Chinese Essay/de/Chapter 5
5. Chinesische Essayistik der Gegenwart (seit 1949)
(5. 当代中国散文(1949年以来))
Chinesische Uebersetzung: 5. 当代中国散文
5. Chinesische Essayistik der Gegenwart (seit 1949)
Mit der '4.-Mai-Bewegung' war die junge westliche Essaytradition nach China gekommen. Sie unterschied sich in Form, Inhalt und Zielgruppe vom traditionellen chinesischen Essay. Der Essay im China der 1990er Jahre hat sich völlig aus der klassischen Tradition gelöst und erweist sich ebenfalls in den drei Kategorien Form, Inhalt und Zielgruppe als Pendant zum westlichen Essay. Dies erlaubt, den chinesischen Essay der Gegenwart mit internationaler literaturwissenschaftlicher Methodik zu untersuchen und ihn auch nach internationalen literaturwissenschaftlichen Wertungskriterien zu beurteilen.
Zur Qualität der Literatur zu Beginn der 1980er Jahre erklärte Ba Jin: "In letzter Zeit habe ich eine ganze Reihe von Kurzgeschichten und Erzählungen gelesen und fand, daß unsere Schriftsteller mit ihren Arbeiten heute bereits das Niveau der dreißiger und vierziger Jahre übertroffen haben."mdcclxxi
Nähert man sich dem Gegenwartsessay, so helfen einige Lexika, zunächst einen groben Überblick über Entwicklung und Untergattungen zu gewinnen.
Nachschlagewerke zum Gegenwartsessay
Zunächst seien drei Lexika vorgestellt, die seit 1990 erschienen sind:
Beachtung verdient das Ende 1990 von She Shusen 佘树森 und Niu Yunqing 牛运清 herausgegebene Lexikon der chinesischen Gegenwartsliteraturmdcclxxii. Dem Essay (hier mit Reportagen zusammengefaßt) sind in diesem Nachschlagewerk die Seiten 833 - 1009 gewidmet. Buch- und Texttitel sind nach Strichzahl des ersten Zeichens geordnet und jeweils mit einer kurzen Vorstellung des Inhalts aufgeführt. Es handelt sich um eine Auswahl aus Perspektive der VR China, es sind auch nur Autoren aus der VR China erfaßt.
Während der Autor Yang Kuanghan 杨匡汉 die Anmaßung, in der VR China ein Fachlexikon des taiwanesischen Essays zu erstellen, als Zeichen der "Verstärkung des Kulturaustausches zwischen der VR Ch und Taiwan" sieht, ist es doch wohl eher im Rahmen des kulturellen Vormundschaftsanspruches der Volksrepublik zu sehen. Nichtsdestoweniger enthält das 1991 erstellte Lexikon eine recht ausgewogene Auswahl taiwanesischer Autoren.mdcclxxiii
Das Mammutwerkmdcclxxiv Fachlexikon berühmter chinesischer Literatur der Gegenwart, mdcclxxv im August 1992 von einem Autorenkollektiv in Shenyang 沈阳 herausgegeben, ist ein zuverlässiges Nachschlagewerk. Nirgendwo anders als in China, wo eine Gruppe Intellektueller für wenig Geld für solche Mammutprojekte zu verpflichten ist, wäre es möglich gewesen, einen Querschnitt der chinesischen Gegenwartsliteratur ohne Rücksicht auf Autorenrechte in Auszügen abzudrucken. Dem Essay sind hier die Seiten 1490 - 1585 gewidmet. Behandelt sind 23 chinesische (darunter zwei Hongkonger) Essayisten jeweils mit einer Kurzvorstellung des Autors, Auszügen aus dessen Essays und einer Würdigung des Werks. Im Anhang auf S. 1586 - 1609 findet sich eine Übersicht über zwischen 1977 - 1986 prämierte Werke.
Auch zum Gegenwartsessay seit 1949 gibt es entwicklungsgeschichtliche Darstellungen: Nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit dem chinesischen Essay schrieb She Shusen einen historischen Abriß des VR-chinesischen Essays, wobei er die einzelnen Texte auf der Basis seiner Ästhetik-Theorie beurteilte.mdcclxxvi
Den Forschungsstand der Entwicklung des Gegenwartsessays markiert die Ende 1990 von Lu Qiyuan 卢启元 herausgegebene Geschichte des chinesischen Gegenwartsessaysmdcclxxvii. In seinem Vorwort schildert er die allgemeine Forschungslage zu Gegenwartsessays (einschließlich Essaygedichten) und der hier eingeschlossenen Reportagen.
