Difference between revisions of "Hongloumeng/zh-de/Chapter 118"

From China Studies Wiki
Jump to navigation Jump to search
(ZH-DE4 Korrektur-Update Kap. 118)
(ZH-DE4 Korrektur-Update Kap. 118)
 
Line 127: Line 127:
 
Gerade als sie so sprach, kam Friedchen, um Schatzspange zu besuchen und zugleich Frau Strafes Stimmung zu erkunden. Frau König wiederholte Frau Strafes Worte. Friedchen stand eine halbe Ewigkeit reglos da, kniete dann nieder und flehte: „Klugmädchens ganze Zukunft hängt von der gnädigen Dame ab! Wenn man den Leuten glaubt, wird das Fräulein nicht nur ein Leben lang leiden, sondern was sollen wir sagen, wenn der Zweite Herr Kette zurückkommt?" Frau König erwiderte: „Du bist ein verständiger Mensch, steh auf und höre mir zu: Klugmädchen ist schließlich die Enkelin der Ersten Frau; wenn sie entscheiden will, kann ich sie da aufhalten?" Schatzjade riet: „Es ist kein Problem; es genügt, wenn man Klarheit hat." Friedchen fürchtete, Schatzjade könnte in seinem Wahnsinn alles herausschreien, und sagte nichts weiter; sie verabschiedete sich von Frau König und ging.
 
Gerade als sie so sprach, kam Friedchen, um Schatzspange zu besuchen und zugleich Frau Strafes Stimmung zu erkunden. Frau König wiederholte Frau Strafes Worte. Friedchen stand eine halbe Ewigkeit reglos da, kniete dann nieder und flehte: „Klugmädchens ganze Zukunft hängt von der gnädigen Dame ab! Wenn man den Leuten glaubt, wird das Fräulein nicht nur ein Leben lang leiden, sondern was sollen wir sagen, wenn der Zweite Herr Kette zurückkommt?" Frau König erwiderte: „Du bist ein verständiger Mensch, steh auf und höre mir zu: Klugmädchen ist schließlich die Enkelin der Ersten Frau; wenn sie entscheiden will, kann ich sie da aufhalten?" Schatzjade riet: „Es ist kein Problem; es genügt, wenn man Klarheit hat." Friedchen fürchtete, Schatzjade könnte in seinem Wahnsinn alles herausschreien, und sagte nichts weiter; sie verabschiedete sich von Frau König und ging.
  
Frau König dachte an all ihren Verdruss, bekam einen Anfall von Herzschmerz, ließ sich von einer Dienerin stützen und ging mühsam in ihr eigenes Zimmer zurück, wo sie sich hinlegte. Sie ließ Schatzjade und Schatzspange nicht kommen und sagte, sie brauche nur ein wenig zu schlafen, dann werde es ihr besser gehen. Doch sie selbst war bedrückt. Als sie hörte, dass die Schwägerin Li zu Besuch gekommen war, konnte sie sie auch nicht empfangen. Da trat Orchidee Kaufmann ein, begrüßte sie und berichtete: „Heute Morgen hat jemand von Großvaters Seite einen Brief gebracht, die Burschen draußen haben ihn hereingetragen. Meine Mutter hat ihn angenommen und wollte gerade herüberkommen; aber da meine Großmutter mütterlicherseits kam, hat sie mich vorausgeschickt, ihn der gnädigen Dame zu zeigen. Nachher kommt meine Mutter, um der gnädigen Dame Bericht zu erstatten. Und meine Großmutter will auch herkommen." Damit überreichte er den Brief. Frau König nahm den Brief entgegen und fragte: „Was will deine Großmutter?" Orchidee Kaufmann sagte: „Das weiß ich auch nicht. Ich habe nur meine Mutter sagen hören, dass aus der Familie des Schwiegersohns meiner Dritten Tante eine Nachricht gekommen ist." Frau König erinnerte sich: Seinerzeit hatte man Prachtamt Pflaume für Zhen Baoyu<ref>Chin. 甄宝玉 Zhēn Bǎoyù, wörtl. „Wahrer Kostbare Jade". Schatzjades Doppelgänger aus der Familie Echt.</ref> vorgeschlagen, danach waren Verlobungsgeschenke ausgetauscht worden, und nun wollte die Familie Echt die Braut wohl abholen; darum sei die Schwägerin Li gekommen, um dies zu besprechen. Sie nickte. Dann öffnete sie den Brief und las:
+
Frau König dachte an all ihren Verdruss, bekam einen Anfall von Herzschmerz, ließ sich von einer Dienerin stützen und ging mühsam in ihr eigenes Zimmer zurück, wo sie sich hinlegte. Sie ließ Schatzjade und Schatzspange nicht kommen und sagte, sie brauche nur ein wenig zu schlafen, dann werde es ihr besser gehen. Doch sie selbst war bedrückt. Als sie hörte, dass die Schwägerin Li zu Besuch gekommen war, konnte sie sie auch nicht empfangen. Da trat Orchidee Kaufmann ein, begrüßte sie und berichtete: „Heute Morgen hat jemand von Großvaters Seite einen Brief gebracht, die Burschen draußen haben ihn hereingetragen. Meine Mutter hat ihn angenommen und wollte gerade herüberkommen; aber da meine Großmutter mütterlicherseits kam, hat sie mich vorausgeschickt, ihn der gnädigen Dame zu zeigen. Nachher kommt meine Mutter, um der gnädigen Dame Bericht zu erstatten. Und meine Großmutter will auch herkommen." Damit überreichte er den Brief. Frau König nahm den Brief entgegen und fragte: „Was will deine Großmutter?" Orchidee Kaufmann sagte: „Das weiß ich auch nicht. Ich habe nur meine Mutter sagen hören, dass aus der Familie des Schwiegersohns meiner Dritten Tante eine Nachricht gekommen ist." Frau König erinnerte sich: Seinerzeit hatte man Prachtamt Pflaume für Zhen Schatzjade<ref>Chin. 甄宝玉 Zhēn Bǎoyù, wörtl. „Wahrer Kostbare Jade". Schatzjades Doppelgänger aus der Familie Echt.</ref> vorgeschlagen, danach waren Verlobungsgeschenke ausgetauscht worden, und nun wollte die Familie Echt die Braut wohl abholen; darum sei die Schwägerin Li gekommen, um dies zu besprechen. Sie nickte. Dann öffnete sie den Brief und las:
  
 
Unterwegs treffe ich fortwährend auf Schiffe der siegreich heimkehrenden Küstentruppen und kann nicht schnell vorankommen. Ich habe gehört, dass Frühlingserforscherin mit ihrem Schwiegervater und Ehemann in die Hauptstadt kommt; ich weiß nicht, ob es davon Nachricht gibt? Kette Kaufmanns letztem Schreiben entnehme ich, dass der Älteste Herr nicht wohl ist — gibt es schon Gewissheit darüber? Schatzjade und Orchidee — die Prüfungszeit rückt näher; sie müssen aufrichtig lernen und dürfen nicht nachlässig sein. Es wird noch einige Zeit dauern, bis der Sarg der Alten Dame zu Hause ankommt. Mir geht es gut, sorgt euch nicht. Dies zur Kenntnis an Schatzjade und andere. Eigenhändig geschrieben am soundsovielten. Kaufmann Nelke<ref>Chin. 贾蓉 Jiǎ Róng. Sohn von Herrlichkeit Kaufmann.</ref> in besonderem Schreiben.
 
Unterwegs treffe ich fortwährend auf Schiffe der siegreich heimkehrenden Küstentruppen und kann nicht schnell vorankommen. Ich habe gehört, dass Frühlingserforscherin mit ihrem Schwiegervater und Ehemann in die Hauptstadt kommt; ich weiß nicht, ob es davon Nachricht gibt? Kette Kaufmanns letztem Schreiben entnehme ich, dass der Älteste Herr nicht wohl ist — gibt es schon Gewissheit darüber? Schatzjade und Orchidee — die Prüfungszeit rückt näher; sie müssen aufrichtig lernen und dürfen nicht nachlässig sein. Es wird noch einige Zeit dauern, bis der Sarg der Alten Dame zu Hause ankommt. Mir geht es gut, sorgt euch nicht. Dies zur Kenntnis an Schatzjade und andere. Eigenhändig geschrieben am soundsovielten. Kaufmann Nelke<ref>Chin. 贾蓉 Jiǎ Róng. Sohn von Herrlichkeit Kaufmann.</ref> in besonderem Schreiben.
Line 149: Line 149:
 
Schatzspange sah, wie vergnügt die beiden plauderten, ging ins innere Zimmer zurück und überlegte: „Nach dem, was Schatzjade jetzt zeigt, ist er vielleicht wirklich zur Besinnung gekommen. Nur vorhin hat er einzig die vier Worte ‚von nun an aufhören' ausdrücklich gebilligt — was das wohl wieder zu bedeuten hat?" So war Schatzspange noch im Zweifel. Nur Dufthauch beobachtete, wie gern er über Literatur sprach und wie freudig er die Prüfung erwähnte, und dachte bei sich: „Amitabha Buddha! Endlich, wie schwer war es doch, ihn wie aus den Vier Büchern herauszupredigen!"
 
Schatzspange sah, wie vergnügt die beiden plauderten, ging ins innere Zimmer zurück und überlegte: „Nach dem, was Schatzjade jetzt zeigt, ist er vielleicht wirklich zur Besinnung gekommen. Nur vorhin hat er einzig die vier Worte ‚von nun an aufhören' ausdrücklich gebilligt — was das wohl wieder zu bedeuten hat?" So war Schatzspange noch im Zweifel. Nur Dufthauch beobachtete, wie gern er über Literatur sprach und wie freudig er die Prüfung erwähnte, und dachte bei sich: „Amitabha Buddha! Endlich, wie schwer war es doch, ihn wie aus den Vier Büchern herauszupredigen!"
  
Hier sprach Schatzjade mit Orchidee Kaufmann über Literatur; Goldamsels<ref>Chin. 莺儿 Yīng'ér, wörtl. „Goldamsel". Schatzspanges Kammerzofe.</ref> brachte ihnen Tee. Orchidee Kaufmann stand auf, um ihn entgegenzunehmen, und dann besprachen sie noch die Regeln der Prüfung und den Vorschlag, zusammen mit Zhen Baoyu zu lernen. Auch Schatzjade schien dem zugeneigt.
+
Hier sprach Schatzjade mit Orchidee Kaufmann über Literatur; Goldamsels<ref>Chin. 莺儿 Yīng'ér, wörtl. „Goldamsel". Schatzspanges Kammerzofe.</ref> brachte ihnen Tee. Orchidee Kaufmann stand auf, um ihn entgegenzunehmen, und dann besprachen sie noch die Regeln der Prüfung und den Vorschlag, zusammen mit Zhen Schatzjade zu lernen. Auch Schatzjade schien dem zugeneigt.
  
 
Als Orchidee Kaufmann sich bald verabschiedete, ließ er den Brief bei Schatzjade. Schatzjade betrachtete den Brief, ging lächelnd ins Innere und gab ihn Moschusmond zur Aufbewahrung. Dann kam er heraus und legte jenen Band des Zhuangzi weg und ließ einige seiner einstigen Lieblingsbücher wie den „Cantong qi", den „Yuanming bao" und den „Wudeng huiyuan" von Mondschein, Herbstgaze, Goldamsel und den anderen wegtragen und beiseite stellen.
 
