Difference between revisions of "Hongloumeng/zh-de/Chapter 118"

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(ZH-DE4 Korrektur-Update Kap. 118)
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= 第一百十八回 =
 
== 记微嫌舅兄欺弱女 / 惊谜语妻妾谏痴人 ==
 
  
 
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! style="width:50%" | 中文原文 (程甲本 1982)
 
! style="width:50%" | 中文原文 (程甲本 1982)
! style="width:50%" | Deutsche Übersetzung
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! style="width:50%" | Deutsche Übersetzung (4. Auflage Woesler 2026)
 
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第一百十八回
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记微嫌舅兄欺弱女
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惊谜语妻妾谏痴人
 
话说邢、王二夫人听了尤氏一段话,明知也难挽回。王夫人只得说道:“姑娘要行善,这也是前生的夙根,我们也实在拦不住。只是咱们这样人家的姑娘出了家,不成个事体。如今你嫂子说了,准你修行,也是好处。却有一句话要说:那头发可以不剃的,只要自己的心真,那在头发上头呢?你想妙玉也是带发修行的,不知他怎样凡心一动,才闹到那个分儿。姑娘执意如此,我们就把姑娘住的房子便算了姑娘的静室。所有服侍姑娘的人,也得叫他们来问:他若愿意跟的,就讲不得说亲配人;若不愿意跟的,另打主意。”惜春听了,收了泪,拜谢了邢、王二夫人、李纨、尤氏等。
 
话说邢、王二夫人听了尤氏一段话,明知也难挽回。王夫人只得说道:“姑娘要行善,这也是前生的夙根,我们也实在拦不住。只是咱们这样人家的姑娘出了家,不成个事体。如今你嫂子说了,准你修行,也是好处。却有一句话要说:那头发可以不剃的,只要自己的心真,那在头发上头呢?你想妙玉也是带发修行的,不知他怎样凡心一动,才闹到那个分儿。姑娘执意如此,我们就把姑娘住的房子便算了姑娘的静室。所有服侍姑娘的人,也得叫他们来问:他若愿意跟的,就讲不得说亲配人;若不愿意跟的,另打主意。”惜春听了,收了泪,拜谢了邢、王二夫人、李纨、尤氏等。
 
王夫人说了,便问彩屏等:“谁愿跟姑娘修行?”彩屏等回道:“太太们派谁就是谁。”王夫人知道不愿意,正在想人。袭人立在宝玉身后,想来宝玉必要大哭,防着他的旧病。岂知宝玉叹道:“真真难得!”袭人心里更自伤悲。宝钗虽不言语,遇事试探,见他执迷不醒,只得暗中落泪。王夫人才要叫了众丫头来问,忽见紫鹃走上前来,在王夫人面前跪下,回道:“刚才太太问跟四姑娘的姐姐,太太看着怎么样?”王夫人道:“这个如何强派得人的?谁愿意,他自然就说出来了。”紫鹃道:“姑娘修行,自然姑娘愿意,并不是别的姐姐们的意思。我有句话回太太:我也并不是拆开姐姐们,各人有各人的心。我服侍林姑娘一场,林姑娘待我,也是太太们知道的,实在恩重如山,无以可报。他死了,我恨不得跟了他去,但只他不是这里的人,我又受主子家的恩典,难以从死。如今四姑娘既要修行,我就求太太们将我派了跟着姑娘,伏侍姑娘一辈子。不知太太们准不准?若准了,就是我的造化了。”
 
王夫人说了,便问彩屏等:“谁愿跟姑娘修行?”彩屏等回道:“太太们派谁就是谁。”王夫人知道不愿意,正在想人。袭人立在宝玉身后,想来宝玉必要大哭,防着他的旧病。岂知宝玉叹道:“真真难得!”袭人心里更自伤悲。宝钗虽不言语,遇事试探,见他执迷不醒,只得暗中落泪。王夫人才要叫了众丫头来问,忽见紫鹃走上前来,在王夫人面前跪下,回道:“刚才太太问跟四姑娘的姐姐,太太看着怎么样?”王夫人道:“这个如何强派得人的?谁愿意,他自然就说出来了。”紫鹃道:“姑娘修行,自然姑娘愿意,并不是别的姐姐们的意思。我有句话回太太:我也并不是拆开姐姐们,各人有各人的心。我服侍林姑娘一场,林姑娘待我,也是太太们知道的,实在恩重如山,无以可报。他死了,我恨不得跟了他去,但只他不是这里的人,我又受主子家的恩典,难以从死。如今四姑娘既要修行,我就求太太们将我派了跟着姑娘,伏侍姑娘一辈子。不知太太们准不准?若准了,就是我的造化了。”
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克什——亦作“克食”。满语。原义为皇帝恩赐之物。清·郝懿行《证俗文》卷一七:“满洲以恩泽为克什,凡颁赐之物出自上恩者,皆谓之克什。”又清·福格《听语丛考·克食》:“‘克食’二字,或作‘克什’,盖满、汉字谐音书写……考清语‘克什’之义为恩也,赐予也,赏赍也。”这里引申为供品,而分食供品又义近“散福”(参见第八十回“散福”注)。​
 
克什——亦作“克食”。满语。原义为皇帝恩赐之物。清·郝懿行《证俗文》卷一七:“满洲以恩泽为克什,凡颁赐之物出自上恩者,皆谓之克什。”又清·福格《听语丛考·克食》:“‘克食’二字,或作‘克什’,盖满、汉字谐音书写……考清语‘克什’之义为恩也,赐予也,赏赍也。”这里引申为供品,而分食供品又义近“散福”(参见第八十回“散福”注)。​
 
