Hongloumeng/de4/Chapter 9

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第九回 恋风流情友入家塾 起嫌疑顽童闹学堂

Kapitel 9 Gleichgesinnte Gefährten betreten die Familienschule — Argwöhnische Knaben veranstalten Tumult im Studierraum

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Qin Ye [秦业] und sein Sohn warteten eigens darauf, dass die Familie Kaufmann [贾] einen Boten mit der Nachricht schickte, welcher Glückstag für den Schulanfang bestimmt worden sei. Da Schatzjade[1] [贾宝玉] es aber kaum erwarten konnte, Qin Zhong[2] [秦钟] wiederzusehen, kümmerte er sich um nichts anderes und bestimmte den übernächsten Tag für seinen Schulanfang. „Übermorgen früh bitte ich den jungen Herrn Qin zu mir, damit wir uns hier treffen und gemeinsam zur Schule gehen können" — mit dieser Nachricht sandte er einen Boten los.

Als der Tag gekommen war und Schatzjade frühmorgens aufwachte, hatte Dufthauch[3] [袭人] längst die Bücher, Pinsel und Schreibutensilien zusammengepackt und alles ordentlich hergerichtet. Sie saß auf der Bettkante und war in trübe Gedanken versunken. Als sie sah, dass Schatzjade aufgewacht war, half sie ihm pflichtgemäß beim Waschen und Ankleiden.

Schatzjade bemerkte ihre gedrückte Stimmung und fragte lächelnd: „Liebste Schwester, was bedrückt dich schon wieder? Bist du mir etwa böse, weil ich zur Schule gehe und euch hier einsam zurücklasse?"

Dufthauch erwiderte lächelnd: „Was redest du da! Lernen ist doch etwas Gutes. Wenn man nicht lernt, vergeudet man sein ganzes Leben — was soll dann daraus werden? Nur eines bitte ich dich: Wenn du lernst, dann denke an die Bücher; wenn du nicht lernst, denke an zu Hause. Lass dich nicht mit den anderen zum Herumtollen verleiten — wenn der gnädige Herr dich dabei erwischt, ist nicht zu spaßen! Und auch wenn es heißt, man müsse ehrgeizig und fleißig sein, solltest du lieber etwas weniger Stoff durcharbeiten: Erstens kann man nicht richtig kauen, wenn man zu gierig zubeißt, und zweitens musst du auch auf deine Gesundheit achten. Das sind meine Gedanken — bitte nimm sie dir zu Herzen."

Bei jedem Satz, den Dufthauch sagte, nickte Schatzjade zustimmend. Dufthauch fuhr fort: „Den schweren Pelzmantel habe ich eingepackt und den Dienern mitgegeben. In der Schule ist es kalt — denk daran, ihn anzuziehen oder zu wechseln, denn dort ist es nicht wie zu Hause, wo jemand auf dich achtet. Holzkohle für den Fußwärmer und den Handwärmer habe ich ihnen ebenfalls mitgegeben. Aber du musst sie daran erinnern, nachzulegen! Diese Faulenzer rühren keinen Finger, wenn du nichts sagst, und lassen dich einfach erfrieren."

„Sei unbesorgt", sagte Schatzjade. „Wenn ich außer Haus bin, kann ich mich schon selbst um alles kümmern. Ihr solltet hier auch nicht vor Langeweile umkommen — geht öfter einmal zu Schwester Lin hinüber und vertreibt euch zusammen die Zeit."

Inzwischen war er fertig angezogen, und Dufthauch drängte ihn, die Herzoginmutter[4] [贾母], Kaufmann Aufrecht[5] [贾政] und Dame Wang aufzusuchen. Schatzjade aber ermahnte erst noch Heitermuster[6] [晴雯] und Moschusmond[7] [麝月] mit einigen Worten, ehe er zur Herzoginmutter ging. Auch sie hatte natürlich noch einige Ermahnungen für ihn. Danach ging er zu Dame Wang und anschließend in die Bibliothek, um Kaufmann Aufrecht aufzusuchen.

Ausgerechnet an diesem Tag war Kaufmann Aufrecht etwas früher nach Hause gekommen und unterhielt sich in der Bibliothek gerade mit seinen Schützlingen und Kostgängern. Als plötzlich Schatzjade hereinkam, um seinen Gruß zu entbieten, und berichtete, er gehe zur Schule, lachte Kaufmann Aufrecht höhnisch und sagte: „Wenn du noch einmal das Wort ‚Schule' in den Mund nimmst, sterbe ich vor Scham! Meiner Meinung nach solltest du lieber gleich sagen, dass du spielen gehst — das wäre ehrlicher. Pass auf, dass du mir nicht den Boden beschmutzt, auf dem du stehst, und die Tür, an die du dich lehnst!"

