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Lu Xun: Graeber (坟)

Lu Xun (1881-1936)

Uebersetzung aus dem Chinesischen

Andere Sprachen / Other languages: English | Francais


Abschnitt 1

【Der Vater】

M. Sorokow

Die Sonne blinzelte nur noch schwach hinter den graugrünen Büschen am Rand des Kosakendorfes. Nicht weit vom Dorf lag die Fähre, mit der ich ans andere Ufer des Don übersetzen musste. Ich ging über den feuchten Sand, aus dem ein fauliger Geruch aufstieg, wie von durchnässtem, morschem Holz. Der Weg schlängelte sich wie wirre Hasenspuren aus dem Gebüsch heraus. Die geschwollene, feuerrote Sonne war bereits hinter dem Friedhof jenseits des Dorfes versunken. Hinter mir schritt durch die dürren Sträucher die graue, weite Dämmerung.

Die Fähre war am Ufer festgemacht; hellviolettes Wasser glitzerte darunter. Das Ruder hüpfte leise, drehte sich zur Seite, und die Dolle quietschte.

Der Fährmann schabte mit einer Schöpfkelle das bemooste Boot aus und schüttete das Wasser nach draußen. Er hob den Kopf, musterte mich mit gelblichen, schiefen Augen und fragte unwillig, fast schimpfend:

»Wollen Sie übersetzen? Geht sogleich los, ich mache gleich die Leine los.«

»Können wir zu zweit schon ablegen?«

»Was bleibt uns übrig. Gleich wird es Nacht. Wer weiß, ob noch jemand kommt.« Er krempelte die Hosenbeine hoch, warf mir noch einen Blick zu und sagte:

»Sie scheinen ein Fremder zu sein, nicht von hier. Woher kommen Sie denn?«

»Ich komme aus dem Lager zurück.«

Der Mann legte seine Mütze ins Boot, schüttelte den Kopf, strich sich das schwarze, silbrig schimmernde Haar zurück wie kaukasisches Silber, zwinkerte mir zu und entblößte seine verdorbenen Zähne:

»Haben Sie Urlaub, oder ist es so eine Sache — heimlich?«

»Ich bin aus dem Dienst entlassen. Meine Dienstzeit ist abgelaufen.«

»Oh … oh. Dann können Sie es sich also gemütlich machen …«

Wir begannen zu rudern. Doch der Don trieb, wie zum Scherz, unser Boot immer wieder in die frischen Bäume des überschwemmten Uferwaldes hinein. Das Wasser schlug gegen den brüchigen Kiel und gab deutliche Geräusche von sich. Die nackten Füße des Fährmanns, von blauen Adern durchzogen, glichen Bündeln grober Muskeln. Die vor Kälte blau angelaufenen Sohlen hielten sich zäh auf den glitschigen Querbalken fest; die Arme waren lang und kräftig, die Fingerknöchel knorrig hervorstehend. Er war mager, schmalschultrig, gebeugt und ruderte mit zäher Ausdauer, doch das Ruder durchschnitt geschickt den Wellenkamm und tauchte tief ins Wasser ein.

Ich hörte den gleichmäßigen, mühelosen Atem des Mannes. Von seinem Wollpullover strömte ein stechender Geruch von Schweiß und Tabak und dem faden Geruch des Wassers. Plötzlich ließ er das Ruder los, drehte sich zu mir um und sagte:

»Sieht so aus, als kämen wir nicht durch. Wir werden hier im Wald eingequetscht. Verflucht!«

Eine Sturzwelle schlug das Boot gegen einen steilen Felsen. Es schlug mit dem Heck wild aus und trieb dann, schräg geneigt, in den Wald hinein.

Nach einer halben Stunde saßen wir fest zwischen den Bäumen des überfluteten Waldes. Das Ruder war gebrochen. An der Dolle baumelten die zersplitterten Reste. Durch ein Loch im Bootsboden strömte das Wasser herein. Wir mussten die Nacht auf den Bäumen verbringen. Der Fährmann klammerte sich mit den Beinen an einen Ast, hockte neben mir, rauchte seine Pfeife und plauderte, während er dem Flügelschlag der Wildgänse lauschte, der die breiige Dunkelheit über uns durchschnitt.

»Hm, hm, du fährst also nach Hause; die Mutter wartet schon, sie weiß es: der Sohn ist zurück, ihr Ernährer ist zurück; ihr altes Herz wird warm werden. Ja … Aber du weißt sicher auch, sie, deine Mutter, sorgt sich tagsüber um dich, nachts vergießt sie bittere Tränen, und sie rechnet sich das gar nicht an … So sind sie alle, wenn es um ihre geliebten Söhne geht: so sind sie alle … Wenn ihr nicht selbst Kinder aufgezogen hättet, würdet ihr nie erfahren, was das Herz eurer Eltern leidet. Aber wer Mutter oder Vater ist, muss so viel für die Kinder erdulden!