Essaytheorie und Entwicklung in Phasen
In einem Rückblick zeichnen Mao Xin 冒忻 und Zhuang Hanxin 庄汉新 die Entwicklung des Essays nach und sehen im Ausblick eine starke Zunahme des Essayschaffens.mdcclxxviii
Die Redakteure einer Buchreihe von Essaysammlungen konstatieren in ihrem Nachwort eine Wiederbelebung der Gattung des Essays in den 1990er Jahren.mdcclxxix Die Redakteure einer Essayzeitschrift sehen China als "großes Land des Essays" und versuchen der Flut der eingesandten Essays durch strenge ästhetische Kriterien Einhalt zu gebieten.mdcclxxx Wang Bixing 王必胜 weist auf den besonderen Essaystil von Romanciers hin.mdcclxxxi
In Taiwan markiert bereits 1978 Zheng Minglis Sammlung von Aufsätzen eine erste Auseinandersetzung mit der Gattung, allerdings sind die Beiträge von auf Taiwan lebenden Chinesen verfaßt und beschränken sich auf die taiwanesische Essayistik.mdcclxxxii Ihre eigenen Studien seit 1986 betrachten dagegen den chinesischen Essay im Rahmen des erweiterten Rahmens des wenhua Zhongguo 文化中国 (chinesischer Kulturraum), sie sind auf S. ff. genauer vorgestellt.
1983 wird der 'Gelehrtenessay' in Taiwan in einem Aufsatz vorgestellt.mdcclxxxiii Es erscheint eine Monographie taiwanesischer Autoren mit einer Anleitung zum Verfassen von Essays.mdcclxxxiv 1993 zeigt das offiziöse Kompendium taiwanesischer Literatur anhand von 92 Essaykritiken von 66 Kritikern die immer stärkere Herausbildung der eigenen literarischen Identität: Es sind nur auf Taiwan entstandene Essays erfaßt.mdcclxxxv
Der Literaturwissenschaftler Yang Changnian 杨昌年 (geb. 1930) stellt in seiner 1988 erschienenen Monographie Die neuen Formen des modernen Essays, dessen Vorwort auf den 15. Juni 1986 datiert ist, elf "neue" Untergattungen des Essays vor. Er versteht darunter unter anderem Essays, die im Schreibstil des Bewußtseinsstroms verfaßt sind, und solche, die besonders hohe ästhetische Ansprüche besitzen, die er dann mit neuen Begriffen belegt, z.B. yishu sanwen 艺术散文 (ästhetischer Essay). Jede Essayform wird von ihm mit ihren Eigenschaften beschrieben, der Schwerpunkt der biaoxian 表现 (Untergattung, Erscheinungsform) wird anhand ausgewählter Autoren und Texte analysiert. Seine Argumentation untermauert er teils mit Textauszügen, teils mit Hinweisen auf weiterführende Literatur. In jedem Abschnitt führt er neben Yu Guangzhong 余光中 auch jeweils etwa fünf westliche Titel (aus der französischen und englischen Literatur, u.a. Shakespeare) als Referenz auf.mdcclxxxvi
Der Nutzen dieser Monographie ist nicht auf den ersten Blick erkenntlich: Nachdem bereits über die Einteilung und Benennung der einigermaßen etablierten Essayformen so wenig Einheitlichkeit unter chinesischen Literaturwissenschaftlern besteht, ist die Vorstellung von elf neuen Essaformen nicht unbedingt geeignet, die Klarheit zu schaffen, der Wissenschaft verpflichtet sein sollte. Auch ist eine Einteilung in Untergattungen allein aufgrund des Schreibstils (Bewußtseinsstrom) oder aufgrund so schwer faßbarer bzw. einfach subjektiver, nicht speziell definierter Kriterien wie Ästhetik nicht ausreichend, um die Erschaffung neuer Formen zu rechtfertigen. Der wesentliche Nutzen dieser Arbeit muß wohl darin gesehen werden, daß Yang Changnian durch das Zitieren westlicher und taiwanesischer Literatur über den Tellerrand der taiwanesischen Literaturkreise hinausschaut. Dies kann zu einer Bewußtwerdung des eigenen Platzes in der Weltliteratur beitragen.
Seinem 1993 mit dem Essayband Debatte über den chinesischen Essay der Moderne und Gegenwartmdcclxxxvii erhobenen Anspruch, kulturelle Drehscheibe für den Austausch chinesischsprachiger Essays zu sein, wird Hongkong durch den Ende desselben Jahres erschienen Auswahllexikon chinesischer Essays mit Inhaltsangaben und Analysenmdcclxxxviii gerecht: Über 4000 Essays von knapp 2000 chinesischen Autoren aus der ganzen Welt werden kurz vorgestellt und besprochen. Positivistische Wertungskriterien für Gegenwartsessays entwirft der Hongkonger Essayforscher Huang Weiliang 黄维梁 1994.mdcclxxxix
Auch in westlicher Sprache liegen einzelne Aufsätze vor, so vergleicht John Gannon 1978 den englischen Gelegenheitsessay mit seinem chinesischen Gegenstück,mdccxc Yeh Ching-ping untersucht im selben Jahr die Beziehungen zwischen dem informellen Essay und der damaligen Gesellschaft.mdccxci
Bei den folgenden Ausführungen kann der Verf. sich auch auf eigene Befragungen und Interviews stützen, die er mit folgenden Essayforschern geführt hat: Cai Yujia 蔡渝嘉 (6.7.1994), Liu Xiqing 刘锡庆 (6.7.1994), Zhong Shuhe 钟叔河 (19.7.1994), Huang Weiliang 黄维梁 (Juli 1994), Li Ruiteng 李瑞腾 (31.8.1994), Zheng Mingli 郑明娳 (7.9.1994).
