unterwegs rangeln sie unter alten Festungen miteinander, bis alle erschöpft loslassen - da es nur "Rangeln" war, gibt es keine großen Verletzungen, nur Keuchen. Beim Keuchen halten sich alle für siegreich und singen Triumphlieder. Alte Festungen brauchen gar keine Wächter - verschränkte Arme und gesenkter Kopf, diese neuen Feinde beim Selbst-aufgeführten Lustspiel zu beobachten, genügt. Sie schweigen, aber sie siegen.
Obwohl es diese zwei Jahre keine herausragenden Werke gab, sind meiner Ansicht nach gedruckte Werke wie Li Shouzhans »Die Wandernden«, Tai Jingnongs »Erdensöhne«, Ye Yongzhens erste Hälfte von »Kleine zehn Jahre«, Roushis »Februar« und »Tod der alten Zeit«, Wei Jinzhis »Autobiographie in sieben Briefen«, Liu Yimings »Nach der Arbeitslosigkeit« trotzdem ausgezeichnet. Schade, dass unser berühmter Kritiker Herr Liang Shiqiu noch mit Chen Xiying korrespondiert - darüber brauchen wir nicht zu sprechen; Herr Cheng Fangwu schwelgte in vergangener Schöpfungsgesellschafts-Herrlichkeit, verwandelte sich in "Shi Housheng" und verschwand dann meteorartig; Herr Qian Xingcun kämpft neuerdings nur in »Tukengzhe« abschnittsweise mit Kuraihara Korehito und Mao Dun. Werke außerhalb jeder Literaturgruppe werden auf diesem geschäftigen oder trägen Schlachtfeld alle "abgefertigt" oder totgeschwiegen.
Diese Wendung der Lesewelt zu Sozialwissenschaften ist eine gute, berechtigte Wende - nicht nur für andere Bereiche nützlich, auch für Literatur kann sie Fortschritt in richtige Richtung fördern. Aber bei wirrem Angebot und Spott der Zuschauer verwelkt es leicht - was jetzt zuerst nötig ist, sind wieder:
Einige solide, klare Kritiker, die Sozialwissenschaften und deren Literaturtheorien wirklich verstehen.
- [Gute-Regierung-ismus]**
Herr Liang Shiqiu befürwortet diesmal in »Xinyues« »Verschiedenes« auch "Unzufriedenheit mit dem Status quo", meint aber: "Jetzt haben intelligente Menschen (besonders die mit 'Vorreiter'-, 'Autoritäts'-, 'Fortschritt'-Titeln) die Verantwortung, nicht nur kühl spöttisch 'Unzufriedenheit mit dem Status quo' in Glossen auszudrücken, sondern ehrlich nach positiven Heilmitteln für den 'Status quo' zu suchen."
Warum? Weil Krankheiten Medizin brauchen. "Drei-Volksprinzipien sind eine Medizin", sagt Herr Liang, "Kommunismus ist auch eine Medizin, Nationalismus ist auch eine Medizin, Anarchismus ist auch eine Medizin, Gute-Regierung-ismus ist auch eine Medizin." Wenn du nun "alle Rezepte wertlos verurteilst, alle gnadenlos verspottest... was ist das für eine Psychologie?"
Diese Psychologie verdient Tadel. Praktisch habe ich aber nie solche Glossen gesehen - dass derselbe Autor Drei-Volksprinzipler für anglo-amerikanische Freiheitsverletzer, Kommunisten für russische Rubelempfänger hielte, Nationalismus zu eng, Anarchismus zu leer fände... Herr Liangs »Verschiedenes« übertreibt die Sünden gesehener Glossen.
Tatsächlich kann jeder Mängel einer Ideologie oder daraus entstehende Missstände kritisieren, auch ohne Anhänger dieser Ideologie zu sein. Schmerzen von Unterdrückung führen zu Schreien - man muss nicht vor besseren Ideologien die Zähne zusammenbeißen. Natürlich wären bessere Vorschläge besser.
Aber Herr Liangs bescheiden ans Ende gestellten "Gute-Regierung-ismus" sollte man noch bescheidener als Ausnahme betrachten. Von Drei-Volksprinzipien bis Anarchismus - gleich welcher Temperatur - sind es doch Medizinnamen wie Gips oder Zimt (Nutzen oder Schaden nach Einnahme ist eine andere Frage). Nur diese "Medizin" "Gute-Regierung-ismus" nennt nicht Medizinnamen, sondern schreibt "Gute Medizin" und geschwätzige Arzt-Allüren. Richtig, niemand kann sagen, man solle schlechte Medizin verwenden, aber dieses Rezept lässt jeden "wertlos verurteilen" ("Lob" bedeutet "preisen", hier unpassend verwendeter Beweis für Unkenntnis des Zeichens "Lob", aber das ist Herr Liangs Originaltext, also beibehalten).
Würde dieser Arzt zornig brüllen: "Du spottest über meinen Gute-Medizin-ismus, dann gib dein Rezept!" - das wäre ein höchst lächerlicher "Status quo", der auch ohne Ideologien Glossen hervorbrächte. Glossen sind endlos, gerade weil es zu viele solche "Status quo" gibt.
(17. April 1930)
- ["Heimatloser" "Schoßhund der Kapitalisten"]**
Weil »Tukengzhe« ihn "Schoßhund der Kapitalisten" nannte, schrieb Herr Liang Shiqiu einen Artikel namens »Ich ärgere mich nicht«. Nach der Definition auf Seite 672 der zweiten »Tukengzhe«-Ausgabe "fühle ich mich etwas wie ein Proletarier", dann definiert er "Schoßhund" als "alle Schoßhunde wollen Herrengunst erlangen und dadurch Gnade erhalten" und fragt:
"»Tukengzhe« sagt, ich sei Schoßhund der Kapitalisten - welcher Kapitalist oder alle Kapitalisten? Ich weiß noch nicht, wer mein Herr ist. Wüsste ich es, brächte ich bestimmt ein paar Zeitschriften zu meinem Herrn zum Verdienst-Zeigen, bekäme vielleicht ein paar Pfund oder Rubel Belohnung... Ich weiß nur, durch ständige Arbeit Geld zum Lebensunterhalt zu verdienen. Wie ich zu Kapitalisten-Kontoren gehen und Pfund holen, zu XX-Partei gehen und Rubel holen könnte - diese Fähigkeiten kenne ich nicht..."
Das ist ein lebensechtes Porträt des "Schoßhunds der Kapitalisten". Alle Schoßhunde gehören, obwohl vielleicht von einem Kapitalisten gefüttert, tatsächlich allen Kapitalisten - daher sind sie zu allen Reichen zahm, bellen alle Armen an. Nicht zu wissen, wer der Herr ist, ist gerade der Grund für Zahmheit gegen alle Reichen und Beweis der Zugehörigkeit zu allen Kapitalisten. Selbst ungefüttert, abgemagert, zum wilden Hund geworden, sind sie noch zahm zu allen Reichen, bellen alle Armen an - nur verstehen sie dann noch weniger, wer der Herr ist.
Da Herr Liang seine Mühsal schildert wie ein "Proletarier" (Herr Liangs frühere "Unterlegene") und nicht weiß, "wer der Herr ist", gehört er zur zweiten Kategorie - der Genauigkeit halber sollte man Worte hinzufügen: "heimatloser" "Schoßhund der Kapitalisten".
Diese Bezeichnung hat noch Mängel. Herr Liang ist schließlich gebildeter Professor, daher anders als gewöhnliche. Er redet nicht mehr über "Hat Literatur Klassencharakter?", sondern fügt in »Antwort an Herrn Lu Xun« geschickt Sätze über "Bewaffneten Schutz der Sowjetunion" an Telegrafenstangen und zerschlagene Zeitungsscheiben ein, schreibt oben "zu XX-Partei Rubel holen" - die absichtlich versteckten XX lassen sofort "kommunistisch" erraten, zeigen, dass alle, die "Literatur hat Klassencharakter" behaupten und Herrn Liang ärgern, "Sowjetunion-Schutz" oder "Rubel-Holen" betreiben. Wie Duan Qiruis Wachen Studenten erschossen, »Chenbao« aber sagte, Studenten starben für ein paar Rubel; als mein Name in der Freiheitsliste stand, schrieb »Revolutionszeitung«, ich sei von "goldfunkelnden Rubeln gekauft" - dieselbe Methode. Für Herrn Liang mag es "Kritik" sein, dem Herrn Störer zu erschnüffeln ("Bildungsverbrecher"), aber diese Beschäftigung ist noch niedriger als "Henker".
Ich erinnere mich: Zur "Kuomintang-Kommunisten-Kooperation" war Sowjetunion-Lob in Berichten und Reden sehr modisch. Jetzt ist es anders - Zeitungen berichten von eifrigen Verhaftungen wegen Schrift an Telegrafenstangen und "XX-Partei". Debattengegner als "Sowjetunion-Schützer" oder "XX-Partei" zu bezeichnen ist also zeitgemäß modisch, bringt vielleicht "etwas Herrengunst". Aber zu sagen, Herr Liang wolle "Gunst" oder "Pfund", wäre Verleumdung - das gibt es bestimmt nicht, er will nur der "literarischen Kritik" Armut abhelfen. Literaturkritisch betrachtet, muss man zu "Schoßhund" noch ein Adjektiv hinzufügen: "armselig".
(19. April 1930)
- ["Evolution und Degeneration" - Kurze Einleitung]**
Das ist eine Sammlung nicht sehr fachlicher, allgemein lesbarer Texte aus fast hundert vom Übersetzer in zehn Jahren übersetzten Arbeiten, mit der Hoffnung auf weitere Verbreitung. Erstens um die neueste Evolutionstheorie zu zeigen, zweitens Chinas künftiges Schicksal.
Evolutionstheorie kam früh nach China, bereits mit Yan Fus Übersetzung von Huxleys »Evolution und Ethik«. Aber es blieb nur ein leerer Begriff; zur Zeit des Weltkriegs wurde es von Debattierern missverstanden, heute ist sogar der Name am Sterben. Unterdessen wandelten sich Theorien - De Vries' Mutationstheorie entstand und verfiel, Lamarcks Umwelttheorie wurde abgeschafft und wiederbelebt. Wir leben in der Natur, aber diese Naturgesetze erforschen wir kaum. Die ersten und letzten beiden Artikel argumentieren neo-lamarckistisch, geben Überblicke und füllen Lücken.
Am wichtigsten sind die letzten beiden Artikel. Wüstenwanderung nach Süden, kaum tragbare Ernährung - das sind äußerst wichtige, persönliche Probleme für Chinesen. Ohne Lösung folgt Vernichtung. Chinas schwer erforschbare Altgeschichte zu erklären, den Irrtum von Chinesen höchster Leidensfähigkeit zu widerlegen, sind nur Nebengewinne. Wälder gerodet, Gewässer ausgetrocknet - künftig wird ein Tropfen Wasser Blut gleichwertig sein. Könnten sich heutige und künftige Jugendliche daran erinnern, wäre der Lohn dieses Buches außerordentlich groß.
Aber naturwissenschaftlich sind das die Grenzen - die Antworten sind nur Wasserschutz und Aufforstung. Das scheint einfach, ist es aber nicht. Ich zitiere zwei Abschnitte von Mrs. Smedly aus »Fragmente chinesischen Landlebens« als Beweis:
"Sie (die Magd) sagte, morgen gehe sie nach Nanyuan, um Gefängniswärter zur Verwandtenfreilassung zu bewegen. Diese Person wurde mit sechzig anderen Dorfbewohnern, Männern und Frauen, vor drei Monaten verhaftet und eingesperrt, weil sie, als andere Lebensgrundlagen fehlten, Äste gehackt oder Rinde geschält hatten. Sie taten das nicht aus Störabsicht, sondern um Holz zu verkaufen und Getreide zu kaufen..."
"Nanyuan-Bewohner haben keine Ernte, kein Getreide, keine Arbeit - was nützen dann diese zwei Mu Land?... Bei geringster Störung werden Tausende zu Katastrophenopfern... Nanyuan hatte damals (bei Warlord-Kriegen) außer Bäumen nichts mehr. Sobald Dorfbewohner Bäume berührten, verhaftete und sperrte die Polizei sie ein." (»Mengya Yuekan« Heft 5, S. 177)
So vermehrt solcher Baumschutz Rindenschäler und Wurzelgräber, fördert sogar Wüstenbildung. Aber dieses Buch beschränkt sich auf Naturwissenschaft, daher nicht berücksichtigt. Nach naturwissenschaftlichen Fakten weitere Lösungsschritte anzugehen ist Aufgabe der Sozialwissenschaft.
(5. Mai 1930)
- [Geheimnisse des Schreibens klassischer Texte und des Gutseins]**
- Nachtaufzeichnung fünf
Von letztem Jahr an eineinhalb Jahre lang war das Erstickendste und Komischste aller sogenannten Kritiken Herr Chang Yanshengs Äußerung in einer Monatszeitschrift namens »Lange Nacht«, mit gerechter Miene zu sagen, meine Werke hätten mindestens zehn Jahre Lebensdauer. Vor Jahren, als »Kuangbiao« eingestellt wurde, äußerte sich derselbe Herr Chang Yansheng etwa so: »Kuangbiao« griff Lu Xun an, jetzt wollen Buchläden nicht mehr verlegen - wer weiß (!), ob Lu Xun nicht Buchhändler beeinflusste und verfolgte? Dann pries er lautstark Nordwarlords großmütige Toleranz. Da ich etwas Gedächtnis habe, sehe ich in diesem gerechten Gesicht noch schattenhaft jenen geschmiedeten Text; dabei denke ich an Professor Chen Yuans Kritik-Methode: erst einige Vorzüge aufzählen zum Fairness-Beweis, dann viele große Anklagen - durch faire Abwägung gewonnene große Anklagen. Verdienste gegen Schuld aufgerechnet führt letztendlich zu "Bildungsverbrecher", gehört an "Edelmänner"-Fahnen zur Schau gestellt. Meine Erfahrung: Tadel schadet nicht, Lob ist furchtbar, manchmal äußerst "eilig und gefährlich". Zumal dieser Herr Chang Yansheng voller Fünf-Farben-Fahnen-Geruch - selbst wenn er meine Werke wirklich für unsterblich hielte, wäre es mir, als würde Kaiser Xuantong plötzlich drachenherzig erfreut sein und mir postum "Wentreu"-Titel gnädig gewähren. Bei allem Verdruss über das Komische bleibt nur ehrfürchtiges Hutabnehmen, respektvolle Verbeugung und allerdemütigste Dankbarkeit.
Aber in einer anderen »Lange Nacht«-Ausgabe las ich dankbar einen Artikel von Herrn Liu Dajie - diese Artikel scheinen nicht in »Chinas literarische Kontroversen« aufgenommen -, vielleicht weil der Autor, wie er sagt, mich nicht kennt und keine persönlichen Ressentiments mitschwingen. Besonders nützlich fand ich des Autors Vorschlag: Bei solcher Rundumblockade solle ich Pinsel und Feder niederlegen und vorübergehend ins Ausland; er riet mir, einige weiße Seiten in der Lebensgeschichte zu lassen sei unwichtig. Dass in nur einer Lebensgeschichte weiße Seiten oder ganz weiße oder ganz schwarze Bücher die Erde nicht sprengen würden, wusste ich längst. Der unerwartete Nutzen war: Dreißig Jahre lang etwas geahnt, aber nie klar formuliert - die Methoden des Schreibens klassischer Texte und Gutseins ergriff ich plötzlich beim Zügel.
Die Geheimformel: Um klassische Texte zu schreiben, gut zu sein, muss man alles tun, aber wie weißes Papier bleiben.
Frühere Lehrer lehrten nicht »Ma-Grammatik« oder »Schreibmethoden«, nur täglich: lesen, schreiben, lesen, schreiben; schlecht geschrieben - wieder lesen, wieder schreiben. Sie sagten nie, wo Fehler lagen, wie zu schreiben war. Eine dunkle Gasse - du musstest selbst tasten, ob durchzukommen war, alle hörten auf das Schicksal. Aber gelegentlich - wirklich "gelegentlich" und "wie von selbst" - wurden Aufsätze weniger durchgestrichen, mehr belassen und dicht umkreist. Daraufhin freute sich der Student und machte so weiter - wirklich selbst rätselhaft, nur "so weiter" -, nach Jahren korrigierte der Lehrer nicht mehr, schrieb nur "gelehrt und gewandt, nicht schweifend noch verzweigt" ans Ende. Dann galt man als "durchgekommen" - natürlich würde Hochkritiker Herr Liang Shiqiu es für unzulänglich halten, aber ich spreche allgemein üblich, also folge ich dem Brauch.
Solche Aufsätze müssen klare Absichten haben, welche Meinungen sind zweitrangig. Zum Beispiel »Wer sein Werk gut machen will, muss zuerst seine Werkzeuge schärfen« - von vorn argumentieren "untaugliche Werkzeuge machen schlechte Arbeit" geht, auch von hinten "Arbeit braucht zuerst Können, ohne Können schadet gutes Werkzeug nichts" geht. Sogar über Kaiser: "Himmlischer Kaiser heilig und hell, der Untertans Schuld todeswürdig" geht, auch "Kaiser schlecht, mit einem Hieb töten" geht, denn unser Meister Meng sagte: "Hörte von Hinrichtung des Einzeltyrannen Zhou, nie von Königsmord" - wir Heiligen-Nachfolger meinen dasselbe. Aber jedenfalls muss man von Anfang bis Ende, Schicht für Schicht argumentieren, alles klar machen: Himmlischer Kaiser heilig oder töten, oder wenn man beides nicht befürwortet, am Ende erklären: "Obwohl er tyrannische Gewalt ausübt, besteht doch Herr-Diener-Beziehung; Edelmänner übertreiben nicht, ich meine, Verbannung genügt" - so würde der Lehrer vermutlich zustimmen, denn "Mitte" ist auch alter Heiligen-Lehre.
Das war aber Ende der Qing-Zeit. In früher Qing-Zeit hätte Denunziation zur "Familienvernichtung" geführt, selbst "Verbannung" ging nicht - dann redeten sie nicht über Meng-Zi oder Kong-Zi. Jetzt ist die Revolution gerade erfolgreich, die Lage ähnelt vermutlich früher Qing-Zeit. (Unvollendet)
Das ist eine kleine Hälfte der fünften »Nachtaufzeichnung«. »Nachtaufzeichnungen« wollte ich seit 1927 schreiben - zufällige Gedanken bei Lampenschein notieren, eine Sammlung bilden. Jenes Jahr veröffentlichte ich zwei Stücke. In Shanghai, bewegt von Massaker-Grausamkeit, schrieb ich anderthalb Stücke namens »Folterung« über japanische Shogun-Christen-Kreuzigungen, russische Zaren-Revolutionärs-Quälerei. Aber bald kam der Anti-Humanismus-Sturm, ich wurde faul und schrieb nicht weiter - sogar Manuskripte verschwanden.
Vorvoriges Jahr bat Roushi, für eine Buchhandlung Zeitschriftenredakteur zu werden, und erbat lockere, nicht kopfschmerzende Artikel. Diese Nacht dachte ich wieder an »Nachtaufzeichnungen«, stellte diesen Titel. Ich wollte sagen: Chinas Schreiben und Menschsein müssen "alt-bewährt" sein, aber nicht ganze Stücke kopieren, sondern ost-west-zerren, flicken bis Nähte unsichtbar sind - das ist höchstes Glück. Alles tun wie nichts tun, Kritiker nennen es gute Texte oder gute Menschen. Gesellschaftlicher Stillstand-Grund liegt hier. Nachts nicht beendet, ging schlafen. Am nächsten Tag kam Roushi, ich zeigte Geschriebenes - er runzelte die Stirn, fand es zu geschwätzig, fürchtete Platzverschwendung. So vereinbarten wir andere kurze Übersetzung, ich ließ es liegen.
Nun, über ein Jahr nach Roushis Ermordung, fand ich zufällig dieses Manuskript in wirren Papieren - wahrhaft unermesslich traurig. Ich wollte den ganzen Text vollenden, konnte aber nicht - beim Schreiben dachte ich sofort an anderes. "Mensch und Zither beide tot" ist wohl so. Jetzt füge ich diese Hälfte als Roushi-Gedenkstück bei.
In der Nacht des 26. April 1932 aufgezeichnet.
- [Von Taubheit zu Stummheit - Luo Wen]**
Ärzte sagen uns: Viele Stumme können keineswegs nicht sprechen - nur weil sie von klein auf taub waren, Erwachsenen-Sprache nicht hörten, nichts nachahmen konnten, dachten alle würden nur den Mund öffnen und unverständlich murmeln, so murmelten sie selbst. Daher seufzte Brandes über dänische Literatur-Schwäche: Literarisches Schaffen ist fast völlig tot. Menschliche oder gesellschaftliche Probleme können kein Interesse wecken oder außer in Nachrichten und Zeitschriften keine Debatten auslösen. Wir sehen keine starken, originalen Werke. Dazu kommt völlige Missachtung ausländischen Geisteslebens. So führt geistige "Taubheit" zu "Stummheit". (»Hauptströmungen der Literatur des 19. Jahrhunderts« Band 1, Vorwort)
Diese Worte kann man auf Chinas Literaturwelt übertragen. Diese Erscheinung ist nicht nur Unterdrückern anzulasten - Aufklärer der Vierter-Mai-Bewegung und spätere Gegner tragen beide Verantwortung. Erstere eilten zu sehr nach Erfolg, übersetzten keine wertvollen Bücher; letztere wurden absichtlich böse, schimpften Übersetzer Kuppler. Manche Jugendliche halfen mit - zeitweise galt sogar fremdsprachige Anmerkungen zu Namen als "Gelehrsamkeits-Prahlerei".
Was ist heute? Drei-Zimmer-Buchläden sind in der vierten Straße nicht wenige, aber voller dünner Heftchen - ein dickes Buch zu finden ist schwer wie Gold im Sand. Natürlich sind große, dicke Menschen noch keine Großen, viel und kompliziert ist noch nicht berühmt, zumal es "Ausschneiden-Kleben" gibt. Aber in kleinen "Was-ist-ABC"-Heften kann auch nicht alle Wissenschaft und Kunst stecken. Ein trüber Strom ist nicht so sauber und klar wie ein Glas Wasser, aber aus destilliertem Strom-Teil werden viele Gläser Reinwasser.
Durch jahrelange Luft-Geschäfte wurde die Literaturwelt öde; Textformen wurden zwar ordentlicher, aber Kampfgeist ging zurück. Literaten wurden durch Spendentitel oder Gegenlob schnell berühmt, aber durch Aufblasung wurde die Schale groß, der Inhalt noch hohler. So hielten sie diese Leere für Einsamkeit und verkündeten sie theatralisch den Lesern; Schlimmere stellten sogar Herzfäulnis als inneren Schatz dar. Prosa gilt als erfolgreich im Literaturpark, aber die diesjährigen Auswahlbände, selbst die ersten drei, geben ein "Zobel reicht nicht, Hundeschweif-Fortsetzung"-Gefühl. Mit Spreublättern Jugend zu nähren wird nie kräftig - künftige Leistungen werden noch geringer sein, wie Nietzsches "letzter Mensch".
Aber Introduktion ausländischer Strömungen, Übersetzung von Weltwerken - alle geistigen Nahrungstransport-Wege werden jetzt von Taubstumm-Machern blockiert, selbst Ausländer-Schoßhunde und Reichen-Schwiegersöhne lachen kalt mit. Sie wollen Jugend-Ohren verstopfen, sie von taub zu stumm, ausgetrocknet winzig zu "letzten Menschen" machen, bis alle nur noch Reichen-Söhne und arme Bengel-Pornographie ansehen können. Autoren und Übersetzer, die gern Erde werden, müssen kämpfen - es ist höchste Zeit: praktische geistige Nahrung um Jugendliche transportieren, jene Taubstumm-Macher in schwarze Löcher und rote Tore zurückschicken.
(29. August)
- [Neue Herbst-Notizen (2) - Lü Xun]**
Am Abend des 30. August knallte es plötzlich überall - zuerst dachte ich, "Widerstand" beginne wieder, bald erkannte ich: Feuerwerkskörper, das beruhigte mich. Dann dachte ich: Wohl wieder irgendeine Jahreszeit?... Am nächsten Tag erfuhr ich aus Zeitungen: Gestern war Mondfinsternis, das Knallen war unsere Lands- und Fremdleute (obwohl wir alle Huangdi-Nachkommen heißen, sind Chiyou-Nachkommen bestimmt nicht ausgestorben, daher "Fremdleute"), die demonstrierten, um den Mond aus dem Himmelshund-Maul zu retten.
Tage zuvor war nachts auch lebhaft. An Straßenecken standen überall Tische mit Backwaren, Wassermelonen; auf Wassermelonen saßen Fliegen, Würmer, Mücken und ein Tisch Mönche, die murmelten: "Hui Zhu Mo Pu Mi Ya Hong! Om Ya Hong! Hong!!" Das war Seelen-Speisung, Hungerteufel-Fütterung. Zur Geisterfest-Zeit kommen hungrige und nicht-hungrige Geister aus der Unterwelt, um Shanghai zu besichtigen; gute Männer und Frauen spielten Gastgeber, ließen Mönche "Om Ya Hong" ein paar Reiskörner hinausschießen, damit alle satt äßen.
Ich bin ein gewöhnlicher Mensch, achtete nie auf Himmel und Unterwelt, aber bei solchen Gelegenheiten spüre ich die hohen und passenden Gedanken unserer irdischen Lands- und Fremdleute. Ohne anderes zu erwähnen: In nicht ganz zwei Jahren wechselten vier Provinzen und neun Inseln die Fahnen, bald noch acht Inseln. Nicht nur ist Rettung unmöglich - selbst retten-wollen ist gefährlich. (Diese Sätze wurden gedruckt als "die Umstände erlauben es nicht".) Am passendsten ist Mond-Rettung: Mag Feuerwerk himmelerschütternd knallen, Himmelshunde beißen nicht, Mond-Häuptlinge (falls vorhanden) verbieten nicht als reaktionär. Menschen-Rettung ebenso: Kriegs-, Dürre-, Heuschrecken-, Wasserkatastrophen... unzählige Katastrophenopfer. Wie können noch verschonte Kleinleute retten? Seelen-Rettung ist viel praktischer: wenig Aufwand, viel Nutzen, wie Reichen-Herren Zeremonien und Pagoden-Bau. Das heißt "ohne Fernsicht droht nahe Sorge"; "Edelmänner kümmern sich um Großes und Fernes".
Außerdem: "Auch wenn der Koch nicht kocht, überschreitet der Priester nicht Ehrenplatz und Altar, um ihn zu ersetzen" - alte Heiligen-Lehre. Staatsangelegenheiten haben Staatslenker, Kleinvolk braucht nicht zu lärmen. Aber bisherige Kaiser verachteten Kleinvolk nicht, gaben höhere Freiheit und Rechte: speziell Kosmos und Seelen retten zu dürfen. Das ist Friedens-Grundlage, von alters her bewährt, künftig vermutlich nicht abgeschafft. Letztes Jahr nach Kriegsende in Shanghai zogen japanische Truppen allmählich auf Schiffe und in Kasernen; eine Nacht knallte es auch so. Noch während "Langzeit-Widerstand" verstanden Japaner unsere Nationalessenz nicht, dachten, wieder komme irgendeine Armee zur Landbefreiung - sofort Wachen aufgestellt, Truppen ausgesandt... Wirres Durcheinander, bis klar wurde: Wir retteten den Mond, sie sahen Gespenster. "Oh oh! Naruhodo (ach so)!" Nach Erstaunen und Bewunderung kehrte Frieden zurück. Dieses Jahr keine Wachen - wohl schon von chinesischer Geisteszivilisation bekehrt.
Verbieten heutige Invasoren und Unterdrücker wie alte Tyrannen sogar Diener-Verwirrung und -Träume?...
(31. August)
- [Männliche Evolution - Yu Ming]**
Tierpaarung als Liebe zu bezeichnen ist etwas blasphemisch. Aber Tiere haben Sexualleben - das ist unbestreitbar. Während der Brunst treffen Weibchen und Männchen zusammen, unvermeidlich gibt es "Liebkosen und Schmeicheln". Natürlich kokettieren Weibchen manchmal, laufen weg, schauen zurück, rufen, bis zur "Wohngemeinschafts-Liebe". Obwohl Tierarten vielfältig sind, ihre "Liebes"-Weisen komplex, ist eines zweifellos: Männchen haben keine besonderen Privilegien.
Menschen als Krone der Schöpfung zeigen zuerst männliche Überlegenheit. Anfangs war es so-so, aber wegen "Mutter bekannt, Vater unbekannt" "herrschten" Frauen eine Zeit - damalige Ahnenfrauen waren wohl mächtiger als spätere Klanführer. Später hatten Frauen irgendwie Pech: Hals, Hände, Füße alle in Ketten, Reifen, Ringen gefesselt - obwohl nach Jahrtausenden diese Reifen meist golden, silbern, perlen- und diamantbesetzt wurden, sind Halsketten, Armreifen, Ringe heute noch Sklavinnen-Symbole. Da Frauen Sklavinnen wurden, brauchten Männer nicht ihre Zustimmung zum "Lieben". In alten Stammeskämpfen wurden Gefangene zu Sklaven, Gefangene zu Vergewaltigungsopfern. Damals war Brunst wohl "abgeschafft", jederzeit konnten Herren Gefangene und Sklavinnen vergewaltigen. Moderne Banditen-Bösewichte behandeln Frauen nicht als Menschen - das hat wirklich Häuptlings-Samurai-Tradition.
Aber Vergewaltigungs-Fähigkeiten sind nur ein "Evolutions"-Schritt von Tieren zu Menschen, noch halbzivilisiert. Denkst du, weinende, sich windende Frauen können viel Interesse bieten? Seit Geld auftauchte, ist männliche Evolution unglaublich. Alles ist käuflich, Sexualität keine Ausnahme. Männer zahlen stinkendes Geld für das, was sie von Frauen wollen. Außerdem können sie sagen: Ich vergewaltige dich nicht, das ist freiwillig - du willst Geld, also gehorche, wir handeln fair! Sie missbrauchen sie und lassen sie "Danke, junger Herr" sagen. Können Tiere das? Daher ist Prostitution eine hohe männliche Evolutionsstufe.
Gleichzeitig ist Eltern-Vermittler-Ehe noch raffinierter als Prostitution. Unter diesem System bekommen Männer dauerhaften Lebensbesitz - wenn Bräute ins Bett gelegt werden, haben sie nur Pflichten, nicht mal Preisverhandlungs-Freiheit, geschweige Liebe. Ob du liebst oder nicht, unter Zhou-Kong-Konfuzius-Namen musst du treu bleiben, Keuschheit bewahren. Männer können sie jederzeit benutzen, sie muss Heiligen-Sitten befolgen - selbst "böse Gedanken sind Ehebruch". Verwendeten Rüden solche raffinierte, strenge Mittel gegen Hündinnen, würden diese "über Zäune springen". Menschen springen nur in Brunnen als tugendhafte, keusche, heroische Frauen. Sitten-Ehe-Evolution ist offensichtlich.
Dass Männer "wissenschaftlichste" Lehren verwenden, damit Frauen ohne Sitten freiwillig treu bleiben und Sexualität für "tierisch" halten, nicht als Liebes-Grundlage; daher "wissenschaftliche Keuschheit" erfinden - das ist natürlich zivilisierter Evolutions-Höhepunkt.
Ach, Menschen - Männer - unterscheiden sich so von Tieren!
Selbst-Anmerkung: Dieser Artikel verteidigt die Moral.
(3. September)
- [Zustimmung und Erklärung - Yu Ming]**
Vorgesetzte müssen nicht Untergebenen-Zustimmung einholen - das ist selbstverständlich. Aber manchmal erklären Vorgesetzte Untergebenen.
Ein neuer Weltberühmter sagt: "Schon in Urzeit gab es Autorität - Menschen zwangen Tiere zum Gehorsam, zum Aufgeben freien Lebens, ohne Tier-Zustimmung einzuholen." Das ist durchdringend. Sonst hätten wir Rindfleisch zu essen, Pferde zu reiten? Menschen zu Menschen ebenso.
Japans christlicher Hauptbischof erklärte kürzlich, Japan sei biblischer Engel: "Gott will Japan verwenden, um juden-mordende Weiße zu besiegen... mit Gewalt Juden befreien, Altes Testament erfüllen." Das holt offensichtlich keine Weißen-Zustimmung ein, wie juden-mordende Weiße keine Juden-Zustimmung einholten. Japans Herren schaffen in China "nationale Schwierigkeiten" ohne chinesische Volks-Zustimmung. - Manche örtliche Notabeln bitten japanische Herren um Zustimmung zur örtlichen Ordnungs-Wahrung, das ist anders. Jedenfalls: Um frei Rindfleisch zu essen, Pferde zu reiten, muss man sich als Vorgesetzten erklären, andere als Untergebene; Menschen mit Tieren vergleichen oder sich als Engel ausgeben.
Aber hier ist "Gewalt" am wichtigsten, nicht Theorien. Weder soziologische noch christliche Theorien schaffen Autorität. Urmenschen-Autorität über Tiere entstand durch Pfeil-Erfindungen. Theorien sind nachträgliche Erklärungen. Diese Erklärungen schaffen religiöse, philosophische, wissenschaftliche, weltströmungs-mäßige Grundlagen eigener Autorität, lassen Sklaven und Vieh Welt-Gesetze begreifen und Berufungs-Träume aufgeben.
Wenn Vorgesetzte Untergebenen erklären, darfst du als Untergebener nicht missverstehen, dass Zustimmung eingeholt wird - selbst bei absoluter Ablehnung macht er weiter. Er hat seine Träume; solange Gold, Silber und Flugzeug-Kanonen in seinen Händen sind, werden seine Träume wahr; deine Träume bleiben nur Träume - werden sie wahr, sagt er, du kopierst seine animalismus-Artikel.
Angeblich ist heutiger Welttrend das Aufkommen mächtiger Regierungen, was 19. Jahrhundert-Menschen nicht träumen konnten. Italien und Deutschland nicht zu erwähnen; selbst Englands National-Regierung "gehört völlig einer konservativen Partei". "Amerikas neuer Präsident erhielt Wirtschafts-Wiederbelebungs-Macht größer als in Kriegs- und Kriegsrecht-Zeiten." Alle werden Tiere, Vorgesetzte brauchen keine Zustimmung - das ist Welttrend. Wie herrlich - wie kann man nicht nachahmen?
Aber meine Erklärung hat einen Schönheitsfehler: Chinas eigener Qin Shihuang verbrannte Bücher und begrub Gelehrte, Chinas eigener Han Yu sagte: "Volk, das nicht Reis, Getreide, Hanf, Seide für Obere liefert, wird bestraft." Das ist einheimisch - warum gegen Nationalismus ausländische Lehren und Fakten zitieren, anderen Ansehen mehren, eigenen Mut schwächen?
(3. September)
- [Literatenbett-Herbsttraum - You Guang]**
- [Zhang Zipings "Romanlehre"]**
Herr Zhang Ziping gilt als "fortschrittlichster" "proletarischer Autor". Während ihr noch im "Keimstadium" seid, noch "Neuland bebaut", erntet er bereits. Das ist Fortschritt - mit schnellen Schritten davoneilen, dass man nur noch Staub sieht. Verfolgt man ihn aber, sieht man ihn in die "Lequn-Buchhandlung" hineinlaufen.
Herr Zhang Ziping war früher Autor von Dreiecksliebe-Romanen und sah, dass Frauen sexueller Begierde noch weniger widerstehen können als Männer - sie suchen den Mann auf, schändliche Weiber, verdienen ihr Leid. Das ist natürlich kein proletarischer Roman. Aber wenn der Autor die Richtung wechselt, steigt einer zum Himmel auf und Hühner und Hunde fliegen mit - wie viel mehr die Hinterlassenschaft des Unsterblichen: Zhang Zipings Gesammelte Werke sollte man noch lesen. Das ist Ernte - verstehst du?
Es gibt noch mehr Ernte. »Shenbao« berichtete, dass die Daxia-Studenten dieses Jahr respektvoll "den von der Jugend verehrten Herrn Zhang Ziping" baten, "Romanlehre" zu unterrichten. Nach chinesischer Sitte kann ein Englischlehrer bestimmt ausländische Geschichte unterrichten, ein Chinesischlehrer bestimmt Ethik - wie viel mehr ein Romanlehrer, der natürlich voller Romanlehre steckt. Sonst könnte er es ja nicht? Können wir garantieren, dass Homer keine "Eposmethodik" hatte, Shakespeare keine "Einführung in die Dramaturgie"?
Ach, die lauschenden Jünger sind gesegnet! Künftig werden sie wissen, wie man Dreiecke bildet, wie man liebt. Du begehrst eine Frau? Überraschung - ihr sexueller Trieb ist stärker als deiner, sie kommt von selbst gelaufen. Freund, warte nur. Am bedauernswertesten sind die nicht in Shanghai, die nur aus der Ferne "verehren" können, nicht in die Schule aufgenommen werden - sie können diese große "Romanlehre" nicht ehrfürchtig anhören. Nun will ich die Essenz von Zhang Zipings Gesammelten Werken und der "Romanlehre" destillieren und den Verehrern darbieten - als "Durst mit Pflaumenbetrachtung stillen".
Das wäre --
(22. Februar)
- [Meinung zur Liga der linken Schriftsteller]**
- Rede auf der Gründungsversammlung der Liga der linken Schriftsteller am 2. März
Viele Dinge haben andere bereits sehr ausführlich besprochen, ich muss sie nicht wiederholen. Ich meine, "linke" Schriftsteller können heute sehr leicht zu "rechten" Schriftstellern werden. Warum? Erstens: Wenn man nicht mit tatsächlichen gesellschaftlichen Kämpfen in Berührung kommt, sondern nur hinter Glasfenstern Artikel schreibt und Probleme erforscht, ist es gleichgültig wie radikal oder "links" - das lässt sich leicht bewerkstelligen; aber sobald man die Realität berührt, zerbricht man sofort. Im Zimmer eingeschlossen ist es am leichtesten, gründliche Prinzipien hochzuhalten, aber auch am leichtesten "rechts abzudriften". Im Westen nennt man das "Salon-Sozialisten" - das bezieht sich darauf. "Salon" bedeutet Wohnzimmer - im Wohnzimmer über Sozialismus zu reden ist sehr elegant und schön, aber man denkt nicht an Verwirklichung. Solche Sozialisten sind völlig unzuverlässig. Außerdem gibt es heute kaum noch Schriftsteller oder Künstler ohne etwas breit verstandene sozialistische Gedanken - das hieße zu sagen, Arbeiter und Bauern sollen Sklaven sein, misshandelt, getötet, ausgebeutet werden. Solche Schriftsteller oder Künstler gibt es fast nicht mehr, außer Mussolini, aber Mussolini hat keine literarischen Werke geschrieben. (Natürlich gibt es solche Schriftsteller noch, zum Beispiel Chinas Xinyue-Literaten und den von Mussolini geliebten D'Annunzio.)
Zweitens wird man leicht "rechts", wenn man die wirklichen Umstände der Revolution nicht versteht. Revolution ist schmerzhaft und enthält notwendig Schmutz und Blut - keineswegs so interessant und vollkommen, wie Dichter sich vorstellen; Revolution ist vor allem real, braucht verschiedene niedrige, mühsame Arbeiten - keineswegs so romantisch, wie Dichter sich vorstellen; Revolution hat natürlich Zerstörung, aber braucht mehr noch Aufbau - Zerstörung macht Spaß, Aufbau ist mühsam. Daher enttäuschen sich Menschen mit romantischen Revolutionsphantasien leicht, wenn sie der Revolution nahekommen und sie voranschreitet. Der russische Dichter Jessenin begrüßte angeblich anfangs sehr die Oktoberrevolution und rief: "Es lebe die Revolution in Himmel und Erde!" und sagte "Ich bin ein Bolschewik!" Aber als nach der Revolution die tatsächlichen Umstände völlig anders waren als vorgestellt, wurde er enttäuscht und dekadent. Jessenin beging später Selbstmord - diese Enttäuschung war angeblich einer der Gründe. Auch Pilnjak und Ehrenburg sind Beispiele. Bei unserer Xinhai-Revolution gab es Ähnliches - damals waren viele Literaten, zum Beispiel "Nanshe"-Leute, anfangs sehr revolutionär, aber sie hegten Illusionen und dachten, man müsse nur die Mandschu verjagen, dann würde alles zur "Han-Würde" zurückkehren, alle würden weitärmelige Gewänder tragen, hohe Kappen und breite Gürtel, gravitätisch auf den Straßen wandeln. Wer wusste, dass nach Vertreibung des Qing-Kaisers und Gründung der Republik alles ganz anders war - sie wurden enttäuscht, später wurden manche sogar zu Reaktionären gegen neue Bewegungen. Wenn wir aber die wirklichen Revolutionsumstände nicht verstehen, können wir genauso werden.
Außerdem ist die Vorstellung falsch, Dichter oder Schriftsteller stünden über allen Menschen, ihre Arbeit sei edler als alle andere. Zum Beispiel hielt Heine Dichter für das Edelste und Gott für den Gerechtesten - nach dem Tod kommen Dichter zu Gott, sitzen um ihn herum, Gott bewirtet sie mit Süßigkeiten. Heute glaubt natürlich niemand mehr an Gottes Süßigkeiten-Bewirtung, aber zu denken, Dichter oder Schriftsteller würden jetzt für die arbeitenden Massen revolutionieren und nach erfolgreichem Revolutionssieg von der Arbeiterklasse bestimmt reich belohnt, besonders behandelt, dürften erste Klasse fahren, Erstklassiges essen, oder Arbeiter brächten ihnen Butterbrot dar und sagten: "Unser Dichter, bitte bedient Euch!" - das ist ebenfalls falsch; denn tatsächlich wird es so nie sein, wahrscheinlich wird es dann noch härter als jetzt, nicht nur kein Butterbrot, vielleicht nicht mal Schwarzbrot, wie Russlands Lage ein, zwei Jahre nach der Revolution zeigt. Versteht man das nicht, wird man auch leicht "rechts". Tatsächlich werden arbeitende Massen, solange sie nicht Liang Shiqius "vielversprechende" sind, Intellektuelle bestimmt nicht besonders schätzen - wie Metik (aus der Intellektuellenschicht) in meiner Übersetzung von »Vernichtung« oft von Bergarbeitern verspottet wird. Natürlich haben Intellektuelle ihre Aufgaben, sollten nicht besonders geringgeschätzt werden, aber Arbeiterklassen haben keine Pflicht, Dichter oder Schriftsteller besonders bevorzugt zu behandeln.
Nun zu einigen Punkten, die wir künftig beachten sollten.
Erstens: Der Kampf gegen alte Gesellschaft und alte Kräfte muss entschieden, anhaltend und kraftvoll sein. Die Wurzeln der alten Gesellschaft sind außerordentlich fest - neue Bewegungen brauchen größere Kraft, um sie zu erschüttern. Außerdem hat die alte Gesellschaft gute Methoden, neue Kräfte zu Kompromissen zu bewegen, aber sie selbst kompromittiert nie. In China gab es viele neue Bewegungen, aber jedes Mal siegte das Alte über das Neue - der Grund liegt meist darin, dass die neue Seite keine entschiedenen, weitreichenden Ziele hatte, kleine Forderungen stellte, leicht zufriedenzustellen war. Die Umgangssprachen-Bewegung zum Beispiel - anfangs widerstand die alte Gesellschaft mit aller Kraft, aber bald gestattete sie Umgangssprache, gab ihr einen armseligen Platz in Zeitungsecken. Das lag daran, dass die alte Gesellschaft das Neue für harmlos und ungefährlich hielt, also sein Bestehen zuließ, während die neue Seite zufrieden war und meinte, Umgangssprache habe Existenzrecht erhalten. Die proletarische Literaturbewegung der letzten Jahre war fast genauso - die alte Gesellschaft gestattete auch proletarische Literatur, da sie nicht gefährlich war; im Gegenteil betrieben sie selbst proletarische Literatur als Dekoration, als würde man neben vielen antiken Porzellanen im Wohnzimmer auch eine grobe Arbeiterschale aufstellen - sehr originell; und die proletarischen Literaten? Sie hatten schon einen kleinen Platz im Literaturbetrieb, ihre Manuskripte verkauften sich, sie mussten nicht mehr kämpfen, Kritiker sangen Siegeslieder: "Proletarische Literatur siegt!" Aber außer persönlichem Sieg - was die proletarische Literatur betrifft, wie viel hatte sie wirklich gesiegt? Außerdem ist proletarische Literatur ein Flügel des proletarischen Befreiungskampfes - sie wächst mit der gesellschaftlichen Kraft des Proletariats. Wenn die gesellschaftliche Stellung des Proletariats sehr niedrig ist, die literarische Position proletarischer Literatur aber sehr hoch - das beweist nur, dass proletarische Literaten das Proletariat verlassen und zur alten Gesellschaft zurückgekehrt sind.
Zweitens sollte die Front erweitert werden. Vor- und letztes Jahr gab es literarische Kämpfe, aber der Bereich war zu klein - alle alte Literatur und altes Denken wurden von Neuen ignoriert, stattdessen kämpften in einer Ecke neue Literaten gegen neue Literaten, während Alte gemütlich zuschauen konnten.
Drittens sollten wir große Scharen neuer Kämpfer schaffen. Denn jetzt sind es wirklich zu wenige. Wir haben mehrere Zeitschriften, geben nicht wenige Einzelbände heraus, aber die Artikelschreiber sind immer dieselben wenigen - so kann der Inhalt nur dünn sein. Ein Mensch kann nicht alles - etwas hier, etwas da: übersetzen, Romane schreiben, kritisieren und dichten - wie soll das gut gehen? Alles wegen Personalmangel. Mit mehr Leuten könnten Übersetzer nur übersetzen, Schöpfer nur schaffen, Kritiker nur kritisieren; gegen Feinde kämpfend wäre die Streitmacht stark genug zum Sieg. Hierzu eine Begebenheit. Als Schöpfungsgesellschaft und Sonnengesellschaft mich vorvoriges Jahr angriffen, war die Kraft wirklich schwach - schließlich fand sogar ich es langweilig und hatte keine Lust mehr zum Gegenangriff, da ich merkte, dass die feindliche Armee "Leere-Stadt-Strategie" spielte. Damals konzentrierte sich meine Feindarmee aufs Trommeln, nicht auf Rekrutierung und Ausbildung; angreifende Artikel gab es viele, aber man sah sofort, dass alle unter Decknamen waren - beim Schimpfen immer dieselben Sätze. Ich wartete damals darauf, dass jemand käme, der marxistische Kritik beherrschte, um mich zu treffen - aber er erschien nie. Ich habe schon immer auf die Heranbildung neuer junger Kämpfer geachtet, mehrere Literaturgruppen betrieben, aber mit geringem Erfolg. Künftig müssen wir darauf achten.
Wir brauchen dringend große Scharen neuer Kämpfer, aber gleichzeitig müssen Literaturfront-Kämpfer "zäh" sein. "Zäh" bedeutet: nicht wie die Qing-Zeit Achtgliedrige Essays als "Türklopfer" verwenden. Qing-Achtgliedrige Essays waren Werkzeuge für Studium und Beamtentum - konnte man nur "Einleitung-Entwicklung-Wendung-Schluss" schreiben und damit "Xiucai-Juren" werden, konnte man Achtgliedrige Essays wegwerfen, brauchte sie lebenslang nicht mehr - daher "Türklopfer": mit einem Stein die Tür klopfen, ist die Tür auf, kann man den Stein wegwerfen, muss ihn nicht mitnehmen. Diese Methode verwenden heute noch viele - oft sehen wir Menschen nach ein, zwei Gedicht- oder Romanbänden für immer verschwinden. Wohin? Weil sie mit ein, zwei Büchern kleinen oder großen Ruhm erlangten, Professuren oder andere Stellungen bekamen - Erfolg und Ruhm erreicht, müssen sie keine Gedichte oder Romane mehr schreiben, daher verschwinden sie für immer. Deshalb hat China weder in Literatur noch Wissenschaft etwas. Aber wir wollen etwas haben, denn das nützt uns. (Lunatscharski befürwortet sogar, russische Bauernkunst zu bewahren, weil man sie herstellen und an Ausländer verkaufen kann - wirtschaftlich hilfreich. Wenn wir literarisch oder wissenschaftlich etwas hätten, das wir anderen geben könnten, würde das sogar politischen Bewegungen zur Befreiung von imperialistischer Unterdrückung helfen.) Aber kulturelle Erfolge erfordern Zähigkeit.
Schließlich denke ich, Einheitsfronten brauchen gemeinsame Ziele als notwendige Bedingung. Ich erinnere mich, gehört zu haben: "Reaktionäre haben bereits Einheitsfronten, wir sind noch nicht vereint!" Tatsächlich haben sie auch keine bewusste Einheitsfront - nur weil ihre Ziele gleich sind, handeln sie einheitlich, für uns wirkt es wie eine Einheitsfront. Dass unsere Front nicht einheitlich sein kann, beweist, dass unsere Ziele nicht übereinstimmen - entweder nur für kleine Gruppen oder tatsächlich nur für Einzelne. Wären alle Ziele bei Arbeitern und Bauern, wäre die Front natürlich vereint.
- [Wir brauchen Kritiker]**
Nach der ungefähren Lage zu urteilen (wir bekommen hier keine verlässlichen Statistiken), sind seit letztem Jahr die Leser "revolutionärer" Romane zurückgegangen, der Verlagstrend wendet sich den Sozialwissenschaften zu. Das ist eine gute Erscheinung. Anfangs waren junge Leser von werbehaften Kritiken verzaubert und dachten, "revolutionäre" Werke zu lesen bringe Aussichten, sie selbst und die Gesellschaft könnten gerettet werden - so griffen sie wahllos zu und verschlangen alles. Vieles war aber keine Nahrung, sondern saurer Wein in neuen Schläuchen, faules Fleisch in rotem Papier - das Ergebnis: Magenjucken wie vor dem Erbrechen.
Nach dieser bitteren Lektion wandten sie sich grundlegenden, praktischen Sozialwissenschaften zu - natürlich ein berechtigter Fortschritt.
Aber größtenteils wegen Marktbedürfnissen wimmeln sozialwissenschaftliche Übersetzungen wieder massenhaft, Brauchbares und Untaugliches liegen gemischt an Buchständen, Leser, die korrekte Kenntnisse suchen, sind bereits verwirrt. Aber neue Kritiker schweigen, pseudo-kritische Strömungen nutzen die Gelegenheit für pauschale Verdammung: "Hunde und Katzen".
Hier brauchen wir nur noch einige solide, klare Kritiker, die Sozialwissenschaften und deren Literaturtheorien wirklich verstehen.
Kritiker entstehen in China schon lange - jede Literaturgruppe hat meist eine Riege literarischer Figuren: mindestens einen Dichter, einen Romancier und einen Kritiker, der die Herrlichkeit und Verdienste der eigenen Gruppe verkündet. Diese Gruppen behaupten alle, Reform anzustreben und alte Festungen anzugreifen, aber unterwegs rangeln sie unter alten Festungen miteinander, bis alle erschöpft loslassen - da es nur "Rangeln" war, gibt es keine großen Verletzungen, nur Keuchen. Beim Keuchen halten sich alle für siegreich und singen Triumphlieder. Alte Festungen brauchen gar keine Wächter - verschränkte Arme und gesenkter Kopf, diese neuen Feinde beim Selbst-aufgeführten Lustspiel zu beobachten, genügt. Sie schweigen, aber sie siegen.
Obwohl es diese zwei Jahre keine herausragenden Werke gab, sind meiner Ansicht nach gedruckte Werke wie Li Shouzhans »Die Wandernden«, Tai Jingnongs »Erdensöhne«, Ye Yongzhens erste Hälfte von »Kleine zehn Jahre«, Roushis »Februar« und »Tod der alten Zeit«, Wei Jinzhis »Autobiographie in sieben Briefen«, Liu Yimings »Nach der Arbeitslosigkeit« trotzdem ausgezeichnet. Schade, dass unser berühmter Kritiker Herr Liang Shiqiu noch mit Chen Xiying korrespondiert - darüber brauchen wir nicht zu sprechen; Herr Cheng Fangwu schwelgte in vergangener Schöpfungsgesellschafts-Herrlichkeit, verwandelte sich in "Shi Housheng" und verschwand dann meteorartig; Herr Qian Xingcun kämpft neuerdings nur in »Tukengzhe« abschnittsweise mit Kuraihara Korehito und Mao Dun. Werke außerhalb jeder Literaturgruppe werden auf diesem geschäftigen oder trägen Schlachtfeld alle "abgefertigt" oder totgeschwiegen.
Diese Wendung der Lesewelt zu Sozialwissenschaften ist eine gute, berechtigte Wende - nicht nur für andere Bereiche nützlich, auch für Literatur kann sie Fortschritt in richtige Richtung fördern. Aber bei wirrem Angebot und Spott der Zuschauer verwelkt es leicht - was jetzt zuerst nötig ist, sind wieder:
Einige solide, klare Kritiker, die Sozialwissenschaften und deren Literaturtheorien wirklich verstehen.
- [Gute-Regierung-ismus]**
Herr Liang Shiqiu befürwortet diesmal in »Xinyues« »Verschiedenes« auch "Unzufriedenheit mit dem Status quo", meint aber: "Jetzt haben intelligente Menschen (besonders die mit 'Vorreiter'-, 'Autoritäts'-, 'Fortschritt'-Titeln) die Verantwortung, nicht nur kühl spöttisch 'Unzufriedenheit mit dem Status quo' in Glossen auszudrücken, sondern ehrlich nach positiven Heilmitteln für den 'Status quo' zu suchen."
Warum? Weil Krankheiten Medizin brauchen. "Drei-Volksprinzipien sind eine Medizin", sagt Herr Liang, "Kommunismus ist auch eine Medizin, Nationalismus ist auch eine Medizin, Anarchismus ist auch eine Medizin, Gute-Regierung-ismus ist auch eine Medizin." Wenn du nun "alle Rezepte wertlos verurteilst, alle gnadenlos verspottest... was ist das für eine Psychologie?"
Diese Psychologie verdient Tadel. Praktisch habe ich aber nie solche Glossen gesehen - dass derselbe Autor Drei-Volksprinzipler für anglo-amerikanische Freiheitsverletzer, Kommunisten für russische Rubelempfänger hielte, Nationalismus zu eng, Anarchismus zu leer fände... Herr Liangs »Verschiedenes« übertreibt die Sünden gesehener Glossen.
Tatsächlich kann jeder Mängel einer Ideologie oder daraus entstehende Missstände kritisieren, auch ohne Anhänger dieser Ideologie zu sein. Schmerzen von Unterdrückung führen zu Schreien - man muss nicht vor besseren Ideologien die Zähne zusammenbeißen. Natürlich wären bessere Vorschläge besser.
Aber Herr Liangs bescheiden ans Ende gestellten "Gute-Regierung-ismus" sollte man noch bescheidener als Ausnahme betrachten. Von Drei-Volksprinzipien bis Anarchismus - gleich welcher Temperatur - sind es doch Medizinnamen wie Gips oder Zimt (Nutzen oder Schaden nach Einnahme ist eine andere Frage). Nur diese "Medizin" "Gute-Regierung-ismus" nennt nicht Medizinnamen, sondern schreibt "Gute Medizin" und geschwätzige Arzt-Allüren. Richtig, niemand kann sagen, man solle schlechte Medizin verwenden, aber dieses Rezept lässt jeden "wertlos verurteilen" ("Lob" bedeutet "preisen", hier unpassend verwendeter Beweis für Unkenntnis des Zeichens "Lob", aber das ist Herr Liangs Originaltext, also beibehalten).
Würde dieser Arzt zornig brüllen: "Du spottest über meinen Gute-Medizin-ismus, dann gib dein Rezept!" - das wäre ein höchst lächerlicher "Status quo", der auch ohne Ideologien Glossen hervorbrächte. Glossen sind endlos, gerade weil es zu viele solche "Status quo" gibt.
(17. April 1930)
- ["Heimatloser" "Schoßhund der Kapitalisten"]**
Weil »Tukengzhe« ihn "Schoßhund der Kapitalisten" nannte, schrieb Herr Liang Shiqiu einen Artikel namens »Ich ärgere mich nicht«. Nach der Definition auf Seite 672 der zweiten »Tukengzhe«-Ausgabe "fühle ich mich etwas wie ein Proletarier", dann definiert er "Schoßhund" als "alle Schoßhunde wollen Herrengunst erlangen und dadurch Gnade erhalten" und fragt:
"»Tukengzhe« sagt, ich sei Schoßhund der Kapitalisten - welcher Kapitalist oder alle Kapitalisten? Ich weiß noch nicht, wer mein Herr ist. Wüsste ich es, brächte ich bestimmt ein paar Zeitschriften zu meinem Herrn zum Verdienst-Zeigen, bekäme vielleicht ein paar Pfund oder Rubel Belohnung... Ich weiß nur, durch ständige Arbeit Geld zum Lebensunterhalt zu verdienen. Wie ich zu Kapitalisten-Kontoren gehen und Pfund holen, zu XX-Partei gehen und Rubel holen könnte - diese Fähigkeiten kenne ich nicht..."
Das ist ein lebensechtes Porträt des "Schoßhunds der Kapitalisten". Alle Schoßhunde gehören, obwohl vielleicht von einem Kapitalisten gefüttert, tatsächlich allen Kapitalisten - daher sind sie zu allen Reichen zahm, bellen alle Armen an. Nicht zu wissen, wer der Herr ist, ist gerade der Grund für Zahmheit gegen alle Reichen und Beweis der Zugehörigkeit zu allen Kapitalisten. Selbst ungefüttert, abgemagert, zum wilden Hund geworden, sind sie noch zahm zu allen Reichen, bellen alle Armen an - nur verstehen sie dann noch weniger, wer der Herr ist.
Da Herr Liang seine Mühsal schildert wie ein "Proletarier" (Herr Liangs frühere "Unterlegene") und nicht weiß, "wer der Herr ist", gehört er zur zweiten Kategorie - der Genauigkeit halber sollte man Worte hinzufügen: "heimatloser" "Schoßhund der Kapitalisten".
Diese Bezeichnung hat noch Mängel. Herr Liang ist schließlich gebildeter Professor, daher anders als gewöhnliche. Er redet nicht mehr über "Hat Literatur Klassencharakter?", sondern fügt in »Antwort an Herrn Lu Xun« geschickt Sätze über "Bewaffneten Schutz der Sowjetunion" an Telegrafenstangen und zerschlagene Zeitungsscheiben ein, schreibt oben "zu XX-Partei Rubel holen" - die absichtlich versteckten XX lassen sofort "kommunistisch" erraten, zeigen, dass alle, die "Literatur hat Klassencharakter" behaupten und Herrn Liang ärgern, "Sowjetunion-Schutz" oder "Rubel-Holen" betreiben. Wie Duan Qiruis Wachen Studenten erschossen, »Chenbao« aber sagte, Studenten starben für ein paar Rubel; als mein Name in der Freiheitsliste stand, schrieb »Revolutionszeitung«, ich sei von "goldfunkelnden Rubeln gekauft" - dieselbe Methode. Für Herrn Liang mag es "Kritik" sein, dem Herrn Störer zu erschnüffeln ("Bildungsverbrecher"), aber diese Beschäftigung ist noch niedriger als "Henker".
Ich erinnere mich: Zur "Kuomintang-Kommunisten-Kooperation" war Sowjetunion-Lob in Berichten und Reden sehr modisch. Jetzt ist es anders - Zeitungen berichten von eifrigen Verhaftungen wegen Schrift an Telegrafenstangen und "XX-Partei". Debattengegner als "Sowjetunion-Schützer" oder "XX-Partei" zu bezeichnen ist also zeitgemäß modisch, bringt vielleicht "etwas Herrengunst". Aber zu sagen, Herr Liang wolle "Gunst" oder "Pfund", wäre Verleumdung - das gibt es bestimmt nicht, er will nur der "literarischen Kritik" Armut abhelfen. Literaturkritisch betrachtet, muss man zu "Schoßhund" noch ein Adjektiv hinzufügen: "armselig".
(19. April 1930)
- ["Evolution und Degeneration" - Kurze Einleitung]**
Das ist eine Sammlung nicht sehr fachlicher, allgemein lesbarer Texte aus fast hundert vom Übersetzer in zehn Jahren übersetzten Arbeiten, mit der Hoffnung auf weitere Verbreitung. Erstens um die neueste Evolutionstheorie zu zeigen, zweitens Chinas künftiges Schicksal.
Evolutionstheorie kam früh nach China, bereits mit Yan Fus Übersetzung von Huxleys »Evolution und Ethik«. Aber es blieb nur ein leerer Begriff; zur Zeit des Weltkriegs wurde es von Debattierern missverstanden, heute ist sogar der Name am Sterben. Unterdessen wandelten sich Theorien - De Vries' Mutationstheorie entstand und verfiel, Lamarcks Umwelttheorie wurde abgeschafft und wiederbelebt. Wir leben in der Natur, aber diese Naturgesetze erforschen wir kaum. Die ersten und letzten beiden Artikel argumentieren neo-lamarckistisch, geben Überblicke und füllen Lücken.
Am wichtigsten sind die letzten beiden Artikel. Wüstenwanderung nach Süden, kaum tragbare Ernährung - das sind äußerst wichtige, persönliche Probleme für Chinesen. Ohne Lösung folgt Vernichtung. Chinas schwer erforschbare Altgeschichte zu erklären, den Irrtum von Chinesen höchster Leidensfähigkeit zu widerlegen, sind nur Nebengewinne. Wälder gerodet, Gewässer ausgetrocknet - künftig wird ein Tropfen Wasser Blut gleichwertig sein. Könnten sich heutige und künftige Jugendliche daran erinnern, wäre der Lohn dieses Buches außerordentlich groß.
Aber naturwissenschaftlich sind das die Grenzen - die Antworten sind nur Wasserschutz und Aufforstung. Das scheint einfach, ist es aber nicht. Ich zitiere zwei Abschnitte von Mrs. Smedly aus »Fragmente chinesischen Landlebens« als Beweis:
"Sie (die Magd) sagte, morgen gehe sie nach Nanyuan, um Gefängniswärter zur Verwandtenfreilassung zu bewegen. Diese Person wurde mit sechzig anderen Dorfbewohnern, Männern und Frauen, vor drei Monaten verhaftet und eingesperrt, weil sie, als andere Lebensgrundlagen fehlten, Äste gehackt oder Rinde geschält hatten. Sie taten das nicht aus Störabsicht, sondern um Holz zu verkaufen und Getreide zu kaufen..."
"Nanyuan-Bewohner haben keine Ernte, kein Getreide, keine Arbeit - was nützen dann diese zwei Mu Land?... Bei geringster Störung werden Tausende zu Katastrophenopfern... Nanyuan hatte damals (bei Warlord-Kriegen) außer Bäumen nichts mehr. Sobald Dorfbewohner Bäume berührten, verhaftete und sperrte die Polizei sie ein." (»Mengya Yuekan« Heft 5, S. 177)
So vermehrt solcher Baumschutz Rindenschäler und Wurzelgräber, fördert sogar Wüstenbildung. Aber dieses Buch beschränkt sich auf Naturwissenschaft, daher nicht berücksichtigt. Nach naturwissenschaftlichen Fakten weitere Lösungsschritte anzugehen ist Aufgabe der Sozialwissenschaft.
(5. Mai 1930)
- [Geheimnisse des Schreibens klassischer Texte und des Gutseins]**
- Nachtaufzeichnung fünf
Von letztem Jahr an eineinhalb Jahre lang war das Erstickendste und Komischste aller sogenannten Kritiken Herr Chang Yanshengs Äußerung in einer Monatszeitschrift namens »Lange Nacht«, mit gerechter Miene zu sagen, meine Werke hätten mindestens zehn Jahre Lebensdauer. Vor Jahren, als »Kuangbiao« eingestellt wurde, äußerte sich derselbe Herr Chang Yansheng etwa so: »Kuangbiao« griff Lu Xun an, jetzt wollen Buchläden nicht mehr verlegen - wer weiß (!), ob Lu Xun nicht Buchhändler beeinflusste und verfolgte? Dann pries er lautstark Nordwarlords großmütige Toleranz. Da ich etwas Gedächtnis habe, sehe ich in diesem gerechten Gesicht noch schattenhaft jenen geschmiedeten Text; dabei denke ich an Professor Chen Yuans Kritik-Methode: erst einige Vorzüge aufzählen zum Fairness-Beweis, dann viele große Anklagen - durch faire Abwägung gewonnene große Anklagen. Verdienste gegen Schuld aufgerechnet führt letztendlich zu "Bildungsverbrecher", gehört an "Edelmänner"-Fahnen zur Schau gestellt. Meine Erfahrung: Tadel schadet nicht, Lob ist furchtbar, manchmal äußerst "eilig und gefährlich". Zumal dieser Herr Chang Yansheng voller Fünf-Farben-Fahnen-Geruch - selbst wenn er meine Werke wirklich für unsterblich hielte, wäre es mir, als würde Kaiser Xuantong plötzlich drachenherzig erfreut sein und mir postum "Wentreu"-Titel gnädig gewähren. Bei allem Verdruss über das Komische bleibt nur ehrfürchtiges Hutabnehmen, respektvolle Verbeugung und allerdemütigste Dankbarkeit.
Aber in einer anderen »Lange Nacht«-Ausgabe las ich dankbar einen Artikel von Herrn Liu Dajie - diese Artikel scheinen nicht in »Chinas literarische Kontroversen« aufgenommen -, vielleicht weil der Autor, wie er sagt, mich nicht kennt und keine persönlichen Ressentiments mitschwingen. Besonders nützlich fand ich des Autors Vorschlag: Bei solcher Rundumblockade solle ich Pinsel und Feder niederlegen und vorübergehend ins Ausland; er riet mir, einige weiße Seiten in der Lebensgeschichte zu lassen sei unwichtig. Dass in nur einer Lebensgeschichte weiße Seiten oder ganz weiße oder ganz schwarze Bücher die Erde nicht sprengen würden, wusste ich längst. Der unerwartete Nutzen war: Dreißig Jahre lang etwas geahnt, aber nie klar formuliert - die Methoden des Schreibens klassischer Texte und Gutseins ergriff ich plötzlich beim Zügel.
Die Geheimformel: Um klassische Texte zu schreiben, gut zu sein, muss man alles tun, aber wie weißes Papier bleiben.
Frühere Lehrer lehrten nicht »Ma-Grammatik« oder »Schreibmethoden«, nur täglich: lesen, schreiben, lesen, schreiben; schlecht geschrieben - wieder lesen, wieder schreiben. Sie sagten nie, wo Fehler lagen, wie zu schreiben war. Eine dunkle Gasse - du musstest selbst tasten, ob durchzukommen war, alle hörten auf das Schicksal. Aber gelegentlich - wirklich "gelegentlich" und "wie von selbst" - wurden Aufsätze weniger durchgestrichen, mehr belassen und dicht umkreist. Daraufhin freute sich der Student und machte so weiter - wirklich selbst rätselhaft, nur "so weiter" -, nach Jahren korrigierte der Lehrer nicht mehr, schrieb nur "gelehrt und gewandt, nicht schweifend noch verzweigt" ans Ende. Dann galt man als "durchgekommen" - natürlich würde Hochkritiker Herr Liang Shiqiu es für unzulänglich halten, aber ich spreche allgemein üblich, also folge ich dem Brauch.
Solche Aufsätze müssen klare Absichten haben, welche Meinungen sind zweitrangig. Zum Beispiel »Wer sein Werk gut machen will, muss zuerst seine Werkzeuge schärfen« - von vorn argumentieren "untaugliche Werkzeuge machen schlechte Arbeit" geht, auch von hinten "Arbeit braucht zuerst Können, ohne Können schadet gutes Werkzeug nichts" geht. Sogar über Kaiser: "Himmlischer Kaiser heilig und hell, der Untertans Schuld todeswürdig" geht, auch "Kaiser schlecht, mit einem Hieb töten" geht, denn unser Meister Meng sagte: "Hörte von Hinrichtung des Einzeltyrannen Zhou, nie von Königsmord" - wir Heiligen-Nachfolger meinen dasselbe. Aber jedenfalls muss man von Anfang bis Ende, Schicht für Schicht argumentieren, alles klar machen: Himmlischer Kaiser heilig oder töten, oder wenn man beides nicht befürwortet, am Ende erklären: "Obwohl er tyrannische Gewalt ausübt, besteht doch Herr-Diener-Beziehung; Edelmänner übertreiben nicht, ich meine, Verbannung genügt" - so würde der Lehrer vermutlich zustimmen, denn "Mitte" ist auch alter Heiligen-Lehre.
Das war aber Ende der Qing-Zeit. In früher Qing-Zeit hätte Denunziation zur "Familienvernichtung" geführt, selbst "Verbannung" ging nicht - dann redeten sie nicht über Meng-Zi oder Kong-Zi. Jetzt ist die Revolution gerade erfolgreich, die Lage ähnelt vermutlich früher Qing-Zeit. (Unvollendet)
Das ist eine kleine Hälfte der fünften »Nachtaufzeichnung«. »Nachtaufzeichnungen« wollte ich seit 1927 schreiben - zufällige Gedanken bei Lampenschein notieren, eine Sammlung bilden. Jenes Jahr veröffentlichte ich zwei Stücke. In Shanghai, bewegt von Massaker-Grausamkeit, schrieb ich anderthalb Stücke namens »Folterung« über japanische Shogun-Christen-Kreuzigungen, russische Zaren-Revolutionärs-Quälerei. Aber bald kam der Anti-Humanismus-Sturm, ich wurde faul und schrieb nicht weiter - sogar Manuskripte verschwanden.
Vorvoriges Jahr bat Roushi, für eine Buchhandlung Zeitschriftenredakteur zu werden, und erbat lockere, nicht kopfschmerzende Artikel. Diese Nacht dachte ich wieder an »Nachtaufzeichnungen«, stellte diesen Titel. Ich wollte sagen: Chinas Schreiben und Menschsein müssen "alt-bewährt" sein, aber nicht ganze Stücke kopieren, sondern ost-west-zerren, flicken bis Nähte unsichtbar sind - das ist höchstes Glück. Alles tun wie nichts tun, Kritiker nennen es gute Texte oder gute Menschen. Gesellschaftlicher Stillstand-Grund liegt hier. Nachts nicht beendet, ging schlafen. Am nächsten Tag kam Roushi, ich zeigte Geschriebenes - er runzelte die Stirn, fand es zu geschwätzig, fürchtete Platzverschwendung. So vereinbarten wir andere kurze Übersetzung, ich ließ es liegen.
Nun, über ein Jahr nach Roushis Ermordung, fand ich zufällig dieses Manuskript in wirren Papieren - wahrhaft unermesslich traurig. Ich wollte den ganzen Text vollenden, konnte aber nicht - beim Schreiben dachte ich sofort an anderes. "Mensch und Zither beide tot" ist wohl so. Jetzt füge ich diese Hälfte als Roushi-Gedenkstück bei.
In der Nacht des 26. April 1932 aufgezeichnet.
- [Von Taubheit zu Stummheit - Luo Wen]**
Ärzte sagen uns: Viele Stumme können keineswegs nicht sprechen - nur weil sie von klein auf taub waren, Erwachsenen-Sprache nicht hörten, nichts nachahmen konnten, dachten alle würden nur den Mund öffnen und unverständlich murmeln, so murmelten sie selbst. Daher seufzte Brandes über dänische Literatur-Schwäche: Literarisches Schaffen ist fast völlig tot. Menschliche oder gesellschaftliche Probleme können kein Interesse wecken oder außer in Nachrichten und Zeitschriften keine Debatten auslösen. Wir sehen keine starken, originalen Werke. Dazu kommt völlige Missachtung ausländischen Geisteslebens. So führt geistige "Taubheit" zu "Stummheit". (»Hauptströmungen der Literatur des 19. Jahrhunderts« Band 1, Vorwort)
Diese Worte kann man auf Chinas Literaturwelt übertragen. Diese Erscheinung ist nicht nur Unterdrückern anzulasten - Aufklärer der Vierter-Mai-Bewegung und spätere Gegner tragen beide Verantwortung. Erstere eilten zu sehr nach Erfolg, übersetzten keine wertvollen Bücher; letztere wurden absichtlich böse, schimpften Übersetzer Kuppler. Manche Jugendliche halfen mit - zeitweise galt sogar fremdsprachige Anmerkungen zu Namen als "Gelehrsamkeits-Prahlerei".
Was ist heute? Drei-Zimmer-Buchläden sind in der vierten Straße nicht wenige, aber voller dünner Heftchen - ein dickes Buch zu finden ist schwer wie Gold im Sand. Natürlich sind große, dicke Menschen noch keine Großen, viel und kompliziert ist noch nicht berühmt, zumal es "Ausschneiden-Kleben" gibt. Aber in kleinen "Was-ist-ABC"-Heften kann auch nicht alle Wissenschaft und Kunst stecken. Ein trüber Strom ist nicht so sauber und klar wie ein Glas Wasser, aber aus destilliertem Strom-Teil werden viele Gläser Reinwasser.
Durch jahrelange Luft-Geschäfte wurde die Literaturwelt öde; Textformen wurden zwar ordentlicher, aber Kampfgeist ging zurück. Literaten wurden durch Spendentitel oder Gegenlob schnell berühmt, aber durch Aufblasung wurde die Schale groß, der Inhalt noch hohler. So hielten sie diese Leere für Einsamkeit und verkündeten sie theatralisch den Lesern; Schlimmere stellten sogar Herzfäulnis als inneren Schatz dar. Prosa gilt als erfolgreich im Literaturpark, aber die diesjährigen Auswahlbände, selbst die ersten drei, geben ein "Zobel reicht nicht, Hundeschweif-Fortsetzung"-Gefühl. Mit Spreublättern Jugend zu nähren wird nie kräftig - künftige Leistungen werden noch geringer sein, wie Nietzsches "letzter Mensch".
Aber Introduktion ausländischer Strömungen, Übersetzung von Weltwerken - alle geistigen Nahrungstransport-Wege werden jetzt von Taubstumm-Machern blockiert, selbst Ausländer-Schoßhunde und Reichen-Schwiegersöhne lachen kalt mit. Sie wollen Jugend-Ohren verstopfen, sie von taub zu stumm, ausgetrocknet winzig zu "letzten Menschen" machen, bis alle nur noch Reichen-Söhne und arme Bengel-Pornographie ansehen können. Autoren und Übersetzer, die gern Erde werden, müssen kämpfen - es ist höchste Zeit: praktische geistige Nahrung um Jugendliche transportieren, jene Taubstumm-Macher in schwarze Löcher und rote Tore zurückschicken.
(29. August)
- [Neue Herbst-Notizen (2) - Lü Xun]**
Am Abend des 30. August knallte es plötzlich überall - zuerst dachte ich, "Widerstand" beginne wieder, bald erkannte ich: Feuerwerkskörper, das beruhigte mich. Dann dachte ich: Wohl wieder irgendeine Jahreszeit?... Am nächsten Tag erfuhr ich aus Zeitungen: Gestern war Mondfinsternis, das Knallen war unsere Lands- und Fremdleute (obwohl wir alle Huangdi-Nachkommen heißen, sind Chiyou-Nachkommen bestimmt nicht ausgestorben, daher "Fremdleute"), die demonstrierten, um den Mond aus dem Himmelshund-Maul zu retten.
Tage zuvor war nachts auch lebhaft. An Straßenecken standen überall Tische mit Backwaren, Wassermelonen; auf Wassermelonen saßen Fliegen, Würmer, Mücken und ein Tisch Mönche, die murmelten: "Hui Zhu Mo Pu Mi Ya Hong! Om Ya Hong! Hong!!" Das war Seelen-Speisung, Hungerteufel-Fütterung. Zur Geisterfest-Zeit kommen hungrige und nicht-hungrige Geister aus der Unterwelt, um Shanghai zu besichtigen; gute Männer und Frauen spielten Gastgeber, ließen Mönche "Om Ya Hong" ein paar Reiskörner hinausschießen, damit alle satt äßen.
Ich bin ein gewöhnlicher Mensch, achtete nie auf Himmel und Unterwelt, aber bei solchen Gelegenheiten spüre ich die hohen und passenden Gedanken unserer irdischen Lands- und Fremdleute. Ohne anderes zu erwähnen: In nicht ganz zwei Jahren wechselten vier Provinzen und neun Inseln die Fahnen, bald noch acht Inseln. Nicht nur ist Rettung unmöglich - selbst retten-wollen ist gefährlich. (Diese Sätze wurden gedruckt als "die Umstände erlauben es nicht".) Am passendsten ist Mond-Rettung: Mag Feuerwerk himmelerschütternd knallen, Himmelshunde beißen nicht, Mond-Häuptlinge (falls vorhanden) verbieten nicht als reaktionär. Menschen-Rettung ebenso: Kriegs-, Dürre-, Heuschrecken-, Wasserkatastrophen... unzählige Katastrophenopfer. Wie können noch verschonte Kleinleute retten? Seelen-Rettung ist viel praktischer: wenig Aufwand, viel Nutzen, wie Reichen-Herren Zeremonien und Pagoden-Bau. Das heißt "ohne Fernsicht droht nahe Sorge"; "Edelmänner kümmern sich um Großes und Fernes".
Außerdem: "Auch wenn der Koch nicht kocht, überschreitet der Priester nicht Ehrenplatz und Altar, um ihn zu ersetzen" - alte Heiligen-Lehre. Staatsangelegenheiten haben Staatslenker, Kleinvolk braucht nicht zu lärmen. Aber bisherige Kaiser verachteten Kleinvolk nicht, gaben höhere Freiheit und Rechte: speziell Kosmos und Seelen retten zu dürfen. Das ist Friedens-Grundlage, von alters her bewährt, künftig vermutlich nicht abgeschafft. Letztes Jahr nach Kriegsende in Shanghai zogen japanische Truppen allmählich auf Schiffe und in Kasernen; eine Nacht knallte es auch so. Noch während "Langzeit-Widerstand" verstanden Japaner unsere Nationalessenz nicht, dachten, wieder komme irgendeine Armee zur Landbefreiung - sofort Wachen aufgestellt, Truppen ausgesandt... Wirres Durcheinander, bis klar wurde: Wir retteten den Mond, sie sahen Gespenster. "Oh oh! Naruhodo (ach so)!" Nach Erstaunen und Bewunderung kehrte Frieden zurück. Dieses Jahr keine Wachen - wohl schon von chinesischer Geisteszivilisation bekehrt.
Verbieten heutige Invasoren und Unterdrücker wie alte Tyrannen sogar Diener-Verwirrung und -Träume?...
(31. August)
- [Männliche Evolution - Yu Ming]**
Tierpaarung als Liebe zu bezeichnen ist etwas blasphemisch. Aber Tiere haben Sexualleben - das ist unbestreitbar. Während der Brunst treffen Weibchen und Männchen zusammen, unvermeidlich gibt es "Liebkosen und Schmeicheln". Natürlich kokettieren Weibchen manchmal, laufen weg, schauen zurück, rufen, bis zur "Wohngemeinschafts-Liebe". Obwohl Tierarten vielfältig sind, ihre "Liebes"-Weisen komplex, ist eines zweifellos: Männchen haben keine besonderen Privilegien.
Menschen als Krone der Schöpfung zeigen zuerst männliche Überlegenheit. Anfangs war es so-so, aber wegen "Mutter bekannt, Vater unbekannt" "herrschten" Frauen eine Zeit - damalige Ahnenfrauen waren wohl mächtiger als spätere Klanführer. Später hatten Frauen irgendwie Pech: Hals, Hände, Füße alle in Ketten, Reifen, Ringen gefesselt - obwohl nach Jahrtausenden diese Reifen meist golden, silbern, perlen- und diamantbesetzt wurden, sind Halsketten, Armreifen, Ringe heute noch Sklavinnen-Symbole. Da Frauen Sklavinnen wurden, brauchten Männer nicht ihre Zustimmung zum "Lieben". In alten Stammeskämpfen wurden Gefangene zu Sklaven, Gefangene zu Vergewaltigungsopfern. Damals war Brunst wohl "abgeschafft", jederzeit konnten Herren Gefangene und Sklavinnen vergewaltigen. Moderne Banditen-Bösewichte behandeln Frauen nicht als Menschen - das hat wirklich Häuptlings-Samurai-Tradition.