Die Kostgänger und Schützlinge, die sich längst von ihren Plätzen erhoben hatten, sagten lächelnd: „Warum müsst Ihr nur wieder so streng sein, ehrwürdiger Freund unserer Väter! Euer Sohn geht heute zur Schule, und in zwei, drei Jahren kann er sich bei den Prüfungen bereits einen Namen machen. Ganz gewiss ist er nicht mehr so kindisch wie früher. Es ist bald Essenszeit — der junge Herr sollte sich nun verabschieden." Damit fassten zwei der Älteren Schatzjade bei den Händen und geleiteten ihn hinaus.

Kaufmann Aufrecht fragte: „Wer begleitet Schatzjade?"

Von draußen waren Antwortrufe zu hören, und sogleich kamen drei oder vier kräftige Männer herein, die mit gebeugtem Knie ihren Gruß entboten. Kaufmann Aufrecht erkannte Li Gui [李贵], den Sohn von Schatzjades Amme, unter ihnen und sprach ihn an: „Ihr begleitet ihn Tag für Tag zur Schule — was hat er denn nun eigentlich gelernt? Er hat sich den Bauch mit Klatschgeschichten und unsinnigem Geschwätz vollgestopft und sich in allerlei feinen Frechheiten geübt. Wartet nur, bis ich ein wenig Muße habe: Zuerst ziehe ich euch die Haut ab, und dann rechne ich mit diesem Taugenichts ab!"

Das erschreckte Li Gui so sehr, dass er hastig auf beide Knie niederfiel, seine Mütze abnahm und hörbar mit der Stirn auf den Boden schlug, wobei er unablässig „Jawohl, jawohl!" sagte. Dann berichtete er: „Der junge Herr hat das Buch der Lieder bereits bis zum dritten Band gelesen, da steht so etwas wie: ‚Jau, jau, schrein die Hirsche, Lotosblätter und Entengrütze...' Euer Diener lügt wahrhaftig nicht."

Alle brachen in schallendes Gelächter aus, und selbst Kaufmann Aufrecht konnte sich das Lachen nicht verbeißen. Dann sagte er: „Selbst wenn er dreißig Bände vom Buch der Lieder liest, tut er doch nichts anderes, als sich die Ohren zuzuhalten und die Glocke zu stehlen [Anm.: Sprichwort für Selbsttäuschung] — er macht sich und anderen etwas vor! Geh und bestelle dem Herrn Lehrer in der Schule meinen Gruß; sag ihm, ich hätte gesagt: Das Buch der Lieder und die klassische Prosa braucht er gar nicht erst der Form halber durchzunehmen — er soll lieber die Vier Bücher [Anm.: die vier konfuzianischen Hauptwerke: Lúnyǔ, Mèngzǐ, Dàxué, Zhōngyōng] in einem Zug erklären und auswendig lernen lassen. Das ist das Allerwichtigste!"

Li Gui antwortete hastig: „Jawohl!" Als er merkte, dass Kaufmann Aufrecht nichts weiter zu sagen hatte, zog er sich zurück.

Schatzjade hatte währenddessen allein außerhalb des Hofes gestanden und kaum zu atmen gewagt. Als seine Begleiter herauskamen, eilte er rasch mit ihnen davon. Li Gui und die anderen klopften sich den Staub von den Kleidern und sagten dabei: „Habt Ihr das gehört, junger Herr? Zuerst will er uns die Haut abziehen! Anderer Leute Diener können durch ihren Herrn noch ein wenig Ansehen gewinnen, aber wir werden ohne Grund mitbeschimpft und mitgeschlagen. Habt doch in Zukunft ein wenig Erbarmen mit uns!"

Schatzjade lachte und sagte: „Lieber Bruder, nimm es dir nicht zu Herzen. Morgen lade ich dich ein."

Li Gui entgegnete: „Wer wagte es, darauf zu hoffen, von Euch eingeladen zu werden, kleiner Gebieter! Es reicht ja, wenn Ihr auch nur einen halben Satz von dem beherzigt, was man Euch sagt."

Damit waren sie bei der Herzoginmutter angekommen, wo Qin Zhong bereits wartete. Die Herzoginmutter unterhielt sich gerade mit ihm. Die beiden Jungen begrüßten einander, verabschiedeten sich von der Herzoginmutter, und da fiel Schatzjade plötzlich ein, dass er sich noch nicht von Kajaljade[8] [林黛玉] verabschiedet hatte. Also eilte er rasch in ihr Zimmer. Kajaljade saß gerade am Fenster vor dem Spiegel und ordnete ihre Frisur. Als sie hörte, dass Schatzjade zur Schule ging, sagte sie lächelnd: „Wunderbar! Dann gehst du wohl hin, um ‚im Krötenpalast einen Kassiazweig zu pflücken' [Anm.: Metapher für das Bestehen der Beamtenprüfung]. Ich kann dich leider nicht begleiten."

Schatzjade sagte: „Liebstes Schwesterchen, warte mit dem Abendessen auf mich, bis ich aus der Schule zurück bin. Und die Schminke und die Lippenpaste — misch sie auch erst, wenn ich wieder da bin." Er plauderte noch lange, ehe er sich endlich losriss.

