Hongloumeng/DE3-DE4/Kapitel 74

From China Studies Wiki
Jump to navigation Jump to search

Kapitel 74: DE3 (Schwarz) ↔ DE4 (Woesler)

DE3 (Schwarz) DE4 (Woesler, 2026)
74.Eine schurkische Verleumderin erwirkt, daß im Garten des Großen Anblicks eine Haussuchung gehalten wird; ein einsam-stolzes Mädchen erklärt, daß es den Umgang mit dem Ning-guo-Anwesen abbrechen will. Vierundsiebzigstes Kapitel

Eine schurkische Verleumderin erwirkt, dass im Garten des Großen Anblicks eine Haussuchung gehalten wird;
Während also Ping-örl belustigt anhörte, was Ying-tschun ihr erwiderte, erschien plötzlich auch noch Bau-yü, und das kam so: Nachdem die jüngere Schwester von Frau Liu, der Verantwortlichen für die Gartenküche, als Leiterin einer der Spielhöllen entlarvt worden war, fanden sich Leute im Garten, die Frau Liu von jeher feindlich gesinnt waren und deshalb auch sie noch anzeigten. Sie behaupteten, Frau Liu habe mit ihrer Schwester unter einer Decke gesteckt, diese habe zwar ihren Namen hergegeben, aber mit den Einnahmen hätten sie halbpart gemacht. So sollte Frau Liu jetzt von Hsi-fëng bestraft werden. Ein einsam-stolzes Mädchen erklärt, dass es den Umgang mit dem Ningguofu abbrechen will
Als Frau Liu davon erfahren hatte, war sie in Erregung geraten, und da sie bedachte, daß sie sich am besten von allen immer mit dem Personal im Hof der Freude am Roten verstanden hatte, ging sie dorthin und bat heimlich Tjing-wën und Venturina um Hilfe. Venturina sagte es Bau-yü weiter, und Bau-yü dachte sich, da auch Ying-tschuns Amme desselben Vergehens angeklagt war, würde es besser sein, wenn er sich mit Ying-tschun zusammentäte, um für beide Frauen um Gnade zu bitten, als wenn er allein nur für Frau Liu bäte, und so war er herübergekommen. Während also Friedchen[1] belustigt anhörte, was Yingchun[2] ihr erwiderte, erschien plötzlich auch noch Schatzjade[3], und das kam so: Nachdem die jüngere Schwester von Frau Liu, der Verantwortlichen für die Gartenküche, als Leiterin einer der Spielhöllen entlarvt worden war, fanden sich Leute im Garten, die Frau Liu von jeher feindlich gesinnt waren und deshalb auch sie noch anzeigten. Sie behaupteten, Frau Liu habe mit ihrer Schwester unter einer Decke gesteckt, diese habe zwar ihren Namen hergegeben, aber mit den Einnahmen hätten sie halbpart gemacht. So sollte Frau Liu jetzt von Phönixglanz[4] bestraft werden.
Hier aber fand er nun zahlreiche Gäste vor, und alle fragten ihn sogleich: „Bist du wieder wohlauf? Was willst du denn hier?“ Als Frau Liu davon erfahren hatte, war sie in Erregung geraten, und da sie bedachte, dass sie sich am besten von allen immer mit dem Personal im Hof der Freude am Roten[5] verstanden hatte, ging sie dorthin und bat heimlich Heitermuster[6] und Goldstern Glas[7] um Hilfe. Goldstern Glas sagte es Schatzjade weiter, und Schatzjade dachte sich, da auch Yingchuns Amme desselben Vergehens angeklagt war, würde es besser sein, wenn er sich mit Yingchun zusammentäte, um für beide Frauen um Gnade zu bitten, als wenn er allein nur für Frau Liu bäte, und so war er herübergekommen.
Da Bau-yü nicht gut verraten konnte, daß es um ein Gnadengesuch ging, sagte er einfach: „Ich wollte Kusine Ying-tschun besuchen.“ Niemand dachte sich etwas dabei, und alle plauderten zwanglos weiter. Hier aber fand er nun zahlreiche Gäste vor, und alle fragten ihn sogleich: „Bist du wieder wohlauf? Was willst du denn hier?"
Dann ging Ping-örl fort, um die Angelegenheit mit dem goldenen Phönixhaarpfeil zu erledigen. Wang Dschu-örls Frau folgte ihr auf dem Fuße und bettelte dabei auf hunderterlei Weise. „Wenn Ihr mich nur nicht ins Unglück stürzt, werde ich den Haarpfeil auf Biegen und Brechen wieder auslösen!“ versprach sie. Da Schatzjade nicht gut verraten konnte, dass es um ein Gnadengesuch ging, sagte er einfach: „Ich wollte Kusine Yingchun besuchen." Niemand dachte sich etwas dabei, und alle plauderten zwanglos weiter.
„Ob du ihn nun früher oder später auslöst, das Wesentliche ist, daß es erst gar nicht so weit hätte kommen dürfen“, sagte Ping-örl lächelnd. „Wenn du sagen willst, daß es mit dem Vergangenen aus und vorbei ist, wäre es mir peinlich, dich noch deswegen anzuzeigen. Löse also den Haarpfeil so früh wie möglich aus und bring ihn mir, damit ich ihn zurückgeben kann, dann will ich die Sache mit keinem Wort erwähnen!“ Dann ging Friedchen fort, um die Angelegenheit mit dem goldenen Filigranphönix-Haarschmuck zu erledigen. Wang Zhuers[8] Frau folgte ihr auf dem Fuße und bettelte dabei auf hunderterlei Weise. „Wenn Ihr mich nur nicht ins Unglück stürzt, werde ich den Haarschmuck auf Biegen und Brechen wieder auslösen!" versprach sie.
Jetzt konnte Wang Dschu-örls Frau wieder beruhigt sein, und nachdem sie sich mit zeremoniellem Gruß bedankt hatte, setzte sie noch hinzu: „Geht nur Eurer geschätzten Tätigkeit nach, Fräulein! Ich löse den Haarpfeil aus, bevor es Abend wird, und melde mich bei Euch, ehe ich ihn zurückgebe. Wie findet Ihr das?“ „Ob du ihn nun früher oder später auslöst, das Wesentliche ist, dass es erst gar nicht so weit hätte kommen dürfen", sagte Friedchen lächelnd. „Wenn du sagen willst, dass es mit dem Vergangenen aus und vorbei ist, wäre es mir peinlich, dich noch deswegen anzuzeigen. Löse also den Haarschmuck so früh wie möglich aus und bring ihn mir, damit ich ihn zurückgeben kann, dann will ich die Sache mit keinem Wort erwähnen!"
„Gut, aber beklag dich nicht bei mir über die Folgen, wenn du nicht hältst, was du versprichst!“ ermahnte Ping-örl sie noch einmal. Dann gingen sie jede ihres Weges. Jetzt konnte Wang Zhuers Frau wieder beruhigt sein, und nachdem sie sich mit zeremoniellem Gruß bedankt hatte, setzte sie noch hinzu: „Geht nur Eurer geschätzten Tätigkeit nach, Fräulein! Ich löse den Haarschmuck aus, bevor es Abend wird, und melde mich bei Euch, ehe ich ihn zurückgebe. Wie findet Ihr das?"
Als Ping-örl zurück war, fragte Hsi-fëng: „Warum hat das dritte Fräulein dich rufen lassen?“ „Gut, aber beklag dich nicht bei mir über die Folgen, wenn du nicht hältst, was du versprichst!" ermahnte Friedchen sie noch einmal. Dann gingen sie jede ihres Weges.
„Sie befürchtete, Ihr könntet Euch aufgeregt haben, und wollte mich bitten, daß ich Euch gut zurede“, gab Ping-örl vor. „Außerdem hat sie gefragt, wie in den letzten Tagen Euer Appetit war.“ Als Friedchen zurück war, fragte Phönixglanz: „Warum hat das dritte Fräulein dich rufen lassen?"
„Sie macht sich doch wenigstens noch Gedanken um mich!“ lobte Hsi-fëng lächelnd. Dann fuhr sie fort: „Inzwischen ist noch etwas passiert. Jemand hat mir angezeigt, Frau Liu sei an der Spielhölle, die ihre jüngere Schwester betrieb, beteiligt gewesen. Alles, was die Jüngere tat, sei von der Älteren befohlen gewesen. Aber ich sage mir, du hast mir oft genug geraten ‚Eine Sorge weniger ist besser als eine Sorge mehr.‘ So könne man sich das Herz frei halten und den Körper schonen, was auch nicht zu verachten sei. Nur weil ich nicht darauf hören konnte, hat sich das tatsächlich an mir bewahrheitet – zuerst habe ich der gnädigen Frau unrecht getan, und dann habe ich mir eine Krankheit geholt. „Sie befürchtete, Ihr könntet Euch aufgeregt haben, und wollte mich bitten, dass ich Euch gut zurede", gab Friedchen vor. „Außerdem hat sie gefragt, wie in den letzten Tagen Euer Appetit war."
Jetzt endlich sind mir die Augen aufgegangen, und von mir aus kann jeder machen, was er will. Es sind noch genug andere da, die sich darum kümmern können. Ich rege mich nur sinnlos auf und bringe noch alle dazu, daß sie mich verfluchen. Lieber will ich mich in Ruhe auskurieren, das ist mir jetzt das allerwichtigste. Und wenn ich wieder gesund bin, werde ich die liebe Tante spielen, mich freuen und mich amüsieren und alle anderen tun und treiben lassen, was ihnen Spaß macht. Darum habe ich einfach gesagt, es sei gut, ich wisse Bescheid, und habe mir die Sache nicht zu Herzen genommen.“ „Sie macht sich doch wenigstens noch Gedanken um mich!" lobte Phönixglanz lächelnd. Dann fuhr sie fort: „Inzwischen ist noch etwas passiert. Jemand hat mir angezeigt, Frau Liu sei an der Spielhölle, die ihre jüngere Schwester betrieb, beteiligt gewesen. Alles, was die Jüngere tat, sei von der Älteren befohlen gewesen. Aber ich sage mir, du hast mir oft genug geraten: ‚Eine Sorge weniger ist besser als eine Sorge mehr.' So könne man sich das Herz frei halten und den Körper schonen, was auch nicht zu verachten sei. Nur weil ich nicht darauf hören konnte, hat sich das tatsächlich an mir bewahrheitet — zuerst habe ich der gnädigen Frau unrecht getan, und dann habe ich mir eine Krankheit geholt.
„Wenn das Euer Ernst ist, würde es unser Glück bedeuten, junge gnädige Frau“, sagte Ping-örl lächelnd. Jetzt endlich sind mir die Augen aufgegangen, und von mir aus kann jeder machen, was er will. Es sind noch genug andere da, die sich darum kümmern können. Ich rege mich nur sinnlos auf und bringe noch alle dazu, dass sie mich verfluchen. Lieber will ich mich in Ruhe auskurieren, das ist mir jetzt das Allerwichtigste. Und wenn ich wieder gesund bin, werde ich die liebe Tante spielen, mich freuen und mich amüsieren und alle anderen tun und treiben lassen, was ihnen Spaß macht. Darum habe ich einfach gesagt, es sei gut, ich wisse Bescheid, und habe mir die Sache nicht zu Herzen genommen."
Das hatte sie kaum gesagt, als Djia Liän hereinkam, die Hände zusammenschlug und seufzend verkündete: „Eben war noch alles gut, und nun ist schon wieder etwas geschehen! Woher weiß die gnädige Frau von drüben, daß ich mir neulich durch Yüan-yang etwas zum Versetzen besorgt habe? Eben ließ sie mich rufen und befahl mir, ich solle – egal woher – zweihundert Liang Silber für sie abzweigen, die sie zum fünfzehnten achten für das Fest brauche. „Wenn das Euer Ernst ist, würde es unser Glück bedeuten, junge gnädige Frau", sagte Friedchen lächelnd.