Es kann so kommen: Beim Ausnehmen des Fisches zerreißt die Frau die Gallenblase. Dann schöpfst du die Fischsuppe und kannst sie vor Bitterkeit nicht trinken. So geht es auch mir. Ich lebe, aber ich muss große Bitternis schlucken. Ich halte aus, ich harre aus, aber ich denke auch immer wieder: ›Leben, Leben, wann wird dieses verdammte Leben endlich ein Ende haben?‹

Du bist kein Hiesiger, du bist ein Fremder. Sag du mir, ob ich mir nicht besser einen Strick um den Hals legen sollte.

Ich habe ein Mädchen; sie heißt Natascha. Sie ist sechzehn. Sechzehn. Sie hat zu mir gesagt: ›Papa, ich will nicht mit dir am selben Tisch essen. Wenn ich deine Hände sehe‹, hat sie gesagt, ›dann denke ich daran, dass du mit diesen Händen meinen Bruder getötet hast, und mir wird ganz elend.‹

Aber für wen habe ich das alles getan? Das weiß die Dumme nicht. Es war für sie, für die Kinder.

Ich hatte schon früh geheiratet; Gott gab mir eine Frau, die Kinder bekam wie ein Kaninchen. Acht Esser schenkte sie mir, beim neunten war auch sie am Ende. Die Geburt ging gut, aber am fünften Tag starb sie am Fieber. Ich war allein. Was die Kinder angeht — Gott rief keines ab, sosehr ich auch flehte … Mein ältester Sohn hieß Iwan. Er kam nach mir: schwarzhaarig, regelmäßige Züge. Ein tüchtiger Kosak, fleißig bei der Arbeit. Der andere Junge war vier Jahre jünger als Iwan. Kam nach der Mutter. Kleinwüchsig, aber dickbäuchig. Hellblondes Haar, fast weiß, graublau die Augen. Er hieß Danilo, und er war mein liebstes Kind. Die anderen sieben — die Älteste war ein Mädchen, die Übrigen alles Würmer …

Für Iwan fand ich im Dorf eine Frau, und er bekam auch gleich einen kleinen Kerl. Für Danilo suchte ich gerade eine standesgemäße Partie, doch da brach die unruhige Zeit herein. In unserem Kosakendorf erhob sich alles gegen die Sowjetmacht. Da stürmte Iwan zu mir: ›Vater‹, sagte er, ›komm mit, wir gehen zur Roten Armee! Bei Christi Namen bitte ich dich! Wir müssen der Roten Armee helfen, denn sie ist die gerechte Macht.‹

Auch Danilo wollte mich umstimmen. Lange flehten sie mich an, redeten mir zu. Aber ich sagte ihnen: ›Ich zwinge euch zu nichts. Ihr wollt dorthin gehen — geht. Aber ich bleibe hier. Außer euch habe ich noch sieben Mäuler, und jedes will gefüttert werden.‹

So verließen sie das Haus. Im Dorf bewaffneten sich alle. Jeder nahm, was er hatte. Aber sie holten auch mich: An die Front! Auf der Versammlung sagte ich:

›Dorfleute, Onkel, ihr wisst, ich bin ein Familienvater. Sieben Kinder liegen bei mir daheim auf der Pritsche — wenn ich sterbe, wer kümmert sich um meine Kinder?‹

Ich sagte alles, was ich zu sagen hatte, aber es nützte nichts. Keiner hörte hin, sie zerrten mich an die Front.

Die Stellung war nicht weit von unserem Dorf.

Eines Tages, just am Vorabend von Ostern, wurden neun Gefangene eingebracht. Unter ihnen war Daniluschka, mein geliebter Sohn. Man trieb sie über den Marktplatz zum Offizier. Die Kosaken liefen aus allen Häusern herbei — Gott erbarme sich.

›Die müssen totgeschlagen werden, diese Schwächlinge! Wenn man sie nach dem Verhör zurückbringt, kümmern wir uns nicht drum, wir zeigen es ihnen erst mal!‹

Ich stand da, die Knie zitterten mir, aber ich ließ mir nicht anmerken, dass mir wegen meines Sohnes Danilo das Herz pochte. Ich sah, wie die Kosaken tuschelten und mit den Köpfen auf mich deuteten. Da rannte der Wachtmeister Jalkescha auf mich zu: ›Wie ist es, Mitschischara, wenn wir die Kommunisten erledigen, bist du dabei?‹

›Natürlich bin ich dabei, diese Banditen!‹ sagte ich.

