Chinese Essay/de/Chapter 7

From China Studies Wiki
< Chinese Essay‎ | de
Revision as of 07:47, 26 March 2026 by Admin (talk | contribs) (Import: German text - Chapter_7)
(diff) ← Older revision | Latest revision (diff) | Newer revision → (diff)
Jump to navigation Jump to search

EN · DE · 中文 · 正體 · FR · ES · RU

7. Zusammenfassung

(7. 总结)

Chinesische Uebersetzung: 7. 总结

7. Zusammenfassung Der chinesische Essay - Autoren des 20. Jahrhunderts. Grundlagen zur Erforschung einer sich wandelnden Gattung I. Ausgangslage

   1. Betrachtet man die Erscheinungsjahre der dieser Studie zugrundeliegenden 130 Essaysammlungen mit Repräsentativitätsanspruch, die der Verf. zwischen 1994 und 1996 aus Bibliotheken und Buchhandlungen in der VR China, Taiwan, Hongkong und den USA zusammengetragen hat, so ist eine Zunahme der Essaysammlungen seit 1979 mit einem Höhepunkt 1990 zu erkennen. Es handelt sich hier um die zweite Blütephase des chinesischen Essays nach der in den 1920er und 1930er Jahren. Diese beiden Phasen bilden den Schwerpunkt der vorliegenden Studie. Sie beschränkt sich auf das 20. Jahrhundert, doch der Essay kann nicht isoliert betrachtet werden: in einer historisch-chronologischen Einleitung wird seine Vorgeschichte mit Ursprung und Entwicklung dargestellt. Bei einigen Autoren, etwa bei Lu Xun und Ba Jin, verschiebt sich der Schaffensschwerpunkt im Laufe ihres Lebens von der fiktionalen Erzählliteratur zu Essays, exemplarisch hat der Verf. das auch an Wang Meng nachgewiesen.
   2. Die Auflagen der 130 Essaysammlungen zeigen mit zwei Spitzen nach 1979 den Nachholbedarf nach der Kulturrevolution, der sich vor allem in auflagenstarken Schulausgaben niederschlug: Allein diejenigen unter den 130 Sammlungen, die in den drei Jahren nach 1979 veröffentlicht wurden, ergaben zusammen über 1 Million Exemplare.
   3. Es gibt auch Zeitschriften, die vorwiegend Essays publizieren, auch hier verteilen sich die Gründungsjahre auf die beiden Blütezeiten: sechs in den 1920er/1930er Jahren, drei in den 1980er Jahren. Weiter gibt es zahlreiche Essaybuchreihen.
   Der Trend ist klar: Zum Ausgang des 20. Jahrhunderts ist wieder eine Essayflut in China zu beobachten.

Drei Gründe dafür seien angeführt:

   1. Die Schnellebigkeit der Gesellschaft verlangt kurzweilige und knappe Texte.
   2. Das Individualbewußtsein verstärkt sich und der Essay ist nun einmal die unmittelbarste Form des subjektiven Ausdrucks, noch unmittelbarer als das Gedicht mit seiner häufig gebundenen Rede bzw. formalen Ansprüchen.
   3. Wie schon in den 1920er und 1930er Jahren besteht ein Interesse an der Diskussion gesellschaftspolitischer Fragestellungen, jedoch nimmt dabei in den 1980er/ 1990er Jahren die Tagespolitik weniger Raum ein.

II. Anliegen der Literaturwissenschaft bei der Beschäftigung mit dem Essay und Forschungsansätze

1. Festlegen des Ansatzes

   Es gibt im Westen bislang noch keine Studie zum chinesischen Essay, auch die einschlägigen Literaturgeschichten behandeln den Essay nur marginal, einzelne Anthologien negieren ihn auch völlig, es waren also Grundlagen zu legen. Diese Grundlagen hätten aufgrund des begrenzten Platzes nicht alle analytisch gelegt werden können, der Verf. hat sich also entschieden, nur an Musterbeispielen das analytische Verfahren vorzuführen: Ba Jins "Xiao gou Baodi", Lu Xuns "Fengzheng", "Xiaopinwen de weiji", Zhu Ziqings "Beiying".
   Für den Hauptteil kam nur ein lexikographisches Verfahren in Betracht, der Verf. orientiert sich am empirischen, historisch-biographischen Ansatz, wie ihn Hauptmeier/Schmidt 1985 vorgezeichnet haben. Umgesetzt haben ihn Selzer/Tunk in der Illustrierten Geschichte der deutschen Literatur, ganz ähnlich sind auch McDougall/Kam Louie vorgegangen in: The literature of China in the 20th century, London 1997. Eine streng chronologische Essaygeschichte hätte man kaum schreiben können. Die Gleichzeitigkeit verschiedener Texte im 20. Jahrhundert verbindet weniger als die Kontinuität, die mit der Person des Autors gegeben ist, zumal der Essay stark biographisch geprägt ist.