Als ich ihr sagte, das könne ich nicht, erwiderte sie: ‚Wenn du selbst kein Geld hast, weißt du immer, woher du welches bekommst, aber wenn ich nur mit dir beratschlagen will, speist du mich mit einer Ausrede ab und sagst, du habest keine Möglichkeit. Und woher hast du neulich, als du dir eintausend Liang beschafftest, etwas zum Verpfänden gehabt? Sogar die Wertsachen der alten gnädigen Frau verstehst du wie mit Geisterhand fortzuschaffen, und wenn ich jetzt zweihundert Liang von dir haben will, kommst du mir so. Ein Glück nur, daß ich niemand davon erzählt habe!‘ Das hatte sie kaum gesagt, als Kette Kaufmann[9] hereinkam, die Hände zusammenschlug und seufzend verkündete: „Eben war noch alles gut, und nun ist schon wieder etwas geschehen! Woher weiß die gnädige Frau von drüben[10], dass ich mir neulich durch Mandarinenente[11] etwas zum Versetzen besorgt habe? Eben ließ sie mich rufen und befahl mir, ich solle — egal woher — zweihundert Liang Silber für sie abzweigen, die sie zum Mittelherbstfest[12] brauche.
Ich frage mich nur, warum die gnädige Frau, die doch bestimmt nicht knapp bei Kasse ist, so einen Anlaß bemüht, um einem etwas am Zeuge zu flicken!“ Als ich ihr sagte, das könne ich nicht, erwiderte sie: ‚Wenn du selbst kein Geld hast, weißt du immer, woher du welches bekommst, aber wenn ich nur mit dir beratschlagen will, speist du mich mit einer Ausrede ab und sagst, du habest keine Möglichkeit. Und woher hast du neulich, als du dir eintausend Liang beschafftest, etwas zum Verpfänden gehabt? Sogar die Wertsachen der Herzoginmutter verstehst du wie mit Geisterhand fortzuschaffen, und wenn ich jetzt zweihundert Liang von dir haben will, kommst du mir so. Ein Glück nur, dass ich niemand davon erzählt habe!'
„An jenem Tag war aber niemand Fremdes anwesend, wer also kann die Sache verraten haben?“ fragte Hsi-fëng. Ich frage mich nur, warum die gnädige Frau, die doch bestimmt nicht knapp bei Kasse ist, so einen Anlass bemüht, um einem etwas am Zeuge zu flicken!"
Ping-örl rief sich genau ins Gedächtnis zurück, wer seinerzeit alles dagewesen war, und nach einigem Nachdenken sagte sie: „Ich hab‘s! Während wir hier verhandelten, war zwar kein Außenstehender dabei, aber am Abend, als die Sachen schon hergeschafft waren, kam zufällig die Mutter von diesem Blödchen, das in den Räumen der alten gnädigen Frau dient, und brachte die Wäsche, die sie gewaschen und gestärkt hatte. Sie saß eine Weile in der Gesindestube, und als sie die große Truhe sah, wird sie bestimmt gefragt haben, was das ist, und die kleineren Mädchen in ihrer Ahnungslosigkeit haben es ihr sicher gesagt. Das wäre immerhin möglich.“ Also rief sie die kleineren Sklavenmädchen und fragte sie, wer Dummchens Mutter das verraten habe. „An jenem Tag war aber niemand Fremdes anwesend, wer also kann die Sache verraten haben?" fragte Phönixglanz.
Aber die kleinen Sklavenmädchen knieten aufgeregt nieder und schworen hoch und heilig: „Wir haben noch nie gewagt, auch nur ein überflüssiges Wort zu sagen! Wenn uns jemand etwas fragt, sagen wir immer, das wissen wir nicht. Warum sollten wir uns in diesem Fall erdreistet haben zu schwatzen?!“ Friedchen rief sich genau ins Gedächtnis zurück, wer seinerzeit alles dagewesen war, und nach einigem Nachdenken sagte sie: „Ich habs! Während wir hier verhandelten, war zwar kein Außenstehender dabei, aber am Abend, als die Sachen schon hergeschafft waren, kam zufällig die Mutter von diesem Blödchen[13], das in den Räumen der Herzoginmutter dient, und brachte die Wäsche, die sie gewaschen und gestärkt hatte. Sie saß eine Weile in der Gesindestube, und als sie die große Truhe sah, wird sie bestimmt gefragt haben, was das ist, und die kleineren Mädchen in ihrer Ahnungslosigkeit haben es ihr sicher gesagt. Das wäre immerhin möglich." Also rief sie die kleineren Sklavenmädchen und fragte sie, wer Blödchens Mutter das verraten habe.
Hsi-fëng bedachte die Umstände der Angelegenheit und sagte dann: „Sie würden das bestimmt nicht wagen, also wollen wir ihnen kein Unrecht tun! Vertagen wir das erst einmal und stellen zunächst die gnädige Frau zufrieden, das ist das allerwichtigste! Lieber wollen wir uns etwas abknapsen, als uns ein weiteres Mal Unannehmlichkeiten einzuhandeln!“ Und sie befahl Ping-örl: „Hol meinen goldenen Halsreif und geh darauf zweihundert Liang Silber leihen, die wir ihr hinübertragen, damit die Sache ein Ende hat!“ Aber die kleinen Sklavenmädchen knieten aufgeregt nieder und schworen hoch und heilig: „Wir haben noch nie gewagt, auch nur ein überflüssiges Wort zu sagen! Wenn uns jemand etwas fragt, sagen wir immer, das wissen wir nicht. Warum sollten wir uns in diesem Fall erdreistet haben zu schwatzen?!"
„Sie soll gleich noch zweihundert Liang mehr darauf leihen, wir haben auch noch Ausgaben!“ verlangte Djia Liän. Phönixglanz bedachte die Umstände der Angelegenheit und sagte dann: „Sie würden das bestimmt nicht wagen, also wollen wir ihnen kein Unrecht tun! Vertagen wir das erst einmal und stellen zunächst die gnädige Frau zufrieden, das ist das Allerwichtigste! Lieber wollen wir uns etwas abknapsen, als uns ein weiteres Mal Unannehmlichkeiten einzuhandeln!" Und sie befahl Friedchen: „Hol meinen goldenen Halsreif und geh darauf zweihundert Liang Silber leihen, die wir ihr hinübertragen, damit die Sache ein Ende hat!"
„Durchaus nicht nötig!“ lehnte Hsi-fëng ab, „ich habe keine Ausgaben, und ich weiß nicht einmal, woher ich das Geld nehmen soll, um den Halsreif wieder auszulösen.“ „Sie soll gleich noch zweihundert Liang mehr darauf leihen, wir haben auch noch Ausgaben!" verlangte Kette Kaufmann.
Ping-örl verschwand und erteilte jemand den Auftrag, Lai Wangs Frau zu rufen, der sie dann den Halsreif übergab und die bald darauf mit dem Silber wiederkam. Djia Liän selbst trug es zu Dame Hsing hinüber, und damit einstweilen genug hiervon. „Durchaus nicht nötig!" lehnte Phönixglanz ab. „Ich habe keine Ausgaben, und ich weiß nicht einmal, woher ich das Geld nehmen soll, um den Halsreif wieder auszulösen."
Hsi-fëng und Ping-örl rätselten zusammen, wer da aus der Schule geplaudert haben könnte, kamen aber zu keinem Ergebnis. Schließlich sagte Hsi-fëng: „Wenn diese Sache bekannt wird, ist das noch das wenigste. Angst habe ich nur davor, daß verächtliche Menschen die Gelegenheit nutzen, um Verleumdungen zu erfinden und neue Skandale heraufzubeschwören. Das Schlimme ist, daß die da drüben mit Yüan-yang verfeindet ist. Nachdem sie jetzt informiert ist, daß Yüan-yang für unsern jungen Herrn diese Sachen hinausgeschmuggelt hat, wird sie sich die Gelegenheit sicher nicht entgehen lassen. Friedchen verschwand und erteilte jemandem den Auftrag, Laiwangs[14] Frau zu rufen, der sie dann den Halsreif übergab und die bald darauf mit dem Silber wiederkam. Kette Kaufmann selbst trug es zu Dame Hsing hinüber, und damit einstweilen genug hiervon.
Wer weiß, ob sie sich nicht wieder irgendwelche Ungeheuerlichkeiten ausdenkt, denn kleine Leute sind unersättlich, und sie kriegt es fertig, daß selbst noch ein unbeschädigtes Hühnerei Maden bekommt. Unserm jungen Herrn würde es nicht viel ausmachen, aber Yüan-yang ist ein anständiges Mädchen, und wenn sie mit hineingezogen würde, wären wir daran schuld.“ Phönixglanz und Friedchen rätselten zusammen, wer da aus der Schule geplaudert haben könnte, kamen aber zu keinem Ergebnis. Schließlich sagte Phönixglanz: „Wenn diese Sache bekannt wird, ist das noch das Wenigste. Angst habe ich nur davor, dass verächtliche Menschen die Gelegenheit nutzen, um Verleumdungen zu erfinden und neue Skandale heraufzubeschwören. Das Schlimme ist, dass die da drüben mit Mandarinenente verfeindet ist. Nachdem sie jetzt informiert ist, dass Mandarinenente für unseren Kette diese Sachen hinausgeschmuggelt hat, wird sie sich die Gelegenheit sicher nicht entgehen lassen.
„Da ist nichts zu befürchten“, sagte Ping-örl lächelnd, „Euretwegen hat Yüan-yang die Sachen zur Verfügung gestellt, nicht des jungen Herrns wegen. Außerdem hat sie zwar behauptet, es sei eine persönliche Gefälligkeit von ihr, in Wirklichkeit aber hatte sie der alten gnädigen Frau darüber berichtet. Die alte gnädige Frau ist nur deshalb in Sorge, weil sie so viele Enkelkinder hat. Wenn sich jeder etwas von ihr borgt und ihr nachher nur mit Schmeicheleien kommt, von wem kann sie dann etwas zurückfordern? Darum stellt sie sich einfach unwissend. Wenn die Sache also wirklich aufgebauscht würde, wäre das kein Hindernis.“ Wer weiß, ob sie sich nicht wieder irgendwelche Ungeheuerlichkeiten ausdenkt, denn kleine Leute sind unersättlich, und sie kriegt es fertig, dass selbst noch ein unbeschädigtes Hühnerei Maden bekommt. Unserem Kette würde es nicht viel ausmachen, aber Mandarinenente ist ein anständiges Mädchen, und wenn sie mit hineingezogen würde, wären wir daran schuld."
„Das mag schon so sein“, erwiderte Hsi-fëng, „aber was nutzt es, wenn wir es wissen? Die andern, die es nicht wissen, werden doch ihre Zweifel hegen.“ „Da ist nichts zu befürchten", sagte Friedchen lächelnd. „Euretwegen hat Mandarinenente die Sachen zur Verfügung gestellt, nicht des jungen Herrn wegen. Außerdem hat sie zwar behauptet, es sei eine persönliche Gefälligkeit von ihr, in Wirklichkeit aber hatte sie der Herzoginmutter[15] darüber berichtet. Die Herzoginmutter ist nur deshalb in Sorge, weil sie so viele Enkelkinder hat. Wenn sich jeder etwas von ihr borgt und ihr nachher nur mit Schmeicheleien kommt, von wem kann sie dann etwas zurückfordern? Darum stellt sie sich einfach unwissend. Wenn die Sache also wirklich aufgebauscht würde, wäre das kein Hindernis."
Dies hatte sie kaum gesagt, als jemand meldete: „Die gnädige Frau ist gekommen.“ „Das mag schon so sein", erwiderte Phönixglanz, „aber was nützt es, wenn wir es wissen? Die anderen, die es nicht wissen, werden doch ihre Zweifel hegen."
Verwundert fragte sich Hsi-fëng, warum sie wohl selbst gekommen sei, und ging ihr rasch mit Ping-örl und den anderen Sklavenmädchen zusammen entgegen, um dann zu sehen, wie Dame Wang mit gänzlich veränderter Miene und nur von einem vertrauten kleinen Sklavenmädchen begleitet hereinkam, und ohne ein Wort zu sagen, in das innere Zimmer trat und sich setzte. Dies hatte sie kaum gesagt, als jemand meldete: „Die gnädige Frau[16] ist gekommen."