›Dann nimm das Gewehr und stell dich hier auf, an diesen Eingang.‹

Darauf sah er mich so an: ›Wir behalten dich im Auge, Mitschischara, nimm dich in Acht, Freund — vielleicht hältst du es nicht aus.‹

Da stand ich vor der Tür, und in meinem Kopf drehte sich nur dies: ›Heilige Mutter, heilige Maria, muss ich wirklich meinen eigenen Sohn töten?‹

Im Büro wurde es lauter. Die Gefangenen wurden herausgeführt. Danilo war der Erste. Als ich ihn sah, wurde mir eiskalt am ganzen Leib. Sein Kopf war aufgequollen wie ein Fass, die Haut aufgeplatzt. Geronnenes Blut quoll ihm übers Gesicht. Im Haar klebte ein dicker Wollhandschuh. Nach dem Prügeln hatten sie damit die Wunde verstopft. Der Handschuh war blutgetränkt, getrocknet, und klebte noch immer im Haar. Man hatte sie offenbar auf dem Weg ins Dorf zugerichtet. Mein Danilo taumelte die Veranda herunter. Als er mich sah, breitete er die Arme aus. Er wollte mir ein Lächeln zeigen, doch seine Augen waren dunkel und eingefallen, eines ganz von geronnenem Blut verklebt.

Ich wusste genau: Wenn ich ihm nicht auch einen Schlag versetze, würden die Dorfleute mich sofort töten. Meine Kinder würden zu Waisen, einsam und verlassen auf Gottes weiter Welt.

Als Danilo die Stelle erreichte, wo ich stand, sagte er: ›Papa — Papachen, leb wohl.‹ Tränen liefen ihm übers Gesicht und wuschen das Blut ab. Und ich … ich konnte den Arm nicht heben, so schwer war er. Wie ein Holzstamm. Das aufgepflanzte Bajonettgewehr lag quer auf meinem Arm und drängte, und ich schlug meinen Jungen mit dem Gewehrkolben … Ich traf ihn hier … über dem Ohr … Er schrie auf: ›Uu-uh — uu-uh —‹, presste die Hände vors Gesicht und fiel hin.

Meine Kosaken lachten laut: ›Schlag zu, Mitschischara, schlag zu, du trauerst wohl um deinen Danilo, schlag zu, sonst lassen wir dein Blut ab.‹

Der Offizier trat an das Tor, dem Anschein nach um alle zurechtzuweisen. Aber seine Augen lachten.

Da stürzten sich die Kosaken auf die Gefangenen und gingen mit den Bajonetten ans Werk. Mir wurde schwarz vor Augen, ich rannte davon, rannte einfach die Straße entlang. Aber ich sah noch, wie sie meinen Danilo am Boden hin und her traten. Der Wachtmeister stieß ihm die Schwertspitze in die Kehle. Danilo röchelte nur noch: ›Kch-kch …‹«

Unter dem Druck des Wassers knirschten die Bootsplanken, und die Haselnussbäume unter uns ächzten langgezogen.

Mitschischara hakte mit dem Fuß den vom Wasser hochgedrückten Kiel und klopfte die Asche aus der Pfeife, während er sagte:

»Unser Boot sinkt. Wir müssen hier auf den Bäumen sitzen bleiben, bis morgen Mittag. So ein Pech!«

Er schwieg lange. Dann begann er wieder mit jener leisen, dumpfen Stimme:

»Wegen dieser Sache haben sie mich zur höheren Gendarmerie geschickt. — Inzwischen ist viel Wasser den Don hinuntergeflossen, aber nachts höre ich immer noch etwas, als ob jemand keucht, als ob jemand erstickt, als ob man jemanden erdrosselt. Genau wie das Keuchen meines Danilo damals, als ich wegrannte.

So quält es mich, mein Gewissen.«


»Wir standen der Roten Armee gegenüber, bis zum Frühling. Dann kam General Sekretjew dazu, und wir trieben sie weit über den Don zurück, bis in die Provinz Saratow.

Obwohl ich Familienoberhaupt war, hatte ich es als Soldat schwer, eben weil meine beiden Söhne bei der Roten Armee waren.

Wir erreichten die Stadt Balaschjow. Von meinem ältesten Sohn Iwan hatte ich nichts gehört, nichts erfahren. Doch unter den Kosaken kam plötzlich ein Gerücht auf — der Teufel weiß, woher — dass Iwan von der Roten Armee gefangengenommen und zum sechsunddreißigsten Kosakenschwadron gebracht worden sei.