Aber Vergewaltigungs-Fähigkeiten sind nur ein "Evolutions"-Schritt von Tieren zu Menschen, noch halbzivilisiert. Denkst du, weinende, sich windende Frauen können viel Interesse bieten? Seit Geld auftauchte, ist männliche Evolution unglaublich. Alles ist käuflich, Sexualität keine Ausnahme. Männer zahlen stinkendes Geld für das, was sie von Frauen wollen. Außerdem können sie sagen: Ich vergewaltige dich nicht, das ist freiwillig - du willst Geld, also gehorche, wir handeln fair! Sie missbrauchen sie und lassen sie "Danke, junger Herr" sagen. Können Tiere das? Daher ist Prostitution eine hohe männliche Evolutionsstufe.
Gleichzeitig ist Eltern-Vermittler-Ehe noch raffinierter als Prostitution. Unter diesem System bekommen Männer dauerhaften Lebensbesitz - wenn Bräute ins Bett gelegt werden, haben sie nur Pflichten, nicht mal Preisverhandlungs-Freiheit, geschweige Liebe. Ob du liebst oder nicht, unter Zhou-Kong-Konfuzius-Namen musst du treu bleiben, Keuschheit bewahren. Männer können sie jederzeit benutzen, sie muss Heiligen-Sitten befolgen - selbst "böse Gedanken sind Ehebruch". Verwendeten Rüden solche raffinierte, strenge Mittel gegen Hündinnen, würden diese "über Zäune springen". Menschen springen nur in Brunnen als tugendhafte, keusche, heroische Frauen. Sitten-Ehe-Evolution ist offensichtlich.
Dass Männer "wissenschaftlichste" Lehren verwenden, damit Frauen ohne Sitten freiwillig treu bleiben und Sexualität für "tierisch" halten, nicht als Liebes-Grundlage; daher "wissenschaftliche Keuschheit" erfinden - das ist natürlich zivilisierter Evolutions-Höhepunkt.
Ach, Menschen - Männer - unterscheiden sich so von Tieren!
Selbst-Anmerkung: Dieser Artikel verteidigt die Moral.
(3. September)
- [Zustimmung und Erklärung - Yu Ming]**
Vorgesetzte müssen nicht Untergebenen-Zustimmung einholen - das ist selbstverständlich. Aber manchmal erklären Vorgesetzte Untergebenen.
Ein neuer Weltberühmter sagt: "Schon in Urzeit gab es Autorität - Menschen zwangen Tiere zum Gehorsam, zum Aufgeben freien Lebens, ohne Tier-Zustimmung einzuholen." Das ist durchdringend. Sonst hätten wir Rindfleisch zu essen, Pferde zu reiten? Menschen zu Menschen ebenso.
Japans christlicher Hauptbischof erklärte kürzlich, Japan sei biblischer Engel: "Gott will Japan verwenden, um juden-mordende Weiße zu besiegen... mit Gewalt Juden befreien, Altes Testament erfüllen." Das holt offensichtlich keine Weißen-Zustimmung ein, wie juden-mordende Weiße keine Juden-Zustimmung einholten. Japans Herren schaffen in China "nationale Schwierigkeiten" ohne chinesische Volks-Zustimmung. - Manche örtliche Notabeln bitten japanische Herren um Zustimmung zur örtlichen Ordnungs-Wahrung, das ist anders. Jedenfalls: Um frei Rindfleisch zu essen, Pferde zu reiten, muss man sich als Vorgesetzten erklären, andere als Untergebene; Menschen mit Tieren vergleichen oder sich als Engel ausgeben.
Aber hier ist "Gewalt" am wichtigsten, nicht Theorien. Weder soziologische noch christliche Theorien schaffen Autorität. Urmenschen-Autorität über Tiere entstand durch Pfeil-Erfindungen. Theorien sind nachträgliche Erklärungen. Diese Erklärungen schaffen religiöse, philosophische, wissenschaftliche, weltströmungs-mäßige Grundlagen eigener Autorität, lassen Sklaven und Vieh Welt-Gesetze begreifen und Berufungs-Träume aufgeben.
Wenn Vorgesetzte Untergebenen erklären, darfst du als Untergebener nicht missverstehen, dass Zustimmung eingeholt wird - selbst bei absoluter Ablehnung macht er weiter. Er hat seine Träume; solange Gold, Silber und Flugzeug-Kanonen in seinen Händen sind, werden seine Träume wahr; deine Träume bleiben nur Träume - werden sie wahr, sagt er, du kopierst seine animalismus-Artikel.
Angeblich ist heutiger Welttrend das Aufkommen mächtiger Regierungen, was 19. Jahrhundert-Menschen nicht träumen konnten. Italien und Deutschland nicht zu erwähnen; selbst Englands National-Regierung "gehört völlig einer konservativen Partei". "Amerikas neuer Präsident erhielt Wirtschafts-Wiederbelebungs-Macht größer als in Kriegs- und Kriegsrecht-Zeiten." Alle werden Tiere, Vorgesetzte brauchen keine Zustimmung - das ist Welttrend. Wie herrlich - wie kann man nicht nachahmen?
Aber meine Erklärung hat einen Schönheitsfehler: Chinas eigener Qin Shihuang verbrannte Bücher und begrub Gelehrte, Chinas eigener Han Yu sagte: "Volk, das nicht Reis, Getreide, Hanf, Seide für Obere liefert, wird bestraft." Das ist einheimisch - warum gegen Nationalismus ausländische Lehren und Fakten zitieren, anderen Ansehen mehren, eigenen Mut schwächen?
(3. September)
- [Literatenbett-Herbsttraum - You Guang]**
Frühlingsträume sind wirr und verkehrt. Und "Sommernachtstraum"? Betrachtet man Shakespeares Drama, ist er auch wirr und verkehrt. Chinas Herbstträume sollten der Regel nach "feierlich und tödlich" sein - vor der Republik wurden alle Todeskandidaten "nach dem Herbst hingerichtet", das folgte der Himmelszeit. Der Himmel lehrte die Menschen so zu handeln, die Menschen konnten nicht anders. Sogenannte "Literaten" sind natürlich keine Ausnahme - satt gegessen im Bett liegend, wenn das Essen nicht völlig verdaut ist, träumen sie; und da es nun Herbst ist, lehrte der Himmel ihre Träume, würdevoll zu werden.
In »Taosheng« Band 2, Nummer 31 (erschienen am 12. August) steht ein Brief an den Herausgeber von einem sich "Lin Ding" nennenden Herrn, darin ein Abschnitt:
"...welcher Streit, wer recht oder unrecht hat, können Außenstehende kaum beurteilen. Aber dass sie sich gegenseitig zerstören, müssen Zuschauer als Unglück der ganzen Literaturwelt anerkennen... Ich meine, alle sollten erst hundert Schläge auf den Hintern bekommen zur Warnung, alles andere kann unerwähnt bleiben..."
Vor zwei Tagen gab es in einer kleinen Zeitung einen namenlosen Leitartikel, der auch sehr zornig über die jüngste Plagiatsdebatte zwischen Yu und Zhao war:
"...Hätte ich einst große Macht in Händen, würde ich diese Gestalten fangen und zu zehn Jahren Zwangsarbeit und Lesen verurteilen; Chinas Literaturwelt hätte vielleicht noch einen reinen Tag."
Zhang Xianzhong wollte selbst untergehen, daher fragte er bei seinen Handlungen nicht "wer recht oder unrecht hat", sondern tötete nur. Qing-Beamte schlugen ursprüngliche Kläger und Beklagte ohne Ansehen der Umstände je hundert oder fünfzig auf den Hintern - das kam gelegentlich vor, weil die Mandschu noch Sklaven zum Ausplündern wollten, das ist Herr "Lin Dings" alter Traum. Der namenlose Herr in der kleinen Zeitung war vergleichsweise zivilisiert - wenigstens kannte er schon die Methoden der Shanghaier Konzessionsbehörde, untere Chinesen zu "verurteilen".
Aber die erste Frage ist: Wie kann man "einst große Macht in Hände" bekommen? Wie können schwächliche Bücherwürmer zu Machthabern werden? Früher konnte man noch hoffen, Prinzessinnengemahl zu werden und sofort aufzusteigen - jetzt gibt es keine Kaiser mehr, selbst mit Gesicht voller Schneecreme wird man nie Prinzessinnen-Gunst finden; höchstens kann man hoffen, Schwiegersohn einer reichen Familie zu werden. Ämterkauf ist längst abgeschafft - für "große Macht" kann man nur wie der Fuchs vor hohen Trauben mit weißer Nase hochblicken. Literaturwelt-Vollständigkeit und -Reinheit sind wohl wirklich sehr nebelhaft.
Zur Vierter-Mai-Zeit entdeckte man in Verlagskreisen "Literaturbettler", dann "Literaturrowdys", aber diese majestätischen Gestalten entdeckte ich diesen Herbst neu in Shanghai - ohne Namen dafür nenne ich sie "Literaturbeamte". Betrachtet man Literaturgeschichte, hat die Literaturwelt oft vollständige und reine Zeiten, aber wer sah je, dass solche Literaturwelt-Klärung mit diesen "Literaturbeamten" zusammenhing?
Aber träumen kann man immer, schadet nichts und ist auch interessant zu schreiben. Ruht in Frieden, anwartende kleine Exzellenzen!
(5. September)
- [Lehren des Films - Ru Niu]**
Als ich in meiner Heimat chinesische Oper sah, war ich noch nicht zum "Gebildeten" erzogen - kleine Freunde waren meist Bauern. Wir liebten Purzelbäume, Tiger-Sprünge, eine Rauchwolke, aus der ein Dämon erschien; die Handlung schien uns nicht zu betreffen. Große Masken und alte Männer kämpften um Städte und Land, junge Männer und Hauptdarstellerinnen erlebten Trennung und Wiedersehen - das war alles ihre Sache. Hackenstiel-fassende Bauernkinder wussten, dass sie nie zum General geweiht oder zur Hauptstadt zur Prüfung gehen würden. Aber ein Stück bewegte mich, hieß wohl »Zhan Mucheng hinrichten«. Ein hoher Beamter wurde unschuldig verleumdet und musste sterben - sein alter Diener sah ihm sehr ähnlich und ging für ihn zur "Hinrichtung". Diese tragischen Bewegungen und Gesänge rührten die Zuschauer und ließen sie ihr gutes Vorbild entdecken. Denn meine Heimat-Bauern halfen nach der Ernte großen Haushalten. Um echt zu wirken, musste die Herrin bei der Hinrichtung "den Kopf umarmend weinen", aber er stieß sie weg - selbst jetzt mussten Rangordnungen streng gewahrt werden, das war treuer Diener, Rechtschaffener, guter Mensch.
Als ich in Shanghai Filme sah, war ich längst "niederer Chinese" geworden - oben saßen Weiße und Reiche, unten reihten sich mittlere und niedere "chinesische Nachkommen". Auf der Leinwand kämpften weiße Soldaten, weiße Herren verdienten Geld, weiße Fräulein heirateten, weiße Helden erforschten, was Zuschauer bewundern, beneiden, fürchten ließ - sie fühlten sich unfähig. Aber wenn weiße Helden Afrika erforschten, kamen oft schwarze treue Diener, um Wege zu bahnen, zu dienen, zu kämpfen, für sie zu sterben, damit Herren sicher heimkehrten; bei der zweiten Expedition waren treue Diener unauffindbar, er erinnerte sich an die Toten, sein Gesicht verdüsterte sich, die Leinwand zeigte ein schwarzes Gesicht aus seiner Erinnerung. Gelbgesichtige Zuschauer verdüsterten meist im Dämmerlicht ihre Gesichter: Sie waren bewegt.
Glücklicherweise kämpften auch einheimische Filme - einen Sprung hoch auf die Mauer, eine Handbewegung, das fliegende Schwert geschleudert. Aber das zog sich mit der 19. Armee aus Shanghai zurück - jetzt bereitet man Turgenevs »Frühlingsflut« und Mao Duns »Seidenraupen« vor. Das ist natürlich Fortschritt. Aber dann kam zuerst ein heftig beworbener »Liebesgeschichte vom Yao-Berg«.
Dieser Film hat das Thema "Yao-Volk zivilisieren", den Kunstgriff "Prinzgemahl werben" - erinnert an »Silang besucht Mutter« und »Prinzessin Shuangyang verfolgt Di«. Chinas große Theorie von geistiger Zivilisation als Weltherrscher hört man neuerdings wenig - will man zivilisieren, muss man zu Miao, Yao und ähnlichen zurückweichen. Für solche Großtaten muss man zuerst "heiraten" - Huangdi-Nachkommen können wie Schwarze nicht mit eurasischen Großmacht-Prinzessinnen heiraten, daher kann sich geistige Zivilisation nicht verbreiten. Das kann jeder hieraus verstehen.
(7. September)
- [Über Übersetzung (oben) - Luo Wen]**
Wegen meines kurzen Artikels entstand Herrn Mu Mutians »Von ›Zur Verteidigung der Übersetzung‹ zu Lous Übersetzung ›Europäische Literatur des 20. Jahrhunderts‹« (»Freie Diskussion« vom 9.), was mich sehr ehrt, und alle Kritikpunkte sind wohl wirkliche Fehler. Aber aus des Autors Anmerkung entstand wieder eine beiläufig zu besprechende, vielleicht nicht bedeutungslose Frage:
"Auf Seite 199 steht: 'Unter diesen Romanen sind die unsterblichen Werke von Louis Bertrand, kürzlich von der Akademie ausgewählt (Übersetzer: wohl die russische kommunistische Akademie des Autors), die vorzüglichsten.' Meiner Ansicht nach meint 'Academia' hier die französische Akademie. Die Sowjetunion mag als entwickeltes Kunst-Land gelten, aber wird kaum Sammlungen imperialistischer Autoren machen? Ich weiß nicht, warum Herr Lou so willkürlich kommentiert."
Welches Landes Academia? Ich weiß es nicht. Natürlich ist die französische Akademie sehr plausibel, aber wir können nicht entscheiden, dass Sowjet-Akademien "keine imperialistischen Autorensammlungen machen". Vor zehn Jahren bestimmt nicht - nicht nur aus materiellen Gründen, auch um das Revolutions-Baby zu schützen, konnte man nicht wahllos nährende, nutzlose, schädliche Nahrung vor es legen. Jetzt geht es - das Baby ist gewachsen, stark und klug geworden. Selbst Opium oder Morphium zu zeigen ist ungefährlich, aber natürlich müssen Aufklärer zeigen: Konsum macht süchtig, Sucht macht zum Wrack oder gesellschaftlichen Schädling.
Tatsächlich sah ich sowjetische Academia-Neuübersetzungen arabischer »Tausendundeine Nacht«, italienisches »Decamerone«, spanischen »Don Quijote«, englischen »Robinson Crusoe«; in Zeitungen las ich von Tolstoi-Auswahlen und Goethe-Gesamtausgaben - vollständigeren. Bertrand war nicht nur katholischer Propagandist, sondern Monarchie-Sprecher, aber verglichen mit dem deutschen Bourgeois-Literaten Goethe aus dem frühen 19. Jahrhundert waren seine Werke nicht schädlicher. Daher ist sowjetische Auswahl-Ausgabe sehr möglich. Aber vor diesen Büchern stehen bestimmt ausführliche Vorworte mit sorgfältiger Analyse und korrekter Kritik.
Je ferner Autoren den Lesern sind, desto unschädlicher für Leser. Klassische, reaktionäre Werke mit sehr verschiedenen Ideologien können neue Jugend meist nicht bewegen (aber natürlich braucht es korrekte Anleitung), stattdessen kann man Beschreibungskunst und Autoren-Bemühungen lernen. Wie große Arsenstücke - nach Betrachtung weiß man ihre tödliche Kraft und Kristallform: pharmakologisches und mineralogisches Wissen. Gefährlich ist begrenztes Arsen in Nahrung, das Jugendliche unbewusst schlucken - wie scheinrevolutionäre "Revolutionsliteratur", scheinkämpferische "materialistische Geschichtskritik". Das sollte man vermeiden.
Ich befürworte, dass Jugendliche auch "imperialistische" Werke lesen - das alte "sich und Feinde kennen". Jugendliche unbewaffnet zu Tigern und Wölfen in tiefe Berge zu schicken ist dumm, aber aus Tiger-Wolf-Furcht nicht mal in eisengegitterte Zoos zu gehen, ist lächerlich töricht. Was sind schädliche Literatur-Eisengitter? Kritiker.
(11. September)
Nachtrag: Dieser konnte nicht gedruckt werden.
(15. September)
- [Über Übersetzung (unten) - Luo Wen]**
Aber in jener »Verteidigung der Übersetzung« erwartete ich von Kritikern drei Punkte: 1. Schlechtes aufzeigen; 2. Gutes fördern; 3. Wenn nichts da ist, auch Besseres. Herr Mu Mutian tat das Erste. Danach könnten andere Kritiker Weiteres tun - eine große Frage.
Daher ergänze ich: Gibt es nicht mal Besseres, dann nach Aufzeigen schlechter Übersetzungen auch zeigen, welche Stellen den Lesern noch nützen können.
Künftige Übersetzungswelt wird wohl weiter rückläufig sein. Abgesehen von Armut - betrachtet man Gebiet und Bevölkerung: Japan nahm vier Provinzen, ein großer Teil ist überflutet, ein großer Teil dürr, ein großer Teil im Krieg. Kurz überlegt - Leser sind sehr zurückgegangen. Wegen geringem Absatz wird Verlagswelt mehr spekulieren und betrügen, Schreibende müssen mehr spekulieren und betrügen. Selbst Ehrliche werden durch Existenznot zu Pfusch gedrängt, bekommen neue Mängel. Durch Konzessions-Wohngebiet-Straßen gehend: Drei-Türen-Obstläden, kristallene Schaufenster mit roten Äpfeln, gelben Bananen, unbekannten tropischen Früchten. Kurz stehend weiß man: Chinesen gehen selten hinein, können sich's nicht leisten. Wir müssen zu Landsleute-Obstständen, für wenig Geld faulen Apfel kaufen.
Faule Äpfel schmecken schlechter als anderes Obst, aber manche kaufen sie. Wir haben eine gegenteilige Eigenart: Schmuck muss "reingolden", Menschen "vollkommen" sein. Ein Mangel - manchmal will man alles nicht. Liebhaber mit Geschwüren führen nicht gleich zur Anwalts-Scheidung, aber zu Autoren, Werken, Übersetzungen ist man vergleichsweise streng: Shaw auf großem Schiff - schlecht; Barbusse nicht erstklassiger Autor - auch schlecht; Übersetzer "Universitätsprofessor, niederer Beamter" - noch schlechter. Gute kommen nicht - was tun? Ich denke, Kritiker sollten mit Faule-Äpfel-Essen-Methode helfen.
Frühere Kritik-Methode: Dieser Apfel ist fleckig, taugt nichts, sofort wegwerfen. Aber Käufer haben begrenztes Geld - große Ungerechtigkeit, außerdem wird es künftig ärmer. Daher scheint künftig am besten, Sätze hinzuzufügen: Ist es nicht kernfaul, sagen: Dieser Apfel ist fleckig, aber hier ist nicht faul, noch essbar. So sind Übersetzungs-Qualitäten klar und Leser-Verluste kleiner.
Aber solche Kritiken gibt es in China wenig. Selbst »Freie Diskussion«-Kritiken zu »Europäische Literatur des 20. Jahrhunderts« zeigen nur Faulstellen; früher kritisierte jemand Zou Taofens »Gorki« kurz, zeigte nur Mängel auf. Ersteres sah ich nicht, kann nichts zu anderen Vorzügen sagen, aber letzteres blätterte ich durch - außer kritisierten Mängeln gab es viele Schilderungen von Autoren-Mut und Beamten-Gemeinheit, sehr nützlich für junge Autoren, aber wegen Faulstellen wurde es aus dem Korb geworfen.
Daher hoffe ich, fleißige Kritiker machen Faule-Äpfel-Schneiden - wie "Schrott sammeln", sehr mühsam aber nötig und allen nützlich.
(11. September)
- [Neue Herbst-Notizen (3) - Lü Xun]**
"Herbst kommt!"
Herbst kommt wirklich - sonnige Tage sind noch gut, nachts im Ausländer-Hemd wird es kühl. Zeitungen voller "Herbst"-Artikel: Herbst begrüßen, beklagen, betrauern, tadeln... Zeitgemäß wollte ich auch etwas machen, kann aber nicht. Ich denke, selbst "Herbst beklagen" braucht wohl Glück - sehr beneidenswert.
Ich erinnere mich: Als Kind von Eltern geliebt, war Kleinerkrankungen am interessantesten - schwere nicht, zu schmerzhaft und gefährlich. Kleinkrank, träge im Bett, etwas melancholisch und verwöhnt, leicht bitter und süß - wirklich wie Herbst-Poesie-Bereich. Ach, seit Herumirrens verlor sich Inspiration, selbst Kleinkrankheiten kommen nicht. Gelegentlich Literaten-Texte lesend über Herbstblumen-Trauermienen und schweigendes Meer - nur eigene Gefühllosigkeit spürend. Nie sah ich Herbstblumen meinetwegen trauern und plötzlich Farbe wechseln; bei Wind heult das Meer immer, egal ob ich Lärm oder Stille liebe.
Dame Bingying belehrt uns: "Chen studiert Wissenschaft, aber in diesem Moment vergaß er völlig seine Interessen, in seinem Geist war nur der Zweck, Naturschönheit voll zu genießen..." Auch ein Glück. Wissenschaft lernte ich oberflächlich, nur ein Biologie-Lehrbuch, aber die Lehren - Blüten sind Pflanzen-Geschlechtsorgane, Insekten- und Vogellaute sind Paarungsrufe - vergesse ich nicht. Gestern abend über Ödland wandelnd, Grillen unter Wildchrysanthemen hörend, schien es schöne Landschaft, Poesie sprudelte, ich machte zwei Zeilen Neue Poesie:
Unter Wildchrysanthemen-Geschlechtsorganen,
Grille hängt Arme.
Geschrieben sieht es zwar eleganter aus als Grobian-Volkslieder, aber verglichen mit Neudichter-Poesie von "Inspiration" ist es "ärmlich". Zu wissenschaftlich, zu real - unelegant. Als alte Poesie wäre es vielleicht nicht so. Geschlechtsorgane kann man mit Yan Fuus Übersetzung "Sexorgane" nennen; "Arme hängen" verstehe ich selbst nicht, aber Shanghai-Kenner sagen, es komme von westlichen Männern und Frauen, die eingehakt gehen, erweitert zu Verführung oder Werben um Gegengeschlecht. Hängen heißt aufhängen, auch umfassen. So übersetzt sich mein Gedicht:
Unter Wildchrysanthemen-Sexorganen, Singende Grille hängt Ellbogen.
Obwohl rätselhaft, scheint es viel eleganter und besser. Menschen verstehen nicht, daher elegant und gut - noch heute Literaten-Geheimnis. Was meinen "Neudichter" Shao Xunmei und Konsorten dazu?
(14. September)
- [Sitte - Wei Suo]**
Zeitunglesen ist nützlich, wenn auch manchmal drückend. China ist beispielsweise das Land mit den meisten Nationalschmach-Gedenktagen - an solchen Tagen müssen Zeitungen einige Berichte und Artikel bringen. Aber das wird zu wiederholt und lang, leicht einheitlich - diesmal brauchbar, nächstes Mal auch brauchbar, letztes Jahr verwendet, nächstes Jahr vielleicht noch brauchbar, solange nichts Neues kommt. Selbst bei Neuem können Texte vermutlich noch verwendet werden, weil man eh nur diese Sätze sagen kann. Wer nicht vergesslich ist, fühlt sich gedrückt, sieht keine neuen Erkenntnisse.
Aber ich lese trotzdem. Heute zufällig Pekinger Trauerfeier für Anti-Japan-Helden Deng Wen gesehen: erst Bericht, dann Reden, schließlich "Zeremonie beendet, Musik gespielt, Versammlung aufgelöst".
So bekam ich neue Erkenntnis: Alle Gedenkfeiern sind nur "Sitte".
China ist ursprünglich "Sitte-Rechtschaffenheits-Land" - über Sitten gibt es drei große Bücher, sogar ins Ausland übersetzt. Ich bewundere besonders »Yili«-Übersetzer. Herrscher dienen ist heute unwichtig; Eltern dienen braucht natürlich Pietät, aber Nachtodesverfahren gehören zu Opfersitten, jede hat Zeremonien - heutige Todestag-Verehrung, Geburtstag-Feiern. Neue Todestage kommen hinzu, alte werden schwächer - "neue Geister groß, alte klein". Unsere Gedenktage sind bei alten weniger eifrig, bei neuen Schwinden wartet man ab - wie Familien-Todestage. Jemand sagte, Chinas Staat basiert auf Familie - wahre Einsicht.
China war ursprünglich "Sitte-Nachgeben-Land" - mit Sitten kommt Nachgeben, mehr Nachgeben macht mehr Sitten. Dieser Abschnitt sei weggelassen.
Früher regierte man mit Huanglao oder Pietät. Jetzt wohl Sitte-Regierungszeit - das verstehend weiß man, Volksmassen für Gedenktag-Gleichgültigkeit zu tadeln ist falsch. »Sitten« sagen: "Sitten gelten nicht für gewöhnliche Leute"; materielle Dinge zu sparen ist falsch - sagte Konfuzius nicht: "Du liebst dein Schaf, ich liebe die Sitte!"
"Unsittliches nicht sehen, hören, sagen, tun", still warten auf anderer "viel Unrecht führt zu Selbstvernichtung" - das ist Sitte.
(20. September)
- [Eindrücke erfragen - Tao Zhui]**
Nach der Vierter-Mai-Bewegung scheinen Chinesen eine neue Eigenart entwickelt zu haben: Bei ankommenden ausländischen Berühmtheiten oder Reichen gern nach China-Eindrücken zu fragen.
Russell kam nach China lehren - radikale Jugendliche hielten Banketts, fragten nach Eindrücken. Russell: "Ihr behandelt mich so gut - selbst Schlechtes zu sagen wäre unpassend." Radikale Jugendliche ärgerten sich über seine Ausflüchte.
Shaw reiste durch China - Shanghaier Reporter sammelten sich, fragten nach Eindrücken. Shaw: "Meine Meinungen gehen euch nichts an. Wäre ich ein Krieger und hätte hunderttausend Menschen getötet, würdet ihr meine Meinungen respektieren." Revolutionäre und Nicht-Revolutionäre ärgerten sich über seine Bissigkeit.
Diesmal kam Schwedens Prinz Carl nach Shanghai - Reporter veröffentlichten seine Eindrücke: "...überall herzlich von örtlichen Beamten und Bürgern empfangen, sehr dankbar und erfreut, die Reise-Eindrücke über eure Regierung und Bürger sind äußerst positiv und unvergesslich." Das ist sicherst - wird wohl keine Streitigkeiten hervorrufen.
Tatsächlich waren Russell und Shaw nicht ausweichend oder bissig. Gäbe es einen Ausländer, der bei Eindrucks-Fragen zurückfragt: "Welche Eindrücke haben Sie selbst von China?" - das wäre ein schwer zu schreibender Artikel.
Wir sind in China aufgewachsen - fühlen wir etwas, kann es nicht "Eindruck" heißen, aber Meinung geht. Wie aber aussprechen? Zu sagen, wir seien wie Fische im trüben Wasser, lebten verwirrt und rätselhaft, klingt nicht nach Meinung. China sehr gut zu nennen ist wohl schwer. Das ist Patrioten-Kummer über "verlorenes Volks-Selbstvertrauen" - aber es scheint wirklich verloren. Andere nach Eindrücken zu fragen ist wie Wahrsage-Stäbchen ziehen - selbst innerlich zweifelnd.
Unter uns gibt es Meinungsäußerer, aber oft sind es schwache, harmlose, die nicht "hunderttausend Menschen töteten", sich "kleine Bürger" nennen - daher "respektiert" niemand ihre Meinungen, sie sind allen "gleichgültig". Einflussreiche Große waren in Opposition vielleicht radikal, aber jetzt schweigen sie - China "behandelt mich so gut, Schlechtes zu sagen wäre unpassend". Die damaligen Russell-Banketteure aus der Xinchao-Gesellschaft, die sich über seine Antworten ärgerten, zeigen heute wirklich: Russell war kein Ausweicher, sondern prophetischer Satiriker, der zehn Jahre später Gedanken voraussagte.
Das ist mein Eindruck, eine Antwort-Nachahmung, von Ausländer-Mündern abgeschrieben.
(20. September)
- [Religion fressen - Feng Zhiyu]**
Herr Da kritisierte in »Literatur-Orthodoxie-Traum«, weil Liu Xie träumte, Konfuzius zu folgen, dann über Literatur diskutierte, später aber Mönch wurde, seine "Beschämung alter Heiliger". Tatsächlich haben seit Süd-Nord-Dynastien alle Literaten, Gelehrten, Taoisten, Mönche meist "Charakterlosigkeit" als Besonderheit. Seit Jin haben Berühmtheiten jeder drei kleine Spielereien: 1. »Analekten« und »Pietät-Klassiker«, 2. »Laozi«, 3. »Vimalakirti-Sutra« - nicht nur als Gesprächsstoff, oft auch kommentiert. Tang hatte Drei-Religionen-Debatten, später allgemeines Scherzen; sogenannte Gelehrte schrieben Kloster-Inschriften wie nichts Besonderes. Song-Gelehrte wirkten würdevoll, stahlen aber Zen-Aufzeichnungen. Qing ist nicht lange her - wir wissen noch, dass Gelehrte an »Taishang Ganying Pian« und »Wenchang Dijun Yinzhi Wen« glaubten und Mönche zum Buße nach Hause holten.
Als Christentum nach China kam, hielten sich Christen für gläubig, aber Außenstehende nannten sie alle "Religion fressend". Diese zwei Worte zeigen wirklich Christen-"Geist", können die meisten konfuzianisch-buddhistisch-taoistischen Gläubigen einschließen, auch auf viele "Revolution fressende" alte Helden übertragen werden.
Qing-Leute nannten Achtgliedrige Essays "Türklopfer" - nach Titelerwerb war die Tür offen, der Stein nutzlos. Neuerdings gibt es Zeitschriften-"Prinzipien". »Moderne Kritik« verschwand nicht durch Unterdrückung, sondern weil Autoren aufstiegen; »Xinyue«s Kälte liegt daran, dass alte Mitglieder alle "hochkletterten", weit vom Mond entfernt. Zur Unterscheidung von "Türklopfern" nennen wir das "Himmelsleitern".
"Religion" in China war nicht anders. Revolution predigen - eine Zeit; Loyalität-Pietät predigen - wieder eine Zeit; mit Lamas Kreise drehen - wieder eine Zeit; Pagoden für Prinzipien bauen - wieder eine Zeit. In rein-fressenden Zeiten sollte ein Ziel bestimmt sein, in misch-fressenden Zeiten sind alle Religionen nicht verschieden - ein Teller ganze Ente, ein Teller Allerlei. Liu Xie ebenso - nur von "Ingwer nicht weglassen" zu Vegetarismus, Magen-Anteile blieben gleich. Als Mönch »Analekten«, »Pietät-Klassiker« oder »Laozi« zu kommentieren bleibt "natürlich und rechtmäßig".
(27. September)
- [Tee trinken - Feng Zhiyu]**
Eine Firma war wieder billig - kaufte zwei Unzen guten Tee, je Unze zwanzig Cent. Erst eine Kanne gebrüht, aus Angst vor Erkaltung in Wattejacke gewickelt, aber beim feierlichen Trinken schmeckte es wie gewohnter Grobtee, auch sehr trüb.
Ich wusste, das war mein Fehler - guten Tee trinkt man aus Deckeltassen. Also Deckeltasse. Wirklich - nach Aufbrühen klar und süß, leicht duftend und bitter, definitiv guter Tee. Aber das braucht ruhiges Sitzen - als ich beim Schreiben von »Religion fressen« einen Schluck nahm, verschwand der gute Geschmack unbewusst, wie Grobtee.
Guten Tee haben und trinken können ist "reines Glück". Aber für dieses "Glück" braucht man erst Zeit, dann besondere trainierte Sinne. Aus dieser winzigen Erfahrung denke ich: Wäre es ein körperlich arbeitender Mann mit dürrer Kehle, würde selbst Longjing-Knospen-Tee oder Perlen-Orchideen-Mischung wohl kaum anders als warmes Wasser schmecken. Sogenannte "Herbstgedanken" sind genauso - Poeten spüren "ach, traurig ist Herbst-Atmosphäre", Wind, Regen, Sonnenschein geben Anreize, einerseits auch "reines Glück", aber alte Bauern wissen nur: Jährlich jetzt Reis schneiden.
Manche meinen, solche feine, scharfe Sinne gehören natürlich nicht Groben - das ist Oberschicht-Markenzeichen. Aber ich fürchte, dieses Markenzeichen wird bankrott gehen. Wir haben Schmerzgefühl - einerseits leiden wir, andererseits können wir uns verteidigen. Ohne es würde selbst ein Messer im Rücken unbewusst bleiben bis zum Verbluten, ohne zu wissen warum. Wird Schmerzgefühl aber zu fein und scharf, spürt man nicht nur kleine Dornen auf Kleidung, auch Nähte, Knoten, Stofffasern - ohne "nahtlose Himmelsgewänder" wäre es täglich wie Dornen am Körper, unlebbar. Aber Fein-Schärfe-Vortäuschung ist anders.
Feine, scharfe Sinne sind verglichen mit Gefühllosigkeit natürlich Fortschritt, aber nur soweit sie Lebens-Evolution helfen. Sind sie irrelevant oder hinderlich, ist das krankhafte Evolution, bald beendet. Vergleichen wir reines-Glück-genießende, Herbst-herz-tragende Elegante mit schlecht-gekleideten, grob-essenden Groben - wer lebt länger? Nach Teetrinken, Herbst betrachtend, denke ich: Guten Tee nicht zu kennen, keine Herbstgedanken zu haben ist auch gut.
(30. September)
- [Verbot und Eigenproduktion - Ru Niu]**
Laut Zeitungen verbieten manche Orte wegen hoher Bleistift- und Füllfeder-Importe deren Gebrauch und kehren zu Pinseln zurück.
Sprechen wir nicht von Flugzeugen, Kanonen, amerikanischer Baumwolle und Weizen als Nicht-Inlandswaren, nur von Papier und Stiften.
Sprechen wir nicht von Kalligraphen und Nationalmalern, nur von wirklichen Geschäfteleuten. Für diese sind Pinsel sehr unpraktisch. Tuschstein und Tusche kann man nicht tragen, Tuschsaft nehmen - aber gibt es Inlands-Tuschsaft? Nach meiner Erfahrung ist Tuschsaft kein Dauergebrauchsmittel - nach einigen tausend Zeichen klebt der Pinsel fest. Mit Tuschstein Tusche reiben, Papier ausbreiten, Pinsel lecken - selbst bei Studenten-Vorlesungsnotizen würde die Geschwindigkeit wohl ein Drittel weniger als mit Füllfedern, sie müssten weniger kopieren oder Lehrer langsamer sprechen lassen - aller Zeit ein Drittel verschwendet.
"Praktisch" heißt nicht faul sein, sondern in derselben Zeit mehr schaffen. Das spart Zeit, macht begrenzte Leben effektiver, verlängert Leben. Alte sagten: "Nicht Menschen reiben Tusche, Tusche reibt Menschen" - beklagten Lebens-Verschwendung für Papier und Tusche. Füllfedern können diesen Mangel beheben.
Aber ihr Bestehen braucht Zeit- und Lebens-Wertschätzung. China nicht - daher keine Inlandswaren. China hat Import-Export-Bücher, aber keine Bevölkerungs-Bücher. Wieviel Kraft und Energie kosten Eltern für eines Menschen Aufzucht und Bildung? Junge Männer und Frauen verschwinden oft spurlos, niemand beachtet es. Kleine Zeit ist natürlich kein Problem - mit Pinseln herumspielen zu können ist vielleicht sogar Glück.
Wie China verwendete auch Japan lange Pinsel. Aber in Japan sind Pinsel fast verschwunden, ersetzt durch Blei- und Füllfedern, sogar Übungshefte dafür gibt es viele. Warum? Weil praktisch, zeitsparend. Fürchten sie nicht "Leckage"? Nein, sie produzieren selbst und exportieren nach China.
Wenn Ausgezeichnetes nicht inländisch ist, verbietet China es, Japan imitiert es - völlig verschiedene Länder.
(30. September)
- [Zaubertricks anschauen - You Guang]**
Ich liebe "Zaubertricks".
Sie sind Wanderkünstler, daher überall gleiche Tricks. Zum Geldsammeln brauchen sie zwei nötige Dinge: einen schwarzen Bären, ein kleines Kind.
Der schwarze Bär ist wirklich mager gehungert, hat fast keine Kraft mehr sich zu bewegen. Natürlich darf er nicht stark werden - stark wäre er unbändig. Jetzt halbtot, trotzdem mit Eisenring durch die Nase und Seil geführt für Auftritte. Manchmal bekommt er etwas zu essen - ein kleines Stück aufgeweichter Mantou-Rinde, aber der Löffel wird hochgehalten, er muss aufstehen, Kopf strecken, Maul öffnen, lange warten bis es hinunterfällt, und der Zauberer sammelt dadurch Geld.
Diese Bären-Herkunft erwähnte niemand in China. Westliche Untersuchungen sagen: Von klein auf aus Bergen gefangen; große unbrauchbar, weil groß bedeutet wilde Natur unänderbar. Aber auch kleine brauchen "Training" - diese "Training"-Methoden sind "Schlagen" und "Hungern"; später Tod durch Misshandlung. Ich halte das für wahr - sehen wir sie noch lebend auftreten, sind sie so mager ohne Bären-Atmosphäre, manche Orte nennen sie "Hundebären" - so verachtet.
Kinder auf der Bühne leiden auch - Erwachsene treten auf ihre Bäuche oder verdrehen ihre Hände, sie zeigen sehr gequälte, schwierige, belastete Mienen, verlangen Zuschauer-Rettung. Sechs, fünf, vier, drei... und der Zauberer sammelt wieder Geld.
Er wurde natürlich trainiert - dieses Leiden ist gespielt, mit Erwachsenen abgesprochen, schadet aber dem Geldverdienen nicht.
Nachmittags Gong schlagen und anfangen, so bis abends, Ende, Zuschauer zerstreuen sich - manche zahlten, manche zahlten nie.
Bei jedem Ende gehe ich und denke: Zwei Geldverdiener-Werkzeuge - eins wird zu Tode gequält, dann werden kleine neue gesucht; eins wird groß, dann andere kleine Kinder und kleine Bären gesucht für dieselben Tricks.
Es ist wirklich einfach - kurz gedacht scheint es langweilig. Aber ich schaue trotzdem oft zu. Was soll ich sonst anschauen, meine Herren?
(1. Oktober)
- [Doppel-Zehn-Nostalgie - Shi Pi]**
- Blick auf Herbst des 19. Jahres aus Jahr 22 der Republik
- Einleitung**
Für routinemäßige "Doppel-Zehn"-Artikel muss man zuerst Material finden. Zwei Methoden: aus dem Kopf oder aus Büchern. Ich wählte letztere. Aber nach Durchsuchen von "Beschreibungs-Wörterbüchern" nichts darin; nach Durchwühlen von "Artikel-Methoden" auch nichts. Glücklicherweise "haben gute Menschen Himmelshilfe" - in Papierhaufen fand ich eine Rolle: Ausschnitte Shanghaier großer und kleiner Zeitungen vom 3.-10. Oktober des 19. Jahres der Republik. Exakt drei Jahre her - wofür gesammelt? Selbst vergessen. Vielleicht für heutiges Material? Bestimmt nicht unbedingt. Aber "Abfall-Nutzung" - schon gefunden, liste ich Inhalte auf. Platzsparend ohne Anzeigen-, Nachrichten-, Telegramm-Unterscheidung, auch ohne Zeitungsnamen, da solche Texte meist alle Zeitungen hatten.
Wozu anschauen? Nicht zu sagen. Muss ich antworten, dann: Wie eigene Fotos von vor drei Jahren betrachten.
- 3. Oktober**
Jiangwan-Pferderennen. Chinesisches Rotes Kreuz sammelt für Hunan, Liaoning und andere Provinzen. Zentralarmee erobert Chenliu. Liaoning gründet Vize-Oberkommando. Banditen schlachten Li-County ab. Sechsjähriges Mädchen schwanger. Xin Bosen schwer verletzt. Wang Jingwei erreicht Taiyuan. Lu Xingbang verhandelt Kapitulation. Zusätzliche Truppen nach Jiangxi gegen Kommunisten. Zoll-Abschaffung bis Januar verlängert. Mexiko weist Chinesen aus, 56 kehren zurück. Mussolini fördert Kunst. Tan Yankai-Anekdoten. Krieger-Gesellschaft wirbt für Mitglieder.
- 4. Oktober**
Qitian-Theater eröffnet innovative »Westliche Reise«-Verbesserung zum Mondfest. Fortschrittliche, nationalistische, einzige Literaturzeitschrift »Vorhut-Monatsschrift« Erstausgabe zum Doppel-Zehn-Fest. Luftwaffe bombardiert wieder Yong. Banditenbekämpfungs-Geschichten.
- 5. Oktober**
Vorsitzender Jiang bittet Regierung um Amnestie für politische Gefangene. Cheng Yanqius Bühnen-Erfolg. Weileguans Kaution.
- 6. Oktober**
Fan Diwens Vortrag-Notizen. Hier bitte andächtig "Namo Amituofo" rezitieren... Alle irrten - Mondfest ist am 6. dieses Monats. Zhao Daiwens Vermögens-Beschlagnahme. Hubei-Partei gratuliert zu Xu- und Bian-Rückeroberung. Verbot privaten Missbrauchs von Partei-Staatsflaggen.
- 7. Oktober**
Regierungs-Sauberkeits-Bewegung unterstützen. Tianjin-Pukou-Linie wird durchgehend fahren. Beijing-Tianjin-Parteibüros werden wieder eröffnet. Französisches Rad erschlägt Hafenarbeiter. Wang Shizhens Beerdigung. Feng- und Yan-Truppen völlig aufgelöst. Hubei Laifeng-Mais trägt doppelte Ähren. Unschuldsgeist rächt sich, Verlobter fordert Leben. Geist schlägt Menschenrücken.
- 8. Oktober**
Fujian-Krieg tobt weiter. 8. Armee blockiert Liuzhou-Verkehr. Andersons Archäologie-Team kehrt aus Mongolei nach Beijing zurück. Inlandswaren-Mode-Ausstellung. Südostasien-erschütternder Xiao Xinan-Fall. Schulen sollten Chinesisch betonen. Zhengzhou-Flugzeug-Raub-Rückblick. Tan-Residenz Trauerspruch-Auswahl. Wang Jingwei plötzlich verschwunden.
- 9. Oktober**
Nordwest-Armee aufgelöst. Außenministerium veröffentlicht britischen Boxer-Entschädigungs-Rückgabe-Briefwechsel. Hauptstadt-Garnison erschießt Verbrecher. Xin Bosen leichte Besserung. Inlandswaren-Mode-Ausstellung. Shanghais beispielloser Tanz-Unterhaltungs-Ball.
- 10. Oktober**
Ganzes Land jubelt bei Doppel-Zehn-Feier. Verrat niedergeschlagen, ganzes Land feiert Nationalfeiertag, Vorsitzender Jiang kehrte gestern triumphierend für Zeremonie zurück. Tianjin-Pukou-Bahn fährt vorerst noch abschnittsweise. Hauptstadt erschießt neun kommunistische Verbrecher. Lindai von Banditen geplündert. Laochenweis Banditen-Katastrophe grausam. Seeräuber stören Fengli. Cheng Yanqiu feiert Nationalfeiertag. Jiang Lixia vergisst Doppel-Zehn nicht. Nanchang verbietet Barfußgehen. Verwundete Soldaten beschimpfen Sun Zuji. Dieses Jahr Doppel-Zehn erfreulich und gratulierenswert, mehr als früher.
- Schluss**
Ich sage auch: "Dieses Jahr Doppel-Zehn erfreulich und gratulierenswert, mehr als früher."
(1. Oktober)
Nachtrag: Dieser konnte nicht gedruckt werden, wohl von jemandem weggenommen - bei Doppel-Zehn-Feiern ist "Gegenwart beklagen" schwer, "Nostalgie" auch nicht leicht.
(13. Oktober)
- ["Dritter-Dritter"-Erinnerung - Feng Zhiyu]**
- 1933 erinnernd an Ende der Guangxu-Zeit
Ich will einige vergangene Menschen loben - das ist wohl keine "Knochen-Vernarrtheit".
Sogenannte vergangene Menschen meint Guangxu-Ende "Neue Partei", Republik-Anfang "alte Neue Partei". Nach 1894-Niederlage erwachten sie, wollten "Reform" - selbst 30-40-jährige Mittelalte lasen »Rechnen-Gespräche«, »Chemie-Spiegel«; lernten Englisch, Japanisch, steife Zunge, seltsame Laute rezitierend, ohne Scham - um "westliche Bücher" zu lesen, westliche Bücher für Chinas "Reichtum und Stärke". Heutige Antiquariate haben noch »Reichtum-Stärke-Buchreihen« wie gegenwärtige "Beschreibungs-Wörterbücher" und "Grund-Englisch" - damalige Zeiterscheinungen. Selbst Achtgliedriger-Essay-Zhang Zhidong ließ Miao Quansun für »Bücherlisten-Antworten« energisch Übersetzungen hinzufügen - so heftig war Reform-Trend.
Jetzt aber anderes Phänomen. Manche neue Jugendliche, Umstände völlig gegenteilig zu "alter Neuer Partei" - nie Achtgliedriges Gift berührt, Schulbildung, keine Nationalstudien-Experten, aber: lernen Siegelschrift, füllen Ci-Gedichte, empfehlen »Zhuangzi«, »Wenxuan«, selbstgeschnitzte Briefumschlag-Druckplatten, Neue Poesie in Quadraten - außer Neue-Poesie-Vorliebe wie Guangxu-Anfang-Elegante, nur ohne Zöpfe und gelegentlich Westkleidung.
Neuerdings oft gesagt: "Alte Flaschen können keinen neuen Wein fassen." Das ist falsch. Alte Flaschen können neuen Wein, neue Flaschen alten Wein fassen - zum Beweis tausche man Wujiaopi und Brandy aus: Wujiaopi in Brandy-Flasche bleibt Wujiaopi. Dieses einfache Experiment zeigt nicht nur, dass "Fünf-Wechsel-Melodie" und "Zehn-Sammlung-Zeichen"-Formen neuen Inhalt aufnehmen können, sondern beweist: In neuen Jugendlichen-Hüllen können "Tongcheng-Irrlehre" oder "Auswahl-Dämonen" lauern.
"Alte Neue Partei"-Einsichten waren oberflächlich, aber sie hatten ein Ziel: Reichtum-Stärke. Daher entschieden, praktisch; Fremdsprachen-Lernen war seltsam-lautend, aber hatte ein Ziel: Reichtum-Stärke-Methoden suchen. Daher ernst, leidenschaftlich. Als Anti-Mandschu-Lehren sich ausbreiteten, wurden viele Revolutionäre - immer noch für Chinas Reichtum-Stärke, meinend dies müsse mit Anti-Mandschu beginnen.
Anti-Mandschu war lange erfolgreich, Vierter-Mai lange vorbei - nun Siegelschrift, Ci, »Zhuangzi«, »Wenxuan«, alte Briefumschläge, quadratische Neue Poesie. Wir haben neue Bestrebungen: mit "alter Eleganz" zwischen Himmel und Erde bestehen. Gelänge wirkliches Bestehen, ergänzte das "Existenzkampf" um neues Beispiel.
(1. Oktober)
- ["Nach Erinnerung" (oben) - Feng Zhiyu]**
Wieder unvorsichtig etwas erinnert, brachte Herrn Shi Zheshengs »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« hervor - er meint, meine Worte seien für ihn gedacht, hofft aber, sie seien nicht für ihn gedacht.
Einige Erklärungen: Jene »Erinnerung« war nicht für Herrn Shi geschrieben, aber Herr Shi kann darin sein.
Wären sie speziell gegen Einzelpersonen gerichtet, sollte man nach heutigem modernem Beispiel Gegners Herkunft, Bildung, Aussehen, sogar Heimat-Erzeugnisse und Vaters Geschäft untersuchen und anspielen - das wäre angemessen. In meinem Stück ist davon nichts. Das Gemeinte ist eine große Schar von Nachkommen-Gruppen-Atmosphäre, nicht bestimmte Personen; aber da es eine Gruppe meint, werden natürlich nicht wenige getroffen - wenn nicht ganz, dann Gliedmaßen, wenn nicht permanent zu dieser Truppe gehörig, so doch zeitweise. Herr Shi sagte selbst, er empfahl Jugendlichen »Zhuangzi« und »Wenxuan« "als literarische Bildungshilfe" - natürlich verwandt mit meiner Kritik, aber zu meinen, der Artikel sei für ihn geschrieben, ist wirklich "überempfindlich" - das meinte ich nicht.
Aber das war vor Herrn Shis Meinungsäußerung - jetzt ist selbst diese "Verwandtschaft" etwas entfernter, denn meine Kritik galt vergleichsweise verstockten Nachkommen-Gruppen mit noch höheren Standards.
Frühlingsträume sind wirr und verkehrt. Und "Sommernachtstraum"? Betrachtet man Shakespeares Drama, ist er auch wirr und verkehrt. Chinas Herbstträume sollten der Regel nach "feierlich und tödlich" sein - vor der Republik wurden alle Todeskandidaten "nach dem Herbst hingerichtet", das folgte der Himmelszeit. Der Himmel lehrte die Menschen so zu handeln, die Menschen konnten nicht anders. Sogenannte "Literaten" sind natürlich keine Ausnahme - satt gegessen im Bett liegend, wenn das Essen nicht völlig verdaut ist, träumen sie; und da es nun Herbst ist, lehrte der Himmel ihre Träume, würdevoll zu werden.
In »Taosheng« Band 2, Nummer 31 (erschienen am 12. August) steht ein Brief an den Herausgeber von einem sich "Lin Ding" nennenden Herrn, darin ein Abschnitt:
"...welcher Streit, wer recht oder unrecht hat, können Außenstehende kaum beurteilen. Aber dass sie sich gegenseitig zerstören, müssen Zuschauer als Unglück der ganzen Literaturwelt anerkennen... Ich meine, alle sollten erst hundert Schläge auf den Hintern bekommen zur Warnung, alles andere kann unerwähnt bleiben..."
Vor zwei Tagen gab es in einer kleinen Zeitung einen namenlosen Leitartikel, der auch sehr zornig über die jüngste Plagiatsdebatte zwischen Yu und Zhao war:
"...Hätte ich einst große Macht in Händen, würde ich diese Gestalten fangen und zu zehn Jahren Zwangsarbeit und Lesen verurteilen; Chinas Literaturwelt hätte vielleicht noch einen reinen Tag."
Zhang Xianzhong wollte selbst untergehen, daher fragte er bei seinen Handlungen nicht "wer recht oder unrecht hat", sondern tötete nur. Qing-Beamte schlugen ursprüngliche Kläger und Beklagte ohne Ansehen der Umstände je hundert oder fünfzig auf den Hintern - das kam gelegentlich vor, weil die Mandschu noch Sklaven zum Ausplündern wollten, das ist Herr "Lin Dings" alter Traum. Der namenlose Herr in der kleinen Zeitung war vergleichsweise zivilisiert - wenigstens kannte er schon die Methoden der Shanghaier Konzessionsbehörde, untere Chinesen zu "verurteilen".
Aber die erste Frage ist: Wie kann man "einst große Macht in Hände" bekommen? Wie können schwächliche Bücherwürmer zu Machthabern werden? Früher konnte man noch hoffen, Prinzessinnengemahl zu werden und sofort aufzusteigen - jetzt gibt es keine Kaiser mehr, selbst mit Gesicht voller Schneecreme wird man nie Prinzessinnen-Gunst finden; höchstens kann man hoffen, Schwiegersohn einer reichen Familie zu werden. Ämterkauf ist längst abgeschafft - für "große Macht" kann man nur wie der Fuchs vor hohen Trauben mit weißer Nase hochblicken. Literaturwelt-Vollständigkeit und -Reinheit sind wohl wirklich sehr nebelhaft.
Zur Vierter-Mai-Zeit entdeckte man in Verlagskreisen "Literaturbettler", dann "Literaturrowdys", aber diese majestätischen Gestalten entdeckte ich diesen Herbst neu in Shanghai - ohne Namen dafür nenne ich sie "Literaturbeamte". Betrachtet man Literaturgeschichte, hat die Literaturwelt oft vollständige und reine Zeiten, aber wer sah je, dass solche Literaturwelt-Klärung mit diesen "Literaturbeamten" zusammenhing?
Aber träumen kann man immer, schadet nichts und ist auch interessant zu schreiben. Ruht in Frieden, anwartende kleine Exzellenzen!
(5. September)
- [Lehren des Films - Ru Niu]**
Als ich in meiner Heimat chinesische Oper sah, war ich noch nicht zum "Gebildeten" erzogen - kleine Freunde waren meist Bauern. Wir liebten Purzelbäume, Tiger-Sprünge, eine Rauchwolke, aus der ein Dämon erschien; die Handlung schien uns nicht zu betreffen. Große Masken und alte Männer kämpften um Städte und Land, junge Männer und Hauptdarstellerinnen erlebten Trennung und Wiedersehen - das war alles ihre Sache. Hackenstiel-fassende Bauernkinder wussten, dass sie nie zum General geweiht oder zur Hauptstadt zur Prüfung gehen würden. Aber ein Stück bewegte mich, hieß wohl »Zhan Mucheng hinrichten«. Ein hoher Beamter wurde unschuldig verleumdet und musste sterben - sein alter Diener sah ihm sehr ähnlich und ging für ihn zur "Hinrichtung". Diese tragischen Bewegungen und Gesänge rührten die Zuschauer und ließen sie ihr gutes Vorbild entdecken. Denn meine Heimat-Bauern halfen nach der Ernte großen Haushalten. Um echt zu wirken, musste die Herrin bei der Hinrichtung "den Kopf umarmend weinen", aber er stieß sie weg - selbst jetzt mussten Rangordnungen streng gewahrt werden, das war treuer Diener, Rechtschaffener, guter Mensch.
Als ich in Shanghai Filme sah, war ich längst "niederer Chinese" geworden - oben saßen Weiße und Reiche, unten reihten sich mittlere und niedere "chinesische Nachkommen". Auf der Leinwand kämpften weiße Soldaten, weiße Herren verdienten Geld, weiße Fräulein heirateten, weiße Helden erforschten, was Zuschauer bewundern, beneiden, fürchten ließ - sie fühlten sich unfähig. Aber wenn weiße Helden Afrika erforschten, kamen oft schwarze treue Diener, um Wege zu bahnen, zu dienen, zu kämpfen, für sie zu sterben, damit Herren sicher heimkehrten; bei der zweiten Expedition waren treue Diener unauffindbar, er erinnerte sich an die Toten, sein Gesicht verdüsterte sich, die Leinwand zeigte ein schwarzes Gesicht aus seiner Erinnerung. Gelbgesichtige Zuschauer verdüsterten meist im Dämmerlicht ihre Gesichter: Sie waren bewegt.
Glücklicherweise kämpften auch einheimische Filme - einen Sprung hoch auf die Mauer, eine Handbewegung, das fliegende Schwert geschleudert. Aber das zog sich mit der 19. Armee aus Shanghai zurück - jetzt bereitet man Turgenevs »Frühlingsflut« und Mao Duns »Seidenraupen« vor. Das ist natürlich Fortschritt. Aber dann kam zuerst ein heftig beworbener »Liebesgeschichte vom Yao-Berg«.
Dieser Film hat das Thema "Yao-Volk zivilisieren", den Kunstgriff "Prinzgemahl werben" - erinnert an »Silang besucht Mutter« und »Prinzessin Shuangyang verfolgt Di«. Chinas große Theorie von geistiger Zivilisation als Weltherrscher hört man neuerdings wenig - will man zivilisieren, muss man zu Miao, Yao und ähnlichen zurückweichen. Für solche Großtaten muss man zuerst "heiraten" - Huangdi-Nachkommen können wie Schwarze nicht mit eurasischen Großmacht-Prinzessinnen heiraten, daher kann sich geistige Zivilisation nicht verbreiten. Das kann jeder hieraus verstehen.
(7. September)
- [Über Übersetzung (oben) - Luo Wen]**
Wegen meines kurzen Artikels entstand Herrn Mu Mutians »Von ›Zur Verteidigung der Übersetzung‹ zu Lous Übersetzung ›Europäische Literatur des 20. Jahrhunderts‹« (»Freie Diskussion« vom 9.), was mich sehr ehrt, und alle Kritikpunkte sind wohl wirkliche Fehler. Aber aus des Autors Anmerkung entstand wieder eine beiläufig zu besprechende, vielleicht nicht bedeutungslose Frage:
"Auf Seite 199 steht: 'Unter diesen Romanen sind die unsterblichen Werke von Louis Bertrand, kürzlich von der Akademie ausgewählt (Übersetzer: wohl die russische kommunistische Akademie des Autors), die vorzüglichsten.' Meiner Ansicht nach meint 'Academia' hier die französische Akademie. Die Sowjetunion mag als entwickeltes Kunst-Land gelten, aber wird kaum Sammlungen imperialistischer Autoren machen? Ich weiß nicht, warum Herr Lou so willkürlich kommentiert."
Welches Landes Academia? Ich weiß es nicht. Natürlich ist die französische Akademie sehr plausibel, aber wir können nicht entscheiden, dass Sowjet-Akademien "keine imperialistischen Autorensammlungen machen". Vor zehn Jahren bestimmt nicht - nicht nur aus materiellen Gründen, auch um das Revolutions-Baby zu schützen, konnte man nicht wahllos nährende, nutzlose, schädliche Nahrung vor es legen. Jetzt geht es - das Baby ist gewachsen, stark und klug geworden. Selbst Opium oder Morphium zu zeigen ist ungefährlich, aber natürlich müssen Aufklärer zeigen: Konsum macht süchtig, Sucht macht zum Wrack oder gesellschaftlichen Schädling.
Tatsächlich sah ich sowjetische Academia-Neuübersetzungen arabischer »Tausendundeine Nacht«, italienisches »Decamerone«, spanischen »Don Quijote«, englischen »Robinson Crusoe«; in Zeitungen las ich von Tolstoi-Auswahlen und Goethe-Gesamtausgaben - vollständigeren. Bertrand war nicht nur katholischer Propagandist, sondern Monarchie-Sprecher, aber verglichen mit dem deutschen Bourgeois-Literaten Goethe aus dem frühen 19. Jahrhundert waren seine Werke nicht schädlicher. Daher ist sowjetische Auswahl-Ausgabe sehr möglich. Aber vor diesen Büchern stehen bestimmt ausführliche Vorworte mit sorgfältiger Analyse und korrekter Kritik.
Je ferner Autoren den Lesern sind, desto unschädlicher für Leser. Klassische, reaktionäre Werke mit sehr verschiedenen Ideologien können neue Jugend meist nicht bewegen (aber natürlich braucht es korrekte Anleitung), stattdessen kann man Beschreibungskunst und Autoren-Bemühungen lernen. Wie große Arsenstücke - nach Betrachtung weiß man ihre tödliche Kraft und Kristallform: pharmakologisches und mineralogisches Wissen. Gefährlich ist begrenztes Arsen in Nahrung, das Jugendliche unbewusst schlucken - wie scheinrevolutionäre "Revolutionsliteratur", scheinkämpferische "materialistische Geschichtskritik". Das sollte man vermeiden.
Ich befürworte, dass Jugendliche auch "imperialistische" Werke lesen - das alte "sich und Feinde kennen". Jugendliche unbewaffnet zu Tigern und Wölfen in tiefe Berge zu schicken ist dumm, aber aus Tiger-Wolf-Furcht nicht mal in eisengegitterte Zoos zu gehen, ist lächerlich töricht. Was sind schädliche Literatur-Eisengitter? Kritiker.
(11. September)
Nachtrag: Dieser konnte nicht gedruckt werden.
(15. September)
- [Über Übersetzung (unten) - Luo Wen]**
Aber in jener »Verteidigung der Übersetzung« erwartete ich von Kritikern drei Punkte: 1. Schlechtes aufzeigen; 2. Gutes fördern; 3. Wenn nichts da ist, auch Besseres. Herr Mu Mutian tat das Erste. Danach könnten andere Kritiker Weiteres tun - eine große Frage.
Daher ergänze ich: Gibt es nicht mal Besseres, dann nach Aufzeigen schlechter Übersetzungen auch zeigen, welche Stellen den Lesern noch nützen können.
Künftige Übersetzungswelt wird wohl weiter rückläufig sein. Abgesehen von Armut - betrachtet man Gebiet und Bevölkerung: Japan nahm vier Provinzen, ein großer Teil ist überflutet, ein großer Teil dürr, ein großer Teil im Krieg. Kurz überlegt - Leser sind sehr zurückgegangen. Wegen geringem Absatz wird Verlagswelt mehr spekulieren und betrügen, Schreibende müssen mehr spekulieren und betrügen. Selbst Ehrliche werden durch Existenznot zu Pfusch gedrängt, bekommen neue Mängel. Durch Konzessions-Wohngebiet-Straßen gehend: Drei-Türen-Obstläden, kristallene Schaufenster mit roten Äpfeln, gelben Bananen, unbekannten tropischen Früchten. Kurz stehend weiß man: Chinesen gehen selten hinein, können sich's nicht leisten. Wir müssen zu Landsleute-Obstständen, für wenig Geld faulen Apfel kaufen.
Faule Äpfel schmecken schlechter als anderes Obst, aber manche kaufen sie. Wir haben eine gegenteilige Eigenart: Schmuck muss "reingolden", Menschen "vollkommen" sein. Ein Mangel - manchmal will man alles nicht. Liebhaber mit Geschwüren führen nicht gleich zur Anwalts-Scheidung, aber zu Autoren, Werken, Übersetzungen ist man vergleichsweise streng: Shaw auf großem Schiff - schlecht; Barbusse nicht erstklassiger Autor - auch schlecht; Übersetzer "Universitätsprofessor, niederer Beamter" - noch schlechter. Gute kommen nicht - was tun? Ich denke, Kritiker sollten mit Faule-Äpfel-Essen-Methode helfen.
Frühere Kritik-Methode: Dieser Apfel ist fleckig, taugt nichts, sofort wegwerfen. Aber Käufer haben begrenztes Geld - große Ungerechtigkeit, außerdem wird es künftig ärmer. Daher scheint künftig am besten, Sätze hinzuzufügen: Ist es nicht kernfaul, sagen: Dieser Apfel ist fleckig, aber hier ist nicht faul, noch essbar. So sind Übersetzungs-Qualitäten klar und Leser-Verluste kleiner.
Aber solche Kritiken gibt es in China wenig. Selbst »Freie Diskussion«-Kritiken zu »Europäische Literatur des 20. Jahrhunderts« zeigen nur Faulstellen; früher kritisierte jemand Zou Taofens »Gorki« kurz, zeigte nur Mängel auf. Ersteres sah ich nicht, kann nichts zu anderen Vorzügen sagen, aber letzteres blätterte ich durch - außer kritisierten Mängeln gab es viele Schilderungen von Autoren-Mut und Beamten-Gemeinheit, sehr nützlich für junge Autoren, aber wegen Faulstellen wurde es aus dem Korb geworfen.
Daher hoffe ich, fleißige Kritiker machen Faule-Äpfel-Schneiden - wie "Schrott sammeln", sehr mühsam aber nötig und allen nützlich.
(11. September)
- [Neue Herbst-Notizen (3) - Lü Xun]**
"Herbst kommt!"
Herbst kommt wirklich - sonnige Tage sind noch gut, nachts im Ausländer-Hemd wird es kühl. Zeitungen voller "Herbst"-Artikel: Herbst begrüßen, beklagen, betrauern, tadeln... Zeitgemäß wollte ich auch etwas machen, kann aber nicht. Ich denke, selbst "Herbst beklagen" braucht wohl Glück - sehr beneidenswert.
Ich erinnere mich: Als Kind von Eltern geliebt, war Kleinerkrankungen am interessantesten - schwere nicht, zu schmerzhaft und gefährlich. Kleinkrank, träge im Bett, etwas melancholisch und verwöhnt, leicht bitter und süß - wirklich wie Herbst-Poesie-Bereich. Ach, seit Herumirrens verlor sich Inspiration, selbst Kleinkrankheiten kommen nicht. Gelegentlich Literaten-Texte lesend über Herbstblumen-Trauermienen und schweigendes Meer - nur eigene Gefühllosigkeit spürend. Nie sah ich Herbstblumen meinetwegen trauern und plötzlich Farbe wechseln; bei Wind heult das Meer immer, egal ob ich Lärm oder Stille liebe.
Dame Bingying belehrt uns: "Chen studiert Wissenschaft, aber in diesem Moment vergaß er völlig seine Interessen, in seinem Geist war nur der Zweck, Naturschönheit voll zu genießen..." Auch ein Glück. Wissenschaft lernte ich oberflächlich, nur ein Biologie-Lehrbuch, aber die Lehren - Blüten sind Pflanzen-Geschlechtsorgane, Insekten- und Vogellaute sind Paarungsrufe - vergesse ich nicht. Gestern abend über Ödland wandelnd, Grillen unter Wildchrysanthemen hörend, schien es schöne Landschaft, Poesie sprudelte, ich machte zwei Zeilen Neue Poesie:
Unter Wildchrysanthemen-Geschlechtsorganen,
Grille hängt Arme.
Geschrieben sieht es zwar eleganter aus als Grobian-Volkslieder, aber verglichen mit Neudichter-Poesie von "Inspiration" ist es "ärmlich". Zu wissenschaftlich, zu real - unelegant. Als alte Poesie wäre es vielleicht nicht so. Geschlechtsorgane kann man mit Yan Fuus Übersetzung "Sexorgane" nennen; "Arme hängen" verstehe ich selbst nicht, aber Shanghai-Kenner sagen, es komme von westlichen Männern und Frauen, die eingehakt gehen, erweitert zu Verführung oder Werben um Gegengeschlecht. Hängen heißt aufhängen, auch umfassen. So übersetzt sich mein Gedicht:
Unter Wildchrysanthemen-Sexorganen, Singende Grille hängt Ellbogen.
Obwohl rätselhaft, scheint es viel eleganter und besser. Menschen verstehen nicht, daher elegant und gut - noch heute Literaten-Geheimnis. Was meinen "Neudichter" Shao Xunmei und Konsorten dazu?
(14. September)
- [Sitte - Wei Suo]**
Zeitunglesen ist nützlich, wenn auch manchmal drückend. China ist beispielsweise das Land mit den meisten Nationalschmach-Gedenktagen - an solchen Tagen müssen Zeitungen einige Berichte und Artikel bringen. Aber das wird zu wiederholt und lang, leicht einheitlich - diesmal brauchbar, nächstes Mal auch brauchbar, letztes Jahr verwendet, nächstes Jahr vielleicht noch brauchbar, solange nichts Neues kommt. Selbst bei Neuem können Texte vermutlich noch verwendet werden, weil man eh nur diese Sätze sagen kann. Wer nicht vergesslich ist, fühlt sich gedrückt, sieht keine neuen Erkenntnisse.
Aber ich lese trotzdem. Heute zufällig Pekinger Trauerfeier für Anti-Japan-Helden Deng Wen gesehen: erst Bericht, dann Reden, schließlich "Zeremonie beendet, Musik gespielt, Versammlung aufgelöst".
So bekam ich neue Erkenntnis: Alle Gedenkfeiern sind nur "Sitte".
China ist ursprünglich "Sitte-Rechtschaffenheits-Land" - über Sitten gibt es drei große Bücher, sogar ins Ausland übersetzt. Ich bewundere besonders »Yili«-Übersetzer. Herrscher dienen ist heute unwichtig; Eltern dienen braucht natürlich Pietät, aber Nachtodesverfahren gehören zu Opfersitten, jede hat Zeremonien - heutige Todestag-Verehrung, Geburtstag-Feiern. Neue Todestage kommen hinzu, alte werden schwächer - "neue Geister groß, alte klein". Unsere Gedenktage sind bei alten weniger eifrig, bei neuen Schwinden wartet man ab - wie Familien-Todestage. Jemand sagte, Chinas Staat basiert auf Familie - wahre Einsicht.
China war ursprünglich "Sitte-Nachgeben-Land" - mit Sitten kommt Nachgeben, mehr Nachgeben macht mehr Sitten. Dieser Abschnitt sei weggelassen.
Früher regierte man mit Huanglao oder Pietät. Jetzt wohl Sitte-Regierungszeit - das verstehend weiß man, Volksmassen für Gedenktag-Gleichgültigkeit zu tadeln ist falsch. »Sitten« sagen: "Sitten gelten nicht für gewöhnliche Leute"; materielle Dinge zu sparen ist falsch - sagte Konfuzius nicht: "Du liebst dein Schaf, ich liebe die Sitte!"
"Unsittliches nicht sehen, hören, sagen, tun", still warten auf anderer "viel Unrecht führt zu Selbstvernichtung" - das ist Sitte.
(20. September)
- [Eindrücke erfragen - Tao Zhui]**
Nach der Vierter-Mai-Bewegung scheinen Chinesen eine neue Eigenart entwickelt zu haben: Bei ankommenden ausländischen Berühmtheiten oder Reichen gern nach China-Eindrücken zu fragen.
Russell kam nach China lehren - radikale Jugendliche hielten Banketts, fragten nach Eindrücken. Russell: "Ihr behandelt mich so gut - selbst Schlechtes zu sagen wäre unpassend." Radikale Jugendliche ärgerten sich über seine Ausflüchte.
Shaw reiste durch China - Shanghaier Reporter sammelten sich, fragten nach Eindrücken. Shaw: "Meine Meinungen gehen euch nichts an. Wäre ich ein Krieger und hätte hunderttausend Menschen getötet, würdet ihr meine Meinungen respektieren." Revolutionäre und Nicht-Revolutionäre ärgerten sich über seine Bissigkeit.
Diesmal kam Schwedens Prinz Carl nach Shanghai - Reporter veröffentlichten seine Eindrücke: "...überall herzlich von örtlichen Beamten und Bürgern empfangen, sehr dankbar und erfreut, die Reise-Eindrücke über eure Regierung und Bürger sind äußerst positiv und unvergesslich." Das ist sicherst - wird wohl keine Streitigkeiten hervorrufen.
Tatsächlich waren Russell und Shaw nicht ausweichend oder bissig. Gäbe es einen Ausländer, der bei Eindrucks-Fragen zurückfragt: "Welche Eindrücke haben Sie selbst von China?" - das wäre ein schwer zu schreibender Artikel.
Wir sind in China aufgewachsen - fühlen wir etwas, kann es nicht "Eindruck" heißen, aber Meinung geht. Wie aber aussprechen? Zu sagen, wir seien wie Fische im trüben Wasser, lebten verwirrt und rätselhaft, klingt nicht nach Meinung. China sehr gut zu nennen ist wohl schwer. Das ist Patrioten-Kummer über "verlorenes Volks-Selbstvertrauen" - aber es scheint wirklich verloren. Andere nach Eindrücken zu fragen ist wie Wahrsage-Stäbchen ziehen - selbst innerlich zweifelnd.
Unter uns gibt es Meinungsäußerer, aber oft sind es schwache, harmlose, die nicht "hunderttausend Menschen töteten", sich "kleine Bürger" nennen - daher "respektiert" niemand ihre Meinungen, sie sind allen "gleichgültig". Einflussreiche Große waren in Opposition vielleicht radikal, aber jetzt schweigen sie - China "behandelt mich so gut, Schlechtes zu sagen wäre unpassend". Die damaligen Russell-Banketteure aus der Xinchao-Gesellschaft, die sich über seine Antworten ärgerten, zeigen heute wirklich: Russell war kein Ausweicher, sondern prophetischer Satiriker, der zehn Jahre später Gedanken voraussagte.
Das ist mein Eindruck, eine Antwort-Nachahmung, von Ausländer-Mündern abgeschrieben.
(20. September)
- [Religion fressen - Feng Zhiyu]**
Herr Da kritisierte in »Literatur-Orthodoxie-Traum«, weil Liu Xie träumte, Konfuzius zu folgen, dann über Literatur diskutierte, später aber Mönch wurde, seine "Beschämung alter Heiliger". Tatsächlich haben seit Süd-Nord-Dynastien alle Literaten, Gelehrten, Taoisten, Mönche meist "Charakterlosigkeit" als Besonderheit. Seit Jin haben Berühmtheiten jeder drei kleine Spielereien: 1. »Analekten« und »Pietät-Klassiker«, 2. »Laozi«, 3. »Vimalakirti-Sutra« - nicht nur als Gesprächsstoff, oft auch kommentiert. Tang hatte Drei-Religionen-Debatten, später allgemeines Scherzen; sogenannte Gelehrte schrieben Kloster-Inschriften wie nichts Besonderes. Song-Gelehrte wirkten würdevoll, stahlen aber Zen-Aufzeichnungen. Qing ist nicht lange her - wir wissen noch, dass Gelehrte an »Taishang Ganying Pian« und »Wenchang Dijun Yinzhi Wen« glaubten und Mönche zum Buße nach Hause holten.
Als Christentum nach China kam, hielten sich Christen für gläubig, aber Außenstehende nannten sie alle "Religion fressend". Diese zwei Worte zeigen wirklich Christen-"Geist", können die meisten konfuzianisch-buddhistisch-taoistischen Gläubigen einschließen, auch auf viele "Revolution fressende" alte Helden übertragen werden.
Qing-Leute nannten Achtgliedrige Essays "Türklopfer" - nach Titelerwerb war die Tür offen, der Stein nutzlos. Neuerdings gibt es Zeitschriften-"Prinzipien". »Moderne Kritik« verschwand nicht durch Unterdrückung, sondern weil Autoren aufstiegen; »Xinyue«s Kälte liegt daran, dass alte Mitglieder alle "hochkletterten", weit vom Mond entfernt. Zur Unterscheidung von "Türklopfern" nennen wir das "Himmelsleitern".
"Religion" in China war nicht anders. Revolution predigen - eine Zeit; Loyalität-Pietät predigen - wieder eine Zeit; mit Lamas Kreise drehen - wieder eine Zeit; Pagoden für Prinzipien bauen - wieder eine Zeit. In rein-fressenden Zeiten sollte ein Ziel bestimmt sein, in misch-fressenden Zeiten sind alle Religionen nicht verschieden - ein Teller ganze Ente, ein Teller Allerlei. Liu Xie ebenso - nur von "Ingwer nicht weglassen" zu Vegetarismus, Magen-Anteile blieben gleich. Als Mönch »Analekten«, »Pietät-Klassiker« oder »Laozi« zu kommentieren bleibt "natürlich und rechtmäßig".
(27. September)
- [Tee trinken - Feng Zhiyu]**
Eine Firma war wieder billig - kaufte zwei Unzen guten Tee, je Unze zwanzig Cent. Erst eine Kanne gebrüht, aus Angst vor Erkaltung in Wattejacke gewickelt, aber beim feierlichen Trinken schmeckte es wie gewohnter Grobtee, auch sehr trüb.
Ich wusste, das war mein Fehler - guten Tee trinkt man aus Deckeltassen. Also Deckeltasse. Wirklich - nach Aufbrühen klar und süß, leicht duftend und bitter, definitiv guter Tee. Aber das braucht ruhiges Sitzen - als ich beim Schreiben von »Religion fressen« einen Schluck nahm, verschwand der gute Geschmack unbewusst, wie Grobtee.
Guten Tee haben und trinken können ist "reines Glück". Aber für dieses "Glück" braucht man erst Zeit, dann besondere trainierte Sinne. Aus dieser winzigen Erfahrung denke ich: Wäre es ein körperlich arbeitender Mann mit dürrer Kehle, würde selbst Longjing-Knospen-Tee oder Perlen-Orchideen-Mischung wohl kaum anders als warmes Wasser schmecken. Sogenannte "Herbstgedanken" sind genauso - Poeten spüren "ach, traurig ist Herbst-Atmosphäre", Wind, Regen, Sonnenschein geben Anreize, einerseits auch "reines Glück", aber alte Bauern wissen nur: Jährlich jetzt Reis schneiden.
Manche meinen, solche feine, scharfe Sinne gehören natürlich nicht Groben - das ist Oberschicht-Markenzeichen. Aber ich fürchte, dieses Markenzeichen wird bankrott gehen. Wir haben Schmerzgefühl - einerseits leiden wir, andererseits können wir uns verteidigen. Ohne es würde selbst ein Messer im Rücken unbewusst bleiben bis zum Verbluten, ohne zu wissen warum. Wird Schmerzgefühl aber zu fein und scharf, spürt man nicht nur kleine Dornen auf Kleidung, auch Nähte, Knoten, Stofffasern - ohne "nahtlose Himmelsgewänder" wäre es täglich wie Dornen am Körper, unlebbar. Aber Fein-Schärfe-Vortäuschung ist anders.
Feine, scharfe Sinne sind verglichen mit Gefühllosigkeit natürlich Fortschritt, aber nur soweit sie Lebens-Evolution helfen. Sind sie irrelevant oder hinderlich, ist das krankhafte Evolution, bald beendet. Vergleichen wir reines-Glück-genießende, Herbst-herz-tragende Elegante mit schlecht-gekleideten, grob-essenden Groben - wer lebt länger? Nach Teetrinken, Herbst betrachtend, denke ich: Guten Tee nicht zu kennen, keine Herbstgedanken zu haben ist auch gut.
(30. September)
- [Verbot und Eigenproduktion - Ru Niu]**
Laut Zeitungen verbieten manche Orte wegen hoher Bleistift- und Füllfeder-Importe deren Gebrauch und kehren zu Pinseln zurück.
Sprechen wir nicht von Flugzeugen, Kanonen, amerikanischer Baumwolle und Weizen als Nicht-Inlandswaren, nur von Papier und Stiften.
Sprechen wir nicht von Kalligraphen und Nationalmalern, nur von wirklichen Geschäfteleuten. Für diese sind Pinsel sehr unpraktisch. Tuschstein und Tusche kann man nicht tragen, Tuschsaft nehmen - aber gibt es Inlands-Tuschsaft? Nach meiner Erfahrung ist Tuschsaft kein Dauergebrauchsmittel - nach einigen tausend Zeichen klebt der Pinsel fest. Mit Tuschstein Tusche reiben, Papier ausbreiten, Pinsel lecken - selbst bei Studenten-Vorlesungsnotizen würde die Geschwindigkeit wohl ein Drittel weniger als mit Füllfedern, sie müssten weniger kopieren oder Lehrer langsamer sprechen lassen - aller Zeit ein Drittel verschwendet.
"Praktisch" heißt nicht faul sein, sondern in derselben Zeit mehr schaffen. Das spart Zeit, macht begrenzte Leben effektiver, verlängert Leben. Alte sagten: "Nicht Menschen reiben Tusche, Tusche reibt Menschen" - beklagten Lebens-Verschwendung für Papier und Tusche. Füllfedern können diesen Mangel beheben.
Aber ihr Bestehen braucht Zeit- und Lebens-Wertschätzung. China nicht - daher keine Inlandswaren. China hat Import-Export-Bücher, aber keine Bevölkerungs-Bücher. Wieviel Kraft und Energie kosten Eltern für eines Menschen Aufzucht und Bildung? Junge Männer und Frauen verschwinden oft spurlos, niemand beachtet es. Kleine Zeit ist natürlich kein Problem - mit Pinseln herumspielen zu können ist vielleicht sogar Glück.
Wie China verwendete auch Japan lange Pinsel. Aber in Japan sind Pinsel fast verschwunden, ersetzt durch Blei- und Füllfedern, sogar Übungshefte dafür gibt es viele. Warum? Weil praktisch, zeitsparend. Fürchten sie nicht "Leckage"? Nein, sie produzieren selbst und exportieren nach China.