Sofort brachte Hsi-fëng ihr Tee und sagte mit strahlendem Gesicht: „Ihr müßt Euch heute sehr wohl fühlen, gnädige Frau, daß Ihr vor Freude hier spazierengegangen seid!“ Verwundert fragte sich Phönixglanz, warum sie wohl selbst gekommen sei, und ging ihr rasch mit Friedchen und den anderen Sklavenmädchen zusammen entgegen, um dann zu sehen, wie Frau Wang mit gänzlich veränderter Miene und nur von einem vertrauten kleinen Sklavenmädchen begleitet hereinkam, und ohne ein Wort zu sagen, in das innere Zimmer trat und sich setzte.
Doch anstatt zu antworten, gab Dame Wang nur schroff den Befehl: „Ping-örl soll hinausgehen!“ Sofort brachte Phönixglanz ihr Tee und sagte mit strahlendem Gesicht: „Ihr müsst Euch heute sehr wohl fühlen, gnädige Frau, dass Ihr vor Freude hier spazieren gegangen seid!"
Verwirrt und ratlos sagte Ping-örl hastig jawohl und führte die kleineren Sklavenmädchen alle nach draußen, wo sie ihnen befahl, vor der Tür Aufstellung zu nehmen. Dann machte sie die Tür einfach zu, setzte sich auf die steinerne Plattform des Hauses und ließ keinen Menschen hinein. Doch anstatt zu antworten, gab Frau Wang nur schroff den Befehl: „Friedchen soll hinausgehen!"
Auch Hsi-fëng war verwirrt und verstand nicht, worum es ging. Aber dann sah sie, wie Dame Wang mit Tränen in den Augen einen Riechbeutel aus dem Ärmel zog und ihn ihr vor die Füße warf, um dann zu sagen: „Sieh dir das an!“ Verwirrt und ratlos sagte Friedchen hastig jawohl und führte die kleineren Sklavenmädchen alle nach draußen, wo sie ihnen befahl, vor der Tür Aufstellung zu nehmen. Dann machte sie die Tür einfach zu, setzte sich auf die steinerne Plattform des Hauses und ließ keinen Menschen hinein.
Als Hsi-fëng, die den Beutel rasch aufhob, die farbenprächtige frivole Stickerei darauf entdeckte, fuhr sie vor Schreck zusammen und fragte sofort: „Woher habt Ihr das, gnädige Frau?“ Auch Phönixglanz war verwirrt und verstand nicht, worum es ging. Aber dann sah sie, wie Frau Wang mit Tränen in den Augen einen Riechbeutel aus dem Ärmel zog und ihn ihr vor die Füße warf, um dann zu sagen: „Sieh dir das an!"
Kaum hatte Dame Wang diese Frage gehört, flossen ihr die Tränen erst recht wie strömender Regen aus den Augen, und sie sagte mit zitternder Stimme: „Woher ich das habe? Ich habe wie gewöhnlich von nichts eine Ahnung – wie ein Frosch, der im Brunnen hockt, und verlasse mich darauf, daß du ja ein umsichtiger Mensch bist, so daß ich mir ein bißchen Ruhe gönnen kann. Und nun stellt sich heraus, daß es mit dir dasselbe ist wie mit mir! Als Phönixglanz, die den Beutel rasch aufhob, die farbenprächtige frivole Stickerei darauf entdeckte, fuhr sie vor Schreck zusammen und fragte sofort: „Woher habt Ihr das, gnädige Frau?"
Das da lag am hellichten Tag offen auf einem Felsen im Garten herum, so daß eine Magd der alten gnädigen Frau es finden konnte. Wäre nicht zufällig deine Schwiegermutter dazugekommen, dann wäre sie spornstreichs damit zur alten gnädigen Frau gelaufen. Nun frage ich dich: Wie hast du das dort verlieren können?“ Kaum hatte Frau Wang diese Frage gehört, flossen ihr die Tränen erst recht wie strömender Regen aus den Augen, und sie sagte mit zitternder Stimme: „Woher ich das habe? Ich habe wie gewöhnlich von nichts eine Ahnung — wie ein Frosch, der im Brunnen hockt, und verlasse mich darauf, dass du ja ein umsichtiger Mensch bist, sodass ich mir ein bisschen Ruhe gönnen kann. Und nun stellt sich heraus, dass es mit dir dasselbe ist wie mit mir!
Jetzt verfärbte sich auch Hsi-fëng und fragte hastig: „Woher wollt Ihr wissen, daß es mir gehört, gnädige Frau?“ Das da lag am hellichten Tag offen auf einem Felsen im Garten herum, sodass eine Magd der Herzoginmutter es finden konnte. Wäre nicht zufällig deine Schwiegermutter dazugekommen, dann wäre sie spornstreichs damit zur Herzoginmutter gelaufen. Nun frage ich dich: Wie hast du das dort verlieren können?"
„Das fragst du noch?“ erwiderte Dame Wang unter Tränen und Seufzern. „Überleg doch mal selbst! Ihr seid das einzige junge Paar in unserm Haushalt. Außer euch gibt es hier nur alte Frauen – was sollten die damit? Und die Mädchen – wie sollten die dazu gekommen sein? Natürlich hat Liän, dieser unverbesserliche Schmutzfink, das irgendwoher angeschleppt.Und so gut, wie ihr euch versteht, hast du es natürlich als einen Spaß angesehen. Junge Leute haben solche Heimlichkeiten in ihren inneren Gemächern, mir machst du nichts vor. Jetzt verfärbte sich auch Phönixglanz und fragte hastig: „Woher wollt Ihr wissen, dass es mir gehört, gnädige Frau?"
Glücklicherweise sind die Mädchen im Garten, ob hoch oder niedrig, noch unverständig und waren auch noch nicht auf den Beutel gestoßen. Nicht auszudenken, wenn die Mägde ihn gefunden und deinen Kusinen gezeigt hätten! Oder wenn die kleineren Mägde ihn gefunden hätten und draußen in Gegenwart von Fremden erzählt hätten, das habe im Garten gelegen. Hätten wir das überleben und unsere Ehre bewahren können?“ „Das fragst du noch?" erwiderte Frau Wang unter Tränen und Seufzern. „Überleg doch mal selbst! Ihr seid das einzige junge Paar in unserem Haushalt. Außer euch gibt es hier nur alte Frauen — was sollten die damit? Und die Mädchen — wie sollten die dazu gekommen sein? Natürlich hat Lián[17], dieser unverbesserliche Schmutzfink, das irgendwoher angeschleppt. Und so gut, wie ihr euch versteht, hast du es natürlich als einen Spaß angesehen. Junge Leute haben solche Heimlichkeiten in ihren inneren Gemächern, mir machst du nichts vor.
Vor Erregung und Beschämung war Hsi-fëng im Nu blau angelaufen. Jetzt ließ sie sich vor dem Ofenbett auf beide Knie fallen und erklärte unter Tränen: „Was Ihr sagt, hat natürlich Hand und Fuß, gnädige Frau, und ich will auch durchaus nicht behaupten, ich besäße gar nichts in dieser Art. Aber es gibt doch einiges, was ich Euch sorgsam zu bedenken bitte. Glücklicherweise sind die Mädchen im Garten, ob hoch oder niedrig, noch unverständig und waren auch noch nicht auf den Beutel gestoßen. Nicht auszudenken, wenn die Mägde ihn gefunden und deinen Kusinen gezeigt hätten! Oder wenn die kleineren Mägde ihn gefunden hätten und draußen in Gegenwart von Fremden erzählt hätten, das habe im Garten gelegen. Hätten wir das überleben und unsere Ehre bewahren können?"
Bei diesem Riechbeutel handelt es sich um eine Nachahmung in der Art von Palaststickereien, und er ist irgendwo außerhalb von Lohnstickern angefertigt worden. Die Bänder und die Quasten daran sind gleichermaßen Marktware. Auch wenn ich jung und ein bißchen leichtfertig bin, würde ich doch so etwas Plumpes nicht mögen, und was ich besitze, ist natürlich vom Feinsten. Das ist das eine. Vor Erregung und Beschämung war Phönixglanz im Nu blau angelaufen. Jetzt ließ sie sich vor dem Ofenbett auf beide Knie fallen und erklärte unter Tränen: „Was Ihr sagt, hat natürlich Hand und Fuß, gnädige Frau, und ich will auch durchaus nicht behaupten, ich besäße gar nichts in dieser Art. Aber es gibt doch einiges, was ich Euch sorgsam zu bedenken bitte.
Zum andern trägt man so etwas nicht ständig bei sich. Wenn ich dreist solch einen Beutel hätte, könnte ich ihn doch nur zu Hause benutzen und würde ihn nicht am Körper tragen und überall damit hingehen, erst recht nicht, wenn ich den Garten aufsuche, so viel, wie wir Kusinen stets aneinander herumzerren. Und nicht nur vor den Kusinen, auch vor den Sklavinnen würde ich dumm dastehen, wenn er bei mir zum Vorschein käme. Wenn ich auch jung und leichtfertig bin, aber so töricht kann ich schließlich nicht sein. Bei diesem Riechbeutel handelt es sich um eine Nachahmung in der Art von Palaststickereien, und er ist irgendwo außerhalb von Lohnstickern angefertigt worden. Die Bänder und die Quasten daran sind gleichermaßen Marktware. Auch wenn ich jung und ein bisschen leichtfertig bin, würde ich doch so etwas Plumpes nicht mögen, und was ich besitze, ist natürlich vom Feinsten. Das ist das eine.
Drittens bin ich zwar unter uns Herrschaften die einzige junge Frau, aber unter den Sklavinnen gibt es mehr als eine Frau, die noch jünger ist als ich. Immerhin kommen sie oft in den Garten, und am Abend sucht jede von ihnen ihre eigene Wohnung auf. Woher wollt Ihr wissen, daß nicht eine von ihnen den Beutel getragen hat? Zum anderen trägt man so etwas nicht ständig bei sich. Wenn ich dreist solch einen Beutel hätte, könnte ich ihn doch nur zu Hause benutzen und würde ihn nicht am Körper tragen und überall damit hingehen, erst recht nicht, wenn ich den Garten aufsuche, so viel, wie wir Kusinen stets aneinander herumzerren. Und nicht nur vor den Kusinen, auch vor den Sklavinnen würde ich dumm dastehen, wenn er bei mir zum Vorschein käme. Wenn ich auch jung und leichtfertig bin, aber so töricht kann ich schließlich nicht sein.
Viertens bin nicht nur ich häufig im Garten, sondern auch die jungen Nebenfrauen, die die gnädige Frau von drüben immer mitbringt, wie zum Beispiel Yän-hung und Tsuee-yün. Als junge Konkubinen dürften sie so etwas eher besitzen als ich. Auch Vetter Dschëns Frau aus dem andern Anwesen ist nicht nur selber noch nicht sehr alt, sie hat auch schon oft genug Pee-fëng und andere mitgebracht, und woher wollt Ihr also wissen, daß der Beutel nicht ihnen gehört hat? Drittens bin ich zwar unter uns Herrschaften die einzige junge Frau, aber unter den Sklavinnen gibt es mehr als eine, die noch jünger ist als ich. Immerhin kommen sie oft in den Garten, und am Abend sucht jede von ihnen ihre eigene Wohnung auf. Woher wollt Ihr wissen, dass nicht eine von ihnen den Beutel getragen hat?
Fünftens gibt es auch zu viele Mägde im Garten. Wollt Ihr da sicher sein, daß jede einzelne von ihnen anständig ist? Es gibt unter ihnen auch welche, die schon älter und in die Geheimnisse der Erwachsenen eingeweiht sind, so daß man nicht wissen kann, ob nicht eine von ihnen entweder in einem unbeobachteten Augenblick den Garten heimlich verließ oder aber irgendeinen Vorwand benutzte, um sich mit einem der Burschen am Innentor zu necken, und den Beutel auf diesem Wege hereingebracht hat. Jedenfalls habe nicht nur ich nichts damit zu tun, auch für Ping-örl kann ich mich verbürgen. Das alles solltet Ihr bitte sorgsam bedenken, gnädige Frau.“ Viertens bin nicht nur ich häufig im Garten, sondern auch die jungen Nebenfrauen, die die gnädige Frau von drüben[18] immer mitbringt, wie zum Beispiel Yanhong[19] und Cuiyun[20]. Als junge Konkubinen dürften sie so etwas eher besitzen als ich. Auch die Frau des Vetters Juwel[21] aus dem anderen Anwesen ist nicht nur selber noch nicht sehr alt, sie hat auch schon oft genug Peifeng[22] und andere mitgebracht, und woher wollt Ihr also wissen, dass der Beutel nicht ihnen gehört hat?