Meine Dorfleute schrien: ›Holen wir Wanka, den müssen wir selbst erledigen.‹

Wir kamen in ein Dorf, und siehe da, das sechsunddreißigste Schwadron lag gerade dort. Sie packten sofort meinen Wanka, fesselten ihn und schleppten ihn ins Büro. Dort verprügelten sie ihn erst gründlich, dann sagten sie mir:

›Bring ihn zum Regimentsstab!‹

Von diesem Dorf bis zum Stab waren es zwölf Werst. Unser Hundertschaftsführer gab mir den Begleitschein und sagte — ohne mich dabei anzusehen:

Abschnitt 2

Wenn es darum geht, anderen den Weg zu weisen, ist es umso schwieriger, denn ich selbst weiß noch nicht, wie man gehen soll. In China gibt es wohl einige "Vorgänger" und "Lehrmeister" der Jugend, doch ich bin keiner von ihnen, und ich glaube auch nicht an sie. Eines nur weiß ich mit Gewissheit als Endpunkt: das Grab. Doch das weiß jeder, dafür bedarf es keiner Führung. Die Frage liegt im Weg von hier bis dorthin. Natürlich gibt es nicht nur einen einzigen, und ich weiß wahrlich nicht, welcher der bessere ist, obwohl ich zuweilen noch immer suche. Beim Suchen aber fürchte ich, dass meine unreifen Früchte ausgerechnet diejenigen vergiften, die meine Früchte bevorzugen, während die sogenannten "ehrbaren Herren", die mich verachten, allesamt munter und gesund bleiben. Deshalb spreche ich oft zwangsläufig vage, halte inne, und denke im Stillen: Für die Leser, die meine Werke bevorzugen, wäre vielleicht das Beste, ihnen ein "Nichts" zu schenken. Die Druckauflagen meiner Übersetzungen und Schriften betrugen anfangs tausend Exemplare, dann fünfhundert mehr, neuerdings zwei- bis viertausend. Jede Steigerung begrüße ich natürlich, denn sie bringt Geld ein, doch sie wird auch von Trauer begleitet, aus Angst, den Lesern zu schaden. Daher werde ich beim Schreiben immer vorsichtiger, immer zögerlicher. Manche meinen, ich schriebe aus dem Stegreif und spräche mein Herz aus; dem ist keineswegs so, meine Bedenken sind nicht gering. Ich weiß längst, dass ich weder ein Krieger noch ein Vorläufer bin, und habe doch so viele Bedenken und Erinnerungen. Ich erinnere mich noch: Vor drei oder vier Jahren kam ein Student, um mein Buch zu kaufen; er holte das Geld aus der Tasche und legte es in meine Hand, und das Geld trug noch seine Körperwärme. Diese Wärme hat sich meinem Herzen eingebrannt; bis heute, wenn ich schreiben will, lässt sie mich oft fürchten, diese Art von Jugend zu vergiften, und ich zögere, die Feder anzusetzen. Die Tage, an denen ich ohne jedes Bedenken spreche, werden wohl kaum noch kommen. Doch manchmal denke ich auch: Eigentlich wäre es gerade das Rücksichtslose, das diesen Jungen gerecht würde. Aber bis heute habe ich mich dazu nicht entschlossen.

Was ich heute zu sagen habe, ist nicht mehr als dies, und doch kann es, vergleichsweise, als wahrhaftig gelten. Im Übrigen noch eine kleine Nachbemerkung.

Ich erinnere mich, dass die Anfänge der Propagierung der Umgangssprache von allen Seiten heftig angegriffen wurden. Später setzte sich die Umgangssprache allmählich durch, unaufhaltsam, und einige Leute schrieben sich die Verdienste zu und verliehen dem Ganzen den schönen Namen "Bewegung für eine neue Kultur". Wieder andere meinten, die Umgangssprache könne durchaus für volkstümliche Zwecke dienen; noch andere sagten, wer gut in der Umgangssprache schreiben wolle, müsse nach wie vor die alten Bücher lesen. Die erste Gruppe hat längst zum zweiten Mal umgesteuert und verspottet nun ihrerseits die "neue Kultur"; die beiden letzteren sind halbherzige Kompromissler, die nur hoffen, die Leiche noch ein paar Tage länger aufzubahren, und bis heute sind es nicht wenige. Ich habe sie in meinen kritischen Notizen angegriffen.

