Hongloumeng/zh-de/Chapter 66

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中文原文 (程甲本 1982) Deutsche Übersetzung (4. Auflage Woesler 2026)

話說鮑二家的打他一下子,笑道:「原有些真的,叫你又編了這混話,越發沒了捆兒。你倒不象跟二爺的人,這些混話倒象是寶玉那邊的了。」尤二姐才要又問,忽見尤三姐笑問道:「可是你們家那寶玉,除了上學,他作些什麼?」興兒笑道:「姨娘別問他,說起來姨娘也未必信。他長了這麼大,獨他沒有上過正經學堂。我們家從祖宗直到二爺,誰不是寒窗十載,偏他不喜讀書。老太太的寶貝,老爺先還管,如今也不敢管了。成天家瘋瘋顛顛的,說的話人也不懂,乾的事人也不知。外頭人人看著好清俊模樣兒,心裡自然是聰明的,誰知是外清而內濁,見了人,一句話也沒有。所有的好處,雖沒上過學,倒難為他認得幾個字。每日也不習文,也不學武,又怕見人,只愛在丫頭群里鬧。再者也沒剛柔,有時見了我們,喜歡時沒上沒下,大家亂頑一陣;不喜歡各自走了,他也不理人。我們坐著卧著,見了他也不理,他也不責備。因此沒人怕他,只管隨便,都過的去。」尤三姐笑道:「主子寬了,你們又這樣;嚴了,又抱怨。可知難纏。」尤二姐道:「我們看他倒好,原來這樣。可惜了一個好胎子。」尤三姐道:「姐姐信他胡說,咱們也不是見一面兩面的,行事言談吃喝,原有些女兒氣,那是只在裡頭慣了的。若說糊塗,那些兒糊塗?姐姐記得,穿孝時咱們同在一處,那日正是和尚們進來繞棺,咱們都在那裡站著,他只站在頭裡擋著人。人說他不知禮,又沒眼色。過後他沒悄悄的告訴咱們說:『姐姐不知道,我並不是沒眼色。想和尚們臟,恐怕氣味熏了姐姐們。』接著他吃茶,姐姐又要茶,那個老婆子就拿了他的碗倒。他趕忙說:『我吃臟了的,另洗了再拿來。』這兩件上,我冷眼看去,原來他在女孩子們前不管怎樣都過的去,只不大合外人的式,所以他們不知道。」尤二姐聽說,笑道:「依你說,你兩個已是情投意合了。竟把你許了他,豈不好?」三姐見有興兒,不便說話,只低頭嗑瓜子。興兒笑道:「若論模樣兒行事為人,倒是一對好的。只是他已有了,只未露形。將來準是林姑娘定了的。因林姑娘多病,二則都還小,故尚未及此。再過三二年,老太太便一開言,那是再無不准的了。」大家正說話,只見隆兒又來了,說:「老爺有事,是件機密大事,要遣二爺往平安州去。不過三五日就起身,來回也得半月工夫。今日不能來了。請老奶奶早和二姨定了那事,明日爺來,好作定奪。」說著,帶了興兒回去了。   這裡尤二姐命掩了門早睡,盤問他妹子一夜。至次日午後,賈璉方來了。尤二姐因勸他說:「既有正事,何必忙忙又來,千萬別為我誤事。」賈璉道:「也沒甚事,只是偏偏的又出來了一件遠差。出了月就起身,得半月工夫才來。」尤二姐道:「既如此,你只管放心前去,這裡一應不用你記掛。三妹子他從不會朝更暮改的。他已說了改悔,必是改悔的。他已擇定了人,你只要依他就是了。」賈璉問是誰,尤二姐笑道:「這人此刻不在這裡,不知多早才來,也難為他眼力。自己說了,這人一年不來,他等一年;十年不來,等十年;若這人死了再不來了,他情願剃了頭當姑子去,吃長齋念佛,以了今生。」賈璉問:「到底是誰,這樣動他的心?」二姐笑道:「說來話長。五年前我們老娘家裡做生日,媽和我們到那裡給老娘拜壽。他家請了一起串客,裡頭有個作小生的叫作柳湘蓮,他看上了,如今要是他才嫁。舊年我們聞得柳湘蓮惹了一個禍逃走了,不知可有來了不曾?」賈璉聽了道:「怪道呢!我說是個什麼樣人,原來是他!果然眼力不錯。你不知道這柳二郎,那樣一個標緻人,最是冷面冷心的,差不多的人,都無情無義。他最和寶玉合的來。去年因打了薛呆子,他不好意思見我們的,不知那裡去了一向。後來聽見有人說來了,不知是真是假。一問寶玉的小子們就知道了。倘或不來,他萍蹤浪跡,知道幾才來,豈不白耽擱了?」尤二姐道:「我們這三丫頭說的出來,乾的出來,他怎樣說,只依他便了。」   二人正說之間,只見尤三姐走來說道:「姐夫,你只放心。我們不是那心口兩樣人,說什麼是什麼。若有了姓柳的來,我便嫁他。