Als Orchidee Kaufmann sich bald verabschiedete, ließ er den Brief bei Schatzjade. Schatzjade betrachtete den Brief, ging lächelnd ins Innere und gab ihn Moschusmond zur Aufbewahrung. Dann kam er heraus und legte jenen Band des Zhuangzi weg und ließ einige seiner einstigen Lieblingsbücher wie den „Cantong qi", den „Yuanming bao" und den „Wudeng huiyuan" von Mondschein, Herbstgaze, Goldamsel und den anderen wegtragen und beiseite stellen.

Latest revision as of 19:36, 28 April 2026

Kapitel: 1 · 11 · 21 · 31 · 41 · 51 · 61 · 71 · 81 · 91 · 101 · 111

中文原文 (程甲本 1982) Deutsche Übersetzung (4. Auflage Woesler 2026)

第一百十八回 记微嫌舅兄欺弱女 惊谜语妻妾谏痴人 话说邢、王二夫人听了尤氏一段话,明知也难挽回。王夫人只得说道:“姑娘要行善,这也是前生的夙根,我们也实在拦不住。只是咱们这样人家的姑娘出了家,不成个事体。如今你嫂子说了,准你修行,也是好处。却有一句话要说:那头发可以不剃的,只要自己的心真,那在头发上头呢?你想妙玉也是带发修行的,不知他怎样凡心一动,才闹到那个分儿。姑娘执意如此,我们就把姑娘住的房子便算了姑娘的静室。所有服侍姑娘的人,也得叫他们来问:他若愿意跟的,就讲不得说亲配人;若不愿意跟的,另打主意。”惜春听了,收了泪,拜谢了邢、王二夫人、李纨、尤氏等。 王夫人说了,便问彩屏等:“谁愿跟姑娘修行?”彩屏等回道:“太太们派谁就是谁。”王夫人知道不愿意,正在想人。袭人立在宝玉身后,想来宝玉必要大哭,防着他的旧病。岂知宝玉叹道:“真真难得!”袭人心里更自伤悲。宝钗虽不言语,遇事试探,见他执迷不醒,只得暗中落泪。王夫人才要叫了众丫头来问,忽见紫鹃走上前来,在王夫人面前跪下,回道:“刚才太太问跟四姑娘的姐姐,太太看着怎么样?”王夫人道:“这个如何强派得人的?谁愿意,他自然就说出来了。”紫鹃道:“姑娘修行,自然姑娘愿意,并不是别的姐姐们的意思。我有句话回太太:我也并不是拆开姐姐们,各人有各人的心。我服侍林姑娘一场,林姑娘待我,也是太太们知道的,实在恩重如山,无以可报。他死了,我恨不得跟了他去,但只他不是这里的人,我又受主子家的恩典,难以从死。如今四姑娘既要修行,我就求太太们将我派了跟着姑娘,伏侍姑娘一辈子。不知太太们准不准?若准了,就是我的造化了。” 邢、王二夫人尚未答言,只见宝玉听到这里,想起黛玉,一阵心酸,眼泪早下来了 。众人方要问他时,他又哈哈的大笑,走上来道:“我不该说的,这紫鹃蒙太太派给我屋里,我才敢说:求太太准了他罢,全了他的好心。”王夫人道:“你头里姊妹出了嫁,还哭得死去活来;如今看见四妹妹要出家,不但不劝,倒说好事。你如今到底是怎么个意思?我索性不明白了。”宝玉道:“四妹妹修行是已经准了的,四妹妹也是一定的主意了。若是真呢,我有一句话告诉太太;若是不定呢,我就不敢混说了。”惜春道:“二哥哥说话也好笑,一个人主意不定,便扭得过太太们来了?我也是像紫鹃的话:容我呢,是我的造化;不容我呢,还有一个死呢,那怕什么?二哥哥既有话,只管说。” 宝玉道:“我这也不算什么泄漏了,这也是一定的。我念一首诗给你们听听罢。”众人道:“人家苦得很的时候,你倒来做诗怄人。”宝玉道:“不是做诗,我到过一个地方儿看了来的。你们听听罢。”众人道:“使得,你就念念,别顺着嘴儿胡诌。”宝玉也不分辩,便说道: 勘破三春景不长,缁衣顿改昔年妆。 可怜绣户侯门女,独卧青灯古佛旁。 李纨、宝钗听了,诧异道:“不好了!这个人入了魔了!”王夫人听了这话,点头叹息,便问:“宝玉,你到底是那里看来的?”宝玉不便说出来,回道:“太太也不必问我,自有见的地方。”王夫人回过味来,细细一想,便更哭起来道:“你说前儿是玩话,怎么忽然有这首诗?罢了,我知道了。你们叫我怎么样呢?我也没有法儿了,也只得由着你们去罢。但只等我合上了眼,各自干各自的就完了。”宝钗一面劝着,这个心比刀搅更甚,也掌不住,便放声大哭起来。袭人已经哭的死去活来,幸亏秋纹扶着。 宝玉也不啼哭,也不相劝,只不言语。贾兰、贾环听到这里,各自走开。 李纨竭力的解说:“总是宝兄弟见四妹妹修行,他想来是痛极了,不顾前后的疯话,这也作不得准。独有紫鹃的事情,准不准,好叫他起来。”王夫人道:“什么依不依!横竖一个人的主意定了,那也是扭不过来的。可是宝玉说的,也是一定的了。”紫鹃听了磕头。惜春又谢了王夫人。紫鹃又给宝玉、宝钗磕了头。宝玉念声:“阿弥陀佛!难得,难得!不料你倒先好了。”宝钗虽然有把持,也难掌住。只有袭人也顾不得王夫人在上,便痛哭不止,说:“我也愿意跟了四姑娘去修行。”宝玉笑道:“你也是好心,但是你不能享这个清福的。”袭人哭道:“这么说,我是要死的了?”宝玉听到这里,倒觉伤心,只是说不出来。 因时已五更,宝玉请王夫人安歇。李纨等各自散去。彩屏等暂且伏侍惜春回去,后来指配了人家;紫鹃终身伏侍,毫不改初:此是后话。 且言贾政扶了贾母灵柩,一路南行,因遇着班师的兵将船只过境,河道拥挤,不能速行,在道实在心焦。幸喜遇见了海疆的官员,闻得镇海统制钦召回京,想来探春一定回家,略略解些烦心;只打听不出起程的日期,心里又是烦躁。想到盘费算来不敷,不得已写书一封,差人到赖尚荣任上借银五百,叫人沿途迎来,应付需用。 过了数日,贾政的船才行得十数里,那家人回来,迎上船只,将赖尚荣的禀启呈上。书内告了多少苦处,备上白银五十两。贾政看了大怒,即命家人:“立刻送还,将原书发回,叫他不必费心!”那家人无奈,只得回到赖尚荣任所。赖尚荣接到原书、银两,心中烦闷,知事办得不周到,又添了一百,央来人带回,帮着说些好话。岂知那人不肯带回,撂下就走。 赖尚荣心下不安,立刻修书到家,回明他父亲,叫他设法告假,赎出身来。于是赖家托了贾蔷、贾芸等,在王夫人面前乞恩放出。贾蔷明知不能,过了一日,假说王夫人不依的话,回复了。赖家一面告假;一面差人到赖尚荣任上,叫他告病辞官。王夫人并不知道。 那贾芸听见贾蔷的假话,心里便没想头。连日在外又输了好些银钱,无所抵偿,便和贾环借贷。贾环本是一个钱没有的,虽是赵姨娘有些积蓄,早被他弄光了,那能照应人家。便想起凤姐待他刻薄,趁着贾琏不在家,要摆布巧姐出气。遂把这个当叫贾芸来上,故意的埋怨贾芸道:“你们年纪又大,放着弄银钱的事又不敢办,倒和我没有钱的人商量。”贾芸道:“三叔,你这话说的倒好笑。咱们一块儿玩,一块儿闹,那里有有钱的事?”贾环道:“不是前儿有人说是外藩要买个偏房,你们何不和王大舅商量,把巧姐说给他呢?”贾芸道:“叔叔,我说句招你生气的话,外藩花了钱买人,还想能和咱们走动么?”贾环在贾芸耳边说了些话。 贾芸虽然点头,只道贾环是小孩子的话,也不当事。恰好王仁走来,说道:“你们两个人商量些什么,瞒着我吗?”贾芸便将贾环的话附耳低言的说了。王仁拍手道:“这倒是一宗好事,又有银子。只怕你们不能,若是你们敢办,我是亲舅舅,做得主的。只要环老三在大太太跟前那么一说,我找邢大舅再一说,太太们问起来,你们打伙儿说好就是了。” 贾环等商议定了,王仁便去找邢大舅;贾芸便去回邢、王二夫人,说得锦上添花。王夫人听了,虽然入耳,只是不信。邢夫人听得邢大舅知道,心里愿意,便打发人找了邢大舅来问他。那邢大舅已经听了王仁的话,又可分肥,便在邢夫人跟前说道:“若说这位郡王,是极有体面的。若应了这门亲事,虽说不是正配,管保一过了门,姐夫的官早复了,这里的声势又好了。”邢夫人本是没主意的人,被傻大舅一番假话哄得心动。请了王仁来一问,更说得热闹。于是邢夫人倒叫人出去追着贾芸去说。 王仁即刻找了人,去到外藩公馆说了。那外藩不知底细,便要打发人来相看。贾芸又钻了相看的人,说明:“原是瞒着合宅的,只说是王府相亲。等到成了,他祖母作主,亲舅舅的保山,是不怕的。”那相看的人应了。贾芸便送信与邢夫人,并回了王夫人。那李纨、宝钗等不知原故,只道是件好事,也都欢喜。 那日果然来了几个女人,都是艳妆丽服。邢夫人接了进去,叙了些闲话。本知那来人是个诰命,也不敢怠慢。邢夫人因事未定,也没有和巧姐说明,只说有亲戚来瞧,叫他去见。巧姐到底是个小孩子,那管这些,便跟了奶妈过来。平儿不放心,也跟着来。只见有两个宫人打扮的,见了巧姐,便浑身上下一看,更又起身来拉着巧姐的手又瞧了一遍,略坐了一坐就走了。倒把巧姐看得羞臊,回到房中纳闷,想来没有这门亲戚,便问平儿。 平儿先看见来头,却也猜着八九:“必是相亲的。但是二爷不在家,大太太作主,到底不知是那府里的。若说是对头亲,不该这样相看。瞧那几个人的来头,不像是本支王府,好像是外头路数。如今且不必和姑娘说明,且打听明白再说。”平儿心下留神打听,那些丫头、婆子都是平儿使过的,平儿一问,所有听见外头的风声都告诉了。平儿便吓的没了主意,虽不和巧姐说,便赶着去告诉了李纨、宝钗,求他二人告诉王夫人。 王夫人知道这事不好,便和邢夫人说知。怎奈邢夫人信了兄弟并王仁的话,反疑心王夫人不是好意,便说:“孙女儿也大了,现在琏儿不在家,这件事我还做得主。况且他亲舅爷爷和他亲舅舅打听的,难道倒比别人不真么?我横竖是愿意的,倘有什么不好,我和琏儿也抱怨不着别人。”王夫人听了这些话,心下暗暗生气,勉强说些闲话,便走了出来,告诉了宝钗,自己落泪。 宝玉劝道:“太太别烦恼,这件事我看来是不成的。这又是巧姐儿命里所招,只求太太不管就是了。”王夫人道:“你一开口就是疯话。人家说定了,就要接过去。若依平儿的话,你琏二哥哥不抱怨我么?别说自己的侄孙女儿,就是亲戚家的,也是要好才好。邢姑娘是我们作媒的,配了你二大舅子,如今和和顺顺的过日子,不好么?那琴姑娘,梅家娶了去,听见说是丰衣足食的,很好。就是史姑娘,是他叔叔的主意,头里原好,如今姑爷痨病死了,你史妹妹立志守寡,也就苦了。若是巧姐儿错给了人家儿,可不是我的心坏?” 正说着,平儿过来瞧宝钗,并探听邢夫人的口气。王夫人将邢夫人的话说了一遍。平儿呆了半天,跪下求道:“巧姐儿终身,全仗着太太。若信了人家的话,不但姑娘一辈子受了苦,便是琏二爷回来,怎么说呢?”王夫人道:“你是个明白人,起来听我说:巧姐儿到底是大太太孙女儿,他要作主,我能够拦他么?”宝玉劝道:“无妨碍的,只要明白就是了。”平儿生怕宝玉疯癫嚷出来,也并不言语,回了王夫人,竟自去了。 这里王夫人想到烦闷,一阵心痛,叫丫头扶着,勉强回到自己房中躺下,不叫宝玉、宝钗过来,说睡睡就好的。自己却也烦闷,听见说李婶娘来了,也不及接待。只见贾兰进来请了安,回道:“今早爷爷那里打发人带了一封书子来,外头小子们传进来的。我母亲接了,正要过来,因我老娘来了,叫我先呈给太太瞧,回来我母亲就过来回太太。还说我老娘要过来呢。”说着,一面把书子呈上。王夫人一面接书,一面问道:“你老娘来作什么?”贾兰道:“我也不知道。我只听见我老娘说,我三姨儿的婆婆家有什么信儿来了。”王夫人听了,想起来还是前次给甄宝玉说了李绮,后来放定下茶,想来此时甄家要娶过门,所以李婶娘来商量这件事情,便点点头儿。一面拆开书信,见上面写着道: 近因沿途俱系海疆凯旋船只,不能迅速前行。闻探姐随翁婿来都,不知曾有信否?前接到琏侄手禀,知大老爷身体欠安,亦不知已有确信否?宝玉、兰儿场期已近,务须实心用功,不可怠惰。老太太灵柩抵家,尚需时日。我身体平善,不必挂念。此谕宝玉等知道。月日手书。蓉儿另禀。 王夫人看了,仍旧递给贾兰,说:“你拿去给你二叔叔瞧瞧,还交给你母亲罢。” 正说着,李纨同李婶娘过来,请安问好毕,王夫人让了坐。李婶娘便将甄家要娶李绮的话说了一遍。大家商议了一会子。李纨因问王夫人道:“老爷的书子,太太看过了么?”王夫人道:“看过了。”贾兰便拿着给他母亲瞧。李纨看了道:“三姑娘出了门好几年,总没有来。如今要回京了,太太也放了好些心。”王夫人道:“我本是心痛,看见探丫头要回来了,心里略好些,只是不知几时才到。”李婶娘便问了贾政在路好。李纨因向贾兰道:“哥儿瞧见了?场期近了,你爷爷惦记的什么似的。你快拿了去给二叔叔瞧去罢。”李婶娘道:“他们爷儿两个又没进过学,怎么能下场呢?”王夫人道:“他爷爷做粮道的起身时,给他们爷儿两个援了例监了。”李婶娘点头。