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wachsinniger.
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Kapitel 118
„Das Register weltlichen Ruhmes betretend,
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Durchbricht er die erste Schranke seines weltlichen Käfigs.“
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Aus altem Groll betrügt der Onkel die schwache Nichte,
Wir müssen nun Bau-yü und Djia Lan auf ihrem Weg zum Examen verlassen und zu Djia Huan zurückkehren. Die Aufregung über die Abreise der ‚Kandidaten‘ hatte in ihm ein noch ärgerlicheres Gefühl als zuvor hinterlassen, und mit ihrer Abwesenheit hatte er nun die Freiheit, seinen Plan auszuführen: „Rache an meiner eigenen Mutter! Jetzt ist niemand mehr im Haus und die Dame Hsing wird tun, was ich sage. Ich muß niemanden fürchten.“
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Erschreckende Rätselverse — Gattin und Nebenfrau ermahnen den Verblendeten
Mit entschlossenem Schritt eilte er zur Dame Hsing, um seinen Respekt zu erweisen, und unterhielt sich mit ihr in einem äußerst unterwürfigen Ton. Sie fühlte sich natürlich geschmeichelt und sagte zu ihm: „Jetzt sprichst du wie ein intelligentes Kind! Natürlich bin ich der Mensch, der die Entscheidung bei einer Gelegenheit wie der von Tchiau-djie zu treffen hat. Es war sehr dumm von deinem Vetter Liän, seine Mutter nicht zu achten und das in die Hände eines anderen zu legen.“ –
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„Was den Prinzen betrifft, ist es deine Seite der Familie, die er erkennt“, sagte Djia Huan. „Die ganze Sache ist besiegelt, und sie bereiten nun eine große Fuhre an Geschenken für euch vor. Wenn dieser Prinz mit deiner Enkelin verheiratet ist, wird Onkel Schë dir eine wichtige Position verleihen müssen. Es wird uns allen zugute kommen. Ich möchte Mutter bestimmt nicht kritisieren, doch während der ganzen Zeit, als Yüän-tschun eine Kaiserliche Konkubine war, hat sie uns nicht gerade freundlich behandelt. Ich hoffe, Tchiau-djie wird nicht so undankbar sein. Ich muß mit ihr sprechen.“ –
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Es wird erzählt, dass die beiden Damen Xing und Wang, nachdem sie Yous Rede angehört hatten, wussten, dass die Sache kaum mehr rückgängig zu machen war. Frau König sagte schließlich: „Wenn das Fräulein den Weg der Frömmigkeit gehen will, so muss dies wohl eine Verwurzelung aus einem früheren Leben sein, und wir können sie wirklich nicht davon abhalten. Nur, dass ein Mädchen aus einer Familie wie der unseren ins Kloster geht, das ist doch keine rechte Sache. Da deine Schwägerin nun gesagt hat, dir das geistliche Leben zu gestatten, so ist das auch etwas Gutes. Doch eines muss ich sagen: Das Haar braucht nicht geschoren zu werden. Wenn das Herz wahrhaftig ist, kommt es auf das Haar nicht an. Bedenke, auch Wunderjade<ref>Chin. 妙玉 Miàoyù, wörtl. „Wunderbare Jade". Buddhistische Nonne im Großen Garten.</ref> übte ihren Glauben mit vollem Haar — und als ihr weltliches Herz sich einmal regte, da trieb es sie so weit! Wenn das Fräulein darauf besteht, so nehmen wir das Zimmer des Fräuleins als ihre stille Kammer. Was die Dienerinnen des Fräuleins betrifft, so muss man sie befragen: Wer bereit ist, dem Fräulein zu folgen, für die kommt keine Heiratsvermittlung mehr in Frage; wer nicht folgen will, für die wird anders vorgesorgt." Als Bedauerfrühling<ref>Chin. 惜春 Xīchūn, wörtl. „Bedauerfrühling". Vierte und jüngste Tochter der Kaufmann-Familie.</ref> dies hörte, trocknete sie ihre Tränen und dankte den beiden Damen Xing und Wang sowie Seidenweiß Pflaume und Dame Sonders.
„Ja, du solltest mit ihr reden“, sagte die Dame Hsing, „so wird sie sehen, was Du alles für sie getan hast. Ich bin sicher, wenn ihr Vater zu Hause wäre, hätte er nie eine so gute Partie für sie gefunden! Diese dumme Kreatur Ping-örl hat Dinge dagegen gesagt und protestiert, sodaß Deine Mutter nicht zustimmt. Es ist wahrscheinlich nicht mehr als wirres Gezeter. Wir dürfen keine Zeit verlieren, sonst kommt Liän zurück, und sie werden ihn auch gegen uns aufhetzen, und wir werden das Ganze nie durchbekommen.
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„Was den Prinzen betrifft, ist die Sache bereits fest beschlossen“, sagte Djia Huan. „Sie warten nur darauf, daß du das Horoskop schickst. Dann wird sie nach prinzlichem Brauch drei Tage später zur Hochzeit abgeholt. Es gibt nur eine Bedingung, die zu berücksichtigen ist. Sie sagen, in Anbetracht der Umstände, weil es nicht ordnungsgemäß ist, die Enkelin eines entehrten Beamten zu ehelichen, das daß Ganze ohne große Zeremonie ablaufen wird. Später, wenn Onkel Schë begnadigt und wieder in sein Amt eingesetzt ist, wird die Vereinigung mit allen Festlichkeiten gefeiert werden.“ –
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Nachdem Frau König gesprochen hatte, fragte sie Buntschirm und die anderen: „Wer ist bereit, dem Fräulein ins geistliche Leben zu folgen?" Buntschirm und die anderen antworteten: „Wen die gnädigen Damen bestimmen, dem fügen wir uns." Frau König wusste, dass sie nicht willens waren, und überlegte gerade, wen sie bestimmen sollte. Dufthauch<ref>Chin. 袭人 Xīrén, wörtl. „Dufthauch". Schatzjades erste Kammerzofe.</ref> stand hinter Schatzjades Rücken und rechnete damit, dass er gewiss heftig weinen würde, und war auf der Hut vor einem Rückfall seiner alten Krankheit. Doch zu aller Überraschung seufzte Schatzjade nur: „Wahrhaft bewundernswert!" Dufthauch fühlte sich innerlich nur noch trauriger. Schatzspange sprach kein Wort, aber bei jeder Gelegenheit versuchte sie ihn zu ergründen; als sie sah, dass er in seiner Verblendung nicht erwachte, konnte sie nur im Stillen Tränen vergießen. Frau König wollte eben die Dienstmädchen herbeirufen und befragen, als Purpurkuckuck<ref>Chin. 紫鹃 Zǐjuān, wörtl. „Purpurkuckuck". Kajaljades treue Kammerzofe.</ref> hervortrat, vor Frau König niederkniete und sprach: „Eben haben die gnädige Dame nach den Schwestern gefragt, die dem Vierten Fräulein dienen — was hält die gnädige Dame davon?" Frau König erwiderte: „Wie könnte man jemanden dazu zwingen? Wer bereit ist, wird es von selbst sagen." Purpurkuckuck sprach: „Dass das Fräulein ins geistliche Leben treten will, ist natürlich ihr eigener Wunsch und keineswegs die Absicht der anderen Schwestern. Ich habe der gnädigen Dame etwas zu sagen: Ich will auch keineswegs die Schwestern auseinanderreißen, jede hat ihren eigenen Willen. Ich habe Fräulein Lin eine Zeit lang gedient, und wie Fräulein Lin mich behandelt hat, das wissen auch die gnädigen Damen — ihre Güte war wahrhaftig bergeshoch und unvergleichlich. Als sie starb, hätte ich ihr am liebsten in den Tod folgen wollen, doch sie war nicht von hier, und ich selbst habe die Gnade der Herrschaft empfangen, sodass ich ihr nicht in den Tod folgen konnte. Da nun das Vierte Fräulein ins geistliche Leben treten will, so bitte ich die gnädigen Damen, mich ihr zuzuweisen, damit ich dem Fräulein ein Leben lang diene. Ich weiß nicht, ob die gnädigen Damen es erlauben? Wenn sie es erlauben, wäre das mein Glück."
„Natürlich stimme ich zu“, sagte die Dame Hsing, „was sie vorschlagen, ist nur richtig.“ –
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„In diesem Fall mußt du ihnen dann nur noch die Acht Zeichen für Tchiau-djies Horoskop schicken.“ –
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Die beiden Damen Xing und Wang hatten noch nicht geantwortet, da hörte man Schatzjade, der an dieser Stelle an Kajaljade dachte, und eine Welle der Traurigkeit überflutete ihn, sodass ihm die Tränen bereits hinabrannen. Alle wollten ihn gerade fragen, da brach er in lautes Lachen aus, trat vor und sprach: „Eigentlich sollte ich das nicht sagen, aber da Purpurkuckuck von der gnädigen Dame meinem Gemach zugeteilt wurde, wage ich es: Bitte erlaubt es ihr, erfüllt ihr den guten Vorsatz!" Frau König erwiderte: „Früher, als deine Schwestern verheiratet wurden, hast du so geweint, als ob du sterben wolltest; jetzt siehst du, dass die Vierte Schwester ins Kloster gehen will, und anstatt sie davon abzuhalten, nennst du es eine gute Sache. Was meinst du eigentlich? Ich verstehe dich ehrlich gesagt nicht mehr." Schatzjade sprach: „Es ist beschlossen, dass die Vierte Schwester ins geistliche Leben tritt, und die Vierte Schwester hat sich fest entschlossen. Wenn es wirklich so ist, habe ich ein Wort an die gnädige Dame; wenn es nicht feststeht, wage ich es nicht, Unsinn zu reden." Bedauerfrühling sagte: „Zweiter Bruder, deine Rede ist doch lächerlich. Wenn jemand keinen festen Entschluss hätte, könnte er die gnädigen Damen umstimmen? Ich sage es wie Purpurkuckuck: Lasst man es mir zu, so ist es mein Glück; lasst man es mir nicht zu, so bleibt mir noch der Tod — was sollte ich fürchten? Da der Zweite Bruder etwas zu sagen hat, soll er nur reden."
„Dummer Junge! Was können wir Frauen denn machen? Sage besser Yün, er soll es dir aufschreiben!“
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Djia Huan war über die Antwort der Dame Hsing begeistert und stimmte ihrem Vorschlag umgehend zu, welcher ihm sehr entgegenkam. Er eilte hinüber, um sich mit Djia Yün zu besprechen, und bat Wang Jën, zum Palast des Prinzen zu gehen, um den Vertrag zu unterschreiben und das Geld zu empfangen.
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Schatzjade sprach: „Auch was ich sage, ist keine Enthüllung, denn dies ist gewiss bestimmt. Ich will euch ein Gedicht vortragen, hört zu." Die Anwesenden sagten: „In solch bitterem Augenblick kommst du mit Gedichten und ärgerst die Leute!" Schatzjade erwiderte: „Es ist kein selbstverfasstes Gedicht; ich habe es an einem Ort gelesen, den ich einmal besucht habe. Hört nur zu!" Die Anwesenden sagten: „Nun gut, trag es vor, aber erzähle nichts Zusammenphantasiertes!" Schatzjade erklärte sich nicht weiter und sprach:
Die Unterhaltung zwischen Djia Huan und der Dame Hsing wurde von einer der Mägde der Dame Hsing gehört, welche mit Ping-örl sehr vertraut war und die deshalb, sobald sich die passende Gelegenheit bot, sofort zu Ping-örl ging und ihr erzählte, was vorgefallen war. Ping-örl hatte die ganze Zeit gewußt, daß dieser Heiratsplan nicht Gutes bringen würde, und hatte Tchiau-djie bereits alles erzählt, was sie darüber wußte. Als sie erstmals hörte, daß sie verheiratet werden sollte, hatte Tchiau-djie die ganze Nacht geweint, sie bestand darauf, daß man auf die Rückkehr ihres Vaters wartete, bevor eine Entscheidung getroffen würde, und verlangte, daß man der Dame Hsing nicht gehorchen sollte. Nun, da die letzten Neuigkeiten eingetroffen waren, begann sie zu heulen und wollte sich selbst bei der Dame Hsing beschweren. Ping-örl hielt sie allerdings davon ab: „Sie müssen sich beruhigen, Fräulein. Die Dame Hsing ist Ihre eigene Großmutter und, da Ihr Vater fort ist, hat sie das Recht, diese Entscheidung zu treffen. Außerdem unterstützt sie Ihr eigener Onkel. Alle hängen darin zusammen und Sie sind allein. Sie werden sie nicht davon abbringen können. Und ich bin nur eine Magd, ich kann nichts sagen. Wir müssen uns selbst einen Plan überlegen und nicht unüberlegt handeln!“
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„Seid besser schnell“, riet ihnen die Magd der Dame Hsing, „in wenigen Tagen wird Fräulein Tchiau-djie mitgenommen.
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Durchschaut ist aller drei Lenze flüchtiger Glanz,
Mit diesen düsteren Worten kehrte sie in die Gemächer der Dame Hsing zurück.
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Das Mönchsgewand tauscht den Schmuck der früheren Jahre ein.
Ping-örl drehte sich um und sah, wie Tchiau-djie zusammengekauert dalag und untröstlich weinte. Sie streckte eine Hand aus, um sie etwas zu trösten: „Es bringt nichts zu weinen, Fräulein. Es gibt jetzt nichts, was Ihr Vater für Sie tun könnte. Von dem, was sie sagen, scheint es, als ob...“
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Erbarmungswürdig die Tochter aus edlem und besticktem Haus,
Bevor sie ihren Satz beenden konnte, erschien ein Botschafter der Dame Hsing und kündigte an: „Dies ist in der Tat ein glücklicher Tag für Fräulein Tchiau-djie! Würde Ping-örl bitte vorbereiten, was immer Fräulein Tchiau-djie gern mit sich nehmen möchte. Ihre Aussteuer kann bis Herrn Liäns Wiederkehr warten.“
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Einsam ruht sie beim blauen Licht an der Seite des alten Buddha.
Ping-örl tat so, als würde sie diesen Anweisungen gehorchen, bis die Dame Wang selbst erschien. Tchiau-djie umarmte sie ängstlich und weinte in ihren Schoß. Die Dame Wang weinte selbst: „Sei doch nicht traurig, Kind. Ich habe mit deiner Großmutter gesprochen und alles getan, was ich für dich tun kann, und man entgegnete mir nichts als Beleidigungen. Ich kann sie nicht davon abbringen. Wir müssen das nun durchstehen und alles so weit wie möglich hinauszögern. Währenddessen müssen wir jemanden zu deinem Vater schicken, um ihm zu berichten, was hier vorgeht.
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„Doch habt ihr es nicht gehört, Herrin?, sagte Ping-örl, „an diesem Morgen war Herr Huan bei der Dame Hsing. Nach Brauch des Prinzen wird die Braut in drei Tagen abgeholt. Die Dame Hsing hat bereits Herrn Yün gebeten, das Horoskop vorzubereiten. Wenn Herr Liän zurückkehrt, wird alles schon vorbei sein!“
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Seidenweiß Pflaume und Schatzspange hörten dies und riefen entsetzt: „Das ist nicht gut! Dieser Mensch ist vom Wahnsinn befallen!" Als Frau König diese Worte hörte, nickte sie seufzend mit dem Kopf und fragte: „Schatzjade, wo hast du das eigentlich gelesen?" Schatzjade wollte es nicht verraten und antwortete: „Die gnädige Dame braucht nicht zu fragen, es gibt seinen Ort." Frau König überlegte eine Weile, und als sie den Sinn erfasste, brach sie erneut in Tränen aus: „Du sagst, das neulich sei nur ein Scherz gewesen, und woher kommt dann plötzlich dieses Gedicht? Ach, ich habe es verstanden. Was soll ich denn mit euch allen anfangen? Ich weiß auch keinen Rat mehr, ich muss euch wohl gewähren lassen. Aber wartet, bis ich die Augen schließe, und dann tut jeder, was er will — damit hat es sich." Schatzspange versuchte sie zu trösten, doch ihr eigenes Herz wurde mehr als von einem Messer zerfleischt; sie konnte sich nicht mehr beherrschen und brach in lautes Weinen aus. Dufthauch weinte bereits, als verginge sie in Schmerz, und nur dank Herbstgaze<ref>Chin. 秋纹 Qiūwén, wörtl. „Herbstmuster". Eine von Schatzjades Zofen.</ref>, die sie stützte, blieb sie aufrecht.
Wie sie hörte, daß Huan involviert war, war die Dame Wang sprachlos vor Zorn. Dann brüllte sie heraus: „Bringt ihn zu mir! Bringt ihn zu mir! Zu mir!“ Ein Diener befolgte gehorsam ihren Befehl, doch kehrte mit der Nachricht zurück, daß Herr Huan an diesem Morgen bereits früh mit Herrn Djia Tchiang und Herrn Wang Jën ausgegangen sei.
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„Wo ist der Djia Yün?“, fragte die Dame Wang.
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Schatzjade aber weinte nicht und tröstete auch nicht, sondern schwieg. Orchidee Kaufmann<ref>Chin. 贾兰 Jiǎ Lán, wörtl. „Orchidee Kaufmann". Enkel von Aufrecht Kaufmann, Sohn von Seidenweiß Pflaume.</ref> und Kreis Kaufmann<ref>Chin. 贾环 Jiǎ Huán, wörtl. „Unheil Kaufmann". Schatzjades jüngerer Halbbruder.</ref> hörten all dies und gingen jeder für sich davon.
„Das wissen wir nicht“, lautete die Antwort.
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Die Leute versammelten sich in Tchiau-djies Zimmer und standen untätig herum. Die Dame Wang besaß nicht mehr die Nerven, um sich direkt mit der Dame Hsing auseinanderzusetzen. Jeder weinte bitterlich auf der Schulter des anderen.
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Seidenweiß Pflaume gab sich alle Mühe zu erklären: „Das kommt alles nur daher, dass Bruder Schatzjade sieht, wie die Vierte Schwester ins Kloster geht — vor lauter Schmerz redet er wirres Zeug, das darf man nicht für bare Münze nehmen. Nur die Sache mit Purpurkuckuck bleibt zu klären: ob sie genehmigt wird oder nicht, damit sie aufstehen kann." Frau König sagte: „Was heißt hier genehmigen oder nicht? Wenn ein Mensch sich einmal etwas fest vorgenommen hat, kann man ihn ohnehin nicht umstimmen. Doch was Schatzjade sagt, ist wohl auch gewiss bestimmt." Purpurkuckuck verbeugte sich mit einem Kopfstoß bis zum Boden. Bedauerfrühling dankte Frau König noch einmal. Purpurkuckuck verbeugte sich auch vor Schatzjade und Schatzspange. Schatzjade sprach ein „Amitabha Buddha! Bewundernswert, bewundernswert! Ich hätte nicht gedacht, dass du als erste die Erlösung findest." Schatzspange war gewöhnlich gefasst, doch auch sie konnte sich kaum noch beherrschen. Nur Dufthauch, ohne sich um Frau Königs Anwesenheit zu kümmern, weinte hemmungslos und sagte: „Ich möchte ebenfalls dem Vierten Fräulein ins geistliche Leben folgen!" Schatzjade lächelte: „Auch du hast ein gutes Herz, aber du kannst dieses reine Glück nicht genießen." Dufthauch schluchzte: „Soll das heißen, dass ich sterben muss?" Als Schatzjade dies hörte, fühlte er sich betrübt, konnte aber nichts sagen.
Gerade als die Schwermut ihren Tiefpunkt erreicht hatte, kam ein Dienstmädchen herein, um anzukündigen, daß Oma Liu am Tor des Hauses angekommen war.
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„Wir sind alle völlig durcheinander“, kommentierte die Dame Wang, „wie können wir in so einem Moment Gäste empfangen? Sucht eine Entschuldigung und bittet sie zu gehen.“ –
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Da es bereits die fünfte Nachtwache war, bat Schatzjade Frau König, sich zur Ruhe zu begeben. Seidenweiß Pflaume und die anderen gingen auseinander. Buntschirm und die übrigen versorgten Bedauerfrühling vorübergehend und wurden später an Ehemänner vermittelt; Purpurkuckuck diente ihr ein Leben lang und wankte nie in ihrem Vorsatz: doch dies gehört in eine spätere Erzählung.
„Vielleicht sollten Sie sie hereinbitten, Herrin“, sagte Ping-örl, „sie ist immerhin Tchiau-djies Ziehmutter. Wir sollten ihr sagen, was hier abläuft.
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Die Dame Wang sagte nichts. Die Amme verließ das Zimmer und kehrte kurze Zeit später mit Oma Liu zurück, die alle anwesenden Damen begrüßte. Als sie sah, daß ihre Augen vom Weinen gerötet waren und da sie nicht wußte, was los war, fragte sie nach einigem Zögern: „Was geht hier vor? Trauert ihr um Frau Liän?“
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Nun sei von Aufrecht Kaufmann<ref>Chin. 贾政 Jiǎ Zhèng, wörtl. „Aufrecht Kaufmann". Schatzjades Vater.</ref> berichtet, der den Sarg der Herzoginmutter<ref>Chin. 贾母 Jiǎ Mǔ. Oberhaupt der Kaufmann-Familie, Großmutter von Schatzjade.</ref> begleitete und mit ihm gen Süden reiste. Auf dem Weg begegneten sie den Schiffen der aus dem Krieg heimkehrenden Truppen, die Wasserstraßen waren verstopft, und sie kamen nicht schnell voran, was ihn unterwegs sehr beunruhigte. Zum Glück begegnete er Beamten von der Seeküste und erfuhr, dass der Oberkommandierende der Seeverteidigung nach Beijing zurückberufen worden sei; so hoffte er, dass Frühlingserforscherin<ref>Chin. 探春 Tànchūn, wörtl. „Frühlings-Erkunderin". Dritte Tochter von Aufrecht Kaufmann.</ref> gewiss nach Hause zurückkehren werde, was ihm ein wenig Erleichterung verschaffte. Doch als er den genauen Zeitpunkt der Abreise nicht in Erfahrung bringen konnte, wurde er wieder unruhig. Da er berechnete, dass sein Reisegeld nicht ausreichen würde, schrieb er notgedrungen einen Brief und schickte einen Diener zu Lai Shangrong an dessen Amtssitz, um fünfhundert Tael Silber zu leihen, und ließ den Mann ihm unterwegs entgegenkommen, um die Ausgaben zu decken.
Die Erwähnung ihrer Mutter ließ Tchiau-djie wieder hemmungslos weinen.
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„Es gibt keinen Grund, dir die Sache vorzuenthalten, Großmutter“, sagte Ping-örl. „Und als ihre Ziehmutter sollten sie die Wahrheit wissen.
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Nach einigen Tagen hatte Aufrecht Kaufmanns Schiff erst ein Dutzend Li zurückgelegt, als jener Diener zurückkam und dem Schiff entgegenfuhr. Er übergab Lai Shangrongs unterwürfiges Antwortschreiben. In dem Brief klagte dieser über vielerlei Nöte und legte fünfzig Tael Silber bei. Aufrecht Kaufmann war außer sich vor Zorn und befahl dem Diener auf der Stelle: „Bring es sofort zurück, schick den Originalbrief zurück, und richte ihm aus, er brauche sich keine Mühe zu geben!" Der Diener konnte nichts anderes tun, als zu Lai Shangrongs Amtssitz zurückzukehren. Lai Shangrong empfing den ungeöffneten Brief und das Silber, war bedrückt und wusste, dass er die Sache nicht ordentlich erledigt hatte. Er legte weitere hundert Tael dazu und bat den Boten, sie mitzunehmen und ein gutes Wort für ihn einzulegen. Doch der Mann weigerte sich, das Paket mitzunehmen, warf es hin und ging.
Sie erzählte Oma Liu nun die ganze Geschichte. Zuerst war Oma Liu entsetzt. Dann, nach einer langen Stille, begann sie zu lachen. „Eine kluge, junge Frau wie du sollte mit schwierigeren Dingen zurecht kommen. Schaut euch die ganzen Balladen an, sie sind voll schlauer Handlungen und Modelle zur Lösung vieler Probleme.
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„Oh, Oma Liu!“, flehte Ping-örl, „wenn dir eine Möglichkeit einfällt, so sag’ sie uns bitte!“ –
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Lai Shangrong war beunruhigt und schrieb sofort einen Brief nach Hause, um seinem Vater Bescheid zu geben, damit dieser einen Weg finde, Urlaub zu beantragen und sich aus dem Dienstverhältnis freizukaufen. Daraufhin baten die Lais durch Rosenholz Kaufmann und Efeu Kaufmann bei Frau König um Gnade und Freilassung. Rosenholz Kaufmann wusste, dass dies unmöglich war, wartete einen Tag ab und behauptete dann fälschlich, Frau König habe nicht zugestimmt, und gab diese Antwort weiter. Die Familie Lai beantragte einerseits Urlaub und schickte andererseits jemanden zu Lai Shangrongs Amtssitz mit der Weisung, er solle sich krankheitshalber von seinem Amt zurückziehen. Frau König wusste von alledem nichts.
„Es ist ganz einfach“, sagte die alte Frau. „Wir dürfen es aber niemandem erzählen, und wir müssen einen schnellen Weg und ein Versteck finden – mehr brauchen wir nicht.“ –
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„Das könnt ihr nicht ernst meinen!“, protestierte Ping-örl, „wo könnte sich eine Familie wie die unsere verstecken?“ –
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Als Efeu Kaufmann die falsche Ausrede von Rosenholz Kaufmann hörte, verlor er alle Hoffnung. In letzter Zeit hatte er draußen auch noch einiges an Geld verspielt und konnte die Schulden nicht begleichen. Er wandte sich an Kreis Kaufmann, um sich Geld zu leihen. Kreis Kaufmann war selbst ohne einen einzigen Heller; obwohl seine Mutter, die Nebenfrau Zhao, einige Ersparnisse gehabt hatte, hatte er sie längst durchgebracht und konnte andere nicht versorgen. Da fiel ihm ein, wie Phönixglanz<ref>Chin. 王熙凤 Wáng Xīfèng, wörtl. „Phönix-Glanz". Die Haushofmeisterin der Kaufmann-Familie.</ref> ihn schlecht behandelt hatte, und nun, da Kette Kaufmann<ref>Chin. 贾琏 Jiǎ Liǎn, wörtl. „Kette Kaufmann". Phönixglanz' Ehemann.</ref> nicht zu Hause war, wollte er sich an Klugmädchen<ref>Chin. 巧姐 Qiǎojiě, wörtl. „Geschickte Schwester". Tochter von Phönixglanz und Kette Kaufmann.</ref> rächen. Also brachte er dieses Angebot an Efeu Kaufmann heran und beklagte sich absichtlich vor ihm: „Ihr seid schon groß genug, und wo es die Gelegenheit gibt, Geld zu machen, traut ihr euch nicht, aber ihr kommt zu mir, der keines hat, und fragt." Efeu Kaufmann erwiderte: „Dritter Onkel, das ist doch lächerlich. Wir sind zusammen unterwegs, haben zusammen unseren Spaß, wo gibt es da Geld zu verdienen?" Kreis Kaufmann sagte: „Hast du neulich nicht gehört, dass jemand erzählt hat, ein Barbarenfürst wolle sich eine Nebenfrau kaufen? Warum besprichst du das nicht mit Onkel Wang und bietest Klugmädchen an?" Efeu Kaufmann entgegnete: „Onkel, ein Wort, das dich vielleicht ärgert, aber wenn ein Barbarenfürst Geld ausgibt, um jemanden zu kaufen — glaubst du, der wird danach noch mit unserer Familie verkehren?" Kreis Kaufmann flüsterte Efeu Kaufmann einige Worte ins Ohr.
„Nun“, sagte Oma Liu, „wenn ihr bereit dazu seid – und das geht nur, wenn ihr beide in unsere Stadt kommt. Ich kann Fräulein Tchiau-djie verstecken und zur gleichen Zeit werde ich meinen Schwiegersohn beauftragen, einen Mann mit einem Brief, den Fräulein Tchiau-djie selbst schreiben muß, direkt zu Herrn Liän zu schicken. Wenn er erst angekommen ist, wird sich gewiß alles von selbst ergeben.
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„Und wenn die Dame Hsing es herausfindet?“, fragte Ping-örl. „Wissen sie, daß ich hier bin?“, fragte Oma Liu.  
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Efeu Kaufmann nickte zwar, hielt Kreis Kaufmann' Vorschlag aber für Kindergerede und nahm es nicht ernst. Da kam zufällig König Ren<ref>Chin. 王仁 Wáng Rén. Phönixglanz' Bruder mütterlicherseits.</ref> herein und sagte: „Was tuschelt ihr zwei da, wollt ihr es vor mir verheimlichen?" Efeu Kaufmann flüsterte ihm Kreis Kaufmann' Worte ins Ohr. König Ren klatschte in die Hände: „Das wäre ja ein feines Geschäft und bringt Silber! Ich fürchte nur, ihr traut euch nicht. Wenn ihr es wagt, so bin ich als leiblicher Onkel befugt zu entscheiden. Es muss nur sein, dass der Dritte, Kreis Kaufmann, es bei der Ersten Frau<ref>Chin. 邢夫人 Xíng Fūrén. Ehefrau von Begnadigung Kaufmann.</ref> vorträgt, ich rede mit Onkel Xing, und wenn die gnädigen Damen nachfragen, dann stimmt ihr alle überein — das ist alles."
„Die Dame Hsing lebt vorn und, da sie die Leute immer so garstig behandelt, erzählt ihr niemand, was los ist. Wärt ihr durch das vordere Tor gekommen, hätte sie vielleicht davon gewußt. Aber so, wie es aussieht, haben wir nichts zu befürchten.“
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„Nun gut“, sagte Oma Liu, „wir vereinbaren einen Zeitpunkt, und dann trage ich meinem Schwiegersohn auf, einen Wagen zu euch zu schicken.“ –
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Nachdem Kreis Kaufmann und die anderen sich beraten hatten, ging König Ren los, um Onkel Xing zu suchen; Efeu Kaufmann ging zu den beiden Damen Xing und Wang, und was er erzählte, klang wie die Krone auf dem Juwel. Frau König hörte ihm zwar zu, glaubte ihm aber nicht. Frau Strafe hörte, dass Onkel Xing Bescheid wisse, war in ihrem Herzen einverstanden und schickte jemanden, Onkel Xing zu holen und ihn zu befragen. Onkel Xing hatte bereits von König Ren gehört und konnte sich zudem seinen Teil vom Gewinn versprechen, also sprach er vor Frau Strafe: „Dieser Prinz ist ein höchst angesehener Mann. Wenn man in diese Heiratsverbindung einwilligt, wird er zwar nicht die Erste Frau, aber sobald sie erst einmal eingeheiratet hat, bekommt der Schwager seinen Beamtenposten zurück, und das Ansehen des Hauses ist wiederhergestellt." Frau Strafe war eine Frau ohne eigene Meinung, und der einfältige Onkel betörte sie mit seinen falschen Worten. Sie ließ König Ren kommen und befragte ihn, und der schilderte alles noch glanzvoller. Daraufhin schickte Frau Strafe sogar jemanden hinaus, um Efeu Kaufmann zu folgen und die Sache voranzutreiben.
„Wir dürfen keine Zeit verlieren“, drängte Ping-örl, „wir müssen so schnell wie möglich sein.
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Sie ging mit der Dame Wang in den inneren Raum, und nachdem sie alle Diener fortgeschickt hatte, erklärte sie ihr Oma Lius Plan. Die Dame Wang dachte gründlich darüber nach und befand ihn als zu riskant.
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König Ren fand sogleich einen Mittelsmann und ging zum Gästehaus des Barbarenfürsten, um die Sache zu besprechen. Der Barbarenfürst kannte die Hintergründe nicht und wollte jemanden zur Besichtigung schicken. Efeu Kaufmann bestach auch die Leute, die zur Besichtigung kamen, und erklärte ihnen: „Dies geschieht heimlich und ohne Wissen des ganzen Hauses. Sagt nur, es sei ein Königshaus, das um die Hand anhält. Wenn die Sache beschlossen ist, hat die Großmutter entschieden, der leibliche Onkel bürgt — da gibt es nichts zu befürchten." Die Besichtiger stimmten zu. Efeu Kaufmann sandte dann Nachricht an Frau Strafe und teilte es auch Frau König mit. Seidenweiß Pflaume, Schatzspange und die anderen wussten nichts von den wahren Umständen und hielten es für eine gute Nachricht, worüber sich alle freuten.
„Doch es ist unsere einzige Hoffnung!“, flehte Ping-örl, „wenn ich ehrlich zu Ihnen sein darf, Herrin, denke ich, Sie sollten es tun. Sie müssen vorgeben, nichts davon zu wissen. Später können Sie dann zur Dame Hsing gehen und sie fragen, wo Tchiau-djie hingegangen ist. Man wird Herrn Liän eine Nachricht schicken, und sicherlich wird er kurz darauf hier sein.
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Die Dame Wang blieb ruhig und seufzte tief. Tchiau-djie hatte sie reden gehört und fügte ihr Flehen dem von Ping-örl hinzu: „Oh Tantchen, bitte! Rette mich! Ich weiß, daß Vater dir dankbar sein wird, wenn er zurückkommt.“
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An jenem Tag kamen tatsächlich einige Frauen, alle in prächtigem Putz. Frau Strafe empfing sie und plauderte über Belanglosigkeiten. Da sie wusste, dass die Besucherin eine Dame mit Hofrang war, wagte sie es nicht, sie geringzuschätzen. Da die Sache noch nicht beschlossen war, hatte Frau Strafe Klugmädchen auch nicht eingeweiht, sondern nur gesagt, eine Verwandte komme zu Besuch, sie solle sich zeigen. Klugmädchen war noch ein Kind und kümmerte sich nicht um solche Dinge; sie folgte ihrer Amme hinüber. Friedchen<ref>Chin. 平儿 Píng'ér, wörtl. „Friedchen". Phönixglanz' erste Kammerzofe und Vertraute.</ref> war beunruhigt und ging mit. Es waren zwei Frauen da, die wie Hofdamen gekleidet waren. Als sie Klugmädchen sahen, musterten sie sie von Kopf bis Fuß, standen dann auf, nahmen Klugmädchens Hand und betrachteten sie noch einmal, saßen kurz und gingen. Klugmädchen war ganz beschämt, kehrte in ihr Zimmer zurück und grübelte; da sie wusste, dass es keine solche Verwandte gab, fragte sie Friedchen.
„Wir müssen mit dem Plan beginnen“, sagte Ping-örl entschlossen. „Ihr könnt in eure Gemächer zurückkehren, Herrin. Doch schickt bitte jemanden, der Tchiau-djies Zimmer bewacht.“ –
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„Nun gut, doch haltet es geheim!“ drängte die Dame Wang. „Und ihr beide, denkt daran, so viele Kleider und Bettzeug wie möglich mitzunehmen.“ –
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Friedchen hatte die Besucher schon bei ihrem Eintritt beobachtet und ahnte zu acht oder neun Zehnteln: „Das müssen Brautschauer gewesen sein. Aber da der Zweite Herr nicht zu Hause ist und die Erste Frau die Entscheidung trifft, weiß ich nicht, aus welchem Fürstenhaus sie kommen. Wenn es ein standesgemäßer Heiratsantrag wäre, würden sie nicht so mustern. Diese Leute sehen nicht nach einem Haus des kaiserlichen Clans aus, sondern eher nach einer auswärtigen Adresse. Dem Fräulein sage ich jetzt noch nichts, erst will ich mich genau erkundigen." Friedchen achtete sorgfältig darauf und erkundigte sich; alle Dienstmädchen und Dienerinnen, die Friedchen einst befehligt hatte, erzählten ihr, was sie von den Gerüchten draußen gehört hatten. Friedchen erschrak zutiefst und wusste sich keinen Rat. Obwohl sie es Klugmädchen nicht sagte, eilte sie sofort zu Seidenweiß Pflaume und Schatzspange, um sie zu bitten, Frau König zu informieren.
„Wenn es klappen soll, müssen wir vor allem schnell sein“, sagte Ping-örl, „wenn sie mit dem unterschriebenen Vertrag zurückkommen, wird es zu spät sein!“
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Das schien die Dame Wang wieder zur Vernunft zu bringen: „Ja! Natürlich! Ihr müßt euch beeilen! Ihr könnt euch auf mich verlassen!“ Die Dame Wang kehrte in ihre eigenen Gemächer zurück und bemühte sich, die Dame Hsing in eine Konversation zu verwickeln und hielt sie damit in Schach.
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Frau König erkannte, dass die Sache nicht gut stand, und sprach mit Frau Strafe darüber. Doch Frau Strafe vertraute auf die Worte ihres Bruders und König Rens und verdächtigte Frau König, keine guten Absichten zu haben. Sie sagte: „Die Enkelin ist alt genug, und da Kette Kaufmann nicht zu Hause ist, habe ich das Recht zu entscheiden. Außerdem ist es ihr leiblicher Großonkel und ihr leiblicher Onkel, die nachgeforscht haben — sollten sie etwa weniger zuverlässig sein als andere? Ich bin auf jeden Fall dafür; sollte etwas schiefgehen, brauchen weder ich noch Kette Kaufmann jemand anderem Vorwürfe zu machen." Frau König hörte dies, unterdrückte ihren Zorn, sagte noch einige Worte und ging hinaus. Sie erzählte es Schatzspange und vergoss selbst Tränen.
Ping-örl beauftragte einen Diener, ihre Sachen vorzubereiten, mit der An­weisung, dabei nicht zu heimlich zu erscheinen. „Wenn irgend jemand
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her­­einkommt und sieht, was du tust, sag’ einfach, du führst die Anweisungen der Dame Hsing aus und daß du eine Kutsche für Oma Lius Heimreise bestellst.“ In der Zeit wurden die Männer am hinteren Tor bestochen und angewiesen, eine Kutsche zu besorgen. Ping-örl kleidete Tchiau-djie so, daß sie wie Oma Lius Enkelin Tjing-örl aussah und eilte mit ihr hinaus. Sie gab vor, sich von der „Liu Familie“ verabschieden zu wollen und sprang in letzter Minute selbst in die Kutsche. Obwohl das hintere Tor durchgehend geöffnet war, gab es nur einen oder zwei Männer, die es pflichtgemäß zu bewachen hatten. Für die verschiedenen anderen Hausangestellten war das Anwesen so groß und unterbesetzt  – in der Tat beinahe menschenleer –, daß es sicher war,  
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Schatzjade riet: „Die gnädige Dame möge sich nicht beunruhigen. Ich sehe voraus, dass diese Sache nicht zustande kommen wird. Dies ist durch Klugmädchens Schicksal bestimmt; die gnädige Dame brauche sich nur nicht einzumischen." Frau König sagte: „Kaum öffnest du den Mund, sagst du verrückte Sachen. Die Leute haben es schon abgemacht und wollen sie bald abholen. Wenn es nach Friedchens Worten ginge — würde dein Zweiter Bruder Kette mir nicht Vorwürfe machen? Gar nicht zu reden von unserer eigenen Großnichte — selbst die Kinder von Verwandten sollten es gut haben. Nichte Xing, für die wir die Ehe vermittelt haben, verheiratet mit deinem Zweiten Schwager — leben sie jetzt nicht in Frieden und Eintracht? Und Nichte Qin, die die Familie Mei geheiratet hat — ich habe gehört, sie lebe in Wohlstand und Überfluss. Nur Nichte Shi — da hat ihr Onkel entschieden, erst war es gut, doch jetzt ist der Schwiegersohn an der Schwindsucht gestorben, und deine Schwester Geschichte hat sich entschlossen, als Witwe zu leben — ein hartes Los. Wenn Klugmädchen an die falsche Familie gerät, wäre das nicht ein Zeichen meines bösen Herzens?"
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Gerade als sie so sprach, kam Friedchen, um Schatzspange zu besuchen und zugleich Frau Strafes Stimmung zu erkunden. Frau König wiederholte Frau Strafes Worte. Friedchen stand eine halbe Ewigkeit reglos da, kniete dann nieder und flehte: „Klugmädchens ganze Zukunft hängt von der gnädigen Dame ab! Wenn man den Leuten glaubt, wird das Fräulein nicht nur ein Leben lang leiden, sondern was sollen wir sagen, wenn der Zweite Herr Kette zurückkommt?" Frau König erwiderte: „Du bist ein verständiger Mensch, steh auf und höre mir zu: Klugmädchen ist schließlich die Enkelin der Ersten Frau; wenn sie entscheiden will, kann ich sie da aufhalten?" Schatzjade riet: „Es ist kein Problem; es genügt, wenn man Klarheit hat." Friedchen fürchtete, Schatzjade könnte in seinem Wahnsinn alles herausschreien, und sagte nichts weiter; sie verabschiedete sich von Frau König und ging.
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Frau König dachte an all ihren Verdruss, bekam einen Anfall von Herzschmerz, ließ sich von einer Dienerin stützen und ging mühsam in ihr eigenes Zimmer zurück, wo sie sich hinlegte. Sie ließ Schatzjade und Schatzspange nicht kommen und sagte, sie brauche nur ein wenig zu schlafen, dann werde es ihr besser gehen. Doch sie selbst war bedrückt. Als sie hörte, dass die Schwägerin Li zu Besuch gekommen war, konnte sie sie auch nicht empfangen. Da trat Orchidee Kaufmann ein, begrüßte sie und berichtete: „Heute Morgen hat jemand von Großvaters Seite einen Brief gebracht, die Burschen draußen haben ihn hereingetragen. Meine Mutter hat ihn angenommen und wollte gerade herüberkommen; aber da meine Großmutter mütterlicherseits kam, hat sie mich vorausgeschickt, ihn der gnädigen Dame zu zeigen. Nachher kommt meine Mutter, um der gnädigen Dame Bericht zu erstatten. Und meine Großmutter will auch herkommen." Damit überreichte er den Brief. Frau König nahm den Brief entgegen und fragte: „Was will deine Großmutter?" Orchidee Kaufmann sagte: „Das weiß ich auch nicht. Ich habe nur meine Mutter sagen hören, dass aus der Familie des Schwiegersohns meiner Dritten Tante eine Nachricht gekommen ist." Frau König erinnerte sich: Seinerzeit hatte man Prachtamt Pflaume für Zhen Baoyu<ref>Chin. 甄宝玉 Zhēn Bǎoyù, wörtl. „Wahrer Kostbare Jade". Schatzjades Doppelgänger aus der Familie Echt.</ref> vorgeschlagen, danach waren Verlobungsgeschenke ausgetauscht worden, und nun wollte die Familie Echt die Braut wohl abholen; darum sei die Schwägerin Li gekommen, um dies zu besprechen. Sie nickte. Dann öffnete sie den Brief und las:
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Unterwegs treffe ich fortwährend auf Schiffe der siegreich heimkehrenden Küstentruppen und kann nicht schnell vorankommen. Ich habe gehört, dass Frühlingserforscherin mit ihrem Schwiegervater und Ehemann in die Hauptstadt kommt; ich weiß nicht, ob es davon Nachricht gibt? Kette Kaufmanns letztem Schreiben entnehme ich, dass der Älteste Herr nicht wohl ist — gibt es schon Gewissheit darüber? Schatzjade und Orchidee — die Prüfungszeit rückt näher; sie müssen aufrichtig lernen und dürfen nicht nachlässig sein. Es wird noch einige Zeit dauern, bis der Sarg der Alten Dame zu Hause ankommt. Mir geht es gut, sorgt euch nicht. Dies zur Kenntnis an Schatzjade und andere. Eigenhändig geschrieben am soundsovielten. Kaufmann Nelke<ref>Chin. 贾蓉 Jiǎ Róng. Sohn von Herrlichkeit Kaufmann.</ref> in besonderem Schreiben.
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Frau König las fertig und reichte den Brief Orchidee Kaufmann: „Nimm ihn mit und zeige ihn deinem Zweiten Onkel, dann gib ihn deiner Mutter zurück."
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Gerade als sie so sprach, kamen Seidenweiß Pflaume und die Schwägerin Li herein, begrüßten sie und erkundigten sich nach dem Befinden. Frau König bat sie, Platz zu nehmen. Die Schwägerin Li erzählte von den Hochzeitsplänen der Familie Echt für Prachtamt Pflaume. Man beratschlagte eine Weile. Seidenweiß Pflaume fragte Frau König: „Hat die gnädige Dame den Brief des Herrn gelesen?" Frau König sagte: „Ja." Orchidee Kaufmann gab den Brief seiner Mutter. Seidenweiß Pflaume las ihn und sagte: „Die Dritte Schwester ist schon mehrere Jahre verheiratet und nie gekommen. Wenn sie jetzt in die Hauptstadt zurückkehrt, wird die gnädige Dame ein wenig erleichtert sein." Frau König erwiderte: „Ich habe ohnehin Herzschmerzen, aber als ich las, dass Frühlingserforscherin zurückkehrt, wurde mir etwas besser — nur weiß ich nicht, wann sie ankommt." Die Schwägerin Li erkundigte sich nach Aufrecht Kaufmanns Befinden auf der Reise. Seidenweiß Pflaume wandte sich an Orchidee Kaufmann: „Hast du gesehen, mein Junge? Die Prüfung rückt näher, dein Großvater macht sich solche Sorgen. Nimm den Brief schnell und zeig ihn dem Zweiten Onkel." Die Schwägerin Li fragte: „Die beiden haben doch nie eine Aufnahmeprüfung bestanden — wie können sie dann an der Provinzialprüfung teilnehmen?" Frau König erklärte: „Als ihr Großvater als Getreideintendant aufbrach, hat er für beide den Status eines kaiserlichen Studenten durch Zuwendung erworben." Die Schwägerin Li nickte. Orchidee Kaufmann nahm den Brief und ging hinaus, um Schatzjade aufzusuchen.
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Nun wird berichtet, dass Schatzjade, nachdem er Frau König verabschiedet hatte, gerade den Aufsatz „Herbstwasser" aus dem Zhuangzi in der Hand hielt und ihn sorgfältig studierte. Schatzspange kam aus dem inneren Zimmer und sah, dass er so versunken las, dass er über die Worte hinaus war. Sie trat näher und sah, was es war, und ihr Herz wurde schwer. Sie dachte: „Er behandelt diese weltflüchtigen und menschenfernen Reden als ernsthafte Angelegenheit; das wird auf die Dauer nicht gut gehen." Bei seinem Anblick erkannte sie, dass Ermahnung vergeblich wäre; so setzte sie sich neben Schatzjade und starrte ihn nur an. Schatzjade bemerkte es und fragte: „Was ist denn nun wieder los?" Schatzspange erwiderte: „Bedenke, da wir Mann und Frau sind, bist du meine lebenslange Stütze — doch nicht im Sinne privater Leidenschaften. Was Glanz und Reichtum betrifft, so sind sie in der Tat nur flüchtige Wolken vor dem Auge. Doch seit alters haben die Heiligen und Weisen den Charakter des Menschen als das Wesentliche betrachtet ..."
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Schatzjade hörte nicht einmal zu Ende; er legte das Buch beiseite und sagte mit einem leisen Lächeln: „Du sprichst von ‚Charakter als Wurzel' und von ‚Heiligen und Weisen'; doch weißt du, dass die alten Heiligen und Weisen gesagt haben: ‚Verliere nicht das Herz des Neugeborenen'? Was ist so gut am Neugeborenen? Nichts weiter als Unwissenheit und Begierdelosigkeit, ohne Gier und ohne Furcht. Wir aber sind von Geburt an in Gier, Zorn, Verblendung und Liebe versunken, wie im Schlamm — wie könnten wir diesem Netz aus Staub entkommen? Erst jetzt begreife ich die vier Zeichen ‚Versammlung und Zerstreuung, schwebendes Leben'; die Alten haben es gesagt, aber niemand hat es wirklich verstanden. Wenn du schon von Charakter als Wurzel sprichst — wer hat denn je jenen ersten Schritt zum Urbeginn erreicht?" Schatzspange erwiderte: „Du sprichst vom ‚Herz des Neugeborenen', doch die alten Heiligen und Weisen meinten damit Treue und Kindespflicht, nicht Weltflucht und Loslösung von allen Banden. Yao, Shun, Yu, Tang, die Könige von Zhou und Konfuzius — sie alle trachteten unablässig danach, das Volk zu retten und die Welt zu ordnen. Was man ‚Herz des Neugeborenen' nennt, ist im Grunde nichts anderes als ‚Mitleid'. Doch was du eben sagtest — die Bande des Himmels abzuwerfen — was wäre das für ein Weg?"
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Schatzjade nickte lächelnd und sagte: „Yao und Shun haben Chao und Xu nicht gezwungen, Wu und Zhou haben Yi und Qi nicht gezwungen." Schatzspange unterbrach ihn, bevor er ausreden konnte: „Was du da sagst, ist noch falscher. Wenn seit alters alle nur Chao, Xu, Yi und Qi gewesen wären, warum verehrt man dann Yao, Shun, Zhou und Konfuzius als Heilige und Weise? Und dass du dich mit Yi und Qi vergleichst, ist vollends unsinnig. Yi und Qi lebten am Ende der Shang-Dynastie und hatten mit vielen schwierigen Umständen zu kämpfen; darum suchten sie einen Vorwand und flohen. In dieser gesegneten Zeit aber genießen wir seit Generationen die Gnade des Staates; unsere Vorfahren lebten in Brokat und Jade. Und seit deiner Geburt — von der seligen Herzoginmutter über den Herrn Vater und die gnädige Dame — haben sie dich wie einen Schatz gehütet. Bedenke selbst, ob das, was du eben gesagt hast, richtig oder falsch ist."
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Schatzjade hörte zu und antwortete nicht, er hob nur den Kopf und lächelte leise. Schatzspange ermahnte ihn weiter: „Da du nun keine Argumente mehr hast, rate ich dir, von nun an das Herz zu sammeln und dich ordentlich dem Studium zu widmen. Wenn du es schaffst, den Titel eines Graduierten zu erlangen, selbst wenn du dann aufhörst — so hast du die Gnade des Himmels und die Verdienste der Vorfahren nicht umsonst empfangen." Schatzjade nickte, seufzte und sagte: „Den Titel zu erlangen, ist eigentlich gar nicht so schwer. Doch dein ‚von nun an aufhören' und ‚nicht umsonst die Gnade des Himmels und die Verdienste der Vorfahren empfangen' — das weicht nicht von der rechten Spur ab."
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Bevor Schatzspange antworten konnte, kam Dufthauch herein und sagte: „Was die Zweite Herrin eben von den alten Heiligen und Weisen sagte, davon verstehen wir nichts. Ich denke nur an uns alle, die wir von klein auf dem Zweiten Herrn gefolgt sind und so viel Mühe auf uns genommen haben. Nach der Vernunft ist das unsere Pflicht, aber der Zweite Herr sollte auch Rücksicht nehmen. Und wie viel Kindespflicht die Zweite Herrin für den Zweiten Herrn vor dem Herrn Vater und der gnädigen Dame geleistet hat! Selbst wenn der Zweite Herr die eheliche Verbindung nicht ernst nimmt, sollte er doch die Menschen nicht so enttäuschen. Was die Sache mit den Unsterblichen angeht — das sind doch lauter Lügen; wer hat je einen Unsterblichen gesehen, der in die Menschenwelt herabgestiegen ist? Woher kommt dieser Mönch, der solches wirres Zeug redet, und der Zweite Herr glaubt es? Der Zweite Herr ist ein gebildeter Mensch — wiegen denn die Worte jenes Mönches schwerer als die des Herrn Vaters und der gnädigen Dame?" Schatzjade hörte zu und senkte schweigend den Kopf.
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Dufthauch wollte noch weitersprechen, als von draußen Schritte zu hören waren, und jemand fragte durchs Fenster: „Ist der Zweite Onkel da?" Schatzjade erkannte Orchidee Kaufmanns Stimme, stand auf und sagte lächelnd: „Komm nur herein." Auch Schatzspange stand auf. Orchidee Kaufmann trat ein, mit strahlendem Lächeln begrüßte er Schatzjade und Schatzspange, fragte nach Dufthauchs Befinden. Auch Dufthauch erkundigte sich. Dann überreichte er den Brief Schatzjades Blick. Schatzjade nahm ihn in die Hand, las ihn und fragte: „Deine Dritte Tante kehrt zurück?" Orchidee Kaufmann antwortete: „Da Großvater es so schreibt, wird sie wohl zurückkehren." Schatzjade nickte schweigend, in Gedanken versunken. Orchidee Kaufmann fragte dann: „Hat der Onkel es gelesen? Am Ende schreibt der Großvater, wir sollen fleißig lernen. Der Onkel hat in letzter Zeit wohl keine Aufsätze geschrieben?" Schatzjade lächelte: „Ich will auch ein paar üben, um für diesen Titel gerüstet zu sein." Orchidee Kaufmann sagte: „Wenn der Onkel so denkt, dann lass uns ein paar Themen aufstellen. Ich schreibe mit, damit ich mich auch in der Prüfung ein wenig zurechtfinde. Sonst gibt man ein leeres Blatt ab und macht sich lächerlich — nicht nur ich, auch der Onkel würde ausgelacht." Schatzjade erwiderte: „So schlimm wird es bei dir nicht sein." Darauf forderte Schatzspange Orchidee Kaufmann auf, sich zu setzen. Schatzjade saß weiterhin auf seinem Platz, Orchidee Kaufmann setzte sich seitlich. Die beiden sprachen über Aufsätze und Literatur, und bald waren sie in bester Stimmung.
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Schatzspange sah, wie vergnügt die beiden plauderten, ging ins innere Zimmer zurück und überlegte: „Nach dem, was Schatzjade jetzt zeigt, ist er vielleicht wirklich zur Besinnung gekommen. Nur vorhin hat er einzig die vier Worte ‚von nun an aufhören' ausdrücklich gebilligt — was das wohl wieder zu bedeuten hat?" So war Schatzspange noch im Zweifel. Nur Dufthauch beobachtete, wie gern er über Literatur sprach und wie freudig er die Prüfung erwähnte, und dachte bei sich: „Amitabha Buddha! Endlich, wie schwer war es doch, ihn wie aus den Vier Büchern herauszupredigen!"
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Hier sprach Schatzjade mit Orchidee Kaufmann über Literatur; Goldamsels<ref>Chin. 莺儿 Yīng'ér, wörtl. „Goldamsel". Schatzspanges Kammerzofe.</ref> brachte ihnen Tee. Orchidee Kaufmann stand auf, um ihn entgegenzunehmen, und dann besprachen sie noch die Regeln der Prüfung und den Vorschlag, zusammen mit Zhen Baoyu zu lernen. Auch Schatzjade schien dem zugeneigt.
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Als Orchidee Kaufmann sich bald verabschiedete, ließ er den Brief bei Schatzjade. Schatzjade betrachtete den Brief, ging lächelnd ins Innere und gab ihn Moschusmond zur Aufbewahrung. Dann kam er heraus und legte jenen Band des Zhuangzi weg und ließ einige seiner einstigen Lieblingsbücher wie den „Cantong qi", den „Yuanming bao" und den „Wudeng huiyuan" von Mondschein, Herbstgaze, Goldamsel und den anderen wegtragen und beiseite stellen.
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Schatzspange fand sein Verhalten höchst bemerkenswert und wollte ihn auf die Probe stellen. Sie fragte lächelnd: „Dass du sie nicht mehr liest, ist vernünftig, aber warum sie wegtragen lassen?" Schatzjade antwortete: „Jetzt ist mir alles klar geworden; diese Bücher taugen nichts. Am liebsten würde ich sie alle verbrennen, um reinen Tisch zu machen." Schatzspange war überaus erfreut. Doch dann hörte sie, wie Schatzjade leise vor sich hin murmelte: „Im Kanon des Inneren steht keine Buddhanatur, Jenseits der Goldenen Elixiere gibt es ein Unsterblichkeitsschiff." Schatzspange hatte nicht genau hingehört, verstand nur „keine Buddhanatur" und „Unsterblichkeitsschiff", und ihr Misstrauen erwachte erneut; sie wollte abwarten, wie er sich weiter verhielt. Schatzjade ließ Mondschein, Herbstgaze und die anderen ein stilles Arbeitszimmer einrichten und suchte die gesammelten Spruchsammlungen, die berühmten Musteraufsätze und die Huldigungsgedichte zusammen, stellte sie im stillen Zimmer auf und begann tatsächlich, in aller Ruhe zu lernen. Erst da beruhigte sich Schatzspange.
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Dufthauch war wahrhaftig sprachlos — so etwas hatte sie weder gehört noch gesehen. Sie flüsterte Schatzspange lächelnd zu: „Die gnädige Herrin hat so überzeugend gesprochen, mit nur einer Rede hat sie den Zweiten Herrn zur Einsicht gebracht. Nur schade, dass es ein wenig spät kam, die Prüfung steht unmittelbar bevor." Schatzspange nickte und lächelte leise: „Ruhm und Ehre haben ihre eigene Bestimmung; ob er besteht oder nicht, hängt nicht davon ab, wann er zu lernen begonnen hat. Ich wünsche mir nur, dass er von nun an sein Herz dem rechten Weg zuwendet und die früheren Verirrungen für immer ablegt — das wäre genug." An dieser Stelle, da niemand sonst im Zimmer war, sagte sie leise: „Dass er jetzt bereut und umkehrt, ist sehr gut. Nur eines fürchte ich: Er könnte in seine alte Krankheit von damals zurückfallen und wieder den Umgang mit den Mädchen suchen — auch das wäre nicht gut." Dufthauch erwiderte: „Da hat die Herrin recht. Seit der Zweite Herr dem Mönch glaubt, hat er die Schwestern kalt behandelt; wenn er nun nicht mehr an den Mönch glaubt, fürchte ich wirklich, dass er in die alte Krankheit zurückfällt. Ich denke, um die Herrin und mich kümmert sich der Zweite Herr ohnehin nicht besonders. Purpurkuckuck ist fort; jetzt bleiben nur noch die vier: Unter ihnen hat Fünfchen etwas Verführerisches an sich; ich habe gehört, ihre Mutter habe bei der Ersten Herrin und der Herrin um Erlaubnis gebeten, sie herauszunehmen und zu verheiraten — aber vorerst ist sie noch hier. Mondschein und Herbstgaze haben zwar nichts Schlimmes getan, aber der Zweite Herr hat in jenen Jahren doch allerlei Schabernack mit ihnen getrieben. Wenn ich es recht bedenke, ist nur Goldamsel da, um die sich der Zweite Herr nicht besonders kümmert, und Goldamsel ist auch besonnen. Ich denke, zum Teekochen und Wasserbringen genügt es, wenn Goldamsel mit den kleinen Mädchen aufwartet — was meint die Herrin dazu?" Schatzspange erwiderte: „Genau darüber habe ich auch nachgedacht. Dein Vorschlag ist gut." Von da an wurde Goldamsel bestimmt, mit den kleinen Mädchen aufzuwarten.
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Jener Schatzjade verließ fortan sein Zimmer nicht mehr und schickte täglich nur jemanden, um bei Frau König nach ihrem Befinden zu fragen. Als Frau König von seinem Wandel hörte, war ihre Freude unbeschreiblich.
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Am dritten Tag des achten Monats war der Todestag der Herzoginmutter. Schatzjade kam morgens zum Kowtau, ging dann zurück und begab sich in sein stilles Arbeitszimmer. Nach dem Essen waren Schatzspange, Dufthauch und die Schwestern bei den Damen Xing und Wang im vorderen Raum und plauderten. Schatzjade saß allein im stillen Zimmer und meditierte in tiefer Versenkung. Da brachte Goldamsel eine Schale mit Melonen und Früchten herein und sagte: „Die gnädige Dame hat sie dem Zweiten Herrn zum Essen geschickt; es sind Opfergaben der Alten Dame." Schatzjade stand auf, sprach seinen Dank aus, setzte sich wieder und sagte: „Stell sie dort hin."
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Goldamsel stellte die Früchte ab und flüsterte Schatzjade zu: „Drüben bei der gnädigen Dame lobt man den Zweiten Herrn." Schatzjade lächelte leise. Goldamsel fuhr fort: „Die gnädige Dame hat gesagt: Wenn der Zweite Herr jetzt so fleißig ist und bei der Prüfung besteht, und nächstes Jahr noch den Titel eines Jinshi erlangt und Beamter wird — dann haben der Herr Vater und die gnädige Dame nicht umsonst auf den Zweiten Herrn gehofft." Schatzjade nickte nur und lächelte leise. Da fiel Goldamsel plötzlich ein, wie Schatzjade damals im Garten, als sie für ihn die Pflaumenblüten-Kordeln knüpfte, zu ihr gesagt hatte: „Unser Fräulein wird mich eines Tages in ein Haus mitnehmen, das vom Schicksal gesegnet ist — wer weiß, in welches!" So sagte sie: „Wenn der Zweite Herr wirklich besteht, das wäre doch das Glück unserer Herrin! Erinnert sich der Zweite Herr noch an jenes Jahr im Garten, als er mich bat, die Pflaumenblüten-Kordeln zu knüpfen, und dabei sagte: ‚Unser Fräulein wird mich eines Tages in ein gesegnetes Haus mitnehmen — wer weiß, in welches!' Nun, der Zweite Herr hat doch Glück, nicht wahr?"
  