2. Definition

    Gattungen sind Einteilungen der Literatur in erster Linie durch die Literaturwissenschaft zur spezialisierten Betrachtung. Zu starke Unterteilungen wie bei den zahlreichen Erscheinungsformen des Essays etwa bei Zheng Mingli lassen wiederum den Sinn solcher Unterteilungen im Hinblick auf hermeneutischen Erkenntnisgewinn fraglich erscheinen.
    Die Literatur wird in China wie international als in drei Arten unterteilt begriffen: Epik (fiktionale Literatur xiaoshuo, nicht-fiktionale Prosa sanwen), Lyrik shige, Dramatik xiqu. Dabei unterscheiden sich die Arten ihrem Wesen nach etwa so: In der Epik wird vergangenes Geschehen nacherzählt, eine breite Stoffülle steht im Vordergrund. Der Essay als Gattung der Epik ist dabei eine distanzierte non-fiktionale subjektive Darstellung in freier Form. In der Lyrik kann der Leser die augenblicklichen, bekenntnishaften Empfindungen des Dichters nachempfinden. Die Dramatik vergegenwärtigt eine in sich geschlossene Handlung unmittelbar in Monolog oder Dialog und entlastet dadurch die nachschaffende Phantasie des Lesers/Zuschauers.
   Zunächst ging der Verf. mit vorhandenen Definitionen aus folgenden Lexika an die Texte: Cihai, Zhongguo da baike quanshu, Zhongguo sanwen cidian (Qin Kangzong 1993), Großes chinesisches Wörterbuch von Morohashi, Zhongwen da cidian, Hanyu da cidian, Bi-Lexikon, China-Handbuch (dort heißt es: "Die Essayistik läßt sich als literarische Form schwer eindeutig definieren."). Es stellte sich heraus, daß die bisherigen Definition teils zu kurz greifen, teils zu ungenau sind. Deswegen hat der Verf. die Texte zum Ausgangspunkt genommen und eine Definition abgeleitet, die an den Anfang der Arbeit gestellt wurde:
   "Essay" (chinesisch sanwen 散文) ist eine Gattungsbezeichnung für kürzere, in sich geschlossene nicht-fiktionale Prosatexte, in denen der Autor versucht, individuelle Erkenntnisse über einen Gegenstand oder eine Frage aus subjektiver Ich-Perspektive, assoziativ und von verschiedenen Seiten, nicht als Gebrauchstext, sondern in zugänglicher, aber künstlerischer oder bildungsmäßig anspruchsvoller Form zu vermitteln, wobei der Stoff souverän beherrscht und das Thema in großen Zusammenhängen gesehen wird und sogar humorvoll dargestellt werden kann. Freiheit in Form und Inhalt sind wesensbestimmend.
   Ausgeschlossen sind nach diesem Verständnis somit Gebrauchstexte, wissenschaftliche Abhandlungen, Texte ohne Ich-Erzählperspektive, Reportagen (vgl. hier die zum Zeitpunkt der Drucklegung dieser Studie noch nicht vorliegende Arbeit von Siegfried Klaschka 1998).
   Die neue Definition paßt auch auf das enge internationale Essayverständnis nach Bolz (zur Entwicklung des westlichen Essays) 1979 und Butrym (zur Theorie des westlichen Essays) 1989. Dadurch ist eine Vergleichbarkeit gegeben und die Verwendung internationalen essaytheoretischen Werkzeugs legitimiert, zumal sich westlicher und chinesischer Essay ähnlicher sind als duanpian xiaoshuo und short story etc. Die Wahl des Begriffes sanwen statt suibi oder xiaopinwen ist natürlich arbiträr, sie entspricht aber dem gegenwärtigen Sprachgebrauch.
    Dennoch gibt es Besonderheiten des chinesischen Essays: Im Deutschen scheint die Form wichtiges Unterscheidungskriterium zu sein, im Chinesischen kann auch inhaltlich Verwandtes darunter verstanden werden, selbst wenn es den formalen Rahmen sprengt. Das zeigen Beispiele wie Zheng Minglis Untergattungen des "unbearbeiteten Tagebuchs" oder "unbearbeiteten Briefs", die im Deutschen als Texte des persönlichen Gebrauchs zur (nicht-fiktionalen) Prosa gerechnet werden und erst in der zum Essay umgearbeiteten Form (Zheng Mingli: "Essay in Tagebuchform" und "Essay in Briefform") zur Gattung Essay. Dieses tendenziell weitere Verständnis von sanwen geht direkt auf die Nebenbedeutung zurück, die dieser Begriff im Chinesischen besitzt: "nonfiktionale Prosa". In dieser weiteren Bedeutung sind auch Gebrauchstexte eingeschlossen - diese Studie beschäftigt sich aber ausschließlich mit sanwen in der engeren Bedeutung. Chinesische Essays besitzen häufig ideologischen Gehalt. Weiter besitzen sie stilistische Eigenheiten wie Wiederholungen und die Verwendung von Sprichwörtern. Die regionalen Abweichungen erscheinen nicht stärker als bei etablierten Gattungen wie Gedichten, Kurzgeschichten, Romanen etc., die als eine internationale Gattung betrachtet werden. Der Vergleich der Essayformen im Westen und in China zeigt, daß aufgrund der formalen und inhaltlichen Gemeinsamkeiten des chinesischen und westlichen Essays von einer internationalen Gattung auszugehen ist.