贾兰一面拿着书子出来,来找宝玉。 却说宝玉送了王夫人去后,正拿着《秋水》一篇在那里细玩。宝钗从里间走出,见他看的得意忘言,便走过来一看,见是这个,心里着实烦闷。细想:“他只顾把这些出世离群的话当作一件正经事,终久不妥。”看他这种光景,料劝不过来,便坐在宝玉旁边,怔怔的瞅着。宝玉见他这般,便道:“你这又是为什么?”宝钗道:“我想你我既为夫妇,你便是我终身的倚靠,却不在情欲之私。论起荣华富贵,原不过是过眼烟云。但自古圣贤,以人品根柢为重……” 宝玉也没听完,把那本书搁在旁边,微微的笑道:“据你说‘人品根柢’,又是什么‘古圣贤’,你可知古圣贤说过‘不失其赤子之心’?那赤子有什么好处,不过是无知无识,无贪无忌。我们生来已陷溺在贪嗔痴爱中,犹如污泥一般,怎么能跳出这般尘网?如今才晓得‘聚散浮生’四字,古人说了,不曾提醒一个。既要讲到人品根柢,谁是到那太初一步地位的?”宝钗道:“你既说‘赤子之心’,古圣贤原以忠孝为赤子之心,并不是遁世离群、无关无系为赤子之心。尧、舜、禹、汤、周、孔时刻以救民济世为心,所谓赤子之心,原不过是‘不忍’二字。若你方才所说的忍于抛弃天伦,还成什么道理?” 宝玉点头笑道:“尧、舜不强巢、许,武、周不强夷、齐。”宝钗不等他说完,便道:“你这个话益发不是了。古来若都是巢、许、夷、齐,为什么如今人又把尧、舜、周、孔称为圣贤呢?况且你自比夷、齐,更不成话。夷、齐原是生在殷商末世,有许多难处之事,所以才有托而逃。当此圣世,咱们世受国恩,祖父锦衣玉食;况你自有生以来,自去世的老太太,以及老爷、太太,视如珍宝。你方才所说,自己想一想,是与不是?” 宝玉听了,也不答言,只有仰头微笑。宝钗因又劝道:“你既理屈词穷,我劝你从此把心收一收,好好的用用功,但能博得一第,便是从此而止,也不枉天恩祖德了。”宝玉点了点头,叹了口气,说道:“一第呢,其实也不是什么难事。倒是你这个‘从此而止’,‘不枉天恩祖德’,却还不离其宗。” 宝钗未及答言,袭人过来说道:“刚才二奶奶说的古圣先贤,我们也不懂。我只想着我们这些人,从小儿辛辛苦苦跟着二爷,不知陪了多少小心,论起理来原该当的,但只二爷也该体谅体谅。况且二奶奶替二爷在老爷、太太跟前行了多少孝道,就是二爷不以夫妻为事,也不可太辜负了人心。至于神仙那一层,更是谎话,谁见过有走到凡间来的神仙呢?那里来的这么个和尚,说了些混话,二爷就信了真。二爷是读书的人,难道他的话比老爷、太太还重么?”宝玉听了,低头不语。 袭人还要说时,只听外面脚步声响,隔着窗户问道:“二叔在屋里呢么?”宝玉听了是贾兰的声音,便站起来笑道:“你进来罢。”宝钗也站起来。贾兰进来,笑容可掬的给宝玉、宝钗请了安,问了袭人的好。袭人也问了好。便把书子呈给宝玉瞧。宝玉接在手中看了,便道:“你三姑姑要回来了?”贾兰道:“爷爷既如此写,自然是回来的了。”宝玉点头不语,默默如有所思。贾兰便问:“叔叔看见了?爷爷后头写着,叫咱们好生念书呢。叔叔这程子只怕总没作文章罢?”宝玉笑道:“我也要作几篇熟一熟手,好去诓这个功名。”贾兰道:“叔叔既这样,就拟几个题目,我跟着叔叔作作,也好进去混场。别到那时交了白卷子,惹人笑话:不但笑话我,人家连叔叔都要笑话了。”宝玉道:“你也不至如此。”说着,宝钗命贾兰坐下。宝玉仍坐在原处,贾兰侧身坐下。两个谈了一会文,不觉喜动颜色。 宝钗见他爷儿两个谈得高兴,便仍进屋里去了,心中细想:“宝玉此时光景,或者醒悟过来了。只是刚才说话,他把那‘从此而止’四字单单的许可,这又不知是什么意思了。”宝钗尚自犹豫。惟有袭人看他爱讲文章,提到下场,更又欣然,心里想道:“阿弥陀佛!好容易讲《四书》似的才讲过来了。” 这里宝玉和贾兰讲文,莺儿沏过茶来。贾兰站起来接了,又说了一会子下场的规矩,并请甄宝玉在一处的话。宝玉也甚似愿意。 一时贾兰回去,便将书子留给宝玉了。那宝玉看着书子,笑嘻嘻走进来,递给麝月收了。便出来将那本《庄子》收了,把几部向来最得意的如《参同契》、《元命苞》、《五灯会元》之类,叫出麝月、秋纹、莺儿等都搬了搁在一边。 宝钗见他这番举动,甚为罕异,因欲试探他,便笑问道:“不看他倒是正经,但又何必搬开呢?”宝玉道:“如今才明白过来了,这些书都算不得什么。我还要一火焚之,方为干净。”宝钗听了,更欣喜异常。只听宝玉口中微吟道:“内典语中无佛性,金丹法外有仙舟。”宝钗也没很听真,只听得“无佛性”、“有仙舟”几个字,心中转又狐疑,且看他作何光景。宝玉便命麝月、秋纹等收拾一间静室,把那些语录、名稿及应制诗之类都找出来,搁在静室中,自己却当真静静的用起功来。宝钗这才放了心。 那袭人此时真是闻所未闻,见所未见,便悄悄的笑着向宝钗道:“到底奶奶说话透彻,只一路讲究,就把二爷劝明白了。就只可惜迟了一点儿,临场太近了。”宝钗点头微笑道:“功名自有定数,中与不中,倒也不在用功的迟早。但愿他从此一心巴结正路,把从前那些邪魔永不沾染,就是好了。”说到这里,见房里无人,便悄说道:“这一番悔悟过来固然很好,但只一件:怕又犯了前头的旧病,和女孩儿们打起交道来,也是不好。”袭人道:“奶奶说的也是。二爷自从信了和尚,才把这些姐妹冷淡了;如今不信和尚,真怕又要犯了前头的旧病呢!我想奶奶和我,二爷原不大理会。紫鹃去了,如今只他们四个:这里头就是五儿有些个狐媚子,听见说,他妈求了大奶奶和奶奶,说要讨出去给人家儿呢,但是这两天到底在这里呢;麝月、秋纹虽没别的,只是二爷那几年也都有些顽顽皮皮的;如今算来,只有莺儿,二爷倒不大理会,况且莺儿也稳重。我想倒茶弄水,只叫莺儿带着小丫头们伏侍就够了,不知奶奶心里怎么样?”宝钗道:“我也虑的是这个,你说的倒也罢了。”从此便派莺儿带着小丫头伏侍。 那宝玉却也不出房门,天天只差人去给王夫人请安。王夫人听见他这番光景,那一种欣慰之情,更不待言了。 到了八月初三这一日,正是贾母的冥寿。宝玉早晨过来磕了头,便回去,仍到静室中去了。饭后,宝钗、袭人等都和姊妹们跟着邢、王二夫人在前面屋里说闲话儿。宝玉自在静室,冥心危坐。忽见莺儿端了一盘瓜果进来,说:“太太叫人送来给二爷吃的,这是老太太的克什。”宝玉站起来答应了,复又坐下,便道:“搁在那里罢。” 莺儿一面放下瓜果,一面悄悄向宝玉道:“太太那里夸二爷呢。”宝玉微笑。莺儿又道:“太太说了:二爷这一用功,明儿进场中了出来,明年再中了进士,作了官,老爷、太太可就不枉了盼二爷了。”宝玉也只点头微笑。莺儿忽然想起那年给宝玉打络子的时候宝玉说的话来,便道:“真要二爷中了,那可是我们姑奶奶的造化了。二爷还记得那一年在园子里,不是二爷叫我打梅花络子时说的:我们姑奶奶后来带着我不知到那一个有造化的人家儿去呢!如今二爷可是有造化的罢咧。” 宝玉听到这里,又觉尘心一动。连忙敛神定息,微微的笑道:“据你说来,我是有造化的,你们姑娘也是有造化的,你呢?”莺儿把脸飞红了,勉强笑道:“我们不过当丫头一辈子罢咧,有什么造化呢?”宝玉笑道:“果然能够一辈子是丫头,你这个造化比我们还大呢。”莺儿听见这话,似乎又是疯话了,恐怕自己招出宝玉的病根来,打算着要走。只见宝玉笑着说道:“傻丫头,我告诉你罢。” 未知宝玉又说出什么话来,且听下回分解。 夙根——前生带来的灵根。​ 本支王府──即本族王府,也就是皇族宗室中的王府。下面的“外头路数”指异姓王府。​ 放定下茶──“放定”和“下茶”义同,是旧俗婚礼仪式之一,即男家向女家送去聘礼,以示婚姻确定。这里连称,意思不变。 下茶:明·许次纾《茶疏·考本》:“茶不移本,植必子生。古人结婚,必以茶为礼,取其不移置子之意也。今人犹名其礼曰下茶。”​ 援例监——即按照成例由捐纳取得了监生资格,称“例监”或“捐监”。清代乡试只有两种人可以应试:一种是进过学(参见第二回“进学”注),另一种即监生。贾宝玉和贾兰未进过学,但取得了监生资格,故可以应乡试。​ 《秋水》──《庄子》中的篇名,也是道家典籍中的名篇。此文宣扬道家率性自然、无识无为的思想,故被封建淑女薛宝钗视为洪水猛兽。 细玩——细心玩味领会。​ 得意忘言──得意:领会了精神。 语出《庄子·外物》:“言者所以在意,得意而忘言。吾安得夫忘言之人而与之言哉!”意谓领会了事物的精神,忘记了表达它的语言。这里引申以表示心领神会。​ 过眼烟云──语本宋·苏轼《宝绘堂记》:“自是不复好,见可喜者虽时复蓄之,然为人取去,亦不复惜也。譬之烟云之过眼,百鸟之感耳,岂不欣然接之,去而不复念也。”意谓犹如从眼前一闪而过的烟云。比喻身外之物,不加重视。​ 不失其赤子之心──赤子:指婴儿。参见第十八回“‘天地’对联”注文中的“赤子”注。 语出《孟子·离娄下》:“大人者,不失其赤子之心者也。”意谓没有丧失婴儿天真纯洁的心灵。形容人的心地善良而纯朴。​ 贪嗔痴爱──佛教用语。佛家认为贪嗔痴爱是使人堕落并妨碍领悟佛旨的大敌,因而应该去除。(见隋·释慧远《大乘义章》)​ 聚散浮生──泛指人的生命十分脆弱,也十分短暂。 聚散:典出《庄子·知北游》:“人之生,气之聚也,聚则为生,散则为死。”意谓人的生命不过是由气聚而成,因而十分脆弱。 浮生:典出《庄子·刻意》:“其生若浮,其死若休。”本指圣人的最高境界,贾宝玉只取其字面意义,即所谓“浮生如梦”。​ “谁是”句──太初:见于《庄子·知北游》:“有问道而应之者,不知道也;虽问道者,亦未闻道。道无问,问无应。无问问之,是问穷也;无应应之,是无内也。以无内待问穷,若是者,外不观乎宇宙,内不知乎太初。”成玄英疏:“太初,道本也。” 所谓“道本”,就是“道”的真谛。 此句意谓谁能修到真正吃透“道”的真谛的地步?​ 遁世离群——遁世:避开尘世。 离群:离开众人。 语本“遁世离俗”,出自战国楚·屈原《九章·悲回风》“悲申徒之抗迹”汉·王逸注:“申徒狄也。遭遇暗君,遁世离俗,自拥石赴河,故言抗迹也。”意谓远离尘世与人群,过隐居生活。​ 不忍──《孟子·公孙丑上》:“人皆有不忍人之心。”焦循注:“言人人皆有不忍加恶于人之心也。”孟子本以“不忍”之说规劝帝王实行仁政,薛宝钗却只取其字面意思以劝说贾宝玉。​ 尧、舜不强巢、许──尧让天下于许由的故事见于晋·皇甫谧《高士传·许由》所记为详:“许由字武仲。尧闻致天下而让焉,乃退而遁于中岳颍水之阳,箕山之下隐。尧又召为九州长,由不欲闻之,洗耳于颍水滨。” 按:史籍并无尧让天下于巢父之事。相传巢父为尧帝时隐士。其事迹见于晋·皇甫谧《高士传·巢父》:“巢父者,尧时隐人也,山居不营世利,年老以树为巢而寝其上,故时人号曰巢父。”可知巢父与舜更不相干。​ 武、周不强夷、齐──“武”即周武王,“周”即周公,“夷”即伯夷,“齐”即叔齐。伯夷、叔齐的事迹散见于《庄子·让王》、《史记·周本纪》,尤以《史记·伯夷列传》所记为详:伯夷、叔齐为孤竹君之子,为了逃避王位,二人逃往西周。周武王灭殷后,二人“义不食周粟,隐于首阳山”,终于饿死。​ 《参同契》──又名《周易参同契》,东汉·魏伯阳著。因其综合了“大易”、“黄老”、“炉火”三家之说,以阐述炼丹术,故称。​ 《元命苞》──亦作《元命包》。《春秋纬》书中的一种,是用阴阳、五行说解释《春秋》的书。原书已佚,只有明代人的辑残本。​ 《五灯会元》──宋·释普济编撰。此书是将《景德传灯录》、《天圣广灯录》、《建中靖国续灯录》、《联灯会要》、《嘉泰普灯录》五书摘要合编而成,故称。此书内容包括佛教禅宗的派系、名僧事迹、参禅问答等,为佛学重要著作之一。​ “内典”二句──内典:佛家称佛经为“内典”,儒书为“外典”或“外学”。宋·王禹偁《左街僧通惠大师文集序》:“释子谓佛书为内典,谓儒书为外学。” 金丹:古代道家以真金、矿石等为原科炼成的丹药,以为服之可以长生不老。如晋·葛洪《抱朴子·内篇·金丹》曰:“夫金丹之为物,烧之愈久,变化愈妙;黄金入火,百炼不消,埋之,毕天不朽。服此二物,炼人身体,故能令人不老不死。” 仙舟:暗指天河中的仙船“浮槎”(参见第五十回“‘幽梦’一联”条中的“槎”注),借喻求仙的途径。 这两句意谓学佛、学道不能靠佛经和炼丹术,需要寻求其他途径。可见贾宝玉不仅否定传统的儒学,而且否定了传统的佛学和道学,确有否定一切传统的叛逆性格。​ 语录──文体名。一个人或多人言论的记录或摘录。这里指的是明、清时所编选的名家语录,以供应试学子学习。 名稿──指应试八股文中典范作品的选本,也是供应试学子学习。 应制诗──指臣下应皇帝之命所作的诗。这类诗皆为歌功颂德之作,故有人将其编选成册,以供应试学子学习。​ 克什——亦作“克食”。满语。原义为皇帝恩赐之物。清·郝懿行《证俗文》卷一七:“满洲以恩泽为克什,凡颁赐之物出自上恩者,皆谓之克什。”又清·福格《听语丛考·克食》:“‘克食’二字,或作‘克什’,盖满、汉字谐音书写……考清语‘克什’之义为恩也,赐予也,赏赍也。”这里引申为供品,而分食供品又义近“散福”(参见第八十回“散福”注)。​