Aus: Chengjiaben 1791.
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Als Schatzjade dies hörte, regte sich erneut sein Staubherz. Rasch sammelte er seine Gedanken und beruhigte seinen Atem, dann sagte er mit leisem Lächeln: „Was du da sagst — ich habe Glück, und euer Fräulein hat auch Glück. Was aber hast du davon?" Goldamsel errötete bis über beide Ohren, lächelte gezwungen und sagte: „Wir Dienstmädchen bleiben unser Leben lang Dienstmädchen — was für ein Glück sollten wir haben?" Schatzjade lächelte: „Wenn du es wirklich schaffst, dein ganzes Leben lang Dienstmädchen zu bleiben, dann hast du ein größeres Glück als wir alle." Goldamsel fand, das klinge wieder wie Wahnsinn, und fürchtete, sie könnte Schatzjades alte Krankheit hervorlocken; sie machte sich bereit zu gehen. Da sagte Schatzjade lächelnd: „Dummes Mädchen, ich will es dir sagen."
daß ihre Abreise unbemerkt blieb. Allerdings  hatte die Dame Hsing den Ruf, gemein zu den Dienern zu sein, und diese mißbilligten, soweit sie es wußten, was sie mit Tchiau-djie vorhatte. Außerdem waren sie auf Ping-örls Seite und allzu bereit, Tchiau-djies Flucht zu übersehen. Die Dame Hsing war überaus erfolgreich in eine Diskussion mit der Dame Wang vertieft und vernahm absolut nichts von der Flucht.
 
