Difference between revisions of "Hongloumeng/zh-de/Chapter 120"

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(ZH-DE4 Korrektur-Update Kap. 120)
 
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= 第一百二十回 =
 
== 甄士隐详说太虚情 / 贾雨村归结红楼梦 ==
 
  
 
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! style="width:50%" | 中文原文 (程甲本 1982)
 
! style="width:50%" | 中文原文 (程甲本 1982)
! style="width:50%" | Deutsche Übersetzung
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! style="width:50%" | Deutsche Übersetzung (4. Auflage Woesler 2026)
 
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第一百二十回
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甄士隐详说太虚情
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贾雨村归结红楼梦
 
话说宝钗听秋纹说袭人不好,连忙进去瞧看,巧姐儿同平儿也随着。走到袭人炕前,只见袭人心痛难禁,一时气厥。宝钗等用开水灌了过来,仍旧扶他睡下;一面传请大夫。巧姐儿因问宝钗道:“袭人姐姐怎么病到这个样儿?”宝钗道:“大前儿晚上哭伤了心了,一时发晕栽倒了。太太叫人扶他回来,他就睡倒了。因外头有事,没有请大夫瞧他,所以致此。”说着,大夫来了,宝钗等略避。大夫看了脉,说是急怒所致,开了方子,去了。
 
话说宝钗听秋纹说袭人不好,连忙进去瞧看,巧姐儿同平儿也随着。走到袭人炕前,只见袭人心痛难禁,一时气厥。宝钗等用开水灌了过来,仍旧扶他睡下;一面传请大夫。巧姐儿因问宝钗道:“袭人姐姐怎么病到这个样儿?”宝钗道:“大前儿晚上哭伤了心了,一时发晕栽倒了。太太叫人扶他回来,他就睡倒了。因外头有事,没有请大夫瞧他,所以致此。”说着,大夫来了,宝钗等略避。大夫看了脉,说是急怒所致,开了方子,去了。
 
原来袭人模糊听见说宝玉若不回来,便要打发屋里的人都出去,一急,越发不好了。到大夫瞧后,秋纹给他煎药,他各自一人躺着,神魂未定。好像宝玉在他面前,恍惚又像是见个和尚,手里拿着一本册子揭着看。还说道:“你不是我的人,日后自然有人家儿的。”袭人似要和他说话,秋纹走来说:“药好了,姐姐吃罢。”
 
原来袭人模糊听见说宝玉若不回来,便要打发屋里的人都出去,一急,越发不好了。到大夫瞧后,秋纹给他煎药,他各自一人躺着,神魂未定。好像宝玉在他面前,恍惚又像是见个和尚,手里拿着一本册子揭着看。还说道:“你不是我的人,日后自然有人家儿的。”袭人似要和他说话,秋纹走来说:“药好了,姐姐吃罢。”
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aus erfreut, wenn Sie bei mir verweilen und den Tag mit mir verbringen würden.“
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Kapitel 120
Djia Yü-tsun willigte begeistert ein, und die beiden Männer gingen Hand in Hand, dabei folgte ihnen der Page mit dem Gepäck in die kleine, einfache Hütte. Schï-yin führte Yü-tsun herein;  dieser setzte sich, und der Helfer des alten Mannes brachte ihm Tee. Yü-tsun bat darum, die Geschichte seiner mystischen Umwandlung hören zu dürfen, und Schï-yin lächelte:
 
„Auf eine Weise wurde meine Welt umgewandelt. Sie selbst, Herr, der Sie einer Sphäre des Wohlstandes und Überflusses entstammen, müssen bestimmt von einer Person mit dem Namen Bau-yü gehört haben?“ –
 
„Natürlich“, antwortete Yü-tsun, „zuletzt habe ich das Gerücht gehört, daß er auch in das Dharma aufgestiegen sein soll. Ich habe ihn in vergangenen Tagen einige Male gesehen und es wäre mir niemals in den Sinn gekommen, daß er diesen Schritt gehen würde.“ –
 
„Mir war das schon klar“, sagte Schï-yin. „Ich wußte bereits seit Jahren von seinem Streben. Bereits vor diesem einen längst vergangenen Tag, als wir uns vor meiner Unterkunft auf der Rentjing-Straße getroffen und dieses kleine Gespräch miteinander geführt hatten, war ich ihm in der Tat vorher schon begegnet.“ –
 
„Doch die Hauptstadt ist weit von Ihrer Unterkunft entfernt“, sagte Yü-tsun in großer Überrraschung, „wie können Sie ihm da begegnet sein?“ –
 
„Wir standen schon lange in einer Art geistigem Austausch miteinander“, antwortete Schï-yin.
 
„In diesem Fall, Herr, müssen Sie doch von seinem jetzigen Aufenthaltsort wissen?“ –
 
„Bau-yü“, antwortete der alte Mann, „ist der Stein, der kostbare Jadestein. Bevor die beiden Häuser Jung und Ning aufgesucht und ihre weltlichen Güter beschlagnahmt wurden, an dem Tag, als Bau-tschai und Dai-yü voneinander getrennt wurden, hatte der Stein bereits die Welt verlassen. Dies geschah zum einen, um das bevorstehende Unheil abzuwenden, zum anderen um die Vollendung der Vereinigung zuzulassen. Von diesem Moment an war das weltliche Karma des Steins vollständig, seine Substanz war in seine völlige Einheit zurückgekehrt. Alles, was davon blieb, war ein kleines Bruchstück seiner spirituellen Kräfte, wodurch er einen akademischen Rang erreicht und dem Namen der Familie seine Ehre zurückgebracht hatte. Ich weiß nur von der kostbaren Natur des Steines, seiner magischen Kraft, seiner Befähigung zu geistiger Umwandlung und daß er absolut kein gewöhnlicher Stein von dieser Welt war. Zu diesem Zweck brachten ihn der buddhistische Heilige Mang-mang und der dauistische Erleuchtete Miau-miau zuerst in die Welt und, da sein Schicksal nun erfüllt ist, sind sie es, die ihn zurückholen und an seinen ursprünglichen Ort zurückbringen. Das ist alles, was ich über Bau-yü weiß und, wie Sie es nennen, seinen ‚augenblicklichen Aufenthaltsort‘.“
 
Obwohl Yü-tsun dem Ganzen nicht ganz folgen konnte, hatte er dennoch etwa die Hälfte verstanden. Er nickte und seufzte: „Also ist das der wahre Grund für alles. Und ich habe es nie gewußt. Doch wenn Bau-yü eine Person eines solch erlesenen spirituellen Ranges ist, warum mußte er zuerst derart von menschlichen Begierden geblendet werden, bevor er die Erleuchtung erreichte?“
 
Schï-yin lächelte: „Obwohl ich dies gern näher ausführen würde, fürchte ich, Sie würden es niemals vollständig verstehen. Das Land der Täuschungen und das Paradies der Wahrheit sind ein und dasselbe. Könnten zwei Lesarten des Registers und die Erfahrung eines ganzen Lebens jemanden von der Erleuchtung abbringen? Alpha ist Omega. Wenn die Blumenfee ihren ursprünglichen Zustand wiedererlangt hat, sollte es der Magische Stein dann nicht auch tun?“
 
Diesesmal waren die Worte des Einsiedlers Yü-tsuns Verständnis mehr als fern. Er wußte nur, daß sie eine esoterische Bedeutung haben mußten, und wagte nicht, weitere Fragen zu stellen.
 
„Es ist so freundlich von Ihnen, daß Sie mir all dies über Bau-yü erzählen“, sagte er, „doch möchte ich Ihnen eine weitere Frage stellen: Wie kommt es, daß alle Damen in dieser vornehmen Familie, ausgenommen die kaiserliche Nebenfrau Yüän-tschun, in einfachen Verhältnissen gestorben sind?“
 
Wie er dies hörte, seufzte Schï-yin: „Verstehen Sie meine Worte nicht falsch, Herr! Die Tatsache ist, daß all diese edlen Damen, die Sie meinen, von den Himmeln der Leidenschaften und den Seen der Vergeltung stammen. Seit den alten Tagen unterlag ihr Geschlecht der natürlichen Verpflichtung, rein zu bleiben, rein von Lust, sogar rein vom leichtesten Hauch einer Begierde. Diese verliebten Schönheiten wie Tsuee Ying und Su Hsiau-hsiau waren gefallene Feen, ihre himmlischen Herzen waren von Grund auf mit weltlichen Gelüsten verschmutzt, während romantische Dichter wie Sung Yü und Sï-ma Hsiang-ju nur Erdichtetes schrieben. Denken Sie einen Moment nach: Wie kann ein verführtes Wesen, das der Welt anhänglich geworden ist, darauf hoffen, ‚nicht in einfachen Verhältnissen zu sterben‘, wie Sie es sagen?“
 
Wie er den Worten des Einsiedlers lauschte, strich sich Djia Yü-tsun meditativ über den Bart und seufzte tief.
 
„Darf ich fragen, Herr,“ brachte er hervor, „ob die Häuser Ning und Jung jemals wieder die Höhen ihres früheren Wohlstandes erreichen werden?“ –
 
„Es ist vorherbestimmt, daß Wohlstand mit der Tugend kommt und Elend mit dem moralischen Verfall“, antwortete Schï-yin. „Im Moment hat die Tugend in den beiden Häusern wieder ihren rechten Weg gefunden, während die moralisch Verwerflichen auf ihre Weise gesühnt haben. In der folgenden Zeit werden Orchidee und Cassia blühen, und das Glück der Familie kehrt zurück. Das ist natürlich und richtig.“
 
Yü-tsun senkte eine Weile nachdenklich seinen Kopf, dann lachte er plötzlich: „Ja! Natürlich! Einer von ihnen wird Lan, Orchidee, genannt, er hat eben sein Examen bestanden. Und bezüglich der Cassia, die ihr erwähntet, das könnte doch mit jenem zusammen hängen, was ihr eben über Bau-yü, das Erreichen seines akademischen Grades und das Hinterlassen seines umfassenden Erbes gesagt hattet? Ist sein posthumer Sohn Guee, Cassia, für den Ruhm bestimmt?“
 
Schï-yin lächelte rätselhaft: „Das wird sich mit der Zeit offenbaren. Es wäre falsch, da bereits Vorhersagen zu treffen.“
 
Yü-tsun hatte immer noch Fragen, doch Schï-yin war nicht mehr bereit, ihm weitere Antworten zu geben. Er trug seinem Jungen auf, den Tisch zu decken, das Essen zu bringen und lud Yü-tsun ein, mit ihnen zu essen. Als sie ihr Mahl beendet hatten, war Yü-tsun immer noch neugierig, dieses Mal wollte er um die Geheimnisse seiner eigenen Zukunft wissen. Doch sein Glück war bereits aufgebraucht.
 
„Bleiben Sie eine Weile, Herr“, sagte Schï-yin, „in meiner bescheidenen Unterkunft. Ich habe immer noch eine Pflicht zu erfüllen, und heute ist der Tag ihrer Vollendung.“
 
Yü-tsun war sichtlich überrascht: „In Anbetracht des weitläufigen spirituellen Zustandes, den Sie erreicht haben, kann ich mir nicht vorstellen, wie viel Karma euch noch für eine Anwendung geblieben ist?“ –
 
„Es betrifft die Liebe zwischen einem Mann und einer Frau.“
 
Das erstaunte Yü-tsun sogar noch mehr. „Bitte erklärt mir das, Herr.“
 
„Es gibt etwas, worin Sie vollständig unwissend sind, mein verehrter Freund“, antwortete Schï-yin. „Meine Tochter Ying-Liän wurde, wie Sie wissen, entführt, als sie noch ein kleines Mädchen war. Ihr selbst fälltet in diesem Fall das Urteil, als ihr zum ersten Mal das Amt inne hattet. Jetzt ist sie mit einem gewissen Herrn Hsüä verheiratet und wird ihm bald ein Kind ge­bähren. Dabei wird sie jedoch sterben. Sie wird einen Sohn zurücklassen, der die Traditionen der Hsüä Familie weiterführt. Jetzt ist der Moment, in dem ihre weltliche Existenz sich dem Ende neigt, und ich muß da sein, um ihren Geist zu empfangen.“
 
Mit einem Schütteln seines Ärmels war Schï-yin verschwunden. Yü-tsun begann, sich müde zu fühlen und war schon bald in der kleinen Hütte an der Fähren-Anlegestelle eingeschlafen.
 
Schï-yin empfing nun Hsiang-lings Seele an der Schwelle des Todes, und führte sie in das Land der Vorspiegelungen, wo sie der Entzauberung der Feen übergeben wurde, und man ihren Namen in das Register eintrug. Als er das große Eingangstor passierte, sah er den Mönch und den Dauisten ihm entgegenschweben. Er näherte sich ihnen und sagte: „Buddhistischer und dauistischer Meister! Meine Glückwünsche! Ist das Liebes-Karma erfüllt? Sind alle betroffenen Seelen ordnungsgemäß zurückgekehrt und in das Register eingetragen worden?“ –
 
„Das Karma ist noch nicht ganz vollständig“, antworteten sie, „doch dieser sinnlose Klotz ist bereits zurückgekehrt. Alles, was noch zu tun bleibt, ist ihn an seinen ursprünglichen Ort zurückzubringen und die Fortsetzung seiner Geschichte aufzuzeichnen. Dann ist dieser kleine Ausflug auf die Erde nicht umsonst gewesen.“
 
Schï-yin klatschte vor Begeisterung mit den Händen und brach auf. Der Mönch und der Dauist setzten ihren Weg, den Jade tragend, fort, bis sie schließlich am Fuß des Grünen Berges angelangten und dort, genau an der Stelle, wo Nü-wa einst den bei der Wiederherstellung des Himmelsdaches übriggebliebenen Stein liegengelassen hatte , legten sie behutsam ihre Last ab und jeder ging seines Weges.
 
Ein überirdisches Buch erzählt eine überirdische Geschichte, wie Mann und Stein wieder zu einem Ganzen werden.
 
 
 
Aus: Jinyuyuan 1889b.
 
Eines Tages ging der Dauist Kung-kung wieder am Fuß des Grünen Berges vorbei und sah den Stein ‚der für untauglich befunden worden war, den Himmel instandzusetzen’, immer noch dort liegen, mit derselben Inschrift wie zuvor. Er las die Inschrift wieder sorgfältig durch und bemerkte, daß ein völlig neuer Abschnitt hinzugefügt worden war, wie das Schicksal endete. Er nickte, seufzte und sagte: „Als ich das erste Mal diese merkwürdige Geschichte über Bruder Stein las, hielt ich sie für wert, sie in einer Novelle zu veröffentlichen, und schrieb sie mit dieser Absicht ab. Doch zu dieser Zeit war sie unvollendet. Der innere Kreis war noch nicht geschlossen. In der früheren Version führte nichts auf den Ursprung des Steines zurück. Ich frage mich, wann diese bewundernswerte Ergänzung hinzugefügt worden sein kann? Durch sie  kann der Leser  erfahren,  daß die Lebenserfahrungen des ‚Bruders Stein‘ seine spirituelle Wahrnehmung  nur geschärft haben  und  ihn nun zu einem vollständigeren Bewußtsein des Dau führten. Am Ende hatte er keinen Grund zur Reue oder zum Bedauern. Doch mit den Jahren können die Buchstaben dieser neueren Version der Inschrift unlesbar werden. Ich schreibe es besser noch einmal in seiner vollständigen Form ab und finde jemanden in dieser Welt mit der Muße, sie zu empfangen, damit sie veröffentlicht werden möge und die Botschaft überbracht wird, daß die Dinge nicht immer das sind, was sie scheinen, daß das Ungewöhnliche und das Gewöhnliche, Wahrheit und Dichtung, alle miteinander verwandt sind. Vielleicht werden junge Menschen, die vom Lebenstraum betört sind, in dieser Geschichte ein Echo finden und in ihr wahres Heim zurückgeführt werden. Während den freien Geistern der hohen Berge in dem Bericht über Bruder Steins Umwandlung, wie in der älteren Geschichte von der Wanderung des Magischen Berges, ein Licht über ihr eigenes Streben aufgehen mag.“
 
So schrieb Kung-kung alles nieder, verstaute diese neue Version in sei­nem Ärmel und nahm sie mit in die wohlhabende, prunkvolle Menschen­welt, um einen geeigneten Mann für die Aufgabe ihrer Veröffentlichung zu suchen. Doch alle Männer, denen er begegnete, waren entweder zu sehr mit ihrer eigenen Karriere beschäftigt oder sie hatten zu sehr mit ihrem täglichen Überleben zu kämpfen, sodaß sie weder die Muße noch die Lust hatten, über einen Stein zu plaudern. Dann gelangte Kung-kung schließlich zu der kleinen Hütte an der Fähren-Anlegestelle; dort sah er einen schlafenden Mann, den er für einen Müßiggänger hielt, und beschloß, ihm die Geschichte des Steines zum Lesen zu geben. Doch obwohl er ihn mehrere Male anrief, konnte er ihn nicht aufwecken. Endlich hob er ihn hoch und schüttelte ihn, worauf der Mann seine Augen öffnete. Er überflog das Buch und legte es ab mit den Worten: „Ich habe das alles mit eigenen Augen gesehen. Soweit ich sehe, enthält Ihr Bericht keine Fehler. Gestattet mir, Ihnen von einem Mann zu erzählen, der die Geschichte für Sie in diese Welt tragen kann und dadurch diese seltsame Angelegenheit zu einem ordentlichen Abschluß bringen kann.“ –
 
„Wen meint ihr?“, fragte Kung-kung ungeduldig.
 
„Sie müssen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eines bestimmten Tages eines bestimmten Monats eines bestimmten Jahres warten. In dieser Stunde müßt Ihr ein bestimmtes Gebäude, das der Erinnerung an die Rote Kammer gewidmet ist, betreten, wo ihr einen gewissen Herrn Tsau Hsüä-tjin antreffen werdet. Sagt ihm nur: „Djia Yü-tsun sagt...“ und bittet ihn dieses und jenes zu tun!
 
Yü-tsun schlief wieder ein, und Kung-kung notierte sich sorgfältig seine Aufgaben. Irgendwann, nach einer unzähligen Menge an Generationen, einer Unendlichkeit an Äonen, gab es wirklich das genannte Gebäude und darin einen Herr Tsau Hsüä-tjin, der die Geschichten vergangener Tage verfolgte. Kung-kung tat, wie ihm aufgetragen wurde. Er wiederholte Yü-tsuns Worte und gab ihm die Geschichte des Steines zu lesen. Dieser Herr Tsau lächelte und sagte: „Wirklich eine rohe Erzählung (Djia Yü Tsun Yän)!“ –
 
„Wie kommt es, daß Sie den Mann kennen, Herr? Kann ich daraus folgern, daß Sie bereit sind, diese Geschichte für ihn zu übermitteln?“ –
 
„Sie werden treffenderweise Kung-kung genannt“, bemerkte Tsau lächelnd. „Sie haben nichts im Magen, nur eine Leere. Das sind vielleicht rauhe Worte, doch sie enthalten keine sinnlosen Fehler oder unsinnige Passagen. Es wäre eine große Freude, dies mit ein paar gleichgesinnten Freunden zu teilen, bei einem Wein nach dem Essen oder um die Einsamkeit eines regnerischen Abends zu vertreiben. Es bedarf keiner wichtigtuerischen Person, die es lobt oder veröffentlicht. So, wie Sie starr in Fakten herumstöbern, ähneln Sie einem Mann, der sein Schwert im Wassser verloren hat und glaubt, es wiederzufinden, indem er eine Seite seines Bootes markiert. Ihr gleicht einem Mann, der eine Zither spielt, bei der die Stimmschrauben festgeklebt sind.“
 
Kung-kung erhob sein Haupt und brach in schallendes Gelächter aus, ließ das Manuskript zu Boden fallen und ging forsch seines Weges. Beim Gehen sagte er zu sich: ‚Also war alles reiner Unsinn! Autor, Kopist und Leser spielen in der Welt keine Rolle. Es ist alles nur zum Spaß, ein Spiel, Zerstreuung!‘
 
Ein späterer Leser des Manuskriptes fügte ein vierzeiliges Gätha hinzu, um das ursprüngliche Nachwort des Autors zu erweitern:
 
„Wenn der Kummer um die nutzlosen Worte der Erdichtung
 
wirklicher als das wahre Leben erscheinen,
 
bedenke, daß das Leben selbst nur ein Traum ist.
 
Und belächle nicht die Tränen des Lesers.“
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
– Ende –
 
Anhang: Historische Vorworte0
 
 
 
Vorwort zur ersten Cheng-Gao Ausgabe
 
Eine Einleitung von Cheng Weiyuan
 
 
 
Der Roman Hongloumeng (Der Traum im roten Gemach)0 war ursprünglich mit Shitou ji (Die Geschichte des Steins) betitelt. Es gibt dabei einige Unstimmigkeiten bezüglich der Autorschaft, und man weiß nicht mehr, wer es geschrieben hat. Wir haben nur das Bekenntnis im Roman selbst, daß Herr Cao Xueqin daran gearbeitet hat und den Roman einige Male umgeschrieben hat.
 
Aufgeweckte Leser fertigten eigene Kopien des Buches an, denn diese am regulären Tempelmarkt zu kaufen, kostete ein halbes Vermögen. Es war ein echter Fall von Zirkulation durch „beinlose Bewegung“. Doch die verbreiteten Kopien waren unvollständig, da sie alle aus achtzig Kapiteln bestehen, wohingegen das Original einhundertundzwanzig Kapitel umfaßt. Selbst wenn einige Kopien vorgeben, vollständig zu sein, stellt sich bei näherer Betrachtung heraus, daß sie nur über achtzig Kapitel verfügen – insgesamt eine frustrierende Erfahrung für den Leser!
 
Sicher, dachte ich bei mir, wenn die Inhaltsübersicht einhundertundzwanzig Kapitel aufführt, muß es irgendwo eine vollständige Version geben: Ich suchte überall, bei antiquarischen Buchsammlern bis hin zu gestapelten Papierabfällen, ich drehte jeden Stein um und habe mehrere Jahre damit zugebracht, diese elenden einhundertzwanzig Kapitel zusammenzusuchen. Dann eines Tages, durch einen glücklichen Zufall, erhielt ich zehn Kapitel von einem Hausierer. Er stimmte zu, sie mir zu einem hohen Preis zu verkaufen. Während ich diese Kapitel durchging, entdeckte ich zu meiner großen Überraschung, daß die darin aufgeführten Episoden weitgehend zu dem Material paßten, das ich bereits gesammelt hatte. Doch die Manuskripte waren völlig durcheinander. Mit der Hilfe eines Freundes bearbeitete ich das Material gründlich, entfernte dabei, was überflüssig erschien, korrigierte Unstimmigkeiten und schrieb alles noch einmal für die Veröffentlichung ins Reine.
 
Dies ist das erste Mal, daß der Hongloumeng vollständig veröffentlicht wird. Da er nun fertig ist, habe ich diesen Bericht hinzugefügt, um die Leser darüber zu informieren, unter welchen Umständen und mit welchem Glück der Roman zustande gekommen ist. Alle, die meine Liebe zu diesem Buch teilen, werden es bestimmt neugierig und ohne zu zögern lesen!
 
 
 
Cheng Weiyuan (Kleiner Frühling)
 
[1791]
 
Vorwort von Gao E
 
 
 
Es ist mehr als zwanzig Jahre her, als ich das erste Mal vom Roman Hongloumeng hörte und von der großen Faszination, die dieser auf seine Leser ausübt und das trotz seines fragmentarischen Charakters. Ich war wirklich froh, als ich von einem Freund eine Kopie des vollständigen Originals erhielt. Ihn vollständig zu lesen war eine überaus spannende Erfahrung.
 
Im Frühling diesen Jahres besuchte mich mein Freund Cheng Weiyuan und zeigte mir den vollständigen Text, den er besorgt hatte. „Dies“, sagte er, „ist die Frucht meiner Arbeit von vielen Jahren. Stück für Stück habe ich es zusammengesetzt, im Hinblick darauf, es für seine Liebhaber zu veröffentlichen. Da Du zur Zeit ziemlich am Ende bist und Unterstützung brauchst, möchtest Du nicht in dieses Projekt einsteigen und zusammen mit mir das Manuskript für den Druck vorbereiten?“
 
Obwohl es nur ein Roman war, enthielt er nichts, was den Lehren des Konfuzius zuwiderlief, ich nahm sein Angebot also gerne an und machte mich mit dem sprichwörtlichen Fleiß des persischen Sklaven, der eine Perle sah, an die Arbeit. Da nun die Arbeit vollbracht ist, habe ich diese Umstände zur Information für den Leser aufgeschrieben.
 
Geschrieben mit meiner Hand in diesem Jahr Xinhai der Herrschaftsperiode Qianlong, am fünften Tag nach der Wintersonnenwende [27. Dezember 1791].
 