Kapitel 118

Aus altem Groll betrügt der Onkel die schwache Nichte, Erschreckende Rätselverse — Gattin und Nebenfrau ermahnen den Verblendeten

Es wird erzählt, dass die beiden Damen Xing und Wang, nachdem sie Yous Rede angehört hatten, wussten, dass die Sache kaum mehr rückgängig zu machen war. Frau König sagte schließlich: „Wenn das Fräulein den Weg der Frömmigkeit gehen will, so muss dies wohl eine Verwurzelung aus einem früheren Leben sein, und wir können sie wirklich nicht davon abhalten. Nur, dass ein Mädchen aus einer Familie wie der unseren ins Kloster geht, das ist doch keine rechte Sache. Da deine Schwägerin nun gesagt hat, dir das geistliche Leben zu gestatten, so ist das auch etwas Gutes. Doch eines muss ich sagen: Das Haar braucht nicht geschoren zu werden. Wenn das Herz wahrhaftig ist, kommt es auf das Haar nicht an. Bedenke, auch Wunderjade[1] übte ihren Glauben mit vollem Haar — und als ihr weltliches Herz sich einmal regte, da trieb es sie so weit! Wenn das Fräulein darauf besteht, so nehmen wir das Zimmer des Fräuleins als ihre stille Kammer. Was die Dienerinnen des Fräuleins betrifft, so muss man sie befragen: Wer bereit ist, dem Fräulein zu folgen, für die kommt keine Heiratsvermittlung mehr in Frage; wer nicht folgen will, für die wird anders vorgesorgt." Als Bedauerfrühling[2] dies hörte, trocknete sie ihre Tränen und dankte den beiden Damen Xing und Wang sowie Seidenweiß Pflaume und Dame Sonders.

Nachdem Frau König gesprochen hatte, fragte sie Buntschirm und die anderen: „Wer ist bereit, dem Fräulein ins geistliche Leben zu folgen?" Buntschirm und die anderen antworteten: „Wen die gnädigen Damen bestimmen, dem fügen wir uns." Frau König wusste, dass sie nicht willens waren, und überlegte gerade, wen sie bestimmen sollte. Dufthauch[3] stand hinter Schatzjades Rücken und rechnete damit, dass er gewiss heftig weinen würde, und war auf der Hut vor einem Rückfall seiner alten Krankheit. Doch zu aller Überraschung seufzte Schatzjade nur: „Wahrhaft bewundernswert!" Dufthauch fühlte sich innerlich nur noch trauriger. Schatzspange sprach kein Wort, aber bei jeder Gelegenheit versuchte sie ihn zu ergründen; als sie sah, dass er in seiner Verblendung nicht erwachte, konnte sie nur im Stillen Tränen vergießen. Frau König wollte eben die Dienstmädchen herbeirufen und befragen, als Purpurkuckuck[4] hervortrat, vor Frau König niederkniete und sprach: „Eben haben die gnädige Dame nach den Schwestern gefragt, die dem Vierten Fräulein dienen — was hält die gnädige Dame davon?" Frau König erwiderte: „Wie könnte man jemanden dazu zwingen? Wer bereit ist, wird es von selbst sagen." Purpurkuckuck sprach: „Dass das Fräulein ins geistliche Leben treten will, ist natürlich ihr eigener Wunsch und keineswegs die Absicht der anderen Schwestern. Ich habe der gnädigen Dame etwas zu sagen: Ich will auch keineswegs die Schwestern auseinanderreißen, jede hat ihren eigenen Willen. Ich habe Fräulein Lin eine Zeit lang gedient, und wie Fräulein Lin mich behandelt hat, das wissen auch die gnädigen Damen — ihre Güte war wahrhaftig bergeshoch und unvergleichlich. Als sie starb, hätte ich ihr am liebsten in den Tod folgen wollen, doch sie war nicht von hier, und ich selbst habe die Gnade der Herrschaft empfangen, sodass ich ihr nicht in den Tod folgen konnte. Da nun das Vierte Fräulein ins geistliche Leben treten will, so bitte ich die gnädigen Damen, mich ihr zuzuweisen, damit ich dem Fräulein ein Leben lang diene. Ich weiß nicht, ob die gnädigen Damen es erlauben? Wenn sie es erlauben, wäre das mein Glück."