Die Dame Wang war immer noch sehr vorsichtig. Nachdem sie mit der Dame Hsing gesprochen hatte, begab sie sich auf den Weg zu Bau-tschai, versuchte dabei, so wenig Aufmerksamkeit wie möglich zu erregen und saß dort, erfüllt von Zweifeln am Erfolg des Unternehmens. Als sie sah, wie abgelenkt die Dame Wang war, fragte Bau-tschai sie, was in ihr vorging und diese erzählte ihr alles im Vertrauen.
 
„Das ist sehr gefährlich!“, meinte Bau-tschai, „wir müssen schnell Djia Yün finden und ihm auftragen, sein Vorhaben aufzugeben.“ –
 
„Aber ich kann noch nicht einmal Huan finden!“, klagte Frau Wang.
 
„Verhalte dich so, als wüßtest du überhaupt nichts“, empfahl ihr Bau-tschai, „ich werde jemanden finden, der es der Dame Hsing berichtet.“
 
Die Dame Wang nickte und verließ Bau-tschai, um ihren Plan fortzusetzen.
 
Unsere Geschichte widmet sich nun dem Mongolischen Prinzen. Dieser junge Edelmann war in der Tat nach nichts anderem auf der Suche, als nach ansehnlichen Konkubinen für seinen Harem und nach der Empfehlung eines professionellen Vermittlers hatte er zwei seiner Frauen geschickt, um Tchiau-djie genau zu betrachten. Als sie zurückkamen und ihr Herr sie über die Herkunft der jungen Dame befragte, wagten sie nicht, ihm die Wahrheit zu sagen. Der Prinz war beinahe erschrocken zu hören, daß sie einer so alten und noblen Familie entstammte: „Das ist doch ungeheuerlich! So etwas ist streng verboten! Ich war kurz davor, ein ernsthaftes Verbrechen zu begehen. Außerdem wurde ich bereits bei Seiner Majestät zu einer Audienz geladen und werde in Kürze einen passenden Tag wählen, mich auf die Rückkehr von meiner Reise zu begeben. Falls jemand kommen sollte, um die Angelegenheit weiter zu verfolgen, schickt ihn fort!“
 
Dies war genau der Tag, an welchem Djia Yün und Wang Jën dem Palast Tchiau-djies Horoskop überbringen wollten. Als sie ankamen, erhielten sie einen groben Empfang: „Seine Hoheit haben angeordnet, daß jede Person, die es wagt, ein Mitglied der Familie Djia zu entehren, wie ein gewöhnlicher Bürger verhaftet und einem Gerichtsverfahren unterzogen wird. Was für eine abscheuliche Art, sich in solch friedlichen Zeiten so zu verhalten!“
 
Wang Jën und Djia Yün schlichen sich sofort kleinlaut wieder zurück, grummelten zu sich selbst, daß jemand sie betrogen habe, und gingen übelgelaunt getrennte Wege.
 
Djia Huan wartete zu Hause auf Neuigkeiten und war sehr bestürzt, als er die Vorladung der Dame Wang erhielt. Er sah Djia Yün allein nach Hause kommen und eilte zu ihm: „Und? Ist alles in die Wege geleitet?“
 
Djia Yün stampfte wütend auf den Boden: „Es ist fürchterlich! Irgend etwas ist schief gelaufen! Ich frage mich, wer dafür verantwortlich ist!“
 
Er erzählte Huan die ganze Geschichte, der zuerst sprachlos vor Wut war, dann platzte er heraus: „Noch an diesem Morgen war ich bei der Dame Hsing und schwärmte ihr von dieser Heirat vor. Aber was soll ich jetzt machen? Ihr wollt mich ruinieren!“
 
Gerade als sie überlegten, wie sie die Situation retten könnten, ertönte ein wirrer Lärm aus den inneren Gemächern. Sie hörten, wie ihre eigenen Namen gerufen wurden, „von den Damen verlangt“ und sie schlichen sich beschämt in die Gemächer der Dame Wang.
 
„Da habt ihr ja etwas Tolles angerichtet!“, rief die Dame Wang, die sie bereits wutentbrannt erwartete. „Also, jetzt habt ihr Tchiau-djie und Ping-örl in den Tod getrieben! Das Letzte, das ihr tun könnt, ist ihre Leichen zurückbringen.“
 
Beide knieten zu ihren Füßen nieder. Djia Huan wagte nicht, seinen Mund zu öffnen, doch Djia Yün neigte seinen Kopf und sagte: „Ich hätte nie gewagt, es selbst zu tun. Wir haben diese Heirat nur vor euch erwähnt, Großtante, weil Großonkel Hsing und Onkel Wang es vorgeschlagen haben. Es war alles ihre Idee. Dann stimmte Großtante Hsing allem zu und bat mich, das Horoskop zu schreiben. Jetzt will die andere Seite aussteigen. Wie könnt ihr uns beschuldigen, Tchiau-djie in den Tod getrieben zu haben?“
 
„Huan hat deiner Großtante Hsing erzählt, daß sie in drei Tagen ankommen würden, um das Mädchen mitzunehmen“, sagte Frau Wang. „Wer hat je von einer ordnungsgemäßen Hochzeit gehört, die in so einer Eile vollzogen wird? Ich werde keine weiteren Fragen stellen. Gebt mir nur Tchiau-djie zurück! Wir werden sehen, was Herr Dschëng bei seiner Ankunft entscheiden wird, wie mit euch zu verfahren ist.“
 
Die Dame Hsing weinte in stiller Scham. Die Dame Wang wandte sich als  nächstes an Djia Huan: „Die unglückliche Frau Dschau hat ihren Sohn offensichtlich genauso niederträchtig hinterlassen, wie sie selbst war!“
 
Sie rief eine der Mägde, um ihr zu helfen, und begab sich ins Schlafgemach.
 
Alleingelassen begannen Djia Huan, Djia Yün und die Dame Hsing, sich gegenseitig zu beschuldigen, bis einer von ihnen sagte: „Was bringt es denn, sich einander die Schuld zuzuschieben? Das Mädchen ist möglicherweise gar nicht tot. Ping-örl hat sie mit Sicherheit bei irgend einem Verwandten versteckt.“
 
Die Dame Hsing rief die Wächter von den vorderen und hinteren Toren zu sich und, nachdem sie sie ermahnt hatte, fragte sie sie, wo Tchiau-djie und Ping-örl hingegangen seien.
 
„Es nützt nichts, uns zu fragen, Herrin“, antworteten sie wie aus einem Munde. „Fragt einen der Verwalter, die sollten es eigentlich wissen. Ihr müßt euch keine Sorgen machen, Herrin. Falls die Dame Wang uns befragen sollte, werden wir auch ihr nichts erzählen können. Wenn einer von uns geschlagen wird oder eine Strafe bekommt, so müssen wir alle bestraft werden. Seit Herr Liän gegangen ist, war es eine reine Schande, was in dem Anwesen vorgefallen ist. Wir haben noch nicht einmal unseren Lohn oder die monatliche Getreidezuteilung erhalten. Sie waren nur am Trinken und am Spielen, am Herumschäkern mit hübschen, jungen Theater-Schauspielerinnen, Mädchen wurden eingeladen – sollten sich so die Herren der Familie verhalten?“
 
Djia Yün und Djia Huan waren still. Es kam ein Diener der Dame Wang mit neuen Anweisungen, Ping-örl und Tchiau-djie so schnell wie möglich zu finden, was sie in noch größere Verzweiflung stürzte. Sie wagten noch nicht einmal, die Diener in Tchiau-djies eigenen Gemächern zu befragen, da sie wußten, daß sie zu feindselig waren, um ihnen zu verraten, wohin die beiden verschwunden sein könnten. Dies konnten sie jedoch der Dame Wang kaum sagen. Stattdessen befragten sie das Haus eines jeden Verwandten und fanden immer noch nicht die geringste Spur. Die Dame Hsing in den inneren und Djia Huan in den äußeren Gemächern verbrachten einige hektische Tage und Nächte.
 
Zuletzt kam der Tag, an dem die Prüfungen beendet waren und die Kandidaten aus ihren Zellen freigelassen wurden. Die Dame Wang wartete gespannt auf die Rückkehr von Bau-yü und Djia Lan, und als der Mittag kam und es immer noch kein Zeichen von ihnen gab, begannen sie, Li Wan und Bau-tschai, sich alle zu sorgen; sie schickten einen Diener nach dem anderen, um herauszufinden, was aus ihnen geworden war. Die Diener konnten keine Neuigkeiten überbringen, und keiner von ihnen wagte es, mit leeren Händen zurückzukehren. Später wurde eine weitere Gruppe mit demselben Auftrag losgeschickt, doch mit dem gleichen Ergebnis. Die drei Damen waren außer sich vor Angst.
 
  
Aus: Jinyuyuan 1889a.
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Was Schatzjade noch sagte, davon erzählt das nächste Kapitel.
Als der Abend anbrach, kehrte schließlich einer zurück: es war Djia Lan. Sie waren froh, ihn zu sehen und fragten sofort: „Wo ist Bau-yü?“
 
Er grüßte sie noch nicht einmal und brach sofort in Tränen aus. „Verloren!“ schluchzte er.
 
Für einige Minuten war die Dame Wang taub. Dann brach sie bewußtlos auf ihrem Ofenbett zusammen. Glücklicherweise waren Tsai-yün und einige der anderen Mägde da, um ihr zu helfen, und sie brachten sie wieder zu sich, dabei weinten sie selbst hysterisch. Bau-tschai starrte mit einem gläsernen Ausdruck in den Augen vor sich hin, während Hsi-jën unentwegt schluchzte. Das einzige, wozu sie Zeit gefunden hatten, war Djia Lan zu schelten:
 
„Dummkopf! Du warst bei Bau-yü – wie konnte er verloren gehen?“ –
 
„Vor dem Examen waren wir im selben Zimmer, wir aßen zusammen, wir schliefen zusammen. Sogar als er hinein ging, waren wir nicht voneinander getrennt, wir waren stets in Sichtweite des Anderen. Heute früh hatte Onkel Bau-yü seinen Zettel eher beendet und wartete auf mich. Wir gaben unsere Zettel zur selben Zeit ab und gingen zusammen. Als wir das Drachentor draußen  erreicht hatten, war dort eine große Menge, und ich habe ihn aus den Augen verloren. Die Diener, die uns abholen wollten, fragten mich, wo er sei, und Li Guee sagte ihnen: „Soeben war er noch klar wie Tageslicht hier, im nächsten Moment war er weg. Wie kann er so plötzlich in der Menge verschwunden sein?“ Ich habe Li Guee und den anderen aufgetragen, sich in Suchtrupps aufzuteilen, während ich mit einigen Männern in jeder Zelle nachsah. Doch es gab kein Zeichen von ihm. Deshalb bin ich so spät zurück.“
 
Frau Wang hatte währenddessen nur geschluchzt, ohne ein Wort zu sagen. Bau-tschai ahnte bereits im Ansatz die Wahrheit. Hsi-jën weinte untröstlich weiter. Djia Tchiang und die anderen Männer brauchten keine weiteren Anweisungen, sondern brachen sofort in verschiedene Richtungen auf, um die Suche fortzusetzen. Die Sicht war schlecht, jeder war in trüber Stimmung und die Willkommensfeier umsonst vorbereitet. Djia Lan vergaß seine eigene Erschöpfung und wollte mit den anderen losgehen. Doch die Dame Wang hielt ihn zurück: „Mein Kind! Dein Onkel ist verloren. Wenn wir dich auch noch verlieren, ist das mehr, als wir ertragen können! Du erholst dich nun, sei ein guter Junge!“
 
Er wollte eigentlich nicht zurückbleiben, doch stimmte er zu, als auch You-schï ihr Flehen der Dame Wang überbrachte.
 
Die einzige Person, die in diesem Moment nicht überrascht zu sein schien, war Hsi-tschun. Sie fühlte sich nicht frei, ihre Gedanken mitzuteilen, sondern erkundigte sich bei Bau-tschai: „Hatte Bau-yü den Jadestein bei seinem Aufbruch mit sich genommen?“
 
„Aber natürlich“, antwortete sie, „ohne ihn geht er nirgendwohin.“
 
Hsi-tschun war still. Hsi-jën erinnerte sich, wie sie Bau-yü aufgelauert hatten und ihm den Jade aus der Hand rissen, und sie hatten den üblen Verdacht, daß das Unglück des heutigen Tages etwas mit dem Mönch zu tun hatte. Ihr Herz stach sie vor Kummer, die Tränen liefen ihr über die Wangen, und sie begann unaufhaltsam zu jammern. Erinnerungen an die Zuneigung, die Bau-yü ihr einst entgegengebracht hatte, überwältigten sie. „Ich weiß, daß ich ihn manchmal genervt habe und er wütend auf mich war. Doch er fand immer einen Weg, damit fertig zu werden. Er war so nett zu mir und so fürsorglich. In erhitzten Momenten hat er oft angekündigt, ein Mönch werden zu wollen. Ich habe ihm nie geglaubt. Und jetzt ist er fort!“
 
Es war nun zwei Uhr morgens, und es gab immer noch kein Zeichen von Bau-yü. Li Wan, die fürchtete, daß die Dame Wang durch ihren ausschweifenden Kummer Schaden nehmen könne, gab ihr Bestes, sie zu trösten und riet ihr, in ihr Zimmer zu gehen. Der Rest der Familie begleitete sie in ihr Zimmer, mit Ausnahme von der Dame Hsing, die in ihre eigenen Gemächer zurückkehrte, und Djia Huan, der immer noch niedergeschlagen war und es gar nicht erst gewagt hatte, sich zu zeigen. Frau Wang hatte Djia Lan aufgetragen, zurück in sein Zimmer zu gehen, und verbrachte selbst eine schlaflose Nacht. Am nächsten Tag in der Dämmerung kehrten einige der Diener, die am vorigen Tag losgeschickt worden waren, zurück, um zu berichten, daß sie überall gesucht hätten und es ihnen nicht gelungen war, die geringste Spur von Bau-yü zu entdecken. Über den Morgen kam eine ganze Reihe Verwandter, darunter Tante Hsüä, Hsüä Kë, Schï Hsiang-yün, Bau-tjin und die alte Frau Li, um sich nach der Gesundheit der Dame Wang und Neuigkeiten von Bau-yü zu erkundigen.
 
Nach einigen solcher Tage war die Dame Wang so von Kummer erfüllt, daß sie weder essen noch trinken konnte und ihr Leben in ernster Gefahr zu sein schien. - Da kündigte ein Diener plötzlich einen Botschafter des Kommandanten der Küstenregion an, der die Neuigkeit brachte, Tan-tschun würde am nächsten Tag in der Stadt ankommen. Obwohl dies nicht vollständig den Kummer über Bau-yüs Verschwinden beseitigen konnte, fühlte die Dame Wang zumindest einen Hauch von Trost bei dem Gedanken, Tan-tschun wiederzusehen. Am nächsten Tag erschien Tan-tschun am Jung-guo-Anwesen und alle kamen heraus, um sie zu begrüßen, fanden sie lieblicher als je zuvor und wunderhübsch gekleidet. Als Tan-tschun sah, wie sehr die Dame Wang gealtert war und wie gerötet die Augen eines jeden in der Familie waren, drangen ihr Tränen in die Augen, und es dauerte eine Zeit, bis sie aufhören konnte zu weinen und alle angemessen begrüßen konnte. Es bekümmerte sie auch zu sehen, daß Hsi-tschun die Schwesternschaft gewählt hatte, und sie weinte wieder, doch dann erfuhr sie auch von Bau-yüs seltsames, Verschwinden und von dem vielen Unglück der Familie. Doch war sie mit der Gabe ausgestattet, immer die passenden Worte zu finden, und ihre natürliche Gelassenheit vermittelte der Versammlung zumindest einen Hauch von Ruhe und der Dame Wang und dem Rest der Familie wirklichen Trost. Am nächsten Tag kam ihr Gatte zu Besuch, und als er erfuhr, wie die Dinge standen, bat er sie, zu Hause zu bleiben und ihre Familie zu trösten. Die Mägde und die alten Dienstmädchen, die sie zu ihrem neuen Heim begleitet hatten, waren überaus erfreut über die Wiedervereinigung mit ihren alten Freunden.
 
Der gesamte Haushalt, Herren und Dienerschaft, wartete immer noch ängstlich Tag und Nacht auf Nachrichten von Bau-yü. - In einer Nacht nun, gegen fünf Uhr, kamen einige Diener zum inneren Tor, kündigten an, sie hätten wunderbare Nachrichten zu verkünden;  daraufhin eilte eine Handvoll jüngerer Mägde in die inneren Gemächer, ohne den älteren Mägden erst Bescheid zu geben.
 
„Herrin, Damen!“, riefen sie, „wunderbare Neuigkeiten!“
 
Die Dame Wang glaubte, daß Bau-yü müsse gefunden worden sein, erhob sich aus ihrem Bett und fragte voller Begeisterung: „Wo haben sie ihn gefunden? Schickt ihn sofort zu mir!“ –
 
„Er steht auf dem siebten Platz der Liste der erfolgreichen Kandidaten!“, rief die Magd.
 
„Doch ist er gefunden worden?“
 
Die Magd war still. Die Dame Wang setzte sich wieder.
 
„Wer ist auf dem siebten Platz?“, fragte Tan-tschun. – „Herr Bau-yü.“
 
Während sie sprachen, hörten sie von draußen eine Stimme rufen: „Herr Lan hat auch bestanden!“
 
Ein Diener eilte hinaus, um das offizielle Schreiben zu empfangen, auf welchem geschrieben stand, daß Djia Lan den einhundertdreißigsten Platz in der Liste eingenommen hatte.
 
Da es immer noch nichts Neues über Bau-yüs Verbleib gab, fühlte sich Li Wan nicht frei, ihre Gefühle von Stolz und Freude zum Ausdruck zu bringen. Und die Dame Wang, die erleichtert war, daß Djia Lan bestanden hatte, dachte nur bei sich: „Wenn Bau-yü auch hier wäre, was gäbe das für ein glückliches Fest!“
 
Bau-tschai war immer noch in einer trüben Stimmung, doch hielt sie es für unangemessen, zu weinen. Die anderen waren damit beschäftigt, ihre Glückwünsche auszusprechen und die heitere Seite des Ganzen zu betrachten: „Da es Bau-yüs Schicksal war zu bestehen, kann er nicht lange verloren bleiben. In ein oder zwei Tagen wird er bestimmt gefunden.“
 
Diese logische Erwägung ließ die Dame Wang ein wenig lächeln, und man nutzte diese Gelegenheit, um sie zu überzeugen, etwas zu essen und zu trinken. Einen Moment später hörte man Bee-mings Stimme, die aufgeregt vom inneren Tor rief: „Da Herr Bau-yü nun bestanden hat, wird er sicherlich bald gefunden!“ – „Was macht dich da so sicher?“, fragten sie ihn.
 
„Es gibt ein Sprichwort: ‚Wenn ein Mann einmal sein Examen besteht, wird die ganze Welt seinen Namen vernehmen.‘ Jetzt wird jeder Herrn Bau-yüs Namen kennen, und wohin er auch immer geht, irgend jemand wird ihn uns nach Hause bringen.“ –
 
„Dieser Bee-ming mag zwar ein kleiner Teufel sein, doch was er sagt, macht Sinn ,“ stimmten die Mägde überein.
 
Hsi-tschun sah dies anders: „Wie kann ein erwachsener Mann wie Bau-yü verloren gehen? Wenn ihr mich fragt, hat er sich bewußt von den Ketten der Welt gelöst und sich für das Leben eines Mönches entschieden. Und in diesem Fall wird es schwierig sein, ihn zu finden.“
 
Dies brachte die Damen alle wieder zum Weinen.
 
„Das ist bestimmt wahr“, sagte Li Wan, „da viele Männer der alten Zeit ihren weltlichen Rängen entsagt haben und sich entschieden haben, Buddhas oder Heilige zu werden.“ –
 
„Doch wenn er seine eigenen Eltern verstößt“, seufzte die Dame Wang, „dann verfehlt er seine Pflicht als Heiliger. Und wie kann er in diesem Fall darauf hoffen, ein Heiliger oder ein Buddha zu werden?“ –
 
„Es ist das Beste, vernünftig zu sein“, kommentierte Tan-tschun. „Bau-yü war immer anders. Er hat seinen Jadestein seit seiner Geburt, und jeder hielt dies für günstig. Doch zurückblickend kann ich sehen, daß er ihm nur Unglück gebracht hat. Wenn noch einige Tage vergangen sind und wir ihn immer noch nicht gefunden haben – ich will dich jetzt nicht enttäuschen, Mutter – doch ich denke, in diesem Fall müssen wir die Tatsache einsehen, daß das Schicksal es so beschlossen hat und jenseits unseres Verstehens liegt. Es wäre besser, nicht von ihm zu denken, daß er aus deinem Leib geboren wurde. Sein Schicksal ist nämlich die Frucht des Karmas, das Ergebnis deiner angesammelten Verdienste aus früheren Leben.“
 
Bau-tschai hörte diesem ruhig zu. Hsi-jën konnte es nicht länger ertragen, ihr Herz schmerzte, ihr war schwindelig, und sie sank bewußtlos zu Boden. Die Dame Wang war ihretwegen sehr betroffen und trug einer der Mägde auf, ihr hochzuhelfen.
 