Gao E (Orchideenhäuschen) von Tieling
 
Zusätzliches Vorwort der späteren [2.] Cheng-Gao-Ausgabe
 
 
 
1. Sammler haben beinahe über dreißig Jahre lang eigene Abschriften der er­sten achtzig Kapitel dieses Buches angefertigt. Wir haben nun die letzten vierzig Kapitel erworben und können sie mit dem Rest zu einem Ganzen zusammenfügen. Da einige Freunde es sich zur Abschrift ausleihen wollten und viele andere neugierig waren, es zu sehen, war es schwer, die Zeit zu finden, es ordentlich für den ersten Druck vorzubereiten. In Anbetracht der vielen Zeit, die das Einkerben in den Holzblock benötigte, entschlossen wir uns, zuerst eine Edition mit beweglichen Lettern anzufertigen. In unserer Eile, dieses Buch anderen Lesern vorzustellen, gelang es uns nicht, es mit größter Sorgfalt auszubessern und auf Fehler durchzulesen, und daher sind noch viele Fehler enthalten. Wir haben nun sämtliche Originaltexte zusammengelegt und eine ausführliche Überarbeitung vorgenommen, was einen deutlich verbesserten Text zur Folge hat und wodurch viele Fehler behoben werden konnten. Wir hoffen, unsere vorherige Nachlässigkeit wird von den Lesern mit Nachsicht behandelt.
 
2. Die Abschriften der ersten achtzig Kapitel unterscheiden sich von Kopie zu Kopie. Wir haben eine große Anzahl dieser Abschriften zusammengetragen und anhand unseres Urteilsvermögens und Menschenverstandes bestehende Lücken gefüllt und Fehler korrigiert. Wo Wörter hinzugefügt oder entfernt worden sind, sollte dies einem flüssigeren Lesen dienen und kein überhebliches Verlangen darstellen, das Original verbessern zu wollen.
 
3. Weil der Roman über mehrere Jahre „inoffiziell“ überliefert worden ist, enthalten die Kopien, die auf den Markt gekommen sind, und jene, die im Besitz eines privaten Sammlers sind, einige Abweichungen. Zum Beispiel ist Kapitel 67 in mehreren Versionen vorhanden, und fehlt in manchen Versionen. Auch wenn seine Kapitelüberschrift die gleiche ist, kann der Inhalt bei verschiedenen Kopien abweichen. In solchen Fällen ist es unmöglich, eine Vorlage als absolut authentisch gelten zu lassen. Als wir unseren Text erarbeiteten, folgten wir dem, was uns bei der Lektüre am plausibelsten erschien.
 
4. Die letzten vierzig Kapitel wurden über mehrere Jahre zusammengetragen und wie ein Fuchsfell zusammengeflickt. Es gab keine anderen Texte, auf die man sich hätte beziehen können. Unser wesentliches Anliegen war, den Text der Reihenfolge der Handlungsabläufe anzugleichen und somit eine innere Kontinuität und Beständigkeit zu erreichen. Wir haben es nicht gewagt, eigenmächtige Änderungen vorzunehmen, da wir immer noch hoffen, daß wir einen besseren Text finden und in der Lage sind, eine bessere Ausgabe liefern zu können. Wir wollten das Original nicht mit unseren eigenen Ideen ruinieren.
 
5. Der Scharfsinn und die Originalität dieses Buches wurden lange von Schriftgelehrten untersucht und kommentiert. Während der Vorbereitung für die Veröffentlichung konnten jedoch wegen der enormen Textmasse und des intensiven Arbeitsaufwandes, der damit verbunden war, die kritischen Anmerkungen nicht übernommen werden. Allerdings vermag der Leser selbst die brillant ironischen Kontraststellen des Geschriebenen oder das Wechselspiel zwischen Offenem und Verborgenem bewerten.
 
6. Vorworte oder Widmungen für Romane werden eigentlich von berühmten Schriftstellern verfasst. Wir leiten hier nicht in den Roman ein, sondern schreiben nur ein paar kurze einleitende Worte, weil der Roman so viele Jahre unvollständig war und plötzlich zu einem Ganzen geworden ist. Das wird viele sehr freuen und wir sind froh, unsere Namen damit bekannt zu machen und unser Glück zu feiern, dieses Buch vervollständigt zu haben.
 
Unser eigentliches Motiv für den Druck dieses Buches war es, nachfolgenden Lesern dasselbe Lektürevergnügen zu bereiten. Es gab später eine so große Anfrage von Buchhandlungen, daß wir einen verbindlichen Ladenpreis festgesetzt haben, um die Druckkosten zu decken und eine größere Verbreitung zu ermöglichen. Wir wollen diesen Schatz gewiß niemandem vorenthalten!
 
Cheng Weiyuan (Kleiner Frühling)
 
Gao E (Orchideenhäuschen)
 
Der Tag nach dem Blumenmorgen, im Jahre Renzi [4. März 1792]
 
Anhang: Namen- und Ortsverzeichnis mit erster Nennung (Auswahl)
 
 
 
Name
 
Kap.
 
Zeichen
 
Pinyin
 
Erläuterung
 
 
 
Ban-hë
 
24
 
伴鹤 Banhe
 
Sklavenjunge/junger Dienstbote
 
 
 
Bau-tschan
 
80
 
宝蟾 Baochan
 
Dienstmagd von Djin-guee
 
Moonbeam
 
Bee-mang-schan
 
16
 
北邙山 Beimangshan
 
Berg
 
 
 
Bee-ming
 
24
 
焙茗 Beiming
 
Sklavenjunge/junger Dienstbote
 
Tealeaf
 
Begonienbund
 
37
 
海棠社 Haitangshe
 
 
 
 
 
Bergdorf, wo man Bohnenfasern wäscht
 
17
 
浣葛山庄 Huangeshanzhuang
 
Bezeichnung für ein Gebäude im Garten des Großen Anblicks, vorheriger Name杏帘在望„Zwischen Aprikosen eine Weinflagge sich zeigt“
 
 
 
Bi Dschï-an
 
98
 
毕知庵Bi Zhian
 
Arzt
 
 
 
Bi-yüä
 
29
 
碧月 Biyue
 
Dienstmagd von Li Wan
 
 
 
Brokatbestückter Turm
 
17
 
缀锦阁
 
Östliches Nebengebäude des Gartens des Großen Anblicks
 
 
 
Dai-schu
 
7
 
待书 Daishu
 
Dienstmagd von Tan-tschun
 
 
 
Djia Bau-yü
 
2
 
贾宝玉Jia Baoyu
 
Jüngster Sohn von Djia Dschëng, mit Jadestein im Mund geboren, „klüger als 100 andere“, Hauptheld (identisch mit dem Pagen Geisterjade und dem Stein aus der Rahmenhandlung)
 
 
 
Djia Dai-hua
 
2
 
贾代化 Jia Daihua
 
Ältester Sohn von Herzog Ning-guo
 
 
 
Djia Dai-ju
 
8
 
贾代儒 Djia Dairu
 
Schulleiter
 
 
 
Djia Dai-schan
 
2
 
贾代善 Jia Daishan
 
Sohn von Jung-guo
 
 
 
Djia Djing
 
2
 
贾敬 Jia Jing
 
Zweitältester Sohn von Djia Daihua, treibt sich außerhalb der Hauptstadt mit Dauisten herum
 
 
 
Djia Dschën
 
2
 
贾珍 Jia Zhen
 
Sohn von Djia Djing, hatte keine Lust am Lernen, wird im Lauf der Geschichte Hausvorstand.
 
 
 
Djia Dschëng
 
2
 
贾政 Jia Zheng
 
jüngerer Sohn von Djia Dai-schan , von klein auf größte Freude am Lernen, Ministerialsekretär
 
 
 
Djia Dschu
 
2
 
贾珠 Jia Zhu
 
ältester Sohn von Djia Dschëng, mit 14 Hsiutsai, mit 19 geheiratet und 1 Sohn, wurde krank und starb
 
 
 
Djia Fu
 
2
 
贾复 Jia Fu
 
Urahn der Djia-Sippe in der östlichen Han-Dynastie, Umschrift des Namens schreibt sich wie die des ältesten Sohnes von Ning-guo
 
 
 
Djia Fu
 
2
 
贾敷 Jia Fu
 
Ältester Sohn von Djia Daihua, starb mit 8-9 Jahren
 
 
 
Djia Hsi-tschun
 
2
 
贾惜春 Jia Xichun
 
Jüngere Tochter von Djia Djing
 
 
 
Djia Juee
 
9
 
贾瑞 Jia Rui
 
Nichtsnütziger Enkel von Djia Dai-ju.
 
 
 
Djia Jung
 
2
 
贾蓉 Jia Rong
 
Sohn von Djia Dschën, zu Beginn des Romans 16 Jahre alt, lernfaul.
 
 
 
Djia Liän
 
2
 
贾琏 Jia Lian
 
Sohn von Djia Schë, ist zu Beginn des Romans um die 20, hat 2 Jahre vor Beginn der Erzählung eine Nichte der Dame Wang geheiratet, den Titel eines Unterpräfekten erkauft, keine Lust zu lernen, wohnt bei seinem Onkel Djia Dschëng
 
 
 
Djia Min
 
2
 
贾敏 Jia Min
 
Tochter von Djia Dai-schan, Frau von Lin Ju-hai
 
 
 
Djia Schë
 
2
 
贾赦 Jia She
 
älterer Sohn von Djia Dai-schan
 
 
 
Djia Tan-tschun
 
2
 
贾探春 Jia Tanchun
 
Tochter einer Nebenfrau von Djia Dschëng
 
 
 
Djia Ying-tschun
 
2
 
贾迎春 Jia Yingchun
 
Tochter einer Nebenfrau von Djia Schë
 
 
 
Djia Yüan-tschun
 
2
 
贾元春 Jia Yuanchun
 
Älteste Tochter von Djia Dschëng, tugendreich und begabt, Hoffräulein für den Kaiserpalast
 
 
 
Djia Yü-tsun
 
2
 
贾雨村Jia Yucun
 
armer Gelehrter, der im Flaschenkürbistempel haust = Familienname war Djia, sein Rufname Hua, sein Ehrenname Schï-fee und sein Beiname Yü-tsun
 
 
 
Djiau-hsing
 
2
 
娇杏 Jiaoxing
 
Dienstmagd
 
 
 
Djin-ling = Nanking
 
1
 
金陵 Jinling = Nanjing
 
Stadt
 
 
 
Djin-tschuan
 
7
 
金钏 Jinchuan
 
Dienstmagd der Dame Wang
 
 
 
Dschang Ju-guee
 
3
 
张如圭 Zhang Rugui
 
Amtsgefährte von Djia Yü-tsun
 
 
 
Dschën Schï-yin = Dschën Fee
 
1
 
甄士隐 Zhen Shiyin = Zhen Fei
 
Vater von Ying-liän
 
 
 
Dschën Ying-liän
 
1
 
甄英莲 Zhen Yinglian
 
Tochter von Dschën Schï-yin
 
 
 
Dschën-dschu
 
3
 
花珍珠Hua Zhenzhu
 
Dienstmagd der Herzoginmutter, nach dem Wechsel als Dienstmagd zu Bau-yü umbenannt in Hsi-jën
 
Pearl
 
Dschën-örl
 
29
 
臻儿 Zhen’er
 
Dienstmagd von Hsiang-ling
 
 
 
Dsï-djüan
 
8
 
紫鹃 Zijuan
 
Dienstmagd von Lin Dai-yü
 
 
 
Duftgetränkter Pavillon
 
26
 
沁芳亭 Qinfangting
 
Gebäude im Garten des Großen Anblicks
 
 
 
Duftgetränkter Turm
 
17
 
含芳阁 Hanfangge
 
Westliches Nebengebäude des Gartens des Großen Anblicks
 
 
 
Duftreisdorf
 
17
 
稻香村 Daoxiangcun
 
Ort im Garten des Großen Anblicks
 
 
 
Fang-guan
 
54
 
芳官Fang-guan
 
Schauspielerin
 
Parfume
 
Fee Warnendes Trugbild
 
13
 
警幻仙子 Jinghuanxianzi
 
Mystische Figur in der Rahmenhandlung.
 
 
 
Felsen der Dreimaligen Wiedergeburt
 
1
 
三生石畔Sanshengshipan
 
Mystischer Ort in der Rahmenhandlung.
 
 
 
Felswand Grüne Erhebung
 
2
 
青埂 Qinggeng
 
Mystischer Ort in der Rahmenhandlung.
 
 
 
Fëng Su
 
1
 
封肃 Feng Su
 
Bauer, Vater von Frau Fëng, Schwiegervater von Dschën
 
 
 
Fëng, Frau
 
1
 
封 Feng
 
Frau von Dschën, Mutter von Ying-liän
 
 
 
Fëng-örl
 
7
 
丰儿 Feng’er
 
Dienstmagd von Hsi-fëng
 
Felicity
 
Flaschenkürbistempel
 
1
 
葫芦庙 Hulumiao
 
Ort
 
 
 
Garten des Großen Anblicks
 
17
 
大观园 Daguanyuan
 
Künstlich angelegter Wohngarten auf den Gütern des Djia-Clans.
 
Prospect Garden
 
Gasse der Menschlichkeit und der Reinheit
 
1
 
仁清巷Renqinggang
 
Gasse, Ort
 
 
 
Großen Wüsten Gebirge
 
1
 
大荒山 Damangshan
 
Mystischer Ort in der Rahmenhandlung
 
 
 
Halle des Blühenden Glücks
 
3
 
荣禧堂 Rongxitang
 
Haupthalle des Jung-guo-Anwesens.
 
 
 
Haselwurzpark
 
17
 
蘅芜苑 Hengwuyuan
 
Ort im Garten des Großen Anblicks, vorheriger Name蘅芷清芬„Reiner Duft von Haselwurz und Bärenklau“
 
 
 
He-hsiän
 
93
 
鹤仙 Hexian
 
buddhistische Novizin
 
Thurible
 
Heiteres Herbstatelier
 
101
 
秋爽 Qiu­shuang
 
Ort im Garten des Großen Anblicks
 
 
 
Herberge am Hsiau-hsiang-Fluß
 
17
 
潇湘馆 Xiaoxiangguan
 
Dai-yüs Hof, vorheriger Name有凤来仪„Ein Phönix kommt zu Besuch“
 
 
 
Herzoginmutter
 
3
 
贾母 Djia Mu, Frau Shï
 
Weiblicher Hausvorstand und gute Seele der Familie
 
 
 
Hof der Düfte
 
81
 
蘅芜院 Suwuyuan
 
Ort im Garten des Großen Anblicks
 
 
 
Hof der Freude am Roten
 
17
 
怡红院 Yihongyuan
 
Bau-yüs Hof im Garten des Großen Anblicks
 
 
 
Hsiang-ling
 
7
 
香菱 Xiang­ling
 
 
 
 
 
Hsiau-hung
 
24
 
小红 Xiaohong
 
Dienstmagd von Hsi-fëng
 
Crimson
 
Hsiau-schë
 
80
 
小舍儿 Xiao Sheer
 
Dienstmagd, wörtlich: „Kleine Verlassene“
 
 
 
Hsi-jën
 
3
 
袭人 Xiren
 
Sklavenmädchen/Dienstmagd von Bau-yü
 
Aroma
 
Hsing Hsiu-yän
 
49
 
邢岫烟 Xing Xiuyan
 
 
 
 
 
Hsin-hsiang
 
93
 
沁香 Xin­xiang
 
buddhistische Novizin
 
CruCible
 
Hsiu-djü
 
29
 
绣桔 Xiuju
 
Dienstmagd von Ying-tschun
 
 
 
Hsüä Bau-tschai
 
4
 
薛宝钗 Xue Baochai
 
(Spätere) Frau von Djia Bau-yü.
 
 
 
Hsüä Pan
 
4
 
薛蟠 Xue Pan
 
 
 
 
 
Hsüä-yän
 
3
 
雪雁 Xueyan
 
Dienstmagd von Lin Dai-yü, wörtlich: Schneegans
 
Snowgoose
 
Huan-örl
 
25
 
环儿 Huan’er
 
 
 
 
 
Hu-po
 
20
 
琥珀 Hupo
 
Dienstmagd der Herzoginmutter
 
Amber
 
Insel der violetten Wassernüsse
 
17
 
紫菱洲 Zilingzhou
 
Ort im Garten des Großen Anblicks
 
 
 
Inselchen der Seekannenblätter
 
17
 
荇叶渚 Xingyezhu
 
Ort im Garten des Großen Anblicks
 
 
 
Ju-hua
 
7
 
入画 Ruhua
 
Dienstmagd von Hsi-tschun
 
 
 
Jung-guo-Anwesen
 
2
 
荣国府 Rongguofu
 
Herzögliche Residenz der Djias westlich der Straße
 
 
 
Kiosk des Lotoswurzelduftes
 
17
 
藕香榭 Ouxiangxie
 
Gebäude im Garten des Großen Anblicks
 
 
 
Klippe Unerforschlich
 
1
 
无稽崖 Wujiya
 
Mythischer Ort in der Rahmenhandlung
 
 
 
Kloster des Weisen Durchdringens
 
2
 
智通寺 Zhitongsi
 
Mythischer Ort in der Rahmenhandlung
 
 
 
Kloster Eiserne Schwelle
 
12
 
铁槛寺 Tiekansi
 
Kloster
 
 
 
Kloster Gefangenes Grün
 
41
 
栊翠庵 Longcuian
 
Kloster von Miau-yü
 
Green Bower Hermitage
 
Konvent der Verstreuten Blumen
 
101
 
散花寺Sanhuasi
 
Konvent
 
Scattered Flowers Coment
 
Kung-kung, Dauist = Tjing-sëng
 
1
 
空空道人 Kongkong daoren
 
Dauist
 
 
 
Laube des Knöterichwindes
 
17
 
蓼风轩 Liao­fengxuan
 
Gebäude im Garten des Großen Anblicks
 
 
 
Lëng Dsï-hsing
 
2
 
冷子兴Leng Zixing
 
Antiquitätenhändler
 
 
 
Li Wan
 
4
 
李纨 Li Wan
 
Djia Dschus Witwe
 
 
 
Lin Dai-yü
 
2
 
林黛玉 Lin Daiyu
 
Tochter von Lin Ju-hai, Herzensdame von Djia Bau-yü, in der Rahmenhandlung identisch mit Purpurperle
 
 
 
Lin Ju-hai
 
2
 
林如海 Lin Ruhai
 
Salzinspektor, Vater von Lin Dai-yü, seine Frau ist zu Beginn des Romans schon ein Jahr tot
 
 
 
Li-tji
 
81
 
李绮Li Qi
 
Kusine von Li-wën
 
 
 
Liu Wu-örl
 
60
 
柳五儿 Liu Wuer
 
Tochter der Küchenangestellten Liu, sechzehn Jahre alt, konnte sich „an Schönheit mit Ping-örl, Hsi-jën, Dsï-djüan und Yüan-yang messen“, vorgesehen als Dienstmagd für Bau-yü
 
Fivey
 
Li-wën
 
81
 
李纹 Li Wen
 
Kusine von Li-tji
 
 
 
Mang-mang
 
2
 
茫茫大士 Mangmang dashi
 
buddhistischer Mönch, Heiliger
 
 
 
Mee-jën
 
5
 
媚人 Meiren
 
Sklavenmädchen/Dienstmädchen
 
 
 
Miau-miau
 
2
 
渺渺真人 Miaomiao zhenren
 
Erleuchteter, dauistischer Priester, wird auch als 僧道 seng Dao bezeichnet
 
 
 
Miau-yü
 
17
 
妙玉 Miaoyu
 
Adamatina/Adamantina, Nonne
 
 
 
Nebenfrau Dschau
 
20
 
赵姨娘 Zhao yiniang
 
 
 
 
 
Ning-guo-Anwesen
 
2
 
宁国府Ningguofu
 
Herzögliche Residenz der Djias östlich der Straße
 
 
 
Nü-wa
 
1
 
女娲Nüwa
 
Göttin, die in der mystischen Rahmenerzählung das Himmelszelt repariert
 
 
 
Oma Liu
 
6
 
刘姥姥 Liu laolao
 
bodenständige, herzensgute Figur vom Lande
 
 
 
Page Geisterjade
 
1
 
神瑛侍者 Shenyingshizhe
 
Page, Figur aus mythischer Vorgeschichte (wird wiedergeboren als Djia Bau-yü)
 
  
Pan San-bau
+
Zhen Wahrheitsverberger erläutert ausführlich die Gefühle des Landes der Großen Leere,
81
+
Regendorf Kaufmann beschließt den Traum der Roten Kammer
潘三保 Pan Sanbao
 
zwielichtige Gestalt, heuerte Hexe an
 
  
Pei-fëng
+
Es wird erzählt, dass Schatzspange, als sie von Herbstmuster<ref>Chin. 秋纹 Qiūwén, wörtl. „Herbstmuster". Eine von Schatzjades Zofen.</ref> hörte, Dufthauch<ref>Chin. 袭人 Xīrén, wörtl. „Dufthauch". Schatzjades erste Kammerzofe.</ref> gehe es schlecht, eilig hineinlief, um nach ihr zu sehen. Jie<ref>Chin. 巧姐 Qiǎojiě, wörtl. „Geschickte Schwester". Tochter von Phönixglanz und Kette Kaufmann.</ref> und Friedchen<ref>Chin. 平儿 Píng'ér, wörtl. „Friedchen". Phönixglanz' erste Kammerzofe und Vertraute.</ref> folgten ihr. Als sie an Dufthauchs Kang traten, sahen sie, dass Dufthauch vor Herzschmerzen außer sich war und gerade in Ohnmacht gefallen war. Schatzspange und die anderen gaben ihr heißes Wasser ein und brachten sie wieder zu Bewusstsein, stützten sie und legten sie hin; zugleich wurde ein Arzt gerufen. Jie fragte Schatzspange: „Schwester Dufthauch — wie kann sie nur so schwer krank sein?" Schatzspange sagte: „Vor drei Abenden hat sie sich so sehr das Herz ausgeweint, dass ihr auf einmal schwindlig wurde und sie umfiel. Die gnädige Dame ließ sie stützen und zurückbringen, und sie lag nur noch da. Weil draußen allerlei zu erledigen war, hat man keinen Arzt für sie rufen lassen, und so ist es so weit gekommen." Während sie noch sprachen, kam der Arzt. Schatzspange und die anderen wichen zur Seite. Der Arzt fühlte den Puls und sagte, es sei durch heftigen Zorn und Aufregung verursacht; er verschrieb ein Rezept und ging.
106
 
佩凤 Peifeng
 
Konkubine Djia Dschëns
 
Lovey (oder Dove?)
 