Die beiden Damen Xing und Wang hatten noch nicht geantwortet, da hörte man Schatzjade, der an dieser Stelle an Kajaljade dachte, und eine Welle der Traurigkeit überflutete ihn, sodass ihm die Tränen bereits hinabrannen. Alle wollten ihn gerade fragen, da brach er in lautes Lachen aus, trat vor und sprach: „Eigentlich sollte ich das nicht sagen, aber da Purpurkuckuck von der gnädigen Dame meinem Gemach zugeteilt wurde, wage ich es: Bitte erlaubt es ihr, erfüllt ihr den guten Vorsatz!" Frau König erwiderte: „Früher, als deine Schwestern verheiratet wurden, hast du so geweint, als ob du sterben wolltest; jetzt siehst du, dass die Vierte Schwester ins Kloster gehen will, und anstatt sie davon abzuhalten, nennst du es eine gute Sache. Was meinst du eigentlich? Ich verstehe dich ehrlich gesagt nicht mehr." Schatzjade sprach: „Es ist beschlossen, dass die Vierte Schwester ins geistliche Leben tritt, und die Vierte Schwester hat sich fest entschlossen. Wenn es wirklich so ist, habe ich ein Wort an die gnädige Dame; wenn es nicht feststeht, wage ich es nicht, Unsinn zu reden." Bedauerfrühling sagte: „Zweiter Bruder, deine Rede ist doch lächerlich. Wenn jemand keinen festen Entschluss hätte, könnte er die gnädigen Damen umstimmen? Ich sage es wie Purpurkuckuck: Lasst man es mir zu, so ist es mein Glück; lasst man es mir nicht zu, so bleibt mir noch der Tod — was sollte ich fürchten? Da der Zweite Bruder etwas zu sagen hat, soll er nur reden."

Schatzjade sprach: „Auch was ich sage, ist keine Enthüllung, denn dies ist gewiss bestimmt. Ich will euch ein Gedicht vortragen, hört zu." Die Anwesenden sagten: „In solch bitterem Augenblick kommst du mit Gedichten und ärgerst die Leute!" Schatzjade erwiderte: „Es ist kein selbstverfasstes Gedicht; ich habe es an einem Ort gelesen, den ich einmal besucht habe. Hört nur zu!" Die Anwesenden sagten: „Nun gut, trag es vor, aber erzähle nichts Zusammenphantasiertes!" Schatzjade erklärte sich nicht weiter und sprach:

Durchschaut ist aller drei Lenze flüchtiger Glanz, Das Mönchsgewand tauscht den Schmuck der früheren Jahre ein. Erbarmungswürdig die Tochter aus edlem und besticktem Haus, Einsam ruht sie beim blauen Licht an der Seite des alten Buddha.

Seidenweiß Pflaume und Schatzspange hörten dies und riefen entsetzt: „Das ist nicht gut! Dieser Mensch ist vom Wahnsinn befallen!" Als Frau König diese Worte hörte, nickte sie seufzend mit dem Kopf und fragte: „Schatzjade, wo hast du das eigentlich gelesen?" Schatzjade wollte es nicht verraten und antwortete: „Die gnädige Dame braucht nicht zu fragen, es gibt seinen Ort." Frau König überlegte eine Weile, und als sie den Sinn erfasste, brach sie erneut in Tränen aus: „Du sagst, das neulich sei nur ein Scherz gewesen, und woher kommt dann plötzlich dieses Gedicht? Ach, ich habe es verstanden. Was soll ich denn mit euch allen anfangen? Ich weiß auch keinen Rat mehr, ich muss euch wohl gewähren lassen. Aber wartet, bis ich die Augen schließe, und dann tut jeder, was er will — damit hat es sich." Schatzspange versuchte sie zu trösten, doch ihr eigenes Herz wurde mehr als von einem Messer zerfleischt; sie konnte sich nicht mehr beherrschen und brach in lautes Weinen aus. Dufthauch weinte bereits, als verginge sie in Schmerz, und nur dank Herbstgaze[5], die sie stützte, blieb sie aufrecht.

Schatzjade aber weinte nicht und tröstete auch nicht, sondern schwieg. Orchidee Kaufmann[6] und Kreis Kaufmann[7] hörten all dies und gingen jeder für sich davon.

Seidenweiß Pflaume gab sich alle Mühe zu erklären: „Das kommt alles nur daher, dass Bruder Schatzjade sieht, wie die Vierte Schwester ins Kloster geht — vor lauter Schmerz redet er wirres Zeug, das darf man nicht für bare Münze nehmen. Nur die Sache mit Purpurkuckuck bleibt zu klären: ob sie genehmigt wird oder nicht, damit sie aufstehen kann." Frau König sagte: „Was heißt hier genehmigen oder nicht? Wenn ein Mensch sich einmal etwas fest vorgenommen hat, kann man ihn ohnehin nicht umstimmen. Doch was Schatzjade sagt, ist wohl auch gewiss bestimmt." Purpurkuckuck verbeugte sich mit einem Kopfstoß bis zum Boden. Bedauerfrühling dankte Frau König noch einmal. Purpurkuckuck verbeugte sich auch vor Schatzjade und Schatzspange. Schatzjade sprach ein „Amitabha Buddha! Bewundernswert, bewundernswert! Ich hätte nicht gedacht, dass du als erste die Erlösung findest." Schatzspange war gewöhnlich gefasst, doch auch sie konnte sich kaum noch beherrschen. Nur Dufthauch, ohne sich um Frau Königs Anwesenheit zu kümmern, weinte hemmungslos und sagte: „Ich möchte ebenfalls dem Vierten Fräulein ins geistliche Leben folgen!" Schatzjade lächelte: „Auch du hast ein gutes Herz, aber du kannst dieses reine Glück nicht genießen." Dufthauch schluchzte: „Soll das heißen, dass ich sterben muss?" Als Schatzjade dies hörte, fühlte er sich betrübt, konnte aber nichts sagen.

Da es bereits die fünfte Nachtwache war, bat Schatzjade Frau König, sich zur Ruhe zu begeben. Seidenweiß Pflaume und die anderen gingen auseinander. Buntschirm und die übrigen versorgten Bedauerfrühling vorübergehend und wurden später an Ehemänner vermittelt; Purpurkuckuck diente ihr ein Leben lang und wankte nie in ihrem Vorsatz: doch dies gehört in eine spätere Erzählung.

Nun sei von Aufrecht Kaufmann[8] berichtet, der den Sarg der Herzoginmutter[9] begleitete und mit ihm gen Süden reiste. Auf dem Weg begegneten sie den Schiffen der aus dem Krieg heimkehrenden Truppen, die Wasserstraßen waren verstopft, und sie kamen nicht schnell voran, was ihn unterwegs sehr beunruhigte. Zum Glück begegnete er Beamten von der Seeküste und erfuhr, dass der Oberkommandierende der Seeverteidigung nach Beijing zurückberufen worden sei; so hoffte er, dass Frühlingserforscherin[10] gewiss nach Hause zurückkehren werde, was ihm ein wenig Erleichterung verschaffte. Doch als er den genauen Zeitpunkt der Abreise nicht in Erfahrung bringen konnte, wurde er wieder unruhig. Da er berechnete, dass sein Reisegeld nicht ausreichen würde, schrieb er notgedrungen einen Brief und schickte einen Diener zu Lai Shangrong an dessen Amtssitz, um fünfhundert Tael Silber zu leihen, und ließ den Mann ihm unterwegs entgegenkommen, um die Ausgaben zu decken.

Nach einigen Tagen hatte Aufrecht Kaufmanns Schiff erst ein Dutzend Li zurückgelegt, als jener Diener zurückkam und dem Schiff entgegenfuhr. Er übergab Lai Shangrongs unterwürfiges Antwortschreiben. In dem Brief klagte dieser über vielerlei Nöte und legte fünfzig Tael Silber bei. Aufrecht Kaufmann war außer sich vor Zorn und befahl dem Diener auf der Stelle: „Bring es sofort zurück, schick den Originalbrief zurück, und richte ihm aus, er brauche sich keine Mühe zu geben!" Der Diener konnte nichts anderes tun, als zu Lai Shangrongs Amtssitz zurückzukehren. Lai Shangrong empfing den ungeöffneten Brief und das Silber, war bedrückt und wusste, dass er die Sache nicht ordentlich erledigt hatte. Er legte weitere hundert Tael dazu und bat den Boten, sie mitzunehmen und ein gutes Wort für ihn einzulegen. Doch der Mann weigerte sich, das Paket mitzunehmen, warf es hin und ging.

Lai Shangrong war beunruhigt und schrieb sofort einen Brief nach Hause, um seinem Vater Bescheid zu geben, damit dieser einen Weg finde, Urlaub zu beantragen und sich aus dem Dienstverhältnis freizukaufen. Daraufhin baten die Lais durch Rosenholz Kaufmann und Efeu Kaufmann bei Frau König um Gnade und Freilassung. Rosenholz Kaufmann wusste, dass dies unmöglich war, wartete einen Tag ab und behauptete dann fälschlich, Frau König habe nicht zugestimmt, und gab diese Antwort weiter. Die Familie Lai beantragte einerseits Urlaub und schickte andererseits jemanden zu Lai Shangrongs Amtssitz mit der Weisung, er solle sich krankheitshalber von seinem Amt zurückziehen. Frau König wusste von alledem nichts.