Kürzlich sah ich eine in Shanghai erscheinende Zeitschrift, die ebenfalls behauptete, man müsse gute klassische Prosa lesen, um gute Umgangssprache zu schreiben, und unter den als Beweis angeführten Namen war einer: meiner. Das versetzte mir wahrlich einen Schauer. Von anderen will ich nicht reden; was mich selbst betrifft, so habe ich tatsächlich viele alte Bücher gelesen, das stimmt, und des Unterrichtens wegen lese ich sie bis heute noch. Daher sickern, durch Sehen und Hören aufgenommen, deren Wendungen und Strukturen zwangsläufig in meine Umgangssprache ein. Doch gerade darunter leide ich: dass ich diese alten Gespenster auf dem Rücken trage und nicht abschütteln kann, und ständig eine beklemmende Schwere empfinde. Auch im Denken -- wie sollte ich nicht etwas vom Gift Zhuangzis und Han Feis abbekommen haben, mal nachlässig, mal schneidend streng. Die Bücher von Konfuzius und Menzius habe ich am frühesten und gründlichsten gelesen, doch sie scheinen mich seltsamerweise nichts anzugehen. Zum großen Teil wohl auch aus Faulheit, tröste ich mich oft damit, dass sich in jeder Verwandlung gewisse Übergangsgebilde finden. Zwischen Pflanzen und Tieren, zwischen Wirbellosen und Wirbeltieren gibt es Übergangsformen; man könnte geradezu sagen: In der Kette der Evolution ist alles Übergangsgebilde. Als man anfing, die Schriftsprache zu reformieren, da gab es natürlich einige halb fertige Autoren; das konnte gar nicht anders sein, und es musste so sein. Ihre Aufgabe war es, nach einiger Wachsamkeit einen neuen Ton anzuschlagen; und weil sie aus der alten Festung kamen, sahen sie die Lage klarer und konnten sich umwenden und zuschlagen und den starken Feind leichter tödlich treffen. Aber sie sollten dennoch mit der Zeit vergehen, allmählich verschwinden; höchstens ein Holzstück, ein Stein in einer Brücke sein, keineswegs ein Ziel oder Vorbild für die Zukunft. Die Nachfolgenden sollten anders sein; selbst wenn sie nicht von Natur aus Heilige sind, lassen sich eingewurzelte Gewohnheiten natürlich nicht plötzlich abschütteln, doch es muss mehr neuen Geist geben. Was die Schrift betrifft, braucht man nicht mehr in alten Büchern seinen Lebensunterhalt zu suchen, sondern die Lippen und Zungen der lebenden Menschen als Quelle zu nehmen, damit die Prosa der gesprochenen Sprache näher kommt, lebendiger wird. Was die Dürftigkeit und den Mangel der heutigen Volkssprache betrifft, wie man ihr abhelfen und sie bereichern kann, das ist ebenfalls ein großes Problem; vielleicht muss man auch aus der alten Literatur einiges Material entnehmen, aber das liegt nicht im Bereich dessen, was ich jetzt sagen will, und soll hier unerörtert bleiben.

Ich glaube, wenn ich mich sehr anstrengen würde, könnte ich wohl die Umgangssprache umfassend aufnehmen und meine Prosa reformieren. Doch aus Faulheit und Geschäftigkeit habe ich es bis heute nicht getan. Ich vermute oft, dass dies viel damit zu tun hat, dass ich alte Bücher gelesen habe, denn ich spüre, dass die abscheulichen Gedanken, die die Alten in Büchern niedergeschrieben haben, auch oft in meinem Herzen leben; ob ich mich plötzlich aufraffen kann, dafür habe ich keinerlei Gewähr. Ich verfluche diese Gedanken oft und hoffe auch, dass sie bei der kommenden Jugend nicht mehr anzutreffen sein werden. Als ich letztes Jahr vorschlug, die Jugend solle weniger, oder überhaupt keine chinesischen Bücher lesen, war das eine mit viel Leid erkaufte wahre Aussage, keineswegs ein flüchtiger Spaß oder Scherz, keine aufbrausende Rede. Die Alten sagten, wer keine Bücher liest, wird zum Dummkopf; das stimmt natürlich auch. Doch die Welt wird gerade von Dummköpfen gemacht; die Klugen können die Welt nicht erhalten, erst recht nicht die klugen Chinesen. Und jetzt? Von den Gedanken ganz zu schweigen: Selbst im Stil pflücken viele junge Autoren wieder schöne, aber schwer verständliche Wendungen aus der klassischen Prosa und Dichtung, als Zaubertuch, um ihre eigenen Werke aufzuputzen. Ob dies mit der Empfehlung, klassische Texte zu lesen, zusammenhängt, weiß ich nicht, aber dass Restauration im Gange ist, und dass dies der versuchte Selbstmord der neuen Literatur ist, liegt auf der Hand.

Unglücklicherweise erscheint meine aus klassischer und umgangssprachlicher Prosa zusammengesetzte Sammlung gerade in dieser Zeit und wird den Lesern vielleicht einigen Schaden zufügen. Nur kann ich sie selbst noch nicht entschlossen genug vernichten; ich möchte durch sie noch eine Weile die Spuren des vergangenen Lebens betrachten. Ich wünsche mir nur, dass die Leser, die meine Werke bevorzugen, sie lediglich als ein Andenken betrachten und wissen, dass in diesem kleinen Grabhügel nichts als die Hülle eines einst Lebenden begraben liegt. Nach einigen weiteren Jahren wird auch sie zu Staub und Asche werden, und auch das Andenken wird aus der Menschenwelt verschwinden, und meine Angelegenheiten werden erledigt sein. Heute Vormittag las ich ebenfalls klassische Texte und erinnerte mich an einige Verse aus Lu Shihengs Trauerrede auf Cao Mengde, die ich als Schluss für diesen meinen Text heranziehe --


Dem Altertum nacheifernd, entsagte er dem Prunk, Im Vertrauen auf schlichte Riten, wählte er bescheidenes Begräbnis.