Ping-örl
 
6
 
平儿 Ping’er
 
Dienstmagd von Hsi-fëng
 
Patience
 
Prinz von Bee-djing
 
11
 
北静王Beijing wang
 
Prinz von Bee-djing
 
  
Prinz von Hsi-ning
+
Dufthauch hatte nämlich undeutlich gehört, dass man, falls Schatzjade nicht zurückkehre, alle Dienerinnen aus den Gemächern fortschicken wolle. Vor Aufregung wurde es ihr nur noch schlimmer. Nachdem der Arzt sie untersucht hatte, kochte Herbstmuster ihr die Medizin. Sie lag allein da, und ihr Geist war noch nicht zur Ruhe gekommen. Es war, als stünde Schatzjade vor ihr; doch verschwommen schien es auch ein Mönch zu sein, der ein Buch in der Hand hielt und darin blätterte. Er sagte noch: „Du bist nicht meine Person; in Zukunft wirst du von selbst eine andere Familie haben." Dufthauch wollte gerade mit ihm sprechen, da kam Herbstmuster und sagte: „Die Medizin ist fertig, Schwester, nimm sie ein."
11
 
西宁郡王 Xining jun wang
 
wörtlich: König der Präfektur Xining
 
  
Purpurperle
+
Dufthauch schlug die Augen auf, erkannte, dass es ein Traum gewesen war, und erzählte niemandem davon. Nachdem sie die Medizin genommen hatte, dachte sie bei sich nach: „Schatzjade ist gewiss dem Mönch gefolgt. Neulich, als er den Jade-Stein hinausbringen wollte, war es schon so, als wolle er sich losmachen. Ich hielt ihn fest, doch er war nicht wie sonst — er stieß und schubste mich wild, ohne das geringste Gefühl. Später behandelte er auch die Zweite junge Frau mit zunehmendem Widerwillen, und auch vor den anderen Schwestern zeigte er keinerlei Empfindung mehr: Das ist das Zeichen, dass er zur Erleuchtung gelangt ist. Doch wenn du zur Erleuchtung gelangt bist — wie kannst du die Zweite junge Frau im Stich lassen? Ich wurde von der gnädigen Dame bestellt, um dir zu dienen. Zwar bekomme ich das Monatsgeld einer höhergestellten Dienerin, doch vor dem Herrn und der gnädigen Dame bin ich nie förmlich als deine Nebenfrau angemeldet worden. Wenn der Herr und die gnädige Dame mich fortschicken, und ich halte stur an meinem Platz fest, würde man mich auslachen. Wenn ich aber gehe — dann denke ich an die Zuneigung, die Schatzjade mir erwiesen hat, und kann es einfach nicht über mich bringen." Sie überlegte hin und her und fand sich in tausendfacher Bedrängnis. Da dachte sie an den Traum von eben: „Er sagt, ich sei eine Frau, die einem anderen gehört — dann wäre es doch besser, einfach zu sterben!"
1
 
绛珠草 Jiangzhucao
 
Pflanze, Figur aus mythischer Vorgeschichte (wird wiedergeboren als Lin Dai-yü)
 
  
Rotjadepalast
+
Doch wer hätte gedacht, dass nach dem Einnehmen der Medizin der Herzschmerz beträchtlich nachließ? So konnte sie nicht einfach liegenbleiben und hielt sich mit Mühe aufrecht. Nach einigen Tagen stand sie auf und bediente Schatzspange. Schatzspange dachte an Schatzjade, vergoss heimlich Tränen und beklagte im Stillen ihr bitteres Schicksal. Zudem wusste sie, dass ihre Mutter damit beschäftigt war, den Bruder freizukaufen, was große Umstände erforderte, bei denen sie helfen musste. Davon sei vorerst nicht die Rede.
1
 
赤瑕宫 Chixiagong Ort
 
  
 +
Unterdessen geleitete Aufrecht Kaufmann<ref>Chin. 贾政 Jiǎ Zhèng, wörtl. „Aufrecht Kaufmann". Schatzjades Vater.</ref> den Sarg der alten Fürstin, während Rong Kaufmann<ref>Chin. 贾蓉 Jiǎ Róng. Sohn von Herrlichkeit Kaufmann.</ref> die Särge von Frau Qin, Phönixglanz und Mandarinenente<ref>Chin. 鸳鸯 Yuānyāng, wörtl. „Mandarinenente". Kammerzofe der Herzoginmutter.</ref> mitführte. Als sie in Jinling angekommen waren, bestatteten sie diese zuerst. Rong Kaufmann brachte auch die sterblichen Überreste von Kajaljade zur Bestattung. Aufrecht Kaufmann kümmerte sich um die Grabstätten. Eines Tages erhielt er einen Familienbrief; Zeile für Zeile las er, dass Schatzjade und Orchidee Kaufmann<ref>Chin. 贾兰 Jiǎ Lán, wörtl. „Orchidee Kaufmann". Enkel von Aufrecht Kaufmann, Sohn von Seidenweiß Pflaume.</ref> die Prüfung bestanden hatten — er freute sich von Herzen. Doch als er las, dass Schatzjade verschwunden war, bedrückte es ihn wieder; er konnte nichts anderes tun, als eilig die Heimreise anzutreten. Unterwegs vernahm er, dass es einen kaiserlichen Gnadenerlass gegeben habe; dann kam ein weiterer Familienbrief, der bestätigte, dass die Strafen erlassen und die Ämter wiederhergestellt waren. Erst recht froh, reiste er Tag und Nacht.
  
Sau-hua
+
Eines Tages gelangte er in die Gegend der Poststation Piling. An jenem Tag war es plötzlich kalt geworden und schneite; er legte an einer stillen Stelle an. Aufrecht Kaufmann schickte alle Bediensteten an Land, um Bekannten Karten abzugeben und ihnen seine Aufwartung abzusagen, mit der Bemerkung, das Schiff werde sofort ablegen und er wage sie nicht zu behelligen. Auf dem Schiff blieb nur ein kleiner Bursche zur Bedienung. Er selbst saß in der Kajüte und schrieb den Familienbrief, um einen Boten am frühen Morgen heimzuschicken. Als er an die Stelle kam, wo er über Schatzjades Angelegenheiten schreiben musste, hielt er inne. Er blickte auf und sah plötzlich am Bug des Schiffes in einem leichten Schneeschimmer eine Gestalt — kahlgeschorenen Hauptes, barfuß, in einen großen, scharlachroten Filzumhang gehüllt — , die sich vor Aufrecht Kaufmann zu Boden warf. Aufrecht Kaufmann hatte die Person noch nicht recht erkannt und eilte aus der Kajüte, um sie aufzufangen und zu fragen, wer sie sei. Doch jener hatte sich bereits viermal tief verneigt, stand auf und legte die Hände zum buddhistischen Gruß zusammen. Aufrecht Kaufmann wollte eben den Gruß erwidern, als er der Gestalt ins Gesicht blickte — es war kein anderer als Schatzjade. Aufrecht Kaufmann erschrak heftig und fragte hastig: „Bist du Schatzjade?" Doch jener sprach kein Wort, sein Antlitz schien froh und traurig zugleich. Aufrecht Kaufmann fragte weiter: „Wenn du Schatzjade bist, warum bist du so gekleidet und an diesen Ort gekommen?" Noch ehe Schatzjade antworten konnte, kamen am Bug zwei Gestalten herbei — ein Mönch und ein Daoist — , die Schatzjade zwischen sich nahmen und riefen: „Die irdische Bestimmung ist erfüllt, warum gehst du nicht eilig?" Und schon waren die drei wie auf Wolken ans Ufer gestiegen und entschwanden. Aufrecht Kaufmann achtete nicht auf den glatten Boden und eilte ihnen nach, doch so sehr er auch lief, er konnte die drei vor sich nicht einholen. Da hörte er, wie einer der drei ein Lied anstimmte:
24
 
扫花Saohua
 
Sklavenjunge/junger Dienstbote
 
Sweeper
 
Scha, das Dummerchen
 
96
 
傻大姐儿Sha dajier
 
Dienstmagd, Schwester von Dschën-dschu
 
  
Schë-yüä
+
Wo ich wohne — auf dem Gipfel des Blauen Felsgrats,
5
+
Wo ich wandle — durch den uferlosen Ur-Äther.
麝月 Sheyue
+
Wer geht mit mir — und wem folge ich?
Sklavenmädchen/Dienstmädchen
+
Unfassbar fern — kehre ich heim in die Große Wildnis.
Musk
 
Schï Hsiang-yün
 
20
 
史湘云Shi Xiang­yun
 
entfernte Kusine von Djia Bau-yü
 
  
Schï-schu
+
Aufrecht Kaufmann hörte dem Gesang zu und lief zugleich hinterher. Doch als er um einen kleinen Hügel bog, waren sie plötzlich verschwunden. Aufrecht Kaufmann war außer Atem und keuchte, voller Verwunderung und Bestürzung. Als er sich umwandte, sah er, dass sein kleiner Bursche ihm nachgelaufen war. Aufrecht Kaufmann fragte: „Hast du eben die drei Gestalten gesehen?" Der Bursche sagte: „Ich habe sie gesehen. Weil der Herr ihnen nachlief, bin ich auch gerannt. Aber dann sah ich nur noch den Herrn, die drei waren verschwunden." Aufrecht Kaufmann wollte noch weitergehen, doch er sah nur eine weite, weiß verschneite Ebene, weit und breit kein Mensch. Aufrecht Kaufmann erkannte, dass hier etwas Übernatürliches geschehen war, und kehrte zum Schiff zurück.
89
 
侍书Shi Shu
 
Dienstmagd von Tan-tschun
 
Scribe
 
Shakyamuni Kloster
 
18
 
牟尼院Mouni yuan
 
Kloster vor dem Westtor der Hauptstadt
 
  
Shuai-örl
+
Als die Bediensteten zum Schiff zurückkehrten und Aufrecht Kaufmann nicht in der Kajüte fanden, fragten sie den Fährmann. Der sagte, der Herr sei an Land gelaufen, um zwei Mönche und einen Daoisten zu verfolgen. Die Leute folgten seinen Spuren im Schnee und sahen ihn von Ferne kommen; sie gingen ihm entgegen, und gemeinsam kehrten sie zum Schiff zurück.
102
 
拴儿 Shuan’er
 
älterer Bediensteter
 
Ropey
 
Sï-tji
 
7
 
司棋 Siqi
 
Dienstmagd von Ying-tschun
 
Chess
 
Steinerne Mauer
 
2
 
石头城 Shitoucheng
 
Ort
 
  
Su-yün
+
Aufrecht Kaufmann setzte sich, und als er wieder zu Atem gekommen war, erzählte er, wie er Schatzjade gesehen hatte. Die Leute baten um Erlaubnis, ihn an diesem Ort zu suchen. Aufrecht Kaufmann seufzte: „Ihr wisst es nicht. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen, es war kein Gespenst und kein Geist. Zudem hatte der Gesang, den ich hörte, einen tief geheimnisvollen Sinn. Dass Schatzjade bei seiner Geburt einen Jade-Stein im Mund trug, war ja schon wunderlich; ich wusste früh, dass dies kein gutes Vorzeichen war. Doch weil die alte Fürstin ihn so liebte, wurde er bis heute aufgezogen. Auch den Mönch und den Daoisten habe ich dreimal gesehen: Das erste Mal kamen der Mönch und der Daoist und sprachen von den Vorzügen des Jade-Steins. Das zweite Mal war, als Schatzjade schwer krank lag — da kamen sie, beteten über dem Jade-Stein, und Schatzjade wurde gesund. Das dritte Mal brachten sie den Jade-Stein zurück, saßen in der Eingangshalle — und als ich mich einmal umdrehte, waren sie verschwunden. Ich wunderte mich zwar, dachte aber, Schatzjade habe wirklich eine besondere Bestimmung und hohe Mönche und Unsterbliche beschützten ihn. Wer hätte gedacht, dass Schatzjade in die Welt herabgestiegen war, um sein Karma zu durchleben, und die alte Fürstin neunzehn Jahre lang in die Irre geführt hat — erst jetzt begreife ich es." Als er dies sagte, liefen ihm die Tränen herab.
81
 
素云 Suyun
 
Dienstmagd von Li Wan
 
Candida
 
Tchiu-tung
 
88
 
秋桐 Qiutong
 
Dienstmagd von Hsi-fëng
 
Autumn
 
Tiau-yün
 
24
 
挑云 Tiaoyun
 
Sklavenjunge/junger Dienstbote
 
  
Tjin-hsiang
+
Die Leute sagten: „Wenn der Zweite Herr wirklich ein herabgestiegener Mönch war, hätte er doch nicht die Prüfung bestehen sollen — warum ist er erst gegangen, nachdem er bestanden hatte?" Aufrecht Kaufmann antwortete: „Das könnt ihr nicht verstehen. Im Allgemeinen — seien es Gestirne des Himmels, alte Mönche in den Bergen oder Geister in den Höhlen — sie alle besitzen ein eigenes Wesen. Schatzjade hat doch nie gern studiert, nicht wahr? Doch wenn er sich auch nur ein wenig anstrengte, gelang ihm alles. Sein ganzes Temperament war eben von Grund auf anders." Dabei seufzte er noch einige Male. Die Bediensteten versuchten ihn zu trösten, indem sie von Orchidees Prüfungserfolg und der Wiederherstellung des Hauses sprachen. Aufrecht Kaufmann setzte den Familienbrief fort, schrieb diese Begebenheit hinein und ermahnte die ganze Familie, man möge sich nicht weiter grämen. Als er fertiggeschrieben und versiegelt hatte, schickte er einen Bediensteten damit heim. Aufrecht Kaufmann folgte bald nach. Davon sei vorerst nicht die Rede.
93
 
沁香 Qinxiang
 
Buddhistische Novizin
 
  
Tjing-wën
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Unterdessen erhielt Tante Schnee den Brief über die Begnadigung und befahl Xue Ke, überall Geld zu leihen. Sie sammelte auch eigene Mittel und brachte zusammen mit dem Geliehenen die Freikaufsumme auf. Das Strafministerium genehmigte den Antrag, nahm das Silber entgegen, und mit einem einzigen Aktenstück wurde Becken Schnee freigelassen. Wie Mutter und Sohn, Schwestern und Brüder sich wiedersahen, braucht nicht im Einzelnen erzählt zu werden — natürlich war es eine Mischung aus Trauer und Freude. Becken Schnee leistete aus eigenem Antrieb einen Schwur: „Wenn ich je wieder in die alten Fehler verfalle, soll man mich hinrichten und zerstückeln!" Tante Schnee hielt ihm den Mund zu und sagte: „Wenn du nur fest entschlossen bist — musst du dann auch noch solch blutige, grässliche Schwüre ablegen? Bedenke, wie viel Duftkastanie<ref>Chin. 香菱 Xiānglíng, wörtl. „Duftkastanie". Konkubine von Becken Schnee.</ref> deinetwegen gelitten hat! Deine Frau hat sich ja selbst zugrunde gerichtet. Auch wenn wir jetzt arm sind, haben wir noch genug zu essen. Nach meiner Meinung sollten wir Duftkastanie als deine Hauptfrau betrachten. Was meinst du?" Becken Schnee nickte einverstanden. Auch Schatzspange und die anderen sagten: „So gehört es sich." Duftkastanie wurde darüber so verlegen, dass ihr das Blut ins Gesicht stieg, und sagte: „Ich diene dem Herrn ganz wie zuvor, wozu diese Umstände?" Die Leute begannen sie „Gnädige Frau" zu nennen, und niemand widersprach.
5
 
晴雯 Qingwen
 
Sklavenmädchen/Dienstmädchen
 
Skybright
 
Tjiu-wën
 
19
 
秋纹Qiuwen
 
Dienstmagd von Bau-yü
 
Ripple
 
Trauer um das Rote
 
1
 
悼红轩 Dao hong xuan
 
Studierstube von Tsau Hsüä-tjin
 
  
Tsai-ming
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Becken Schnee wollte zum Haus Kaufmann gehen, um sich zu bedanken. Tante Schnee und Schatzspange kamen alle herüber. Man sah sich wieder, und es wurde dies und jenes besprochen. Gerade als sie so sprachen, kam zufällig an jenem Tag der Bote mit Aufrecht Kaufmanns Familienbrief nach Hause. Er überreichte den Brief und sagte: „Der Herr wird in wenigen Tagen eintreffen." Frau König bat Orchidee Kaufmann, den Brief vorzulesen. Als Orchidee Kaufmann an die Stelle kam, wo Aufrecht Kaufmann erzählte, wie er Schatzjade leibhaftig gesehen hatte, brachen alle in Tränen aus — Frau König, Schatzspange und Dufthauch am meisten.
7
 
彩明 Caiming
 
Dienstmagd von Hsi-fëng
 
Sunshine
 
Tsai-ping
 
29
 
彩屏 Caiping
 
Dienstmagd von Hsi-tschun
 
Landscape
 
Tsai-yün
 
23
 
彩云 Caiyun
 
Dienstmagd der Dame Wang
 
Suncloud
 
Tsau Hsüä-tjin
 
1
 
曹雪芹 Cao Xueqin
 
Autor, zugleich Figur in der Rahmenhandlung
 
  
Tschun-hsiän
+
Dann legte man Aufrecht Kaufmanns Worte aus, wonach die Familie nicht traurig sein solle, da Schatzjade sich nur einen sterblichen Leib geliehen habe: „Anstatt ein Beamter zu werden und womöglich in Ungnade zu fallen, Vergehen zu begehen und Haus und Vermögen zu ruinieren — was dann schlimm wäre — , ist es besser, dass unsere Familie einen Buddha hervorgebracht hat. Das zeugt von den Verdiensten des Herrn und der gnädigen Dame, und deshalb wurde er in unserer Familie geboren. Ohne Respektlosigkeit gesagt — im Ostpalast hatte der alte Herr sich auch über ein Jahrzehnt lang in Askese geübt, ohne ein Unsterblicher zu werden; ein Buddha zu werden ist noch viel schwieriger. Wenn die gnädige Dame es so betrachtet, wird ihr Herz leichter." Frau König weinte und sagte zu Tante Schnee: „Dass Schatzjade mich verlassen hat, darüber zürne ich ihm sogar. Was mich betrübt, ist das bittere Schicksal meiner Schwiegertochter — kaum ein, zwei Jahre verheiratet, und er reißt sich mit hartem Herzen los und lässt alles liegen!" Als Tante Schnee dies hörte, war auch sie tief betrübt. Schatzspange weinte, bis sie aller Sinne beraubt war.
29
 
春纤 Chunxian
 
Dienstmagd von Lin Dai-yü
 
  
Tschu-yau
+
Die Herren waren alle draußen, und Frau König sagte: „Mein Leben lang habe ich seinetwegen Angst ausgestanden. Kaum hatte er geheiratet, die Prüfung bestanden, und man wusste, dass die Schwiegertochter guter Hoffnung war — da begann ich mich etwas zu freuen — , und nun dieses Ende! Hätte ich das gewusst, hätten wir ihn gar nicht verheiraten und das Mädchen einer anderen Familie ins Unglück stürzen sollen." Tante Schnee sagte: „Das war von Anfang an so bestimmt. Bei einer Familie wie der unseren — was gibt es da noch zu sagen? Zum Glück ist ein Kind unterwegs; wenn ein Enkel geboren wird, wird der gewiss seinen Weg machen, und dann gibt es ein gutes Ende. Schauen Sie die Älteste junge Frau an: Jetzt hat Orchidee die Prüfung bestanden, nächstes Jahr wird er den Jinshi-Grad erlangen und dann ein Amt bekleiden! All das Leid, das sie früher erduldet hat, das ist nun vorüber, und das Süße, das jetzt kommt, ist der Lohn für ihre Tugendhaftigkeit. Was das Herz unserer Tochter betrifft — das kennt die Schwester doch: Sie ist kein kaltherziger oder leichtfertiger Mensch. Die Schwester braucht sich wirklich keine Sorgen zu machen."
24
 
锄药 Chuyao
 
Sklavenjunge/junger Dienstbote
 
Ploughboy
 
Tsuee-mo
 
29
 
翠墨 Cuimo
 
Dienstmagd von Tan-tschun
 
  
Tsuee-lou
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Frau König fand Tante Schnees Worte höchst vernünftig und dachte bei sich: „Schatzspange war schon als Kind von ruhigem Gemüt und genügsamer Art, liebte die Schlichtheit — deshalb ist ihr dies widerfahren. Das Menschenleben hat wohl wirklich eine feste Bestimmung. Wenn ich sehe, wie Schatzspange zwar bitterlich weint, aber ihre würdevolle Haltung keinen Augenblick verliert, und mich sogar noch tröstet — das ist wahrhaft selten. Wer hätte gedacht, dass Schatzjade, so ein Mensch, in der irdischen Welt auch nicht das geringste Glück genießen durfte." Nachdem sie eine Weile nachgedacht hatte, fühlte sie sich etwas erleichtert. Dann dachte sie an Dufthauch: „Bei den anderen Mädchen ist die Sache nicht schwer: Die Älteren verheiratet man, die Jüngeren dienen der Zweiten jungen Frau — das ist alles. Nur mit Dufthauch — was soll man da machen?" Da zu viele Leute anwesend waren, konnte sie es jetzt nicht besprechen; sie wollte es am Abend mit Tante Schnee beraten.
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翠缕 Cuilou
 
Dienstmagd
 
Kingfisher
 
Tung-guee
 
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同贵Tonggui
 
Dienstmagd von Frau Hsüä
 
Prosper
 
Tung-hsi
 
29
 
同喜 Tongxi
 
Dienstmagd von Frau Hsüä
 
  
Turm des Großen Anblicks
+
An jenem Tag ging Tante Schnee nicht nach Hause, denn sie fürchtete, Schatzspange werde sich die Augen ausweinen, und blieb in Schatzspanges Zimmer, um sie zu trösten. Doch Schatzspange war überaus verständig. Sie dachte hin und her: „Schatzjades Natur war von jeher ungewöhnlich; eine Bestimmung aus einem früheren Leben hat ihr festes Maß — da gibt es weder Grund, den Himmel anzuklagen noch anderen Vorwürfe zu machen." Sodann erklärte sie ihrer Mutter die Zusammenhänge mit großer Einsicht.
17
 
大观楼 Daguanlou
 
Hauptgebäude des Gartens des Großen Anblicks
 
  
Ufer des Seelenflusses
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Tante Schnee fühlte sich dadurch umgekehrt getröstet und ging zu Frau König. Zuerst berichtete sie Schatzspanges Worte. Frau König nickte seufzend: „Wenn ich sagen würde, ich hätte keine Verdienste, dann hätte ich eine so gute Schwiegertochter nicht verdient." Bei diesen Worten wurde sie wieder traurig. Tante Schnee tröstete sie abermals eine Weile und brachte dann die Sprache auf Dufthauch: „Ich sehe, Dufthauch ist in letzter Zeit furchtbar abgemagert; sie denkt nur an Schatzjade. Nun, eine Hauptfrau — die sollte dem Mann die Treue halten, das versteht sich. Und eine Nebenfrau, die dies tun will, auch das kommt vor. Aber Dufthauch — obwohl sie dem Rang nach als Nebenfrau gilt — ist vor dem Herrn und der gnädigen Dame doch nie förmlich als solche eingetragen worden." Frau König sagte: „Eben daran habe ich gerade gedacht, und ich wollte es mit der Schwester besprechen. Wenn wir sie fortschicken, fürchte ich, wird sie sich nicht fügen und sich etwas antun. Wenn wir sie behalten — nun, das wäre auch eine Möglichkeit — , aber ich fürchte, der Herr wird es nicht billigen. Daher die Schwierigkeit." Tante Schnee sagte: „Der Schwager wird es gewiss nicht dulden, dass sie als Treuhaltende bleibt. Und der Schwager weiß von Dufthauchs Stellung nichts Näheres; er hält sie einfach für ein Dienstmädchen — und ein Dienstmädchen zu behalten, das gibt es doch gar nicht. Man muss nur ihre Verwandten kommen lassen und ihnen streng auftragen, eine ordentliche Partie für sie zu finden. Und dann sollte man sie reichlich ausstatten. Das Mädchen hat ein gutes Herz und ist noch jung — es wäre nicht umsonst, dass sie der Schwester so lange gedient hat, und die Schwester hätte sie wahrlich nicht schlecht behandelt. Was Dufthauchs Einverständnis betrifft, muss ich ihr noch in Ruhe zureden. Auch wenn man ihre Angehörigen kommen lässt, braucht man es ihr nicht gleich zu sagen; man wartet, bis ihre Familie tatsächlich eine gute Partie gefunden hat, wir erkundigen uns noch einmal — und wenn die Familie wirklich zu essen und zu trinken hat und der Bräutigam ordentlich aussieht — , dann erst lässt man sie gehen." Frau König hörte dies und sagte: „Das ist ein sehr guter Plan. Sonst würde der Herr es ganz abrupt regeln, und ich hätte wieder einen Menschen ins Unglück gestürzt."
1
 
灵河岸 Linghean
 
Mystischer Ort in der Rahmenhandlung
 
  
Wahngefilde der Großen Leere
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Tante Schnee nickte: „Ganz recht!" Sie redeten noch einige Worte und dann verabschiedete sie sich von Frau König und kehrte in Schatzspanges Zimmer zurück. Als sie sah, dass Dufthauchs Gesicht voller Tränenspuren war, sprach sie ihr tröstend zu und redete ihr eine Weile gut zu. Dufthauch war von Natur ehrlich und keine geschliffene Rednerin; auf jedes Wort von Tante Schnee gab sie eine Antwort, und schließlich sagte sie: „Ich bin eine Dienerin. Dass die Tante mich so achtet und solche Dinge mit mir bespricht — ich habe mich nie getraut, der gnädigen Dame zu widersprechen." Als Tante Schnee dies hörte, dachte sie: „Was für ein sanftes, fügsames Kind!" Und sie mochte sie im Herzen noch mehr. Schatzspange sprach dann noch einmal mit großer Würde über Pflicht und Vernunft, und so fand jede in ihrem Herzen Frieden.
15
 
幻境 Huanjing
 
Himmelsähnliche Vorstellung, mystischer Ort, an dem man nach buddhistischem Glauben auf seine Wiedergeburt wartet
 
  
Wang Hsi-fëng
+
Einige Tage später kehrte Aufrecht Kaufmann heim, und alle empfingen ihn. Aufrecht Kaufmann sah, dass Kaufmann Amnestie<ref>Chin. 贾赦 Jiǎ Shè, wörtl. „Begnadigung Kaufmann". Älterer Bruder von Aufrecht Kaufmann.</ref> und Zhen Kaufmann<ref>Chin. 贾珍 Jiǎ Zhēn. Oberhaupt des Stillfriede-Zweigs der Kaufmann-Familie.</ref> bereits zu Hause waren. Brüder, Onkel und Neffen begrüßten sich und erzählten ausführlich, was in der Zwischenzeit geschehen war. Danach empfingen ihn die Damen des Hauses, und man musste unwillkürlich an Schatzjade denken — wieder wurden alle eine Weile traurig. Aufrecht Kaufmann gebot ihnen Einhalt: „Das ist eine feststehende Sache, eine unumstößliche Ordnung! Jetzt muss es so sein: Wir Herren führen draußen die Geschäfte des Hauses, und ihr drinnen helft dabei. Auf keinen Fall darf es so schlampig zugehen wie früher. Was die anderen Zweige der Familie betrifft, so regelt jeder seine eigenen Angelegenheiten, da brauchen wir uns nicht einzumischen. Was unseren eigenen Zweig angeht — innen überlasse ich dir alles; aber alles muss nach Recht und Ordnung geschehen." Frau König teilte ihm mit, dass Schatzspange guter Hoffnung sei, und künftig wolle man die Dienstmädchen alle freilassen. Aufrecht Kaufmann hörte es und nickte wortlos.
2
 
