Difference between revisions of "Hongloumeng/zh-de/Chapter 111"

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(ZH-DE4 Korrektur-Update Kap. 111)
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Wunderjade<ref>Chin. 妙玉 Miàoyù, wörtl. „Wunderbare Jade". Buddhistische Nonne im Großen Garten.</ref> war so erzürnt, daß sie kein Wort mehr sagte und sich sogleich umdrehen und gehen wollte. Doch da öffnete die alte Pförtnerin des zweiten Tors, die den Streit gehört hatte, eilig die Tür. Als sie sah, daß Wunderjade sich bereits zum Gehen gewandt hatte, wußte sie sogleich, daß Bao Yong sie beleidigt haben mußte. In letzter Zeit wußten alle Dienerinnen, daß die gnädigen Frauen und Bedauerfrühling eine Vorliebe für sie hatten. Die Pförtnerin fürchtete, daß Wunderjade später erzählen könnte, man habe sie nicht hereingelassen — wie sollte sie das dann verantworten? Sie lief ihr eilig nach und sagte: „Wir wußten nicht, daß die ehrwürdige Meisterin kommt, darum haben wir zu spät geöffnet. Unser Viertfräulein ist daheim und hat gerade an die Meisterin gedacht. Bitte kehrt doch um! Der Gartenwächter ist ein Neuer, er kennt unsere Verhältnisse nicht. Wenn wir es der gnädigen Frau melden, bekommt er Prügel und wird hinausgeworfen, das ist alles.“ Obwohl Wunderjade das hörte, ignorierte sie es. Doch die Pförtnerin vom Seitentor holte sie ein und bat immer wieder, bis sie schließlich sagte, sie fürchte, selbst bestraft zu werden, und beinahe vor ihr niederkniete. Wunderjade konnte nicht anders und folgte schließlich der Dienerin hinein. Bao Yong sah das Ganze und konnte natürlich nicht weiter einschreiten. Er stieß ärgerlich die Luft aus, riß die Augen auf und kehrte seufzend um.
 
Wunderjade<ref>Chin. 妙玉 Miàoyù, wörtl. „Wunderbare Jade". Buddhistische Nonne im Großen Garten.</ref> war so erzürnt, daß sie kein Wort mehr sagte und sich sogleich umdrehen und gehen wollte. Doch da öffnete die alte Pförtnerin des zweiten Tors, die den Streit gehört hatte, eilig die Tür. Als sie sah, daß Wunderjade sich bereits zum Gehen gewandt hatte, wußte sie sogleich, daß Bao Yong sie beleidigt haben mußte. In letzter Zeit wußten alle Dienerinnen, daß die gnädigen Frauen und Bedauerfrühling eine Vorliebe für sie hatten. Die Pförtnerin fürchtete, daß Wunderjade später erzählen könnte, man habe sie nicht hereingelassen — wie sollte sie das dann verantworten? Sie lief ihr eilig nach und sagte: „Wir wußten nicht, daß die ehrwürdige Meisterin kommt, darum haben wir zu spät geöffnet. Unser Viertfräulein ist daheim und hat gerade an die Meisterin gedacht. Bitte kehrt doch um! Der Gartenwächter ist ein Neuer, er kennt unsere Verhältnisse nicht. Wenn wir es der gnädigen Frau melden, bekommt er Prügel und wird hinausgeworfen, das ist alles.“ Obwohl Wunderjade das hörte, ignorierte sie es. Doch die Pförtnerin vom Seitentor holte sie ein und bat immer wieder, bis sie schließlich sagte, sie fürchte, selbst bestraft zu werden, und beinahe vor ihr niederkniete. Wunderjade konnte nicht anders und folgte schließlich der Dienerin hinein. Bao Yong sah das Ganze und konnte natürlich nicht weiter einschreiten. Er stieß ärgerlich die Luft aus, riß die Augen auf und kehrte seufzend um.
  
Hier nun brachte Wunderjade mit ihrer daoistischen Dienerin Bedauerfrühling einen Höflichkeitsbesuch ab und plauderte ein wenig. Bedauerfrühling sagte: „Ich muß zu Hause das Haus bewachen und ein paar Nächte durchhalten. Doch die Zweitherrin [Phönixglanz] ist krank, und ich bin allein, es ist mir langweilig und unheimlich. Wenn nur jemand bei mir wäre, dann wäre ich beruhigt. Hier drinnen ist kein einziger Mann. Da du heute so freundlich bist herzukommen — wenn du mir eine Nacht Gesellschaft leisten wolltest und wir Go spielen und plaudern könnten, ginge das?“ Wunderjade wollte eigentlich nicht, aber angesichts von Xichuns Hilflosigkeit — und als sie das Wort Go hörte — überkam sie eine frohe Laune, und sie sagte zu. Sie schickte die daoistische Dienerin zurück, um ihre Teeutensilien und Nachtgewand zu holen und von einer Novizin herbringen zu lassen. Alle saßen zusammen und plauderten die Nacht hindurch. Bedauerfrühling war überglücklich und befahl Buntschirm, das im Vorjahr gesammelte Regenwasser aufzusetzen und guten Tee zuzubereiten. Wunderjade aber hatte ihr eigenes Teegeschirr dabei.
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Hier nun brachte Wunderjade mit ihrer daoistischen Dienerin Bedauerfrühling einen Höflichkeitsbesuch ab und plauderte ein wenig. Bedauerfrühling sagte: „Ich muß zu Hause das Haus bewachen und ein paar Nächte durchhalten. Doch die Zweitherrin [Phönixglanz] ist krank, und ich bin allein, es ist mir langweilig und unheimlich. Wenn nur jemand bei mir wäre, dann wäre ich beruhigt. Hier drinnen ist kein einziger Mann. Da du heute so freundlich bist herzukommen — wenn du mir eine Nacht Gesellschaft leisten wolltest und wir Go spielen und plaudern könnten, ginge das?“ Wunderjade wollte eigentlich nicht, aber angesichts von Bedauerfrühlings Hilflosigkeit — und als sie das Wort Go hörte — überkam sie eine frohe Laune, und sie sagte zu. Sie schickte die daoistische Dienerin zurück, um ihre Teeutensilien und Nachtgewand zu holen und von einer Novizin herbringen zu lassen. Alle saßen zusammen und plauderten die Nacht hindurch. Bedauerfrühling war überglücklich und befahl Buntschirm, das im Vorjahr gesammelte Regenwasser aufzusetzen und guten Tee zuzubereiten. Wunderjade aber hatte ihr eigenes Teegeschirr dabei.
  
 
Die daoistische Dienerin war noch nicht lange fort, da kam eine weitere Novizin und brachte Wunderjades tägliche Gebrauchsgegenstände. Bedauerfrühling bereitete persönlich den Tee zu. Die beiden verstanden sich wunderbar und redeten einen halben Tag lang. Als es etwa die erste Nachtwache schlug <ref>ca. 19–21 Uhr</ref>, stellte Buntschirm das Go-Brett auf, und die beiden begannen zu spielen. Bedauerfrühling verlor zwei Partien nacheinander. Wunderjade gab ihr dann eine Vorgabe von vier Steinen, und Bedauerfrühling gewann um einen halben Stein. <ref>Im Go gibt es insgesamt 361 Punkte; bei gleichstarken Spielern wird mit einem halben Punkt Vorgabe gespielt, so daß es stets einen Sieger gibt.</ref> Unversehens war es schon die vierte Nachtwache <ref>ca. 1–3 Uhr</ref>. Der Himmel war weit, die Erde still, und zehntausend Geräusche waren verstummt. Wunderjade sagte: „Zur fünften Nachtwache muß ich meditieren. Meine eigene Magd wird mich bedienen. Geh und ruh dich aus.“ Bedauerfrühling konnte sich kaum trennen, doch da Wunderjade sich sammeln wollte, wagte sie nicht, weiter zu drängen.
 
Die daoistische Dienerin war noch nicht lange fort, da kam eine weitere Novizin und brachte Wunderjades tägliche Gebrauchsgegenstände. Bedauerfrühling bereitete persönlich den Tee zu. Die beiden verstanden sich wunderbar und redeten einen halben Tag lang. Als es etwa die erste Nachtwache schlug <ref>ca. 19–21 Uhr</ref>, stellte Buntschirm das Go-Brett auf, und die beiden begannen zu spielen. Bedauerfrühling verlor zwei Partien nacheinander. Wunderjade gab ihr dann eine Vorgabe von vier Steinen, und Bedauerfrühling gewann um einen halben Stein. <ref>Im Go gibt es insgesamt 361 Punkte; bei gleichstarken Spielern wird mit einem halben Punkt Vorgabe gespielt, so daß es stets einen Sieger gibt.</ref> Unversehens war es schon die vierte Nachtwache <ref>ca. 1–3 Uhr</ref>. Der Himmel war weit, die Erde still, und zehntausend Geräusche waren verstummt. Wunderjade sagte: „Zur fünften Nachtwache muß ich meditieren. Meine eigene Magd wird mich bedienen. Geh und ruh dich aus.“ Bedauerfrühling konnte sich kaum trennen, doch da Wunderjade sich sammeln wollte, wagte sie nicht, weiter zu drängen.
  
Gerade wollte sie sich zur Ruhe begeben, da hörte sie plötzlich aus den östlichen oberen Gemächern die Nachtwächterinnen in ein lautes Geschrei ausbrechen. Die alten Dienerinnen bei Bedauerfrühling stimmten sogleich ein: „Nicht gut! Da sind Leute eingedrungen!“ Bedauerfrühling, Buntschirm und die anderen waren zu Tode erschrocken. Man hörte, wie draußen auch die männlichen Nachtwächter laut zu rufen begannen. Wunderjade sagte: „Das ist schlimm! Hier müssen Diebe eingebrochen sein!“ Hastig verriegelten sie die Zimmertür und löschten das Licht. Durch das Guckloch im Fenster spähte Wunderjade hinaus und sah mehrere Männer im Hof stehen. Vor Entsetzen wagte sie keinen Laut, drehte sich um, gestikulierte mit den Händen und kroch leise wieder herab. Sie flüsterte: „Nicht gut! Draußen stehen einige kräftige Kerle.“ Kaum hatte sie zu Ende gesprochen, da hörte man auf dem Dach unaufhörlich Geräusche, und schon kamen von draußen Nachtwächter herein und riefen nach den Dieben. Einer sagte: „In den oberen Gemächern ist alles weg, aber kein Mensch zu sehen. Im Osten sind welche hingelaufen, kommt, wir gehen nach Westen!“ Eine von Xichuns alten Dienerinnen hörte, daß es eigene Leute waren, und rief aus dem Vorzimmer: „Hier sind welche aufs Dach geklettert!“ Die Nachtwächter sagten: „Seht ihr? Da sind sie!“ Alle schrien durcheinander. Vom Dach flogen Ziegelsteine herab, und niemand wagte sich nach vorn.
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Gerade wollte sie sich zur Ruhe begeben, da hörte sie plötzlich aus den östlichen oberen Gemächern die Nachtwächterinnen in ein lautes Geschrei ausbrechen. Die alten Dienerinnen bei Bedauerfrühling stimmten sogleich ein: „Nicht gut! Da sind Leute eingedrungen!“ Bedauerfrühling, Buntschirm und die anderen waren zu Tode erschrocken. Man hörte, wie draußen auch die männlichen Nachtwächter laut zu rufen begannen. Wunderjade sagte: „Das ist schlimm! Hier müssen Diebe eingebrochen sein!“ Hastig verriegelten sie die Zimmertür und löschten das Licht. Durch das Guckloch im Fenster spähte Wunderjade hinaus und sah mehrere Männer im Hof stehen. Vor Entsetzen wagte sie keinen Laut, drehte sich um, gestikulierte mit den Händen und kroch leise wieder herab. Sie flüsterte: „Nicht gut! Draußen stehen einige kräftige Kerle.“ Kaum hatte sie zu Ende gesprochen, da hörte man auf dem Dach unaufhörlich Geräusche, und schon kamen von draußen Nachtwächter herein und riefen nach den Dieben. Einer sagte: „In den oberen Gemächern ist alles weg, aber kein Mensch zu sehen. Im Osten sind welche hingelaufen, kommt, wir gehen nach Westen!“ Eine von Bedauerfrühlings alten Dienerinnen hörte, daß es eigene Leute waren, und rief aus dem Vorzimmer: „Hier sind welche aufs Dach geklettert!“ Die Nachtwächter sagten: „Seht ihr? Da sind sie!“ Alle schrien durcheinander. Vom Dach flogen Ziegelsteine herab, und niemand wagte sich nach vorn.
  
 
Gerade wußte man sich keinen Rat, da dröhnte vom Gartentor ein gewaltiger Schlag, die Tür brach auf, und herein stürmte ein großer, schlanker Mann mit einem Holzknüppel in der Hand. Alle erschraken und versuchten sich zu verstecken. Da hörte man den Mann brüllen: „Laßt keinen einzigen entwischen! Alle mir nach!“ Die Hausbediensteten erschraken davon nur noch mehr; weich in den Knien und ohne Kraft in den Beinen konnten sie nicht einmal mehr laufen. Nur jener Mann stand mitten auf dem Platz und brüllte ununterbrochen. Einer unter den Bediensteten, der schärfere Augen hatte, erkannte ihn schließlich. Wer war es? Kein anderer als Bao Yong, den die Familie Echt empfohlen hatte. Da faßten die Leute allmählich wieder Mut und sagten zitternd: „Einer ist entkommen, die anderen sind noch auf dem Dach.“ Bao Yong duckte sich zu Boden, schwang sich auf das Dach und nahm die Verfolgung der Diebe auf.
 
Gerade wußte man sich keinen Rat, da dröhnte vom Gartentor ein gewaltiger Schlag, die Tür brach auf, und herein stürmte ein großer, schlanker Mann mit einem Holzknüppel in der Hand. Alle erschraken und versuchten sich zu verstecken. Da hörte man den Mann brüllen: „Laßt keinen einzigen entwischen! Alle mir nach!“ Die Hausbediensteten erschraken davon nur noch mehr; weich in den Knien und ohne Kraft in den Beinen konnten sie nicht einmal mehr laufen. Nur jener Mann stand mitten auf dem Platz und brüllte ununterbrochen. Einer unter den Bediensteten, der schärfere Augen hatte, erkannte ihn schließlich. Wer war es? Kein anderer als Bao Yong, den die Familie Echt empfohlen hatte. Da faßten die Leute allmählich wieder Mut und sagten zitternd: „Einer ist entkommen, die anderen sind noch auf dem Dach.“ Bao Yong duckte sich zu Boden, schwang sich auf das Dach und nahm die Verfolgung der Diebe auf.
  