Was sollen Pelz und Purpur ihm? Nur Staub und üble Rede Hinterließ er den späteren Herrschern.

Ach, wo große Anhänglichkeit waltet, Da vergisst selbst der Weise sie nicht.

Die hinterlassenen Schriften durchblätternd, voll leidenschaftlicher Bewegung, Bringe ich diesen Text dar -- und bin betrübt!


(11. November 1926, nachts. Lu Xun.)

【Die Geschichte vom Haar】


Eines Sonntagmorgens riss ich ein übernächtiges Kalenderblatt ab, sah auf das neue und sagte nach langem Betrachten:

"Ach, der zehnte Oktober -- heute ist ja das Doppel-Zehn-Fest. Hier ist es aber mit keinem Wort erwähnt!"

Ein älterer Herr, Herr N, kam gerade in meine Unterkunft, um zu plaudern. Als er das hörte, sagte er recht unzufrieden zu mir:

"Die haben recht! Sie erinnern sich nicht daran -- was machst du ihnen; du erinnerst dich daran -- was nützt es dir?"

Dieser Herr N hatte ohnehin ein etwas schrulliges Temperament; ständig regte er sich grundlos auf und sprach Dinge, die nicht weltgewandt waren. In solchen Momenten ließ ich ihn zumeist monologisieren, ohne ein Wort der Zustimmung; wenn er seinen Vortrag allein beendet hatte, war die Sache erledigt.

Er sagte:

"Was mich am meisten beeindruckt, ist die Situation zum Doppel-Zehn-Fest in Peking. Am Morgen kommt ein Polizist an die Tür und befiehlt: 'Flagge hissen.' 'Jawohl, Flagge hissen!' Aus den meisten Häusern schlurft träge ein Staatsbürger und hängt ein buntscheckiges Stück fremden Stoffs heraus. So geht es bis zum Abend -- Flagge eingeholt, Tür zu; einige, die es zufällig vergessen, lassen sie bis zum nächsten Vormittag hängen.

"Sie haben das Gedenken vergessen, und das Gedenken hat sie vergessen!

"Auch ich bin einer, der das Gedenken vergessen hat. Doch wenn ich mich erinnere, dann steigen mir die Geschehnisse um das erste Doppel-Zehn-Fest ins Bewusstsein und lassen mich nicht mehr ruhen.

"So viele Gesichter alter Bekannter schweben vor meinen Augen. Einige junge Leute rannten sich mehr als zehn Jahre lang die Hacken ab; im Dunkeln kostete eine einzige Kugel sie das Leben. Einige trafen nicht und erduldeten im Gefängnis über einen Monat lang qualvolle Folter. Einige trugen hohe Ziele im Herzen und verschwanden plötzlich spurlos, und nicht einmal ihre Leichen wusste man zu finden --

"Sie alle lebten ihr ganzes Leben unter dem Hohngelächter, den Beschimpfungen, der Verfolgung und den Fallen der Gesellschaft; und nun sind auch ihre Gräber längst im Vergessen allmählich eingesunken.

"Ich ertrage es nicht, an diese Dinge zu denken.

"Reden wir lieber von etwas Erfreulichem."

N zeigte plötzlich ein Lächeln, fuhr sich mit der Hand über den Kopf und rief laut:

"Am meisten freut es mich, dass ich seit dem ersten Doppel-Zehn-Fest auf der Straße gehe, ohne dass mich noch jemand auslacht oder beschimpft.

"Alter Freund, weißt du, dass das Haar für uns Chinesen Schatz und Fluch zugleich ist, und wie viele von Alters her wegen dieser wertlosen Sache gelitten haben!

"Unsere sehr alten Vorfahren nahmen das Haar anscheinend noch leicht. Nach dem Strafrecht war natürlich der Kopf das Wichtigste, daher war die Enthauptung die höchste Strafe; an zweiter Stelle standen die Geschlechtsorgane, daher waren Kastration und Einschließung ebenfalls furchtbare Strafen; was die Kahlscherung betrifft, so war sie ganz geringfügig. Doch wenn man darüber nachdenkt: Wie viele Menschen sind ihr ganzes Leben lang von der Gesellschaft mit Füßen getreten worden, nur weil sie einen kahlen Schädel trugen!

"Als wir von Revolution sprachen, redeten wir groß über die Zehn Tage von Yangzhou, das Massaker von Jiading -- in Wahrheit war das nur ein Mittel. Offen gesagt: Der Widerstand der Chinesen damals galt nicht dem Untergang des Reiches, sondern nur dem Zopftragen.