王熙凤 Wang Xifeng =凤姐 Feng jie
 
Frau von Djia Liän, bildschön und dabei redegewandt und außerordentlich einfallsreich, „von tausend Männern kommt nicht einer ihr gleich“
 
  
Wang Örl-tiau
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Am nächsten Tag ging Aufrecht Kaufmann in den Palast, um bei den hohen Beamten vorzusprechen. Er sagte: „Ich bin für die kaiserliche Gnade zutiefst dankbar! Da ich aber die Trauerzeit noch nicht abgeschlossen habe — wie soll ich mich gebührend bedanken? Ich bitte die Exzellenzen um Weisung." Die Hofbeamten sagten, sie würden es dem Thron melden und um eine Verfügung bitten. Da war die kaiserliche Gnade überströmend: Der Kaiser befahl sogleich eine Audienz. Aufrecht Kaufmann trat vor und dankte dem Thron. Der Kaiser erteilte noch zahlreiche weitere gnädige Verfügungen und erkundigte sich dann nach Schatzjades Angelegenheit. Aufrecht Kaufmann berichtete wahrheitsgetreu. Der Kaiser staunte und sprach die Verfügung: Schatzjades Aufsätze seien gewiss von klarer Reinheit und Originalität; er müsse wohl ein Eingeweihter sein, der die Dinge durchschaut habe, daher sein Handeln. Hätte er bei Hofe gedient, wäre er zu hohem Amt befördert worden; da er aber den Rang und die Würden der erhabenen Dynastie nicht anzunehmen wage, solle man ihm den daoistischen Ehrentitel „Wahrer Mensch der Wunderbaren Schriften" verleihen. Aufrecht Kaufmann dankte abermals kniefällig und verließ den Palast.
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王尔调 Wang Ertiao
 
Heiratsvermittler
 
Brightie
 
Wang Schï, Frau
 
2
 
王氏Wang Shi
 
Frau von Djia Dschëng
 
  
Wassermondkloster
+
Zu Hause empfingen ihn Kette Kaufmann<ref>Chin. 贾琏 Jiǎ Liǎn, wörtl. „Kette Kaufmann". Phönixglanz' Ehemann.</ref> und Zhen Kaufmann. Aufrecht Kaufmann berichtete ihnen die Worte vom Hof, und alle freuten sich. Zhen Kaufmann meldete darauf: „Der Palast der Ning-Residenz ist vollständig wiederhergerichtet; nach entsprechender Meldung möchte ich zurückziehen. Das Kloster des Smaragdgrüns innerhalb des Gartens soll der Vierten Schwester zum stillen Verweilen überlassen werden." Aufrecht Kaufmann sagte zunächst nichts; erst nach einer längeren Pause erteilte er einige Anweisungen darüber, wie man die kaiserliche Gnade gebührend vergelten solle.
7
 
水月庵 Shui­yueyan
 
Kloster
 
  
Wee-yang = Yang-dschou
+
Kette Kaufmann nutzte die Gelegenheit und meldete: „Was Jies Heirat betrifft — der Vater und die gnädige Dame sind beide einverstanden, sie an die Familie Zhou zu verheiraten." Aufrecht Kaufmann hatte am Vorabend auch von Jies ganzer Geschichte erfahren und sagte: „Der Älteste Herr und die Älteste gnädige Dame entscheiden das. Dass das Landleben schlicht ist, macht nichts — Hauptsache, die Familie ist ehrbar und der junge Mann studiert fleißig und kann vorankommen. Die Beamten bei Hof — sind die etwa alle Stadtkinder?" Kette Kaufmann antwortete mit „Ja" und fuhr fort: „Der Vater ist schon bei Jahren und hat zudem eine Neigung zur Schleimkrankheit; er sollte sich einige Jahre der Ruhe gönnen. Alle Angelegenheiten obliegen ohnehin dem Zweiten Onkel als Oberhaupt." Aufrecht Kaufmann sagte: „Wenn du vom Landleben und der stillen Muße sprichst — das ist ganz nach meinem Sinn. Nur habe ich so tiefe kaiserliche Gnade empfangen und sie noch nicht vergolten." Damit ging Aufrecht Kaufmann hinein.
2
 
维扬 Weiyang
 
Ort
 
  
Wën-hsing
+
Kette Kaufmann schickte jemanden, um die Alte Liu<ref>Chin. 刘姥姥 Liú Lǎolao, wörtl. „Oma Liu". Einfache Bäuerin und Wohltäterin.</ref> einzuladen, und die Sache wurde besprochen. Die Alte Liu sah Frau König und die anderen und erzählte allerhand, wie man künftig in hohe Ämter aufsteigen, wie sich die Familie wieder erheben und wie die Nachkommen blühen würden.
29
 
文杏 Wenxing
 
Dienstmagd von Hsüä Bau-tschai
 
  
Yang Guee-fee
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Gerade als sie so sprachen, meldete ein Dienstmädchen: „Die Frau von Hua Zifang ist hereingekommen, um ihre Aufwartung zu machen." Frau König stellte einige Fragen. Die Frau von Hua Zifang sagte: „Verwandte haben vermittelt: Es ist die Familie Jiang aus dem Süden der Stadt. Sie haben ein Haus, Land und auch einen Laden. Der Bräutigam ist einige Jahre älter, war aber noch nie verheiratet, und vom Aussehen her ist er einer unter hundert." Frau König hörte dies und war einverstanden. Sie sagte: „Geht und richtet es aus. In einigen Tagen kommt wieder herein und holt eure Schwester ab." Frau König ließ auch noch Erkundigungen einziehen; alle sagten, es sei gut. Frau König teilte es Schatzspange mit und lud noch einmal Tante Schnee ein; dann erklärten sie es Dufthauch behutsam.
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杨贵妃 Yang Guifei
 
Nebenfrau von Tang-Kaiser Ming-huang, eigentlich Hsüan-dsung (685 – 762, Kaiser von 712 bis 756). Bau-tschai wird mit ihr verglichen.
 
  
Ying-ge
+
Dufthauch war untröstlich, wagte aber nicht, sich zu widersetzen. In ihrem Herzen dachte sie an jenes Jahr, als Schatzjade bei ihr zu Hause gewesen war und danach gesagt hatte, er wolle lieber sterben, als dass sie dorthin zurückgehe: „Nun entscheidet die gnädige Dame über meinen Kopf hinweg. Sage ich, ich wolle treubleiben, dann heißt es, ich hätte keine Scham. Gehe ich aber — es ist wahrhaftig nicht mein Herzenswunsch." So weinte sie, bis sie vor Schluchzen nicht mehr sprechen konnte. Doch Tante Schnee und Schatzspange und die anderen redeten ihr dringend zu, und Dufthauch besann sich eines anderen: „Wenn ich hier sterbe, verderbe ich der gnädigen Dame ihren guten Willen. Wenn ich schon sterben will, dann zu Hause." So nahm Dufthauch unter Tränen Abschied von allen. Als die Schwestern sich trennten, war der Schmerz natürlich kaum zu ertragen.
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鹦哥 Yingge
 
Dienstmagd von Lin Dai-yü
 
Parrot
 
Ying-örl
 
7
 
莺儿 Ying’er
 
Dienstmagd von Hsüä Bau-tschai
 
Oriole
 
Ying-wu
 
29
 
鹦鹉 Yingwu
 
Dienstmagd der Herzoginmutter
 
  
Yin-tjüan
+
Dufthauch, fest entschlossen zu sterben, stieg in die Sänfte und fuhr heim. Als sie ihren Bruder und ihre Schwägerin sah, weinte sie ebenfalls, konnte aber kein Wort herausbringen. Hua Zifang zeigte ihr alle Brautgeschenke der Familie Jiang und führte sie dann Stück für Stück durch die Aussteuer, die er besorgt hatte: „Dies hat die gnädige Dame geschenkt, jenes wurde angeschafft." Dufthauch konnte erst recht nichts mehr sagen. Nachdem sie zwei Tage dageblieben war, überlegte sie gründlich: „Mein Bruder hat alles richtig gemacht. Wenn ich im Haus meines Bruders sterbe, schade ich ihm doch nur!" Sie dachte tausendfach hin und her, nach links und rechts — es gab keinen Ausweg. Ihr zarter Seidenfaden eines Herzens war beinahe zerrissen, und sie konnte nur noch ausharren.
24
 
引泉 Yinquan
 
Sklavenjunge/junger Dienstbote
 
  
You-schï
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Als der glückverheißende Hochzeitstag gekommen war, stieg Dufthauch — sie war eben nicht die forsche Art — still und ergeben in die Sänfte und fuhr los, im Herzen dachte sie, dort angekommen werde sie einen Entschluss fassen. Doch wer hätte gedacht, dass die Familie Jiang die Sache überaus gewissenhaft betrieb und alles nach den Regeln einer Hauptfrau einrichtete! Kaum war sie durch das Tor getreten, nannten Mägde und Dienerinnen sie „gnädige Frau". Dufthauch wollte nun hier sterben, fürchtete aber, der Familie Schaden zuzufügen und deren aufrichtige Güte zu verraten. In jener Nacht weinte sie und wollte sich nicht fügen, doch der Bräutigam war von solch zärtlicher Fürsorge und solchem Feingefühl, dass er geduldig auf sie einging.
5
 
尤氏 Youshi
 
Ehefrau von Djia Dschën
 
  
Yüan-yang
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Am nächsten Tag, als die Truhen geöffnet wurden, erblickte der Bräutigam ein scharlachrotes Schweißtuch und erkannte, dass sie eine Dienerin Schatzjades gewesen war. Zuvor hatte er nur gewusst, sie sei eine Kammerfrau der alten Fürstin gewesen, und hätte nie gedacht, dass es Dufthauch war. Nun war dieser Jiang Yuhan, und als er an Schatzjades frühere Freundschaft zu ihm dachte, überkam ihn ein Gefühl von Beschämung und Ehrfurcht. Er wurde noch aufmerksamer um sie. Absichtlich holte er das kiefernblütengrüne Schweißtuch hervor, das Schatzjade einst mit ihm getauscht hatte. Als Dufthauch es sah, erkannte sie, dass dieser Herr Jiang niemand anderer als Jiang Yuhan war, und erst jetzt glaubte sie daran, dass die Ehe vom Schicksal vorherbestimmt war. Dufthauch erzählte daraufhin, was sie auf dem Herzen hatte. Jiang Yuhan seufzte tief und zollte ihr Bewunderung; er wagte nicht, sie zu bedrängen, und wurde nur noch zärtlicher und rücksichtsvoller. So war der armen Dufthauch wahrlich jeder Ausweg zum Sterben genommen.
20
 
鸳鸯 Yuan­yang
 
Dienstmagd der Herzoginmutter
 
Faithful
 
Yü-tschuan
 
25
 
玉钏 Yuchuan
 
Dienstmagd von Djia Huan
 
Silver
 
Zehn-Li-Straße
 
12
 
十里街 Shilijie
 
Ort
 
  
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Verehrter Leser, höre: Obwohl die Dinge vorherbestimmt sind und es kein Entrinnen gibt — doch wenn es um pflichtbewusste Söhne und einsame Staatsdiener geht, um treue Gatten und tugendhafte Frauen, dann kann man sich mit dem Wort „unvermeidlich" nicht in jedem Fall herausreden. Darum steht Dufthauch auch nur im „Ergänzungsregister". Es ist wie in dem alten Gedicht über den Pfirsichblüten-Tempel:
  
Anhang: Das Jung-Guo-Anwesen in heutiger Darstellung (Ausschnitt)
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Seit Urzeiten ist das Schwerste nur der eine Tod;
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Herzzerreißend war es nicht allein für die Frau von Xi.
  
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Von Dufthauchs neuem Lebensabschnitt sei nicht weiter die Rede. Nun aber zu Regendorf Kaufmann<ref>Chin. 贾雨村 Jiǎ Yǔcūn. Aufsteigender Beamter aus dem ersten Kapitel, homophon mit „vorgetäuschte Worte".</ref>: Er war wegen Bestechung und Erpressung verurteilt worden. Nachdem das Urteil feststand, traf ihn die große Amnestie, und er wurde als einfacher Bürger in seine Heimat zurückgeschickt. Regendorf Kaufmann schickte seine Familie voraus und reiste selbst nur mit einem Burschen und einem Karren voll Gepäck. Als er an den Strudelbachübergang der Erweckungsfurt gelangte, kam ein Daoist aus der Grashütte am Fährufer heraus und empfing ihn mit Handschlag. Regendorf Kaufmann erkannte ihn als Zhen Wahrheitsverberger<ref>Chin. 甄士隐 Zhēn Shìyǐn. Gelehrter aus dem ersten Kapitel, homophon mit „wahrlich verborgen".</ref> und verbeugte sich ebenfalls eilig. Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Werter Herr Kaufmann, seid Ihr seit unserer Trennung wohlauf?" Regendorf Kaufmann erwiderte: „Verehrter Unsterblicher, so seid Ihr also wirklich der alte Herr Zhen! Warum wolltet Ihr mich bei unserer letzten Begegnung von Angesicht zu Angesicht nicht erkennen? Als ich später von dem Brand erfuhr, der die Grashütte zerstörte, war ich zutiefst bestürzt. Dass ich Euch heute wiedersehe — ich bewundere nur die Tiefe Eures Weges und Eurer Tugend! Leider bin ich selbst von unbelehrbarer Dummheit und habe es so weit gebracht." Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Als Ihr, verehrter Herr, in hohem Amt und hohen Ehren standet, wie hätte ein armer Daoist gewagt, sich zu erkennen zu geben? Doch als alter Bekannter wagte ich ein offenes Wort — nur nahm es der gnädige Herr nicht an. Indessen sind Reichtum und Armut, Glück und Unglück nie zufällig. Dass wir uns heute wiedertreffen, ist auch eine bemerkenswerte Fügung. Hier in der Nähe liegt meine kleine Einsiedelei — wollt Ihr nicht eintreten und plaudern?" Regendorf Kaufmann folgte freudig der Einladung.
  
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Die beiden gingen Arm in Arm, der Bursche folgte mit dem Karren. Sie kamen zu einer Strohhütte. Zhen Wahrheitsverberger bat Regendorf Kaufmann einzutreten und Platz zu nehmen; ein Knabe brachte Tee. Regendorf Kaufmann bat den verehrten Unsterblichen, ihm von Anfang und Ende seiner Weltabkehr zu erzählen. Zhen Wahrheitsverberger lachte und sagte: „In einem einzigen Augenblick der Erkenntnis wandelt sich die ganze irdische Welt. Ihr, werter Herr, kommt aus dem Getriebe von Glanz und Überfluss — kennt Ihr nicht den Schatzjade im Lande von Weichheit und Reichtum?" Regendorf Kaufmann antwortete: „Wie sollte ich ihn nicht kennen? Unlängst ging das Gerücht um, auch er sei in die Leere eingegangen. Ich selbst hatte seinerzeit mehrfach mit ihm verkehrt — nie hätte ich gedacht, dass er so entschieden handeln würde." Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Mitnichten. Diese wundersame Verknüpfung kenne ich seit langem. Damals, noch bevor ich mit Euch an meinem alten Tor in der Gasse der Menschenfreundlichkeit plauderte, hatte ich ihn bereits einmal getroffen." Regendorf Kaufmann fragte verwundert: „Die Hauptstadt ist weit entfernt von Eurer Heimat — wie konntet Ihr ihn sehen?" Zhen Wahrheitsverberger antwortete: „Im Geiste waren wir schon lange vertraut." Regendorf Kaufmann sprach: „Wenn es so ist, dann kennt der Unsterbliche gewiss auch Schatzjades Verbleib." Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Jade — das ist eben Jade. In jenem Jahr, noch bevor über die Häuser Rong und Ning die Beschlagnahme hereinbrach, an dem Tag, als Schatzspange und Kajaljade getrennt wurden — da hatte dieser Jade-Stein die Welt bereits verlassen: erstens, um dem Unheil auszuweichen, und zweitens, um die Vereinigung zu bewirken. Damit war die Bestimmung aus einem früheren Leben erfüllt, und Form und Substanz kehrten zur Einheit zurück. Dann zeigte er noch einmal kurz seine übernatürliche Kraft, bestand die hohe Prüfung und zeugte einen edlen Sohn — damit erwies sich dieser Jade-Stein als ein vom Himmel und der Erde geschmiedetes Wunderwerk, das sich mit nichts Irdischem vergleichen lässt. Einst brachten ihn der nebelverhangene Große Gelehrte und der unfassbare Wahre Mensch in die Menschenwelt herab; nun, da sein irdisches Karma erschöpft ist, nehmen ihn dieselben zwei wieder mit an seinen Ursprungsort zurück — das ist Schatzjades Verbleib."
  
1. Haupttor
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Regendorf Kaufmann hörte zu; obwohl er nicht alles verstand, begriff er doch vier oder fünf Zehntel. Er nickte seufzend: „So verhält es sich also — das wusste ich nicht. Aber wenn Schatzjade eine solche Herkunft hat, warum war er dann so tief in Leidenschaft verstrickt und hat dann wieder so plötzlich zur Erleuchtung gefunden? Ich bitte um weitere Belehrung." Zhen Wahrheitsverberger lachte: „Wenn ich dies erkläre, wird der Herr es vielleicht nicht ganz verstehen. Das Land der Großen Leere und der Illusionen ist in Wahrheit das Land des wahren So-Seins und der Seligkeit. Zweimal hat er die Schicksalsbücher durchblättert — darin liegt der Weg von Anfang und Ende; sein ganzes Leben stand klar vor ihm geschrieben — wie hätte er nicht erwachen sollen? Wenn die Wunderpflanze zur Wahrheit zurückkehrt, ist es dann nicht selbstverständlich, dass auch der Magische Jade in seinen Urzustand zurückfindet?"
2. Äußeres Tor
 
3. Große Südhalle
 
4. Inneres Tor
 
5. Halle des Blühenden Glücks
 
6. Tor der Hängenden Blumen
 
7. Durchgangshalle mit aufgestelltem Paravent
 
8. Blumenpavillon der Herzoginmutter
 
9. Haupträume der Herzoginmutter
 
10. Hof von Wang Xifeng (im Roman: Wang Hsi-fëng)
 
11. Studierzimmer von Jia Zheng (im Roman: Djia Dschëng)
 
12. Hof von Jia She (im Roman: Djia Schë)
 
13. Großes Schwarzöl-Tor
 
14. West-Tor
 
Anhang: Übersichtskarte des Nachbaus des Gartens des Großen Anblicks (大观院) in Peking
 
  
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Regendorf Kaufmann hörte zu, verstand es aber nicht. Er erkannte, dass es sich um himmlische Geheimnisse handelte, und wagte nicht weiter zu fragen. So sagte er: „Von Schatzjades Angelegenheit habe ich nun gehört. Doch von den Damen unseres Clans gibt es so viele — warum ist das Ende von der Kaiserlichen Gemahlin angefangen bei allen so gewöhnlich?" Zhen Wahrheitsverberger seufzte: „Werter Herr, nehmt mir meine offenen Worte nicht übel. Die Damen Eures erlauchten Hauses kamen allesamt aus dem Himmel der Leidenschaften und dem Meer des Karmas. Im Allgemeinen gilt für die Frauen aller Zeiten: Das Wort 'Ausschweifung' darf gewiss nicht übertreten werden, doch auch das Wort 'Gefühl' sollte man besser nicht berühren. Darum sind Cui Yingying und Su Xiaoxiao nichts als Himmelswesen mit irdischem Herzen; Song Yu und Sima Xiangru sind große Dichter mit sündiger Zunge. Sobald sich aber die Empfindungen verwickeln und verfangen, ist das Ende stets unselig."
  
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Als Regendorf Kaufmann dies hörte, strich er sich unwillkürlich über den Bart und seufzte lang. Dann fragte er noch: „Darf ich den Unsterblichen fragen: Die beiden Häuser Rong und Ning — werden sie je wieder so blühen wie zuvor?" Zhen Wahrheitsverberger antwortete: „Dass Gutes belohnt und Böses bestraft wird, ist ein Grundsatz aller Zeiten. Gegenwärtig gilt für die beiden Häuser Rong und Ning: Wer gut handelt, pflegt sein Verdienst, wer böse gehandelt hat, bereut sein Vergehen. Dass dereinst Orchidee und Cassia gemeinsam duften und das Haus zu seiner alten Pracht zurückfindet, ist der natürliche Lauf der Dinge." Regendorf Kaufmann senkte eine geraume Weile den Kopf und sagte dann plötzlich lachend: „Ja, so ist es! In jenem Hause gibt es einen namens Orchidee, der bereits die Provinzialprüfung bestanden hat — das entspricht genau dem Zeichen 'Orchidee'. Soeben sagtet Ihr 'Orchidee und Cassia duften gemeinsam' und zuvor, Schatzjade habe eine 'hohe Prüfung bestanden und einen edlen Sohn gezeugt' — sollte das bedeuten, dass er einen nachgeborenen Sohn hat, der einst zu höchsten Ehren aufsteigen wird?" Zhen Wahrheitsverberger lächelte fein: „Das gehört der Zukunft an und lässt sich nicht im Voraus sagen."
  
Abbildung auf einem Schild am Eingang des Gartens. Foto: Martin Woesler
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Regendorf Kaufmann wollte noch weiter fragen, doch Zhen Wahrheitsverberger antwortete nicht mehr. Er ließ eine einfache Mahlzeit auftragen und lud Regendorf Kaufmann zum Essen ein. Nach dem Mahl wollte Regendorf Kaufmann noch nach seinem eigenen weiteren Schicksal fragen. Doch Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Werter Herr, ruht Euch in der Einsiedelei ein wenig aus. Ich habe noch ein Stück irdische Bindung ungelöst, das ich heute noch vollenden muss." Regendorf Kaufmann fragte erstaunt: „Verehrter Meister, bei Eurer reinen Übung — welche irdische Bindung sollte da noch bestehen?" Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Es ist nichts weiter als ein Stück Vater-Tochter-Liebe." Regendorf Kaufmann hörte dies und war noch erstaunter: „Darf ich fragen, was der Meister damit meint?" Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Werter Herr, Ihr wisst es nicht. Meine kleine Tochter Heldenlotus geriet in jungen Jahren in das Unheil der irdischen Welt; als Ihr, werter Herr, damals zum ersten Mal ein Amt bekleidetet, habt Ihr über ihren Fall geurteilt. Nun gehört sie der Familie Schnee an; sie wird bei einer schweren Geburt ihr Karma vollenden und einen Sohn hinterlassen, der den Stamm der Familie Schnee weiterführen wird. Jetzt ist die Stunde gekommen, da ihre irdischen Bande sich vollends lösen — ich muss sie nur noch hinübergeleiten." Mit diesen Worten schüttelte Zhen Wahrheitsverberger die Ärmel und erhob sich. Regendorf Kaufmann war benommen und verwirrt; er schlief dort in der Grashütte am Strudelbachübergang der Erweckungsfurt ein.
  