Djia Huan fühlte sich äußerst schlecht. Auf dem Gipfel seiner Unehre bezüglich der Angelegenheit mit Tchiau-djie kam noch die zusätzliche Demütigung, daß er mit ansehen mußte, daß sein Bruder und sein Neffe ihr Examen bestanden hatten. Er verfluchte Tchiang und Yün dafür, ihn in diesen Ärger getrieben zu haben. Tan-tschun würde ihn gewiß in die Pflicht nehmen, da sie nun zurück war. Und doch hatte er es nicht gewagt, sich zu verstecken. Er war nur noch ein Häufchen erbärmlichen Elends.
 
Am nächsten Tag mußte Djia Lan am Hof erscheinen, um sich für sein erfolgreiches Bestehen zu bedanken. Dort begegnete er Dschën Bau-yü und fand heraus, daß er auch bestanden hatte. So gehörten alle drei zur gleichen „Klasse“. Als Lan Bau-yüs seltsames Verschwinden erwähnte, seufzte Dschën Bau-yü und bot einige Worte des Trostes an.
 
Der leitende Prüfer präsentierte die erfolgreichen Aufsätze der Kandidaten dem Herrscher und seine Majestät las einen nach dem anderen durch und fand sie alle ausgeglichen und überzeugend, dabei bezog er den Umfang des Lernens und die Zuverlässigkeit des Urteils mit ein. Als er zwei Djias aus Nanking auf dem siebten und einhundertdreißigsten Platz bemerkte, fragte er, ob sie in irgendeiner Form mit der Konkubine Djia verwandt seien. Einer der Minister rief Djia Bau-yü und Djia Lan zu einer Befragung bezüglich dieser Angelegenheit herbei. Djia Lan erwähnte bei seiner Ankunft die Umstände des Verschwindens seines Onkels und gab einen vollen Bericht der drei früheren Familiengenerationen, was der Minister umgehend an den Thron weiterleitete. Als Folge dieser Information und, weil seine Majestät ein Herrscher von Weisheit und Mitgefühl waren, wies er den Minister an, in Anbetracht des besonderen Leistungsumfanges der Familie, einen vollen Bericht ihres Falles einzureichen. Dies tat der Minister und verfaßte darüber eine detaillierte Denkschrift. Seine Majestät war so betroffen, daß er dem Minister beim Lesen dieser Schrift befahl, die Fakten, die zu Djia Schës Verurteilung geführt hatten, noch einmal zu überprüfen. Danach fiel der kaiserliche Blick auf eine weitere Beschreibung in der Denkschrift, nämlich dem Erfolg des derzeitigen Feldzuges: Die Störungen an der Küste waren beruhigt, „die See befriedet, die Flüsse gereinigt und den ehrlichen Bürgern war wieder die Freiheit gewährt, ein ungestörtes Leben zu führen“. Seine Majestät war über diese Neuigkeiten höchst erfreut und befahl seiner Schar an Ministern, sich eine passende Belohnung auszudenken und auch eine allgemeine Amnestie im Reich zu verkünden.
 
Als Djia Lan den Hof verlassen und gegangen war, um sich von seinem Prüfer zu verabschieden, hörte er von der Amnestie und eilte nach Hause, um es der Dame Wang und dem Rest der Familie zu erzählen. Alle schienen begeistert, obwohl ihre Heiterkeit durch Bau-yüs Abwesenheit getrübt war. Tante Hsüä war besonders froh über die Neuigkeiten und traf bereits Vorbereitungen für die Bezahlung von Hsüä Pans Bußgeld, da die Aufhebung seines Todesurteils nun Teil der Amnestie war.
 
Einige Tage später wurde angekündigt, daß Dschën Bau-yü und sein Vater ihre Gratulation anbieten wollten, und die Dame Wang schickte Djia Lan hinaus, um sie zu empfangen. Kurz danach kehrte Djia Lan mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht zurück:
 
„Gute Neuigkeiten! Onkel Dschën Bau-yüs Vater hat am Hof von einem Erlaß gehört, der Großonkel Schë und Onkel Dschën aus dem Ning-guo-Anwesen begnadigt und den erblichen Ning-guo Rang wiederherstellt. - Djia Dschëng von Jung-guo behält den erblichen Titel, und nach seiner Trauerphase wird er als dauerhafter Sekretär im Arbeitsministerium wieder eingesetzt. Auch das ganze beschlagnahmte Familieneigentum wird wiederhergestellt. Seine Majestät haben Onkel Bau-yüs Aufsatz gelesen und waren höchst begeistert davon. Als sie herausfanden, daß der betroffene Kandidat der jüngere Bruder der kaiserlichen Nebenfrau war, und als der Prinz von Bei-jing noch einige Lobesworte hinzufügte, drückten seine Majestät das Verlangen aus, ihn zu einer Audienz an den Hof zu rufen. Die Minister sagten ihm dann, daß Bau-yü nach dem Examen verschwunden sei; ich war es, der sie an erster Stelle darüber informiert hatte, und daß bereits überall erfolglos nach ihm gesucht würde, worauf seine Majestät ein weiteres Edikt verfaßten, daß alle Besatzungen in der Stadt nach ihm suchen sollten. Du kannst nun beruhigt sein, Großmutter. Wenn sich seine Majestät höchstpersönlich darum kümmern, wird Bau-yü mit Sicherheit bald gefunden.“
 
Die Dame Wang und der Rest der Familie waren begeistert und beglückwünschten sich gegenseitig zu diesem Ereignis.
 
Währenddessen saßen Djia Huan und seine Gefährten immer noch auf heißen Kohlen und suchten überall nach Tchiau-djie. Diese war, nachdem sie mit Ping-örl und Oma Liu die Stadt verlassen hatte, im Dorf angekommen und in Oma Lius bestem Zimmer einquartiert worden, das zu diesem Anlaß besonders gesäubert worden war. Obwohl ihre tägliche Nahrung bloß aus einfacher Dorfkost bestand, war sie gesund und sauber und mit der kleinen Tjing-örl, die ihnen Gesellschaft leistete, ging es ihr gut. Es gab einige wohlhabende Familien in diesem Dorf, die, als sie gehört hatten, daß ein Fräulein Djia bei Oma Liu war, darauf bestanden, selbst vorbeizuschauen. Sie schwärmten alle über ihre feenhafte Erscheinung und beschenkten sie mit Obst, frischem Gemüse und Wildbret. In der Tat erregte Tchiau-djies Anwesenheit bedenkliche Aufregung. Die reichste Familie waren die Dschous, deren Vermögen sich zum einen aus Geld, zum anderen aus erheblichem Großgrundbesitz zusammensetzte. Sie hatten nur einen einzigen Sohn in der Familie, einen kultivierten, gutaussehenden Burschen von vierzehn Jahren, der von einem Privatlehrer unterrichtet worden war und gerade das vorbereitende Lizenziats-Examen bestanden hatte. Als seine Mutter einen Blick auf Tchiau-djie warf, war sie völlig hingerissen.
 
‚Was für ein Jammer!‘, dachte sie bei sich mit einem tiefen Seufzer des Bedauerns, ,ein Junge aus einer ländlichen Familie wie der unseren würde gewiß niemals zu so einem wohlerzogenen Mädchen passen.‘ Eine ganze Weile stand sie dort in Gedanken versunken, und Oma Liu hatte bereits eine Ahnung, was in ihr vorgehen könnte.
 
„Ich weiß, was ihr denkt“, sagte sie, „warum sollte ich keine Hochzeit für euch vorschlagen?“
 
Frau Dschou lachte: „Macht euch nicht über mich lustig! Eine so große Familie wie die ihrige gemessen an unserem Rang!“ –
 
„Nun, es würde keinem schaden, diesen Vorschlag zu machen“, antwortete Oma Liu. „Wir werden sehen.“
 
Die beiden beließen es so und gingen ihrer Wege.
 
Oma Liu war begierig zu wissen, was sich zuletzt im Jung-guo-Anwesen ereignet hatte und schickte Ban-örl in die Stadt, um es herauszufinden. Er gelangte an die Straße der zwei Herzöge, wo er eine Ansammlung von Kutschen vor einem Anwesen erblickte und stellte sich so, daß er vernehmen konnte, was es für Neuigkeiten gab. Und dies konnte er hören: „Der Rang beider Familien wurde wiederhergestellt, und sie erhielten ihr beschlagnehmtes Eigentum zurück. Es scheint bei ihnen bergauf zu gehen. Doch der junge Bau-yü ist spurlos verschwunden, nachdem er sein Examen bestanden hatte.“
 
Ban-örl war begeistert, von der Wiederherstellung der familiären Gunst zu hören, und wollte gerade zurück nach Hause gehen, um seiner Großmutter von diesen erfreulichen Nachrichten zu berichten, als er sah, wie einige Pferde das äußere Tor hochzogen. Die Reiter stiegen ab, und die Torwächter begrüßten sie auf Knien: „Willkommen zu Hause, Herr! Und Glückwunsch! Wie ist die Gesundheit von Herrn Schë?“
 
„Besser“, antwortete der junge Mann, der zuerst abgestiegen war, „und er hat die großzügige Erlaubnis  seiner Majestät erhalten,  zurück  nach Hause
 
  
Tchiau-djie. Aus: Gai Qi 1879.
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zu kommen.“ Nach einer kurzen Pause fragte er: „Was machen diese Männer dort drüben?“
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<small>Basierend auf der Cheng-Jia-Ausgabe (程甲本). Übersetzung: Martin Woesler, 4. Auflage 2026.</small>
„Seine Majestät haben einen Beamten mit einem Dekret hergeschickt. Sie verlangen nach einem Familienmitglied, um alles beschlagnahmte Eigentum zurückzugeben.“
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Der junge Herr wanderte fröhlich hinein, und Ban-örl, der daraus schloß, daß es Djia Liän sein mußte, wartete nicht auf weitere Neuigkeiten, sondern eilte nach Hause, um Oma Liu alles zu berichten. Ein Lächeln breitete sich auf dem Gesicht der alten Dame aus, als sie dies hörte, und sie ging sofort zu Tchiau-djie und gratulierte ihr zu diesen guten Neuigkeiten.
 
„Das haben wir alles dir zu verdanken, Großmutter“, sagte Ping-örl mit einem dankbaren Lächeln, „ohne deine Hilfe hätte Fräulein Tchiau-djie niemals dieses glückliche Ende erlebt.“
 
Tchiau-djie selbst war noch viel begeisterter. Dann kam der Botschafter, der mit einem Brief an Dija Liän geschickt worden war, zurück.
 
„Herr Liän sagt, er sei sehr dankbar. Er bat mich, Fräulein Tchiau-djie sofort nach Hause zu geleiten und euch diese stattliche Belohnung auszuhändigen.“ Oma Liu war überaus erleichtert, daß sich alles zum Guten gewendet hatte, und sie schickte jemanden, der zwei Kutschen besorgen sollte. Dann bat sie Tchiau-djie und Ping-örl, diese für ihre Heimkehr zu benutzen, doch sie wollten nur ungern aufbrechen. Sie waren mit Oma Lius Heim schon vertraut geworden, und die kleine Tjing-örl war in Tränen aufgelöst, weil sie sich von ihren neu gewonnenen Freunden verabschieden mußte. Oma Liu sah, wie vertraut sie miteinander geworden waren, so sagte sie Tjing-örl, sie könne mit ihnen allen zusammen in der Kutsche bis zur Stadt fahren. Und so begaben sie sich zurück zum Jung-guo-Anwesen.
 
Es soll daran erinnert werden, wie Djia Liän, nachdem er von der schweren Krankheit seines Vaters gehört hatte, sofort zu ihm ins Exil gereist war. Als Vater und Sohn sich dort trafen, gab es eine tränenreiche Szene, die wir hier nun nicht im einzelnen beschreiben müssen. Djia Schës Gesundheit hatte sich gerade wieder ein wenig erholt, und wie Djia Liän einen Brief mit den neuesten und nicht allzu fröhlichen Begebenheiten von zuhause erhielt, bat er seinen Vater um Erlaubnis, wieder zurückzukehren. Auf seinem Weg hörte er von der Amnestie und gelangte zwei Tage später wieder zu Hause an, genau an dem Tag, als das Edikt dem Jung-guo-Anwesen übermittelt wurde – gerade in dem Moment, als die Dame Hsing sich fragte, wer im Namen der Familie diesen Erlaß empfangen könnte. Djia Lan war nun gewissermaßen dazu auserkoren, diese Funktion zu erfüllen, doch er war eigentlich noch zu jung. Dann wurde Djia Liäns Ankunft angekündigt. Er begrüßte alle um sich, und die Wiedervereinigung bot Anlaß zu Kummer und Freude. Dennoch war keine Zeit mehr, noch länger zu reden, und Djia Liän eilte in die Haupthalle, um den Kaiserlichen Abgesandten zu empfangen, der sich nach Djia Schës Gesundheit erkundigte und sagte: „Morgen müßt Ihr zur Kaiserlichen Schatzkammer gehen, um eure Entschädigung zu erhalten. Die Ning-guo Residenz tritt wieder in den Besitz eurer Familie.
 
Die Männer erhoben sich, und der Abgesandte ging wieder fort.
 
 
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Revision as of 19:30, 28 April 2026

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中文原文 (程甲本 1982) Deutsche Übersetzung (4. Auflage Woesler 2026)