3. Vorgeschichte des Essays: Ursprung und Entwicklung

    Während in der Literaturreform seit 1917 der westliche Essay durch Übersetzungen in China eingeführt wurde und sich zunächst eine chinesische Essaytradition in bewußter Anlehnung am westlichen Vorbild in Sprache, Form und Begrifflichkeit ausbildete, erlagen ihre eigenen Verfechter bald der Versuchung, eine Tradition des chinesischen Essays aus der chinesischen Geschichte abzuleiten. In chinesischen Schulbüchern wird eine scheinbar ungebrochene chinesische Tradition des wenyan sanwen vermittelt. Besonders während der Auseinandersetzungen um den Buddhismus im 4./5. Jh. n. Chr. entstand eine Brieftradition. Die chinesische Tradition des Essays sanwen 散文 aber (von san 散 entspannter, irregulärer, unabhängiger Stil, freie Prosa) ist erst in der Loslösung von der Dialog- oder Spruchform – wie noch in den philosophischen Lunyu) – zu sehen: Xunzi lieferte mit seinen philosophischen Abhandlungen den Prototyp des späteren Essays. Es handelt sich um philosophische Lehressays, in denen allgemeine Lehrsätze nicht nur aus klassischen Belegen abgeleitet werden, sondern erstmals auch aus eigener individueller Erfahrung.
    Im Laufe der Dynastien prägte sich der Essay in bestimmten Untergattungen weiter aus: Eine Parallele zu der Entstehung der ersten Essays liegt in den biji 笔记 (Pinselnotizen), die ebenfalls aus an den Rand geschriebenen Lesenotizen entstanden. Das Bindeglied ist hier der Marginalismus. Biji konnten private historische Notizen, Anekdoten, Mitteilungen und Betrachtungen enthalten. Das Bewußtsein einer Gattung des Essays entstand in China in der Qing 清-Dynastie mit zahlreichen Essayanthologien.

4. Materialerschließung

   1. Am Anfang stand die Materialsammlung. Von den 500 gefundenen Sammlungen erhoben 130 Repräsentativitätsanspruch, 31 konnten erworben und zur Auswertung nach Deutschland mitgebracht werden. 
   2. Es wurden Autoren besucht (Wang Meng, Wang Zengqi) und Essayforscher (Zheng Mingli und Li Ruiteng in Taipeh, Liu Xiqing und Cai Yujia in Peking und Wong Wai-leung [Huang Weiliang] in Hongkong).
   3. In der Arbeit sind etwa 1000 Essays und 500 Sammlungen bibliographisch erfaßt. Die Bibliographie orientiert sich an Allischewski Bibliographenkunde 1986 und Seifert 1996.
   4. Es wurde ein Index erstellt, in dem der Forscher einen Titel sowohl nach Pinyin, Autor wie deutscher Übersetzung finden kann und mit den Seitenzahlen gleich die Einbettung des Essays in den biographischen und zeithistorischen Hintergrund erhält. Weiter kann man im Index auch nach Schlagworten suchen.
   5. Es wurden Übersetzungen von 34 Essays der oberen Ranglistenplätze angefertigt, die als zweisprachiger Band veröffentlicht wurden (Ausgewählte chinesische Essays des 20. Jahrhunderts in Übersetzung, Bochum 1998). Von ihnen war bis dato erst einer auf Deutsch ("Drachen", übersetzt von Wolfgang Kubin) und drei auf Englisch erschienen ("Drachen", "Der Lotosteich im Mondlicht", "Die Rückenansicht").