Die Diebe wußten, daß im Hause Kaufmann kaum jemand war. Zunächst hatten sie im Hof umhergeschlichen und durch das Fenster in Xichuns Zimmer geblickt, wo sie eine bildschöne Nonne erblickten. Sogleich stiegen üble Gedanken in ihnen auf. Da sie wußten, daß in den oberen Gemächern nur Frauen waren, und da sie auch Angst hatten: Gerade wollten sie die Tür eintreten, da hörten sie draußen jemanden hereinkommen und sie verfolgen. Darum kletterten die Räuber aufs Dach. Sie sahen, daß es nicht viele Verfolger waren, und wollten noch Widerstand leisten. Da erblickten sie plötzlich einen Mann, der aufs Dach stieg und sie jagte. Die Diebe sahen, daß es nur einer war, und schenkten ihm keine Beachtung. Sie stellten sich ihm mit kurzen Waffen entgegen. Doch Bao Yong führte einen mächtigen Hieb mit seinem Knüppel, und einer der Diebe stürzte vom Dach. Die übrigen flohen halsüberkopf über die Gartenmauer. Bao Yong verfolgte sie auch über das Dach.
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Die Diebe wußten, daß im Hause Kaufmann kaum jemand war. Zunächst hatten sie im Hof umhergeschlichen und durch das Fenster in Bedauerfrühlings Zimmer geblickt, wo sie eine bildschöne Nonne erblickten. Sogleich stiegen üble Gedanken in ihnen auf. Da sie wußten, daß in den oberen Gemächern nur Frauen waren, und da sie auch Angst hatten: Gerade wollten sie die Tür eintreten, da hörten sie draußen jemanden hereinkommen und sie verfolgen. Darum kletterten die Räuber aufs Dach. Sie sahen, daß es nicht viele Verfolger waren, und wollten noch Widerstand leisten. Da erblickten sie plötzlich einen Mann, der aufs Dach stieg und sie jagte. Die Diebe sahen, daß es nur einer war, und schenkten ihm keine Beachtung. Sie stellten sich ihm mit kurzen Waffen entgegen. Doch Bao Yong führte einen mächtigen Hieb mit seinem Knüppel, und einer der Diebe stürzte vom Dach. Die übrigen flohen halsüberkopf über die Gartenmauer. Bao Yong verfolgte sie auch über das Dach.
  
 
Doch im Garten hatten sich bereits einige Komplizen versteckt, die das Diebesgut entgegennahmen und schon vieles hinausgeschafft hatten. Als die fliehenden Kameraden zurückkamen, hoben alle ihre Waffen zum Schutz. Da der Verfolger nur ein einzelner Mann war, hielten sie ihn für unterlegen und wandten sich ihm sogar entgegen. Bao Yong sah das und wurde wütend: „Diese Galgenvögel wagen es, sich mit mir zu messen!“ Die Räuber sagten: „Einer unserer Kameraden wurde von denen niedergeschlagen, wir wissen nicht, ob er lebt oder tot ist. Kommt, wir holen ihn raus!“ Bao Yong hörte die Stimmen und schlug sogleich zu. Die Räuber schwangen ihre Waffen, vier oder fünf umzingelten Bao Yong und hieben wild auf ihn ein. Die Nachtwächter draußen faßten ebenfalls Mut und drängten nach. Die Räuber sahen, daß sie ihn nicht bezwingen konnten, und ergriffen die Flucht.
 
Doch im Garten hatten sich bereits einige Komplizen versteckt, die das Diebesgut entgegennahmen und schon vieles hinausgeschafft hatten. Als die fliehenden Kameraden zurückkamen, hoben alle ihre Waffen zum Schutz. Da der Verfolger nur ein einzelner Mann war, hielten sie ihn für unterlegen und wandten sich ihm sogar entgegen. Bao Yong sah das und wurde wütend: „Diese Galgenvögel wagen es, sich mit mir zu messen!“ Die Räuber sagten: „Einer unserer Kameraden wurde von denen niedergeschlagen, wir wissen nicht, ob er lebt oder tot ist. Kommt, wir holen ihn raus!“ Bao Yong hörte die Stimmen und schlug sogleich zu. Die Räuber schwangen ihre Waffen, vier oder fünf umzingelten Bao Yong und hieben wild auf ihn ein. Die Nachtwächter draußen faßten ebenfalls Mut und drängten nach. Die Räuber sahen, daß sie ihn nicht bezwingen konnten, und ergriffen die Flucht.
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Die männlichen Nachtwächter führten sie zu Dame Sonders<ref>Chin. 尤氏 Yóu Shì. Ehefrau von Herrlichkeit Kaufmann.</ref>. Deren Tür war fest verschlossen. Einige Stimmen von drinnen riefen: „Wir sind zu Tode erschrocken!“ Lin Zhixiao fragte: „Hier ist nichts gestohlen worden?“ Die Frauen drinnen öffneten erst dann die Tür und sagten: „Hier ist nichts weggekommen.“
 
Die männlichen Nachtwächter führten sie zu Dame Sonders<ref>Chin. 尤氏 Yóu Shì. Ehefrau von Herrlichkeit Kaufmann.</ref>. Deren Tür war fest verschlossen. Einige Stimmen von drinnen riefen: „Wir sind zu Tode erschrocken!“ Lin Zhixiao fragte: „Hier ist nichts gestohlen worden?“ Die Frauen drinnen öffneten erst dann die Tür und sagten: „Hier ist nichts weggekommen.“
  
Lin Zhixiao führte seine Leute dann zu Xichuns Hof. Von drinnen hörte man rufen: „Es ist furchtbar! Das Fräulein ist vor Schreck ohnmächtig geworden. Wacht doch auf!“ Lin Zhixiao ließ die Tür öffnen und fragte, was geschehen sei. Die alte Dienerin öffnete und sagte: „Die Diebe haben hier im Hof gekämpft, und das Fräulein ist vor Angst zusammengebrochen. Zum Glück haben die ehrwürdige Meisterin Miao und Buntschirm sie wieder zu sich gebracht. Gestohlen wurde nichts.“ Lin Zhixiao fragte: „Wie kam es hier zum Kampf?“ Ein Nachtwächter sagte: „Zum Glück ist der Herr Bao aufs Dach gestiegen und hat die Diebe verjagt. Man hat gehört, daß er einen von ihnen niedergeschlagen hat.“ Bao Yong sagte: „Der liegt drüben am Gartentor. Geht schnell und schaut nach.“
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Lin Zhixiao führte seine Leute dann zu Bedauerfrühlings Hof. Von drinnen hörte man rufen: „Es ist furchtbar! Das Fräulein ist vor Schreck ohnmächtig geworden. Wacht doch auf!“ Lin Zhixiao ließ die Tür öffnen und fragte, was geschehen sei. Die alte Dienerin öffnete und sagte: „Die Diebe haben hier im Hof gekämpft, und das Fräulein ist vor Angst zusammengebrochen. Zum Glück haben die ehrwürdige Meisterin Miao und Buntschirm sie wieder zu sich gebracht. Gestohlen wurde nichts.“ Lin Zhixiao fragte: „Wie kam es hier zum Kampf?“ Ein Nachtwächter sagte: „Zum Glück ist der Herr Bao aufs Dach gestiegen und hat die Diebe verjagt. Man hat gehört, daß er einen von ihnen niedergeschlagen hat.“ Bao Yong sagte: „Der liegt drüben am Gartentor. Geht schnell und schaut nach.“
  
 
Efeu Kaufmann und die anderen gingen dorthin und fanden tatsächlich einen Mann tot auf dem Boden liegen. Bei genauerem Hinsehen sah er aus wie He San, der Adoptivsohn Zhou Ruis. Alle waren bestürzt. Man stellte einen Mann zur Bewachung der Leiche ab und schickte zwei weitere, um Vorder- und Hintertor zu sichern. An den Toren fand man alle Schlösser noch intakt.
 
Efeu Kaufmann und die anderen gingen dorthin und fanden tatsächlich einen Mann tot auf dem Boden liegen. Bei genauerem Hinsehen sah er aus wie He San, der Adoptivsohn Zhou Ruis. Alle waren bestürzt. Man stellte einen Mann zur Bewachung der Leiche ab und schickte zwei weitere, um Vorder- und Hintertor zu sichern. An den Toren fand man alle Schlösser noch intakt.

Latest revision as of 19:36, 28 April 2026

Kapitel: 1 · 11 · 21 · 31 · 41 · 51 · 61 · 71 · 81 · 91 · 101 · 111

中文原文 (程甲本 1982) Deutsche Übersetzung (4. Auflage Woesler 2026)