Als Efeu Kaufmann die falsche Ausrede von Rosenholz Kaufmann hörte, verlor er alle Hoffnung. In letzter Zeit hatte er draußen auch noch einiges an Geld verspielt und konnte die Schulden nicht begleichen. Er wandte sich an Kreis Kaufmann, um sich Geld zu leihen. Kreis Kaufmann war selbst ohne einen einzigen Heller; obwohl seine Mutter, die Nebenfrau Zhao, einige Ersparnisse gehabt hatte, hatte er sie längst durchgebracht und konnte andere nicht versorgen. Da fiel ihm ein, wie Phönixglanz[11] ihn schlecht behandelt hatte, und nun, da Kette Kaufmann[12] nicht zu Hause war, wollte er sich an Klugmädchen[13] rächen. Also brachte er dieses Angebot an Efeu Kaufmann heran und beklagte sich absichtlich vor ihm: „Ihr seid schon groß genug, und wo es die Gelegenheit gibt, Geld zu machen, traut ihr euch nicht, aber ihr kommt zu mir, der keines hat, und fragt." Efeu Kaufmann erwiderte: „Dritter Onkel, das ist doch lächerlich. Wir sind zusammen unterwegs, haben zusammen unseren Spaß, wo gibt es da Geld zu verdienen?" Kreis Kaufmann sagte: „Hast du neulich nicht gehört, dass jemand erzählt hat, ein Barbarenfürst wolle sich eine Nebenfrau kaufen? Warum besprichst du das nicht mit Onkel Wang und bietest Klugmädchen an?" Efeu Kaufmann entgegnete: „Onkel, ein Wort, das dich vielleicht ärgert, aber wenn ein Barbarenfürst Geld ausgibt, um jemanden zu kaufen — glaubst du, der wird danach noch mit unserer Familie verkehren?" Kreis Kaufmann flüsterte Efeu Kaufmann einige Worte ins Ohr.

Efeu Kaufmann nickte zwar, hielt Kreis Kaufmann' Vorschlag aber für Kindergerede und nahm es nicht ernst. Da kam zufällig König Ren[14] herein und sagte: „Was tuschelt ihr zwei da, wollt ihr es vor mir verheimlichen?" Efeu Kaufmann flüsterte ihm Kreis Kaufmann' Worte ins Ohr. König Ren klatschte in die Hände: „Das wäre ja ein feines Geschäft und bringt Silber! Ich fürchte nur, ihr traut euch nicht. Wenn ihr es wagt, so bin ich als leiblicher Onkel befugt zu entscheiden. Es muss nur sein, dass der Dritte, Kreis Kaufmann, es bei der Ersten Frau[15] vorträgt, ich rede mit Onkel Xing, und wenn die gnädigen Damen nachfragen, dann stimmt ihr alle überein — das ist alles."

Nachdem Kreis Kaufmann und die anderen sich beraten hatten, ging König Ren los, um Onkel Xing zu suchen; Efeu Kaufmann ging zu den beiden Damen Xing und Wang, und was er erzählte, klang wie die Krone auf dem Juwel. Frau König hörte ihm zwar zu, glaubte ihm aber nicht. Frau Strafe hörte, dass Onkel Xing Bescheid wisse, war in ihrem Herzen einverstanden und schickte jemanden, Onkel Xing zu holen und ihn zu befragen. Onkel Xing hatte bereits von König Ren gehört und konnte sich zudem seinen Teil vom Gewinn versprechen, also sprach er vor Frau Strafe: „Dieser Prinz ist ein höchst angesehener Mann. Wenn man in diese Heiratsverbindung einwilligt, wird er zwar nicht die Erste Frau, aber sobald sie erst einmal eingeheiratet hat, bekommt der Schwager seinen Beamtenposten zurück, und das Ansehen des Hauses ist wiederhergestellt." Frau Strafe war eine Frau ohne eigene Meinung, und der einfältige Onkel betörte sie mit seinen falschen Worten. Sie ließ König Ren kommen und befragte ihn, und der schilderte alles noch glanzvoller. Daraufhin schickte Frau Strafe sogar jemanden hinaus, um Efeu Kaufmann zu folgen und die Sache voranzutreiben.

König Ren fand sogleich einen Mittelsmann und ging zum Gästehaus des Barbarenfürsten, um die Sache zu besprechen. Der Barbarenfürst kannte die Hintergründe nicht und wollte jemanden zur Besichtigung schicken. Efeu Kaufmann bestach auch die Leute, die zur Besichtigung kamen, und erklärte ihnen: „Dies geschieht heimlich und ohne Wissen des ganzen Hauses. Sagt nur, es sei ein Königshaus, das um die Hand anhält. Wenn die Sache beschlossen ist, hat die Großmutter entschieden, der leibliche Onkel bürgt — da gibt es nichts zu befürchten." Die Besichtiger stimmten zu. Efeu Kaufmann sandte dann Nachricht an Frau Strafe und teilte es auch Frau König mit. Seidenweiß Pflaume, Schatzspange und die anderen wussten nichts von den wahren Umständen und hielten es für eine gute Nachricht, worüber sich alle freuten.

An jenem Tag kamen tatsächlich einige Frauen, alle in prächtigem Putz. Frau Strafe empfing sie und plauderte über Belanglosigkeiten. Da sie wusste, dass die Besucherin eine Dame mit Hofrang war, wagte sie es nicht, sie geringzuschätzen. Da die Sache noch nicht beschlossen war, hatte Frau Strafe Klugmädchen auch nicht eingeweiht, sondern nur gesagt, eine Verwandte komme zu Besuch, sie solle sich zeigen. Klugmädchen war noch ein Kind und kümmerte sich nicht um solche Dinge; sie folgte ihrer Amme hinüber. Friedchen[16] war beunruhigt und ging mit. Es waren zwei Frauen da, die wie Hofdamen gekleidet waren. Als sie Klugmädchen sahen, musterten sie sie von Kopf bis Fuß, standen dann auf, nahmen Klugmädchens Hand und betrachteten sie noch einmal, saßen kurz und gingen. Klugmädchen war ganz beschämt, kehrte in ihr Zimmer zurück und grübelte; da sie wusste, dass es keine solche Verwandte gab, fragte sie Friedchen.

Friedchen hatte die Besucher schon bei ihrem Eintritt beobachtet und ahnte zu acht oder neun Zehnteln: „Das müssen Brautschauer gewesen sein. Aber da der Zweite Herr nicht zu Hause ist und die Erste Frau die Entscheidung trifft, weiß ich nicht, aus welchem Fürstenhaus sie kommen. Wenn es ein standesgemäßer Heiratsantrag wäre, würden sie nicht so mustern. Diese Leute sehen nicht nach einem Haus des kaiserlichen Clans aus, sondern eher nach einer auswärtigen Adresse. Dem Fräulein sage ich jetzt noch nichts, erst will ich mich genau erkundigen." Friedchen achtete sorgfältig darauf und erkundigte sich; alle Dienstmädchen und Dienerinnen, die Friedchen einst befehligt hatte, erzählten ihr, was sie von den Gerüchten draußen gehört hatten. Friedchen erschrak zutiefst und wusste sich keinen Rat. Obwohl sie es Klugmädchen nicht sagte, eilte sie sofort zu Seidenweiß Pflaume und Schatzspange, um sie zu bitten, Frau König zu informieren.

Frau König erkannte, dass die Sache nicht gut stand, und sprach mit Frau Strafe darüber. Doch Frau Strafe vertraute auf die Worte ihres Bruders und König Rens und verdächtigte Frau König, keine guten Absichten zu haben. Sie sagte: „Die Enkelin ist alt genug, und da Kette Kaufmann nicht zu Hause ist, habe ich das Recht zu entscheiden. Außerdem ist es ihr leiblicher Großonkel und ihr leiblicher Onkel, die nachgeforscht haben — sollten sie etwa weniger zuverlässig sein als andere? Ich bin auf jeden Fall dafür; sollte etwas schiefgehen, brauchen weder ich noch Kette Kaufmann jemand anderem Vorwürfe zu machen." Frau König hörte dies, unterdrückte ihren Zorn, sagte noch einige Worte und ging hinaus. Sie erzählte es Schatzspange und vergoss selbst Tränen.

Schatzjade riet: „Die gnädige Dame möge sich nicht beunruhigen. Ich sehe voraus, dass diese Sache nicht zustande kommen wird. Dies ist durch Klugmädchens Schicksal bestimmt; die gnädige Dame brauche sich nur nicht einzumischen." Frau König sagte: „Kaum öffnest du den Mund, sagst du verrückte Sachen. Die Leute haben es schon abgemacht und wollen sie bald abholen. Wenn es nach Friedchens Worten ginge — würde dein Zweiter Bruder Kette mir nicht Vorwürfe machen? Gar nicht zu reden von unserer eigenen Großnichte — selbst die Kinder von Verwandten sollten es gut haben. Nichte Xing, für die wir die Ehe vermittelt haben, verheiratet mit deinem Zweiten Schwager — leben sie jetzt nicht in Frieden und Eintracht? Und Nichte Qin, die die Familie Mei geheiratet hat — ich habe gehört, sie lebe in Wohlstand und Überfluss. Nur Nichte Shi — da hat ihr Onkel entschieden, erst war es gut, doch jetzt ist der Schwiegersohn an der Schwindsucht gestorben, und deine Schwester Geschichte hat sich entschlossen, als Witwe zu leben — ein hartes Los. Wenn Klugmädchen an die falsche Familie gerät, wäre das nicht ein Zeichen meines bösen Herzens?"

Gerade als sie so sprach, kam Friedchen, um Schatzspange zu besuchen und zugleich Frau Strafes Stimmung zu erkunden. Frau König wiederholte Frau Strafes Worte. Friedchen stand eine halbe Ewigkeit reglos da, kniete dann nieder und flehte: „Klugmädchens ganze Zukunft hängt von der gnädigen Dame ab! Wenn man den Leuten glaubt, wird das Fräulein nicht nur ein Leben lang leiden, sondern was sollen wir sagen, wenn der Zweite Herr Kette zurückkommt?" Frau König erwiderte: „Du bist ein verständiger Mensch, steh auf und höre mir zu: Klugmädchen ist schließlich die Enkelin der Ersten Frau; wenn sie entscheiden will, kann ich sie da aufhalten?" Schatzjade riet: „Es ist kein Problem; es genügt, wenn man Klarheit hat." Friedchen fürchtete, Schatzjade könnte in seinem Wahnsinn alles herausschreien, und sagte nichts weiter; sie verabschiedete sich von Frau König und ging.

Frau König dachte an all ihren Verdruss, bekam einen Anfall von Herzschmerz, ließ sich von einer Dienerin stützen und ging mühsam in ihr eigenes Zimmer zurück, wo sie sich hinlegte. Sie ließ Schatzjade und Schatzspange nicht kommen und sagte, sie brauche nur ein wenig zu schlafen, dann werde es ihr besser gehen. Doch sie selbst war bedrückt. Als sie hörte, dass die Schwägerin Li zu Besuch gekommen war, konnte sie sie auch nicht empfangen. Da trat Orchidee Kaufmann ein, begrüßte sie und berichtete: „Heute Morgen hat jemand von Großvaters Seite einen Brief gebracht, die Burschen draußen haben ihn hereingetragen. Meine Mutter hat ihn angenommen und wollte gerade herüberkommen; aber da meine Großmutter mütterlicherseits kam, hat sie mich vorausgeschickt, ihn der gnädigen Dame zu zeigen. Nachher kommt meine Mutter, um der gnädigen Dame Bericht zu erstatten. Und meine Großmutter will auch herkommen." Damit überreichte er den Brief. Frau König nahm den Brief entgegen und fragte: „Was will deine Großmutter?" Orchidee Kaufmann sagte: „Das weiß ich auch nicht. Ich habe nur meine Mutter sagen hören, dass aus der Familie des Schwiegersohns meiner Dritten Tante eine Nachricht gekommen ist." Frau König erinnerte sich: Seinerzeit hatte man Prachtamt Pflaume für Zhen Schatzjade[17] vorgeschlagen, danach waren Verlobungsgeschenke ausgetauscht worden, und nun wollte die Familie Echt die Braut wohl abholen; darum sei die Schwägerin Li gekommen, um dies zu besprechen. Sie nickte. Dann öffnete sie den Brief und las:

Unterwegs treffe ich fortwährend auf Schiffe der siegreich heimkehrenden Küstentruppen und kann nicht schnell vorankommen. Ich habe gehört, dass Frühlingserforscherin mit ihrem Schwiegervater und Ehemann in die Hauptstadt kommt; ich weiß nicht, ob es davon Nachricht gibt? Kette Kaufmanns letztem Schreiben entnehme ich, dass der Älteste Herr nicht wohl ist — gibt es schon Gewissheit darüber? Schatzjade und Orchidee — die Prüfungszeit rückt näher; sie müssen aufrichtig lernen und dürfen nicht nachlässig sein. Es wird noch einige Zeit dauern, bis der Sarg der Alten Dame zu Hause ankommt. Mir geht es gut, sorgt euch nicht. Dies zur Kenntnis an Schatzjade und andere. Eigenhändig geschrieben am soundsovielten. Kaufmann Nelke[18] in besonderem Schreiben.