第一百十八回 记微嫌舅兄欺弱女 惊谜语妻妾谏痴人 话说邢、王二夫人听了尤氏一段话,明知也难挽回。王夫人只得说道:“姑娘要行善,这也是前生的夙根,我们也实在拦不住。只是咱们这样人家的姑娘出了家,不成个事体。如今你嫂子说了,准你修行,也是好处。却有一句话要说:那头发可以不剃的,只要自己的心真,那在头发上头呢?你想妙玉也是带发修行的,不知他怎样凡心一动,才闹到那个分儿。姑娘执意如此,我们就把姑娘住的房子便算了姑娘的静室。所有服侍姑娘的人,也得叫他们来问:他若愿意跟的,就讲不得说亲配人;若不愿意跟的,另打主意。”惜春听了,收了泪,拜谢了邢、王二夫人、李纨、尤氏等。 王夫人说了,便问彩屏等:“谁愿跟姑娘修行?”彩屏等回道:“太太们派谁就是谁。”王夫人知道不愿意,正在想人。袭人立在宝玉身后,想来宝玉必要大哭,防着他的旧病。岂知宝玉叹道:“真真难得!”袭人心里更自伤悲。宝钗虽不言语,遇事试探,见他执迷不醒,只得暗中落泪。王夫人才要叫了众丫头来问,忽见紫鹃走上前来,在王夫人面前跪下,回道:“刚才太太问跟四姑娘的姐姐,太太看着怎么样?”王夫人道:“这个如何强派得人的?谁愿意,他自然就说出来了。”紫鹃道:“姑娘修行,自然姑娘愿意,并不是别的姐姐们的意思。我有句话回太太:我也并不是拆开姐姐们,各人有各人的心。我服侍林姑娘一场,林姑娘待我,也是太太们知道的,实在恩重如山,无以可报。他死了,我恨不得跟了他去,但只他不是这里的人,我又受主子家的恩典,难以从死。如今四姑娘既要修行,我就求太太们将我派了跟着姑娘,伏侍姑娘一辈子。不知太太们准不准?若准了,就是我的造化了。” 邢、王二夫人尚未答言,只见宝玉听到这里,想起黛玉,一阵心酸,眼泪早下来了 。众人方要问他时,他又哈哈的大笑,走上来道:“我不该说的,这紫鹃蒙太太派给我屋里,我才敢说:求太太准了他罢,全了他的好心。”王夫人道:“你头里姊妹出了嫁,还哭得死去活来;如今看见四妹妹要出家,不但不劝,倒说好事。你如今到底是怎么个意思?我索性不明白了。”宝玉道:“四妹妹修行是已经准了的,四妹妹也是一定的主意了。若是真呢,我有一句话告诉太太;若是不定呢,我就不敢混说了。”惜春道:“二哥哥说话也好笑,一个人主意不定,便扭得过太太们来了?我也是像紫鹃的话:容我呢,是我的造化;不容我呢,还有一个死呢,那怕什么?二哥哥既有话,只管说。” 宝玉道:“我这也不算什么泄漏了,这也是一定的。我念一首诗给你们听听罢。”众人道:“人家苦得很的时候,你倒来做诗怄人。”宝玉道:“不是做诗,我到过一个地方儿看了来的。你们听听罢。”众人道:“使得,你就念念,别顺着嘴儿胡诌。”宝玉也不分辩,便说道: 勘破三春景不长,缁衣顿改昔年妆。 可怜绣户侯门女,独卧青灯古佛旁。 李纨、宝钗听了,诧异道:“不好了!这个人入了魔了!”王夫人听了这话,点头叹息,便问:“宝玉,你到底是那里看来的?”宝玉不便说出来,回道:“太太也不必问我,自有见的地方。”王夫人回过味来,细细一想,便更哭起来道:“你说前儿是玩话,怎么忽然有这首诗?罢了,我知道了。你们叫我怎么样呢?我也没有法儿了,也只得由着你们去罢。但只等我合上了眼,各自干各自的就完了。”宝钗一面劝着,这个心比刀搅更甚,也掌不住,便放声大哭起来。袭人已经哭的死去活来,幸亏秋纹扶着。 宝玉也不啼哭,也不相劝,只不言语。贾兰、贾环听到这里,各自走开。 李纨竭力的解说:“总是宝兄弟见四妹妹修行,他想来是痛极了,不顾前后的疯话,这也作不得准。独有紫鹃的事情,准不准,好叫他起来。”王夫人道:“什么依不依!横竖一个人的主意定了,那也是扭不过来的。可是宝玉说的,也是一定的了。”紫鹃听了磕头。惜春又谢了王夫人。紫鹃又给宝玉、宝钗磕了头。宝玉念声:“阿弥陀佛!难得,难得!不料你倒先好了。”宝钗虽然有把持,也难掌住。只有袭人也顾不得王夫人在上,便痛哭不止,说:“我也愿意跟了四姑娘去修行。”宝玉笑道:“你也是好心,但是你不能享这个清福的。”袭人哭道:“这么说,我是要死的了?”宝玉听到这里,倒觉伤心,只是说不出来。 因时已五更,宝玉请王夫人安歇。李纨等各自散去。彩屏等暂且伏侍惜春回去,后来指配了人家;紫鹃终身伏侍,毫不改初:此是后话。 且言贾政扶了贾母灵柩,一路南行,因遇着班师的兵将船只过境,河道拥挤,不能速行,在道实在心焦。幸喜遇见了海疆的官员,闻得镇海统制钦召回京,想来探春一定回家,略略解些烦心;只打听不出起程的日期,心里又是烦躁。想到盘费算来不敷,不得已写书一封,差人到赖尚荣任上借银五百,叫人沿途迎来,应付需用。 过了数日,贾政的船才行得十数里,那家人回来,迎上船只,将赖尚荣的禀启呈上。书内告了多少苦处,备上白银五十两。贾政看了大怒,即命家人:“立刻送还,将原书发回,叫他不必费心!”那家人无奈,只得回到赖尚荣任所。赖尚荣接到原书、银两,心中烦闷,知事办得不周到,又添了一百,央来人带回,帮着说些好话。岂知那人不肯带回,撂下就走。 赖尚荣心下不安,立刻修书到家,回明他父亲,叫他设法告假,赎出身来。于是赖家托了贾蔷、贾芸等,在王夫人面前乞恩放出。贾蔷明知不能,过了一日,假说王夫人不依的话,回复了。赖家一面告假;一面差人到赖尚荣任上,叫他告病辞官。王夫人并不知道。 那贾芸听见贾蔷的假话,心里便没想头。连日在外又输了好些银钱,无所抵偿,便和贾环借贷。贾环本是一个钱没有的,虽是赵姨娘有些积蓄,早被他弄光了,那能照应人家。便想起凤姐待他刻薄,趁着贾琏不在家,要摆布巧姐出气。遂把这个当叫贾芸来上,故意的埋怨贾芸道:“你们年纪又大,放着弄银钱的事又不敢办,倒和我没有钱的人商量。”贾芸道:“三叔,你这话说的倒好笑。咱们一块儿玩,一块儿闹,那里有有钱的事?”贾环道:“不是前儿有人说是外藩要买个偏房,你们何不和王大舅商量,把巧姐说给他呢?”贾芸道:“叔叔,我说句招你生气的话,外藩花了钱买人,还想能和咱们走动么?”贾环在贾芸耳边说了些话。 贾芸虽然点头,只道贾环是小孩子的话,也不当事。恰好王仁走来,说道:“你们两个人商量些什么,瞒着我吗?”贾芸便将贾环的话附耳低言的说了。王仁拍手道:“这倒是一宗好事,又有银子。只怕你们不能,若是你们敢办,我是亲舅舅,做得主的。只要环老三在大太太跟前那么一说,我找邢大舅再一说,太太们问起来,你们打伙儿说好就是了。” 贾环等商议定了,王仁便去找邢大舅;贾芸便去回邢、王二夫人,说得锦上添花。王夫人听了,虽然入耳,只是不信。邢夫人听得邢大舅知道,心里愿意,便打发人找了邢大舅来问他。那邢大舅已经听了王仁的话,又可分肥,便在邢夫人跟前说道:“若说这位郡王,是极有体面的。若应了这门亲事,虽说不是正配,管保一过了门,姐夫的官早复了,这里的声势又好了。”邢夫人本是没主意的人,被傻大舅一番假话哄得心动。请了王仁来一问,更说得热闹。于是邢夫人倒叫人出去追着贾芸去说。 王仁即刻找了人,去到外藩公馆说了。那外藩不知底细,便要打发人来相看。贾芸又钻了相看的人,说明:“原是瞒着合宅的,只说是王府相亲。等到成了,他祖母作主,亲舅舅的保山,是不怕的。”那相看的人应了。贾芸便送信与邢夫人,并回了王夫人。那李纨、宝钗等不知原故,只道是件好事,也都欢喜。 那日果然来了几个女人,都是艳妆丽服。邢夫人接了进去,叙了些闲话。本知那来人是个诰命,也不敢怠慢。邢夫人因事未定,也没有和巧姐说明,只说有亲戚来瞧,叫他去见。巧姐到底是个小孩子,那管这些,便跟了奶妈过来。平儿不放心,也跟着来。只见有两个宫人打扮的,见了巧姐,便浑身上下一看,更又起身来拉着巧姐的手又瞧了一遍,略坐了一坐就走了。倒把巧姐看得羞臊,回到房中纳闷,想来没有这门亲戚,便问平儿。 平儿先看见来头,却也猜着八九:“必是相亲的。但是二爷不在家,大太太作主,到底不知是那府里的。若说是对头亲,不该这样相看。瞧那几个人的来头,不像是本支王府,好像是外头路数。如今且不必和姑娘说明,且打听明白再说。”平儿心下留神打听,那些丫头、婆子都是平儿使过的,平儿一问,所有听见外头的风声都告诉了。平儿便吓的没了主意,虽不和巧姐说,便赶着去告诉了李纨、宝钗,求他二人告诉王夫人。 王夫人知道这事不好,便和邢夫人说知。怎奈邢夫人信了兄弟并王仁的话,反疑心王夫人不是好意,便说:“孙女儿也大了,现在琏儿不在家,这件事我还做得主。况且他亲舅爷爷和他亲舅舅打听的,难道倒比别人不真么?我横竖是愿意的,倘有什么不好,我和琏儿也抱怨不着别人。”王夫人听了这些话,心下暗暗生气,勉强说些闲话,便走了出来,告诉了宝钗,自己落泪。 宝玉劝道:“太太别烦恼,这件事我看来是不成的。这又是巧姐儿命里所招,只求太太不管就是了。”王夫人道:“你一开口就是疯话。人家说定了,就要接过去。若依平儿的话,你琏二哥哥不抱怨我么?别说自己的侄孙女儿,就是亲戚家的,也是要好才好。邢姑娘是我们作媒的,配了你二大舅子,如今和和顺顺的过日子,不好么?那琴姑娘,梅家娶了去,听见说是丰衣足食的,很好。就是史姑娘,是他叔叔的主意,头里原好,如今姑爷痨病死了,你史妹妹立志守寡,也就苦了。若是巧姐儿错给了人家儿,可不是我的心坏?” 正说着,平儿过来瞧宝钗,并探听邢夫人的口气。王夫人将邢夫人的话说了一遍。平儿呆了半天,跪下求道:“巧姐儿终身,全仗着太太。若信了人家的话,不但姑娘一辈子受了苦,便是琏二爷回来,怎么说呢?”王夫人道:“你是个明白人,起来听我说:巧姐儿到底是大太太孙女儿,他要作主,我能够拦他么?”宝玉劝道:“无妨碍的,只要明白就是了。”平儿生怕宝玉疯癫嚷出来,也并不言语,回了王夫人,竟自去了。 这里王夫人想到烦闷,一阵心痛,叫丫头扶着,勉强回到自己房中躺下,不叫宝玉、宝钗过来,说睡睡就好的。自己却也烦闷,听见说李婶娘来了,也不及接待。只见贾兰进来请了安,回道:“今早爷爷那里打发人带了一封书子来,外头小子们传进来的。我母亲接了,正要过来,因我老娘来了,叫我先呈给太太瞧,回来我母亲就过来回太太。还说我老娘要过来呢。”说着,一面把书子呈上。王夫人一面接书,一面问道:“你老娘来作什么?”贾兰道:“我也不知道。我只听见我老娘说,我三姨儿的婆婆家有什么信儿来了。”王夫人听了,想起来还是前次给甄宝玉说了李绮,后来放定下茶,想来此时甄家要娶过门,所以李婶娘来商量这件事情,便点点头儿。一面拆开书信,见上面写着道: 近因沿途俱系海疆凯旋船只,不能迅速前行。闻探姐随翁婿来都,不知曾有信否?前接到琏侄手禀,知大老爷身体欠安,亦不知已有确信否?宝玉、兰儿场期已近,务须实心用功,不可怠惰。老太太灵柩抵家,尚需时日。我身体平善,不必挂念。此谕宝玉等知道。月日手书。蓉儿另禀。 王夫人看了,仍旧递给贾兰,说:“你拿去给你二叔叔瞧瞧,还交给你母亲罢。” 正说着,李纨同李婶娘过来,请安问好毕,王夫人让了坐。李婶娘便将甄家要娶李绮的话说了一遍。大家商议了一会子。李纨因问王夫人道:“老爷的书子,太太看过了么?”王夫人道:“看过了。”贾兰便拿着给他母亲瞧。李纨看了道:“三姑娘出了门好几年,总没有来。如今要回京了,太太也放了好些心。”王夫人道:“我本是心痛,看见探丫头要回来了,心里略好些,只是不知几时才到。”李婶娘便问了贾政在路好。李纨因向贾兰道:“哥儿瞧见了?场期近了,你爷爷惦记的什么似的。你快拿了去给二叔叔瞧去罢。”李婶娘道:“他们爷儿两个又没进过学,怎么能下场呢?”王夫人道:“他爷爷做粮道的起身时,给他们爷儿两个援了例监了。”李婶娘点头。贾兰一面拿着书子出来,来找宝玉。 却说宝玉送了王夫人去后,正拿着《秋水》一篇在那里细玩。宝钗从里间走出,见他看的得意忘言,便走过来一看,见是这个,心里着实烦闷。细想:“他只顾把这些出世离群的话当作一件正经事,终久不妥。”看他这种光景,料劝不过来,便坐在宝玉旁边,怔怔的瞅着。宝玉见他这般,便道:“你这又是为什么?”宝钗道:“我想你我既为夫妇,你便是我终身的倚靠,却不在情欲之私。论起荣华富贵,原不过是过眼烟云。但自古圣贤,以人品根柢为重……” 宝玉也没听完,把那本书搁在旁边,微微的笑道:“据你说‘人品根柢’,又是什么‘古圣贤’,你可知古圣贤说过‘不失其赤子之心’?那赤子有什么好处,不过是无知无识,无贪无忌。我们生来已陷溺在贪嗔痴爱中,犹如污泥一般,怎么能跳出这般尘网?如今才晓得‘聚散浮生’四字,古人说了,不曾提醒一个。既要讲到人品根柢,谁是到那太初一步地位的?”宝钗道:“你既说‘赤子之心’,古圣贤原以忠孝为赤子之心,并不是遁世离群、无关无系为赤子之心。尧、舜、禹、汤、周、孔时刻以救民济世为心,所谓赤子之心,原不过是‘不忍’二字。若你方才所说的忍于抛弃天伦,还成什么道理?” 宝玉点头笑道:“尧、舜不强巢、许,武、周不强夷、齐。”宝钗不等他说完,便道:“你这个话益发不是了。古来若都是巢、许、夷、齐,为什么如今人又把尧、舜、周、孔称为圣贤呢?况且你自比夷、齐,更不成话。夷、齐原是生在殷商末世,有许多难处之事,所以才有托而逃。当此圣世,咱们世受国恩,祖父锦衣玉食;况你自有生以来,自去世的老太太,以及老爷、太太,视如珍宝。你方才所说,自己想一想,是与不是?” 宝玉听了,也不答言,只有仰头微笑。宝钗因又劝道:“你既理屈词穷,我劝你从此把心收一收,好好的用用功,但能博得一第,便是从此而止,也不枉天恩祖德了。”宝玉点了点头,叹了口气,说道:“一第呢,其实也不是什么难事。倒是你这个‘从此而止’,‘不枉天恩祖德’,却还不离其宗。” 宝钗未及答言,袭人过来说道:“刚才二奶奶说的古圣先贤,我们也不懂。我只想着我们这些人,从小儿辛辛苦苦跟着二爷,不知陪了多少小心,论起理来原该当的,但只二爷也该体谅体谅。况且二奶奶替二爷在老爷、太太跟前行了多少孝道,就是二爷不以夫妻为事,也不可太辜负了人心。至于神仙那一层,更是谎话,谁见过有走到凡间来的神仙呢?那里来的这么个和尚,说了些混话,二爷就信了真。二爷是读书的人,难道他的话比老爷、太太还重么?”宝玉听了,低头不语。 袭人还要说时,只听外面脚步声响,隔着窗户问道:“二叔在屋里呢么?”宝玉听了是贾兰的声音,便站起来笑道:“你进来罢。”宝钗也站起来。贾兰进来,笑容可掬的给宝玉、宝钗请了安,问了袭人的好。袭人也问了好。便把书子呈给宝玉瞧。宝玉接在手中看了,便道:“你三姑姑要回来了?”贾兰道:“爷爷既如此写,自然是回来的了。”宝玉点头不语,默默如有所思。贾兰便问:“叔叔看见了?爷爷后头写着,叫咱们好生念书呢。叔叔这程子只怕总没作文章罢?”宝玉笑道:“我也要作几篇熟一熟手,好去诓这个功名。”贾兰道:“叔叔既这样,就拟几个题目,我跟着叔叔作作,也好进去混场。别到那时交了白卷子,惹人笑话:不但笑话我,人家连叔叔都要笑话了。”宝玉道:“你也不至如此。”说着,宝钗命贾兰坐下。宝玉仍坐在原处,贾兰侧身坐下。两个谈了一会文,不觉喜动颜色。 宝钗见他爷儿两个谈得高兴,便仍进屋里去了,心中细想:“宝玉此时光景,或者醒悟过来了。只是刚才说话,他把那‘从此而止’四字单单的许可,这又不知是什么意思了。”宝钗尚自犹豫。惟有袭人看他爱讲文章,提到下场,更又欣然,心里想道:“阿弥陀佛!好容易讲《四书》似的才讲过来了。” 这里宝玉和贾兰讲文,莺儿沏过茶来。贾兰站起来接了,又说了一会子下场的规矩,并请甄宝玉在一处的话。宝玉也甚似愿意。 一时贾兰回去,便将书子留给宝玉了。那宝玉看着书子,笑嘻嘻走进来,递给麝月收了。便出来将那本《庄子》收了,把几部向来最得意的如《参同契》、《元命苞》、《五灯会元》之类,叫出麝月、秋纹、莺儿等都搬了搁在一边。 宝钗见他这番举动,甚为罕异,因欲试探他,便笑问道:“不看他倒是正经,但又何必搬开呢?”宝玉道:“如今才明白过来了,这些书都算不得什么。我还要一火焚之,方为干净。”宝钗听了,更欣喜异常。只听宝玉口中微吟道:“内典语中无佛性,金丹法外有仙舟。”宝钗也没很听真,只听得“无佛性”、“有仙舟”几个字,心中转又狐疑,且看他作何光景。宝玉便命麝月、秋纹等收拾一间静室,把那些语录、名稿及应制诗之类都找出来,搁在静室中,自己却当真静静的用起功来。宝钗这才放了心。 那袭人此时真是闻所未闻,见所未见,便悄悄的笑着向宝钗道:“到底奶奶说话透彻,只一路讲究,就把二爷劝明白了。就只可惜迟了一点儿,临场太近了。”宝钗点头微笑道:“功名自有定数,中与不中,倒也不在用功的迟早。但愿他从此一心巴结正路,把从前那些邪魔永不沾染,就是好了。”说到这里,见房里无人,便悄说道:“这一番悔悟过来固然很好,但只一件:怕又犯了前头的旧病,和女孩儿们打起交道来,也是不好。”袭人道:“奶奶说的也是。二爷自从信了和尚,才把这些姐妹冷淡了;如今不信和尚,真怕又要犯了前头的旧病呢!我想奶奶和我,二爷原不大理会。紫鹃去了,如今只他们四个:这里头就是五儿有些个狐媚子,听见说,他妈求了大奶奶和奶奶,说要讨出去给人家儿呢,但是这两天到底在这里呢;麝月、秋纹虽没别的,只是二爷那几年也都有些顽顽皮皮的;如今算来,只有莺儿,二爷倒不大理会,况且莺儿也稳重。我想倒茶弄水,只叫莺儿带着小丫头们伏侍就够了,不知奶奶心里怎么样?”宝钗道:“我也虑的是这个,你说的倒也罢了。”从此便派莺儿带着小丫头伏侍。 那宝玉却也不出房门,天天只差人去给王夫人请安。王夫人听见他这番光景,那一种欣慰之情,更不待言了。 到了八月初三这一日,正是贾母的冥寿。宝玉早晨过来磕了头,便回去,仍到静室中去了。饭后,宝钗、袭人等都和姊妹们跟着邢、王二夫人在前面屋里说闲话儿。宝玉自在静室,冥心危坐。忽见莺儿端了一盘瓜果进来,说:“太太叫人送来给二爷吃的,这是老太太的克什。”宝玉站起来答应了,复又坐下,便道:“搁在那里罢。” 莺儿一面放下瓜果,一面悄悄向宝玉道:“太太那里夸二爷呢。”宝玉微笑。莺儿又道:“太太说了:二爷这一用功,明儿进场中了出来,明年再中了进士,作了官,老爷、太太可就不枉了盼二爷了。”宝玉也只点头微笑。莺儿忽然想起那年给宝玉打络子的时候宝玉说的话来,便道:“真要二爷中了,那可是我们姑奶奶的造化了。二爷还记得那一年在园子里,不是二爷叫我打梅花络子时说的:我们姑奶奶后来带着我不知到那一个有造化的人家儿去呢!如今二爷可是有造化的罢咧。” 宝玉听到这里,又觉尘心一动。连忙敛神定息,微微的笑道:“据你说来,我是有造化的,你们姑娘也是有造化的,你呢?”莺儿把脸飞红了,勉强笑道:“我们不过当丫头一辈子罢咧,有什么造化呢?”宝玉笑道:“果然能够一辈子是丫头,你这个造化比我们还大呢。”莺儿听见这话,似乎又是疯话了,恐怕自己招出宝玉的病根来,打算着要走。只见宝玉笑着说道:“傻丫头,我告诉你罢。” 未知宝玉又说出什么话来,且听下回分解。 夙根——前生带来的灵根。​ 本支王府──即本族王府,也就是皇族宗室中的王府。下面的“外头路数”指异姓王府。​ 放定下茶──“放定”和“下茶”义同,是旧俗婚礼仪式之一,即男家向女家送去聘礼,以示婚姻确定。这里连称,意思不变。 下茶:明·许次纾《茶疏·考本》:“茶不移本,植必子生。古人结婚,必以茶为礼,取其不移置子之意也。今人犹名其礼曰下茶。”​ 援例监——即按照成例由捐纳取得了监生资格,称“例监”或“捐监”。清代乡试只有两种人可以应试:一种是进过学(参见第二回“进学”注),另一种即监生。贾宝玉和贾兰未进过学,但取得了监生资格,故可以应乡试。​ 《秋水》──《庄子》中的篇名,也是道家典籍中的名篇。此文宣扬道家率性自然、无识无为的思想,故被封建淑女薛宝钗视为洪水猛兽。 细玩——细心玩味领会。​ 得意忘言──得意:领会了精神。 语出《庄子·外物》:“言者所以在意,得意而忘言。吾安得夫忘言之人而与之言哉!”意谓领会了事物的精神,忘记了表达它的语言。这里引申以表示心领神会。​ 过眼烟云──语本宋·苏轼《宝绘堂记》:“自是不复好,见可喜者虽时复蓄之,然为人取去,亦不复惜也。譬之烟云之过眼,百鸟之感耳,岂不欣然接之,去而不复念也。”意谓犹如从眼前一闪而过的烟云。比喻身外之物,不加重视。​ 不失其赤子之心──赤子:指婴儿。参见第十八回“‘天地’对联”注文中的“赤子”注。 语出《孟子·离娄下》:“大人者,不失其赤子之心者也。”意谓没有丧失婴儿天真纯洁的心灵。形容人的心地善良而纯朴。​ 贪嗔痴爱──佛教用语。佛家认为贪嗔痴爱是使人堕落并妨碍领悟佛旨的大敌,因而应该去除。(见隋·释慧远《大乘义章》)​ 聚散浮生──泛指人的生命十分脆弱,也十分短暂。 聚散:典出《庄子·知北游》:“人之生,气之聚也,聚则为生,散则为死。”意谓人的生命不过是由气聚而成,因而十分脆弱。 浮生:典出《庄子·刻意》:“其生若浮,其死若休。”本指圣人的最高境界,贾宝玉只取其字面意义,即所谓“浮生如梦”。​ “谁是”句──太初:见于《庄子·知北游》:“有问道而应之者,不知道也;虽问道者,亦未闻道。道无问,问无应。无问问之,是问穷也;无应应之,是无内也。以无内待问穷,若是者,外不观乎宇宙,内不知乎太初。”成玄英疏:“太初,道本也。” 所谓“道本”,就是“道”的真谛。 此句意谓谁能修到真正吃透“道”的真谛的地步?​ 遁世离群——遁世:避开尘世。 离群:离开众人。 语本“遁世离俗”,出自战国楚·屈原《九章·悲回风》“悲申徒之抗迹”汉·王逸注:“申徒狄也。遭遇暗君,遁世离俗,自拥石赴河,故言抗迹也。”意谓远离尘世与人群,过隐居生活。​ 不忍──《孟子·公孙丑上》:“人皆有不忍人之心。”焦循注:“言人人皆有不忍加恶于人之心也。”孟子本以“不忍”之说规劝帝王实行仁政,薛宝钗却只取其字面意思以劝说贾宝玉。​ 尧、舜不强巢、许──尧让天下于许由的故事见于晋·皇甫谧《高士传·许由》所记为详:“许由字武仲。尧闻致天下而让焉,乃退而遁于中岳颍水之阳,箕山之下隐。尧又召为九州长,由不欲闻之,洗耳于颍水滨。” 按:史籍并无尧让天下于巢父之事。相传巢父为尧帝时隐士。其事迹见于晋·皇甫谧《高士传·巢父》:“巢父者,尧时隐人也,山居不营世利,年老以树为巢而寝其上,故时人号曰巢父。”可知巢父与舜更不相干。​ 武、周不强夷、齐──“武”即周武王,“周”即周公,“夷”即伯夷,“齐”即叔齐。伯夷、叔齐的事迹散见于《庄子·让王》、《史记·周本纪》,尤以《史记·伯夷列传》所记为详:伯夷、叔齐为孤竹君之子,为了逃避王位,二人逃往西周。周武王灭殷后,二人“义不食周粟,隐于首阳山”,终于饿死。​ 《参同契》──又名《周易参同契》,东汉·魏伯阳著。因其综合了“大易”、“黄老”、“炉火”三家之说,以阐述炼丹术,故称。​ 《元命苞》──亦作《元命包》。《春秋纬》书中的一种,是用阴阳、五行说解释《春秋》的书。原书已佚,只有明代人的辑残本。​ 《五灯会元》──宋·释普济编撰。此书是将《景德传灯录》、《天圣广灯录》、《建中靖国续灯录》、《联灯会要》、《嘉泰普灯录》五书摘要合编而成,故称。此书内容包括佛教禅宗的派系、名僧事迹、参禅问答等,为佛学重要著作之一。​ “内典”二句──内典:佛家称佛经为“内典”,儒书为“外典”或“外学”。宋·王禹偁《左街僧通惠大师文集序》:“释子谓佛书为内典,谓儒书为外学。” 金丹:古代道家以真金、矿石等为原科炼成的丹药,以为服之可以长生不老。如晋·葛洪《抱朴子·内篇·金丹》曰:“夫金丹之为物,烧之愈久,变化愈妙;黄金入火,百炼不消,埋之,毕天不朽。服此二物,炼人身体,故能令人不老不死。” 仙舟:暗指天河中的仙船“浮槎”(参见第五十回“‘幽梦’一联”条中的“槎”注),借喻求仙的途径。 这两句意谓学佛、学道不能靠佛经和炼丹术,需要寻求其他途径。可见贾宝玉不仅否定传统的儒学,而且否定了传统的佛学和道学,确有否定一切传统的叛逆性格。​ 语录──文体名。一个人或多人言论的记录或摘录。这里指的是明、清时所编选的名家语录,以供应试学子学习。 名稿──指应试八股文中典范作品的选本,也是供应试学子学习。 应制诗──指臣下应皇帝之命所作的诗。这类诗皆为歌功颂德之作,故有人将其编选成册,以供应试学子学习。​ 克什——亦作“克食”。满语。原义为皇帝恩赐之物。清·郝懿行《证俗文》卷一七:“满洲以恩泽为克什,凡颁赐之物出自上恩者,皆谓之克什。”又清·福格《听语丛考·克食》:“‘克食’二字,或作‘克什’,盖满、汉字谐音书写……考清语‘克什’之义为恩也,赐予也,赏赍也。”这里引申为供品,而分食供品又义近“散福”(参见第八十回“散福”注)。​

Kapitel 118

Aus altem Groll betrügt der Onkel die schwache Nichte, Erschreckende Rätselverse — Gattin und Nebenfrau ermahnen den Verblendeten

Es wird erzählt, dass die beiden Damen Xing und Wang, nachdem sie Yous Rede angehört hatten, wussten, dass die Sache kaum mehr rückgängig zu machen war. Frau König sagte schließlich: „Wenn das Fräulein den Weg der Frömmigkeit gehen will, so muss dies wohl eine Verwurzelung aus einem früheren Leben sein, und wir können sie wirklich nicht davon abhalten. Nur, dass ein Mädchen aus einer Familie wie der unseren ins Kloster geht, das ist doch keine rechte Sache. Da deine Schwägerin nun gesagt hat, dir das geistliche Leben zu gestatten, so ist das auch etwas Gutes. Doch eines muss ich sagen: Das Haar braucht nicht geschoren zu werden. Wenn das Herz wahrhaftig ist, kommt es auf das Haar nicht an. Bedenke, auch Wunderjade[1] übte ihren Glauben mit vollem Haar — und als ihr weltliches Herz sich einmal regte, da trieb es sie so weit! Wenn das Fräulein darauf besteht, so nehmen wir das Zimmer des Fräuleins als ihre stille Kammer. Was die Dienerinnen des Fräuleins betrifft, so muss man sie befragen: Wer bereit ist, dem Fräulein zu folgen, für die kommt keine Heiratsvermittlung mehr in Frage; wer nicht folgen will, für die wird anders vorgesorgt." Als Bedauerfrühling[2] dies hörte, trocknete sie ihre Tränen und dankte den beiden Damen Xing und Wang sowie Seidenweiß Pflaume und Dame Sonders.