第一百十一回 鸳鸯女殉主登太虚 狗彘奴欺天招伙盗 话说凤姐听了小丫头的话,又气又急又伤心,不觉吐了一口血,便昏晕过去,坐在地下。平儿急来扶住,忙叫了人来搀扶着,慢慢的送到自己房中,将凤姐轻轻的安放在炕上。立刻叫小红斟上一杯开水,送到凤姐唇边。凤姐呷了一口,昏迷仍睡。秋桐过来略瞧了一瞧,便走开了。平儿也不叫他。只见丰儿在旁站着,平儿便说:“快去回明二位太太。”于是丰儿将凤姐吐血不能照应的话回了邢、王二夫人。邢夫人打量凤姐推病藏躲,因这时女亲都在内里,也不好说别的,心里却不全信,只说:“叫他歇着去罢。”众人也并无言语。 自然这晚亲友来往不绝,幸得几个内亲照应。家下人等见凤姐不在,也有偷闲歇力的,乱乱吵吵,已闹得七颠八倒,不成事体了。 到二更多天,远客去后,便预备辞灵。孝幕内的女眷,大家都哭了一阵。只见鸳鸯已哭的昏晕过去了,大家扶住,捶闹了一阵,才醒过来,便说“老太太疼了我一场,要跟了去”的话。众人都打量人到悲哭,俱有这些言语,也不理会。及至辞灵的时候,上上下下也有百十馀人,只不见鸳鸯。众人因为忙乱,却也不曾检点。到琥珀等一干人哭奠之时,才要找鸳鸯,又恐是他哭乏了,暂在别处歇着,也不言语。 辞灵以后,外头贾政叫了贾琏,问明送殡的事,便商量着派人看家。贾琏回说:“上人里头,派了芸儿在家照应,不必送殡;下人里头,派了林之孝一家子照应拆棚等事。但不知里头派谁看家。”贾政道:“听见你母亲说是你媳妇病了,不能去,就叫他在家罢。你珍大嫂子又说你媳妇病得利害,还叫四丫头陪着,带领了几个丫头、婆子,照看上屋里才好。”贾琏听了,心想:“珍大嫂子与四丫头两个不合,所以撺掇着不叫他去。若是上头就是他照应,也是不中用的;我们那一个又病着,也难照应。”想了一会,回贾政道:“老爷且歇歇儿,等进去商量定了再回。”贾政点了点头,贾琏便进去了。 谁知此时鸳鸯哭了一场,想到:“自己跟着老太太一辈子,身子也没有着落。如今大老爷虽不在家,大太太的这样行为,我也瞧不上。老爷是不管事的人,以后便乱世为王起来了,我们这些人不是要由他们掇弄了么?谁收在屋子里,谁配小子,我是受不得这样折磨的,倒不如死了干净。但是一时怎么样的个死法呢?”一面想,一面走到老太太的套间屋内。 刚跨进门,只见灯光惨淡,隐隐有个女人拿着汗巾子,好似要上吊的样子。鸳鸯也不惊怕,心里想道:“这一个是谁?和我的心事一样,倒比我走在头里了。”便问道:“你是谁?咱们两个人是一样的心,要死一块儿死。”那个人也不答言。鸳鸯走到跟前一看,并不是这屋子的丫头。仔细一看,觉得冷气侵人,一时就不见了。 鸳鸯呆了一呆,退出在炕沿上坐下,细细一想道:“哦!是了,这是东府里的小蓉大奶奶啊!他早死了的了,怎么到这里来?必是来叫我来了。他怎么又上吊呢?”想了一想道:“是了,必是教给我死的法儿。”鸳鸯这么一想,邪侵入骨,便站起来,一面哭,一面开了妆匣,取出那年铰的一绺头发,揣在怀里。就在身上解下一条汗巾,按着秦氏方才比的地方拴上。自己又哭了一会,听见外头人客散去,恐有人进来,急忙关上屋门。然后端了一个脚凳,自己站上,把汗巾拴上扣儿,套在咽喉,便把脚凳蹬开。可怜咽喉气绝,香魂出窍。 正无投奔,只见秦氏隐隐在前。鸳鸯的魂魄疾忙赶上,说道:“蓉大奶奶,你等等我。”那个人道:“我并不是什么蓉大奶奶,乃警幻之妹可卿是也。”鸳鸯道:“你明明是蓉大奶奶,怎么说不是呢?”那人道:“这也有个缘故,待我告诉你,你自然明白了。我在警幻宫中,原是个锺情的首坐,管的是风情月债。降临尘世,自当为第一情人,引这些痴情怨女,早早归入情司,所以我该悬梁自尽的。因我看破凡情,超出情海,归入情天,所以太虚幻境‘痴情’一司竟自无人掌管。今警幻仙子已经将你补入,替我掌管此司,所以命我来引你前去的。” 鸳鸯的魂道:“我是个最无情的,怎么算我是个有情的人呢?”那人道:“你还不知道呢。世人都把那淫欲之事当作‘情’字,所以作出伤风败化的事来,还自谓风月多情,无关紧要。不知‘情’之一字,喜怒哀乐未发之时,便是个性;喜怒哀乐已发,便是情了。至于你我这个情,正是未发之情,就如那花的含苞一样。若待发泄出来,这情就不为真情了。”鸳鸯的魂听了,点头会意,便跟了秦氏可卿而去。 这里琥珀辞了灵,听邢、王二夫人分派看家的人,想着去问鸳鸯明日怎样坐车,便在贾母的那间屋里找了一遍,不见,又找到套间里头。刚到门口,见门儿掩着。从门缝里望里看时,只见灯光半明半灭的,影影绰绰。心里害怕,又不听见屋里有什么动静,便走回来说道:“这蹄子跑到那里去了?”劈头见了珍珠,说:“你见鸳鸯姐姐来着没有?”珍珠道:“我也找他,太太们等他说话呢。必在套间里睡着了罢?”琥珀道:“我瞧了,屋里没有。那灯也没人夹蜡花儿,漆黑怪怕的,我没进去。如今咱们一块儿进去瞧,看有没有。”琥珀等进去,正夹蜡花,珍珠说:“谁把脚凳撂在这里?几乎绊我一跤。”说着,往上一瞧,唬的“嗳哟”一声,身子往后一仰,咕咚的栽在琥珀身上。琥珀也看见了,便大嚷起来,只是两只脚挪不动。 外头的人也都听见了,跑进来一瞧,大家嚷着,报与邢、王二夫人知道。王夫人、宝钗等听了,都哭着去瞧。邢夫人道:“我不料鸳鸯倒有这样志气!快叫人去告诉老爷。” 只有宝玉听见此信,便唬的双眼直竖。袭人等慌忙扶着说道:“你要哭就哭,别憋着气。”宝玉死命的才哭出来了。心想:“鸳鸯这样一个人,偏又这样死法!”又想:“实在天地间的灵气,独锺在这些女子身上了。他算得了死所。我们究竟是一件浊物,还是老太太的儿孙,谁能赶得上他?”复又喜欢起来。这时宝钗听见宝玉大哭了出来了,及到跟前,见他又笑。袭人等忙说:“不好了,又要疯了!”宝钗道:“不妨事,他有他的意思。”宝玉听了,更喜欢宝钗的话:“到底他还知道我的心,别人那里知道?” 正在胡思乱想,贾政等进来,着实的嗟叹着说道:“好孩子!不枉老太太疼他一场!”即命贾琏:“出去吩咐人连夜买棺盛殓,明日便跟着老太太的殡送出,也停在老太太棺后,全了他的心志。”贾琏答应出去。这里命人将鸳鸯放下,停放里间屋内。 平儿也知道了,过来同袭人、莺儿等一干人都哭的哀哀欲绝。内中紫鹃也想起自己终身一无着落,恨不跟了林姑娘去,又全了主仆的恩义,又得了死所;如今空悬在宝玉屋内,虽说宝玉仍是柔情密意,究竟算不得什么:于是更哭得哀切。 王夫人即传了鸳鸯的嫂子进来,叫他看着入殓。遂与邢夫人商量了,在老太太项内赏了他嫂子一百两银子;还说等闲了,将鸳鸯所有的东西俱赏他们。他嫂子磕了头出去,反喜欢说:“真真的我们姑娘是个有志气的,有造化的:又得了好名声,又得了好发送。”旁边一个婆子说道:“罢呀!嫂子,这会子你把一个活姑娘卖了一百银便这么喜欢了,那时候儿要给了大老爷,你还不知得多少银钱呢,你该更得意了。”一句话戳了他嫂子的心,便红了脸走开了。刚走到二门上,见林之孝带了人抬进棺材来了,他只得也跟进去,帮着盛殓,假意哭嚎了几声。 贾政因他为贾母而死,要了香来,上了三炷,作了个揖,说:“他是殉葬的人,不可作丫头论,你们小一辈的都该行个礼儿。”宝玉听了,喜不自胜,走来恭恭敬敬磕了几个头。贾琏想他素日的好处,也要上来行礼,被邢夫人说道:“有了一个爷们就是了,别折受的他不得超生。”贾琏就不便过来了。宝钗听着这话,好不自在,便说道:“我原不该给他行礼,但只老太太去世,咱们都有未了之事,不敢胡为,他肯替咱们尽孝,咱们也该托托他,好好的替咱们伏侍老太太西去,也少尽一点子心哪!”说着,扶了莺儿,走到灵前,一面奠酒,那眼泪早扑簌簌流下来了。奠毕,拜了几拜,狠狠的哭了他一场。众人也有说宝玉的两口子都是傻子,也有说他两个心肠儿好的,也有说他知礼的。贾政反倒合了意。 一面商量定了看家的仍是凤姐、惜春,馀者都遣去伴灵。一夜谁敢安眠。一到五更,听见外面齐人。到了辰初发引,贾政居长,衰麻哭泣,极尽孝子之礼。灵柩出了门,便有各家的路祭,一路上的风光,不必细述。走了半日,来至铁槛寺安灵,所有孝男等俱应在庙伴宿,不提。 且说家中林之孝带领拆了棚,将门窗上好,打扫净了院子,派了巡更的人到晚打更上夜。只是荣府规例:一交二更,三门掩上,男人就进不去了,里头只有女人们查夜。凤姐虽隔了一夜,渐渐的神气清爽了些,只是那里动得。只有平儿同着惜春各处走了一走,吩咐了上夜的人,也便各自归房。 却说周瑞的干儿子何三,去年贾珍管事之时,因他和鲍二打架,被贾珍打了一顿,撵在外头,终日在赌场过日。近知贾母死了,必有些事情领办,岂知探了几天的信,一些也没有想头,便嗳声叹气的回到赌场中,闷闷的坐下。那些人便说道:“老三,你怎么不下来捞本儿了吗?”何三道:“倒想要捞一捞呢,就只没有钱么!”那些人道:“你到你们周大太爷那里去了几日,府里的钱,你也不知弄了多少来,又来和我们装穷儿了。”何三道:“你们还说呢,他们的金银不知有几百万,只藏着不用。明儿留着,不是火烧了,就是贼偷了,他们才死心呢!”那些人道:“你又撒谎,他家抄了家,还有多少金银?”何三道:“你们还不知道呢。抄的是撂不了的,如今老太太死后,还留了好些金银,他们一个也不使,都在老太太屋里搁着,等送了殡回来才分呢。” 内中有一个人听在心里,掷了几骰,便说:“我输了几个钱,也不翻本儿了,睡去了。”说着,便走出来,拉了何三道:“老三,我和你说句话。”何三跟他出来。那人道:“你这么个伶俐人,这么穷,我替你不服这口气。”何三道:“我命里穷,可有什么法儿呢?”那人道:“你才说荣府的银子这么多,为什么不去拿些使唤使唤?”何三道:“我的哥哥,他家的金银虽多,你我去白要一二钱,他们给咱们吗?”那人笑道:“他不给咱们,咱们就不会拿吗?” 何三听了这话里有话,忙问道:“依你说,怎么样拿呢?”那人道:“我说你没有本事,若是我,早拿了来了。”何三道:“你有什么本事?”那人便轻轻的说道:“你若要发财,你就引个头儿。我有好些朋友,都是通天的本事:别说他们送殡去了,家里只剩下几个女人,就让有多少男人也不怕。只怕你没这么大胆子罢咧。”何三道:“什么敢不敢!你打谅我怕那个干老子吗?我是瞧着干妈的情儿上头,才认他做干老子罢咧,他又算了人了!你刚才的话,就只怕弄不来,倒招了饥荒。他们那个衙门不熟?别说拿不来,倘或拿了来,也要闹出来的。”那人道:“这么说,你的运气来了。我的朋友还有海边上的呢,现今都在这里。看个风头,等个门路,若到了手,你我在这里也无益,不如大家下海去受用,不好么?你若撂不下你干妈,咱们索性把你干妈也带了去,大家伙儿乐一乐,好不好?”何三道:“老大,你别是醉了罢?这些话混说的是什么!”说着,拉了那人走到个僻静地方,两个人商量了一会,各人分头而去,暂且不提。 且说包勇自被贾政吆喝,派去看园,贾母的事出来,也忘了,不曾派他差使。他也不理会,总是自做自吃,闷来睡一觉,醒时便在园里耍刀弄棍,倒也无拘无束。那日贾母一早出殡,他虽知道,因没有派他差使,他任意闲游。只见一个女尼,带了一个道婆,来到园内腰门那里叩门。包勇走来,说道:“女师父那里去?”道婆道:“今日听得老太太的事完了,不见四姑娘送殡,想必是在家看家。恐他寂寞,我们师父来瞧他一瞧。”包勇道:“主子都不在家,园门是我看的,请你们回去罢。要来呢,等主子们回来了再来。”婆子道:“你是那里来的个黑炭头,也要管起我们的走动来了?”包勇道:“我嫌你们这些人,我不叫你们来,你们有什么法儿?”婆子生了气,嚷道:“这都是反了天的事了!连老太太在日还不能拦我们的来往走动呢,你是那里的这么个横强盗,这样没法没天的!我偏要打这里走!”说着,便把手在门环上狠狠的打了几下。 妙玉已气的不言语,正要回身便走,不料里头看二门的婆子听见有人拌嘴,连忙开门一看,见是妙玉,已经回身走去,明知必是包勇得罪了走了。近日婆子们都知道上头太太们、四姑娘都和他亲近,恐他日后说出门上不放进他来,那时如何担得住?赶忙走来说:“不知师父来,我们开门迟了。我们四姑娘在家里,还正想师父呢,快请回来。看园的小子是个新来的,他不知咱们的事。回来回了太太,打他一顿,撵出去就完了。”妙玉虽是听见,总不理他。那禁得看腰门的婆子赶上,再四央求,后来才说出怕自己担不是,几乎急的跪下。妙玉无奈,只得随着那婆子过来。包勇见这般光景,自然不好再拦,气得瞪眼叹气而回。 这里妙玉带了道婆走到惜春那里,道了恼,叙些闲话。惜春说起:“在家看家,只好熬个几夜。但是二奶奶病着,一个人又闷又害怕,能有一个人在这里,我就放心。如今里头一个男人也没有。今儿你既光降,肯伴我一宵,咱们下棋说话儿,可使得么?”妙玉本来不肯,见惜春可怜,又提起下棋,一时高兴,应了。打发道婆回去取来他的茶具、衣褥,命侍儿送了过来,大家坐谈一夜。惜春欣幸异常,便命彩屏去开上年蠲的雨水,预备好茶。那妙玉自有茶具。 道婆去了不多一时,又来了一个侍者,送下妙玉日用之物。惜春亲自烹茶。两人言语投机,说了半天。那时天有初更时候,彩屏放下棋枰,两人对弈,惜春连输两盘。妙玉又让了四个子儿,惜春方赢了半子。不觉已到四更,正是天空地阔,万籁无声。妙玉道:“我到五更须得打坐,我自有人伏侍,你自去歇息。”惜春犹是不舍,见妙玉要自己养神,不便扭他。 刚要歇去,猛听得东边上屋内上夜的人一片声喊起。惜春那里的老婆子们也接着声嚷道:“了不得了!有了人了!”唬得惜春、彩屏等心胆俱裂。听见外头上夜的男人便大声喊起来。妙玉道:“不好了!必是这里有了贼了。”说着,赶忙的关上屋门,便掩了灯光。在窗户眼内往外一瞧,只见几个男人站在院内。唬得不敢作声,回身摆着手,轻轻的爬下来说:“了不得!外头有几个大汉站着。”说犹未了,又听得房上响声不绝,便有外头上夜的人进来吆喝拿贼。一个人说道:“上屋里的东西都丢了,并不见人。东边有人去了,咱们到西边去。”惜春的老婆子听见有自己的人,便在外间屋里说道:“这里有好些人上了房了。”上夜的都道:“你瞧,这可不是吗?”大家一齐嚷起来。只听房上飞下好些瓦来,众人都不敢上前。 正在没法,只听园里腰门一声大响,打进门来,见一个梢长大汉,手执木棍。众人唬得藏躲不及。听得那人喊说道:“不要跑了他们一个!你们都跟我来!”这些家人听了这话,越发唬得骨软筋酥,连跑也跑不动了。只见这人站在当地,只管乱喊。家人中有一个眼尖些的看出来了。你道是谁?正是甄家荐来的包勇。这些家人不觉胆壮起来,便颤巍巍的说道:“有一个走了,有的在房上呢。”包勇便向地下一扑,耸身上房,追赶那贼。 这些贼人明知贾家无人,先在院内偷看惜春房内,见有个绝色尼姑,便顿起淫心;又欺上屋俱是女人,且又畏惧:正要踹进门去,因听外面有人进来追赶,所以贼众上房。见人不多,还想抵挡,猛见一人上房赶来。那些贼见是一人,越发不理论了,便用短兵抵住。那经得包勇用力一棍打去,将贼打下房来。那些贼飞奔而逃,从园墙过去。包勇也在房上追捕。 岂知园内早藏下了几个在那里接赃,已经接过好些。见贼伙跑回,大家举械保护。见追的只有一人,明欺寡不敌众,反倒迎上来。包勇一见,生气道:“这些毛贼,敢来和我斗斗!”那伙贼便说:“我们有一个伙计被他们打倒了,不知死活,咱们索性抢了他出来。”这里包勇闻声即打。那伙贼便轮起器械,四五个人围住包勇,乱打起来。外头上夜的人也都仗着胆子只顾赶了来。众贼见斗他不过,只得跑了。 包勇还要赶时,被一个箱子一绊。立定看时,心想:“东西未丢,众贼远逃。”也不追赶,便叫众人将灯照看,地下只有几个空箱。叫人收拾,他便欲跑回上房。因路径不熟,走到凤姐那边,见里面灯烛辉煌,便问:“这里有贼没有?”里头的平儿战兢兢的说道:“这里也没开门,只听上屋叫喊,说有贼呢,你到那里去罢。”包勇正摸不着路头,遥见上夜的人过来,才跟着一齐寻到上屋。见是门开户启,那些上夜的在那里啼哭。 一时贾芸、林之孝都进来了,见是失盗,大家着急。进内查点,老太太的房门大开。将灯一照,锁头拧折。进内一瞧,箱柜已开。便骂那些上夜女人道:“你们都是死人么?贼人进来,你们都不知道么?”那些上夜的人啼哭着说道:“我们几个人轮更上夜,是管二、三更的,我们都没有住脚,前后走的。他们是四更、五更。我们才下班儿,只听见他们喊起来,并不见一个人。赶着照看,不知什么时候把东西早已丢了。求爷们问管四更、五更的。”林之孝道:“你们个个要死!回来再说。咱们先到各处看去。” 上夜的男人领着走到尤氏那边,门儿关紧。有几个接音说:“唬死我们了!”林之孝问道:“这里没有丢东西呀?”里头的人方开了门道:“这里没丢东西。” 林之孝带着人走到惜春院内,只听得里面说道:“了不得!唬死了姑娘了。醒醒儿罢。”林之孝便叫人开门,问是怎么了。里头婆子开门说:“贼在这里打仗,把姑娘都唬坏了,亏得妙师父和彩屏才将姑娘救醒。东西是没失。”林之孝道:“贼人怎么打仗?”上夜的男人说:“幸亏包大爷上了房,把贼打跑了去了,还听见打倒了一个人呢。”包勇道:“在园门那里呢,你们快瞧去罢。” 贾芸等走到那边,果然看见一个人躺在地下死了。细细的一瞧,好像是周瑞的干儿子。众人见了诧异,派了一个人看守着,又派了两个人照看前后门。走到门前看时,那门俱仍旧关锁着。 林之孝便叫人开了门,报了营官。立刻到来查勘贼踪,是从后夹道子上了房的。到了西院房上,见那瓦片破碎不堪,一直过了后园去了。众上夜的人齐声说道:“这不是贼,是强盗!” 营官着急道:“并非明火执仗,怎么便算是强盗呢?”上夜的道:“我们赶贼,他在房上撇瓦,我们不能到他跟前,幸亏我们家的姓包的上房打退。赶到园里,还有好几个贼竟和姓包的打起仗来,打不过姓包的,才都跑了。”营官道:“可又来!若是强盗,难道倒打不过你们的人么?不用说了,你们快查清了东西,递了失单,我们报就是了。” 贾芸等又到了上屋里,已见凤姐扶病过来,惜春也来了。贾芸请了凤姐的安,问了惜春的好。大家查看失物,因鸳鸯已死,琥珀等又送灵去了,那些东西都是老太太的,并没见过数儿,只用封锁,如今打从那里查起?众人都说:“箱柜东西不少,如今一空,偷的时候儿自然不小了,那些上夜的人管做什么的?况且打死的贼是周瑞的干儿子,必是他们通同一气的。”凤姐听了,气的眼睛直瞪瞪的,便说:“把那些上夜的女人都拴起来,交给营里去审问!”众人叫苦连天,跪地哀求。 不知怎生发放,并失去的物件有无着落,下回分解。 狗彘奴——猪狗不如的奴才。这里指勾结盗匪打劫贾府的何三。 彘:猪。​ 风情月债——应理解为“风月情债”。指男女之间的感情纠葛。​ 殉葬——用人或物陪葬。《礼记·檀弓下》:“陈子车死于卫,其妻与其家大夫谋以殉葬。”古代帝王、贵族死后有强迫嫔妃、家奴殉葬之俗。清代早已废除,鸳鸯是自尽殉主,所以也算殉葬。​ 衰麻哭泣——衰麻:即粗麻制作的丧服。这里指穿上粗麻丧服。 语出《礼记·乐记》:“衰麻哭泣,所以节丧纪也。”意谓穿上粗麻孝服号丧。​ 赢了半子——为了下围棋不出现双方平局,棋子总共三百六十一个,双方各一百八十又半个棋子,如此则即使棋逢对手,最终也必定有半子之差,多半子者即为赢家。​