Ein nützliches Nachschlagewerk ist auch der 1995 erschienene Band mit Biographien zu Intellektuellen der Gegenwart aus der VR China.mdccxcii
Liu Xiqing 刘锡庆 aus der VR China zeichnet die Entwicklung des Gegenwartsessays so nach: mdccxciii
1949-Mitte 1957 wurden viele Reportagen geschrieben. Von 1956 bis Mitte 1957 gab es einige gute Essays wie z.B. "Yang hua 养花" (Blumen ziehen) von Lao She 老舍, "Xiangshan hongye 香山红叶" (Die roten Blätter auf dem Duftberg) von Yang Shuo 杨朔 etc. 1957 - 1966 verhinderten die Kampagne 'gegen Rechtsabweichler' von 1957 und der 'Große Sprung nach vorn' zunächst die Schaffung von Essays. 1961 war wieder ein "Jahr des Essays", es entstanden viele berühmte Texte wie "Chahua fu 茶花赋" (Fu-Gedicht an die Kamelie) von Yang Shuo 杨朔, "Changjiang san ri 长江三日" (Drei Tage auf dem Changjiang) von Liu Baiyu 刘白羽, "Huacheng 花城" (Blumenstadt) von Qin Mu 秦牧, "Yinghua fu 樱花赋" (Ode an die Japanische Kirsche) von Bing Xin 冰心, "Yu zhong deng Taishan 雨中登泰山" (Im Regen auf den Taishan steigen) von Li Jianwu 李健吾 etc. 1966 - 1976 ist aufgrund der 'Kulturrevolution' kein Essay zu erwähnen. Seit 1977 ist eine Wiederbelebung des Essays in China zu beobachten.
1949 - Mitte 1957
Zur ersten Phase ist zu ergänzen, daß der Einfluß des englischen Essays sich auch in den 1950er Jahren weiter nachweisen läßt, so war Lambs Dream Children: A Reveriemdccxciv an den Universitäten Unterrichtsstoff.
1957 - 66
1961 erschienen bedeutende Essays von Bacon in der Zeitschrift Shijie wenxue 世界文学 (Weltliteratur).mdccxcv
Auch in den frühen 1960er Jahren wurden Essays von Addison, Bacon, Goldsmith, Hazlitt, Lamb und Virginia Woolf mit chinesischen Annotationen und Kommentaren übersetzt.mdccxcvi
Mit der 'Kulturrevolution' verschwanden ausländische Übersetzungen. Auch im Inland wurden bis auf Tagebücher, die die 'Kulturrevolution' häufig nicht überstanden, beinahe keine Essays mehr geschrieben.
Qin Mu 秦牧 (geb. 1919) wurde in dieser Phase mit seinem Essay "Huacheng 花城" (Blumenstadt) bekannt. Er steht auf Platz 5 der Liste der Essayisten der Gegenwart und auf Platz 17 der Gesamtliste (Rangliste siehe S. ).
Seit 1977
In den 1980er Jahren finden sich zwei Sorten Essays: die rückwärtsgewandten, die die Vergangenheit der 'Kulturrevolution' bewältigen und bekenntnishaften Charakter haben (Ba Jin) sowie die naiv-innovativen, die die Formen der 1920er Jahre wiederholen oder Westliches unreflektiert übernehmen, häufig ohne sich dessen bewußt zu sein. Gleichzeitig erleben die Essays der Moderne eine so deutliche Renaissance, daß sie in den Buchläden genauso stark vertreten sind wie die Essays der Gegenwart, einzelne Autoren (Lu Xun, Zhou Zuoren) sogar stärker. Einzelne Essayisten übernahmen nach den Juniereignissen 1989 und angesichts der gesellschaftlichen Probleme während des Reformprozesses sowie in Opposition zur Massenkultur mahnende Funktion (Wang Meng). Auch aus dem Ausland werden der Reformprozeß und die Identitätsfindung kritisch begleitet (Liu Zaifu). Durch die globale Vernetzung gelangt diese Kritik ins Inland. Dadurch ist auch erstmals der direkte Vergleich mit anderen Gesellschaftssystemen möglich, insgesamt werden die Bürger durch die zunehmenden Informationsmöglichkeiten mündiger.