5. Auswahl und Gewichtung von Essays und Essayisten

   5000 Essays und etwas weniger als 1500 Essayisten der 31 mitgebrachten Sammlungen wurden statistisch ausgewertet, es wurde eine Häufigkeits-Rangliste von Essays und Essayisten erstellt. Ergebnis ist, daß nicht die staatlich geforderten affirmativen Texte vorne stehen, sondern unpolitische Essays, zumeist aus der Republikzeit, insbesondere zwischen 1923 und 1928. Bei politischen Essays nach 1949 auf den oberen Ranglistenplätzen handelt es sich um kritische Essays. So beklagt sich Ba Jin in "In Gedenken an meine Frau Xiao Shan" über den Tod seiner Frau in der 'Kulturrevolution'. Für die Auswahl scheinen moralische und ästhetische Kriterien zugrundegelegen zu haben, ein Zeichen für die zunehmende Unabhängigkeit der Redakteure von Essayanthologien von staatlichen oder ideologischen Vorgaben und für die zunehmende Kommerzialisierung und damit Kundenorientierung der Verlage. Im am häufigsten abgedruckten Essay "Beiying" steht die Kindespietät im Vordergrund, parallelistische und repetitive Strukturen im atmosphärisch nebulösen "He tang yue se", dessen Stil auf den westlichen Leser schnell maniriert wirken kann, sowie Heimatgefühle bei "Guxiang de yecai". An der Spitze stehen menschlich rührende Essays.
   In der Arbeit sind die Essays und Essayisten umso ausführlicher berücksichtigt, umso höher sie in der Rangliste standen. Neun Autoren, die für repräsentativ gehalten werden, werden in eigenen Kapiteln behandelt.

6. Gründe bisheriger Wertung

   1. Es gibt regionale Unterschiede in den Ranglisten: In den USA wurde häufig anhand westlichen Geschmacks ausgewählt, so sind in The Columbia Anthology of Modern Chinese Literature von bekannten Autoren oft Beschreibungen exotischer Dinge (Lin Yutang: "Die Mönche von Hangzhou", Zhou Zuoren: "Das Lesen auf der Toilette", Liang Shiqiu: "Haarschnitte") und auch einige sonst völlig unbekannte Autoren (Pan Qijun, Xiao Wenyuan, Wen Jierou) aufgenommen. In Taiwan war Lu Xun lange Zeit verboten, heute steht er dort immer noch nur auf Platz 15 der Gesamtliste. In Hongkong wurden Sekundärbände zu Yu Guangzhong von seinem Schüler Huang Weiliang im Sinne Yus zensiert. In der VR China ist Wang Meng wohl auch wegen seines politischen Amtes etwas überrepräsentiert.
   2. Es gibt Unter- und Überbewertungen aus ideologischen Gründen vor allem in den 1950er Jahren: Hier wurde Zhou Zuoren nachträglich aus Literaturgeschichten gestrichen: A Ying 阿英: Wan Qing xiaoshuo shi 1955, Liu Shousong: Zhongguo xin wenxue chugao, letzteres enthält Kapitel über die Wenxue yanjiuhui und den chinesischen Essay. Mao Dun, Guo Moruo und Yang Shuo waren in den 1950er Jahren überdurchschnittlich vertreten. Dieses Bild erscheint aber in den Essaysammlungen der 90er Jahre wieder geradegerückt.
   3. Weitere bedeutsame Essays, die aufgrund ihrer Systemkritik unterrepräsentiert sind, wurden mit Begründung aufgenommen (Ba Jin: "Duli sikao" 1956, "Zuojia de yongqi yu zerenxin" 1962, Yu Guangzhong: "Lang lai le" 1977).

III. Fragestellung

   Im Laufe der Beschäftigung mit den Autoren ergab sich die Fragestellung: Welche Position nahm der Dichter in Abhängigkeit der Zeitumstände und relativ gegenüber anderen Autoren und Strömungen zwischen dem "mainstream" der (auf dem Festland linken) bzw. affirmativen Schriftsteller und den "liberalen Autoren" ein? Diese Frage erscheint für China besonders seit der Politisierung der Literatur Ende der 20er Jahre ergiebig.
   Die Antwort fällt für die neun als wichtigsten ermittelten chinesischen Essayisten der Moderne und Gegenwart folgendermaßen aus:
   zwei stellten sich ausdrücklich dem affirmativ-politischen literarischen Engagement entgegen und übten sogar Kritik daran (Zhou Zuoren, Zhu Ziqing), 
   drei widerstanden der Versuchung, ihre Literatur in den Dienst der Politik zu stellen, blieben also eher neutral (Bing Xin, Wang Meng, Jia Pingwa), 
   drei arrangierten sich und ihre Literatur zumindest zeitweise mit der politischen Ausrichtung des 'mainstreams' (Lu Xun, Wang Zengqi, Ba Jin, wobei erster und letzterer auch Kritik daran übten) und 
   einer identifizierte sich - in Taiwan und damit unter anderen Voraussetzungen - weitgehend mit den ideologischen Vorgaben der politischen Führung: Yu Guangzhong.
   Schriftsteller, die sich in den Dienst einer Ideologie stellten, finden sich auf der Rangliste der am meisten rezipierten Autoren zumeist weit hinter den acht als führend ermittelten kritischen Autoren (Mao Dun und Guo Moruo auf  Platz 15, Yang Shuo auf Platz 30).