Dame Wang sagte sich, daß diese Ausführungen sehr vernünftig klangen, und so befahl sie Hsi-fëng seufzend: „Steh auf! Ich weiß ja auch, daß du die Tochter eines großen Hauses bist und nicht dermaßen leichtfertig sein kannst. Ich war einfach erregt und habe dich mit meinen Worten aufgebracht. Aber wie wollen wir jetzt verfahren? Deine Schwiegermutter hat den Beutel eben erst in einem verschlossenen Päckchen zu mir bringen lassen, damit ich ihn mir ansehe, und sie ließ mir bestellen, sie habe ihn Blödchen abgenommen. Ich hätte mich totärgern können darüber!“ Fünftens gibt es auch zu viele Mägde im Garten. Wollt Ihr da sicher sein, dass jede einzelne von ihnen anständig ist? Es gibt unter ihnen auch welche, die schon älter und in die Geheimnisse der Erwachsenen eingeweiht sind, sodass man nicht wissen kann, ob nicht eine von ihnen entweder in einem unbeobachteten Augenblick den Garten heimlich verließ oder aber irgendeinen Vorwand benutzte, um sich mit einem der Burschen am Innentor zu necken, und den Beutel auf diesem Wege hereingebracht hat. Jedenfalls habe nicht nur ich nichts damit zu tun, auch für Friedchen kann ich mich verbürgen. Das alles solltet Ihr bitte sorgsam bedenken, gnädige Frau."
„Ihr solltet Euch nicht länger darüber ärgern, gnädige Frau!“ riet ihr Hsi-fëng. „Wenn das Gesinde etwas davon bemerkt hätte, wüßte die alte gnädige Frau wohl schon darüber Bescheid. Nur wenn wir kühl und nüchtern in aller Stille unsere Nachforschungen anstellen, können wir uns Gewißheit verschaffen. Auch wenn wir nichts herausbekommen, wird doch kein Fremder davon erfahren. Dazu sagt man ‚Der gebrochene Arm wird im Ärmel versteckt.‘ Uns bleibt jetzt keine andere Wahl, als die Gelegenheit zu nutzen, daß wegen dieser Glücksspielaffäre so viele Leute aus dem Dienst entfernt worden sind, um die Frauen von Dschou Juee, Lai Wang und noch zwei, drei andere, die den Mund halten können, im Garten einzusetzen, wo sie dann vorgeben müssen, immer noch wegen der Spielhöllen zu ermitteln. Frau Wang sagte sich, dass diese Ausführungen sehr vernünftig klangen, und so befahl sie Phönixglanz seufzend: „Steh auf! Ich weiß ja auch, dass du die Tochter eines großen Hauses bist und nicht dermaßen leichtfertig sein kannst. Ich war einfach erregt und habe dich mit meinen Worten aufgebracht. Aber wie wollen wir jetzt verfahren? Deine Schwiegermutter hat den Beutel eben erst in einem verschlossenen Päckchen zu mir bringen lassen, damit ich ihn mir ansehe, und sie ließ mir bestellen, sie habe ihn Blödchen abgenommen. Ich hätte mich totärgern können darüber!"
Außerdem gibt es wirklich zu viele Mägde im Garten. Da ist nicht auszuschließen, daß in dem Maße, wie sie erwachsen werden, auch ihre Wünsche wachsen, und daß sie irgend etwas anstellen. Wenn erst etwas passiert ist, kommt die Reue zu spät. Aber wenn wir jetzt ohne jeden Grund einen Teil der Mägde entlassen, würde das nicht nur unsere Mädchen kränken und verärgern, wir könnten uns das auch nicht einfach so erlauben. Darum ist es das beste, von jetzt an alle, die schon etwas älter und vielleicht ein bißchen frech und nicht leicht zu zügeln sind, bei einer Verfehlung zu ertappen und aus dem Garten zu entfernen, um sie dann zu verheiraten. Dadurch wird gewährleistet, daß nichts mehr passieren kann, und außerdem können wir einige Kosten sparen. Was meint Ihr dazu, gnädige Frau?“ „Ihr solltet Euch nicht länger darüber ärgern, gnädige Frau!" riet ihr Phönixglanz. „Wenn das Gesinde etwas davon bemerkt hätte, wüsste die Herzoginmutter wohl schon darüber Bescheid. Nur wenn wir kühl und nüchtern in aller Stille unsere Nachforschungen anstellen, können wir uns Gewissheit verschaffen. Auch wenn wir nichts herausbekommen, wird doch kein Fremder davon erfahren. Dazu sagt man: ‚Der gebrochene Arm wird im Ärmel versteckt.' Uns bleibt jetzt keine andere Wahl, als die Gelegenheit zu nutzen, dass wegen dieser Glücksspielaffäre so viele Leute aus dem Dienst entfernt worden sind, um die Frauen von Zhou Rui[23], Laiwang und noch zwei, drei andere, die den Mund halten können, im Garten einzusetzen, wo sie dann vorgeben müssen, immer noch wegen der Spielhöllen zu ermitteln.
„Es ist natürlich richtig, was du sagst“, räumte Dame Wang seufzend ein, „aber wenn man gerecht ist und die Sache genau bedenkt, sind deine Kusinen wirklich zu bedauern. Ich brauche gar nicht so weit zu gehen mit meinem Vergleich, nehmen wir nur die Mutter von deiner Kusine Dai-yü! Wie wurde sie verwöhnt, als sie noch nicht verheiratet war! Das nenne ich ‚goldene Würde und jadene Vornehmheit‘, das war der Stil, wie ein Mädchen aus besseren Kreisen leben sollte! Außerdem gibt es wirklich zu viele Mägde im Garten. Da ist nicht auszuschließen, dass in dem Maße, wie sie erwachsen werden, auch ihre Wünsche wachsen, und dass sie irgendetwas anstellen. Wenn erst etwas passiert ist, kommt die Reue zu spät. Aber wenn wir jetzt ohne jeden Grund einen Teil der Mägde entlassen, würde das nicht nur unsere Mädchen kränken und verärgern, wir könnten uns das auch nicht einfach so erlauben. Darum ist es das Beste, von jetzt an alle, die schon etwas älter und vielleicht ein bisschen frech und nicht leicht zu zügeln sind, bei einer Verfehlung zu ertappen und aus dem Garten zu entfernen, um sie dann zu verheiraten. Dadurch wird gewährleistet, dass nichts mehr passieren kann, und außerdem können wir einige Kosten sparen. Was meint Ihr dazu, gnädige Frau?"
Dagegen leben deine Kusinen heute nicht viel besser als bei andern Leuten die Mägde. Keine von ihnen hat mehr als zwei oder drei Dienstmägde, die wie Menschen aussehen. Die übrigen vier oder fünf, die noch kleiner sind, wirken wie die kleinen Teufel, die als Figuren in den Tempeln dargestellt sind. Wenn wir jetzt noch welche von ihnen entlassen wollen, könnte nicht nur ich das nicht ertragen, auch die alte gnädige Frau würde wohl kaum ihre Zustimmung geben. „Es ist natürlich richtig, was du sagst", räumte Frau Wang seufzend ein, „aber wenn man gerecht ist und die Sache genau bedenkt, sind deine Kusinen wirklich zu bedauern. Ich brauche gar nicht so weit zu gehen mit meinem Vergleich, nehmen wir nur die Mutter von deiner Kusine Kajaljade[24]! Wie wurde sie verwöhnt, als sie noch nicht verheiratet war! Das nenne ich ‚goldene Würde und jadene Vornehmheit', das war der Stil, wie ein Mädchen aus besseren Kreisen leben sollte!
Und wenn es uns auch schlecht geht, aber so schlecht geht es uns doch wieder noch nicht. Ich habe zwar auch keinen so großen Glanz miterlebt, aber doch etwas mehr als ihr. Darum will lieber ich mich einschränken, als die Mädchen zu kurz kommen zu lassen. Wenn wir in Zukunft sparsamer wirtschaften müssen, wollen wir nur bei mir den Anfang machen! Jetzt aber laß Dschou Juees Frau und die anderen rufen und gib ihnen den Befehl, sie sollten schnell und in aller Stille Licht in diese Sache bringen. Das ist das allerwichtigste.“ Dagegen leben deine Kusinen heute nicht viel besser als bei anderen Leuten die Mägde. Keine von ihnen hat mehr als zwei oder drei Dienstmägde, die wie Menschen aussehen. Die übrigen vier oder fünf, die noch kleiner sind, wirken wie die kleinen Teufel, die als Figuren in den Tempeln dargestellt sind. Wenn wir jetzt noch welche von ihnen entlassen wollen, könnte nicht nur ich das nicht ertragen, auch die Herzoginmutter würde wohl kaum ihre Zustimmung geben.
Sofort rief Hsi-fëng nach Ping-örl und schickte sie mit dem entsprechenden Auftrag los. Und wenn es uns auch schlecht geht, aber so schlecht geht es uns doch wieder noch nicht. Ich habe zwar auch keinen so großen Glanz miterlebt, aber doch etwas mehr als ihr. Darum will lieber ich mich einschränken, als die Mädchen zu kurz kommen zu lassen. Wenn wir in Zukunft sparsamer wirtschaften müssen, wollen wir nur bei mir den Anfang machen! Jetzt aber lass Zhou Ruis Frau und die anderen rufen und gib ihnen den Befehl, sie sollen schnell und in aller Stille Licht in diese Sache bringen. Das ist das Allerwichtigste."
Bald darauf erschienen die Frauen von Dschou Juee, Wu Hsing, Dschëng Hua, Lai Wang und Lai Hsi, alle fünf Frauen, die seinerzeit von Dame Wang beziehungsweise Hsi-fëng als Sklavenmädchen mit in die Ehe gebracht wurden und jetzt hier anwesend waren. Von den übrigen hatte jede im Süden ihre Aufgabe zu erfüllen. Sofort rief Phönixglanz nach Friedchen und schickte sie mit dem entsprechenden Auftrag los.
Eben sagte sich Dame Wang, daß es noch nicht genug seien, um eine Ermittlung anzustellen, da kam plötzlich Wang Schan-baus Frau herein, die seinerzeit von Dame Hsing mit in die Ehe gebracht worden war. Sie war es auch, die vorhin den Riechbeutel gebracht hatte. Bald darauf erschienen die Frauen von Zhou Rui, Wu Xing, Zheng Hua, Laiwang und Lai Xi — alle fünf Frauen, die seinerzeit von Frau Wang beziehungsweise Phönixglanz als Sklavenmädchen mit in die Ehe gebracht worden waren und jetzt hier anwesend waren. Von den übrigen hatte jede im Süden ihre Aufgabe zu erfüllen.
Da Dame Wang die bevorzugten Vertrauten von Dame Hsing nie anders betrachtet hatte als ihre eigenen, sagte sie jetzt, als Wang Schan-baus Frau erschien, um sich nach dem Fortgang der Sache zu erkundigen, und dabei sehr besorgt tat: „Geh und melde deiner Herrin, daß ich dich mit in den Garten schicken möchte, um dort nach dem Rechten zu sehen, denn du bist dafür besser geeignet als irgend jemand anders!“ Eben sagte sich Frau Wang, dass es noch nicht genug seien, um eine Ermittlung anzustellen, da kam plötzlich Wang Shanbaos[25] Frau herein, die seinerzeit von Dame Hsing[26] mit in die Ehe gebracht worden war. Sie war es auch, die vorhin den Riechbeutel gebracht hatte.
Nun war Wang Schan-baus Frau den Sklavenmädchen im Garten schon lange gram, weil die sie nicht eben respektvoll behandelten, wenn sie in den Garten kam, und hätte ihnen gar zu gern etwas am Zeuge geflickt, wenn sie nur eine Gelegenheit dazu gehabt hätte. Nachdem sich nun diese Geschichte ereignet hatte, glaubte sie, ihre Stunde sei endlich gekommen. Und so war es genau das, was sie sich erhofft hatte, als Dame Wang ihr jetzt diesen Auftrag gab. Da Frau Wang die bevorzugten Vertrauten von Dame Hsing nie anders betrachtet hatte als ihre eigenen, sagte sie jetzt, als Wang Shanbaos Frau erschien, um sich nach dem Fortgang der Sache zu erkundigen, und dabei sehr besorgt tat: „Geh und melde deiner Herrin, dass ich dich mit in den Garten schicken möchte, um dort nach dem Rechten zu sehen, denn du bist dafür besser geeignet als irgendjemand anders!"