Kajaljade rief ihn noch einmal zurück und fragte: „Warum gehst du dich nicht auch von Schwester Schatzspange[9] [薛宝钗] verabschieden?" Schatzjade lachte nur, ohne zu antworten, und machte sich geradewegs mit Qin Zhong auf den Weg zur Schule.

Die Familienschule der Kaufmanns lag nicht weit entfernt, nur etwa ein Li [Anm.: ca. 500 Meter]. Sie war vom Urahn der Familie gegründet worden, weil er befürchtete, dass manche jungen Leute in der Sippe zu arm sein könnten, um einen Privatlehrer anzustellen — sie sollten hierher kommen und studieren können. Jedes Familienmitglied, das ein Amt bekleidete, steuerte je nach der Höhe seines Gehalts einen Beitrag zu den Schulkosten bei. Gemeinsam hatten sie einen bejahrten, tugendhaften Mann zum Schulmeister gewählt, der eigens die jungen Leute der Sippe unterrichtete.

Als nun Schatzjade und Qin Zhong eintrafen, tauschten sie mit jedem einzelnen Mitschüler den zeremoniellen Gruß aus und begannen mit dem Studium. Von diesem Tag an kamen und gingen sie stets gemeinsam, saßen zusammen und standen zusammen auf, und ihre Freundschaft vertiefte sich immer mehr. Hinzu kam, dass die Herzoginmutter Qin Zhong in ihr Herz geschlossen hatte und ihn häufig drei oder fünf Tage bei sich behielt, wobei sie ihn genauso liebevoll behandelte wie ihre eigenen Urenkel. Als sie sah, dass Qin Zhong nicht eben wohlhabend war, beschenkte sie ihn außerdem mit Kleidung, Schuhen und anderen Dingen. Noch kein Monat war vergangen, da fühlte sich Qin Zhong im Anwesen der Kaufmanns wie zu Hause.

Schatzjade war von Natur aus ein unruhiger Geist, der stets den Eingebungen seines Herzens folgte. So zeigte sich auch jetzt wieder seine sonderbare Eigenart, und er flüsterte Qin Zhong zu: „Wir sind doch gleich alt, und außerdem sind wir Schulkameraden — lass uns in Zukunft nicht mehr als Onkel und Neffe verkehren, sondern nur noch als Brüder und Freunde!" Anfangs sträubte sich Qin Zhong, aber gegen Schatzjades Beharren kam er nicht an. Schatzjade nannte ihn nur noch „Bruder" oder rief ihn bei seinem Ehrennamen „Jingqing", und so blieb Qin Zhong nichts anderes übrig, als sich in diesen ungezwungenen Ton zu fügen.

Obwohl die Schüler dieser Schule allesamt Sippenangehörige oder angeheiratete Verwandte waren, gilt doch das Sprichwort: „Ein Drache bringt neun Junge hervor, und jedes ist von anderer Art." Wo viele Menschen beisammen sind, mischen sich unvermeidlich Schlangen unter die Drachen, und so gab es auch hier einige fragwürdige Gestalten.

Seit Schatzjade und Qin Zhong hinzugekommen waren — beide hübsch wie frische Blumen —, und die Mitschüler bemerkten, dass Qin Zhong schüchtern und sanftmütig war, bei jedem Wort errötete und ein mädchenhaftes Wesen hatte, und dass Schatzjade von Natur aus bereit war, sich um seinetwillen zu erniedrigen und ihm nachzugeben, dabei zärtlich in seiner Art und schmeichelnd in seiner Sprache war — da wurde ihre Freundschaft nur umso inniger, und man konnte es den Mitschülern nicht verdenken, dass allerlei Verdächtigungen aufkamen. Hinter ihrem Rücken wurde getuschelt und gemunkelt, Verleumdungen und Gerüchte verbreiteten sich im ganzen Schulgebäude.

Xue Pan[10] [薛蟠], der nach dem Umzug zu Dame Wang erfahren hatte, dass es eine Familienschule gab, in der sich viele junge Leute versammelten, hatte prompt Gelüste auf Männerliebe [Anm.: wörtl. „Drache-Yang-Neigung", eine euphemistische Bezeichnung für homosexuelles Begehren] verspürt und gab deshalb ebenfalls vor, die Schule zu besuchen. Allerdings war er ein Fischer, der drei Tage lang die Angel auswarf und zwei Tage lang die Netze trocknen ließ. Die Schulgebühren und Geschenke, die er dem Schulmeister Kaufmann Dai-ru [贾代儒] zukommen ließ, waren reine Verschwendung, denn er lernte nicht das Geringste — es ging ihm nur darum, „Schwurbrüder" zu finden. Tatsächlich gab es unter den jüngeren Schülern etliche, die das Silber, die Kleidung und das Essen begehrten, das Xue Pan ihnen bot, und die sich von ihm verführen ließen — doch davon muss nicht weiter die Rede sein.