IV. Aufbau und Struktur der Arbeit

   Die Arbeit durchziehen drei Strukturelemente:
   1. Das historisch-chronologische Strukturelement erschien für grüßere Zeitspannen sinnvoll, etwa bei der Beschreibung der Entwicklung seit dem Ursprung über Klassik bis zur Vormoderne und bei den Übersichtskapiteln zu Moderne und Gegenwart.
   2. Das biographische Strukturelement wurde oben bereits erläutert.
   3. Das verknüpfende Strukturelement: Folgende Punkte boten Möglichkeiten des Vergleichs: Schreibanlässe (gemeinsame Erfahrungen etwa des Massakers 18.3.1926 von Lu Xun, Zhou Zuoren, Zhu Ziqing, der Kulturrevolution, oder ein Ausflug auf den Qinhuai-Fluß), Motive (Peking-Beschreibungen Wang Zengqi / Zhou Zuoren, der Blätterfall), Essaykonzeptionen (etwa Lu Xuns und Zhou Zuorens, siehe auch Qian Liqun 1984; das Spannungsverhältnis Literatur-Politik, Westen-China), Essaytheorien (etwa der Wissenschaftler Zheng Mingli und She Shusen).
   4. Im einzelnen ist die Arbeit folgendermaßen gegliedert: Zunächst wurde die Theorie vorgestellt, dann die Essayisten und ihre Texte. Die Arbeit ist grundsätzlich chronologisch aufgebaut: Vorausgeschickt wurde die Frage nach dem Ursprung der Gattung, ihre historische Entwicklung und eine Definition (Punkt 1). Um Kontinuität der Tradition und Zäsur durch den westlichen Einfluß um 1917 (seit 1907 Übersetzungen, erste von Lin Shu: Irving, danach 1911 Addison) deutlicher darstellen zu können, folgt auf die Darstellung der Geschichte des Essays die der theoretischen Werke zum chinesischen Essay der Moderne (Punkt 2). Um diese Theorie an Essaytexten konkret zu verdeutlichen, mußte zunächst die angesprochene Auswahl getroffen und begründet werden. Deshalb folgen unter Punkt 3 jetzt die Ergebnisse der statistischen Auswertung. Anschließend werden chronologisch anhand der Geburtsjahrgänge die Vertreter des modernen Essays Lu Xun, Zhou Zuoren, Zhu Ziqing und Bing Xin mit eigenen Kapiteln vorgestellt (Punkt 4). Darauf folgt dieselbe Einteilung für Theorie (Punkt 5) und Essayisten und ihre Texte (Punkt 6) in der Gegenwart. Vertreter sind Ba Jin, Wang Zengqi, Wang Meng, Taiwan repräsentiert Yu Guangzhong, die Generation der nach 1949 geborenen vertritt Jia Pingwa. Nach der Zusammenfassung (Punkt 7) bilden Bibliographie (Punkt 8) und Übersetzungen (Punkt 9) eigene Teile. Alle Titel sind über den Index (Punkt 10) erschlossen.