從今日起,我吃齋念佛,只伏侍母親,等他來了,嫁了他去,若一百年不來,我自己修行去了。」說著,將一根玉簪,擊作兩段,「一句不真,就如這簪子!」說著,回房去了,真個竟非禮不動,非禮不言起來。賈璉無了法,只得和二姐商議了一回家務,復回家與鳳姐商議起身之事。一面著人問茗煙,茗煙說:「竟不知道。大約未來;若來了,必是我知道的。」一面又問他的街坊,也說未來。賈璉只得回覆了二姐。至起身之日已近,前兩天便說起身,卻先往二姐這邊來住兩夜,從這裡再悄悄長行。果見小妹竟又換了一個人,又見二姐持家勤慎,自是不消記掛。   是日一早出城,就奔平安州大道,曉行夜住,渴飲飢餐。方走了三日,那日正走之間,頂頭來了一群馱子,內中一夥,主僕十來騎馬,走的近來一看,不是別人,竟是薛蟠和柳湘蓮來了。賈璉深為奇怪,忙伸馬迎了上來,大家一齊相見,說些別後寒溫,大家便入酒店歇下,敘談敘談。賈璉因笑說:「鬧過之後,我們忙著請你兩個和解,誰知柳兄蹤跡全無。怎麼你兩個今日倒在一處了?」薛蟠笑道:「天下竟有這樣奇事。我同伙計販了貨物,自春天起身,往回里走,一路平安。誰知前日到了平安州界,遇一伙強盜,已將東西劫去。不想柳二弟從那邊來了,方把賊人趕散,奪回貨物,還救了我們的性命。我謝他又不受,所以我們結拜了生死弟兄,如今一路進京。從此後我們是親弟親兄一般。到前面岔口上分路,他就分路往南二百裡有他一個姑媽,他去望候望候。我先進京去安置了我的事,然後給他尋一所宅子,尋一門好親事,大家過起來。」賈璉聽了道:「原來如此,倒教我們懸了幾日心。」因又聽道尋親,又忙說道:「我正有一門好親事堪配二弟。」說著,便將自己娶尤氏,如今又要發嫁小姨一節說了出來,只不說尤三姐自擇之語。又囑薛蟠且不可告訴家裡,等生了兒子,自然是知道的。薛蟠聽了大喜,說:「早該如此,這都是舍表妹之過。」湘蓮忙笑說:「你又忘情了,還不住口。」薛蟠忙止住不語,便說:「既是這等,這門親事定要做的。」湘蓮道:「我本有願,定要一個絕色的女子。如今既是貴昆仲高誼,顧不得許多了,任憑裁奪,我無不從命。」賈璉笑道:「如今口說無憑,等柳兄一見,便知我這內娣的品貌是古今有一無二的了。」湘蓮聽了大喜,說:「既如此說,等弟探過姑娘,不過月中就進京的,那時再定如何?」賈璉笑道:「你我一言為定,只是我信不過柳兄。你乃是萍蹤浪跡,倘然淹滯不歸,豈不誤了人家。須得留一定禮。」湘蓮道:「大丈夫豈有失信之理。小弟素系寒貧,況且客中,何能有定禮。」薛蟠道:「我這裡現成,就備一分二哥帶去。」賈璉笑道:「也不用金帛之禮,須是柳兄親身自有之物,不論物之貴賤,不過我帶去取信耳。」湘蓮道:「既如此說,弟無別物,此劍防身,不能解下。囊中尚有一把鴛鴦劍,乃吾家傳代之寶,弟也不敢擅用,只隨身收藏而已。賈兄請拿去為定。弟縱系水流花落之性,然亦斷不舍此劍者。」說畢,大家又飲了幾杯,方各自上馬,作別起程。正是:將軍不下馬,各自奔前程。   且說賈璉一日到了平安州,見了節度,完了公事。因又囑他十月前後務要還來一次,賈璉領命。次日連忙取路回家,先到尤二姐處探望。誰知賈璉出門之後,尤二姐操持家務十分謹肅,每日關門閤戶,一點外事不聞。他小妹子果是個斬釘截鐵之人,每日侍奉母姊之餘,只安分守已,隨分過活。雖是夜晚間孤衾獨枕,不慣寂寞,奈一心丟了眾人,只念柳湘蓮早早回來完了終身大事。這日賈璉進門,見了這般景況,喜之不盡,深念二姐之德。大家敘些寒溫之後,賈璉便將路上相遇湘蓮一事說了出來,又將鴛鴦劍取出,遞與三姐。三姐看時,上面龍吞夔護,珠寶晶瑩,將靶一掣,裡面卻是兩把合體的。一把上面鏨著一「鴛」字,一把上面鏨著一「鴦」字,冷颼颼,明亮亮,如兩痕秋水一般。三姐喜出望外,連忙收了,掛在自己繡房床上,每日望著劍,自笑終身有靠。賈璉住了兩天,回去復了父命,回家合宅相見。那時鳳姐已大愈,出來理事行走了。賈璉又將此事告訴了賈珍。賈珍因近日又遇了新友,將這事丟過,不在心上,任憑賈璉裁奪,只怕賈璉獨力不加,少不得又給了他三十兩銀子。賈璉拿來交與二姐預備妝奩。   誰知八月內湘蓮方進了京,先來拜見薛姨媽,又遇見薛蝌,方知薛蟠不慣風霜,不服水土,一進京時便病倒在家,請醫調治。聽見湘蓮來了,請入卧室相見。