Besonders gab es zwei zartbesaitete junge Schüler. Zu welchem Zweig der Familie sie gehörten, weiß ich nicht; auch ihre wirklichen Namen habe ich nicht nachgeprüft. Weil sie von anmutigem, bestrickendem Wesen waren, hatte man ihnen in der ganzen Schule Spitznamen gegeben: der eine hieß „Duftliebchen" [香怜], der andere „Jadeschätzchen" [玉爱]. Obwohl viele ein heimliches Verlangen nach ihnen hegten und Gedanken pflegten, die den Knaben hätten schaden können, wagte es doch niemand aus Furcht vor Xue Pans Macht, sich ihnen zu nähern.

Als nun Schatzjade und Qin Zhong in die Schule kamen und die beiden erblickten, konnten auch sie sich einer gewissen Bewunderung und Zuneigung nicht erwehren. Doch weil sie wussten, dass beide Schützlinge Xue Pans waren, wagten sie nichts zu unternehmen. Auch Duftliebchen und Jadeschätzchen ihrerseits hatten ein Auge auf Schatzjade und Qin Zhong geworfen. So hegten alle vier im Stillen zärtliche Gefühle füreinander, ohne dass es je zum Ausbruch kam.

Jeden Tag, wenn sie in die Schule kamen, saßen sie zwar jeder auf seinem Platz, aber ihre Blicke suchten einander; sie machten sich durch versteckte Anspielungen verständlich, sprachen vom Maulbeerbaum, wenn sie die Esche meinten, und verständigten sich aus der Ferne mit stillem Einverständnis — nach außen hin aber bemühten sie sich, alles vor fremden Augen zu verbergen. Wider Erwarten gab es jedoch einige gewiefte Burschen, die die Sache durchschauten. Hinter dem Rücken der vier verdrehten sie die Augen, hüstelten vielsagend oder erhoben die Stimme — und das geschah nicht nur an einem einzigen Tag.

Wie es der Zufall wollte, hatte der Schulmeister Dai-ru an diesem Tag etwas zu erledigen und war frühzeitig nach Hause gegangen. Er hatte den Schülern aufgegeben, zu einem siebensilbigen Vers einen Parallelvers zu bilden, den sie am nächsten Tag vorlegen sollten. Die Aufsicht über die Schule hatte er einstweilen Kaufmann Glücksstein[11] [贾瑞] übertragen. Und glücklicherweise ließ sich Xue Pan in letzter Zeit kaum noch in der Schule blicken.

So nutzte Qin Zhong die Gelegenheit und machte Duftliebchen mit Augenzwinkern und Mienenspielen heimliche Zeichen. Beide gaben vor, auf die kleine Latrine zu müssen, und gingen in den Hinterhof, um ein vertrauliches Gespräch zu führen.

Qin Zhong fragte als Erstes: „Kümmern sich die Erwachsenen bei dir zu Hause darum, mit wem du befreundet bist?" — Doch noch ehe er den Satz beendet hatte, hustete jemand hinter ihnen. Erschrocken fuhren die beiden herum und erblickten ihren Schulkameraden Jin Rong [金荣].

Duftliebchen, der ein etwas hitziges Temperament hatte, wurde zugleich rot vor Scham und Zorn und fragte: „Was hustest du da? Dürfen wir zwei etwa nicht miteinander reden?"

Jin Rong grinste: „Natürlich dürft ihr reden, und natürlich darf ich husten! Ich möchte nur wissen: Wenn ihr etwas zu besprechen habt, warum sagt ihr es dann nicht offen? Was habt ihr euch so heimlich und verstohlen hierher zu schleichen und was treibt ihr für krumme Dinge? Jetzt habe ich euch erwischt — da hilft kein Leugnen! Entweder lasst ihr mich mitmachen, und ich sage kein Wort, oder ich mache es allen bekannt!"

Qin Zhong und Duftliebchen schoß vor Aufregung die Röte ins Gesicht: „Was hast du denn erwischt?"

Jin Rong lachte: „Auf frischer Tat habe ich euch erwischt, jawohl!" Dann klatschte er in die Hände und rief lachend: „Hier werden erstklassige Sesambrötchen gebacken! Wollt ihr keins kaufen?"

Qin Zhong und Duftliebchen, gleichermaßen zornig und aufgebracht, eilten hinein und beschwerten sich bei Kaufmann Glücksstein über Jin Rong. Jin Rong habe sie ohne jeden Grund beleidigt, sagten sie.

Nun war dieser Kaufmann Glücksstein ein Mensch, der vor allem auf seinen eigenen Vorteil bedacht war und keinerlei Anstand besaß. Er missbrauchte seine Stellung in der Schule, um unter dem Deckmantel der Pflicht privaten Interessen nachzugehen, und zwang die jüngeren Schüler, ihn freizuhalten. Später hatte er sich an Xue Pan gehängt, weil er auf dessen Silber, Wein und Fleisch erpicht war; und so ließ er Xue Pan nach Belieben schalten und walten, ohne ihn im Geringsten zu zügeln — im Gegenteil, er machte sich zu seinem Helfershelfer, um sich bei ihm einzuschmeicheln.