Frau König las fertig und reichte den Brief Orchidee Kaufmann: „Nimm ihn mit und zeige ihn deinem Zweiten Onkel, dann gib ihn deiner Mutter zurück."

Gerade als sie so sprach, kamen Seidenweiß Pflaume und die Schwägerin Li herein, begrüßten sie und erkundigten sich nach dem Befinden. Frau König bat sie, Platz zu nehmen. Die Schwägerin Li erzählte von den Hochzeitsplänen der Familie Echt für Prachtamt Pflaume. Man beratschlagte eine Weile. Seidenweiß Pflaume fragte Frau König: „Hat die gnädige Dame den Brief des Herrn gelesen?" Frau König sagte: „Ja." Orchidee Kaufmann gab den Brief seiner Mutter. Seidenweiß Pflaume las ihn und sagte: „Die Dritte Schwester ist schon mehrere Jahre verheiratet und nie gekommen. Wenn sie jetzt in die Hauptstadt zurückkehrt, wird die gnädige Dame ein wenig erleichtert sein." Frau König erwiderte: „Ich habe ohnehin Herzschmerzen, aber als ich las, dass Frühlingserforscherin zurückkehrt, wurde mir etwas besser — nur weiß ich nicht, wann sie ankommt." Die Schwägerin Li erkundigte sich nach Aufrecht Kaufmanns Befinden auf der Reise. Seidenweiß Pflaume wandte sich an Orchidee Kaufmann: „Hast du gesehen, mein Junge? Die Prüfung rückt näher, dein Großvater macht sich solche Sorgen. Nimm den Brief schnell und zeig ihn dem Zweiten Onkel." Die Schwägerin Li fragte: „Die beiden haben doch nie eine Aufnahmeprüfung bestanden — wie können sie dann an der Provinzialprüfung teilnehmen?" Frau König erklärte: „Als ihr Großvater als Getreideintendant aufbrach, hat er für beide den Status eines kaiserlichen Studenten durch Zuwendung erworben." Die Schwägerin Li nickte. Orchidee Kaufmann nahm den Brief und ging hinaus, um Schatzjade aufzusuchen.

Nun wird berichtet, dass Schatzjade, nachdem er Frau König verabschiedet hatte, gerade den Aufsatz „Herbstwasser" aus dem Zhuangzi in der Hand hielt und ihn sorgfältig studierte. Schatzspange kam aus dem inneren Zimmer und sah, dass er so versunken las, dass er über die Worte hinaus war. Sie trat näher und sah, was es war, und ihr Herz wurde schwer. Sie dachte: „Er behandelt diese weltflüchtigen und menschenfernen Reden als ernsthafte Angelegenheit; das wird auf die Dauer nicht gut gehen." Bei seinem Anblick erkannte sie, dass Ermahnung vergeblich wäre; so setzte sie sich neben Schatzjade und starrte ihn nur an. Schatzjade bemerkte es und fragte: „Was ist denn nun wieder los?" Schatzspange erwiderte: „Bedenke, da wir Mann und Frau sind, bist du meine lebenslange Stütze — doch nicht im Sinne privater Leidenschaften. Was Glanz und Reichtum betrifft, so sind sie in der Tat nur flüchtige Wolken vor dem Auge. Doch seit alters haben die Heiligen und Weisen den Charakter des Menschen als das Wesentliche betrachtet ..."

Schatzjade hörte nicht einmal zu Ende; er legte das Buch beiseite und sagte mit einem leisen Lächeln: „Du sprichst von ‚Charakter als Wurzel' und von ‚Heiligen und Weisen'; doch weißt du, dass die alten Heiligen und Weisen gesagt haben: ‚Verliere nicht das Herz des Neugeborenen'? Was ist so gut am Neugeborenen? Nichts weiter als Unwissenheit und Begierdelosigkeit, ohne Gier und ohne Furcht. Wir aber sind von Geburt an in Gier, Zorn, Verblendung und Liebe versunken, wie im Schlamm — wie könnten wir diesem Netz aus Staub entkommen? Erst jetzt begreife ich die vier Zeichen ‚Versammlung und Zerstreuung, schwebendes Leben'; die Alten haben es gesagt, aber niemand hat es wirklich verstanden. Wenn du schon von Charakter als Wurzel sprichst — wer hat denn je jenen ersten Schritt zum Urbeginn erreicht?" Schatzspange erwiderte: „Du sprichst vom ‚Herz des Neugeborenen', doch die alten Heiligen und Weisen meinten damit Treue und Kindespflicht, nicht Weltflucht und Loslösung von allen Banden. Yao, Shun, Yu, Tang, die Könige von Zhou und Konfuzius — sie alle trachteten unablässig danach, das Volk zu retten und die Welt zu ordnen. Was man ‚Herz des Neugeborenen' nennt, ist im Grunde nichts anderes als ‚Mitleid'. Doch was du eben sagtest — die Bande des Himmels abzuwerfen — was wäre das für ein Weg?"

Schatzjade nickte lächelnd und sagte: „Yao und Shun haben Chao und Xu nicht gezwungen, Wu und Zhou haben Yi und Qi nicht gezwungen." Schatzspange unterbrach ihn, bevor er ausreden konnte: „Was du da sagst, ist noch falscher. Wenn seit alters alle nur Chao, Xu, Yi und Qi gewesen wären, warum verehrt man dann Yao, Shun, Zhou und Konfuzius als Heilige und Weise? Und dass du dich mit Yi und Qi vergleichst, ist vollends unsinnig. Yi und Qi lebten am Ende der Shang-Dynastie und hatten mit vielen schwierigen Umständen zu kämpfen; darum suchten sie einen Vorwand und flohen. In dieser gesegneten Zeit aber genießen wir seit Generationen die Gnade des Staates; unsere Vorfahren lebten in Brokat und Jade. Und seit deiner Geburt — von der seligen Herzoginmutter über den Herrn Vater und die gnädige Dame — haben sie dich wie einen Schatz gehütet. Bedenke selbst, ob das, was du eben gesagt hast, richtig oder falsch ist."

Schatzjade hörte zu und antwortete nicht, er hob nur den Kopf und lächelte leise. Schatzspange ermahnte ihn weiter: „Da du nun keine Argumente mehr hast, rate ich dir, von nun an das Herz zu sammeln und dich ordentlich dem Studium zu widmen. Wenn du es schaffst, den Titel eines Graduierten zu erlangen, selbst wenn du dann aufhörst — so hast du die Gnade des Himmels und die Verdienste der Vorfahren nicht umsonst empfangen." Schatzjade nickte, seufzte und sagte: „Den Titel zu erlangen, ist eigentlich gar nicht so schwer. Doch dein ‚von nun an aufhören' und ‚nicht umsonst die Gnade des Himmels und die Verdienste der Vorfahren empfangen' — das weicht nicht von der rechten Spur ab."

Bevor Schatzspange antworten konnte, kam Dufthauch herein und sagte: „Was die Zweite Herrin eben von den alten Heiligen und Weisen sagte, davon verstehen wir nichts. Ich denke nur an uns alle, die wir von klein auf dem Zweiten Herrn gefolgt sind und so viel Mühe auf uns genommen haben. Nach der Vernunft ist das unsere Pflicht, aber der Zweite Herr sollte auch Rücksicht nehmen. Und wie viel Kindespflicht die Zweite Herrin für den Zweiten Herrn vor dem Herrn Vater und der gnädigen Dame geleistet hat! Selbst wenn der Zweite Herr die eheliche Verbindung nicht ernst nimmt, sollte er doch die Menschen nicht so enttäuschen. Was die Sache mit den Unsterblichen angeht — das sind doch lauter Lügen; wer hat je einen Unsterblichen gesehen, der in die Menschenwelt herabgestiegen ist? Woher kommt dieser Mönch, der solches wirres Zeug redet, und der Zweite Herr glaubt es? Der Zweite Herr ist ein gebildeter Mensch — wiegen denn die Worte jenes Mönches schwerer als die des Herrn Vaters und der gnädigen Dame?" Schatzjade hörte zu und senkte schweigend den Kopf.

Dufthauch wollte noch weitersprechen, als von draußen Schritte zu hören waren, und jemand fragte durchs Fenster: „Ist der Zweite Onkel da?" Schatzjade erkannte Orchidee Kaufmanns Stimme, stand auf und sagte lächelnd: „Komm nur herein." Auch Schatzspange stand auf. Orchidee Kaufmann trat ein, mit strahlendem Lächeln begrüßte er Schatzjade und Schatzspange, fragte nach Dufthauchs Befinden. Auch Dufthauch erkundigte sich. Dann überreichte er den Brief Schatzjades Blick. Schatzjade nahm ihn in die Hand, las ihn und fragte: „Deine Dritte Tante kehrt zurück?" Orchidee Kaufmann antwortete: „Da Großvater es so schreibt, wird sie wohl zurückkehren." Schatzjade nickte schweigend, in Gedanken versunken. Orchidee Kaufmann fragte dann: „Hat der Onkel es gelesen? Am Ende schreibt der Großvater, wir sollen fleißig lernen. Der Onkel hat in letzter Zeit wohl keine Aufsätze geschrieben?" Schatzjade lächelte: „Ich will auch ein paar üben, um für diesen Titel gerüstet zu sein." Orchidee Kaufmann sagte: „Wenn der Onkel so denkt, dann lass uns ein paar Themen aufstellen. Ich schreibe mit, damit ich mich auch in der Prüfung ein wenig zurechtfinde. Sonst gibt man ein leeres Blatt ab und macht sich lächerlich — nicht nur ich, auch der Onkel würde ausgelacht." Schatzjade erwiderte: „So schlimm wird es bei dir nicht sein." Darauf forderte Schatzspange Orchidee Kaufmann auf, sich zu setzen. Schatzjade saß weiterhin auf seinem Platz, Orchidee Kaufmann setzte sich seitlich. Die beiden sprachen über Aufsätze und Literatur, und bald waren sie in bester Stimmung.