薛姨媽也不念舊事,只感新恩,母子們十分稱謝。又說起親事一節,凡一應東西皆已妥當,只等擇日。柳湘蓮也感激不盡。   次日又來見寶玉,二人相會,如魚得水。湘蓮因問賈璉偷娶二房之事,寶玉笑道:「我聽見茗煙一干人說,我卻未見,我也不敢多管。我又聽見茗煙說,璉二哥哥著實問你,不知有何話說?」湘蓮就將路上所有之事一概告訴寶玉,寶玉笑道:「大喜,大喜!難得這個標緻人,果然是個古今絕色,堪配你之為人。」湘蓮道: 「既是這樣,他那裡少了人物,如何只想到我。況且我又素日不甚和他厚,也關切不至此。路上工夫忙忙的就那樣再三要來定,難道女家反趕著男家不成。我自己疑惑起來,後悔不該留下這劍作定。所以後來想起你來,可以細細問個底裡才好。」寶玉道:「你原是個精細人,如何既許了定禮又疑惑起來?你原說只要一個絕色的,如今既得了個絕色便罷了,何必再疑?」湘蓮道:「你既不知他娶,如何又知是絕色?」寶玉道:「他是珍大嫂子的繼母帶來的兩位小姨。我在那裡和他們混了一個月,怎麼不知?真真一對尤物,他又姓尤。」湘蓮聽了,跌足道:「這事不好,斷乎做不得了。你們東府里除了那兩個石頭獅子乾凈,只怕連貓兒狗兒都不乾凈。我不做這剩忘八。」寶玉聽說,紅了臉。湘蓮自慚失言,連忙作揖說:「我該死胡說。你好歹告訴我,他品行如何?」寶玉笑道:「你既深知,又來問我作甚麼?連我也未必乾凈了。」湘蓮笑道:「原是我自己一時忘情,好歹別多心。」寶玉笑道:「何必再提,這倒是有心了。」湘蓮作揖告辭出來,若去找薛蟠,一則他現卧病,二則他又浮躁,不如去索回定禮。主意已定,便一徑來找賈璉。   賈璉正在新房中,聞得湘蓮來了,喜之不禁,忙迎了出來,讓到內室與尤老相見。湘蓮只作揖稱老伯母,自稱晚生,賈璉聽了詫異。吃茶之間,湘蓮便說:「客中偶然忙促,誰知家姑母於四月間訂了弟婦,使弟無言可回。若從了老兄背了姑母,似非合理。若系金帛之訂,弟不敢索取,但此劍系祖父所遺,請仍賜回為幸。」 賈璉聽了,便不自在,還說:「定者,定也。原怕反悔所以為定。豈有婚姻之事,出入隨意的?還要斟酌。」湘蓮笑道:「雖如此說,弟願領責領罰,然此事斷不敢從命。」賈璉還要饒舌,湘蓮便起身說:「請兄外坐一敘,此處不便。」那尤三姐在房明明聽見。好容易等了他來,今忽見反悔,便知他在賈府中得了消息,自然是嫌自己淫奔無恥之流,不屑為妻。今若容他出去和賈璉說退親,料那賈璉必無法可處,自己豈不無趣。一聽賈璉要同他出去,連忙摘下劍來,將一股雌鋒隱在肘內,出來便說:「你們不必出去再議,還你的定禮。」一面淚如雨下,左手將劍並鞘送與湘蓮,右手回肘只往項上一橫。可憐「揉碎桃花紅滿地,玉山傾倒再難扶」,芳靈蕙性,渺渺冥冥,不知那邊去了。當下唬得眾人急救不迭。尤老一面嚎哭,一面又罵湘蓮。賈璉忙揪住湘蓮,命人捆了送官。尤二姐忙止淚反勸賈璉:「你太多事,人家並沒威逼他死,是他自尋短見。你便送他到官,又有何益,反覺生事出醜。不如放他去罷,豈不省事。」賈璉此時也沒了主意,便放了手命湘蓮快去。湘蓮反不動身,泣道:「我並不知是這等剛烈賢妻,可敬,可敬。」湘蓮反扶屍大哭一場。等買了棺木,眼見入殮,又俯棺大哭一場,方告辭而去。   出門無所之,昏昏默默,自想方纔之事。原來尤三姐這樣標緻,又這等剛烈,自悔不及。正走之間,只見薛蟠的小廝尋他家去,那湘蓮只管出神。那小廝帶他到新房之中,十分齊整。忽聽環珮叮噹,尤三姐從外而入,一手捧著鴛鴦劍,一手捧著一捲冊子,向柳湘蓮泣道:「妾痴情待君五年矣,不期君果冷心冷面,妾以死報此痴情。妾今奉警幻之命,前往太虛幻境修註案中所有一干情鬼。妾不忍一別,故來一會,從此再不能相見矣。」說著便走。湘蓮不舍,忙欲上來拉住問時,那尤三姐便說:「來自情天,去由情地。前生誤被情惑,今既恥情而覺,與君兩無干涉。」說畢,一陣香風,無蹤無影去了。   湘蓮警覺,似夢非夢,睜眼看時,那裡有薛家小童,也非新室,竟是一座破廟,旁邊坐著一個跏腿道士捕虱。湘蓮便起身稽首相問:「此系何方?仙師仙名法號?」道士笑道:「連我也不知道此系何方,我系何人,不過暫來歇足而已。」柳湘蓮聽了,不覺冷然如寒冰侵骨,掣出那股雄劍,將萬根煩惱絲一揮而盡,便隨那道士,不知往那裡去了。後回便見