In den 1990er Jahren beginnen die Essayisten zunehmend, ihre Inhalte zynischer und gesellschaftskritischer darzustellen. Einzelne Autoren sind sich des kulturellen Chinas mit allen seinen peripheren Kulturen (Singapur, Malaysia,mdccxcvii Taiwan, Hongkong, Exilchinesen) bewußt (insbesondere Auswanderer wie Yu Guangzhong).
Im Zuge der Reform- und Öffnungspolitik insbesondere ab 1979 veröffentlichten zahlreiche chinesische Zeitschriften wieder Übersetzungen englischer Essays von A.C. Benson, De Quincey, Chesterton, Lamb, Lynd und Virginia Woolf.mdccxcviii Eine Übersicht über die ausländischen Essaysammlungen in chinesischer Übersetzung liefert folgende Auswahlliste:mdccxcix
• Gao Jian 高健 (Hg., Übers.): Yingmei sanwen liushi jia 英美散文六十家 (Sechzig englische und amerikanische Essayisten), Taiyuan 太原: Shanxi renmin chubanshe 山西人民出版社 (Volksverlag Shanxi) 1983 • Liu Bingshan 刘炳善 (Hg., Übers.): Yingguo sanwen xuan 英国散文选 (Auswahl englischer Essays), Shanghai yiwen chubanshe 上海译文出版社 (Übersetzungsverlag Shanghai) 1985/86 • Lan Renzhe 蓝仁哲 et al. (Hgg., Übers.): Xiandai Yingguo sanwen xuan 现代英国 散文选 (Auswahl moderner englischer Essays), Chongqing 重庆: Chongqing chubanshe 重庆出版社 (Verlag Chongqing) 1986 • Zhang Guozuo 张国佐, Huang Shaoxin 黄绍鑫 (Hgg., Übers.): Yingguo bashi shiji sanwen xuan 英国十八世纪散文选 (Auswahl englischer Essays des 18. Jahrhunderts), Changsha 长沙: Hu'nan renmin chubanshe 湖南人民出版社 (Volksverlag Hu'nan) • Gu Zhengkun 辜正坤 (Hg., Übers.): Yingguo langmanpai sanwen jinghua 英国浪 漫派散文精华 (Die besten Essays englischer Romantiker), Peking 北京: Zuojia chubanshe 作家出版社 (Autorenverlag) • Bacon: Peigen lunshuo wenji 培根论说文集 (Bacons Essaysammlung), Peking 北京: Beijing shangwu yinshuguan 北京商务印书馆 (Peking Commercial Press), chinesische Übers. von Shui Tiantong 水天同 • George Gissing: Siji suibi 四季随笔 (Die privaten Aufzeichnungen von Henry Ryecroft), Nachdruck: Shanxi renming chubanshe 陕西人民出版社 (Volksverlag Shanxi), chinesische Übers. von Li Jiye 李霁野 • George Gissing: Siji suibi 四季随笔 (Die privaten Aufzeichnungen von Henry Ryecroft), Changsha 长沙: Hu'nan renmin chubanshe 湖南人民出版社 (Volksverlag Hu'nan), chinesische Übers. von Zheng Yitang 郑翼堂 • Ruskin: Zhima yu baihe 芝麻与百合 (Sesame and Lilies), Changsha 长沙: Hu'nan renmin chubanshe 湖南人民出版社 (Volksverlag Hu'nan), chinesische Übers. von Liu Kunzun 刘坤尊 • De Qiuincey: Yingguo yinjunzi zibai 英国瘾君子自白 (Confessions of an English Opium Eater), Liu Zhongde 刘重德, Changsha 长沙: Hu'nan renmin chubanshe 湖 南人民出版社 (Volksverlag Hu'nan) • Charles Lamb: Yiliya suibi xuan 伊利亚随笔选 (Essays von Elia), Peking 北京: Sanlian shudian 三联书店 (Union-Verlag), chinesische Übers. von Liu Bingshan 刘炳善
Zur neuen Tendenz der chinesischen Essayschreibung wies Wang Zengqi 汪曾祺mdccc 1993 in seinem "Vorwort zum Kompendium zum Gebiet des Gegenwartsessays"mdccci auf die Vielzahl qualitativ hochwertiger Essays von Frauen in jüngster Zeit hin. Als Gründe führt er ihre feineren Empfindungen und Gefühle an. Sie stünden auf einer höheren Ebene, um die Welt zu betrachten, seien unabhängig von Interessen und Politik und genössen dadurch eine grö ßere Freiheit, die sich vor allem in den Essays niederschlage.
