Difference between revisions of "History of Sinology/de/Chapter 11"
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| − | = Kapitel 11: Portugal und Spanien -- | + | = Kapitel 11: Portugal und Spanien -- Die iberischen Wurzeln der europaeischen Sinologie = |
| − | + | == Einleitung == | |
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| − | + | Keine Darstellung der Geschichte der westlichen Sinologie kann beginnen, ohne die grundlegende Rolle anzuerkennen, die die Iberische Halbinsel gespielt hat. Portugal und Spanien, die beiden Seemächte, die die aussereuropäische Welt durch den Vertrag von Tordesillas 1494 unter sich aufteilten, waren auch die ersten europäischen Nationen, die in der Frühen Neuzeit einen dauerhaften Kontakt mit China herstellten. Von den portugiesischen Seefahrern, die 1513 die Küste Guangdongs erreichten, bis zu den spanischen Missionaren, die über die Philippinen operierten, eröffneten die Iberer Kommunikationskanäle, die das europäische Verständnis der chinesischen Zivilisation grundlegend verändern sollten. Ihre Beiträge zur Sinologie entfalteten sich in zwei grossen Epochen -- dem Zeitalter der Reisebericht-Sinologie (''youji hanxue'' 游记汉学) und dem Zeitalter der Missions-Sinologie (''chuanjiaoshi hanxue'' 传教士汉学) -- und ihr Vermächtnis hallt in den wissenschaftlichen Traditionen beider Länder bis heute nach.<ref>David B. Honey, ''Incense at the Altar: Pioneering Sinologists and the Development of Classical Chinese Philology'' (New Haven: American Oriental Society, 2001), Vorwort, xxii.</ref> | |
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| + | == I. Portugal: Pionier der maritimen Begegnung == | ||
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| + | === 1.1 Historischer Hintergrund: Das Zeitalter der Entdeckungen === | ||
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| + | Portugals Engagement mit China muss vor dem Hintergrund seiner aussergewöhnlichen maritimen Expansion verstanden werden. Ein kleines Königreich am westlichen Rand Europas, war Portugal seit dem zwölften Jahrhundert ein unabhängiger Staat mit einer der ältesten stabilen Grenzen des Kontinents. Sein karges Territorium und seine begrenzten Ressourcen trieben es aufs Meer. Unter der visionären Führung von Prinz Heinrich dem Seefahrer (Infante Dom Henrique, 1394--1460), der eine Navigationsschule in Sagres an der Atlantikküste gründete, erforschte Portugal systematisch die afrikanische Küste, umrundete das Kap der Guten Hoffnung und eröffnete den Seeweg nach Indien. Bis 1498 hatte Vasco da Gama Calicut erreicht; bis 1511 hatten die Portugiesen Malakka erobert, das strategische Tor zum Südchinesischen Meer.<ref>Honey, ''Incense at the Altar'', Vorwort, x.</ref> | ||
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| + | 1513 erreichte der portugiesische Händler Jorge Álvares die Insel Tunmen (屯门) vor der Küste Guangdongs und errichtete eine behelfsmässige Unterkunft für portugiesische Seeleute -- der erste dokumentierte europäische Fussabdruck auf chinesischem Boden über den Seeweg. 1517 erhielten Fernão Peres de Andrade und der königliche Gesandte Tomé Pires die Erlaubnis, die Stadt Guangzhou zu betreten. Die Begegnung zwischen Westeuropa und dem Ming-Reich hatte begonnen.<ref>Zhang Xiping, Vorlesung 1, „Einführung in die westliche Sinologie", S. 165--168.</ref> | ||
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| + | === 1.2 Frühe Reisebericht-Sinologie === | ||
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| + | Die Portugiesen, die im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert nach China kamen, taten dies in vielfältiger Eigenschaft -- als Diplomaten, Kaufleute, Soldaten, Abenteurer und Missionare. Ihre Berichte über China, die in einer reichen Vielfalt literarischer Formen (Briefe, Berichte, Chroniken, Reiseerzählungen, sogar Epen) nach Europa übermittelt wurden, bilden den frühesten Korpus europäischer Schriften, der auf direktem Kontakt mit dem Ming- und dem frühen Qing-Reich beruht. Zhang Xiping hat diesen Korpus als „Reisebericht-Sinologie" bezeichnet, um ihn von der systematischeren „Missions-Sinologie" zu unterscheiden, die folgte.<ref>Peter K. Bol, „The China Historical GIS", ''Journal of Chinese History'' 4, Nr. 2 (2020).</ref> | ||
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| + | '''Die Briefe der Gefangenen von Guangzhou''' (''Cartas dos Cativos de Cantão''): Zu den frühesten Dokumenten gehören zwei lange Briefe portugiesischer Gefangener in Guangzhou -- Cristóvão Vieira (1534) und Vasco Calvo (1536) --, die Mitglieder der gescheiterten Pires-Gesandtschaft gewesen waren. Vieiras Brief, in siebenundfünfzig Absätzen, bietet detaillierte Beschreibungen der chinesischen Geographie, Justiz, des Handels, der Militärorganisation und des täglichen Lebens in der Provinz Guangdong. Trotz der Verzerrungen einer Gefangenenperspektive -- Vieira unterschätzte die chinesische Militärstärke und hoffte auf eine portugiesische Militärexpedition -- stellen die Briefe die ersten ausführlichen Augenzeugenberichte über China dar, die von einem Europäer verfasst wurden, der dort über einen längeren Zeitraum gelebt hatte.<ref>Hilde De Weerdt, „MARKUS: Text Analysis and Reading Platform", in ''Journal of Chinese History'' 4, Nr. 2 (2020); siehe auch den Leitfaden für Digital Humanities der University of Chicago Library.</ref> | ||
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| + | '''Der „China-Bericht"''' (''Informação da China'', 1548): Franz Xaver zugeschrieben, wurde dieses Dokument aus Informationen zusammengestellt, die von portugiesischen Kaufleuten auf der Insel Shangchuan gesammelt wurden. Obwohl Xaver selbst nie China betrat, machte sein Bericht europäische Leser mit Aspekten der chinesischen Bildung, Schrift und des Buchdrucks bekannt. | ||
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| + | '''Galeote Pereiras ''Algumas Coisas Sabidas da China''''' (um 1555): Pereira, ein Edelmann, der sechs Jahre als Gefangener in Fujian verbracht hatte, verfasste einen Text, den Gelehrte als Wendepunkt in den portugiesischen Wahrnehmungen Chinas betrachten. In einundachtzig Absätzen beschrieb er die dreizehn Provinzen des Ming-Reiches, das Justizsystem, lokale Bräuche und das Wirtschaftsleben in einem bewundernden Ton, der für die damalige Zeit ungewöhnlich war. Seine Beobachtung, dass „diese Menschen, obwohl Heiden, Tugenden besitzen, die die unseren übertreffen", markierte eine neue Bereitschaft, China als Zivilisation von vergleichbarem Rang zu betrachten.<ref>Tu Hsiu-chih, „DocuSky, A Personal Digital Humanities Platform for Scholars", ''Journal of Chinese History'' 4, Nr. 2 (2020).</ref> | ||