Kapitel 66 情小妹耻情归地府 / 冷二郎一冷入空门 Die gefühlvolle Drittschwester Sonders gibt sich den Tod; Xianglotus Weide entsagt der Welt und folgt einem Mönch

Die Drittschwester Sonders gibt sich mit dem Mandarinenentenschwert den Tod Xianglotus Weide[1] geht aus der Welt und folgt einem Wandermönch

Bao Ers Frau versetzte ihm einen Klaps und sagte lachend: „Einiges davon ist ja wahr, aber du hast dann so viel Unsinn dazugemischt, dass alles aus dem Rahmen fällt. Du benimmst dich gar nicht wie einer, der dem Zweiten Herrn dient — deine wilden Reden klingen eher wie die von Schatzjades Leuten!" Die Zweite Schwester wollte noch weiterfragen, doch da mischte sich die Dritte Schwester lachend ein: „Ist das euer Schatzjade? Was tut er den ganzen Tag, wenn er nicht in der Schule ist?" Xing'er lachte: „Fragt nicht nach dem, Frau Tante! Es klingt alles so unglaublich, dass Ihr es vermutlich nicht glauben würdet. Er ist so groß geworden und hat nie eine richtige Schule besucht. In unserer Familie, von den Ahnen bis zum Zweiten Herrn — wer hat nicht zehn Jahre am kalten Fenster studiert? Nur er hat keine Lust zu lernen. Er ist der Liebling der Alten Herrin; der Herr Vater hat ihn früher noch beaufsichtigt, jetzt wagt er es nicht mehr. Den ganzen Tag ist er verrückt und wirr — was er sagt, versteht kein Mensch; was er tut, begreift kein Mensch. Von außen sieht er hübsch und klug aus, doch in Wahrheit ist er außen klar und innen trüb. Wenn er Menschen trifft, hat er kein Wort zu sagen. Sein einziger Vorzug: Obwohl er nie die Schule besuchte, hat er es doch fertiggebracht, einige Schriftzeichen zu lernen. Er übt weder Literatur noch Kampfkunst, scheut die Menschen und treibt sich nur unter den Mägden herum. Er hat kein Rückgrat: Wenn er guter Laune ist, spielt er mit uns ohne Rangunterschied wild durcheinander; ist er schlecht gelaunt, geht er einfach davon, ohne sich um uns zu kümmern. Wir sitzen oder liegen herum — wenn er kommt, beachten wir ihn nicht, und er tadelt uns auch nicht. Darum fürchtet ihn niemand; wir machen, was wir wollen, und alle kommen aus." Die Dritte Schwester lachte: „Wenn der Herr nachsichtig ist, beklagt ihr euch; wenn er streng ist, beklagt ihr euch auch. Ihr seid wirklich schwer zufriedenzustellen!" Die Zweite Schwester sagte: „Wir fanden ihn eigentlich nett — aber so einer ist er also! Schade um das gute Material." Die Dritte Schwester sagte: „Schwester, glaub nicht seinem Geschwätz! Wir haben ihn doch nicht nur ein- oder zweimal gesehen. In seinem Verhalten, seinen Reden, beim Essen und Trinken hat er zwar etwas Mädchenhaftes — aber das kommt nur daher, dass er stets im Inneren des Hauses lebt. Was die Torheit angeht — wo ist er denn töricht? Schwester, erinnerst du dich? Als wir während der Trauer zusammen waren, und an jenem Tag die Mönche hereinkamen, um den Sarg zu umrunden, standen wir alle dort, und er stellte sich ganz vorn hin, um die Leute abzuschirmen. Die Leute sagten, er habe keine Manieren und keinen Blick für die Situation. Aber nachher hat er uns leise gesagt: ‚Schwestern, ihr wisst es nicht — es ist nicht so, dass ich keinen Blick für die Dinge hätte. Ich dachte nur, die Mönche sind schmutzig, und fürchtete, ihr Geruch könnte die Schwestern belästigen.' Und dann, als er Tee trank und die Schwester auch Tee wollte, nahm eine alte Dienerin seine Schale zum Einschenken. Er sagte eilig: ‚Meine ist schmutzig — wascht sie erst und bringt eine frische.' An diesen zwei Dingen habe ich im Stillen beobachtet: Vor Mädchen kann er sich benehmen, wie er will, und alle nehmen es hin; nur mit der Außenwelt kommt er nicht zurecht — deshalb verstehen die Leute ihn nicht." Die Zweite Schwester hörte das und lachte: „Wenn du so sprichst, seid ihr beiden ja schon seelenverwandt! Wäre es nicht am besten, wenn man dich ihm verspräche?" Die Dritte Schwester sah, dass Xing'er dabei war, und wollte nicht weitersprechen; sie senkte den Kopf und knackte Kürbiskerne. Xing'er lachte: „Was Aussehen und Charakter angeht, wären sie ein schönes Paar. Nur: Er hat schon jemanden — es ist nur noch nicht offiziell. In Zukunft wird es bestimmt Fräulein Lin sein. Weil Fräulein Lin oft krank ist und beide noch jung sind, ist es noch nicht so weit. In zwei, drei Jahren braucht die Alte Herrin nur ein Wort zu sagen, und es ist beschlossen." Gerade als sie sich unterhielten, kam Long'er und sagte: „Der Herr Vater hat eine Angelegenheit — eine vertrauliche, wichtige Sache. Er will den Zweiten Herrn nach Pinganzhou schicken. In drei bis fünf Tagen muss er aufbrechen; hin und zurück dauert es gut einen halben Monat. Heute kann er nicht kommen. Er bittet die Herrin, mit der Zweiten Tante die Sache vorab zu klären; morgen kommt der Herr, um alles festzulegen." Damit nahm er Xing'er mit und ging zurück.

Die Zweite Schwester ließ die Türen schließen und sich früh zur Ruhe legen. Die ganze Nacht befragte sie ihre jüngere Schwester. Am nächsten Tag, am Nachmittag, kam Kette Kaufmann[2][3]. Die Zweite Schwester riet ihm: „Wenn du dienstliche Pflichten hast, warum eilst du noch hierher? Lass um meinetwillen nur nichts liegen." Kette Kaufmann sagte: „Es ist nichts Besonderes — nur ist unerwarteterweise eine Dienstreise dazugekommen. Anfang nächsten Monats breche ich auf, und es dauert gut einen halben Monat." Die Zweite Schwester sagte: „Wenn es so ist, dann reise ruhig los; du brauchst dir hier keine Sorgen zu machen. Die Dritte Schwester ist eine, die nie ihre Meinung ändert. Sie hat gesagt, sie bessere sich, und sie wird sich bessern. Sie hat ihren Mann gewählt — du brauchst nur zuzustimmen." Kette Kaufmann fragte, wer es sei. Die Zweite Schwester lachte: „Er ist im Moment nicht hier, und wer weiß, wann er kommt — man muss ihren guten Blick anerkennen. Sie hat selbst gesagt: Wenn er ein Jahr nicht kommt, wartet sie ein Jahr; wenn er zehn Jahre nicht kommt, wartet sie zehn Jahre; und wenn er stirbt und nie wiederkommt, will sie sich den Kopf scheren, Nonne werden und den Rest ihres Lebens vegetarisch und buddhistische Gebete sprechend verbringen." Kette Kaufmann fragte: „Wer ist es denn, der ihr so das Herz gerührt hat?" Die Zweite Schwester lachte: „Es ist eine lange Geschichte. Vor fünf Jahren feierte die Herzoginmutter unserer Mama Geburtstag; Mama und wir gingen hin, um zu gratulieren. Bei der Familie war eine Theatergruppe engagiert, und darunter gab es einen Jungenschauspieler namens Xianglotus Weide [4]. Sie hat sich in ihn verliebt, und nun will sie nur ihn heiraten. Letztes Jahr hörten wir, dass Xianglotus Weide wegen eines Vorfalls geflohen sei — ob er zurückgekehrt ist, weiß ich nicht." Kette Kaufmann hörte das und rief: „Ach so! Ich habe mich schon gefragt, wer es sein könnte — es ist also er! Wirklich guter Geschmack! Du weißt es nicht, aber dieser Zweite Herr Liu ist ein auffallend hübscher Mensch, doch äußerst kaltherzig und abweisend — mit den meisten Menschen hat er nichts zu schaffen. Nur mit Schatzjade versteht er sich gut. Letztes Jahr, nachdem er Becken SchneeCite error: Closing </ref> missing for <ref> tag und Bruder von Schatzspange.</ref> [5] verprügelt hatte, schämte er sich, uns unter die Augen zu treten, und verschwand für eine ganze Weile. Später hörte jemand sagen, er sei zurück — ob das stimmt, weiß ich nicht. Man braucht nur Schatzjades Burschen zu fragen. Wenn er nicht kommt — bei seiner Art, umherzuziehen wie ein Blatt im Wind —, wer weiß, wann er kommt! Das wäre doch vergebliches Warten!" Die Zweite Schwester sagte: „Unsere Dritte Schwester sagt, was sie meint, und tut, was sie sagt. Was sie beschlossen hat, daran halte dich."