Wenn Ausgezeichnetes nicht inländisch ist, verbietet China es, Japan imitiert es - völlig verschiedene Länder.
(30. September)
- [Zaubertricks anschauen - You Guang]**
Ich liebe "Zaubertricks".
Sie sind Wanderkünstler, daher überall gleiche Tricks. Zum Geldsammeln brauchen sie zwei nötige Dinge: einen schwarzen Bären, ein kleines Kind.
Der schwarze Bär ist wirklich mager gehungert, hat fast keine Kraft mehr sich zu bewegen. Natürlich darf er nicht stark werden - stark wäre er unbändig. Jetzt halbtot, trotzdem mit Eisenring durch die Nase und Seil geführt für Auftritte. Manchmal bekommt er etwas zu essen - ein kleines Stück aufgeweichter Mantou-Rinde, aber der Löffel wird hochgehalten, er muss aufstehen, Kopf strecken, Maul öffnen, lange warten bis es hinunterfällt, und der Zauberer sammelt dadurch Geld.
Diese Bären-Herkunft erwähnte niemand in China. Westliche Untersuchungen sagen: Von klein auf aus Bergen gefangen; große unbrauchbar, weil groß bedeutet wilde Natur unänderbar. Aber auch kleine brauchen "Training" - diese "Training"-Methoden sind "Schlagen" und "Hungern"; später Tod durch Misshandlung. Ich halte das für wahr - sehen wir sie noch lebend auftreten, sind sie so mager ohne Bären-Atmosphäre, manche Orte nennen sie "Hundebären" - so verachtet.
Kinder auf der Bühne leiden auch - Erwachsene treten auf ihre Bäuche oder verdrehen ihre Hände, sie zeigen sehr gequälte, schwierige, belastete Mienen, verlangen Zuschauer-Rettung. Sechs, fünf, vier, drei... und der Zauberer sammelt wieder Geld.
Er wurde natürlich trainiert - dieses Leiden ist gespielt, mit Erwachsenen abgesprochen, schadet aber dem Geldverdienen nicht.
Nachmittags Gong schlagen und anfangen, so bis abends, Ende, Zuschauer zerstreuen sich - manche zahlten, manche zahlten nie.
Bei jedem Ende gehe ich und denke: Zwei Geldverdiener-Werkzeuge - eins wird zu Tode gequält, dann werden kleine neue gesucht; eins wird groß, dann andere kleine Kinder und kleine Bären gesucht für dieselben Tricks.
Es ist wirklich einfach - kurz gedacht scheint es langweilig. Aber ich schaue trotzdem oft zu. Was soll ich sonst anschauen, meine Herren?
(1. Oktober)
- [Doppel-Zehn-Nostalgie - Shi Pi]**
- Blick auf Herbst des 19. Jahres aus Jahr 22 der Republik
- Einleitung**
Für routinemäßige "Doppel-Zehn"-Artikel muss man zuerst Material finden. Zwei Methoden: aus dem Kopf oder aus Büchern. Ich wählte letztere. Aber nach Durchsuchen von "Beschreibungs-Wörterbüchern" nichts darin; nach Durchwühlen von "Artikel-Methoden" auch nichts. Glücklicherweise "haben gute Menschen Himmelshilfe" - in Papierhaufen fand ich eine Rolle: Ausschnitte Shanghaier großer und kleiner Zeitungen vom 3.-10. Oktober des 19. Jahres der Republik. Exakt drei Jahre her - wofür gesammelt? Selbst vergessen. Vielleicht für heutiges Material? Bestimmt nicht unbedingt. Aber "Abfall-Nutzung" - schon gefunden, liste ich Inhalte auf. Platzsparend ohne Anzeigen-, Nachrichten-, Telegramm-Unterscheidung, auch ohne Zeitungsnamen, da solche Texte meist alle Zeitungen hatten.
Wozu anschauen? Nicht zu sagen. Muss ich antworten, dann: Wie eigene Fotos von vor drei Jahren betrachten.
- 3. Oktober**
Jiangwan-Pferderennen. Chinesisches Rotes Kreuz sammelt für Hunan, Liaoning und andere Provinzen. Zentralarmee erobert Chenliu. Liaoning gründet Vize-Oberkommando. Banditen schlachten Li-County ab. Sechsjähriges Mädchen schwanger. Xin Bosen schwer verletzt. Wang Jingwei erreicht Taiyuan. Lu Xingbang verhandelt Kapitulation. Zusätzliche Truppen nach Jiangxi gegen Kommunisten. Zoll-Abschaffung bis Januar verlängert. Mexiko weist Chinesen aus, 56 kehren zurück. Mussolini fördert Kunst. Tan Yankai-Anekdoten. Krieger-Gesellschaft wirbt für Mitglieder.
- 4. Oktober**
Qitian-Theater eröffnet innovative »Westliche Reise«-Verbesserung zum Mondfest. Fortschrittliche, nationalistische, einzige Literaturzeitschrift »Vorhut-Monatsschrift« Erstausgabe zum Doppel-Zehn-Fest. Luftwaffe bombardiert wieder Yong. Banditenbekämpfungs-Geschichten.
- 5. Oktober**
Vorsitzender Jiang bittet Regierung um Amnestie für politische Gefangene. Cheng Yanqius Bühnen-Erfolg. Weileguans Kaution.
- 6. Oktober**
Fan Diwens Vortrag-Notizen. Hier bitte andächtig "Namo Amituofo" rezitieren... Alle irrten - Mondfest ist am 6. dieses Monats. Zhao Daiwens Vermögens-Beschlagnahme. Hubei-Partei gratuliert zu Xu- und Bian-Rückeroberung. Verbot privaten Missbrauchs von Partei-Staatsflaggen.
- 7. Oktober**
Regierungs-Sauberkeits-Bewegung unterstützen. Tianjin-Pukou-Linie wird durchgehend fahren. Beijing-Tianjin-Parteibüros werden wieder eröffnet. Französisches Rad erschlägt Hafenarbeiter. Wang Shizhens Beerdigung. Feng- und Yan-Truppen völlig aufgelöst. Hubei Laifeng-Mais trägt doppelte Ähren. Unschuldsgeist rächt sich, Verlobter fordert Leben. Geist schlägt Menschenrücken.
- 8. Oktober**
Fujian-Krieg tobt weiter. 8. Armee blockiert Liuzhou-Verkehr. Andersons Archäologie-Team kehrt aus Mongolei nach Beijing zurück. Inlandswaren-Mode-Ausstellung. Südostasien-erschütternder Xiao Xinan-Fall. Schulen sollten Chinesisch betonen. Zhengzhou-Flugzeug-Raub-Rückblick. Tan-Residenz Trauerspruch-Auswahl. Wang Jingwei plötzlich verschwunden.
- 9. Oktober**
Nordwest-Armee aufgelöst. Außenministerium veröffentlicht britischen Boxer-Entschädigungs-Rückgabe-Briefwechsel. Hauptstadt-Garnison erschießt Verbrecher. Xin Bosen leichte Besserung. Inlandswaren-Mode-Ausstellung. Shanghais beispielloser Tanz-Unterhaltungs-Ball.
- 10. Oktober**
Ganzes Land jubelt bei Doppel-Zehn-Feier. Verrat niedergeschlagen, ganzes Land feiert Nationalfeiertag, Vorsitzender Jiang kehrte gestern triumphierend für Zeremonie zurück. Tianjin-Pukou-Bahn fährt vorerst noch abschnittsweise. Hauptstadt erschießt neun kommunistische Verbrecher. Lindai von Banditen geplündert. Laochenweis Banditen-Katastrophe grausam. Seeräuber stören Fengli. Cheng Yanqiu feiert Nationalfeiertag. Jiang Lixia vergisst Doppel-Zehn nicht. Nanchang verbietet Barfußgehen. Verwundete Soldaten beschimpfen Sun Zuji. Dieses Jahr Doppel-Zehn erfreulich und gratulierenswert, mehr als früher.
- Schluss**
Ich sage auch: "Dieses Jahr Doppel-Zehn erfreulich und gratulierenswert, mehr als früher."
(1. Oktober)
Nachtrag: Dieser konnte nicht gedruckt werden, wohl von jemandem weggenommen - bei Doppel-Zehn-Feiern ist "Gegenwart beklagen" schwer, "Nostalgie" auch nicht leicht.
(13. Oktober)
- ["Dritter-Dritter"-Erinnerung - Feng Zhiyu]**
- 1933 erinnernd an Ende der Guangxu-Zeit
Ich will einige vergangene Menschen loben - das ist wohl keine "Knochen-Vernarrtheit".
Sogenannte vergangene Menschen meint Guangxu-Ende "Neue Partei", Republik-Anfang "alte Neue Partei". Nach 1894-Niederlage erwachten sie, wollten "Reform" - selbst 30-40-jährige Mittelalte lasen »Rechnen-Gespräche«, »Chemie-Spiegel«; lernten Englisch, Japanisch, steife Zunge, seltsame Laute rezitierend, ohne Scham - um "westliche Bücher" zu lesen, westliche Bücher für Chinas "Reichtum und Stärke". Heutige Antiquariate haben noch »Reichtum-Stärke-Buchreihen« wie gegenwärtige "Beschreibungs-Wörterbücher" und "Grund-Englisch" - damalige Zeiterscheinungen. Selbst Achtgliedriger-Essay-Zhang Zhidong ließ Miao Quansun für »Bücherlisten-Antworten« energisch Übersetzungen hinzufügen - so heftig war Reform-Trend.
Jetzt aber anderes Phänomen. Manche neue Jugendliche, Umstände völlig gegenteilig zu "alter Neuer Partei" - nie Achtgliedriges Gift berührt, Schulbildung, keine Nationalstudien-Experten, aber: lernen Siegelschrift, füllen Ci-Gedichte, empfehlen »Zhuangzi«, »Wenxuan«, selbstgeschnitzte Briefumschlag-Druckplatten, Neue Poesie in Quadraten - außer Neue-Poesie-Vorliebe wie Guangxu-Anfang-Elegante, nur ohne Zöpfe und gelegentlich Westkleidung.
Neuerdings oft gesagt: "Alte Flaschen können keinen neuen Wein fassen." Das ist falsch. Alte Flaschen können neuen Wein, neue Flaschen alten Wein fassen - zum Beweis tausche man Wujiaopi und Brandy aus: Wujiaopi in Brandy-Flasche bleibt Wujiaopi. Dieses einfache Experiment zeigt nicht nur, dass "Fünf-Wechsel-Melodie" und "Zehn-Sammlung-Zeichen"-Formen neuen Inhalt aufnehmen können, sondern beweist: In neuen Jugendlichen-Hüllen können "Tongcheng-Irrlehre" oder "Auswahl-Dämonen" lauern.
"Alte Neue Partei"-Einsichten waren oberflächlich, aber sie hatten ein Ziel: Reichtum-Stärke. Daher entschieden, praktisch; Fremdsprachen-Lernen war seltsam-lautend, aber hatte ein Ziel: Reichtum-Stärke-Methoden suchen. Daher ernst, leidenschaftlich. Als Anti-Mandschu-Lehren sich ausbreiteten, wurden viele Revolutionäre - immer noch für Chinas Reichtum-Stärke, meinend dies müsse mit Anti-Mandschu beginnen.
Anti-Mandschu war lange erfolgreich, Vierter-Mai lange vorbei - nun Siegelschrift, Ci, »Zhuangzi«, »Wenxuan«, alte Briefumschläge, quadratische Neue Poesie. Wir haben neue Bestrebungen: mit "alter Eleganz" zwischen Himmel und Erde bestehen. Gelänge wirkliches Bestehen, ergänzte das "Existenzkampf" um neues Beispiel.
(1. Oktober)
- ["Nach Erinnerung" (oben) - Feng Zhiyu]**
Wieder unvorsichtig etwas erinnert, brachte Herrn Shi Zheshengs »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« hervor - er meint, meine Worte seien für ihn gedacht, hofft aber, sie seien nicht für ihn gedacht.
Einige Erklärungen: Jene »Erinnerung« war nicht für Herrn Shi geschrieben, aber Herr Shi kann darin sein.
Wären sie speziell gegen Einzelpersonen gerichtet, sollte man nach heutigem modernem Beispiel Gegners Herkunft, Bildung, Aussehen, sogar Heimat-Erzeugnisse und Vaters Geschäft untersuchen und anspielen - das wäre angemessen. In meinem Stück ist davon nichts. Das Gemeinte ist eine große Schar von Nachkommen-Gruppen-Atmosphäre, nicht bestimmte Personen; aber da es eine Gruppe meint, werden natürlich nicht wenige getroffen - wenn nicht ganz, dann Gliedmaßen, wenn nicht permanent zu dieser Truppe gehörig, so doch zeitweise. Herr Shi sagte selbst, er empfahl Jugendlichen »Zhuangzi« und »Wenxuan« "als literarische Bildungshilfe" - natürlich verwandt mit meiner Kritik, aber zu meinen, der Artikel sei für ihn geschrieben, ist wirklich "überempfindlich" - das meinte ich nicht.
Aber das war vor Herrn Shis Meinungsäußerung - jetzt ist selbst diese "Verwandtschaft" etwas entfernter, denn meine Kritik galt vergleichsweise verstockten Nachkommen-Gruppen mit noch höheren Standards.
Frühlingsträume sind wirr und verkehrt. Und "Sommernachtstraum"? Betrachtet man Shakespeares Drama, ist er auch wirr und verkehrt. Chinas Herbstträume sollten der Regel nach "feierlich und tödlich" sein - vor der Republik wurden alle Todeskandidaten "nach dem Herbst hingerichtet", das folgte der Himmelszeit. Der Himmel lehrte die Menschen so zu handeln, die Menschen konnten nicht anders. Sogenannte "Literaten" sind natürlich keine Ausnahme - satt gegessen im Bett liegend, wenn das Essen nicht völlig verdaut ist, träumen sie; und da es nun Herbst ist, lehrte der Himmel ihre Träume, würdevoll zu werden.
In »Taosheng« Band 2, Nummer 31 (erschienen am 12. August) steht ein Brief an den Herausgeber von einem sich "Lin Ding" nennenden Herrn, darin ein Abschnitt:
"...welcher Streit, wer recht oder unrecht hat, können Außenstehende kaum beurteilen. Aber dass sie sich gegenseitig zerstören, müssen Zuschauer als Unglück der ganzen Literaturwelt anerkennen... Ich meine, alle sollten erst hundert Schläge auf den Hintern bekommen zur Warnung, alles andere kann unerwähnt bleiben..."
Vor zwei Tagen gab es in einer kleinen Zeitung einen namenlosen Leitartikel, der auch sehr zornig über die jüngste Plagiatsdebatte zwischen Yu und Zhao war:
"...Hätte ich einst große Macht in Händen, würde ich diese Gestalten fangen und zu zehn Jahren Zwangsarbeit und Lesen verurteilen; Chinas Literaturwelt hätte vielleicht noch einen reinen Tag."
Zhang Xianzhong wollte selbst untergehen, daher fragte er bei seinen Handlungen nicht "wer recht oder unrecht hat", sondern tötete nur. Qing-Beamte schlugen ursprüngliche Kläger und Beklagte ohne Ansehen der Umstände je hundert oder fünfzig auf den Hintern - das kam gelegentlich vor, weil die Mandschu noch Sklaven zum Ausplündern wollten, das ist Herr "Lin Dings" alter Traum. Der namenlose Herr in der kleinen Zeitung war vergleichsweise zivilisiert - wenigstens kannte er schon die Methoden der Shanghaier Konzessionsbehörde, untere Chinesen zu "verurteilen".
Aber die erste Frage ist: Wie kann man "einst große Macht in Hände" bekommen? Wie können schwächliche Bücherwürmer zu Machthabern werden? Früher konnte man noch hoffen, Prinzessinnengemahl zu werden und sofort aufzusteigen - jetzt gibt es keine Kaiser mehr, selbst mit Gesicht voller Schneecreme wird man nie Prinzessinnen-Gunst finden; höchstens kann man hoffen, Schwiegersohn einer reichen Familie zu werden. Ämterkauf ist längst abgeschafft - für "große Macht" kann man nur wie der Fuchs vor hohen Trauben mit weißer Nase hochblicken. Literaturwelt-Vollständigkeit und -Reinheit sind wohl wirklich sehr nebelhaft.
Zur Vierter-Mai-Zeit entdeckte man in Verlagskreisen "Literaturbettler", dann "Literaturrowdys", aber diese majestätischen Gestalten entdeckte ich diesen Herbst neu in Shanghai - ohne Namen dafür nenne ich sie "Literaturbeamte". Betrachtet man Literaturgeschichte, hat die Literaturwelt oft vollständige und reine Zeiten, aber wer sah je, dass solche Literaturwelt-Klärung mit diesen "Literaturbeamten" zusammenhing?
Aber träumen kann man immer, schadet nichts und ist auch interessant zu schreiben. Ruht in Frieden, anwartende kleine Exzellenzen!
(5. September)
- [Lehren des Films - Ru Niu]**
Als ich in meiner Heimat chinesische Oper sah, war ich noch nicht zum "Gebildeten" erzogen - kleine Freunde waren meist Bauern. Wir liebten Purzelbäume, Tiger-Sprünge, eine Rauchwolke, aus der ein Dämon erschien; die Handlung schien uns nicht zu betreffen. Große Masken und alte Männer kämpften um Städte und Land, junge Männer und Hauptdarstellerinnen erlebten Trennung und Wiedersehen - das war alles ihre Sache. Hackenstiel-fassende Bauernkinder wussten, dass sie nie zum General geweiht oder zur Hauptstadt zur Prüfung gehen würden. Aber ein Stück bewegte mich, hieß wohl »Zhan Mucheng hinrichten«. Ein hoher Beamter wurde unschuldig verleumdet und musste sterben - sein alter Diener sah ihm sehr ähnlich und ging für ihn zur "Hinrichtung". Diese tragischen Bewegungen und Gesänge rührten die Zuschauer und ließen sie ihr gutes Vorbild entdecken. Denn meine Heimat-Bauern halfen nach der Ernte großen Haushalten. Um echt zu wirken, musste die Herrin bei der Hinrichtung "den Kopf umarmend weinen", aber er stieß sie weg - selbst jetzt mussten Rangordnungen streng gewahrt werden, das war treuer Diener, Rechtschaffener, guter Mensch.
Als ich in Shanghai Filme sah, war ich längst "niederer Chinese" geworden - oben saßen Weiße und Reiche, unten reihten sich mittlere und niedere "chinesische Nachkommen". Auf der Leinwand kämpften weiße Soldaten, weiße Herren verdienten Geld, weiße Fräulein heirateten, weiße Helden erforschten, was Zuschauer bewundern, beneiden, fürchten ließ - sie fühlten sich unfähig. Aber wenn weiße Helden Afrika erforschten, kamen oft schwarze treue Diener, um Wege zu bahnen, zu dienen, zu kämpfen, für sie zu sterben, damit Herren sicher heimkehrten; bei der zweiten Expedition waren treue Diener unauffindbar, er erinnerte sich an die Toten, sein Gesicht verdüsterte sich, die Leinwand zeigte ein schwarzes Gesicht aus seiner Erinnerung. Gelbgesichtige Zuschauer verdüsterten meist im Dämmerlicht ihre Gesichter: Sie waren bewegt.
Glücklicherweise kämpften auch einheimische Filme - einen Sprung hoch auf die Mauer, eine Handbewegung, das fliegende Schwert geschleudert. Aber das zog sich mit der 19. Armee aus Shanghai zurück - jetzt bereitet man Turgenevs »Frühlingsflut« und Mao Duns »Seidenraupen« vor. Das ist natürlich Fortschritt. Aber dann kam zuerst ein heftig beworbener »Liebesgeschichte vom Yao-Berg«.
Dieser Film hat das Thema "Yao-Volk zivilisieren", den Kunstgriff "Prinzgemahl werben" - erinnert an »Silang besucht Mutter« und »Prinzessin Shuangyang verfolgt Di«. Chinas große Theorie von geistiger Zivilisation als Weltherrscher hört man neuerdings wenig - will man zivilisieren, muss man zu Miao, Yao und ähnlichen zurückweichen. Für solche Großtaten muss man zuerst "heiraten" - Huangdi-Nachkommen können wie Schwarze nicht mit eurasischen Großmacht-Prinzessinnen heiraten, daher kann sich geistige Zivilisation nicht verbreiten. Das kann jeder hieraus verstehen.
(7. September)
- [Über Übersetzung (oben) - Luo Wen]**
Wegen meines kurzen Artikels entstand Herrn Mu Mutians »Von ›Zur Verteidigung der Übersetzung‹ zu Lous Übersetzung ›Europäische Literatur des 20. Jahrhunderts‹« (»Freie Diskussion« vom 9.), was mich sehr ehrt, und alle Kritikpunkte sind wohl wirkliche Fehler. Aber aus des Autors Anmerkung entstand wieder eine beiläufig zu besprechende, vielleicht nicht bedeutungslose Frage:
"Auf Seite 199 steht: 'Unter diesen Romanen sind die unsterblichen Werke von Louis Bertrand, kürzlich von der Akademie ausgewählt (Übersetzer: wohl die russische kommunistische Akademie des Autors), die vorzüglichsten.' Meiner Ansicht nach meint 'Academia' hier die französische Akademie. Die Sowjetunion mag als entwickeltes Kunst-Land gelten, aber wird kaum Sammlungen imperialistischer Autoren machen? Ich weiß nicht, warum Herr Lou so willkürlich kommentiert."
Welches Landes Academia? Ich weiß es nicht. Natürlich ist die französische Akademie sehr plausibel, aber wir können nicht entscheiden, dass Sowjet-Akademien "keine imperialistischen Autorensammlungen machen". Vor zehn Jahren bestimmt nicht - nicht nur aus materiellen Gründen, auch um das Revolutions-Baby zu schützen, konnte man nicht wahllos nährende, nutzlose, schädliche Nahrung vor es legen. Jetzt geht es - das Baby ist gewachsen, stark und klug geworden. Selbst Opium oder Morphium zu zeigen ist ungefährlich, aber natürlich müssen Aufklärer zeigen: Konsum macht süchtig, Sucht macht zum Wrack oder gesellschaftlichen Schädling.
Tatsächlich sah ich sowjetische Academia-Neuübersetzungen arabischer »Tausendundeine Nacht«, italienisches »Decamerone«, spanischen »Don Quijote«, englischen »Robinson Crusoe«; in Zeitungen las ich von Tolstoi-Auswahlen und Goethe-Gesamtausgaben - vollständigeren. Bertrand war nicht nur katholischer Propagandist, sondern Monarchie-Sprecher, aber verglichen mit dem deutschen Bourgeois-Literaten Goethe aus dem frühen 19. Jahrhundert waren seine Werke nicht schädlicher. Daher ist sowjetische Auswahl-Ausgabe sehr möglich. Aber vor diesen Büchern stehen bestimmt ausführliche Vorworte mit sorgfältiger Analyse und korrekter Kritik.
Je ferner Autoren den Lesern sind, desto unschädlicher für Leser. Klassische, reaktionäre Werke mit sehr verschiedenen Ideologien können neue Jugend meist nicht bewegen (aber natürlich braucht es korrekte Anleitung), stattdessen kann man Beschreibungskunst und Autoren-Bemühungen lernen. Wie große Arsenstücke - nach Betrachtung weiß man ihre tödliche Kraft und Kristallform: pharmakologisches und mineralogisches Wissen. Gefährlich ist begrenztes Arsen in Nahrung, das Jugendliche unbewusst schlucken - wie scheinrevolutionäre "Revolutionsliteratur", scheinkämpferische "materialistische Geschichtskritik". Das sollte man vermeiden.
Ich befürworte, dass Jugendliche auch "imperialistische" Werke lesen - das alte "sich und Feinde kennen". Jugendliche unbewaffnet zu Tigern und Wölfen in tiefe Berge zu schicken ist dumm, aber aus Tiger-Wolf-Furcht nicht mal in eisengegitterte Zoos zu gehen, ist lächerlich töricht. Was sind schädliche Literatur-Eisengitter? Kritiker.
(11. September)
Nachtrag: Dieser konnte nicht gedruckt werden.
(15. September)
- [Über Übersetzung (unten) - Luo Wen]**
Aber in jener »Verteidigung der Übersetzung« erwartete ich von Kritikern drei Punkte: 1. Schlechtes aufzeigen; 2. Gutes fördern; 3. Wenn nichts da ist, auch Besseres. Herr Mu Mutian tat das Erste. Danach könnten andere Kritiker Weiteres tun - eine große Frage.
Daher ergänze ich: Gibt es nicht mal Besseres, dann nach Aufzeigen schlechter Übersetzungen auch zeigen, welche Stellen den Lesern noch nützen können.
Künftige Übersetzungswelt wird wohl weiter rückläufig sein. Abgesehen von Armut - betrachtet man Gebiet und Bevölkerung: Japan nahm vier Provinzen, ein großer Teil ist überflutet, ein großer Teil dürr, ein großer Teil im Krieg. Kurz überlegt - Leser sind sehr zurückgegangen. Wegen geringem Absatz wird Verlagswelt mehr spekulieren und betrügen, Schreibende müssen mehr spekulieren und betrügen. Selbst Ehrliche werden durch Existenznot zu Pfusch gedrängt, bekommen neue Mängel. Durch Konzessions-Wohngebiet-Straßen gehend: Drei-Türen-Obstläden, kristallene Schaufenster mit roten Äpfeln, gelben Bananen, unbekannten tropischen Früchten. Kurz stehend weiß man: Chinesen gehen selten hinein, können sich's nicht leisten. Wir müssen zu Landsleute-Obstständen, für wenig Geld faulen Apfel kaufen.
Faule Äpfel schmecken schlechter als anderes Obst, aber manche kaufen sie. Wir haben eine gegenteilige Eigenart: Schmuck muss "reingolden", Menschen "vollkommen" sein. Ein Mangel - manchmal will man alles nicht. Liebhaber mit Geschwüren führen nicht gleich zur Anwalts-Scheidung, aber zu Autoren, Werken, Übersetzungen ist man vergleichsweise streng: Shaw auf großem Schiff - schlecht; Barbusse nicht erstklassiger Autor - auch schlecht; Übersetzer "Universitätsprofessor, niederer Beamter" - noch schlechter. Gute kommen nicht - was tun? Ich denke, Kritiker sollten mit Faule-Äpfel-Essen-Methode helfen.
Frühere Kritik-Methode: Dieser Apfel ist fleckig, taugt nichts, sofort wegwerfen. Aber Käufer haben begrenztes Geld - große Ungerechtigkeit, außerdem wird es künftig ärmer. Daher scheint künftig am besten, Sätze hinzuzufügen: Ist es nicht kernfaul, sagen: Dieser Apfel ist fleckig, aber hier ist nicht faul, noch essbar. So sind Übersetzungs-Qualitäten klar und Leser-Verluste kleiner.
Aber solche Kritiken gibt es in China wenig. Selbst »Freie Diskussion«-Kritiken zu »Europäische Literatur des 20. Jahrhunderts« zeigen nur Faulstellen; früher kritisierte jemand Zou Taofens »Gorki« kurz, zeigte nur Mängel auf. Ersteres sah ich nicht, kann nichts zu anderen Vorzügen sagen, aber letzteres blätterte ich durch - außer kritisierten Mängeln gab es viele Schilderungen von Autoren-Mut und Beamten-Gemeinheit, sehr nützlich für junge Autoren, aber wegen Faulstellen wurde es aus dem Korb geworfen.
Daher hoffe ich, fleißige Kritiker machen Faule-Äpfel-Schneiden - wie "Schrott sammeln", sehr mühsam aber nötig und allen nützlich.
(11. September)
- [Neue Herbst-Notizen (3) - Lü Xun]**
"Herbst kommt!"
Herbst kommt wirklich - sonnige Tage sind noch gut, nachts im Ausländer-Hemd wird es kühl. Zeitungen voller "Herbst"-Artikel: Herbst begrüßen, beklagen, betrauern, tadeln... Zeitgemäß wollte ich auch etwas machen, kann aber nicht. Ich denke, selbst "Herbst beklagen" braucht wohl Glück - sehr beneidenswert.
Ich erinnere mich: Als Kind von Eltern geliebt, war Kleinerkrankungen am interessantesten - schwere nicht, zu schmerzhaft und gefährlich. Kleinkrank, träge im Bett, etwas melancholisch und verwöhnt, leicht bitter und süß - wirklich wie Herbst-Poesie-Bereich. Ach, seit Herumirrens verlor sich Inspiration, selbst Kleinkrankheiten kommen nicht. Gelegentlich Literaten-Texte lesend über Herbstblumen-Trauermienen und schweigendes Meer - nur eigene Gefühllosigkeit spürend. Nie sah ich Herbstblumen meinetwegen trauern und plötzlich Farbe wechseln; bei Wind heult das Meer immer, egal ob ich Lärm oder Stille liebe.
Dame Bingying belehrt uns: "Chen studiert Wissenschaft, aber in diesem Moment vergaß er völlig seine Interessen, in seinem Geist war nur der Zweck, Naturschönheit voll zu genießen..." Auch ein Glück. Wissenschaft lernte ich oberflächlich, nur ein Biologie-Lehrbuch, aber die Lehren - Blüten sind Pflanzen-Geschlechtsorgane, Insekten- und Vogellaute sind Paarungsrufe - vergesse ich nicht. Gestern abend über Ödland wandelnd, Grillen unter Wildchrysanthemen hörend, schien es schöne Landschaft, Poesie sprudelte, ich machte zwei Zeilen Neue Poesie:
Unter Wildchrysanthemen-Geschlechtsorganen,
Grille hängt Arme.
Geschrieben sieht es zwar eleganter aus als Grobian-Volkslieder, aber verglichen mit Neudichter-Poesie von "Inspiration" ist es "ärmlich". Zu wissenschaftlich, zu real - unelegant. Als alte Poesie wäre es vielleicht nicht so. Geschlechtsorgane kann man mit Yan Fuus Übersetzung "Sexorgane" nennen; "Arme hängen" verstehe ich selbst nicht, aber Shanghai-Kenner sagen, es komme von westlichen Männern und Frauen, die eingehakt gehen, erweitert zu Verführung oder Werben um Gegengeschlecht. Hängen heißt aufhängen, auch umfassen. So übersetzt sich mein Gedicht:
Unter Wildchrysanthemen-Sexorganen, Singende Grille hängt Ellbogen.
Obwohl rätselhaft, scheint es viel eleganter und besser. Menschen verstehen nicht, daher elegant und gut - noch heute Literaten-Geheimnis. Was meinen "Neudichter" Shao Xunmei und Konsorten dazu?
(14. September)
- [Sitte - Wei Suo]**
Zeitunglesen ist nützlich, wenn auch manchmal drückend. China ist beispielsweise das Land mit den meisten Nationalschmach-Gedenktagen - an solchen Tagen müssen Zeitungen einige Berichte und Artikel bringen. Aber das wird zu wiederholt und lang, leicht einheitlich - diesmal brauchbar, nächstes Mal auch brauchbar, letztes Jahr verwendet, nächstes Jahr vielleicht noch brauchbar, solange nichts Neues kommt. Selbst bei Neuem können Texte vermutlich noch verwendet werden, weil man eh nur diese Sätze sagen kann. Wer nicht vergesslich ist, fühlt sich gedrückt, sieht keine neuen Erkenntnisse.
Aber ich lese trotzdem. Heute zufällig Pekinger Trauerfeier für Anti-Japan-Helden Deng Wen gesehen: erst Bericht, dann Reden, schließlich "Zeremonie beendet, Musik gespielt, Versammlung aufgelöst".
So bekam ich neue Erkenntnis: Alle Gedenkfeiern sind nur "Sitte".
China ist ursprünglich "Sitte-Rechtschaffenheits-Land" - über Sitten gibt es drei große Bücher, sogar ins Ausland übersetzt. Ich bewundere besonders »Yili«-Übersetzer. Herrscher dienen ist heute unwichtig; Eltern dienen braucht natürlich Pietät, aber Nachtodesverfahren gehören zu Opfersitten, jede hat Zeremonien - heutige Todestag-Verehrung, Geburtstag-Feiern. Neue Todestage kommen hinzu, alte werden schwächer - "neue Geister groß, alte klein". Unsere Gedenktage sind bei alten weniger eifrig, bei neuen Schwinden wartet man ab - wie Familien-Todestage. Jemand sagte, Chinas Staat basiert auf Familie - wahre Einsicht.
China war ursprünglich "Sitte-Nachgeben-Land" - mit Sitten kommt Nachgeben, mehr Nachgeben macht mehr Sitten. Dieser Abschnitt sei weggelassen.
Früher regierte man mit Huanglao oder Pietät. Jetzt wohl Sitte-Regierungszeit - das verstehend weiß man, Volksmassen für Gedenktag-Gleichgültigkeit zu tadeln ist falsch. »Sitten« sagen: "Sitten gelten nicht für gewöhnliche Leute"; materielle Dinge zu sparen ist falsch - sagte Konfuzius nicht: "Du liebst dein Schaf, ich liebe die Sitte!"
"Unsittliches nicht sehen, hören, sagen, tun", still warten auf anderer "viel Unrecht führt zu Selbstvernichtung" - das ist Sitte.
(20. September)
- [Eindrücke erfragen - Tao Zhui]**
Nach der Vierter-Mai-Bewegung scheinen Chinesen eine neue Eigenart entwickelt zu haben: Bei ankommenden ausländischen Berühmtheiten oder Reichen gern nach China-Eindrücken zu fragen.
Russell kam nach China lehren - radikale Jugendliche hielten Banketts, fragten nach Eindrücken. Russell: "Ihr behandelt mich so gut - selbst Schlechtes zu sagen wäre unpassend." Radikale Jugendliche ärgerten sich über seine Ausflüchte.
Shaw reiste durch China - Shanghaier Reporter sammelten sich, fragten nach Eindrücken. Shaw: "Meine Meinungen gehen euch nichts an. Wäre ich ein Krieger und hätte hunderttausend Menschen getötet, würdet ihr meine Meinungen respektieren." Revolutionäre und Nicht-Revolutionäre ärgerten sich über seine Bissigkeit.
Diesmal kam Schwedens Prinz Carl nach Shanghai - Reporter veröffentlichten seine Eindrücke: "...überall herzlich von örtlichen Beamten und Bürgern empfangen, sehr dankbar und erfreut, die Reise-Eindrücke über eure Regierung und Bürger sind äußerst positiv und unvergesslich." Das ist sicherst - wird wohl keine Streitigkeiten hervorrufen.
Tatsächlich waren Russell und Shaw nicht ausweichend oder bissig. Gäbe es einen Ausländer, der bei Eindrucks-Fragen zurückfragt: "Welche Eindrücke haben Sie selbst von China?" - das wäre ein schwer zu schreibender Artikel.
Wir sind in China aufgewachsen - fühlen wir etwas, kann es nicht "Eindruck" heißen, aber Meinung geht. Wie aber aussprechen? Zu sagen, wir seien wie Fische im trüben Wasser, lebten verwirrt und rätselhaft, klingt nicht nach Meinung. China sehr gut zu nennen ist wohl schwer. Das ist Patrioten-Kummer über "verlorenes Volks-Selbstvertrauen" - aber es scheint wirklich verloren. Andere nach Eindrücken zu fragen ist wie Wahrsage-Stäbchen ziehen - selbst innerlich zweifelnd.
Unter uns gibt es Meinungsäußerer, aber oft sind es schwache, harmlose, die nicht "hunderttausend Menschen töteten", sich "kleine Bürger" nennen - daher "respektiert" niemand ihre Meinungen, sie sind allen "gleichgültig". Einflussreiche Große waren in Opposition vielleicht radikal, aber jetzt schweigen sie - China "behandelt mich so gut, Schlechtes zu sagen wäre unpassend". Die damaligen Russell-Banketteure aus der Xinchao-Gesellschaft, die sich über seine Antworten ärgerten, zeigen heute wirklich: Russell war kein Ausweicher, sondern prophetischer Satiriker, der zehn Jahre später Gedanken voraussagte.
Das ist mein Eindruck, eine Antwort-Nachahmung, von Ausländer-Mündern abgeschrieben.
(20. September)
- [Religion fressen - Feng Zhiyu]**
Herr Da kritisierte in »Literatur-Orthodoxie-Traum«, weil Liu Xie träumte, Konfuzius zu folgen, dann über Literatur diskutierte, später aber Mönch wurde, seine "Beschämung alter Heiliger". Tatsächlich haben seit Süd-Nord-Dynastien alle Literaten, Gelehrten, Taoisten, Mönche meist "Charakterlosigkeit" als Besonderheit. Seit Jin haben Berühmtheiten jeder drei kleine Spielereien: 1. »Analekten« und »Pietät-Klassiker«, 2. »Laozi«, 3. »Vimalakirti-Sutra« - nicht nur als Gesprächsstoff, oft auch kommentiert. Tang hatte Drei-Religionen-Debatten, später allgemeines Scherzen; sogenannte Gelehrte schrieben Kloster-Inschriften wie nichts Besonderes. Song-Gelehrte wirkten würdevoll, stahlen aber Zen-Aufzeichnungen. Qing ist nicht lange her - wir wissen noch, dass Gelehrte an »Taishang Ganying Pian« und »Wenchang Dijun Yinzhi Wen« glaubten und Mönche zum Buße nach Hause holten.
Als Christentum nach China kam, hielten sich Christen für gläubig, aber Außenstehende nannten sie alle "Religion fressend". Diese zwei Worte zeigen wirklich Christen-"Geist", können die meisten konfuzianisch-buddhistisch-taoistischen Gläubigen einschließen, auch auf viele "Revolution fressende" alte Helden übertragen werden.
Qing-Leute nannten Achtgliedrige Essays "Türklopfer" - nach Titelerwerb war die Tür offen, der Stein nutzlos. Neuerdings gibt es Zeitschriften-"Prinzipien". »Moderne Kritik« verschwand nicht durch Unterdrückung, sondern weil Autoren aufstiegen; »Xinyue«s Kälte liegt daran, dass alte Mitglieder alle "hochkletterten", weit vom Mond entfernt. Zur Unterscheidung von "Türklopfern" nennen wir das "Himmelsleitern".
"Religion" in China war nicht anders. Revolution predigen - eine Zeit; Loyalität-Pietät predigen - wieder eine Zeit; mit Lamas Kreise drehen - wieder eine Zeit; Pagoden für Prinzipien bauen - wieder eine Zeit. In rein-fressenden Zeiten sollte ein Ziel bestimmt sein, in misch-fressenden Zeiten sind alle Religionen nicht verschieden - ein Teller ganze Ente, ein Teller Allerlei. Liu Xie ebenso - nur von "Ingwer nicht weglassen" zu Vegetarismus, Magen-Anteile blieben gleich. Als Mönch »Analekten«, »Pietät-Klassiker« oder »Laozi« zu kommentieren bleibt "natürlich und rechtmäßig".
(27. September)
- [Tee trinken - Feng Zhiyu]**
Eine Firma war wieder billig - kaufte zwei Unzen guten Tee, je Unze zwanzig Cent. Erst eine Kanne gebrüht, aus Angst vor Erkaltung in Wattejacke gewickelt, aber beim feierlichen Trinken schmeckte es wie gewohnter Grobtee, auch sehr trüb.
Ich wusste, das war mein Fehler - guten Tee trinkt man aus Deckeltassen. Also Deckeltasse. Wirklich - nach Aufbrühen klar und süß, leicht duftend und bitter, definitiv guter Tee. Aber das braucht ruhiges Sitzen - als ich beim Schreiben von »Religion fressen« einen Schluck nahm, verschwand der gute Geschmack unbewusst, wie Grobtee.
Guten Tee haben und trinken können ist "reines Glück". Aber für dieses "Glück" braucht man erst Zeit, dann besondere trainierte Sinne. Aus dieser winzigen Erfahrung denke ich: Wäre es ein körperlich arbeitender Mann mit dürrer Kehle, würde selbst Longjing-Knospen-Tee oder Perlen-Orchideen-Mischung wohl kaum anders als warmes Wasser schmecken. Sogenannte "Herbstgedanken" sind genauso - Poeten spüren "ach, traurig ist Herbst-Atmosphäre", Wind, Regen, Sonnenschein geben Anreize, einerseits auch "reines Glück", aber alte Bauern wissen nur: Jährlich jetzt Reis schneiden.
Manche meinen, solche feine, scharfe Sinne gehören natürlich nicht Groben - das ist Oberschicht-Markenzeichen. Aber ich fürchte, dieses Markenzeichen wird bankrott gehen. Wir haben Schmerzgefühl - einerseits leiden wir, andererseits können wir uns verteidigen. Ohne es würde selbst ein Messer im Rücken unbewusst bleiben bis zum Verbluten, ohne zu wissen warum. Wird Schmerzgefühl aber zu fein und scharf, spürt man nicht nur kleine Dornen auf Kleidung, auch Nähte, Knoten, Stofffasern - ohne "nahtlose Himmelsgewänder" wäre es täglich wie Dornen am Körper, unlebbar. Aber Fein-Schärfe-Vortäuschung ist anders.
Feine, scharfe Sinne sind verglichen mit Gefühllosigkeit natürlich Fortschritt, aber nur soweit sie Lebens-Evolution helfen. Sind sie irrelevant oder hinderlich, ist das krankhafte Evolution, bald beendet. Vergleichen wir reines-Glück-genießende, Herbst-herz-tragende Elegante mit schlecht-gekleideten, grob-essenden Groben - wer lebt länger? Nach Teetrinken, Herbst betrachtend, denke ich: Guten Tee nicht zu kennen, keine Herbstgedanken zu haben ist auch gut.
(30. September)
- [Verbot und Eigenproduktion - Ru Niu]**
Laut Zeitungen verbieten manche Orte wegen hoher Bleistift- und Füllfeder-Importe deren Gebrauch und kehren zu Pinseln zurück.
Sprechen wir nicht von Flugzeugen, Kanonen, amerikanischer Baumwolle und Weizen als Nicht-Inlandswaren, nur von Papier und Stiften.
Sprechen wir nicht von Kalligraphen und Nationalmalern, nur von wirklichen Geschäfteleuten. Für diese sind Pinsel sehr unpraktisch. Tuschstein und Tusche kann man nicht tragen, Tuschsaft nehmen - aber gibt es Inlands-Tuschsaft? Nach meiner Erfahrung ist Tuschsaft kein Dauergebrauchsmittel - nach einigen tausend Zeichen klebt der Pinsel fest. Mit Tuschstein Tusche reiben, Papier ausbreiten, Pinsel lecken - selbst bei Studenten-Vorlesungsnotizen würde die Geschwindigkeit wohl ein Drittel weniger als mit Füllfedern, sie müssten weniger kopieren oder Lehrer langsamer sprechen lassen - aller Zeit ein Drittel verschwendet.
"Praktisch" heißt nicht faul sein, sondern in derselben Zeit mehr schaffen. Das spart Zeit, macht begrenzte Leben effektiver, verlängert Leben. Alte sagten: "Nicht Menschen reiben Tusche, Tusche reibt Menschen" - beklagten Lebens-Verschwendung für Papier und Tusche. Füllfedern können diesen Mangel beheben.
Aber ihr Bestehen braucht Zeit- und Lebens-Wertschätzung. China nicht - daher keine Inlandswaren. China hat Import-Export-Bücher, aber keine Bevölkerungs-Bücher. Wieviel Kraft und Energie kosten Eltern für eines Menschen Aufzucht und Bildung? Junge Männer und Frauen verschwinden oft spurlos, niemand beachtet es. Kleine Zeit ist natürlich kein Problem - mit Pinseln herumspielen zu können ist vielleicht sogar Glück.
Wie China verwendete auch Japan lange Pinsel. Aber in Japan sind Pinsel fast verschwunden, ersetzt durch Blei- und Füllfedern, sogar Übungshefte dafür gibt es viele. Warum? Weil praktisch, zeitsparend. Fürchten sie nicht "Leckage"? Nein, sie produzieren selbst und exportieren nach China.
Wenn Ausgezeichnetes nicht inländisch ist, verbietet China es, Japan imitiert es - völlig verschiedene Länder.
(30. September)
- [Zaubertricks anschauen - You Guang]**
Ich liebe "Zaubertricks".
Sie sind Wanderkünstler, daher überall gleiche Tricks. Zum Geldsammeln brauchen sie zwei nötige Dinge: einen schwarzen Bären, ein kleines Kind.
Der schwarze Bär ist wirklich mager gehungert, hat fast keine Kraft mehr sich zu bewegen. Natürlich darf er nicht stark werden - stark wäre er unbändig. Jetzt halbtot, trotzdem mit Eisenring durch die Nase und Seil geführt für Auftritte. Manchmal bekommt er etwas zu essen - ein kleines Stück aufgeweichter Mantou-Rinde, aber der Löffel wird hochgehalten, er muss aufstehen, Kopf strecken, Maul öffnen, lange warten bis es hinunterfällt, und der Zauberer sammelt dadurch Geld.
Diese Bären-Herkunft erwähnte niemand in China. Westliche Untersuchungen sagen: Von klein auf aus Bergen gefangen; große unbrauchbar, weil groß bedeutet wilde Natur unänderbar. Aber auch kleine brauchen "Training" - diese "Training"-Methoden sind "Schlagen" und "Hungern"; später Tod durch Misshandlung. Ich halte das für wahr - sehen wir sie noch lebend auftreten, sind sie so mager ohne Bären-Atmosphäre, manche Orte nennen sie "Hundebären" - so verachtet.
Kinder auf der Bühne leiden auch - Erwachsene treten auf ihre Bäuche oder verdrehen ihre Hände, sie zeigen sehr gequälte, schwierige, belastete Mienen, verlangen Zuschauer-Rettung. Sechs, fünf, vier, drei... und der Zauberer sammelt wieder Geld.
Er wurde natürlich trainiert - dieses Leiden ist gespielt, mit Erwachsenen abgesprochen, schadet aber dem Geldverdienen nicht.
Nachmittags Gong schlagen und anfangen, so bis abends, Ende, Zuschauer zerstreuen sich - manche zahlten, manche zahlten nie.
Bei jedem Ende gehe ich und denke: Zwei Geldverdiener-Werkzeuge - eins wird zu Tode gequält, dann werden kleine neue gesucht; eins wird groß, dann andere kleine Kinder und kleine Bären gesucht für dieselben Tricks.
Es ist wirklich einfach - kurz gedacht scheint es langweilig. Aber ich schaue trotzdem oft zu. Was soll ich sonst anschauen, meine Herren?
(1. Oktober)
- [Doppel-Zehn-Nostalgie - Shi Pi]**
- Blick auf Herbst des 19. Jahres aus Jahr 22 der Republik
- Einleitung**
Für routinemäßige "Doppel-Zehn"-Artikel muss man zuerst Material finden. Zwei Methoden: aus dem Kopf oder aus Büchern. Ich wählte letztere. Aber nach Durchsuchen von "Beschreibungs-Wörterbüchern" nichts darin; nach Durchwühlen von "Artikel-Methoden" auch nichts. Glücklicherweise "haben gute Menschen Himmelshilfe" - in Papierhaufen fand ich eine Rolle: Ausschnitte Shanghaier großer und kleiner Zeitungen vom 3.-10. Oktober des 19. Jahres der Republik. Exakt drei Jahre her - wofür gesammelt? Selbst vergessen. Vielleicht für heutiges Material? Bestimmt nicht unbedingt. Aber "Abfall-Nutzung" - schon gefunden, liste ich Inhalte auf. Platzsparend ohne Anzeigen-, Nachrichten-, Telegramm-Unterscheidung, auch ohne Zeitungsnamen, da solche Texte meist alle Zeitungen hatten.
Wozu anschauen? Nicht zu sagen. Muss ich antworten, dann: Wie eigene Fotos von vor drei Jahren betrachten.
- 3. Oktober**
Jiangwan-Pferderennen. Chinesisches Rotes Kreuz sammelt für Hunan, Liaoning und andere Provinzen. Zentralarmee erobert Chenliu. Liaoning gründet Vize-Oberkommando. Banditen schlachten Li-County ab. Sechsjähriges Mädchen schwanger. Xin Bosen schwer verletzt. Wang Jingwei erreicht Taiyuan. Lu Xingbang verhandelt Kapitulation. Zusätzliche Truppen nach Jiangxi gegen Kommunisten. Zoll-Abschaffung bis Januar verlängert. Mexiko weist Chinesen aus, 56 kehren zurück. Mussolini fördert Kunst. Tan Yankai-Anekdoten. Krieger-Gesellschaft wirbt für Mitglieder.
- 4. Oktober**
Qitian-Theater eröffnet innovative »Westliche Reise«-Verbesserung zum Mondfest. Fortschrittliche, nationalistische, einzige Literaturzeitschrift »Vorhut-Monatsschrift« Erstausgabe zum Doppel-Zehn-Fest. Luftwaffe bombardiert wieder Yong. Banditenbekämpfungs-Geschichten.
- 5. Oktober**
Vorsitzender Jiang bittet Regierung um Amnestie für politische Gefangene. Cheng Yanqius Bühnen-Erfolg. Weileguans Kaution.
- 6. Oktober**
Fan Diwens Vortrag-Notizen. Hier bitte andächtig "Namo Amituofo" rezitieren... Alle irrten - Mondfest ist am 6. dieses Monats. Zhao Daiwens Vermögens-Beschlagnahme. Hubei-Partei gratuliert zu Xu- und Bian-Rückeroberung. Verbot privaten Missbrauchs von Partei-Staatsflaggen.
- 7. Oktober**
Regierungs-Sauberkeits-Bewegung unterstützen. Tianjin-Pukou-Linie wird durchgehend fahren. Beijing-Tianjin-Parteibüros werden wieder eröffnet. Französisches Rad erschlägt Hafenarbeiter. Wang Shizhens Beerdigung. Feng- und Yan-Truppen völlig aufgelöst. Hubei Laifeng-Mais trägt doppelte Ähren. Unschuldsgeist rächt sich, Verlobter fordert Leben. Geist schlägt Menschenrücken.
- 8. Oktober**
Fujian-Krieg tobt weiter. 8. Armee blockiert Liuzhou-Verkehr. Andersons Archäologie-Team kehrt aus Mongolei nach Beijing zurück. Inlandswaren-Mode-Ausstellung. Südostasien-erschütternder Xiao Xinan-Fall. Schulen sollten Chinesisch betonen. Zhengzhou-Flugzeug-Raub-Rückblick. Tan-Residenz Trauerspruch-Auswahl. Wang Jingwei plötzlich verschwunden.
- 9. Oktober**
Nordwest-Armee aufgelöst. Außenministerium veröffentlicht britischen Boxer-Entschädigungs-Rückgabe-Briefwechsel. Hauptstadt-Garnison erschießt Verbrecher. Xin Bosen leichte Besserung. Inlandswaren-Mode-Ausstellung. Shanghais beispielloser Tanz-Unterhaltungs-Ball.
- 10. Oktober**
Ganzes Land jubelt bei Doppel-Zehn-Feier. Verrat niedergeschlagen, ganzes Land feiert Nationalfeiertag, Vorsitzender Jiang kehrte gestern triumphierend für Zeremonie zurück. Tianjin-Pukou-Bahn fährt vorerst noch abschnittsweise. Hauptstadt erschießt neun kommunistische Verbrecher. Lindai von Banditen geplündert. Laochenweis Banditen-Katastrophe grausam. Seeräuber stören Fengli. Cheng Yanqiu feiert Nationalfeiertag. Jiang Lixia vergisst Doppel-Zehn nicht. Nanchang verbietet Barfußgehen. Verwundete Soldaten beschimpfen Sun Zuji. Dieses Jahr Doppel-Zehn erfreulich und gratulierenswert, mehr als früher.
- Schluss**
Ich sage auch: "Dieses Jahr Doppel-Zehn erfreulich und gratulierenswert, mehr als früher."
(1. Oktober)
Nachtrag: Dieser konnte nicht gedruckt werden, wohl von jemandem weggenommen - bei Doppel-Zehn-Feiern ist "Gegenwart beklagen" schwer, "Nostalgie" auch nicht leicht.
(13. Oktober)
- ["Dritter-Dritter"-Erinnerung - Feng Zhiyu]**
- 1933 erinnernd an Ende der Guangxu-Zeit
Ich will einige vergangene Menschen loben - das ist wohl keine "Knochen-Vernarrtheit".
Sogenannte vergangene Menschen meint Guangxu-Ende "Neue Partei", Republik-Anfang "alte Neue Partei". Nach 1894-Niederlage erwachten sie, wollten "Reform" - selbst 30-40-jährige Mittelalte lasen »Rechnen-Gespräche«, »Chemie-Spiegel«; lernten Englisch, Japanisch, steife Zunge, seltsame Laute rezitierend, ohne Scham - um "westliche Bücher" zu lesen, westliche Bücher für Chinas "Reichtum und Stärke". Heutige Antiquariate haben noch »Reichtum-Stärke-Buchreihen« wie gegenwärtige "Beschreibungs-Wörterbücher" und "Grund-Englisch" - damalige Zeiterscheinungen. Selbst Achtgliedriger-Essay-Zhang Zhidong ließ Miao Quansun für »Bücherlisten-Antworten« energisch Übersetzungen hinzufügen - so heftig war Reform-Trend.
Jetzt aber anderes Phänomen. Manche neue Jugendliche, Umstände völlig gegenteilig zu "alter Neuer Partei" - nie Achtgliedriges Gift berührt, Schulbildung, keine Nationalstudien-Experten, aber: lernen Siegelschrift, füllen Ci-Gedichte, empfehlen »Zhuangzi«, »Wenxuan«, selbstgeschnitzte Briefumschlag-Druckplatten, Neue Poesie in Quadraten - außer Neue-Poesie-Vorliebe wie Guangxu-Anfang-Elegante, nur ohne Zöpfe und gelegentlich Westkleidung.
Neuerdings oft gesagt: "Alte Flaschen können keinen neuen Wein fassen." Das ist falsch. Alte Flaschen können neuen Wein, neue Flaschen alten Wein fassen - zum Beweis tausche man Wujiaopi und Brandy aus: Wujiaopi in Brandy-Flasche bleibt Wujiaopi. Dieses einfache Experiment zeigt nicht nur, dass "Fünf-Wechsel-Melodie" und "Zehn-Sammlung-Zeichen"-Formen neuen Inhalt aufnehmen können, sondern beweist: In neuen Jugendlichen-Hüllen können "Tongcheng-Irrlehre" oder "Auswahl-Dämonen" lauern.
"Alte Neue Partei"-Einsichten waren oberflächlich, aber sie hatten ein Ziel: Reichtum-Stärke. Daher entschieden, praktisch; Fremdsprachen-Lernen war seltsam-lautend, aber hatte ein Ziel: Reichtum-Stärke-Methoden suchen. Daher ernst, leidenschaftlich. Als Anti-Mandschu-Lehren sich ausbreiteten, wurden viele Revolutionäre - immer noch für Chinas Reichtum-Stärke, meinend dies müsse mit Anti-Mandschu beginnen.
Anti-Mandschu war lange erfolgreich, Vierter-Mai lange vorbei - nun Siegelschrift, Ci, »Zhuangzi«, »Wenxuan«, alte Briefumschläge, quadratische Neue Poesie. Wir haben neue Bestrebungen: mit "alter Eleganz" zwischen Himmel und Erde bestehen. Gelänge wirkliches Bestehen, ergänzte das "Existenzkampf" um neues Beispiel.
(1. Oktober)
- ["Nach Erinnerung" (oben) - Feng Zhiyu]**
Wieder unvorsichtig etwas erinnert, brachte Herrn Shi Zheshengs »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« hervor - er meint, meine Worte seien für ihn gedacht, hofft aber, sie seien nicht für ihn gedacht.
Einige Erklärungen: Jene »Erinnerung« war nicht für Herrn Shi geschrieben, aber Herr Shi kann darin sein.
Wären sie speziell gegen Einzelpersonen gerichtet, sollte man nach heutigem modernem Beispiel Gegners Herkunft, Bildung, Aussehen, sogar Heimat-Erzeugnisse und Vaters Geschäft untersuchen und anspielen - das wäre angemessen. In meinem Stück ist davon nichts. Das Gemeinte ist eine große Schar von Nachkommen-Gruppen-Atmosphäre, nicht bestimmte Personen; aber da es eine Gruppe meint, werden natürlich nicht wenige getroffen - wenn nicht ganz, dann Gliedmaßen, wenn nicht permanent zu dieser Truppe gehörig, so doch zeitweise. Herr Shi sagte selbst, er empfahl Jugendlichen »Zhuangzi« und »Wenxuan« "als literarische Bildungshilfe" - natürlich verwandt mit meiner Kritik, aber zu meinen, der Artikel sei für ihn geschrieben, ist wirklich "überempfindlich" - das meinte ich nicht.
Aber das war vor Herrn Shis Meinungsäußerung - jetzt ist selbst diese "Verwandtschaft" etwas entfernter, denn meine Kritik galt vergleichsweise verstockten Nachkommen-Gruppen mit noch höheren Standards.
Erst nach Herrn Shis eigener Erklärung erkannte ich: (1) seine damalige Lage - das Manuskriptpapier war zu klein, "wäre es etwas breiter gewesen", hätte er "noch ein paar Bücher mehr hineinschreiben wollen"; (2) seine frühere Laufbahn - "vom Chinesischlehrer zum Zeitschriftenredakteur gewechselt", fand er "junger Leute Artikel zu unbeholfen direkt, Wortschatz zu gering", daher empfahl er diese zwei alten Bücher zum Grammatiklernen und Wortschatzsuchen, "obwohl viele Wörter darin bereits tot sind", müsse man sie doch suchen. Ich denke, lebte Zhuangzi heute, würde er nach dem Sargaufbrechen wohl allen heiratswilligen Frauen raten, die »Biographien tugendhafter Frauen« zu lesen.
Noch ein anderer Punkt:
(1) Herr Shi sagt, mein Vergleich mit Flasche und Wein für "literarische Bildung" sei falsch, aber ich machte nie solchen Vergleich - ich sagte, manche neue Jugendliche können alte Gedanken haben, manche alte Formen können neuen Inhalt bergen. Ich meine auch, zwischen "neuer Literatur" und "alter Literatur" kann es keine scharfe Grenze geben, aber es gibt Wandlung und relative Neigungen, und gerade weil man nicht "was die Grenze ist" bestimmen kann, gibt es auch keine Position für "dritte Menschen".
(2) Herr Shi sagt, Siegelschrift schreiben sei Privatsache, solange man andere nicht zwinge dasselbe zu tun. Das scheint richtig. Aber Mittelschüler und Einsender haben selbst unbeholfene, wortarme Artikel, zwingen aber niemanden, wortarme und grammatisch unbeholfene Artikel zu schreiben - warum empfand Herr Shi so viel und riet daher "literaturbegeisterten Jugendlichen", »Zhuangzi« und »Wenxuan« zu lesen? Als Prüfer mit Gedichten Beamte auswählen missbilligt Herr Shi, aber als Lehrer und Redakteur rät er Jugendlichen mit »Zhuangzi« und »Wenxuan« - ich verstehe diese Grenze nicht.
(3) Herr Shi führt noch "Herrn Lu Xun" an, als hätte er Zhuangzis neue Orthodoxie übernommen und alle Artikel aus »Zhuangzi« und »Wenxuan« gelesen. "Ich finde das auch etwas willkürlich." In seinen Artikeln gibt es viele Wörter aus »Zhuangzi« und »Wenxuan«, wie "zhi hu zhe ye", aber diese Wörter stehen wohl auch in anderen Büchern. Ehrlicher gesagt: Aus solchen Büchern lebenden Wortschatz zu suchen ist reine Verwirrung - das würde wohl Herr Shi selbst nicht tun.
(12. Oktober)
- [Zum Nachschlagen]:**
- "Zhuangzi" und "Wenxuan" - Shi Zhesheng**
Letzten Monat sandte »Dabao«-Redaktion eine bedruckte Postkarte zum Ausfüllen: (1) Was lesen Sie gerade? (2) Welche Bücher empfehlen Sie Jugendlichen?
Bei (2) schrieb ich: »Zhuangzi«, »Wenxuan« mit Anmerkung: "Zur literarischen Bildung der Jugend."
Heute sah ich Herrn Feng Zhiyus »Nostalgie« in »Freie Diskussion« und wurde nervös, als sei der Artikel für mich geschrieben.
Aber ich will Herrn Feng nicht widersprechen, nur mich erklären.
Erstens sollte ich erklären, warum ich Jugendlichen »Zhuangzi« und »Wenxuan« empfehle. In den letzten Jahren wechselte mein Leben vom Chinesischlehrer zum Zeitschriftenredakteur - zu viel Kontakt mit Jugendlichen-Artikeln. Ich finde ihre Artikel zu unbeholfen direkt, Wortschatz zu gering, daher empfahl ich in »Dabao«s engen Zeilen diese zwei Bücher. Ich denke, daraus kann man etwas Schreibmethodik lernen und Wortschatz erweitern (obwohl viele Wörter tot sind). Aber ich will natürlich nicht, dass Jugendliche alle »Zhuangzi«, »Wenxuan«-artige "klassische Texte" schreiben.
Zweitens hoffe ich nur, literaturbegeisterte Jugendliche lesen diese zwei Bücher. Jeder Literat muss sich auf Vorgänger-Literatur stützen. Ich verstehe nicht, "wo die Grenze zwischen neuer und alter Literatur" liegt. Literarisch ist der Vergleich "alte Flasche neuer Wein" und "neue Flasche alter Wein" falsch. Vergleichen wir literarische Bildung mit Wein: Flaschen-Alter spielt keine Rolle, aber der Wein muss gebraut sein.
Ich rate Literatur-Jugendlichen zu »Zhuangzi« und »Wenxuan« zum "Brauen". Wäre »Dabao«s Formular breiter gewesen, hätte ich mehr Bücher hingeschrieben.
Nehmen wir Herrn Lu Xun: Als solcher Neue-Literatur-Autor scheint er eine völlig neue Flasche. Aber sein Wein? Reiner Brandy? Glaube ich nicht. Ohne klassische Literatur-Bildung würde Herr Lu Xun nicht so gut schreiben. Daher wage ich zu sagen: In Herrn Lu Xuns Flasche sind unvermeidlich viel Wujiapibaijiu- oder Shaoxing-Wein-Bestandteile.
Was Herrn Feng Zhiyu betrifft - er meint, Siegelschrift schreiben, Gedichte füllen, selbstgeschnitzte Briefumschläge seien Nicht-Schulabsolventen- oder Nationalstudien-Experten-Sachen -, das ist etwas willkürlich. Das sind Privatsachen. Siegelschrift-Schreiber, die nicht mit Siegelschrift Briefe schreiben, Gedicht-Füller, die als Beamte nicht mit Gedichten Leute auswählen, Selbstgeschnitzte-Briefumschlag-Nutzer, die andere nicht zwingen auch zu schnitzen, brauchen Herrn Fengs "mündliche und schriftliche Verdammung" als "Irrlehre" und "Dämon" nicht.
Unter Neue-Literatur-Autoren gibt es auch Holzschnitt-Spielende, Ausgaben-Erforschende, Exlibris-Sammelnde, Parallelen-Prosa-Vorwort-für-Umgangssprache-Bücher-Schreibende, sogar Schreibtisch-Kleine-Ausstellungsstücke-Aufstellende. Nach Herrn Fengs Meinung "wollen sie mit 'heutiger Eleganz' zwischen Himmel und Erde bestehen"? Ich denke, sie haben solche Absichten nicht.
Abschließend hoffe ich, Herrn Fengs Artikel war nicht für mich geschrieben.
(8. Oktober, »Freie Diskussion«)
- ["Nach Nostalgie" (unten) - Feng Zhiyu]**
Noch etwas zu schreiben. Aber zuerst: Das entstand durch Herrn Shi Zheshengs Worte, ist aber nicht für ihn geschrieben. Bei Einzelpersonen nenne ich ursprünglich Namen, aber gedruckt werden sie oft zu "某" oder dem gemeinsamen Symbol für Reiche-Namen, gefährliche Wörter, Geschlechtsorgane-Slang "××". Ich hoffe, einige Wörter in diesem Artikel wandeln sich nicht so, um Missverständnisse zu vermeiden.
Ich will sagen: Reden ist schwer, nicht reden auch nicht leicht. Schreibende müssen Artikel schreiben, beim Schreiben drohen Katastrophen. Gelber Fluss greift schwache Dämme an - nacktarmige Frauen und falsch schreibende Jugendliche werden Spott-Objekte. Sie sind wirklich kraftlos, müssen leiden, wie Landbewohner in Shanghai-Konzessionen nur ertragen können, "Amulin" genannt zu werden.
Aber manches ist ungerecht. Ein Beispiel: Liu Banongs "selbstkommentierte" »Tonghua Zhidou Tang Gedichtsammlung« Spottverse in »Lunyu« 26. Als Prüfer der Beijing-Universität entdeckte er auf Chinesisch-Prüfungsbögen lächerliche Fehler und dichtete - die Leute wurden so verspottet, dass sie sich verkriechen wollten, diese gerade graduierten Mittelschüler. Natürlich ist er Professor, alle Kritiken richtig, aber manche sind diskutierbar. Eine "Selbstanmerkung":
"Jemand schrieb 'changming wenhua' (Kultur fördern), ich sagte: chang ist 'Prostituierte'-Zeichen, wo Kultur entwickelt ist, gibt es viele Prostituierte, zu sagen Kultur werde durch Prostituierte erhellt, ist auch vernünftig."
Prostituierte-chang schreiben wir jetzt nicht als "chang", aber früher waren beide austauschbar - Herr Liu zitiert wohl alte Bücher. Aber für alte Bücher: Im »Buch der Lieder« steht "chang yu he nü" (ich stimme an, du antwortest), niemand deutete es als "selbst Hure werden, um anderen zu antworten". Jener Fehler ist nur Fehler, lächerlich-verachtenswert ist er nicht. Noch ein Satz:
"Glücklicherweise 'meng-te wissenschaftliche Gedanken-Keime'."
"Meng" und "Keime" haben Klammerkreise - wohl um das Lächerliche zu zeigen, aber "Keime", "Sprossen" sind Substantive, "sprießen", "entspringen" werden Verben - "meng" als Verb zu verwenden scheint nicht falsch.
Zur Vierter-Mai-Zeit schrieben Umgangssprache-Befürworter (Herr Liu würde es vielleicht als "Huren hochhalten" deuten) falsche Zeichen, verwendeten falsche Klassiker - normal, aber da Gegner sagten, Umgangssprache-Befürworter kennten keine alten Bücher und redeten wirr, schrieben sie oft klassische Texte, um sie mundtot zu machen. Natürlich konnten sich aus alten Lagern Kommende mit tiefen Gewohnheiten nicht sofort befreien - Autoren mit klassischen Atmosphären gab es.
Damalige Umgangssprache-Bewegung siegte, manche Kämpfer stiegen auf, aber aufgestiegen kämpften sie nicht nur nicht mehr für Umgangssprache, sondern trampelten darauf herum, holten alte Zeichen hervor, um nachfolgende Jugendliche zu verspotten. Da man noch mit alten Büchern und Zeichen Menschen auslacht, sehen manche Jugendliche das Lesen alter Bücher als unerlässliche Arbeit, nachzuahmende klassische Autoren als Vorbild, streben nicht mehr von neuen Wegen aus Entwicklung und neue Durchbrüche an.
Jetzt zwei Menschen hier: Einer ist Mittelschüler, schreibt "Auslandsstudent" als "Fließstudent", ein falsches Zeichen; einer ist Universitätsprofessor, dichtet triumphierend: "Herr beging himmelstürzende Sünde, Strafe ins Westparadies Lernen fließen, sollte zu neun Strömen einen hinzufügen, Gluten bis zur Ölpfanne ausgekocht." Wer ist lächerlich?
(12. Oktober)
- [Gelbe Gefahr - You Gang]**
Heutige sogenannte "Gelbe Gefahr" meinen wir selbst als Gelben Fluss-Durchbruch, aber vor dreißig Jahren war das anders.
Damals bedeutete es: Gelbe Rasse wird Europa überrollen. Manche Helden hörten diesen Ausdruck wie "Schlafender Löwe"-Komplimente von Weißen und waren jahrelang stolz, bereit, Europas Herren zu werden.
Aber die "Gelbe Gefahr"-Geschichte stammt anders als unsere Phantasien von Kaiser Wilhelm. Er malte ein Bild: Ein römisch gekleideter Krieger wehrt einen von Osten kommenden Menschen ab, aber das war nicht Konfuzius, sondern Buddha - Chinesen freuten sich umsonst. Während wir "Gelbe Gefahr"-Träume hatten, sah jemand in deutschem Qingdao die Realität: Ein armes Kind beschmutzte einen Telegrafenmast und wurde von weißen Polizisten an den Füßen gepackt und weggetragen wie Chinesen mit Enten.
Hitlers Ausschluss nicht-germanischer Völker verwendet dieselben Methoden wie der Kaiser.
Des Kaisers "Gelbe Gefahr" träumen wir nicht mehr, erwähnen auch "Schlafenden Löwen" nicht mehr, "großes Land, reiche Ressourcen, viele Menschen" sieht man in Artikeln wenig. Als Löwe kann man prahlen, wie fett man ist, aber als Schwein oder Schaf ist Fettheit kein gutes Zeichen. Ich weiß nicht, was wir uns jetzt fühlen?
Wir scheinen nicht mehr zu denken, finden auch keine "Symbole", wir schauen Hai Jingbos Raubtiershows, bewundern Löwen-Tiger-Rindfleisch-Essen, hören, sie fressen täglich einen Ochsen. Wir bewundern Völkerbund-Japan-Sanktionen, verachten auch Völkerbund-Unfähigkeit Japan zu sanktionieren; wir befürworten Abrüstungs-"Friedensschutz", bewundern auch Hitlers Abrüstungs-Austritt; wir fürchten, andere Länder nutzen China als Schlachtfeld, hassen auch Antikriegs-Versammlungen. Wir scheinen noch "Schlafende Löwen".
"Gelbe Gefahr" kann zu "Segen" werden, erwachte Löwen können auch Theater spielen. Im Weltkrieg hatten wir für andere kämpfende Arbeiter, als Qingdao besetzt wurde, hatten wir an Füßen tragbare Kinder.
Aber zu sagen, das 20. Jahrhundert habe keinen Platz für uns, ist unvernünftig.
(17. Oktober)
- [Stürmen - Lü Xun]**
"Stoßen" und "Treten" töten oder verletzen nur ein, zwei - für mehr braucht es "Stürmen".
»Xinsheng« vom 13. berichtete aus Guiyang: Zum 18. September-Gedenken versammelten sich Schüler verschiedener Schulen. Bildungsminister Tan Xingge geriet in Panik, sandte Truppen zu Straßenkreuzungen, ließ mehrere Autos gegen die Reihen stürmen, was Tragödie verursachte - zwei tote Schüler, über vierzig Verletzte, meist Zhengyi-Grundschüler um zehn Jahre...
Früher wusste ich nur, Kriegsherren beherrschen meist Literatur, "waffenkissennd auf Tagesanbruch wartend" können sie Parallelen-Telegramme verfassen. Diesmal erkenne ich: Selbst Zivilbeamte verstehen Kriegskunst. Tian Dan verwendete Feuer-Ochsen, jetzt durch Autos ersetzt - auch 20. Jahrhundert.
"Stürmen" ist schnellste Kampfmethode - ein Auto-Trupp, quer-gerade stürmend, lässt Feinde unter Rädern sterben-verletzen, wie einfach; "Stürmen" ist würdevollstes Verhalten, Maschine einschalten, blitzschnell fahren, Gegner können nicht ausweichen, wie heldenhaft. Verschiedene Länder-Polizei-Soldaten nutzen gern Wasserschläuche, russische Zaren Kosaken-Kavallerie - alles schnelle Aktionen. In Konzessionen sehen wir manchmal ausländische Soldaten-Panzerwagen patrouillieren - bei Ungehorsam zum Stürmen da.
Autos sind zwar keine Sturm-Waffen, aber glücklicherweise sind Feinde Grundschüler. Ein müder Esel kann nicht ins Schlachtfeld, aber auf zartem Gras galoppierend, Reiter obenauf heimlich brüllend, ist noch sehr fähig und erfreulich, obwohl manche es komisch finden.
Dass zehnjährige Kinder rebellieren ist auch komisch. Aber China bringt oft Wunderkinder hervor: einjährig malen, zweijährig dichten, sieben Jahre Theater, zehn Jahre Militär, über zehn Jahre Komitee-Mitglieder - normale Fakten; selbst sieben-acht Jahre alte Mädchen werden missbraucht, andere sehen sie als "blütenalterig".
Außerdem: Beim "Stürmen" mit widerstandsfähigen Gegnern würden Autos ungeschickt, Stürmer unheldisch - Feinde müssen zart-schwach gewählt werden. Rowdys schikanieren Landalte, Ausländer schlagen Chinesen, Bildungsminister stürmen Grundschüler - alle sind feindbesiegende Helden.
"Den Ansturm tragen" war früher nur leere Phrase, jetzt bewährt es sich nicht nur bei Erwachsenen, sondern bei Kindern. "Säuglingsmord" galt als Verbrechen - Vergangenheit. Säuglinge in die Luft werfen und mit Speerspitzen auffangen als Spielerei-Tage sind wohl nicht fern.
(17. Oktober)
- ["Komisch"-Beispiele - Wei Suo]**
Weltliteratur-Forscher sagen uns: Franzosen sind gut in Wortwitz, Russen in Satire, Angloamerikaner in Humor. Das ist wohl richtig, alles durch gesellschaftliche Zustände begrenzt. Seit Meister Yutang "Humor" belebte, ist der Begriff verbreitet, aber Verbreitung birgt Krisen - wie Soldaten sich Buddhisten nennen, hohe Beamte plötzlich Gebetsketten tragen und Buddhismus dann stirbt. Wenn Schlüpfrigkeit, Oberflächlichkeit, Obszönität unter "Humor" laufen, ist es wie "Neue Oper" in "×-Welt" - bestimmt schon "Zivilisationstheater".
Diese Gefahr entsteht, weil China wenig Humor hatte. Nur Komik gab es, aber zwischen der und Humor liegt eine große Strecke. Japaner übersetzten "Humor" als "gefühlvolle Komik" zur Unterscheidung von reiner "Komik". In China findet man also nur komische Artikel? Wieder nein. Chinas selbsternannte komische Artikel sind auch nur schlüpfrige, oberflächliche, obszöne Gespräche, verschieden von wahrer Komik. Dieser "Waschbär-tauscht-Prinz"-Trick liegt daran, dass historisch selbsternannte ernste Äußerungen und Fakten meist komisch waren - Menschen gewöhnten sich daran, hielten es für normal und verwechselten Schlüpfrigkeit mit Komik.
In China Komik zu suchen: Nicht sogenannte komische Texte lesen, sondern sogenannte ernste Dinge - aber denken.
Solche Texte liegen überall: Zeitungs-ernste Titel wie "Chinesisch-japanische Verhandlungen werden besser", "Wohin geht China?" - alle sind es, gekaut schmecken sie wie Oliven mit Nachgeschmack.
In Zeitungsanzeigen auch. Wir kennen eine Publikation, die sich "neue Autorität der Meinungswelt" nennt, "sagt, was gewöhnliche Leute sagen wollen, aber nicht sagten", während sie gleichzeitig einer anderen Publikation "Missverständnisse erklärt, Entschuldigung ausdrückt", aber auch sagt "da beide gesellschaftlich angesehene Publikationen sind, gibt es keinen Grund für gegenseitige Angriffe". "Neue Autorität" gut in "Missverständnissen", "missverständlich" aber "angesehen", "was gewöhnliche Leute sagen wollen, aber nicht sagten" sind Missverständnisse und Entschuldigungen - nicht zu lachen erfordert Denklosigkeit.
In Zeitungs-Kommentaren auch. September »Freie Diskussion« »Drachenaufstiegs-Kunst-Ergänzungen« nannte Reichen-Tochter-Schwiegersohn eine "Drachenaufstiegs"-Kunst, bald kam Gegenangriff: "Fuchs kann keine Trauben fressen, sagt Trauben sind sauer, heiratet selbst keine reiche Frau, entwickelt Eifersucht auf alle mit reichen Schwiegervätern, Eifersucht-Resultat ist Angriff." Auch undenkbar. Ein Gedanke über "Resultat" zeigt klar: Dieser Autor erklärt, er wisse, "reiche Frauen" schmecken süß.
Solche wunderbaren Texte sehen wir auch in würdevollen offiziellen Dokumenten - nicht karikiert, sondern ursprünglich Karikaturen. In einem Jahr »Lunyu« liebte ich am meisten »Guxiang Zhai«-Spalte: Sichuan Yingshan-Magistrat verbot lange Gewänder: "Kleidung verhüllt Körper genug, warum vorn-hinten schleppend Stoffe verschwenden? Außerdem ist nationale Macht schwach...Zeit-Schwierigkeiten bedenkend, künftige Katastrophen unvorstellbar!" Beijing Sozialamt verbot Frauen männliche Hunde zu halten: "Weibliche Frauen mit männlichen Hunden zusammen schadet nicht nur Gesundheit, erzeugt leicht schamlose Skandale, misst an unserem Sitte-Rechtschaffenheits-Land, auch von Sitten unerlaubt. Hiermit streng verboten...alle von Frauen gehaltenen männlichen Hunde, töten ohne Gnade zur Kontrolle!" Das können komische Autoren nie frei erfinden!
Aber »Guxiang Zhai«-wunderbare Texte neigen oft zu Seltsamem, Komik ist aber nicht so gut wie Schlichtheit. Eben durch Schlichtheit wird es noch komischer - nach diesem Standard wähle ich "süße Trauben"-Theorie.
(19. Oktober)
- [Ausland hat auch - Fu Ling]**
Was China hat, haben Ausländer auch.
Ausländer sagen, China hat viele Wanzen, aber der Westen hat auch Wanzen; Japaner lachen über chinesische Wortspielerei, aber Japaner spielen auch mit Worten. Gewaltlosigkeit hat Gandhi; Ausländer-Schlagen-Verbot hat Hitler; De Quincey rauchte Opium; Dostojewski spielte verrückt. Swift trug Halseisen, Marx war reaktionär. Oberst Lindberghs Sohn wurde von Gangstern entführt. Füßebinden und hohe Absätze unterscheiden sich nicht sehr.
Nur Ausländer-Vorwürfe, wir kümmerten uns nicht um Gemeinwohl, kennten nur Eigennutz, liebten Geld, sind unwiderlegt. Seit der Republik gab es viele Präsidenten und Reiche - nach Rücktritt alle rundgesichtig, dichtend, Theater schauend oder betend, endlos essend, gaben Kritikern wirklich Beweise. Heute entdeckte ich: Ausland hat auch!
"17. Havanna-Telegramm - In Kanada lebender ehemaliger kubanischer Präsident Machado...Kubas Besitz acht Millionen Dollar wert, jedem, der Rückgabe dieses Eigentums garantiert, will er Hilfe geben. Andere Nachricht: Kubas Regierung erließ Haftbefehle gegen Machado und 38 ehemalige Beamte, beschlagnahmte ihr Eigentum von 25 Millionen Dollar..."
38 Menschen mit nur 25 Millionen Dollar Eigentum - Methoden nicht hoch, aber etwas Bereicherung ist bestätigt, genug um unsere "Oberen" zu entlasten. Aber ich hoffe, sie besitzen ausländische Grundstücke und Bankeinlagen - dann können wir bei Ausländer-Verhandlungen noch überzeugender sein.
Hätte nur eine Familie Wanzen und würde kritisiert, wäre das ungemütlich, aber Fangen ist mühsam. Außerdem gibt es in Beijing eine Theorie: Wanzen kann man nicht fangen, je mehr man fängt, desto mehr werden es. Selbst alle gefangen - was wäre der Wert? Nur negative Methode. Am besten hoffen, andere Familien haben auch Wanzen, und welche zu entdecken ist noch besser. Entdecken ist positive Arbeit. Kolumbus und Edison machten nur Entdeckungen oder Erfindungen.
Statt anstrengend arbeiten lieber tanzen, Kaffee trinken - Ausland hat auch, Paris hat viele Tanzlokale und Cafés.
Selbst wenn China verschwände - warum aufgeregt sein? Hörten Sie nicht von Chaldäa und Makedonien? - Ausland hat auch!