Schatzspange sah, wie vergnügt die beiden plauderten, ging ins innere Zimmer zurück und überlegte: „Nach dem, was Schatzjade jetzt zeigt, ist er vielleicht wirklich zur Besinnung gekommen. Nur vorhin hat er einzig die vier Worte ‚von nun an aufhören' ausdrücklich gebilligt — was das wohl wieder zu bedeuten hat?" So war Schatzspange noch im Zweifel. Nur Dufthauch beobachtete, wie gern er über Literatur sprach und wie freudig er die Prüfung erwähnte, und dachte bei sich: „Amitabha Buddha! Endlich, wie schwer war es doch, ihn wie aus den Vier Büchern herauszupredigen!"

Hier sprach Schatzjade mit Orchidee Kaufmann über Literatur; Goldamsels[19] brachte ihnen Tee. Orchidee Kaufmann stand auf, um ihn entgegenzunehmen, und dann besprachen sie noch die Regeln der Prüfung und den Vorschlag, zusammen mit Zhen Schatzjade zu lernen. Auch Schatzjade schien dem zugeneigt.

Als Orchidee Kaufmann sich bald verabschiedete, ließ er den Brief bei Schatzjade. Schatzjade betrachtete den Brief, ging lächelnd ins Innere und gab ihn Moschusmond zur Aufbewahrung. Dann kam er heraus und legte jenen Band des Zhuangzi weg und ließ einige seiner einstigen Lieblingsbücher wie den „Cantong qi", den „Yuanming bao" und den „Wudeng huiyuan" von Mondschein, Herbstgaze, Goldamsel und den anderen wegtragen und beiseite stellen.

Schatzspange fand sein Verhalten höchst bemerkenswert und wollte ihn auf die Probe stellen. Sie fragte lächelnd: „Dass du sie nicht mehr liest, ist vernünftig, aber warum sie wegtragen lassen?" Schatzjade antwortete: „Jetzt ist mir alles klar geworden; diese Bücher taugen nichts. Am liebsten würde ich sie alle verbrennen, um reinen Tisch zu machen." Schatzspange war überaus erfreut. Doch dann hörte sie, wie Schatzjade leise vor sich hin murmelte: „Im Kanon des Inneren steht keine Buddhanatur, Jenseits der Goldenen Elixiere gibt es ein Unsterblichkeitsschiff." Schatzspange hatte nicht genau hingehört, verstand nur „keine Buddhanatur" und „Unsterblichkeitsschiff", und ihr Misstrauen erwachte erneut; sie wollte abwarten, wie er sich weiter verhielt. Schatzjade ließ Mondschein, Herbstgaze und die anderen ein stilles Arbeitszimmer einrichten und suchte die gesammelten Spruchsammlungen, die berühmten Musteraufsätze und die Huldigungsgedichte zusammen, stellte sie im stillen Zimmer auf und begann tatsächlich, in aller Ruhe zu lernen. Erst da beruhigte sich Schatzspange.

Dufthauch war wahrhaftig sprachlos — so etwas hatte sie weder gehört noch gesehen. Sie flüsterte Schatzspange lächelnd zu: „Die gnädige Herrin hat so überzeugend gesprochen, mit nur einer Rede hat sie den Zweiten Herrn zur Einsicht gebracht. Nur schade, dass es ein wenig spät kam, die Prüfung steht unmittelbar bevor." Schatzspange nickte und lächelte leise: „Ruhm und Ehre haben ihre eigene Bestimmung; ob er besteht oder nicht, hängt nicht davon ab, wann er zu lernen begonnen hat. Ich wünsche mir nur, dass er von nun an sein Herz dem rechten Weg zuwendet und die früheren Verirrungen für immer ablegt — das wäre genug." An dieser Stelle, da niemand sonst im Zimmer war, sagte sie leise: „Dass er jetzt bereut und umkehrt, ist sehr gut. Nur eines fürchte ich: Er könnte in seine alte Krankheit von damals zurückfallen und wieder den Umgang mit den Mädchen suchen — auch das wäre nicht gut." Dufthauch erwiderte: „Da hat die Herrin recht. Seit der Zweite Herr dem Mönch glaubt, hat er die Schwestern kalt behandelt; wenn er nun nicht mehr an den Mönch glaubt, fürchte ich wirklich, dass er in die alte Krankheit zurückfällt. Ich denke, um die Herrin und mich kümmert sich der Zweite Herr ohnehin nicht besonders. Purpurkuckuck ist fort; jetzt bleiben nur noch die vier: Unter ihnen hat Fünfchen etwas Verführerisches an sich; ich habe gehört, ihre Mutter habe bei der Ersten Herrin und der Herrin um Erlaubnis gebeten, sie herauszunehmen und zu verheiraten — aber vorerst ist sie noch hier. Mondschein und Herbstgaze haben zwar nichts Schlimmes getan, aber der Zweite Herr hat in jenen Jahren doch allerlei Schabernack mit ihnen getrieben. Wenn ich es recht bedenke, ist nur Goldamsel da, um die sich der Zweite Herr nicht besonders kümmert, und Goldamsel ist auch besonnen. Ich denke, zum Teekochen und Wasserbringen genügt es, wenn Goldamsel mit den kleinen Mädchen aufwartet — was meint die Herrin dazu?" Schatzspange erwiderte: „Genau darüber habe ich auch nachgedacht. Dein Vorschlag ist gut." Von da an wurde Goldamsel bestimmt, mit den kleinen Mädchen aufzuwarten.

Jener Schatzjade verließ fortan sein Zimmer nicht mehr und schickte täglich nur jemanden, um bei Frau König nach ihrem Befinden zu fragen. Als Frau König von seinem Wandel hörte, war ihre Freude unbeschreiblich.

Am dritten Tag des achten Monats war der Todestag der Herzoginmutter. Schatzjade kam morgens zum Kowtau, ging dann zurück und begab sich in sein stilles Arbeitszimmer. Nach dem Essen waren Schatzspange, Dufthauch und die Schwestern bei den Damen Xing und Wang im vorderen Raum und plauderten. Schatzjade saß allein im stillen Zimmer und meditierte in tiefer Versenkung. Da brachte Goldamsel eine Schale mit Melonen und Früchten herein und sagte: „Die gnädige Dame hat sie dem Zweiten Herrn zum Essen geschickt; es sind Opfergaben der Alten Dame." Schatzjade stand auf, sprach seinen Dank aus, setzte sich wieder und sagte: „Stell sie dort hin."

Goldamsel stellte die Früchte ab und flüsterte Schatzjade zu: „Drüben bei der gnädigen Dame lobt man den Zweiten Herrn." Schatzjade lächelte leise. Goldamsel fuhr fort: „Die gnädige Dame hat gesagt: Wenn der Zweite Herr jetzt so fleißig ist und bei der Prüfung besteht, und nächstes Jahr noch den Titel eines Jinshi erlangt und Beamter wird — dann haben der Herr Vater und die gnädige Dame nicht umsonst auf den Zweiten Herrn gehofft." Schatzjade nickte nur und lächelte leise. Da fiel Goldamsel plötzlich ein, wie Schatzjade damals im Garten, als sie für ihn die Pflaumenblüten-Kordeln knüpfte, zu ihr gesagt hatte: „Unser Fräulein wird mich eines Tages in ein Haus mitnehmen, das vom Schicksal gesegnet ist — wer weiß, in welches!" So sagte sie: „Wenn der Zweite Herr wirklich besteht, das wäre doch das Glück unserer Herrin! Erinnert sich der Zweite Herr noch an jenes Jahr im Garten, als er mich bat, die Pflaumenblüten-Kordeln zu knüpfen, und dabei sagte: ‚Unser Fräulein wird mich eines Tages in ein gesegnetes Haus mitnehmen — wer weiß, in welches!' Nun, der Zweite Herr hat doch Glück, nicht wahr?"

Als Schatzjade dies hörte, regte sich erneut sein Staubherz. Rasch sammelte er seine Gedanken und beruhigte seinen Atem, dann sagte er mit leisem Lächeln: „Was du da sagst — ich habe Glück, und euer Fräulein hat auch Glück. Was aber hast du davon?" Goldamsel errötete bis über beide Ohren, lächelte gezwungen und sagte: „Wir Dienstmädchen bleiben unser Leben lang Dienstmädchen — was für ein Glück sollten wir haben?" Schatzjade lächelte: „Wenn du es wirklich schaffst, dein ganzes Leben lang Dienstmädchen zu bleiben, dann hast du ein größeres Glück als wir alle." Goldamsel fand, das klinge wieder wie Wahnsinn, und fürchtete, sie könnte Schatzjades alte Krankheit hervorlocken; sie machte sich bereit zu gehen. Da sagte Schatzjade lächelnd: „Dummes Mädchen, ich will es dir sagen."

Was Schatzjade noch sagte, davon erzählt das nächste Kapitel.


Basierend auf der Cheng-Jia-Ausgabe (程甲本). Übersetzung: Martin Woesler, 4. Auflage 2026.

  1. Chin. 妙玉 Miàoyù, wörtl. „Wunderbare Jade". Buddhistische Nonne im Großen Garten.
  2. Chin. 惜春 Xīchūn, wörtl. „Bedauerfrühling". Vierte und jüngste Tochter der Kaufmann-Familie.
  3. Chin. 袭人 Xīrén, wörtl. „Dufthauch". Schatzjades erste Kammerzofe.
  4. Chin. 紫鹃 Zǐjuān, wörtl. „Purpurkuckuck". Kajaljades treue Kammerzofe.
  5. Chin. 秋纹 Qiūwén, wörtl. „Herbstmuster". Eine von Schatzjades Zofen.
  6. Chin. 贾兰 Jiǎ Lán, wörtl. „Orchidee Kaufmann". Enkel von Aufrecht Kaufmann, Sohn von Seidenweiß Pflaume.
  7. Chin. 贾环 Jiǎ Huán, wörtl. „Unheil Kaufmann". Schatzjades jüngerer Halbbruder.
  8. Chin. 贾政 Jiǎ Zhèng, wörtl. „Aufrecht Kaufmann". Schatzjades Vater.
  9. Chin. 贾母 Jiǎ Mǔ. Oberhaupt der Kaufmann-Familie, Großmutter von Schatzjade.
  10. Chin. 探春 Tànchūn, wörtl. „Frühlings-Erkunderin". Dritte Tochter von Aufrecht Kaufmann.
  11. Chin. 王熙凤 Wáng Xīfèng, wörtl. „Phönix-Glanz". Die Haushofmeisterin der Kaufmann-Familie.
  12. Chin. 贾琏 Jiǎ Liǎn, wörtl. „Kette Kaufmann". Phönixglanz' Ehemann.
  13. Chin. 巧姐 Qiǎojiě, wörtl. „Geschickte Schwester". Tochter von Phönixglanz und Kette Kaufmann.
  14. Chin. 王仁 Wáng Rén. Phönixglanz' Bruder mütterlicherseits.
  15. Chin. 邢夫人 Xíng Fūrén. Ehefrau von Begnadigung Kaufmann.
  16. Chin. 平儿 Píng'ér, wörtl. „Friedchen". Phönixglanz' erste Kammerzofe und Vertraute.
  17. Chin. 甄宝玉 Zhēn Bǎoyù, wörtl. „Wahrer Kostbare Jade". Schatzjades Doppelgänger aus der Familie Echt.
  18. Chin. 贾蓉 Jiǎ Róng. Sohn von Herrlichkeit Kaufmann.
  19. Chin. 莺儿 Yīng'ér, wörtl. „Goldamsel". Schatzspanges Kammerzofe.