Während die beiden noch sprachen, kam die Dritte Schwester herein und sagte: „Schwager, sei nur beruhigt. Wir sind keine Menschen mit doppeltem Herzen — was wir sagen, das gilt. Wenn der Herr Liu kommt, heirate ich ihn. Von heute an esse ich vegetarisch und spreche buddhistische Gebete, pflege nur meine Mutter — und warte auf ihn. Wenn er kommt, heirate ich ihn. Wenn er hundert Jahre nicht kommt, gehe ich ins Kloster." Damit zerschlug sie einen Jadehaarnadel in zwei Stücke: „Ist ein einziges Wort unwahr, dann ergeht es mir wie dieser Nadel!" Damit ging sie in ihr Zimmer zurück und verhielt sich von da an wahrhaftig sittsam und zurückhaltend in Wort und Tat. Kette Kaufmann konnte nichts weiter tun. Er besprach mit der Zweiten Schwester die häuslichen Angelegenheiten und kehrte nach Hause zurück, um mit Phönixglanz [熙凤] die Abreise vorzubereiten. Er ließ Mingyan befragen; der sagte: „Ich weiß von nichts. Vermutlich ist er noch nicht zurück; wenn er da wäre, wüsste ich es." Man fragte auch bei Liangliáns Nachbarn — auch dort keine Nachricht. Kette Kaufmann konnte der Zweiten Schwester nur Bericht erstatten. Als der Abreisetag heranrückte, sagte er zwei Tage vorher, er reise ab, ging aber zunächst noch zu der Zweiten Schwester und übernachtete dort zwei Nächte, um dann leise von dort aufzubrechen. Er sah, dass sich die jüngere Schwester wahrhaftig völlig gewandelt hatte, und auch die Zweite Schwester führte den Haushalt fleißig und sorgfältig — um sie brauchte er sich keine Sorgen mehr zu machen.