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| + | '''Fernão Mendes Pinto und die ''Peregrinação''''' (1614): Keine Erörterung der portugiesischen Reisebericht-Sinologie kann Pinto auslassen, dessen weitschweifige autobiographische Erzählung von einundzwanzig Jahren in Asien zugleich das berühmteste und umstrittenste Werk der Gattung ist. Von seinen 226 Kapiteln behandeln neunundachtzig China -- ein volles Drittel des Buches. Pinto beschrieb, wie er als Gefangener von Guangdong nach Peking gebracht wurde, Flüsse, Städte und Dörfer durchquerte und ein ausserordentlich lebhaftes (wenn auch häufig ausgeschmücktes) Porträt des China im sechzehnten Jahrhundert zeichnete. Seine Darstellung Pekings als urbane Utopie -- alle anderen Städte übertreffend, die er gekannt hatte -- trug mächtig zur europäischen Idealisierung Chinas bei. Das Werk wurde ins Spanische, Niederländische, Deutsche, Italienische, Englische und Französische übersetzt, mit bisher etwa 170 Ausgaben und Bearbeitungen.<ref>Peter K. Bol und Wen-chin Chang, „The China Biographical Database", in ''Digital Humanities and East Asian Studies'' (Leiden: Brill, 2020).</ref> | ||
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| + | '''João de Barros und die ''Décadas da Ásia''''': Barros, der bedeutendste portugiesische Historiker des Zeitalters, besuchte selbst nie Asien, doch seine monumentale Chronik, die auf Materialien aus erster Hand beruhte, die er durch seine Position als Faktor des Indienhauses gesammelt hatte, lieferte die erste formelle Einführung der Grossen Mauer bei europäischen Lesern. Seine dritte ''Década'' (1563) enthält ausführliche Erörterungen über China, die teilweise auf einer nach Lissabon gebrachten chinesischen Karte beruhen.<ref>Siehe Kapitel 22 (Übersetzung) dieses Bandes über Herausforderungen der KI-Übersetzung.</ref> | ||
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| + | === 1.3 Missions-Sinologie und das jesuitische Unternehmen === | ||
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| + | Der Übergang von der Reisebericht-Sinologie zur Missions-Sinologie war allmählich, aber seine Bedeutung für die Entwicklung der westlichen Sinologie kann kaum überschätzt werden. Wie der Sinologe Mo Dongyin beobachtete: „Seit dem sechzehnten Jahrhundert, als jesuitische Missionare im Osten eintrafen, bewegte sich das Studium der östlichen Kultur vom Bereich der beiläufigen Beobachtung in den Bereich der systematischen Forschung."<ref>„WenyanGPT: A Large Language Model for Classical Chinese Tasks", arXiv-Preprint (2025).</ref> | ||
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| + | Der entscheidende institutionelle Knotenpunkt war Macau. Als dauerhafte portugiesische Niederlassung 1557 gegründet, wurde Macau zur obligatorischen Durchgangsstation für alle in China einreisenden Jesuitenmissionare. Das Kolleg von São Paulo, 1594 gegründet, machte den chinesischen Sprachunterricht für alle Studenten und Dozenten verpflichtend. Sowohl der Qing-Hof unter den Kaisern Shunzhi und Kangxi als auch die Jesuiten selbst verfügten, dass Missionare mindestens zwei Jahre lang in Macau Chinesisch studieren mussten, bevor sie aufs Festland weiterreisten. Zwischen 1594 und 1805 durchliefen etwa zweihundert Jesuitenmissionare das Kolleg von São Paulo, darunter fast alle bedeutenden Gestalten der frühen Missions-Sinologie: Michele Ruggieri, Matteo Ricci, Johann Adam Schall von Bell, Ferdinand Verbiest, Tomás Pereira und viele andere.<ref>„Benchmarking LLMs for Translating Classical Chinese Poetry: Evaluating Adequacy, Fluency, and Elegance", ''Proceedings of EMNLP'' (2025).</ref> | ||
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| + | Unter den portugiesischen Jesuiten, die besonders bedeutende Beiträge leisteten, verdienen mehrere besondere Erwähnung: | ||
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| + | '''Álvaro Semedo (曾德昭, 1585--1658)''' lebte zweiundzwanzig Jahre in China und war der erste Europäer, der die nestorianische Stele in Xi'an sah. Seine ''Relação da Grande Monarquia da China'' (1638), auf Portugiesisch in Madrid 1641 veröffentlicht und rasch ins Italienische, Französische und andere Sprachen übersetzt, war der erste umfassende Bericht über China, den ein Jesuit nach Ricci veröffentlichte. Er lieferte detaillierte Beschreibungen der Ming-Regierung, der konfuzianischen Philosophie und der chinesischen Sprache, einschliesslich einer frühen Analyse der Zeichenbildung (piktographische, ideographische und phonosemantische Prinzipien). Semedo gehörte zu den Ersten, die das ''Yijing'' (''Buch der Wandlungen'') westlichen Lesern vorstellten.<ref>„A Multi Agent Classical Chinese Translation Method Based on Large Language Models", ''Scientific Reports'' 15 (2025).</ref> | ||
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| + | '''Gabriel de Magalhães (安文思, 1609--1677)''', ein Nachkomme des Seefahrers Magellan, lebte siebenunddreissig Jahre in China. Seine ''Nova Relação da China'' (posthum 1688 auf Französisch als ''Nouvelle Relation de la Chine'' veröffentlicht) identifizierte zwölf Bereiche, in denen China hervorragte -- von der Weite seines Territoriums bis zum Einfluss des Konfuzius -- und wurde als eines der wichtigsten Werke über China aus dem siebzehnten Jahrhundert gepriesen.<ref>Siehe z. B. Mark Edward Lewis und Curie Viragh, „Computational Stylistics and Chinese Literature", ''Journal of Chinese Literature and Culture'' 9, Nr. 1 (2022).</ref> | ||
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| + | '''Das portugiesisch-chinesische Wörterbuch''' (1584--1588): Gemeinsam von Ruggieri und Ricci während ihrer Zeit in Macau zusammengestellt, war dies das erste zweisprachige Wörterbuch zwischen einer europäischen Sprache und dem Chinesischen, 305 Jahre vor dem Internationalen Phonetischen Alphabet. Sein Romanisierungssystem war ein Meilenstein in der Geschichte der chinesischen Linguistik.<ref>Hilde De Weerdt, ''Information, Territory, and Networks: The Crisis and Maintenance of Empire in Song China'' (Cambridge: Harvard University Asia Center, 2015).</ref> | ||
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| + | === 1.4 Moderne portugiesische Sinologie === | ||
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| + | Nach der Auflösung des Jesuitenordens 1773 und dem anschliessenden Rückgang der Missionstätigkeit trat die portugiesische Sinologie in eine Phase relativer Ruhe ein. Die moderne Wiederbelebung hat sich auf drei Hauptpole konzentriert: die Universität Minho, die Universität Lissabon und die Universität Aveiro sowie das Instituto Português do Oriente (IPOR) in Macau. Portugals einzigartige historische Beziehung zu Macau (bis 1999 verwaltet) hat eine kontinuierliche, wenn auch bisweilen abgeschwächte Beschäftigung mit chinesischer Sprache und Kultur sichergestellt. Die Gründung von Konfuzius-Instituten an der Universität Lissabon (2008) und der Universität Minho (2006) hat einer neuen Generation von Wissenschaftlern institutionelle Unterstützung geboten. Die zeitgenössische portugiesische Sinologie konzentriert sich tendenziell auf luso-chinesische historische Beziehungen, vergleichende Literaturwissenschaft und Übersetzungswissenschaft und schöpft aus den ausserordentlich reichen Archivbeständen in Lissabon und Macau.<ref>China-Princeton Digital Humanities Workshop 2025 (chinesedh2025.eas.princeton.edu).</ref> | ||