Eine allgemeine Tendenz der Schreibenden Zunft zum Genre des Essays kann man an Gründungen von Monatsschriften wie Sanwen shijie 散文世界mdcccii (Welt des Essays), Sanwen xuankan 散文选刊mdccciii (Auswahlheft Essays) und Sanwen yuekan 散文月刊mdccciv (Monatsschrift Essays) erkennen sowie an Buchreihen wie Dangdai mingjia suibi congshu 当代名家随笔丛书 (Buchreihe lockerer Essays berühmter Gegenwartsautoren) oder Mingjia xiaopin 名家小品mdcccv (Essays berühmter Autoren).
Yang Mu (geb. 1940) ist Herausgeber von Essaysammlungen, Dichter und Essayist. The Columbia Anthology of Modern Chinese Literature enthält seinen Essay "1972".mdcccvi Er ist Absolvent der Donghai-Universität in Taizhong, der Universität von Iowa und Berkeley. In den 1990er Jahren war er Professor für Chinesisch und vergleichende Literatur an der Universität von Washington.
Zur aktuellen Essayforschung sei auf Cai Yujia 蔡渝嘉mdcccvii, Huang Weiliangmdcccviii, Li Ruiteng 李瑞腾mdcccix und Liu Xiqingmdcccx verwiesen, deren für den Essay relevante Hauptthesen auf S. zusammengefaßt sind. Hervorzuheben ist Zheng Mingli:
Stand der Forschung zum chinesischen Gegenwartsessay in Taiwan: Zheng Mingli 郑明娳mdcccxi
Nachdem im ersten Teil die Essaytheorie und die Forschungsergebnisse zum modernen Essay erläutert wurden, werden in diesem Teil die Forschungsergebnisse zum Gegenwartsessay kurz vorgestellt, die auf denen zum modernen Essay aufbauen.
Zheng Mingli liefert seit 1978 mit den Ergebnissen von jeweils einigen Jahren Forschung mehrere Werke, die Meilensteine in der taiwanesischen Essaytheorie darstellen. Unverändertes Thema ist der xiandai sanwen 现代散文 (moderne Essay), unter dem in Taiwan der Essay seit 1917 verstanden wird, dieser entspricht auf dem Festland dem xiandangdai sanwen 现当代散文 (Essay der Moderne und Gegenwart). Aufgrund ihrer Bedeutung seien Zhengs wichtigste Werke kurz kommentierend vorgestellt: Sie berücksichtigt in ihren Werken vorwiegend Literatur aus Taiwan, weniger aus der Volksrepublik und Hongkong. Westliche Essayisten (Francis Bacon und Michel Eyquem de Montaigne) bemüht sie nur zum Nachweis des Einflusses.mdcccxii
Ihre Anfangswerke Würdigung moderner Essaysmdcccxiii und Querfeldein-Diskussionmdcccxiv zeigen bereits ihre analytische und rationale Begabung. Da sich der Inhalt mit den späteren Texten von ihr überschneidet, die zudem einen aktuelleren Forschungsstand aufweisen, seien zwei neuere Werke genauer vorgestellt:
In Über die Untergattungenmdcccxv reflektiert Zheng Mingli ihre Motivation, Essayforschung zu betreiben: Diese sei seit der Erneuerungsbewegung in der Literatur 1917 bis zum damaligen Zeitpunkt von vielen betrieben worden, aber nur wenige hätten sich dabei um Essays der Gegenwart gekümmert. In der ganzen Zeit habe es keine systematischen Theorien gegeben, und aus Desinteresse fehle es auch an richtiger Essaykritik. Diese Erscheinung habe sie bereits zehn Jahre zuvor beobachtet und deshalb konsequenterweise an ihrer damaligen Danjiang 淡江 -Universität den essaytheoretisch orientierten Nachwuchs gefördert.mdcccxvi
Als junge Wissenschaftlerin sei sie von folgenden Werken beeinflußt worden: 1980 von der Essaysammlung aus der VR Ch mit mehr als 60 Autoren: Lin Fei 林非 (Hg.): Bitan sanwen 笔谈散文 (Über Essays. Eine Sammlung). 1983 von Yu Yuangui 俞元桂 et al. (Hgg.): Zhongguo xiandai sanwen lilun 中国现代散文理论 (Theorie des modernen chinesischen Essays), in dessen Vorwort Yu angibt, sich nunmehr auch mit Gegenwartsessays in China befassen zu wollen. Im Oktober 1984 habe das Buch von She Shusen 佘树森 Sanwen yishu chutan 散文艺术初探 (Beginn der Diskussion Literarischer Essays) das für sie erstaunliche intensive akademische und scharfsinnige Interesse der Volksrepublik an Essays gezeigt. An dieser Studie übte sie aber eine Kritik, die ihre eigene Forschung entscheidend motivieren sollte: Die Beurteilung der Essayisten sei unter politischem Aspekt und damit unwissenschaftlich, häufig nach dem Schema "links oder rechts", vorgenommen worden. Wenn sich ein Autor der jeweils herrschenden politischen Ansicht nicht angepaßt habe, sei er nicht erwähnt worden. Verstorbene Autoren seien entweder als fortschrittlich und kämpferisch, somit positiv, oder als konservativ und somit sehr negativ eingestuft worden. Der Schaden, den diese Art von 'Forschungsarbeit' für die chinesische Literaturwissenschaft verursacht habe, sei schwer wiedergutzumachen. Deswegen habe sie selbst eine neue essaytheoretische Forschungsarbeit begründen wollen.mdcccxvii
Zheng Mingli geht folgendermaßen vor: Sie definiert die Stellung der Gattung Essay innerhalb der Literatur sowie seine verschiedenen Untergattungen. Dabei bemüht sie sich nach eigener Aussage um eine an den "Realitäten" orientierte Kritik und Bewertung von Essays. Sie berücksichtigt Fachbücher über Essays und biographische Informationen zu den Essayisten, vergleicht die Gattung mit anderen Gattungen, berücksichtigt die Geschichte des Essays und strebt den Blickwinkel einer westlich-chinesischen Komparatistik an. Lediglich beim letzten Punkt bleibt sie hinter den selbst gestellten Forderungen zurück.