Deshalb erwiderte sie: „Das ist kein Problem. Ich will ja nicht zuviel sagen, aber von Rechts wegen war es schon lange Zeit, einmal hart durchzugreifen. Ihr geht nicht viel in den Garten, gnädige Frau, und könnt das nicht wissen. Die dortigen Mägde benehmen sich eine wie die andere so, als ob sie der Kaiser mit Ehrentiteln belehnt hätte und als ob sie vornehme junge Fräulein wären. Aber selbst wenn sie den Himmel zum Einstürzen brächten, würde niemand wagen aufzumucken. Sonst würden sie nämlich die Mägde, die bei den jungen Fräulein Dienst tun, anstacheln, einfach zu behaupten, man habe ihre Fräulein gedemütigt, und wer hat schon den Mut, das zu riskieren?!“ Nun war Wang Shanbaos Frau den Sklavenmädchen im Garten schon lange gram, weil die sie nicht eben respektvoll behandelten, wenn sie in den Garten kam, und hätte ihnen gar zu gern etwas am Zeuge geflickt, wenn sie nur eine Gelegenheit dazu gehabt hätte. Nachdem sich nun diese Geschichte ereignet hatte, glaubte sie, ihre Stunde sei endlich gekommen. Und so war es genau das, was sie sich erhofft hatte, als Frau Wang ihr jetzt diesen Auftrag gab.
„Das ist doch nur normal“, gab Dame Wang ihr zurück. „Die Mägde der jungen Fräulein sind nun einmal verwöhnter als die anderen. Ihr müßt ihnen also gut zureden. Nicht einmal die jungen Fräulein kommen ohne Belehrung aus, um wieviel mehr muß das also für die Mägde gelten!“ Deshalb erwiderte sie: „Das ist kein Problem. Ich will ja nicht zu viel sagen, aber von Rechts wegen war es schon lange Zeit, einmal hart durchzugreifen. Ihr geht nicht viel in den Garten, gnädige Frau, und könnt das nicht wissen. Die dortigen Mägde benehmen sich eine wie die andere so, als ob sie der Kaiser mit Ehrentiteln belehnt hätte und als ob sie vornehme junge Fräulein wären. Aber selbst wenn sie den Himmel zum Einstürzen brächten, würde niemand wagen aufzumucken. Sonst würden sie nämlich die Mägde, die bei den jungen Fräulein Dienst tun, anstacheln, einfach zu behaupten, man habe ihre Fräulein gedemütigt, und wer hat schon den Mut, das zu riskieren?!"
„Die übrigen mögen noch zu ertragen sein“, nahm wieder Wang Schan-baus Frau das Wort, „was Ihr aber nicht wissen werdet, gnädige Frau, ist, daß diese Tjing-wën in den Räumen von Bau-yü, nur weil sie ein wenig hübscher ist als die anderen und weil sie ein flottes Mundwerk hat, sich jeden Tag herausstaffiert wie eine Hsi-schï, vor allen Leuten das große Wort führt und sich stets in den Vordergrund schiebt, weil sie hoch hinaus möchte. Sagt man auch nur einen Satz, der ihr nicht paßt, dann starrt sie einen mit ihren frechen Augen an und beschimpft einen. Und ihre verführerisch-lockere Art ist alles andere als anständig.“ „Das ist doch nur normal", gab Frau Wang ihr zurück. „Die Mägde der jungen Fräulein sind nun einmal verwöhnter als die anderen. Ihr müsst ihnen also gut zureden. Nicht einmal die jungen Fräulein kommen ohne Belehrung aus, um wie viel mehr muss das also für die Mägde gelten!"
Bei diesen Worten fiel Dame Wang plötzlich etwas ein, und sie sagte zu Hsi-fëng: „Als wir voriges Mal mit der alten gnädigen Frau zusammen im Garten spazierengegangen sind, war da eine mit einer Wasserschlangentaille und abfallenden Schultern, deren Augen und Brauen ein wenig an deine Kusine Dai-yü erinnerten und die eben eine kleinere Magd ausschimpfte. Ihre wilde Art war mir so zuwider, daß ich mit der alten gnädigen Frau weiterging, ohne etwas zu sagen. Ich wollte später fragen, wer das war, aber dann habe ich es vergessen. Die Beschreibung von eben paßt so gut auf sie, daß ich glaube, es müßte diese Magd gewesen sein.“ „Die übrigen mögen noch zu ertragen sein", nahm wieder Wang Shanbaos Frau das Wort, „was Ihr aber nicht wissen werdet, gnädige Frau, ist, dass diese Heitermuster in den Räumen von Schatzjade, nur weil sie ein wenig hübscher ist als die anderen und weil sie ein flottes Mundwerk hat, sich jeden Tag herausstaffiert wie eine Xishi[27], vor allen Leuten das große Wort führt und sich stets in den Vordergrund schiebt, weil sie hoch hinaus möchte. Sagt man auch nur einen Satz, der ihr nicht passt, dann starrt sie einen mit ihren frechen Augen an und beschimpft einen. Und ihre verführerisch-lockere Art ist alles andere als anständig."
„Wenn man all diese Mägde miteinander vergleicht, ist keine so gut gewachsen wie Tjing-wën, und in Betragen und Ausdrucksweise ist sie wirklich ein bißchen leichtfertig“, bestätigte Hsi-fëng. „Was Ihr eben erzählt habt, würde ihr schon ähnlich sehen, aber ich kann mich an diesen Tag nicht mehr erinnern, und darum möchte ich nicht leichtfertig etwas daherreden.“ Bei diesen Worten fiel Frau Wang plötzlich etwas ein, und sie sagte zu Phönixglanz: „Als wir voriges Mal mit der Herzoginmutter zusammen im Garten spazieren gegangen sind, war da eine mit einer Wasserschlangentaille und abfallenden Schultern, deren Augen und Brauen ein wenig an deine Kusine Kajaljade erinnerten und die eben eine kleinere Magd ausschimpfte. Ihre wilde Art war mir so zuwider, dass ich mit der Herzoginmutter weiterging, ohne etwas zu sagen. Ich wollte später fragen, wer das war, aber dann habe ich es vergessen. Die Beschreibung von eben passt so gut auf sie, dass ich glaube, es müsste diese Magd gewesen sein."
„Warum auch?“ warf Wang Schan-baus Frau ein. „Es ist doch nicht schwer, sie herzurufen, damit die gnädige Frau sie sich ansieht.“ „Wenn man all diese Mägde miteinander vergleicht, ist keine so gut gewachsen wie Heitermuster, und in Betragen und Ausdrucksweise ist sie wirklich ein bisschen leichtfertig", bestätigte Phönixglanz. „Was Ihr eben erzählt habt, würde ihr schon ähnlich sehen, aber ich kann mich an diesen Tag nicht mehr erinnern, und darum möchte ich nicht leichtfertig etwas daherreden."
„Von den Mädchen aus Bau-yüs Räumen kommen für gewöhnlich nur Hsi-jën und Schë-yüä zu mir“, berichtete Dame Wang. „Die sind beide plump, und das ist gut so. Wenn die aber so eine ist, wagt sie natürlich nicht, zu mir zu kommen. Menschen wie sie sind es, die ich mein Leben lang am meisten verachtet habe. Es wäre nicht auszudenken, wenn unser guter Bau-yü von diesem Spitzbein verdorben würde!“ „Warum auch?" warf Wang Shanbaos Frau ein. „Es ist doch nicht schwer, sie herzurufen, damit die gnädige Frau sie sich ansieht."
Dann rief sie ihr Sklavenmädchen zu sich und befahl ihm, in den Garten zu gehen. „Du sagst nur, ich wolle nach etwas fragen“, ordnete sie an, „aber Hsi-jën und Schë-yüä sollen nicht kommen, sie sollen bei Bau-yü bleiben, um ihm aufzuwarten. Nur diese flinke Tjing-wën soll auf der Stelle bei mir erscheinen. Und du darfst kein Wort mit ihr sprechen!“ „Von den Mädchen aus Schatzjades Räumen kommen für gewöhnlich nur Dufthauch[28] und Moschusmond[29] zu mir", berichtete Frau Wang. „Die sind beide plump, und das ist gut so. Wenn die aber so eine ist, wagt sie natürlich nicht, zu mir zu kommen. Menschen wie sie sind es, die ich mein Leben lang am meisten verachtet habe. Es wäre nicht auszudenken, wenn unser guter Schatzjade von diesem Spitzbein verdorben würde!"
Das kleine Sklavenmädchen sagte: „Jawohl!“ dazu und ging in den Hof der Freude am Roten hinüber, wo Tjing-wën, die sich nicht wohl fühlte, eben erst vom Mittagsschlaf aufgestanden war und stumm vor sich hinbrütete. Als sie jetzt den Befehl vernahm, mußte sie wohl oder übel folgen. Dann rief sie ihr Sklavenmädchen zu sich und befahl ihm, in den Garten zu gehen. „Du sagst nur, ich wolle nach etwas fragen", ordnete sie an, „aber Dufthauch und Moschusmond sollen nicht kommen, sie sollen bei Schatzjade bleiben, um ihm aufzuwarten. Nur diese flinke Heitermuster soll auf der Stelle bei mir erscheinen. Und du darfst kein Wort mit ihr sprechen!"
Nun wußten alle Sklavenmädchen recht gut, daß Dame Wang verführerische Aufmachungen und leichtfertige Reden zutiefst verachtete, und deshalb war Tjing-wën ihr stets aus dem Wege gegangen. Da ihr aber schon seit Tagen nicht wohl war, hatte sie Kleidung und Schmuck ohnehin vernachlässigt, und deshalb sah sie jetzt auch kein Hindernis. Das kleine Sklavenmädchen sagte: „Jawohl!" dazu und ging in den Hof der Freude am Roten hinüber, wo Heitermuster, die sich nicht wohl fühlte, eben erst vom Mittagsschlaf aufgestanden war und stumm vor sich hinbrütete. Als sie jetzt den Befehl vernahm, musste sie wohl oder übel folgen.
Kaum daß Tjing-wën bei Hsi-fëng eintrat und Dame Wang sie erblickte – mit schiefem Haarpfeil und lockerer Frisur, herabhängendem Gewand und offenem Gürtel, schlaftrunken und kränklich, und als sie sie obendrein an Gestalt und Gesicht sofort als diejenige wiedererkannte, die sie im Monat zuvor gesehen hatte, da loderte die Wut von vorhin erneut in ihr auf. Und Dame Wang war als Mensch offen und ungekünstelt, Freude und Zorn kamen bei ihr direkt aus dem Herzen, nicht wie bei jenen Leuten, die ihre Worte verbrämen und ihre Gedanken verbergen. So sagte sie auch jetzt, als wirklicher Zorn ihr Herz bedrängte, mit verächtlichem Lächeln: „Was für eine Schönheit! Die leibhaftige kranke Hsi-schï! Für wen produzierst du dich Tag für Tag in dieser schamlosen Weise? Glaubst du, ich wüßte nicht, was du treibst? Noch lasse ich dich laufen, aber schon bald werde ich dir die Haut vom Leibe schinden! Geht es Bau-yü heute besser?“ Nun wussten alle Sklavenmädchen recht gut, dass Frau Wang verführerische Aufmachungen und leichtfertige Reden zutiefst verachtete, und deshalb war Heitermuster ihr stets aus dem Wege gegangen. Da ihr aber schon seit Tagen nicht wohl war, hatte sie Kleidung und Schmuck ohnehin vernachlässigt, und deshalb sah sie jetzt auch kein Hindernis.