V. Neue Ergebnisse

   1. Hiermit ist die Basis für die Beschäftigung mit dem chinesischen Essay im 20. Jahrhundert gelegt: Es liegt erstmals eine nicht chinesisch-sprachige Arbeit über den chinesischen Essay vor, in der zahlreiche chinesische Primärtexte erschlossen und Sekundärquellen kritisch einbezogen wurden. Es wurde ihre Naivität aufgezeigt, wenn etwa aus ideologischen Gründen literaturwissenschaftliche Urteile gefällt wurden (Vorwurf Zheng Minglis an She Shusen).
   2. Seit 1949 wurde politisch affirmative Literatur staatlich gefördert, paradox dazu scheint das Ergebnis der statistischen Auswertung zu sein, daß nicht die affirmativen Autoren und Texte auf den oberen Plätzen stehen, sondern eher kritische Autoren mit Texten, die sich der Aufforderung, der Politik zu dienen, durch ihren unpolitischen, teils sogar kritischen Charakter widersetzen. Teils wurden sogar Texte aus der Republikzeit gewählt. Anscheinend muß der Schluß gezogen werden, daß der politisch affirmative Essay der 1950er Jahre nur noch in besonderen politischen Essaysammlungen überlebt hat und weder von bekannten Gegenwartsautoren mehr geschrieben noch von den chinesischen Lesern am Ende des 20. Jahrhunderts rezipiert wird.
   3. Der zunehmend bedeutenderen Gattung Essay wird der ihr angemessene Platz in der chinesischen Literaturgeschichte und im Kanon der Gattungen zugewiesen.
   4. Die bisherige Verwirrung durch verschiedenste Definitionen und Erscheinungsformen wird beseitigt.
   5. Bei den ausgewählten 34 Übersetzungen handelt es sich beinahe ausschließlich um Erstübersetzungen.
   6. Mit den zahlreichen Vergleichsmöglichkeiten, die hier aufgrund des historisch-biographischen Charakters der Arbeit nur angedeutet werden konnten, sind sicherlich Anregungen für weitere analytische Arbeiten gegeben.
   7. Erstmals im Westen wurde Yu Guangzhong vorgestellt und eingeschätzt. Er ließ sich mit dem Regime ein, spielte sich durch besonders linientreue Parolen in zahlreichen Debatten in den Vordergrund, 'diffamierte' seine eigenen Kollegen der Heimat-Literatur als Kommunisten. Dies alles hätte er aufgrund seines qualitativ hochwertigen Essaywerks nicht nötig gehabt. Hier sei auch auf die Bedeutung seines bislang im Westen wenig beachteten lyrischen Werks verwiesen.
   8. An kleinen Einzelergebnissen, die sich nebenbei ergeben haben, wird gezeigt, daß die bisherige Behandlung des chinesischen Essays nicht sorgfältig war:
   Aufgrund eines ungenauen Hinweises in der Sekundärliteratur hat der Verf. die bisher älteste Stelle aufgespürt, an der der Begriff sanwen verwendet wurde: Luo Dajing schrieb etwa 1240 in seinem Helin yulu: "Shi saomiao tianxia, er sanwen po jue suo sui ju cu. 诗骚妙天下,而散文颇觉琐碎局促。" (Die Lyrik rührt die Welt auf wundervolle Weise, Prosa spürt eher zusammenhanglosen Kleinigkeiten nach, ist begrenzt.) Diese Belegstelle ist älter als die im Großen chinesischen Lexikon von Morohashi und im Encyclopaedic Dictionary of the Chinese Language 1966 genannten.
   In dieser Studie wird das Gu wen ci leizuan 古文辞类纂 übersetzt als: "Klassifizierendes Kompendium von Prosa und Gedichten im alten Stil". Ein falsches Verständnis (nämlich gu als Attribut nur von wen, nicht von ci) findet sich bei Nienhauser, Shadick und an einigen Stellen bei Glintzer, der die Schreibweise variiert.
   Weiter wurde zu jedem Essayisten ein Erkenntnisfortschritt erzielt:
   1. Erstmals wurde Wang Zengqi als Essayist untersucht. Seit seiner Unterstützung von Jiang Qings Modell-Pekingopern galt er als regimetreu, wählte konfliktfreie Stoffe der Vergangenheit (kaiserliche Erziehung, Shuihuzhuan), Naturbeschreibungen. Bei einem Besuch 1996 verlieh er seiner Hoffnung auf eine baldige Rehabilitation der Opfer der Juniereignisse 1989 Ausdruck.
   2. Erstmals wurde auch Jia Pingwa als Essayist untersucht. Bisher war er durch sein erotisches Romanwerk bekannt. Er zeigt sich in seinen Essays frei von politischer Beeinflussung und sucht sich seine Themen auf dem Land. Als Angehöriger der Generation, die nach 1949 geboren wurde, scheint er hier für die junge Generation von Autoren stehen zu können, die ohne Auseinandersetzung mit den Ideologien als Schriftsteller leben können.
   3. Bei Lu Xun hat der Verf. mit der in der Literatur weit verbreiteten Übersetzung von zawen als "kritische Essays" aufgeräumt, indem Lu Xuns eigenes Begriffsverständnis rekonstruiert wurde: Er faßte auch Dialoge, Fabeln und Essaygedichte darunter, verstand zawen als "vermischte Essays". In seinen späten Essays setzt er grüßtenteils bewußt das Stilmittel der Digression ein.
   4. Zu Zhou Zuoren konnte der Verf. die Einschätzung mehrerer Wissenschaftler aus der VR China korrigieren, daß sein Werk 1938 eine Zäsur erfuhr. Um seine Kollaboration ab 1939 zu erklären, hieß es, seine Gedanken seien damals "degeneriert". Tatsächlich findet sich diese Zäsur, nämlich der Wechsel von essayistischen Abhandlungen über Literatur, Kunst etc. zu zhengjing 正经 (ernste, absichtsvolle Essays) und xianshi 闲适 (Essays zum eigenen Vergnügen) erst nach seiner Ächtung durch Mao Zedong (1942) und als seine Verhaftung durch die Guomindang (Verurteilung 1947) bevorstand. Weiter wurde er bisher als unpolitisch betrachtet, tatsächlich sah er sich als "patriotischer Untergrundkämpfer" und wollte seine Abstinenz von politischer Aussage als politische Aussage verstanden wissen. Er empfand die Kollaboration mit den Japanern als erzwungen. Aufgrund des Stigmas des "Verräters" war er bisher unterbewertet. Die neue Plazierung (Platz 3) zeigt, daß er endlich eine positivere Literaturbewertung erfährt.
   5. Gegen Bing Xin wurde in der Arbeit der Vorwurf der Negierung der Kulturrevolution erhoben: Sie hat die Titel vor der 'Kulturrevolution' An die kleinen Leser, Bd 1, 2, Über Männer bewußt nachher fortgesetzt (z.B.: "An die kleinen Leser Bd 3", "Über Frauen") und damit eine nicht vorhandene ungebrochene Kontinuität vorgespiegelt. Dies wurde mit der Verarbeitung der 'Kulturrevolution' bei Ba Jin (Bekenntnis) und Wang Meng (Humor) gegenübergestellt.
   6. Zu Zhu Ziqing, der ja wegen seiner politischen Unabhängigkeit in Taiwan die Rolle eines 'Ersatzdichters' für den kategorisch abgelehnten Staatsdichter der VR China, Lu Xun, übernahm, hat der Verf. ebenfalls aufgezeigt, daß Zhu durchaus klare politische Vorstellungen hatte: Er hatte an der Demonstration am 18.3.1926 teilgenommen, bei der es zu einem Massaker kam. In "Zhizhengfu da tusha ji" greift er die Regierung an und verspricht ihr ein baldiges Ende. Demgegenüber hat Lu Xun das Massaker mit seufzendem Unterton geschildert und Zhou Zuoren bitter-humorvoll mit Si fa - Welches ist die beste Möglichkeit zu Sterben? Im Essay "Xin Zhongguo zai wang zhong" forderte er Demokratie, Aufklärung und Anhebung des Bildungsniveaus. Wenige Wochen vor seinem Tod forderte er in der Rede "Zhishifenzi jintian de renwu" die Beteiligung der Intellektuellen.
   7. Obwohl Ba Jin als Vertreter der Republikliteratur gilt, scheint sein essayistischer Schwerpunkt mit Suixiang lu nach 1949 zu liegen. Wenn er von "Wahrheit" spricht, um die es ihm gehe, so meint er damit eine fiktive Wahrheit, statt der Seinswahrheit im Sinne Thomas von Aquins: Er verwendet Komposition und Stilmittel wie Beseelung (statt rohe Sprache, wie von Seiten Hongkonger Studenten vorgeworfen). Da sie bis heute nicht mehr neu abgedruckt wurden, wurden seine kritischen Essays 1956 und 1962 übersehen.
   8. Wang Meng unternahm eine Gratwanderung durch unterschwellige Kritik und Lippenbekenntnisse. Nach seiner Zeit als Kulturminister verteidigte er sich mutig gegen orthodoxe Angriffe und legte ein kritisches politisches Manifest in seine Essays zum Traum der Roten Kammer.
    Zeitlose, bis in die 1990er Jahre am meisten rezipierte Essays schrieben also die Autoren, die sich nicht einer Ideologie verschrieben, sondern ihrer subjektiven Wahrheit –