Nachdem Frau König gesprochen hatte, fragte sie Buntschirm und die anderen: „Wer ist bereit, dem Fräulein ins geistliche Leben zu folgen?" Buntschirm und die anderen antworteten: „Wen die gnädigen Damen bestimmen, dem fügen wir uns." Frau König wusste, dass sie nicht willens waren, und überlegte gerade, wen sie bestimmen sollte. Dufthauch[3] stand hinter Schatzjades Rücken und rechnete damit, dass er gewiss heftig weinen würde, und war auf der Hut vor einem Rückfall seiner alten Krankheit. Doch zu aller Überraschung seufzte Schatzjade nur: „Wahrhaft bewundernswert!" Dufthauch fühlte sich innerlich nur noch trauriger. Schatzspange sprach kein Wort, aber bei jeder Gelegenheit versuchte sie ihn zu ergründen; als sie sah, dass er in seiner Verblendung nicht erwachte, konnte sie nur im Stillen Tränen vergießen. Frau König wollte eben die Dienstmädchen herbeirufen und befragen, als Purpurkuckuck[4] hervortrat, vor Frau König niederkniete und sprach: „Eben haben die gnädige Dame nach den Schwestern gefragt, die dem Vierten Fräulein dienen — was hält die gnädige Dame davon?" Frau König erwiderte: „Wie könnte man jemanden dazu zwingen? Wer bereit ist, wird es von selbst sagen." Purpurkuckuck sprach: „Dass das Fräulein ins geistliche Leben treten will, ist natürlich ihr eigener Wunsch und keineswegs die Absicht der anderen Schwestern. Ich habe der gnädigen Dame etwas zu sagen: Ich will auch keineswegs die Schwestern auseinanderreißen, jede hat ihren eigenen Willen. Ich habe Fräulein Lin eine Zeit lang gedient, und wie Fräulein Lin mich behandelt hat, das wissen auch die gnädigen Damen — ihre Güte war wahrhaftig bergeshoch und unvergleichlich. Als sie starb, hätte ich ihr am liebsten in den Tod folgen wollen, doch sie war nicht von hier, und ich selbst habe die Gnade der Herrschaft empfangen, sodass ich ihr nicht in den Tod folgen konnte. Da nun das Vierte Fräulein ins geistliche Leben treten will, so bitte ich die gnädigen Damen, mich ihr zuzuweisen, damit ich dem Fräulein ein Leben lang diene. Ich weiß nicht, ob die gnädigen Damen es erlauben? Wenn sie es erlauben, wäre das mein Glück."

Die beiden Damen Xing und Wang hatten noch nicht geantwortet, da hörte man Schatzjade, der an dieser Stelle an Kajaljade dachte, und eine Welle der Traurigkeit überflutete ihn, sodass ihm die Tränen bereits hinabrannen. Alle wollten ihn gerade fragen, da brach er in lautes Lachen aus, trat vor und sprach: „Eigentlich sollte ich das nicht sagen, aber da Purpurkuckuck von der gnädigen Dame meinem Gemach zugeteilt wurde, wage ich es: Bitte erlaubt es ihr, erfüllt ihr den guten Vorsatz!" Frau König erwiderte: „Früher, als deine Schwestern verheiratet wurden, hast du so geweint, als ob du sterben wolltest; jetzt siehst du, dass die Vierte Schwester ins Kloster gehen will, und anstatt sie davon abzuhalten, nennst du es eine gute Sache. Was meinst du eigentlich? Ich verstehe dich ehrlich gesagt nicht mehr." Schatzjade sprach: „Es ist beschlossen, dass die Vierte Schwester ins geistliche Leben tritt, und die Vierte Schwester hat sich fest entschlossen. Wenn es wirklich so ist, habe ich ein Wort an die gnädige Dame; wenn es nicht feststeht, wage ich es nicht, Unsinn zu reden." Bedauerfrühling sagte: „Zweiter Bruder, deine Rede ist doch lächerlich. Wenn jemand keinen festen Entschluss hätte, könnte er die gnädigen Damen umstimmen? Ich sage es wie Purpurkuckuck: Lasst man es mir zu, so ist es mein Glück; lasst man es mir nicht zu, so bleibt mir noch der Tod — was sollte ich fürchten? Da der Zweite Bruder etwas zu sagen hat, soll er nur reden."

Schatzjade sprach: „Auch was ich sage, ist keine Enthüllung, denn dies ist gewiss bestimmt. Ich will euch ein Gedicht vortragen, hört zu." Die Anwesenden sagten: „In solch bitterem Augenblick kommst du mit Gedichten und ärgerst die Leute!" Schatzjade erwiderte: „Es ist kein selbstverfasstes Gedicht; ich habe es an einem Ort gelesen, den ich einmal besucht habe. Hört nur zu!" Die Anwesenden sagten: „Nun gut, trag es vor, aber erzähle nichts Zusammenphantasiertes!" Schatzjade erklärte sich nicht weiter und sprach:

Durchschaut ist aller drei Lenze flüchtiger Glanz, Das Mönchsgewand tauscht den Schmuck der früheren Jahre ein. Erbarmungswürdig die Tochter aus edlem und besticktem Haus, Einsam ruht sie beim blauen Licht an der Seite des alten Buddha.

Seidenweiß Pflaume und Schatzspange hörten dies und riefen entsetzt: „Das ist nicht gut! Dieser Mensch ist vom Wahnsinn befallen!" Als Frau König diese Worte hörte, nickte sie seufzend mit dem Kopf und fragte: „Schatzjade, wo hast du das eigentlich gelesen?" Schatzjade wollte es nicht verraten und antwortete: „Die gnädige Dame braucht nicht zu fragen, es gibt seinen Ort." Frau König überlegte eine Weile, und als sie den Sinn erfasste, brach sie erneut in Tränen aus: „Du sagst, das neulich sei nur ein Scherz gewesen, und woher kommt dann plötzlich dieses Gedicht? Ach, ich habe es verstanden. Was soll ich denn mit euch allen anfangen? Ich weiß auch keinen Rat mehr, ich muss euch wohl gewähren lassen. Aber wartet, bis ich die Augen schließe, und dann tut jeder, was er will — damit hat es sich." Schatzspange versuchte sie zu trösten, doch ihr eigenes Herz wurde mehr als von einem Messer zerfleischt; sie konnte sich nicht mehr beherrschen und brach in lautes Weinen aus. Dufthauch weinte bereits, als verginge sie in Schmerz, und nur dank Herbstgaze[5], die sie stützte, blieb sie aufrecht.

Schatzjade aber weinte nicht und tröstete auch nicht, sondern schwieg. Orchidee Kaufmann[6] und Kreis Kaufmann[7] hörten all dies und gingen jeder für sich davon.

Seidenweiß Pflaume gab sich alle Mühe zu erklären: „Das kommt alles nur daher, dass Bruder Schatzjade sieht, wie die Vierte Schwester ins Kloster geht — vor lauter Schmerz redet er wirres Zeug, das darf man nicht für bare Münze nehmen. Nur die Sache mit Purpurkuckuck bleibt zu klären: ob sie genehmigt wird oder nicht, damit sie aufstehen kann." Frau König sagte: „Was heißt hier genehmigen oder nicht? Wenn ein Mensch sich einmal etwas fest vorgenommen hat, kann man ihn ohnehin nicht umstimmen. Doch was Schatzjade sagt, ist wohl auch gewiss bestimmt." Purpurkuckuck verbeugte sich mit einem Kopfstoß bis zum Boden. Bedauerfrühling dankte Frau König noch einmal. Purpurkuckuck verbeugte sich auch vor Schatzjade und Schatzspange. Schatzjade sprach ein „Amitabha Buddha! Bewundernswert, bewundernswert! Ich hätte nicht gedacht, dass du als erste die Erlösung findest." Schatzspange war gewöhnlich gefasst, doch auch sie konnte sich kaum noch beherrschen. Nur Dufthauch, ohne sich um Frau Königs Anwesenheit zu kümmern, weinte hemmungslos und sagte: „Ich möchte ebenfalls dem Vierten Fräulein ins geistliche Leben folgen!" Schatzjade lächelte: „Auch du hast ein gutes Herz, aber du kannst dieses reine Glück nicht genießen." Dufthauch schluchzte: „Soll das heißen, dass ich sterben muss?" Als Schatzjade dies hörte, fühlte er sich betrübt, konnte aber nichts sagen.

Da es bereits die fünfte Nachtwache war, bat Schatzjade Frau König, sich zur Ruhe zu begeben. Seidenweiß Pflaume und die anderen gingen auseinander. Buntschirm und die übrigen versorgten Bedauerfrühling vorübergehend und wurden später an Ehemänner vermittelt; Purpurkuckuck diente ihr ein Leben lang und wankte nie in ihrem Vorsatz: doch dies gehört in eine spätere Erzählung.

Nun sei von Aufrecht Kaufmann[8] berichtet, der den Sarg der Herzoginmutter[9] begleitete und mit ihm gen Süden reiste. Auf dem Weg begegneten sie den Schiffen der aus dem Krieg heimkehrenden Truppen, die Wasserstraßen waren verstopft, und sie kamen nicht schnell voran, was ihn unterwegs sehr beunruhigte. Zum Glück begegnete er Beamten von der Seeküste und erfuhr, dass der Oberkommandierende der Seeverteidigung nach Beijing zurückberufen worden sei; so hoffte er, dass Frühlingserforscherin[10] gewiss nach Hause zurückkehren werde, was ihm ein wenig Erleichterung verschaffte. Doch als er den genauen Zeitpunkt der Abreise nicht in Erfahrung bringen konnte, wurde er wieder unruhig. Da er berechnete, dass sein Reisegeld nicht ausreichen würde, schrieb er notgedrungen einen Brief und schickte einen Diener zu Lai Shangrong an dessen Amtssitz, um fünfhundert Tael Silber zu leihen, und ließ den Mann ihm unterwegs entgegenkommen, um die Ausgaben zu decken.

Nach einigen Tagen hatte Aufrecht Kaufmanns Schiff erst ein Dutzend Li zurückgelegt, als jener Diener zurückkam und dem Schiff entgegenfuhr. Er übergab Lai Shangrongs unterwürfiges Antwortschreiben. In dem Brief klagte dieser über vielerlei Nöte und legte fünfzig Tael Silber bei. Aufrecht Kaufmann war außer sich vor Zorn und befahl dem Diener auf der Stelle: „Bring es sofort zurück, schick den Originalbrief zurück, und richte ihm aus, er brauche sich keine Mühe zu geben!" Der Diener konnte nichts anderes tun, als zu Lai Shangrongs Amtssitz zurückzukehren. Lai Shangrong empfing den ungeöffneten Brief und das Silber, war bedrückt und wusste, dass er die Sache nicht ordentlich erledigt hatte. Er legte weitere hundert Tael dazu und bat den Boten, sie mitzunehmen und ein gutes Wort für ihn einzulegen. Doch der Mann weigerte sich, das Paket mitzunehmen, warf es hin und ging.

Lai Shangrong war beunruhigt und schrieb sofort einen Brief nach Hause, um seinem Vater Bescheid zu geben, damit dieser einen Weg finde, Urlaub zu beantragen und sich aus dem Dienstverhältnis freizukaufen. Daraufhin baten die Lais durch Rosenholz Kaufmann und Efeu Kaufmann bei Frau König um Gnade und Freilassung. Rosenholz Kaufmann wusste, dass dies unmöglich war, wartete einen Tag ab und behauptete dann fälschlich, Frau König habe nicht zugestimmt, und gab diese Antwort weiter. Die Familie Lai beantragte einerseits Urlaub und schickte andererseits jemanden zu Lai Shangrongs Amtssitz mit der Weisung, er solle sich krankheitshalber von seinem Amt zurückziehen. Frau König wusste von alledem nichts.

Als Efeu Kaufmann die falsche Ausrede von Rosenholz Kaufmann hörte, verlor er alle Hoffnung. In letzter Zeit hatte er draußen auch noch einiges an Geld verspielt und konnte die Schulden nicht begleichen. Er wandte sich an Kreis Kaufmann, um sich Geld zu leihen. Kreis Kaufmann war selbst ohne einen einzigen Heller; obwohl seine Mutter, die Nebenfrau Zhao, einige Ersparnisse gehabt hatte, hatte er sie längst durchgebracht und konnte andere nicht versorgen. Da fiel ihm ein, wie Phönixglanz[11] ihn schlecht behandelt hatte, und nun, da Kette Kaufmann[12] nicht zu Hause war, wollte er sich an Klugmädchen[13] rächen. Also brachte er dieses Angebot an Efeu Kaufmann heran und beklagte sich absichtlich vor ihm: „Ihr seid schon groß genug, und wo es die Gelegenheit gibt, Geld zu machen, traut ihr euch nicht, aber ihr kommt zu mir, der keines hat, und fragt." Efeu Kaufmann erwiderte: „Dritter Onkel, das ist doch lächerlich. Wir sind zusammen unterwegs, haben zusammen unseren Spaß, wo gibt es da Geld zu verdienen?" Kreis Kaufmann sagte: „Hast du neulich nicht gehört, dass jemand erzählt hat, ein Barbarenfürst wolle sich eine Nebenfrau kaufen? Warum besprichst du das nicht mit Onkel Wang und bietest Klugmädchen an?" Efeu Kaufmann entgegnete: „Onkel, ein Wort, das dich vielleicht ärgert, aber wenn ein Barbarenfürst Geld ausgibt, um jemanden zu kaufen — glaubst du, der wird danach noch mit unserer Familie verkehren?" Kreis Kaufmann flüsterte Efeu Kaufmann einige Worte ins Ohr.

Efeu Kaufmann nickte zwar, hielt Kreis Kaufmann' Vorschlag aber für Kindergerede und nahm es nicht ernst. Da kam zufällig König Ren[14] herein und sagte: „Was tuschelt ihr zwei da, wollt ihr es vor mir verheimlichen?" Efeu Kaufmann flüsterte ihm Kreis Kaufmann' Worte ins Ohr. König Ren klatschte in die Hände: „Das wäre ja ein feines Geschäft und bringt Silber! Ich fürchte nur, ihr traut euch nicht. Wenn ihr es wagt, so bin ich als leiblicher Onkel befugt zu entscheiden. Es muss nur sein, dass der Dritte, Kreis Kaufmann, es bei der Ersten Frau[15] vorträgt, ich rede mit Onkel Xing, und wenn die gnädigen Damen nachfragen, dann stimmt ihr alle überein — das ist alles."

Nachdem Kreis Kaufmann und die anderen sich beraten hatten, ging König Ren los, um Onkel Xing zu suchen; Efeu Kaufmann ging zu den beiden Damen Xing und Wang, und was er erzählte, klang wie die Krone auf dem Juwel. Frau König hörte ihm zwar zu, glaubte ihm aber nicht. Frau Strafe hörte, dass Onkel Xing Bescheid wisse, war in ihrem Herzen einverstanden und schickte jemanden, Onkel Xing zu holen und ihn zu befragen. Onkel Xing hatte bereits von König Ren gehört und konnte sich zudem seinen Teil vom Gewinn versprechen, also sprach er vor Frau Strafe: „Dieser Prinz ist ein höchst angesehener Mann. Wenn man in diese Heiratsverbindung einwilligt, wird er zwar nicht die Erste Frau, aber sobald sie erst einmal eingeheiratet hat, bekommt der Schwager seinen Beamtenposten zurück, und das Ansehen des Hauses ist wiederhergestellt." Frau Strafe war eine Frau ohne eigene Meinung, und der einfältige Onkel betörte sie mit seinen falschen Worten. Sie ließ König Ren kommen und befragte ihn, und der schilderte alles noch glanzvoller. Daraufhin schickte Frau Strafe sogar jemanden hinaus, um Efeu Kaufmann zu folgen und die Sache voranzutreiben.

König Ren fand sogleich einen Mittelsmann und ging zum Gästehaus des Barbarenfürsten, um die Sache zu besprechen. Der Barbarenfürst kannte die Hintergründe nicht und wollte jemanden zur Besichtigung schicken. Efeu Kaufmann bestach auch die Leute, die zur Besichtigung kamen, und erklärte ihnen: „Dies geschieht heimlich und ohne Wissen des ganzen Hauses. Sagt nur, es sei ein Königshaus, das um die Hand anhält. Wenn die Sache beschlossen ist, hat die Großmutter entschieden, der leibliche Onkel bürgt — da gibt es nichts zu befürchten." Die Besichtiger stimmten zu. Efeu Kaufmann sandte dann Nachricht an Frau Strafe und teilte es auch Frau König mit. Seidenweiß Pflaume, Schatzspange und die anderen wussten nichts von den wahren Umständen und hielten es für eine gute Nachricht, worüber sich alle freuten.

An jenem Tag kamen tatsächlich einige Frauen, alle in prächtigem Putz. Frau Strafe empfing sie und plauderte über Belanglosigkeiten. Da sie wusste, dass die Besucherin eine Dame mit Hofrang war, wagte sie es nicht, sie geringzuschätzen. Da die Sache noch nicht beschlossen war, hatte Frau Strafe Klugmädchen auch nicht eingeweiht, sondern nur gesagt, eine Verwandte komme zu Besuch, sie solle sich zeigen. Klugmädchen war noch ein Kind und kümmerte sich nicht um solche Dinge; sie folgte ihrer Amme hinüber. Friedchen[16] war beunruhigt und ging mit. Es waren zwei Frauen da, die wie Hofdamen gekleidet waren. Als sie Klugmädchen sahen, musterten sie sie von Kopf bis Fuß, standen dann auf, nahmen Klugmädchens Hand und betrachteten sie noch einmal, saßen kurz und gingen. Klugmädchen war ganz beschämt, kehrte in ihr Zimmer zurück und grübelte; da sie wusste, dass es keine solche Verwandte gab, fragte sie Friedchen.

Friedchen hatte die Besucher schon bei ihrem Eintritt beobachtet und ahnte zu acht oder neun Zehnteln: „Das müssen Brautschauer gewesen sein. Aber da der Zweite Herr nicht zu Hause ist und die Erste Frau die Entscheidung trifft, weiß ich nicht, aus welchem Fürstenhaus sie kommen. Wenn es ein standesgemäßer Heiratsantrag wäre, würden sie nicht so mustern. Diese Leute sehen nicht nach einem Haus des kaiserlichen Clans aus, sondern eher nach einer auswärtigen Adresse. Dem Fräulein sage ich jetzt noch nichts, erst will ich mich genau erkundigen." Friedchen achtete sorgfältig darauf und erkundigte sich; alle Dienstmädchen und Dienerinnen, die Friedchen einst befehligt hatte, erzählten ihr, was sie von den Gerüchten draußen gehört hatten. Friedchen erschrak zutiefst und wusste sich keinen Rat. Obwohl sie es Klugmädchen nicht sagte, eilte sie sofort zu Seidenweiß Pflaume und Schatzspange, um sie zu bitten, Frau König zu informieren.

Frau König erkannte, dass die Sache nicht gut stand, und sprach mit Frau Strafe darüber. Doch Frau Strafe vertraute auf die Worte ihres Bruders und König Rens und verdächtigte Frau König, keine guten Absichten zu haben. Sie sagte: „Die Enkelin ist alt genug, und da Kette Kaufmann nicht zu Hause ist, habe ich das Recht zu entscheiden. Außerdem ist es ihr leiblicher Großonkel und ihr leiblicher Onkel, die nachgeforscht haben — sollten sie etwa weniger zuverlässig sein als andere? Ich bin auf jeden Fall dafür; sollte etwas schiefgehen, brauchen weder ich noch Kette Kaufmann jemand anderem Vorwürfe zu machen." Frau König hörte dies, unterdrückte ihren Zorn, sagte noch einige Worte und ging hinaus. Sie erzählte es Schatzspange und vergoss selbst Tränen.

Schatzjade riet: „Die gnädige Dame möge sich nicht beunruhigen. Ich sehe voraus, dass diese Sache nicht zustande kommen wird. Dies ist durch Klugmädchens Schicksal bestimmt; die gnädige Dame brauche sich nur nicht einzumischen." Frau König sagte: „Kaum öffnest du den Mund, sagst du verrückte Sachen. Die Leute haben es schon abgemacht und wollen sie bald abholen. Wenn es nach Friedchens Worten ginge — würde dein Zweiter Bruder Kette mir nicht Vorwürfe machen? Gar nicht zu reden von unserer eigenen Großnichte — selbst die Kinder von Verwandten sollten es gut haben. Nichte Xing, für die wir die Ehe vermittelt haben, verheiratet mit deinem Zweiten Schwager — leben sie jetzt nicht in Frieden und Eintracht? Und Nichte Qin, die die Familie Mei geheiratet hat — ich habe gehört, sie lebe in Wohlstand und Überfluss. Nur Nichte Shi — da hat ihr Onkel entschieden, erst war es gut, doch jetzt ist der Schwiegersohn an der Schwindsucht gestorben, und deine Schwester Geschichte hat sich entschlossen, als Witwe zu leben — ein hartes Los. Wenn Klugmädchen an die falsche Familie gerät, wäre das nicht ein Zeichen meines bösen Herzens?"

Gerade als sie so sprach, kam Friedchen, um Schatzspange zu besuchen und zugleich Frau Strafes Stimmung zu erkunden. Frau König wiederholte Frau Strafes Worte. Friedchen stand eine halbe Ewigkeit reglos da, kniete dann nieder und flehte: „Klugmädchens ganze Zukunft hängt von der gnädigen Dame ab! Wenn man den Leuten glaubt, wird das Fräulein nicht nur ein Leben lang leiden, sondern was sollen wir sagen, wenn der Zweite Herr Kette zurückkommt?" Frau König erwiderte: „Du bist ein verständiger Mensch, steh auf und höre mir zu: Klugmädchen ist schließlich die Enkelin der Ersten Frau; wenn sie entscheiden will, kann ich sie da aufhalten?" Schatzjade riet: „Es ist kein Problem; es genügt, wenn man Klarheit hat." Friedchen fürchtete, Schatzjade könnte in seinem Wahnsinn alles herausschreien, und sagte nichts weiter; sie verabschiedete sich von Frau König und ging.

Frau König dachte an all ihren Verdruss, bekam einen Anfall von Herzschmerz, ließ sich von einer Dienerin stützen und ging mühsam in ihr eigenes Zimmer zurück, wo sie sich hinlegte. Sie ließ Schatzjade und Schatzspange nicht kommen und sagte, sie brauche nur ein wenig zu schlafen, dann werde es ihr besser gehen. Doch sie selbst war bedrückt. Als sie hörte, dass die Schwägerin Li zu Besuch gekommen war, konnte sie sie auch nicht empfangen. Da trat Orchidee Kaufmann ein, begrüßte sie und berichtete: „Heute Morgen hat jemand von Großvaters Seite einen Brief gebracht, die Burschen draußen haben ihn hereingetragen. Meine Mutter hat ihn angenommen und wollte gerade herüberkommen; aber da meine Großmutter mütterlicherseits kam, hat sie mich vorausgeschickt, ihn der gnädigen Dame zu zeigen. Nachher kommt meine Mutter, um der gnädigen Dame Bericht zu erstatten. Und meine Großmutter will auch herkommen." Damit überreichte er den Brief. Frau König nahm den Brief entgegen und fragte: „Was will deine Großmutter?" Orchidee Kaufmann sagte: „Das weiß ich auch nicht. Ich habe nur meine Mutter sagen hören, dass aus der Familie des Schwiegersohns meiner Dritten Tante eine Nachricht gekommen ist." Frau König erinnerte sich: Seinerzeit hatte man Prachtamt Pflaume für Zhen Baoyu[17] vorgeschlagen, danach waren Verlobungsgeschenke ausgetauscht worden, und nun wollte die Familie Echt die Braut wohl abholen; darum sei die Schwägerin Li gekommen, um dies zu besprechen. Sie nickte. Dann öffnete sie den Brief und las:

Unterwegs treffe ich fortwährend auf Schiffe der siegreich heimkehrenden Küstentruppen und kann nicht schnell vorankommen. Ich habe gehört, dass Frühlingserforscherin mit ihrem Schwiegervater und Ehemann in die Hauptstadt kommt; ich weiß nicht, ob es davon Nachricht gibt? Kette Kaufmanns letztem Schreiben entnehme ich, dass der Älteste Herr nicht wohl ist — gibt es schon Gewissheit darüber? Schatzjade und Orchidee — die Prüfungszeit rückt näher; sie müssen aufrichtig lernen und dürfen nicht nachlässig sein. Es wird noch einige Zeit dauern, bis der Sarg der Alten Dame zu Hause ankommt. Mir geht es gut, sorgt euch nicht. Dies zur Kenntnis an Schatzjade und andere. Eigenhändig geschrieben am soundsovielten. Kaufmann Nelke[18] in besonderem Schreiben.