Zheng Mingli sieht das Schaffen als primären, die Zuordnung in Gattungen und Untergattungen als sekundären Akt an. Die Gattungen (Roman/Essay etc.) hätten sich zufällig durch bestimmte Häufungen ähnlicher Texte ergeben. Diese Zuordnung sei ständigem Wandel unterworfen, da das Vorhandensein bestimmter eingebürgerter Gattungen den Autor im Schaffensprozeß beeinflußten. Seit 1917 habe es eine Neudefinition der Essaytheorie gegeben. Zheng Mingli erklärt, sie wolle auf den historischen Hintergrund der Essays Rücksicht nehmen.
In dem vorliegenden Buch beschränkte sich Zheng Mingli zunächst darauf, drei Funktionen der Essays festzuhalten. Sie äußert darin ihre Hoffnung, daß ein vollständiges theoretisches System des Essays und seiner Untergattungen aufgebaut und die Entstehung der Untergattungen festgestellt werden könnten. Dadurch ließen sich Rückschlüsse auf Schaffensmethoden ziehen und der Erfolg der Essayisten innerhalb der 70 Jahre der Moderne analysieren. Die wichtigste Essayform sei der qingqu xiaopin 情趣小品 (erfreuender Essay). Dieser sei am meisten verbreitet und existiere bereits am längsten. Die zweite Funktion des Essays sei die Dokumentation, die Essayform sei baodao wenxue 报道文学 (Reportageliteratur). Die meisten dieser Texte beschränkten sich jedoch auf die reine Information und hätten damit ihren literarischen Charakter verloren. Dem ist entgegenzuhalten, daß Reportagen eine Mischform von Gebrauchsliteratur (Zeitungsnachricht) und Fiktion sind, denn die Reportagen betten die Fakten häufig in eine fiktionale "story" ein. Die dritte Form schließlich sei die Biographie. Die Formen Tagebuch und Brief stagnierten stilistisch seit 70 Jahren.
In den Einzelbeiträgen führt Zheng eine Grundsatzdiskussion und erläutert den Ursprung des Essays, hier seien zwei herausgegriffen: Enttäuschend ist ihr Aufsatz "Definition des modernen Essays". Hier finden sich lediglich ein literarhistorischer Hinweis auf den Ursprung des Wortes "Essay" und unter der Zwischenüberschrift "Inhalt" eine Aufzählung von Bereichen, die bei der literaturwissenschaftlichen Untersuchung von Essays zu berücksichtigen seien. Der erste Bereich sei das Umfeld des essayistischen Werks, also biographische Angaben, der Schreibstil, der persönliche Charakter und die Mentalität des Autors, gewählte Themen, Weltanschauung und Intelligenz. Werkimmanent seien folgende Fragen zu beantworten: Welche Komponenten das Thema enthalte, wie offen die Form sei, wie sich die Struktur im Textverlauf ändere und ob der Text in Alltagssprache geschrieben sei. Im zweiten der herausgegriffenen Beiträge werden "Untergattungen" und "Haupterscheinungsformen" des modernen Essays vorgestellt (siehe S. 48 ff.). Eine solche Kategorisierung sei Grundlage für das Schaffen und die literaturwissenschaftliche Forschung, zudem ließe sich damit die Entwicklungstendenz der Essays analysieren. Dem ist entgegenzuhalten, daß Zheng keinen wissenschaftlichen Nutzen aus dieser Kategorisierung ziehen kann. Sinnvoll wäre eine Einteilung in Kategorien und Untergattungen z.B. dann, wenn gezeigt werden könnte, daß etwa der "beschreibende" Essay den "lyrischen" verdränge.