Doch Xue Pan hatte die Beständigkeit von treibender Wasserlinse: Heute liebte er den einen, morgen den anderen. Kürzlich hatte er neue Freunde gefunden und Duftliebchen und Jadeschätzchen fallen gelassen. Selbst Jin Rong war einst sein guter Freund gewesen, doch seit Duftliebchen und Jadeschätzchen aufgetaucht waren, hatte er ihn beiseitgeschoben. Jetzt waren auch Duftliebchen und Jadeschätzchen bei ihm in Ungnade gefallen.

So hatte Kaufmann Glücksstein niemanden mehr, der bei Xue Pan ein gutes Wort für ihn hätte einlegen können. Anstatt Xue Pans Treulosigkeit zu tadeln, war er auf Duftliebchen und Jadeschätzchen erbost, weil sie nicht mehr für ihn bei Xue Pan sprachen. Deshalb waren Kaufmann Glücksstein, Jin Rong und ihre Anhänger eifersüchtig auf die beiden.

Als nun Qin Zhong und Duftliebchen sich über Jin Rong beschwerten, missfiel das Kaufmann Glücksstein von vornherein. Qin Zhong wagte er nicht zurechtzuweisen, dafür machte er an Duftliebchen ein Exempel und beschuldigte ihn, ein Unruhestifter zu sein, und herrschte ihn heftig an. So holte sich Duftliebchen eine demütigende Abfuhr, und auch Qin Zhong zog sich beschämt auf seinen Platz zurück.

Jin Rong hingegen war äußerst zufrieden mit sich. Er wiegte den Kopf, schnalzte mit der Zunge und ließ noch allerlei loses Gerede vom Stapel. Jadeschätzchen, der das nicht mit anhören konnte, begann sich von seinem Platz aus leise mit ihm zu zanken. Jin Rong behauptete steif und fest: „Eben habe ich mit eigenen Augen gesehen, wie die beiden im Hinterhof sich geküsst und am Hintern befummelt haben, ein Paar zum Vögeln — sie haben Grashalme gezogen, und wer den längeren zog, durfte zuerst!"

Jin Rong schwatzte vergnügt diesen Unsinn daher, ohne zu bedenken, dass auch andere zuhörten. Und tatsächlich hatte er bereits jemanden in Wut gebracht. Wer war es?

Es war ein junger Mann namens Kaufmann Edelrose[12] [贾蔷], ein leiblicher Ururenkel der Hauptlinie im Ning-guo-Anwesen. Beide Eltern waren früh gestorben, und er war seit seiner Kindheit bei Kaufmann Juwel[13] [贾珍] aufgewachsen. Jetzt war er sechzehn Jahre alt und sah noch schöner und eleganter aus als Kaufmann Herrlichkeit [贾蓉]. Die beiden verstanden sich ausgezeichnet und waren ständig beisammen. Im Ning-guo-Anwesen gab es jedoch viele Leute und noch mehr Klatsch — unzufriedene Diener, die sich darauf verstanden, Gerüchte zu fabrizieren und ihre Herrschaft zu verleumden. So waren allerhand üble Reden in Umlauf gekommen. Kaufmann Juwel hatte wohl Wind davon bekommen und wollte jedem Verdacht aus dem Weg gehen. Daher hatte er Kaufmann Edelrose eigene Räume außerhalb des Ning-guo-Anwesens zugewiesen und ihn angewiesen, einen selbständigen Haushalt zu gründen.

Kaufmann Edelrose war von ansehnlicher Gestalt und klugem Verstand. Obwohl er dem Namen nach die Schule besuchte, war das nur Tarnung — in Wahrheit besuchte er weiterhin Hahnenkämpfe und Hunderennen und verbrachte seine Zeit mit Blumen und Weiden [Anm.: Vergnügungsviertel]. Er verließ sich darauf, dass Kaufmann Juwel ihn von oben mit Nachsicht und Kaufmann Herrlichkeit ihn von der Seite mit Beistand versah, weshalb kein Sippenangehöriger es wagte, sich mit ihm anzulegen.

Da er Kaufmann Herrlichkeit so nahestand, konnte er es unmöglich dulden, dass Qin Zhong beleidigt wurde. Schon wollte er mutig vortreten und für Gerechtigkeit sorgen, doch dann überlegte er sich die Sache: „Jin Rong, Kaufmann Glücksstein und ihr Anhang sind allesamt Vertraute von Onkel Xue. Auch ich habe bisher stets ein gutes Verhältnis zu Onkel Xue gehabt. Wenn ich jetzt offen Partei ergreife und die es ihm erzählen, leidet unser Einvernehmen. Aber wenn ich nichts unternehme, sind diese Gerüchte für alle beschämend. Wäre es nicht klüger, eine List zu gebrauchen, mit der ich das Gerede zum Schweigen bringe, ohne dass jemand sein Gesicht verliert?"

Als er zu diesem Schluss gekommen war, gab auch er vor, auf die Latrine zu müssen, ging hinaus und rief heimlich Schatzjades Bücherknaben Mingyuan [茗烟] zu sich. „So und so...", stachelte er ihn mit ein paar geschickten Worten auf.