Als Tjing-wën diese Worte vernahm, war sie höchst verwundert und sagte sich, hier müsse jemand versuchen, heimlich mit ihr abzurechnen. Doch so ärgerlich sie darüber auch war, wagte sie doch nicht, etwas davon verlauten zu lassen. Und da sie einen durchdringenden Verstand besaß, entschloß sie sich, die Frage nach Bau-yü nicht wahrheitsgemäß zu beantworten. Vielmehr sagte sie: „Ich komme nicht groß in Bau-yüs Zimmer und bin auch nicht viel mit ihm zusammen. Daher kann ich auch nicht wissen, wie es ihm geht. Ihr solltet Hsi-jën und Schë-yüä fragen!“ Kaum dass Heitermuster bei Phönixglanz eintrat und Frau Wang sie erblickte — mit schiefem Haarpfeil und lockerer Frisur, herabhängendem Gewand und offenem Gürtel, schlaftrunken und kränklich, und als sie sie obendrein an Gestalt und Gesicht sofort als diejenige wiedererkannte, die sie im Monat zuvor gesehen hatte — da loderte die Wut von vorhin erneut in ihr auf. Und Frau Wang war als Mensch offen und ungekünstelt, Freude und Zorn kamen bei ihr direkt aus dem Herzen, nicht wie bei jenen Leuten, die ihre Worte verbrämen und ihre Gedanken verbergen. So sagte sie auch jetzt, als wirklicher Zorn ihr Herz bedrängte, mit verächtlichem Lächeln: „Was für eine Schönheit! Die leibhaftige kranke Xishi! Für wen produzierst du dich Tag für Tag in dieser schamlosen Weise? Glaubst du, ich wüsste nicht, was du treibst? Noch lasse ich dich laufen, aber schon bald werde ich dir die Haut vom Leibe schinden! Geht es Schatzjade heute besser?"
„Dafür sollte man dir auf den Mund schlagen!“ schimpfte Dame Wang. „Bist du denn tot? Was kann man mit euch schon anfangen?!“ Als Heitermuster diese Worte vernahm, war sie höchst verwundert und sagte sich, hier müsse jemand versuchen, heimlich mit ihr abzurechnen. Doch so ärgerlich sie darüber auch war, wagte sie doch nicht, etwas davon verlauten zu lassen. Und da sie einen durchdringenden Verstand besaß, entschloss sie sich, die Frage nach Schatzjade nicht wahrheitsgemäß zu beantworten. Vielmehr sagte sie: „Ich komme nicht groß in Schatzjades Zimmer und bin auch nicht viel mit ihm zusammen. Daher kann ich auch nicht wissen, wie es ihm geht. Ihr solltet Dufthauch und Moschusmond fragen!"
„Ich gehöre eigentlich zum Gefolge der alten gnädigen Frau“, wehrte sich Tjing-wën. „Da die alte gnädige Frau meinte, im Garten sei es zu einsam und es gebe dort zu wenig Erwachsene, so daß Bau-yü sich fürchte, hat sie mich abgestellt, damit ich bei ihm im Vorzimmer Nachtwache halte und einfach die Räume beaufsichtige. Ich habe die alte gnädige Frau damals darauf hingewiesen, daß ich zu plump bin und mich nicht darauf verstehe, jemandem aufzuwarten, aber die alte gnädige Frau hat mich gescholten und erklärt: ‚Um ihn sollst du dich ja nicht kümmern, also ist Gewandtheit auch nicht vonnöten.‘ Erst daraufhin bin ich gegangen. „Dafür sollte man dir auf den Mund schlagen!" schimpfte Frau Wang. „Bist du denn tot? Was kann man mit euch schon anfangen?!"
Höchstens alle zehn Tage oder einmal in einem halben Monat, wenn Bau-yü Langeweile hat, vergnügen wir uns alle zusammen ein Weilchen, und dann gehen wir wieder auseinander. Für Bau-yüs Essen und Trinken wie auch für seinen Tagesablauf sind auf höherer Stufe seine alten Ammen und die übrigen Alten verantwortlich, auf unterer Stufe aber Hsi-jën, Schë-yüä und Tjiu-wën. Wenn ich sonst nichts zu tun habe, muß ich noch im Dienste der alten gnädigen Frau Nadelarbeiten machen, und so habe ich mich um Bau-yü nie gekümmert. Wenn Ihr mir das verübelt, werde ich es von jetzt an tun.“ „Ich gehöre eigentlich zum Gefolge der Herzoginmutter", wehrte sich Heitermuster. „Da die Herzoginmutter meinte, im Garten sei es zu einsam und es gebe dort zu wenig Erwachsene, sodass Schatzjade sich fürchte, hat sie mich abgestellt, damit ich bei ihm im Vorzimmer Nachtwache halte und einfach die Räume beaufsichtige. Ich habe die Herzoginmutter damals darauf hingewiesen, dass ich zu plump bin und mich nicht darauf verstehe, jemandem aufzuwarten, aber die Herzoginmutter hat mich gescholten und erklärt: ‚Um ihn sollst du dich ja nicht kümmern, also ist Gewandtheit auch nicht vonnöten.' Erst daraufhin bin ich gegangen.
Dame Wang dachte nicht anders, als daß dies die Wahrheit sei, deshalb sagte sie rasch: „Buddha Amitabha! Ich sehe es als ein Glück an, wenn du nicht näher mit Bau-yü zu tun hast, darum will ich dich nicht weiter bemühen. Wenn es die alte gnädige Frau war, die dich Bau-yü zugeteilt hat, will ich zuerst mit ihr sprechen, ehe du hinausgeworfen wirst.“ Höchstens alle zehn Tage oder einmal in einem halben Monat, wenn Schatzjade Langeweile hat, vergnügen wir uns alle zusammen ein Weilchen, und dann gehen wir wieder auseinander. Für Schatzjades Essen und Trinken wie auch für seinen Tagesablauf sind auf höherer Stufe seine alten Ammen und die übrigen Alten verantwortlich, auf unterer Stufe aber Dufthauch, Moschusmond und Qiuwen[30]. Wenn ich sonst nichts zu tun habe, muss ich noch im Dienste der Herzoginmutter Nadelarbeiten machen, und so habe ich mich um Schatzjade nie gekümmert. Wenn Ihr mir das verübelt, werde ich es von jetzt an tun."
Anschließend wandte sie sich an Wang Schan-baus Frau und sagte: „Geh also in den Garten und hab ein paar Tage lang ein wachsames Auge auf sie! Sie darf nicht in Bau-yüs Zimmer schlafen! Sobald ich mit der alten gnädigen Frau gesprochen habe, werden wir über sie entscheiden.“ Dann fuhr sie Tjing-wën an: „Raus! Was stehst du hier herum? Diese Schlamperei ist mir ein Greuel! Und wer hat dir überhaupt diesen dirnenhaft rot-grünen Aufzug gestattet?“ Frau Wang dachte nicht anders, als dass dies die Wahrheit sei, deshalb sagte sie rasch: „Buddha Amitabha! Ich sehe es als ein Glück an, wenn du nicht näher mit Schatzjade zu tun hast, darum will ich dich nicht weiter bemühen. Wenn es die Herzoginmutter war, die dich Schatzjade zugeteilt hat, will ich zuerst mit ihr sprechen, ehe du hinausgeworfen wirst."
Also hatte sich Tjing-wën zurückzuziehen, und ihre Erbitterung war nicht gering. Kaum daß sie zur Tür hinaus war, bedeckte sie ihr Gesicht mit dem Taschentuch und weinte haltlos im Gehen, bis sie wieder drüben im Garten war. Anschließend wandte sie sich an Wang Shanbaos Frau und sagte: „Geh also in den Garten und hab ein paar Tage lang ein wachsames Auge auf sie! Sie darf nicht in Schatzjades Zimmer schlafen! Sobald ich mit der Herzoginmutter gesprochen habe, werden wir über sie entscheiden." Dann fuhr sie Heitermuster an: „Raus! Was stehst du hier herum? Diese Schlamperei ist mir ein Greuel! Und wer hat dir überhaupt diesen dirnenhaft rot-grünen Aufzug gestattet?"
Hier aber bezichtigte Dame Wang sich selbst, indem sie, an Hsi-fëng gewandt, sagte: „In den letzten Jahren hat meine Energie immer mehr nachgelassen, und ich bin nicht mehr mit der nötigen Aufmerksamkeit an die Dinge herangegangen. So ein Hexenbiest, und ich habe sie nie bemerkt! Ich fürchte nur, daß es noch mehr davon gibt. Demnächst muß ich das untersuchen.“ Also hatte sich Heitermuster zurückzuziehen, und ihre Erbitterung war nicht gering. Kaum dass sie zur Tür hinaus war, bedeckte sie ihr Gesicht mit dem Taschentuch und weinte haltlos im Gehen, bis sie wieder drüben im Garten war.
Angesichts von Dame Wangs loderndem Zorn und wegen der Anwesenheit von Wang Schan-baus Frau, die für Dame Hsing spionierte und sie auch häufig dazu anstachelte, Unruhe zu stiften, wagte Hsi-fëng nichts zu sagen, wenn sie wohl auch hunderterlei und tausenderlei zu sagen gewußt hätte. So aber senkte sie nur den Kopf und beschränkte sich auf ein Jawohl. Hier aber bezichtigte Frau Wang sich selbst, indem sie, an Phönixglanz gewandt, sagte: „In den letzten Jahren hat meine Energie immer mehr nachgelassen, und ich bin nicht mehr mit der nötigen Aufmerksamkeit an die Dinge herangegangen. So ein Hexenbiest, und ich habe sie nie bemerkt! Ich fürchte nur, dass es noch mehr davon gibt. Demnächst muss ich das untersuchen."
Wang Schan-baus Frau dagegen bemerkte: „Pflegt Ihr nur Eure Gesundheit, gnädige Frau, und überlaßt diese Kleinigkeit mir, Eurer Sklavin! Es wird gar nicht schwer sein, die Schuldige ausfindig zu machen. Wir warten, bis am Abend die Gartentore geschlossen sind, so daß keine Nachricht mehr herein- oder hinausgelangt, und dann überrumpeln wir sie, indem wir mit ein paar Leuten in jedem Gartenhaus die Mägdezimmer durchsuchen. Wem dieser Beutel gehörte, wird bestimmt nicht nur ihn gehabt haben, sondern sicher noch mehr von solchem Zeug besitzen. Und bei welcher von ihnen dann etwas in dieser Art zum Vorschein kommt, der hat natürlich auch der Beutel gehört.“ Angesichts von Frau Wangs loderndem Zorn und wegen der Anwesenheit von Wang Shanbaos Frau, die für Dame Hsing spionierte und sie auch häufig dazu anstachelte, Unruhe zu stiften, wagte Phönixglanz nichts zu sagen, wenn sie wohl auch hunderterlei und tausenderlei zu sagen gewusst hätte. So aber senkte sie nur den Kopf und beschränkte sich auf ein Jawohl.
Dame Wang erklärte sich einverstanden. „Das ist vollkommen richtig!“ sagte sie. „So müssen wir vorgehen, sonst können wir auf keinen Fall Klarheit schaffen!“ Dann fragte sie Hsi-fëng nach ihrer Meinung, und Hsi-fëng kam nicht umhin zuzustimmen: „Ihr habt recht, gnädige Frau. Also wollen wir es so machen!“ Wang Shanbaos Frau dagegen bemerkte: „Pflegt Ihr nur Eure Gesundheit, gnädige Frau, und überlasst diese Kleinigkeit mir, Eurer Sklavin! Es wird gar nicht schwer sein, die Schuldige ausfindig zu machen. Wir warten, bis am Abend die Gartentore geschlossen sind, sodass keine Nachricht mehr herein- oder hinausgelangt, und dann überrumpeln wir sie, indem wir mit ein paar Leuten in jedem Gartenhaus die Mägdezimmer durchsuchen. Wem dieser Beutel gehörte, wird bestimmt nicht nur ihn gehabt haben, sondern sicher noch mehr von solchem Zeug besitzen. Und bei welcher von ihnen dann etwas in dieser Art zum Vorschein kommt, der hat natürlich auch der Beutel gehört."
„Der Plan ist ganz ausgezeichnet!“ bekräftigte Dame Wang noch einmal. „Anders würden wir es auch in einem Jahr nicht herausfinden.“ Und damit galt die Haussuchung als beschlossene Sache. Frau Wang erklärte sich einverstanden. „Das ist vollkommen richtig!" sagte sie. „So müssen wir vorgehen, sonst können wir auf keinen Fall Klarheit schaffen!" Dann fragte sie Phönixglanz nach ihrer Meinung, und Phönixglanz kam nicht umhin zuzustimmen: „Ihr habt recht, gnädige Frau. Also wollen wir es so machen!"