An jenem Morgen verließ er die Stadt frühzeitig auf der Hauptstraße nach Pinganzhou — tagsüber geritten, nachts gerastet; getrunken, wenn er durstig war, gegessen, wenn er hungrig war. Am dritten Tag, unterwegs, kam ihm eine Karawane von Maultieren entgegen, darunter eine Gruppe von etwa zehn Reitern mit Herren und Dienern. Als sie näherkamen und er genauer hinsah, waren es niemand anderes als Becken Schnee und Xianglotus Weide! Kette Kaufmann war höchst erstaunt, trieb sein Pferd vorwärts und begrüßte sie. Man tauschte Neuigkeiten aus und kehrte gemeinsam in ein Gasthaus ein, um sich zu unterhalten. Kette Kaufmann sagte lachend: „Nach dem Vorfall damals wollten wir euch beiden zur Versöhnung verhelfen, aber von Bruder Liu war keine Spur zu finden. Wie kommt ihr jetzt zusammen?" Becken Schnee lachte: „Die Welt hat die seltsamsten Geschichten! Ich war mit meinen Kompagnons und Handelsware seit dem Frühling auf dem Rückweg — alles verlief gut. Doch vor ein paar Tagen, an der Grenze von Pinganzhou, stießen wir auf eine Räuberbande, die uns schon die Waren geraubt hatte. Zum Glück kam der Zweite Bruder Liu von der anderen Seite, vertrieb die Räuber, holte die Waren zurück und rettete uns obendrein das Leben. Da er meine Dankbarkeit nicht annehmen wollte, haben wir Blutsbrüderschaft geschlossen. Jetzt reisen wir zusammen nach der Hauptstadt. Von nun an sind wir leibliche Brüder. An der nächsten Gabelung trennen wir uns; er hat etwa zweihundert Li nach Süden eine Tante, die er besuchen will. Ich fahre voraus in die Hauptstadt, erledige meine Geschäfte und suche dann ein Haus für ihn und eine gute Partie — und dann leben wir alle zusammen." Kette Kaufmann sagte: „So also! Wir haben uns ganz umsonst Sorgen gemacht." Als er dann hörte, dass von einer Heirat die Rede war, sagte er eilig: „Ich habe genau die richtige Partie für den Zweiten Bruder!" Damit erzählte er, wie er selbst die You-Schwester geheiratet hatte und nun die jüngere Schwägerin verheiraten wollte — nur erwähnte er nicht, dass die Dritte Schwester selbst den Mann gewählt hatte. Er ermahnte Becken Schnee auch, zu Hause nichts davon zu verraten; wenn erst ein Sohn geboren sei, werde man es erfahren. Becken Schnee freute sich und sagte: „Das hätte längst geschehen sollen — an allem ist nur meine Kusine schuld!" Xianglian sagte eilig lachend: „Du hast schon wieder den Anstand vergessen — halt den Mund!" Becken Schnee schwieg eilig und sagte: „Wenn es so ist, muss diese Heirat unbedingt zustande kommen!" Xianglian sagte: „Ich hatte mir immer vorgenommen, nur eine Frau von vollendeter Schönheit zu nehmen. Da nun die verehrten Brüder sich so großherzig erweisen, will ich nicht mehr wählerisch sein — bestimmt nur, und ich füge mich in allem." Kette Kaufmann lachte: „Mündliche Versprechen allein reichen nicht. Sobald Bruder Liu sie sieht, wird er erkennen, dass meine Schwägerin an Schönheit in Vergangenheit und Gegenwart ihresgleichen sucht." Xianglian hörte das voller Freude und sagte: „Wenn es so ist, will ich erst meine Tante besuchen — spätestens Mitte des Monats bin ich in der Hauptstadt. Können wir es dann festmachen?" Kette Kaufmann lachte: „Wir geben einander unser Wort. Nur traue ich dem Bruder Liu nicht ganz. Du bist ein Wandervogel — wenn du dich verspätest und nicht zurückkommst, verdirbt man einem jungen Mädchen die Zukunft. Du musst ein Pfand hinterlassen." Xianglian sagte: „Ein Mann von Ehre bricht nicht sein Wort. Der jüngere Bruder ist von jeher arm und zudem auf Reisen — wo soll ich ein Verlobungspfand hernehmen?" Becken Schnee sagte: „Ich habe alles, was nötig ist — ich richte eins für den Zweiten Bruder her." Kette Kaufmann lachte: „Es braucht kein Gold oder Seide — nur etwas, das Bruder Liu persönlich besitzt; ob wertvoll oder nicht, spielt keine Rolle. Es soll nur als Beweis dienen." Xianglian sagte: „Wenn es so ist — der jüngere Bruder besitzt nichts anderes; dieses Schwert hier ist zur Selbstverteidigung und kann ich nicht ablegen. Aber in meiner Tasche ist noch ein Paar Mandarinenentenschwerter — ein Familienerbstück, das ich nicht leichtfertig zu benutzen wage, sondern nur bei mir trage. Bruder Jia, nimm sie als Pfand. Selbst wenn der jüngere Bruder wie eine Blume im Wind dahintreibt — dieses Schwertpaar würde er niemals aufgeben." Damit tranken sie noch einige Becher, stiegen auf ihre Pferde und ritten in verschiedene Richtungen davon. Wie es so schön heißt: „Der General steigt nicht vom Pferd — ein jeder zieht seines Weges."

Kette Kaufmann erreichte Pinganzhou in einem Tag, traf den Provinzgouverneur und erledigte seine Geschäfte. Der Gouverneur bat ihn, im Oktober unbedingt wiederzukommen. Kette Kaufmann gehorchte und machte sich am nächsten Tag eilig auf den Heimweg. Zuerst suchte er die Zweite Schwester auf. In seiner Abwesenheit hatte die Zweite Schwester den Haushalt mit großer Sorgfalt geführt und täglich die Türen geschlossen gehalten, ohne sich um die Außenwelt zu kümmern. Ihre jüngere Schwester erwies sich tatsächlich als eine Frau von unbeugsamer Entschlossenheit. Neben dem Dienst an Mutter und Schwester lebte sie sittsam und genügsam. Obwohl sie nachts allein unter der einsamen Decke lag und die Einsamkeit nicht gewohnt war, hatte sie alle Gedanken an andere Menschen abgelegt und sehnte sich nur danach, dass Xianglotus Weide bald zurückkehre und die Verbindung fürs Leben besiegle. Als Kette Kaufmann eintrat und diese Zustände sah, war seine Freude grenzenlos, und er schätzte die Tugend der Zweiten Schwester zutiefst. Nach dem Austausch von Neuigkeiten erzählte Kette Kaufmann von der Begegnung mit Xianglian unterwegs und nahm die Mandarinenentenschwerter heraus, um sie der Dritten Schwester zu überreichen. Als die Dritte Schwester sie betrachtete — den Griff umwunden von Drachen und geschützt von Kui-Chimären, funkelnde Edelsteine —, zog sie den Knauf, und es waren zwei Schwerter in einem: Auf dem einen war das Zeichen „Yuan" (Ente) eingraviert, auf dem anderen „Yang" (Enterich). Eiskalt und strahlend hell, wie zwei Streifen Herbstwasser. Die Dritte Schwester war überglücklich, nahm sie an sich und hängte sie über ihr Bett im Schlafzimmer. Jeden Tag betrachtete sie die Schwerter und lächelte in der Gewissheit, dass ihr Lebensschicksal gesichert sei. Kette Kaufmann blieb zwei Tage, kehrte zurück, erstattete seinem Vater Bericht und begrüßte die ganze Familie. Inzwischen war Phönixglanz bereits so weit genesen, dass sie wieder die Geschäfte führte. Kette Kaufmann erzählte auch Herrlichkeit Kaufmann[6] von der Sache. Doch Herrlichkeit Kaufmann hatte in letzter Zeit neue Freunde gefunden und kümmerte sich nicht mehr darum; er überließ alles Kette Kaufmann und gab ihm nur, weil er fürchtete, jener könne es nicht allein stemmen, dreißig Liang Silber. Kette Kaufmann brachte sie der Zweiten Schwester zur Vorbereitung der Mitgift.