(19. Oktober)
- [Ins Leere stoßen - Feng Zhiyu]**
Nach Veröffentlichung meiner »Nostalgie« und Herrn Shi Zheshengs »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« in »Freie Diskussion« bat »Dabao«s »Fackel« um erweiterte Diskussion. Zuerst kam Herrn Shis Brief mit Titel »Empfehlers Standpunkt«. Anmerkung: "›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Kontroverse".
Aber Herr Shi will nicht "kontrovers diskutieren" - er meint, zwei kämpfende Menschen seien wie Boxer unter Bogenlampen, nur zur Zuschauer-Unterhaltung. Das ist kluge Ansicht, ich stimme diesem Teil zu. Aber klüger ist: Herr Shi schlug tatsächlich zu, bevor er Rücktritts-Worte sagte - einige Hiebe ausgeführt, dann elegant weggeflogen, das ist überweltlichste Boxkunst. Jetzt bin nur ich übrig, muss aber antworten - gegenüber niemand macht nichts, ich boxe "Sorgloses Wandeln".
Herr Shi sagt anfangs, ich "belehrte" ihn und ordnete ihn "veralteten Nachkommen-Gliedmaßen" zu. Ersteres ist Verleumdung - mein Artikel hatte keine persönlichen Ratschläge. Ihn als "veraltete Nachkommen-Gliedmaßen" zu bezeichnen, beabsichtigte ich wirklich, aber "veraltete Nachkommen" sind nicht sehr schlechte Figuren. Dass neue und alte Literatur schwer scharf zu trennen sind, erkennt Herr Shi an. Xinhai-Revolution ist nur 22 Jahre her - Republik-Menschen mit etwas veralteten Nachkommen-, alten-, sogar feudalen Atmosphären ist nichts Besonderes, zumal Herr Shi selbst sagt: "Obwohl ich mich nicht als veraltete Nachkommen bekenne, habe ich wirklich jugendliche Vitalität verloren" - vergangene Atmosphäre ist natürlich da. Aber wissen es selbst und andere und weniger weitergeben wäre gut.
Ich erklärte früh, frühere Texte waren nicht speziell für ihn geschrieben, und nach »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« entfernte sich selbst diese "Gliedmaßen". Warum? Weil in Jugendlichen empfohlenen Büchern ein anderes interessantes Problem auftauchte: Eins ist »Yan-Familienanweisungen«. Dieser Autor lebte in chaotischen Zeiten, von Qi zu Sui, immer unter barbarischer Macht. In dem Buch diskutiert er auch Klassiker, Literatur wie ein Gelehrter, wendet sich aber dem Buddhismus zu, wünscht für Nachkommen Xianbei-Sprache zu lernen, Laute zu spielen, um Edlen - Barbaren - zu dienen. Das ist auch Gedanken von Beamten, Reichen, Großhändlern, Gelehrten nach Boxer-Aufstand-Niederlage: selbst Buddha verehren, Nachkommen aber "ausländische Geschäfte" lernen lassen für künftiges Dienen. Selbst heute gibt es wohl nicht wenige mit solchen Gedanken. Yan-Überlebens-Methoden bewegten Herrn Shis Herz, er empfiehlt sie Jugendlichen als "moralische Bildung". Er führt eigene Lektüre an: ein englisches Buch und ein buddhistisches Sutra - Illustration für "Xianbei-Sprache" und »Kapitel der Hinwendung«. Nur moderne Wandel schnell, ohne Vorzeiten-Muße, neu-alt-Kämpfe heftig, auf Anhieb unklar - er kann nur frühere zwei Generationen "Moral" in einer Person vereinen. Hätten Jugendliche, Mittelalte, Alte oft diese Yan-Moral, wäre das in chinesischer Gesellschaft ein ernstes Problem, das Säuberung braucht. Natürlich entstand das durch Bücherlisten, das Problem liegt nicht beim Einzelnen, das ist zeitgeistiger Teil. Aber durch Miterwähnung schien es zu sehr auf Einzelpersonen bezogen - ich wagte nicht zu diskutieren. Nur "Leute raten, ›Zhuangzi‹ ›Wenxuan‹ zu lesen" acht Worte konnten sich auf ihn beziehen, für Einzelpersonen wohl nicht respektlos. Aber nach »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« entstand wirklich etwas Respektlosigkeit, weil seine Widerrede leerer war als erwartet, aber ich gab trotzdem ernste Antwort: »Nach Nostalgie« (oben).
Aber Herrn Shis nach »Nach Nostalgie« (oben) geschriebener Brief bewies noch mehr seine Entfernung von meinen "veralteten Nachkommen". Obwohl er sagte, er wolle nicht boxen, war der erste Absatz völlig gegen mich persönlich. Jetzt stelle ich etwas vor mit Kommentaren.
Herr Shi sagt: "Meiner Vermutung nach kann Jugendlichen neue Bücher empfehlen natürlich mehr Massen gewinnen als alte Bücher empfehlen." Das heißt: Neue-Bücher-Empfehlende tun es nicht für Jugendliche, sondern um selbst mehr Massen zu gewinnen.
Herr Shi sagt: "Ich will in Ihrer Zeitung...Bücherliste ändern: ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ zu Herrn Lu Xuns »Huagai-Sammlung« Haupt- und Folgebände und »Falsche Freiheit« ändern. Ich denke, Herr Lu Xun ist zeitgenössischer 'Literatur-Veteran', seine Werke haben breiten lebenden Wortschatz, und laut Herrn Feng Zhiyu sind in Herrn Lu Xuns Artikeln tatsächlich auch manche aus ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ stammende Wörter wie 'zhi hu zhe ye'. So wäre die Wirkung für Jugendliche dieselbe." Diese vielen Worte heißen: Ich widersprach ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Empfehlung, weil ich hasste, dass er nicht »Huagai-Sammlung« Haupt-Folgebände und »Falsche Freiheit« empfahl.
Herr Shi sagt: "Ursprünglich wollte ich ein, zwei Werke von Herrn Feng Zhiyu empfehlen, aber auf dem Markt gibt es nur Herrn Feng Zikais Bücher, keine von Herrn Feng Zhiyu. Vielleicht sind sie wie Herrn Lu Xuns Kollotyp-Holzschnittdrucke private Feindrucke, seltene Bücher. Ich schäme mich meiner Unwissenheit, konnte nicht empfehlen." Dieser Absatz ist konfus, scheint zu sagen: Ich widersprach ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Empfehlung, weil ich hasste, dass er meine Bücher nicht empfahl, aber ich habe keine Bücher, hasse aber trotzdem Nicht-Empfehlung - lächerlich.
Das schrieb der "vom Chinesischlehrer zum Zeitschriftenredakteur gewechselte" Herr Shi Zhesheng, der Jugendlichen ›Zhuangzi‹, ›Wenxuan‹, ›Lunyu‹, ›Mengzi‹, »Yan-Familienanweisungen« empfiehlt, nach meinem »Nach Nostalgie« (oben) - "wollte nichts mehr schreiben", schrieb aber doch. Er lehnte "Boxer" ab, boxte aber zuerst andere. Aber er erwähnte nie festere Gründe für ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Ansichten, zeigte nie Fehler in meinen »Nostalgie« und »Nach Nostalgie« (oben), nur grundlose Verleumdung, eigene Vermutungen, Koketterie, Dummstellen. Einige alte Bücher-Namen abgerissen, verschwanden "veraltete Nachkommen"-Gliedmaßen nebelhaft, zeigten schließlich wahres Gesicht: eindeutig verwandelt in "Ausländerviertel-Bösewichte".
(20. Oktober)
- [Zum Nachschlagen]:**
- Empfehlers Standpunkt - Shi Zhesheng**
- ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Kontroverse
Herr Wanqiu:
Ich empfahl in Ihrer Zeitung Jugendlichen zwei alte Bücher, unglücklicherweise erregte das Herrn Feng Zhiyus Belehrung, der mich zu "veralteten Nachkommen-Gliedmaßen" ernannte. Nach seinem »Nach Nostalgie« (oben) will ich nichts mehr schreiben, denn meiner Vermutung nach kann neuen Jugendlichen neue Bücher empfehlen natürlich mehr Massen gewinnen als alte Bücher. Herr Feng Zhiyu ist wahrhaft alt aber stark, würdiger Jugend-Führer. Ich gestehe mich nicht als veraltete Nachkommen, aber habe wirklich jugendliche Vitalität verloren. In dieser herbstlichen Umgebung reicht selbst Herrn Feng Zhiyus neuer Geist nicht aus, mein Mittelalter-Gefühl zu beleben. Daher will ich in Ihrer Zeitung meine am 29. September veröffentlichte Jugend-Bücherliste ändern: ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ zu Herrn Lu Xuns »Huagai-Sammlung« Haupt-Folgebände und »Falsche Freiheit« ändern. Herr Lu Xun ist zeitgenössischer "Literatur-Veteran" mit breitem lebenden Wortschatz, und laut Herrn Feng Zhiyu haben Herrn Lu Xuns Artikel tatsächlich auch aus ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ stammende Wörter wie "zhi hu zhe ye". So wäre die Jugend-Wirkung dieselbe. Ursprünglich wollte ich ein, zwei Werke von Herrn Feng Zhiyu empfehlen, aber auf dem Markt gibt es nur Herrn Feng Zikais Bücher, keine von Herrn Feng Zhiyu. Vielleicht sind sie wie Herrn Lu Xuns Kollotyp-Holzschnittdrucke private Feindrucke, seltene Bücher. Ich schäme mich meiner Unwissenheit, konnte nicht empfehlen.
Außerdem will ich Herrn Feng Zhiyu Ihrer Zeitung vorstellen. Künftig bei Meinungs-Umfragen könnte man ihm Formulare senden - bestimmt wertvolle Meinungen. Aber bezieht es sich auf "veraltete Nachkommen-Gliedmaßen", dann an mich senden.
Gestern sah ich in Ihrer Zeitung: Sie planen Leser-Diskussionen zu diesem Fall. Kann ich bitten, das abzusagen? Ich denke oft: Zwei in Zeitungen kämpfende Menschen sind wie Boxer unter Bogenlampen, Zeitungsredakteure wie herumlaufende dünne Schiedsrichter, Leser wie vernunftlose Zuschauer in Dunkelheit. Dünne Schiedsrichter hoffen, Boxer kämpfen Runde um Runde bis einer fällt: Eins, Zwei, Drei... steht nicht auf, dann zum keuchenden Sieger laufen, seinen boxhandschuhigen Arm hochheben, "Mr. X gewinnt Meisterschaft!" rufen. Ist das nicht zu komisch? Jetzt bin ich unglücklicherweise einer der Boxer, aber will für dünne Schiedsrichter und Zuschauer diese Komödie nicht fortsetzen, hoffe auch, Sie werden nicht dünner Schiedsrichter. Sahen Sie nicht heute »Freie Diskussion« Herrn Zhishuis Artikel mit Sprichwörtern: "Zunge ist flach, Worte sind rund" - glauben Sie, aus Leser-Diskussionen entstehe wahres Recht-Unrecht?
Shi Zhesheng, 18. Oktober (19. Oktober, »Dabao·Fackel«)
- »Ins Leere stoßen« Korrektur - Feng Zhiyu**
Vor Tagen beim Schreiben von »Ins Leere stoßen« hatte ich keine Bücher zur Hand, verließ mich bei »Yan-Familienanweisungen« auf Erinnerung. Später fürchtete ich Fehler, suchte das Original: Meine Yan Zhitui-Beschreibung war falsch. »Kinder-lehren-Kapitel«: "Qi-Beamter sagte mir einst: 'Ich habe einen Sohn, siebzehn Jahre, versteht etwas Schrift, lehrte ihm Xianbei-Sprache und Laute-Spielen, möchte er verstehe, damit Ministern diene, alle lieben ihn - auch wichtige Sache.' Ich senkte Kopf, antwortete nicht. Seltsam, wie dieser Mensch Kinder lehrt. Würde er dadurch Minister, wollte ich nicht, dass ihr es tätet."
Also war Qi-Gelehrten-Methode die von Beamten-Händlern-Gelehrten nach Boxer-Aufstand, Herr Shi Zhesheng vereint Qi-Gelehrten und Yan-Typen - auch heutiger Teile-Menschen-Methode, kann "Nördliche-Dynastien-Moral" heißen, noch gesellschaftliches ernstes Problem.
Für Yan sollte ich sehr entschuldigen, aber er ist tot, Entschuldigung egal. Jetzt korrigiere ich nur für Herrn Shi und Leser meinen Fehler.
(25. Oktober)
- Durchbruch - Shi Zhesheng**
(8) Gegen Herrn Feng Zhiyu "schlug ich tatsächlich einige Hiebe" - das wird wohl lebenslange Reue. Aber Herr Feng schrieb »Ins Leere stoßen«, stieß tatsächlich nicht "leer", traf noch mich. Auf Herrn Fengs Seite (oder Recht-Unrecht-Seite) stehende Artikel "bekämpfen" mich täglich, ich fühle wirklich "eines Menschen Leiden".
Aber aus »Ins Leere stoßen« entdeckte ich Herrn Fengs Schreib-Logik. Er sagt: "Ich erklärte früh, frühere Texte waren nicht speziell für ihn geschrieben." Aber unten: "weil seine Widerrede leerer war als erwartet." Nicht speziell für mich, aber schon Widerrede erwartet - wie zu deuten?
Weil "kritisiert", finde ich ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ wirklich unangemessen, bat daher »Dabao«-Redakteur um Änderung zu zwei neue Literatur-Büchern - Tatsache. Ich sagte nicht, Herr Feng hasse meine Nicht-Empfehlung dieser neuen Literatur-Bücher und "widersprach ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹", aber Herr Feng sagt, ich hätte solche Gedanken - ist das "zusammenhängend"?
Herr Feng bringt »Yan-Familienanweisungen« und meine zwei Bücher zusammen, sagt »Yan-Familienanweisungen«-Empfehlung lehre Jugendliche Xianbei-Sprache, Laute-Spielen für Edlen-Dienst, außerdem demonstriere ich selbst mit ausländischem Buch; sagt Yan Zhitui sei "gelehrtenartig, aber buddhistisch", daher lese ich auch buddhistische Bücher. Nach Herrn Fengs Erklärung lache selbst ich - so zufällig!
Ich erinnere deutlich: »Yan-Familienanweisungen« hat eine Geschichte über Kinder-Xianbei-Sprache und Laute-Lehren, aber unten steht: "wollte nicht, dass ihr es tätet" - Yan Zhitui riet Nachkommen nicht, ausländische Bücher zu lesen. Heute korrigierte Herr Feng diese Geschichte, sagt aber: "Herr Shi Zhesheng vereint Qi-Gelehrten und Yan-Typen." Das verstehe ich nicht - empfahl ich zusätzlich ein "Qi-Gelehrten"-Werk an Jugendliche? Basiert Herrn Fengs Logik auf "selbst ausländische Bücher lesen heißt Leute Xianbei-Sprache lehren", dann nichts zu sagen.
Herr Feng scheint konfuzianische Orthodoxie zu verfechten - sonst warum Yan Zhituis buddhistische Beeinflussung so verachten? Warum über mein »Shakyamuni-Biographie«-Lesen so unzufrieden? Hier zwei Punkte: (1) Wird »Yan-Familienanweisungen«-Wert durch »Hinwendungs-Kapitel« völlig gelöscht? Außerdem befürwortete Yan zwar Buddhismus, predigte aber nicht Weltflucht oder Realitätsvermeidung, führte nur vereinbare Punkte zwischen Buddhismus und Konfuzianismus auf, nutzte buddhistische Vergeltung-Lehren zur Ergänzung konfuzianischer Moral-Mängel - wie heute »Bibel«- oder »Koran«-Zitate. (2) Mein »Buddha-Verhalten-Sutra«-Lesen bedeutet wie »Mohammed-Biographie« oder »Christus-Biographie« - weder Buddha-Zuwendung noch Buddha-Lehre-Ratschläge. Herrn Fengs Artikel nennt es meine "Überlebens-Methode" - wunderbar! Ich nehme ein goldgestiftetes »Hundert-Gleichnisse-Sutra« als Gleichgesinnte.
Früher respektierte ich Herrn Feng trotz schriftlicher Gemütlichkeit, aber nach »Ins Leere stoßen« schimpft er mich "Ausländerviertel-Bösewicht" - zähneknirschend hörbar. Obwohl "böse", wage ich nicht entsprechend böse zu antworten. Ich: "Zehn Jahre Literaturwelt-Traum, gewann Ausländerviertel-Bösewicht-Namen" - unwichtig, aber Herr Feng wird bereuen. Heute las ich »›Ins Leere stoßen‹ Korrektur« - Herrn Fengs "grundlose Verleumdung, eigene Vermutungen, Koketterie, Dummstellen" bleiben für "Selbstporträt".
(Anmerkung) »Dabao«-Titel waren nicht meine - ich habe keinen "Standpunkt", will auch nicht wegen mir ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ streiten lassen.
Antwort an Herrn Feng Zhiyu. (27.) (31. Oktober, 1. November, »Freie Diskussion«)
- [Antwort "auch gezeigt" - Feng Zhiyu]**
Nach »Ins Leere stoßen« wollte ich über »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« nichts mehr sagen. Am nächsten Tag sah ich Herrn Shi Zheshengs »Brief an Herrn Li Liewen« in »Freie Diskussion«, "auch mir gezeigt", daher noch einige Worte. Herrn Shis drei Widerlegungen finde ich alle untreffend:
(1) Herr Shi sagt: Da "manche neue Jugendliche alte Gedanken haben können, manche alte Formen neuen Inhalt bergen können", können "veraltete Nachkommen-Gruppen-Gliedmaßen"-alte Gedanken wie seine unerörtert bleiben, außerdem schadet ›Zhuangzi‹-artiges klassisches Schreiben nicht. Natürlich kann man so schreiben ohne Weltuntergang. Aber ich meine, heutige Jugendliche müssen nicht Umgangssprache aufgeben und nach ›Zhuangzi‹-Lesen dessen Grammatik für Artikel lernen. Unerörtert lassen geht, aber Erörtern schadet auch nicht? Herr Shi ließ Jugendlichen-Grammatik-Unbeholfenheit, wenigen Wortschatz und meine »Nostalgie« nicht "unerörtert"?
(2) Herr Shi meint "mit Gedichten Beamte auswählen" und Jugendlichen ›Zhuangzi‹, ›Wenxuan‹ empfehlen unterscheide "Zwang" und "Beitrag" - mein Vergleich unpassend. Aber ich weiß nicht: Als Chinesischlehrer bewertete Herr Shi Schüler-Aufsätze mit ›Zhuangzi‹-Grammatik und ›Wenxuan‹-Wortschatz als gute Texte? Als Redakteur wählte er solche Werke aus? Falls ja, würde er als "Prüfer" mit ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ Beamte auswählen.
(3) Herr Shi zitiert Lu Xun: 1. "Wenig chinesische Bücher lesen resultiert nur in Schreibunfähigkeit." Das erkennt an: Zum Schreiben sollte man mehr chinesische Bücher lesen; 2. "...Will man alte Sachen, sollte man sich an Zhang Zhidongs »Bücherlisten-Antworten« halten." Das zeigt keine Jugendlichen-alte Bücher-Opposition. Herr Shi übersieht Zeit und Umgebung. Diese Sätze entstanden, als viele riefen, Umgangssprache schreiben brauche auch alte Bücher - dagegen gerichtet: Selbst nach ihren Worten nur Schreibunfähigkeit, aber alte Bücher lesen schadet mehr als Schreibunfähigkeit. Bei 2. sind klar alte Literatur-Forscher gemeint, sehr verschieden von Herrn Shis allgemeinen Vorschlägen. Für chinesische Altliteratur müssen wir nicht »Yijing« und »Shujing« lesen?
Tatsächlich sagte Herr Shi, beim Bücherliste-Ausfüllen sei er nicht so ernst wie ich vermutete - das ist wohl wahr. Denken wir: Gäbe es wirklich solchen Jugendlichen-Nachfolger, der gehorsam nach harter Arbeit mit ›Zhuangzi‹-Grammatik, ›Wenxuan‹-Wortschatz Artikel schriebe, die ›Lunyu‹, ›Mengzi‹ und »Yan-Familienanweisungen«-Moral entwickeln - "wäre das nicht zu komisch?"
Aber meine »Nostalgie« war ernst. Ich wollte nicht "mehr Massen gewinnen", hasste auch nicht Herrn Shis Nicht-Empfehlung von »Huagai-Sammlung« Haupt-Folgebände und »Falsche Freiheit«; hatte auch keine anderen "Motive" wie Studienzeit-Punktverluste oder Manuskript-Konfiszierung mit Privatrache.
(21. Oktober)
- [Zum Nachschlagen]:**
- Brief an Herrn Li Liewen - Shi Zhesheng**
- auch Herrn Feng Zhiyu gezeigt
Bruder Liewen:
Neulich hastige Straßenbahn-Begegnung - ich stieg bei Wang Jiasha aus zum Buchkauf bei Minjiu-Buchhandlung. Aber das Buch war zu teuer, kaufte nicht, verlor unnötig Gelegenheit für längeres Gespräch - sehr enttäuschend.
Über ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ will ich nichts mehr sagen. Beim Ausfüllen von »Dabao«-Formularen war ich nicht so ernst wie Herr Feng vermutet. Ich sagte nicht, jeder Jugendliche müsse diese zwei Bücher lesen, nur diese zwei Bücher oder nur diese empfehlenswert. Wohl wollten Zeitungsredakteure Neues hinzufügen, Ausfüller schrieben zufällig empfehlenswerte Bücher. Hätte ich gewusst, das verursacht solche Kontroversen, hätte ich trotz Herrn Cui Wanqius Kotau nicht geschrieben. Heute sah ich in »Taosheng« 40 Herrn Cao Jurens Brief mit Schluss: "Gibt es nichts Vorteilhafteres für Jugendliche als diese zwei Bücher? Wage zu fragen." Das ließ mich lach-weinen. (Herrn Cao Jurens Brief ist aufrichtig, ich antworte, vielleicht in »Taosheng« - bitte lesen.)
Herrn Feng Zhiyu will ich nicht mehr kränken, aber zu drei Punkten in »Nostalgie« (oben) noch Meinungen:
(1) Herr Feng sagt: "Manche neue Jugendliche können alte Gedanken haben, manche alte Formen können neuen Inhalt bergen." Richtig - neue Jugendliche können alte Gedanken haben, dann können "veraltete Nachkommen-Gruppen-Gliedmaßen" wie ich alte Gedanken unerörtert haben. Alte Formen können neuen Inhalt bergen - dann schadet ›Zhuangzi‹-klassisches Schreiben nicht, je nach Inhalt.
Erst nach Herrn Shis eigener Erklärung erkannte ich: (1) seine damalige Lage - das Manuskriptpapier war zu klein, "wäre es etwas breiter gewesen", hätte er "noch ein paar Bücher mehr hineinschreiben wollen"; (2) seine frühere Laufbahn - "vom Chinesischlehrer zum Zeitschriftenredakteur gewechselt", fand er "junger Leute Artikel zu unbeholfen direkt, Wortschatz zu gering", daher empfahl er diese zwei alten Bücher zum Grammatiklernen und Wortschatzsuchen, "obwohl viele Wörter darin bereits tot sind", müsse man sie doch suchen. Ich denke, lebte Zhuangzi heute, würde er nach dem Sargaufbrechen wohl allen heiratswilligen Frauen raten, die »Biographien tugendhafter Frauen« zu lesen.
Noch ein anderer Punkt:
(1) Herr Shi sagt, mein Vergleich mit Flasche und Wein für "literarische Bildung" sei falsch, aber ich machte nie solchen Vergleich - ich sagte, manche neue Jugendliche können alte Gedanken haben, manche alte Formen können neuen Inhalt bergen. Ich meine auch, zwischen "neuer Literatur" und "alter Literatur" kann es keine scharfe Grenze geben, aber es gibt Wandlung und relative Neigungen, und gerade weil man nicht "was die Grenze ist" bestimmen kann, gibt es auch keine Position für "dritte Menschen".
(2) Herr Shi sagt, Siegelschrift schreiben sei Privatsache, solange man andere nicht zwinge dasselbe zu tun. Das scheint richtig. Aber Mittelschüler und Einsender haben selbst unbeholfene, wortarme Artikel, zwingen aber niemanden, wortarme und grammatisch unbeholfene Artikel zu schreiben - warum empfand Herr Shi so viel und riet daher "literaturbegeisterten Jugendlichen", »Zhuangzi« und »Wenxuan« zu lesen? Als Prüfer mit Gedichten Beamte auswählen missbilligt Herr Shi, aber als Lehrer und Redakteur rät er Jugendlichen mit »Zhuangzi« und »Wenxuan« - ich verstehe diese Grenze nicht.
(3) Herr Shi führt noch "Herrn Lu Xun" an, als hätte er Zhuangzis neue Orthodoxie übernommen und alle Artikel aus »Zhuangzi« und »Wenxuan« gelesen. "Ich finde das auch etwas willkürlich." In seinen Artikeln gibt es viele Wörter aus »Zhuangzi« und »Wenxuan«, wie "zhi hu zhe ye", aber diese Wörter stehen wohl auch in anderen Büchern. Ehrlicher gesagt: Aus solchen Büchern lebenden Wortschatz zu suchen ist reine Verwirrung - das würde wohl Herr Shi selbst nicht tun.
(12. Oktober)
- [Zum Nachschlagen]:**
- "Zhuangzi" und "Wenxuan" - Shi Zhesheng**
Letzten Monat sandte »Dabao«-Redaktion eine bedruckte Postkarte zum Ausfüllen: (1) Was lesen Sie gerade? (2) Welche Bücher empfehlen Sie Jugendlichen?
Bei (2) schrieb ich: »Zhuangzi«, »Wenxuan« mit Anmerkung: "Zur literarischen Bildung der Jugend."
Heute sah ich Herrn Feng Zhiyus »Nostalgie« in »Freie Diskussion« und wurde nervös, als sei der Artikel für mich geschrieben.
Aber ich will Herrn Feng nicht widersprechen, nur mich erklären.
Erstens sollte ich erklären, warum ich Jugendlichen »Zhuangzi« und »Wenxuan« empfehle. In den letzten Jahren wechselte mein Leben vom Chinesischlehrer zum Zeitschriftenredakteur - zu viel Kontakt mit Jugendlichen-Artikeln. Ich finde ihre Artikel zu unbeholfen direkt, Wortschatz zu gering, daher empfahl ich in »Dabao«s engen Zeilen diese zwei Bücher. Ich denke, daraus kann man etwas Schreibmethodik lernen und Wortschatz erweitern (obwohl viele Wörter tot sind). Aber ich will natürlich nicht, dass Jugendliche alle »Zhuangzi«, »Wenxuan«-artige "klassische Texte" schreiben.
Zweitens hoffe ich nur, literaturbegeisterte Jugendliche lesen diese zwei Bücher. Jeder Literat muss sich auf Vorgänger-Literatur stützen. Ich verstehe nicht, "wo die Grenze zwischen neuer und alter Literatur" liegt. Literarisch ist der Vergleich "alte Flasche neuer Wein" und "neue Flasche alter Wein" falsch. Vergleichen wir literarische Bildung mit Wein: Flaschen-Alter spielt keine Rolle, aber der Wein muss gebraut sein.
Ich rate Literatur-Jugendlichen zu »Zhuangzi« und »Wenxuan« zum "Brauen". Wäre »Dabao«s Formular breiter gewesen, hätte ich mehr Bücher hingeschrieben.
Nehmen wir Herrn Lu Xun: Als solcher Neue-Literatur-Autor scheint er eine völlig neue Flasche. Aber sein Wein? Reiner Brandy? Glaube ich nicht. Ohne klassische Literatur-Bildung würde Herr Lu Xun nicht so gut schreiben. Daher wage ich zu sagen: In Herrn Lu Xuns Flasche sind unvermeidlich viel Wujiapibaijiu- oder Shaoxing-Wein-Bestandteile.
Was Herrn Feng Zhiyu betrifft - er meint, Siegelschrift schreiben, Gedichte füllen, selbstgeschnitzte Briefumschläge seien Nicht-Schulabsolventen- oder Nationalstudien-Experten-Sachen -, das ist etwas willkürlich. Das sind Privatsachen. Siegelschrift-Schreiber, die nicht mit Siegelschrift Briefe schreiben, Gedicht-Füller, die als Beamte nicht mit Gedichten Leute auswählen, Selbstgeschnitzte-Briefumschlag-Nutzer, die andere nicht zwingen auch zu schnitzen, brauchen Herrn Fengs "mündliche und schriftliche Verdammung" als "Irrlehre" und "Dämon" nicht.
Unter Neue-Literatur-Autoren gibt es auch Holzschnitt-Spielende, Ausgaben-Erforschende, Exlibris-Sammelnde, Parallelen-Prosa-Vorwort-für-Umgangssprache-Bücher-Schreibende, sogar Schreibtisch-Kleine-Ausstellungsstücke-Aufstellende. Nach Herrn Fengs Meinung "wollen sie mit 'heutiger Eleganz' zwischen Himmel und Erde bestehen"? Ich denke, sie haben solche Absichten nicht.
Abschließend hoffe ich, Herrn Fengs Artikel war nicht für mich geschrieben.
(8. Oktober, »Freie Diskussion«)
- ["Nach Nostalgie" (unten) - Feng Zhiyu]**
Noch etwas zu schreiben. Aber zuerst: Das entstand durch Herrn Shi Zheshengs Worte, ist aber nicht für ihn geschrieben. Bei Einzelpersonen nenne ich ursprünglich Namen, aber gedruckt werden sie oft zu "某" oder dem gemeinsamen Symbol für Reiche-Namen, gefährliche Wörter, Geschlechtsorgane-Slang "××". Ich hoffe, einige Wörter in diesem Artikel wandeln sich nicht so, um Missverständnisse zu vermeiden.
Ich will sagen: Reden ist schwer, nicht reden auch nicht leicht. Schreibende müssen Artikel schreiben, beim Schreiben drohen Katastrophen. Gelber Fluss greift schwache Dämme an - nacktarmige Frauen und falsch schreibende Jugendliche werden Spott-Objekte. Sie sind wirklich kraftlos, müssen leiden, wie Landbewohner in Shanghai-Konzessionen nur ertragen können, "Amulin" genannt zu werden.
Aber manches ist ungerecht. Ein Beispiel: Liu Banongs "selbstkommentierte" »Tonghua Zhidou Tang Gedichtsammlung« Spottverse in »Lunyu« 26. Als Prüfer der Beijing-Universität entdeckte er auf Chinesisch-Prüfungsbögen lächerliche Fehler und dichtete - die Leute wurden so verspottet, dass sie sich verkriechen wollten, diese gerade graduierten Mittelschüler. Natürlich ist er Professor, alle Kritiken richtig, aber manche sind diskutierbar. Eine "Selbstanmerkung":
"Jemand schrieb 'changming wenhua' (Kultur fördern), ich sagte: chang ist 'Prostituierte'-Zeichen, wo Kultur entwickelt ist, gibt es viele Prostituierte, zu sagen Kultur werde durch Prostituierte erhellt, ist auch vernünftig."
Prostituierte-chang schreiben wir jetzt nicht als "chang", aber früher waren beide austauschbar - Herr Liu zitiert wohl alte Bücher. Aber für alte Bücher: Im »Buch der Lieder« steht "chang yu he nü" (ich stimme an, du antwortest), niemand deutete es als "selbst Hure werden, um anderen zu antworten". Jener Fehler ist nur Fehler, lächerlich-verachtenswert ist er nicht. Noch ein Satz:
"Glücklicherweise 'meng-te wissenschaftliche Gedanken-Keime'."
"Meng" und "Keime" haben Klammerkreise - wohl um das Lächerliche zu zeigen, aber "Keime", "Sprossen" sind Substantive, "sprießen", "entspringen" werden Verben - "meng" als Verb zu verwenden scheint nicht falsch.
Zur Vierter-Mai-Zeit schrieben Umgangssprache-Befürworter (Herr Liu würde es vielleicht als "Huren hochhalten" deuten) falsche Zeichen, verwendeten falsche Klassiker - normal, aber da Gegner sagten, Umgangssprache-Befürworter kennten keine alten Bücher und redeten wirr, schrieben sie oft klassische Texte, um sie mundtot zu machen. Natürlich konnten sich aus alten Lagern Kommende mit tiefen Gewohnheiten nicht sofort befreien - Autoren mit klassischen Atmosphären gab es.
Damalige Umgangssprache-Bewegung siegte, manche Kämpfer stiegen auf, aber aufgestiegen kämpften sie nicht nur nicht mehr für Umgangssprache, sondern trampelten darauf herum, holten alte Zeichen hervor, um nachfolgende Jugendliche zu verspotten. Da man noch mit alten Büchern und Zeichen Menschen auslacht, sehen manche Jugendliche das Lesen alter Bücher als unerlässliche Arbeit, nachzuahmende klassische Autoren als Vorbild, streben nicht mehr von neuen Wegen aus Entwicklung und neue Durchbrüche an.
Jetzt zwei Menschen hier: Einer ist Mittelschüler, schreibt "Auslandsstudent" als "Fließstudent", ein falsches Zeichen; einer ist Universitätsprofessor, dichtet triumphierend: "Herr beging himmelstürzende Sünde, Strafe ins Westparadies Lernen fließen, sollte zu neun Strömen einen hinzufügen, Gluten bis zur Ölpfanne ausgekocht." Wer ist lächerlich?
(12. Oktober)
- [Gelbe Gefahr - You Gang]**
Heutige sogenannte "Gelbe Gefahr" meinen wir selbst als Gelben Fluss-Durchbruch, aber vor dreißig Jahren war das anders.
Damals bedeutete es: Gelbe Rasse wird Europa überrollen. Manche Helden hörten diesen Ausdruck wie "Schlafender Löwe"-Komplimente von Weißen und waren jahrelang stolz, bereit, Europas Herren zu werden.
Aber die "Gelbe Gefahr"-Geschichte stammt anders als unsere Phantasien von Kaiser Wilhelm. Er malte ein Bild: Ein römisch gekleideter Krieger wehrt einen von Osten kommenden Menschen ab, aber das war nicht Konfuzius, sondern Buddha - Chinesen freuten sich umsonst. Während wir "Gelbe Gefahr"-Träume hatten, sah jemand in deutschem Qingdao die Realität: Ein armes Kind beschmutzte einen Telegrafenmast und wurde von weißen Polizisten an den Füßen gepackt und weggetragen wie Chinesen mit Enten.
Hitlers Ausschluss nicht-germanischer Völker verwendet dieselben Methoden wie der Kaiser.
Des Kaisers "Gelbe Gefahr" träumen wir nicht mehr, erwähnen auch "Schlafenden Löwen" nicht mehr, "großes Land, reiche Ressourcen, viele Menschen" sieht man in Artikeln wenig. Als Löwe kann man prahlen, wie fett man ist, aber als Schwein oder Schaf ist Fettheit kein gutes Zeichen. Ich weiß nicht, was wir uns jetzt fühlen?
Wir scheinen nicht mehr zu denken, finden auch keine "Symbole", wir schauen Hai Jingbos Raubtiershows, bewundern Löwen-Tiger-Rindfleisch-Essen, hören, sie fressen täglich einen Ochsen. Wir bewundern Völkerbund-Japan-Sanktionen, verachten auch Völkerbund-Unfähigkeit Japan zu sanktionieren; wir befürworten Abrüstungs-"Friedensschutz", bewundern auch Hitlers Abrüstungs-Austritt; wir fürchten, andere Länder nutzen China als Schlachtfeld, hassen auch Antikriegs-Versammlungen. Wir scheinen noch "Schlafende Löwen".
"Gelbe Gefahr" kann zu "Segen" werden, erwachte Löwen können auch Theater spielen. Im Weltkrieg hatten wir für andere kämpfende Arbeiter, als Qingdao besetzt wurde, hatten wir an Füßen tragbare Kinder.
Aber zu sagen, das 20. Jahrhundert habe keinen Platz für uns, ist unvernünftig.
(17. Oktober)
- [Stürmen - Lü Xun]**
"Stoßen" und "Treten" töten oder verletzen nur ein, zwei - für mehr braucht es "Stürmen".
»Xinsheng« vom 13. berichtete aus Guiyang: Zum 18. September-Gedenken versammelten sich Schüler verschiedener Schulen. Bildungsminister Tan Xingge geriet in Panik, sandte Truppen zu Straßenkreuzungen, ließ mehrere Autos gegen die Reihen stürmen, was Tragödie verursachte - zwei tote Schüler, über vierzig Verletzte, meist Zhengyi-Grundschüler um zehn Jahre...
Früher wusste ich nur, Kriegsherren beherrschen meist Literatur, "waffenkissennd auf Tagesanbruch wartend" können sie Parallelen-Telegramme verfassen. Diesmal erkenne ich: Selbst Zivilbeamte verstehen Kriegskunst. Tian Dan verwendete Feuer-Ochsen, jetzt durch Autos ersetzt - auch 20. Jahrhundert.
"Stürmen" ist schnellste Kampfmethode - ein Auto-Trupp, quer-gerade stürmend, lässt Feinde unter Rädern sterben-verletzen, wie einfach; "Stürmen" ist würdevollstes Verhalten, Maschine einschalten, blitzschnell fahren, Gegner können nicht ausweichen, wie heldenhaft. Verschiedene Länder-Polizei-Soldaten nutzen gern Wasserschläuche, russische Zaren Kosaken-Kavallerie - alles schnelle Aktionen. In Konzessionen sehen wir manchmal ausländische Soldaten-Panzerwagen patrouillieren - bei Ungehorsam zum Stürmen da.
Autos sind zwar keine Sturm-Waffen, aber glücklicherweise sind Feinde Grundschüler. Ein müder Esel kann nicht ins Schlachtfeld, aber auf zartem Gras galoppierend, Reiter obenauf heimlich brüllend, ist noch sehr fähig und erfreulich, obwohl manche es komisch finden.
Dass zehnjährige Kinder rebellieren ist auch komisch. Aber China bringt oft Wunderkinder hervor: einjährig malen, zweijährig dichten, sieben Jahre Theater, zehn Jahre Militär, über zehn Jahre Komitee-Mitglieder - normale Fakten; selbst sieben-acht Jahre alte Mädchen werden missbraucht, andere sehen sie als "blütenalterig".
Außerdem: Beim "Stürmen" mit widerstandsfähigen Gegnern würden Autos ungeschickt, Stürmer unheldisch - Feinde müssen zart-schwach gewählt werden. Rowdys schikanieren Landalte, Ausländer schlagen Chinesen, Bildungsminister stürmen Grundschüler - alle sind feindbesiegende Helden.
"Den Ansturm tragen" war früher nur leere Phrase, jetzt bewährt es sich nicht nur bei Erwachsenen, sondern bei Kindern. "Säuglingsmord" galt als Verbrechen - Vergangenheit. Säuglinge in die Luft werfen und mit Speerspitzen auffangen als Spielerei-Tage sind wohl nicht fern.
(17. Oktober)
- ["Komisch"-Beispiele - Wei Suo]**
Weltliteratur-Forscher sagen uns: Franzosen sind gut in Wortwitz, Russen in Satire, Angloamerikaner in Humor. Das ist wohl richtig, alles durch gesellschaftliche Zustände begrenzt. Seit Meister Yutang "Humor" belebte, ist der Begriff verbreitet, aber Verbreitung birgt Krisen - wie Soldaten sich Buddhisten nennen, hohe Beamte plötzlich Gebetsketten tragen und Buddhismus dann stirbt. Wenn Schlüpfrigkeit, Oberflächlichkeit, Obszönität unter "Humor" laufen, ist es wie "Neue Oper" in "×-Welt" - bestimmt schon "Zivilisationstheater".
Diese Gefahr entsteht, weil China wenig Humor hatte. Nur Komik gab es, aber zwischen der und Humor liegt eine große Strecke. Japaner übersetzten "Humor" als "gefühlvolle Komik" zur Unterscheidung von reiner "Komik". In China findet man also nur komische Artikel? Wieder nein. Chinas selbsternannte komische Artikel sind auch nur schlüpfrige, oberflächliche, obszöne Gespräche, verschieden von wahrer Komik. Dieser "Waschbär-tauscht-Prinz"-Trick liegt daran, dass historisch selbsternannte ernste Äußerungen und Fakten meist komisch waren - Menschen gewöhnten sich daran, hielten es für normal und verwechselten Schlüpfrigkeit mit Komik.
In China Komik zu suchen: Nicht sogenannte komische Texte lesen, sondern sogenannte ernste Dinge - aber denken.
Solche Texte liegen überall: Zeitungs-ernste Titel wie "Chinesisch-japanische Verhandlungen werden besser", "Wohin geht China?" - alle sind es, gekaut schmecken sie wie Oliven mit Nachgeschmack.
In Zeitungsanzeigen auch. Wir kennen eine Publikation, die sich "neue Autorität der Meinungswelt" nennt, "sagt, was gewöhnliche Leute sagen wollen, aber nicht sagten", während sie gleichzeitig einer anderen Publikation "Missverständnisse erklärt, Entschuldigung ausdrückt", aber auch sagt "da beide gesellschaftlich angesehene Publikationen sind, gibt es keinen Grund für gegenseitige Angriffe". "Neue Autorität" gut in "Missverständnissen", "missverständlich" aber "angesehen", "was gewöhnliche Leute sagen wollen, aber nicht sagten" sind Missverständnisse und Entschuldigungen - nicht zu lachen erfordert Denklosigkeit.
In Zeitungs-Kommentaren auch. September »Freie Diskussion« »Drachenaufstiegs-Kunst-Ergänzungen« nannte Reichen-Tochter-Schwiegersohn eine "Drachenaufstiegs"-Kunst, bald kam Gegenangriff: "Fuchs kann keine Trauben fressen, sagt Trauben sind sauer, heiratet selbst keine reiche Frau, entwickelt Eifersucht auf alle mit reichen Schwiegervätern, Eifersucht-Resultat ist Angriff." Auch undenkbar. Ein Gedanke über "Resultat" zeigt klar: Dieser Autor erklärt, er wisse, "reiche Frauen" schmecken süß.
Solche wunderbaren Texte sehen wir auch in würdevollen offiziellen Dokumenten - nicht karikiert, sondern ursprünglich Karikaturen. In einem Jahr »Lunyu« liebte ich am meisten »Guxiang Zhai«-Spalte: Sichuan Yingshan-Magistrat verbot lange Gewänder: "Kleidung verhüllt Körper genug, warum vorn-hinten schleppend Stoffe verschwenden? Außerdem ist nationale Macht schwach...Zeit-Schwierigkeiten bedenkend, künftige Katastrophen unvorstellbar!" Beijing Sozialamt verbot Frauen männliche Hunde zu halten: "Weibliche Frauen mit männlichen Hunden zusammen schadet nicht nur Gesundheit, erzeugt leicht schamlose Skandale, misst an unserem Sitte-Rechtschaffenheits-Land, auch von Sitten unerlaubt. Hiermit streng verboten...alle von Frauen gehaltenen männlichen Hunde, töten ohne Gnade zur Kontrolle!" Das können komische Autoren nie frei erfinden!
Aber »Guxiang Zhai«-wunderbare Texte neigen oft zu Seltsamem, Komik ist aber nicht so gut wie Schlichtheit. Eben durch Schlichtheit wird es noch komischer - nach diesem Standard wähle ich "süße Trauben"-Theorie.
(19. Oktober)
- [Ausland hat auch - Fu Ling]**
Was China hat, haben Ausländer auch.
Ausländer sagen, China hat viele Wanzen, aber der Westen hat auch Wanzen; Japaner lachen über chinesische Wortspielerei, aber Japaner spielen auch mit Worten. Gewaltlosigkeit hat Gandhi; Ausländer-Schlagen-Verbot hat Hitler; De Quincey rauchte Opium; Dostojewski spielte verrückt. Swift trug Halseisen, Marx war reaktionär. Oberst Lindberghs Sohn wurde von Gangstern entführt. Füßebinden und hohe Absätze unterscheiden sich nicht sehr.
Nur Ausländer-Vorwürfe, wir kümmerten uns nicht um Gemeinwohl, kennten nur Eigennutz, liebten Geld, sind unwiderlegt. Seit der Republik gab es viele Präsidenten und Reiche - nach Rücktritt alle rundgesichtig, dichtend, Theater schauend oder betend, endlos essend, gaben Kritikern wirklich Beweise. Heute entdeckte ich: Ausland hat auch!
"17. Havanna-Telegramm - In Kanada lebender ehemaliger kubanischer Präsident Machado...Kubas Besitz acht Millionen Dollar wert, jedem, der Rückgabe dieses Eigentums garantiert, will er Hilfe geben. Andere Nachricht: Kubas Regierung erließ Haftbefehle gegen Machado und 38 ehemalige Beamte, beschlagnahmte ihr Eigentum von 25 Millionen Dollar..."
38 Menschen mit nur 25 Millionen Dollar Eigentum - Methoden nicht hoch, aber etwas Bereicherung ist bestätigt, genug um unsere "Oberen" zu entlasten. Aber ich hoffe, sie besitzen ausländische Grundstücke und Bankeinlagen - dann können wir bei Ausländer-Verhandlungen noch überzeugender sein.
Hätte nur eine Familie Wanzen und würde kritisiert, wäre das ungemütlich, aber Fangen ist mühsam. Außerdem gibt es in Beijing eine Theorie: Wanzen kann man nicht fangen, je mehr man fängt, desto mehr werden es. Selbst alle gefangen - was wäre der Wert? Nur negative Methode. Am besten hoffen, andere Familien haben auch Wanzen, und welche zu entdecken ist noch besser. Entdecken ist positive Arbeit. Kolumbus und Edison machten nur Entdeckungen oder Erfindungen.
Statt anstrengend arbeiten lieber tanzen, Kaffee trinken - Ausland hat auch, Paris hat viele Tanzlokale und Cafés.
Selbst wenn China verschwände - warum aufgeregt sein? Hörten Sie nicht von Chaldäa und Makedonien? - Ausland hat auch!
(19. Oktober)
- [Ins Leere stoßen - Feng Zhiyu]**
Nach Veröffentlichung meiner »Nostalgie« und Herrn Shi Zheshengs »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« in »Freie Diskussion« bat »Dabao«s »Fackel« um erweiterte Diskussion. Zuerst kam Herrn Shis Brief mit Titel »Empfehlers Standpunkt«. Anmerkung: "›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Kontroverse".
Aber Herr Shi will nicht "kontrovers diskutieren" - er meint, zwei kämpfende Menschen seien wie Boxer unter Bogenlampen, nur zur Zuschauer-Unterhaltung. Das ist kluge Ansicht, ich stimme diesem Teil zu. Aber klüger ist: Herr Shi schlug tatsächlich zu, bevor er Rücktritts-Worte sagte - einige Hiebe ausgeführt, dann elegant weggeflogen, das ist überweltlichste Boxkunst. Jetzt bin nur ich übrig, muss aber antworten - gegenüber niemand macht nichts, ich boxe "Sorgloses Wandeln".
Herr Shi sagt anfangs, ich "belehrte" ihn und ordnete ihn "veralteten Nachkommen-Gliedmaßen" zu. Ersteres ist Verleumdung - mein Artikel hatte keine persönlichen Ratschläge. Ihn als "veraltete Nachkommen-Gliedmaßen" zu bezeichnen, beabsichtigte ich wirklich, aber "veraltete Nachkommen" sind nicht sehr schlechte Figuren. Dass neue und alte Literatur schwer scharf zu trennen sind, erkennt Herr Shi an. Xinhai-Revolution ist nur 22 Jahre her - Republik-Menschen mit etwas veralteten Nachkommen-, alten-, sogar feudalen Atmosphären ist nichts Besonderes, zumal Herr Shi selbst sagt: "Obwohl ich mich nicht als veraltete Nachkommen bekenne, habe ich wirklich jugendliche Vitalität verloren" - vergangene Atmosphäre ist natürlich da. Aber wissen es selbst und andere und weniger weitergeben wäre gut.
Ich erklärte früh, frühere Texte waren nicht speziell für ihn geschrieben, und nach »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« entfernte sich selbst diese "Gliedmaßen". Warum? Weil in Jugendlichen empfohlenen Büchern ein anderes interessantes Problem auftauchte: Eins ist »Yan-Familienanweisungen«. Dieser Autor lebte in chaotischen Zeiten, von Qi zu Sui, immer unter barbarischer Macht. In dem Buch diskutiert er auch Klassiker, Literatur wie ein Gelehrter, wendet sich aber dem Buddhismus zu, wünscht für Nachkommen Xianbei-Sprache zu lernen, Laute zu spielen, um Edlen - Barbaren - zu dienen. Das ist auch Gedanken von Beamten, Reichen, Großhändlern, Gelehrten nach Boxer-Aufstand-Niederlage: selbst Buddha verehren, Nachkommen aber "ausländische Geschäfte" lernen lassen für künftiges Dienen. Selbst heute gibt es wohl nicht wenige mit solchen Gedanken. Yan-Überlebens-Methoden bewegten Herrn Shis Herz, er empfiehlt sie Jugendlichen als "moralische Bildung". Er führt eigene Lektüre an: ein englisches Buch und ein buddhistisches Sutra - Illustration für "Xianbei-Sprache" und »Kapitel der Hinwendung«. Nur moderne Wandel schnell, ohne Vorzeiten-Muße, neu-alt-Kämpfe heftig, auf Anhieb unklar - er kann nur frühere zwei Generationen "Moral" in einer Person vereinen. Hätten Jugendliche, Mittelalte, Alte oft diese Yan-Moral, wäre das in chinesischer Gesellschaft ein ernstes Problem, das Säuberung braucht. Natürlich entstand das durch Bücherlisten, das Problem liegt nicht beim Einzelnen, das ist zeitgeistiger Teil. Aber durch Miterwähnung schien es zu sehr auf Einzelpersonen bezogen - ich wagte nicht zu diskutieren. Nur "Leute raten, ›Zhuangzi‹ ›Wenxuan‹ zu lesen" acht Worte konnten sich auf ihn beziehen, für Einzelpersonen wohl nicht respektlos. Aber nach »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« entstand wirklich etwas Respektlosigkeit, weil seine Widerrede leerer war als erwartet, aber ich gab trotzdem ernste Antwort: »Nach Nostalgie« (oben).
Aber Herrn Shis nach »Nach Nostalgie« (oben) geschriebener Brief bewies noch mehr seine Entfernung von meinen "veralteten Nachkommen". Obwohl er sagte, er wolle nicht boxen, war der erste Absatz völlig gegen mich persönlich. Jetzt stelle ich etwas vor mit Kommentaren.
Herr Shi sagt: "Meiner Vermutung nach kann Jugendlichen neue Bücher empfehlen natürlich mehr Massen gewinnen als alte Bücher empfehlen." Das heißt: Neue-Bücher-Empfehlende tun es nicht für Jugendliche, sondern um selbst mehr Massen zu gewinnen.
Herr Shi sagt: "Ich will in Ihrer Zeitung...Bücherliste ändern: ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ zu Herrn Lu Xuns »Huagai-Sammlung« Haupt- und Folgebände und »Falsche Freiheit« ändern. Ich denke, Herr Lu Xun ist zeitgenössischer 'Literatur-Veteran', seine Werke haben breiten lebenden Wortschatz, und laut Herrn Feng Zhiyu sind in Herrn Lu Xuns Artikeln tatsächlich auch manche aus ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ stammende Wörter wie 'zhi hu zhe ye'. So wäre die Wirkung für Jugendliche dieselbe." Diese vielen Worte heißen: Ich widersprach ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Empfehlung, weil ich hasste, dass er nicht »Huagai-Sammlung« Haupt-Folgebände und »Falsche Freiheit« empfahl.
Herr Shi sagt: "Ursprünglich wollte ich ein, zwei Werke von Herrn Feng Zhiyu empfehlen, aber auf dem Markt gibt es nur Herrn Feng Zikais Bücher, keine von Herrn Feng Zhiyu. Vielleicht sind sie wie Herrn Lu Xuns Kollotyp-Holzschnittdrucke private Feindrucke, seltene Bücher. Ich schäme mich meiner Unwissenheit, konnte nicht empfehlen." Dieser Absatz ist konfus, scheint zu sagen: Ich widersprach ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Empfehlung, weil ich hasste, dass er meine Bücher nicht empfahl, aber ich habe keine Bücher, hasse aber trotzdem Nicht-Empfehlung - lächerlich.
Das schrieb der "vom Chinesischlehrer zum Zeitschriftenredakteur gewechselte" Herr Shi Zhesheng, der Jugendlichen ›Zhuangzi‹, ›Wenxuan‹, ›Lunyu‹, ›Mengzi‹, »Yan-Familienanweisungen« empfiehlt, nach meinem »Nach Nostalgie« (oben) - "wollte nichts mehr schreiben", schrieb aber doch. Er lehnte "Boxer" ab, boxte aber zuerst andere. Aber er erwähnte nie festere Gründe für ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Ansichten, zeigte nie Fehler in meinen »Nostalgie« und »Nach Nostalgie« (oben), nur grundlose Verleumdung, eigene Vermutungen, Koketterie, Dummstellen. Einige alte Bücher-Namen abgerissen, verschwanden "veraltete Nachkommen"-Gliedmaßen nebelhaft, zeigten schließlich wahres Gesicht: eindeutig verwandelt in "Ausländerviertel-Bösewichte".
(20. Oktober)
- [Zum Nachschlagen]:**
- Empfehlers Standpunkt - Shi Zhesheng**
- ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Kontroverse
Herr Wanqiu:
Ich empfahl in Ihrer Zeitung Jugendlichen zwei alte Bücher, unglücklicherweise erregte das Herrn Feng Zhiyus Belehrung, der mich zu "veralteten Nachkommen-Gliedmaßen" ernannte. Nach seinem »Nach Nostalgie« (oben) will ich nichts mehr schreiben, denn meiner Vermutung nach kann neuen Jugendlichen neue Bücher empfehlen natürlich mehr Massen gewinnen als alte Bücher. Herr Feng Zhiyu ist wahrhaft alt aber stark, würdiger Jugend-Führer. Ich gestehe mich nicht als veraltete Nachkommen, aber habe wirklich jugendliche Vitalität verloren. In dieser herbstlichen Umgebung reicht selbst Herrn Feng Zhiyus neuer Geist nicht aus, mein Mittelalter-Gefühl zu beleben. Daher will ich in Ihrer Zeitung meine am 29. September veröffentlichte Jugend-Bücherliste ändern: ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ zu Herrn Lu Xuns »Huagai-Sammlung« Haupt-Folgebände und »Falsche Freiheit« ändern. Herr Lu Xun ist zeitgenössischer "Literatur-Veteran" mit breitem lebenden Wortschatz, und laut Herrn Feng Zhiyu haben Herrn Lu Xuns Artikel tatsächlich auch aus ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ stammende Wörter wie "zhi hu zhe ye". So wäre die Jugend-Wirkung dieselbe. Ursprünglich wollte ich ein, zwei Werke von Herrn Feng Zhiyu empfehlen, aber auf dem Markt gibt es nur Herrn Feng Zikais Bücher, keine von Herrn Feng Zhiyu. Vielleicht sind sie wie Herrn Lu Xuns Kollotyp-Holzschnittdrucke private Feindrucke, seltene Bücher. Ich schäme mich meiner Unwissenheit, konnte nicht empfehlen.
Außerdem will ich Herrn Feng Zhiyu Ihrer Zeitung vorstellen. Künftig bei Meinungs-Umfragen könnte man ihm Formulare senden - bestimmt wertvolle Meinungen. Aber bezieht es sich auf "veraltete Nachkommen-Gliedmaßen", dann an mich senden.
Gestern sah ich in Ihrer Zeitung: Sie planen Leser-Diskussionen zu diesem Fall. Kann ich bitten, das abzusagen? Ich denke oft: Zwei in Zeitungen kämpfende Menschen sind wie Boxer unter Bogenlampen, Zeitungsredakteure wie herumlaufende dünne Schiedsrichter, Leser wie vernunftlose Zuschauer in Dunkelheit. Dünne Schiedsrichter hoffen, Boxer kämpfen Runde um Runde bis einer fällt: Eins, Zwei, Drei... steht nicht auf, dann zum keuchenden Sieger laufen, seinen boxhandschuhigen Arm hochheben, "Mr. X gewinnt Meisterschaft!" rufen. Ist das nicht zu komisch? Jetzt bin ich unglücklicherweise einer der Boxer, aber will für dünne Schiedsrichter und Zuschauer diese Komödie nicht fortsetzen, hoffe auch, Sie werden nicht dünner Schiedsrichter. Sahen Sie nicht heute »Freie Diskussion« Herrn Zhishuis Artikel mit Sprichwörtern: "Zunge ist flach, Worte sind rund" - glauben Sie, aus Leser-Diskussionen entstehe wahres Recht-Unrecht?
Shi Zhesheng, 18. Oktober (19. Oktober, »Dabao·Fackel«)
- »Ins Leere stoßen« Korrektur - Feng Zhiyu**
Vor Tagen beim Schreiben von »Ins Leere stoßen« hatte ich keine Bücher zur Hand, verließ mich bei »Yan-Familienanweisungen« auf Erinnerung. Später fürchtete ich Fehler, suchte das Original: Meine Yan Zhitui-Beschreibung war falsch. »Kinder-lehren-Kapitel«: "Qi-Beamter sagte mir einst: 'Ich habe einen Sohn, siebzehn Jahre, versteht etwas Schrift, lehrte ihm Xianbei-Sprache und Laute-Spielen, möchte er verstehe, damit Ministern diene, alle lieben ihn - auch wichtige Sache.' Ich senkte Kopf, antwortete nicht. Seltsam, wie dieser Mensch Kinder lehrt. Würde er dadurch Minister, wollte ich nicht, dass ihr es tätet."
Also war Qi-Gelehrten-Methode die von Beamten-Händlern-Gelehrten nach Boxer-Aufstand, Herr Shi Zhesheng vereint Qi-Gelehrten und Yan-Typen - auch heutiger Teile-Menschen-Methode, kann "Nördliche-Dynastien-Moral" heißen, noch gesellschaftliches ernstes Problem.
Für Yan sollte ich sehr entschuldigen, aber er ist tot, Entschuldigung egal. Jetzt korrigiere ich nur für Herrn Shi und Leser meinen Fehler.
(25. Oktober)
- Durchbruch - Shi Zhesheng**
(8) Gegen Herrn Feng Zhiyu "schlug ich tatsächlich einige Hiebe" - das wird wohl lebenslange Reue. Aber Herr Feng schrieb »Ins Leere stoßen«, stieß tatsächlich nicht "leer", traf noch mich. Auf Herrn Fengs Seite (oder Recht-Unrecht-Seite) stehende Artikel "bekämpfen" mich täglich, ich fühle wirklich "eines Menschen Leiden".
Aber aus »Ins Leere stoßen« entdeckte ich Herrn Fengs Schreib-Logik. Er sagt: "Ich erklärte früh, frühere Texte waren nicht speziell für ihn geschrieben." Aber unten: "weil seine Widerrede leerer war als erwartet." Nicht speziell für mich, aber schon Widerrede erwartet - wie zu deuten?
Weil "kritisiert", finde ich ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ wirklich unangemessen, bat daher »Dabao«-Redakteur um Änderung zu zwei neue Literatur-Büchern - Tatsache. Ich sagte nicht, Herr Feng hasse meine Nicht-Empfehlung dieser neuen Literatur-Bücher und "widersprach ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹", aber Herr Feng sagt, ich hätte solche Gedanken - ist das "zusammenhängend"?
Herr Feng bringt »Yan-Familienanweisungen« und meine zwei Bücher zusammen, sagt »Yan-Familienanweisungen«-Empfehlung lehre Jugendliche Xianbei-Sprache, Laute-Spielen für Edlen-Dienst, außerdem demonstriere ich selbst mit ausländischem Buch; sagt Yan Zhitui sei "gelehrtenartig, aber buddhistisch", daher lese ich auch buddhistische Bücher. Nach Herrn Fengs Erklärung lache selbst ich - so zufällig!
Ich erinnere deutlich: »Yan-Familienanweisungen« hat eine Geschichte über Kinder-Xianbei-Sprache und Laute-Lehren, aber unten steht: "wollte nicht, dass ihr es tätet" - Yan Zhitui riet Nachkommen nicht, ausländische Bücher zu lesen. Heute korrigierte Herr Feng diese Geschichte, sagt aber: "Herr Shi Zhesheng vereint Qi-Gelehrten und Yan-Typen." Das verstehe ich nicht - empfahl ich zusätzlich ein "Qi-Gelehrten"-Werk an Jugendliche? Basiert Herrn Fengs Logik auf "selbst ausländische Bücher lesen heißt Leute Xianbei-Sprache lehren", dann nichts zu sagen.
Herr Feng scheint konfuzianische Orthodoxie zu verfechten - sonst warum Yan Zhituis buddhistische Beeinflussung so verachten? Warum über mein »Shakyamuni-Biographie«-Lesen so unzufrieden? Hier zwei Punkte: (1) Wird »Yan-Familienanweisungen«-Wert durch »Hinwendungs-Kapitel« völlig gelöscht? Außerdem befürwortete Yan zwar Buddhismus, predigte aber nicht Weltflucht oder Realitätsvermeidung, führte nur vereinbare Punkte zwischen Buddhismus und Konfuzianismus auf, nutzte buddhistische Vergeltung-Lehren zur Ergänzung konfuzianischer Moral-Mängel - wie heute »Bibel«- oder »Koran«-Zitate. (2) Mein »Buddha-Verhalten-Sutra«-Lesen bedeutet wie »Mohammed-Biographie« oder »Christus-Biographie« - weder Buddha-Zuwendung noch Buddha-Lehre-Ratschläge. Herrn Fengs Artikel nennt es meine "Überlebens-Methode" - wunderbar! Ich nehme ein goldgestiftetes »Hundert-Gleichnisse-Sutra« als Gleichgesinnte.
Früher respektierte ich Herrn Feng trotz schriftlicher Gemütlichkeit, aber nach »Ins Leere stoßen« schimpft er mich "Ausländerviertel-Bösewicht" - zähneknirschend hörbar. Obwohl "böse", wage ich nicht entsprechend böse zu antworten. Ich: "Zehn Jahre Literaturwelt-Traum, gewann Ausländerviertel-Bösewicht-Namen" - unwichtig, aber Herr Feng wird bereuen. Heute las ich »›Ins Leere stoßen‹ Korrektur« - Herrn Fengs "grundlose Verleumdung, eigene Vermutungen, Koketterie, Dummstellen" bleiben für "Selbstporträt".
(Anmerkung) »Dabao«-Titel waren nicht meine - ich habe keinen "Standpunkt", will auch nicht wegen mir ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ streiten lassen.
Antwort an Herrn Feng Zhiyu. (27.) (31. Oktober, 1. November, »Freie Diskussion«)
- [Antwort "auch gezeigt" - Feng Zhiyu]**
Nach »Ins Leere stoßen« wollte ich über »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« nichts mehr sagen. Am nächsten Tag sah ich Herrn Shi Zheshengs »Brief an Herrn Li Liewen« in »Freie Diskussion«, "auch mir gezeigt", daher noch einige Worte. Herrn Shis drei Widerlegungen finde ich alle untreffend:
(1) Herr Shi sagt: Da "manche neue Jugendliche alte Gedanken haben können, manche alte Formen neuen Inhalt bergen können", können "veraltete Nachkommen-Gruppen-Gliedmaßen"-alte Gedanken wie seine unerörtert bleiben, außerdem schadet ›Zhuangzi‹-artiges klassisches Schreiben nicht. Natürlich kann man so schreiben ohne Weltuntergang. Aber ich meine, heutige Jugendliche müssen nicht Umgangssprache aufgeben und nach ›Zhuangzi‹-Lesen dessen Grammatik für Artikel lernen. Unerörtert lassen geht, aber Erörtern schadet auch nicht? Herr Shi ließ Jugendlichen-Grammatik-Unbeholfenheit, wenigen Wortschatz und meine »Nostalgie« nicht "unerörtert"?
(2) Herr Shi meint "mit Gedichten Beamte auswählen" und Jugendlichen ›Zhuangzi‹, ›Wenxuan‹ empfehlen unterscheide "Zwang" und "Beitrag" - mein Vergleich unpassend. Aber ich weiß nicht: Als Chinesischlehrer bewertete Herr Shi Schüler-Aufsätze mit ›Zhuangzi‹-Grammatik und ›Wenxuan‹-Wortschatz als gute Texte? Als Redakteur wählte er solche Werke aus? Falls ja, würde er als "Prüfer" mit ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ Beamte auswählen.
(3) Herr Shi zitiert Lu Xun: 1. "Wenig chinesische Bücher lesen resultiert nur in Schreibunfähigkeit." Das erkennt an: Zum Schreiben sollte man mehr chinesische Bücher lesen; 2. "...Will man alte Sachen, sollte man sich an Zhang Zhidongs »Bücherlisten-Antworten« halten." Das zeigt keine Jugendlichen-alte Bücher-Opposition. Herr Shi übersieht Zeit und Umgebung. Diese Sätze entstanden, als viele riefen, Umgangssprache schreiben brauche auch alte Bücher - dagegen gerichtet: Selbst nach ihren Worten nur Schreibunfähigkeit, aber alte Bücher lesen schadet mehr als Schreibunfähigkeit. Bei 2. sind klar alte Literatur-Forscher gemeint, sehr verschieden von Herrn Shis allgemeinen Vorschlägen. Für chinesische Altliteratur müssen wir nicht »Yijing« und »Shujing« lesen?
Tatsächlich sagte Herr Shi, beim Bücherliste-Ausfüllen sei er nicht so ernst wie ich vermutete - das ist wohl wahr. Denken wir: Gäbe es wirklich solchen Jugendlichen-Nachfolger, der gehorsam nach harter Arbeit mit ›Zhuangzi‹-Grammatik, ›Wenxuan‹-Wortschatz Artikel schriebe, die ›Lunyu‹, ›Mengzi‹ und »Yan-Familienanweisungen«-Moral entwickeln - "wäre das nicht zu komisch?"
Aber meine »Nostalgie« war ernst. Ich wollte nicht "mehr Massen gewinnen", hasste auch nicht Herrn Shis Nicht-Empfehlung von »Huagai-Sammlung« Haupt-Folgebände und »Falsche Freiheit«; hatte auch keine anderen "Motive" wie Studienzeit-Punktverluste oder Manuskript-Konfiszierung mit Privatrache.
(21. Oktober)
- [Zum Nachschlagen]:**
- Brief an Herrn Li Liewen - Shi Zhesheng**
- auch Herrn Feng Zhiyu gezeigt
Bruder Liewen:
Neulich hastige Straßenbahn-Begegnung - ich stieg bei Wang Jiasha aus zum Buchkauf bei Minjiu-Buchhandlung. Aber das Buch war zu teuer, kaufte nicht, verlor unnötig Gelegenheit für längeres Gespräch - sehr enttäuschend.
Über ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ will ich nichts mehr sagen. Beim Ausfüllen von »Dabao«-Formularen war ich nicht so ernst wie Herr Feng vermutet. Ich sagte nicht, jeder Jugendliche müsse diese zwei Bücher lesen, nur diese zwei Bücher oder nur diese empfehlenswert. Wohl wollten Zeitungsredakteure Neues hinzufügen, Ausfüller schrieben zufällig empfehlenswerte Bücher. Hätte ich gewusst, das verursacht solche Kontroversen, hätte ich trotz Herrn Cui Wanqius Kotau nicht geschrieben. Heute sah ich in »Taosheng« 40 Herrn Cao Jurens Brief mit Schluss: "Gibt es nichts Vorteilhafteres für Jugendliche als diese zwei Bücher? Wage zu fragen." Das ließ mich lach-weinen. (Herrn Cao Jurens Brief ist aufrichtig, ich antworte, vielleicht in »Taosheng« - bitte lesen.)
Herrn Feng Zhiyu will ich nicht mehr kränken, aber zu drei Punkten in »Nostalgie« (oben) noch Meinungen:
(1) Herr Feng sagt: "Manche neue Jugendliche können alte Gedanken haben, manche alte Formen können neuen Inhalt bergen." Richtig - neue Jugendliche können alte Gedanken haben, dann können "veraltete Nachkommen-Gruppen-Gliedmaßen" wie ich alte Gedanken unerörtert haben. Alte Formen können neuen Inhalt bergen - dann schadet ›Zhuangzi‹-klassisches Schreiben nicht, je nach Inhalt.
Erst nach Herrn Shis eigener Erklärung erkannte ich: (1) seine damalige Lage - das Manuskriptpapier war zu klein, "wäre es etwas breiter gewesen", hätte er "noch ein paar Bücher mehr hineinschreiben wollen"; (2) seine frühere Laufbahn - "vom Chinesischlehrer zum Zeitschriftenredakteur gewechselt", fand er "junger Leute Artikel zu unbeholfen direkt, Wortschatz zu gering", daher empfahl er diese zwei alten Bücher zum Grammatiklernen und Wortschatzsuchen, "obwohl viele Wörter darin bereits tot sind", müsse man sie doch suchen. Ich denke, lebte Zhuangzi heute, würde er nach dem Sargaufbrechen wohl allen heiratswilligen Frauen raten, die »Biographien tugendhafter Frauen« zu lesen.
Noch ein anderer Punkt:
(1) Herr Shi sagt, mein Vergleich mit Flasche und Wein für "literarische Bildung" sei falsch, aber ich machte nie solchen Vergleich - ich sagte, manche neue Jugendliche können alte Gedanken haben, manche alte Formen können neuen Inhalt bergen. Ich meine auch, zwischen "neuer Literatur" und "alter Literatur" kann es keine scharfe Grenze geben, aber es gibt Wandlung und relative Neigungen, und gerade weil man nicht "was die Grenze ist" bestimmen kann, gibt es auch keine Position für "dritte Menschen".
(2) Herr Shi sagt, Siegelschrift schreiben sei Privatsache, solange man andere nicht zwinge dasselbe zu tun. Das scheint richtig. Aber Mittelschüler und Einsender haben selbst unbeholfene, wortarme Artikel, zwingen aber niemanden, wortarme und grammatisch unbeholfene Artikel zu schreiben - warum empfand Herr Shi so viel und riet daher "literaturbegeisterten Jugendlichen", »Zhuangzi« und »Wenxuan« zu lesen? Als Prüfer mit Gedichten Beamte auswählen missbilligt Herr Shi, aber als Lehrer und Redakteur rät er Jugendlichen mit »Zhuangzi« und »Wenxuan« - ich verstehe diese Grenze nicht.
(3) Herr Shi führt noch "Herrn Lu Xun" an, als hätte er Zhuangzis neue Orthodoxie übernommen und alle Artikel aus »Zhuangzi« und »Wenxuan« gelesen. "Ich finde das auch etwas willkürlich." In seinen Artikeln gibt es viele Wörter aus »Zhuangzi« und »Wenxuan«, wie "zhi hu zhe ye", aber diese Wörter stehen wohl auch in anderen Büchern. Ehrlicher gesagt: Aus solchen Büchern lebenden Wortschatz zu suchen ist reine Verwirrung - das würde wohl Herr Shi selbst nicht tun.
(12. Oktober)
- [Zum Nachschlagen]:**
- "Zhuangzi" und "Wenxuan" - Shi Zhesheng**
Letzten Monat sandte »Dabao«-Redaktion eine bedruckte Postkarte zum Ausfüllen: (1) Was lesen Sie gerade? (2) Welche Bücher empfehlen Sie Jugendlichen?
Bei (2) schrieb ich: »Zhuangzi«, »Wenxuan« mit Anmerkung: "Zur literarischen Bildung der Jugend."
Heute sah ich Herrn Feng Zhiyus »Nostalgie« in »Freie Diskussion« und wurde nervös, als sei der Artikel für mich geschrieben.
Aber ich will Herrn Feng nicht widersprechen, nur mich erklären.
Erstens sollte ich erklären, warum ich Jugendlichen »Zhuangzi« und »Wenxuan« empfehle. In den letzten Jahren wechselte mein Leben vom Chinesischlehrer zum Zeitschriftenredakteur - zu viel Kontakt mit Jugendlichen-Artikeln. Ich finde ihre Artikel zu unbeholfen direkt, Wortschatz zu gering, daher empfahl ich in »Dabao«s engen Zeilen diese zwei Bücher. Ich denke, daraus kann man etwas Schreibmethodik lernen und Wortschatz erweitern (obwohl viele Wörter tot sind). Aber ich will natürlich nicht, dass Jugendliche alle »Zhuangzi«, »Wenxuan«-artige "klassische Texte" schreiben.
Zweitens hoffe ich nur, literaturbegeisterte Jugendliche lesen diese zwei Bücher. Jeder Literat muss sich auf Vorgänger-Literatur stützen. Ich verstehe nicht, "wo die Grenze zwischen neuer und alter Literatur" liegt. Literarisch ist der Vergleich "alte Flasche neuer Wein" und "neue Flasche alter Wein" falsch. Vergleichen wir literarische Bildung mit Wein: Flaschen-Alter spielt keine Rolle, aber der Wein muss gebraut sein.
Ich rate Literatur-Jugendlichen zu »Zhuangzi« und »Wenxuan« zum "Brauen". Wäre »Dabao«s Formular breiter gewesen, hätte ich mehr Bücher hingeschrieben.
Nehmen wir Herrn Lu Xun: Als solcher Neue-Literatur-Autor scheint er eine völlig neue Flasche. Aber sein Wein? Reiner Brandy? Glaube ich nicht. Ohne klassische Literatur-Bildung würde Herr Lu Xun nicht so gut schreiben. Daher wage ich zu sagen: In Herrn Lu Xuns Flasche sind unvermeidlich viel Wujiapibaijiu- oder Shaoxing-Wein-Bestandteile.
Was Herrn Feng Zhiyu betrifft - er meint, Siegelschrift schreiben, Gedichte füllen, selbstgeschnitzte Briefumschläge seien Nicht-Schulabsolventen- oder Nationalstudien-Experten-Sachen -, das ist etwas willkürlich. Das sind Privatsachen. Siegelschrift-Schreiber, die nicht mit Siegelschrift Briefe schreiben, Gedicht-Füller, die als Beamte nicht mit Gedichten Leute auswählen, Selbstgeschnitzte-Briefumschlag-Nutzer, die andere nicht zwingen auch zu schnitzen, brauchen Herrn Fengs "mündliche und schriftliche Verdammung" als "Irrlehre" und "Dämon" nicht.
Unter Neue-Literatur-Autoren gibt es auch Holzschnitt-Spielende, Ausgaben-Erforschende, Exlibris-Sammelnde, Parallelen-Prosa-Vorwort-für-Umgangssprache-Bücher-Schreibende, sogar Schreibtisch-Kleine-Ausstellungsstücke-Aufstellende. Nach Herrn Fengs Meinung "wollen sie mit 'heutiger Eleganz' zwischen Himmel und Erde bestehen"? Ich denke, sie haben solche Absichten nicht.
Abschließend hoffe ich, Herrn Fengs Artikel war nicht für mich geschrieben.
(8. Oktober, »Freie Diskussion«)
- ["Nach Nostalgie" (unten) - Feng Zhiyu]**
Noch etwas zu schreiben. Aber zuerst: Das entstand durch Herrn Shi Zheshengs Worte, ist aber nicht für ihn geschrieben. Bei Einzelpersonen nenne ich ursprünglich Namen, aber gedruckt werden sie oft zu "某" oder dem gemeinsamen Symbol für Reiche-Namen, gefährliche Wörter, Geschlechtsorgane-Slang "××". Ich hoffe, einige Wörter in diesem Artikel wandeln sich nicht so, um Missverständnisse zu vermeiden.
Ich will sagen: Reden ist schwer, nicht reden auch nicht leicht. Schreibende müssen Artikel schreiben, beim Schreiben drohen Katastrophen. Gelber Fluss greift schwache Dämme an - nacktarmige Frauen und falsch schreibende Jugendliche werden Spott-Objekte. Sie sind wirklich kraftlos, müssen leiden, wie Landbewohner in Shanghai-Konzessionen nur ertragen können, "Amulin" genannt zu werden.
Aber manches ist ungerecht. Ein Beispiel: Liu Banongs "selbstkommentierte" »Tonghua Zhidou Tang Gedichtsammlung« Spottverse in »Lunyu« 26. Als Prüfer der Beijing-Universität entdeckte er auf Chinesisch-Prüfungsbögen lächerliche Fehler und dichtete - die Leute wurden so verspottet, dass sie sich verkriechen wollten, diese gerade graduierten Mittelschüler. Natürlich ist er Professor, alle Kritiken richtig, aber manche sind diskutierbar. Eine "Selbstanmerkung":
"Jemand schrieb 'changming wenhua' (Kultur fördern), ich sagte: chang ist 'Prostituierte'-Zeichen, wo Kultur entwickelt ist, gibt es viele Prostituierte, zu sagen Kultur werde durch Prostituierte erhellt, ist auch vernünftig."
Prostituierte-chang schreiben wir jetzt nicht als "chang", aber früher waren beide austauschbar - Herr Liu zitiert wohl alte Bücher. Aber für alte Bücher: Im »Buch der Lieder« steht "chang yu he nü" (ich stimme an, du antwortest), niemand deutete es als "selbst Hure werden, um anderen zu antworten". Jener Fehler ist nur Fehler, lächerlich-verachtenswert ist er nicht. Noch ein Satz:
"Glücklicherweise 'meng-te wissenschaftliche Gedanken-Keime'."
"Meng" und "Keime" haben Klammerkreise - wohl um das Lächerliche zu zeigen, aber "Keime", "Sprossen" sind Substantive, "sprießen", "entspringen" werden Verben - "meng" als Verb zu verwenden scheint nicht falsch.
Zur Vierter-Mai-Zeit schrieben Umgangssprache-Befürworter (Herr Liu würde es vielleicht als "Huren hochhalten" deuten) falsche Zeichen, verwendeten falsche Klassiker - normal, aber da Gegner sagten, Umgangssprache-Befürworter kennten keine alten Bücher und redeten wirr, schrieben sie oft klassische Texte, um sie mundtot zu machen. Natürlich konnten sich aus alten Lagern Kommende mit tiefen Gewohnheiten nicht sofort befreien - Autoren mit klassischen Atmosphären gab es.
Damalige Umgangssprache-Bewegung siegte, manche Kämpfer stiegen auf, aber aufgestiegen kämpften sie nicht nur nicht mehr für Umgangssprache, sondern trampelten darauf herum, holten alte Zeichen hervor, um nachfolgende Jugendliche zu verspotten. Da man noch mit alten Büchern und Zeichen Menschen auslacht, sehen manche Jugendliche das Lesen alter Bücher als unerlässliche Arbeit, nachzuahmende klassische Autoren als Vorbild, streben nicht mehr von neuen Wegen aus Entwicklung und neue Durchbrüche an.
Jetzt zwei Menschen hier: Einer ist Mittelschüler, schreibt "Auslandsstudent" als "Fließstudent", ein falsches Zeichen; einer ist Universitätsprofessor, dichtet triumphierend: "Herr beging himmelstürzende Sünde, Strafe ins Westparadies Lernen fließen, sollte zu neun Strömen einen hinzufügen, Gluten bis zur Ölpfanne ausgekocht." Wer ist lächerlich?
(12. Oktober)
- [Gelbe Gefahr - You Gang]**
Heutige sogenannte "Gelbe Gefahr" meinen wir selbst als Gelben Fluss-Durchbruch, aber vor dreißig Jahren war das anders.
Damals bedeutete es: Gelbe Rasse wird Europa überrollen. Manche Helden hörten diesen Ausdruck wie "Schlafender Löwe"-Komplimente von Weißen und waren jahrelang stolz, bereit, Europas Herren zu werden.
Aber die "Gelbe Gefahr"-Geschichte stammt anders als unsere Phantasien von Kaiser Wilhelm. Er malte ein Bild: Ein römisch gekleideter Krieger wehrt einen von Osten kommenden Menschen ab, aber das war nicht Konfuzius, sondern Buddha - Chinesen freuten sich umsonst. Während wir "Gelbe Gefahr"-Träume hatten, sah jemand in deutschem Qingdao die Realität: Ein armes Kind beschmutzte einen Telegrafenmast und wurde von weißen Polizisten an den Füßen gepackt und weggetragen wie Chinesen mit Enten.