"Die Aufmüpfigen waren alle getötet, die Gestrigen alle gestorben, die Zöpfe längst eingewurzelt, da machten Hong und Yang wieder Aufruhr. Meine Großmutter sagte mir einmal: Damals war es schwer, ein einfacher Mann zu sein -- wer volles Haar trug, wurde von den Regierungstruppen getötet, und wer noch seinen Zopf hatte, wurde von den Langhaarigen getötet!

"Ich weiß nicht, wie viele Chinesen nur wegen dieses harmlosen Haares gelitten haben, gequält wurden, zugrunde gingen."

N blickte zur Zimmerdecke, schien nachzudenken, und fuhr fort:

"Wer hätte gedacht, dass das Leid wegen des Haares nun mich treffen würde.

"Als ich ins Ausland ging, um zu studieren, schnitt ich meinen Zopf ab; das hatte kein Geheimnis, es war nur, weil er zu unbequem war. Doch einige Kommilitonen, die ihren Zopf auf dem Kopf aufgewickelt trugen, verabscheuten mich daraufhin sehr, und der Aufseher geriet in großen Zorn und drohte, mir das Stipendium zu streichen und mich nach China zurückzuschicken.

"Wenige Tage später wurde diesem Aufseher selbst von Leuten der Zopf abgeschnitten, und er floh. Einer von denen, die schnitten, war Zou Rong, der Verfasser von 'Revolutionsarmee'; auch er konnte deshalb nicht mehr weiterstudieren, kehrte nach Shanghai zurück und starb später im Westgefängnis. Du hast ihn wohl auch längst vergessen?

"Nach einigen Jahren ging es meiner Familie viel schlechter; ohne eine Beschäftigung zu finden drohte mir der Hunger, und ich musste nach China zurückkehren. Kaum in Shanghai angekommen, kaufte ich einen falschen Zopf -- damals kostete er zwei Yuan -- und brachte ihn mit nach Hause. Meine Mutter sagte nichts dazu, doch die Nachbarn untersuchten als Erstes diesen Zopf; als sie herausfanden, dass er falsch war, lachten sie höhnisch und bezichtigten mich des Verbrechens, das die Enthauptung verdient. Ein Verwandter wollte sogar zur Behörde gehen und mich anzeigen, ließ es aber bleiben, weil er befürchtete, dass der Aufstand der Revolutionäre vielleicht doch Erfolg haben könnte.

"Ich dachte mir, das Falsche ist nicht so gut wie das Echte, direkt und klar, also ließ ich den falschen Zopf weg und ging im westlichen Anzug auf die Straße.

"Den ganzen Weg entlang Gelächter und Geschimpfe; manche liefen hinterher und schrien: 'Dieser Draufgänger!' 'Falscher ausländischer Teufel!'

"Da trug ich keine westliche Kleidung mehr, zog ein langes chinesisches Gewand an; da schimpften sie noch ärger.

"In dieser verzweifelten Lage kam mir ein Gehstock in die Hand; nachdem ich einige Male kräftig zugeschlagen hatte, hörten sie allmählich auf zu schimpfen. Nur an Orten, wo ich noch nicht zugeschlagen hatte, schimpften sie weiter.

"Diese Sache machte mich sehr traurig, und ich denke bis heute oft daran. Während meines Auslandsstudiums hatte ich in der Zeitung über die Reise eines Dr. Honda durch Südostasien und China gelesen. Dieser Doktor verstand weder Chinesisch noch Malaiisch; man fragte ihn, wie er denn reisen könne, ohne die Sprache zu verstehen. Er hob seinen Gehstock und sagte: 'Das ist ihre Sprache -- die verstehen sie alle!' Tagelang war ich darüber empört. Doch wer hätte gedacht, dass ich selbst, ohne es zu bemerken, dasselbe tat -- und jene Leute verstanden es auch. ...

"In den ersten Jahren der Xuantong-Ära war ich Studienaufseher an der örtlichen Mittelschule. Kollegen mieden mich so weit wie möglich, Beamte bewachten mich so streng wie möglich. Den ganzen Tag saß ich wie in einer Eiskammer, stand wie neben einem Richtplatz -- und das alles nur, weil mir ein Zopf fehlte!

"Eines Tages kamen plötzlich einige Schüler in mein Zimmer und sagten: 'Herr Lehrer, wir wollen unsere Zöpfe abschneiden.' Ich sagte: 'Das geht nicht!' 'Ist es besser, einen Zopf zu haben, oder keinen?' 'Keinen zu haben ist besser...' 'Warum sagen Sie dann, es geht nicht?' 'Es lohnt sich nicht. Ihr solltet besser nicht schneiden -- wartet noch.' Sie sagten nichts, gingen mit aufgeworfenen Lippen aus dem Zimmer; aber schließlich schnitten sie sie doch ab.

"Oh! Das war ein Skandal, die Leute redeten; ich tat nur so, als wüsste ich von nichts, und ließ sie mit kahlen Köpfen zusammen mit den vielen Zöpfen in den Unterricht gehen.