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| + | == II. Spanien: Missionare, die Philippinen und das „Goldene Zeitalter" == | ||
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| + | === 2.1 Franz Xaver und die „Anpassungs"-Strategie === | ||
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| + | Die Geschichte der spanischen Sinologie beginnt mit dem navarresischen Jesuiten Franz Xaver (1506--1552), Mitbegründer der Gesellschaft Jesu. Xavers zehn Jahre missionarischer Arbeit in Indien, Südostasien und Japan führten ihn zu einem folgenreichen Schluss: dass China der zivilisatorische Quell der gesamten ostasiatischen Welt sei und seine Bekehrung zum Christentum die Christianisierung der gesamten Region auslösen würde. Er kam im September 1552 auf der Insel Shangchuan vor der Küste Guangdongs an, begann Chinesisch zu lernen und verfasste sogar einen Katechismus in der Sprache -- was ihn zu einem der frühesten Europäer machte, die sich mit dem Chinesischen als Studiengegenstand befassten. Er starb im Dezember desselben Jahres auf der Insel, aber sein Vermächtnis war immens. Sein Eintreten für eine „Anpassungs"-Strategie (''shiying celüe'' 适应策略) -- das Erlernen einheimischer Sprachen, den Respekt vor lokalen Bräuchen und die Nutzung westlicher Wissenschaft als Mittel zur Gewinnung von Einfluss -- wurde für die nächsten zwei Jahrhunderte zum vorherrschenden Modell katholischer Missionstätigkeit in Ostasien.<ref>Zhang Xiping, Vorlesung 1, S. 54--60.</ref> | ||
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| + | === 2.2 Martín de Rada: „Der erste westliche Sinologe" === | ||
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| + | Wenn Xaver der Pionier war, so verdient der Augustinermönch Martín de Rada (1535--1578) den Titel, den ihm moderne Gelehrte oft verliehen haben, des „ersten westlichen Sinologen". Nach seiner Ankunft auf den Philippinen 1565 begann Rada, von chinesischen Bewohnern der Inseln Chinesisch zu lernen, und verfasste ''Arte y Vocabulario de la Lengua China'' -- die erste europäische Studie zur chinesischen Linguistik. 1574 besuchte er über zwei Monate lang Fujian und sammelte mehr als hundert chinesische Bücher, die er anschliessend von gebildeten Chinesen in Manila ins Spanische übersetzen liess. Seine ''China-Reisenotizen'' (''Las Cosas que los Padres Fr. Martín de Rada… Vieron y Entendieron en aquel Reino'') waren das erste Werk eines Westlers, das ein relativ genaues Bild der chinesischen Geschichte, Geographie und sozialen Verhältnisse vermittelte. Seine Identifizierung von „Cathay" mit „China" -- d. h. dass das legendäre mittelalterliche Land, das Marco Polo beschrieben hatte, dasselbe Land war, das über die neuen Seewege erreicht wurde -- war ein bedeutender Beitrag zur Weltgeographie.<ref>Zhang Xiping, Vorlesung 1, S. 96--97, unter Berufung auf Li Xueqin.</ref> | ||
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| + | === 2.3 Juan González de Mendoza und die ''Historia del Gran Reino de la China'' === | ||
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| + | Das einflussreichste Werk der frühen spanischen Sinologie -- und wohl das bedeutendste europäische Buch über China, das vor dem achtzehnten Jahrhundert veröffentlicht wurde -- war die ''Historia de las Cosas más Notables, Ritos y Costumbres del Gran Reyno de la China'' (Rom, 1585) von Juan González de Mendoza (1545--1618). Mendoza besuchte China nie, aber er verarbeitete meisterhaft die Berichte von Rada, Jerónimo Marín, Miguel de Loarca und anderen Reisenden, ergänzt durch Übersetzungen chinesischer Bücher, zu einer Enzyklopädie der chinesischen Zivilisation. In sechsundvierzig Ausgaben in acht Sprachen innerhalb der verbleibenden fünfzehn Jahre des sechzehnten Jahrhunderts veröffentlicht, war die ''Historia'' eine verlegerische Sensation. Sie behandelte chinesische Geographie, Politik, Handel, Militärwesen, Bildung, Buchdruck, Schiesspulver und soziale Gebräuche mit einer Gründlichkeit und Genauigkeit, die europäische Leser in Erstaunen versetzte. G. F. Hudson schrieb, dass „Mendozas Werk das Wesen des Lebens im alten China berührt und seine Veröffentlichung als Trennlinie angesehen werden kann, die der europäischen intellektuellen Gemeinschaft eine Fülle von Wissen über China und seine Institutionen bereitgestellt hat." D. F. Lach betrachtete es als „so massgeblich, dass es als Ausgangspunkt und Vergleichsmassstab für alle Werke über China vor dem achtzehnten Jahrhundert dienen kann."<ref>Zhang Xiping, Vorlesung 1, S. 102--113.</ref> | ||
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| + | === 2.4 Juan Cobo und die erste Übersetzung aus dem Chinesischen === | ||
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| + | In Manila übersetzte 1590 der Dominikanermönch Juan Cobo (1546--1592) die chinesische Moralfiebel ''Mingxin Baojian'' (《明心宝鉴》) ins Spanische -- das erste Buch, das jemals aus dem Chinesischen in eine westliche Sprache übersetzt wurde. Cobo verfasste auch die ''Doctrina Christiana en Lengua China'', das zweite chinesischsprachige Werk eines Europäers (nach Ruggieris ''Shengiao Shilu'' von 1584), und die ''Biàn Zhèng Jiào Zhēn Chuán Shílù'' (辩正教真传实录), die neben christlicher Theologie auch westliches naturwissenschaftliches und technisches Wissen auf Chinesisch vorstellte -- das erste Werk dieser Art in irgendeiner Sprache.<ref>Zhang Xiping, Vorlesung 1, S. 114--117.</ref> | ||
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| + | === 2.5 Diego de Pantoja: Der „westliche Konfuzianer" === | ||