第一百十二回 活冤孽妙姑遭大劫 死雠仇赵妾赴冥曹 话说凤姐命捆起上夜的女人,送营审问,众女人跪地哀求。林之孝同贾芸道:“你们求也无益。老爷派我们看家,没事是造化。如今有了事,上下都耽不是,谁救得你?若说是周瑞的干儿子,连太太起,里里外外的都不干净。”凤姐喘吁吁的说道:“这都是命里所招,和他们说什么?带了他们去就是了。那丢的东西,你告诉营里去说:实在是老太太的东西,问老爷们才知道。等我们报了去,请了老爷们回来,自然开了失单送来。文官衙门里我们也是这样报。”贾芸、林之孝答应出去。 惜春一句话也没有,只是哭道:“这些事,我从来没有听见过,为什么偏偏碰在咱们两个人身上?明儿老爷、太太回来,叫我怎么见人?说把家里交给你们,如今闹到这个分儿,还想活着么?”凤姐道:“咱们愿意吗?现在有上夜的人在那里。”惜春道:“你还能说,况且你又病着;我是没有说的。这都是我大嫂子害了我了,他撺掇着太太派我看家的。如今我的脸搁在那里呢?”说着,又痛哭起来。凤姐道:“姑娘,你快别这么想。若说没脸,大家一样的。你若是这个糊涂想头,我更搁不住了。” 二人正说着,只听见外头院子里有人大嚷的说道:“我说那三姑六婆是再要不得的,我们甄府里从来是一概不许上门的。不想这府里倒不讲究这个。昨儿老太太的殡才出去,那个什么庵里的尼姑死要到咱们这里来。我吆喝着不准他进来,腰门上的老婆子们倒骂我,死央求着叫那姑子进来。那腰门子一会儿开着,一会儿关着,不知做什么。我不放心,没敢睡,听到四更,这里就嚷起来,我来叫门倒不开了。我听见声儿紧了,打开了门,见西边院子里有人站着,我便赶上打死了。我今儿才知道这是四姑奶奶的屋子,那个姑子就在里头,今儿天没亮溜出去了,可不是那姑子引进来的贼么?” 平儿等听着,都说:“这是谁这么没规矩?姑娘、奶奶都在这里,敢在外头这么混嚷!”凤姐道:“你听他说甄府里,别就是甄家荐来的那个厌物罢?”惜春听得明白,更加心里受不的。凤姐接着问惜春道:“那个人混说什么姑子,你们那里弄了个姑子住下了?”惜春便将妙玉来瞧他,留着下棋守夜的话说了。凤姐道:“是他么?他怎么肯这样?是再没有的话。但是叫这讨人嫌的东西嚷出来,老爷知道了也不好。” 惜春愈想愈怕,站起来要走。凤姐虽说坐不住,又怕惜春害怕,弄出事来,只得叫他:“先别走,且看着人把偷剩下的东西收起来,再派了人看着,咱们好走。”平儿道:“咱们不敢收,等衙门里来了,踏看了才好收呢。咱们只好看着。但只不知老爷那里有人去了没有?”凤姐道:“你叫老婆子问去。”一会进来说:“林之孝是走不开,家下人要伺候查验的,再有的是说不清楚的,已经芸二爷去了。”凤姐点头,同惜春坐着发愁。 且说那伙贼原是何三等邀的,偷抢了好些金银财宝接运出去。见人追赶,知道都是那些不中用的人,要往西边屋内偷去,在窗外看见里面灯光底下两个美人:一个姑娘,一个姑子。那些贼那顾性命,顿起不良,就要踹进来,因见包勇来赶,才获赃而逃,只不见了何三,大家且躲入窝家。 到第二天打听动静,知是何三被他们打死,已经报了文武衙门,这里是躲不住的。便商量趁早归人海洋大盗一处去,若迟了,通缉文书一行,关津上就过不去了。内中一个人胆子极大,便说:“咱们走是走,我就只舍不得那个姑子,长的实在好看。不知是那个庵里的雏儿呢?”一个人道:“啊呀!我想起来了,必就是贾府园里的什么栊翠庵里的姑子。不是前年外头说他和他们家什么宝二爷有原故,后来不知怎么又害起相思病来了,请大夫吃药的就是他。”那一个人听了,说:“咱们今日躲一天,叫咱们大哥拿钱置办些买卖行头,明儿亮钟时候陆续出关。你们在关外二十里坡等我。”众贼议定,分赃俵散,不提。 且说贾政等送殡到了寺内,安厝毕,亲友散去。贾政在外厢房伴灵,邢、王二夫人等在内,一宿无非哭泣。到了第二日,重新上祭。正摆饭时,只见贾芸进来,在老太太灵前磕了个头,忙忙的跑到贾政跟前,跪下请了安,喘吁吁的将昨夜被盗,将老太太上房的东西都偷去,包勇赶贼打死了一个,已经呈报文武衙门的话说了一遍。贾政听了发怔。邢、王二夫人等在里头也听见了,都唬得魂不附体,并无一言,只有啼哭。贾政过了一会子,问:“失单怎样开的?”贾芸回道:“家里的人都不知道,还没有开单。”贾政道:“还好。咱们动过家的,若开出好的来,反耽罪名。快叫琏儿。” 那时贾琏领了宝玉等别处上祭未回,贾政叫人赶了回来。贾琏听了,急得直跳,一见芸儿,也不顾贾政在那里,便把贾芸狠狠的骂了一顿,说:“不配抬举的东西!我将这样重任托你,押着人上夜巡更,你是死人么?亏你还有脸来告诉!”说着,望贾芸脸上啐了几口。贾芸垂手站着,不敢回一言。贾政道:“你骂他也无益了。”贾琏然后跪下,说:“这便怎么样?”贾政道:“也没法儿,只有报官缉贼。但只是一件:老太太遗下的东西,咱们都没动。你说要银子,我想老太太死得几天,谁忍得动他那一项银子?原打量完了事,算了账,还人家;再有的,在这里和南边置坟产的。所有东西也没见数儿。如今说文武衙门要失单,若将几件好的东西开上,恐有碍;若说金银若干,衣饰若干,又没有实在数目,谎开使不得。倒可笑你如今竟换了一个人了,为什么这样料理不开?你跪在这里是怎么样呢?” 贾琏也不敢答言,只得站起来就走。贾政又叫道:“你那里去?”贾琏又回来道:“侄儿赶回家去料理清楚。”贾政哼了一声,贾琏把头低下。贾政道:“你进去回了你母亲,叫了老太太的一两个丫头去,叫他们细细的想了开单子。”贾琏心里明知老太太的东西都是鸳鸯经管,他死了问谁?就问珍珠,他们那里记得清楚。只不敢驳回,连连的答应了。回身走到里头,邢、王二夫人又埋怨了一顿,叫贾琏:“快回去,问他们这些看家的,说明儿怎么见我们?”贾琏也只得答应了出来,一面命人套车,预备琥珀等进城;自己骑上骡子,跟了几个小厮:如飞的回去。贾芸也不敢再回贾政,斜签着身子慢慢的溜出来,骑上了马,来赶贾琏。一路无话。 到了家中,林之孝请了安,一直跟了进来。贾琏到了老太太上屋里,见了凤姐、惜春在那里,心里又恨,又说不出来。便问林之孝道:“衙门里瞧了没有?”林之孝自知有罪,便跪下回道:“文武衙门都瞧了,来踪去迹也看了,尸也验了。”贾琏吃惊道:“又验什么尸?”林之孝又将包勇打死的伙贼似周瑞的干儿子的话回了贾琏。贾琏道:“叫芸儿!”贾芸进来,也跪着听话。贾琏道:“你见老爷时,怎么没有回周瑞干儿子做贼被包勇打死的话?”贾芸说道:“上夜的人说像他的,恐怕不真,所以没有回。”贾琏道:“好糊涂东西!你若告诉了,我就带了周瑞来一认,可不就知道了?”林之孝回道:“如今衙门里把尸首放在市口儿招认去了。”贾琏道:“这又是个糊涂东西,谁家的人做了贼,被人打死,要偿命么?”林之孝回道:“这不用人家认,奴才就认得是他。” 贾琏听了,道:“是啊!我记得珍大爷那一年要打的可不是周瑞家的么?”林之孝回说:“他和鲍二打架来着,爷还见过的呢。”贾琏听了更生气,便要打上夜的人。林之孝哀告道:“请二爷息怒。那些上夜的人,派了他们,敢偷懒吗?只是爷府上的规矩,三门里一个男人不敢进去的,就是奴才们,里头不叫也不敢进去。奴才在外同芸哥儿刻刻查点,见三门关的严严的,外头的门一层没有开,那贼是从后夹道子来的。” 贾琏道:“里头上夜的女人呢?”林之孝将上夜的人说“奉奶奶的命,捆着等爷审问”的话回了。贾琏问:“包勇呢?”林之孝说:“又往园里去了。”贾琏便说:“去叫他。”小厮们便将包勇带来,贾琏说:“还亏你在这里;若没有你,只怕所有房屋里的东西都抢了去了呢!”包勇也不言语。惜春恐他说出那话,心下着急。凤姐也不敢言语。只见外头说:“琥珀姐姐们回来了。”大家见了,不免又哭一场。 贾琏叫人检点偷剩下的东西,只有些衣服、尺头、钱箱未动,馀者都没有了。贾琏心里更加着急,想着外头的棚杠银、厨房的钱都没有付给,明儿拿什么还呢?便呆想了一会。只见琥珀等进去,哭了一番,见箱柜开着,所有的东西怎能记忆?便胡乱猜想,虚拟了一张失单,命人即送到文武衙门。 贾琏复又派人上夜。凤姐、惜春各自回房。贾琏不敢在家安歇,也不及埋怨凤姐,竟自骑马赶出城外去了。这里凤姐又恐惜春短见,打发丰儿过去安慰。 天已二更。不言这里贼去关门,众人更加小心,不敢睡觉。且说伙贼一心想着妙玉,知是孤庵女众,不难欺负。到了三更夜静,便拿了短兵器,带些闷香,跳上高墙。远远瞧见栊翠庵内灯光犹亮,便潜身溜下,藏在房头僻处。等到四更,见里头只有一盏海灯,妙玉一人在蒲团上打坐。歇了一会,便嗳声叹气的说道:“我自玄墓到京,原想传个名的,为这里请来,不能又栖他处。昨儿好心去瞧四姑娘,反受了这蠢人的气,夜里又受了大惊。今日回来,那蒲团再坐不稳,只觉肉跳心惊。”因素常一个打坐的,今日又不肯叫人相伴。岂知到了五更,寒颤起来。正要叫人,只听见窗外一响,想起昨晚的事,更加害怕,不免叫人。岂知那些婆子都不答应。自己坐着,觉得一股香气透入囟门,便手足麻木,不能动弹,口里也说不出话来,心中更自着急。只见一个人拿着明晃晃的刀进来。此时妙玉心中却是明白,只不能动,想是要杀自己,索性横了心,倒不怕他。那知那个人把刀插在背后,腾出手来,将妙玉轻轻的抱起,轻薄了一会子,便拖起背在身上。此时妙玉心中只是如醉如痴。可怜一个极洁极净的女儿,被这强盗的闷香熏住,由着他掇弄了去了。 却说这贼背了妙玉,来到园后墙边,搭了软梯,爬上墙,跳出去了。外边早有伙贼弄了车辆在园外等着。那人将妙玉放倒在车上,反打起官衔灯笼,叫开栅栏,急急行到城门,正是开门之时。门官只知是有公干出城的,也不及查诘。赶出城去,那伙贼加鞭赶到二十里坡,和众强徒打了照面,各自分头奔南海而去。不知妙玉被劫,或是甘受污辱,还是不屈而死,不知下落,也难妄拟。 只言栊翠庵一个跟妙玉的女尼,他本住在静室后面,睡到五更,听见前面有人声响,只道妙玉打坐不安。后来听见有男人脚步,门窗响动,欲要起来瞧看,只是身子发软,懒怠开口,又不听见妙玉言语,只睁着两眼听着。到了天亮,才觉得心里清楚。披衣起来,叫了道婆,预备妙玉茶水,他便往前面来看妙玉。岂知妙玉的踪迹全无,门窗大开。心里诧异,昨晚响动甚是疑心,说:“这样早,他到那里去了?”走出院门一看,有一个软梯靠墙立着,地下还有一把刀鞘,一条搭膊,便道:“不好了!昨晚是贼烧了闷香了!”急叫人起来查看,庵门仍是紧闭。那些婆子、侍女们都说:“昨夜煤气熏着了,今早都起不来。这么早,叫我们做什么?”那女尼道:“师父不知那里去了。”众人道:“在观音堂打坐呢。”女尼道:“你们还做梦呢!你来瞧瞧。”众人不知,也都着忙,开了庵门,满园里都找到了,想来或是到四姑娘那里去了。 众人来叩腰门,又被包勇骂了一顿。众人说道:“我们妙师父昨晚不知去向,所以来找。求你老人家叫开腰门,问一问来了没来就是了。”包勇道:“你们师父引了贼来偷我们,已经偷到手了,他跟了贼去受用去了。”众人道:“阿弥陀佛!说这些话的,防着下割舌地狱!”包勇生气道:“胡说!你们再闹,我就要打了。”众人陪笑央告道:“求爷叫开门,我们瞧瞧,若没有,再不敢惊动你太爷了。”包勇道:“你不信,你去找,若没有,回来问你们。”包勇说着,叫开腰门。众人且找到惜春那里。 惜春正在愁闷,惦着妙玉:“清早去后,不知听见我们姓包的话了没有?只怕又得罪了他,以后总不肯来,我的知己是没有了。况我现在实难见人,父母早死,嫂子嫌我。头里有老太太,到底还疼我些;如今也死了,留下我孤苦伶仃,如何了局?”又想到:“迎春姐姐折磨死了,史姐姐守着病人,三姐姐远去:这都是命里所招,不能自由。独有妙玉如闲云野鹤,无拘无束。我若能学他,就造化不小了。但我是世家之女,怎能遂意?这回看家,大耽不是,还有何颜?又恐太太们不知我的心事,将来的后事,更未晓如何。”想到其间,便要把自己的青丝铰去,要想出家。彩屏等听见,急忙来劝,岂知已将一半头发铰去了。彩屏愈加着忙,说道:“一事不了,又出一事,这可怎么好呢!” 正在吵闹,只见妙玉的道婆来找妙玉。彩屏问起来由,先唬了一跳,说:“是昨日一早去了,没来。”里面惜春听见,急忙问道:“那里去了?”道婆将昨夜听见的响动,被煤气熏着,今早不见妙玉,庵内有软梯、刀鞘的话说了一遍。惜春惊疑不定,想起昨日包勇的话来:“必是那些强盗看见了他,昨晚抢去了,也未可知。但是他素来孤洁的很,岂肯惜命?”便问道:“怎么你们都没听见么?”婆子道:“怎么没听见?只是我们都是睁着眼,连一句话也说不出来,必是那贼烧了闷香。妙姑一人,想也被贼闷住,不能言语;况且贼人必多,拿刀执杖威逼着他,还敢声喊么?” 正说着,包勇又在腰门那里嚷说:“里头快把这些混账道婆子赶出来罢,快关上腰门!”彩屏听见,恐耽不是,只得催婆子出去,叫人关了腰门。惜春于是更加苦楚。无奈彩屏等再三以礼相劝,仍旧将一半青丝拢起。大家商议:不必声张,就是妙玉被抢,也当作不知,且等老爷、太太回来再说。惜春心里从此死定一个出家的念头,暂且不提。 且说贾琏回到铁槛寺,将到家中查点了上夜的人,开了失单报去的话,回了贾政。贾政道:“怎么开的?”贾政便将琥珀记得的数目单子呈出,并说:“上头元妃赐的东西,已经注明。还有那人家不大有的东西,不便开上。等侄儿脱了孝,出去托人细细的缉访,少不得弄出来的。”贾政听了合意,就点头不言。 贾琏进内见了邢、王二夫人,商量着:“劝老爷早些回家才好呢,不然都是乱麻似的。”邢夫人道:“可不是,我们在这里也是惊心吊胆。”贾琏道:“这是我们不敢说的,还是太太的主意,二老爷是依的。”邢夫人便与王夫人商议妥了。 过了一夜,贾政也不放心,打发宝玉进来说:“请太太们今日回家,过两三日再来。家人们已经派定了,里头请太太们派人罢。”邢夫人派了鹦哥等一干人伴灵,将周瑞家的等人派了总管,其馀上下人等都回去。一时忙乱套车备马。贾政等在贾母灵前辞别,众人又哭了一场。 都起来正要走时,只见赵姨娘还爬在地下不起。周姨娘打量他还哭,便去拉他。岂知赵姨娘满嘴白沫,眼睛直竖,把舌头吐出,反把家人唬了一跳。贾环过来乱嚷。赵姨娘醒来说道:“我是不回去的,跟着老太太回南去。”众人道:“老太太那用你跟呢?”赵姨娘道:“我跟了老太太一辈子,大老爷还不依,弄神弄鬼的算计我。我想仗着马道婆出出我的气,银子白花了好些,也没有弄死一个。如今我回去了,又不知谁来算计我。” 众人先只说鸳鸯附着他,后头听说马道婆的事,又不像了。邢、王二夫人都不言语。只有彩云等代他央告道:“鸳鸯姐姐,你死是自己愿意,与赵姨娘什么相干?放了他罢。”见邢夫人在这里,也不敢说别的。赵姨娘道:“我不是鸳鸯。我是阎王老爷差人拿我去的,要问我为什么和马道婆用魇魔法的案件。”说着,口里又叫:“好琏二奶奶,你在这里老爷面前少顶一句儿罢,我有一千日的不好,还有一天的好呢。好二奶奶,亲二奶奶,并不是我要害你,我一时糊涂,听了那个老娼妇的话。” 正闹着,贾政打发人进来叫环儿。婆子们去回说:“赵姨娘中了邪了,三爷看着呢。”贾政道:“没有的事。我们先走了。”于是爷们等先回。 这里赵姨娘还是混说,一时救不过来。邢夫人恐他又说出什么来,便说:“多派几个人在这里瞧着他。咱们先走,到了城里,打发大夫出来瞧罢。”王夫人本嫌他,也打撒手儿。宝钗本是仁厚的人,虽想着他害宝玉的事,心里究竟过不去,背地里托了周姨娘在这里照应。周姨娘也是个好人,便应承了。李纨说道:“我也在这里罢。”王夫人道:“可以不必。”于是大家都要起身。贾环着急说:“我也在这里吗?”王夫人啐道:“糊涂东西!你姨妈的死活都不知,你还要走吗?”贾环就不敢言语了。宝玉道:“好兄弟,你是走不得的。我进了城,打发人来瞧你。”说毕,都上车回家。寺里只有赵姨娘、贾环、鹦哥等人。 贾政、邢夫人等先后到家,到了上房,哭了一场。林之孝带了家下众人请了安,跪着。贾政喝道:“去罢!明日问你!”凤姐那日发晕了几次,竟不能出接。只有惜春见了,觉得满面羞惭。邢夫人也不理他,王夫人仍是照常,李纨、宝钗拉着手说了几句话。独有尤氏说道:“姑娘,你操心了,倒照应了好几天。”惜春一言不答,只紫涨了脸。宝钗将尤氏一拉,使了个眼色,尤氏等各自归房去了。贾政略略的看了一看,叹了口气,并不言语。到书房席地坐下,叫了贾琏、贾蓉、贾芸,吩咐了几句话。宝玉要在书房来陪贾政,贾政道:“不必。”兰儿仍跟他母亲。一宿无话。 次日,林之孝一早进书房跪着,贾政将前后被盗的事问了一遍,并将周瑞供了出来。又说:“衙门拿住了鲍二,身边搜出了失单上的东西,现在夹讯,要在他身上要这一伙贼呢。”贾政听了,大怒道:“家奴负恩,引贼偷窃家主,真是反了!”立刻叫人到城外将周瑞捆了,送到衙门审问。林之孝只管跪着,不敢起来。贾政道:“你还跪着做什么?”林之孝道:“奴才该死,求老爷开恩。”正说着,赖大等一干办事家人上来请了安,呈上丧事账簿。贾政道:“交给琏二爷算明了来回。”吆喝着林之孝起来出去了。 贾琏一腿跪着,在贾政身边说了一句话。贾政把眼一瞪道:“胡说!老太太的事,银两被贼偷去,难道就该罚奴才拿出来么?”贾琏红了脸,不敢言语,站起来也不敢动。贾政道:“你媳妇怎么样了?”贾琏又跪下说:“看来是不中用了。”贾政叹口气道:“我不料家运衰败,一至如此!况且环哥儿他妈尚在庙中病着,也不知是什么症候。你们知道不知道?”贾琏也不敢言语。贾政道:“传出话去,叫人带了大夫瞧瞧去。”贾琏即忙答应着出来,叫人带了大夫到铁槛寺去瞧赵姨娘。 未知死活,下回分解。 冤孽——佛教以为因前世造的恶因而今生遭到报应。 大劫——大难,大灾难。 劫:佛家称世界从形成到毁灭的一个过程为一劫。引申以指灾难、厄运、大限。​ 三姑六婆——元·陶宗仪《南村辍耕录·卷一○·三姑六婆》曰:“三姑者,尼姑、道姑、卦姑也;六婆者,牙婆(即人贩子)、媒婆、师婆(即巫婆)、虔婆(即妓院鸨母)、药婆、稳婆(即收生婆)也……人家有一与此而不致奸盗者几希矣。若能谨而远之,如避蛇蝎,庶乎净宅之法。”​ 雏儿——对少女的轻薄称谓。​ 安厝(cuò错)——亦作“安措”。《孝经·丧亲》:“卜其宅兆而安措之。”邢昺疏:“宅,墓穴也;兆,茔域也。葬事大,故卜之。”本指安葬,引申为停放灵柩待葬。​ 席地坐下——旧俗孝子守孝之礼有所谓“寝苫枕块”之规定,故只能席地而坐。​ 夹讯——泛指严刑审讯。 夹:这里用作动词,即使用残酷刑具夹棍。清·阮葵生《茶馀客话》卷六:“夹棍始于宋理宗时,以木索并施,夹两股间,名曰夹帮。”​