1. Haupttor (大观院正门)
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Zhen Wahrheitsverberger aber ging, um Duftkastanie hinüberzugeleiten. Er brachte sie in das Land der Großen Leere und der Illusionen und übergab sie der Feengöttin der Ernüchterung, damit diese den Eintrag im Schicksalsbuch vervollständige. Kaum hatte er den Ehrenbogen passiert, da kamen der Mönch und der Daoist schwebend herbei. Zhen Wahrheitsverberger empfing sie und sprach: „Großer Gelehrter, Wahrer Mensch — ich gratuliere! Ich beglückwünsche Euch! Sind alle Schicksalsbande abgelöst und klar abgerechnet?" Der Mönch und der Daoist sprachen: „Die Schicksalsbande sind noch nicht ganz gelöst; doch jener törichte Gegenstand ist bereits zurückgekehrt. Wir müssen ihn noch an seinen Ursprungsort bringen und die letzten Dinge seiner Erdenwanderung verzeichnen — sonst wäre seine Reise in die Welt umsonst gewesen." Zhen Wahrheitsverberger hörte dies und verabschiedete sich mit einer Verbeugung. Der Mönch und der Daoist trugen den Jade-Stein zum Fuß des Blauen Felsgrats und legten Schatzjade an jene Stelle, wo Nüwa einst den Himmel geflickt hatte. Dann zogen sie jeder seines Weges und streiften durch die Wolken. Von da an hieß es:
2. Zickzack-Weg zur Ruhe (曲径通幽处)
 
3. Duftgetränkter Pavillon (沁芳亭)
 
4. Hof der Freude am Roten (怡红院)
 
5. Herberge am Hsiau-hsiang-Fluß (潇湘馆)
 
6. Heiteres Herbstatelier (秋爽斋)
 
7. Halle des Morgengrüns (晓翠堂)
 
8. Pavillon des tropfenden Grüns (滴翠亭)
 
9. Duftreisdorf (稻香村)
 
10. Laube des Knöterichwin­des (蓼风轩)
 
11. Nest des warmen Duftes (暖香坞)
 
12. Hütte der duftenden Was­sernüsse (藕香榭)
 
13. Schilfschneekloster (芦雪庵)
 
14. Kloster Gefangenes Grün (栊翠庵)
 
15. Rotduftgarten (红香圃)
 
16. Päonien-Pavillon (牡丹亭)
 
17. Blütenblätterschwarm (花溆)
 
18. Buntseidenhaus (缀锦楼)
 
19. Hengyou-Garten (衡[艹尤]苑)
 
20. Halle der Dankbarkeit, Gü­te, Gedenkens und der Gerechtigkeit (顾恩思义殿)
 
21. Haus des Großen Anblicks (大观楼)
 
22. Duftbewahrender Pavillon (含芳阁)
 
23. Buntseidenpavillon (缀锦阁)
 
24. Haus der Kristallbach (凹晶溪馆)
 
25. Halle der edlen Schösslinge (嘉萌堂)
 
26. Villa des Jadegrünen Hügels (凸碧山庄)
 
27. Halle der Ulmenschösslin­ge (榆萌堂)
 
28. Hintertür (后门)
 
29. Westtor (西角门)
 
30. Osttor (东角门)
 
31. Duftgetränkte Schleu­sen­brücke (沁芳闸桥)
 
32. Villa für Verwandte aus den Provinzen (省亲别墅坊)
 
Anhang: Biographische Notiz zum Herausgeber
 
  
Martin Woesler ist Sinologe und Übersetzer, Professor für Interkulturelle Kommunikation und Leiter des Sprachbereichs Chinesisch an der Hoch­schule für Angewandte Sprachen, SDI München. Er überarbeitete die Übersetzung der ersten beiden Teile des Romans seines Übersetzer-Kollegen Rainer Schwarz und übersetzte den dritten Teil. Für die Herausgabe schrieb er ein Vorwort, fügte Illustrationen, Stammbaum, Namens- und Ortsverzeichnis sowie Lagepläne hinzu.
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Jenseitige Geschichten, jenseitig überliefert;
Für die Übersetzung und Herausgabe des Traums der Roten Kammer wurde er mit dem mit 10.000 Euro dotierten Preis „Desideratum 2007“ der „European Science & Scholarship Association e.V.“ ausgezeichnet. Daneben übersetzte er zahlreiche chinesische Autoren des 20. Jahrhunderts und für die Frankfurter Buchmesse 2009 (Gastland China), auch den umstrittenen Gegenwartsroman Mian Mian: Panda Sex, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch.
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Zwei Wandlungen einer Person, eine einzige Person.
  
Hinweise des Verlags
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Eines Tages kam der Daoist der Leere abermals am Blauen Felsgrat vorbei und sah, dass der überzählige Stein von Nüwas Himmelsflickung noch immer dort lag, die Schriftzeichen darauf noch genauso deutlich wie zuvor. Er las alles noch einmal von Anfang bis Ende sorgfältig durch und sah, dass hinter dem Schlussvers noch allerlei Nachträge über die letzten Verknüpfungen und Auflösungen der Schicksale standen. Er nickte seufzend: „Als ich seinerzeit die wundersame Geschichte des Steines fand, meinte ich, sie könne in der Welt verbreitet werden und als ungewöhnliche Erzählung gelten; deshalb schrieb ich sie ab. Doch damals fehlte das Ende, die Rückkehr zum Ursprung. Wer weiß, wann diese schöne Fortsetzung dazukam? Nun weiß ich: Der Stein ist einmal in die Welt hinabgestiegen, hat sein Licht hervorpoliert und die vollkommene Erleuchtung erlangt — da bleibt ihm wahrlich nichts mehr zu bedauern. Ich fürchte nur, mit den Jahren könnten die Schriftzeichen verblassen und Fehler entstehen. Lieber schreibe ich alles noch einmal ab, suche in der Welt einen müßigen Menschen ohne Geschäfte und bitte ihn, die Geschichte zu verbreiten. Dann wird man erkennen: Wundersam und doch nicht wundersam, gewöhnlich und doch nicht gewöhnlich, wahr und doch nicht wahr, falsch und doch nicht falsch. Vielleicht erwachen die Müden des Staubes aus ihrem Traum und der Kuckucksruf lockt sie heim; vielleicht heißt der gastfreundliche Berggeist sie willkommen und lässt den Stein zum Flug aufsteigen — wer weiß?"
  
Der vorliegende Roman ist auch in einer limitierten, nummerierten, gebundenen Ausgabe (Rundrücken) auf Munken Print-Papier erschienen, mit Schutzumschlag, 3 Bände.
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Mit diesem Gedanken schrieb er alles noch einmal ab, steckte es in den Ärmel und ging in jene glanzvolle, blühende Gegend. Er suchte überall, doch alle, die er fand, waren entweder damit beschäftigt, Verdienste zu erwerben und eine Laufbahn einzuschlagen, oder damit, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen — keiner hatte die Muße, mit einem Stein zu plaudern! Schließlich gelangte er zur Grashütte am Strudelbachübergang der Erweckungsfurt. Dort schlief jemand. Der Daoist der Leere dachte, dies müsse ein Müßiggänger sein, und wollte ihm die Abschrift des „Steinernen Berichts" zeigen — doch jener Mensch war nicht wachzubekommen. Der Daoist der Leere rüttelte kräftig an ihm, und endlich öffnete er langsam die Augen und setzte sich auf. Er nahm das Manuskript und überflog es flüchtig, dann warf er es hin und sagte: „Diese Dinge habe ich alle selbst mit eigenen Augen gesehen und kenne sie bis ins Letzte. Was du da abgeschrieben hast, enthält keine Fehler. Ich will dir nur den einen Menschen nennen, dem du es anvertrauen kannst, damit er diese frische Begebenheit zum Abschluss bringe." Der Daoist der Leere fragte hastig: „Wer ist es?" Jener Mann antwortete: „Du musst in einem gewissen Jahr, einem gewissen Monat, an einem gewissen Tag, zu einer gewissen Stunde, zu einem Ort namens 'Pavillon der Trauer um das Rot' gehen. Dort lebt ein Herr Cao Xueqin. Sage ihm nur: 'Regendorf Kaufmann sagt' — und bitte ihn, so und so zu verfahren." Damit legte er sich wieder hin und schlief ein.
  
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Der Daoist der Leere prägte sich diese Worte fest ein. Es vergingen dann noch wer weiß wie viele Weltalter und Äonen, bis er tatsächlich einen Pavillon der Trauer um das Rot fand und den Herrn Cao Xueqin sah, der dort gerade alte Geschichtswerke durchblätterte. Der Daoist der Leere überbrachte ihm Regendorf Kaufmanns Worte und zeigte ihm den „Steinernen Bericht". Herr Cao Xueqin lachte und sagte: „Das sind also wirklich 'Regendorf Kaufmanns Worte'!" Der Daoist der Leere fragte: „Woher kennt Ihr diesen Menschen, dass Ihr bereit seid, seine Geschichte zu überliefern?" Herr Cao Xueqin lachte: „Man nennt dich 'Leer', und in der Tat ist dein Inneres leer! Wenn es doch 'erfundenes Dorfgeschwätz' ist — solange es frei von Schreibfehlern, Abweichungen und Widersprüchen ist, kann man es mit zwei, drei gleichgesinnten Freunden nach dem Wein und nach der Mahlzeit, an regnerischen Abenden beim Kerzenschein, zur Vertreibung der Langeweile genießen. Dazu braucht es keine Empfehlung großer Gelehrter, die es der Nachwelt überliefern. Wenn du aber so nach den Wurzeln gräbst und den Grund suchst, dann bist du einer, der ein Boot mit eingekerbtem Bord sucht oder mit festgeleimtem Steg die Laute stimmt." Der Daoist der Leere hörte dies, warf den Kopf zurück und lachte laut zum Himmel empor, schleuderte die Abschrift zu Boden und schwebte davon. Im Gehen rief er: „Es war also nichts als ausgeschmückter Unsinn! Nicht nur der Verfasser weiß es nicht, der Abschreiber weiß es nicht, und auch der Leser weiß es nicht. Es ist nichts als ein Spiel des Pinsels, zur Ergötzung des Gemüts und zur Befriedigung der Natur!"
  
Bd 14 (3 Bde.)
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Spätere Leser, die diese Erzählung sahen, haben ebenfalls vier Verszeilen als Nachwort verfasst, die über die Einleitung des Verfassers noch einen Schritt hinausgehen. Sie lauten:
Tsau Hsüä-tjin, Gau Ë
 
Der Traum der Roten Kammer oder
 
Die Geschichte vom Stein
 
herausgegeben und mit einem Vorwort von Martin Woesler, mit einem Nachwort von Hartmut Walravens
 
Bochum: Europäischer Universitätsverlag 2006-2007, 3 Bde., ISBN 978-3-86515-010-3 (3-86515-010-1), € 59 pro Teilbd., Bd. I Tsau Hsüä-tjin, Übers. Rainer Schwarz 2006 978-3-86515-011-0 (3-86515-011-X), Bd. II Tsau Hsüä-tjin, Übers. Rainer Schwarz 2006 978-3-86515-012-7 (3-86515-012-8), Bd. III Tsau Hsüä-tjin, Gau Ë, Übers. Martin Woesler 2007 978-3-86515-013-4 (3-86515-013-6)
 
  
Zu Teil 1
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Wo es bitter wird, da wird das Absurde erst recht traurig.
Die Göttin Nüwa verwendet den 36501. Stein nicht mehr für die Reparatur des Himmelsdaches. Dieser ernährt daraufhin eine Blume mit Tautropfen. Schließlich wird der Stein als Protagonist Djia Bau-yü wiedergeboren, dem der Tau in Form von Tränen vergolten werden muss. Der Roman berichtet vom Aufwachsen Bau-yüs mit seinen Cousinen im ‘Garten des Großen Anblicks’ vor dem Hintergrund des Aufstiegs und Niedergangs der Beamtenfamilie Djia in der Zeit der letzten Kaiser der Ming-Dynastie. Der autobiographische Hintergrund ist jedoch der der ersten Kaiser der mandschurischen Tjing-Dynastie (1644-1911).
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Von jeher ist alles ein und derselbe Traum;
Bau-yü verbringt mit seinen Cousinen beinahe unbeschwerte Kinder- und Jugendtage.
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Lacht nicht über die Torheit der Welt!
Im ersten Teil des Romans entwickelt sich eine Dreiecksbeziehung zwischen dem talentierten, androgynen Djia Bau-yü, der draufgängerischen und pragmatischen Hsüä Bau-tschai und der sehnsüchtig-liebenden, intelligenten, aber kränklichen Lin Dai-yü.
 
  
Zu Teil 2
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Bau-yü, talentierter Sohn der einflussreichen Großfamilie Djia, wächst zusammen mit seinen Cousinen beinahe unbeschwert im paradiesähnlichen ‘Garten des Großen Anblicks’ auf. Im zweiten Teil des Romans erlebt er die Degeneration und den moralischen Verfall seiner Familie, den politischen und finanziellen Abstieg. Die heile Welt der Kindheit droht beim Übergang in die Jugend zu zerbrechen.
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<small>Basierend auf der Cheng-Jia-Ausgabe (程甲本). Übersetzung: Martin Woesler, 4. Auflage 2026.</small>
Zeichen drohenden Unheils überschatten die Liebe des androgynen Djia Bau-yü zu seiner hingebungsvollen aber kränklichen, still leidenden und schicksalsergebenen Cousine Lin Dai-yü.
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<references />
Hat ihre Liebe in einer Zeit arrangierter Ehen und vor dem Hintergrund des familiären Niedergangs eine Zukunft?
 
 
 
Zu Teil 3
 
Nach und nach heiraten die zwölf Mädchen des Gartens des Großen Anblicks und ziehen weg. Auch Djia Bau-yü glaubt, seine Kusine Lin Dai-yü zu ehelichen. Doch als der Schleier gelüftet wird, ist es Hsüä Bau-tschai. Lin Dai-yü stirbt zur selben Zeit vor Kummer.
 
Der Garten verwaist. Der Jadestein geht verloren. Die Familie fällt beim Kaiser in Ungnade, die Titel werden entzogen. Das Anwesen wird ausgeraubt und geplündert. Einige Familienmitglieder werden verhaftet und verbannt. Die Herzogin-mutter stirbt. Der Niedergang der Großfamilie Djia scheint besiegelt.
 
Erst nachdem Djia Bau-yü sein vorherbestimmtes Schicksal versteht und sich zu einem Leben als buddhistischer Mönch entschließt, wendet sich das Blatt: Djia Bau-yü besteht die Staatsprüfungen zusammen mit seinem Vetter Djia Lan. Titel, Ruf und Güter werden wiederhergestellt. Die Familie Djia blickt mit Djia Lan und Bau-yüs Sohn Djia Guee einer glücklichen Zukunft entgegen.  
 
Aber wo ist Bau-yü?
 
 
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Latest revision as of 19:30, 28 April 2026

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中文原文 (程甲本 1982) Deutsche Übersetzung (4. Auflage Woesler 2026)