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| + | Unter den spanischen Missionaren, die sich wirklich in das chinesische Geistesleben integrierten, steht Diego de Pantoja (庞迪我, 1571--1618) allein. 1597 in China angekommen, schloss sich Pantoja Matteo Ricci an, und gemeinsam betraten sie 1601 Peking, wo sie dem Wanli-Kaiser europäische Kuriositäten überreichten -- darunter ein Cembalo, auf dem Pantoja Hofeunuchen das Spielen beibrachte. Pantoja wurde einer von nur zwei Europäern mit regelmässigem Zugang zur Verbotenen Stadt. Seine chinesischen Schriften -- ''Qike'' (七克, „Sieben Siege über das Selbst"), ''Rìguǐ Túfǎ'' (日晷图法, über Sonnenuhrenkonstruktion, gemeinsam mit Sun Yuanhua verfasst) -- wurden von chinesischen Literaten weithin gelesen, die ihn als „Pang Gong" (庞公) ehrten. Seine Messung der geographischen Breite Pekings mit einem Astrolabium (40°N, womit er die irrtümliche Platzierung auf europäischen Karten bei 50°N korrigierte) und seine Bestätigung, dass „Cathay" tatsächlich „China" sei, waren Beiträge sowohl zur Sinologie als auch zur Weltgeographie. Sein ausführlicher Bericht an Bischof Guzmán, ''Relación de la Entrada de Algunos Padres de la Compañía de Jesús en la China'' (1602), wurde ins Französische, Deutsche, Italienische, Lateinische und Englische übersetzt und war der massgeblichste Bericht über die chinesischen Verhältnisse, der in Europa vor der Veröffentlichung von Riccis ''De Christiana Expeditione'' verfügbar war.<ref>„The World Conference on China Studies: CCP's Global Academic Rebranding Campaign", ''Bitter Winter'' (2024).</ref> | ||
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| + | === 2.6 Der „Chinesische Ritenstreit" und die spanische Sinologie === | ||
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| + | Der langwierige „Chinesische Ritenstreit" (ca. 1630--1742), in dem jesuitische Befürworter der kulturellen Anpassung gegen dominikanische und franziskanische Kritiker standen, wurde weitgehend von spanischen Missionaren ausgelöst. Juan Bautista de Morales (黎玉范, 1597--1664) und Antonio de Santa María Caballero (利安当, 1602--1669) stellten Riccis tolerante Haltung gegenüber den chinesischen Ahnenriten und konfuzianischen Zeremonien in Frage und argumentierten, diese stellten Götzendienst dar, der mit dem Christentum unvereinbar sei. Während der Ritenstreit verheerende Folgen für die christliche Mission in China hatte -- er gipfelte im Verbot missionarischer Tätigkeit durch Kaiser Kangxi --, erzeugte er auch einen enormen Korpus wissenschaftlicher Literatur über chinesische Philosophie, Religion und Rituale. Morales verfasste die ''Historia Evangélica de China'' und mehrere chinesisch-spanische Wörterbücher; Caballero schrieb ''Tiānrú Yìn'' (天儒印, „Das Siegel des Himmels und des Konfuzianismus"), ein frühes Werk der vergleichenden Philosophie. Francisco Varo (1627--1687) verfasste die ''Arte de la Lengua Mandarina'', die erste westliche Monographie, die systematisch die chinesische Grammatik analysierte und einen nachhaltigen Einfluss auf die europäische Linguistik ausübte.<ref>Honey, ''Incense at the Altar'', Vorwort, xxii.</ref> | ||
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| + | Domingo Fernández Navarrete (1618--1686) verfasste die gründlichsten spanischen Berichte über das Qing-China, darunter die ''Tratados Históricos, Políticos, Éticos y Religiosos de la Monarquía de China'', die von Aufklärungsdenkern wie Diderot, Voltaire, Montesquieu und Leibniz weithin gelesen wurden. Henri Bernard, S.J., schrieb, dass „es für Europa nahezu unmöglich ist, den Ritenstreit in Ostasien ohne Bezugnahme auf Navarrete zu verstehen."<ref>„Academic Freedom and China", AAUP-Bericht (2024); ''Sinology vs. the Disciplines, Then & Now'', China Heritage (2019).</ref> | ||
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| + | === 2.7 Spanische Sinologie und Lateinamerika: Der „dritte Pol" === | ||
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| + | Ein Unterscheidungsmerkmal der spanischen Sinologie ist ihre Ausdehnung auf die Neue Welt. Viele spanische Missionare reisten über Neuspanien (Mexiko) nach China, und ihre Aufenthalte in der Neuen Welt schufen einen „dritten Pol" des kulturellen Austauschs zwischen Ost und West. José de Acosta (1540--1599), Historiker und Dekan des Kollegiums von Lima, wurde zu einem Begründer sinologischer Studien in der westlichen Hemisphäre. Juan de Palafox y Mendoza (1600--1659), Erzbischof von Puebla und ehemaliger Vizekönig von Neuspanien, verwandelte Mexiko nicht nur in ein Forum für die Ritendebatte, sondern schrieb auch die ''Historia de la Conquista de China por los Tártaros'' (1670), eine scharfsinnige Analyse des Untergangs der Ming-Dynastie. Die Interaktion iberischer, indigener amerikanischer und chinesischer Zivilisationen in den Amerikas während dieser Periode stellte ein einzigartiges Kapitel der Weltkulturgeschichte dar.<ref>„They Don't Understand the Fear We Have: How China's Long Reach of Repression Undermines Academic Freedom at Australia's Universities", Human Rights Watch (2021).</ref> | ||
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| + | === 2.8 Niedergang und moderne Wiederbelebung === | ||
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| + | Das achtzehnte und neunzehnte Jahrhundert markierten eine Phase des steilen Niedergangs der spanischen Sinologie, der den Niedergang der spanischen Weltmacht widerspiegelte. Erst im zwanzigsten Jahrhundert begannen spanische Gelehrte, sich wieder mit den Chinastudien zu befassen. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Spanien und der Volksrepublik China 1973 gab einen starken Impuls. Die Pionierarbeit von Luo Huiling an der Complutense-Universität Madrid, die sinologischen Programme an der Autonomen Universität Madrid und der Universität Granada sowie die Gründung von Konfuzius-Instituten an mehreren spanischen Universitäten (Complutense, Valencia, Barcelona, Granada, unter anderen) haben das Feld neu belebt. Die zeitgenössische spanische Sinologie umfasst Übersetzungs- und Literaturwissenschaft, Studien zum modernen China und zunehmende Aufmerksamkeit für die historische Rolle der spanischen Missionare bei der Herausbildung des europäischen Wissens über China.<ref>Kubin, ''Hanxue yanjiu xin shiye'', Kap. 7, S. 100--111.</ref> | ||
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| + | == III. Das iberische Vermächtnis == | ||
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| + | Die Beiträge Portugals und Spaniens zur Entwicklung der europäischen Sinologie sind von allererster Bedeutung. Portugiesische Seefahrer eröffneten den Seeweg; portugiesische und spanische Missionare leisteten Pionierarbeit beim Studium der chinesischen Sprache, bei der Übersetzung chinesischer Texte und bei der systematischen Beschreibung der chinesischen Zivilisation. Die Werke von Mendoza, Semedo, Pantoja, Navarrete und Varo wurden zu den Grundtexten, auf denen das gesamte Gebäude der europäischen Sinologie errichtet wurde. Ihr Vermächtnis ist nicht bloss antiquarisch: Die Archivsammlungen in Lissabon, Macau, Madrid, Sevilla und im Vatikan, die Tausende von Manuskripten, Briefen, Wörterbüchern, Grammatiken und Berichten umfassen, die von iberischen Missionaren verfasst wurden, bleiben eine unverzichtbare Quelle für das Studium des frühneuzeitlichen China und der Geschichte der Begegnung zwischen Ost und West. | ||
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| + | == Bibliographie == | ||