Kapitel 111

Mandarinenente folgt ihrer Herrin in den Tod und steigt zum Reich der Großen Leere auf Ein Sklave, schlimmer als Hund und Schwein, missachtet den Himmel und heuert Diebesbanden an

Es wird erzählt, daß Phönixglanz, als sie die Worte der kleinen Magd vernahm, zugleich zornig, bestürzt und traurig wurde. Unwillkürlich spuckte sie einen Schwall Blut und sank ohnmächtig zu Boden. Friedchen[1] eilte herbei, stützte sie und rief sogleich Leute, die ihr aufhelfen sollten. Langsam brachten sie Phönixglanz in ihr eigenes Zimmer und betteten sie behutsam auf den Kang. Sogleich ließ sie Kleine Rote eine Tasse heißes Wasser einschenken und führte sie an Phönixglanz’ Lippen. Phönixglanz nahm einen Schluck, dämmerte aber weiter in ihrer Ohnmacht. Herbstzither[2] kam herüber, warf einen flüchtigen Blick auf sie und ging wieder fort. Friedchen rief sie auch nicht zurück. Nur Fenger stand daneben, und Friedchen sagte zu ihr: „Geh schnell und melde es den beiden gnädigen Frauen.“ Also berichtete Fenger den Damen Xing[3] und Wang[4], daß Phönixglanz Blut gespuckt habe und sich um nichts mehr kümmern könne. Frau Strafe vermutete, daß Phönixglanz nur Krankheit vorschütze, um sich zu drücken. Da zu dieser Stunde die weiblichen Verwandten alle drinnen waren, konnte sie auch nichts Weiteres sagen, glaubte der Sache aber nicht ganz und meinte nur: „Laßt sie sich ausruhen.“ Die übrigen sagten ebenfalls nichts.

Natürlich kamen und gingen an diesem Abend die Gäste und Verwandten ununterbrochen. Zum Glück kümmerten sich einige nahestehende Angehörige um alles. Die Dienstleute im Hause bemerkten, daß Phönixglanz nicht da war, und so ließen manche es sich leicht sein und drückten sich, es wurde laut durcheinandergelärmt, und alles geriet in ein heilloses Durcheinander — es war kein geordneter Zustand mehr.

Gegen die zweite Nachtwache [5], nachdem die entfernt wohnenden Gäste gegangen waren, machte man sich an die Abschiedszeremonie vor dem Totenschrein. Die Frauen hinter dem Trauervorhang weinten alle eine Weile. Dabei sah man, daß Mandarinenente[6] sich ganz bewußtlos geweint hatte. Man stützte sie, klopfte und rieb sie, bis sie schließlich wieder zu sich kam und Worte sprach wie: „Die Herzoginmutter hat mich ein Leben lang geliebt, ich will ihr folgen.“ Die Leute dachten, daß jeder in der Trauer solche Dinge sage, und schenkten dem keine weitere Beachtung. Als es dann zur Abschiedszeremonie kam, waren oben und unten wohl über hundert Personen versammelt, nur Mandarinenente war nirgends zu sehen. Alle waren mit dem geschäftigen Treiben beschäftigt, und so hatte niemand nachgezählt. Als Bernstein und die anderen Mägde an der Reihe waren, ihre Traueropfer weinend darzubringen, wollte man Mandarinenente holen, vermutete aber, sie habe sich vom Weinen erschöpft und ruhe sich irgendwo aus, und sagte nichts weiter.