Hitlers Ausschluss nicht-germanischer Völker verwendet dieselben Methoden wie der Kaiser.
Des Kaisers "Gelbe Gefahr" träumen wir nicht mehr, erwähnen auch "Schlafenden Löwen" nicht mehr, "großes Land, reiche Ressourcen, viele Menschen" sieht man in Artikeln wenig. Als Löwe kann man prahlen, wie fett man ist, aber als Schwein oder Schaf ist Fettheit kein gutes Zeichen. Ich weiß nicht, was wir uns jetzt fühlen?
Wir scheinen nicht mehr zu denken, finden auch keine "Symbole", wir schauen Hai Jingbos Raubtiershows, bewundern Löwen-Tiger-Rindfleisch-Essen, hören, sie fressen täglich einen Ochsen. Wir bewundern Völkerbund-Japan-Sanktionen, verachten auch Völkerbund-Unfähigkeit Japan zu sanktionieren; wir befürworten Abrüstungs-"Friedensschutz", bewundern auch Hitlers Abrüstungs-Austritt; wir fürchten, andere Länder nutzen China als Schlachtfeld, hassen auch Antikriegs-Versammlungen. Wir scheinen noch "Schlafende Löwen".
"Gelbe Gefahr" kann zu "Segen" werden, erwachte Löwen können auch Theater spielen. Im Weltkrieg hatten wir für andere kämpfende Arbeiter, als Qingdao besetzt wurde, hatten wir an Füßen tragbare Kinder.
Aber zu sagen, das 20. Jahrhundert habe keinen Platz für uns, ist unvernünftig.
(17. Oktober)
- [Stürmen - Lü Xun]**
"Stoßen" und "Treten" töten oder verletzen nur ein, zwei - für mehr braucht es "Stürmen".
»Xinsheng« vom 13. berichtete aus Guiyang: Zum 18. September-Gedenken versammelten sich Schüler verschiedener Schulen. Bildungsminister Tan Xingge geriet in Panik, sandte Truppen zu Straßenkreuzungen, ließ mehrere Autos gegen die Reihen stürmen, was Tragödie verursachte - zwei tote Schüler, über vierzig Verletzte, meist Zhengyi-Grundschüler um zehn Jahre...
Früher wusste ich nur, Kriegsherren beherrschen meist Literatur, "waffenkissennd auf Tagesanbruch wartend" können sie Parallelen-Telegramme verfassen. Diesmal erkenne ich: Selbst Zivilbeamte verstehen Kriegskunst. Tian Dan verwendete Feuer-Ochsen, jetzt durch Autos ersetzt - auch 20. Jahrhundert.
"Stürmen" ist schnellste Kampfmethode - ein Auto-Trupp, quer-gerade stürmend, lässt Feinde unter Rädern sterben-verletzen, wie einfach; "Stürmen" ist würdevollstes Verhalten, Maschine einschalten, blitzschnell fahren, Gegner können nicht ausweichen, wie heldenhaft. Verschiedene Länder-Polizei-Soldaten nutzen gern Wasserschläuche, russische Zaren Kosaken-Kavallerie - alles schnelle Aktionen. In Konzessionen sehen wir manchmal ausländische Soldaten-Panzerwagen patrouillieren - bei Ungehorsam zum Stürmen da.
Autos sind zwar keine Sturm-Waffen, aber glücklicherweise sind Feinde Grundschüler. Ein müder Esel kann nicht ins Schlachtfeld, aber auf zartem Gras galoppierend, Reiter obenauf heimlich brüllend, ist noch sehr fähig und erfreulich, obwohl manche es komisch finden.
Dass zehnjährige Kinder rebellieren ist auch komisch. Aber China bringt oft Wunderkinder hervor: einjährig malen, zweijährig dichten, sieben Jahre Theater, zehn Jahre Militär, über zehn Jahre Komitee-Mitglieder - normale Fakten; selbst sieben-acht Jahre alte Mädchen werden missbraucht, andere sehen sie als "blütenalterig".
Außerdem: Beim "Stürmen" mit widerstandsfähigen Gegnern würden Autos ungeschickt, Stürmer unheldisch - Feinde müssen zart-schwach gewählt werden. Rowdys schikanieren Landalte, Ausländer schlagen Chinesen, Bildungsminister stürmen Grundschüler - alle sind feindbesiegende Helden.
"Den Ansturm tragen" war früher nur leere Phrase, jetzt bewährt es sich nicht nur bei Erwachsenen, sondern bei Kindern. "Säuglingsmord" galt als Verbrechen - Vergangenheit. Säuglinge in die Luft werfen und mit Speerspitzen auffangen als Spielerei-Tage sind wohl nicht fern.
(17. Oktober)
- ["Komisch"-Beispiele - Wei Suo]**
Weltliteratur-Forscher sagen uns: Franzosen sind gut in Wortwitz, Russen in Satire, Angloamerikaner in Humor. Das ist wohl richtig, alles durch gesellschaftliche Zustände begrenzt. Seit Meister Yutang "Humor" belebte, ist der Begriff verbreitet, aber Verbreitung birgt Krisen - wie Soldaten sich Buddhisten nennen, hohe Beamte plötzlich Gebetsketten tragen und Buddhismus dann stirbt. Wenn Schlüpfrigkeit, Oberflächlichkeit, Obszönität unter "Humor" laufen, ist es wie "Neue Oper" in "×-Welt" - bestimmt schon "Zivilisationstheater".
Diese Gefahr entsteht, weil China wenig Humor hatte. Nur Komik gab es, aber zwischen der und Humor liegt eine große Strecke. Japaner übersetzten "Humor" als "gefühlvolle Komik" zur Unterscheidung von reiner "Komik". In China findet man also nur komische Artikel? Wieder nein. Chinas selbsternannte komische Artikel sind auch nur schlüpfrige, oberflächliche, obszöne Gespräche, verschieden von wahrer Komik. Dieser "Waschbär-tauscht-Prinz"-Trick liegt daran, dass historisch selbsternannte ernste Äußerungen und Fakten meist komisch waren - Menschen gewöhnten sich daran, hielten es für normal und verwechselten Schlüpfrigkeit mit Komik.
In China Komik zu suchen: Nicht sogenannte komische Texte lesen, sondern sogenannte ernste Dinge - aber denken.
Solche Texte liegen überall: Zeitungs-ernste Titel wie "Chinesisch-japanische Verhandlungen werden besser", "Wohin geht China?" - alle sind es, gekaut schmecken sie wie Oliven mit Nachgeschmack.
In Zeitungsanzeigen auch. Wir kennen eine Publikation, die sich "neue Autorität der Meinungswelt" nennt, "sagt, was gewöhnliche Leute sagen wollen, aber nicht sagten", während sie gleichzeitig einer anderen Publikation "Missverständnisse erklärt, Entschuldigung ausdrückt", aber auch sagt "da beide gesellschaftlich angesehene Publikationen sind, gibt es keinen Grund für gegenseitige Angriffe". "Neue Autorität" gut in "Missverständnissen", "missverständlich" aber "angesehen", "was gewöhnliche Leute sagen wollen, aber nicht sagten" sind Missverständnisse und Entschuldigungen - nicht zu lachen erfordert Denklosigkeit.
In Zeitungs-Kommentaren auch. September »Freie Diskussion« »Drachenaufstiegs-Kunst-Ergänzungen« nannte Reichen-Tochter-Schwiegersohn eine "Drachenaufstiegs"-Kunst, bald kam Gegenangriff: "Fuchs kann keine Trauben fressen, sagt Trauben sind sauer, heiratet selbst keine reiche Frau, entwickelt Eifersucht auf alle mit reichen Schwiegervätern, Eifersucht-Resultat ist Angriff." Auch undenkbar. Ein Gedanke über "Resultat" zeigt klar: Dieser Autor erklärt, er wisse, "reiche Frauen" schmecken süß.
Solche wunderbaren Texte sehen wir auch in würdevollen offiziellen Dokumenten - nicht karikiert, sondern ursprünglich Karikaturen. In einem Jahr »Lunyu« liebte ich am meisten »Guxiang Zhai«-Spalte: Sichuan Yingshan-Magistrat verbot lange Gewänder: "Kleidung verhüllt Körper genug, warum vorn-hinten schleppend Stoffe verschwenden? Außerdem ist nationale Macht schwach...Zeit-Schwierigkeiten bedenkend, künftige Katastrophen unvorstellbar!" Beijing Sozialamt verbot Frauen männliche Hunde zu halten: "Weibliche Frauen mit männlichen Hunden zusammen schadet nicht nur Gesundheit, erzeugt leicht schamlose Skandale, misst an unserem Sitte-Rechtschaffenheits-Land, auch von Sitten unerlaubt. Hiermit streng verboten...alle von Frauen gehaltenen männlichen Hunde, töten ohne Gnade zur Kontrolle!" Das können komische Autoren nie frei erfinden!
Aber »Guxiang Zhai«-wunderbare Texte neigen oft zu Seltsamem, Komik ist aber nicht so gut wie Schlichtheit. Eben durch Schlichtheit wird es noch komischer - nach diesem Standard wähle ich "süße Trauben"-Theorie.
(19. Oktober)
- [Ausland hat auch - Fu Ling]**
Was China hat, haben Ausländer auch.
Ausländer sagen, China hat viele Wanzen, aber der Westen hat auch Wanzen; Japaner lachen über chinesische Wortspielerei, aber Japaner spielen auch mit Worten. Gewaltlosigkeit hat Gandhi; Ausländer-Schlagen-Verbot hat Hitler; De Quincey rauchte Opium; Dostojewski spielte verrückt. Swift trug Halseisen, Marx war reaktionär. Oberst Lindberghs Sohn wurde von Gangstern entführt. Füßebinden und hohe Absätze unterscheiden sich nicht sehr.
Nur Ausländer-Vorwürfe, wir kümmerten uns nicht um Gemeinwohl, kennten nur Eigennutz, liebten Geld, sind unwiderlegt. Seit der Republik gab es viele Präsidenten und Reiche - nach Rücktritt alle rundgesichtig, dichtend, Theater schauend oder betend, endlos essend, gaben Kritikern wirklich Beweise. Heute entdeckte ich: Ausland hat auch!
"17. Havanna-Telegramm - In Kanada lebender ehemaliger kubanischer Präsident Machado...Kubas Besitz acht Millionen Dollar wert, jedem, der Rückgabe dieses Eigentums garantiert, will er Hilfe geben. Andere Nachricht: Kubas Regierung erließ Haftbefehle gegen Machado und 38 ehemalige Beamte, beschlagnahmte ihr Eigentum von 25 Millionen Dollar..."
38 Menschen mit nur 25 Millionen Dollar Eigentum - Methoden nicht hoch, aber etwas Bereicherung ist bestätigt, genug um unsere "Oberen" zu entlasten. Aber ich hoffe, sie besitzen ausländische Grundstücke und Bankeinlagen - dann können wir bei Ausländer-Verhandlungen noch überzeugender sein.
Hätte nur eine Familie Wanzen und würde kritisiert, wäre das ungemütlich, aber Fangen ist mühsam. Außerdem gibt es in Beijing eine Theorie: Wanzen kann man nicht fangen, je mehr man fängt, desto mehr werden es. Selbst alle gefangen - was wäre der Wert? Nur negative Methode. Am besten hoffen, andere Familien haben auch Wanzen, und welche zu entdecken ist noch besser. Entdecken ist positive Arbeit. Kolumbus und Edison machten nur Entdeckungen oder Erfindungen.
Statt anstrengend arbeiten lieber tanzen, Kaffee trinken - Ausland hat auch, Paris hat viele Tanzlokale und Cafés.
Selbst wenn China verschwände - warum aufgeregt sein? Hörten Sie nicht von Chaldäa und Makedonien? - Ausland hat auch!
(19. Oktober)
- [Ins Leere stoßen - Feng Zhiyu]**
Nach Veröffentlichung meiner »Nostalgie« und Herrn Shi Zheshengs »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« in »Freie Diskussion« bat »Dabao«s »Fackel« um erweiterte Diskussion. Zuerst kam Herrn Shis Brief mit Titel »Empfehlers Standpunkt«. Anmerkung: "›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Kontroverse".
Aber Herr Shi will nicht "kontrovers diskutieren" - er meint, zwei kämpfende Menschen seien wie Boxer unter Bogenlampen, nur zur Zuschauer-Unterhaltung. Das ist kluge Ansicht, ich stimme diesem Teil zu. Aber klüger ist: Herr Shi schlug tatsächlich zu, bevor er Rücktritts-Worte sagte - einige Hiebe ausgeführt, dann elegant weggeflogen, das ist überweltlichste Boxkunst. Jetzt bin nur ich übrig, muss aber antworten - gegenüber niemand macht nichts, ich boxe "Sorgloses Wandeln".
Herr Shi sagt anfangs, ich "belehrte" ihn und ordnete ihn "veralteten Nachkommen-Gliedmaßen" zu. Ersteres ist Verleumdung - mein Artikel hatte keine persönlichen Ratschläge. Ihn als "veraltete Nachkommen-Gliedmaßen" zu bezeichnen, beabsichtigte ich wirklich, aber "veraltete Nachkommen" sind nicht sehr schlechte Figuren. Dass neue und alte Literatur schwer scharf zu trennen sind, erkennt Herr Shi an. Xinhai-Revolution ist nur 22 Jahre her - Republik-Menschen mit etwas veralteten Nachkommen-, alten-, sogar feudalen Atmosphären ist nichts Besonderes, zumal Herr Shi selbst sagt: "Obwohl ich mich nicht als veraltete Nachkommen bekenne, habe ich wirklich jugendliche Vitalität verloren" - vergangene Atmosphäre ist natürlich da. Aber wissen es selbst und andere und weniger weitergeben wäre gut.
Ich erklärte früh, frühere Texte waren nicht speziell für ihn geschrieben, und nach »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« entfernte sich selbst diese "Gliedmaßen". Warum? Weil in Jugendlichen empfohlenen Büchern ein anderes interessantes Problem auftauchte: Eins ist »Yan-Familienanweisungen«. Dieser Autor lebte in chaotischen Zeiten, von Qi zu Sui, immer unter barbarischer Macht. In dem Buch diskutiert er auch Klassiker, Literatur wie ein Gelehrter, wendet sich aber dem Buddhismus zu, wünscht für Nachkommen Xianbei-Sprache zu lernen, Laute zu spielen, um Edlen - Barbaren - zu dienen. Das ist auch Gedanken von Beamten, Reichen, Großhändlern, Gelehrten nach Boxer-Aufstand-Niederlage: selbst Buddha verehren, Nachkommen aber "ausländische Geschäfte" lernen lassen für künftiges Dienen. Selbst heute gibt es wohl nicht wenige mit solchen Gedanken. Yan-Überlebens-Methoden bewegten Herrn Shis Herz, er empfiehlt sie Jugendlichen als "moralische Bildung". Er führt eigene Lektüre an: ein englisches Buch und ein buddhistisches Sutra - Illustration für "Xianbei-Sprache" und »Kapitel der Hinwendung«. Nur moderne Wandel schnell, ohne Vorzeiten-Muße, neu-alt-Kämpfe heftig, auf Anhieb unklar - er kann nur frühere zwei Generationen "Moral" in einer Person vereinen. Hätten Jugendliche, Mittelalte, Alte oft diese Yan-Moral, wäre das in chinesischer Gesellschaft ein ernstes Problem, das Säuberung braucht. Natürlich entstand das durch Bücherlisten, das Problem liegt nicht beim Einzelnen, das ist zeitgeistiger Teil. Aber durch Miterwähnung schien es zu sehr auf Einzelpersonen bezogen - ich wagte nicht zu diskutieren. Nur "Leute raten, ›Zhuangzi‹ ›Wenxuan‹ zu lesen" acht Worte konnten sich auf ihn beziehen, für Einzelpersonen wohl nicht respektlos. Aber nach »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« entstand wirklich etwas Respektlosigkeit, weil seine Widerrede leerer war als erwartet, aber ich gab trotzdem ernste Antwort: »Nach Nostalgie« (oben).
Aber Herrn Shis nach »Nach Nostalgie« (oben) geschriebener Brief bewies noch mehr seine Entfernung von meinen "veralteten Nachkommen". Obwohl er sagte, er wolle nicht boxen, war der erste Absatz völlig gegen mich persönlich. Jetzt stelle ich etwas vor mit Kommentaren.
Herr Shi sagt: "Meiner Vermutung nach kann Jugendlichen neue Bücher empfehlen natürlich mehr Massen gewinnen als alte Bücher empfehlen." Das heißt: Neue-Bücher-Empfehlende tun es nicht für Jugendliche, sondern um selbst mehr Massen zu gewinnen.
Herr Shi sagt: "Ich will in Ihrer Zeitung...Bücherliste ändern: ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ zu Herrn Lu Xuns »Huagai-Sammlung« Haupt- und Folgebände und »Falsche Freiheit« ändern. Ich denke, Herr Lu Xun ist zeitgenössischer 'Literatur-Veteran', seine Werke haben breiten lebenden Wortschatz, und laut Herrn Feng Zhiyu sind in Herrn Lu Xuns Artikeln tatsächlich auch manche aus ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ stammende Wörter wie 'zhi hu zhe ye'. So wäre die Wirkung für Jugendliche dieselbe." Diese vielen Worte heißen: Ich widersprach ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Empfehlung, weil ich hasste, dass er nicht »Huagai-Sammlung« Haupt-Folgebände und »Falsche Freiheit« empfahl.
Herr Shi sagt: "Ursprünglich wollte ich ein, zwei Werke von Herrn Feng Zhiyu empfehlen, aber auf dem Markt gibt es nur Herrn Feng Zikais Bücher, keine von Herrn Feng Zhiyu. Vielleicht sind sie wie Herrn Lu Xuns Kollotyp-Holzschnittdrucke private Feindrucke, seltene Bücher. Ich schäme mich meiner Unwissenheit, konnte nicht empfehlen." Dieser Absatz ist konfus, scheint zu sagen: Ich widersprach ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Empfehlung, weil ich hasste, dass er meine Bücher nicht empfahl, aber ich habe keine Bücher, hasse aber trotzdem Nicht-Empfehlung - lächerlich.
Das schrieb der "vom Chinesischlehrer zum Zeitschriftenredakteur gewechselte" Herr Shi Zhesheng, der Jugendlichen ›Zhuangzi‹, ›Wenxuan‹, ›Lunyu‹, ›Mengzi‹, »Yan-Familienanweisungen« empfiehlt, nach meinem »Nach Nostalgie« (oben) - "wollte nichts mehr schreiben", schrieb aber doch. Er lehnte "Boxer" ab, boxte aber zuerst andere. Aber er erwähnte nie festere Gründe für ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Ansichten, zeigte nie Fehler in meinen »Nostalgie« und »Nach Nostalgie« (oben), nur grundlose Verleumdung, eigene Vermutungen, Koketterie, Dummstellen. Einige alte Bücher-Namen abgerissen, verschwanden "veraltete Nachkommen"-Gliedmaßen nebelhaft, zeigten schließlich wahres Gesicht: eindeutig verwandelt in "Ausländerviertel-Bösewichte".
(20. Oktober)
- [Zum Nachschlagen]:**
- Empfehlers Standpunkt - Shi Zhesheng**
- ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹-Kontroverse
Herr Wanqiu:
Ich empfahl in Ihrer Zeitung Jugendlichen zwei alte Bücher, unglücklicherweise erregte das Herrn Feng Zhiyus Belehrung, der mich zu "veralteten Nachkommen-Gliedmaßen" ernannte. Nach seinem »Nach Nostalgie« (oben) will ich nichts mehr schreiben, denn meiner Vermutung nach kann neuen Jugendlichen neue Bücher empfehlen natürlich mehr Massen gewinnen als alte Bücher. Herr Feng Zhiyu ist wahrhaft alt aber stark, würdiger Jugend-Führer. Ich gestehe mich nicht als veraltete Nachkommen, aber habe wirklich jugendliche Vitalität verloren. In dieser herbstlichen Umgebung reicht selbst Herrn Feng Zhiyus neuer Geist nicht aus, mein Mittelalter-Gefühl zu beleben. Daher will ich in Ihrer Zeitung meine am 29. September veröffentlichte Jugend-Bücherliste ändern: ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ zu Herrn Lu Xuns »Huagai-Sammlung« Haupt-Folgebände und »Falsche Freiheit« ändern. Herr Lu Xun ist zeitgenössischer "Literatur-Veteran" mit breitem lebenden Wortschatz, und laut Herrn Feng Zhiyu haben Herrn Lu Xuns Artikel tatsächlich auch aus ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ stammende Wörter wie "zhi hu zhe ye". So wäre die Jugend-Wirkung dieselbe. Ursprünglich wollte ich ein, zwei Werke von Herrn Feng Zhiyu empfehlen, aber auf dem Markt gibt es nur Herrn Feng Zikais Bücher, keine von Herrn Feng Zhiyu. Vielleicht sind sie wie Herrn Lu Xuns Kollotyp-Holzschnittdrucke private Feindrucke, seltene Bücher. Ich schäme mich meiner Unwissenheit, konnte nicht empfehlen.
Außerdem will ich Herrn Feng Zhiyu Ihrer Zeitung vorstellen. Künftig bei Meinungs-Umfragen könnte man ihm Formulare senden - bestimmt wertvolle Meinungen. Aber bezieht es sich auf "veraltete Nachkommen-Gliedmaßen", dann an mich senden.
Gestern sah ich in Ihrer Zeitung: Sie planen Leser-Diskussionen zu diesem Fall. Kann ich bitten, das abzusagen? Ich denke oft: Zwei in Zeitungen kämpfende Menschen sind wie Boxer unter Bogenlampen, Zeitungsredakteure wie herumlaufende dünne Schiedsrichter, Leser wie vernunftlose Zuschauer in Dunkelheit. Dünne Schiedsrichter hoffen, Boxer kämpfen Runde um Runde bis einer fällt: Eins, Zwei, Drei... steht nicht auf, dann zum keuchenden Sieger laufen, seinen boxhandschuhigen Arm hochheben, "Mr. X gewinnt Meisterschaft!" rufen. Ist das nicht zu komisch? Jetzt bin ich unglücklicherweise einer der Boxer, aber will für dünne Schiedsrichter und Zuschauer diese Komödie nicht fortsetzen, hoffe auch, Sie werden nicht dünner Schiedsrichter. Sahen Sie nicht heute »Freie Diskussion« Herrn Zhishuis Artikel mit Sprichwörtern: "Zunge ist flach, Worte sind rund" - glauben Sie, aus Leser-Diskussionen entstehe wahres Recht-Unrecht?
Shi Zhesheng, 18. Oktober (19. Oktober, »Dabao·Fackel«)
- »Ins Leere stoßen« Korrektur - Feng Zhiyu**
Vor Tagen beim Schreiben von »Ins Leere stoßen« hatte ich keine Bücher zur Hand, verließ mich bei »Yan-Familienanweisungen« auf Erinnerung. Später fürchtete ich Fehler, suchte das Original: Meine Yan Zhitui-Beschreibung war falsch. »Kinder-lehren-Kapitel«: "Qi-Beamter sagte mir einst: 'Ich habe einen Sohn, siebzehn Jahre, versteht etwas Schrift, lehrte ihm Xianbei-Sprache und Laute-Spielen, möchte er verstehe, damit Ministern diene, alle lieben ihn - auch wichtige Sache.' Ich senkte Kopf, antwortete nicht. Seltsam, wie dieser Mensch Kinder lehrt. Würde er dadurch Minister, wollte ich nicht, dass ihr es tätet."
Also war Qi-Gelehrten-Methode die von Beamten-Händlern-Gelehrten nach Boxer-Aufstand, Herr Shi Zhesheng vereint Qi-Gelehrten und Yan-Typen - auch heutiger Teile-Menschen-Methode, kann "Nördliche-Dynastien-Moral" heißen, noch gesellschaftliches ernstes Problem.
Für Yan sollte ich sehr entschuldigen, aber er ist tot, Entschuldigung egal. Jetzt korrigiere ich nur für Herrn Shi und Leser meinen Fehler.
(25. Oktober)
- Durchbruch - Shi Zhesheng**
(8) Gegen Herrn Feng Zhiyu "schlug ich tatsächlich einige Hiebe" - das wird wohl lebenslange Reue. Aber Herr Feng schrieb »Ins Leere stoßen«, stieß tatsächlich nicht "leer", traf noch mich. Auf Herrn Fengs Seite (oder Recht-Unrecht-Seite) stehende Artikel "bekämpfen" mich täglich, ich fühle wirklich "eines Menschen Leiden".
Aber aus »Ins Leere stoßen« entdeckte ich Herrn Fengs Schreib-Logik. Er sagt: "Ich erklärte früh, frühere Texte waren nicht speziell für ihn geschrieben." Aber unten: "weil seine Widerrede leerer war als erwartet." Nicht speziell für mich, aber schon Widerrede erwartet - wie zu deuten?
Weil "kritisiert", finde ich ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ wirklich unangemessen, bat daher »Dabao«-Redakteur um Änderung zu zwei neue Literatur-Büchern - Tatsache. Ich sagte nicht, Herr Feng hasse meine Nicht-Empfehlung dieser neuen Literatur-Bücher und "widersprach ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹", aber Herr Feng sagt, ich hätte solche Gedanken - ist das "zusammenhängend"?
Herr Feng bringt »Yan-Familienanweisungen« und meine zwei Bücher zusammen, sagt »Yan-Familienanweisungen«-Empfehlung lehre Jugendliche Xianbei-Sprache, Laute-Spielen für Edlen-Dienst, außerdem demonstriere ich selbst mit ausländischem Buch; sagt Yan Zhitui sei "gelehrtenartig, aber buddhistisch", daher lese ich auch buddhistische Bücher. Nach Herrn Fengs Erklärung lache selbst ich - so zufällig!
Ich erinnere deutlich: »Yan-Familienanweisungen« hat eine Geschichte über Kinder-Xianbei-Sprache und Laute-Lehren, aber unten steht: "wollte nicht, dass ihr es tätet" - Yan Zhitui riet Nachkommen nicht, ausländische Bücher zu lesen. Heute korrigierte Herr Feng diese Geschichte, sagt aber: "Herr Shi Zhesheng vereint Qi-Gelehrten und Yan-Typen." Das verstehe ich nicht - empfahl ich zusätzlich ein "Qi-Gelehrten"-Werk an Jugendliche? Basiert Herrn Fengs Logik auf "selbst ausländische Bücher lesen heißt Leute Xianbei-Sprache lehren", dann nichts zu sagen.
Herr Feng scheint konfuzianische Orthodoxie zu verfechten - sonst warum Yan Zhituis buddhistische Beeinflussung so verachten? Warum über mein »Shakyamuni-Biographie«-Lesen so unzufrieden? Hier zwei Punkte: (1) Wird »Yan-Familienanweisungen«-Wert durch »Hinwendungs-Kapitel« völlig gelöscht? Außerdem befürwortete Yan zwar Buddhismus, predigte aber nicht Weltflucht oder Realitätsvermeidung, führte nur vereinbare Punkte zwischen Buddhismus und Konfuzianismus auf, nutzte buddhistische Vergeltung-Lehren zur Ergänzung konfuzianischer Moral-Mängel - wie heute »Bibel«- oder »Koran«-Zitate. (2) Mein »Buddha-Verhalten-Sutra«-Lesen bedeutet wie »Mohammed-Biographie« oder »Christus-Biographie« - weder Buddha-Zuwendung noch Buddha-Lehre-Ratschläge. Herrn Fengs Artikel nennt es meine "Überlebens-Methode" - wunderbar! Ich nehme ein goldgestiftetes »Hundert-Gleichnisse-Sutra« als Gleichgesinnte.
Früher respektierte ich Herrn Feng trotz schriftlicher Gemütlichkeit, aber nach »Ins Leere stoßen« schimpft er mich "Ausländerviertel-Bösewicht" - zähneknirschend hörbar. Obwohl "böse", wage ich nicht entsprechend böse zu antworten. Ich: "Zehn Jahre Literaturwelt-Traum, gewann Ausländerviertel-Bösewicht-Namen" - unwichtig, aber Herr Feng wird bereuen. Heute las ich »›Ins Leere stoßen‹ Korrektur« - Herrn Fengs "grundlose Verleumdung, eigene Vermutungen, Koketterie, Dummstellen" bleiben für "Selbstporträt".
(Anmerkung) »Dabao«-Titel waren nicht meine - ich habe keinen "Standpunkt", will auch nicht wegen mir ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ streiten lassen.
Antwort an Herrn Feng Zhiyu. (27.) (31. Oktober, 1. November, »Freie Diskussion«)
- [Antwort "auch gezeigt" - Feng Zhiyu]**
Nach »Ins Leere stoßen« wollte ich über »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹« nichts mehr sagen. Am nächsten Tag sah ich Herrn Shi Zheshengs »Brief an Herrn Li Liewen« in »Freie Diskussion«, "auch mir gezeigt", daher noch einige Worte. Herrn Shis drei Widerlegungen finde ich alle untreffend:
(1) Herr Shi sagt: Da "manche neue Jugendliche alte Gedanken haben können, manche alte Formen neuen Inhalt bergen können", können "veraltete Nachkommen-Gruppen-Gliedmaßen"-alte Gedanken wie seine unerörtert bleiben, außerdem schadet ›Zhuangzi‹-artiges klassisches Schreiben nicht. Natürlich kann man so schreiben ohne Weltuntergang. Aber ich meine, heutige Jugendliche müssen nicht Umgangssprache aufgeben und nach ›Zhuangzi‹-Lesen dessen Grammatik für Artikel lernen. Unerörtert lassen geht, aber Erörtern schadet auch nicht? Herr Shi ließ Jugendlichen-Grammatik-Unbeholfenheit, wenigen Wortschatz und meine »Nostalgie« nicht "unerörtert"?
(2) Herr Shi meint "mit Gedichten Beamte auswählen" und Jugendlichen ›Zhuangzi‹, ›Wenxuan‹ empfehlen unterscheide "Zwang" und "Beitrag" - mein Vergleich unpassend. Aber ich weiß nicht: Als Chinesischlehrer bewertete Herr Shi Schüler-Aufsätze mit ›Zhuangzi‹-Grammatik und ›Wenxuan‹-Wortschatz als gute Texte? Als Redakteur wählte er solche Werke aus? Falls ja, würde er als "Prüfer" mit ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ Beamte auswählen.
(3) Herr Shi zitiert Lu Xun: 1. "Wenig chinesische Bücher lesen resultiert nur in Schreibunfähigkeit." Das erkennt an: Zum Schreiben sollte man mehr chinesische Bücher lesen; 2. "...Will man alte Sachen, sollte man sich an Zhang Zhidongs »Bücherlisten-Antworten« halten." Das zeigt keine Jugendlichen-alte Bücher-Opposition. Herr Shi übersieht Zeit und Umgebung. Diese Sätze entstanden, als viele riefen, Umgangssprache schreiben brauche auch alte Bücher - dagegen gerichtet: Selbst nach ihren Worten nur Schreibunfähigkeit, aber alte Bücher lesen schadet mehr als Schreibunfähigkeit. Bei 2. sind klar alte Literatur-Forscher gemeint, sehr verschieden von Herrn Shis allgemeinen Vorschlägen. Für chinesische Altliteratur müssen wir nicht »Yijing« und »Shujing« lesen?
Tatsächlich sagte Herr Shi, beim Bücherliste-Ausfüllen sei er nicht so ernst wie ich vermutete - das ist wohl wahr. Denken wir: Gäbe es wirklich solchen Jugendlichen-Nachfolger, der gehorsam nach harter Arbeit mit ›Zhuangzi‹-Grammatik, ›Wenxuan‹-Wortschatz Artikel schriebe, die ›Lunyu‹, ›Mengzi‹ und »Yan-Familienanweisungen«-Moral entwickeln - "wäre das nicht zu komisch?"
Aber meine »Nostalgie« war ernst. Ich wollte nicht "mehr Massen gewinnen", hasste auch nicht Herrn Shis Nicht-Empfehlung von »Huagai-Sammlung« Haupt-Folgebände und »Falsche Freiheit«; hatte auch keine anderen "Motive" wie Studienzeit-Punktverluste oder Manuskript-Konfiszierung mit Privatrache.
(21. Oktober)
- [Zum Nachschlagen]:**
- Brief an Herrn Li Liewen - Shi Zhesheng**
- auch Herrn Feng Zhiyu gezeigt
Bruder Liewen:
Neulich hastige Straßenbahn-Begegnung - ich stieg bei Wang Jiasha aus zum Buchkauf bei Minjiu-Buchhandlung. Aber das Buch war zu teuer, kaufte nicht, verlor unnötig Gelegenheit für längeres Gespräch - sehr enttäuschend.
Über ›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹ will ich nichts mehr sagen. Beim Ausfüllen von »Dabao«-Formularen war ich nicht so ernst wie Herr Feng vermutet. Ich sagte nicht, jeder Jugendliche müsse diese zwei Bücher lesen, nur diese zwei Bücher oder nur diese empfehlenswert. Wohl wollten Zeitungsredakteure Neues hinzufügen, Ausfüller schrieben zufällig empfehlenswerte Bücher. Hätte ich gewusst, das verursacht solche Kontroversen, hätte ich trotz Herrn Cui Wanqius Kotau nicht geschrieben. Heute sah ich in »Taosheng« 40 Herrn Cao Jurens Brief mit Schluss: "Gibt es nichts Vorteilhafteres für Jugendliche als diese zwei Bücher? Wage zu fragen." Das ließ mich lach-weinen. (Herrn Cao Jurens Brief ist aufrichtig, ich antworte, vielleicht in »Taosheng« - bitte lesen.)
Herrn Feng Zhiyu will ich nicht mehr kränken, aber zu drei Punkten in »Nostalgie« (oben) noch Meinungen:
(1) Herr Feng sagt: "Manche neue Jugendliche können alte Gedanken haben, manche alte Formen können neuen Inhalt bergen." Richtig - neue Jugendliche können alte Gedanken haben, dann können "veraltete Nachkommen-Gruppen-Gliedmaßen" wie ich alte Gedanken unerörtert haben. Alte Formen können neuen Inhalt bergen - dann schadet ›Zhuangzi‹-klassisches Schreiben nicht, je nach Inhalt.
(2) Herr Feng sagt, er verstehe nicht, was mein Rat an Jugendliche, »Zhuangzi« und »Wenxuan« zu lesen, von "als Prüfer mit Gedichten Beamte auswählen" unterscheide - das ist aber klar unterschieden. Ersteres bietet als persönliche Meinung Jugendlichen einen Beitrag, Annahme oder Ablehnung liegt in ihrer Freiheit; letzteres repräsentiert eine ganze Klasse (Anmerkung: auch Beamtenklasse) und zwingt fast alle Jugendlichen Gedichte zu schreiben. (Außer diese Jugendlichen wollen keine Beamten werden.)
(3) Zu sagen, Herr Lu Xuns Artikel stammen aus »Zhuangzi« und »Wenxuan«, ist wirklich komisch - ich erinnere mich nicht, das gesagt zu haben. In meinem Artikel führte ich Herrn Lu Xun als Beispiel an, wollte nur Herrn Lu Xun um Hilfe bitten, der nicht dagegen ist, dass Jugendliche aus alten Büchern literarische Bildung schöpfen. Obwohl Herr Lu Xun immer rät, mehr ausländische Bücher zu lesen - weil er meint, daraus können denkende scharfsinnige Jugendliche entwickelt werden -, bei meiner Art für Jugendliche vom Artikelschreiben (oder literarischer Bildung) her zu denken, widersprach Herr Lu Xun nie dem Lesen alter Bücher durch Jugendliche. Zwei Belege: 1. "Wenig chinesische Bücher lesen resultiert nur in Schreibunfähigkeit." (Beixin-Ausgabe »Huagai-Sammlung« S. 4) Das zeigt, Herr Lu Xun erkennt an: Zum Schreiben sollte man mehr chinesische Bücher lesen. Diese sogenannten chinesischen Bücher scheinen nach obigem Text nicht Umgangssprache-Bücher zu meinen. 2. "Oft werde ich gefragt, was man für Literatur lesen sollte?... Ich meine, will man alte Sachen, sollte man sich an Zhang Zhidongs »Bücherlisten-Antworten« halten." (Beixin-Ausgabe »Weiter nichts-Sammlung« S. 45)
Jetzt sollte ich hier "aufhören". Ich schrieb dem »Dabao«-Redakteur einen Brief und bat aus Respekt vor Herrn Feng Zhiyus guter Absicht um Erlaubnis, zwei andere Bücher Jugendlichen zu empfehlen. Außer einem Brief an Herrn Cao Juren habe ich zu »Zhuangzi« und »Wenxuan« nichts mehr zu sagen. Ich sah mehrmals Textstreitigkeiten in »Freie Diskussion« - immer mehr emotionale Kämpfe, die vom Thema abwichen, bis sogar Teilnehmer-Motive verdächtig wurden. Ich will mich nicht unwillkürlich in Strudel ziehen lassen, daher sage ich nichts mehr. Gestern Abend improvisierte ich einen Vers:
Dies ist auch ein Recht-Unrecht, jenes auch ein Recht-Unrecht Nur ohne Recht-Unrecht-Anschauung kann man Recht-Unrecht vermeiden
Gäbe es jemanden, der Siegelschrift schreiben kann? Möchte sehr um Pinselschrift bitten, an weiße Wand zu hängen.
Shi Zhesheng (19.) (20. Oktober, »Shenbao·Freie Diskussion«)
- [Chinesische Schrift und Chinesen - Yu Ming]**
Kürzlich erschien eine sehr gute Übersetzung: Karlgrens »Chinesische Sprache und chinesische Schrift«. Herr Karlgren ist Schwede, sein wahrer Name ist Karlgren. Warum "ehrenwerter Name" Gao? Zweifellos durch Sinisierung. Er leistet wirklich große Beiträge zur chinesischen Sprachwissenschaft.
Aber er scheint Chinesen noch mehr zu erforschen, daher verehrt er klassische Sprache und chinesische Zeichen als unentbehrlich für Chinesen.
Er sagt: "Kürzlich - Gaos Buch erschien 1923 in London - probierten einige Zeitungen Umgangssprache, aber ohne großen Erfolg; dadurch ärgerten sie vielleicht Abonnenten, da es andeutete, sie könnten klassische Sprache nicht verstehen!"
"Westliche Länder haben viele Schauspieler, die während Aufführungen jederzeit viele 'Gags' einfügen können, auch viele Autoren missbrauchen Bücher; aber alle halten das für minderwertigen Geschmack. In China ist es umgekehrt - man hält es für hohe Eleganz und Meisterkunst."
Chinesische Schrift-"Unklarheiten bereiten Chinesen nicht nur keine Schwierigkeiten, sie möchten sie kultivieren."
Aber Herr Gao erlitt dadurch genug Beleidigungen: "Der Buchautor versteht völlig, was liebe Chinesen ihm sagen, aber ihre gegenseitigen Gespräche versteht er kaum." Das sind natürlich jene "lieben Chinesen", die ihm "andeuten", er verstehe keine Oberschicht-Sprache, denn "Ausländer in China brauchen nur aufzupassen und merken: Obwohl sie gewöhnliche Sprache beherrschen, sind Oberschicht-Gespräche rätselhaft."
Daher sagt er: "Chinesische Schrift ist wie eine schöne, liebenswerte Dame, westliche Schrift wie eine nützliche, aber unschöne Magd."
Schöne, liebenswerte, aber nutzlose Damen-"Meisterkunst" liegt in "Gag"-Unklarheit. Das lässt westliche Erstklasse-Gelehrte höchstens gewöhnlichen Chinesen entsprechen, ohne Hoffnung in Oberschichten zu gelangen. So "siegten wir geistig". Um diesen Sieg zu bewahren, brauchen wir hohe, elegante Wortschätze - und reichlich! Vierter-Mai-Umgangssprache-Bewegungs "kein großer Erfolg" liegt meist daran, dass Oberschichten fürchten, man deute ihre klassische Sprach-Unkenntnis an.
Obwohl "dies ist auch ein Recht-Unrecht, jenes auch ein Recht-Unrecht" - bleiben wir lieber unklar. Sonst bereitet es Schwierigkeiten.
(25. Oktober)
- [Wildtier-Trainingsmethoden - Yu Ming]**
Kürzlich gab es äußerst nützliche Vorträge: Hai Jingbo-Zirkus-Manager Schwede hielt im dritten Stock der Chinesischen Kunst-Gesellschaft "Wie trainiert man Tiere?" Leider hatte ich kein Glück beizuwohnen, sah nur Zeitungsnotizen. Aber darin waren schon genug scharfsinnige Worte:
"Manche denken, Wildtiere mit Gewalt und Fäusten zu behandeln und zu unterdrücken sei richtig - das ist falsch, weil das primitive Wildtier-Behandlung war. Heutige Trainingsmethoden sind anders."
"Jetzt verwenden wir Liebeskraft, gewinnen ihr Vertrauen zu Menschen, verwenden Liebeskraft und sanfte Gefühle, sie zu bewegen..."
Diese Worte stammen zwar aus germanischem Mund, stimmen aber sehr mit unserer Heiligen-Ahnen-Lehre überein. Gewalt und Fäuste verwenden ist sogenannte "Hegemonie". Aber "mit Kraft Menschen unterwerfen überzeugt Herzen nicht", daher müssen zivilisierte Menschen "Königsweg" verwenden, um "Vertrauen" zu erlangen: "Volk ohne Vertrauen kann nicht bestehen."
Aber nach "Vertrauen" müssen Wildtiere Tricks machen:
"Trainer können nach Vertrauen-Erlangung mit Training beginnen: Erstens, sie Sitz- und Steh-Positionen erkennen lassen; dann können sie springen, aufstehen..."
Tier-Training gleicht Volk-Hüten, daher nannten Alte auch Volk-Regierende "Hirten". Aber "Gehütete" sind Rinder und Schafe, schwächer als Wildtiere, daher braucht es nicht nur "Vertrauen", kann auch Fäuste verwenden - das ist würdevolle "Macht-Vertrauen".
Durch "Macht-Vertrauen" regierte Tiere reichen nicht mit "springen, aufstehen" - Ergebnis muss Haar-Horn-Blut-Fleisch-Beitrag sein, mindestens täglich Milch-Lieferung wie Kuh-, Schafmilch.
Aber das sind alte Methoden, ich glaube nicht, dass sie die Moderne einschließen können.
Nach Schweders Vortrag gab es angeblich Zusätzliches wie "Östliche Musik" und "Federball-Treten" - Zeitungen ungenau, Details unbekannt, sonst wären sie wohl sehr bedeutsam.
(27. Oktober)
- [Wiederkäuen - Yuan Gen]**
Über »Zhuangzi« und »Wenxuan«-Diskussionen erwähnen manche Publikationen nicht mehr direkt, ob alle das erforschen sollten, sondern wenden sich anderen Dingen zu. Sie verspotten »Wenxuan«-Gegner, die selbst klassische Texte schrieben und alte Bücher lasen.
Das ist wirklich scharf. Wohl sogenanntes "mit deinem Speer deinen Schild angreifen" - Entschuldigung, schon wieder "alte Bücher"!
Wer nie ins Gefängnis kam, kennt keine Gefängnis-Wahrheit. Mit Reichen oder selbst reich, erst telefonieren, dann besichtigen - er sieht nur freundliche Wärter, Gefangene können frei englisch sprechen. Will man Details wissen, muss er ehemaliger Wärter oder entlassener Gefangener sein. Natürlich hat er noch schlechte Gewohnheiten, aber sein Rat, nicht ins Gefängnis zu gehen, ist glaubwürdiger als Berühmtheiten über Mustergefängnis-Bildung und -Hygiene, wie vollständig, viel besser als Armer-Häuser.
Aber selbst Gefängnis-Atmosphäre zu haben disqualifiziert angeblich vom Gefängnis-Schlecht-Sagen - Wärter oder Gefangene sind schlechte Menschen, schlechte Menschen können nichts Gutes sagen. Nur gute Menschen sagen Gefängnis gut - das sind gute Worte. »Wenxuan« gelesen und nutzlos genannt ist weniger hörbar als »Wenxuan« nicht gelesen und nützlich genannt. Anti-"Anti-»Wenxuan«"-Herren lasen natürlich meist, aber Ungelesene gibt es auch - ein Beispiel: "»Zhuangzi« las ich vor vier Jahren, konnte damals nicht völlig verstehen... »Wenxuan« sah ich überhaupt nicht." Aber er schließt: "Wegen schmutzigen Badewannen-Wassers auch Babys wegzugießen können wir nicht befürworten." (siehe »Fackel«) Er will Wasser-"Babys" schützen, sah aber nie "Badewannen-Wasser".
Zur Vierter-Mai-Zeit sagten klassische Sprach-Schützer: Alle Umgangssprache-Schreiber können klassische Sprache, daher muss man auch klassische Texte lesen. Jetzt sagen alte Bücher-Schützer: Alte Bücher-Gegner lesen auch alte Bücher, schreiben klassische Sprache - zeigt Ansichts-Lächerlichkeit. Ewig wiederkäuen, selbst nie erbrechen - wohl wirklich »Zhuangzi« durchgelesen.
(4. November)
- [Zur Güte zurückkehren - Luo Wu]**
Im Ausländerviertel mit starker Säure gehasste Frauen zu bespritzen ist längst ausgestorben. Gehasste Anwälte mit Schmutz zu bespritzen dauerte nur zwei Monate. Am längsten währt: Gerüchte zu erfinden, um gehasste Literaten zu verleumden - das gibt es schon seit Jahren, wird nur weniger, nicht mehr.
Im Ausländerviertel gibt es viele Müßiggänger - "Bummel-Essen" kann man leben, geschweige denn gelegentlich Mahjong spielen. Kleinbürgerliches Geplapper kann sehr entspannend sein. Ich lese oft Gerüchte-Fachzeitschriften, aber nicht Gerüchte, sondern Gerüchte-Autoren-Methoden: welche außergewöhnlichen Phantasien, originelle Beschreibungen, heimtückische Fallen, ausweichende Originalformen. Gerüchte brauchen auch Talent - macht er es geschickt, liebte ich wohl seine Fertigkeit, selbst wenn es meine eigenen Gerüchte wären.
Aber leider meist ohne solches Talent - Autoren in Gerüchte-Literatur "füllen nur Zahlen". Das ist nicht meine Privatmeinung. Literaturwelt-Geschichten-Romane sind unpopulär, Außengeschichten nicht weitergeschrieben - Menschen schütteln den Kopf. Immer dieselben Sätze - selbst bei schlechtem Gedächtnis wird man überdrüssig. Zur Fortsetzung braucht es jetzt Talent; sonst Zuschauer zerstreut, sollte anderes Stück aufgeführt werden.
Zum Beispiel: Früher »Sohn töten melden«, diesmal müsste »Dritte Tante lehrt Sohn« sein: "Alter Ostherr, ach, ach, ach!"
Literaturfeld ist wirklich wie Theaterfeld - tatsächlich wird allmählich "Volks-Tugend kehrt zur Güte zurück". Manche erklären sogar selbst Personal-Wechsel: Früher "Autoren-Geheimgeschichten veröffentlichen war zwar Literaturwelt-Schönheit, schadete aber Güte. Künftig stoppt unser Blatt solche Manuskripte... frühere Wort-Verantwortung... übernehmen wir keine Verantwortung." (siehe »Weiyan«) Für "Güte" "Schönheit" zu opfern ist bedauerlich, aber respektabel.
Besonders respektabel ist Personal-Wechsel. Das respektiert nicht seine "keine Verantwortung", sondern seine Gründlichkeit. Früher gab es "Messer hinlegen, sofort Buddha werden", aber auch "Amtssiegel hinlegen, sofort Buddha verehren" und schließlich "Gebetskette hinlegen, sofort Beamter werden" - diese Spielerei ist wirklich unzureichend für Weltvertrauen, macht Amtsführung schwierig.
Aber besonders schwierig ist: Güte-Literatur kann bei weitem nicht so leicht Leser mobilisieren wie Gerüchte-Literatur, braucht talentiertere Autoren. Ist kurzfristig schwer zu finden, verlieren Publikationen Farbe. Ich denke, besser frühere Gag-Zweitclowns lange Bärte umhängen und alte Männer-Oper singen lassen - vorübergehend besonders interessant.
(4. November)
Nachtrag: Dieser konnte nicht veröffentlicht werden. (Nächstes Jahr 19. Juni notiert)
- [Schwer verwirrt zu bleiben - Zi Ming]**
Weil jemand Siegelschrift-Schreiben erwähnte, erinnerte ich mich: Zheng Banqiao hatte einen Stempel mit "schwer verwirrt zu bleiben". Die vier Siegelzeichen waren verschlungen geschnitzt, konnten etwas Gelehrten-Verdruss ausdrücken. Zeigt: Stempel schnitzen und Siegelschrift schreiben reflektieren auch bestimmte Stile, wie "Holzschnitt spielen" nicht unbedingt "nur Privatsache": "Irrlehre" und "Dämon" bringen beim Siegelschrift-Schreiben auch "dämonische Verwirrung" mit.
Aber Stil, Stimmung, Tendenzen unterscheiden sich nicht nur nach Person, sondern nach Sache und Zeit. Zheng Banqiao sagte "schwer verwirrt zu bleiben" - tatsächlich konnte er noch verwirrt sein. Jetzt, in Zeiten von "Amt suchen und nicht bekommen ist nicht traurig, Versteck suchen und keinen Ort finden zum Kriechen ist wohl weltgrößte Trauer", ist Verwirrung suchen und nicht bekommen wirklich schwer.
Verwirrung-Prinzip, keine Recht-Unrecht-Anschauung usw. waren ursprünglich Chinas hohe Moral. Du nennst es Befreiung, Weitsicht - vielleicht nicht. Er hält tatsächlich an etwas fest, beharrt darauf: moralische Orthodoxie, literarische Hauptrichtung. Das kommt schließlich heraus: Moral braucht Kong-Meng plus "buddhistische Vergeltung-Lehre" (Lao-Zhuang separate Rechnung), andere "Buddhismus-Einfluss-Verachtung" zu sagen heißt "für Konfuzianismus Orthodoxie erkämpfen" - ursprünglich ist Tongshan-Gesellschafts Drei-Religionen-gleiche-Quelle-Theorie längst orthodox. Literatur? Braucht schwierige Zeichen, Wortzierrat, üppige Werke - und zwar neue Literatur-Werke, obwohl er "neue und alte Literatur-Grenzen verneint"; Massenliteratur "natürlich befürwortet", "aber das ist Literatur-Seitenzweig". Orthodoxie und Hauptrichtung sind offensichtlich.
Über Lebens-Überdruss nicht verwirrt! Lebendiges Leben ist schon so "arm" - will Jugendliche in "buddhistischer Vergeltung-Lehre", in »Wenxuan«, »Zhuangzi«, »Lunyu«, »Mengzi« Bildung suchen lassen. Später verschwand Bildung, nur Wortschatz blieb. "Naturlandschaften, persönliche Gefühle, Palast-Architektur... kann man noch aus »Wenxuan«-artigen Büchern holen." Früher fand Yan Jidao aus alten Büchern - wohl auch »Zhuangzi« - "yao ni" zwei Zeichen für Unit-Übersetzung: alt-elegant und laut-bedeutungs-doppeldeutig. Aber später verbreitete sich "danwei" (Einheit). Yan-Herrschens solche "Wortschätze" sind viele, meist unwiedererweckbar. Jetzt meint jemand: "Han-nachher Wörter, Qin-vorher Zeichen, westlicher Kultur gebrachte Zeichen und Wörter können unsere glänzende neue Literatur zusammensetzen." Liegt der Glanz nur in Zeichen und Wörtern, ist das wohl wie alte Grab-Edeldamen voller Perlen-Schätze. Leben liegt aber nicht in Zusammensetzen, sondern Schaffen - Millionen Lebender schaffen. Hassenswert ist: Leben so unruhig-chaotisch, lässt manche "keinen Ort finden zum Kriechen", will in Zeichen und Wörter fliehen, um "Recht-Unrecht zu vermeiden" - aber unerreichbar. Wirklich Siegelschrift schreiben und Stempel schnitzen!
(6. November)
- [Lebenden Wortschatz in alten Büchern suchen - Luo Wu]**
Lebenden Wortschatz in alten Büchern suchen ist sagbar, nicht machbar - er findet in alten Büchern keinen lebenden Wortschatz.
Gäbe es hier "»Wenxuan« lesende Jugendliche" - einige Oberschüler -, öffnet er »Wenxuan« und will Wortschatz suchen, weiß natürlich, dass manche Zeichen tot sind. Aber wie unterscheidet er Zeichen-Leben-Tod? Wohl nur nach eigenem Verstehen-Nicht-verstehen. Aber nach Sechs-Minister-Kommentaren verstandene Zeichen zählen nicht - das sind Leichen, von Sechs Ministern in sein Gehirn getragen. Selbst in seinem Gehirn wiederbelebt, sind sie vor Nicht-"»Wenxuan« lesenden Jugendlichen"-Augen noch tote Sachen. Er muss blanken Text lesen.
Wirklich, ohne Kommentare gibt es Verständliches - das ist lebender Wortschatz. Aber warum verstand er es schon? Bestimmt in anderen Büchern gesehen oder bis heute verwendeter Wortschatz - daher versteht er es. Was findet er dann aus »Wenxuan«?
Aber Herr Shi sagt, bei Palast-Beschreibungen nützlich. Sehr richtig - »Wenxuan« hat viele Palast-Fu und spezielle Palast-Fu. Will ein Jugendlicher Han-Jin-historische Romane schreiben und damalige Paläste beschreiben, ist »Wenxuan«-Suchen sehr angemessen, muss auch »Vier Geschichten«, »Jin-Buch« lesen. Aber genommene seltene Zeichen sind nur Leichen-Heraustragen, geheimnisvoll "Wiederbelebung" genannt. Will er Qing-Paläste beschreiben, hat das wenig mit »Wenxuan« zu tun.
Will er nicht mal Qing-Paläste beschreiben, aber Vorbereitungen so breit anlegen, ist das wirklich vergeblich und unzureichend. Denn es gibt noch »Yijing« und »Yili« - deren Wortschatz ist bei Zhou-Wahrsagung und Hochzeit-Begräbnis-Beschreibungen nützlich, sollte auch als "Literatur-Bildung-Grundlage" dienen - dann mehr wie "Literatur-Jugendliche".
(6. November)
- ["Vereinbarte" Literaturgrößen - Bai Zaixuan]**
Federspitzen sind auch spitz, müssen auch bohren. Meinungswege sind eng wie Lebenswege, daher (obige 15 Zeichen gedruckt als "andere Orte unbebohrbar") nur gegen Literaturzeitschriften-Werbung-Übertreibung stechen.
Werbungen sehen: Jeder Autor ist Literaturgroße, Chinas Literaturwelt scheint flammenglänzend, bringt aber auch Nasen-Schnauben hervor. Aber Autoren, die lebenslang schreiben und in Berge vergraben auf Archäologie-Teams warten, gibt es nicht mehr; selbst selbst-schreibende, -schnitzende, dünne Hefte bindende, Freunden schenkende Dichter selten. Jetzt: vorige Woche schreiben, nächste Woche drucken, letzten Monat ausschneiden, nächsten Monat Buch - meist nur für Honorar. Zu sagen, Autoren hungern und konzentriert der Gesellschaft dienen, wird wohl rot machen. Selbst Honorar-Braucher-Verspotter - ihre Spott-Artikel brauchen auch Honorar. Natürlich gehören andere Gehalts- oder Frauen-Mitgift-Lebende nicht dazu.
Grob gesagt: Wurzel liegt im Geldverkauf - daher Shanghais verschiedenste Literaturgrößen durch "Vereinbarung" "längst schon, nicht erst heute".
Geschäfte drucken Manuskripte: Herrscht Feudalismus, sagt Werbung Autoren sind feudale Literaturgrößen; ist Revolution angesagt, sind es revolutionäre Literaturgrößen - so wird eine Literaturgrößen-Charge bestimmt. Andere Bücher erscheinen, andere Werbung sagt: Jene Autoren sind nicht wirklich feudal oder revolutionär, diese sind echte Ware - wieder eine Literaturgrößen-Charge bestimmt. Andere sammeln verschiedene Werbung-Kontroversen, ein Autor fügt Kritiken hinzu, hervorbringend neue Literaturgrößen.
Eine Methode ist Rollen-Kombination: Einige Dichter, Romanciers, einen Kritiker brauchen, beraten, Gesellschaft gründen, Werbung schalten: Jene Literaturgrößen stürzen, diese erheben - Ergebnis kann auch Literaturgrößen-Charge bestimmen, auch "Vereinbarung".
Grob gesagt: Wurzel liegt im Geldverkauf - daher spätere Buchpreise zeigen Literaturgrößen-wahren Wert: Zwei Zehntel Preis, fünf Jiao ein Haufen möglich. Aber eine Ausnahme: Obwohl Läden schließen, Werke billig verkauft werden, sind Literaturgrößen nicht am Ende - sie sind "hochgeklettert", in Universitäten, Ämter, brauchen diese Trittbretter nicht mehr.
(7. November)
- [Jugend und Väter - Jing Yizun]**
Hörte: "Seit Europäische Winde ostwärts wehen", wurde Chinas Moral schlechter, besonders heutige Jugendliche verachten oft Väter. Das ist wohl ein großer Fehler, denn ich sah einige Beispiele: Väter sind für Jugendliche manchmal sehr nützlich, hilfreich, nicht nur "literarische Bildung"-Hilfe.
Ein alter Artikel - ich vergaß, aus welchem Buch - erzählt: Ein Taoist hatte Unsterblichkeits-Kunst, sagte über hundert Jahre alt zu sein, sah aber "schön wie Kronjuwel" aus, wie zwanzig. Eines Tages gab dieser lebende Unsterbliche ein großes Bankett für Reiche, plötzlich kam ein weißhaariger-bärtiger Alter, verlangte Geld. Er schimpfte ihn hinaus. Alle verwundert, sagte der lebende Unsterbliche großmütig: "Das ist mein kleiner Sohn, er hört nicht auf mich, will nicht Taoismus studieren - jetzt seht ihr, nicht mal sechzig und schon so alt." Alle natürlich bewegt, aber später erkannten sie: Der Mann war tatsächlich des Taoisten Vater.
Ein neuer Artikel - Yangs Geständnis - erzählt: Er war zielbewusster Mensch mit korrekten Lehren, nicht nur Reden, sondern Handeln. Aber beim Sehen mancher Orte-Alte leiden sah er nicht menschlich aus, dachte an seinen Vater: Selbst wenn seine Ideale verwirklicht würden, könnte er seinen Vater nicht zum Großherrn machen, müsste noch leiden. So bekam er korrektere Lehren, verwarf ursprüngliche Ideale, wurde Sohn. Wären Eltern früh gestorben, wie könnten Lehren so vollständig und würdevoll sein? Ist das nicht auch Väter-Nutzen für Jugendliche?
Haben Jugendliche ohne Väter keine Methoden? Ich denke nicht - gibt Methoden. Muss auch alte Bücher prüfen. Ein anderer Artikel - ich vergaß auch, aus welchem Buch - erzählt: Eine alte Frau bettelte, plötzlich kam ein Reicher, sagte sie sei seine längst verlorene Mutter. Sie spielte mit, wurde alte Dame. Später wollte ihr Sohn Tochter verheiraten, ging mit alter Dame zusammen zu Schmuckläden Gold kaufen, nahm der alten Dame gefallende Sachen selbst mit zur Frau zeigen, bat alte Dame weiterzuwählen - aber verschwand.
Aber das ist wie Taoist-Lernen, braucht Wirklichkeits-Methoden. Nur Geständnisse schreiben - ob Väter da sind, macht keinen großen Unterschied. Früher befürwortete jemand "leere Kaiser-Republik", warum nicht jetzt "vaterlose Kindespietät"? Zhang Zongchang respektierte sehr Konfuzius, wohl hatte sein Haus auch nicht »Vier Bücher«, »Fünf Klassiker«.
(7. November)
- [Nachwort]**
Diese über sechzig Glossen entstanden unter Unterdrückung ab letztem Juni unter verschiedenen Pseudonymen, Redakteure und Zensoren täuschend, fortlaufend in »Freie Diskussion« veröffentlicht. Bald verkündeten "inspirierte" "Literaten" sie, unverhüllbar. Obwohl ihre geruchsbasierten Urteile manchmal nicht den Fakten entsprachen. Aber Unbußfertige können nicht weit ausweichen - so kam nach einem halben Jahr heftigere Unterdrückung. Bis Anfang November hingehalten, musste ich aufhören, bewies: Meine Tinte kann jenen maskierten, unter Kommando-Säbeln hervortretenden Helden nicht widerstehen.
Ohne Artikel schreiben ordnete ich alte Manuskripte, klebte Jahresende ein Buch zusammen, fügte Gelöschtes oder Unveröffentlichte hinzu - sieht umfangreicher aus als frühere »Falsche Freiheit«. Dieses Jahr März wollte ich drucken, schrieb Vorwort, langsam setzen, korrigieren - wieder ein halbes Jahr vergangen. Rückblickend auf Schreibstopp schon über ein Jahr - Zeit fliegt, aber ich fürchte, meine Glossen sprechen noch von Gegenwart oder sogar nächstem Jahr.
Erinnere mich: Bei »Falsche Freiheit«-Veröffentlichung kritisierte »Gesellschaftsnachrichten«, mein Druckabsicht sei völlig für einen Schwanz - »Nachwort«. Das ist Missverständnis. Meine Glossen schreiben oft Nase, Mund, Haar, aber zusammen sind sie fast vollständige Gestalt - ohne Zusätze passabel. Aber einen Schwanz zeichnen macht es vollständiger. Daher will ich Nachwort schreiben - außer dass ich Schreibender bin, muss schreiben - nur damit dieses Buchs gezeichnete Gestalt vollständigere konkrete Gestalt wird, nicht "völlig für einen Schwanz".
Inhalt wie früher: Gesellschaftsphänomene kritisieren, besonders Literaturwelt-Verhältnisse. Wegen häufigem Pseudonym-Wechsel anfangs friedlich. Aber "Berge leicht ändern, Natur schwer wandeln" - ich weiß, ich kann nicht anständig bleiben. »Vorwort-Befreiung« stieß auf Zeng Jinke, »Großsprech-Rabatt« beleidigte Zhang Ziping, außerdem unbewusst andere Große beleidigt - ich weiß selbst nicht. Aber nach »Verschiedene Spenden-Ränge« und »Drachen-Aufstieg-Kunst-Ergänzungen« wurde der Fall groß.
Letzten August eröffnete Dichter Shao Xunmeis Buchhandlung »Zehn-Tage-Gespräche«. Dieser Dichter schrieb in Nummer 2 (20. erschienen) hochmütig über "Literaten ohne Charakter", teilte Literaten in fünf Typen, schließend:
Außer obigen fünf Typen gibt es natürlich viele andere; aber ihr Literatentum liegt daran, dass sie nichts zu essen haben oder nicht satt werden. Denn Literat-Sein braucht nicht viel Kapital wie Beamter oder Geschäftsmann. Ein Pinsel, etwas Tinte, einige Manuskriptseiten sind alles nötige. Kein-Kapital-Geschäft will jeder machen, daher viele Literaten. Das ist Tatsache: Ohne Beruf wird man Literat.
Unsere Literaturwelt wird von solchen Literaten organisiert.
Da sie ohne Beruf Literaten werden, ist ihr Ziel noch Beruf, nicht Literat. Sie nutzen Literatur-Bankett-Namen, um Große anzulocken; nutzen Literaturzeitschriften oder Beilagen-Plätze für Selbstwerbung: Nur Bekanntheit suchen, Scham ignorieren.
Wer weiß: Als Literaten werden sie als Literaten gesehen; als Literaten gesehen bekommen sie keine Berufe mehr - diese Gestalten randalieren ewig in Literaturwelt.
Literaten sind meist arm - seit Meinungs- und Schöpfungs-Unterdrückung haben manche Autoren wirklich nichts zu essen. Herr Shao Xunmei ist sogenannter "Dichter" und berühmter Großreicher "Sheng Gongbaos" Schwiegersohn - Schmutz auf "diese Gestalten" zu gießen ist normal. Aber ich meine: Literat-Sein unterscheidet sich von "großen Beerdigungen" - selbst viele Helfer anheuern, Gongs schlagen, rufend: Nachher bleibt nur leere Straße, nicht mal wie "große Beerdigungen", die nach Jahrzehnten manchmal noch Philister besingen. Extremer Armut verhindert gute Literatur, aber Gold und Silber sind nicht Artikel-Wurzeln - am besten Jangtse-Ufer-Land kaufen. Aber Reichen-Söhne missverstehen oft: Geld bewegt Geister, kann auch Literatur durchdringen. Geister bewegen ist wohl richtig, vielleicht auch Götter, aber Literatur durchdringen geht nicht - Dichter Shao Xunmeis eigene Gedichte sind Beweis. Meine zwei Artikel-Abschnitte erklärten: Ämter kann man kaufen, Literaten nicht; gibt Protektion-Beamte, aber keine Protektion-Literaten.
Aber Helfer erschienen sofort in würdiger »Zentralzeitung« (4., 6. September):
- Schwiegersohn-Problem - Ru Shi**
Kürzlich in »Freie Diskussion« zwei Schwiegersohn-Artikel: Sun Yongs »Zufriedenheit und Nicht-schreiben-können«, Wei Suos »Drachen-Aufstieg-Kunst-Ergänzungen«. Letzterer 1. September erschienen, ersterer nicht zur Hand, etwa Ende August.
Herr Wei Suo sagt: "Literaturwelt will zwar keine Schwiegersöhne rekrutieren, aber Schwiegersöhne wollen in Literaturwelt." Letzter Satz "Schwiegersöhne wollen in Literaturwelt" ist sehr solide, unangreifbar. Unsere Großväter sind andere Schwiegersöhne, unsere Väter auch, wir selbst auch. Wie heute "nordwärts" sitzende Lu Xun, Mao Dun sind andere Schwiegersöhne - "Schwiegersöhne wollen in Literaturwelt" ist unproblematisch. Ersterer Satz "Literaturwelt will zwar keine Schwiegersöhne rekrutieren" ist unhaltbar. Ich finde, Literaturwelt rekrutiert immer Schwiegersöhne - viele chinesische Autoren wurden russische Schwiegersöhne.
Außerdem: "Reiche Schwiegerväter, reiche Frauen haben, Mitgift-Geld als Literatur-Kapital verwenden..." Frauen-Mitgift als Literatur-Kapital zu verwenden sollte man bewundern, denn Frauen-Geld für Literatur ist besser als für andere unrechte Dinge. Außerdem braucht alles Kapital, Literatur keine Ausnahme. Ohne Geld keine Druckkosten, keine Zeitschriften und Sammlungen. Buchläden betreiben, Zeitschriften herausgeben braucht private Ersparnisse - Frauen-Geld ist auch Ersparnis. Außerdem ist reicher Schwiegersohn-Sein kein Verbrechen, wie Zeitungsbesitzer-Verwandter-Sein kein Verbrechen. Kann Zeitungsbesitzer-Verwandter nach Heimkehr müßig von Verwandten-Ansehen lebend Beilage redigieren, warum nicht reicher Schwiegersohn aus Interesse mit Frauen-Mitgift Literatur-Kapital machen?
- "Schwiegersohn"-Ausbreitung - Sheng Xian**
Fuchs kann keine Trauben fressen, sagt Trauben sind sauer. Heiratet selbst keine reiche Frau, entwickelt Eifersucht auf alle mit reichen Schwiegervätern - Eifersucht-Resultat ist Angriff.
Kann man als anderer Schwiegersohn noch Literat sein? Antwort natürlich positiv, wie Herr Ru Shi vorgestern in »Schwiegersohn-Problem« sagte: Heutige literaturwelt-berühmteste Lu Xun, Mao Dun sind einerseits Literaten, andererseits anderer Schwiegersöhne. Aber da Literaten auch anderer Schwiegersöhne sein können - gehören diese Schwiegersöhne zu armen oder reichen Schwiegervätern? Hierzu äußerten sich alte Autoren nicht - ob "Reich-neigend" oder "Arm-neigend" richtig. Aber »Freie Diskussion«-Autoren griffen reiche Schwiegerväter-Schwiegersöhne an - wir fühlen: Reiche Schwiegerväter-Schwiegersöhne sollten nicht mehr in Literaturwelt. "Reiche Schwiegerväter-Schwiegersöhne" und "Literaten" scheinen widersprüchlich - nur eines wählbar.
Heutige chinesische Literaturwelt hat dieses Phänomen: Nicht Literaten-eigene Literaturwelt-Anstrengungen prüfen, sondern kleinlich Literaten-Familien-Kleinigkeiten erforschen: reiche oder arme Frauen. Eröffnet man Buchhandlung, ob Kapital aus Frauen-Mitgift stammt, beschäftigt auch scharfäugige Literaten zur Untersuchung und Spott.
Ich denke, künftige chinesische Literaturwelt wird zu diesem Fortschritt: Nur Chen Jiageng-Gummischuh-Träger dürfen in Literaturwelt, Lederschuh-Träger gehören zu Adelsklasse und Angriffsliste.
Jetzt sind viele Rückkehrer-Studenten arbeitslos. Nach Heimkehr Beilage redigieren ist nicht beschämend, ob durch Verwandtschaft unwichtig - Verwandten-Nutzen liegt dort. Selbsternannte Literaturwelt-Säuberer greifen gruppenweise an, wenn andere unerwünschte Worte sagen - unnötig. Wer andere als "wild bellend" beschimpft, sollte nicht selbst "wild bellen".
Diese beiden Autoren sind reiche Schwiegersohn-Verehrer, aber Herr Ru Shi ist gewöhnlich - nach Großvätern, Vätern, Lu Xun, Mao Dun nur "Lu Xun nimmt Rubel"-Platitüden. Gag-Meister ist Herr Sheng Xian, der zu unvorstellbarem Dichter-Frauen-Geschmack übergeht. Theaters Zweitclown-Hilfe lässt Playboys besonders lächerlich aussehen - diese Methode verwendete ich später in »Komik-Beispiele«.
Aber Herrschaftshäuser haben auch gehässige Berater. Dieses Jahr Februar schrieb ich für Japans »Kaizo« drei kurze Abhandlungen, spottend über China, Japan, Mandschurei. Shao-Familie meinte "diesmal gelingt es". In derselben süße Trauben-Laube entstandenen »Renyan« (3. März) spielten Übersetzer und Redakteur vor - Übersetzer übersetzte angeblich nur einen »Gefängnis-Gespräche«, sandte an »Renyan« mit "Anhang" vor, "Notiz" nach:
- Gefängnis-Gespräche - Lu Xun**
(Kürzlich in japanischer Zeitschrift »Kaizo« März Lu Xuns drei Glossen gesehen - verglichen mit chinesischen Kurztexten brillanter, daher übersetzt für »Renyan«. Bedauerlicherweise kenne ich Lu Xuns Adresse nicht, Uchiyama-Buchladen-Besitzer Maruzo auch nicht - kann Übersetzung nicht erst zur Korrektur vorlegen. Bitte trotzdem unter Lu Xuns Namen veröffentlichen, um Original zu respektieren. - Übersetzer Inoue)
Menschen erwachen wirklich durch Tatsachen-Aufklärung und ändern dadurch Dinge. Von Song bis Qing-Ende lange Zeit wählte man mit "Kaiserliche-Rede-Vertretungs"-Aufsätzen Talente. Nach Frankreich-Niederlage erkannte man Methoden-Fehler - Westausbildung, Waffenfabriken als Korrekturen. Nach Japan-Niederlage war das unzureichend - diesmal großangelegte moderne Schulen. Daher jährliche Schüler-Aufstände. Nach Qing-Untergang und Kuomintang-Machtergreifung erkannte man wieder Fehler - Korrektur durch Gefängnis-Bau.
Altchinesische Gefängnisse gab es überall seit Alters, Qing-Ende baute auch westliche "Zivilisations-Gefängnisse". Das waren speziell für reisende Ausländer - wie für Ausländer-Verkehr lernende zivilisierte Umgangs-Studenten. Gefangene bekamen dadurch bessere Behandlung, Bäder, bestimmte Nahrung - sehr glückliche Orte. Vor zwei-drei Wochen erließ die Regierung aus Güte: Gefangenen-Nahrung nicht kürzen. Künftig noch glücklicher.
Alte Gefängnisse nachahmten buddhistische Höllen - nicht nur Einsperren, sondern Leiden-Geben. Manchmal Gefangenen-Verwandten Geld abpressen bis Armut. Alle hielten das für natürlich. Andersdenker halfen Gefangenen, wurden verdächtigt. Aber zivilisiert fortgeschritten - letztes Jahr schlug ein Beamter vor: Gefangene jährlich einmal nach Hause lassen für Sexualität sei humanitär. Ehrlich: Nicht besondere Sex-Sympathie, da unausführbar laut sprechen, um Beamtentum zu zeigen. Aber öffentliche Meinung kochte. Ein Kritiker sagte: Danach fürchten alle Gefängnisse nicht mehr, gehen gern hin - empört über Weltmoral. Von Heiligen-Lehre so lange beeinflusst, noch nicht so listig wie jener Beamte - beruhigend, aber zeigt Gefangenen-Misshandlungs-Glaube.
Andererseits sind Gefängnisse wie "Sicherheit-zuerst"-Idealländer. Wenig Brände, keine Diebe oder Banditen. Selbst bei Kriegen bombardiert niemand Gefängnisse, bei Revolutionen nur Gefangenen-Befreiung, keine Massaker. Bei Fujian-Unabhängigkeit freigelassene Gefangene verschwanden angeblich spurlos - aber beispiellos. Jedenfalls nicht sehr schlechte Orte. Mit Familien-Erlaubnis bäten selbst ohne Flut, Hunger, Krieg, Terror viele um Umsiedlung. Daher ist Misshandlung nötig.
Noulens-Ehepaar wegen Kommunismus-Propaganda in Nanjing inhaftiert, mehrmals gehungert - ohne Wirkung. Sie verstanden chinesische Gefängnis-Gesinnung nicht. Ein Beamter sagte: Will er nicht essen, was geht andere das an? Nicht nur nicht menschlich, spart auch Kost - Gefängnis-Vorteil. Gandhis Tricks scheitern ohne Ortswahl.
Aber solche fast perfekte Gefängnisse haben einen Mangel: Früher zu wenig Gedanken-Aufmerksamkeit. Zur Mängel-Behebung gibt es neuerdings "Besinnungs-Anstalten"-Spezialgefängnisse mit Bildung. Ich besann nie dort, kenne Details nicht. Jedenfalls wird Gefangenen ständig Drei-Volk-Prinzipien gelehrt, eigene Fehler-Besinnung. Auch Anti-Kommunismus-Aufsätze schreiben. Unwilligkeit oder Unfähigkeit führt zu lebenslanger Besinnung, Schlechtes auch zu Todes-Besinnung. Derzeit gehen welche hinein, kommen heraus, neue Anstalten entstehen - mehr Eingänge. Gelegentlich kommen erlöste Gutbürger, meist abgezehrt-verwelkt - wohl durch Besinnung und Abschluss-Aufsätze erschöpft. Hoffnungslos.
(Zusätzlich »Königsweg« und »Feuer« - bei Redakteur-Brauchbarkeit weitere Übersetzung. - Übersetzer)
Name zwar japanisch fingiert, Übersetzung wirklich schlecht - Niveau wie Shao-Häuser Helfer-Experte Zhang Kebiao, aber Text muss nicht sorgfältig übersetzt werden - wichtig ist nachfolgende Redakteur-Antwort:
Redakteur-Anmerkung: Lu Xuns Artikel stehen kürzlich auf Verbotsliste. Diese japanische Übersetzung entgeht Militärgericht. Aber wir drucken dies weniger für Artikel-Schönheit oder Argument-Gründlichkeit als Beispiel: Von Heimat vertrieben, unter Ausländer-Schutz. Lu Xuns Artikel sind sehr gut, Wortklauberei überzeugend, aber hier mehr Emotion als Argument, mehr Erfindung als Beweis. Wenn nicht Übersetzung-Fehler, missbilligen wir diese Haltung. Dies zeigt Kultur-Kontrolle-Stimmen. »Königsweg« und »Feuer« drucken wir nicht - Übersetzer muss nicht senden.
Dieser Redakteurs "unter Ausländer-Schutz" entspricht Übersetzers "Uchiyama-Buchladen-Besitzer Maruzo fragen"; "Militärgericht" zu erwähnen ist Autor-Meisterstück mit tiefer Mordabsicht. Ich sehe dieser Reichen-Sohn-Hunde und erkenne Ming-zeitliche Macht-Verkaufer-Gemeinheit. Ihr Herr Dichter Shao lobte in amerikanischen weißen Dichter-Artikeln schwarze Dichter herab: "Glaube, solche Gedichte verlassen Amerika nicht, mindestens nicht englische Sprache." (»Modern« 5-6) In chinesischen Reichen und deren Hunden bin ich auch wie Schwarzer Sklave, aber meine Stimme ging hinaus. Das ist hassenswerteste. Aber tatsächlich gingen auch Schwarzen-Gedichte aus "englischen Sprach-Kreisen". Amerikanische Reiche, ihre Schwiegersöhne und Hunde können nichts dagegen.
Aber solche Hunde zeigen nur "Lu Xuns Artikel stehen kürzlich auf Verbotsliste" mir gegenüber Gesicht - nur sofortige Ohrfeige macht sie zahmer als Möpse. Jetzt zitiere ich eine auch in »Komik-Beispiele« erwähnte Anzeige vom 21. September »Shenbao«:
- »Zehn-Tage-Gespräche« erklärt »Jingbao« Missverständnis und entschuldigt sich**
Sehr geehrte Damen und Herren, Zehn-Tage-Gespräche Nummer 2 Kommentar über Zhu Jiqings Spenden-Bekanntgabe erwähnte irrtümlich Jingbao, unser Blatt ungeschickt formuliert, veranlasste Jingbao zu Strafanzeige gegen Shao Xunmei. Da beide gesellschaftlich angesehene Publikationen sind, gibt es keinen Grund für gegenseitige Angriffe. Nach Zhang Shizhao, Jiang Rongping und anderen Vermittlungen erhielten wir Jingbaos völlige Verzeihung. Jingbao zog Klage zurück, wir erklären hiermit Entschuldigung.
"Beide gesellschaftlich angesehene Publikationen, kein Grund für gegenseitige Angriffe" - merkwürdiger "Grund", wohl sollte man "auf Verbotsliste stehende" Publikationen angreifen. Gold als Knochenmark steht trotzdem nicht gerade - hier eiserner Beweis.
Zu viel Papier für "Schwiegersohn-Probleme" - zu anderem: »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹«.
Diese Fall-Texte sind in diesem Artikel enthalten, nicht mehr besprochen; andere Meinungen spare ich auch papersparend aus. Damals zeigte »Zehn-Tage-Gespräche« auch Fähigkeiten - sogar Karikaturisten marschierten auf. Wegen Chen Jingshengs »Lu Xun-Flöte« entstand in »Taosheng« mit Cao Juren kleine Debatte. Aber bevor Debatte endete, wurde »Taosheng« verboten - Glückliche haben ewig Glückssterne...
Aber Zeit ist gnadenlos - sogenannte "dritte Menschen", besonders Shi Zhesheng und Du Heng alias Su Wen, zeigten dieses Jahr ihre wahren Gesichter.
Abschließend zum letzten Artikel: Übel entstehen durch neue Anspielungen.
(2) Herr Feng sagt, er verstehe nicht, was mein Rat an Jugendliche, »Zhuangzi« und »Wenxuan« zu lesen, von "als Prüfer mit Gedichten Beamte auswählen" unterscheide - das ist aber klar unterschieden. Ersteres bietet als persönliche Meinung Jugendlichen einen Beitrag, Annahme oder Ablehnung liegt in ihrer Freiheit; letzteres repräsentiert eine ganze Klasse (Anmerkung: auch Beamtenklasse) und zwingt fast alle Jugendlichen Gedichte zu schreiben. (Außer diese Jugendlichen wollen keine Beamten werden.)