Doch erst im achten Monat kam Xianglian in die Hauptstadt. Zuerst besuchte er Tante Schnee, wo er auch Xue Ke traf und erfuhr, dass Becken Schnee, der Wind und Wetter nicht gewohnt war und dem das Klima nicht zugesagt hatte, gleich bei der Ankunft in der Hauptstadt krank geworden war und zu Hause im Bett lag. Als er hörte, dass Xianglian da war, lud er ihn ins Krankenzimmer ein. Tante Schnee trug ihm den alten Vorfall nicht nach, sondern war nur für die neue Rettungstat dankbar; Mutter und Sohn dankten ihm überschwänglich. Auch die Heirat wurde besprochen — alles sei vorbereitet, man warte nur auf einen günstigen Termin. Xianglotus Weide war seinerseits voller Dankbarkeit.

Am nächsten Tag besuchte er Schatzjade. Die beiden trafen sich und waren wie Fische im Wasser. Xianglian fragte nach Kette Kaufmanns heimlicher Zweitheirat. Schatzjade lachte: „Ich habe es nur von Mingyan und seinen Leuten gehört, aber selbst nicht gesehen; ich wage mich da auch nicht einzumischen. Mingyan hat mir auch erzählt, dass der Zweite Bruder Lian dich eifrig gesucht hat — was wollte er denn?" Xianglian erzählte Schatzjade alles, was unterwegs geschehen war. Schatzjade lachte: „Welch eine Freude! Diese einzigartig schöne Frau — sie ist wahrhaftig ein Juwel unter den Frauen aller Zeiten und wäre deiner würdig!" Xianglian sagte: „Wenn dem so ist — in jenem Hause fehlt es doch wahrlich nicht an schönen Frauen; warum sollte man ausgerechnet an mich denken? Zudem bin ich nie besonders vertraut mit ihnen gewesen, und sie hätten keinen Grund, sich so um mich zu bemühen. Auf der Reise drängte man geradezu — seit wann läuft die Familie der Braut dem Bräutigam hinterher? Ich wurde misstrauisch und bereute, das Schwert als Pfand dagelassen zu haben. Deshalb dachte ich an dich — du könntest mir die Hintergründe genau erklären." Schatzjade sagte: „Du bist doch ein scharfsinniger Mensch — wie kommst du erst zu einer Verlobung und wirst dann misstrauisch? Du hast selbst gesagt, du wolltest nur eine Frau von vollendeter Schönheit. Nun hast du eine — was zweifelst du noch?" Xianglian sagte: „Wenn du nicht einmal von seiner Heirat weißt, woher weißt du, dass sie eine Schönheit ist?" Schatzjade sagte: „Das sind die beiden jüngeren Schwägerinnen, die die Stiefmutter der Ersten Schwägerin Zhen mitgebracht hat. Ich war dort einen Monat lang unter ihnen — wie sollte ich sie nicht kennen? Wahrhaftig ein Paar seltener Schönheiten — und sie heißen auch noch You [7]!" Als Xianglian das hörte, stampfte er mit dem Fuß und rief: „Das ist schlecht — das geht auf keinen Fall! In eurem Östlichen Palais gibt es außer den zwei steinernen Löwen vor der Tür nichts Sauberes — vermutlich nicht einmal die Katzen und Hunde! Ich mache mich nicht zum gehörnten Narren!" Als Schatzjade das hörte, wurde er rot. Xianglian erkannte seinen Fehler und verbeugte sich eilig: „Das war ungehörig — bitte verzeih mir. Sag mir nur aufrichtig: Was für einen Charakter hat sie?" Schatzjade lachte: „Wenn du es selbst so genau weißt, wozu fragst du mich? Womöglich bin ich selbst auch nicht sauber!" Xianglian lachte: „Ich habe mich einen Augenblick vergessen — nimm es mir nicht übel." Schatzjade lachte: „Schon gut — erwähne es nicht mehr, sonst wird es erst recht peinlich." Xianglian verbeugte sich und ging. Zu Becken Schnee wollte er nicht — erstens lag der krank, zweitens war er unbesonnen. Am besten ging er direkt und forderte das Verlobungspfand zurück. Mit diesem Entschluss machte er sich auf den Weg zu Kette Kaufmann.

Kette Kaufmann war gerade im neuen Haus. Als er hörte, dass Xianglian da war, war er überglücklich, eilte ihm entgegen und führte ihn ins Zimmer, um die alte Dame Sonders zu begrüßen. Doch Xianglian verbeugte sich nur förmlich, nannte sie „Frau Ehrenmutter" und sich selbst „der jüngere Nachgeborene". Kette Kaufmann war befremdet. Beim Tee sagte Xianglian: „Auf der Reise war alles so hastig — leider hat meine Tante im vierten Monat bereits eine Braut für mich bestimmt, und ich kann nicht mehr zurück. Hätte ich dem älteren Bruder gefolgt und meine Tante übergangen, wäre das nicht recht. Wenn es um Gold und Seide ginge, wagte ich nicht, die Rückgabe zu fordern; aber dieses Schwert ist ein Familienerbstück — ich bitte, es mir gnädig zurückzugeben." Kette Kaufmann hörte das und war verstimmt: „Ein Pfand ist ein Pfand — eben deshalb hinterlässt man eines, damit keiner es sich anders überlegt. Wie kann man eine Verlobung nach Belieben lösen? Das muss noch besprochen werden." Xianglian lachte: „Ich nehme jede Strafe an — aber der Sache kann ich unmöglich zustimmen." Kette Kaufmann wollte noch weiterreden, doch Xianglian erhob sich und sagte: „Lass uns draußen weiterreden — hier ist es nicht passend."