Nach der Abschiedszeremonie rief Aufrecht Kaufmann[7] draußen Kette Kaufmann zu sich und erkundigte sich nach den Einzelheiten des Leichenzuges. Man besprach, wen man zur Bewachung des Hauses abstellen solle. Kette Kaufmann erwiderte: „Von den ranghöheren Leuten habe ich den jungen Yun abgestellt, damit er zu Hause nach dem Rechten sieht und nicht mit zum Begräbnis muß. Von den Dienern habe ich Lin Zhixiao und seine Familie damit betraut, den Abbau der Trauerzelte und ähnliches zu beaufsichtigen. Aber ich weiß nicht, wen man drinnen zur Hausbewachung bestimmen soll.“ Aufrecht Kaufmann sagte: „Ich habe gehört, deine Mutter hat gesagt, daß deine Frau krank sei und nicht mitkönne. Dann laß sie eben zu Hause bleiben. Deine Schwägerin, die Frau Herrlichkeit Kaufmanns[8], hat noch gesagt, daß deine Frau schwer krank sei, und daß man Bedauerfrühling[9], die Viertjüngste, bei ihr lassen solle, damit sie zusammen mit einigen Mägden und alten Dienerinnen die oberen Gemächer bewache.“ Kette Kaufmann hörte das und dachte bei sich: „Die Frau Herrlichkeit Kaufmanns und Bedauerfrühling verstehen sich nicht, deshalb drängt sie darauf, daß Bedauerfrühling nicht mitgehe. Wenn die Obhut nur ihr anvertraut wird, ist das auch nutzlos. Und unsere eigene ist krank und kann sich auch nicht richtig kümmern.“ Er überlegte eine Weile und antwortete Aufrecht Kaufmann: „Der gnädige Herr möge sich ein wenig ausruhen. Ich gehe hinein und bespreche alles, dann komme ich mit der Antwort.“ Aufrecht Kaufmann nickte, und Kette Kaufmann ging hinein.

Doch wer hätte gedacht, daß Mandarinenente zu dieser Stunde, nachdem sie sich ausgeweint hatte, folgende Gedanken hegte: „Mein ganzes Leben habe ich der Herzoginmutter gedient, und für mich selbst habe ich keinen Platz gefunden. Jetzt ist der Erstgeborene Herr[10] zwar nicht zu Hause, aber das Benehmen der Erstgeborenen Gnädigen Frau — das kann ich nicht gutheissen. Der Herr ist ein Mann, der sich um nichts kümmert. Wenn es künftig drunter und drüber geht, werden wir dann nicht den Launen jener ausgeliefert sein? Der eine steckt einen in sein Bett, der andere verheiratet einen mit einem Burschen — solche Qualen kann ich nicht ertragen. Da ist es besser, rein zu sterben. Doch wie soll ich es auf die Schnelle anstellen?“ Während sie so grübelte, ging sie in das Nebenzimmer der Herzoginmutter.

Kaum hatte sie die Schwelle überschritten, da sah sie im trüben Lampenlicht undeutlich eine Frau, die ein Schweißtuch in der Hand hielt und sich offenbar erhängen wollte. Mandarinenente erschrak nicht, sondern dachte bei sich: „Wer ist das? Sie hat denselben Gedanken wie ich — nur ist sie mir schon einen Schritt voraus.“ Und fragte: „Wer bist du? Wir beiden haben dasselbe im Sinn — wenn wir sterben, dann gemeinsam.“ Jene Person antwortete nicht. Mandarinenente ging näher heran und sah, daß es keine Magd aus diesem Haus war. Sie schaute genauer hin und spürte, wie eine eisige Kälte von der Gestalt ausging — und im selben Augenblick war sie verschwunden.

Mandarinenente erstarrte für einen Moment, setzte sich dann auf die Kangkante und überlegte sorgfältig: „Ach ja! Das war die junge Frau Rong[11] aus dem Ostanwesen! Die ist doch längst gestorben — wie kommt sie hierher? Sie muß gekommen sein, um mich zu holen. Aber warum hat sie sich erhängt?“ Nach einer Weile sagte sie sich: „Natürlich! Sie wollte mir die Art des Sterbens zeigen.“ Sobald Mandarinenente das dachte, drang ein dunkler Wille in ihre Knochen. Sie stand auf, weinte, öffnete ihre Schmuckschatulle und nahm jene Haarsträhne heraus, die sie einst als Zeichen ihrer Treue abgeschnitten hatte, und steckte sie in ihren Busen. Dann löste sie ein Schweißtuch von ihrem Körper und band es an der Stelle fest, die Frau Qin ihr soeben gezeigt hatte. Sie weinte noch eine Weile, hörte draußen die Gäste aufbrechen und fürchtete, jemand könne hereinkommen. Eilig schloß sie die Zimmertür. Dann rückte sie einen Fußschemel herbei, stieg hinauf, schlang das Schweißtuch zu einer Schlinge und legte sie sich um die Kehle — und stieß den Fußschemel weg. Ach, die Kehle schnürte sich zu, der Atem stockte, und ihre duftende Seele entschwebte dem Körper.

Gerade wußte die Seele nicht, wohin, da erblickte sie undeutlich Frau Qin vor sich. Mandarinenentes Geist eilte ihr hastig nach und rief: „Frau Rong, warte auf mich!“ Jene Person aber sprach: „Ich bin keineswegs die Frau Rong. Ich bin Keqing, die jüngere Schwester der Warngöttin[12].“ Mandarinenente sagte: „Du bist doch ganz offensichtlich die Frau Rong — wie kannst du sagen, du seist es nicht?“ Jene Person antwortete: „Das hat schon seine Bewandtnis. Laß mich es dir erklären, dann wirst du von selbst verstehen. Im Palast der Warngöttin war ich von jeher die Erste unter den Verliebten und zuständig für die Schulden der Liebe und des Mondes. Als ich in die irdische Welt hinabstieg, war es an mir, die Erste unter den Liebenden zu sein und all die verliebten und enttäuschten Mädchen frühzeitig ins Amt der Liebe zurückzuführen. Daher war es mein Schicksal, mich zu erhängen. Weil ich die irdischen Gefühle durchschaut habe, das Meer der Leidenschaft überquerte und in den Himmel der Empfindungen zurückkehrte, ist im Traumland der Großen Leere das Amt der ›Vergeblichen Leidenschaft‹ nun ohne Vorsteherin. Die Warngöttin hat nun dich berufen, es an meiner Stelle zu führen. Darum hat sie mich gesandt, dich dorthin zu geleiten.“

Mandarinenentes Geist sprach: „Ich bin doch die Gefühlloseste von allen — wie kann man mich zu einer Gefühlvollen rechnen?“ Jene Person antwortete: „Das weißt du noch nicht. Die Menschen in der Welt verwechseln alle die Wollust mit dem Wort ›Gefühl‹. Deshalb tun sie schamlose Dinge und rühmen sich noch ihrer Leidenschaft, als ob es nichts bedeute. Sie wissen nicht: Dieses eine Wort ›Gefühl‹ — wenn Freude, Zorn, Trauer und Glück noch nicht hervorgetreten sind, dann ist es die Natur; sind sie hervorgetreten, dann ist es das Gefühl. Was dich und mich betrifft, so ist unser Gefühl gerade jenes unausgesprochene — gleich einer Blütenknospe. Würde man es erst herauslassen, dann wäre das Gefühl kein wahres Gefühl mehr.“ Mandarinenentes Geist hörte das, nickte verständnisvoll und folgte Anmutig Minne von dannen.

Hier nun hatte Bernstein nach der Abschiedszeremonie gehört, wie die beiden Damen Xing und Wang die Leute einteilten, die das Haus bewachen sollten. Sie wollte Mandarinenente fragen, wie man am nächsten Tag die Kutschen einteilen solle, und suchte sie in der Herzoginmutter Zimmer, fand sie aber nicht. Dann suchte sie im Nebenzimmer. Kaum an der Tür angekommen, sah sie, daß die Tür angelehnt war. Durch den Türspalt blickte sie hinein und sah im halbdunklen Lampenlicht nur Schatten und Umrisse. Sie bekam Angst. Da drinnen war es ganz still. Sie ging zurück und murmelte: „Wohin ist dieses Frauenzimmer denn gelaufen?“ Unvermittelt traf sie auf Perle und fragte: „Hast du Schwester Mandarinenente gesehen?“ Perle sagte: „Ich suche sie auch. Die gnädigen Frauen warten darauf, mit ihr zu sprechen. Sie schläft bestimmt im Nebenzimmer.“ Bernstein sagte: „Ich habe nachgesehen, sie ist nicht drin. Die Lampe ist nicht geputzt worden, es ist stockfinster und unheimlich. Ich habe mich nicht hineingetraut. Laß uns jetzt zusammen hineingehen und nachschauen.“ Bernstein und die anderen gingen hinein. Gerade wollte Bernstein den Lampendocht zurechtzupfen, da sagte Perle: „Wer hat denn den Fußschemel hierher gestellt? Beinahe wäre ich gestolpert.“ Bei diesen Worten schaute sie nach oben, stieß einen entsetzten Schrei aus — „Auweia!“ — , taumelte rückwärts und stürzte Bernstein in die Arme. Auch Bernstein sah es nun und schrie laut auf, doch ihre Beine wollten sich nicht von der Stelle rühren.

Die Leute draußen hatten es gehört und rannten herein. Als sie es sahen, schrien alle durcheinander und meldeten es den Damen Xing und Wang. Frau König, Schatzspange und die übrigen hörten es, eilten alle weinend herbei. Frau Strafe sagte: „Ich hätte nicht gedacht, daß Mandarinenente solche Entschlossenheit besitzt! Schickt schnell jemanden, um es dem Herrn zu melden.“

Nur Schatzjade war, als er die Nachricht vernahm, so erschrocken, daß seine Augen starr wurden. Dufthauch[13] und die anderen stützten ihn hastig und sagten: „Wenn du weinen willst, dann weine, aber halte den Atem nicht an!“ Schatzjade brachte es mit aller Kraft endlich fertig zu weinen. In Gedanken sagte er sich: „Ein Mensch wie Mandarinenente — und ausgerechnet eine solche Todesart!“ Dann dachte er weiter: „Wahrhaftig, der reine Geist zwischen Himmel und Erde wohnt einzig und allein in diesen Frauen. Sie hat den rechten Ort zum Sterben gefunden. Wir am Ende sind nur trübe Materie. Wir sind zwar die Enkel und Söhne der Herzoginmutter, aber wer von uns könnte sich mit ihr messen?“ Und schon wurde er wieder froh. Schatzspange hatte zunächst gehört, daß Schatzjade laut geweint hatte, doch als sie zu ihm kam, sah sie, daß er schon wieder lächelte. Dufthauch und die anderen sagten hastig: „Es ist nicht gut! Er wird wieder verrückt!“ Schatzspange aber sagte: „Es ist nichts. Er hat seine eigenen Gedanken dabei.“ Schatzjade hörte das und freute sich noch mehr über Schatzspanges Worte: „Sie versteht doch mein Herz — wer sonst könnte das?“

Gerade war er in wirren Gedanken versunken, da kam Aufrecht Kaufmann herein und seufzte aufrichtig: „Das gute Kind! Die Herzoginmutter hat sie nicht umsonst ein Leben lang geliebt!“ Sogleich befahl er Kette Kaufmann: „Geh hinaus und laß noch in der Nacht einen Sarg kaufen und den Leichnam einkleiden. Morgen soll er gleich mit dem Trauerzug der Herzoginmutter hinausgetragen und hinter ihrem Sarg aufgebahrt werden, damit ihr Herzenswunsch erfüllt sei.“ Kette Kaufmann sagte ja und ging hinaus. Hier drinnen befahl man, Mandarinenente herabzunehmen und im Nebenzimmer aufzubahren.

Auch Friedchen erfuhr davon und kam herbei. Zusammen mit Dufthauch, Goldamsel[14] und den übrigen Mägden weinten sie herzbrechend. Unter ihnen dachte auch Purpurkuckuck[15] daran, daß sie selbst im Leben keinen festen Platz habe. Am liebsten wäre sie dem Fräulein Lin[16] in den Tod gefolgt — das hätte die Treue zwischen Herrin und Dienerin vollendet und zugleich den rechten Ort zum Sterben bedeutet. Nun schwebte sie nur zwecklos in Schatzjades Gemächern, und obgleich Schatzjade sie weiterhin zärtlich und innig behandelte, so zählte das am Ende doch nicht. Daher weinte sie noch bitterlicher als die anderen.

Frau König ließ sogleich Mandarinenentes Schwägerin hereinkommen und trug ihr auf, die Einkleidung der Toten zu beaufsichtigen. Gemeinsam mit Frau Strafe wurde dann aus dem Nachlaß der Herzoginmutter eine Belohnung von hundert Silbertael an die Schwägerin angewiesen. Man versprach ihr ferner, daß ihr, sobald Ruhe eingekehrt sei, alle persönlichen Habseligkeiten Mandarinenentes überlassen werden sollten. Die Schwägerin kotaute und ging hinaus, und zu jedermanns Erstaunen freute sie sich und sagte: „Wahrhaftig, unsere junge Herrin hatte Charakter und Glück: Sie hat sich einen guten Ruf erworben und bekommt ein ehrenvolles Begräbnis.“ Eine alte Dienerin neben ihr bemerkte: „Genug davon, Schwägerin! Jetzt hast du eine lebendige junge Herrin für hundert Silbertael verkauft und freust dich so. Damals, als man sie dem Erstgeborenen Herrn geben wollte, hättest du erst recht nicht gewußt, wieviel Silber du bekommen hättest — da hättest du dich noch mehr freuen müssen.“ Diese Worte trafen die Schwägerin ins Herz, sie wurde rot im Gesicht und ging fort. Gerade am zweiten Tor angekommen, sah sie, wie Lin Zhixiao mit Trägern den Sarg hereinbrachte. So folgte sie ihnen, half bei der Einkleidung und heuchelte ein paar Trauerlaute.

Aufrecht Kaufmann, weil Mandarinenente für die Herzoginmutter gestorben war, ließ Räucherstäbchen bringen, entzündete drei davon, verneigte sich und sprach: „Sie ist eine Opfertote — man darf sie nicht als bloße Magd behandeln. Ihr Jüngeren alle solltet ihr die Ehre erweisen.“ Schatzjade hörte das und war überglücklich. Er trat vor und verrichtete ehrfürchtig mehrere Kowtaus. Kette Kaufmann gedachte der Güte, die Mandarinenente ihm einst erwiesen hatte, und wollte ebenfalls vortreten, um ihr seine Reverenz zu erweisen. Doch Frau Strafe sagte: „Ein Herr genügt. Wenn ihr sie mit zu vielen Ehrbezeigungen überhäuft, kann sie nicht in Frieden davonziehen.“ So wagte Kette Kaufmann nicht mehr vorzutreten. Schatzspange war über diese Worte empört und sagte: „Eigentlich steht es mir nicht zu, ihr meine Reverenz zu erweisen. Aber da die Herzoginmutter dahingeschieden ist, haben wir alle noch unerledigte Pflichten und wagten keine Eigenmächtigkeit. Sie aber hat bereitwillig an unserer Statt die Kindespflicht erfüllt. Wir sollten sie bitten, die Herzoginmutter auf ihrem letzten Weg in den Westen gut zu begleiten — das wäre doch das Mindeste, was wir von Herzen tun können!“ Bei diesen Worten ließ sie sich von Pirol stützen, trat vor den Totenschrein, opferte Wein, und die Tränen rannen ihr bereits in Strömen übers Gesicht. Nach der Libation verbeugte sie sich mehrmals und weinte bitterlich um sie. Die Leute sagten teils, daß Schatzjade und seine Frau beide Narren seien, teils, daß die beiden guten Herzens seien, teils, daß sie die Etikette zu wahren wüßten. Aufrecht Kaufmann jedenfalls war sehr zufrieden.