"Doch diese Zopfschneidekrankheit war ansteckend; am dritten Tag schnitten Schüler der Lehrerausbildungsanstalt plötzlich ebenfalls sechs Zöpfe ab, und am Abend wurden sechs Schüler entlassen. Diese sechs konnten nicht in der Schule bleiben und nicht nach Hause zurückkehren, und sie mussten bis zum ersten Doppel-Zehn-Fest und noch über einen Monat danach warten, ehe das Brandmal des Verbrechens verblasste.

"Und ich? Dasselbe. Nur im Winter des ersten Jahres der Republik bekam ich in Peking noch ein paarmal Schelte, doch dann wurden auch meinen Schmähern von der Polizei die Zöpfe abgeschnitten, und niemand beleidigte mich mehr. Allerdings bin ich nicht aufs Land gegangen."

N machte eine sehr zufriedene Miene, dann verdüsterte sich plötzlich sein Gesicht:

"Und jetzt schreit ihr Idealisten wieder über das Haareschneiden der Frauen, und wollt wieder viele Menschen erschaffen, die nichts gewinnen und nur leiden!

"Ist es nicht so, dass Frauen, die sich das Haar geschnitten haben, deshalb nicht in die Schule aufgenommen werden oder aus der Schule geworfen werden?

"Reform? Wo sind die Waffen? Arbeit und Studium? Wo sind die Fabriken?

"Lieber das Haar wieder wachsen lassen und als Schwiegertochter verheiratet werden: Alles zu vergessen ist noch Glück; wenn sie sich aber an Worte wie Gleichheit und Freiheit erinnert, wird sie ein ganzes Leben lang leiden!

"Ich möchte euch mit den Worten Arzybaschews fragen: Ihr habt den Kindern und Enkeln dieser Menschen die Ankunft des Goldenen Zeitalters versprochen -- aber was gebt ihr diesen Menschen selbst?

"Ach, solange die Peitsche des Schöpfers nicht Chinas Rücken trifft, wird China ewig dasselbe China bleiben und nicht freiwillig auch nur ein Haar ändern!

"Da ihr keine Giftzähne im Munde habt, warum klebt ihr euch 'Giftschlange' auf die Stirn und lockt die Bettler an, euch totzuschlagen? ..."

N wurde immer abwegiger; als er jedoch bemerkte, dass ich nicht sehr geneigt war zuzuhören, verstummte er sofort, stand auf und griff nach seinem Hut.

Ich sagte: "Du gehst?"

Er antwortete: "Ja. Es wird regnen."

Schweigend begleitete ich ihn zur Tür.

Er setzte den Hut auf und sagte:

"Auf Wiedersehen! Verzeiht mir die Störung. Zum Glück ist morgen nicht mehr das Doppel-Zehn-Fest; wir alle können es vergessen."


(Oktober 1920.)

【Der Passant】


Zeit:

 Der Abend eines beliebigen Tages.

Ort:

 Ein beliebiger Ort.

Personen:

 Der Alte -- etwa siebzig Jahre, weißer Bart und weißes Haar, schwarze lange Robe.
 Das Mädchen -- etwa zehn Jahre, dunkles Haar, schwarze Augen, weißes langes Gewand mit schwarzem Karomuster.
 Der Passant -- etwa dreißig bis vierzig Jahre, Erscheinung erschöpft und trotzig, finsterer Blick, schwarzer Bart, wirres Haar, schwarze kurze Jacke und Hose beide zerlumpt, barfuß in zerschlissenen Schuhen, unter dem Arm eine Tasche, gestützt auf einen mannshohen Bambusstock.


Im Osten einige wirre Bäume und Trümmer; im Westen verlassenes, verfallenes Gestrüpp; dazwischen eine Spur, die wie ein Weg aussieht und doch keiner ist. Ein kleines Lehmhaus öffnet eine Tür zu dieser Spur; neben der Tür ein Stumpf eines dürren Baumes.


(Das Mädchen ist gerade dabei, den auf dem Baumstumpf sitzenden Alten aufzuhelfen.)

Der Alte -- Kind. He, Kind! Warum bleibst du stehen?

Das Mädchen -- (nach Osten blickend) Da kommt jemand. Lass mich mal schauen.

Der Alte -- Du brauchst nicht hinzuschauen. Hilf mir hinein. Die Sonne geht unter.

Das Mädchen -- Ich -- lass mich schauen.

Der Alte -- Ach, du Kind! Jeden Tag siehst du den Himmel, die Erde, den Wind -- ist das nicht schön genug? Nichts ist schöner als diese Dinge. Du willst durchaus jemanden sehen. Was bei Sonnenuntergang erscheint, bringt dir nichts Gutes ... Gehen wir lieber hinein.

Das Mädchen -- Aber er ist schon nahe. Oh, es ist ein Bettler.

Der Alte -- Ein Bettler? Eher nicht.