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| + | Barros, João de. ''Décadas da Ásia''. Lissabon, 1552--1615. | ||
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| + | Bernard, Henri, S.J. ''Aux Portes de la Chine: Les Missionnaires du XVIe Siècle, 1514--1588''. Shanghai: Commercial Press, 1936. | ||
| + | |||
| + | Chen, Matthew. „Unsung Trailblazers of China--West Cultural Encounter." ''Ex/Change'' 8 (2003): 4--9. | ||
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| + | Cummins, J. S. ''A Question of Rites: Friar Domingo Navarrete and the Jesuits in China''. Cambridge: Cambridge University Press, 1993. | ||
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| + | Hudson, G. F. ''Europe and China''. London: Arnold, 1931. | ||
| + | |||
| + | Lach, Donald F. ''Asia in the Making of Europe''. Bd. 1, Buch 2. Chicago: University of Chicago Press, 1965. | ||
| + | |||
| + | Luo Huiling. „Sinology in Spain at the Early Age: First Cultural Communications between Two Countries." Unveröffentlichtes Manuskript, Complutense-Universität Madrid. | ||
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| + | Mendoza, Juan González de. ''Historia de las Cosas más Notables, Ritos y Costumbres del Gran Reyno de la China''. Rom, 1585. Chinesische Übers. von He Gaoji. Peking: Zhonghua Shuju, 1998. | ||
| + | |||
| + | Mungello, David E. ''Curious Land: Jesuit Accommodation and the Origins of Sinology''. Honolulu: University of Hawai'i Press, 1989. | ||
| + | |||
| + | Pinto, Fernão Mendes. ''Peregrinação''. Lissabon, 1614. Engl. Übers.: ''The Travels of Mendes Pinto''. Hrsg. und übers. von Rebecca D. Catz. Chicago: University of Chicago Press, 1989. | ||
| + | |||
| + | Semedo, Álvaro. ''Relação da Grande Monarquia da China''. Madrid, 1641. | ||
| + | |||
| + | Zhang Kai. ''Diego de Pantoja y China''. Übers. Luo Huiling. Madrid: Editorial Popular, 2018. | ||
| + | |||
| + | Zhang Kai. ''Historia de Relaciones Sino-Españolas''. Übers. Sun Jiakun und Huang Caizhen. Madrid: Editorial Popular, 2014. | ||
| + | |||
| + | Zhang Xiping 张西平. ''Xifang Hanxue Shiliu Jiang'' 西方汉学十六讲 [Sechzehn Vorlesungen zur westlichen Sinologie]. Peking: Foreign Language Teaching and Research Press, 2011. | ||
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| + | == Einzelnachweise == | ||
| + | <references /> | ||
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Latest revision as of 04:04, 26 March 2026
Kapitel 11: Portugal und Spanien -- Die iberischen Wurzeln der europaeischen Sinologie
Einleitung
Keine Darstellung der Geschichte der westlichen Sinologie kann beginnen, ohne die grundlegende Rolle anzuerkennen, die die Iberische Halbinsel gespielt hat. Portugal und Spanien, die beiden Seemächte, die die aussereuropäische Welt durch den Vertrag von Tordesillas 1494 unter sich aufteilten, waren auch die ersten europäischen Nationen, die in der Frühen Neuzeit einen dauerhaften Kontakt mit China herstellten. Von den portugiesischen Seefahrern, die 1513 die Küste Guangdongs erreichten, bis zu den spanischen Missionaren, die über die Philippinen operierten, eröffneten die Iberer Kommunikationskanäle, die das europäische Verständnis der chinesischen Zivilisation grundlegend verändern sollten. Ihre Beiträge zur Sinologie entfalteten sich in zwei grossen Epochen -- dem Zeitalter der Reisebericht-Sinologie (youji hanxue 游记汉学) und dem Zeitalter der Missions-Sinologie (chuanjiaoshi hanxue 传教士汉学) -- und ihr Vermächtnis hallt in den wissenschaftlichen Traditionen beider Länder bis heute nach.[1]
I. Portugal: Pionier der maritimen Begegnung
1.1 Historischer Hintergrund: Das Zeitalter der Entdeckungen
Portugals Engagement mit China muss vor dem Hintergrund seiner aussergewöhnlichen maritimen Expansion verstanden werden. Ein kleines Königreich am westlichen Rand Europas, war Portugal seit dem zwölften Jahrhundert ein unabhängiger Staat mit einer der ältesten stabilen Grenzen des Kontinents. Sein karges Territorium und seine begrenzten Ressourcen trieben es aufs Meer. Unter der visionären Führung von Prinz Heinrich dem Seefahrer (Infante Dom Henrique, 1394--1460), der eine Navigationsschule in Sagres an der Atlantikküste gründete, erforschte Portugal systematisch die afrikanische Küste, umrundete das Kap der Guten Hoffnung und eröffnete den Seeweg nach Indien. Bis 1498 hatte Vasco da Gama Calicut erreicht; bis 1511 hatten die Portugiesen Malakka erobert, das strategische Tor zum Südchinesischen Meer.[2]
1513 erreichte der portugiesische Händler Jorge Álvares die Insel Tunmen (屯门) vor der Küste Guangdongs und errichtete eine behelfsmässige Unterkunft für portugiesische Seeleute -- der erste dokumentierte europäische Fussabdruck auf chinesischem Boden über den Seeweg. 1517 erhielten Fernão Peres de Andrade und der königliche Gesandte Tomé Pires die Erlaubnis, die Stadt Guangzhou zu betreten. Die Begegnung zwischen Westeuropa und dem Ming-Reich hatte begonnen.[3]
1.2 Frühe Reisebericht-Sinologie
Die Portugiesen, die im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert nach China kamen, taten dies in vielfältiger Eigenschaft -- als Diplomaten, Kaufleute, Soldaten, Abenteurer und Missionare. Ihre Berichte über China, die in einer reichen Vielfalt literarischer Formen (Briefe, Berichte, Chroniken, Reiseerzählungen, sogar Epen) nach Europa übermittelt wurden, bilden den frühesten Korpus europäischer Schriften, der auf direktem Kontakt mit dem Ming- und dem frühen Qing-Reich beruht. Zhang Xiping hat diesen Korpus als „Reisebericht-Sinologie" bezeichnet, um ihn von der systematischeren „Missions-Sinologie" zu unterscheiden, die folgte.[4]
Die Briefe der Gefangenen von Guangzhou (Cartas dos Cativos de Cantão): Zu den frühesten Dokumenten gehören zwei lange Briefe portugiesischer Gefangener in Guangzhou -- Cristóvão Vieira (1534) und Vasco Calvo (1536) --, die Mitglieder der gescheiterten Pires-Gesandtschaft gewesen waren. Vieiras Brief, in siebenundfünfzig Absätzen, bietet detaillierte Beschreibungen der chinesischen Geographie, Justiz, des Handels, der Militärorganisation und des täglichen Lebens in der Provinz Guangdong. Trotz der Verzerrungen einer Gefangenenperspektive -- Vieira unterschätzte die chinesische Militärstärke und hoffte auf eine portugiesische Militärexpedition -- stellen die Briefe die ersten ausführlichen Augenzeugenberichte über China dar, die von einem Europäer verfasst wurden, der dort über einen längeren Zeitraum gelebt hatte.[5]
Der „China-Bericht" (Informação da China, 1548): Franz Xaver zugeschrieben, wurde dieses Dokument aus Informationen zusammengestellt, die von portugiesischen Kaufleuten auf der Insel Shangchuan gesammelt wurden. Obwohl Xaver selbst nie China betrat, machte sein Bericht europäische Leser mit Aspekten der chinesischen Bildung, Schrift und des Buchdrucks bekannt.