Zugleich wurde beschlossen, daß Phönixglanz und Bedauerfrühling weiterhin das Haus bewachen sollten, während alle übrigen den Trauerzug begleiteten. In jener Nacht wagte niemand, ruhig zu schlafen. Um die fünfte Nachtwache [17] hörte man draußen schon die Leute sich versammeln. Zur Stunde Chen [18] setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Aufrecht Kaufmann als Ältester trug das grobe Hanfgewand, weinte und klagte und erfüllte in vollem Maße die Pflicht eines pietätvollen Sohnes. Als der Sarg das Tor passierte, wurden von den verschiedenen Familien Weiheopfer am Wegesrand dargebracht. Die Pracht entlang des Weges braucht nicht im Einzelnen beschrieben zu werden. Nach einem halben Tagesmarsch gelangte man zum Eisenschwellen-Tempel, wo die Särge beigesetzt wurden. Alle Trauersöhne blieben selbstverständlich über Nacht im Tempel. Davon braucht nicht weiter berichtet zu werden.

Was nun das Haus betrifft: Lin Zhixiao leitete den Abbau der Trauerzelte, ließ Türen und Fenster wieder einsetzen, den Hof fegen und stellte Nachtwachen ab, die abends die Runde machten. Im Prunkwille-Anwesen war es freilich Brauch, daß nach der zweiten Nachtwache das dritte Tor verschlossen wurde und kein Mann mehr hineingelassen wurde. Im Inneren oblag es allein den Frauen, die Nachtrunden zu gehen. Phönixglanz hatte zwar über Nacht allmählich wieder etwas zu Kräften gefunden, doch bewegen konnte sie sich nicht. Nur Friedchen ging zusammen mit Bedauerfrühling einmal durch alle Räume, gab den Nachtwächterinnen ihre Anweisungen, und dann kehrten alle in ihre Gemächer zurück.

Nun ist von He San zu erzählen, dem Adoptivsohn von Zhou Rui. Im vergangenen Jahr, als Herrlichkeit Kaufmann die Geschäfte führte, hatte He San sich mit Bao Er geprügelt, wofür Herrlichkeit Kaufmann ihn verprügeln und hinauswerfen ließ. Seither verbrachte er seine Tage in Spielhöllen. Als er nun erfuhr, daß die Herzoginmutter gestorben war, rechnete er sich aus, daß es allerlei Aufgaben geben müsse, an denen sich verdienen ließe. Doch nachdem er einige Tage die Lage sondiert hatte, war keine Gelegenheit in Sicht. Seufzend kehrte er in die Spielhölle zurück und setzte sich verdrossen nieder. Die Spieler fragten: „Dritter, willst du nicht mitspielen und dein Geld zurückgewinnen?“ He San antwortete: „Zurückgewinnen möchte ich schon, nur habe ich kein Geld mehr!“ Die anderen sagten: „Du warst doch tagelang bei deinem großen Herrn Zhou — wer weiß, wieviel Geld du aus dem Anwesen mitgebracht hast. Und jetzt willst du vor uns den Armen spielen.“ He San sagte: „Ihr redet leicht. Die haben Gold und Silber, wer weiß wieviele Hunderttausend, verstecken es nur und geben es nicht aus. Eines Tages, wenn es nicht vom Feuer verbrannt wird, dann wird es von Dieben gestohlen — dann erst werden sie es bereuen!“ Die anderen sagten: „Lüg doch nicht, bei denen wurde das Haus durchsucht — wieviel Gold und Silber soll da noch übrig sein?“ He San sagte: „Das wißt ihr eben nicht. Was beschlagnahmt wurde, das konnte man nicht verbergen. Aber nach dem Tod der Herzoginmutter sind noch jede Menge Gold und Silber übrig. Keiner rührt es an, alles lagert in den Gemächern der Herzoginmutter. Man wartet, bis nach dem Begräbnis alles aufgeteilt wird.“

Unter den Anwesenden hörte einer besonders aufmerksam zu. Er würfelte noch ein paarmal und sagte dann: „Ich habe ein paar Münzen verloren, aber ich will auch kein Glück mehr erzwingen. Ich gehe schlafen.“ Damit stand er auf und zog He San am Ärmel: „Dritter, ich muß dir etwas sagen.“ He San folgte ihm hinaus. Der Mann sagte: „Du bist ein gewitzter Kerl und trotzdem so arm — das finde ich ungerecht.“ He San sagte: „Das Schicksal will, daß ich arm bin — was soll ich da machen?“ Der Mann sagte: „Du hast doch gerade gesagt, im Prunkwille-Anwesen liege so viel Silber herum — warum holst du dir nicht etwas davon?“ He San sagte: „Mein Bester, sie haben zwar viel Gold und Silber, aber wenn du und ich hingehen und höflich um ein, zwei Qian bitten — glaubst du, die geben uns etwas?“ Der Mann lachte: „Wenn sie es uns nicht geben, können wir es uns doch nehmen, oder?“

He San verstand die Andeutung und fragte hastig: „Wie stellst du dir das vor?“ Der Mann sagte: „Ich sage ja, du hast keinen Mumm. Wäre ich es, hätte ich es längst geholt.“ He San fragte: „Was hast du denn für Fähigkeiten?“ Der Mann senkte die Stimme und sagte: „Wenn du reich werden willst, dann gib den Anstoß. Ich habe Freunde, die haben übernatürliche Fähigkeiten. Gar nicht zu reden davon, daß die alle zum Begräbnis fortgezogen sind und nur ein paar Frauen im Haus geblieben sind — selbst wenn noch so viele Männer da wären, hätten wir keine Angst. Ich fürchte nur, du hast nicht den Mut dazu.“ He San sagte: „Was soll ich denn nicht wagen! Glaubst du, ich habe Angst vor diesem Adoptivvater? Ich habe ihn nur meiner Adoptivmutter zuliebe als Vater anerkannt, er ist doch gar nichts Besonderes! Was du eben gesagt hast — ich fürchte nur, es klappt nicht, und stattdessen holen wir uns Ärger. Welches Amt kennen die nicht? Nicht nur, daß wir es vielleicht nicht stehlen können — selbst wenn wir es schaffen, wird es rauskommen.“ Der Mann sagte: „Dann ist dein Glücksstern aufgegangen! Meine Freunde — manche kommen sogar von der Küste. Zur Zeit sind sie alle hier in der Gegend. Sie warten auf eine günstige Gelegenheit und einen passenden Zugang. Wenn der Fang gelingt, nützt es dir und mir nichts, hier zu bleiben. Besser, wir hauen alle zusammen ab, gehen aufs Meer und lassen es uns gutgehen — wäre das nicht schön? Und wenn du dich von deiner Adoptivmutter nicht trennen kannst, nehmen wir sie einfach auch mit, und alle zusammen feiern — was sagst du?“ He San sagte: „Alter, bist du betrunken? Was ist das für wildes Gerede!“ Damit zog er den Mann an einen abgelegenen Ort, und die beiden berieten sich eine Weile. Dann trennten sie sich und gingen jeder seiner Wege. Davon sei zunächst nicht weiter berichtet.

Es ist nun von Bao Yong[19] zu erzählen. Nachdem er von Aufrecht Kaufmann ausgescholten worden war, hatte man ihn zur Bewachung des Gartens abkommandiert. Als dann die Sache mit der Herzoginmutter eintrat, hatte man ihn darüber vergessen und ihm keine besondere Aufgabe zugewiesen. Er kümmerte sich auch nicht darum, kochte für sich selbst, schlief, wenn ihm langweilig war, und wenn er wach war, übte er im Garten mit Schwert und Stock — ganz frei und ungebunden. An jenem Tag, als der Trauerzug der Herzoginmutter frühmorgens aufbrach, wußte er zwar davon, da man ihm aber keine Aufgabe zugewiesen hatte, streifte er nach Belieben umher. Da sah er eine Nonne in Begleitung einer daoistischen Dienerin zum Gartentor kommen und anklopfen. Bao Yong ging hin und fragte: „Ehrwürdige Schwestern, wohin des Weges?“ Die daoistische Dienerin antwortete: „Wir haben gehört, daß die Angelegenheiten der Herzoginmutter heute erledigt werden. Da das Viertfräulein nicht zum Begräbnis mitgegangen ist, muß es wohl zu Hause sein. Wir fürchten, daß es sich einsam fühlt, und unsere Meisterin möchte es besuchen.“ Bao Yong sagte: „Die Herrschaften sind alle nicht zu Hause. Das Gartentor bewache ich. Geht bitte zurück. Wenn ihr kommen wollt, dann wartet, bis die Herrschaften zurückgekehrt sind.“ Die Dienerin sagte: „Was bist du denn für ein schwarzer Kohlenkopf, daß du dich erdreistest, uns das Kommen und Gehen zu verbieten?“ Bao Yong sagte: „Ich mag euch Leute nicht, und wenn ich sage, ihr kommt nicht herein, dann könnt ihr nichts daran ändern.“ Die Dienerin wurde zornig und schrie: „Das ist ja die verkehrte Welt! Selbst als die Herzoginmutter noch lebte, konnte man uns nicht am Kommen und Gehen hindern. Was bist du für ein brutaler Räuber, so gesetzlos und rücksichtslos! Ich gehe gerade hier hindurch!“ Damit schlug sie mit der Hand heftig mehrmals auf den Türklopfer.

Wunderjade[20] war so erzürnt, daß sie kein Wort mehr sagte und sich sogleich umdrehen und gehen wollte. Doch da öffnete die alte Pförtnerin des zweiten Tors, die den Streit gehört hatte, eilig die Tür. Als sie sah, daß Wunderjade sich bereits zum Gehen gewandt hatte, wußte sie sogleich, daß Bao Yong sie beleidigt haben mußte. In letzter Zeit wußten alle Dienerinnen, daß die gnädigen Frauen und Bedauerfrühling eine Vorliebe für sie hatten. Die Pförtnerin fürchtete, daß Wunderjade später erzählen könnte, man habe sie nicht hereingelassen — wie sollte sie das dann verantworten? Sie lief ihr eilig nach und sagte: „Wir wußten nicht, daß die ehrwürdige Meisterin kommt, darum haben wir zu spät geöffnet. Unser Viertfräulein ist daheim und hat gerade an die Meisterin gedacht. Bitte kehrt doch um! Der Gartenwächter ist ein Neuer, er kennt unsere Verhältnisse nicht. Wenn wir es der gnädigen Frau melden, bekommt er Prügel und wird hinausgeworfen, das ist alles.“ Obwohl Wunderjade das hörte, ignorierte sie es. Doch die Pförtnerin vom Seitentor holte sie ein und bat immer wieder, bis sie schließlich sagte, sie fürchte, selbst bestraft zu werden, und beinahe vor ihr niederkniete. Wunderjade konnte nicht anders und folgte schließlich der Dienerin hinein. Bao Yong sah das Ganze und konnte natürlich nicht weiter einschreiten. Er stieß ärgerlich die Luft aus, riß die Augen auf und kehrte seufzend um.

Hier nun brachte Wunderjade mit ihrer daoistischen Dienerin Bedauerfrühling einen Höflichkeitsbesuch ab und plauderte ein wenig. Bedauerfrühling sagte: „Ich muß zu Hause das Haus bewachen und ein paar Nächte durchhalten. Doch die Zweitherrin [Phönixglanz] ist krank, und ich bin allein, es ist mir langweilig und unheimlich. Wenn nur jemand bei mir wäre, dann wäre ich beruhigt. Hier drinnen ist kein einziger Mann. Da du heute so freundlich bist herzukommen — wenn du mir eine Nacht Gesellschaft leisten wolltest und wir Go spielen und plaudern könnten, ginge das?“ Wunderjade wollte eigentlich nicht, aber angesichts von Bedauerfrühlings Hilflosigkeit — und als sie das Wort Go hörte — überkam sie eine frohe Laune, und sie sagte zu. Sie schickte die daoistische Dienerin zurück, um ihre Teeutensilien und Nachtgewand zu holen und von einer Novizin herbringen zu lassen. Alle saßen zusammen und plauderten die Nacht hindurch. Bedauerfrühling war überglücklich und befahl Buntschirm, das im Vorjahr gesammelte Regenwasser aufzusetzen und guten Tee zuzubereiten. Wunderjade aber hatte ihr eigenes Teegeschirr dabei.

Die daoistische Dienerin war noch nicht lange fort, da kam eine weitere Novizin und brachte Wunderjades tägliche Gebrauchsgegenstände. Bedauerfrühling bereitete persönlich den Tee zu. Die beiden verstanden sich wunderbar und redeten einen halben Tag lang. Als es etwa die erste Nachtwache schlug [21], stellte Buntschirm das Go-Brett auf, und die beiden begannen zu spielen. Bedauerfrühling verlor zwei Partien nacheinander. Wunderjade gab ihr dann eine Vorgabe von vier Steinen, und Bedauerfrühling gewann um einen halben Stein. [22] Unversehens war es schon die vierte Nachtwache [23]. Der Himmel war weit, die Erde still, und zehntausend Geräusche waren verstummt. Wunderjade sagte: „Zur fünften Nachtwache muß ich meditieren. Meine eigene Magd wird mich bedienen. Geh und ruh dich aus.“ Bedauerfrühling konnte sich kaum trennen, doch da Wunderjade sich sammeln wollte, wagte sie nicht, weiter zu drängen.