Mingyuan war der tüchtigste unter Schatzjades Dienerjungen, dazu jung und unerfahren in den Dingen der Welt. Als er nun von Kaufmann Edelrose erfuhr, dass Jin Rong Qin Zhong so unverschämt beleidigt hatte — wobei sogar sein Herr Schatzjade mit hineingezogen wurde — und dass man ihm eine Lektion erteilen müsse, da er sonst beim nächsten Mal noch dreister und nicht mehr zu bändigen sein würde, brauchte Mingyuan, der ohnehin stets bereit war, andere auch ohne Grund einzuschüchtern, keine weitere Überredung. Von Kaufmann Edelrose ermutigt, stürmte er kopfüber in den Unterrichtsraum, um sich Jin Rong vorzunehmen. Er redete ihn nicht einmal mit „junger Herr" an, sondern sagte bloß: „Du, Jin — was glaubst du eigentlich, wer du bist!"

Kaufmann Edelrose stampfte derweil bedeutungsvoll mit den Stiefeln auf, ordnete betont seine Kleidung, blickte nach dem Sonnenstand und sagte: „Es wird Zeit." Dann erklärte er Kaufmann Glücksstein, er habe etwas zu erledigen und müsse etwas früher gehen. Kaufmann Glücksstein wagte es nicht, ihn aufzuhalten.

Hier drinnen hatte Mingyuan bereits Jin Rong am Kragen gepackt und fragte: „Ob wir Ärsche ficken oder nicht — was geht dich das an? Wir haben jedenfalls nicht deinen Vater gefickt! Wenn du ein Kerl bist, komm raus und versuch dein Glück mit dem Herrn Mingyuan!"

Alle im Raum starrten wie versteinert. Kaufmann Glücksstein fuhr Mingyuan an, er solle sich benehmen. Jin Rong, dem vor Wut das Blut aus dem Gesicht wich, schrie: „Was für eine Frechheit! Wenn schon die Sklaven sich so aufführen, werde ich es mit deinem Herrn abmachen!" Damit riss er sich los und wollte sich auf Schatzjade und Qin Zhong stürzen.

Doch noch ehe er den ersten Schritt getan hatte, sauste ein Tuschereibstein von hinten heran — wer ihn geworfen hatte, war nicht zu erkennen. Glücklicherweise traf er nicht, sondern landete auf dem Nachbartisch, an dem Kaufmann Orchidee[14] [贾兰] und Kaufmann Jun [贾菌] saßen.

Kaufmann Jun gehörte ebenfalls zur nahe verwandten Nebenlinie der Urenkel-Generation im Jung-guo-Anwesen. Seine Mutter war früh verwitwet und lebte allein mit ihm. Kaufmann Jun und Kaufmann Orchidee waren eng befreundet und saßen daher zusammen. Obwohl Kaufmann Jun noch klein war, hatte er große Ambitionen und war furchtlos und verwegen.

Er hatte kalt beobachtet, wie einer von Jin Rongs Anhängern diesem heimlich beizuspringen versuchte und den Tuschereibstein nach Mingyuan schleuderte. Der aber verfehlte sein Ziel und krachte direkt vor ihm auf den Tisch, wobei er das Porzellan-Tuschereibstein-Wassergefäß in tausend Stücke schlug und seine Bücher mit schwarzer Tusche bespritzte.

Kaufmann Jun konnte das nicht hinnehmen und fluchte: „Ihr verdammten Halunken! Jetzt geht es erst richtig los!" Er griff sich den Reibstein und wollte ihn zurückschleudern, doch Kaufmann Orchidee, der Ärger lieber aus dem Weg ging, hielt ihn fest und redete eindringlich auf ihn ein: „Lieber Bruder, das geht uns doch nichts an!"

Aber Kaufmann Jun ließ sich nicht bremsen. Er packte mit beiden Händen seinen Bücherkasten und schleuderte ihn in Richtung des Angreifers. Da er aber klein und schwach war, flog der Kasten nicht weit genug und krachte auf den Tisch von Schatzjade und Qin Zhong. Mit lautem Poltern fielen Bücher, Papier, Pinsel und Reibstein durcheinander, und auch Schatzjades Teeschale ging zu Bruch — die Scherben flogen, und der Tee lief über den Tisch.

Kaufmann Jun sprang auf, um den Werfer des Reibsteins zu packen. Jin Rong hatte sich derweil einen langen Bambusprügel gegriffen, konnte ihn aber im engen, menschengefüllten Raum nicht richtig schwingen. Mingyuan bekam bereits einen Hieb ab und schrie aufgeregt: „Wollt ihr nicht endlich mitmachen!"

Schatzjade hatte noch drei weitere Dienerjungen: Chuyao [锄药], Saohong [扫红] und Moyu [墨雨] — einer frecher als der andere. „Ihr Hurensöhne! Die greifen zu Waffen!" schrien sie durcheinander. Moyu schnappte sich den schweren Türriegel, Saohong und Chuyao hatten ihre Reitpeitschen zur Hand, und wie ein Bienenschwarm stürzten sie in den Raum.