Als sich die Herzoginmutter nach dem Abendessen schlafen gelegt hatte und Bau-tschai mit den anderen Mädchen in den Garten zurückgekehrt war, forderte Wang Schan-baus Frau dann Hsi-fëng auf, mit ihnen in den Garten zu kommen. Nachdem sie befohlen hatten, auch die Seitentore abzuschließen, begannen sie die Durchsuchung in der Wachstube der Nachtwächterinnen. Aber hier wurde lediglich ein Überschuß an gehorteten Kerzen und Lampenöl festgestellt. „Auch das ist Diebesgut und wird nicht angerührt, ehe morgen die gnädige Frau darüber informiert ist“, entschied Wang Schan-baus Frau. „Der Plan ist ganz ausgezeichnet!" bekräftigte Frau Wang noch einmal. „Anders würden wir es auch in einem Jahr nicht herausfinden." Und damit galt die Haussuchung als beschlossene Sache.
Anschließend gingen sie in den Hof der Freude am Roten und befahlen, man solle das Tor hinter ihnen schließen. Da Tjing-wën sich nicht wohl fühlte und plötzlich ein ganzer Trupp Frauen erschien und ohne Angabe von Gründen zu den Zimmern der Sklavenmädchen stürzte, trat Bau-yü auf Hsi-fëng zu und fragte, was es gebe. Als sich die Herzoginmutter nach dem Abendessen schlafen gelegt hatte und Schatzspange[31] mit den anderen Mädchen in den Garten zurückgekehrt war, forderte Wang Shanbaos Frau dann Phönixglanz auf, mit ihnen in den Garten zu kommen. Nachdem sie befohlen hatten, auch die Seitentore abzuschließen, begannen sie die Durchsuchung in der Wachstube der Nachtwächterinnen. Aber hier wurde lediglich ein Überschuss an gehorteten Kerzen und Lampenöl festgestellt. „Auch das ist Diebesgut und wird nicht angerührt, ehe morgen die gnädige Frau darüber informiert ist", entschied Wang Shanbaos Frau.
„Es ist etwas Wichtiges verlorengegangen“, behauptete Hsi-fëng, „und da es einer nur immer unsinnig auf den anderen schiebt, ist zu befürchten, daß die Mägde es gestohlen haben. Jetzt wird bei allen eine Durchsuchung vorgenommen, um jeden Zweifel zu zerstreuen.“ Nachdem sie das gesagt hatte, nahm sie Platz, um Tee zu trinken. Inzwischen machten sich Wang Schan-baus Frau und die anderen an die Sucharbeit, fragten bei jeder Truhe, wem sie gehörte, und ließen sie von der Besitzerin selbst aufmachen. Anschließend gingen sie in den Hof der Freude am Roten und befahlen, man solle das Tor hinter ihnen schließen. Da Heitermuster sich nicht wohl fühlte und plötzlich ein ganzer Trupp Frauen erschien und ohne Angabe von Gründen zu den Zimmern der Sklavenmädchen stürzte, trat Schatzjade auf Phönixglanz zu und fragte, was es gebe.
Hsi-jën, die sich schon vorhin beim Anblick von Tjing-wën gesagt hatte, es müsse etwas Außergewöhnliches vorgefallen sein, kam jetzt, als sie hörte, es gehe um eine Haussuchung, notgedrungen ebenfalls heraus und öffnete ihre Truhe und ihre Kästen, um alles durchsuchen zu lassen. Es waren jedoch nur die alltäglichsten Dinge darin, und so ließen die Frauen davon ab und wandten sich den Truhen der übrigen Sklavenmädchen zu, um sie eine nach der anderen zu kontrollieren. Als sie dabei schließlich zu Tjing-wëns Truhe kamen, fragten sie: „Wem gehört die? Warum ist sie noch nicht aufgemacht, damit wir sie durchsuchen können?“ „Es ist etwas Wichtiges verloren gegangen", behauptete Phönixglanz, „und da es einer nur immer unsinnig auf den anderen schiebt, ist zu befürchten, dass die Mägde es gestohlen haben. Jetzt wird bei allen eine Durchsuchung vorgenommen, um jeden Zweifel zu zerstreuen." Nachdem sie das gesagt hatte, nahm sie Platz, um Tee zu trinken. Inzwischen machten sich Wang Shanbaos Frau und die anderen an die Sucharbeit, fragten bei jeder Truhe, wem sie gehörte, und ließen sie von der Besitzerin selbst aufmachen.
Eben wollten Hsi-jën und die übrigen Sklavenmädchen die Truhe öffnen, da kam Tjing-wën mit aufgelöstem Haar hereingestürzt, riß den Deckel auf, daß es krachte, packte dann die Truhe mit beiden Händen am Boden und stülpte sie mit einem Ruck um, so daß das Unterste zuoberst kam und alles, was darin gewesen war, auf der Erde lag. Dufthauch, die sich schon vorhin beim Anblick von Heitermuster gesagt hatte, es müsse etwas Außergewöhnliches vorgefallen sein, kam jetzt, als sie hörte, es gehe um eine Haussuchung, notgedrungen ebenfalls heraus und öffnete ihre Truhe und ihre Kästen, um alles durchsuchen zu lassen. Es waren jedoch nur die alltäglichsten Dinge darin, und so ließen die Frauen davon ab und wandten sich den Truhen der übrigen Sklavenmädchen zu, um sie eine nach der anderen zu kontrollieren. Als sie dabei schließlich zu Heitermusters Truhe kamen, fragten sie: „Wem gehört die? Warum ist sie noch nicht aufgemacht, damit wir sie durchsuchen können?"
Ärgerlich warf Wang Schan-baus Frau einen Blick auf die Sachen, konnte jedoch nichts Geheimes darunter entdecken. Also erstattete sie Hsi-fëng ihre Meldung und schlug vor, ins nächste Gartenhaus weiterzugehen. Aber Hsi-fëng fragte: „Habt ihr auch sorgfältig nachgesehen? Wenn bei der ganzen Durchsuchung nichts herauskommt, werden wir uns nur schwer rechtfertigen können.“ Eben wollten Dufthauch und die übrigen Sklavenmädchen die Truhe öffnen, da kam Heitermuster mit aufgelöstem Haar hereingestürzt, riss den Deckel auf, dass es krachte, packte dann die Truhe mit beiden Händen am Boden und stülpte sie mit einem Ruck um, sodass das Unterste zuoberst kam und alles, was darin gewesen war, auf der Erde lag.
Doch übereinstimmend erklärten ihr die Frauen: „Wir haben jedes Stück umgedreht und alles angesehen. Es sind zwar auch Knabensachen dabei, aber die müssen einem Kind gehört haben, wahrscheinlich stammen sie noch aus Bau-yüs Kindertagen. Das ist nichts von Belang.“ Ärgerlich warf Wang Shanbaos Frau einen Blick auf die Sachen, konnte jedoch nichts Geheimes darunter entdecken. Also erstattete sie Phönixglanz ihre Meldung und schlug vor, ins nächste Gartenhaus weiterzugehen. Aber Phönixglanz fragte: „Habt ihr auch sorgfältig nachgesehen? Wenn bei der ganzen Durchsuchung nichts herauskommt, werden wir uns nur schwer rechtfertigen können."
„Also wollen wir gehen und uns die anderen Häuser ansehen!“ forderte Hsi-fëng sie lächelnd auf und ging schon geradewegs hinaus. Dann aber sagte sie noch zu Wang Schan-baus Frau: „Etwas wäre da noch, wenn ich auch nicht weiß, ob ich recht damit habe. Nämlich, wir sollten diese Haussuchung auf unsere Sippenangehörigen beschränken, die Räume von Fräulein Hsüä dürfen wir auf gar keinen Fall durchsuchen!“ Doch übereinstimmend erklärten ihr die Frauen: „Wir haben jedes Stück umgedreht und alles angesehen. Es sind zwar auch Knabensachen dabei, aber die müssen einem Kind gehört haben, wahrscheinlich stammen sie noch aus Schatzjades Kindertagen. Das ist nichts von Belang."
„Das versteht sich von selbst!“ pflichtete Wang Schan-baus Frau ihr lächelnd bei. „Wie kämen wir dazu, die angeheiratete Verwandtschaft zu kontrollieren?!“ „Also wollen wir gehen und uns die anderen Häuser ansehen!" forderte Phönixglanz sie lächelnd auf und ging schon geradewegs hinaus. Dann aber sagte sie noch zu Wang Shanbaos Frau: „Etwas wäre da noch, wenn ich auch nicht weiß, ob ich recht damit habe. Nämlich, wir sollten diese Haussuchung auf unsere Sippenangehörigen beschränken, die Räume von Fräulein Schnee[32] dürfen wir auf gar keinen Fall durchsuchen!"
„Das meine ich auch“, sagte Hsi-fëng und nickte dazu. Bei diesen Worten waren sie schon in der Herberge am Hsiau-hsiang-Fluß angelangt. Hier hatte sich Dai-yü bereits schlafen gelegt, und als ihr plötzlich gemeldet wurde, wer alles gekommen war, konnte sie sich keinen Reim darauf machen. Sie wollte schon aufstehen, da kam Hsi-fëng zu ihr herein, drückte sie auf das Kissen zurück und sagte, sie solle liegenbleiben. „Schlaf nur, wir gehen gleich wieder!“ versicherte sie ihr und verwickelte sie zugleich in eine Plauderei. „Das versteht sich von selbst!" pflichtete Wang Shanbaos Frau ihr lächelnd bei. „Wie kämen wir dazu, die angeheiratete Verwandtschaft zu kontrollieren?!"
Inzwischen ging Wang Schan-baus Frau mit ihrem Gefolge in die Zimmer der Sklavenmädchen und ließ auch hier jede Truhe öffnen und jeden Deckelkorb ausleeren, um alles genau zu kontrollieren. Dabei fanden sie in Dsï-djüans Zimmer zwei abgelegte Namensamulette von Bau-yü, ein vollständiges Gürtelgehänge, zwei Seidenbeutelchen und eine Fächerhülle mit einem Fächer darin, und bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, daß es alles Dinge waren, die vor Jahr und Tag Bau-yü getragen hatte. Triumphierend ließ Wang Schan-baus Frau sogleich Hsi-fëng herüberbitten, um ihr den Fund vorzuführen, und sagte dabei: „Wie kommt das hierher?“ „Das meine ich auch", sagte Phönixglanz und nickte dazu. Bei diesen Worten waren sie schon in der Herberge am Xiaoxiang-Fluss[33] angelangt. Hier hatte sich Kajaljade[34] bereits schlafen gelegt, und als ihr plötzlich gemeldet wurde, wer alles gekommen war, konnte sie sich keinen Reim darauf machen. Sie wollte schon aufstehen, da kam Phönixglanz zu ihr herein, drückte sie auf das Kissen zurück und sagte, sie solle liegen bleiben. „Schlaf nur, wir gehen gleich wieder!" versicherte sie ihr und verwickelte sie zugleich in eine Plauderei.
Aber lächelnd erklärte ihr Hsi-fëng: „Bau-yü hat von klein auf jahrelang mit ihnen zusammen herumgetollt, und das sind natürlich alte Sachen von ihm. Daran ist überhaupt nichts Außergewöhnliches. Leg die Sachen nur zurück, und dann gehen wir weiter. Das wäre wahrhaftig das Beste!“ Und Dsï-djüan fügte dem lächelnd hinzu: „Noch bis zum heutigen Tage können wir die Sachen der beiden nicht richtig auseinanderhalten. Wenn ihr nach diesem Zeug hier fragt, habe ich schon längst vergessen, seit wann es bei uns liegt.“ Inzwischen ging Wang Shanbaos Frau mit ihrem Gefolge in die Zimmer der Sklavenmädchen und ließ auch hier jede Truhe öffnen und jeden Deckelkorb ausleeren, um alles genau zu kontrollieren. Dabei fanden sie in Purpurkuckucks[35] Zimmer zwei abgelegte Namensamulette von Schatzjade, ein vollständiges Gürtelgehänge, zwei Seidenbeutelchen und eine Fächerhülle mit einem Fächer darin, und bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass es alles Dinge waren, die vor Jahr und Tag Schatzjade getragen hatte. Triumphierend ließ Wang Shanbaos Frau sogleich Phönixglanz herüberbitten, um ihr den Fund vorzuführen, und sagte dabei: „Wie kommt das hierher?"