Galeote Pereiras Algumas Coisas Sabidas da China (um 1555): Pereira, ein Edelmann, der sechs Jahre als Gefangener in Fujian verbracht hatte, verfasste einen Text, den Gelehrte als Wendepunkt in den portugiesischen Wahrnehmungen Chinas betrachten. In einundachtzig Absätzen beschrieb er die dreizehn Provinzen des Ming-Reiches, das Justizsystem, lokale Bräuche und das Wirtschaftsleben in einem bewundernden Ton, der für die damalige Zeit ungewöhnlich war. Seine Beobachtung, dass „diese Menschen, obwohl Heiden, Tugenden besitzen, die die unseren übertreffen", markierte eine neue Bereitschaft, China als Zivilisation von vergleichbarem Rang zu betrachten.[6]
Fernão Mendes Pinto und die Peregrinação (1614): Keine Erörterung der portugiesischen Reisebericht-Sinologie kann Pinto auslassen, dessen weitschweifige autobiographische Erzählung von einundzwanzig Jahren in Asien zugleich das berühmteste und umstrittenste Werk der Gattung ist. Von seinen 226 Kapiteln behandeln neunundachtzig China -- ein volles Drittel des Buches. Pinto beschrieb, wie er als Gefangener von Guangdong nach Peking gebracht wurde, Flüsse, Städte und Dörfer durchquerte und ein ausserordentlich lebhaftes (wenn auch häufig ausgeschmücktes) Porträt des China im sechzehnten Jahrhundert zeichnete. Seine Darstellung Pekings als urbane Utopie -- alle anderen Städte übertreffend, die er gekannt hatte -- trug mächtig zur europäischen Idealisierung Chinas bei. Das Werk wurde ins Spanische, Niederländische, Deutsche, Italienische, Englische und Französische übersetzt, mit bisher etwa 170 Ausgaben und Bearbeitungen.[7]
João de Barros und die Décadas da Ásia: Barros, der bedeutendste portugiesische Historiker des Zeitalters, besuchte selbst nie Asien, doch seine monumentale Chronik, die auf Materialien aus erster Hand beruhte, die er durch seine Position als Faktor des Indienhauses gesammelt hatte, lieferte die erste formelle Einführung der Grossen Mauer bei europäischen Lesern. Seine dritte Década (1563) enthält ausführliche Erörterungen über China, die teilweise auf einer nach Lissabon gebrachten chinesischen Karte beruhen.[8]
1.3 Missions-Sinologie und das jesuitische Unternehmen
Der Übergang von der Reisebericht-Sinologie zur Missions-Sinologie war allmählich, aber seine Bedeutung für die Entwicklung der westlichen Sinologie kann kaum überschätzt werden. Wie der Sinologe Mo Dongyin beobachtete: „Seit dem sechzehnten Jahrhundert, als jesuitische Missionare im Osten eintrafen, bewegte sich das Studium der östlichen Kultur vom Bereich der beiläufigen Beobachtung in den Bereich der systematischen Forschung."[9]
Der entscheidende institutionelle Knotenpunkt war Macau. Als dauerhafte portugiesische Niederlassung 1557 gegründet, wurde Macau zur obligatorischen Durchgangsstation für alle in China einreisenden Jesuitenmissionare. Das Kolleg von São Paulo, 1594 gegründet, machte den chinesischen Sprachunterricht für alle Studenten und Dozenten verpflichtend. Sowohl der Qing-Hof unter den Kaisern Shunzhi und Kangxi als auch die Jesuiten selbst verfügten, dass Missionare mindestens zwei Jahre lang in Macau Chinesisch studieren mussten, bevor sie aufs Festland weiterreisten. Zwischen 1594 und 1805 durchliefen etwa zweihundert Jesuitenmissionare das Kolleg von São Paulo, darunter fast alle bedeutenden Gestalten der frühen Missions-Sinologie: Michele Ruggieri, Matteo Ricci, Johann Adam Schall von Bell, Ferdinand Verbiest, Tomás Pereira und viele andere.[10]
Unter den portugiesischen Jesuiten, die besonders bedeutende Beiträge leisteten, verdienen mehrere besondere Erwähnung:
Álvaro Semedo (曾德昭, 1585--1658) lebte zweiundzwanzig Jahre in China und war der erste Europäer, der die nestorianische Stele in Xi'an sah. Seine Relação da Grande Monarquia da China (1638), auf Portugiesisch in Madrid 1641 veröffentlicht und rasch ins Italienische, Französische und andere Sprachen übersetzt, war der erste umfassende Bericht über China, den ein Jesuit nach Ricci veröffentlichte. Er lieferte detaillierte Beschreibungen der Ming-Regierung, der konfuzianischen Philosophie und der chinesischen Sprache, einschliesslich einer frühen Analyse der Zeichenbildung (piktographische, ideographische und phonosemantische Prinzipien). Semedo gehörte zu den Ersten, die das Yijing (Buch der Wandlungen) westlichen Lesern vorstellten.[11]
Gabriel de Magalhães (安文思, 1609--1677), ein Nachkomme des Seefahrers Magellan, lebte siebenunddreissig Jahre in China. Seine Nova Relação da China (posthum 1688 auf Französisch als Nouvelle Relation de la Chine veröffentlicht) identifizierte zwölf Bereiche, in denen China hervorragte -- von der Weite seines Territoriums bis zum Einfluss des Konfuzius -- und wurde als eines der wichtigsten Werke über China aus dem siebzehnten Jahrhundert gepriesen.[12]
Das portugiesisch-chinesische Wörterbuch (1584--1588): Gemeinsam von Ruggieri und Ricci während ihrer Zeit in Macau zusammengestellt, war dies das erste zweisprachige Wörterbuch zwischen einer europäischen Sprache und dem Chinesischen, 305 Jahre vor dem Internationalen Phonetischen Alphabet. Sein Romanisierungssystem war ein Meilenstein in der Geschichte der chinesischen Linguistik.[13]
1.4 Moderne portugiesische Sinologie
Nach der Auflösung des Jesuitenordens 1773 und dem anschliessenden Rückgang der Missionstätigkeit trat die portugiesische Sinologie in eine Phase relativer Ruhe ein. Die moderne Wiederbelebung hat sich auf drei Hauptpole konzentriert: die Universität Minho, die Universität Lissabon und die Universität Aveiro sowie das Instituto Português do Oriente (IPOR) in Macau. Portugals einzigartige historische Beziehung zu Macau (bis 1999 verwaltet) hat eine kontinuierliche, wenn auch bisweilen abgeschwächte Beschäftigung mit chinesischer Sprache und Kultur sichergestellt. Die Gründung von Konfuzius-Instituten an der Universität Lissabon (2008) und der Universität Minho (2006) hat einer neuen Generation von Wissenschaftlern institutionelle Unterstützung geboten. Die zeitgenössische portugiesische Sinologie konzentriert sich tendenziell auf luso-chinesische historische Beziehungen, vergleichende Literaturwissenschaft und Übersetzungswissenschaft und schöpft aus den ausserordentlich reichen Archivbeständen in Lissabon und Macau.[14]
II. Spanien: Missionare, die Philippinen und das „Goldene Zeitalter"
2.1 Franz Xaver und die „Anpassungs"-Strategie
Die Geschichte der spanischen Sinologie beginnt mit dem navarresischen Jesuiten Franz Xaver (1506--1552), Mitbegründer der Gesellschaft Jesu. Xavers zehn Jahre missionarischer Arbeit in Indien, Südostasien und Japan führten ihn zu einem folgenreichen Schluss: dass China der zivilisatorische Quell der gesamten ostasiatischen Welt sei und seine Bekehrung zum Christentum die Christianisierung der gesamten Region auslösen würde. Er kam im September 1552 auf der Insel Shangchuan vor der Küste Guangdongs an, begann Chinesisch zu lernen und verfasste sogar einen Katechismus in der Sprache -- was ihn zu einem der frühesten Europäer machte, die sich mit dem Chinesischen als Studiengegenstand befassten. Er starb im Dezember desselben Jahres auf der Insel, aber sein Vermächtnis war immens. Sein Eintreten für eine „Anpassungs"-Strategie (shiying celüe 适应策略) -- das Erlernen einheimischer Sprachen, den Respekt vor lokalen Bräuchen und die Nutzung westlicher Wissenschaft als Mittel zur Gewinnung von Einfluss -- wurde für die nächsten zwei Jahrhunderte zum vorherrschenden Modell katholischer Missionstätigkeit in Ostasien.[15]