(3) Zu sagen, Herr Lu Xuns Artikel stammen aus »Zhuangzi« und »Wenxuan«, ist wirklich komisch - ich erinnere mich nicht, das gesagt zu haben. In meinem Artikel führte ich Herrn Lu Xun als Beispiel an, wollte nur Herrn Lu Xun um Hilfe bitten, der nicht dagegen ist, dass Jugendliche aus alten Büchern literarische Bildung schöpfen. Obwohl Herr Lu Xun immer rät, mehr ausländische Bücher zu lesen - weil er meint, daraus können denkende scharfsinnige Jugendliche entwickelt werden -, bei meiner Art für Jugendliche vom Artikelschreiben (oder literarischer Bildung) her zu denken, widersprach Herr Lu Xun nie dem Lesen alter Bücher durch Jugendliche. Zwei Belege: 1. "Wenig chinesische Bücher lesen resultiert nur in Schreibunfähigkeit." (Beixin-Ausgabe »Huagai-Sammlung« S. 4) Das zeigt, Herr Lu Xun erkennt an: Zum Schreiben sollte man mehr chinesische Bücher lesen. Diese sogenannten chinesischen Bücher scheinen nach obigem Text nicht Umgangssprache-Bücher zu meinen. 2. "Oft werde ich gefragt, was man für Literatur lesen sollte?... Ich meine, will man alte Sachen, sollte man sich an Zhang Zhidongs »Bücherlisten-Antworten« halten." (Beixin-Ausgabe »Weiter nichts-Sammlung« S. 45)
Jetzt sollte ich hier "aufhören". Ich schrieb dem »Dabao«-Redakteur einen Brief und bat aus Respekt vor Herrn Feng Zhiyus guter Absicht um Erlaubnis, zwei andere Bücher Jugendlichen zu empfehlen. Außer einem Brief an Herrn Cao Juren habe ich zu »Zhuangzi« und »Wenxuan« nichts mehr zu sagen. Ich sah mehrmals Textstreitigkeiten in »Freie Diskussion« - immer mehr emotionale Kämpfe, die vom Thema abwichen, bis sogar Teilnehmer-Motive verdächtig wurden. Ich will mich nicht unwillkürlich in Strudel ziehen lassen, daher sage ich nichts mehr. Gestern Abend improvisierte ich einen Vers:
Dies ist auch ein Recht-Unrecht, jenes auch ein Recht-Unrecht Nur ohne Recht-Unrecht-Anschauung kann man Recht-Unrecht vermeiden
Gäbe es jemanden, der Siegelschrift schreiben kann? Möchte sehr um Pinselschrift bitten, an weiße Wand zu hängen.
Shi Zhesheng (19.) (20. Oktober, »Shenbao·Freie Diskussion«)
- [Chinesische Schrift und Chinesen - Yu Ming]**
Kürzlich erschien eine sehr gute Übersetzung: Karlgrens »Chinesische Sprache und chinesische Schrift«. Herr Karlgren ist Schwede, sein wahrer Name ist Karlgren. Warum "ehrenwerter Name" Gao? Zweifellos durch Sinisierung. Er leistet wirklich große Beiträge zur chinesischen Sprachwissenschaft.
Aber er scheint Chinesen noch mehr zu erforschen, daher verehrt er klassische Sprache und chinesische Zeichen als unentbehrlich für Chinesen.
Er sagt: "Kürzlich - Gaos Buch erschien 1923 in London - probierten einige Zeitungen Umgangssprache, aber ohne großen Erfolg; dadurch ärgerten sie vielleicht Abonnenten, da es andeutete, sie könnten klassische Sprache nicht verstehen!"
"Westliche Länder haben viele Schauspieler, die während Aufführungen jederzeit viele 'Gags' einfügen können, auch viele Autoren missbrauchen Bücher; aber alle halten das für minderwertigen Geschmack. In China ist es umgekehrt - man hält es für hohe Eleganz und Meisterkunst."
Chinesische Schrift-"Unklarheiten bereiten Chinesen nicht nur keine Schwierigkeiten, sie möchten sie kultivieren."
Aber Herr Gao erlitt dadurch genug Beleidigungen: "Der Buchautor versteht völlig, was liebe Chinesen ihm sagen, aber ihre gegenseitigen Gespräche versteht er kaum." Das sind natürlich jene "lieben Chinesen", die ihm "andeuten", er verstehe keine Oberschicht-Sprache, denn "Ausländer in China brauchen nur aufzupassen und merken: Obwohl sie gewöhnliche Sprache beherrschen, sind Oberschicht-Gespräche rätselhaft."
Daher sagt er: "Chinesische Schrift ist wie eine schöne, liebenswerte Dame, westliche Schrift wie eine nützliche, aber unschöne Magd."
Schöne, liebenswerte, aber nutzlose Damen-"Meisterkunst" liegt in "Gag"-Unklarheit. Das lässt westliche Erstklasse-Gelehrte höchstens gewöhnlichen Chinesen entsprechen, ohne Hoffnung in Oberschichten zu gelangen. So "siegten wir geistig". Um diesen Sieg zu bewahren, brauchen wir hohe, elegante Wortschätze - und reichlich! Vierter-Mai-Umgangssprache-Bewegungs "kein großer Erfolg" liegt meist daran, dass Oberschichten fürchten, man deute ihre klassische Sprach-Unkenntnis an.
Obwohl "dies ist auch ein Recht-Unrecht, jenes auch ein Recht-Unrecht" - bleiben wir lieber unklar. Sonst bereitet es Schwierigkeiten.
(25. Oktober)
- [Wildtier-Trainingsmethoden - Yu Ming]**
Kürzlich gab es äußerst nützliche Vorträge: Hai Jingbo-Zirkus-Manager Schwede hielt im dritten Stock der Chinesischen Kunst-Gesellschaft "Wie trainiert man Tiere?" Leider hatte ich kein Glück beizuwohnen, sah nur Zeitungsnotizen. Aber darin waren schon genug scharfsinnige Worte:
"Manche denken, Wildtiere mit Gewalt und Fäusten zu behandeln und zu unterdrücken sei richtig - das ist falsch, weil das primitive Wildtier-Behandlung war. Heutige Trainingsmethoden sind anders."
"Jetzt verwenden wir Liebeskraft, gewinnen ihr Vertrauen zu Menschen, verwenden Liebeskraft und sanfte Gefühle, sie zu bewegen..."
Diese Worte stammen zwar aus germanischem Mund, stimmen aber sehr mit unserer Heiligen-Ahnen-Lehre überein. Gewalt und Fäuste verwenden ist sogenannte "Hegemonie". Aber "mit Kraft Menschen unterwerfen überzeugt Herzen nicht", daher müssen zivilisierte Menschen "Königsweg" verwenden, um "Vertrauen" zu erlangen: "Volk ohne Vertrauen kann nicht bestehen."
Aber nach "Vertrauen" müssen Wildtiere Tricks machen:
"Trainer können nach Vertrauen-Erlangung mit Training beginnen: Erstens, sie Sitz- und Steh-Positionen erkennen lassen; dann können sie springen, aufstehen..."
Tier-Training gleicht Volk-Hüten, daher nannten Alte auch Volk-Regierende "Hirten". Aber "Gehütete" sind Rinder und Schafe, schwächer als Wildtiere, daher braucht es nicht nur "Vertrauen", kann auch Fäuste verwenden - das ist würdevolle "Macht-Vertrauen".
Durch "Macht-Vertrauen" regierte Tiere reichen nicht mit "springen, aufstehen" - Ergebnis muss Haar-Horn-Blut-Fleisch-Beitrag sein, mindestens täglich Milch-Lieferung wie Kuh-, Schafmilch.
Aber das sind alte Methoden, ich glaube nicht, dass sie die Moderne einschließen können.
Nach Schweders Vortrag gab es angeblich Zusätzliches wie "Östliche Musik" und "Federball-Treten" - Zeitungen ungenau, Details unbekannt, sonst wären sie wohl sehr bedeutsam.
(27. Oktober)
- [Wiederkäuen - Yuan Gen]**
Über »Zhuangzi« und »Wenxuan«-Diskussionen erwähnen manche Publikationen nicht mehr direkt, ob alle das erforschen sollten, sondern wenden sich anderen Dingen zu. Sie verspotten »Wenxuan«-Gegner, die selbst klassische Texte schrieben und alte Bücher lasen.
Das ist wirklich scharf. Wohl sogenanntes "mit deinem Speer deinen Schild angreifen" - Entschuldigung, schon wieder "alte Bücher"!
Wer nie ins Gefängnis kam, kennt keine Gefängnis-Wahrheit. Mit Reichen oder selbst reich, erst telefonieren, dann besichtigen - er sieht nur freundliche Wärter, Gefangene können frei englisch sprechen. Will man Details wissen, muss er ehemaliger Wärter oder entlassener Gefangener sein. Natürlich hat er noch schlechte Gewohnheiten, aber sein Rat, nicht ins Gefängnis zu gehen, ist glaubwürdiger als Berühmtheiten über Mustergefängnis-Bildung und -Hygiene, wie vollständig, viel besser als Armer-Häuser.
Aber selbst Gefängnis-Atmosphäre zu haben disqualifiziert angeblich vom Gefängnis-Schlecht-Sagen - Wärter oder Gefangene sind schlechte Menschen, schlechte Menschen können nichts Gutes sagen. Nur gute Menschen sagen Gefängnis gut - das sind gute Worte. »Wenxuan« gelesen und nutzlos genannt ist weniger hörbar als »Wenxuan« nicht gelesen und nützlich genannt. Anti-"Anti-»Wenxuan«"-Herren lasen natürlich meist, aber Ungelesene gibt es auch - ein Beispiel: "»Zhuangzi« las ich vor vier Jahren, konnte damals nicht völlig verstehen... »Wenxuan« sah ich überhaupt nicht." Aber er schließt: "Wegen schmutzigen Badewannen-Wassers auch Babys wegzugießen können wir nicht befürworten." (siehe »Fackel«) Er will Wasser-"Babys" schützen, sah aber nie "Badewannen-Wasser".
Zur Vierter-Mai-Zeit sagten klassische Sprach-Schützer: Alle Umgangssprache-Schreiber können klassische Sprache, daher muss man auch klassische Texte lesen. Jetzt sagen alte Bücher-Schützer: Alte Bücher-Gegner lesen auch alte Bücher, schreiben klassische Sprache - zeigt Ansichts-Lächerlichkeit. Ewig wiederkäuen, selbst nie erbrechen - wohl wirklich »Zhuangzi« durchgelesen.
(4. November)
- [Zur Güte zurückkehren - Luo Wu]**
Im Ausländerviertel mit starker Säure gehasste Frauen zu bespritzen ist längst ausgestorben. Gehasste Anwälte mit Schmutz zu bespritzen dauerte nur zwei Monate. Am längsten währt: Gerüchte zu erfinden, um gehasste Literaten zu verleumden - das gibt es schon seit Jahren, wird nur weniger, nicht mehr.
Im Ausländerviertel gibt es viele Müßiggänger - "Bummel-Essen" kann man leben, geschweige denn gelegentlich Mahjong spielen. Kleinbürgerliches Geplapper kann sehr entspannend sein. Ich lese oft Gerüchte-Fachzeitschriften, aber nicht Gerüchte, sondern Gerüchte-Autoren-Methoden: welche außergewöhnlichen Phantasien, originelle Beschreibungen, heimtückische Fallen, ausweichende Originalformen. Gerüchte brauchen auch Talent - macht er es geschickt, liebte ich wohl seine Fertigkeit, selbst wenn es meine eigenen Gerüchte wären.
Aber leider meist ohne solches Talent - Autoren in Gerüchte-Literatur "füllen nur Zahlen". Das ist nicht meine Privatmeinung. Literaturwelt-Geschichten-Romane sind unpopulär, Außengeschichten nicht weitergeschrieben - Menschen schütteln den Kopf. Immer dieselben Sätze - selbst bei schlechtem Gedächtnis wird man überdrüssig. Zur Fortsetzung braucht es jetzt Talent; sonst Zuschauer zerstreut, sollte anderes Stück aufgeführt werden.
Zum Beispiel: Früher »Sohn töten melden«, diesmal müsste »Dritte Tante lehrt Sohn« sein: "Alter Ostherr, ach, ach, ach!"
Literaturfeld ist wirklich wie Theaterfeld - tatsächlich wird allmählich "Volks-Tugend kehrt zur Güte zurück". Manche erklären sogar selbst Personal-Wechsel: Früher "Autoren-Geheimgeschichten veröffentlichen war zwar Literaturwelt-Schönheit, schadete aber Güte. Künftig stoppt unser Blatt solche Manuskripte... frühere Wort-Verantwortung... übernehmen wir keine Verantwortung." (siehe »Weiyan«) Für "Güte" "Schönheit" zu opfern ist bedauerlich, aber respektabel.
Besonders respektabel ist Personal-Wechsel. Das respektiert nicht seine "keine Verantwortung", sondern seine Gründlichkeit. Früher gab es "Messer hinlegen, sofort Buddha werden", aber auch "Amtssiegel hinlegen, sofort Buddha verehren" und schließlich "Gebetskette hinlegen, sofort Beamter werden" - diese Spielerei ist wirklich unzureichend für Weltvertrauen, macht Amtsführung schwierig.
Aber besonders schwierig ist: Güte-Literatur kann bei weitem nicht so leicht Leser mobilisieren wie Gerüchte-Literatur, braucht talentiertere Autoren. Ist kurzfristig schwer zu finden, verlieren Publikationen Farbe. Ich denke, besser frühere Gag-Zweitclowns lange Bärte umhängen und alte Männer-Oper singen lassen - vorübergehend besonders interessant.
(4. November)
Nachtrag: Dieser konnte nicht veröffentlicht werden. (Nächstes Jahr 19. Juni notiert)
- [Schwer verwirrt zu bleiben - Zi Ming]**
Weil jemand Siegelschrift-Schreiben erwähnte, erinnerte ich mich: Zheng Banqiao hatte einen Stempel mit "schwer verwirrt zu bleiben". Die vier Siegelzeichen waren verschlungen geschnitzt, konnten etwas Gelehrten-Verdruss ausdrücken. Zeigt: Stempel schnitzen und Siegelschrift schreiben reflektieren auch bestimmte Stile, wie "Holzschnitt spielen" nicht unbedingt "nur Privatsache": "Irrlehre" und "Dämon" bringen beim Siegelschrift-Schreiben auch "dämonische Verwirrung" mit.
Aber Stil, Stimmung, Tendenzen unterscheiden sich nicht nur nach Person, sondern nach Sache und Zeit. Zheng Banqiao sagte "schwer verwirrt zu bleiben" - tatsächlich konnte er noch verwirrt sein. Jetzt, in Zeiten von "Amt suchen und nicht bekommen ist nicht traurig, Versteck suchen und keinen Ort finden zum Kriechen ist wohl weltgrößte Trauer", ist Verwirrung suchen und nicht bekommen wirklich schwer.
Verwirrung-Prinzip, keine Recht-Unrecht-Anschauung usw. waren ursprünglich Chinas hohe Moral. Du nennst es Befreiung, Weitsicht - vielleicht nicht. Er hält tatsächlich an etwas fest, beharrt darauf: moralische Orthodoxie, literarische Hauptrichtung. Das kommt schließlich heraus: Moral braucht Kong-Meng plus "buddhistische Vergeltung-Lehre" (Lao-Zhuang separate Rechnung), andere "Buddhismus-Einfluss-Verachtung" zu sagen heißt "für Konfuzianismus Orthodoxie erkämpfen" - ursprünglich ist Tongshan-Gesellschafts Drei-Religionen-gleiche-Quelle-Theorie längst orthodox. Literatur? Braucht schwierige Zeichen, Wortzierrat, üppige Werke - und zwar neue Literatur-Werke, obwohl er "neue und alte Literatur-Grenzen verneint"; Massenliteratur "natürlich befürwortet", "aber das ist Literatur-Seitenzweig". Orthodoxie und Hauptrichtung sind offensichtlich.
Über Lebens-Überdruss nicht verwirrt! Lebendiges Leben ist schon so "arm" - will Jugendliche in "buddhistischer Vergeltung-Lehre", in »Wenxuan«, »Zhuangzi«, »Lunyu«, »Mengzi« Bildung suchen lassen. Später verschwand Bildung, nur Wortschatz blieb. "Naturlandschaften, persönliche Gefühle, Palast-Architektur... kann man noch aus »Wenxuan«-artigen Büchern holen." Früher fand Yan Jidao aus alten Büchern - wohl auch »Zhuangzi« - "yao ni" zwei Zeichen für Unit-Übersetzung: alt-elegant und laut-bedeutungs-doppeldeutig. Aber später verbreitete sich "danwei" (Einheit). Yan-Herrschens solche "Wortschätze" sind viele, meist unwiedererweckbar. Jetzt meint jemand: "Han-nachher Wörter, Qin-vorher Zeichen, westlicher Kultur gebrachte Zeichen und Wörter können unsere glänzende neue Literatur zusammensetzen." Liegt der Glanz nur in Zeichen und Wörtern, ist das wohl wie alte Grab-Edeldamen voller Perlen-Schätze. Leben liegt aber nicht in Zusammensetzen, sondern Schaffen - Millionen Lebender schaffen. Hassenswert ist: Leben so unruhig-chaotisch, lässt manche "keinen Ort finden zum Kriechen", will in Zeichen und Wörter fliehen, um "Recht-Unrecht zu vermeiden" - aber unerreichbar. Wirklich Siegelschrift schreiben und Stempel schnitzen!
(6. November)
- [Lebenden Wortschatz in alten Büchern suchen - Luo Wu]**
Lebenden Wortschatz in alten Büchern suchen ist sagbar, nicht machbar - er findet in alten Büchern keinen lebenden Wortschatz.
Gäbe es hier "»Wenxuan« lesende Jugendliche" - einige Oberschüler -, öffnet er »Wenxuan« und will Wortschatz suchen, weiß natürlich, dass manche Zeichen tot sind. Aber wie unterscheidet er Zeichen-Leben-Tod? Wohl nur nach eigenem Verstehen-Nicht-verstehen. Aber nach Sechs-Minister-Kommentaren verstandene Zeichen zählen nicht - das sind Leichen, von Sechs Ministern in sein Gehirn getragen. Selbst in seinem Gehirn wiederbelebt, sind sie vor Nicht-"»Wenxuan« lesenden Jugendlichen"-Augen noch tote Sachen. Er muss blanken Text lesen.
Wirklich, ohne Kommentare gibt es Verständliches - das ist lebender Wortschatz. Aber warum verstand er es schon? Bestimmt in anderen Büchern gesehen oder bis heute verwendeter Wortschatz - daher versteht er es. Was findet er dann aus »Wenxuan«?
Aber Herr Shi sagt, bei Palast-Beschreibungen nützlich. Sehr richtig - »Wenxuan« hat viele Palast-Fu und spezielle Palast-Fu. Will ein Jugendlicher Han-Jin-historische Romane schreiben und damalige Paläste beschreiben, ist »Wenxuan«-Suchen sehr angemessen, muss auch »Vier Geschichten«, »Jin-Buch« lesen. Aber genommene seltene Zeichen sind nur Leichen-Heraustragen, geheimnisvoll "Wiederbelebung" genannt. Will er Qing-Paläste beschreiben, hat das wenig mit »Wenxuan« zu tun.
Will er nicht mal Qing-Paläste beschreiben, aber Vorbereitungen so breit anlegen, ist das wirklich vergeblich und unzureichend. Denn es gibt noch »Yijing« und »Yili« - deren Wortschatz ist bei Zhou-Wahrsagung und Hochzeit-Begräbnis-Beschreibungen nützlich, sollte auch als "Literatur-Bildung-Grundlage" dienen - dann mehr wie "Literatur-Jugendliche".
(6. November)
- ["Vereinbarte" Literaturgrößen - Bai Zaixuan]**
Federspitzen sind auch spitz, müssen auch bohren. Meinungswege sind eng wie Lebenswege, daher (obige 15 Zeichen gedruckt als "andere Orte unbebohrbar") nur gegen Literaturzeitschriften-Werbung-Übertreibung stechen.
Werbungen sehen: Jeder Autor ist Literaturgroße, Chinas Literaturwelt scheint flammenglänzend, bringt aber auch Nasen-Schnauben hervor. Aber Autoren, die lebenslang schreiben und in Berge vergraben auf Archäologie-Teams warten, gibt es nicht mehr; selbst selbst-schreibende, -schnitzende, dünne Hefte bindende, Freunden schenkende Dichter selten. Jetzt: vorige Woche schreiben, nächste Woche drucken, letzten Monat ausschneiden, nächsten Monat Buch - meist nur für Honorar. Zu sagen, Autoren hungern und konzentriert der Gesellschaft dienen, wird wohl rot machen. Selbst Honorar-Braucher-Verspotter - ihre Spott-Artikel brauchen auch Honorar. Natürlich gehören andere Gehalts- oder Frauen-Mitgift-Lebende nicht dazu.
Grob gesagt: Wurzel liegt im Geldverkauf - daher Shanghais verschiedenste Literaturgrößen durch "Vereinbarung" "längst schon, nicht erst heute".
Geschäfte drucken Manuskripte: Herrscht Feudalismus, sagt Werbung Autoren sind feudale Literaturgrößen; ist Revolution angesagt, sind es revolutionäre Literaturgrößen - so wird eine Literaturgrößen-Charge bestimmt. Andere Bücher erscheinen, andere Werbung sagt: Jene Autoren sind nicht wirklich feudal oder revolutionär, diese sind echte Ware - wieder eine Literaturgrößen-Charge bestimmt. Andere sammeln verschiedene Werbung-Kontroversen, ein Autor fügt Kritiken hinzu, hervorbringend neue Literaturgrößen.
Eine Methode ist Rollen-Kombination: Einige Dichter, Romanciers, einen Kritiker brauchen, beraten, Gesellschaft gründen, Werbung schalten: Jene Literaturgrößen stürzen, diese erheben - Ergebnis kann auch Literaturgrößen-Charge bestimmen, auch "Vereinbarung".
Grob gesagt: Wurzel liegt im Geldverkauf - daher spätere Buchpreise zeigen Literaturgrößen-wahren Wert: Zwei Zehntel Preis, fünf Jiao ein Haufen möglich. Aber eine Ausnahme: Obwohl Läden schließen, Werke billig verkauft werden, sind Literaturgrößen nicht am Ende - sie sind "hochgeklettert", in Universitäten, Ämter, brauchen diese Trittbretter nicht mehr.
(7. November)
- [Jugend und Väter - Jing Yizun]**
Hörte: "Seit Europäische Winde ostwärts wehen", wurde Chinas Moral schlechter, besonders heutige Jugendliche verachten oft Väter. Das ist wohl ein großer Fehler, denn ich sah einige Beispiele: Väter sind für Jugendliche manchmal sehr nützlich, hilfreich, nicht nur "literarische Bildung"-Hilfe.
Ein alter Artikel - ich vergaß, aus welchem Buch - erzählt: Ein Taoist hatte Unsterblichkeits-Kunst, sagte über hundert Jahre alt zu sein, sah aber "schön wie Kronjuwel" aus, wie zwanzig. Eines Tages gab dieser lebende Unsterbliche ein großes Bankett für Reiche, plötzlich kam ein weißhaariger-bärtiger Alter, verlangte Geld. Er schimpfte ihn hinaus. Alle verwundert, sagte der lebende Unsterbliche großmütig: "Das ist mein kleiner Sohn, er hört nicht auf mich, will nicht Taoismus studieren - jetzt seht ihr, nicht mal sechzig und schon so alt." Alle natürlich bewegt, aber später erkannten sie: Der Mann war tatsächlich des Taoisten Vater.
Ein neuer Artikel - Yangs Geständnis - erzählt: Er war zielbewusster Mensch mit korrekten Lehren, nicht nur Reden, sondern Handeln. Aber beim Sehen mancher Orte-Alte leiden sah er nicht menschlich aus, dachte an seinen Vater: Selbst wenn seine Ideale verwirklicht würden, könnte er seinen Vater nicht zum Großherrn machen, müsste noch leiden. So bekam er korrektere Lehren, verwarf ursprüngliche Ideale, wurde Sohn. Wären Eltern früh gestorben, wie könnten Lehren so vollständig und würdevoll sein? Ist das nicht auch Väter-Nutzen für Jugendliche?
Haben Jugendliche ohne Väter keine Methoden? Ich denke nicht - gibt Methoden. Muss auch alte Bücher prüfen. Ein anderer Artikel - ich vergaß auch, aus welchem Buch - erzählt: Eine alte Frau bettelte, plötzlich kam ein Reicher, sagte sie sei seine längst verlorene Mutter. Sie spielte mit, wurde alte Dame. Später wollte ihr Sohn Tochter verheiraten, ging mit alter Dame zusammen zu Schmuckläden Gold kaufen, nahm der alten Dame gefallende Sachen selbst mit zur Frau zeigen, bat alte Dame weiterzuwählen - aber verschwand.
Aber das ist wie Taoist-Lernen, braucht Wirklichkeits-Methoden. Nur Geständnisse schreiben - ob Väter da sind, macht keinen großen Unterschied. Früher befürwortete jemand "leere Kaiser-Republik", warum nicht jetzt "vaterlose Kindespietät"? Zhang Zongchang respektierte sehr Konfuzius, wohl hatte sein Haus auch nicht »Vier Bücher«, »Fünf Klassiker«.
(7. November)
- [Nachwort]**
Diese über sechzig Glossen entstanden unter Unterdrückung ab letztem Juni unter verschiedenen Pseudonymen, Redakteure und Zensoren täuschend, fortlaufend in »Freie Diskussion« veröffentlicht. Bald verkündeten "inspirierte" "Literaten" sie, unverhüllbar. Obwohl ihre geruchsbasierten Urteile manchmal nicht den Fakten entsprachen. Aber Unbußfertige können nicht weit ausweichen - so kam nach einem halben Jahr heftigere Unterdrückung. Bis Anfang November hingehalten, musste ich aufhören, bewies: Meine Tinte kann jenen maskierten, unter Kommando-Säbeln hervortretenden Helden nicht widerstehen.
Ohne Artikel schreiben ordnete ich alte Manuskripte, klebte Jahresende ein Buch zusammen, fügte Gelöschtes oder Unveröffentlichte hinzu - sieht umfangreicher aus als frühere »Falsche Freiheit«. Dieses Jahr März wollte ich drucken, schrieb Vorwort, langsam setzen, korrigieren - wieder ein halbes Jahr vergangen. Rückblickend auf Schreibstopp schon über ein Jahr - Zeit fliegt, aber ich fürchte, meine Glossen sprechen noch von Gegenwart oder sogar nächstem Jahr.
Erinnere mich: Bei »Falsche Freiheit«-Veröffentlichung kritisierte »Gesellschaftsnachrichten«, mein Druckabsicht sei völlig für einen Schwanz - »Nachwort«. Das ist Missverständnis. Meine Glossen schreiben oft Nase, Mund, Haar, aber zusammen sind sie fast vollständige Gestalt - ohne Zusätze passabel. Aber einen Schwanz zeichnen macht es vollständiger. Daher will ich Nachwort schreiben - außer dass ich Schreibender bin, muss schreiben - nur damit dieses Buchs gezeichnete Gestalt vollständigere konkrete Gestalt wird, nicht "völlig für einen Schwanz".
Inhalt wie früher: Gesellschaftsphänomene kritisieren, besonders Literaturwelt-Verhältnisse. Wegen häufigem Pseudonym-Wechsel anfangs friedlich. Aber "Berge leicht ändern, Natur schwer wandeln" - ich weiß, ich kann nicht anständig bleiben. »Vorwort-Befreiung« stieß auf Zeng Jinke, »Großsprech-Rabatt« beleidigte Zhang Ziping, außerdem unbewusst andere Große beleidigt - ich weiß selbst nicht. Aber nach »Verschiedene Spenden-Ränge« und »Drachen-Aufstieg-Kunst-Ergänzungen« wurde der Fall groß.
Letzten August eröffnete Dichter Shao Xunmeis Buchhandlung »Zehn-Tage-Gespräche«. Dieser Dichter schrieb in Nummer 2 (20. erschienen) hochmütig über "Literaten ohne Charakter", teilte Literaten in fünf Typen, schließend:
Außer obigen fünf Typen gibt es natürlich viele andere; aber ihr Literatentum liegt daran, dass sie nichts zu essen haben oder nicht satt werden. Denn Literat-Sein braucht nicht viel Kapital wie Beamter oder Geschäftsmann. Ein Pinsel, etwas Tinte, einige Manuskriptseiten sind alles nötige. Kein-Kapital-Geschäft will jeder machen, daher viele Literaten. Das ist Tatsache: Ohne Beruf wird man Literat.
Unsere Literaturwelt wird von solchen Literaten organisiert.
Da sie ohne Beruf Literaten werden, ist ihr Ziel noch Beruf, nicht Literat. Sie nutzen Literatur-Bankett-Namen, um Große anzulocken; nutzen Literaturzeitschriften oder Beilagen-Plätze für Selbstwerbung: Nur Bekanntheit suchen, Scham ignorieren.
Wer weiß: Als Literaten werden sie als Literaten gesehen; als Literaten gesehen bekommen sie keine Berufe mehr - diese Gestalten randalieren ewig in Literaturwelt.
Literaten sind meist arm - seit Meinungs- und Schöpfungs-Unterdrückung haben manche Autoren wirklich nichts zu essen. Herr Shao Xunmei ist sogenannter "Dichter" und berühmter Großreicher "Sheng Gongbaos" Schwiegersohn - Schmutz auf "diese Gestalten" zu gießen ist normal. Aber ich meine: Literat-Sein unterscheidet sich von "großen Beerdigungen" - selbst viele Helfer anheuern, Gongs schlagen, rufend: Nachher bleibt nur leere Straße, nicht mal wie "große Beerdigungen", die nach Jahrzehnten manchmal noch Philister besingen. Extremer Armut verhindert gute Literatur, aber Gold und Silber sind nicht Artikel-Wurzeln - am besten Jangtse-Ufer-Land kaufen. Aber Reichen-Söhne missverstehen oft: Geld bewegt Geister, kann auch Literatur durchdringen. Geister bewegen ist wohl richtig, vielleicht auch Götter, aber Literatur durchdringen geht nicht - Dichter Shao Xunmeis eigene Gedichte sind Beweis. Meine zwei Artikel-Abschnitte erklärten: Ämter kann man kaufen, Literaten nicht; gibt Protektion-Beamte, aber keine Protektion-Literaten.
Aber Helfer erschienen sofort in würdiger »Zentralzeitung« (4., 6. September):
- Schwiegersohn-Problem - Ru Shi**
Kürzlich in »Freie Diskussion« zwei Schwiegersohn-Artikel: Sun Yongs »Zufriedenheit und Nicht-schreiben-können«, Wei Suos »Drachen-Aufstieg-Kunst-Ergänzungen«. Letzterer 1. September erschienen, ersterer nicht zur Hand, etwa Ende August.
Herr Wei Suo sagt: "Literaturwelt will zwar keine Schwiegersöhne rekrutieren, aber Schwiegersöhne wollen in Literaturwelt." Letzter Satz "Schwiegersöhne wollen in Literaturwelt" ist sehr solide, unangreifbar. Unsere Großväter sind andere Schwiegersöhne, unsere Väter auch, wir selbst auch. Wie heute "nordwärts" sitzende Lu Xun, Mao Dun sind andere Schwiegersöhne - "Schwiegersöhne wollen in Literaturwelt" ist unproblematisch. Ersterer Satz "Literaturwelt will zwar keine Schwiegersöhne rekrutieren" ist unhaltbar. Ich finde, Literaturwelt rekrutiert immer Schwiegersöhne - viele chinesische Autoren wurden russische Schwiegersöhne.
Außerdem: "Reiche Schwiegerväter, reiche Frauen haben, Mitgift-Geld als Literatur-Kapital verwenden..." Frauen-Mitgift als Literatur-Kapital zu verwenden sollte man bewundern, denn Frauen-Geld für Literatur ist besser als für andere unrechte Dinge. Außerdem braucht alles Kapital, Literatur keine Ausnahme. Ohne Geld keine Druckkosten, keine Zeitschriften und Sammlungen. Buchläden betreiben, Zeitschriften herausgeben braucht private Ersparnisse - Frauen-Geld ist auch Ersparnis. Außerdem ist reicher Schwiegersohn-Sein kein Verbrechen, wie Zeitungsbesitzer-Verwandter-Sein kein Verbrechen. Kann Zeitungsbesitzer-Verwandter nach Heimkehr müßig von Verwandten-Ansehen lebend Beilage redigieren, warum nicht reicher Schwiegersohn aus Interesse mit Frauen-Mitgift Literatur-Kapital machen?
- "Schwiegersohn"-Ausbreitung - Sheng Xian**
Fuchs kann keine Trauben fressen, sagt Trauben sind sauer. Heiratet selbst keine reiche Frau, entwickelt Eifersucht auf alle mit reichen Schwiegervätern - Eifersucht-Resultat ist Angriff.
Kann man als anderer Schwiegersohn noch Literat sein? Antwort natürlich positiv, wie Herr Ru Shi vorgestern in »Schwiegersohn-Problem« sagte: Heutige literaturwelt-berühmteste Lu Xun, Mao Dun sind einerseits Literaten, andererseits anderer Schwiegersöhne. Aber da Literaten auch anderer Schwiegersöhne sein können - gehören diese Schwiegersöhne zu armen oder reichen Schwiegervätern? Hierzu äußerten sich alte Autoren nicht - ob "Reich-neigend" oder "Arm-neigend" richtig. Aber »Freie Diskussion«-Autoren griffen reiche Schwiegerväter-Schwiegersöhne an - wir fühlen: Reiche Schwiegerväter-Schwiegersöhne sollten nicht mehr in Literaturwelt. "Reiche Schwiegerväter-Schwiegersöhne" und "Literaten" scheinen widersprüchlich - nur eines wählbar.
Heutige chinesische Literaturwelt hat dieses Phänomen: Nicht Literaten-eigene Literaturwelt-Anstrengungen prüfen, sondern kleinlich Literaten-Familien-Kleinigkeiten erforschen: reiche oder arme Frauen. Eröffnet man Buchhandlung, ob Kapital aus Frauen-Mitgift stammt, beschäftigt auch scharfäugige Literaten zur Untersuchung und Spott.
Ich denke, künftige chinesische Literaturwelt wird zu diesem Fortschritt: Nur Chen Jiageng-Gummischuh-Träger dürfen in Literaturwelt, Lederschuh-Träger gehören zu Adelsklasse und Angriffsliste.
Jetzt sind viele Rückkehrer-Studenten arbeitslos. Nach Heimkehr Beilage redigieren ist nicht beschämend, ob durch Verwandtschaft unwichtig - Verwandten-Nutzen liegt dort. Selbsternannte Literaturwelt-Säuberer greifen gruppenweise an, wenn andere unerwünschte Worte sagen - unnötig. Wer andere als "wild bellend" beschimpft, sollte nicht selbst "wild bellen".
Diese beiden Autoren sind reiche Schwiegersohn-Verehrer, aber Herr Ru Shi ist gewöhnlich - nach Großvätern, Vätern, Lu Xun, Mao Dun nur "Lu Xun nimmt Rubel"-Platitüden. Gag-Meister ist Herr Sheng Xian, der zu unvorstellbarem Dichter-Frauen-Geschmack übergeht. Theaters Zweitclown-Hilfe lässt Playboys besonders lächerlich aussehen - diese Methode verwendete ich später in »Komik-Beispiele«.
Aber Herrschaftshäuser haben auch gehässige Berater. Dieses Jahr Februar schrieb ich für Japans »Kaizo« drei kurze Abhandlungen, spottend über China, Japan, Mandschurei. Shao-Familie meinte "diesmal gelingt es". In derselben süße Trauben-Laube entstandenen »Renyan« (3. März) spielten Übersetzer und Redakteur vor - Übersetzer übersetzte angeblich nur einen »Gefängnis-Gespräche«, sandte an »Renyan« mit "Anhang" vor, "Notiz" nach:
- Gefängnis-Gespräche - Lu Xun**
(Kürzlich in japanischer Zeitschrift »Kaizo« März Lu Xuns drei Glossen gesehen - verglichen mit chinesischen Kurztexten brillanter, daher übersetzt für »Renyan«. Bedauerlicherweise kenne ich Lu Xuns Adresse nicht, Uchiyama-Buchladen-Besitzer Maruzo auch nicht - kann Übersetzung nicht erst zur Korrektur vorlegen. Bitte trotzdem unter Lu Xuns Namen veröffentlichen, um Original zu respektieren. - Übersetzer Inoue)
Menschen erwachen wirklich durch Tatsachen-Aufklärung und ändern dadurch Dinge. Von Song bis Qing-Ende lange Zeit wählte man mit "Kaiserliche-Rede-Vertretungs"-Aufsätzen Talente. Nach Frankreich-Niederlage erkannte man Methoden-Fehler - Westausbildung, Waffenfabriken als Korrekturen. Nach Japan-Niederlage war das unzureichend - diesmal großangelegte moderne Schulen. Daher jährliche Schüler-Aufstände. Nach Qing-Untergang und Kuomintang-Machtergreifung erkannte man wieder Fehler - Korrektur durch Gefängnis-Bau.
Altchinesische Gefängnisse gab es überall seit Alters, Qing-Ende baute auch westliche "Zivilisations-Gefängnisse". Das waren speziell für reisende Ausländer - wie für Ausländer-Verkehr lernende zivilisierte Umgangs-Studenten. Gefangene bekamen dadurch bessere Behandlung, Bäder, bestimmte Nahrung - sehr glückliche Orte. Vor zwei-drei Wochen erließ die Regierung aus Güte: Gefangenen-Nahrung nicht kürzen. Künftig noch glücklicher.
Alte Gefängnisse nachahmten buddhistische Höllen - nicht nur Einsperren, sondern Leiden-Geben. Manchmal Gefangenen-Verwandten Geld abpressen bis Armut. Alle hielten das für natürlich. Andersdenker halfen Gefangenen, wurden verdächtigt. Aber zivilisiert fortgeschritten - letztes Jahr schlug ein Beamter vor: Gefangene jährlich einmal nach Hause lassen für Sexualität sei humanitär. Ehrlich: Nicht besondere Sex-Sympathie, da unausführbar laut sprechen, um Beamtentum zu zeigen. Aber öffentliche Meinung kochte. Ein Kritiker sagte: Danach fürchten alle Gefängnisse nicht mehr, gehen gern hin - empört über Weltmoral. Von Heiligen-Lehre so lange beeinflusst, noch nicht so listig wie jener Beamte - beruhigend, aber zeigt Gefangenen-Misshandlungs-Glaube.
Andererseits sind Gefängnisse wie "Sicherheit-zuerst"-Idealländer. Wenig Brände, keine Diebe oder Banditen. Selbst bei Kriegen bombardiert niemand Gefängnisse, bei Revolutionen nur Gefangenen-Befreiung, keine Massaker. Bei Fujian-Unabhängigkeit freigelassene Gefangene verschwanden angeblich spurlos - aber beispiellos. Jedenfalls nicht sehr schlechte Orte. Mit Familien-Erlaubnis bäten selbst ohne Flut, Hunger, Krieg, Terror viele um Umsiedlung. Daher ist Misshandlung nötig.
Noulens-Ehepaar wegen Kommunismus-Propaganda in Nanjing inhaftiert, mehrmals gehungert - ohne Wirkung. Sie verstanden chinesische Gefängnis-Gesinnung nicht. Ein Beamter sagte: Will er nicht essen, was geht andere das an? Nicht nur nicht menschlich, spart auch Kost - Gefängnis-Vorteil. Gandhis Tricks scheitern ohne Ortswahl.
Aber solche fast perfekte Gefängnisse haben einen Mangel: Früher zu wenig Gedanken-Aufmerksamkeit. Zur Mängel-Behebung gibt es neuerdings "Besinnungs-Anstalten"-Spezialgefängnisse mit Bildung. Ich besann nie dort, kenne Details nicht. Jedenfalls wird Gefangenen ständig Drei-Volk-Prinzipien gelehrt, eigene Fehler-Besinnung. Auch Anti-Kommunismus-Aufsätze schreiben. Unwilligkeit oder Unfähigkeit führt zu lebenslanger Besinnung, Schlechtes auch zu Todes-Besinnung. Derzeit gehen welche hinein, kommen heraus, neue Anstalten entstehen - mehr Eingänge. Gelegentlich kommen erlöste Gutbürger, meist abgezehrt-verwelkt - wohl durch Besinnung und Abschluss-Aufsätze erschöpft. Hoffnungslos.
(Zusätzlich »Königsweg« und »Feuer« - bei Redakteur-Brauchbarkeit weitere Übersetzung. - Übersetzer)
Name zwar japanisch fingiert, Übersetzung wirklich schlecht - Niveau wie Shao-Häuser Helfer-Experte Zhang Kebiao, aber Text muss nicht sorgfältig übersetzt werden - wichtig ist nachfolgende Redakteur-Antwort:
Redakteur-Anmerkung: Lu Xuns Artikel stehen kürzlich auf Verbotsliste. Diese japanische Übersetzung entgeht Militärgericht. Aber wir drucken dies weniger für Artikel-Schönheit oder Argument-Gründlichkeit als Beispiel: Von Heimat vertrieben, unter Ausländer-Schutz. Lu Xuns Artikel sind sehr gut, Wortklauberei überzeugend, aber hier mehr Emotion als Argument, mehr Erfindung als Beweis. Wenn nicht Übersetzung-Fehler, missbilligen wir diese Haltung. Dies zeigt Kultur-Kontrolle-Stimmen. »Königsweg« und »Feuer« drucken wir nicht - Übersetzer muss nicht senden.
Dieser Redakteurs "unter Ausländer-Schutz" entspricht Übersetzers "Uchiyama-Buchladen-Besitzer Maruzo fragen"; "Militärgericht" zu erwähnen ist Autor-Meisterstück mit tiefer Mordabsicht. Ich sehe dieser Reichen-Sohn-Hunde und erkenne Ming-zeitliche Macht-Verkaufer-Gemeinheit. Ihr Herr Dichter Shao lobte in amerikanischen weißen Dichter-Artikeln schwarze Dichter herab: "Glaube, solche Gedichte verlassen Amerika nicht, mindestens nicht englische Sprache." (»Modern« 5-6) In chinesischen Reichen und deren Hunden bin ich auch wie Schwarzer Sklave, aber meine Stimme ging hinaus. Das ist hassenswerteste. Aber tatsächlich gingen auch Schwarzen-Gedichte aus "englischen Sprach-Kreisen". Amerikanische Reiche, ihre Schwiegersöhne und Hunde können nichts dagegen.
Aber solche Hunde zeigen nur "Lu Xuns Artikel stehen kürzlich auf Verbotsliste" mir gegenüber Gesicht - nur sofortige Ohrfeige macht sie zahmer als Möpse. Jetzt zitiere ich eine auch in »Komik-Beispiele« erwähnte Anzeige vom 21. September »Shenbao«:
- »Zehn-Tage-Gespräche« erklärt »Jingbao« Missverständnis und entschuldigt sich**
Sehr geehrte Damen und Herren, Zehn-Tage-Gespräche Nummer 2 Kommentar über Zhu Jiqings Spenden-Bekanntgabe erwähnte irrtümlich Jingbao, unser Blatt ungeschickt formuliert, veranlasste Jingbao zu Strafanzeige gegen Shao Xunmei. Da beide gesellschaftlich angesehene Publikationen sind, gibt es keinen Grund für gegenseitige Angriffe. Nach Zhang Shizhao, Jiang Rongping und anderen Vermittlungen erhielten wir Jingbaos völlige Verzeihung. Jingbao zog Klage zurück, wir erklären hiermit Entschuldigung.
"Beide gesellschaftlich angesehene Publikationen, kein Grund für gegenseitige Angriffe" - merkwürdiger "Grund", wohl sollte man "auf Verbotsliste stehende" Publikationen angreifen. Gold als Knochenmark steht trotzdem nicht gerade - hier eiserner Beweis.
Zu viel Papier für "Schwiegersohn-Probleme" - zu anderem: »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹«.
Diese Fall-Texte sind in diesem Artikel enthalten, nicht mehr besprochen; andere Meinungen spare ich auch papersparend aus. Damals zeigte »Zehn-Tage-Gespräche« auch Fähigkeiten - sogar Karikaturisten marschierten auf. Wegen Chen Jingshengs »Lu Xun-Flöte« entstand in »Taosheng« mit Cao Juren kleine Debatte. Aber bevor Debatte endete, wurde »Taosheng« verboten - Glückliche haben ewig Glückssterne...
Aber Zeit ist gnadenlos - sogenannte "dritte Menschen", besonders Shi Zhesheng und Du Heng alias Su Wen, zeigten dieses Jahr ihre wahren Gesichter.
Abschließend zum letzten Artikel: Übel entstehen durch neue Anspielungen.
(2) Herr Feng sagt, er verstehe nicht, was mein Rat an Jugendliche, »Zhuangzi« und »Wenxuan« zu lesen, von "als Prüfer mit Gedichten Beamte auswählen" unterscheide - das ist aber klar unterschieden. Ersteres bietet als persönliche Meinung Jugendlichen einen Beitrag, Annahme oder Ablehnung liegt in ihrer Freiheit; letzteres repräsentiert eine ganze Klasse (Anmerkung: auch Beamtenklasse) und zwingt fast alle Jugendlichen Gedichte zu schreiben. (Außer diese Jugendlichen wollen keine Beamten werden.)
(3) Zu sagen, Herr Lu Xuns Artikel stammen aus »Zhuangzi« und »Wenxuan«, ist wirklich komisch - ich erinnere mich nicht, das gesagt zu haben. In meinem Artikel führte ich Herrn Lu Xun als Beispiel an, wollte nur Herrn Lu Xun um Hilfe bitten, der nicht dagegen ist, dass Jugendliche aus alten Büchern literarische Bildung schöpfen. Obwohl Herr Lu Xun immer rät, mehr ausländische Bücher zu lesen - weil er meint, daraus können denkende scharfsinnige Jugendliche entwickelt werden -, bei meiner Art für Jugendliche vom Artikelschreiben (oder literarischer Bildung) her zu denken, widersprach Herr Lu Xun nie dem Lesen alter Bücher durch Jugendliche. Zwei Belege: 1. "Wenig chinesische Bücher lesen resultiert nur in Schreibunfähigkeit." (Beixin-Ausgabe »Huagai-Sammlung« S. 4) Das zeigt, Herr Lu Xun erkennt an: Zum Schreiben sollte man mehr chinesische Bücher lesen. Diese sogenannten chinesischen Bücher scheinen nach obigem Text nicht Umgangssprache-Bücher zu meinen. 2. "Oft werde ich gefragt, was man für Literatur lesen sollte?... Ich meine, will man alte Sachen, sollte man sich an Zhang Zhidongs »Bücherlisten-Antworten« halten." (Beixin-Ausgabe »Weiter nichts-Sammlung« S. 45)
Jetzt sollte ich hier "aufhören". Ich schrieb dem »Dabao«-Redakteur einen Brief und bat aus Respekt vor Herrn Feng Zhiyus guter Absicht um Erlaubnis, zwei andere Bücher Jugendlichen zu empfehlen. Außer einem Brief an Herrn Cao Juren habe ich zu »Zhuangzi« und »Wenxuan« nichts mehr zu sagen. Ich sah mehrmals Textstreitigkeiten in »Freie Diskussion« - immer mehr emotionale Kämpfe, die vom Thema abwichen, bis sogar Teilnehmer-Motive verdächtig wurden. Ich will mich nicht unwillkürlich in Strudel ziehen lassen, daher sage ich nichts mehr. Gestern Abend improvisierte ich einen Vers:
Dies ist auch ein Recht-Unrecht, jenes auch ein Recht-Unrecht Nur ohne Recht-Unrecht-Anschauung kann man Recht-Unrecht vermeiden
Gäbe es jemanden, der Siegelschrift schreiben kann? Möchte sehr um Pinselschrift bitten, an weiße Wand zu hängen.
Shi Zhesheng (19.) (20. Oktober, »Shenbao·Freie Diskussion«)
- [Chinesische Schrift und Chinesen - Yu Ming]**
Kürzlich erschien eine sehr gute Übersetzung: Karlgrens »Chinesische Sprache und chinesische Schrift«. Herr Karlgren ist Schwede, sein wahrer Name ist Karlgren. Warum "ehrenwerter Name" Gao? Zweifellos durch Sinisierung. Er leistet wirklich große Beiträge zur chinesischen Sprachwissenschaft.
Aber er scheint Chinesen noch mehr zu erforschen, daher verehrt er klassische Sprache und chinesische Zeichen als unentbehrlich für Chinesen.
Er sagt: "Kürzlich - Gaos Buch erschien 1923 in London - probierten einige Zeitungen Umgangssprache, aber ohne großen Erfolg; dadurch ärgerten sie vielleicht Abonnenten, da es andeutete, sie könnten klassische Sprache nicht verstehen!"
"Westliche Länder haben viele Schauspieler, die während Aufführungen jederzeit viele 'Gags' einfügen können, auch viele Autoren missbrauchen Bücher; aber alle halten das für minderwertigen Geschmack. In China ist es umgekehrt - man hält es für hohe Eleganz und Meisterkunst."
Chinesische Schrift-"Unklarheiten bereiten Chinesen nicht nur keine Schwierigkeiten, sie möchten sie kultivieren."
Aber Herr Gao erlitt dadurch genug Beleidigungen: "Der Buchautor versteht völlig, was liebe Chinesen ihm sagen, aber ihre gegenseitigen Gespräche versteht er kaum." Das sind natürlich jene "lieben Chinesen", die ihm "andeuten", er verstehe keine Oberschicht-Sprache, denn "Ausländer in China brauchen nur aufzupassen und merken: Obwohl sie gewöhnliche Sprache beherrschen, sind Oberschicht-Gespräche rätselhaft."
Daher sagt er: "Chinesische Schrift ist wie eine schöne, liebenswerte Dame, westliche Schrift wie eine nützliche, aber unschöne Magd."
Schöne, liebenswerte, aber nutzlose Damen-"Meisterkunst" liegt in "Gag"-Unklarheit. Das lässt westliche Erstklasse-Gelehrte höchstens gewöhnlichen Chinesen entsprechen, ohne Hoffnung in Oberschichten zu gelangen. So "siegten wir geistig". Um diesen Sieg zu bewahren, brauchen wir hohe, elegante Wortschätze - und reichlich! Vierter-Mai-Umgangssprache-Bewegungs "kein großer Erfolg" liegt meist daran, dass Oberschichten fürchten, man deute ihre klassische Sprach-Unkenntnis an.
Obwohl "dies ist auch ein Recht-Unrecht, jenes auch ein Recht-Unrecht" - bleiben wir lieber unklar. Sonst bereitet es Schwierigkeiten.
(25. Oktober)
- [Wildtier-Trainingsmethoden - Yu Ming]**
Kürzlich gab es äußerst nützliche Vorträge: Hai Jingbo-Zirkus-Manager Schwede hielt im dritten Stock der Chinesischen Kunst-Gesellschaft "Wie trainiert man Tiere?" Leider hatte ich kein Glück beizuwohnen, sah nur Zeitungsnotizen. Aber darin waren schon genug scharfsinnige Worte:
"Manche denken, Wildtiere mit Gewalt und Fäusten zu behandeln und zu unterdrücken sei richtig - das ist falsch, weil das primitive Wildtier-Behandlung war. Heutige Trainingsmethoden sind anders."
"Jetzt verwenden wir Liebeskraft, gewinnen ihr Vertrauen zu Menschen, verwenden Liebeskraft und sanfte Gefühle, sie zu bewegen..."
Diese Worte stammen zwar aus germanischem Mund, stimmen aber sehr mit unserer Heiligen-Ahnen-Lehre überein. Gewalt und Fäuste verwenden ist sogenannte "Hegemonie". Aber "mit Kraft Menschen unterwerfen überzeugt Herzen nicht", daher müssen zivilisierte Menschen "Königsweg" verwenden, um "Vertrauen" zu erlangen: "Volk ohne Vertrauen kann nicht bestehen."
Aber nach "Vertrauen" müssen Wildtiere Tricks machen:
"Trainer können nach Vertrauen-Erlangung mit Training beginnen: Erstens, sie Sitz- und Steh-Positionen erkennen lassen; dann können sie springen, aufstehen..."
Tier-Training gleicht Volk-Hüten, daher nannten Alte auch Volk-Regierende "Hirten". Aber "Gehütete" sind Rinder und Schafe, schwächer als Wildtiere, daher braucht es nicht nur "Vertrauen", kann auch Fäuste verwenden - das ist würdevolle "Macht-Vertrauen".
Durch "Macht-Vertrauen" regierte Tiere reichen nicht mit "springen, aufstehen" - Ergebnis muss Haar-Horn-Blut-Fleisch-Beitrag sein, mindestens täglich Milch-Lieferung wie Kuh-, Schafmilch.
Aber das sind alte Methoden, ich glaube nicht, dass sie die Moderne einschließen können.
Nach Schweders Vortrag gab es angeblich Zusätzliches wie "Östliche Musik" und "Federball-Treten" - Zeitungen ungenau, Details unbekannt, sonst wären sie wohl sehr bedeutsam.
(27. Oktober)
- [Wiederkäuen - Yuan Gen]**
Über »Zhuangzi« und »Wenxuan«-Diskussionen erwähnen manche Publikationen nicht mehr direkt, ob alle das erforschen sollten, sondern wenden sich anderen Dingen zu. Sie verspotten »Wenxuan«-Gegner, die selbst klassische Texte schrieben und alte Bücher lasen.
Das ist wirklich scharf. Wohl sogenanntes "mit deinem Speer deinen Schild angreifen" - Entschuldigung, schon wieder "alte Bücher"!
Wer nie ins Gefängnis kam, kennt keine Gefängnis-Wahrheit. Mit Reichen oder selbst reich, erst telefonieren, dann besichtigen - er sieht nur freundliche Wärter, Gefangene können frei englisch sprechen. Will man Details wissen, muss er ehemaliger Wärter oder entlassener Gefangener sein. Natürlich hat er noch schlechte Gewohnheiten, aber sein Rat, nicht ins Gefängnis zu gehen, ist glaubwürdiger als Berühmtheiten über Mustergefängnis-Bildung und -Hygiene, wie vollständig, viel besser als Armer-Häuser.
Aber selbst Gefängnis-Atmosphäre zu haben disqualifiziert angeblich vom Gefängnis-Schlecht-Sagen - Wärter oder Gefangene sind schlechte Menschen, schlechte Menschen können nichts Gutes sagen. Nur gute Menschen sagen Gefängnis gut - das sind gute Worte. »Wenxuan« gelesen und nutzlos genannt ist weniger hörbar als »Wenxuan« nicht gelesen und nützlich genannt. Anti-"Anti-»Wenxuan«"-Herren lasen natürlich meist, aber Ungelesene gibt es auch - ein Beispiel: "»Zhuangzi« las ich vor vier Jahren, konnte damals nicht völlig verstehen... »Wenxuan« sah ich überhaupt nicht." Aber er schließt: "Wegen schmutzigen Badewannen-Wassers auch Babys wegzugießen können wir nicht befürworten." (siehe »Fackel«) Er will Wasser-"Babys" schützen, sah aber nie "Badewannen-Wasser".
Zur Vierter-Mai-Zeit sagten klassische Sprach-Schützer: Alle Umgangssprache-Schreiber können klassische Sprache, daher muss man auch klassische Texte lesen. Jetzt sagen alte Bücher-Schützer: Alte Bücher-Gegner lesen auch alte Bücher, schreiben klassische Sprache - zeigt Ansichts-Lächerlichkeit. Ewig wiederkäuen, selbst nie erbrechen - wohl wirklich »Zhuangzi« durchgelesen.
(4. November)
- [Zur Güte zurückkehren - Luo Wu]**
Im Ausländerviertel mit starker Säure gehasste Frauen zu bespritzen ist längst ausgestorben. Gehasste Anwälte mit Schmutz zu bespritzen dauerte nur zwei Monate. Am längsten währt: Gerüchte zu erfinden, um gehasste Literaten zu verleumden - das gibt es schon seit Jahren, wird nur weniger, nicht mehr.
Im Ausländerviertel gibt es viele Müßiggänger - "Bummel-Essen" kann man leben, geschweige denn gelegentlich Mahjong spielen. Kleinbürgerliches Geplapper kann sehr entspannend sein. Ich lese oft Gerüchte-Fachzeitschriften, aber nicht Gerüchte, sondern Gerüchte-Autoren-Methoden: welche außergewöhnlichen Phantasien, originelle Beschreibungen, heimtückische Fallen, ausweichende Originalformen. Gerüchte brauchen auch Talent - macht er es geschickt, liebte ich wohl seine Fertigkeit, selbst wenn es meine eigenen Gerüchte wären.
Aber leider meist ohne solches Talent - Autoren in Gerüchte-Literatur "füllen nur Zahlen". Das ist nicht meine Privatmeinung. Literaturwelt-Geschichten-Romane sind unpopulär, Außengeschichten nicht weitergeschrieben - Menschen schütteln den Kopf. Immer dieselben Sätze - selbst bei schlechtem Gedächtnis wird man überdrüssig. Zur Fortsetzung braucht es jetzt Talent; sonst Zuschauer zerstreut, sollte anderes Stück aufgeführt werden.
Zum Beispiel: Früher »Sohn töten melden«, diesmal müsste »Dritte Tante lehrt Sohn« sein: "Alter Ostherr, ach, ach, ach!"
Literaturfeld ist wirklich wie Theaterfeld - tatsächlich wird allmählich "Volks-Tugend kehrt zur Güte zurück". Manche erklären sogar selbst Personal-Wechsel: Früher "Autoren-Geheimgeschichten veröffentlichen war zwar Literaturwelt-Schönheit, schadete aber Güte. Künftig stoppt unser Blatt solche Manuskripte... frühere Wort-Verantwortung... übernehmen wir keine Verantwortung." (siehe »Weiyan«) Für "Güte" "Schönheit" zu opfern ist bedauerlich, aber respektabel.
Besonders respektabel ist Personal-Wechsel. Das respektiert nicht seine "keine Verantwortung", sondern seine Gründlichkeit. Früher gab es "Messer hinlegen, sofort Buddha werden", aber auch "Amtssiegel hinlegen, sofort Buddha verehren" und schließlich "Gebetskette hinlegen, sofort Beamter werden" - diese Spielerei ist wirklich unzureichend für Weltvertrauen, macht Amtsführung schwierig.
Aber besonders schwierig ist: Güte-Literatur kann bei weitem nicht so leicht Leser mobilisieren wie Gerüchte-Literatur, braucht talentiertere Autoren. Ist kurzfristig schwer zu finden, verlieren Publikationen Farbe. Ich denke, besser frühere Gag-Zweitclowns lange Bärte umhängen und alte Männer-Oper singen lassen - vorübergehend besonders interessant.
(4. November)
Nachtrag: Dieser konnte nicht veröffentlicht werden. (Nächstes Jahr 19. Juni notiert)
- [Schwer verwirrt zu bleiben - Zi Ming]**
Weil jemand Siegelschrift-Schreiben erwähnte, erinnerte ich mich: Zheng Banqiao hatte einen Stempel mit "schwer verwirrt zu bleiben". Die vier Siegelzeichen waren verschlungen geschnitzt, konnten etwas Gelehrten-Verdruss ausdrücken. Zeigt: Stempel schnitzen und Siegelschrift schreiben reflektieren auch bestimmte Stile, wie "Holzschnitt spielen" nicht unbedingt "nur Privatsache": "Irrlehre" und "Dämon" bringen beim Siegelschrift-Schreiben auch "dämonische Verwirrung" mit.
Aber Stil, Stimmung, Tendenzen unterscheiden sich nicht nur nach Person, sondern nach Sache und Zeit. Zheng Banqiao sagte "schwer verwirrt zu bleiben" - tatsächlich konnte er noch verwirrt sein. Jetzt, in Zeiten von "Amt suchen und nicht bekommen ist nicht traurig, Versteck suchen und keinen Ort finden zum Kriechen ist wohl weltgrößte Trauer", ist Verwirrung suchen und nicht bekommen wirklich schwer.
Verwirrung-Prinzip, keine Recht-Unrecht-Anschauung usw. waren ursprünglich Chinas hohe Moral. Du nennst es Befreiung, Weitsicht - vielleicht nicht. Er hält tatsächlich an etwas fest, beharrt darauf: moralische Orthodoxie, literarische Hauptrichtung. Das kommt schließlich heraus: Moral braucht Kong-Meng plus "buddhistische Vergeltung-Lehre" (Lao-Zhuang separate Rechnung), andere "Buddhismus-Einfluss-Verachtung" zu sagen heißt "für Konfuzianismus Orthodoxie erkämpfen" - ursprünglich ist Tongshan-Gesellschafts Drei-Religionen-gleiche-Quelle-Theorie längst orthodox. Literatur? Braucht schwierige Zeichen, Wortzierrat, üppige Werke - und zwar neue Literatur-Werke, obwohl er "neue und alte Literatur-Grenzen verneint"; Massenliteratur "natürlich befürwortet", "aber das ist Literatur-Seitenzweig". Orthodoxie und Hauptrichtung sind offensichtlich.
Über Lebens-Überdruss nicht verwirrt! Lebendiges Leben ist schon so "arm" - will Jugendliche in "buddhistischer Vergeltung-Lehre", in »Wenxuan«, »Zhuangzi«, »Lunyu«, »Mengzi« Bildung suchen lassen. Später verschwand Bildung, nur Wortschatz blieb. "Naturlandschaften, persönliche Gefühle, Palast-Architektur... kann man noch aus »Wenxuan«-artigen Büchern holen." Früher fand Yan Jidao aus alten Büchern - wohl auch »Zhuangzi« - "yao ni" zwei Zeichen für Unit-Übersetzung: alt-elegant und laut-bedeutungs-doppeldeutig. Aber später verbreitete sich "danwei" (Einheit). Yan-Herrschens solche "Wortschätze" sind viele, meist unwiedererweckbar. Jetzt meint jemand: "Han-nachher Wörter, Qin-vorher Zeichen, westlicher Kultur gebrachte Zeichen und Wörter können unsere glänzende neue Literatur zusammensetzen." Liegt der Glanz nur in Zeichen und Wörtern, ist das wohl wie alte Grab-Edeldamen voller Perlen-Schätze. Leben liegt aber nicht in Zusammensetzen, sondern Schaffen - Millionen Lebender schaffen. Hassenswert ist: Leben so unruhig-chaotisch, lässt manche "keinen Ort finden zum Kriechen", will in Zeichen und Wörter fliehen, um "Recht-Unrecht zu vermeiden" - aber unerreichbar. Wirklich Siegelschrift schreiben und Stempel schnitzen!
(6. November)
- [Lebenden Wortschatz in alten Büchern suchen - Luo Wu]**
Lebenden Wortschatz in alten Büchern suchen ist sagbar, nicht machbar - er findet in alten Büchern keinen lebenden Wortschatz.
Gäbe es hier "»Wenxuan« lesende Jugendliche" - einige Oberschüler -, öffnet er »Wenxuan« und will Wortschatz suchen, weiß natürlich, dass manche Zeichen tot sind. Aber wie unterscheidet er Zeichen-Leben-Tod? Wohl nur nach eigenem Verstehen-Nicht-verstehen. Aber nach Sechs-Minister-Kommentaren verstandene Zeichen zählen nicht - das sind Leichen, von Sechs Ministern in sein Gehirn getragen. Selbst in seinem Gehirn wiederbelebt, sind sie vor Nicht-"»Wenxuan« lesenden Jugendlichen"-Augen noch tote Sachen. Er muss blanken Text lesen.
Wirklich, ohne Kommentare gibt es Verständliches - das ist lebender Wortschatz. Aber warum verstand er es schon? Bestimmt in anderen Büchern gesehen oder bis heute verwendeter Wortschatz - daher versteht er es. Was findet er dann aus »Wenxuan«?
Aber Herr Shi sagt, bei Palast-Beschreibungen nützlich. Sehr richtig - »Wenxuan« hat viele Palast-Fu und spezielle Palast-Fu. Will ein Jugendlicher Han-Jin-historische Romane schreiben und damalige Paläste beschreiben, ist »Wenxuan«-Suchen sehr angemessen, muss auch »Vier Geschichten«, »Jin-Buch« lesen. Aber genommene seltene Zeichen sind nur Leichen-Heraustragen, geheimnisvoll "Wiederbelebung" genannt. Will er Qing-Paläste beschreiben, hat das wenig mit »Wenxuan« zu tun.
Will er nicht mal Qing-Paläste beschreiben, aber Vorbereitungen so breit anlegen, ist das wirklich vergeblich und unzureichend. Denn es gibt noch »Yijing« und »Yili« - deren Wortschatz ist bei Zhou-Wahrsagung und Hochzeit-Begräbnis-Beschreibungen nützlich, sollte auch als "Literatur-Bildung-Grundlage" dienen - dann mehr wie "Literatur-Jugendliche".
(6. November)
- ["Vereinbarte" Literaturgrößen - Bai Zaixuan]**
Federspitzen sind auch spitz, müssen auch bohren. Meinungswege sind eng wie Lebenswege, daher (obige 15 Zeichen gedruckt als "andere Orte unbebohrbar") nur gegen Literaturzeitschriften-Werbung-Übertreibung stechen.
Werbungen sehen: Jeder Autor ist Literaturgroße, Chinas Literaturwelt scheint flammenglänzend, bringt aber auch Nasen-Schnauben hervor. Aber Autoren, die lebenslang schreiben und in Berge vergraben auf Archäologie-Teams warten, gibt es nicht mehr; selbst selbst-schreibende, -schnitzende, dünne Hefte bindende, Freunden schenkende Dichter selten. Jetzt: vorige Woche schreiben, nächste Woche drucken, letzten Monat ausschneiden, nächsten Monat Buch - meist nur für Honorar. Zu sagen, Autoren hungern und konzentriert der Gesellschaft dienen, wird wohl rot machen. Selbst Honorar-Braucher-Verspotter - ihre Spott-Artikel brauchen auch Honorar. Natürlich gehören andere Gehalts- oder Frauen-Mitgift-Lebende nicht dazu.
Grob gesagt: Wurzel liegt im Geldverkauf - daher Shanghais verschiedenste Literaturgrößen durch "Vereinbarung" "längst schon, nicht erst heute".
Geschäfte drucken Manuskripte: Herrscht Feudalismus, sagt Werbung Autoren sind feudale Literaturgrößen; ist Revolution angesagt, sind es revolutionäre Literaturgrößen - so wird eine Literaturgrößen-Charge bestimmt. Andere Bücher erscheinen, andere Werbung sagt: Jene Autoren sind nicht wirklich feudal oder revolutionär, diese sind echte Ware - wieder eine Literaturgrößen-Charge bestimmt. Andere sammeln verschiedene Werbung-Kontroversen, ein Autor fügt Kritiken hinzu, hervorbringend neue Literaturgrößen.
Eine Methode ist Rollen-Kombination: Einige Dichter, Romanciers, einen Kritiker brauchen, beraten, Gesellschaft gründen, Werbung schalten: Jene Literaturgrößen stürzen, diese erheben - Ergebnis kann auch Literaturgrößen-Charge bestimmen, auch "Vereinbarung".
Grob gesagt: Wurzel liegt im Geldverkauf - daher spätere Buchpreise zeigen Literaturgrößen-wahren Wert: Zwei Zehntel Preis, fünf Jiao ein Haufen möglich. Aber eine Ausnahme: Obwohl Läden schließen, Werke billig verkauft werden, sind Literaturgrößen nicht am Ende - sie sind "hochgeklettert", in Universitäten, Ämter, brauchen diese Trittbretter nicht mehr.
(7. November)
- [Jugend und Väter - Jing Yizun]**
Hörte: "Seit Europäische Winde ostwärts wehen", wurde Chinas Moral schlechter, besonders heutige Jugendliche verachten oft Väter. Das ist wohl ein großer Fehler, denn ich sah einige Beispiele: Väter sind für Jugendliche manchmal sehr nützlich, hilfreich, nicht nur "literarische Bildung"-Hilfe.
Ein alter Artikel - ich vergaß, aus welchem Buch - erzählt: Ein Taoist hatte Unsterblichkeits-Kunst, sagte über hundert Jahre alt zu sein, sah aber "schön wie Kronjuwel" aus, wie zwanzig. Eines Tages gab dieser lebende Unsterbliche ein großes Bankett für Reiche, plötzlich kam ein weißhaariger-bärtiger Alter, verlangte Geld. Er schimpfte ihn hinaus. Alle verwundert, sagte der lebende Unsterbliche großmütig: "Das ist mein kleiner Sohn, er hört nicht auf mich, will nicht Taoismus studieren - jetzt seht ihr, nicht mal sechzig und schon so alt." Alle natürlich bewegt, aber später erkannten sie: Der Mann war tatsächlich des Taoisten Vater.
Ein neuer Artikel - Yangs Geständnis - erzählt: Er war zielbewusster Mensch mit korrekten Lehren, nicht nur Reden, sondern Handeln. Aber beim Sehen mancher Orte-Alte leiden sah er nicht menschlich aus, dachte an seinen Vater: Selbst wenn seine Ideale verwirklicht würden, könnte er seinen Vater nicht zum Großherrn machen, müsste noch leiden. So bekam er korrektere Lehren, verwarf ursprüngliche Ideale, wurde Sohn. Wären Eltern früh gestorben, wie könnten Lehren so vollständig und würdevoll sein? Ist das nicht auch Väter-Nutzen für Jugendliche?
Haben Jugendliche ohne Väter keine Methoden? Ich denke nicht - gibt Methoden. Muss auch alte Bücher prüfen. Ein anderer Artikel - ich vergaß auch, aus welchem Buch - erzählt: Eine alte Frau bettelte, plötzlich kam ein Reicher, sagte sie sei seine längst verlorene Mutter. Sie spielte mit, wurde alte Dame. Später wollte ihr Sohn Tochter verheiraten, ging mit alter Dame zusammen zu Schmuckläden Gold kaufen, nahm der alten Dame gefallende Sachen selbst mit zur Frau zeigen, bat alte Dame weiterzuwählen - aber verschwand.
Aber das ist wie Taoist-Lernen, braucht Wirklichkeits-Methoden. Nur Geständnisse schreiben - ob Väter da sind, macht keinen großen Unterschied. Früher befürwortete jemand "leere Kaiser-Republik", warum nicht jetzt "vaterlose Kindespietät"? Zhang Zongchang respektierte sehr Konfuzius, wohl hatte sein Haus auch nicht »Vier Bücher«, »Fünf Klassiker«.
(7. November)
- [Nachwort]**
Diese über sechzig Glossen entstanden unter Unterdrückung ab letztem Juni unter verschiedenen Pseudonymen, Redakteure und Zensoren täuschend, fortlaufend in »Freie Diskussion« veröffentlicht. Bald verkündeten "inspirierte" "Literaten" sie, unverhüllbar. Obwohl ihre geruchsbasierten Urteile manchmal nicht den Fakten entsprachen. Aber Unbußfertige können nicht weit ausweichen - so kam nach einem halben Jahr heftigere Unterdrückung. Bis Anfang November hingehalten, musste ich aufhören, bewies: Meine Tinte kann jenen maskierten, unter Kommando-Säbeln hervortretenden Helden nicht widerstehen.
Ohne Artikel schreiben ordnete ich alte Manuskripte, klebte Jahresende ein Buch zusammen, fügte Gelöschtes oder Unveröffentlichte hinzu - sieht umfangreicher aus als frühere »Falsche Freiheit«. Dieses Jahr März wollte ich drucken, schrieb Vorwort, langsam setzen, korrigieren - wieder ein halbes Jahr vergangen. Rückblickend auf Schreibstopp schon über ein Jahr - Zeit fliegt, aber ich fürchte, meine Glossen sprechen noch von Gegenwart oder sogar nächstem Jahr.
Erinnere mich: Bei »Falsche Freiheit«-Veröffentlichung kritisierte »Gesellschaftsnachrichten«, mein Druckabsicht sei völlig für einen Schwanz - »Nachwort«. Das ist Missverständnis. Meine Glossen schreiben oft Nase, Mund, Haar, aber zusammen sind sie fast vollständige Gestalt - ohne Zusätze passabel. Aber einen Schwanz zeichnen macht es vollständiger. Daher will ich Nachwort schreiben - außer dass ich Schreibender bin, muss schreiben - nur damit dieses Buchs gezeichnete Gestalt vollständigere konkrete Gestalt wird, nicht "völlig für einen Schwanz".
Inhalt wie früher: Gesellschaftsphänomene kritisieren, besonders Literaturwelt-Verhältnisse. Wegen häufigem Pseudonym-Wechsel anfangs friedlich. Aber "Berge leicht ändern, Natur schwer wandeln" - ich weiß, ich kann nicht anständig bleiben. »Vorwort-Befreiung« stieß auf Zeng Jinke, »Großsprech-Rabatt« beleidigte Zhang Ziping, außerdem unbewusst andere Große beleidigt - ich weiß selbst nicht. Aber nach »Verschiedene Spenden-Ränge« und »Drachen-Aufstieg-Kunst-Ergänzungen« wurde der Fall groß.
Letzten August eröffnete Dichter Shao Xunmeis Buchhandlung »Zehn-Tage-Gespräche«. Dieser Dichter schrieb in Nummer 2 (20. erschienen) hochmütig über "Literaten ohne Charakter", teilte Literaten in fünf Typen, schließend:
Außer obigen fünf Typen gibt es natürlich viele andere; aber ihr Literatentum liegt daran, dass sie nichts zu essen haben oder nicht satt werden. Denn Literat-Sein braucht nicht viel Kapital wie Beamter oder Geschäftsmann. Ein Pinsel, etwas Tinte, einige Manuskriptseiten sind alles nötige. Kein-Kapital-Geschäft will jeder machen, daher viele Literaten. Das ist Tatsache: Ohne Beruf wird man Literat.
Unsere Literaturwelt wird von solchen Literaten organisiert.
Da sie ohne Beruf Literaten werden, ist ihr Ziel noch Beruf, nicht Literat. Sie nutzen Literatur-Bankett-Namen, um Große anzulocken; nutzen Literaturzeitschriften oder Beilagen-Plätze für Selbstwerbung: Nur Bekanntheit suchen, Scham ignorieren.
Wer weiß: Als Literaten werden sie als Literaten gesehen; als Literaten gesehen bekommen sie keine Berufe mehr - diese Gestalten randalieren ewig in Literaturwelt.
Literaten sind meist arm - seit Meinungs- und Schöpfungs-Unterdrückung haben manche Autoren wirklich nichts zu essen. Herr Shao Xunmei ist sogenannter "Dichter" und berühmter Großreicher "Sheng Gongbaos" Schwiegersohn - Schmutz auf "diese Gestalten" zu gießen ist normal. Aber ich meine: Literat-Sein unterscheidet sich von "großen Beerdigungen" - selbst viele Helfer anheuern, Gongs schlagen, rufend: Nachher bleibt nur leere Straße, nicht mal wie "große Beerdigungen", die nach Jahrzehnten manchmal noch Philister besingen. Extremer Armut verhindert gute Literatur, aber Gold und Silber sind nicht Artikel-Wurzeln - am besten Jangtse-Ufer-Land kaufen. Aber Reichen-Söhne missverstehen oft: Geld bewegt Geister, kann auch Literatur durchdringen. Geister bewegen ist wohl richtig, vielleicht auch Götter, aber Literatur durchdringen geht nicht - Dichter Shao Xunmeis eigene Gedichte sind Beweis. Meine zwei Artikel-Abschnitte erklärten: Ämter kann man kaufen, Literaten nicht; gibt Protektion-Beamte, aber keine Protektion-Literaten.
Aber Helfer erschienen sofort in würdiger »Zentralzeitung« (4., 6. September):
- Schwiegersohn-Problem - Ru Shi**
Kürzlich in »Freie Diskussion« zwei Schwiegersohn-Artikel: Sun Yongs »Zufriedenheit und Nicht-schreiben-können«, Wei Suos »Drachen-Aufstieg-Kunst-Ergänzungen«. Letzterer 1. September erschienen, ersterer nicht zur Hand, etwa Ende August.
Herr Wei Suo sagt: "Literaturwelt will zwar keine Schwiegersöhne rekrutieren, aber Schwiegersöhne wollen in Literaturwelt." Letzter Satz "Schwiegersöhne wollen in Literaturwelt" ist sehr solide, unangreifbar. Unsere Großväter sind andere Schwiegersöhne, unsere Väter auch, wir selbst auch. Wie heute "nordwärts" sitzende Lu Xun, Mao Dun sind andere Schwiegersöhne - "Schwiegersöhne wollen in Literaturwelt" ist unproblematisch. Ersterer Satz "Literaturwelt will zwar keine Schwiegersöhne rekrutieren" ist unhaltbar. Ich finde, Literaturwelt rekrutiert immer Schwiegersöhne - viele chinesische Autoren wurden russische Schwiegersöhne.
Außerdem: "Reiche Schwiegerväter, reiche Frauen haben, Mitgift-Geld als Literatur-Kapital verwenden..." Frauen-Mitgift als Literatur-Kapital zu verwenden sollte man bewundern, denn Frauen-Geld für Literatur ist besser als für andere unrechte Dinge. Außerdem braucht alles Kapital, Literatur keine Ausnahme. Ohne Geld keine Druckkosten, keine Zeitschriften und Sammlungen. Buchläden betreiben, Zeitschriften herausgeben braucht private Ersparnisse - Frauen-Geld ist auch Ersparnis. Außerdem ist reicher Schwiegersohn-Sein kein Verbrechen, wie Zeitungsbesitzer-Verwandter-Sein kein Verbrechen. Kann Zeitungsbesitzer-Verwandter nach Heimkehr müßig von Verwandten-Ansehen lebend Beilage redigieren, warum nicht reicher Schwiegersohn aus Interesse mit Frauen-Mitgift Literatur-Kapital machen?
- "Schwiegersohn"-Ausbreitung - Sheng Xian**
Fuchs kann keine Trauben fressen, sagt Trauben sind sauer. Heiratet selbst keine reiche Frau, entwickelt Eifersucht auf alle mit reichen Schwiegervätern - Eifersucht-Resultat ist Angriff.
Kann man als anderer Schwiegersohn noch Literat sein? Antwort natürlich positiv, wie Herr Ru Shi vorgestern in »Schwiegersohn-Problem« sagte: Heutige literaturwelt-berühmteste Lu Xun, Mao Dun sind einerseits Literaten, andererseits anderer Schwiegersöhne. Aber da Literaten auch anderer Schwiegersöhne sein können - gehören diese Schwiegersöhne zu armen oder reichen Schwiegervätern? Hierzu äußerten sich alte Autoren nicht - ob "Reich-neigend" oder "Arm-neigend" richtig. Aber »Freie Diskussion«-Autoren griffen reiche Schwiegerväter-Schwiegersöhne an - wir fühlen: Reiche Schwiegerväter-Schwiegersöhne sollten nicht mehr in Literaturwelt. "Reiche Schwiegerväter-Schwiegersöhne" und "Literaten" scheinen widersprüchlich - nur eines wählbar.
Heutige chinesische Literaturwelt hat dieses Phänomen: Nicht Literaten-eigene Literaturwelt-Anstrengungen prüfen, sondern kleinlich Literaten-Familien-Kleinigkeiten erforschen: reiche oder arme Frauen. Eröffnet man Buchhandlung, ob Kapital aus Frauen-Mitgift stammt, beschäftigt auch scharfäugige Literaten zur Untersuchung und Spott.
Ich denke, künftige chinesische Literaturwelt wird zu diesem Fortschritt: Nur Chen Jiageng-Gummischuh-Träger dürfen in Literaturwelt, Lederschuh-Träger gehören zu Adelsklasse und Angriffsliste.
Jetzt sind viele Rückkehrer-Studenten arbeitslos. Nach Heimkehr Beilage redigieren ist nicht beschämend, ob durch Verwandtschaft unwichtig - Verwandten-Nutzen liegt dort. Selbsternannte Literaturwelt-Säuberer greifen gruppenweise an, wenn andere unerwünschte Worte sagen - unnötig. Wer andere als "wild bellend" beschimpft, sollte nicht selbst "wild bellen".