Kaufmann Glücksstein versuchte verzweifelt, hier dem einen den Weg zu versperren und dort auf einen anderen einzureden, aber niemand hörte auf ihn — alle tobten wild durcheinander. Von der Menge der Knaben halfen die einen mit „Friedensschlägen" [Anm.: Schläge, die man unter dem Vorwand, schlichten zu wollen, austeilt] die Stimmung anzuheizen; andere verkrochen sich ängstlich in einer Ecke; wieder andere standen aufrecht auf den Tischen, klatschten in die Hände, lachten wie verrückt und schrien: „Drauf! Drauf!" Innerhalb weniger Augenblicke kochte der ganze Raum wie ein brodelnder Kessel.

Als Li Gui und die anderen erwachsenen Diener draußen den Aufruhr hörten, eilten sie sofort herein und geboten mit vereinten Kräften Ruhe. Sie fragten nach dem Grund für den Tumult, aber jeder erzählte etwas anderes. Also schimpfte Li Gui erst einmal Mingyuan und seine drei Kameraden gründlich aus und jagte sie hinaus.

Qin Zhongs Kopf war inzwischen mit Jin Rongs Bambusprügel in Berührung gekommen — eine Schicht Haut war abgeschürft. Schatzjade tupfte ihm gerade mit seinem Rockschoß die Wunde ab. Als er sah, dass die Menge zur Ruhe gebracht worden war, befahl er: „Li Gui, pack die Bücher zusammen! Bring mein Pferd, ich reite nach Hause und erstatte dem gnädigen Herrn Bericht! Man hat uns beleidigt, und als wir uns in aller Form bei Herrn Kaufmann Glücksstein beschwerten, gab er uns die Schuld. Er ließ zu, dass man uns beschimpft, und stachelte die anderen sogar noch an, unseren Mingyuan zu verprügeln. Selbst Qin Zhong haben sie den Kopf aufgeschlagen — wozu soll ich hier noch weiter studieren? Mingyuan hat sich doch nur eingemischt, weil ich beleidigt worden war. Am besten lösen wir die Schule gleich auf!"

Li Gui redete ihm zu: „Nicht so voreilig, junger Herr! Wenn der gnädige Herr des Hauses wegen einer Angelegenheit schon nach Hause gegangen ist und Ihr ihn jetzt wegen einer solchen Lappalie behelligt, sehen wir schlecht aus. Meiner Meinung nach ist es am besten, solche Dinge gleich an Ort und Stelle zu regeln, anstatt den gnädigen Herrn damit zu beunruhigen. — Und was Euch betrifft, Herr Kaufmann Glücksstein: Wenn Euer Großvater nicht da ist, seid Ihr hier der Aufseher — alle richten sich nach Eurem Vorbild. Wenn sich jemand etwas zuschulden kommen lässt, dann bestraft ihn mit Schlägen oder Strafen, wie es sich gehört. Wie konntet Ihr es zulassen, dass so ein Tumult ausbricht, ohne einzugreifen?"

Kaufmann Glücksstein verteidigte sich: „Ich habe ja geschrien, aber keiner hat auf mich gehört."

Li Gui erwiderte lächelnd: „Nehmt es mir nicht übel, aber für gewöhnlich benehmt Ihr Euch selbst nicht gerade untadelig — deshalb hören sie auch nicht auf Euch. Wenn der Skandal jetzt bis zum gnädigen Herrn durchsickert, kommt auch Ihr nicht ungeschoren davon. Also überlegt lieber schnell, wie die Sache beizulegen ist!"

„Was heißt hier beilegen?" wandte Schatzjade ein. „Ich gehe auf jeden Fall und erstatte Bericht!"

Und Qin Zhong sagte unter Tränen: „Solange Jin Rong hier ist, besuche ich diese Schule nicht mehr!"

Schatzjade fragte: „Warum auch? Wenn die anderen hier herkommen dürfen, können wir das auch! Ich werde allen die Wahrheit berichten und dafür sorgen, dass Jin Rong hinausgeworfen wird." Dann wandte er sich an Li Gui: „Über welchen Familienzweig ist Jin Rong eigentlich mit uns verwandt?"

Li Gui überlegte kurz und sagte dann: „Das solltet Ihr lieber nicht fragen, sonst gibt es noch mehr böses Blut unter euch jungen Herren."

Da rief Mingyuan von draußen durchs Fenster: „Er ist der Neffe von Frau Kaufmann Huang aus der Ostgasse — und so einer will sich aufspielen und uns Angst einjagen! Seine Tante ist Herrn Kaufmann Huangs Frau. Und was macht die? Die rutscht ständig auf den Knien vor der Frau von Herrn Kaufmann Kette [贾琏] herum [d.i. Phönixglanz[15], 王熙凤] und bettelt sie an, ihr Sachen zum Versetzen zu leihen. Solche Herrschaften kann ich nur verachten!"