2.2 Martín de Rada: „Der erste westliche Sinologe"
Wenn Xaver der Pionier war, so verdient der Augustinermönch Martín de Rada (1535--1578) den Titel, den ihm moderne Gelehrte oft verliehen haben, des „ersten westlichen Sinologen". Nach seiner Ankunft auf den Philippinen 1565 begann Rada, von chinesischen Bewohnern der Inseln Chinesisch zu lernen, und verfasste Arte y Vocabulario de la Lengua China -- die erste europäische Studie zur chinesischen Linguistik. 1574 besuchte er über zwei Monate lang Fujian und sammelte mehr als hundert chinesische Bücher, die er anschliessend von gebildeten Chinesen in Manila ins Spanische übersetzen liess. Seine China-Reisenotizen (Las Cosas que los Padres Fr. Martín de Rada… Vieron y Entendieron en aquel Reino) waren das erste Werk eines Westlers, das ein relativ genaues Bild der chinesischen Geschichte, Geographie und sozialen Verhältnisse vermittelte. Seine Identifizierung von „Cathay" mit „China" -- d. h. dass das legendäre mittelalterliche Land, das Marco Polo beschrieben hatte, dasselbe Land war, das über die neuen Seewege erreicht wurde -- war ein bedeutender Beitrag zur Weltgeographie.[16]
2.3 Juan González de Mendoza und die Historia del Gran Reino de la China
Das einflussreichste Werk der frühen spanischen Sinologie -- und wohl das bedeutendste europäische Buch über China, das vor dem achtzehnten Jahrhundert veröffentlicht wurde -- war die Historia de las Cosas más Notables, Ritos y Costumbres del Gran Reyno de la China (Rom, 1585) von Juan González de Mendoza (1545--1618). Mendoza besuchte China nie, aber er verarbeitete meisterhaft die Berichte von Rada, Jerónimo Marín, Miguel de Loarca und anderen Reisenden, ergänzt durch Übersetzungen chinesischer Bücher, zu einer Enzyklopädie der chinesischen Zivilisation. In sechsundvierzig Ausgaben in acht Sprachen innerhalb der verbleibenden fünfzehn Jahre des sechzehnten Jahrhunderts veröffentlicht, war die Historia eine verlegerische Sensation. Sie behandelte chinesische Geographie, Politik, Handel, Militärwesen, Bildung, Buchdruck, Schiesspulver und soziale Gebräuche mit einer Gründlichkeit und Genauigkeit, die europäische Leser in Erstaunen versetzte. G. F. Hudson schrieb, dass „Mendozas Werk das Wesen des Lebens im alten China berührt und seine Veröffentlichung als Trennlinie angesehen werden kann, die der europäischen intellektuellen Gemeinschaft eine Fülle von Wissen über China und seine Institutionen bereitgestellt hat." D. F. Lach betrachtete es als „so massgeblich, dass es als Ausgangspunkt und Vergleichsmassstab für alle Werke über China vor dem achtzehnten Jahrhundert dienen kann."[17]
2.4 Juan Cobo und die erste Übersetzung aus dem Chinesischen
In Manila übersetzte 1590 der Dominikanermönch Juan Cobo (1546--1592) die chinesische Moralfiebel Mingxin Baojian (《明心宝鉴》) ins Spanische -- das erste Buch, das jemals aus dem Chinesischen in eine westliche Sprache übersetzt wurde. Cobo verfasste auch die Doctrina Christiana en Lengua China, das zweite chinesischsprachige Werk eines Europäers (nach Ruggieris Shengiao Shilu von 1584), und die Biàn Zhèng Jiào Zhēn Chuán Shílù (辩正教真传实录), die neben christlicher Theologie auch westliches naturwissenschaftliches und technisches Wissen auf Chinesisch vorstellte -- das erste Werk dieser Art in irgendeiner Sprache.[18]
2.5 Diego de Pantoja: Der „westliche Konfuzianer"
Unter den spanischen Missionaren, die sich wirklich in das chinesische Geistesleben integrierten, steht Diego de Pantoja (庞迪我, 1571--1618) allein. 1597 in China angekommen, schloss sich Pantoja Matteo Ricci an, und gemeinsam betraten sie 1601 Peking, wo sie dem Wanli-Kaiser europäische Kuriositäten überreichten -- darunter ein Cembalo, auf dem Pantoja Hofeunuchen das Spielen beibrachte. Pantoja wurde einer von nur zwei Europäern mit regelmässigem Zugang zur Verbotenen Stadt. Seine chinesischen Schriften -- Qike (七克, „Sieben Siege über das Selbst"), Rìguǐ Túfǎ (日晷图法, über Sonnenuhrenkonstruktion, gemeinsam mit Sun Yuanhua verfasst) -- wurden von chinesischen Literaten weithin gelesen, die ihn als „Pang Gong" (庞公) ehrten. Seine Messung der geographischen Breite Pekings mit einem Astrolabium (40°N, womit er die irrtümliche Platzierung auf europäischen Karten bei 50°N korrigierte) und seine Bestätigung, dass „Cathay" tatsächlich „China" sei, waren Beiträge sowohl zur Sinologie als auch zur Weltgeographie. Sein ausführlicher Bericht an Bischof Guzmán, Relación de la Entrada de Algunos Padres de la Compañía de Jesús en la China (1602), wurde ins Französische, Deutsche, Italienische, Lateinische und Englische übersetzt und war der massgeblichste Bericht über die chinesischen Verhältnisse, der in Europa vor der Veröffentlichung von Riccis De Christiana Expeditione verfügbar war.[19]
2.6 Der „Chinesische Ritenstreit" und die spanische Sinologie
Der langwierige „Chinesische Ritenstreit" (ca. 1630--1742), in dem jesuitische Befürworter der kulturellen Anpassung gegen dominikanische und franziskanische Kritiker standen, wurde weitgehend von spanischen Missionaren ausgelöst. Juan Bautista de Morales (黎玉范, 1597--1664) und Antonio de Santa María Caballero (利安当, 1602--1669) stellten Riccis tolerante Haltung gegenüber den chinesischen Ahnenriten und konfuzianischen Zeremonien in Frage und argumentierten, diese stellten Götzendienst dar, der mit dem Christentum unvereinbar sei. Während der Ritenstreit verheerende Folgen für die christliche Mission in China hatte -- er gipfelte im Verbot missionarischer Tätigkeit durch Kaiser Kangxi --, erzeugte er auch einen enormen Korpus wissenschaftlicher Literatur über chinesische Philosophie, Religion und Rituale. Morales verfasste die Historia Evangélica de China und mehrere chinesisch-spanische Wörterbücher; Caballero schrieb Tiānrú Yìn (天儒印, „Das Siegel des Himmels und des Konfuzianismus"), ein frühes Werk der vergleichenden Philosophie. Francisco Varo (1627--1687) verfasste die Arte de la Lengua Mandarina, die erste westliche Monographie, die systematisch die chinesische Grammatik analysierte und einen nachhaltigen Einfluss auf die europäische Linguistik ausübte.[20]
Domingo Fernández Navarrete (1618--1686) verfasste die gründlichsten spanischen Berichte über das Qing-China, darunter die Tratados Históricos, Políticos, Éticos y Religiosos de la Monarquía de China, die von Aufklärungsdenkern wie Diderot, Voltaire, Montesquieu und Leibniz weithin gelesen wurden. Henri Bernard, S.J., schrieb, dass „es für Europa nahezu unmöglich ist, den Ritenstreit in Ostasien ohne Bezugnahme auf Navarrete zu verstehen."[21]
2.7 Spanische Sinologie und Lateinamerika: Der „dritte Pol"