Diese beiden Autoren sind reiche Schwiegersohn-Verehrer, aber Herr Ru Shi ist gewöhnlich - nach Großvätern, Vätern, Lu Xun, Mao Dun nur "Lu Xun nimmt Rubel"-Platitüden. Gag-Meister ist Herr Sheng Xian, der zu unvorstellbarem Dichter-Frauen-Geschmack übergeht. Theaters Zweitclown-Hilfe lässt Playboys besonders lächerlich aussehen - diese Methode verwendete ich später in »Komik-Beispiele«.
Aber Herrschaftshäuser haben auch gehässige Berater. Dieses Jahr Februar schrieb ich für Japans »Kaizo« drei kurze Abhandlungen, spottend über China, Japan, Mandschurei. Shao-Familie meinte "diesmal gelingt es". In derselben süße Trauben-Laube entstandenen »Renyan« (3. März) spielten Übersetzer und Redakteur vor - Übersetzer übersetzte angeblich nur einen »Gefängnis-Gespräche«, sandte an »Renyan« mit "Anhang" vor, "Notiz" nach:
- Gefängnis-Gespräche - Lu Xun**
(Kürzlich in japanischer Zeitschrift »Kaizo« März Lu Xuns drei Glossen gesehen - verglichen mit chinesischen Kurztexten brillanter, daher übersetzt für »Renyan«. Bedauerlicherweise kenne ich Lu Xuns Adresse nicht, Uchiyama-Buchladen-Besitzer Maruzo auch nicht - kann Übersetzung nicht erst zur Korrektur vorlegen. Bitte trotzdem unter Lu Xuns Namen veröffentlichen, um Original zu respektieren. - Übersetzer Inoue)
Menschen erwachen wirklich durch Tatsachen-Aufklärung und ändern dadurch Dinge. Von Song bis Qing-Ende lange Zeit wählte man mit "Kaiserliche-Rede-Vertretungs"-Aufsätzen Talente. Nach Frankreich-Niederlage erkannte man Methoden-Fehler - Westausbildung, Waffenfabriken als Korrekturen. Nach Japan-Niederlage war das unzureichend - diesmal großangelegte moderne Schulen. Daher jährliche Schüler-Aufstände. Nach Qing-Untergang und Kuomintang-Machtergreifung erkannte man wieder Fehler - Korrektur durch Gefängnis-Bau.
Altchinesische Gefängnisse gab es überall seit Alters, Qing-Ende baute auch westliche "Zivilisations-Gefängnisse". Das waren speziell für reisende Ausländer - wie für Ausländer-Verkehr lernende zivilisierte Umgangs-Studenten. Gefangene bekamen dadurch bessere Behandlung, Bäder, bestimmte Nahrung - sehr glückliche Orte. Vor zwei-drei Wochen erließ die Regierung aus Güte: Gefangenen-Nahrung nicht kürzen. Künftig noch glücklicher.
Alte Gefängnisse nachahmten buddhistische Höllen - nicht nur Einsperren, sondern Leiden-Geben. Manchmal Gefangenen-Verwandten Geld abpressen bis Armut. Alle hielten das für natürlich. Andersdenker halfen Gefangenen, wurden verdächtigt. Aber zivilisiert fortgeschritten - letztes Jahr schlug ein Beamter vor: Gefangene jährlich einmal nach Hause lassen für Sexualität sei humanitär. Ehrlich: Nicht besondere Sex-Sympathie, da unausführbar laut sprechen, um Beamtentum zu zeigen. Aber öffentliche Meinung kochte. Ein Kritiker sagte: Danach fürchten alle Gefängnisse nicht mehr, gehen gern hin - empört über Weltmoral. Von Heiligen-Lehre so lange beeinflusst, noch nicht so listig wie jener Beamte - beruhigend, aber zeigt Gefangenen-Misshandlungs-Glaube.
Andererseits sind Gefängnisse wie "Sicherheit-zuerst"-Idealländer. Wenig Brände, keine Diebe oder Banditen. Selbst bei Kriegen bombardiert niemand Gefängnisse, bei Revolutionen nur Gefangenen-Befreiung, keine Massaker. Bei Fujian-Unabhängigkeit freigelassene Gefangene verschwanden angeblich spurlos - aber beispiellos. Jedenfalls nicht sehr schlechte Orte. Mit Familien-Erlaubnis bäten selbst ohne Flut, Hunger, Krieg, Terror viele um Umsiedlung. Daher ist Misshandlung nötig.
Noulens-Ehepaar wegen Kommunismus-Propaganda in Nanjing inhaftiert, mehrmals gehungert - ohne Wirkung. Sie verstanden chinesische Gefängnis-Gesinnung nicht. Ein Beamter sagte: Will er nicht essen, was geht andere das an? Nicht nur nicht menschlich, spart auch Kost - Gefängnis-Vorteil. Gandhis Tricks scheitern ohne Ortswahl.
Aber solche fast perfekte Gefängnisse haben einen Mangel: Früher zu wenig Gedanken-Aufmerksamkeit. Zur Mängel-Behebung gibt es neuerdings "Besinnungs-Anstalten"-Spezialgefängnisse mit Bildung. Ich besann nie dort, kenne Details nicht. Jedenfalls wird Gefangenen ständig Drei-Volk-Prinzipien gelehrt, eigene Fehler-Besinnung. Auch Anti-Kommunismus-Aufsätze schreiben. Unwilligkeit oder Unfähigkeit führt zu lebenslanger Besinnung, Schlechtes auch zu Todes-Besinnung. Derzeit gehen welche hinein, kommen heraus, neue Anstalten entstehen - mehr Eingänge. Gelegentlich kommen erlöste Gutbürger, meist abgezehrt-verwelkt - wohl durch Besinnung und Abschluss-Aufsätze erschöpft. Hoffnungslos.
(Zusätzlich »Königsweg« und »Feuer« - bei Redakteur-Brauchbarkeit weitere Übersetzung. - Übersetzer)
Name zwar japanisch fingiert, Übersetzung wirklich schlecht - Niveau wie Shao-Häuser Helfer-Experte Zhang Kebiao, aber Text muss nicht sorgfältig übersetzt werden - wichtig ist nachfolgende Redakteur-Antwort:
Redakteur-Anmerkung: Lu Xuns Artikel stehen kürzlich auf Verbotsliste. Diese japanische Übersetzung entgeht Militärgericht. Aber wir drucken dies weniger für Artikel-Schönheit oder Argument-Gründlichkeit als Beispiel: Von Heimat vertrieben, unter Ausländer-Schutz. Lu Xuns Artikel sind sehr gut, Wortklauberei überzeugend, aber hier mehr Emotion als Argument, mehr Erfindung als Beweis. Wenn nicht Übersetzung-Fehler, missbilligen wir diese Haltung. Dies zeigt Kultur-Kontrolle-Stimmen. »Königsweg« und »Feuer« drucken wir nicht - Übersetzer muss nicht senden.
Dieser Redakteurs "unter Ausländer-Schutz" entspricht Übersetzers "Uchiyama-Buchladen-Besitzer Maruzo fragen"; "Militärgericht" zu erwähnen ist Autor-Meisterstück mit tiefer Mordabsicht. Ich sehe dieser Reichen-Sohn-Hunde und erkenne Ming-zeitliche Macht-Verkaufer-Gemeinheit. Ihr Herr Dichter Shao lobte in amerikanischen weißen Dichter-Artikeln schwarze Dichter herab: "Glaube, solche Gedichte verlassen Amerika nicht, mindestens nicht englische Sprache." (»Modern« 5-6) In chinesischen Reichen und deren Hunden bin ich auch wie Schwarzer Sklave, aber meine Stimme ging hinaus. Das ist hassenswerteste. Aber tatsächlich gingen auch Schwarzen-Gedichte aus "englischen Sprach-Kreisen". Amerikanische Reiche, ihre Schwiegersöhne und Hunde können nichts dagegen.
Aber solche Hunde zeigen nur "Lu Xuns Artikel stehen kürzlich auf Verbotsliste" mir gegenüber Gesicht - nur sofortige Ohrfeige macht sie zahmer als Möpse. Jetzt zitiere ich eine auch in »Komik-Beispiele« erwähnte Anzeige vom 21. September »Shenbao«:
- »Zehn-Tage-Gespräche« erklärt »Jingbao« Missverständnis und entschuldigt sich**
Sehr geehrte Damen und Herren, Zehn-Tage-Gespräche Nummer 2 Kommentar über Zhu Jiqings Spenden-Bekanntgabe erwähnte irrtümlich Jingbao, unser Blatt ungeschickt formuliert, veranlasste Jingbao zu Strafanzeige gegen Shao Xunmei. Da beide gesellschaftlich angesehene Publikationen sind, gibt es keinen Grund für gegenseitige Angriffe. Nach Zhang Shizhao, Jiang Rongping und anderen Vermittlungen erhielten wir Jingbaos völlige Verzeihung. Jingbao zog Klage zurück, wir erklären hiermit Entschuldigung.
"Beide gesellschaftlich angesehene Publikationen, kein Grund für gegenseitige Angriffe" - merkwürdiger "Grund", wohl sollte man "auf Verbotsliste stehende" Publikationen angreifen. Gold als Knochenmark steht trotzdem nicht gerade - hier eiserner Beweis.
Zu viel Papier für "Schwiegersohn-Probleme" - zu anderem: »›Zhuangzi‹ und ›Wenxuan‹«.
Diese Fall-Texte sind in diesem Artikel enthalten, nicht mehr besprochen; andere Meinungen spare ich auch papersparend aus. Damals zeigte »Zehn-Tage-Gespräche« auch Fähigkeiten - sogar Karikaturisten marschierten auf. Wegen Chen Jingshengs »Lu Xun-Flöte« entstand in »Taosheng« mit Cao Juren kleine Debatte. Aber bevor Debatte endete, wurde »Taosheng« verboten - Glückliche haben ewig Glückssterne...
Aber Zeit ist gnadenlos - sogenannte "dritte Menschen", besonders Shi Zhesheng und Du Heng alias Su Wen, zeigten dieses Jahr ihre wahren Gesichter.
Abschließend zum letzten Artikel: Übel entstehen durch neue Anspielungen.
Hörte, jetzt werden sogar klassische Anspielungen manchmal von Zensoren verboten - zum Beispiel Qin Shihuang erwähnen, aber letztes Jahr war es noch erlaubt. Aber neue Anspielungen verursachen immer kleine Unruhen. Mein letzter »Jugend und Väter« stieß auf Herrn Yang Cunren (obwohl beim Druck der Name bereits vom Redakteur gestrichen war), brachte später in »Shenbao«-Lokalblatt »Tanyan« (24. November) einen wunderbaren Artikel hervor. Aber schwer verständlich - scheint zu sagen, ich stelle mich als Kindespietät dar, aber greife ihn für Kindespietät an, "in Brunnen fallen" und "Steine werfen". Da das ein Musterwerk unseres "reuigen Revolutionärs" ist, wäre Wegwerfen schade - daher vollständig zitiert, zeigt auch Herrn Yangs Pionierrolle als moderner "Spruch-Stil"-Autor, auch etwas Zusatz in meinem »Nachwort«:
- Klugheits-Weg - Cunren**
Jüngst nachts besuchte ich weltgewandten Alten in seinem Haus: Haus war dreistöckiges Gebäude, zur Straße blickend. Obwohl Straßenbahnen klingelten-ratterten, Autos tuten-krächzten, Marktlärm störte, bemerkte er nichts - wie Einsiedler, ruhig wohnend, tief erleuchtete. Alter sagte: "Warum kommst du?" Antwort: "Wage nach Klugheits-Weg zu fragen." Gespräch hatte Thema, wurde Frage-Antwort.
"Schwer ist Klugheits-Weg! Konfuzius-Schule-Weiser wie Yan Hui konnte aus einem Winkel drei andere folgern - Konfuzius pries seine übermenschliche Klugheit. Heute können aus einem Winkel drei andere folgern noch keine klugen Menschen - fragst du nach Klugheits-Weg, willst du diesen Alten schwierig machen?"
"Nein, nein! Sie missverstehen meine Frage! Ich will nicht über Denk-Kunst lernen. Ich bin von Natur unbeholfen-dumm, weltfremd, stoße oft an Wände - wage nach weltlichem Klugheits-Weg zu fragen."
"Ach, du bist wirklich unbeholfen-dumm und fragst nach Welt-Weg! Heute sehen Weise Weisheit, Gütige Güte, verschiedene Klassen, verschiedene Gedanken. Väter-Söhne, Brüder, Eheleute, Schwestern haben wegen verschiedener Gedanken in einer Familie je eigene Ansichten und Vorurteile. Obwohl Blutsverwandte, entfremdet-konfliktreich, getrennte Wege. Alte sogenannte Helden dienten je ihren Herrschern als Feinde, heutige sogenannte Idealisten-Revolutionäre bekämpfen sich klassenweise erbarmungslos. Selbst wegen verschiedener Standpunkte töten Blutsverwandte gnadenlos. Opportunismus mag zeitweise siegen, kann schwer in der Welt bestehen. Klugheits-Weg ist erschöpft - nur dumme Tölpel können endlos glücklich sein..."
"Obwohl Sie logisch und begründet sprechen - gibt es wirklich keinen Klugheits-Weg mehr?"
"Dann nur noch Opportunismus-Weg. Soll ich erklären: Opportunismus-Weg liegt in Schlauheit, Schlauheit wurde Fachwissenschaft. Westeuropäische Theorien sind in Wissenschaft-Philosophie klassifiziert - Schlauheits-Wissenschaft kann Schlauheitslehre heißen. Schlauheitslehre könnte nach Universitätsprofessoren-Vorlesungen in Kapitel, Abschnitte, Punkte geteilt werden - alte und neue Quellen zitieren, Ost-West vereinen. Ihre Theorie ist tiefer als Philosophie, ihre Belege umfassen chinesisch-ausländische Geschichte, Physik-Chemie, Kunst-Literatur, Handel-Geschäfte, Verführung-Betrug - alles eingeschlossen. Von Universitätsvorbereitung bis viertes Jahr kann diese Vorlesung nur ein Tausendstel lehren. Universitätsabschluss alle Fächer bestanden, aber Schlauheitslehre kann kein noch so kluger Student bestehen. Selbst Universitätsprofessoren wissen wahrscheinlich das Wie, nicht das Warum - Lernschwierigkeit vorstellbar. Ich lebte Jahrzehnte, Kopf kahl, Bart-Haar weiß, Erfahrung nicht gering, Lehren nicht wenig, aber beim Schlauheitslehre-Vorlesungen-Schreiben kann ich nur erstes Kapitel, ersten Abschnitt, ersten Punkt. Dieses erste Kapitel, erster Abschnitt, erster Punkt heißt 'mit Strom fahren' - was Menschen sagen auch sagen, was Menschen mögen mögen, was Menschen hassen hassen. Ein Beispiel: Hassen Menschen Kindespietät als 'feudal-patriarchalische Gesellschafts-Ritual-Überbleibsel', dann kannst du, obwohl du für Vater Medizin-Suppe serviertest, Ärzte suchtest, aus Naturell Eltern dientest, trotzdem natürliche Eltern-Diener als 'Kindespietät' kritisieren, nur für Jugend-Applaus, ignoriere eigene Gewissen-Ansicht und Handlungen. Kritisierte stehen unter Zeit-Strömung, können nicht argumentieren - Argumentieren beweist nur mehr Reaktionäres. Daraufhin Jugend-Angriff-Trommeln, Körper völlig zerfetzt, dein Sieg nicht nur sicher, sondern wirst von Jugend als höchster Heiliger verehrt. Essays-Sammlung mit diesem Stück wird landesweit populär, Papier teuer - Name und Gewinn beide, Reichtum endlos. Erstes Kapitel, erster Abschnitt, zweiter Punkt ist 'in Brunnen fallen, Steine werfen'. Ich kenne auch etwas, aber beim Denken an Brunnen-Steine-Werfer bekomme ich Kopfschmerzen - will wirklich nicht schreiben. Aber Schlauheitslehre ist zwar Klugheits-Weg, eigentlich linker Nebenweg - du solltest wirklich nicht lernen."
"Was Sie sagen ist wohl vernünftig. Heutige Gesellschaft hat viele, die diese Wissenschaft als Türklopfer zum Lebensunterhalt nutzen - sie sind wirklich überall erfolgreich, Namen und Gewinn beide. Aber ich bin unbeholfen-dummer Mensch - selbst lernen wollen könnte ich wohl nicht?"
"Ach! Du suchst Klugheits-Weg, aber lernst nicht - zwar lobenswert, aber Wände-Anstoßen ist verständlich!"
Jene Nacht fragte ich Weltgewandten nach dem Weg, kehrte unverändert heim - ach!
Aber wir sollten nicht nur "ach!" bewundern, denn davor spielten manche Orte "Vollkampf".
Auch Zeitungsausschnitte sind gut - hier schneide ich die einfachsten Berichte:
- Yihua Filmgesellschaft von "Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein" zerstört**
Gestern um neun Uhr morgens kamen plötzlich drei ungewöhnlich handelnde Jugendliche zu Yihua-Gesellschafts neuerbautem Filmstudio in Westshanghais Konnot-Road nahe Ginsitu-Tempel. Sie gaben sich als Besucher aus, während einer gerade unterschrieb, rief ein anderer laut - daraufhin stürmten sieben-acht draußen lauernde Schläger in einheitlichen blauen Kurzhemden-Hosen durch die Tür, verteilten sich in Büros, zerstörten wild Schreibtische, Glasfenster und alle Möbel. Dann draußen zerstörten sie zwei eigene Autos, eine Filmtrocknungsmaschine, eine Kamera und verteilten weiße Flugblätter: "Volk steht auf, vernichtet einheitlich Kommunisten", "Stürzt das Volk verkaufende Kommunisten", "Löscht mordende-brennende Kommunisten" usw. Gleichzeitig verteilten sie ölgedruckte Erklärungen, zuletzt unterschrieben "Chinas Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein". Nach etwa sieben Minuten blies einer wild eine Pfeife - alle Schläger sammelten sich und marschierten weg. Als Bezirk-6-Polizei und Detektive ankamen, waren alle spurlos verschwunden. Der Verein erklärte, gestrige Aktion sei nur Warnung an Gesellschaft - ändere sie oder andere Gesellschaften nicht Richtung, würden künftig drastischere Mittel angewandt. Lianhua, Mingxing, Tianyi-Gesellschaften seien ebenfalls streng untersucht.
Laut Zeitungen besagte Erklärung: Yihua-Gesellschaft sei kommunistische Propagandaorganisation, Proletarische Kultur-Allianz mache Filmwelt rot mit Gesellschaft als Basis - Filme wie »Volks-Überleben« beschrieben Klassenkampf, aber durch Bestechung der Nanjing-Zensur-Kommission zur Veröffentlichung. Außerdem forderte der Verein Erziehungsministerium, Innenministerium, Zentral-Partei und Stadtregierung auf: Gesellschaft solle fertige Filme vernichten, sich selbst reorganisieren, alle roten Elemente entfernen und bestochene Film-Zensur-Verantwortliche bestrafen.
Nachher beharrte die Gesellschaft: Raubüberfall, bereits Bezirk-6-Caojiadu-Polizei gemeldet. Reporter untersuchten: Nur Gesellschafts-Innenausstattung völlig zerstört, Tische-Stühle durcheinander, völliges Chaos. Wahre Hintergründe werden bald klar.
(13. November, »Damei Wanbao«)
- Filmwelt Anti-Kommunisten-Verein warnt Kinos, Tian Hans und andere Filme abzulehnen**
Nach Yihua-Angriff hatte Shanghais Filmwelt neue Unruhen - gestern erhielten alle großen-kleinen Kinos gleichzeitig Warnbriefe von Shanghai Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein, alle Kinos sollten Tian Han und anderen geschriebene-regierte-gespielte Drehbücher ablehnen:
Unser Verein ist motiviert durch brennende Volks-Staats-Liebe und kann nicht ertragen, dass Filmwelt von Kommunisten genutzt wird. Daher warnten wir rote Film-Basis Yihua-Filmgesellschaft. Da Ihr Kino normalerweise für Filmwesen begeistert ist, warnen wir ernst: Für Tian Han (Chen Yu), Shen Duanxian (alias Cai Shusheng, Ding Qianzhi), Bu Wancang, Hu Ping, Jin Yan und andere regierte, geschriebene, gespielte Klassenkampf-Arm-Reich-Opposition-Reaktionsfilme dürft ihr nicht vorführen, sonst Gewalt-Behandlung wie Yihua-Gesellschaft, keine Nachsicht! Shanghai Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein, 11.13.
(16. November, »Damei Wanbao«)
Aber "Anti-Kommunismus" beschränkte sich nicht auf "Filmwelt" - Verlagswelt wurde gleichzeitig von maskierten Helden angegriffen:
- Heute morgen Liangyou Buchgesellschaft plötzlicher seltsamer Gast - Eisenhammer zerschlägt Glasfenster, geht weg, Polizei untersucht... Guanghua Buchhandlung bittet um Schutz**
Westshanghais Konnot-Road Yihua-Filmgesellschaft wurde gestern um neun von Dutzenden arbeiterähnlichen Personen überfallen, die Flugblätter "Chinas Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein" verteilten und verschwanden. Heute um elf kam zu Beichuanlu 851 Liangyou Buch-Druckgesellschaft ein Mann mit Eisenhammer, schlug ein Loch ins große Schaufenster und floh sofort. Hongkou-Polizei untersuchte: Liangyou verkauft linksstehende Bücher, nicht unverbunden mit Yihua-Fall. Heute morgen ersuchte ängstlich Guanghua-Buchhandlung Zentral-Polizei um Schutz vor Zwischenfällen.
(13. November, »Dabao«)
- »China Forum« Druckerei zerstört - Druckraum zerstört, Redaktion unversehrt**
Amerikaner Iloshengs »China Forum«-Druckerei Lefor in Hongkou Tiantong-Road wurde gestern abend von Schlägern überfallen, Druckraum zerstört, Redaktion unversehrt.
(15. November, »Damei Wanbao«)
- Angriff auf Shenzhou Guoguang-Gesellschaft - Gestern abend sieben Uhr vier Personen stürmten Hauptvertrieb, Eisenhammer zerschlug Schaufenster, kleiner Schaden**
Henan-Wuma-Straßenkreuzung Shenzhou Guoguang-Gesellschaft Hauptvertrieb wurde gestern um sieben beim Schließen plötzlich von einem langgewandeten Kunden betreten, scheinbar Bücher kaufend. Nach seinem Eintritt folgten drei andere. Der Langgewandete drehte sich um, riss das Wandtelefon ab. Gleichzeitig zerstörten drei Kurzgekleidete mit Eisenhämmern das linke Schaufenster, alle vier flohen. Drei-vier Angestellte und Lehrlinge waren sprachlos erschrocken. Aber der Langgewandete wurde Dutzende Schritte entfernt an Sijing-Straßenkreuzung von Wachpolizei gefasst - beim Fenster-Schlagen hatte ihn herabfallendes Glas im Gesicht verletzt, er blutete und konnte nicht schnell laufen.
Der Gefasste leugnete in Simaer-Zentral-Polizei Beteiligung, wurde freigelassen.
(1. Dezember, »Damei Wanbao«)
Amerikanische Zeitung wurde höflichst zerstört, Militärs-Buchläden zuletzt. "Stolz weggehend" ist interessant geschrieben.
Filmgesellschafts-Zerstörung kam mit Erklärungen, in mehreren Zeitungen vollständig abgedruckt; für Buchläden und Zeitungen scheinbar keine Diskussionen, da keine Berichte. Aber es gab sie - blaue Kugelschreiber-Warnungen, Laden-Namen leer, mit Tinte ausgefüllt, Handschrift nicht wie Gebildete, unten langer violetter Holzstempel. Ich bewahrte glücklicherweise Original auf, setze nun Interpunktion und kopiere originalgetreu:
Unser Verein ist motiviert durch brennende Volks-Staats-Liebe und kann nicht ertragen, dass Kultur-Gedankenwelt von Kommunisten genutzt wird. Daher warnten wir rote Film-Basis Yihua-Gesellschaft. Zur Aufgaben-Durchführung planen wir Kulturwelt-Säuberung. Außer Liangyou-Buchgesellschaft erste Warnung haben wir alle Buchhandlungen-Publikationen genau untersucht. Wissen, dass Sie... für Kulturwesen begeistert sind, warnen daher ernst: Für rote Autoren-Werke wie Lu Xun, Mao Dun, Pengzi, Shen Duanxian, Qian Xingcun und andere rote Autoren-Werke, reaktionäre Texte sowie reaktionäre Theater-Kritiken, Sowjetunion-Berichte dürfen Sie nicht herausgeben, drucken, vertreiben. Bei Nichtbefolgung behandeln wir Sie drastischer und gründlicher als Yihua und Liangyou, keine Nachsicht!
Shanghai Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein (11.13)
Ein "Idealist" mag für "Kulturwesen begeistert" sein, aber wenn unbekannt wann ein Hammer kommt und hundert Silber-Tael teures Glas zerbricht; "bei Nichtbefolgung" kommt unbekannt wann eine rote Mütze und kostet den teureren Kopf - natürlich wird er entmutigt. Buchläden und Zeitungen-Schwierigkeiten sind vorstellbar. Da ich von "stolz weggehenden" Helden als "roter Autor" bezeichnet wurde, soll ich andere nicht schädigen, Pinsel niederlegen, still Theater schauen. Daher enden diese Glossen am 7. November - von 7. bis zur ehrenvollen Warnung am 13. November schrieb ich nichts.
Aber Erfahrung lehrt: Bei Waffengewalt-Bestrafung bekomme ich gleichzeitig Literatur-Bestrafung. Literaten sind meist "inspiriert", zumal jetzt mit besonders entwickeltem Geruchssinn - sie wissen, wie man "schreibt", um passend zu sein. Jetzt ist es Zeit: Ich kritisiere nicht Gesellschaft oder Menschen, aber Menschen kritisieren mich - meine Arbeit ist Material sammeln. Material gibt es viel, Wunderbares wenig. Papier-Tinte sollte man sparen - hier nur sechs Stücke ausgewählt. Amtliche »Zentralzeitung« attackierte frühest - wahrhaft Zeitgeist-führend, würdig "zentral"; »Shishi Xinbao« mitten im "Vollkampf"-Höhepunkt am zeitgemäßesten, aber sehr verwirrt; »Dabao« und »Damei Wanbao« spät - "geschäftlich" bedingt, klug daher vorsichtig, Vorsicht macht träge. Gerade entschieden gemeinsam zu attackieren, aber nach Tagen Neujahr, nächstes Jahr Vorzensur von Büchern-Zeitungen zum Geschäfts-Nutzen, neues Netz, neue Lage.
Noch nicht Neujahr - erst »Zentralzeitung« zwei Stücke:
- Verschiedenes - Zhou**
Kürzlich befürworten viele Zeitschriften Kurztexte. »Shenbao Monatsschrift«, »Ostmagazin« und »Modern« haben Glossen-Spalten. 1933 wird wohl Kurztext-Jahr. Heutige chinesische Glossenschreiber zahlreicher als früher - wohl Lu Xuns alleiniges Verdienst. Chinas alter Glossenschreiber-Meister ist natürlich Lu Xun. Seine Beamten-Pinsel-Art, kalt-scharf, anderen unzugänglich. »Heißer Wind«, »Huagai-Sammlung«, »Huagai-Fortsetzung«, letztes Jahr noch »Drei-Herzen« »Zwei-Herzen«. Nach seinen jüngsten Jahres-"Leistungen" sind wohl fünf-sechs Herzen unvermeidlich. Lu Xun hat lange keine Schöpfungen veröffentlicht - außer russischen schwarzen Brot-Übersetzungen nur noch Glossen. Glossen, kurze tausend Worte, natürlich mit einem Schlag fertig. Beim Zigaretten-Rauchen kurz Gehirn drehen - Ergebnis zehn Yuan tausend Zeichen. Glossen haben eine unfehlbare Methode: Entweder heiß schimpfen oder kalt spotten. Kann man heiß schimpfen plus kalten Spott oder kalten Spott mit heißem Schimpfen, noch besser.
Aber gewöhnliche Glossen sind natürlich meist kalt spottend. Bei Unzufriedenheit über etwas gibt es naturgemäß kalt spottende Artikel. Lu Xun findet dies unzulänglich, jenes unzulänglich - daher über dies wieder Gedanken, über jenes wieder Gedanken.
Unser Dorf hat eine alte hässliche Frau mit vielen Eigenarten. Tagein tagaus liebt sie andere Schwächen besprechen - am Ostdorf-Ende Kopfschütteln, zum Westdorf-Ende laufend seufzen. Scheint nichts ihrem Geschmack zu entsprechen. Aber fragt man, was sie eigentlich will, kann sie nichts sagen. Ich finde sie Lu Xun ähnlich - tagein tagaus nur Ironie, kalter Spott, verantwortungslose Glossen. Fragt man wirklich nach seinen Ansichten, gibt er nie klare Antwort.
(31. Oktober, »Zentralzeitung« »Zentralpark«)
- Literaturwelt und Kampfring - Mingchun**
Shanghais Literaturwelt wurde Kampfring. Lu Xun ist Ringherr. Lu Xun scheint in seinem Zimmer ein alles durchschauendes Fernrohr zu haben - entdeckt er Literaturwelt-Fehler in Worten oder Verhalten, springt er sofort zu Pferd mit Speer und schlägt andere völlig. Daher muss Lu Xun wertvolle Zeit verschwenden, um Federspitze zu schärfen, Spott-Höhepunkt zu erreichen, andere nie wieder aufstehen zu lassen.
Das ist für Lu Xun unvorteilhaft. Lu Xun sollte seine Position erkennen - selbst Gegner gestehen heimlich, er sei Chinas hervorragendster Autor; da Ihre Worte Jugend beeinflussen können, sollten Ihre Worte bedacht sein. Denken Sie: Nach »Ah Q« wieviel Zeit in Federkämpfen verschwendet? Welchen Einfluss haben diese Federkämpfe auf Jugendliche?
Da erstklassige Autoren ständig kämpfen, lernen Literatur-Jugendliche viele Tricks. Übel verbreitet sich - oft verlassen Kritiker kritisierte Worte-Gedanken und schimpfen über Privates: Brille unschön, sogar Schuhlöcher; sogar rasend Eltern beleidigen, sogar Pinsel niederlegen für Fäuste. Heutige Literaturwelt-schlechte Gewohnheiten - oberflächlich, gemein, grob - dafür tragen Lu Xun und ähnliche Verantwortung.
Viele Federkämpfe sind unnötig. Jemand befürwortet Gedicht-Befreiung - ohne Schimpfen würde niemand "ganz egal"-Gedichte füllen; jemand befürwortet »Zhuangzi« und »Wenxuan« lesen - das lehrt nicht Jugendliche Opium rauchen. Warum zähneknirschend Augen aufreißen und andere quälen?
Ich erinnere mich: Ein chinesischkundiger russischer Literat B.A. Vassiliev kritisierte Lu Xuns »Ah Q«: "Lu Xun reflektiert chinesische Massen-Seelen, sein humorvoller Stil bringt zum Weinen - Lu Xun ist nicht nur chinesischer, sondern Weltautor." Lu Xun, Sie altern, denken an frühere Ehre - bei reichster Erfahrung, tiefster Beobachtung, vielfältigster Lebenserfahrung sollten Sie sich anstrengen, mehrere größere Werke als »Ah Q« zu schreiben? Große Werke überdauern vielleicht nicht tausend Jahre, aber Federkampf-Artikel vergisst man nach einer Woche. Jugendliche bewundern große Literaten mehr als Kampfring-Herren. Wir lesen Shakespeare, Tolstoi, Goethe - aber nie ihre "Schimpf-Auswahlen".
(16. November, »Zentralzeitung« »Zentralpark«)
Diese beiden - einer vergleicht mich mit hässlicher alter Frau, einer wünscht mir "große Werke", verschiedene Aussagen, aber einheitliches Ziel: Widerwillen gegen meine "über dies wieder Gedanken, über jenes wieder Gedanken" und ständige "Glossen". Das ist wirklich widerwärtig, aber daher umso wichtiger - "chinesische Massen-Seelen" reflektieren sich jetzt in meinen Glossen.
Herr Zhou sticht mich, ihnen keine klaren Ansichten zu geben - diese Absicht verstehe ich; aber Herr Mingchuns Shakespeare-Liste verwundert mich. Warum locken mich kürzlich oft Leute, Tolstoi zu lernen? Vielleicht weil man nie ihre "Schimpf-Auswahlen" sah - gutes Vorbild. Aber ich sah seine Kaiser-Schimpf-Briefe im Weltkrieg - in China würde das "heutige Literaturwelt schlechte Gewohnheiten - oberflächlich, gemein, grob" genannt. Tolstoi ist unerreichbar, erreicht wäre es schwer menschlich - zu Lebzeiten verfluchten ihn griechische Christen jährlich in die Hölle.
Dazwischen zwei »Shishi Xinbao«-Artikel:
- Kurz über Denunziation - Chen Dai**
Lu Xun fürchtet und hasst Denunziation am meisten - in »Falsche Freiheit« »Vorwort« und »Nachwort« beachtet er das ständig. Aber Lu Xuns Denunziation meint nicht, jemand verriet seine Adresse oder Aufenthalte an Polizei (oder andere seine "Geheimnisse" wollende Organe), so dass er gefasst wurde. Er meint: Jemand verkündete, weil seine "alten Pseudonyme manchmal unbrauchbar wurden, änderte er zu" neuen, ließ Leute wissen "wer Lu Xun ist".
"Diesmal", sagt Lu Xun, "denunzierte Wang Pingling vorn, Zhou Muzhai enthüllte hinten" - er vergaß: Redakteur deutete vor Lu Xuns Auftritt an. Beim Auftreten von He Jiagan und anderen stellte der Redakteur vor: Diese zwei sind Literaturwelt-Veteranen. So spitzten alle Ohren für die Veteranen. Anderswo oder andere Lage würde Lu Xun sagen: Redakteur schießt kalte Pfeile.
Unbekannte Namen in Beilagen sehen und wissen wollen, ob echt oder bekanntes Pseudonym - menschlich normal. Lu Xun selbst fragte nach Wang Pinglings »"Verständlichste" Literatur«: "Ist Wang Pingling echter Name oder Pseudonym?" Wüsste er, wessen Pseudonym, würde er vielleicht sagen. Das wäre keine Verleumdung - bei Bekanntem sagt er nicht "Liu Si ist Yang Cunrens... Pseudonym" um zu zeigen, ihn kann man nicht täuschen?
Außerdem: Warum "öffentlich" denunzieren? Geheim wäre für Denunzianten sicherer? Ich bezweifle Denunzianten-Klugheit, falls es solche gibt.
Bei Pseudonym-Artikel-Sammlungen schrumpft der Autor viele Namen zu einem - scheint selbst letzter Denunziant.
(21. November, »Shishi Xinbao« »Qingguang«)
- Kurz über kalte Pfeile - Chen Dai**
Nach Lu Xuns »Falsche Freiheit« »Vorwort« und »Nachwort« über Denunziation, jetzt Tang Taos »Neue Gesichtsmasken« über kalte Pfeile.
In »Neue Gesichtsmasken« greift Tang breit an, davon "kalte Pfeile". Aber Tangs Artikel sind fast nur "kalte Pfeile", obwohl viele Pfeilspitzen unklar.
"Angeblich Strömungs-beeinflusst wechseln Literatur-Bühnen-Stücke. Rollen gleich, aber Masken brandneu." - erster kalter Pfeil. Obwohl kalt, traf er. Denn viele Literatur-Rollen spielen neue Stücke für Zuschauer-Applaus statt gewohnte alte, sagen "Strömungs-beeinflusst" für Moderne-Zeigung. Manche ändern nicht mal Masken, nur Titel: »Xue Pinggui West-Liang-Heirat« zu »Mu-Xue-Ehe« - Inhalt gleich.
Zweiter Pfeil - nein, kann so nicht weiterschreiben - das braucht breites Wissen, da jeder Satz ein Pfeil oder mehrere, augenverwirrend, unerfassbar, schwerer als steife Übersetzungen.
Aber Tang scheint selbst unzufrieden mit dieser Haltung - sonst warum andere "komisches Geschrei, zickiges Herausfordern" tadeln? Aber faktisch macht er "komisches Geschrei, zickiges Herausfordern".
Vielleicht fordert er nicht heraus, schießt nur kalte Pfeile - "Kämpfe", selbst "zerrend", sind anstrengend und bei "Niederlage" zum "Wiederkommen" muss man Masken "neu malen". Kalte Pfeile sind praktisch - im Dunkeln versteckt, Ziele sehen und leicht Bogen spannen, Pfeile fliegen entspannt vorwärts. Aber er tadelt kalte Pfeile.
Man muss selbst kalte Pfeile schießen können, um andere zu tadeln.
(22. November, »Shishi Xinbao« »Qingguang«)
Dieser Herr Chen ist der unfähigste Angreifer - er kennt nicht mal Unterschiede zwischen eigener Erklärung und anderer Vorenthüllung. Würde ich ermordet aber überlebe und schließlich "natürlich sterbe", würde er mich als "letzten Mörder" bezeichnen.
Er fragt auch: Warum "öffentlich" denunzieren? Antwort: Das ist schwer verständlich, aber weil man wie "Literat" denunzieren will - sonst müsste er abdanken, klar in Spitzel-Reihen eintreten. Absichtliche und unabsichtliche Unterschiede kenne ich. Meine Denunziation meint Hündchen - dieser "Chen Dai" ist genau eins. Denken Sie: Schlechte Informationen sind unbequem.
Der zweite Artikel versteht wohl nur er selbst. Ich verstehe nur: Er witterte falsch, hielt Herrn Tang Tao für mich. Hier nur als Muster selbsternannter Gegner.
Als nächstes »Dabao«-Ausschnitt:
- Qian Jibos Lu Xun-Theorie - Qi Shi**
Kürzlich sammelte jemand Lu Xun-Kritiken für »Lu Xun-Theorien« - meist lobende Worte. Aber echte Lu Xun-Diskussionen haben Tadel und Lob - so wird es wahr. Qian Jibaos »Moderne chinesische Literaturgeschichte« 300.000 Worte, Umgangssprache-Literatur über 10.000 Worte, nur Hu Shi ausgewählt, Lu Xun, Xu Zhimo angehängt. Diese alle heftig getadelt. Kürzlich wagten alte Autoren nicht so mutig zu urteilen wie Qian - Neue beachteten es nicht. Ich stelle seine "Lu Xun-Theorie" vor - Literaturwelt-Kuriosität.
Qian sagt: Europäische Nachahmung entstand durch Zhejiang Zhou Shurens westliche Roman-Übersetzungen - wörtliche Übersetzung bevorzugt, Sinn-Übersetzung als untreu abgelehnt. Europäische Nachahmung mit chinesischer Sprache wie Papageien-Sprechen, Dolmetscher-Vertrauen, war Urheber. Nachahmer schrieben sogar eigene Gefühls-Äußerungen europäisch, »Xiaoshuo Yuebao« fachte das an. Aber verschlungen-schwierig, schwerer als Zhou-Texte, Gelehrte verstehen nicht, geschweige Volk? Shanghai Cao Muguan lachte: Wir leben lieber europäisch lesend als diese wunderbaren Texte sehend! Wie Modedamen in hohen westlichen Schuhen stolpernd - hässlicher! Alte verehren ist "Sklavennatur", Ausland nachahmen nicht? Spott-Ironie nah Grausamkeit! Aber ursprüngliche Umgangssprache für Sprach-Schrift-Einheit, Allverständlichkeit - wurde das durch europäische Umgangssprache-Literatur vergessen? Widersprüchlich, unauflösbar - das tadelt Lu Xuns direkte ausländische Literatur-Übersetzung und Literaturwelt-Einfluss. Ehrlich: Lu Xuns Übersetzungen sind schwer lesbar, direkte Übersetzung ist Frage, europäische Umgangssprache-Literatur ist andere Frage. Sind beide unpassend, wer trägt Schuld? Herr Qian meint unsere Worte falsch?
Qian sagt auch: Seit Hu Shis Umgangssprache-Literatur proklamierte er Volk-Literatur! Nicht Adels-Literatur! Zeitweise anhängend wurde Zhou Shuren durch Romane berühmt. Shuren ist dekadent, ungeeignet für Kampf. Shurens Werke haben nur Vergangenheits-Erinnerungen ohne Zukunfts-Aufbau, nur persönliche Empörung ohne Volk-Nutzen-Pläne - solche Menschen, wann hatten sie Volk im Sinn?! Qian schließt: Zhou Shuren, Xu Zhimo sind neue Literatur-Rechtsabweichler. Das tadelt Lu Xuns Schöpfung und Gedanken. Lu Xun "rechtsabweichend" zu nennen ist "einzigartig", besondere Beurteilung! Unzufrieden mit Guo Moruo, Jiang Guangcis Linksabweichung und Lu Xun, Xu Zhimos Rechtsabweichung, nur "Rangqing"-Altherren-Atmosphäre verehrend, melancholisch unaufhörlich - Qians Absicht klar sichtbar. Heute links-rechts schwer, Recht-Unrecht unbestimmt - auch in Qians Lu Xun-Theorie sichtbar!
Qians Buch erschien September, hatte Dezember-Nachwort.
(29. Dezember, »Dabao« »Fackel«)
Dieser große Artikel verdient außer Herrn Qi Shis "einzigartig"-Lob keine zweite Bemerkung. Wirklich "bewertet", dass ich selbst nichts sagen will - "dekadent". Aber interessant, daher besonders bewahrt als »Lu Xun-Theorien«-Format.
Zuletzt »Damei Wanbao« - wieder Wang Pingling mit Schrift-Verkehr:
- Schimpfen und Selbstgeständnis - Wang Pingling**
Gelehrsamkeit ist schwer zu diskutieren - Universalgelehrte verachten meist Diskussion mit Nachwuchs, sehen Werke als "oberflächlich-langweilig"; junge Gebildete finden Universal-"Sowjetunion-nennend, Proletariat-verehrend" wie saure Pflaumen unschmeckbar.
Weltstreitigkeiten können alle enden, nur menschliche Gedanken-Konflikte, meist emotional, enden nie. Manche machen andere verleumden und Fehler suchen zum Beruf; direkte Verneinung für indirekte Selbsterhöhung. Was sie selbst sind, dürfen nur sie wissen, andere nicht fragen. Manchmal sind ihre gegen andere gerichteten bösen Andeutungen unpassend, sondern ihre unbewussten Geständnisse.
Bibel hat Legende: Straßenleute fingen ehebrecherische Frau, wollten sie steinigen. Jesus sagte: "Besinnt euch! Nur Unschuldige dürfen diese Ehebrecherin töten." Alle gingen beschämt weg. Heutige Literaturwelt nicht so? Selbst Ehebrecher schimpfen andere Ehebrecherinnen. Wie Lu Xuns gewohnte giftige Kritik: andere "sprechen für Offizielle" - ich weiß nicht, für welche "Seite" er spricht!
Eigentlich haben Schweigsame nichts zu sagen; Redende denken nicht, sie sprechen für eine Seite. Lu Xun oft "mit eigenem Herzen andere Herzen messen" - "sich selbst wenig, anderen viel verlangen".
Solche Literaturwelt-Situationen gibt es viele, nicht nur Lu Xun.
(30. Dezember, »Damei Wanbao« »Huoshu«)
Erinnere mich: In »Falsche Freiheit« bezeichnete ich Wang Herrns Ansichten als "offiziell" - darauf bezieht sich das, aber unklar. Aus "selbst Ehebrecher schimpfen andere Ehebrecherinnen" scheint er zu sagen: Ich bin "offiziell", aber "Redende denken nicht, sie sprechen für eine Seite". Also wenn gedacht, dann: Reaktionäre sagen andere reaktionär, sie selbst reaktionär; Banditen nennen andere Banditen, sie selbst Banditen... Halt, wieder "giftige Kritik" - sagte Jesus nicht "besinnt euch"? Zur Unglück-Vermeidung noch ein Schwänzchen: Diese schlechte Gewohnheit nur in Literaturwelt, offiziell unverbunden.
Wang Pingling ist Film-Zensur-Kommissions-Mitglied - ich sollte kleine Bürger-Regeln befolgen.
Wirklich halt. Geschriebenes und Eingeklebtes, eigenes und anderes, kostete halbe Nacht - wohl wieder acht-neuntausend Worte. Dieser Schwanz ist auch nicht klein.
Zeit vergeht täglich, große-kleine Ereignisse vergehen mit, verschwinden bald aus Erinnerung; außerdem alles zerstreut. Für mich: Wieviel Unempfundenes und Ungewusstes gibt es wirklich. Aber diese geschriebenen Dutzend Stücke, angeordnet, mit »Nachwort« ergänzend entstandene Streitigkeiten, gleichzeitig Zeitgeschehen spiegelnd - obwohl kleine Struktur, zeichnet es nicht eine Gestalt? Aber jetzt wenige wollen ihre Shakespeare-, Tolstoi-verehrenden Gesichter senken, ins Dunkle blicken, einiges schreiben. Daher will ich meine Glossen bewahren - sie können daher besser überleben, obwohl dadurch verhasster, aber in Bekämpfung weiter wachsend. Ach, "Welt ohne Helden lässt Kerlchen berühmt werden" - das sollte ich und Chinas Literaturwelt beklagen.
Literaturwelt-Ereignisse gibt es viele: Zensur-Geheimrat liefern, Trennungs-Wunderstrategien anwenden, Gerüchte für Macht schaffen, Wahrheit im Herzen verbergen, Kapitulations-Fahnen vergangener Jahre hissen, alte Freunde heute erwärmen... Aber nicht aus »Quasi-Mondgespräche«-Zeit, hier nicht erwähnt oder nie erwähnt. Wirklich aufhören - bis mein Rücken schmerzt!
16. Oktober 1934 nachts, Lu Xun in Shanghai
- [Lu Xun Gesamtwerke Band 8]**
- Kuaiji-Bezirk Alte Bücher-Sammlung**
- Vorwort**
- Xie Cheng Kuaiji Vorfahren-Biografien**
- Yu Yu Kuaiji Klassiker-Aufzeichnungen**
- Zhong Lixiu Kuaiji Spätere Weise-Biografien**
- He-Familie Kuaiji Vorfahren-Bildlob**
- Zhu Yu Kuaiji Landaufzeichnungen**
- He Xun Kuaiji Aufzeichnungen**
- Kong Lingfu Kuaiji Aufzeichnungen**
- Xiahou Cengxian Kuaiji Geographie**
- Alte Novellen-Sammlung**
- Qingshi-Sohn**
- Yulin**
- Guo-Sohn**
- Xiaolin**
- Sushuo**
- Xiaoshuo**
- Shuishi**
- Lieyizhuan**
- Guyizhuan**
- Dai Zuo Zhen Yizhuan**
- Shu Yiji**
- Xun-Familie Geist-Gespenster-Aufzeichnungen**
- Zu Taizhi Gespenster-Aufzeichnungen**
- Kong-Familie Gespenster-Aufzeichnungen**
- Shenguailu**
- Liu Zhiliu Geist-Aufzeichnungen**
- Qixieji**
- Youminglu**
- Xie-Familie Geister-Götter-Biografien**
- Zhi-Familie Gespenster-Aufzeichnungen**
- Jiling Ji**
- Han Wu Gushi**
- Duji**
- Yiwenlu**
- Xuanzhongji**
- Lu-Familie Yilin**
- Cao Pi Gespenster**
- Guo Jichan Jiyi Ji**
- Wang Fu Shenyi Ji**
- Xu Yiji**
- Lu Yizhuan**
- Za Guishen Zhiguai**
- Xiang Yiji**
- Xuanyan Ji**
- Mingxiang Ji**
- Jingyi Ji**
- [Band Zwei]**
- [Qin-Fu mit Vorwort ○ »Wenxuan« mit Vorwort]**
Ich liebte in der Jugend Töne, im Alter spielte ich damit. Ich meinte: Dinge haben Blüte und Verfall, aber dies nicht; Geschmäcker werden langweilig, aber dies nicht. Was Geist nähren, Gefühle harmonisieren, in Einsamkeit nicht traurig sein kann, kommt Tönen am nächsten. Daher wiederholend ungenügend, dann singen und rezitieren für Ausdruck; singen-rezitieren ungenügend, dann Worte senden für Bedeutungs-Erweiterung. Aber acht Ton-Instrumente, Tanz-Gesang-Bilder, historische Talente machten alle Fu. Sie preisen Strukturen, Stile folgen einander; loben Material, nehmen Gefahr-Bitterkeit als höchst; beschreiben Töne, nehmen Trauer als Haupt; preisen Wandel, nehmen Tränen als wertvoll. Schön ist schön, aber die Prinzipien nicht erschöpft. Ihre Ursprünge verfolgend scheinen sie Töne ursprünglich nicht zu verstehen; ihre Absichten betrachtend erreichen sie auch nicht Ritual-Musik-Gefühle. Unter allen Instrumenten ist Qin-Tugend höchst. Daher verfasse ich Empfindungen als Fu. Die Worte lauten:
Hörte, jetzt werden sogar klassische Anspielungen manchmal von Zensoren verboten - zum Beispiel Qin Shihuang erwähnen, aber letztes Jahr war es noch erlaubt. Aber neue Anspielungen verursachen immer kleine Unruhen. Mein letzter »Jugend und Väter« stieß auf Herrn Yang Cunren (obwohl beim Druck der Name bereits vom Redakteur gestrichen war), brachte später in »Shenbao«-Lokalblatt »Tanyan« (24. November) einen wunderbaren Artikel hervor. Aber schwer verständlich - scheint zu sagen, ich stelle mich als Kindespietät dar, aber greife ihn für Kindespietät an, "in Brunnen fallen" und "Steine werfen". Da das ein Musterwerk unseres "reuigen Revolutionärs" ist, wäre Wegwerfen schade - daher vollständig zitiert, zeigt auch Herrn Yangs Pionierrolle als moderner "Spruch-Stil"-Autor, auch etwas Zusatz in meinem »Nachwort«:
- Klugheits-Weg - Cunren**
Jüngst nachts besuchte ich weltgewandten Alten in seinem Haus: Haus war dreistöckiges Gebäude, zur Straße blickend. Obwohl Straßenbahnen klingelten-ratterten, Autos tuten-krächzten, Marktlärm störte, bemerkte er nichts - wie Einsiedler, ruhig wohnend, tief erleuchtete. Alter sagte: "Warum kommst du?" Antwort: "Wage nach Klugheits-Weg zu fragen." Gespräch hatte Thema, wurde Frage-Antwort.
"Schwer ist Klugheits-Weg! Konfuzius-Schule-Weiser wie Yan Hui konnte aus einem Winkel drei andere folgern - Konfuzius pries seine übermenschliche Klugheit. Heute können aus einem Winkel drei andere folgern noch keine klugen Menschen - fragst du nach Klugheits-Weg, willst du diesen Alten schwierig machen?"
"Nein, nein! Sie missverstehen meine Frage! Ich will nicht über Denk-Kunst lernen. Ich bin von Natur unbeholfen-dumm, weltfremd, stoße oft an Wände - wage nach weltlichem Klugheits-Weg zu fragen."
"Ach, du bist wirklich unbeholfen-dumm und fragst nach Welt-Weg! Heute sehen Weise Weisheit, Gütige Güte, verschiedene Klassen, verschiedene Gedanken. Väter-Söhne, Brüder, Eheleute, Schwestern haben wegen verschiedener Gedanken in einer Familie je eigene Ansichten und Vorurteile. Obwohl Blutsverwandte, entfremdet-konfliktreich, getrennte Wege. Alte sogenannte Helden dienten je ihren Herrschern als Feinde, heutige sogenannte Idealisten-Revolutionäre bekämpfen sich klassenweise erbarmungslos. Selbst wegen verschiedener Standpunkte töten Blutsverwandte gnadenlos. Opportunismus mag zeitweise siegen, kann schwer in der Welt bestehen. Klugheits-Weg ist erschöpft - nur dumme Tölpel können endlos glücklich sein..."
"Obwohl Sie logisch und begründet sprechen - gibt es wirklich keinen Klugheits-Weg mehr?"
"Dann nur noch Opportunismus-Weg. Soll ich erklären: Opportunismus-Weg liegt in Schlauheit, Schlauheit wurde Fachwissenschaft. Westeuropäische Theorien sind in Wissenschaft-Philosophie klassifiziert - Schlauheits-Wissenschaft kann Schlauheitslehre heißen. Schlauheitslehre könnte nach Universitätsprofessoren-Vorlesungen in Kapitel, Abschnitte, Punkte geteilt werden - alte und neue Quellen zitieren, Ost-West vereinen. Ihre Theorie ist tiefer als Philosophie, ihre Belege umfassen chinesisch-ausländische Geschichte, Physik-Chemie, Kunst-Literatur, Handel-Geschäfte, Verführung-Betrug - alles eingeschlossen. Von Universitätsvorbereitung bis viertes Jahr kann diese Vorlesung nur ein Tausendstel lehren. Universitätsabschluss alle Fächer bestanden, aber Schlauheitslehre kann kein noch so kluger Student bestehen. Selbst Universitätsprofessoren wissen wahrscheinlich das Wie, nicht das Warum - Lernschwierigkeit vorstellbar. Ich lebte Jahrzehnte, Kopf kahl, Bart-Haar weiß, Erfahrung nicht gering, Lehren nicht wenig, aber beim Schlauheitslehre-Vorlesungen-Schreiben kann ich nur erstes Kapitel, ersten Abschnitt, ersten Punkt. Dieses erste Kapitel, erster Abschnitt, erster Punkt heißt 'mit Strom fahren' - was Menschen sagen auch sagen, was Menschen mögen mögen, was Menschen hassen hassen. Ein Beispiel: Hassen Menschen Kindespietät als 'feudal-patriarchalische Gesellschafts-Ritual-Überbleibsel', dann kannst du, obwohl du für Vater Medizin-Suppe serviertest, Ärzte suchtest, aus Naturell Eltern dientest, trotzdem natürliche Eltern-Diener als 'Kindespietät' kritisieren, nur für Jugend-Applaus, ignoriere eigene Gewissen-Ansicht und Handlungen. Kritisierte stehen unter Zeit-Strömung, können nicht argumentieren - Argumentieren beweist nur mehr Reaktionäres. Daraufhin Jugend-Angriff-Trommeln, Körper völlig zerfetzt, dein Sieg nicht nur sicher, sondern wirst von Jugend als höchster Heiliger verehrt. Essays-Sammlung mit diesem Stück wird landesweit populär, Papier teuer - Name und Gewinn beide, Reichtum endlos. Erstes Kapitel, erster Abschnitt, zweiter Punkt ist 'in Brunnen fallen, Steine werfen'. Ich kenne auch etwas, aber beim Denken an Brunnen-Steine-Werfer bekomme ich Kopfschmerzen - will wirklich nicht schreiben. Aber Schlauheitslehre ist zwar Klugheits-Weg, eigentlich linker Nebenweg - du solltest wirklich nicht lernen."
"Was Sie sagen ist wohl vernünftig. Heutige Gesellschaft hat viele, die diese Wissenschaft als Türklopfer zum Lebensunterhalt nutzen - sie sind wirklich überall erfolgreich, Namen und Gewinn beide. Aber ich bin unbeholfen-dummer Mensch - selbst lernen wollen könnte ich wohl nicht?"
"Ach! Du suchst Klugheits-Weg, aber lernst nicht - zwar lobenswert, aber Wände-Anstoßen ist verständlich!"
Jene Nacht fragte ich Weltgewandten nach dem Weg, kehrte unverändert heim - ach!
Aber wir sollten nicht nur "ach!" bewundern, denn davor spielten manche Orte "Vollkampf".
Auch Zeitungsausschnitte sind gut - hier schneide ich die einfachsten Berichte:
- Yihua Filmgesellschaft von "Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein" zerstört**
Gestern um neun Uhr morgens kamen plötzlich drei ungewöhnlich handelnde Jugendliche zu Yihua-Gesellschafts neuerbautem Filmstudio in Westshanghais Konnot-Road nahe Ginsitu-Tempel. Sie gaben sich als Besucher aus, während einer gerade unterschrieb, rief ein anderer laut - daraufhin stürmten sieben-acht draußen lauernde Schläger in einheitlichen blauen Kurzhemden-Hosen durch die Tür, verteilten sich in Büros, zerstörten wild Schreibtische, Glasfenster und alle Möbel. Dann draußen zerstörten sie zwei eigene Autos, eine Filmtrocknungsmaschine, eine Kamera und verteilten weiße Flugblätter: "Volk steht auf, vernichtet einheitlich Kommunisten", "Stürzt das Volk verkaufende Kommunisten", "Löscht mordende-brennende Kommunisten" usw. Gleichzeitig verteilten sie ölgedruckte Erklärungen, zuletzt unterschrieben "Chinas Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein". Nach etwa sieben Minuten blies einer wild eine Pfeife - alle Schläger sammelten sich und marschierten weg. Als Bezirk-6-Polizei und Detektive ankamen, waren alle spurlos verschwunden. Der Verein erklärte, gestrige Aktion sei nur Warnung an Gesellschaft - ändere sie oder andere Gesellschaften nicht Richtung, würden künftig drastischere Mittel angewandt. Lianhua, Mingxing, Tianyi-Gesellschaften seien ebenfalls streng untersucht.
Laut Zeitungen besagte Erklärung: Yihua-Gesellschaft sei kommunistische Propagandaorganisation, Proletarische Kultur-Allianz mache Filmwelt rot mit Gesellschaft als Basis - Filme wie »Volks-Überleben« beschrieben Klassenkampf, aber durch Bestechung der Nanjing-Zensur-Kommission zur Veröffentlichung. Außerdem forderte der Verein Erziehungsministerium, Innenministerium, Zentral-Partei und Stadtregierung auf: Gesellschaft solle fertige Filme vernichten, sich selbst reorganisieren, alle roten Elemente entfernen und bestochene Film-Zensur-Verantwortliche bestrafen.
Nachher beharrte die Gesellschaft: Raubüberfall, bereits Bezirk-6-Caojiadu-Polizei gemeldet. Reporter untersuchten: Nur Gesellschafts-Innenausstattung völlig zerstört, Tische-Stühle durcheinander, völliges Chaos. Wahre Hintergründe werden bald klar.
(13. November, »Damei Wanbao«)
- Filmwelt Anti-Kommunisten-Verein warnt Kinos, Tian Hans und andere Filme abzulehnen**
Nach Yihua-Angriff hatte Shanghais Filmwelt neue Unruhen - gestern erhielten alle großen-kleinen Kinos gleichzeitig Warnbriefe von Shanghai Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein, alle Kinos sollten Tian Han und anderen geschriebene-regierte-gespielte Drehbücher ablehnen:
Unser Verein ist motiviert durch brennende Volks-Staats-Liebe und kann nicht ertragen, dass Filmwelt von Kommunisten genutzt wird. Daher warnten wir rote Film-Basis Yihua-Filmgesellschaft. Da Ihr Kino normalerweise für Filmwesen begeistert ist, warnen wir ernst: Für Tian Han (Chen Yu), Shen Duanxian (alias Cai Shusheng, Ding Qianzhi), Bu Wancang, Hu Ping, Jin Yan und andere regierte, geschriebene, gespielte Klassenkampf-Arm-Reich-Opposition-Reaktionsfilme dürft ihr nicht vorführen, sonst Gewalt-Behandlung wie Yihua-Gesellschaft, keine Nachsicht! Shanghai Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein, 11.13.
(16. November, »Damei Wanbao«)
Aber "Anti-Kommunismus" beschränkte sich nicht auf "Filmwelt" - Verlagswelt wurde gleichzeitig von maskierten Helden angegriffen:
- Heute morgen Liangyou Buchgesellschaft plötzlicher seltsamer Gast - Eisenhammer zerschlägt Glasfenster, geht weg, Polizei untersucht... Guanghua Buchhandlung bittet um Schutz**
Westshanghais Konnot-Road Yihua-Filmgesellschaft wurde gestern um neun von Dutzenden arbeiterähnlichen Personen überfallen, die Flugblätter "Chinas Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein" verteilten und verschwanden. Heute um elf kam zu Beichuanlu 851 Liangyou Buch-Druckgesellschaft ein Mann mit Eisenhammer, schlug ein Loch ins große Schaufenster und floh sofort. Hongkou-Polizei untersuchte: Liangyou verkauft linksstehende Bücher, nicht unverbunden mit Yihua-Fall. Heute morgen ersuchte ängstlich Guanghua-Buchhandlung Zentral-Polizei um Schutz vor Zwischenfällen.
(13. November, »Dabao«)
- »China Forum« Druckerei zerstört - Druckraum zerstört, Redaktion unversehrt**
Amerikaner Iloshengs »China Forum«-Druckerei Lefor in Hongkou Tiantong-Road wurde gestern abend von Schlägern überfallen, Druckraum zerstört, Redaktion unversehrt.
(15. November, »Damei Wanbao«)
- Angriff auf Shenzhou Guoguang-Gesellschaft - Gestern abend sieben Uhr vier Personen stürmten Hauptvertrieb, Eisenhammer zerschlug Schaufenster, kleiner Schaden**
Henan-Wuma-Straßenkreuzung Shenzhou Guoguang-Gesellschaft Hauptvertrieb wurde gestern um sieben beim Schließen plötzlich von einem langgewandeten Kunden betreten, scheinbar Bücher kaufend. Nach seinem Eintritt folgten drei andere. Der Langgewandete drehte sich um, riss das Wandtelefon ab. Gleichzeitig zerstörten drei Kurzgekleidete mit Eisenhämmern das linke Schaufenster, alle vier flohen. Drei-vier Angestellte und Lehrlinge waren sprachlos erschrocken. Aber der Langgewandete wurde Dutzende Schritte entfernt an Sijing-Straßenkreuzung von Wachpolizei gefasst - beim Fenster-Schlagen hatte ihn herabfallendes Glas im Gesicht verletzt, er blutete und konnte nicht schnell laufen.
Der Gefasste leugnete in Simaer-Zentral-Polizei Beteiligung, wurde freigelassen.
(1. Dezember, »Damei Wanbao«)
Amerikanische Zeitung wurde höflichst zerstört, Militärs-Buchläden zuletzt. "Stolz weggehend" ist interessant geschrieben.
Filmgesellschafts-Zerstörung kam mit Erklärungen, in mehreren Zeitungen vollständig abgedruckt; für Buchläden und Zeitungen scheinbar keine Diskussionen, da keine Berichte. Aber es gab sie - blaue Kugelschreiber-Warnungen, Laden-Namen leer, mit Tinte ausgefüllt, Handschrift nicht wie Gebildete, unten langer violetter Holzstempel. Ich bewahrte glücklicherweise Original auf, setze nun Interpunktion und kopiere originalgetreu:
Unser Verein ist motiviert durch brennende Volks-Staats-Liebe und kann nicht ertragen, dass Kultur-Gedankenwelt von Kommunisten genutzt wird. Daher warnten wir rote Film-Basis Yihua-Gesellschaft. Zur Aufgaben-Durchführung planen wir Kulturwelt-Säuberung. Außer Liangyou-Buchgesellschaft erste Warnung haben wir alle Buchhandlungen-Publikationen genau untersucht. Wissen, dass Sie... für Kulturwesen begeistert sind, warnen daher ernst: Für rote Autoren-Werke wie Lu Xun, Mao Dun, Pengzi, Shen Duanxian, Qian Xingcun und andere rote Autoren-Werke, reaktionäre Texte sowie reaktionäre Theater-Kritiken, Sowjetunion-Berichte dürfen Sie nicht herausgeben, drucken, vertreiben. Bei Nichtbefolgung behandeln wir Sie drastischer und gründlicher als Yihua und Liangyou, keine Nachsicht!
Shanghai Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein (11.13)
Ein "Idealist" mag für "Kulturwesen begeistert" sein, aber wenn unbekannt wann ein Hammer kommt und hundert Silber-Tael teures Glas zerbricht; "bei Nichtbefolgung" kommt unbekannt wann eine rote Mütze und kostet den teureren Kopf - natürlich wird er entmutigt. Buchläden und Zeitungen-Schwierigkeiten sind vorstellbar. Da ich von "stolz weggehenden" Helden als "roter Autor" bezeichnet wurde, soll ich andere nicht schädigen, Pinsel niederlegen, still Theater schauen. Daher enden diese Glossen am 7. November - von 7. bis zur ehrenvollen Warnung am 13. November schrieb ich nichts.
Aber Erfahrung lehrt: Bei Waffengewalt-Bestrafung bekomme ich gleichzeitig Literatur-Bestrafung. Literaten sind meist "inspiriert", zumal jetzt mit besonders entwickeltem Geruchssinn - sie wissen, wie man "schreibt", um passend zu sein. Jetzt ist es Zeit: Ich kritisiere nicht Gesellschaft oder Menschen, aber Menschen kritisieren mich - meine Arbeit ist Material sammeln. Material gibt es viel, Wunderbares wenig. Papier-Tinte sollte man sparen - hier nur sechs Stücke ausgewählt. Amtliche »Zentralzeitung« attackierte frühest - wahrhaft Zeitgeist-führend, würdig "zentral"; »Shishi Xinbao« mitten im "Vollkampf"-Höhepunkt am zeitgemäßesten, aber sehr verwirrt; »Dabao« und »Damei Wanbao« spät - "geschäftlich" bedingt, klug daher vorsichtig, Vorsicht macht träge. Gerade entschieden gemeinsam zu attackieren, aber nach Tagen Neujahr, nächstes Jahr Vorzensur von Büchern-Zeitungen zum Geschäfts-Nutzen, neues Netz, neue Lage.
Noch nicht Neujahr - erst »Zentralzeitung« zwei Stücke:
- Verschiedenes - Zhou**
Kürzlich befürworten viele Zeitschriften Kurztexte. »Shenbao Monatsschrift«, »Ostmagazin« und »Modern« haben Glossen-Spalten. 1933 wird wohl Kurztext-Jahr. Heutige chinesische Glossenschreiber zahlreicher als früher - wohl Lu Xuns alleiniges Verdienst. Chinas alter Glossenschreiber-Meister ist natürlich Lu Xun. Seine Beamten-Pinsel-Art, kalt-scharf, anderen unzugänglich. »Heißer Wind«, »Huagai-Sammlung«, »Huagai-Fortsetzung«, letztes Jahr noch »Drei-Herzen« »Zwei-Herzen«. Nach seinen jüngsten Jahres-"Leistungen" sind wohl fünf-sechs Herzen unvermeidlich. Lu Xun hat lange keine Schöpfungen veröffentlicht - außer russischen schwarzen Brot-Übersetzungen nur noch Glossen. Glossen, kurze tausend Worte, natürlich mit einem Schlag fertig. Beim Zigaretten-Rauchen kurz Gehirn drehen - Ergebnis zehn Yuan tausend Zeichen. Glossen haben eine unfehlbare Methode: Entweder heiß schimpfen oder kalt spotten. Kann man heiß schimpfen plus kalten Spott oder kalten Spott mit heißem Schimpfen, noch besser.
Aber gewöhnliche Glossen sind natürlich meist kalt spottend. Bei Unzufriedenheit über etwas gibt es naturgemäß kalt spottende Artikel. Lu Xun findet dies unzulänglich, jenes unzulänglich - daher über dies wieder Gedanken, über jenes wieder Gedanken.
Unser Dorf hat eine alte hässliche Frau mit vielen Eigenarten. Tagein tagaus liebt sie andere Schwächen besprechen - am Ostdorf-Ende Kopfschütteln, zum Westdorf-Ende laufend seufzen. Scheint nichts ihrem Geschmack zu entsprechen. Aber fragt man, was sie eigentlich will, kann sie nichts sagen. Ich finde sie Lu Xun ähnlich - tagein tagaus nur Ironie, kalter Spott, verantwortungslose Glossen. Fragt man wirklich nach seinen Ansichten, gibt er nie klare Antwort.
(31. Oktober, »Zentralzeitung« »Zentralpark«)
- Literaturwelt und Kampfring - Mingchun**
Shanghais Literaturwelt wurde Kampfring. Lu Xun ist Ringherr. Lu Xun scheint in seinem Zimmer ein alles durchschauendes Fernrohr zu haben - entdeckt er Literaturwelt-Fehler in Worten oder Verhalten, springt er sofort zu Pferd mit Speer und schlägt andere völlig. Daher muss Lu Xun wertvolle Zeit verschwenden, um Federspitze zu schärfen, Spott-Höhepunkt zu erreichen, andere nie wieder aufstehen zu lassen.
Das ist für Lu Xun unvorteilhaft. Lu Xun sollte seine Position erkennen - selbst Gegner gestehen heimlich, er sei Chinas hervorragendster Autor; da Ihre Worte Jugend beeinflussen können, sollten Ihre Worte bedacht sein. Denken Sie: Nach »Ah Q« wieviel Zeit in Federkämpfen verschwendet? Welchen Einfluss haben diese Federkämpfe auf Jugendliche?
Da erstklassige Autoren ständig kämpfen, lernen Literatur-Jugendliche viele Tricks. Übel verbreitet sich - oft verlassen Kritiker kritisierte Worte-Gedanken und schimpfen über Privates: Brille unschön, sogar Schuhlöcher; sogar rasend Eltern beleidigen, sogar Pinsel niederlegen für Fäuste. Heutige Literaturwelt-schlechte Gewohnheiten - oberflächlich, gemein, grob - dafür tragen Lu Xun und ähnliche Verantwortung.
Viele Federkämpfe sind unnötig. Jemand befürwortet Gedicht-Befreiung - ohne Schimpfen würde niemand "ganz egal"-Gedichte füllen; jemand befürwortet »Zhuangzi« und »Wenxuan« lesen - das lehrt nicht Jugendliche Opium rauchen. Warum zähneknirschend Augen aufreißen und andere quälen?
Ich erinnere mich: Ein chinesischkundiger russischer Literat B.A. Vassiliev kritisierte Lu Xuns »Ah Q«: "Lu Xun reflektiert chinesische Massen-Seelen, sein humorvoller Stil bringt zum Weinen - Lu Xun ist nicht nur chinesischer, sondern Weltautor." Lu Xun, Sie altern, denken an frühere Ehre - bei reichster Erfahrung, tiefster Beobachtung, vielfältigster Lebenserfahrung sollten Sie sich anstrengen, mehrere größere Werke als »Ah Q« zu schreiben? Große Werke überdauern vielleicht nicht tausend Jahre, aber Federkampf-Artikel vergisst man nach einer Woche. Jugendliche bewundern große Literaten mehr als Kampfring-Herren. Wir lesen Shakespeare, Tolstoi, Goethe - aber nie ihre "Schimpf-Auswahlen".
(16. November, »Zentralzeitung« »Zentralpark«)
Diese beiden - einer vergleicht mich mit hässlicher alter Frau, einer wünscht mir "große Werke", verschiedene Aussagen, aber einheitliches Ziel: Widerwillen gegen meine "über dies wieder Gedanken, über jenes wieder Gedanken" und ständige "Glossen". Das ist wirklich widerwärtig, aber daher umso wichtiger - "chinesische Massen-Seelen" reflektieren sich jetzt in meinen Glossen.
Herr Zhou sticht mich, ihnen keine klaren Ansichten zu geben - diese Absicht verstehe ich; aber Herr Mingchuns Shakespeare-Liste verwundert mich. Warum locken mich kürzlich oft Leute, Tolstoi zu lernen? Vielleicht weil man nie ihre "Schimpf-Auswahlen" sah - gutes Vorbild. Aber ich sah seine Kaiser-Schimpf-Briefe im Weltkrieg - in China würde das "heutige Literaturwelt schlechte Gewohnheiten - oberflächlich, gemein, grob" genannt. Tolstoi ist unerreichbar, erreicht wäre es schwer menschlich - zu Lebzeiten verfluchten ihn griechische Christen jährlich in die Hölle.
Dazwischen zwei »Shishi Xinbao«-Artikel:
- Kurz über Denunziation - Chen Dai**
Lu Xun fürchtet und hasst Denunziation am meisten - in »Falsche Freiheit« »Vorwort« und »Nachwort« beachtet er das ständig. Aber Lu Xuns Denunziation meint nicht, jemand verriet seine Adresse oder Aufenthalte an Polizei (oder andere seine "Geheimnisse" wollende Organe), so dass er gefasst wurde. Er meint: Jemand verkündete, weil seine "alten Pseudonyme manchmal unbrauchbar wurden, änderte er zu" neuen, ließ Leute wissen "wer Lu Xun ist".
"Diesmal", sagt Lu Xun, "denunzierte Wang Pingling vorn, Zhou Muzhai enthüllte hinten" - er vergaß: Redakteur deutete vor Lu Xuns Auftritt an. Beim Auftreten von He Jiagan und anderen stellte der Redakteur vor: Diese zwei sind Literaturwelt-Veteranen. So spitzten alle Ohren für die Veteranen. Anderswo oder andere Lage würde Lu Xun sagen: Redakteur schießt kalte Pfeile.
Unbekannte Namen in Beilagen sehen und wissen wollen, ob echt oder bekanntes Pseudonym - menschlich normal. Lu Xun selbst fragte nach Wang Pinglings »"Verständlichste" Literatur«: "Ist Wang Pingling echter Name oder Pseudonym?" Wüsste er, wessen Pseudonym, würde er vielleicht sagen. Das wäre keine Verleumdung - bei Bekanntem sagt er nicht "Liu Si ist Yang Cunrens... Pseudonym" um zu zeigen, ihn kann man nicht täuschen?
Außerdem: Warum "öffentlich" denunzieren? Geheim wäre für Denunzianten sicherer? Ich bezweifle Denunzianten-Klugheit, falls es solche gibt.
Bei Pseudonym-Artikel-Sammlungen schrumpft der Autor viele Namen zu einem - scheint selbst letzter Denunziant.
(21. November, »Shishi Xinbao« »Qingguang«)
- Kurz über kalte Pfeile - Chen Dai**
Nach Lu Xuns »Falsche Freiheit« »Vorwort« und »Nachwort« über Denunziation, jetzt Tang Taos »Neue Gesichtsmasken« über kalte Pfeile.
In »Neue Gesichtsmasken« greift Tang breit an, davon "kalte Pfeile". Aber Tangs Artikel sind fast nur "kalte Pfeile", obwohl viele Pfeilspitzen unklar.
"Angeblich Strömungs-beeinflusst wechseln Literatur-Bühnen-Stücke. Rollen gleich, aber Masken brandneu." - erster kalter Pfeil. Obwohl kalt, traf er. Denn viele Literatur-Rollen spielen neue Stücke für Zuschauer-Applaus statt gewohnte alte, sagen "Strömungs-beeinflusst" für Moderne-Zeigung. Manche ändern nicht mal Masken, nur Titel: »Xue Pinggui West-Liang-Heirat« zu »Mu-Xue-Ehe« - Inhalt gleich.
Zweiter Pfeil - nein, kann so nicht weiterschreiben - das braucht breites Wissen, da jeder Satz ein Pfeil oder mehrere, augenverwirrend, unerfassbar, schwerer als steife Übersetzungen.
Aber Tang scheint selbst unzufrieden mit dieser Haltung - sonst warum andere "komisches Geschrei, zickiges Herausfordern" tadeln? Aber faktisch macht er "komisches Geschrei, zickiges Herausfordern".
Vielleicht fordert er nicht heraus, schießt nur kalte Pfeile - "Kämpfe", selbst "zerrend", sind anstrengend und bei "Niederlage" zum "Wiederkommen" muss man Masken "neu malen". Kalte Pfeile sind praktisch - im Dunkeln versteckt, Ziele sehen und leicht Bogen spannen, Pfeile fliegen entspannt vorwärts. Aber er tadelt kalte Pfeile.
Man muss selbst kalte Pfeile schießen können, um andere zu tadeln.
(22. November, »Shishi Xinbao« »Qingguang«)
Dieser Herr Chen ist der unfähigste Angreifer - er kennt nicht mal Unterschiede zwischen eigener Erklärung und anderer Vorenthüllung. Würde ich ermordet aber überlebe und schließlich "natürlich sterbe", würde er mich als "letzten Mörder" bezeichnen.
Er fragt auch: Warum "öffentlich" denunzieren? Antwort: Das ist schwer verständlich, aber weil man wie "Literat" denunzieren will - sonst müsste er abdanken, klar in Spitzel-Reihen eintreten. Absichtliche und unabsichtliche Unterschiede kenne ich. Meine Denunziation meint Hündchen - dieser "Chen Dai" ist genau eins. Denken Sie: Schlechte Informationen sind unbequem.
Der zweite Artikel versteht wohl nur er selbst. Ich verstehe nur: Er witterte falsch, hielt Herrn Tang Tao für mich. Hier nur als Muster selbsternannter Gegner.
Als nächstes »Dabao«-Ausschnitt:
- Qian Jibos Lu Xun-Theorie - Qi Shi**
Kürzlich sammelte jemand Lu Xun-Kritiken für »Lu Xun-Theorien« - meist lobende Worte. Aber echte Lu Xun-Diskussionen haben Tadel und Lob - so wird es wahr. Qian Jibaos »Moderne chinesische Literaturgeschichte« 300.000 Worte, Umgangssprache-Literatur über 10.000 Worte, nur Hu Shi ausgewählt, Lu Xun, Xu Zhimo angehängt. Diese alle heftig getadelt. Kürzlich wagten alte Autoren nicht so mutig zu urteilen wie Qian - Neue beachteten es nicht. Ich stelle seine "Lu Xun-Theorie" vor - Literaturwelt-Kuriosität.
Qian sagt: Europäische Nachahmung entstand durch Zhejiang Zhou Shurens westliche Roman-Übersetzungen - wörtliche Übersetzung bevorzugt, Sinn-Übersetzung als untreu abgelehnt. Europäische Nachahmung mit chinesischer Sprache wie Papageien-Sprechen, Dolmetscher-Vertrauen, war Urheber. Nachahmer schrieben sogar eigene Gefühls-Äußerungen europäisch, »Xiaoshuo Yuebao« fachte das an. Aber verschlungen-schwierig, schwerer als Zhou-Texte, Gelehrte verstehen nicht, geschweige Volk? Shanghai Cao Muguan lachte: Wir leben lieber europäisch lesend als diese wunderbaren Texte sehend! Wie Modedamen in hohen westlichen Schuhen stolpernd - hässlicher! Alte verehren ist "Sklavennatur", Ausland nachahmen nicht? Spott-Ironie nah Grausamkeit! Aber ursprüngliche Umgangssprache für Sprach-Schrift-Einheit, Allverständlichkeit - wurde das durch europäische Umgangssprache-Literatur vergessen? Widersprüchlich, unauflösbar - das tadelt Lu Xuns direkte ausländische Literatur-Übersetzung und Literaturwelt-Einfluss. Ehrlich: Lu Xuns Übersetzungen sind schwer lesbar, direkte Übersetzung ist Frage, europäische Umgangssprache-Literatur ist andere Frage. Sind beide unpassend, wer trägt Schuld? Herr Qian meint unsere Worte falsch?
Qian sagt auch: Seit Hu Shis Umgangssprache-Literatur proklamierte er Volk-Literatur! Nicht Adels-Literatur! Zeitweise anhängend wurde Zhou Shuren durch Romane berühmt. Shuren ist dekadent, ungeeignet für Kampf. Shurens Werke haben nur Vergangenheits-Erinnerungen ohne Zukunfts-Aufbau, nur persönliche Empörung ohne Volk-Nutzen-Pläne - solche Menschen, wann hatten sie Volk im Sinn?! Qian schließt: Zhou Shuren, Xu Zhimo sind neue Literatur-Rechtsabweichler. Das tadelt Lu Xuns Schöpfung und Gedanken. Lu Xun "rechtsabweichend" zu nennen ist "einzigartig", besondere Beurteilung! Unzufrieden mit Guo Moruo, Jiang Guangcis Linksabweichung und Lu Xun, Xu Zhimos Rechtsabweichung, nur "Rangqing"-Altherren-Atmosphäre verehrend, melancholisch unaufhörlich - Qians Absicht klar sichtbar. Heute links-rechts schwer, Recht-Unrecht unbestimmt - auch in Qians Lu Xun-Theorie sichtbar!
Qians Buch erschien September, hatte Dezember-Nachwort.