第一百二十回 甄士隐详说太虚情 贾雨村归结红楼梦 话说宝钗听秋纹说袭人不好,连忙进去瞧看,巧姐儿同平儿也随着。走到袭人炕前,只见袭人心痛难禁,一时气厥。宝钗等用开水灌了过来,仍旧扶他睡下;一面传请大夫。巧姐儿因问宝钗道:“袭人姐姐怎么病到这个样儿?”宝钗道:“大前儿晚上哭伤了心了,一时发晕栽倒了。太太叫人扶他回来,他就睡倒了。因外头有事,没有请大夫瞧他,所以致此。”说着,大夫来了,宝钗等略避。大夫看了脉,说是急怒所致,开了方子,去了。 原来袭人模糊听见说宝玉若不回来,便要打发屋里的人都出去,一急,越发不好了。到大夫瞧后,秋纹给他煎药,他各自一人躺着,神魂未定。好像宝玉在他面前,恍惚又像是见个和尚,手里拿着一本册子揭着看。还说道:“你不是我的人,日后自然有人家儿的。”袭人似要和他说话,秋纹走来说:“药好了,姐姐吃罢。” 袭人睁眼一瞧,知是个梦,也不告诉人。吃了药,便自己细细的想:“宝玉必是跟了和尚去。上回他要拿玉出去,便是要脱身的样子。被我揪住,看他竟不像往常,把我混推混搡的,一点情意都没有;后来待二奶奶更生厌烦,在别的姊妹跟前也是没有一点情意:这就是悟道的样子。但是你悟了道,抛了二奶奶怎么好?我是太太派我服侍你,虽是月钱照着那样的分例,其实我究竟没有在老爷、太太跟前回明,就算了你的屋里人。若是老爷、太太打发我出去,我若死守着,又叫人笑话;若是我出去,心想宝玉待我的情分,实在不忍。”左思右想,万分难处。想到刚才的梦:“说我是别人的人,那倒不如死了干净!” 岂知吃药以后,心痛减了好些,也难躺着,只好勉强支持。过了几日,起来服侍宝钗。宝钗想念宝玉,暗中垂泪,自叹命苦。又知他母亲打算给哥哥赎罪,很费张罗,不能不帮着打算。暂且不表。 且说贾政扶贾母灵柩,贾蓉送了秦氏、凤姐、鸳鸯的棺木,到了金陵,先安了葬。贾蓉自送黛玉的灵也去安葬。贾政料理坟墓的事。一日,接到家书,一行一行的看到宝玉、贾兰得中,心里自是喜欢;后来看到宝玉走失,复又烦恼,只得赶忙回来。在道儿上又闻得有恩赦的旨意;又接着家书,果然赦罪复职:更是喜欢,便日夜趱行。 一日,行到毘陵驿地方,那天乍寒下雪,泊在一个清静去处。贾政打发众人上岸投帖辞谢朋友,总说即刻开船,都不敢劳动。船上只留一个小厮伺候,自己在船中写家书,先要打发人起早到家。写到宝玉的事,便停笔。抬头忽见船头上微微的雪影里面一个人,光着头,赤着脚,身上披着一领大红猩猩毡的斗篷,向贾政倒身下拜。贾政尚未认清,急忙出船,欲待扶住,问他是谁。那人已拜了四拜,站起来打了个问讯。贾政才要还揖,迎面一看,不是别人,却是宝玉。贾政吃一大惊,忙问道:“可是宝玉么?”那人只不言语,似喜似悲。贾政又问道:“你若是宝玉,如何这样打扮,跑到这里来?”宝玉未及回言,只见船头上来了两人:一僧一道,夹住宝玉道:“俗缘已毕,还不快走!”说着,三个人飘然登岸而去。贾政不顾地滑,疾忙来赶,见那三人在前,那里赶得上。只听得他们三人口中不知是那个作歌曰: 我所居兮青埂之峰,我所游兮鸿蒙太空。 谁与我逝兮吾谁与从,渺渺茫茫兮归彼大荒。 贾政一面听着,一面赶去,转过一小坡,倏然不见。贾政已赶得心虚气喘,惊疑不定。回过头来,见自己的小厮也随后赶来,贾政问道:“你看见方才那三个人么?”小厮道:“看见的。奴才为老爷追赶,故也赶来。后来只见老爷,不见那三个人了。”贾政还欲前走,只见白茫茫一片旷野,并无一人。贾政知是古怪,只得回来。 众家人回船,见贾政不在舱中,问了船夫,说是老爷上岸追赶两个和尚、一个道士去了。众人也从雪地里寻踪迎去,远远见贾政来了,迎上去接着,一同回船。 贾政坐下,喘息方定,将见宝玉的话说了一遍。众人回禀,便要在这地方寻觅。贾政叹道:“你们不知道。这是我亲眼见的,并非鬼怪。况听得歌声,大有玄妙。宝玉生下时衔了玉来,便也古怪,我早知是不祥之兆。为的是老太太疼爱,所以养育到今。便是那和尚、道士,我也见了三次:头一次,是那僧、道来说玉的好处;第二次,便是宝玉病重,他来了,将那玉持诵了一番,宝玉便好了;第三次,送那玉来,坐在前厅,我一转眼就不见了。我心里便有些诧异,只道宝玉果真有造化,高僧仙道来护佑他的。岂知宝玉是下凡历劫的,竟哄了老太太十九年,如今叫我才明白。”说到这里,掉下泪来。 众人道:“宝二爷果然是下凡的和尚,就不该中举人了,怎么中了才去?”贾政道:“你们那里知道。大凡天上星宿,山中老僧,洞里的精灵,他自具一种性情。你看宝玉何尝肯念书?他若略一经心,无有不能的。他那一种脾气,也是各别另样。”说着又叹了几声。众人便拿兰哥得中、家道复兴的话解了一番。贾政仍旧写家书,便把这事写上,劝谕合家不必想念了。写完封好,即着家人回去。贾政随后赶回。暂且不提。 且说薛姨妈得了赦罪的信,便命薛蝌去各处借贷,并自己凑齐了赎罪银两。刑部准了,收兑了银子,一角文书,将薛蟠放出。他们母子、姊妹、弟兄见面,不必细述,自然是悲喜交集了。薛蟠自己立誓说道:“若是再犯前病,必定犯杀犯剐!”薛姨妈见他这样,便捂他的嘴说:“只要自己拿定主意,必定还要妄口巴舌血淋淋的起这样恶誓么?只是香菱跟你受了多少苦处,你媳妇儿已经自己治死自己了,如今虽说穷了,这碗饭还有得吃,据我的主意,我便算他是媳妇了。你心里怎么样?”薛蟠点头愿意。宝钗等也说:“很该这样。”倒把香菱急得脸涨通红,说是:“伏侍大爷一样的,何必如此?”众人便称起“大奶奶”来,无人不服。 薛蟠便要去拜谢贾家,薛姨妈、宝钗也都过来。见了众人,彼此聚首,又说了一番的话。正说着,恰好那日贾政的家人回家,呈上书子,说:“老爷不日到了。”王夫人叫贾兰将书子念给听。贾兰念到贾政亲见宝玉的一段,众人听了,都痛哭起来,王夫人、宝钗、袭人等更甚。 大家又将贾政书内叫家内不必悲伤,原是借胎的话解说了一番:“与其作了官,倘或命运不好,犯了事,坏家败产,那时倒不好了。宁可咱们家出一位佛爷,倒是老爷、太太的积德,所以才投到咱们家来。不是说句不顾前后的话,当初东府里太爷倒是修炼了十几年,也没有成了仙,这佛是更难成的。太太这么一想,心里便开豁了。”王夫人哭着和薛姨妈道:“宝玉抛了我,我还恨他呢。我叹的是媳妇的命苦,才成了一二年的亲,怎么他就硬着肠子,都撂下了走了呢?”薛姨妈听了,也甚伤心。宝钗哭得人事不知。 所有爷们都在外头,王夫人便说道:“我为他担了一辈子的惊,刚刚儿的娶了亲,中了举人,又知道媳妇坐了胎,我才喜欢些,不想弄到这样结局!早知这样,就不该娶亲,害了人家的姑娘。”薛姨妈道:“这是自己一定的,咱们这样人家,还有什么别的说的吗?幸喜有了胎,将来生个外孙子,必定是有成立的,后来就有了结果了。你看大奶奶,如今兰哥儿中了举人,明年成了进士,可不是就做了官了么?他头里的苦也算吃尽的了,如今的甜来,也是他为人的好处。我们姑娘的心肠儿,姐姐是知道的,并不是刻薄轻佻的人,姐姐倒不必耽忧。” 王夫人听薛姨妈一番言语说得极有理,心想:“宝钗小时候便是廉静寡欲极爱素淡的,他所以才有这个事。想人生在世,真有个定数的。看着宝钗虽是痛哭,他那端庄样儿一点不走,却倒来劝我,这是真真难得。不想宝玉这样一个人,红尘中福分竟没有一点儿。”想了一回,也觉解了好些。又想到袭人身上:“若说别的丫头呢,没有什么难处的:大的配了出去,小的伏侍二奶奶就是了。独有袭人可怎么处呢?”此时人多,也不好说,且等晚上和薛姨妈商量。 那日薛姨妈并未回家,因恐宝钗痛哭,住在宝钗房中解劝。那宝钗却是极明理,思前想后:“宝玉原是一种奇异的人,夙世前因,自有一定,原无可怨天尤人。”更将大道理的话告诉他母亲了。 薛姨妈心里反倒安慰,便到王夫人那里,先把宝钗的话说了。王夫人点头叹道:“若说我无德,不该有这样好媳妇了。”说着,便又伤心起来。薛姨妈倒又劝了一会子,因又提起袭人来,说:“我见袭人近来瘦的了不得,他是一心想着宝哥儿。但是正配呢理应守的,屋里人愿守也是有的。惟有这袭人,虽说是算个屋里人,到底他和宝哥儿并没有过明路儿的。”王夫人道:“我才刚想着,正要等妹妹商量商量。若说放他出去,恐怕他不愿意,又要寻死觅活的;若要留着他也罢,又恐老爷不依:所以难处。”薛姨妈道:“我看姨老爷是再不肯叫守着的;再者,姨老爷并不知道袭人的事,想来不过是个丫头,那有留的理呢?只要姐姐叫他本家的人来,狠狠的吩咐他,叫他配一门正经亲事,再多多的陪送他些东西。那孩子心肠儿也好,年纪儿又轻,也不枉跟了姐姐会子,也算姐姐待他不薄了。袭人那里,还得我细细劝他。就是叫他家的人来,也不用告诉他;只等他家里果然说定了好人家儿,我们还打听打听,若果然足衣足食,女婿长的像个人儿,然后叫他出去。”王夫人听了,道:“这个主意很是;不然,叫老爷冒冒失失的一办,我可不是又害了一个人了么?” 薛姨妈听了,点头道:“可不是么!”又说了几句,便辞了王夫人,仍到宝钗房中去了。看见袭人泪痕满面,薛姨妈便劝解譬喻了一会。袭人本来老实,不是伶牙俐齿的人,薛姨妈说一句,他应一句,回来说道:“我是做下人的人,姨太太瞧得起我,才和我说这些话。我是从不敢违拗太太的。”薛姨妈听他的话:“好一个柔顺的孩子!”心里更加喜欢。宝钗又将大义的话说了一遍,大家各自相安。 过了几日,贾政回家,众人迎接。贾政见贾赦、贾珍已都回家,弟兄、叔侄相见,大家历叙别来的景况。然后内眷们见了,不免想起宝玉来,又大家伤了一会子心。贾政喝住道:“这是一定的道理!如今只要我们在外把持家事,你们在内相助,断不可仍是从前那样的散漫。别房的事,各有各家料理,也不用承总。我们本房的事,里头全归于你,都要按理而行。”王夫人便将宝钗有孕的话也告诉了,将来丫头们都放出去。贾政听了,点头无语。 次日,贾政进内请示大臣们,说是:“蒙恩感激!但未服阕,应该怎么谢恩之处,望乞大人们指教。”众朝臣说是代奏请旨。于是圣恩浩荡,即命陛见。贾政进内谢了恩。圣上又降了好些旨意,又问起宝玉的事来。贾政据实回奏。圣上称奇,旨意说:宝玉的文章固是清奇,想他必是过来人,所以如此。若在朝中,可以进用;他既不敢受圣朝的爵位,便赏他一个文妙真人的道号。贾政又叩头谢恩而出。 回到家中,贾琏、贾珍接着。贾政将朝内的话述了一遍,众人喜欢。贾珍便回说:“宁国府第,收拾齐全,回明了,要搬过去。栊翠庵圈在园内,给四妹妹养静。”贾政并不言语,隔了半日,却吩咐了一番仰报天恩的话。 贾琏也趁便回说:“巧姐亲事,父亲、太太都愿意给周家为媳。”贾政昨晚也知巧姐的始末,便说:“大老爷、大太太作主就是了。莫说村居不好,只要人家清白,孩子肯念书,能够上进。朝里那些官,难道都是城里的人么?”贾琏答应了“是”,又说:“父亲有了年纪,况且又有痰症的根子,静养几年。诸事原仗二老爷为主。”贾政道:“提起村居养静,甚合我意,只是我受恩深重,尚未酬报耳。”贾政说毕进内。 贾琏打发人请了刘老老来,应了这件事。刘老老见了王夫人等,便说些将来怎样升官,怎样起家,怎样子孙昌盛。 正说着,丫头回道:“花自芳的女人进来请安。”王夫人问了几句话。花自芳的女人说:“亲戚作媒,说的是城南蒋家的,现在有房有地,又有铺面。姑爷年纪略大几岁,并没有娶过的,况且人物儿长的是百里挑一的。”王夫人听了愿意,说道:“你去应了。隔几日进来,再接你妹子罢。”王夫人又命人打听,都说是好。王夫人便告诉了宝钗,仍请了薛姨妈,细细的告诉了袭人。 袭人悲伤不已,又不敢违命的。心里想起宝玉那年到他家去,回来说的死也不回去的话:“如今太太硬作主张,若说我守着,又叫人说我不害臊;若是去了,实不是我的心愿。”便哭得哽咽难鸣。又被薛姨妈、宝钗等苦劝,回过念头想道:“我若是死在这里,倒把太太的好心弄坏了,我该死在家里才是。”于是袭人含悲叩辞了众人。那姐妹分手时,自然更有一番不忍。 袭人怀着必死的心肠,上车回去,见了哥哥、嫂子,也是哭泣,但只说不出来。那花自芳悉把蒋家的聘礼送给他看,又把自己所办妆奁一一指给他瞧,说:“这是太太赏的,那是置办的。”袭人此时更难开口。住了两天,细想起来:“哥哥办事不错,若是死在哥哥家里,岂不又害了哥哥呢?”千思万想,左右为难,真是一缕柔肠,几乎牵断,只得忍住。 那日已是迎娶吉期,袭人本不是那一种泼辣人,委委屈屈的上轿而去,心里另想到那里再作打算。岂知过了门,见那蒋家办事,极其认真,全都按着正配的规矩。一进了门,丫头仆妇都称“奶奶”。袭人此时欲要死在这里,又恐害了人家,辜负了一番好意。那夜原是哭着不肯俯就的,那姑爷却极柔情曲意的承顺。 到了第二天开箱,这姑爷看见一条猩红汗巾,方知是宝玉的丫头。原来当初只知是贾母的侍儿,益想不到是袭人。此时蒋玉函念着宝玉待他的旧情,倒觉满心惶愧,更加周旋;又故意将宝玉所换那条松花绿的汗巾拿出来。袭人看了,方知这姓蒋的原来就是蒋玉函,始信姻缘前定,袭人才将心事说出。蒋玉函也深为叹息敬服,不敢勉强,并越发温柔体贴。弄得个袭人真无死所了。 看官听说:虽然事有前定,无可奈何。但孽子孤臣,义夫节妇,这“不得已”三字也不是一概推委得的。此袭人所以在“又副册”也。正是前人过那桃花庙的诗上说道: 千古艰难惟一死,伤心岂独息夫人 ! 不言袭人从此又是一番天地。且说那贾雨村犯了婪索的案件,审明定罪,今遇大赦,递籍为民。雨村因叫家眷先行,自己带了一个小厮,一车行李,来到急流津觉迷渡口。只见一个道者,从那渡头草棚里出来,执手相迎。雨村认得是甄士隐,也连忙打恭。士隐道:“贾老先生,别来无恙?”雨村道:“老仙长到底是甄老先生,何前次相逢,觌面不认?后知火焚草亭,鄙下深为惶恐。今日幸得相逢,益叹老仙翁道德高深。奈鄙人下愚不移,致有今日。”甄士隐道:“前者老大人高官显爵,贫道怎敢相认?原因故交,敢赠片言,不意老大人相弃之深。然而富贵穷通,亦非偶然。今日复得相逢,也是一桩奇事。这里离草庵不远,暂请膝谈,未知可否?”雨村欣然领命。 两人携手而行,小厮驱车随后,到了一座茅庵。士隐让进雨村坐下,小童献茶上来。雨村便请教仙长超尘始末。士隐笑道:“一念之间,尘凡顿易。老先生从繁华境中来,岂不知温柔富贵乡中,有一宝玉乎?”雨村道:“怎么不知?近闻纷纷传述,说他也遁入空门。下愚当时也曾与他往来过数次,再不想此人竟有如是之决绝。”士隐道:“非也。这一段奇缘,我先知之。昔年我与先生在仁清巷旧宅门口叙话之前,我已会过他一面。”雨村惊讶道:“京城离贵乡甚远,何以能见?”士隐道:“神交久矣。”雨村道:“既然如此,现今宝玉的下落,仙长定能知之。”士隐道:“宝玉,即宝玉也。那年荣、宁查抄之前,钗、黛分离之日,此玉早已离世:一为避祸,二为撮合。从此夙缘一了,形质归一。又复稍示神灵,高魁贵子,方显得此玉乃天奇地灵锻炼之宝,非凡间可比。前经茫茫大士、渺渺真人携带下凡,如今尘缘已满,仍是此二人携归本处,便是宝玉的下落。” 雨村听了,虽不能全然明白,却也十知四五,便点头叹道:“原来如此,下愚不知。但那宝玉既有如此的来历,又何以情迷至此,复又豁悟如此?还要请教。”士隐笑道:“此事说来,先生未必尽解。太虚幻境,即是真如福地。两番阅册,原始要终之道,历历生平,如何不悟?仙草归真,焉有通灵不复原之理呢?” 雨村听着,却不明白,知是仙机,也不便更问。因又说道:“宝玉之事,既得闻命。但敝族闺秀如是之多,何元妃以下,算来结局俱属平常呢?”士隐叹道:“老先生莫怪拙言。贵族之女,俱属从情天孽海而来。大凡古今女子,那‘淫’字固不可犯,只这‘情’字也是沾染不得的。所以崔莺、苏小,无非仙子尘心;宋玉、相如,大是文人口孽。但凡情思缠绵,那结局就不可问了。” 雨村听到这里,不觉拈须长叹。因又问道:“请教仙翁:那荣、宁两府,尚可如前否?”士隐道:“福善祸淫,古今定理。现今荣、宁两府,善者修缘,恶者悔祸,将来兰桂齐芳,家道复初,也是自然的道理。”雨村低了半日头,忽然笑道:“是了,是了。现在他府中有一个名兰的,已中乡榜,恰好应着‘兰’字。适间老仙翁说‘兰桂齐芳’,又道宝玉‘高魁贵子’,莫非他有遗腹之子,可以飞黄腾达的么?”士隐微微笑道:“此系后事,未便预说。” 雨村还要再问,士隐不答,便命人设具盘飧,邀雨村共食。食毕,雨村还要问自己的终身。士隐便道:“老先生草庵暂歇。我还有一段俗缘未了,正当今日完结。”雨村惊讶道:“仙长纯修若此,不知尚有何俗缘?”士隐道:“也不过是儿女私情罢了。”雨村听了,益发惊异:“请问仙长何出此言?”士隐道:“老先生有所不知。小女英莲,幼遭尘劫,老先生初任之时,曾经判断。今归薛姓,产难完劫,遗一子于薛家,以承宗祧。此时正是尘缘脱尽之时,只好接引接引。”士隐说着,拂袖而起。雨村心中恍恍惚惚,就在这急流津觉迷渡口草庵中睡着了。 这士隐自去度脱了香菱,送到太虚幻境,交那警幻仙子对册。刚过牌坊,见那一僧一道缥缈而来,士隐接着,说道:“大士,真人,恭喜,贺喜!情缘完结,都交割清楚了么?”那僧、道说:“情缘尚未全结,倒是那蠢物已经回来了。还得把他送还原所,将他的后事叙明,不枉他下世一回。”士隐听了,便拱手而别。那僧、道仍携了玉到青埂峰下,将宝玉安放在女娲炼石补天之处,各自云游而去。从此后: 天外书传天外事,两番人作一番人。 这一日,空空道人又从青埂峰前经过,见那补天未用之石仍在那里,上面字迹依然如旧。又从头的细细看了一遍,见后面偈文后又历叙了多少收缘结果的话头,便点头叹道:“我从前见石兄这段奇文,原说可以闻世传奇,所以曾经抄录,但未见返本还原。不知何时复有此段佳话?方知石兄下凡一次,磨出光明,修成圆觉,也可谓无复遗憾了。只怕年深日久,字迹模糊,反有舛错。不如我再抄录一番,寻个世上清闲无事的人,托他传播,知道奇而不奇,俗而不俗,真而不真,假而不假。或者尘梦劳人,聊倩鸟呼归去;山灵好客,更从石化飞来:亦未可知。” 想毕,便又抄了,仍袖至那繁华昌盛地方,遍寻了一番,不是建功立业之人,即系餬口谋衣之辈,那有闲情去和石头饶舌?直寻到急流津觉迷渡口草庵中,睡着一个人,因想他必是闲人,便要将这抄录的《石头记》给他看看,那知那人再叫不醒。空空道人复又使劲拉他,才慢慢的开眼坐起。便接来草草一看,仍旧掷下道:“这事我已亲见尽知,你这抄录的尚无舛错。我只指与你一个人,托他传去,便可归结这段新鲜公案了。”空空道人忙问何人,那人道:“你须待某年某月某日某时,到一个悼红轩中,有个曹雪芹先生,只说贾雨村言,托他如此如此。”说毕,仍旧睡下了。 那空空道人牢牢记着此言,又不知过了几世几劫,果然有个悼红轩,见那曹雪芹先生正在那里翻阅历来的古史。空空道人便将贾雨村言了,方把这《石头记》示看。那雪芹先生笑道:“果然是‘贾雨村言’了!”空空道人便问:“先生何以认得此人,便肯替他传述?”那雪芹先生笑道:“说你空空,原来肚里果然空空。既是假语村言,但无鲁鱼亥豕以及背谬矛盾之处,乐得与二三同志酒馀饭饱,雨夕灯窗,同消寂寞,又不必大人先生品题传世。似你这样寻根究底,便是刻舟求剑,胶柱鼓瑟了。”那空空道人听了,仰天大笑,掷下抄本,飘然而去。一面走着,口中说道:“原来是敷衍荒唐!不但作者不知,抄者不知,并阅者也不知。不过游戏笔墨,陶情适性而已!” 后人见了这本传奇,亦曾题过四句偈语,为作者缘起之言更进一竿。云: 说到辛酸处,荒唐愈可悲。 由来同一梦,休笑世人痴。 不知是那个作歌——从歌词的口气和内容看,此歌肯定是贾宝玉所作。​ 我所居兮青埂之峰——意谓我贾宝玉本是女娲炼石补天剩下的一块五色顽石,被弃在大荒山无稽崖青埂峰下,所以那里就成了我的住所。​ 我所游兮鸿蒙太空——鸿蒙:亦作“鸿濛”。迷漫广阔貌。 此句意谓我喜欢漫游于迷漫广阔的太空。​ “谁与我逝兮”二句——逝:去,往。 吾谁与从:应理解为“吾与谁从”。我与谁相随。 大荒:指大荒山。 这两句是贾宝玉暗指他从前跟随茫茫大士和渺渺真人来到人间,如今又要跟随二仙回到大荒山无稽崖青埂峰下。​ 借胎——旧俗以为神仙鬼怪若要转生人世,往往将魂魄附于胎儿身上,谓之“借胎”。​ 夙世前因,自有一定——佛家用语。意谓人的命运早在前世就注定了。​ 无可怨天尤人——尤:怨恨,指责,归咎。 语本《论语·宪问》:“子曰:‘不怨天,不尤人,下学而上达,知我者其天乎?’”(《孟子·公孙丑下》转述为“君子不怨天,不尤人”。)又《礼记·中庸》:“正己而不求于人,则无怨,上不怨天,下不尤人。”意谓既不可抱怨上天,也不可归咎别人。表示对不如意的事情只能从自身找原因,不应以客观原因推托。​ 服阕——守丧期满,脱掉丧服。 服:丧服。 阕:终了,完结。​ “但孽子孤臣”三句──孽子:庶出之子。 孤臣:孤立无助或不被重用的远臣。 这三句是作者谴责袭人的话,意谓孽子虽被歧视而仍然尽孝,孤臣虽不被重用而仍然尽忠,义夫节妇更是舍生取义;而袭人却既失身于贾宝玉,又再嫁蒋玉函,这种失节行为,仅用“不得已”三字是开脱不掉的。其实,袭人该受谴责的是她用谗言害死了晴雯,而不是再嫁。这里表现了高鹗浓厚的封建思想。​ 桃花庙——“息夫人庙”的别称,因息夫人又称桃花夫人而得名。唐代杜牧有《题桃花夫人庙》诗,诗曰:“细腰宫里露桃新,脉脉无言度几春。至竟息亡缘底事?可怜金谷坠楼人。” 息夫人:春秋时息国君主的夫人,妫姓。楚文王灭息国,掠息夫人为妻,生二子。但息夫人始终一言不发,楚文王问其故,对曰:“吾一妇人而事二夫,纵弗能死,其又奚言?”(见《左传·庄公十四年》) 汉·刘向《列女传·卷四·息君夫人》则记息夫人为烈妇。其文曰:“夫人者,息君之夫人也。楚伐息,破之,虏其君,使守门,将其妻夫人而纳之于宫。楚王出游,夫人遂出见息君,谓之曰:‘人生要一死而已,何至自苦?妾无须臾而忘君也,终不以身更二醮。生离于地上,岂如死归于地下哉!’乃作诗曰:‘谷则异室,死则同穴。谓予不信,有如皎日。’息君止之,夫人不听,遂自杀。息君亦自杀,同日俱死。楚主贤其夫人守节有义,乃以诸侯之礼合而葬之。”​ “千古艰难”一联──语出清·邓汉仪《题息夫人庙》诗:“楚宫慵扫眉黛新,只自无言对暮春。千古艰难惟一死,伤心岂独息夫人。”此诗据《左传》所记,责备息夫人虽伤心而未能自尽,仍为失节。高鹗又借邓诗以责备袭人再嫁失节。 按:清·俞樾《茶香室丛钞·夫人竹》则根据《列女传》而为息夫人鸣不平。其文曰:“按自来咏息夫人者,止言桃花,无言竹者。据刘向《列女传》,夫人固烈女也,千载之下,犹有此竹以表贞萋,足为桃花夫人一洗之矣。”​ 递籍为民——押送回原籍当老百姓。递:押送。​ 下愚不移——语出《论语·阳货》:“子曰:‘惟上智与下愚不移。’”原意为天生愚蠢的人不可能令其聪明起来。这里用作自谦之词。​ 膝谈──“促膝而谈”的省略。促膝:彼此膝盖靠膝盖地对面而坐。 语或本“接膝交言”,出自晋·陶潜《闲情赋》:“激清音以感余,愿接膝以交言。”(接膝:义同“促膝”。交言:交谈。)意谓彼此膝盖靠膝盖地对面而坐,尽情交谈。形容彼此关系密切。​ 一为避祸,二为撮合——避祸:指躲避贾府被抄家之祸。 撮合:指贾宝玉与薛宝钗成亲,因为贾宝玉只有在失玉糊涂的情况下才可能与薛宝钗成亲。​ 高魁贵子——指贾宝玉既中了顺天府乡试第七名举人,又留下了遗腹子 (薛宝钗怀孕)。​ 仙草归真——指林黛玉恢复为绛珠仙草。​ 通灵复原——指贾宝玉恢复为通灵宝玉。​ 崔莺——即崔莺莺。参见第二十三回“《西厢记》”注。​ 苏小──即苏小小。历史上有两个苏小小:一为南朝齐时钱塘名妓,一为南宋时钱塘名妓。见清·赵翼《陔馀丛考·两苏小小》:“南齐有钱塘妓苏小小,见郭茂倩《乐府》解题。南宋有苏小小,亦钱塘人。其姊为太学生赵不敏所眷,不敏命其弟娶其妹名小小者。见《武林旧事》。”前者较后者更为有名,常出现于文人笔下,故这里当指南齐苏小小。赵翼所说“郭茂倩《乐府》解题”,指宋·郭茂倩《乐府诗集·卷八五·杂歌谣辞三·苏小小歌》解题,其文云:“《乐府广题》曰:‘苏小小,钱塘名倡也,盖南齐时人。’”其 《苏小小歌》曰:“我乘油壁车,郎乘青骢马。何处结同心?西陵松柏下。”​ 兰桂齐芳——芳:香气。 语出北朝魏·温子升《印山寺碑》(见《艺文类聚》卷七七):“大丞相渤海王膺岳渎之灵,感辰象之气,直置与兰桂齐芳,自然共珪璋比洁。”意谓兰花和桂花争奇斗艳,一齐放出芳香。比喻子孙兴旺发达,个个出类拔萃。这里暗喻贾兰和贾宝玉的儿子将飞黄腾达,重振贾府的家业。​ 承宗祧(tiāo挑)——即传宗接代,延续祖宗香火。 宗祧:宗庙。​ “天外书传”二句──天外书:指《石头记》,也就是《红楼梦》。 天外事:指女娲炼石补天所剩那块石头的奇特经历,也就是贾宝玉的经历。 两番人作一番人:指由石头托生为贾宝玉,又由贾宝玉恢复为石头。​ 光明——“光明藏”的略称。佛教用语。指人所固有的佛性,但往往被俗情所蔽,只要去除俗情,便可恢复佛性,故称“磨出光明”。宋·岳珂《桯史·解禅偈》:“仁,人之安宅;义,人之正路。行之诚且久,是名光明藏。”又宋·周密《武林旧事·张约斋赏心乐事》:“昔贤有云:‘不为俗情所染,方能说法度人。’盖光明藏中,孰非游戏!”​ 圆觉——佛教用语。指修成圆满正果,也就是智慧和功行达到了最高境界。宋·曾糙《类说·卷五○·佛书杂说·无漏法门》:“佛者,人弗为恶也;仙者,如山之不动也。人弗为恶,通乎昼夜之道,而即所谓圆觉也;退藏于密,释氏所谓无漏法门也。”所谓“通乎昼夜之道”(语出《周易·系辞上》)即精通阴阳之道,也就是达到了能知过去未来的境界。​ “尘梦”二句——尘梦:尘世如梦。 劳:指尘世的纷扰与烦恼。《楞严疏》:“染污故名尘,扰恼故名劳。” 鸟呼归去:杜鹃鸣声似“不如归去”。典出上古传说,事见《成都记》、《十三州志》、汉·扬雄《蜀王本纪》、汉·蔡邕《禽经》“蜀右曰杜宇”晋·张华注,略谓:相传上古时,杜宇从天而降,做了蜀地王,号望帝。有楚人龟灵(一作“龟令”,又作“龟冷”)死,尸体溯江而上,漂至成都复活,望帝立之为相。蜀地忽发洪水,龟灵辟巫山,开三峡,洪水退。望帝乘龟灵治水之机,淫其妻。龟灵还,望帝羞愧,乃禅帝位而逃,化作杜鹃鸟,其鸣声如曰“不如归去”。又明·李时珍《本草纲目·禽部上·杜鹃》:“(杜鹃)其鸣若曰‘不如归去’。” 这两句意谓也许世人读了这块石头的经历,从中悟到不如打破尘世的迷梦,摆脱一切纷扰与烦恼,寻找归宿。​ “山灵“二句——山灵:山神。汉·班固《东都赋》:“山灵护野,属御方神。”李善注:“山灵,山神也。” 石化飞来:指浙江杭州飞来峰。传说它本是天竺国(今印度)灵鹫山的一个小山峰,不知何时飞到杭州来的,故名“飞来峰”,因亦称“灵鹫峰”。此说见于《咸淳临安志》卷二三:“晏元献公《舆地志》云:‘晋咸和元年,西天僧慧理登兹山,叹曰:“此是中天竺国灵鹫山之小岭,不知何年飞来?佛在世日,多为仙灵所隐。今此亦复尔耶?”因挂锡造灵隐寺,号其峰曰飞来。’”这两句意谓也许有人读了这块石头的经历,从中受到启迪,从此脱离尘世,入山修道,那么好客的山神是会欢迎的。​ 鲁鱼亥豕——鲁鱼:典出晋·葛洪《抱朴子·内篇·遐览》:“书字人知之,犹尚写之多误。故谚曰:‘ 书三写,“鱼”成“鲁”,“虚”成“虎”。’” 亥豕:典出《吕氏春秋·察传》:“子夏之晋,过卫,有读史记者曰:‘晋师三豕涉河。’子夏曰:‘非也,是己亥也。夫“己”与“三”相近,“豕”与“亥”相似。’至于晋而问之,则曰晋师己亥涉河也。” 前者意谓把“鲁”字误写成了“鱼”字,后者意谓把“亥”字误写成了“豕”字。将二典合并为一个成语,泛指传抄、刊印过程中因字形相似而造成的文字错误。​ 为——作“比”或“较”解。 更进一竿——“百尺竿头,更进一步”的省略。 百尺竿头:形容很长竿子的顶端。 语本唐·景岑《偈》其一(见五代·释静、释筠《祖堂集·卷一七·景岑和尚》、宋·释道源《景德传灯录·卷一○·湖南长沙景岑招贤禅师》、宋·释普济二○卷本《五灯会元·卷五·湖南长沙景岑招贤禅师》):“百尺竿头不动人,虽然得入未为真。百尺竿头须进步,十方世界现全身。”原指要达到道行的更高境界,就必须更加努力修行。这里借喻《红楼梦》结尾的四句偈语,较之曹雪芹的“缘起”(指第一回开头一段)说得更透彻。此乃高鹗自夸之言。​


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Kapitel 120

Zhen Wahrheitsverberger erläutert ausführlich die Gefühle des Landes der Großen Leere, Regendorf Kaufmann beschließt den Traum der Roten Kammer

Es wird erzählt, dass Schatzspange, als sie von Herbstmuster[1] hörte, Dufthauch[2] gehe es schlecht, eilig hineinlief, um nach ihr zu sehen. Jie[3] und Friedchen[4] folgten ihr. Als sie an Dufthauchs Kang traten, sahen sie, dass Dufthauch vor Herzschmerzen außer sich war und gerade in Ohnmacht gefallen war. Schatzspange und die anderen gaben ihr heißes Wasser ein und brachten sie wieder zu Bewusstsein, stützten sie und legten sie hin; zugleich wurde ein Arzt gerufen. Jie fragte Schatzspange: „Schwester Dufthauch — wie kann sie nur so schwer krank sein?" Schatzspange sagte: „Vor drei Abenden hat sie sich so sehr das Herz ausgeweint, dass ihr auf einmal schwindlig wurde und sie umfiel. Die gnädige Dame ließ sie stützen und zurückbringen, und sie lag nur noch da. Weil draußen allerlei zu erledigen war, hat man keinen Arzt für sie rufen lassen, und so ist es so weit gekommen." Während sie noch sprachen, kam der Arzt. Schatzspange und die anderen wichen zur Seite. Der Arzt fühlte den Puls und sagte, es sei durch heftigen Zorn und Aufregung verursacht; er verschrieb ein Rezept und ging.

Dufthauch hatte nämlich undeutlich gehört, dass man, falls Schatzjade nicht zurückkehre, alle Dienerinnen aus den Gemächern fortschicken wolle. Vor Aufregung wurde es ihr nur noch schlimmer. Nachdem der Arzt sie untersucht hatte, kochte Herbstmuster ihr die Medizin. Sie lag allein da, und ihr Geist war noch nicht zur Ruhe gekommen. Es war, als stünde Schatzjade vor ihr; doch verschwommen schien es auch ein Mönch zu sein, der ein Buch in der Hand hielt und darin blätterte. Er sagte noch: „Du bist nicht meine Person; in Zukunft wirst du von selbst eine andere Familie haben." Dufthauch wollte gerade mit ihm sprechen, da kam Herbstmuster und sagte: „Die Medizin ist fertig, Schwester, nimm sie ein."