Mit dem Aufbau der Essays befaßt sich Zheng Minglis Band Über die Strukturmdcccxviii.
Der Band Diskussion über die Untergattungenmdcccxix von 1992 enthält einige neue Aspekte, die der intensiven Neuorientierung der taiwanesischen Gesellschaft im Hinblick auf Regionalbewußtsein, kommerzielle Literatur und Demokratie Rechnung tragen:
Zheng Mingli glaubt, das Erscheinungsbild der Literatur sei von drei Aspekten beeinflußt.
Der erste Aspekt sei die allgemeine Umgebung (förderlich seien politische Stabilität, wirtschaftliches Wachstum, liberale Kulturpolitik)mdcccxx. Die Kulturpolitik in den 1950er Jahren habe einen großen Einfluß auf ihn gehabt, seit den 1980er Jahren sei dieser Einfluß aber verschwunden. Seitdem habe die Literatur eine neue Gestalt angenommen. Auch auf die offensichtliche Einflußnahme der regierungstreuen und neuerdings auch oppositionellen Medien aus dem Ausland weist Zheng Mingli hin: Die Literaturbeilage in der Zeitung Shibao 时报 (Zeit) zum Beispiel habe die Literatur immer zu beeinflussen versucht und dabei Literatur und Politik vermischt. Einen Überblick über die Beeinflussung der Literatur durch Politik 1976 bis 1989 liefert He Yuhuai,mdcccxxi in den 1980er Jahren Scharf,mdcccxxii 1990 bis 1994 H. Martin.mdcccxxiii
Allerdings hätten die Medien auch eine neue Form der Reportage geschaffen. Deutlicher Trend seit den 1980er Jahren bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften sei das kommerzielle Interesse; diese Tendenz lasse dem Schriftsteller keinen Raum für freie Phantasie, als Beleg führt Zheng den kurzen und oberflächlichen Stil in Artikeln und Literatur an.
Der zweite Aspekt sei die "Hauptkonstitution", d.h. wohin sich der Essay entwickle, und von welchen Elementen er beeinflußt werde.mdcccxxiv Im Gegensatz zu Anfang der 1990er Jahren habe man früher den Essay stärker beachtet und erforscht.
Der dritte Aspekt sei die Innenwelt, d.h. die eigenen Gefühle des Essayisten zur Außenwelt, sein individueller Geschmack und seine Vorlieben, in denen sich nicht selten die Zugehörigkeit zu einer ideologischen Richtung zeige.mdcccxxv Diese drei Aspekte hätten einander stets beeinflußt.
Die Aufsätze widmen sich alle ausschließlich dem modernen und gegenwärtigen taiwanesischen Essay. Beschrieben werden seine Erscheinungen, seine Krisemdcccxxvi, das erhabene Gefühl beim Essayschreiben und -lesen, die Vaterfigur der weiblichen Essayistinnnen, der Kreuzungspunkt zwischen Presse und Essay, die Essayforschung und Erscheinungen der gegenwärtigen Kulturpolitik.
Im folgenden sollen Anforderungen an den Essay und Fördermöglichkeiten aufgezeigt werden:
Anforderungen an den Essay
Für den Essay der Gegenwart fordert Wang Zengqi 汪曾祺, man solle sich innerhalb eines Essays auf jeweils ein Thema beschränken.mdcccxxvii
Liu Xiqing 刘锡庆 stellt folgende vier Anforderungenmdcccxxviii an den Essay:
1. In jedem Essay sei zwingend ein "Ich" erforderlich, die Individualität müsse augenfällig sein. Der Essay sei eine Form der Literatur, in der der Autor über sich selbst schreibe, die die "Individualität" zum Ausdruck bringe. 2. Der Essay solle die Innenwelt des Menschen wiedergeben, dabei solle er unter den Kleinigkeiten die wichtigsten widerspiegeln. Die Themen sollten ebenfalls "klein und konkret" gewählt werden. 3. Das Schreiben solle wirklichkeitsgetreu, natürlich und frei sein. 4. Ein Essay solle "ganz kurz", aber "geschmackvoll" sein.