(29. Dezember, »Dabao« »Fackel«)
Dieser große Artikel verdient außer Herrn Qi Shis "einzigartig"-Lob keine zweite Bemerkung. Wirklich "bewertet", dass ich selbst nichts sagen will - "dekadent". Aber interessant, daher besonders bewahrt als »Lu Xun-Theorien«-Format.
Zuletzt »Damei Wanbao« - wieder Wang Pingling mit Schrift-Verkehr:
- Schimpfen und Selbstgeständnis - Wang Pingling**
Gelehrsamkeit ist schwer zu diskutieren - Universalgelehrte verachten meist Diskussion mit Nachwuchs, sehen Werke als "oberflächlich-langweilig"; junge Gebildete finden Universal-"Sowjetunion-nennend, Proletariat-verehrend" wie saure Pflaumen unschmeckbar.
Weltstreitigkeiten können alle enden, nur menschliche Gedanken-Konflikte, meist emotional, enden nie. Manche machen andere verleumden und Fehler suchen zum Beruf; direkte Verneinung für indirekte Selbsterhöhung. Was sie selbst sind, dürfen nur sie wissen, andere nicht fragen. Manchmal sind ihre gegen andere gerichteten bösen Andeutungen unpassend, sondern ihre unbewussten Geständnisse.
Bibel hat Legende: Straßenleute fingen ehebrecherische Frau, wollten sie steinigen. Jesus sagte: "Besinnt euch! Nur Unschuldige dürfen diese Ehebrecherin töten." Alle gingen beschämt weg. Heutige Literaturwelt nicht so? Selbst Ehebrecher schimpfen andere Ehebrecherinnen. Wie Lu Xuns gewohnte giftige Kritik: andere "sprechen für Offizielle" - ich weiß nicht, für welche "Seite" er spricht!
Eigentlich haben Schweigsame nichts zu sagen; Redende denken nicht, sie sprechen für eine Seite. Lu Xun oft "mit eigenem Herzen andere Herzen messen" - "sich selbst wenig, anderen viel verlangen".
Solche Literaturwelt-Situationen gibt es viele, nicht nur Lu Xun.
(30. Dezember, »Damei Wanbao« »Huoshu«)
Erinnere mich: In »Falsche Freiheit« bezeichnete ich Wang Herrns Ansichten als "offiziell" - darauf bezieht sich das, aber unklar. Aus "selbst Ehebrecher schimpfen andere Ehebrecherinnen" scheint er zu sagen: Ich bin "offiziell", aber "Redende denken nicht, sie sprechen für eine Seite". Also wenn gedacht, dann: Reaktionäre sagen andere reaktionär, sie selbst reaktionär; Banditen nennen andere Banditen, sie selbst Banditen... Halt, wieder "giftige Kritik" - sagte Jesus nicht "besinnt euch"? Zur Unglück-Vermeidung noch ein Schwänzchen: Diese schlechte Gewohnheit nur in Literaturwelt, offiziell unverbunden.
Wang Pingling ist Film-Zensur-Kommissions-Mitglied - ich sollte kleine Bürger-Regeln befolgen.
Wirklich halt. Geschriebenes und Eingeklebtes, eigenes und anderes, kostete halbe Nacht - wohl wieder acht-neuntausend Worte. Dieser Schwanz ist auch nicht klein.
Zeit vergeht täglich, große-kleine Ereignisse vergehen mit, verschwinden bald aus Erinnerung; außerdem alles zerstreut. Für mich: Wieviel Unempfundenes und Ungewusstes gibt es wirklich. Aber diese geschriebenen Dutzend Stücke, angeordnet, mit »Nachwort« ergänzend entstandene Streitigkeiten, gleichzeitig Zeitgeschehen spiegelnd - obwohl kleine Struktur, zeichnet es nicht eine Gestalt? Aber jetzt wenige wollen ihre Shakespeare-, Tolstoi-verehrenden Gesichter senken, ins Dunkle blicken, einiges schreiben. Daher will ich meine Glossen bewahren - sie können daher besser überleben, obwohl dadurch verhasster, aber in Bekämpfung weiter wachsend. Ach, "Welt ohne Helden lässt Kerlchen berühmt werden" - das sollte ich und Chinas Literaturwelt beklagen.
Literaturwelt-Ereignisse gibt es viele: Zensur-Geheimrat liefern, Trennungs-Wunderstrategien anwenden, Gerüchte für Macht schaffen, Wahrheit im Herzen verbergen, Kapitulations-Fahnen vergangener Jahre hissen, alte Freunde heute erwärmen... Aber nicht aus »Quasi-Mondgespräche«-Zeit, hier nicht erwähnt oder nie erwähnt. Wirklich aufhören - bis mein Rücken schmerzt!
16. Oktober 1934 nachts, Lu Xun in Shanghai
- [Lu Xun Gesamtwerke Band 8]**
- Kuaiji-Bezirk Alte Bücher-Sammlung**
- Vorwort**
- Xie Cheng Kuaiji Vorfahren-Biografien**
- Yu Yu Kuaiji Klassiker-Aufzeichnungen**
- Zhong Lixiu Kuaiji Spätere Weise-Biografien**
- He-Familie Kuaiji Vorfahren-Bildlob**
- Zhu Yu Kuaiji Landaufzeichnungen**
- He Xun Kuaiji Aufzeichnungen**
- Kong Lingfu Kuaiji Aufzeichnungen**
- Xiahou Cengxian Kuaiji Geographie**
- Alte Novellen-Sammlung**
- Qingshi-Sohn**
- Yulin**
- Guo-Sohn**
- Xiaolin**
- Sushuo**
- Xiaoshuo**
- Shuishi**
- Lieyizhuan**
- Guyizhuan**
- Dai Zuo Zhen Yizhuan**
- Shu Yiji**
- Xun-Familie Geist-Gespenster-Aufzeichnungen**
- Zu Taizhi Gespenster-Aufzeichnungen**
- Kong-Familie Gespenster-Aufzeichnungen**
- Shenguailu**
- Liu Zhiliu Geist-Aufzeichnungen**
- Qixieji**
- Youminglu**
- Xie-Familie Geister-Götter-Biografien**
- Zhi-Familie Gespenster-Aufzeichnungen**
- Jiling Ji**
- Han Wu Gushi**
- Duji**
- Yiwenlu**
- Xuanzhongji**
- Lu-Familie Yilin**
- Cao Pi Gespenster**
- Guo Jichan Jiyi Ji**
- Wang Fu Shenyi Ji**
- Xu Yiji**
- Lu Yizhuan**
- Za Guishen Zhiguai**
- Xiang Yiji**
- Xuanyan Ji**
- Mingxiang Ji**
- Jingyi Ji**
- [Band Zwei]**
- [Qin-Fu mit Vorwort ○ »Wenxuan« mit Vorwort]**
Ich liebte in der Jugend Töne, im Alter spielte ich damit. Ich meinte: Dinge haben Blüte und Verfall, aber dies nicht; Geschmäcker werden langweilig, aber dies nicht. Was Geist nähren, Gefühle harmonisieren, in Einsamkeit nicht traurig sein kann, kommt Tönen am nächsten. Daher wiederholend ungenügend, dann singen und rezitieren für Ausdruck; singen-rezitieren ungenügend, dann Worte senden für Bedeutungs-Erweiterung. Aber acht Ton-Instrumente, Tanz-Gesang-Bilder, historische Talente machten alle Fu. Sie preisen Strukturen, Stile folgen einander; loben Material, nehmen Gefahr-Bitterkeit als höchst; beschreiben Töne, nehmen Trauer als Haupt; preisen Wandel, nehmen Tränen als wertvoll. Schön ist schön, aber die Prinzipien nicht erschöpft. Ihre Ursprünge verfolgend scheinen sie Töne ursprünglich nicht zu verstehen; ihre Absichten betrachtend erreichen sie auch nicht Ritual-Musik-Gefühle. Unter allen Instrumenten ist Qin-Tugend höchst. Daher verfasse ich Empfindungen als Fu. Die Worte lauten:
Hörte, jetzt werden sogar klassische Anspielungen manchmal von Zensoren verboten - zum Beispiel Qin Shihuang erwähnen, aber letztes Jahr war es noch erlaubt. Aber neue Anspielungen verursachen immer kleine Unruhen. Mein letzter »Jugend und Väter« stieß auf Herrn Yang Cunren (obwohl beim Druck der Name bereits vom Redakteur gestrichen war), brachte später in »Shenbao«-Lokalblatt »Tanyan« (24. November) einen wunderbaren Artikel hervor. Aber schwer verständlich - scheint zu sagen, ich stelle mich als Kindespietät dar, aber greife ihn für Kindespietät an, "in Brunnen fallen" und "Steine werfen". Da das ein Musterwerk unseres "reuigen Revolutionärs" ist, wäre Wegwerfen schade - daher vollständig zitiert, zeigt auch Herrn Yangs Pionierrolle als moderner "Spruch-Stil"-Autor, auch etwas Zusatz in meinem »Nachwort«:
- Klugheits-Weg - Cunren**
Jüngst nachts besuchte ich weltgewandten Alten in seinem Haus: Haus war dreistöckiges Gebäude, zur Straße blickend. Obwohl Straßenbahnen klingelten-ratterten, Autos tuten-krächzten, Marktlärm störte, bemerkte er nichts - wie Einsiedler, ruhig wohnend, tief erleuchtete. Alter sagte: "Warum kommst du?" Antwort: "Wage nach Klugheits-Weg zu fragen." Gespräch hatte Thema, wurde Frage-Antwort.
"Schwer ist Klugheits-Weg! Konfuzius-Schule-Weiser wie Yan Hui konnte aus einem Winkel drei andere folgern - Konfuzius pries seine übermenschliche Klugheit. Heute können aus einem Winkel drei andere folgern noch keine klugen Menschen - fragst du nach Klugheits-Weg, willst du diesen Alten schwierig machen?"
"Nein, nein! Sie missverstehen meine Frage! Ich will nicht über Denk-Kunst lernen. Ich bin von Natur unbeholfen-dumm, weltfremd, stoße oft an Wände - wage nach weltlichem Klugheits-Weg zu fragen."
"Ach, du bist wirklich unbeholfen-dumm und fragst nach Welt-Weg! Heute sehen Weise Weisheit, Gütige Güte, verschiedene Klassen, verschiedene Gedanken. Väter-Söhne, Brüder, Eheleute, Schwestern haben wegen verschiedener Gedanken in einer Familie je eigene Ansichten und Vorurteile. Obwohl Blutsverwandte, entfremdet-konfliktreich, getrennte Wege. Alte sogenannte Helden dienten je ihren Herrschern als Feinde, heutige sogenannte Idealisten-Revolutionäre bekämpfen sich klassenweise erbarmungslos. Selbst wegen verschiedener Standpunkte töten Blutsverwandte gnadenlos. Opportunismus mag zeitweise siegen, kann schwer in der Welt bestehen. Klugheits-Weg ist erschöpft - nur dumme Tölpel können endlos glücklich sein..."
"Obwohl Sie logisch und begründet sprechen - gibt es wirklich keinen Klugheits-Weg mehr?"
"Dann nur noch Opportunismus-Weg. Soll ich erklären: Opportunismus-Weg liegt in Schlauheit, Schlauheit wurde Fachwissenschaft. Westeuropäische Theorien sind in Wissenschaft-Philosophie klassifiziert - Schlauheits-Wissenschaft kann Schlauheitslehre heißen. Schlauheitslehre könnte nach Universitätsprofessoren-Vorlesungen in Kapitel, Abschnitte, Punkte geteilt werden - alte und neue Quellen zitieren, Ost-West vereinen. Ihre Theorie ist tiefer als Philosophie, ihre Belege umfassen chinesisch-ausländische Geschichte, Physik-Chemie, Kunst-Literatur, Handel-Geschäfte, Verführung-Betrug - alles eingeschlossen. Von Universitätsvorbereitung bis viertes Jahr kann diese Vorlesung nur ein Tausendstel lehren. Universitätsabschluss alle Fächer bestanden, aber Schlauheitslehre kann kein noch so kluger Student bestehen. Selbst Universitätsprofessoren wissen wahrscheinlich das Wie, nicht das Warum - Lernschwierigkeit vorstellbar. Ich lebte Jahrzehnte, Kopf kahl, Bart-Haar weiß, Erfahrung nicht gering, Lehren nicht wenig, aber beim Schlauheitslehre-Vorlesungen-Schreiben kann ich nur erstes Kapitel, ersten Abschnitt, ersten Punkt. Dieses erste Kapitel, erster Abschnitt, erster Punkt heißt 'mit Strom fahren' - was Menschen sagen auch sagen, was Menschen mögen mögen, was Menschen hassen hassen. Ein Beispiel: Hassen Menschen Kindespietät als 'feudal-patriarchalische Gesellschafts-Ritual-Überbleibsel', dann kannst du, obwohl du für Vater Medizin-Suppe serviertest, Ärzte suchtest, aus Naturell Eltern dientest, trotzdem natürliche Eltern-Diener als 'Kindespietät' kritisieren, nur für Jugend-Applaus, ignoriere eigene Gewissen-Ansicht und Handlungen. Kritisierte stehen unter Zeit-Strömung, können nicht argumentieren - Argumentieren beweist nur mehr Reaktionäres. Daraufhin Jugend-Angriff-Trommeln, Körper völlig zerfetzt, dein Sieg nicht nur sicher, sondern wirst von Jugend als höchster Heiliger verehrt. Essays-Sammlung mit diesem Stück wird landesweit populär, Papier teuer - Name und Gewinn beide, Reichtum endlos. Erstes Kapitel, erster Abschnitt, zweiter Punkt ist 'in Brunnen fallen, Steine werfen'. Ich kenne auch etwas, aber beim Denken an Brunnen-Steine-Werfer bekomme ich Kopfschmerzen - will wirklich nicht schreiben. Aber Schlauheitslehre ist zwar Klugheits-Weg, eigentlich linker Nebenweg - du solltest wirklich nicht lernen."
"Was Sie sagen ist wohl vernünftig. Heutige Gesellschaft hat viele, die diese Wissenschaft als Türklopfer zum Lebensunterhalt nutzen - sie sind wirklich überall erfolgreich, Namen und Gewinn beide. Aber ich bin unbeholfen-dummer Mensch - selbst lernen wollen könnte ich wohl nicht?"
"Ach! Du suchst Klugheits-Weg, aber lernst nicht - zwar lobenswert, aber Wände-Anstoßen ist verständlich!"
Jene Nacht fragte ich Weltgewandten nach dem Weg, kehrte unverändert heim - ach!
Aber wir sollten nicht nur "ach!" bewundern, denn davor spielten manche Orte "Vollkampf".
Auch Zeitungsausschnitte sind gut - hier schneide ich die einfachsten Berichte:
- Yihua Filmgesellschaft von "Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein" zerstört**
Gestern um neun Uhr morgens kamen plötzlich drei ungewöhnlich handelnde Jugendliche zu Yihua-Gesellschafts neuerbautem Filmstudio in Westshanghais Konnot-Road nahe Ginsitu-Tempel. Sie gaben sich als Besucher aus, während einer gerade unterschrieb, rief ein anderer laut - daraufhin stürmten sieben-acht draußen lauernde Schläger in einheitlichen blauen Kurzhemden-Hosen durch die Tür, verteilten sich in Büros, zerstörten wild Schreibtische, Glasfenster und alle Möbel. Dann draußen zerstörten sie zwei eigene Autos, eine Filmtrocknungsmaschine, eine Kamera und verteilten weiße Flugblätter: "Volk steht auf, vernichtet einheitlich Kommunisten", "Stürzt das Volk verkaufende Kommunisten", "Löscht mordende-brennende Kommunisten" usw. Gleichzeitig verteilten sie ölgedruckte Erklärungen, zuletzt unterschrieben "Chinas Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein". Nach etwa sieben Minuten blies einer wild eine Pfeife - alle Schläger sammelten sich und marschierten weg. Als Bezirk-6-Polizei und Detektive ankamen, waren alle spurlos verschwunden. Der Verein erklärte, gestrige Aktion sei nur Warnung an Gesellschaft - ändere sie oder andere Gesellschaften nicht Richtung, würden künftig drastischere Mittel angewandt. Lianhua, Mingxing, Tianyi-Gesellschaften seien ebenfalls streng untersucht.
Laut Zeitungen besagte Erklärung: Yihua-Gesellschaft sei kommunistische Propagandaorganisation, Proletarische Kultur-Allianz mache Filmwelt rot mit Gesellschaft als Basis - Filme wie »Volks-Überleben« beschrieben Klassenkampf, aber durch Bestechung der Nanjing-Zensur-Kommission zur Veröffentlichung. Außerdem forderte der Verein Erziehungsministerium, Innenministerium, Zentral-Partei und Stadtregierung auf: Gesellschaft solle fertige Filme vernichten, sich selbst reorganisieren, alle roten Elemente entfernen und bestochene Film-Zensur-Verantwortliche bestrafen.
Nachher beharrte die Gesellschaft: Raubüberfall, bereits Bezirk-6-Caojiadu-Polizei gemeldet. Reporter untersuchten: Nur Gesellschafts-Innenausstattung völlig zerstört, Tische-Stühle durcheinander, völliges Chaos. Wahre Hintergründe werden bald klar.
(13. November, »Damei Wanbao«)
- Filmwelt Anti-Kommunisten-Verein warnt Kinos, Tian Hans und andere Filme abzulehnen**
Nach Yihua-Angriff hatte Shanghais Filmwelt neue Unruhen - gestern erhielten alle großen-kleinen Kinos gleichzeitig Warnbriefe von Shanghai Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein, alle Kinos sollten Tian Han und anderen geschriebene-regierte-gespielte Drehbücher ablehnen:
Unser Verein ist motiviert durch brennende Volks-Staats-Liebe und kann nicht ertragen, dass Filmwelt von Kommunisten genutzt wird. Daher warnten wir rote Film-Basis Yihua-Filmgesellschaft. Da Ihr Kino normalerweise für Filmwesen begeistert ist, warnen wir ernst: Für Tian Han (Chen Yu), Shen Duanxian (alias Cai Shusheng, Ding Qianzhi), Bu Wancang, Hu Ping, Jin Yan und andere regierte, geschriebene, gespielte Klassenkampf-Arm-Reich-Opposition-Reaktionsfilme dürft ihr nicht vorführen, sonst Gewalt-Behandlung wie Yihua-Gesellschaft, keine Nachsicht! Shanghai Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein, 11.13.
(16. November, »Damei Wanbao«)
Aber "Anti-Kommunismus" beschränkte sich nicht auf "Filmwelt" - Verlagswelt wurde gleichzeitig von maskierten Helden angegriffen:
- Heute morgen Liangyou Buchgesellschaft plötzlicher seltsamer Gast - Eisenhammer zerschlägt Glasfenster, geht weg, Polizei untersucht... Guanghua Buchhandlung bittet um Schutz**
Westshanghais Konnot-Road Yihua-Filmgesellschaft wurde gestern um neun von Dutzenden arbeiterähnlichen Personen überfallen, die Flugblätter "Chinas Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein" verteilten und verschwanden. Heute um elf kam zu Beichuanlu 851 Liangyou Buch-Druckgesellschaft ein Mann mit Eisenhammer, schlug ein Loch ins große Schaufenster und floh sofort. Hongkou-Polizei untersuchte: Liangyou verkauft linksstehende Bücher, nicht unverbunden mit Yihua-Fall. Heute morgen ersuchte ängstlich Guanghua-Buchhandlung Zentral-Polizei um Schutz vor Zwischenfällen.
(13. November, »Dabao«)
- »China Forum« Druckerei zerstört - Druckraum zerstört, Redaktion unversehrt**
Amerikaner Iloshengs »China Forum«-Druckerei Lefor in Hongkou Tiantong-Road wurde gestern abend von Schlägern überfallen, Druckraum zerstört, Redaktion unversehrt.
(15. November, »Damei Wanbao«)
- Angriff auf Shenzhou Guoguang-Gesellschaft - Gestern abend sieben Uhr vier Personen stürmten Hauptvertrieb, Eisenhammer zerschlug Schaufenster, kleiner Schaden**
Henan-Wuma-Straßenkreuzung Shenzhou Guoguang-Gesellschaft Hauptvertrieb wurde gestern um sieben beim Schließen plötzlich von einem langgewandeten Kunden betreten, scheinbar Bücher kaufend. Nach seinem Eintritt folgten drei andere. Der Langgewandete drehte sich um, riss das Wandtelefon ab. Gleichzeitig zerstörten drei Kurzgekleidete mit Eisenhämmern das linke Schaufenster, alle vier flohen. Drei-vier Angestellte und Lehrlinge waren sprachlos erschrocken. Aber der Langgewandete wurde Dutzende Schritte entfernt an Sijing-Straßenkreuzung von Wachpolizei gefasst - beim Fenster-Schlagen hatte ihn herabfallendes Glas im Gesicht verletzt, er blutete und konnte nicht schnell laufen.
Der Gefasste leugnete in Simaer-Zentral-Polizei Beteiligung, wurde freigelassen.
(1. Dezember, »Damei Wanbao«)
Amerikanische Zeitung wurde höflichst zerstört, Militärs-Buchläden zuletzt. "Stolz weggehend" ist interessant geschrieben.
Filmgesellschafts-Zerstörung kam mit Erklärungen, in mehreren Zeitungen vollständig abgedruckt; für Buchläden und Zeitungen scheinbar keine Diskussionen, da keine Berichte. Aber es gab sie - blaue Kugelschreiber-Warnungen, Laden-Namen leer, mit Tinte ausgefüllt, Handschrift nicht wie Gebildete, unten langer violetter Holzstempel. Ich bewahrte glücklicherweise Original auf, setze nun Interpunktion und kopiere originalgetreu:
Unser Verein ist motiviert durch brennende Volks-Staats-Liebe und kann nicht ertragen, dass Kultur-Gedankenwelt von Kommunisten genutzt wird. Daher warnten wir rote Film-Basis Yihua-Gesellschaft. Zur Aufgaben-Durchführung planen wir Kulturwelt-Säuberung. Außer Liangyou-Buchgesellschaft erste Warnung haben wir alle Buchhandlungen-Publikationen genau untersucht. Wissen, dass Sie... für Kulturwesen begeistert sind, warnen daher ernst: Für rote Autoren-Werke wie Lu Xun, Mao Dun, Pengzi, Shen Duanxian, Qian Xingcun und andere rote Autoren-Werke, reaktionäre Texte sowie reaktionäre Theater-Kritiken, Sowjetunion-Berichte dürfen Sie nicht herausgeben, drucken, vertreiben. Bei Nichtbefolgung behandeln wir Sie drastischer und gründlicher als Yihua und Liangyou, keine Nachsicht!
Shanghai Filmwelt Anti-Kommunisten-Kameraden-Verein (11.13)
Ein "Idealist" mag für "Kulturwesen begeistert" sein, aber wenn unbekannt wann ein Hammer kommt und hundert Silber-Tael teures Glas zerbricht; "bei Nichtbefolgung" kommt unbekannt wann eine rote Mütze und kostet den teureren Kopf - natürlich wird er entmutigt. Buchläden und Zeitungen-Schwierigkeiten sind vorstellbar. Da ich von "stolz weggehenden" Helden als "roter Autor" bezeichnet wurde, soll ich andere nicht schädigen, Pinsel niederlegen, still Theater schauen. Daher enden diese Glossen am 7. November - von 7. bis zur ehrenvollen Warnung am 13. November schrieb ich nichts.
Aber Erfahrung lehrt: Bei Waffengewalt-Bestrafung bekomme ich gleichzeitig Literatur-Bestrafung. Literaten sind meist "inspiriert", zumal jetzt mit besonders entwickeltem Geruchssinn - sie wissen, wie man "schreibt", um passend zu sein. Jetzt ist es Zeit: Ich kritisiere nicht Gesellschaft oder Menschen, aber Menschen kritisieren mich - meine Arbeit ist Material sammeln. Material gibt es viel, Wunderbares wenig. Papier-Tinte sollte man sparen - hier nur sechs Stücke ausgewählt. Amtliche »Zentralzeitung« attackierte frühest - wahrhaft Zeitgeist-führend, würdig "zentral"; »Shishi Xinbao« mitten im "Vollkampf"-Höhepunkt am zeitgemäßesten, aber sehr verwirrt; »Dabao« und »Damei Wanbao« spät - "geschäftlich" bedingt, klug daher vorsichtig, Vorsicht macht träge. Gerade entschieden gemeinsam zu attackieren, aber nach Tagen Neujahr, nächstes Jahr Vorzensur von Büchern-Zeitungen zum Geschäfts-Nutzen, neues Netz, neue Lage.
Noch nicht Neujahr - erst »Zentralzeitung« zwei Stücke:
- Verschiedenes - Zhou**
Kürzlich befürworten viele Zeitschriften Kurztexte. »Shenbao Monatsschrift«, »Ostmagazin« und »Modern« haben Glossen-Spalten. 1933 wird wohl Kurztext-Jahr. Heutige chinesische Glossenschreiber zahlreicher als früher - wohl Lu Xuns alleiniges Verdienst. Chinas alter Glossenschreiber-Meister ist natürlich Lu Xun. Seine Beamten-Pinsel-Art, kalt-scharf, anderen unzugänglich. »Heißer Wind«, »Huagai-Sammlung«, »Huagai-Fortsetzung«, letztes Jahr noch »Drei-Herzen« »Zwei-Herzen«. Nach seinen jüngsten Jahres-"Leistungen" sind wohl fünf-sechs Herzen unvermeidlich. Lu Xun hat lange keine Schöpfungen veröffentlicht - außer russischen schwarzen Brot-Übersetzungen nur noch Glossen. Glossen, kurze tausend Worte, natürlich mit einem Schlag fertig. Beim Zigaretten-Rauchen kurz Gehirn drehen - Ergebnis zehn Yuan tausend Zeichen. Glossen haben eine unfehlbare Methode: Entweder heiß schimpfen oder kalt spotten. Kann man heiß schimpfen plus kalten Spott oder kalten Spott mit heißem Schimpfen, noch besser.
Aber gewöhnliche Glossen sind natürlich meist kalt spottend. Bei Unzufriedenheit über etwas gibt es naturgemäß kalt spottende Artikel. Lu Xun findet dies unzulänglich, jenes unzulänglich - daher über dies wieder Gedanken, über jenes wieder Gedanken.
Unser Dorf hat eine alte hässliche Frau mit vielen Eigenarten. Tagein tagaus liebt sie andere Schwächen besprechen - am Ostdorf-Ende Kopfschütteln, zum Westdorf-Ende laufend seufzen. Scheint nichts ihrem Geschmack zu entsprechen. Aber fragt man, was sie eigentlich will, kann sie nichts sagen. Ich finde sie Lu Xun ähnlich - tagein tagaus nur Ironie, kalter Spott, verantwortungslose Glossen. Fragt man wirklich nach seinen Ansichten, gibt er nie klare Antwort.
(31. Oktober, »Zentralzeitung« »Zentralpark«)
- Literaturwelt und Kampfring - Mingchun**
Shanghais Literaturwelt wurde Kampfring. Lu Xun ist Ringherr. Lu Xun scheint in seinem Zimmer ein alles durchschauendes Fernrohr zu haben - entdeckt er Literaturwelt-Fehler in Worten oder Verhalten, springt er sofort zu Pferd mit Speer und schlägt andere völlig. Daher muss Lu Xun wertvolle Zeit verschwenden, um Federspitze zu schärfen, Spott-Höhepunkt zu erreichen, andere nie wieder aufstehen zu lassen.
Das ist für Lu Xun unvorteilhaft. Lu Xun sollte seine Position erkennen - selbst Gegner gestehen heimlich, er sei Chinas hervorragendster Autor; da Ihre Worte Jugend beeinflussen können, sollten Ihre Worte bedacht sein. Denken Sie: Nach »Ah Q« wieviel Zeit in Federkämpfen verschwendet? Welchen Einfluss haben diese Federkämpfe auf Jugendliche?
Da erstklassige Autoren ständig kämpfen, lernen Literatur-Jugendliche viele Tricks. Übel verbreitet sich - oft verlassen Kritiker kritisierte Worte-Gedanken und schimpfen über Privates: Brille unschön, sogar Schuhlöcher; sogar rasend Eltern beleidigen, sogar Pinsel niederlegen für Fäuste. Heutige Literaturwelt-schlechte Gewohnheiten - oberflächlich, gemein, grob - dafür tragen Lu Xun und ähnliche Verantwortung.
Viele Federkämpfe sind unnötig. Jemand befürwortet Gedicht-Befreiung - ohne Schimpfen würde niemand "ganz egal"-Gedichte füllen; jemand befürwortet »Zhuangzi« und »Wenxuan« lesen - das lehrt nicht Jugendliche Opium rauchen. Warum zähneknirschend Augen aufreißen und andere quälen?
Ich erinnere mich: Ein chinesischkundiger russischer Literat B.A. Vassiliev kritisierte Lu Xuns »Ah Q«: "Lu Xun reflektiert chinesische Massen-Seelen, sein humorvoller Stil bringt zum Weinen - Lu Xun ist nicht nur chinesischer, sondern Weltautor." Lu Xun, Sie altern, denken an frühere Ehre - bei reichster Erfahrung, tiefster Beobachtung, vielfältigster Lebenserfahrung sollten Sie sich anstrengen, mehrere größere Werke als »Ah Q« zu schreiben? Große Werke überdauern vielleicht nicht tausend Jahre, aber Federkampf-Artikel vergisst man nach einer Woche. Jugendliche bewundern große Literaten mehr als Kampfring-Herren. Wir lesen Shakespeare, Tolstoi, Goethe - aber nie ihre "Schimpf-Auswahlen".
(16. November, »Zentralzeitung« »Zentralpark«)
Diese beiden - einer vergleicht mich mit hässlicher alter Frau, einer wünscht mir "große Werke", verschiedene Aussagen, aber einheitliches Ziel: Widerwillen gegen meine "über dies wieder Gedanken, über jenes wieder Gedanken" und ständige "Glossen". Das ist wirklich widerwärtig, aber daher umso wichtiger - "chinesische Massen-Seelen" reflektieren sich jetzt in meinen Glossen.
Herr Zhou sticht mich, ihnen keine klaren Ansichten zu geben - diese Absicht verstehe ich; aber Herr Mingchuns Shakespeare-Liste verwundert mich. Warum locken mich kürzlich oft Leute, Tolstoi zu lernen? Vielleicht weil man nie ihre "Schimpf-Auswahlen" sah - gutes Vorbild. Aber ich sah seine Kaiser-Schimpf-Briefe im Weltkrieg - in China würde das "heutige Literaturwelt schlechte Gewohnheiten - oberflächlich, gemein, grob" genannt. Tolstoi ist unerreichbar, erreicht wäre es schwer menschlich - zu Lebzeiten verfluchten ihn griechische Christen jährlich in die Hölle.
Dazwischen zwei »Shishi Xinbao«-Artikel:
- Kurz über Denunziation - Chen Dai**
Lu Xun fürchtet und hasst Denunziation am meisten - in »Falsche Freiheit« »Vorwort« und »Nachwort« beachtet er das ständig. Aber Lu Xuns Denunziation meint nicht, jemand verriet seine Adresse oder Aufenthalte an Polizei (oder andere seine "Geheimnisse" wollende Organe), so dass er gefasst wurde. Er meint: Jemand verkündete, weil seine "alten Pseudonyme manchmal unbrauchbar wurden, änderte er zu" neuen, ließ Leute wissen "wer Lu Xun ist".
"Diesmal", sagt Lu Xun, "denunzierte Wang Pingling vorn, Zhou Muzhai enthüllte hinten" - er vergaß: Redakteur deutete vor Lu Xuns Auftritt an. Beim Auftreten von He Jiagan und anderen stellte der Redakteur vor: Diese zwei sind Literaturwelt-Veteranen. So spitzten alle Ohren für die Veteranen. Anderswo oder andere Lage würde Lu Xun sagen: Redakteur schießt kalte Pfeile.
Unbekannte Namen in Beilagen sehen und wissen wollen, ob echt oder bekanntes Pseudonym - menschlich normal. Lu Xun selbst fragte nach Wang Pinglings »"Verständlichste" Literatur«: "Ist Wang Pingling echter Name oder Pseudonym?" Wüsste er, wessen Pseudonym, würde er vielleicht sagen. Das wäre keine Verleumdung - bei Bekanntem sagt er nicht "Liu Si ist Yang Cunrens... Pseudonym" um zu zeigen, ihn kann man nicht täuschen?
Außerdem: Warum "öffentlich" denunzieren? Geheim wäre für Denunzianten sicherer? Ich bezweifle Denunzianten-Klugheit, falls es solche gibt.
Bei Pseudonym-Artikel-Sammlungen schrumpft der Autor viele Namen zu einem - scheint selbst letzter Denunziant.
(21. November, »Shishi Xinbao« »Qingguang«)
- Kurz über kalte Pfeile - Chen Dai**
Nach Lu Xuns »Falsche Freiheit« »Vorwort« und »Nachwort« über Denunziation, jetzt Tang Taos »Neue Gesichtsmasken« über kalte Pfeile.
In »Neue Gesichtsmasken« greift Tang breit an, davon "kalte Pfeile". Aber Tangs Artikel sind fast nur "kalte Pfeile", obwohl viele Pfeilspitzen unklar.
"Angeblich Strömungs-beeinflusst wechseln Literatur-Bühnen-Stücke. Rollen gleich, aber Masken brandneu." - erster kalter Pfeil. Obwohl kalt, traf er. Denn viele Literatur-Rollen spielen neue Stücke für Zuschauer-Applaus statt gewohnte alte, sagen "Strömungs-beeinflusst" für Moderne-Zeigung. Manche ändern nicht mal Masken, nur Titel: »Xue Pinggui West-Liang-Heirat« zu »Mu-Xue-Ehe« - Inhalt gleich.
Zweiter Pfeil - nein, kann so nicht weiterschreiben - das braucht breites Wissen, da jeder Satz ein Pfeil oder mehrere, augenverwirrend, unerfassbar, schwerer als steife Übersetzungen.
Aber Tang scheint selbst unzufrieden mit dieser Haltung - sonst warum andere "komisches Geschrei, zickiges Herausfordern" tadeln? Aber faktisch macht er "komisches Geschrei, zickiges Herausfordern".
Vielleicht fordert er nicht heraus, schießt nur kalte Pfeile - "Kämpfe", selbst "zerrend", sind anstrengend und bei "Niederlage" zum "Wiederkommen" muss man Masken "neu malen". Kalte Pfeile sind praktisch - im Dunkeln versteckt, Ziele sehen und leicht Bogen spannen, Pfeile fliegen entspannt vorwärts. Aber er tadelt kalte Pfeile.
Man muss selbst kalte Pfeile schießen können, um andere zu tadeln.
(22. November, »Shishi Xinbao« »Qingguang«)
Dieser Herr Chen ist der unfähigste Angreifer - er kennt nicht mal Unterschiede zwischen eigener Erklärung und anderer Vorenthüllung. Würde ich ermordet aber überlebe und schließlich "natürlich sterbe", würde er mich als "letzten Mörder" bezeichnen.
Er fragt auch: Warum "öffentlich" denunzieren? Antwort: Das ist schwer verständlich, aber weil man wie "Literat" denunzieren will - sonst müsste er abdanken, klar in Spitzel-Reihen eintreten. Absichtliche und unabsichtliche Unterschiede kenne ich. Meine Denunziation meint Hündchen - dieser "Chen Dai" ist genau eins. Denken Sie: Schlechte Informationen sind unbequem.
Der zweite Artikel versteht wohl nur er selbst. Ich verstehe nur: Er witterte falsch, hielt Herrn Tang Tao für mich. Hier nur als Muster selbsternannter Gegner.
Als nächstes »Dabao«-Ausschnitt:
- Qian Jibos Lu Xun-Theorie - Qi Shi**
Kürzlich sammelte jemand Lu Xun-Kritiken für »Lu Xun-Theorien« - meist lobende Worte. Aber echte Lu Xun-Diskussionen haben Tadel und Lob - so wird es wahr. Qian Jibaos »Moderne chinesische Literaturgeschichte« 300.000 Worte, Umgangssprache-Literatur über 10.000 Worte, nur Hu Shi ausgewählt, Lu Xun, Xu Zhimo angehängt. Diese alle heftig getadelt. Kürzlich wagten alte Autoren nicht so mutig zu urteilen wie Qian - Neue beachteten es nicht. Ich stelle seine "Lu Xun-Theorie" vor - Literaturwelt-Kuriosität.
Qian sagt: Europäische Nachahmung entstand durch Zhejiang Zhou Shurens westliche Roman-Übersetzungen - wörtliche Übersetzung bevorzugt, Sinn-Übersetzung als untreu abgelehnt. Europäische Nachahmung mit chinesischer Sprache wie Papageien-Sprechen, Dolmetscher-Vertrauen, war Urheber. Nachahmer schrieben sogar eigene Gefühls-Äußerungen europäisch, »Xiaoshuo Yuebao« fachte das an. Aber verschlungen-schwierig, schwerer als Zhou-Texte, Gelehrte verstehen nicht, geschweige Volk? Shanghai Cao Muguan lachte: Wir leben lieber europäisch lesend als diese wunderbaren Texte sehend! Wie Modedamen in hohen westlichen Schuhen stolpernd - hässlicher! Alte verehren ist "Sklavennatur", Ausland nachahmen nicht? Spott-Ironie nah Grausamkeit! Aber ursprüngliche Umgangssprache für Sprach-Schrift-Einheit, Allverständlichkeit - wurde das durch europäische Umgangssprache-Literatur vergessen? Widersprüchlich, unauflösbar - das tadelt Lu Xuns direkte ausländische Literatur-Übersetzung und Literaturwelt-Einfluss. Ehrlich: Lu Xuns Übersetzungen sind schwer lesbar, direkte Übersetzung ist Frage, europäische Umgangssprache-Literatur ist andere Frage. Sind beide unpassend, wer trägt Schuld? Herr Qian meint unsere Worte falsch?
Qian sagt auch: Seit Hu Shis Umgangssprache-Literatur proklamierte er Volk-Literatur! Nicht Adels-Literatur! Zeitweise anhängend wurde Zhou Shuren durch Romane berühmt. Shuren ist dekadent, ungeeignet für Kampf. Shurens Werke haben nur Vergangenheits-Erinnerungen ohne Zukunfts-Aufbau, nur persönliche Empörung ohne Volk-Nutzen-Pläne - solche Menschen, wann hatten sie Volk im Sinn?! Qian schließt: Zhou Shuren, Xu Zhimo sind neue Literatur-Rechtsabweichler. Das tadelt Lu Xuns Schöpfung und Gedanken. Lu Xun "rechtsabweichend" zu nennen ist "einzigartig", besondere Beurteilung! Unzufrieden mit Guo Moruo, Jiang Guangcis Linksabweichung und Lu Xun, Xu Zhimos Rechtsabweichung, nur "Rangqing"-Altherren-Atmosphäre verehrend, melancholisch unaufhörlich - Qians Absicht klar sichtbar. Heute links-rechts schwer, Recht-Unrecht unbestimmt - auch in Qians Lu Xun-Theorie sichtbar!
Qians Buch erschien September, hatte Dezember-Nachwort.
(29. Dezember, »Dabao« »Fackel«)
Dieser große Artikel verdient außer Herrn Qi Shis "einzigartig"-Lob keine zweite Bemerkung. Wirklich "bewertet", dass ich selbst nichts sagen will - "dekadent". Aber interessant, daher besonders bewahrt als »Lu Xun-Theorien«-Format.
Zuletzt »Damei Wanbao« - wieder Wang Pingling mit Schrift-Verkehr:
- Schimpfen und Selbstgeständnis - Wang Pingling**
Gelehrsamkeit ist schwer zu diskutieren - Universalgelehrte verachten meist Diskussion mit Nachwuchs, sehen Werke als "oberflächlich-langweilig"; junge Gebildete finden Universal-"Sowjetunion-nennend, Proletariat-verehrend" wie saure Pflaumen unschmeckbar.
Weltstreitigkeiten können alle enden, nur menschliche Gedanken-Konflikte, meist emotional, enden nie. Manche machen andere verleumden und Fehler suchen zum Beruf; direkte Verneinung für indirekte Selbsterhöhung. Was sie selbst sind, dürfen nur sie wissen, andere nicht fragen. Manchmal sind ihre gegen andere gerichteten bösen Andeutungen unpassend, sondern ihre unbewussten Geständnisse.
Bibel hat Legende: Straßenleute fingen ehebrecherische Frau, wollten sie steinigen. Jesus sagte: "Besinnt euch! Nur Unschuldige dürfen diese Ehebrecherin töten." Alle gingen beschämt weg. Heutige Literaturwelt nicht so? Selbst Ehebrecher schimpfen andere Ehebrecherinnen. Wie Lu Xuns gewohnte giftige Kritik: andere "sprechen für Offizielle" - ich weiß nicht, für welche "Seite" er spricht!
Eigentlich haben Schweigsame nichts zu sagen; Redende denken nicht, sie sprechen für eine Seite. Lu Xun oft "mit eigenem Herzen andere Herzen messen" - "sich selbst wenig, anderen viel verlangen".
Solche Literaturwelt-Situationen gibt es viele, nicht nur Lu Xun.
(30. Dezember, »Damei Wanbao« »Huoshu«)
Erinnere mich: In »Falsche Freiheit« bezeichnete ich Wang Herrns Ansichten als "offiziell" - darauf bezieht sich das, aber unklar. Aus "selbst Ehebrecher schimpfen andere Ehebrecherinnen" scheint er zu sagen: Ich bin "offiziell", aber "Redende denken nicht, sie sprechen für eine Seite". Also wenn gedacht, dann: Reaktionäre sagen andere reaktionär, sie selbst reaktionär; Banditen nennen andere Banditen, sie selbst Banditen... Halt, wieder "giftige Kritik" - sagte Jesus nicht "besinnt euch"? Zur Unglück-Vermeidung noch ein Schwänzchen: Diese schlechte Gewohnheit nur in Literaturwelt, offiziell unverbunden.
Wang Pingling ist Film-Zensur-Kommissions-Mitglied - ich sollte kleine Bürger-Regeln befolgen.
Wirklich halt. Geschriebenes und Eingeklebtes, eigenes und anderes, kostete halbe Nacht - wohl wieder acht-neuntausend Worte. Dieser Schwanz ist auch nicht klein.
Zeit vergeht täglich, große-kleine Ereignisse vergehen mit, verschwinden bald aus Erinnerung; außerdem alles zerstreut. Für mich: Wieviel Unempfundenes und Ungewusstes gibt es wirklich. Aber diese geschriebenen Dutzend Stücke, angeordnet, mit »Nachwort« ergänzend entstandene Streitigkeiten, gleichzeitig Zeitgeschehen spiegelnd - obwohl kleine Struktur, zeichnet es nicht eine Gestalt? Aber jetzt wenige wollen ihre Shakespeare-, Tolstoi-verehrenden Gesichter senken, ins Dunkle blicken, einiges schreiben. Daher will ich meine Glossen bewahren - sie können daher besser überleben, obwohl dadurch verhasster, aber in Bekämpfung weiter wachsend. Ach, "Welt ohne Helden lässt Kerlchen berühmt werden" - das sollte ich und Chinas Literaturwelt beklagen.
Literaturwelt-Ereignisse gibt es viele: Zensur-Geheimrat liefern, Trennungs-Wunderstrategien anwenden, Gerüchte für Macht schaffen, Wahrheit im Herzen verbergen, Kapitulations-Fahnen vergangener Jahre hissen, alte Freunde heute erwärmen... Aber nicht aus »Quasi-Mondgespräche«-Zeit, hier nicht erwähnt oder nie erwähnt. Wirklich aufhören - bis mein Rücken schmerzt!
16. Oktober 1934 nachts, Lu Xun in Shanghai
- [Lu Xun Gesamtwerke Band 8]**
- Kuaiji-Bezirk Alte Bücher-Sammlung**
- Vorwort**
- Xie Cheng Kuaiji Vorfahren-Biografien**
- Yu Yu Kuaiji Klassiker-Aufzeichnungen**
- Zhong Lixiu Kuaiji Spätere Weise-Biografien**
- He-Familie Kuaiji Vorfahren-Bildlob**
- Zhu Yu Kuaiji Landaufzeichnungen**
- He Xun Kuaiji Aufzeichnungen**
- Kong Lingfu Kuaiji Aufzeichnungen**
- Xiahou Cengxian Kuaiji Geographie**
- Alte Novellen-Sammlung**
- Qingshi-Sohn**
- Yulin**
- Guo-Sohn**
- Xiaolin**
- Sushuo**
- Xiaoshuo**
- Shuishi**
- Lieyizhuan**
- Guyizhuan**
- Dai Zuo Zhen Yizhuan**
- Shu Yiji**
- Xun-Familie Geist-Gespenster-Aufzeichnungen**
- Zu Taizhi Gespenster-Aufzeichnungen**
- Kong-Familie Gespenster-Aufzeichnungen**
- Shenguailu**
- Liu Zhiliu Geist-Aufzeichnungen**
- Qixieji**
- Youminglu**
- Xie-Familie Geister-Götter-Biografien**
- Zhi-Familie Gespenster-Aufzeichnungen**
- Jiling Ji**
- Han Wu Gushi**
- Duji**
- Yiwenlu**
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- Cao Pi Gespenster**
- Guo Jichan Jiyi Ji**
- Wang Fu Shenyi Ji**
- Xu Yiji**
- Lu Yizhuan**
- Za Guishen Zhiguai**
- Xiang Yiji**
- Xuanyan Ji**
- Mingxiang Ji**
- Jingyi Ji**
- [Band Zwei]**
- [Qin-Fu mit Vorwort ○ »Wenxuan« mit Vorwort]**
Ich liebte in der Jugend Töne, im Alter spielte ich damit. Ich meinte: Dinge haben Blüte und Verfall, aber dies nicht; Geschmäcker werden langweilig, aber dies nicht. Was Geist nähren, Gefühle harmonisieren, in Einsamkeit nicht traurig sein kann, kommt Tönen am nächsten. Daher wiederholend ungenügend, dann singen und rezitieren für Ausdruck; singen-rezitieren ungenügend, dann Worte senden für Bedeutungs-Erweiterung. Aber acht Ton-Instrumente, Tanz-Gesang-Bilder, historische Talente machten alle Fu. Sie preisen Strukturen, Stile folgen einander; loben Material, nehmen Gefahr-Bitterkeit als höchst; beschreiben Töne, nehmen Trauer als Haupt; preisen Wandel, nehmen Tränen als wertvoll. Schön ist schön, aber die Prinzipien nicht erschöpft. Ihre Ursprünge verfolgend scheinen sie Töne ursprünglich nicht zu verstehen; ihre Absichten betrachtend erreichen sie auch nicht Ritual-Musik-Gefühle. Unter allen Instrumenten ist Qin-Tugend höchst. Daher verfasse ich Empfindungen als Fu. Die Worte lauten:
Rhapsodie über die Laute (Qin fu)
Nur wo Sterculia und Paulownia wachsen, auf den erhabenen Höhen mächtiger Berge, breiten sie ihre Wurzeln durch die schwere Erde und ragen empor bis zu den Sternen am Firmament. Sie nehmen die reine Harmonie von Himmel und Erde in sich auf und saugen das leuchtende Licht von Sonne und Mond. Üppig und einzigartig gedeihen sie, und ihre Blütenpracht erhebt sich zum weiten Himmel. Am Abend fangen sie den letzten Schein am Yuanyu-Abgrund auf, am Morgen trocknen sie im Licht der neun Sonnen. Tausend Jahre warten sie auf einen würdigen Käufer, still und göttlich ruhend in ewigem Frieden.
Was die Gestalt der Berge und Flüsse betrifft: Sie winden und verbergen sich in der Tiefe, schroff und zerklüftet ragen Felsen und Gipfel empor. Rote Klippen stürzen steil ab, grüne Felswände ragen tausend Klafter hoch. Die Gipfel türmen sich übereinander und überwölben sich wie Wolken. Geistiger Dunst steigt empor und bildet Wolken, aus den heiligen Quellen sprudeln Ströme. Die Wellen brechen wild hervor, stürzen rasend vorwärts, prallen an Felsen und Uferbiegungen, brausen und toben. Sie ergießen sich in große Flüsse, durchqueren das Zentrum des Reiches, gleiten sanft und ruhig, schwimmen still und lang, umfließend die Hügel.
Betrachtet man das, was der Boden hervorbringt und die Erde nährt: kostbare und wundersame Jade, schimmernde Edelsteine häufen sich an den Flanken. Im Osten breitet sich der Frühlingsorchideen-Teppich aus, im Westen wachsen Sandelholzbäume. An den sonnigen Hängen wohnt der Eremit Juanzi, vor ihm sprudelt eine Jade-Quelle. Dunkle Wolken spenden Schatten, an den Gipfeln sammeln sich Phönixe. Klarer Tau netzt ihre Rinde, sanfter Wind weht hindurch. Still und friedlich, dicht und zart — reine Stille.
Da versammeln sich die Einsiedler, die Genossen von Rongqi und Qiji, ersteigen die schwankende Brücke über verborgene Schluchten, ergreifen Jadezweige und erklimmen steile Klippen, um unter diesen Bäumen zu wandeln. Sie blicken in die Ferne, erhaben wie im Flug. Seitwärts schauen sie zum Kunlun-Gebirge, hinab blicken sie auf die Meeresküste. Auf die ferne Weite von Cangwu zeigend, am mächtigen Strom verweilend, erkennen sie die vielen Bürden der Welt und blicken bewundernd zum Berg Jishan empor. Sie bestaunen die Weite dieses Berges und vergessen in ihrer Begeisterung die Heimkehr.
So fällen sie einen Ast, messen und wägen nach Maß und Eignung; der Weise entfaltet seinen Geist und schafft eine edle Laute. Lizi überwacht die Tintenlinien, Meister Shi schwingt die Axt; Kui und Xiang geben die Regeln vor, Ban und Chui setzen ihren Geist ein. Sorgfältig fügen und verbinden sie, stimmen Klang und Ton. Kunstvoll geschnitzt und bemalt, mit Mustern und Ornamenten verziert, eingelegt mit Rhinozeroshorn und Elfenbein, auf smaragdgrünem Grund gebettet. Besaitet mit der Seide des Gartengastes, mit Stegen aus Jade vom Zhong-Berg.
Dann erklingt die Laute: Anfangs erheben sich alle Töne zugleich, Gong- und Zhi-Noten antworten einander, verschmelzen und steigen auf und ab in wechselseitigem Echo. Dann werden die reinen Töne gestimmt, wundersame Melodien gespielt: die Weise „Weißer Schnee“ erklingt, der klare Jue-Ton ertönt. Die Klänge strömen und fließen, wogen und schwellen, strahlen und steigen hoch empor, jagen und folgen einander. Bald gleichen sie hohen Bergen, bald fließenden Wellen — weit und mächtig, erhaben und majestätisch.
Der Gesang lautet: Ich steige empor zum Wirbelwind und raste auf der Insel der Seligen, lade Liezi ein als guten Gefährten. Ich nähre mich vom Morgentau und trage die Morgenröte, schwebend und leicht durchstreife ich das Himmelsblau. Alle Dinge überwindend gewinne ich das Selbst, Schicksal und Leben überlasse ich dem Kommen und Gehen.
Schließlich, wenn die Melodie sich dem Ende neigt und alle Klänge verstummen wollen, wechselt der Rhythmus und eine wundersame Weise erklingt. Die Spielerin zeigt ihr strahlendes Antlitz, hebt den hellen Arm, lässt die feinen Finger tanzen — und die Klänge ergießen sich in vielfältiger Pracht.
Schließlich preist das Nachwort: Still und unergründlich ist die Tugend der Laute, rein von Herz und fern — kaum zu ermessen. Edle Beschaffenheit und meisterliche Hand begegnen sich in dieser Zeit, und die verschlungenen Klänge krönen alle Künste. Wenige kennen den wahren Klang — wer kann ihn schätzen? Nur der Vollendete vermag die edle Laute ganz auszuschöpfen!
Brief an Shan Juyuan über den Abbruch der Freundschaft (Anhang)
Ji Kang grüßt: Einst habt Ihr mich in Yingchuan empfohlen, und ich habe dies stets als ein verständiges Wort erachtet. Doch bei genauerer Betrachtung staune ich über diesen Gedanken, denn Ihr hattet mich noch gar nicht hinreichend kennengelernt — woher also diese Zuversicht? Als ich vor zwei Jahren aus Hedong zurückkehrte, berichtete mir Xianzong Adou, dass Ihr vorgeschlagen hättet, mich an Eurer Stelle einzusetzen. Obgleich dies nicht verwirklicht wurde, erkannte ich daran, dass Ihr mich in der Tat nicht versteht. Ihr seid vielseitig bewandert, billigt vieles und wundert Euch über wenig. Ich aber bin von geradlinigem Wesen und engen Grenzen, vertrage vieles nicht und bin Euch nur zufällig in Freundschaft begegnet. Als ich erfuhr, dass Ihr befördert worden seid, erschrak ich und war nicht erfreut — ich fürchtete, Ihr könntet Euch wie der Koch schämen, allein am Opferfleisch zu schneiden, und den Tempelpriester herbeirufen, um Euch beizustehen; das Schlachtmesser selbst in die Hand nehmen und es mit dem Geruch rohen Fleisches besudeln.
Ich habe einst beim Lesen vom Typus des unangepassten Menschen erfahren, von dem manche behaupteten, er existiere gar nicht — nun glaube ich wahrhaftig, dass es ihn gibt. Es gibt Dinge in meiner Natur, die ich nicht ertragen kann, und sie lassen sich nicht erzwingen. Die alten Meister Laozi und Zhuangzi sind meine Lehrer; Liu Xiahui und Dongfang Shuo waren freie Geister, die sich in niedrigen Ämtern wohlbefanden — ich wage nicht, sie herabzusetzen.
Deshalb erkläre ich in aller Offenheit: Ich habe sieben Dinge, die ich nicht ertragen kann, und zwei Dinge, die schlechterdings unmöglich sind. Ich schlafe gern lange und stehe spät auf, doch dann steht ein Diener an der Tür und lässt mich nicht in Ruhe — das erste Unerträgliche. Ich liebe es, mit der Laute spazieren zu gehen und in der Wildnis zu angeln und zu jagen, doch Amtsdiener bewachen mich und lassen mich nicht frei bewegen — das zweite Unerträgliche. Ich hasse es, lange still zu sitzen, meine Beine werden taub, ich bin voller Läuse und muss mich ständig kratzen — und dabei soll ich Amtstracht tragen und mich vor Vorgesetzten verbeugen — das dritte Unerträgliche.
Ich bin weder gewandt im Schreiben noch schreibe ich gern Briefe, doch in der Welt gibt es viele Angelegenheiten, und die Akten häufen sich auf dem Tisch — das vierte Unerträgliche. Ich mag keine Beerdigungen besuchen, und doch legt die Gesellschaft großen Wert darauf — das fünfte Unerträgliche. Ich mag keine gewöhnlichen Menschen, und doch müsste ich mit ihnen zusammenarbeiten — das sechste Unerträgliche. Mein Herz erträgt keinen Überdruss, und doch bringen die Amtsgeschäfte tausend Sorgen — das siebte Unerträgliche. Zudem kritisiere ich stets die Könige Tang und Wu und schätze die Herzöge von Zhou und Konfuzius gering — dies ist das erste absolut Unmögliche. Ich bin von scharfem Temperament, hasse das Böse und spreche freimütig — dies ist das zweite absolut Unmögliche.
Brief an Lü Changdi über den Abbruch der Freundschaft
Ji Kang grüßt: Einst waren wir gleichaltrig und wurden deshalb vertraut. Durch Eure Aufrichtigkeit wurde unsere Freundschaft tief. Obgleich unsere Lebenswege verschieden waren, verblasste die Zuneigung nie. Doch dann verriet Adou mir im Vertrauen, dass Ihr beabsichtigtet, ihn vor Gericht zu bringen; ich hielt ihn davon zurück. Ihr aber habt insgeheim eine Anklage gegen ihn eingereicht. Euer Wort an mich war ein Schwur zwischen Vater und Sohn, und dennoch habt Ihr Euer Wort gebrochen. Adou vertraute Euch wegen meiner Worte; nun, da er bestraft wurde, habe ich ihn im Stich gelassen. Meine Schuld an Adou rührt von Eurer Schuld an mir. In Bestürzung und ohne Rat — was soll ich noch sagen? So will ich unsere Freundschaft nicht fortsetzen. Die Alten sagten: Wenn Edle die Freundschaft beenden, sprechen sie keine hässlichen Worte. Von nun an leben wir getrennt! Beim Schreiben dieses Briefes erfüllt mich tiefer Schmerz. Ji Kang grüßt.
Sechstes Kapitel
Abhandlung über die Selbstlosigkeit
Abhandlung über die Selbstlosigkeit
Wer den Edlen so nennt, meint damit einen Menschen, dessen Herz nicht an Richtig und Falsch haftet und dessen Handeln den rechten Weg nicht verlässt. Warum sage ich das? Wer einen stillen Geist und eine leere Seele hat, dessen Herz verweilt nicht beim Streben nach Ansehen; wer ein klares Gemüt und ein verständiges Herz hat, dessen Gefühle hängen nicht an dem, was er begehrt. Haftet das Streben nach Ansehen nicht im Herzen, so kann man die Namensgebote überschreiten und der Natur folgen; hängen die Gefühle nicht am Begehrten, so kann man Wertvolles und Geringes durchschauen und das Wesen der Dinge verstehen.
Darum sagt man vom Edlen: Ohne festgelegtes Urteil ist sein Leitprinzip, das Durchdringen der Dinge seine Tugend. Vom Kleingeist hingegen sagt man: Verborgene Gefühle sind sein Vergehen, vom Weg abzuweichen sein Mangel. Verborgene Gefühle und Hochmut sind das größte Übel des Kleingeistes; ein offenes Herz ohne festgelegtes Urteil ist die beständigste Tugend des Edlen.
Deshalb heißt es im Daodejing: Hätte ich keinen Leib, welches Leid hätte ich dann? Wer das Leben nicht als das Kostbarste erachtet, der ist erhabener als der, der es schätzt. Demnach hat der Weise in seinem Herzen kein festes Urteil. So war Yi Yin aufrichtig gegenüber dem König Tang von Shang, und sein Ruhm strahlte durch die Zeiten. Der Herzog von Zhou handelte ohne Argwohn und Verstellung, und unter seiner Regentschaft blühte die Kultur. Guan Zhong verbarg nicht seine Fähigkeiten vor dem Fürsten Huan von Qi, und so wurde das Reich mächtig und der Herrscher geehrt.
Abhandlung über Guan und Cai
Einer fragte: „Den Aufzeichnungen zufolge haben Guan und Cai Gerüchte verbreitet, sich gegen die östliche Hauptstadt empört, und der Herzog von Zhou unterwarf sie als Verbrecher. Ihr böses Wesen ist berüchtigt seit tausend Jahren. Doch der weise Vater und der heilige Bruder konnten die Bosheit der jüngeren nicht erkennen; sie setzten sie ein, um das geschlagene Volk der Yin zu regieren, und verliehen ihnen Ehrentitel in den Lehensfürstentümern. So häuften sich ihre Verbrechen, bis das Unglück sie ereilte. Das ergibt keinen Sinn, und mein Herz findet keine Ruhe dabei. Ich bitte um Erklärung.“
Antwort: „Eine gute Frage! Der Einsatz von Guan und Cai durch König Wen war eine Frage der Aufrichtigkeit; ihre Bestrafung durch den Herzog von Zhou eine Frage der Umstände. Die Umstände sind sichtbar, die innere Wahrheit aber verborgen. Deshalb halten die Menschen Guan und Cai für durch und durch böse.“
Abhandlung über Klarheit und Entschlossenheit
„Wenn man die Grundlagen des Wesens und der Gemütsart ergründen will, die Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausarbeiten, dann muss man dem Ursprung bis zum Anfang folgen und die Verteilung der Lebensenergie zurückverfolgen. Dem Anfang folgen und das Ende ergründen — nur so vermeidet man Widersprüche. Nun aber willst du die ursprüngliche Einheit beiseitelegen und nur das Sichtbare aufsammeln — das ist, als liebte man die einzelnen Maschen des Netzes und verabscheute den leitenden Faden.“
Natürliche Begabung zum Lernen
Die Gefühle des Menschen — Freude, Zorn, Trauer, Lust, Liebe, Hass, Begierde und Furcht — sind ihm von Natur gegeben. Wenn man sein Ziel erreicht, freut man sich; wird man beleidigt, zürnt man; bei Trennung trauert man; hört man Harmonie, freut man sich; bei Zeugung liebt man; wird man vom Guten abgebracht, hasst man; bei Hunger begehrt man zu essen; unter Zwang fürchtet man sich. Diese acht Dinge braucht man nicht zu lehren — sie sind angeboren. In der Sprache der Abhandlung: Das ist die Natur.
Das Volk liebt Sicherheit und hasst Gefahr, liebt Ruhe und hasst Mühsal. Wird es nicht gestört, erfüllen sich seine Wünsche; wird es nicht bedrängt, folgt es seinem Willen. In der Urzeit der großen Einfachheit herrschten die Fürsten ohne Prunk, und das Volk kannte keinen Wettstreit; alles war ganz und in Ordnung, jeder war mit sich zufrieden. Satt schlief man ein, hungrig suchte man Nahrung. Fröhlich trommelte man sich auf den Bauch, ohne zu wissen, dass dies das Zeitalter der höchsten Tugend war.
Siebtes Kapitel
Abhandlung zur Widerlegung der natürlichen Neigung zum Lernen
Zehntes Kapitel
Ermahnung an den Großen Meister
Hausregeln
Hausregeln (Fortsetzung)
Ein Mensch ohne Vorsatz ist kein wahrer Mensch. Doch der Edle muss bei dem, was sein Herz anstrebt, genau abwägen. Er soll das Gute bemessen und erst nach reiflicher Überlegung handeln. Hat er sich einmal entschieden, so schwört er sich selbst einen Eid und hält daran bis in den Tod fest, ohne jemals wankelmütig zu werden. Er schämt sich, wenn seine Taten seinen Worten nicht entsprechen, und ist entschlossen, sein Ziel um jeden Preis zu erreichen. Wird sein Herz müde und sein Körper schlaff, wird er von äußeren Dingen abgelenkt oder von inneren Begierden belastet, dann schwankt er zwischen Bleiben und Gehen. Schwankt er aber, so kämpfen zwei Herzen in ihm. Und kämpfen zwei Herzen, so verblasst, was er zuvor als gut erkannt hatte.
Die zehnbändige Sammlung des Ji Kang ist eine Handschrift aus der Bibliothek des Paoan-Meisters Wu, in der Meister Wu selbst die fehlerhaften Zeichen mit eigener Hand korrigiert hat. Seit dem Aufkommen des Buchdrucks schreiben die Menschen keine Bücher mehr von Hand ab; und selbst wenn sie es tun, prüfen sie den Text nicht sorgfältig — es ist kaum besser, als hätten sie gar keine Bücher. Wenn man sieht, mit welcher Sorgfalt die früheren Gelehrten ihre Bücher behandelten, kann man daran auch die Fehler anderer Ausgaben erkennen.
Nachwort zur Sammlung des Ji Kang
Von den Sammlungen aus der Zeit der Sechs Dynastien sind nur wenige erhalten. Ohne gute Ausgaben sind selbst die vorhandenen nutzlos. Diese zehnbändige Sammlung des Ji Kang ist eine Abschrift aus der Bibliothek Congshu-tang. Zudem hat Meister Wu sie eigenhändig kollationiert, was sie besonders kostbar macht. In den verschiedenen Bibliographien findet sich diese Sammlung nicht. Da es keinen Songdruck gibt, ist die alte Handschrift umso wertvoller.
Textkritische Untersuchung verlorener Texte aus der Sammlung des Ji Kang
Bibliographische Untersuchung der Überlieferung der Sammlung des Ji Kang
Aus dem Gesamtkatalog der Siku quanshu: Die Sammlung des Ji Kang, Zhongsan-Zerstreuter, in zehn Bänden (eingereichtes Exemplar des Generalgouverneurs beider Jiangprovinzen). Der alte Titel nennt als Verfasser Ji Kang aus der Jin-Dynastie. Doch da Ji Kang von Sima Zhao getötet wurde, als das Mandat der Wei noch nicht erloschen war, muss Ji Kang als Mann der Wei gelten, nicht der Jin. Dass die Jin-Geschichte ihm ein Kapitel widmete, war ein Fehler von Fang Qiao und anderen. Dass die vorliegende Sammlung diesen Titel übernahm, ist falsch. Die Bibliographie des Sui-shu verzeichnet fünfzehn Bände der Sammlung Ji Kangs. Die alte und neue Tang-Geschichte stimmen darin überein. Auch Zheng Qiaos Tongzhi lue gibt dieselbe Bandanzahl an. Erst bei Chen Zhengsuns Shulu jieti sind es nur noch zehn Bände.
Aus dem Kurzverzeichnis der Siku: Die Sammlung des Ji Kang, Zhongsan-Zerstreuter, in zehn Bänden. Verfasser: Ji Kang aus der Wei-Dynastie. Dass die Jin-Geschichte ihm ein Kapitel gab und die alte Ausgabe ihn als Mann der Jin bezeichnete, ist irrig. Seine Sammlung ist im Laufe der Zeit zum größten Teil verloren gegangen; zur Song-Zeit waren nur noch zehn Bände erhalten. Die vorliegende Ausgabe wurde von Huang Shengzeng in der Ming-Zeit zusammengestellt. Obgleich die Bandanzahl mit der Song-Ausgabe übereinstimmt, enthält sie laut Wang Mao im Yeke congshu nur zweiundvierzig Gedichte und zusammen mit den Prosatexten nur zweiundsechzig Stücke — es fehlt also vieles.
Aus dem Buchverzeichnis des Zhu Xueqin (Jieyilu shumu): Die Sammlung des Ji Kang, Zhongsan-Zerstreuter, in zehn Bänden. Ein Band. Verfasser: Ji Kang aus der Wei-Dynastie. Ming-Druck nach dem Song-Original aus dem vierten Jahr der Jiajing-Ära, von der Familie Huang.
Lu Xun Gesamtausgabe, Band 12
Vorwort
Lu Xun Gesamtausgabe, Band 13
Lu Xun Gesamtausgabe, Band 15
1. Über die Ignoranz gegenüber der Kunst 2. Die karikaturartige Darstellung 3. Die Karikatur in der Kunstgeschichte
Die Kunst der Karikatur ist so alt wie die Menschheit selbst. Bereits in den frühesten Höhlenmalereien finden sich überzeichnete Darstellungen von Tieren und Menschen, die als Vorläufer der Karikatur gelten können. Die systematische Entwicklung der Karikatur als eigenständige Kunstform begann jedoch erst in der Renaissance.
Die primitive Kunst zeigt häufig eine Tendenz zur Vereinfachung und Übertreibung, die der Karikatur verwandt ist. Wenn ein Steinzeitmensch ein Mammut mit überdimensionalen Stoßzähnen zeichnete oder einen Jäger mit übergroßen Armen darstellte, war dies noch keine bewusste Karikatur, aber es zeigt dieselbe grundlegende Methode: die Hervorhebung des Wesentlichen durch Übertreibung.
In den alten Zivilisationen Ägyptens und Mesopotamiens finden sich bereits erste Beispiele bewusster Karikatur. Auf ägyptischen Papyri sind satirische Darstellungen erhalten, die Tiere in menschlichen Rollen zeigen — Füchse, die Gänse hüten, oder Katzen, die Mäusen als Diener aufwarten. Diese Darstellungen sind zugleich komisch und gesellschaftskritisch.
Die griechische und römische Antike kannte die Karikatur in Form von Wandgraffiti und Vasenmalereien. In Pompeji wurden zahlreiche karikaturistische Wandbilder gefunden, die Politiker und Bürger der Stadt verspotteten. Die römische Tradition der politischen Satire — von Aristophanes über Juvenal bis Martial — hat auch in der bildenden Kunst ihre Entsprechung.
In China hat die karikaturartige Darstellung ebenfalls eine lange Tradition. Bereits in der Tang-Dynastie finden sich satirische Bilder, und in der Song-Zeit entwickelte sich eine reiche Tradition der humoristischen Malerei. Die Verbindung von Kalligraphie, Malerei und satirischem Text ist eine spezifisch chinesische Errungenschaft.
Die moderne Karikatur, wie wir sie kennen, entstand im 18. und 19. Jahrhundert in Europa. Hogarth in England, Daumier in Frankreich und die Künstler der Zeitschrift „Simplicissimus“ in Deutschland schufen ein neues Genre, das die Macht der Kunst mit der Schärfe der politischen Kritik verband.
Lu Xun Gesamtausgabe, Band 16
Der Floh (Frankreich, Apollinaire)
China steht in Flammen (Österreich, Hans Mayer)
Selbstdarstellung des Gide (Japan, Ishikawa Yu)
Liebesgedicht (Rumänien, Sadoveanu)
Die vorliegende Sammlung vereint Übersetzungen von Gedichten und kurzen Prosatexten aus verschiedenen Sprachen und Literaturen. Apollinaires surrealistisches Gedicht „Der Floh“ spielt mit den Grenzen zwischen Tier und Mensch, zwischen dem Trivialen und dem Erhabenen. Hans Mayers „China steht in Flammen“ ist ein Zeugnis der europäischen Wahrnehmung Chinas zu Beginn des 20. Jahrhunderts — eine Mischung aus Faszination und Missverständnis.
Ishikawa Yus Essay über André Gide beleuchtet den französischen Schriftsteller aus einer japanischen Perspektive. Gides Selbstdarstellung, seine Ehrlichkeit und sein Bekenntnis zur eigenen Komplexität faszinierten die japanischen Intellektuellen seiner Zeit. Das rumänische Liebesgedicht von Sadoveanu hingegen steht in der Tradition der osteuropäischen Volkslyrik, die Lu Xun besonders schätzte.
Diese Übersetzungen zeigen Lu Xuns weitreichende Interessen: von der französischen Avantgarde über die österreichische Literatur bis zur japanischen Essayistik und rumänischen Lyrik. Als Übersetzer war Lu Xun ebenso bedeutend wie als Originalschriftsteller. Seine Übersetzungen brachten China erstmals mit der modernen Weltliteratur in Berührung und eröffneten chinesischen Lesern neue Horizonte des Denkens und Empfindens.
Lu Xun Gesamtausgabe, Band 17
[33] Tarde fand in seinem 1897 veröffentlichten Werk "L'opposition universelle, essai d'une Théorie des Contraires" glücklicherweise eine ausgezeichnete Gelegenheit, die grundlegende psychologische Wirkungsweise zu untersuchen. Doch aus unbekannten Gründen nutzte er diese Gelegenheit nicht und äußerte zu den genannten Grundlagen nur äußerst wenige Meinungen. Tarde sagt auf Seite 245 seines Werkes:
[34] Man vergesse nicht, dass sich das Gespräch auf die Pyrenäen bezieht.
[35] Voyage aux Pyrénées, cinquième édition, Paris, S. 190–193.
Diese Anmerkungen stammen aus den von Lu Xun übersetzten wissenschaftlichen Werken zur vergleichenden Kulturforschung und Anthropologie. Sie beziehen sich auf die Theorien der gesellschaftlichen Nachahmung und der kulturellen Opposition, wie sie von den französischen Soziologen des späten 19. Jahrhunderts entwickelt wurden.
Die Diskussion über kulturelle Gegensätze und Nachahmungsprozesse war für Lu Xun von besonderem Interesse, da sie ihm half, die Mechanismen der kulturellen Übertragung zwischen Ost und West zu verstehen. Tardes Theorie der universellen Opposition — die Idee, dass alle Phänomene durch das Zusammenspiel von Gegensätzen erklärt werden können — erinnert an die chinesische Yin-Yang-Philosophie, auch wenn die intellektuellen Traditionen unterschiedlich sind.
Die ethnologischen und anthropologischen Quellen, die in diesen Anmerkungen zitiert werden, spiegeln den wissenschaftlichen Zeitgeist des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wider. Die europäische Forschung begann gerade erst, die Kulturen außerhalb Europas mit wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen. Lu Xuns Übersetzung dieser Texte ins Chinesische war ein wichtiger Schritt bei der Vermittlung westlicher Wissenschaft an chinesische Leser.
Besonders bemerkenswert ist Lu Xuns Interesse an der Verbindung zwischen primitiver Kunst und modernen Ausdrucksformen. Die in diesen Texten beschriebenen Beispiele der Höhlenkunst, der Felszeichnungen und der rituellen Tänze urtümlicher Völker dienten ihm als Grundlage für seine eigenen Überlegungen zur Funktion der Kunst in der Gesellschaft.
[75] Lichtenstein, Reise im südlichen Afrika in den Jahren 1803, 1804, 1805 und 1806, zweiter Teil, S. 74.
[76] "Vier Grundrisse", S. 75, Anmerkung.
[77] Ebenda, zweiter Band, S. 472. Die Eingeborenen der Feuerinsel wissen ebenfalls, sich mit Hilfe von Feuer gegenseitig Nachrichten zu übermitteln; man vergleiche Darwin, Journal of Researches, London 1839, S. 238.
Diese Anmerkungen gehören zu Lu Xuns Übersetzungen anthropologischer und ethnologischer Werke, die sich mit den primitiven Kommunikationsformen und kulturellen Praktiken der Urvölker befassen. Die Verweise auf Lichtensteins Reiseberichte aus dem südlichen Afrika und auf Darwins Beobachtungen im Feuerland zeigen die Bandbreite der wissenschaftlichen Quellen, die Lu Xun für seine Übersetzungen heranzog.
Die Beschreibung der Feuersignale als Kommunikationsmittel ist ein faszinierendes Beispiel für die universelle menschliche Fähigkeit, Zeichensysteme zu entwickeln. Ob im südlichen Afrika oder im Feuerland — unabhängig voneinander haben die Menschen ähnliche Techniken entwickelt, um über weite Entfernungen zu kommunizieren.
Lu Xuns Interesse an diesen ethnologischen Studien war nicht nur akademisch. Er sah in der Untersuchung primitiver Kulturen einen Schlüssel zum Verständnis der menschlichen Natur selbst. Die Frage, was den Menschen zum Menschen macht — Werkzeuggebrauch, Sprache, Kunst, Religion — war für ihn von zentraler Bedeutung.
Die in diesen Fußnoten zitierten Werke stammen aus einer Zeit, in der die europäische Wissenschaft begann, die Vielfalt menschlicher Kulturen systematisch zu erfassen. Trotz aller Vorbehalte gegenüber dem eurozentrischen Blickwinkel dieser frühen Anthropologen erkannte Lu Xun den Wert ihrer Beobachtungen und machte sie einem chinesischen Publikum zugänglich.
Besonders bemerkenswert ist die Erwähnung Darwins, dessen Evolutionstheorie in China zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine gewaltige intellektuelle Wirkung entfaltete. Lu Xun selbst war stark von darwinistischem Denken beeinflusst, obgleich er die simplifizierende Übertragung biologischer Konzepte auf die Gesellschaft kritisch betrachtete.
[127] Die Merkmale wirtschaftlicher Tätigkeit lassen sich in gleicher Weise auch in gewissen Gewohnheiten der australischen Ureinwohner beobachten. Dies beweist auch, dass sie an die Zukunft denken. Bei ihnen ist es verboten, Pflanzen, deren Früchte sie essen, mit der Wurzel auszureißen, oder Nester von Vögeln, deren Eier sie verzehren, zu zerstören. Ratzel, Anthropo-Geographie, I, 348.
[128] "Vier Grundrisse", S. 92–93.
[129] "Vier Grundrisse", S. 93–94.
Diese Anmerkungen beschreiben wirtschaftliche Verhaltensweisen sogenannter primitiver Völker, die ein bemerkenswertes Maß an Vorausschau und Nachhaltigkeit zeigen. Das Verbot, Nahrungspflanzen zu entwurzeln und Vogelnester zu zerstören, offenbart ein intuitives Verständnis ökologischer Zusammenhänge, das erst in der modernen Umweltbewegung wiederentdeckt wurde.
Ratzels Anthropo-Geographie war eines der einflussreichsten geographischen Werke des späten 19. Jahrhunderts und versuchte, die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt systematisch zu erfassen. Lu Xun übersetzte diese Texte, um chinesischen Lesern einen Einblick in die westliche Wissenschaft zu geben.
Die hier beschriebenen Tabus und Verbote sind keineswegs Ausdruck primitiven Aberglaubens, sondern Zeugnisse einer tiefen, über Generationen gewachsenen Weisheit im Umgang mit der natürlichen Umwelt. Sie erinnern an die konfuzianische Idee der Harmonie zwischen Mensch und Natur und an die daoistische Vorstellung vom Einklang mit dem Dao.
Lu Xuns Interesse an der Nachhaltigkeit primitiver Gesellschaften hatte auch eine politische Dimension. In einer Zeit, in der China sich rasant industrialisierte und modernisierte, warnte er vor den Gefahren eines rücksichtslosen Fortschritts, der die natürlichen Lebensgrundlagen zerstört. Die Lehren der sogenannten primitiven Völker erschienen ihm in dieser Hinsicht als durchaus modern.
Die Verweise auf die "Vier Grundrisse" beziehen sich auf ein systematisches Werk zur vergleichenden Kulturforschung, das die wirtschaftlichen, sozialen, religiösen und künstlerischen Grundlagen verschiedener Gesellschaften vergleichend darstellt. Solche vergleichenden Ansätze waren für Lu Xun besonders wertvoll, da sie ihm halfen, Chinas Stellung in der Weltgemeinschaft der Kulturen besser zu verstehen.
[182] Man vergleiche: Die Umsegelung Asiens und Europas auf der Vega, von A. E. Nordenskiöld, Leipzig 1880, Band I, S. 463, sowie Band II, S. 125, 127, 129, 135, 141, 231.
[183] Man vergleiche: Die Urgeschichte des Menschen nach dem heutigen Stande der Wissenschaft, von Dr. M. Hörnes, erster Halbband, S. 19 und folgende, S. 213 und folgende. Und zahlreiche damit zusammenhängende Tatsachen, die von Mortillet zusammengetragen wurden.
[184] Nordenskiöld, Band II, S. 123, 133, 135.
Diese letzten Anmerkungen verweisen auf die großen wissenschaftlichen Expeditionen und Forschungsarbeiten des 19. Jahrhunderts. Nordenskiölds legendäre Expedition mit der Vega, die erste erfolgreiche Durchfahrt der Nordostpassage (1878–1880), war ein Meilenstein der Entdeckungsgeschichte. Seine Beobachtungen über die arktischen Völker und ihre Kulturen sind bis heute von wissenschaftlichem Wert.
Hörnes' "Urgeschichte des Menschen" gehörte zu den maßgeblichen Werken der Vorgeschichtsforschung seiner Zeit und versuchte, die Anfänge der menschlichen Kultur auf der Grundlage archäologischer Funde zu rekonstruieren. Die Verbindung zwischen Nordenskiölds ethnographischen Beobachtungen im hohen Norden und Hörnes' archäologischen Erkenntnissen über die Steinzeit zeigt, wie die Wissenschaft des 19. Jahrhunderts versuchte, ein umfassendes Bild der menschlichen Kulturentwicklung zu zeichnen.
Lu Xun übersetzte diese wissenschaftlichen Texte in einer Zeit, als China dringend Zugang zu westlichem Wissen benötigte. Seine Übersetzungsarbeit war kein bloßer Akt der Wissensvermittlung, sondern ein bewusster kulturpolitischer Akt: Er wollte China mit den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft vertraut machen und zugleich einen kritischen Blick auf die eigene Tradition fördern.
Die hier zitierten Werke repräsentieren verschiedene Disziplinen — Geographie, Archäologie, Ethnologie, Anthropologie — und zeigen Lu Xuns enzyklopädische Interessen. Als einer der bedeutendsten Übersetzer des modernen China hat er nicht nur literarische Werke, sondern auch wissenschaftliche Texte ins Chinesische übertragen und damit wesentlich zur intellektuellen Modernisierung Chinas beigetragen.
Lu Xun Gesamtausgabe, Band 19
Lu Xun Gesamtausgabe, Band 20