Dufthauch schlug die Augen auf, erkannte, dass es ein Traum gewesen war, und erzählte niemandem davon. Nachdem sie die Medizin genommen hatte, dachte sie bei sich nach: „Schatzjade ist gewiss dem Mönch gefolgt. Neulich, als er den Jade-Stein hinausbringen wollte, war es schon so, als wolle er sich losmachen. Ich hielt ihn fest, doch er war nicht wie sonst — er stieß und schubste mich wild, ohne das geringste Gefühl. Später behandelte er auch die Zweite junge Frau mit zunehmendem Widerwillen, und auch vor den anderen Schwestern zeigte er keinerlei Empfindung mehr: Das ist das Zeichen, dass er zur Erleuchtung gelangt ist. Doch wenn du zur Erleuchtung gelangt bist — wie kannst du die Zweite junge Frau im Stich lassen? Ich wurde von der gnädigen Dame bestellt, um dir zu dienen. Zwar bekomme ich das Monatsgeld einer höhergestellten Dienerin, doch vor dem Herrn und der gnädigen Dame bin ich nie förmlich als deine Nebenfrau angemeldet worden. Wenn der Herr und die gnädige Dame mich fortschicken, und ich halte stur an meinem Platz fest, würde man mich auslachen. Wenn ich aber gehe — dann denke ich an die Zuneigung, die Schatzjade mir erwiesen hat, und kann es einfach nicht über mich bringen." Sie überlegte hin und her und fand sich in tausendfacher Bedrängnis. Da dachte sie an den Traum von eben: „Er sagt, ich sei eine Frau, die einem anderen gehört — dann wäre es doch besser, einfach zu sterben!"

Doch wer hätte gedacht, dass nach dem Einnehmen der Medizin der Herzschmerz beträchtlich nachließ? So konnte sie nicht einfach liegenbleiben und hielt sich mit Mühe aufrecht. Nach einigen Tagen stand sie auf und bediente Schatzspange. Schatzspange dachte an Schatzjade, vergoss heimlich Tränen und beklagte im Stillen ihr bitteres Schicksal. Zudem wusste sie, dass ihre Mutter damit beschäftigt war, den Bruder freizukaufen, was große Umstände erforderte, bei denen sie helfen musste. Davon sei vorerst nicht die Rede.

Unterdessen geleitete Aufrecht Kaufmann[5] den Sarg der alten Fürstin, während Rong Kaufmann[6] die Särge von Frau Qin, Phönixglanz und Mandarinenente[7] mitführte. Als sie in Jinling angekommen waren, bestatteten sie diese zuerst. Rong Kaufmann brachte auch die sterblichen Überreste von Kajaljade zur Bestattung. Aufrecht Kaufmann kümmerte sich um die Grabstätten. Eines Tages erhielt er einen Familienbrief; Zeile für Zeile las er, dass Schatzjade und Orchidee Kaufmann[8] die Prüfung bestanden hatten — er freute sich von Herzen. Doch als er las, dass Schatzjade verschwunden war, bedrückte es ihn wieder; er konnte nichts anderes tun, als eilig die Heimreise anzutreten. Unterwegs vernahm er, dass es einen kaiserlichen Gnadenerlass gegeben habe; dann kam ein weiterer Familienbrief, der bestätigte, dass die Strafen erlassen und die Ämter wiederhergestellt waren. Erst recht froh, reiste er Tag und Nacht.

Eines Tages gelangte er in die Gegend der Poststation Piling. An jenem Tag war es plötzlich kalt geworden und schneite; er legte an einer stillen Stelle an. Aufrecht Kaufmann schickte alle Bediensteten an Land, um Bekannten Karten abzugeben und ihnen seine Aufwartung abzusagen, mit der Bemerkung, das Schiff werde sofort ablegen und er wage sie nicht zu behelligen. Auf dem Schiff blieb nur ein kleiner Bursche zur Bedienung. Er selbst saß in der Kajüte und schrieb den Familienbrief, um einen Boten am frühen Morgen heimzuschicken. Als er an die Stelle kam, wo er über Schatzjades Angelegenheiten schreiben musste, hielt er inne. Er blickte auf und sah plötzlich am Bug des Schiffes in einem leichten Schneeschimmer eine Gestalt — kahlgeschorenen Hauptes, barfuß, in einen großen, scharlachroten Filzumhang gehüllt — , die sich vor Aufrecht Kaufmann zu Boden warf. Aufrecht Kaufmann hatte die Person noch nicht recht erkannt und eilte aus der Kajüte, um sie aufzufangen und zu fragen, wer sie sei. Doch jener hatte sich bereits viermal tief verneigt, stand auf und legte die Hände zum buddhistischen Gruß zusammen. Aufrecht Kaufmann wollte eben den Gruß erwidern, als er der Gestalt ins Gesicht blickte — es war kein anderer als Schatzjade. Aufrecht Kaufmann erschrak heftig und fragte hastig: „Bist du Schatzjade?" Doch jener sprach kein Wort, sein Antlitz schien froh und traurig zugleich. Aufrecht Kaufmann fragte weiter: „Wenn du Schatzjade bist, warum bist du so gekleidet und an diesen Ort gekommen?" Noch ehe Schatzjade antworten konnte, kamen am Bug zwei Gestalten herbei — ein Mönch und ein Daoist — , die Schatzjade zwischen sich nahmen und riefen: „Die irdische Bestimmung ist erfüllt, warum gehst du nicht eilig?" Und schon waren die drei wie auf Wolken ans Ufer gestiegen und entschwanden. Aufrecht Kaufmann achtete nicht auf den glatten Boden und eilte ihnen nach, doch so sehr er auch lief, er konnte die drei vor sich nicht einholen. Da hörte er, wie einer der drei ein Lied anstimmte:

Wo ich wohne — auf dem Gipfel des Blauen Felsgrats, Wo ich wandle — durch den uferlosen Ur-Äther. Wer geht mit mir — und wem folge ich? Unfassbar fern — kehre ich heim in die Große Wildnis.

Aufrecht Kaufmann hörte dem Gesang zu und lief zugleich hinterher. Doch als er um einen kleinen Hügel bog, waren sie plötzlich verschwunden. Aufrecht Kaufmann war außer Atem und keuchte, voller Verwunderung und Bestürzung. Als er sich umwandte, sah er, dass sein kleiner Bursche ihm nachgelaufen war. Aufrecht Kaufmann fragte: „Hast du eben die drei Gestalten gesehen?" Der Bursche sagte: „Ich habe sie gesehen. Weil der Herr ihnen nachlief, bin ich auch gerannt. Aber dann sah ich nur noch den Herrn, die drei waren verschwunden." Aufrecht Kaufmann wollte noch weitergehen, doch er sah nur eine weite, weiß verschneite Ebene, weit und breit kein Mensch. Aufrecht Kaufmann erkannte, dass hier etwas Übernatürliches geschehen war, und kehrte zum Schiff zurück.

Als die Bediensteten zum Schiff zurückkehrten und Aufrecht Kaufmann nicht in der Kajüte fanden, fragten sie den Fährmann. Der sagte, der Herr sei an Land gelaufen, um zwei Mönche und einen Daoisten zu verfolgen. Die Leute folgten seinen Spuren im Schnee und sahen ihn von Ferne kommen; sie gingen ihm entgegen, und gemeinsam kehrten sie zum Schiff zurück.

Aufrecht Kaufmann setzte sich, und als er wieder zu Atem gekommen war, erzählte er, wie er Schatzjade gesehen hatte. Die Leute baten um Erlaubnis, ihn an diesem Ort zu suchen. Aufrecht Kaufmann seufzte: „Ihr wisst es nicht. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen, es war kein Gespenst und kein Geist. Zudem hatte der Gesang, den ich hörte, einen tief geheimnisvollen Sinn. Dass Schatzjade bei seiner Geburt einen Jade-Stein im Mund trug, war ja schon wunderlich; ich wusste früh, dass dies kein gutes Vorzeichen war. Doch weil die alte Fürstin ihn so liebte, wurde er bis heute aufgezogen. Auch den Mönch und den Daoisten habe ich dreimal gesehen: Das erste Mal kamen der Mönch und der Daoist und sprachen von den Vorzügen des Jade-Steins. Das zweite Mal war, als Schatzjade schwer krank lag — da kamen sie, beteten über dem Jade-Stein, und Schatzjade wurde gesund. Das dritte Mal brachten sie den Jade-Stein zurück, saßen in der Eingangshalle — und als ich mich einmal umdrehte, waren sie verschwunden. Ich wunderte mich zwar, dachte aber, Schatzjade habe wirklich eine besondere Bestimmung und hohe Mönche und Unsterbliche beschützten ihn. Wer hätte gedacht, dass Schatzjade in die Welt herabgestiegen war, um sein Karma zu durchleben, und die alte Fürstin neunzehn Jahre lang in die Irre geführt hat — erst jetzt begreife ich es." Als er dies sagte, liefen ihm die Tränen herab.

Die Leute sagten: „Wenn der Zweite Herr wirklich ein herabgestiegener Mönch war, hätte er doch nicht die Prüfung bestehen sollen — warum ist er erst gegangen, nachdem er bestanden hatte?" Aufrecht Kaufmann antwortete: „Das könnt ihr nicht verstehen. Im Allgemeinen — seien es Gestirne des Himmels, alte Mönche in den Bergen oder Geister in den Höhlen — sie alle besitzen ein eigenes Wesen. Schatzjade hat doch nie gern studiert, nicht wahr? Doch wenn er sich auch nur ein wenig anstrengte, gelang ihm alles. Sein ganzes Temperament war eben von Grund auf anders." Dabei seufzte er noch einige Male. Die Bediensteten versuchten ihn zu trösten, indem sie von Orchidees Prüfungserfolg und der Wiederherstellung des Hauses sprachen. Aufrecht Kaufmann setzte den Familienbrief fort, schrieb diese Begebenheit hinein und ermahnte die ganze Familie, man möge sich nicht weiter grämen. Als er fertiggeschrieben und versiegelt hatte, schickte er einen Bediensteten damit heim. Aufrecht Kaufmann folgte bald nach. Davon sei vorerst nicht die Rede.

Unterdessen erhielt Tante Schnee den Brief über die Begnadigung und befahl Xue Ke, überall Geld zu leihen. Sie sammelte auch eigene Mittel und brachte zusammen mit dem Geliehenen die Freikaufsumme auf. Das Strafministerium genehmigte den Antrag, nahm das Silber entgegen, und mit einem einzigen Aktenstück wurde Becken Schnee freigelassen. Wie Mutter und Sohn, Schwestern und Brüder sich wiedersahen, braucht nicht im Einzelnen erzählt zu werden — natürlich war es eine Mischung aus Trauer und Freude. Becken Schnee leistete aus eigenem Antrieb einen Schwur: „Wenn ich je wieder in die alten Fehler verfalle, soll man mich hinrichten und zerstückeln!" Tante Schnee hielt ihm den Mund zu und sagte: „Wenn du nur fest entschlossen bist — musst du dann auch noch solch blutige, grässliche Schwüre ablegen? Bedenke, wie viel Duftkastanie[9] deinetwegen gelitten hat! Deine Frau hat sich ja selbst zugrunde gerichtet. Auch wenn wir jetzt arm sind, haben wir noch genug zu essen. Nach meiner Meinung sollten wir Duftkastanie als deine Hauptfrau betrachten. Was meinst du?" Becken Schnee nickte einverstanden. Auch Schatzspange und die anderen sagten: „So gehört es sich." Duftkastanie wurde darüber so verlegen, dass ihr das Blut ins Gesicht stieg, und sagte: „Ich diene dem Herrn ganz wie zuvor, wozu diese Umstände?" Die Leute begannen sie „Gnädige Frau" zu nennen, und niemand widersprach.

Becken Schnee wollte zum Haus Kaufmann gehen, um sich zu bedanken. Tante Schnee und Schatzspange kamen alle herüber. Man sah sich wieder, und es wurde dies und jenes besprochen. Gerade als sie so sprachen, kam zufällig an jenem Tag der Bote mit Aufrecht Kaufmanns Familienbrief nach Hause. Er überreichte den Brief und sagte: „Der Herr wird in wenigen Tagen eintreffen." Frau König bat Orchidee Kaufmann, den Brief vorzulesen. Als Orchidee Kaufmann an die Stelle kam, wo Aufrecht Kaufmann erzählte, wie er Schatzjade leibhaftig gesehen hatte, brachen alle in Tränen aus — Frau König, Schatzspange und Dufthauch am meisten.

Dann legte man Aufrecht Kaufmanns Worte aus, wonach die Familie nicht traurig sein solle, da Schatzjade sich nur einen sterblichen Leib geliehen habe: „Anstatt ein Beamter zu werden und womöglich in Ungnade zu fallen, Vergehen zu begehen und Haus und Vermögen zu ruinieren — was dann schlimm wäre — , ist es besser, dass unsere Familie einen Buddha hervorgebracht hat. Das zeugt von den Verdiensten des Herrn und der gnädigen Dame, und deshalb wurde er in unserer Familie geboren. Ohne Respektlosigkeit gesagt — im Ostpalast hatte der alte Herr sich auch über ein Jahrzehnt lang in Askese geübt, ohne ein Unsterblicher zu werden; ein Buddha zu werden ist noch viel schwieriger. Wenn die gnädige Dame es so betrachtet, wird ihr Herz leichter." Frau König weinte und sagte zu Tante Schnee: „Dass Schatzjade mich verlassen hat, darüber zürne ich ihm sogar. Was mich betrübt, ist das bittere Schicksal meiner Schwiegertochter — kaum ein, zwei Jahre verheiratet, und er reißt sich mit hartem Herzen los und lässt alles liegen!" Als Tante Schnee dies hörte, war auch sie tief betrübt. Schatzspange weinte, bis sie aller Sinne beraubt war.

Die Herren waren alle draußen, und Frau König sagte: „Mein Leben lang habe ich seinetwegen Angst ausgestanden. Kaum hatte er geheiratet, die Prüfung bestanden, und man wusste, dass die Schwiegertochter guter Hoffnung war — da begann ich mich etwas zu freuen — , und nun dieses Ende! Hätte ich das gewusst, hätten wir ihn gar nicht verheiraten und das Mädchen einer anderen Familie ins Unglück stürzen sollen." Tante Schnee sagte: „Das war von Anfang an so bestimmt. Bei einer Familie wie der unseren — was gibt es da noch zu sagen? Zum Glück ist ein Kind unterwegs; wenn ein Enkel geboren wird, wird der gewiss seinen Weg machen, und dann gibt es ein gutes Ende. Schauen Sie die Älteste junge Frau an: Jetzt hat Orchidee die Prüfung bestanden, nächstes Jahr wird er den Jinshi-Grad erlangen und dann ein Amt bekleiden! All das Leid, das sie früher erduldet hat, das ist nun vorüber, und das Süße, das jetzt kommt, ist der Lohn für ihre Tugendhaftigkeit. Was das Herz unserer Tochter betrifft — das kennt die Schwester doch: Sie ist kein kaltherziger oder leichtfertiger Mensch. Die Schwester braucht sich wirklich keine Sorgen zu machen."

Frau König fand Tante Schnees Worte höchst vernünftig und dachte bei sich: „Schatzspange war schon als Kind von ruhigem Gemüt und genügsamer Art, liebte die Schlichtheit — deshalb ist ihr dies widerfahren. Das Menschenleben hat wohl wirklich eine feste Bestimmung. Wenn ich sehe, wie Schatzspange zwar bitterlich weint, aber ihre würdevolle Haltung keinen Augenblick verliert, und mich sogar noch tröstet — das ist wahrhaft selten. Wer hätte gedacht, dass Schatzjade, so ein Mensch, in der irdischen Welt auch nicht das geringste Glück genießen durfte." Nachdem sie eine Weile nachgedacht hatte, fühlte sie sich etwas erleichtert. Dann dachte sie an Dufthauch: „Bei den anderen Mädchen ist die Sache nicht schwer: Die Älteren verheiratet man, die Jüngeren dienen der Zweiten jungen Frau — das ist alles. Nur mit Dufthauch — was soll man da machen?" Da zu viele Leute anwesend waren, konnte sie es jetzt nicht besprechen; sie wollte es am Abend mit Tante Schnee beraten.

An jenem Tag ging Tante Schnee nicht nach Hause, denn sie fürchtete, Schatzspange werde sich die Augen ausweinen, und blieb in Schatzspanges Zimmer, um sie zu trösten. Doch Schatzspange war überaus verständig. Sie dachte hin und her: „Schatzjades Natur war von jeher ungewöhnlich; eine Bestimmung aus einem früheren Leben hat ihr festes Maß — da gibt es weder Grund, den Himmel anzuklagen noch anderen Vorwürfe zu machen." Sodann erklärte sie ihrer Mutter die Zusammenhänge mit großer Einsicht.

Tante Schnee fühlte sich dadurch umgekehrt getröstet und ging zu Frau König. Zuerst berichtete sie Schatzspanges Worte. Frau König nickte seufzend: „Wenn ich sagen würde, ich hätte keine Verdienste, dann hätte ich eine so gute Schwiegertochter nicht verdient." Bei diesen Worten wurde sie wieder traurig. Tante Schnee tröstete sie abermals eine Weile und brachte dann die Sprache auf Dufthauch: „Ich sehe, Dufthauch ist in letzter Zeit furchtbar abgemagert; sie denkt nur an Schatzjade. Nun, eine Hauptfrau — die sollte dem Mann die Treue halten, das versteht sich. Und eine Nebenfrau, die dies tun will, auch das kommt vor. Aber Dufthauch — obwohl sie dem Rang nach als Nebenfrau gilt — ist vor dem Herrn und der gnädigen Dame doch nie förmlich als solche eingetragen worden." Frau König sagte: „Eben daran habe ich gerade gedacht, und ich wollte es mit der Schwester besprechen. Wenn wir sie fortschicken, fürchte ich, wird sie sich nicht fügen und sich etwas antun. Wenn wir sie behalten — nun, das wäre auch eine Möglichkeit — , aber ich fürchte, der Herr wird es nicht billigen. Daher die Schwierigkeit." Tante Schnee sagte: „Der Schwager wird es gewiss nicht dulden, dass sie als Treuhaltende bleibt. Und der Schwager weiß von Dufthauchs Stellung nichts Näheres; er hält sie einfach für ein Dienstmädchen — und ein Dienstmädchen zu behalten, das gibt es doch gar nicht. Man muss nur ihre Verwandten kommen lassen und ihnen streng auftragen, eine ordentliche Partie für sie zu finden. Und dann sollte man sie reichlich ausstatten. Das Mädchen hat ein gutes Herz und ist noch jung — es wäre nicht umsonst, dass sie der Schwester so lange gedient hat, und die Schwester hätte sie wahrlich nicht schlecht behandelt. Was Dufthauchs Einverständnis betrifft, muss ich ihr noch in Ruhe zureden. Auch wenn man ihre Angehörigen kommen lässt, braucht man es ihr nicht gleich zu sagen; man wartet, bis ihre Familie tatsächlich eine gute Partie gefunden hat, wir erkundigen uns noch einmal — und wenn die Familie wirklich zu essen und zu trinken hat und der Bräutigam ordentlich aussieht — , dann erst lässt man sie gehen." Frau König hörte dies und sagte: „Das ist ein sehr guter Plan. Sonst würde der Herr es ganz abrupt regeln, und ich hätte wieder einen Menschen ins Unglück gestürzt."

Tante Schnee nickte: „Ganz recht!" Sie redeten noch einige Worte und dann verabschiedete sie sich von Frau König und kehrte in Schatzspanges Zimmer zurück. Als sie sah, dass Dufthauchs Gesicht voller Tränenspuren war, sprach sie ihr tröstend zu und redete ihr eine Weile gut zu. Dufthauch war von Natur ehrlich und keine geschliffene Rednerin; auf jedes Wort von Tante Schnee gab sie eine Antwort, und schließlich sagte sie: „Ich bin eine Dienerin. Dass die Tante mich so achtet und solche Dinge mit mir bespricht — ich habe mich nie getraut, der gnädigen Dame zu widersprechen." Als Tante Schnee dies hörte, dachte sie: „Was für ein sanftes, fügsames Kind!" Und sie mochte sie im Herzen noch mehr. Schatzspange sprach dann noch einmal mit großer Würde über Pflicht und Vernunft, und so fand jede in ihrem Herzen Frieden.

Einige Tage später kehrte Aufrecht Kaufmann heim, und alle empfingen ihn. Aufrecht Kaufmann sah, dass Kaufmann Amnestie[10] und Zhen Kaufmann[11] bereits zu Hause waren. Brüder, Onkel und Neffen begrüßten sich und erzählten ausführlich, was in der Zwischenzeit geschehen war. Danach empfingen ihn die Damen des Hauses, und man musste unwillkürlich an Schatzjade denken — wieder wurden alle eine Weile traurig. Aufrecht Kaufmann gebot ihnen Einhalt: „Das ist eine feststehende Sache, eine unumstößliche Ordnung! Jetzt muss es so sein: Wir Herren führen draußen die Geschäfte des Hauses, und ihr drinnen helft dabei. Auf keinen Fall darf es so schlampig zugehen wie früher. Was die anderen Zweige der Familie betrifft, so regelt jeder seine eigenen Angelegenheiten, da brauchen wir uns nicht einzumischen. Was unseren eigenen Zweig angeht — innen überlasse ich dir alles; aber alles muss nach Recht und Ordnung geschehen." Frau König teilte ihm mit, dass Schatzspange guter Hoffnung sei, und künftig wolle man die Dienstmädchen alle freilassen. Aufrecht Kaufmann hörte es und nickte wortlos.

Am nächsten Tag ging Aufrecht Kaufmann in den Palast, um bei den hohen Beamten vorzusprechen. Er sagte: „Ich bin für die kaiserliche Gnade zutiefst dankbar! Da ich aber die Trauerzeit noch nicht abgeschlossen habe — wie soll ich mich gebührend bedanken? Ich bitte die Exzellenzen um Weisung." Die Hofbeamten sagten, sie würden es dem Thron melden und um eine Verfügung bitten. Da war die kaiserliche Gnade überströmend: Der Kaiser befahl sogleich eine Audienz. Aufrecht Kaufmann trat vor und dankte dem Thron. Der Kaiser erteilte noch zahlreiche weitere gnädige Verfügungen und erkundigte sich dann nach Schatzjades Angelegenheit. Aufrecht Kaufmann berichtete wahrheitsgetreu. Der Kaiser staunte und sprach die Verfügung: Schatzjades Aufsätze seien gewiss von klarer Reinheit und Originalität; er müsse wohl ein Eingeweihter sein, der die Dinge durchschaut habe, daher sein Handeln. Hätte er bei Hofe gedient, wäre er zu hohem Amt befördert worden; da er aber den Rang und die Würden der erhabenen Dynastie nicht anzunehmen wage, solle man ihm den daoistischen Ehrentitel „Wahrer Mensch der Wunderbaren Schriften" verleihen. Aufrecht Kaufmann dankte abermals kniefällig und verließ den Palast.

Zu Hause empfingen ihn Kette Kaufmann[12] und Zhen Kaufmann. Aufrecht Kaufmann berichtete ihnen die Worte vom Hof, und alle freuten sich. Zhen Kaufmann meldete darauf: „Der Palast der Ning-Residenz ist vollständig wiederhergerichtet; nach entsprechender Meldung möchte ich zurückziehen. Das Kloster des Smaragdgrüns innerhalb des Gartens soll der Vierten Schwester zum stillen Verweilen überlassen werden." Aufrecht Kaufmann sagte zunächst nichts; erst nach einer längeren Pause erteilte er einige Anweisungen darüber, wie man die kaiserliche Gnade gebührend vergelten solle.

Kette Kaufmann nutzte die Gelegenheit und meldete: „Was Jies Heirat betrifft — der Vater und die gnädige Dame sind beide einverstanden, sie an die Familie Zhou zu verheiraten." Aufrecht Kaufmann hatte am Vorabend auch von Jies ganzer Geschichte erfahren und sagte: „Der Älteste Herr und die Älteste gnädige Dame entscheiden das. Dass das Landleben schlicht ist, macht nichts — Hauptsache, die Familie ist ehrbar und der junge Mann studiert fleißig und kann vorankommen. Die Beamten bei Hof — sind die etwa alle Stadtkinder?" Kette Kaufmann antwortete mit „Ja" und fuhr fort: „Der Vater ist schon bei Jahren und hat zudem eine Neigung zur Schleimkrankheit; er sollte sich einige Jahre der Ruhe gönnen. Alle Angelegenheiten obliegen ohnehin dem Zweiten Onkel als Oberhaupt." Aufrecht Kaufmann sagte: „Wenn du vom Landleben und der stillen Muße sprichst — das ist ganz nach meinem Sinn. Nur habe ich so tiefe kaiserliche Gnade empfangen und sie noch nicht vergolten." Damit ging Aufrecht Kaufmann hinein.

Kette Kaufmann schickte jemanden, um die Alte Liu[13] einzuladen, und die Sache wurde besprochen. Die Alte Liu sah Frau König und die anderen und erzählte allerhand, wie man künftig in hohe Ämter aufsteigen, wie sich die Familie wieder erheben und wie die Nachkommen blühen würden.