Gerade wollte sie sich zur Ruhe begeben, da hörte sie plötzlich aus den östlichen oberen Gemächern die Nachtwächterinnen in ein lautes Geschrei ausbrechen. Die alten Dienerinnen bei Bedauerfrühling stimmten sogleich ein: „Nicht gut! Da sind Leute eingedrungen!“ Bedauerfrühling, Buntschirm und die anderen waren zu Tode erschrocken. Man hörte, wie draußen auch die männlichen Nachtwächter laut zu rufen begannen. Wunderjade sagte: „Das ist schlimm! Hier müssen Diebe eingebrochen sein!“ Hastig verriegelten sie die Zimmertür und löschten das Licht. Durch das Guckloch im Fenster spähte Wunderjade hinaus und sah mehrere Männer im Hof stehen. Vor Entsetzen wagte sie keinen Laut, drehte sich um, gestikulierte mit den Händen und kroch leise wieder herab. Sie flüsterte: „Nicht gut! Draußen stehen einige kräftige Kerle.“ Kaum hatte sie zu Ende gesprochen, da hörte man auf dem Dach unaufhörlich Geräusche, und schon kamen von draußen Nachtwächter herein und riefen nach den Dieben. Einer sagte: „In den oberen Gemächern ist alles weg, aber kein Mensch zu sehen. Im Osten sind welche hingelaufen, kommt, wir gehen nach Westen!“ Eine von Bedauerfrühlings alten Dienerinnen hörte, daß es eigene Leute waren, und rief aus dem Vorzimmer: „Hier sind welche aufs Dach geklettert!“ Die Nachtwächter sagten: „Seht ihr? Da sind sie!“ Alle schrien durcheinander. Vom Dach flogen Ziegelsteine herab, und niemand wagte sich nach vorn.

Gerade wußte man sich keinen Rat, da dröhnte vom Gartentor ein gewaltiger Schlag, die Tür brach auf, und herein stürmte ein großer, schlanker Mann mit einem Holzknüppel in der Hand. Alle erschraken und versuchten sich zu verstecken. Da hörte man den Mann brüllen: „Laßt keinen einzigen entwischen! Alle mir nach!“ Die Hausbediensteten erschraken davon nur noch mehr; weich in den Knien und ohne Kraft in den Beinen konnten sie nicht einmal mehr laufen. Nur jener Mann stand mitten auf dem Platz und brüllte ununterbrochen. Einer unter den Bediensteten, der schärfere Augen hatte, erkannte ihn schließlich. Wer war es? Kein anderer als Bao Yong, den die Familie Echt empfohlen hatte. Da faßten die Leute allmählich wieder Mut und sagten zitternd: „Einer ist entkommen, die anderen sind noch auf dem Dach.“ Bao Yong duckte sich zu Boden, schwang sich auf das Dach und nahm die Verfolgung der Diebe auf.

Die Diebe wußten, daß im Hause Kaufmann kaum jemand war. Zunächst hatten sie im Hof umhergeschlichen und durch das Fenster in Bedauerfrühlings Zimmer geblickt, wo sie eine bildschöne Nonne erblickten. Sogleich stiegen üble Gedanken in ihnen auf. Da sie wußten, daß in den oberen Gemächern nur Frauen waren, und da sie auch Angst hatten: Gerade wollten sie die Tür eintreten, da hörten sie draußen jemanden hereinkommen und sie verfolgen. Darum kletterten die Räuber aufs Dach. Sie sahen, daß es nicht viele Verfolger waren, und wollten noch Widerstand leisten. Da erblickten sie plötzlich einen Mann, der aufs Dach stieg und sie jagte. Die Diebe sahen, daß es nur einer war, und schenkten ihm keine Beachtung. Sie stellten sich ihm mit kurzen Waffen entgegen. Doch Bao Yong führte einen mächtigen Hieb mit seinem Knüppel, und einer der Diebe stürzte vom Dach. Die übrigen flohen halsüberkopf über die Gartenmauer. Bao Yong verfolgte sie auch über das Dach.

Doch im Garten hatten sich bereits einige Komplizen versteckt, die das Diebesgut entgegennahmen und schon vieles hinausgeschafft hatten. Als die fliehenden Kameraden zurückkamen, hoben alle ihre Waffen zum Schutz. Da der Verfolger nur ein einzelner Mann war, hielten sie ihn für unterlegen und wandten sich ihm sogar entgegen. Bao Yong sah das und wurde wütend: „Diese Galgenvögel wagen es, sich mit mir zu messen!“ Die Räuber sagten: „Einer unserer Kameraden wurde von denen niedergeschlagen, wir wissen nicht, ob er lebt oder tot ist. Kommt, wir holen ihn raus!“ Bao Yong hörte die Stimmen und schlug sogleich zu. Die Räuber schwangen ihre Waffen, vier oder fünf umzingelten Bao Yong und hieben wild auf ihn ein. Die Nachtwächter draußen faßten ebenfalls Mut und drängten nach. Die Räuber sahen, daß sie ihn nicht bezwingen konnten, und ergriffen die Flucht.

Bao Yong wollte ihnen noch nachjagen, da stolperte er über eine Truhe. Er blieb stehen und überlegte: „Die Sachen sind noch nicht alle fort, die Diebe sind geflohen.“ Er verfolgte sie nicht weiter, sondern rief den Leuten zu, Lampen zu bringen. Auf dem Boden lagen nur ein paar leere Truhen. Er ließ sie beiseite schaffen und wollte dann zu den oberen Gemächern laufen. Da er aber die Wege nicht kannte, gelangte er zu Phönixglanz’ Gemächern, wo die Lichter hell brannten. Er fragte: „Waren hier Diebe?“ Friedchen antwortete von drinnen mit zitternder Stimme: „Hier ist die Tür gar nicht aufgemacht worden. Wir hörten nur, daß drüben bei den oberen Gemächern nach Dieben gerufen wurde — geh lieber dorthin.“ Bao Yong fand den Weg nicht und sah dann in der Ferne die Nachtwächter vorbeikommen. Er schloß sich ihnen an und gelangte so zu den oberen Gemächern. Die Türen standen offen, und die Nachtwächterinnen saßen dort und weinten.

Bald darauf kamen Efeu Kaufmann und Lin Zhixiao ebenfalls herein. Als sie den Einbruch sahen, gerieten alle in Aufregung. Man ging hinein und prüfte: Die Tür zu den Gemächern der Herzoginmutter stand weit offen. Im Lampenlicht sah man, daß das Schloß aufgebrochen war. Drinnen waren Truhen und Schränke bereits geöffnet. Man schimpfte die Nachtwächterinnen: „Seid ihr alle tot? Die Diebe kommen herein, und ihr merkt nichts?“ Die Nachtwächterinnen sagten unter Tränen: „Wir waren die Schicht für die zweite und dritte Nachtwache. Wir haben keine Pause gemacht und sind vorn und hinten patrouilliert. Die andere Schicht hatte die vierte und fünfte Wache. Kaum waren wir abgelöst, hörten wir sie schreien, aber keine einzige Person war zu sehen. Als wir nachsahen, war alles schon weg. Bitte, die Herren mögen die Schicht der vierten und fünften Wache befragen.“ Lin Zhixiao sagte: „Ihr verdient alle den Tod! Darüber reden wir später. Zuerst gehen wir überall nachsehen.“

Die männlichen Nachtwächter führten sie zu Dame Sonders[24]. Deren Tür war fest verschlossen. Einige Stimmen von drinnen riefen: „Wir sind zu Tode erschrocken!“ Lin Zhixiao fragte: „Hier ist nichts gestohlen worden?“ Die Frauen drinnen öffneten erst dann die Tür und sagten: „Hier ist nichts weggekommen.“

Lin Zhixiao führte seine Leute dann zu Bedauerfrühlings Hof. Von drinnen hörte man rufen: „Es ist furchtbar! Das Fräulein ist vor Schreck ohnmächtig geworden. Wacht doch auf!“ Lin Zhixiao ließ die Tür öffnen und fragte, was geschehen sei. Die alte Dienerin öffnete und sagte: „Die Diebe haben hier im Hof gekämpft, und das Fräulein ist vor Angst zusammengebrochen. Zum Glück haben die ehrwürdige Meisterin Miao und Buntschirm sie wieder zu sich gebracht. Gestohlen wurde nichts.“ Lin Zhixiao fragte: „Wie kam es hier zum Kampf?“ Ein Nachtwächter sagte: „Zum Glück ist der Herr Bao aufs Dach gestiegen und hat die Diebe verjagt. Man hat gehört, daß er einen von ihnen niedergeschlagen hat.“ Bao Yong sagte: „Der liegt drüben am Gartentor. Geht schnell und schaut nach.“

Efeu Kaufmann und die anderen gingen dorthin und fanden tatsächlich einen Mann tot auf dem Boden liegen. Bei genauerem Hinsehen sah er aus wie He San, der Adoptivsohn Zhou Ruis. Alle waren bestürzt. Man stellte einen Mann zur Bewachung der Leiche ab und schickte zwei weitere, um Vorder- und Hintertor zu sichern. An den Toren fand man alle Schlösser noch intakt.

Lin Zhixiao ließ das Haupttor öffnen und erstattete der Garnison Meldung. Sogleich kam ein Beamter, um die Tatorte zu untersuchen. Man stellte fest, daß die Diebe durch eine hintere Seitengasse aufs Dach geklettert waren, dann über das Dach des Westhofs — dort waren die Ziegel zertrümmert — und weiter durch den hinteren Garten entkommen waren. Die Nachtwächter riefen alle: „Das waren keine gewöhnlichen Diebe, das waren Räuber!“ Der Beamte entgegnete gereizt: „Es gab weder Fackeln noch blanke Waffen — wie soll das ein Raubüberfall gewesen sein?“ Die Nachtwächter sagten: „Als wir die Diebe verfolgten, warfen sie Ziegel vom Dach, so daß wir uns nicht nähern konnten. Zum Glück kletterte unser Herr Bao aufs Dach und schlug sie in die Flucht. Im Garten waren noch mehr von ihnen, die regelrecht mit Herrn Bao kämpften. Erst als sie ihn nicht bezwingen konnten, flohen sie.“ Der Beamte sagte: „Na, hört mal! Wenn es wirklich Räuber wären, hätten sie doch einen einzelnen Mann überwältigen können, oder nicht? Schluß jetzt damit. Stellt fest, was gestohlen wurde, reicht eine Verlustliste ein, und wir erstatten Bericht.“

Efeu Kaufmann und die anderen kehrten in die oberen Gemächer zurück. Dort hatte sich Phönixglanz schon trotz ihrer Krankheit hergeschleppt, und auch Bedauerfrühling war da. Efeu Kaufmann erkundigte sich nach Phönixglanz’ Befinden und grüßte Bedauerfrühling. Dann machte man sich daran, den Verlust zu ermitteln. Da Mandarinenente tot war und Bernstein und die anderen mit dem Trauerzug fort waren, hatte niemand die Dinge je gezählt — alles war unter Verschluß gewesen. Von wo aus hätte man eine Bestandsaufnahme beginnen sollen? Alle sagten: „In den Truhen und Schränken war so viel drin, und jetzt ist alles leer. Der Diebstahl muß erhebliche Zeit in Anspruch genommen haben. Was haben die Nachtwächterinnen nur getrieben? Außerdem ist der Erschlagene He San, Zhou Ruis Adoptivsohn — die steckten bestimmt alle unter einer Decke.“ Phönixglanz hörte das und war so zornig, daß ihre Augen starr hervorquollen. Sie befahl: „Fesselt alle Nachtwächterinnen und übergebt sie dem Garnisonsgericht zum Verhör!“ Die Frauen schrien Zeter und Mordio, fielen auf die Knie und flehten um Gnade.

Wie sie bestraft wurden und ob die gestohlenen Güter je wiedergefunden werden — das wird im nächsten Kapitel erzählt.


Basierend auf der Cheng-Jia-Ausgabe (程甲本). Übersetzung: Martin Woesler, 4. Auflage 2026.

  1. Chin. 平儿 Píng'ér, wörtl. „Friedchen". Phönixglanz' erste Kammerzofe und Vertraute.
  2. Chin. 秋桐 Qiūtóng, wörtl. „Herbstzither". Nebenfrau von Kette Kaufmann.
  3. Chin. 邢夫人 Xíng Fūrén. Ehefrau von Begnadigung Kaufmann.
  4. Chin. 王夫人 Wáng Fūrén. Ehefrau von Aufrecht Kaufmann, Mutter von Schatzjade.
  5. ca. 21–23 Uhr
  6. Chin. 鸳鸯 Yuānyāng, wörtl. „Mandarinenente". Kammerzofe der Herzoginmutter.
  7. Chin. 贾政 Jiǎ Zhèng, wörtl. „Aufrecht Kaufmann". Schatzjades Vater.
  8. Chin. 贾珍 Jiǎ Zhēn. Oberhaupt des Stillfriede-Zweigs der Kaufmann-Familie.
  9. Chin. 惜春 Xīchūn, wörtl. „Bedauerfrühling". Vierte und jüngste Tochter der Kaufmann-Familie.
  10. Chin. 贾赦 Jiǎ Shè, wörtl. „Begnadigung Kaufmann". Älterer Bruder von Aufrecht Kaufmann.
  11. Chin. 秦可卿 Qín Kěqīng. Schwiegertochter der Stillfriede-Familie, früh verstorben.
  12. Chin. 警幻 Jǐnghuàn, wörtl. „Warnung vor der Illusion". Göttin im Land der Großen Leere.
  13. Chin. 袭人 Xīrén, wörtl. „Dufthauch". Schatzjades erste Kammerzofe.
  14. Chin. 莺儿 Yīng'ér, wörtl. „Goldamsel". Schatzspanges Kammerzofe.
  15. Chin. 紫鹃 Zǐjuān, wörtl. „Purpurkuckuck". Kajaljades treue Kammerzofe.
  16. Chin. 林黛玉 Lín Dàiyù, wörtl. „Kajal-Jade". Eine der beiden weiblichen Hauptfiguren des Romans.
  17. ca. 3–5 Uhr
  18. ca. 7–9 Uhr
  19. Chin. 包勇 Bāo Yǒng, wörtl. „Tapferer Bao". Von der Familie Echt empfohlener Wächter.
  20. Chin. 妙玉 Miàoyù, wörtl. „Wunderbare Jade". Buddhistische Nonne im Großen Garten.
  21. ca. 19–21 Uhr
  22. Im Go gibt es insgesamt 361 Punkte; bei gleichstarken Spielern wird mit einem halben Punkt Vorgabe gespielt, so daß es stets einen Sieger gibt.
  23. ca. 1–3 Uhr
  24. Chin. 尤氏 Yóu Shì. Ehefrau von Herrlichkeit Kaufmann.