nach der Wahrheit strebt der Essay: doch […] wird der Essayist, der die Wahrheit wirklich zu suchen imstande ist, am Ende seines Weges das nicht gesuchte Ziel erreichen, das Leben.mmmxlix

7.1 Abstract - The Chinese Essay: 20th Century Authors

    This study analyses the essays of nine Chinese writers who are representative of modern and contemporary cultural China.  The Chinese essay first appeared in letters and in the texts of Xunzi. The current form of the genre is mostly based on the influence of Western essay translations after 1917.  The modern Chinese essay has taken on the form and content of the Western essay and is aimed at a target group comparable to that of the Western essay.  The modern Chinese sanwen therefore belongs to the international genre of the essay.
    Since 1927, Chinese literature has taken the form of 'engaged literature'.  The 'mainstream' writers take an affirmative approach in their writing, whereas the other writers form a minority.  The individual authors do not necessarily belong to either one of these groups throughout their life, but may move between them. The essay is a medium which enables the individual to express thoughts directly.  Because of this, the writers chosen for this study can be classified according to their position: 
    Lu Xun fought with his zawen for intellectual freedom, but in 1930, joined the leftist movement when he founded the "League of Leftist Writers".  Despite this, his posthumous glorification as a communist writer by Mao Zedong goes too far.
    Zhou Zuoren opposed engagement of literature with his xiaopin and propagated the concept of "l'art pour l'art".  His apolitical attitude did not help him to be disregarded as a great writer of the 'May Fourth Movement' in both mainland China and Taiwan following his collaboration with the Japanese controlled puppet regime.
    Zhu Ziqing opposed all political engagement and, in his longing to become a pure artist, wrote about unspectacular things.  In Taiwan he became a type of substitute for Lu Xun.
    Bing Xin dedicated her life to emotional themes such as the love between a mother and her child.  Her works were mostly written for children.  She sought harmony and therefore wrote only apolitical or affirmative literature.  After the 'Cultural Revolution', she continued writing in this style as if the 'Cultural Revolution' had not taken place.
    Ba Jin twice failed in his fight for liberty in China before the 'Cultural Revolution' with his essays "Independent Thoughts" and "Writer's Courage and Sense of Responsibility". These essays were criticised in 1957 and during the 'Cultural Revolution'.  Publishing from Hong Kong since 1979, he has spoken out loudly in opposition and in trying to help ease the trauma associated with the 'Cultural Revolution'.
    Wang Meng delivered between-the-lines criticism of the Communist Party in his essays, but at the same time, qualified for the position as minister of culture, which he held from 1986 until 1989.
    Wang Zengqi in his essays writes on traditional themes. In 1996, shortly before his death, he expressed his hope for a re-evaluation of the June Fourth events.
    Jia Pingwa, representing a new generation of post-"Cultural Revolution" writers, shows himself in his essays to be free of political influence.  His essays are set in the countryside and he describes rural customs and historical events.
    Yu Guangzhong, in his attempt to qualify for the position as Guomindang minister of culture, used his essays, such as "The Wolf is Coming" to defame his xiangtu literature colleagues and expose them as spies of the communist enemy.  While he did not manage to achieve ministerial status, his essays are amongst to be the most brilliant in contemporary Taiwan.
    It can be concluded that out of the nine most important representative essayists of modern and contemporary cultural China, two authors (Zhou Zuoren, Zhu Ziqing) explicitly opposed political engagement in literature, at times even delivering subtle criticism, a further three (Bing Xin, Wang Meng, Jia Pingwa) resisted political engagement, another three (Lu Xun, Wang Zengqi, Ba Jin) aligned themselves with the political view of the mainstream of writers for a short time, while one author (Yu Guangzhong) totally adopted the ideology in order to become a minister.  The ideological writers such as Guo Moruo and Mao Dun rank far behind the eight leading critical authors above.