Gerade als sie so sprachen, meldete ein Dienstmädchen: „Die Frau von Hua Zifang ist hereingekommen, um ihre Aufwartung zu machen." Frau König stellte einige Fragen. Die Frau von Hua Zifang sagte: „Verwandte haben vermittelt: Es ist die Familie Jiang aus dem Süden der Stadt. Sie haben ein Haus, Land und auch einen Laden. Der Bräutigam ist einige Jahre älter, war aber noch nie verheiratet, und vom Aussehen her ist er einer unter hundert." Frau König hörte dies und war einverstanden. Sie sagte: „Geht und richtet es aus. In einigen Tagen kommt wieder herein und holt eure Schwester ab." Frau König ließ auch noch Erkundigungen einziehen; alle sagten, es sei gut. Frau König teilte es Schatzspange mit und lud noch einmal Tante Schnee ein; dann erklärten sie es Dufthauch behutsam.

Dufthauch war untröstlich, wagte aber nicht, sich zu widersetzen. In ihrem Herzen dachte sie an jenes Jahr, als Schatzjade bei ihr zu Hause gewesen war und danach gesagt hatte, er wolle lieber sterben, als dass sie dorthin zurückgehe: „Nun entscheidet die gnädige Dame über meinen Kopf hinweg. Sage ich, ich wolle treubleiben, dann heißt es, ich hätte keine Scham. Gehe ich aber — es ist wahrhaftig nicht mein Herzenswunsch." So weinte sie, bis sie vor Schluchzen nicht mehr sprechen konnte. Doch Tante Schnee und Schatzspange und die anderen redeten ihr dringend zu, und Dufthauch besann sich eines anderen: „Wenn ich hier sterbe, verderbe ich der gnädigen Dame ihren guten Willen. Wenn ich schon sterben will, dann zu Hause." So nahm Dufthauch unter Tränen Abschied von allen. Als die Schwestern sich trennten, war der Schmerz natürlich kaum zu ertragen.

Dufthauch, fest entschlossen zu sterben, stieg in die Sänfte und fuhr heim. Als sie ihren Bruder und ihre Schwägerin sah, weinte sie ebenfalls, konnte aber kein Wort herausbringen. Hua Zifang zeigte ihr alle Brautgeschenke der Familie Jiang und führte sie dann Stück für Stück durch die Aussteuer, die er besorgt hatte: „Dies hat die gnädige Dame geschenkt, jenes wurde angeschafft." Dufthauch konnte erst recht nichts mehr sagen. Nachdem sie zwei Tage dageblieben war, überlegte sie gründlich: „Mein Bruder hat alles richtig gemacht. Wenn ich im Haus meines Bruders sterbe, schade ich ihm doch nur!" Sie dachte tausendfach hin und her, nach links und rechts — es gab keinen Ausweg. Ihr zarter Seidenfaden eines Herzens war beinahe zerrissen, und sie konnte nur noch ausharren.

Als der glückverheißende Hochzeitstag gekommen war, stieg Dufthauch — sie war eben nicht die forsche Art — still und ergeben in die Sänfte und fuhr los, im Herzen dachte sie, dort angekommen werde sie einen Entschluss fassen. Doch wer hätte gedacht, dass die Familie Jiang die Sache überaus gewissenhaft betrieb und alles nach den Regeln einer Hauptfrau einrichtete! Kaum war sie durch das Tor getreten, nannten Mägde und Dienerinnen sie „gnädige Frau". Dufthauch wollte nun hier sterben, fürchtete aber, der Familie Schaden zuzufügen und deren aufrichtige Güte zu verraten. In jener Nacht weinte sie und wollte sich nicht fügen, doch der Bräutigam war von solch zärtlicher Fürsorge und solchem Feingefühl, dass er geduldig auf sie einging.

Am nächsten Tag, als die Truhen geöffnet wurden, erblickte der Bräutigam ein scharlachrotes Schweißtuch und erkannte, dass sie eine Dienerin Schatzjades gewesen war. Zuvor hatte er nur gewusst, sie sei eine Kammerfrau der alten Fürstin gewesen, und hätte nie gedacht, dass es Dufthauch war. Nun war dieser Jiang Yuhan, und als er an Schatzjades frühere Freundschaft zu ihm dachte, überkam ihn ein Gefühl von Beschämung und Ehrfurcht. Er wurde noch aufmerksamer um sie. Absichtlich holte er das kiefernblütengrüne Schweißtuch hervor, das Schatzjade einst mit ihm getauscht hatte. Als Dufthauch es sah, erkannte sie, dass dieser Herr Jiang niemand anderer als Jiang Yuhan war, und erst jetzt glaubte sie daran, dass die Ehe vom Schicksal vorherbestimmt war. Dufthauch erzählte daraufhin, was sie auf dem Herzen hatte. Jiang Yuhan seufzte tief und zollte ihr Bewunderung; er wagte nicht, sie zu bedrängen, und wurde nur noch zärtlicher und rücksichtsvoller. So war der armen Dufthauch wahrlich jeder Ausweg zum Sterben genommen.

Verehrter Leser, höre: Obwohl die Dinge vorherbestimmt sind und es kein Entrinnen gibt — doch wenn es um pflichtbewusste Söhne und einsame Staatsdiener geht, um treue Gatten und tugendhafte Frauen, dann kann man sich mit dem Wort „unvermeidlich" nicht in jedem Fall herausreden. Darum steht Dufthauch auch nur im „Ergänzungsregister". Es ist wie in dem alten Gedicht über den Pfirsichblüten-Tempel:

Seit Urzeiten ist das Schwerste nur der eine Tod; Herzzerreißend war es nicht allein für die Frau von Xi.

Von Dufthauchs neuem Lebensabschnitt sei nicht weiter die Rede. Nun aber zu Regendorf Kaufmann[14]: Er war wegen Bestechung und Erpressung verurteilt worden. Nachdem das Urteil feststand, traf ihn die große Amnestie, und er wurde als einfacher Bürger in seine Heimat zurückgeschickt. Regendorf Kaufmann schickte seine Familie voraus und reiste selbst nur mit einem Burschen und einem Karren voll Gepäck. Als er an den Strudelbachübergang der Erweckungsfurt gelangte, kam ein Daoist aus der Grashütte am Fährufer heraus und empfing ihn mit Handschlag. Regendorf Kaufmann erkannte ihn als Zhen Wahrheitsverberger[15] und verbeugte sich ebenfalls eilig. Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Werter Herr Kaufmann, seid Ihr seit unserer Trennung wohlauf?" Regendorf Kaufmann erwiderte: „Verehrter Unsterblicher, so seid Ihr also wirklich der alte Herr Zhen! Warum wolltet Ihr mich bei unserer letzten Begegnung von Angesicht zu Angesicht nicht erkennen? Als ich später von dem Brand erfuhr, der die Grashütte zerstörte, war ich zutiefst bestürzt. Dass ich Euch heute wiedersehe — ich bewundere nur die Tiefe Eures Weges und Eurer Tugend! Leider bin ich selbst von unbelehrbarer Dummheit und habe es so weit gebracht." Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Als Ihr, verehrter Herr, in hohem Amt und hohen Ehren standet, wie hätte ein armer Daoist gewagt, sich zu erkennen zu geben? Doch als alter Bekannter wagte ich ein offenes Wort — nur nahm es der gnädige Herr nicht an. Indessen sind Reichtum und Armut, Glück und Unglück nie zufällig. Dass wir uns heute wiedertreffen, ist auch eine bemerkenswerte Fügung. Hier in der Nähe liegt meine kleine Einsiedelei — wollt Ihr nicht eintreten und plaudern?" Regendorf Kaufmann folgte freudig der Einladung.

Die beiden gingen Arm in Arm, der Bursche folgte mit dem Karren. Sie kamen zu einer Strohhütte. Zhen Wahrheitsverberger bat Regendorf Kaufmann einzutreten und Platz zu nehmen; ein Knabe brachte Tee. Regendorf Kaufmann bat den verehrten Unsterblichen, ihm von Anfang und Ende seiner Weltabkehr zu erzählen. Zhen Wahrheitsverberger lachte und sagte: „In einem einzigen Augenblick der Erkenntnis wandelt sich die ganze irdische Welt. Ihr, werter Herr, kommt aus dem Getriebe von Glanz und Überfluss — kennt Ihr nicht den Schatzjade im Lande von Weichheit und Reichtum?" Regendorf Kaufmann antwortete: „Wie sollte ich ihn nicht kennen? Unlängst ging das Gerücht um, auch er sei in die Leere eingegangen. Ich selbst hatte seinerzeit mehrfach mit ihm verkehrt — nie hätte ich gedacht, dass er so entschieden handeln würde." Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Mitnichten. Diese wundersame Verknüpfung kenne ich seit langem. Damals, noch bevor ich mit Euch an meinem alten Tor in der Gasse der Menschenfreundlichkeit plauderte, hatte ich ihn bereits einmal getroffen." Regendorf Kaufmann fragte verwundert: „Die Hauptstadt ist weit entfernt von Eurer Heimat — wie konntet Ihr ihn sehen?" Zhen Wahrheitsverberger antwortete: „Im Geiste waren wir schon lange vertraut." Regendorf Kaufmann sprach: „Wenn es so ist, dann kennt der Unsterbliche gewiss auch Schatzjades Verbleib." Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Jade — das ist eben Jade. In jenem Jahr, noch bevor über die Häuser Rong und Ning die Beschlagnahme hereinbrach, an dem Tag, als Schatzspange und Kajaljade getrennt wurden — da hatte dieser Jade-Stein die Welt bereits verlassen: erstens, um dem Unheil auszuweichen, und zweitens, um die Vereinigung zu bewirken. Damit war die Bestimmung aus einem früheren Leben erfüllt, und Form und Substanz kehrten zur Einheit zurück. Dann zeigte er noch einmal kurz seine übernatürliche Kraft, bestand die hohe Prüfung und zeugte einen edlen Sohn — damit erwies sich dieser Jade-Stein als ein vom Himmel und der Erde geschmiedetes Wunderwerk, das sich mit nichts Irdischem vergleichen lässt. Einst brachten ihn der nebelverhangene Große Gelehrte und der unfassbare Wahre Mensch in die Menschenwelt herab; nun, da sein irdisches Karma erschöpft ist, nehmen ihn dieselben zwei wieder mit an seinen Ursprungsort zurück — das ist Schatzjades Verbleib."

Regendorf Kaufmann hörte zu; obwohl er nicht alles verstand, begriff er doch vier oder fünf Zehntel. Er nickte seufzend: „So verhält es sich also — das wusste ich nicht. Aber wenn Schatzjade eine solche Herkunft hat, warum war er dann so tief in Leidenschaft verstrickt und hat dann wieder so plötzlich zur Erleuchtung gefunden? Ich bitte um weitere Belehrung." Zhen Wahrheitsverberger lachte: „Wenn ich dies erkläre, wird der Herr es vielleicht nicht ganz verstehen. Das Land der Großen Leere und der Illusionen ist in Wahrheit das Land des wahren So-Seins und der Seligkeit. Zweimal hat er die Schicksalsbücher durchblättert — darin liegt der Weg von Anfang und Ende; sein ganzes Leben stand klar vor ihm geschrieben — wie hätte er nicht erwachen sollen? Wenn die Wunderpflanze zur Wahrheit zurückkehrt, ist es dann nicht selbstverständlich, dass auch der Magische Jade in seinen Urzustand zurückfindet?"

Regendorf Kaufmann hörte zu, verstand es aber nicht. Er erkannte, dass es sich um himmlische Geheimnisse handelte, und wagte nicht weiter zu fragen. So sagte er: „Von Schatzjades Angelegenheit habe ich nun gehört. Doch von den Damen unseres Clans gibt es so viele — warum ist das Ende von der Kaiserlichen Gemahlin angefangen bei allen so gewöhnlich?" Zhen Wahrheitsverberger seufzte: „Werter Herr, nehmt mir meine offenen Worte nicht übel. Die Damen Eures erlauchten Hauses kamen allesamt aus dem Himmel der Leidenschaften und dem Meer des Karmas. Im Allgemeinen gilt für die Frauen aller Zeiten: Das Wort 'Ausschweifung' darf gewiss nicht übertreten werden, doch auch das Wort 'Gefühl' sollte man besser nicht berühren. Darum sind Cui Yingying und Su Xiaoxiao nichts als Himmelswesen mit irdischem Herzen; Song Yu und Sima Xiangru sind große Dichter mit sündiger Zunge. Sobald sich aber die Empfindungen verwickeln und verfangen, ist das Ende stets unselig."

Als Regendorf Kaufmann dies hörte, strich er sich unwillkürlich über den Bart und seufzte lang. Dann fragte er noch: „Darf ich den Unsterblichen fragen: Die beiden Häuser Rong und Ning — werden sie je wieder so blühen wie zuvor?" Zhen Wahrheitsverberger antwortete: „Dass Gutes belohnt und Böses bestraft wird, ist ein Grundsatz aller Zeiten. Gegenwärtig gilt für die beiden Häuser Rong und Ning: Wer gut handelt, pflegt sein Verdienst, wer böse gehandelt hat, bereut sein Vergehen. Dass dereinst Orchidee und Cassia gemeinsam duften und das Haus zu seiner alten Pracht zurückfindet, ist der natürliche Lauf der Dinge." Regendorf Kaufmann senkte eine geraume Weile den Kopf und sagte dann plötzlich lachend: „Ja, so ist es! In jenem Hause gibt es einen namens Orchidee, der bereits die Provinzialprüfung bestanden hat — das entspricht genau dem Zeichen 'Orchidee'. Soeben sagtet Ihr 'Orchidee und Cassia duften gemeinsam' und zuvor, Schatzjade habe eine 'hohe Prüfung bestanden und einen edlen Sohn gezeugt' — sollte das bedeuten, dass er einen nachgeborenen Sohn hat, der einst zu höchsten Ehren aufsteigen wird?" Zhen Wahrheitsverberger lächelte fein: „Das gehört der Zukunft an und lässt sich nicht im Voraus sagen."

Regendorf Kaufmann wollte noch weiter fragen, doch Zhen Wahrheitsverberger antwortete nicht mehr. Er ließ eine einfache Mahlzeit auftragen und lud Regendorf Kaufmann zum Essen ein. Nach dem Mahl wollte Regendorf Kaufmann noch nach seinem eigenen weiteren Schicksal fragen. Doch Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Werter Herr, ruht Euch in der Einsiedelei ein wenig aus. Ich habe noch ein Stück irdische Bindung ungelöst, das ich heute noch vollenden muss." Regendorf Kaufmann fragte erstaunt: „Verehrter Meister, bei Eurer reinen Übung — welche irdische Bindung sollte da noch bestehen?" Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Es ist nichts weiter als ein Stück Vater-Tochter-Liebe." Regendorf Kaufmann hörte dies und war noch erstaunter: „Darf ich fragen, was der Meister damit meint?" Zhen Wahrheitsverberger sprach: „Werter Herr, Ihr wisst es nicht. Meine kleine Tochter Heldenlotus geriet in jungen Jahren in das Unheil der irdischen Welt; als Ihr, werter Herr, damals zum ersten Mal ein Amt bekleidetet, habt Ihr über ihren Fall geurteilt. Nun gehört sie der Familie Schnee an; sie wird bei einer schweren Geburt ihr Karma vollenden und einen Sohn hinterlassen, der den Stamm der Familie Schnee weiterführen wird. Jetzt ist die Stunde gekommen, da ihre irdischen Bande sich vollends lösen — ich muss sie nur noch hinübergeleiten." Mit diesen Worten schüttelte Zhen Wahrheitsverberger die Ärmel und erhob sich. Regendorf Kaufmann war benommen und verwirrt; er schlief dort in der Grashütte am Strudelbachübergang der Erweckungsfurt ein.

Zhen Wahrheitsverberger aber ging, um Duftkastanie hinüberzugeleiten. Er brachte sie in das Land der Großen Leere und der Illusionen und übergab sie der Feengöttin der Ernüchterung, damit diese den Eintrag im Schicksalsbuch vervollständige. Kaum hatte er den Ehrenbogen passiert, da kamen der Mönch und der Daoist schwebend herbei. Zhen Wahrheitsverberger empfing sie und sprach: „Großer Gelehrter, Wahrer Mensch — ich gratuliere! Ich beglückwünsche Euch! Sind alle Schicksalsbande abgelöst und klar abgerechnet?" Der Mönch und der Daoist sprachen: „Die Schicksalsbande sind noch nicht ganz gelöst; doch jener törichte Gegenstand ist bereits zurückgekehrt. Wir müssen ihn noch an seinen Ursprungsort bringen und die letzten Dinge seiner Erdenwanderung verzeichnen — sonst wäre seine Reise in die Welt umsonst gewesen." Zhen Wahrheitsverberger hörte dies und verabschiedete sich mit einer Verbeugung. Der Mönch und der Daoist trugen den Jade-Stein zum Fuß des Blauen Felsgrats und legten Schatzjade an jene Stelle, wo Nüwa einst den Himmel geflickt hatte. Dann zogen sie jeder seines Weges und streiften durch die Wolken. Von da an hieß es:

Jenseitige Geschichten, jenseitig überliefert; Zwei Wandlungen einer Person, eine einzige Person.

Eines Tages kam der Daoist der Leere abermals am Blauen Felsgrat vorbei und sah, dass der überzählige Stein von Nüwas Himmelsflickung noch immer dort lag, die Schriftzeichen darauf noch genauso deutlich wie zuvor. Er las alles noch einmal von Anfang bis Ende sorgfältig durch und sah, dass hinter dem Schlussvers noch allerlei Nachträge über die letzten Verknüpfungen und Auflösungen der Schicksale standen. Er nickte seufzend: „Als ich seinerzeit die wundersame Geschichte des Steines fand, meinte ich, sie könne in der Welt verbreitet werden und als ungewöhnliche Erzählung gelten; deshalb schrieb ich sie ab. Doch damals fehlte das Ende, die Rückkehr zum Ursprung. Wer weiß, wann diese schöne Fortsetzung dazukam? Nun weiß ich: Der Stein ist einmal in die Welt hinabgestiegen, hat sein Licht hervorpoliert und die vollkommene Erleuchtung erlangt — da bleibt ihm wahrlich nichts mehr zu bedauern. Ich fürchte nur, mit den Jahren könnten die Schriftzeichen verblassen und Fehler entstehen. Lieber schreibe ich alles noch einmal ab, suche in der Welt einen müßigen Menschen ohne Geschäfte und bitte ihn, die Geschichte zu verbreiten. Dann wird man erkennen: Wundersam und doch nicht wundersam, gewöhnlich und doch nicht gewöhnlich, wahr und doch nicht wahr, falsch und doch nicht falsch. Vielleicht erwachen die Müden des Staubes aus ihrem Traum und der Kuckucksruf lockt sie heim; vielleicht heißt der gastfreundliche Berggeist sie willkommen und lässt den Stein zum Flug aufsteigen — wer weiß?"

Mit diesem Gedanken schrieb er alles noch einmal ab, steckte es in den Ärmel und ging in jene glanzvolle, blühende Gegend. Er suchte überall, doch alle, die er fand, waren entweder damit beschäftigt, Verdienste zu erwerben und eine Laufbahn einzuschlagen, oder damit, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen — keiner hatte die Muße, mit einem Stein zu plaudern! Schließlich gelangte er zur Grashütte am Strudelbachübergang der Erweckungsfurt. Dort schlief jemand. Der Daoist der Leere dachte, dies müsse ein Müßiggänger sein, und wollte ihm die Abschrift des „Steinernen Berichts" zeigen — doch jener Mensch war nicht wachzubekommen. Der Daoist der Leere rüttelte kräftig an ihm, und endlich öffnete er langsam die Augen und setzte sich auf. Er nahm das Manuskript und überflog es flüchtig, dann warf er es hin und sagte: „Diese Dinge habe ich alle selbst mit eigenen Augen gesehen und kenne sie bis ins Letzte. Was du da abgeschrieben hast, enthält keine Fehler. Ich will dir nur den einen Menschen nennen, dem du es anvertrauen kannst, damit er diese frische Begebenheit zum Abschluss bringe." Der Daoist der Leere fragte hastig: „Wer ist es?" Jener Mann antwortete: „Du musst in einem gewissen Jahr, einem gewissen Monat, an einem gewissen Tag, zu einer gewissen Stunde, zu einem Ort namens 'Pavillon der Trauer um das Rot' gehen. Dort lebt ein Herr Cao Xueqin. Sage ihm nur: 'Regendorf Kaufmann sagt' — und bitte ihn, so und so zu verfahren." Damit legte er sich wieder hin und schlief ein.

Der Daoist der Leere prägte sich diese Worte fest ein. Es vergingen dann noch wer weiß wie viele Weltalter und Äonen, bis er tatsächlich einen Pavillon der Trauer um das Rot fand und den Herrn Cao Xueqin sah, der dort gerade alte Geschichtswerke durchblätterte. Der Daoist der Leere überbrachte ihm Regendorf Kaufmanns Worte und zeigte ihm den „Steinernen Bericht". Herr Cao Xueqin lachte und sagte: „Das sind also wirklich 'Regendorf Kaufmanns Worte'!" Der Daoist der Leere fragte: „Woher kennt Ihr diesen Menschen, dass Ihr bereit seid, seine Geschichte zu überliefern?" Herr Cao Xueqin lachte: „Man nennt dich 'Leer', und in der Tat ist dein Inneres leer! Wenn es doch 'erfundenes Dorfgeschwätz' ist — solange es frei von Schreibfehlern, Abweichungen und Widersprüchen ist, kann man es mit zwei, drei gleichgesinnten Freunden nach dem Wein und nach der Mahlzeit, an regnerischen Abenden beim Kerzenschein, zur Vertreibung der Langeweile genießen. Dazu braucht es keine Empfehlung großer Gelehrter, die es der Nachwelt überliefern. Wenn du aber so nach den Wurzeln gräbst und den Grund suchst, dann bist du einer, der ein Boot mit eingekerbtem Bord sucht oder mit festgeleimtem Steg die Laute stimmt." Der Daoist der Leere hörte dies, warf den Kopf zurück und lachte laut zum Himmel empor, schleuderte die Abschrift zu Boden und schwebte davon. Im Gehen rief er: „Es war also nichts als ausgeschmückter Unsinn! Nicht nur der Verfasser weiß es nicht, der Abschreiber weiß es nicht, und auch der Leser weiß es nicht. Es ist nichts als ein Spiel des Pinsels, zur Ergötzung des Gemüts und zur Befriedigung der Natur!"

Spätere Leser, die diese Erzählung sahen, haben ebenfalls vier Verszeilen als Nachwort verfasst, die über die Einleitung des Verfassers noch einen Schritt hinausgehen. Sie lauten:

Wo es bitter wird, da wird das Absurde erst recht traurig. Von jeher ist alles ein und derselbe Traum; Lacht nicht über die Torheit der Welt!


Basierend auf der Cheng-Jia-Ausgabe (程甲本). Übersetzung: Martin Woesler, 4. Auflage 2026.

  1. Chin. 秋纹 Qiūwén, wörtl. „Herbstmuster". Eine von Schatzjades Zofen.
  2. Chin. 袭人 Xīrén, wörtl. „Dufthauch". Schatzjades erste Kammerzofe.
  3. Chin. 巧姐 Qiǎojiě, wörtl. „Geschickte Schwester". Tochter von Phönixglanz und Kette Kaufmann.
  4. Chin. 平儿 Píng'ér, wörtl. „Friedchen". Phönixglanz' erste Kammerzofe und Vertraute.
  5. Chin. 贾政 Jiǎ Zhèng, wörtl. „Aufrecht Kaufmann". Schatzjades Vater.
  6. Chin. 贾蓉 Jiǎ Róng. Sohn von Herrlichkeit Kaufmann.
  7. Chin. 鸳鸯 Yuānyāng, wörtl. „Mandarinenente". Kammerzofe der Herzoginmutter.
  8. Chin. 贾兰 Jiǎ Lán, wörtl. „Orchidee Kaufmann". Enkel von Aufrecht Kaufmann, Sohn von Seidenweiß Pflaume.
  9. Chin. 香菱 Xiānglíng, wörtl. „Duftkastanie". Konkubine von Becken Schnee.
  10. Chin. 贾赦 Jiǎ Shè, wörtl. „Begnadigung Kaufmann". Älterer Bruder von Aufrecht Kaufmann.
  11. Chin. 贾珍 Jiǎ Zhēn. Oberhaupt des Stillfriede-Zweigs der Kaufmann-Familie.
  12. Chin. 贾琏 Jiǎ Liǎn, wörtl. „Kette Kaufmann". Phönixglanz' Ehemann.
  13. Chin. 刘姥姥 Liú Lǎolao, wörtl. „Oma Liu". Einfache Bäuerin und Wohltäterin.
  14. Chin. 贾雨村 Jiǎ Yǔcūn. Aufsteigender Beamter aus dem ersten Kapitel, homophon mit „vorgetäuschte Worte".
  15. Chin. 甄士隐 Zhēn Shìyǐn. Gelehrter aus dem ersten Kapitel, homophon mit „wahrlich verborgen".