Die Sanwen yuekan 散文月刊 (Monatsschrift Essays) fordert: Bei einem guten Essay müsse der Leser ähnlich wie der Autor empfinden. Er dürfe nicht in der Lage sein, beim Lesen innezuhalten, und müsse anschließend noch lange nachdenklich gestimmt sein. Manche Autoren wiederholten zu viel, ihr Gedankengang sei zu eindeutig, manche hätten mit ihren Gefühlen eine Mauer gebaut und ließen den Leser außen vor, was den Lesegenuß einschränke. Die Redaktion sieht es als die hohe Kunst des Autors an, den Grad herauszufinden, wie weit er sich - abhängig vom jeweiligen Text - in seinem Essay dem Leser öffnen solle.mdcccxxix China sei ein großes Land des Essays. Viele Essays stammten jedoch von "Köchen", die "zu große Hände" zum Schreiben hätten. Manche äßen unverdaubare Reste, gäben nur Vorhandenes wieder. Erst wenn es etwas eigenes sei, sei es Schöpfung, sei es "verdaubar". Formal dürfe ein Essay nicht mehr als 500 Zeichen umfassen.mdcccxxx
Förderung des Essays
Liu Xiqing 刘锡庆mdcccxxxi und Wang Meng 王蒙mdcccxxxii (in leicht abgewandelter Formulierung) führen folgende fünf Aspekte an, wodurch der Essay gefördert werden könne:
1. Durch eine Umgebung, in der die Politik klar und durchsichtig ist, das Denken befreit, die Kunst "demokratisch" und Individualität möglich. 2. Durch die Atmosphäre: Zur Zeit hätten Roman und Reportage Konjunktur. Die Atmosphäre sei mit dem Bedarf der Zeit und dem Lesergeschmack verbunden. 3. Durch die Tradition: Die Essayisten sollten einerseits die guten Traditionen weiterführen, andererseits den Weg ebnen, nach "innen" zu gehen, großen Wert auf "Gefühle" legen, nach "Schönheit" streben. 4. Durch die Mithilfe des einzelnen: Das Ausbildungsniveau des einzelnen Schriftstellers, der Essays schreibe, solle erhöht werden. Viele Schriftsteller, die Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Gedichte, Lyrik und Kommentare schrieben, verfaßten auch Essays. 5. Durch Anleitung: Theorie und Kritik sollten auf die den Essays zugrundeliegenden Ideen anregend wirken.
Liu Xiqing 刘锡庆 gibt im Vorwort seiner Auswahl von Kunstessays der Gegenwartmdcccxxxiii eine klare Definition seines Verständnisses vom heutigen Essay und dessen Entstehung. Zur Abgrenzung gegenüber der Nebenbedeutung "nicht-fiktionale Prosa" des Begriffes sanwen 散文 und wegen der Betonung der "literarischen Qualität" als Charakteristikum des Essays verwendet er den Begriff yishu sanwen 艺术散文 (künstlerischer Essay).mdcccxxxiv Er versteht darunter die Methode des Ich-Erzählers, mit wirklichkeitsgetreuem und formal freiem Schreiben zunächst seine eigene Individualität, Gefühlswelt und Geisteshaltung zum Ausdruck zu bringen. Damit sieht er den Essay in der Nähe des Gedichtes. Unter allen Gattungen seien diese beiden am geeignetsten, Gefühle auszudrücken.
Nachdem im dritten Abschnitt die fünf zu behandelnden Essayisten der Gegenwart repräsentativ ausgewählt wurden und im vierten Abschnitt ein Überblick über die Entwicklung des Gegenwartsessays gegeben wurde, wird nun - entsprechend der Vorgehensweise beim Essay der Moderne - der Essay der Gegenwart anhand einiger Vertreter vorgestellt.
Seit 1949 stand nicht mehr die Frage im Vordergrund, ob die Essayisten aus Protest unpolitisch schrieben, denn von den neuen Autoren wurde ein politisches Bekenntnis abverlangt,mdcccxxxv vielmehr soll im folgenden ihre politische Haltung im Wandel der wechselhaften Zeit insbesondere der 'Kulturrevolution' beleuchtet werden. Dem Anspruch, der Utopie der Ideologie bedingungslos zu dienen, stand die negative Realisierung durch fehlerhafte Staatsparteien entgegen. Als Intellektuelle – häufig mit Auslandsstudium – erkannten sie das Fehlschlagen der Politik der Kommunistischen Partei der VR China in vielfacher Hinsicht sowie der Guomindang auf Taiwan mit ihrem 'Weißen Terror'. Die Frage ist hier, wie sie ihre Kritik an dieser Politik anbrachten. Ausnahmen unter den neun näher betrachteten Essayisten sind hier der erst nach 1950 geborene Jia Pingwa, der sich der neuen Mündigkeit der Schriftsteller von Dengs Öffnungspolitik erfreuen und politisch indifferent halten konnte, sowie der taiwanesische Schriftsteller Yu Guangzhong, der die Fehler der Guomindang sicherlich klar sah, aber aus Interesse am Amt eines Kulturministers verleugnete - im Gegensatz zu Wang Meng etwa, der sich vorsichtig kritisch zur Kommunistischen Partei äußerte.
Fünf chinesische Essayisten der Gegenwart (1949 - 1995) werden im folgenden sechsten Abschnitt vorgestellt. Den Anfang macht Ba Jin, der in seinen Essays seit der Staatsgründung aufgrund seiner unumstrittenen Position und von einem Verlag aus der sicheren britischen Kolonie Hongkong Gesellschaftskritik übte.