„Du verfluchtes kleines Biest!" schrie Li Gui ihn an. „Musst ausgerechnet du von diesem Klatsch wissen und ihn auch noch breittreten!"

Schatzjade sagte mit höhnischem Lächeln: „Ich dachte, er sei mit wer weiß wem verwandt — und dabei ist er bloß ein Neffe der Frau von Vetter Huang! Mit der werde ich mal ein Wörtchen reden!"

Damit wollte er tatsächlich aufbrechen und befahl Mingyuan, hereinzukommen und die Bücher zusammenzupacken. Mingyuan gehorchte und sagte dabei vergnügt: „Warum wollt Ihr selbst hingehen, junger Herr? Ich gehe zu ihr und sage, die Herzoginmutter wolle sie etwas fragen. Dann miete ich einen Wagen, bringe sie her, und Ihr könnt sie vor der Herzoginmutter zur Rede stellen. Wäre das nicht einfacher?"

„Dass du verrecken mögest!" fuhr Li Gui ihn an. „Warte nur, bis wir zu Hause sind — zuerst prügle ich dich durch, und dann berichte ich dem gnädigen Herrn und der gnädigen Frau, dass Schatzjade nur von dir aufgehetzt worden ist! Kaum habe ich ihn hier mit Müh und Not halbwegs beruhigt, kommst du wieder mit einer neuen Idee. Du hast die ganze Schule in Aufruhr versetzt, und anstatt nun für Ruhe zu sorgen, willst du die Sache noch größer machen!"

Erst jetzt wagte Mingyuan nicht mehr, den Mund aufzumachen.

Auch Kaufmann Glücksstein, der fürchtete, der Skandal könnte noch größere Kreise ziehen, und dessen Gewissen alles andere als rein war, musste sich herbeilassen, erst bei Qin Zhong und dann bei Schatzjade Abbitte zu leisten. Anfangs wollten die beiden nichts davon wissen, aber dann sagte Schatzjade: „Ich brauche es auch nicht zu melden, aber Jin Rong muss sich entschuldigen — erst dann ist die Sache erledigt!"

Jin Rong weigerte sich zunächst, doch zuletzt konnte er dem Druck von Kaufmann Glücksstein nicht mehr widerstehen. Auch Li Gui und die anderen redeten ihm gut zu: „Du hast den Streit angefangen, also musst du ihm auch ein Ende machen!"

So konnte sich Jin Rong nicht länger sträuben und verbeugte sich vor Qin Zhong. Schatzjade aber war das noch nicht genug — er bestand auf einem Kotau. Kaufmann Glücksstein, dem vor allem daran lag, die Angelegenheit beizulegen, redete Jin Rong leise zu: „Das Sprichwort sagt: ‚Beim Töten genügt es, wenn der Kopf den Boden berührt' — mehr kann man nicht verlangen. Du hast dir selbst die Suppe eingebrockt, da musst du wohl oder übel deinen Stolz herunterschlucken. Mach einen Kotau, und der Fall ist erledigt!"

Jin Rong blieb keine andere Wahl. Er trat vor und berührte vor Qin Zhong mit der Stirn den Boden.

Doch wollen wir nun hören, wie es im nächsten Kapitel weitergeht.

  1. Chin. 贾宝玉 Jiǎ Bǎoyù, wörtl. „Jade-Schatz".
  2. Chin. 秦钟 Qín Zhōng, wörtl. „Qin-Glocke".
  3. Chin. 袭人 Xírén, wörtl. „die Betörende".
  4. Chin. 贾母 Jiǎ Mǔ, die greise Matriarchin der Familie Kaufmann.
  5. Chin. 贾政 Jiǎ Zhèng, wörtl. „Kaufmann Aufrecht/Gerecht", Schatzjades strenger Vater.
  6. Chin. 晴雯 Qíngwén, wörtl. „Heiteres Wolkenmuster", eine von Schatzjades Dienerinnen.
  7. Chin. 麝月 Shèyuè, wörtl. „Moschusmond", eine von Schatzjades Dienerinnen.
  8. Chin. 林黛玉 Lín Dàiyù, wörtl. „Jade in Kajal-Schwarz".
  9. Chin. 薛宝钗 Xuē Bǎochāi, wörtl. „Kostbare Haarspange".
  10. Chin. 薛蟠 Xuē Pán, der rohe, ungebildete Sohn der Tante Schnee.
  11. Chin. 贾瑞 Jiǎ Ruì, wörtl. „Kaufmann Glücksstein", Enkel des Schulmeisters.
  12. Chin. 贾蔷 Jiǎ Qiáng, wörtl. „Kaufmann Edelrose", ein gutaussehender junger Mann aus dem Ning-Guofu.
  13. Chin. 贾珍 Jiǎ Zhēn, Oberhaupt des Ning-Guofu.
  14. Chin. 贾兰 Jiǎ Lán, wörtl. „Kaufmann Orchidee", Sohn von Li Schleierfrau.
  15. Chin. 王熙凤 Wáng Xīfèng, wörtl. „Phönix im hellen Glanz".