Ein Unterscheidungsmerkmal der spanischen Sinologie ist ihre Ausdehnung auf die Neue Welt. Viele spanische Missionare reisten über Neuspanien (Mexiko) nach China, und ihre Aufenthalte in der Neuen Welt schufen einen „dritten Pol" des kulturellen Austauschs zwischen Ost und West. José de Acosta (1540--1599), Historiker und Dekan des Kollegiums von Lima, wurde zu einem Begründer sinologischer Studien in der westlichen Hemisphäre. Juan de Palafox y Mendoza (1600--1659), Erzbischof von Puebla und ehemaliger Vizekönig von Neuspanien, verwandelte Mexiko nicht nur in ein Forum für die Ritendebatte, sondern schrieb auch die Historia de la Conquista de China por los Tártaros (1670), eine scharfsinnige Analyse des Untergangs der Ming-Dynastie. Die Interaktion iberischer, indigener amerikanischer und chinesischer Zivilisationen in den Amerikas während dieser Periode stellte ein einzigartiges Kapitel der Weltkulturgeschichte dar.[22]
2.8 Niedergang und moderne Wiederbelebung
Das achtzehnte und neunzehnte Jahrhundert markierten eine Phase des steilen Niedergangs der spanischen Sinologie, der den Niedergang der spanischen Weltmacht widerspiegelte. Erst im zwanzigsten Jahrhundert begannen spanische Gelehrte, sich wieder mit den Chinastudien zu befassen. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Spanien und der Volksrepublik China 1973 gab einen starken Impuls. Die Pionierarbeit von Luo Huiling an der Complutense-Universität Madrid, die sinologischen Programme an der Autonomen Universität Madrid und der Universität Granada sowie die Gründung von Konfuzius-Instituten an mehreren spanischen Universitäten (Complutense, Valencia, Barcelona, Granada, unter anderen) haben das Feld neu belebt. Die zeitgenössische spanische Sinologie umfasst Übersetzungs- und Literaturwissenschaft, Studien zum modernen China und zunehmende Aufmerksamkeit für die historische Rolle der spanischen Missionare bei der Herausbildung des europäischen Wissens über China.[23]
III. Das iberische Vermächtnis
Die Beiträge Portugals und Spaniens zur Entwicklung der europäischen Sinologie sind von allererster Bedeutung. Portugiesische Seefahrer eröffneten den Seeweg; portugiesische und spanische Missionare leisteten Pionierarbeit beim Studium der chinesischen Sprache, bei der Übersetzung chinesischer Texte und bei der systematischen Beschreibung der chinesischen Zivilisation. Die Werke von Mendoza, Semedo, Pantoja, Navarrete und Varo wurden zu den Grundtexten, auf denen das gesamte Gebäude der europäischen Sinologie errichtet wurde. Ihr Vermächtnis ist nicht bloss antiquarisch: Die Archivsammlungen in Lissabon, Macau, Madrid, Sevilla und im Vatikan, die Tausende von Manuskripten, Briefen, Wörterbüchern, Grammatiken und Berichten umfassen, die von iberischen Missionaren verfasst wurden, bleiben eine unverzichtbare Quelle für das Studium des frühneuzeitlichen China und der Geschichte der Begegnung zwischen Ost und West.
Bibliographie
Barros, João de. Décadas da Ásia. Lissabon, 1552--1615.
Bernard, Henri, S.J. Aux Portes de la Chine: Les Missionnaires du XVIe Siècle, 1514--1588. Shanghai: Commercial Press, 1936.
Chen, Matthew. „Unsung Trailblazers of China--West Cultural Encounter." Ex/Change 8 (2003): 4--9.
Cummins, J. S. A Question of Rites: Friar Domingo Navarrete and the Jesuits in China. Cambridge: Cambridge University Press, 1993.
Hudson, G. F. Europe and China. London: Arnold, 1931.
Lach, Donald F. Asia in the Making of Europe. Bd. 1, Buch 2. Chicago: University of Chicago Press, 1965.
Luo Huiling. „Sinology in Spain at the Early Age: First Cultural Communications between Two Countries." Unveröffentlichtes Manuskript, Complutense-Universität Madrid.
Mendoza, Juan González de. Historia de las Cosas más Notables, Ritos y Costumbres del Gran Reyno de la China. Rom, 1585. Chinesische Übers. von He Gaoji. Peking: Zhonghua Shuju, 1998.
Mungello, David E. Curious Land: Jesuit Accommodation and the Origins of Sinology. Honolulu: University of Hawai'i Press, 1989.
Pinto, Fernão Mendes. Peregrinação. Lissabon, 1614. Engl. Übers.: The Travels of Mendes Pinto. Hrsg. und übers. von Rebecca D. Catz. Chicago: University of Chicago Press, 1989.
Semedo, Álvaro. Relação da Grande Monarquia da China. Madrid, 1641.
Zhang Kai. Diego de Pantoja y China. Übers. Luo Huiling. Madrid: Editorial Popular, 2018.
Zhang Kai. Historia de Relaciones Sino-Españolas. Übers. Sun Jiakun und Huang Caizhen. Madrid: Editorial Popular, 2014.
Zhang Xiping 张西平. Xifang Hanxue Shiliu Jiang 西方汉学十六讲 [Sechzehn Vorlesungen zur westlichen Sinologie]. Peking: Foreign Language Teaching and Research Press, 2011.
Einzelnachweise
- ↑ David B. Honey, Incense at the Altar: Pioneering Sinologists and the Development of Classical Chinese Philology (New Haven: American Oriental Society, 2001), Vorwort, xxii.
- ↑ Honey, Incense at the Altar, Vorwort, x.
- ↑ Zhang Xiping, Vorlesung 1, „Einführung in die westliche Sinologie", S. 165--168.
- ↑ Peter K. Bol, „The China Historical GIS", Journal of Chinese History 4, Nr. 2 (2020).
- ↑ Hilde De Weerdt, „MARKUS: Text Analysis and Reading Platform", in Journal of Chinese History 4, Nr. 2 (2020); siehe auch den Leitfaden für Digital Humanities der University of Chicago Library.
- ↑ Tu Hsiu-chih, „DocuSky, A Personal Digital Humanities Platform for Scholars", Journal of Chinese History 4, Nr. 2 (2020).
- ↑ Peter K. Bol und Wen-chin Chang, „The China Biographical Database", in Digital Humanities and East Asian Studies (Leiden: Brill, 2020).
- ↑ Siehe Kapitel 22 (Übersetzung) dieses Bandes über Herausforderungen der KI-Übersetzung.
- ↑ „WenyanGPT: A Large Language Model for Classical Chinese Tasks", arXiv-Preprint (2025).
- ↑ „Benchmarking LLMs for Translating Classical Chinese Poetry: Evaluating Adequacy, Fluency, and Elegance", Proceedings of EMNLP (2025).
- ↑ „A Multi Agent Classical Chinese Translation Method Based on Large Language Models", Scientific Reports 15 (2025).
- ↑ Siehe z. B. Mark Edward Lewis und Curie Viragh, „Computational Stylistics and Chinese Literature", Journal of Chinese Literature and Culture 9, Nr. 1 (2022).
- ↑ Hilde De Weerdt, Information, Territory, and Networks: The Crisis and Maintenance of Empire in Song China (Cambridge: Harvard University Asia Center, 2015).
- ↑ China-Princeton Digital Humanities Workshop 2025 (chinesedh2025.eas.princeton.edu).
- ↑ Zhang Xiping, Vorlesung 1, S. 54--60.
- ↑ Zhang Xiping, Vorlesung 1, S. 96--97, unter Berufung auf Li Xueqin.
- ↑ Zhang Xiping, Vorlesung 1, S. 102--113.
- ↑ Zhang Xiping, Vorlesung 1, S. 114--117.
- ↑ „The World Conference on China Studies: CCP's Global Academic Rebranding Campaign", Bitter Winter (2024).
- ↑ Honey, Incense at the Altar, Vorwort, xxii.
- ↑ „Academic Freedom and China", AAUP-Bericht (2024); Sinology vs. the Disciplines, Then & Now, China Heritage (2019).
- ↑ „They Don't Understand the Fear We Have: How China's Long Reach of Repression Undermines Academic Freedom at Australia's Universities", Human Rights Watch (2021).
- ↑ Kubin, Hanxue yanjiu xin shiye, Kap. 7, S. 100--111.