Die Dritte Schwester hatte in ihrem Zimmer jedes Wort deutlich gehört. Sie hatte so lange auf ihn gewartet, und nun kam er und widerrief! Sie wusste: Er musste im Hause Kaufmann etwas erfahren haben und verachtete sie offenbar als eine, die der Unkeuschheit und Schamlosigkeit fähig sei — als Ehefrau unter seiner Würde. Wenn sie ihn jetzt hinausgehen und mit Kette Kaufmann über die Auflösung verhandeln ließe, würde Kette Kaufmann ohnehin keine Lösung finden, und sie selbst stünde beschämt da. Als sie hörte, dass Kette Kaufmann mit ihm nach draußen gehen wollte, nahm sie sofort die Schwerter von der Wand, verbarg die weibliche Klinge im Ärmel, trat heraus und sagte: „Ihr braucht nicht draußen weiter zu beraten — hier ist dein Verlobungspfand." Tränen strömten wie Regen. Mit der linken Hand reichte sie Xianglian das Schwert in der Scheide; mit der rechten zog sie den Ellbogen zurück und führte die verborgene Klinge quer über ihren Hals.

Ach! —

   Zermalmt die Pfirsichblüte, rot bedeckt die Erde;
   Der Jadeberg ist gestürzt, nie wieder aufzurichten.

Die edle Seele, die feinsinnige Natur — verweht und verschwunden, in unbekannte Ferne.

Alle erschraken zu Tode; die Rettung kam zu spät. Die alte Dame Sonders wehklagte und beschimpfte Xianglian zugleich. Kette Kaufmann packte Xianglian und wollte ihn fesseln und dem Gericht übergeben lassen. Doch die Zweite Schwester trocknete eilig ihre Tränen und beschwichtigte Kette Kaufmann: „Du machst zu viel Aufhebens! Niemand hat sie zum Sterben gezwungen — sie hat es selbst getan. Wenn du ihn zum Gericht bringst, was nützt es? Es gibt nur Schande und Aufregung. Lass ihn gehen — das ist einfacher." Kette Kaufmann wusste zu diesem Zeitpunkt selbst nicht, was er tun sollte, und ließ Xianglian los mit den Worten: „Geh schnell!" Doch Xianglian rührte sich nicht und schluchzte: „Ich wusste nicht, dass sie eine so aufrechte und tapfere Gattin war. Bewundernswert, bewundernswert!" Er warf sich über den Leichnam und weinte bitterlich. Dann ließ er einen Sarg kaufen und wohnte der Einsargung bei, weinte nochmals am Sarg und verabschiedete sich.

Vor der Tür wusste er nicht, wohin. Benommen und stumm dachte er über das Geschehene nach. Die Dritte Schwester — so schön und so tapfer! Er bereute es zutiefst. Während er so ging, kam ein Dienersbursche des Becken Schnee, um ihn nach Hause zu bringen. Doch Xianglian war ganz in Gedanken versunken. Der Bursche brachte ihn in ein neues Haus, ordentlich eingerichtet. Plötzlich hörte er Jadegehänge klingen, und die Dritte Schwester trat von draußen ein, in der einen Hand die Mandarinenentenschwerter, in der anderen eine Schriftrolle. Unter Tränen sprach sie zu Xianglian: „Fünf Jahre habe ich in törichter Liebe auf dich gewartet. Ich hätte nicht gedacht, dass du tatsächlich so kaltherzig und abweisend bist! Meine Liebe bezahle ich mit dem Tod. Jetzt hat mir die Göttin Jinghan [8] befohlen, in das Reich der Großen Leere zu reisen und dort die Akten aller Liebesgeister zu führen. Ich konnte den Abschied nicht ertragen und bin noch einmal gekommen; danach werden wir uns nie wiedersehen." Damit wandte sie sich zum Gehen. Xianglian konnte sie nicht loslassen und wollte sie zurückhalten und befragen. Die Dritte Schwester sagte: „Ich kam aus dem Himmel der Gefühle und gehe auf dem Boden der Gefühle. In einem früheren Leben wurde ich vom Gefühl verblendet; nun, da ich des Gefühls müde bin und erwacht, sind du und ich einander nichts mehr schuldig." Damit wehte ein Hauch süßen Dufts, und sie war verschwunden.

Xianglian schreckte auf — war es ein Traum oder kein Traum? Als er die Augen öffnete, war kein Bursche des Becken Schnee zu sehen, auch kein neues Haus — er lag in einem verfallenen Tempel, und neben ihm saß ein Mönch mit überkreuzten Beinen und suchte nach Läusen. Xianglian erhob sich, verbeugte sich und fragte: „Wo bin ich? Wie ist der Name des Unsterblichen Meisters und seine geistliche Ordensbezeichnung?" Der Mönch lachte: „Ich weiß nicht einmal, wo ich bin oder wer ich bin — ich bin nur vorübergehend hier, um die Füße auszuruhen." Xianglian hörte das und fühlte sich von Kälte durchdrungen wie von Eis bis auf die Knochen. Er zog das männliche Schwert, hieb mit einem Streich die zehntausend Fäden der irdischen Sorgen ab [9], und folgte dem Mönch — wohin, wusste niemand.

Wer wissen will, wie es weiterging, der lese das nächste Kapitel.

  1. Xianglotus Weide (柳湘莲): Ein unabhängiger, stolzer junger Mann von edlem Charakter, Schwertkämpfer und Schauspieler.
  2. Kette Kaufmann: Chin. 贾琏 Jiǎ Liǎn, zweiter Sohn von Begnadigung Kaufmann (贾赦), Ehemann von Phönixglanz.
  3. Kette Kaufmann: Chin. 贾琏 Jiǎ Liǎn, zweiter Sohn von Begnadigung Kaufmann (贾赦), Ehemann von Phönixglanz.
  4. ein unabhängiger, stolzer junger Mann von edlem Charakter und großer Schönheit
  5. den ‚Dummkopf Xue'
  6. Herrlichkeit Kaufmann: Chin. 贾珍 Jiǎ Zhēn, Oberhaupt des Ostpalasts (Ning-guo-fu), ein moralisch verwerflicher Mann.
  7. homophon mit ‚selten/kostbar'
  8. die Herrin des Landes der Großen Leere und der Illusionen
  9. er schnitt sich das Haar ab, das Zeichen der Entsagung von der Welt