7.1 概述-20世纪中国散文家

   这部专著分析九位代表现当代文化中国的作家的散文。在中国第一次以散文形式出现的文学作品是书信及哲学家荀子的论文。        目前中国散文的类型受1917年以来被译成中文的西方散文的影响,不仅接纳了西方散文的模式及内容,也选定了和西方类似的读者对象。现代中国散文包括在世界散文类型的定义内。
   散文是一种作家通过它可以直接反映个人思想的媒质。自1927年起,中国文学成为“政治化的文学”。支持政府的“主流”作家和无教派的作家互相衬托。每一位作家都有介于这两极中间自己相应的位置。也由他们的散文可以判断此论文中的九位作家的所处位势:
   鲁迅用它的杂文为知识分子应有的独立思考进行斗争,但是1930年,他却建立了“左翼作家联盟”也由此自然滑入了左派。他死后又被毛泽东过高地称赞为共产主义作家。
   周作人用他的小品反对文学的“政治化”并要求建立“为艺术的艺术”的文学理论体系。但他这种远离政治的观点并没有帮助他,自从他和当时日本控制的北平傀儡政权合作起,大陆和台湾两地便不再承认他为一位“五四”时期的大作家。
   朱自清反对所有有关政治的工作,他只希望成为纯艺术家,写一些日常琐事。也有此在台湾他成为了代替鲁迅的主要作家。
   冰心把她的生命献于母亲对孩子的爱的主题中。她的作品大部分的对象是孩子们。她之所以只写跟政治无关或是支持政府的作品,是因为她在寻求一种平静的和谐。“文化大革命”之后,她仍然继续用这种风格,就如同“文化大革命”从未发生过。
   巴金在“文化大革命”之前的两次为呼吁自由斗争而写的“独立思考”及“作家的勇气与责任心”都以失败告终。这两篇散文在1957年及“文化大革命”时也受到批判。自1979年起他在香港发表了《思想录》等书籍,他大声宣呼了与政府不同的看法及尝试帮助清理“文化大革命”创伤的工作。
   王蒙在他的散文中一方面间接批评共产党,一方面争取到了1986至1989年间的文化部长的职位。
   汪曾祺的散文多以传统为命题。1996年,在他去世之前,曾表示过对“六四”要重新评价的愿望。
   贾平凹是“文化大革命”之后的新一代作家的代表。从他的散文可以看出他丝毫不受政治的影响。他通过对风景的描写来叙述地域性的风俗及历史事件。
   余光中尝试以类似于“狼来了”的散文及丑化从事乡土文学的同事来得到国民党文化部长之位,还称他们为共产党的特务。终于他没有担任成部长。无论们如何他的散文可视为当代台湾的优秀作品。
   总结以上九位文化中国现当代散文家其中周作人、朱自清两位作家有意识反对了文学的政治化也隐约地批评当时主流作家的看法,冰心、王蒙、贾平凹三位散文家抵抗了政治方面的活动,而鲁迅、汪曾祺、巴金三位短期加入了主流作家的政治观点,余光中为成为文化部长,把国民党的意识形态视为自己的意识形态。象郭沫若、茅盾等一类理想主义的散文家远列于以上八个批评性散文家之后。