Frau König las fertig und reichte den Brief Orchidee Kaufmann: „Nimm ihn mit und zeige ihn deinem Zweiten Onkel, dann gib ihn deiner Mutter zurück."

Gerade als sie so sprach, kamen Seidenweiß Pflaume und die Schwägerin Li herein, begrüßten sie und erkundigten sich nach dem Befinden. Frau König bat sie, Platz zu nehmen. Die Schwägerin Li erzählte von den Hochzeitsplänen der Familie Echt für Prachtamt Pflaume. Man beratschlagte eine Weile. Seidenweiß Pflaume fragte Frau König: „Hat die gnädige Dame den Brief des Herrn gelesen?" Frau König sagte: „Ja." Orchidee Kaufmann gab den Brief seiner Mutter. Seidenweiß Pflaume las ihn und sagte: „Die Dritte Schwester ist schon mehrere Jahre verheiratet und nie gekommen. Wenn sie jetzt in die Hauptstadt zurückkehrt, wird die gnädige Dame ein wenig erleichtert sein." Frau König erwiderte: „Ich habe ohnehin Herzschmerzen, aber als ich las, dass Frühlingserforscherin zurückkehrt, wurde mir etwas besser — nur weiß ich nicht, wann sie ankommt." Die Schwägerin Li erkundigte sich nach Aufrecht Kaufmanns Befinden auf der Reise. Seidenweiß Pflaume wandte sich an Orchidee Kaufmann: „Hast du gesehen, mein Junge? Die Prüfung rückt näher, dein Großvater macht sich solche Sorgen. Nimm den Brief schnell und zeig ihn dem Zweiten Onkel." Die Schwägerin Li fragte: „Die beiden haben doch nie eine Aufnahmeprüfung bestanden — wie können sie dann an der Provinzialprüfung teilnehmen?" Frau König erklärte: „Als ihr Großvater als Getreideintendant aufbrach, hat er für beide den Status eines kaiserlichen Studenten durch Zuwendung erworben." Die Schwägerin Li nickte. Orchidee Kaufmann nahm den Brief und ging hinaus, um Schatzjade aufzusuchen.

Nun wird berichtet, dass Schatzjade, nachdem er Frau König verabschiedet hatte, gerade den Aufsatz „Herbstwasser" aus dem Zhuangzi in der Hand hielt und ihn sorgfältig studierte. Schatzspange kam aus dem inneren Zimmer und sah, dass er so versunken las, dass er über die Worte hinaus war. Sie trat näher und sah, was es war, und ihr Herz wurde schwer. Sie dachte: „Er behandelt diese weltflüchtigen und menschenfernen Reden als ernsthafte Angelegenheit; das wird auf die Dauer nicht gut gehen." Bei seinem Anblick erkannte sie, dass Ermahnung vergeblich wäre; so setzte sie sich neben Schatzjade und starrte ihn nur an. Schatzjade bemerkte es und fragte: „Was ist denn nun wieder los?" Schatzspange erwiderte: „Bedenke, da wir Mann und Frau sind, bist du meine lebenslange Stütze — doch nicht im Sinne privater Leidenschaften. Was Glanz und Reichtum betrifft, so sind sie in der Tat nur flüchtige Wolken vor dem Auge. Doch seit alters haben die Heiligen und Weisen den Charakter des Menschen als das Wesentliche betrachtet ..."

Schatzjade hörte nicht einmal zu Ende; er legte das Buch beiseite und sagte mit einem leisen Lächeln: „Du sprichst von ‚Charakter als Wurzel' und von ‚Heiligen und Weisen'; doch weißt du, dass die alten Heiligen und Weisen gesagt haben: ‚Verliere nicht das Herz des Neugeborenen'? Was ist so gut am Neugeborenen? Nichts weiter als Unwissenheit und Begierdelosigkeit, ohne Gier und ohne Furcht. Wir aber sind von Geburt an in Gier, Zorn, Verblendung und Liebe versunken, wie im Schlamm — wie könnten wir diesem Netz aus Staub entkommen? Erst jetzt begreife ich die vier Zeichen ‚Versammlung und Zerstreuung, schwebendes Leben'; die Alten haben es gesagt, aber niemand hat es wirklich verstanden. Wenn du schon von Charakter als Wurzel sprichst — wer hat denn je jenen ersten Schritt zum Urbeginn erreicht?" Schatzspange erwiderte: „Du sprichst vom ‚Herz des Neugeborenen', doch die alten Heiligen und Weisen meinten damit Treue und Kindespflicht, nicht Weltflucht und Loslösung von allen Banden. Yao, Shun, Yu, Tang, die Könige von Zhou und Konfuzius — sie alle trachteten unablässig danach, das Volk zu retten und die Welt zu ordnen. Was man ‚Herz des Neugeborenen' nennt, ist im Grunde nichts anderes als ‚Mitleid'. Doch was du eben sagtest — die Bande des Himmels abzuwerfen — was wäre das für ein Weg?"

Schatzjade nickte lächelnd und sagte: „Yao und Shun haben Chao und Xu nicht gezwungen, Wu und Zhou haben Yi und Qi nicht gezwungen." Schatzspange unterbrach ihn, bevor er ausreden konnte: „Was du da sagst, ist noch falscher. Wenn seit alters alle nur Chao, Xu, Yi und Qi gewesen wären, warum verehrt man dann Yao, Shun, Zhou und Konfuzius als Heilige und Weise? Und dass du dich mit Yi und Qi vergleichst, ist vollends unsinnig. Yi und Qi lebten am Ende der Shang-Dynastie und hatten mit vielen schwierigen Umständen zu kämpfen; darum suchten sie einen Vorwand und flohen. In dieser gesegneten Zeit aber genießen wir seit Generationen die Gnade des Staates; unsere Vorfahren lebten in Brokat und Jade. Und seit deiner Geburt — von der seligen Herzoginmutter über den Herrn Vater und die gnädige Dame — haben sie dich wie einen Schatz gehütet. Bedenke selbst, ob das, was du eben gesagt hast, richtig oder falsch ist."

Schatzjade hörte zu und antwortete nicht, er hob nur den Kopf und lächelte leise. Schatzspange ermahnte ihn weiter: „Da du nun keine Argumente mehr hast, rate ich dir, von nun an das Herz zu sammeln und dich ordentlich dem Studium zu widmen. Wenn du es schaffst, den Titel eines Graduierten zu erlangen, selbst wenn du dann aufhörst — so hast du die Gnade des Himmels und die Verdienste der Vorfahren nicht umsonst empfangen." Schatzjade nickte, seufzte und sagte: „Den Titel zu erlangen, ist eigentlich gar nicht so schwer. Doch dein ‚von nun an aufhören' und ‚nicht umsonst die Gnade des Himmels und die Verdienste der Vorfahren empfangen' — das weicht nicht von der rechten Spur ab."

Bevor Schatzspange antworten konnte, kam Dufthauch herein und sagte: „Was die Zweite Herrin eben von den alten Heiligen und Weisen sagte, davon verstehen wir nichts. Ich denke nur an uns alle, die wir von klein auf dem Zweiten Herrn gefolgt sind und so viel Mühe auf uns genommen haben. Nach der Vernunft ist das unsere Pflicht, aber der Zweite Herr sollte auch Rücksicht nehmen. Und wie viel Kindespflicht die Zweite Herrin für den Zweiten Herrn vor dem Herrn Vater und der gnädigen Dame geleistet hat! Selbst wenn der Zweite Herr die eheliche Verbindung nicht ernst nimmt, sollte er doch die Menschen nicht so enttäuschen. Was die Sache mit den Unsterblichen angeht — das sind doch lauter Lügen; wer hat je einen Unsterblichen gesehen, der in die Menschenwelt herabgestiegen ist? Woher kommt dieser Mönch, der solches wirres Zeug redet, und der Zweite Herr glaubt es? Der Zweite Herr ist ein gebildeter Mensch — wiegen denn die Worte jenes Mönches schwerer als die des Herrn Vaters und der gnädigen Dame?" Schatzjade hörte zu und senkte schweigend den Kopf.

Dufthauch wollte noch weitersprechen, als von draußen Schritte zu hören waren, und jemand fragte durchs Fenster: „Ist der Zweite Onkel da?" Schatzjade erkannte Orchidee Kaufmanns Stimme, stand auf und sagte lächelnd: „Komm nur herein." Auch Schatzspange stand auf. Orchidee Kaufmann trat ein, mit strahlendem Lächeln begrüßte er Schatzjade und Schatzspange, fragte nach Dufthauchs Befinden. Auch Dufthauch erkundigte sich. Dann überreichte er den Brief Schatzjades Blick. Schatzjade nahm ihn in die Hand, las ihn und fragte: „Deine Dritte Tante kehrt zurück?" Orchidee Kaufmann antwortete: „Da Großvater es so schreibt, wird sie wohl zurückkehren." Schatzjade nickte schweigend, in Gedanken versunken. Orchidee Kaufmann fragte dann: „Hat der Onkel es gelesen? Am Ende schreibt der Großvater, wir sollen fleißig lernen. Der Onkel hat in letzter Zeit wohl keine Aufsätze geschrieben?" Schatzjade lächelte: „Ich will auch ein paar üben, um für diesen Titel gerüstet zu sein." Orchidee Kaufmann sagte: „Wenn der Onkel so denkt, dann lass uns ein paar Themen aufstellen. Ich schreibe mit, damit ich mich auch in der Prüfung ein wenig zurechtfinde. Sonst gibt man ein leeres Blatt ab und macht sich lächerlich — nicht nur ich, auch der Onkel würde ausgelacht." Schatzjade erwiderte: „So schlimm wird es bei dir nicht sein." Darauf forderte Schatzspange Orchidee Kaufmann auf, sich zu setzen. Schatzjade saß weiterhin auf seinem Platz, Orchidee Kaufmann setzte sich seitlich. Die beiden sprachen über Aufsätze und Literatur, und bald waren sie in bester Stimmung.

Schatzspange sah, wie vergnügt die beiden plauderten, ging ins innere Zimmer zurück und überlegte: „Nach dem, was Schatzjade jetzt zeigt, ist er vielleicht wirklich zur Besinnung gekommen. Nur vorhin hat er einzig die vier Worte ‚von nun an aufhören' ausdrücklich gebilligt — was das wohl wieder zu bedeuten hat?" So war Schatzspange noch im Zweifel. Nur Dufthauch beobachtete, wie gern er über Literatur sprach und wie freudig er die Prüfung erwähnte, und dachte bei sich: „Amitabha Buddha! Endlich, wie schwer war es doch, ihn wie aus den Vier Büchern herauszupredigen!"

Hier sprach Schatzjade mit Orchidee Kaufmann über Literatur; Goldamsels[19] brachte ihnen Tee. Orchidee Kaufmann stand auf, um ihn entgegenzunehmen, und dann besprachen sie noch die Regeln der Prüfung und den Vorschlag, zusammen mit Zhen Baoyu zu lernen. Auch Schatzjade schien dem zugeneigt.

Als Orchidee Kaufmann sich bald verabschiedete, ließ er den Brief bei Schatzjade. Schatzjade betrachtete den Brief, ging lächelnd ins Innere und gab ihn Moschusmond zur Aufbewahrung. Dann kam er heraus und legte jenen Band des Zhuangzi weg und ließ einige seiner einstigen Lieblingsbücher wie den „Cantong qi", den „Yuanming bao" und den „Wudeng huiyuan" von Mondschein, Herbstgaze, Goldamsel und den anderen wegtragen und beiseite stellen.

Schatzspange fand sein Verhalten höchst bemerkenswert und wollte ihn auf die Probe stellen. Sie fragte lächelnd: „Dass du sie nicht mehr liest, ist vernünftig, aber warum sie wegtragen lassen?" Schatzjade antwortete: „Jetzt ist mir alles klar geworden; diese Bücher taugen nichts. Am liebsten würde ich sie alle verbrennen, um reinen Tisch zu machen." Schatzspange war überaus erfreut. Doch dann hörte sie, wie Schatzjade leise vor sich hin murmelte: „Im Kanon des Inneren steht keine Buddhanatur, Jenseits der Goldenen Elixiere gibt es ein Unsterblichkeitsschiff." Schatzspange hatte nicht genau hingehört, verstand nur „keine Buddhanatur" und „Unsterblichkeitsschiff", und ihr Misstrauen erwachte erneut; sie wollte abwarten, wie er sich weiter verhielt. Schatzjade ließ Mondschein, Herbstgaze und die anderen ein stilles Arbeitszimmer einrichten und suchte die gesammelten Spruchsammlungen, die berühmten Musteraufsätze und die Huldigungsgedichte zusammen, stellte sie im stillen Zimmer auf und begann tatsächlich, in aller Ruhe zu lernen. Erst da beruhigte sich Schatzspange.

Dufthauch war wahrhaftig sprachlos — so etwas hatte sie weder gehört noch gesehen. Sie flüsterte Schatzspange lächelnd zu: „Die gnädige Herrin hat so überzeugend gesprochen, mit nur einer Rede hat sie den Zweiten Herrn zur Einsicht gebracht. Nur schade, dass es ein wenig spät kam, die Prüfung steht unmittelbar bevor." Schatzspange nickte und lächelte leise: „Ruhm und Ehre haben ihre eigene Bestimmung; ob er besteht oder nicht, hängt nicht davon ab, wann er zu lernen begonnen hat. Ich wünsche mir nur, dass er von nun an sein Herz dem rechten Weg zuwendet und die früheren Verirrungen für immer ablegt — das wäre genug." An dieser Stelle, da niemand sonst im Zimmer war, sagte sie leise: „Dass er jetzt bereut und umkehrt, ist sehr gut. Nur eines fürchte ich: Er könnte in seine alte Krankheit von damals zurückfallen und wieder den Umgang mit den Mädchen suchen — auch das wäre nicht gut." Dufthauch erwiderte: „Da hat die Herrin recht. Seit der Zweite Herr dem Mönch glaubt, hat er die Schwestern kalt behandelt; wenn er nun nicht mehr an den Mönch glaubt, fürchte ich wirklich, dass er in die alte Krankheit zurückfällt. Ich denke, um die Herrin und mich kümmert sich der Zweite Herr ohnehin nicht besonders. Purpurkuckuck ist fort; jetzt bleiben nur noch die vier: Unter ihnen hat Fünfchen etwas Verführerisches an sich; ich habe gehört, ihre Mutter habe bei der Ersten Herrin und der Herrin um Erlaubnis gebeten, sie herauszunehmen und zu verheiraten — aber vorerst ist sie noch hier. Mondschein und Herbstgaze haben zwar nichts Schlimmes getan, aber der Zweite Herr hat in jenen Jahren doch allerlei Schabernack mit ihnen getrieben. Wenn ich es recht bedenke, ist nur Goldamsel da, um die sich der Zweite Herr nicht besonders kümmert, und Goldamsel ist auch besonnen. Ich denke, zum Teekochen und Wasserbringen genügt es, wenn Goldamsel mit den kleinen Mädchen aufwartet — was meint die Herrin dazu?" Schatzspange erwiderte: „Genau darüber habe ich auch nachgedacht. Dein Vorschlag ist gut." Von da an wurde Goldamsel bestimmt, mit den kleinen Mädchen aufzuwarten.

Jener Schatzjade verließ fortan sein Zimmer nicht mehr und schickte täglich nur jemanden, um bei Frau König nach ihrem Befinden zu fragen. Als Frau König von seinem Wandel hörte, war ihre Freude unbeschreiblich.

Am dritten Tag des achten Monats war der Todestag der Herzoginmutter. Schatzjade kam morgens zum Kowtau, ging dann zurück und begab sich in sein stilles Arbeitszimmer. Nach dem Essen waren Schatzspange, Dufthauch und die Schwestern bei den Damen Xing und Wang im vorderen Raum und plauderten. Schatzjade saß allein im stillen Zimmer und meditierte in tiefer Versenkung. Da brachte Goldamsel eine Schale mit Melonen und Früchten herein und sagte: „Die gnädige Dame hat sie dem Zweiten Herrn zum Essen geschickt; es sind Opfergaben der Alten Dame." Schatzjade stand auf, sprach seinen Dank aus, setzte sich wieder und sagte: „Stell sie dort hin."

Goldamsel stellte die Früchte ab und flüsterte Schatzjade zu: „Drüben bei der gnädigen Dame lobt man den Zweiten Herrn." Schatzjade lächelte leise. Goldamsel fuhr fort: „Die gnädige Dame hat gesagt: Wenn der Zweite Herr jetzt so fleißig ist und bei der Prüfung besteht, und nächstes Jahr noch den Titel eines Jinshi erlangt und Beamter wird — dann haben der Herr Vater und die gnädige Dame nicht umsonst auf den Zweiten Herrn gehofft." Schatzjade nickte nur und lächelte leise. Da fiel Goldamsel plötzlich ein, wie Schatzjade damals im Garten, als sie für ihn die Pflaumenblüten-Kordeln knüpfte, zu ihr gesagt hatte: „Unser Fräulein wird mich eines Tages in ein Haus mitnehmen, das vom Schicksal gesegnet ist — wer weiß, in welches!" So sagte sie: „Wenn der Zweite Herr wirklich besteht, das wäre doch das Glück unserer Herrin! Erinnert sich der Zweite Herr noch an jenes Jahr im Garten, als er mich bat, die Pflaumenblüten-Kordeln zu knüpfen, und dabei sagte: ‚Unser Fräulein wird mich eines Tages in ein gesegnetes Haus mitnehmen — wer weiß, in welches!' Nun, der Zweite Herr hat doch Glück, nicht wahr?"

Als Schatzjade dies hörte, regte sich erneut sein Staubherz. Rasch sammelte er seine Gedanken und beruhigte seinen Atem, dann sagte er mit leisem Lächeln: „Was du da sagst — ich habe Glück, und euer Fräulein hat auch Glück. Was aber hast du davon?" Goldamsel errötete bis über beide Ohren, lächelte gezwungen und sagte: „Wir Dienstmädchen bleiben unser Leben lang Dienstmädchen — was für ein Glück sollten wir haben?" Schatzjade lächelte: „Wenn du es wirklich schaffst, dein ganzes Leben lang Dienstmädchen zu bleiben, dann hast du ein größeres Glück als wir alle." Goldamsel fand, das klinge wieder wie Wahnsinn, und fürchtete, sie könnte Schatzjades alte Krankheit hervorlocken; sie machte sich bereit zu gehen. Da sagte Schatzjade lächelnd: „Dummes Mädchen, ich will es dir sagen."

Was Schatzjade noch sagte, davon erzählt das nächste Kapitel.


Basierend auf der Cheng-Jia-Ausgabe (程甲本). Übersetzung: Martin Woesler, 4. Auflage 2026.

  1. Chin. 妙玉 Miàoyù, wörtl. „Wunderbare Jade". Buddhistische Nonne im Großen Garten.
  2. Chin. 惜春 Xīchūn, wörtl. „Bedauerfrühling". Vierte und jüngste Tochter der Kaufmann-Familie.
  3. Chin. 袭人 Xīrén, wörtl. „Dufthauch". Schatzjades erste Kammerzofe.
  4. Chin. 紫鹃 Zǐjuān, wörtl. „Purpurkuckuck". Kajaljades treue Kammerzofe.
  5. Chin. 秋纹 Qiūwén, wörtl. „Herbstmuster". Eine von Schatzjades Zofen.
  6. Chin. 贾兰 Jiǎ Lán, wörtl. „Orchidee Kaufmann". Enkel von Aufrecht Kaufmann, Sohn von Seidenweiß Pflaume.
  7. Chin. 贾环 Jiǎ Huán, wörtl. „Unheil Kaufmann". Schatzjades jüngerer Halbbruder.
  8. Chin. 贾政 Jiǎ Zhèng, wörtl. „Aufrecht Kaufmann". Schatzjades Vater.
  9. Chin. 贾母 Jiǎ Mǔ. Oberhaupt der Kaufmann-Familie, Großmutter von Schatzjade.
  10. Chin. 探春 Tànchūn, wörtl. „Frühlings-Erkunderin". Dritte Tochter von Aufrecht Kaufmann.
  11. Chin. 王熙凤 Wáng Xīfèng, wörtl. „Phönix-Glanz". Die Haushofmeisterin der Kaufmann-Familie.
  12. Chin. 贾琏 Jiǎ Liǎn, wörtl. „Kette Kaufmann". Phönixglanz' Ehemann.
  13. Chin. 巧姐 Qiǎojiě, wörtl. „Geschickte Schwester". Tochter von Phönixglanz und Kette Kaufmann.
  14. Chin. 王仁 Wáng Rén. Phönixglanz' Bruder mütterlicherseits.
  15. Chin. 邢夫人 Xíng Fūrén. Ehefrau von Begnadigung Kaufmann.
  16. Chin. 平儿 Píng'ér, wörtl. „Friedchen". Phönixglanz' erste Kammerzofe und Vertraute.
  17. Chin. 甄宝玉 Zhēn Bǎoyù, wörtl. „Wahrer Kostbare Jade". Schatzjades Doppelgänger aus der Familie Echt.
  18. Chin. 贾蓉 Jiǎ Róng. Sohn von Herrlichkeit Kaufmann.
  19. Chin. 莺儿 Yīng'ér, wörtl. „Goldamsel". Schatzspanges Kammerzofe.