Ehe sie als Nächstes in Tan-tschuns Gehöft kamen, war Tan-tschun ganz wider Erwarten schon von jemandem informiert worden. Und da sie sich sagte, so ein würdeloses Vorgehen müsse einen Grund haben, befahl sie all ihren Sklavenmädchen, mit brennenden Kerzen an der offenen Tür wartend Aufstellung zu nehmen, und als jetzt die zahlreichen Ankömmlinge erschienen, fragte sie, was eigentlich los sei. Aber lächelnd erklärte ihr Phönixglanz: „Schatzjade hat von klein auf jahrelang mit ihnen zusammen herumgetollt, und das sind natürlich alte Sachen von ihm. Daran ist überhaupt nichts Außergewöhnliches. Leg die Sachen nur zurück, und dann gehen wir weiter. Das wäre wahrhaftig das Beste!" Und Purpurkuckuck fügte dem lächelnd hinzu: „Noch bis zum heutigen Tage können wir die Sachen der beiden nicht richtig auseinanderhalten. Wenn ihr nach diesem Zeug hier fragt, habe ich schon längst vergessen, seit wann es bei uns liegt."
Lächelnd erklärte ihr Hsi-fëng: „Es ist etwas verlorengegangen, und der Täter war trotz tagelanger Suche nicht zu ermitteln. Nun muß wohl jemand Außenstehender die Mädchen hier bezichtigt haben, deshalb wird einfach bei allen eine Durchsuchung vorgenommen, um jeden Verdacht auszuräumen. Das ist doch das beste Mittel, um sie reinzuwaschen.“ Ehe sie als Nächstes in Erkundeins[36] Gehöft kamen, war Erkunderin ganz wider Erwarten schon von jemandem informiert worden. Und da sie sich sagte, so ein würdeloses Vorgehen müsse einen Grund haben, befahl sie all ihren Sklavenmädchen, mit brennenden Kerzen an der offenen Tür wartend Aufstellung zu nehmen, und als jetzt die zahlreichen Ankömmlinge erschienen, fragte sie, was eigentlich los sei.
„Alle meine Mägde sind natürlich Diebinnen“, sagte Tan-tschun mit sarkastischem Lächeln, „und ich bin die große Hehlerin. Also müßt ihr zuerst meine Truhen und Schränke durchsuchen, denn alles, was sie stehlen, geben sie mir zum Verstecken!“ Damit befahl sie den Sklavenmädchen, sie sollten ihre Truhen und Schränke öffnen, ebenso ihren Spiegelkasten, ihr Schminkkästchen, ihr Deckenbündel, ihre Kleidersäcke und sämtliche anderen Behälter, groß und klein, und forderte dann Hsi-fëng auf, alles zu durchsuchen. Lächelnd erklärte ihr Phönixglanz: „Es ist etwas verloren gegangen, und der Täter war trotz tagelanger Suche nicht zu ermitteln. Nun muss wohl jemand Außenstehender die Mädchen hier bezichtigt haben, deshalb wird einfach bei allen eine Durchsuchung vorgenommen, um jeden Verdacht auszuräumen. Das ist doch das beste Mittel, um sie reinzuwaschen."
„Ich bin nur auf Befehl der gnädigen Frau hier, und du solltest mich nicht zu unrecht verdächtigen, Kusine“, sagte Hsi-fëng mit lächelndem Gesicht. „Warum regst du dich unnötig auf?“ Dann befahl sie den Sklavenmädchen, alles rasch wieder zuzumachen, und Ping-örl und Fëng-örl und die übrigen Mägde beeilten sich, Dai-schu und den anderen beim Verschließen und Einsammeln der Sachen zu helfen. „Alle meine Mägde sind natürlich Diebinnen", sagte Erkunderin mit sarkastischem Lächeln, „und ich bin die große Hehlerin. Also müsst ihr zuerst meine Truhen und Schränke durchsuchen, denn alles, was sie stehlen, geben sie mir zum Verstecken!" Damit befahl sie den Sklavenmädchen, sie sollten ihre Truhen und Schränke öffnen, ebenso ihren Spiegelkasten, ihr Schminkkästchen, ihr Deckenbündel, ihre Kleidersäcke und sämtliche anderen Behälter, groß und klein, und forderte dann Phönixglanz auf, alles zu durchsuchen.
„Meine Sachen dürft ihr durchsuchen, aber nicht die meiner Mägde“, sagte inzwischen Tan-tschun. „Denn ich bin bösartiger als jeder andere, und alles, was meine Mägde besitzen, kenne ich ganz genau, alles wird bei mir hier drinnen aufbewahrt, und keine Nadel und keinen Faden können sie vor mir geheimhalten. Wenn ihr also eine Haussuchung machen wollt, müßt ihr sie bei mir machen. Und wenn ihr damit nicht einverstanden seid, dann geht es der gnädigen Frau melden! Sagt ihr nur, ich widersetzte mich ihrem Befehl, und die Strafe, die mir dafür zusteht, würde ich willig auf mich nehmen. „Ich bin nur auf Befehl der gnädigen Frau hier, und du solltest mich nicht zu Unrecht verdächtigen, Kusine", sagte Phönixglanz mit lächelndem Gesicht. „Warum regst du dich unnötig auf?" Dann befahl sie den Sklavenmädchen, alles rasch wieder zuzumachen, und Friedchen und Fenger[37] und die übrigen Mägde beeilten sich, Daishu[38] und den anderen beim Verschließen und Einsammeln der Sachen zu helfen.
Nur nicht so ungeduldig! Der Tag wird kommen, an dem auch bei euch eine Haussuchung gehalten wird! Habt ihr nicht heute früh von den Dschëns gesprochen, die ihr Anwesen mir nichts, dir nichts genauso durchsuchen ließen, und dann ist eine Haussuchung bei ihnen selbst gehalten worden? Da sieht man, daß die großen Familien von außen nicht so leicht totzukriegen sind. Wie die Alten richtig sagten: ‚Ein Tausendfüßer zappelt lange, wenn er stirbt.‘ Erst wenn man von innen mit Selbstmord und Selbstzerstörung beginnt, kann es gelingen, alles dem Erdboden gleichzumachen.“ Bei den letzten Sätzen hatte sie unwillkürlich zu weinen begonnen. „Meine Sachen dürft ihr durchsuchen, aber nicht die meiner Mägde", sagte inzwischen Erkunderin. „Denn ich bin bösartiger als jeder andere, und alles, was meine Mägde besitzen, kenne ich ganz genau, alles wird bei mir hier drinnen aufbewahrt, und keine Nadel und keinen Faden können sie vor mir geheimhalten. Wenn ihr also eine Haussuchung machen wollt, müsst ihr sie bei mir machen. Und wenn ihr damit nicht einverstanden seid, dann geht es der gnädigen Frau melden! Sagt ihr nur, ich widersetzte mich ihrem Befehl, und die Strafe, die mir dafür zusteht, würde ich willig auf mich nehmen.
Hsi-fëng sah nur die Sklavenfrauen an, und endlich machte Dschou Juees Frau den Vorschlag: „Wenn alle Sachen von den Mädchen mit hier sind, sollten wir weitergehen, junge gnädige Frau, damit sich das gnädige Fräulein zur Ruhe begeben kann!“ Nur nicht so ungeduldig! Der Tag wird kommen, an dem auch bei euch eine Haussuchung gehalten wird! Habt ihr nicht heute früh von den Zhens gesprochen, die ihr Anwesen mir nichts, dir nichts genauso durchsuchen ließen, und dann ist eine Haussuchung bei ihnen selbst gehalten worden? Da sieht man, dass die großen Familien von außen nicht so leicht totzukriegen sind. Wie die Alten richtig sagten: ‚Ein Tausendfüßer zappelt lange, wenn er stirbt.'[39] Erst wenn man von innen mit Selbstmord und Selbstzerstörung beginnt, kann es gelingen, alles dem Erdboden gleichzumachen." Bei den letzten Sätzen hatte sie unwillkürlich zu weinen begonnen.
Also erhob sich Hsi-fëng von ihrem Sitz und verabschiedete sich. Phönixglanz sah nur die Sklavenfrauen an, und endlich machte Zhou Ruis Frau[40] den Vorschlag: „Wenn alle Sachen von den Mädchen mit hier sind, sollten wir weitergehen, junge gnädige Frau, damit sich das gnädige Fräulein zur Ruhe begeben kann!"
„Hast du auch alles ganz genau kontrolliert?“ fragte Tan-tschun. „Wenn du morgen wiederkommst, lasse ich mir das nicht noch einmal gefallen.“ Also erhob sich Phönixglanz von ihrem Sitz und verabschiedete sich.
Lächelnd erwiderte Hsi-fëng: „Wenn die Sachen deiner Mägde alle mit hier sind, braucht nichts kontrolliert zu werden.“ „Hast du auch alles ganz genau kontrolliert?" fragte Erkunderin. „Wenn du morgen wiederkommst, lasse ich mir das nicht noch einmal gefallen."
„Also, du bist wirklich raffiniert!“ sagte Tan-tschun mit verächtlichem Lächeln. „Selbst meine Kleidersäcke waren geöffnet, und trotzdem sagst du noch, es sei nichts kontrolliert worden. Morgen wirst du behaupten, ich hätte meine Mägde in Schutz genommen und keine Durchsuchung zugelassen. Darum sag es rechtzeitig! Wenn ihr weiterkontrollieren wollt, können wir alles noch einmal auspacken.“ Lächelnd erwiderte Phönixglanz: „Wenn die Sachen deiner Mägde alle mit hier sind, braucht nichts kontrolliert zu werden."
Hsi-fëng wußte, daß Tan-tschun von jeher anders war als die übrigen Mädchen, deshalb hatte sie keine andere Wahl, als ein Lächeln aufzusetzen und ihr zu versichern: „Einschließlich deiner eigenen Sachen habe ich alles genau gesehen.“ „Also, du bist wirklich raffiniert!" sagte Erkunderin mit verächtlichem Lächeln. „Selbst meine Kleidersäcke waren geöffnet, und trotzdem sagst du noch, es sei nichts kontrolliert worden. Morgen wirst du behaupten, ich hätte meine Mägde in Schutz genommen und keine Durchsuchung zugelassen. Darum sag es rechtzeitig! Wenn ihr weiterkontrollieren wollt, können wir alles noch einmal auspacken."
„Habt auch ihr alles genau gesehen?“ wollte Tan-tschun von den Sklavenfrauen wissen. Phönixglanz wusste, dass Erkunderin von jeher anders war als die übrigen Mädchen, deshalb hatte sie keine andere Wahl, als ein Lächeln aufzusetzen und ihr zu versichern: „Einschließlich deiner eigenen Sachen habe ich alles genau gesehen."
Und lächelnd bestätigten Dschou Juees Frau und die anderen: „Ja, wir haben alles genau gesehen.“ „Habt auch ihr alles genau gesehen?" wollte Erkunderin von den Sklavenfrauen wissen.
Die Frau von Wang Schan-bau war jedoch ein Mensch ohne Sinn für das rechte Maß. Sie hatte zwar schon viel von Tan-tschun reden gehört, nahm aber an, das müsse daran liegen, daß die anderen sie nicht zu durchschauen vermochten und einfach keinen Mumm hatten. Wie konnte sich denn ein Mädchen so aufspielen? Was durfte die sich schon groß erlauben, zumal sie nur die Tochter einer Nebenfrau war? Sie selbst konnte sich schließlich darauf berufen, daß sie von Dame Hsing mit in die Ehe gebracht worden war. Und lächelnd bestätigten Zhou Ruis Frau und die anderen: „Ja, wir haben alles genau gesehen."
Sogar Dame Wang mußte sie noch mit anderen Augen ansehen, um wieviel mehr mußte das erst für andere gelten! Und als sie jetzt sah, wie Tan-tschun sich aufführte, nahm sie tatsächlich an, deren Zorn richte sich allein gegen Hsi-fëng und habe mit ihnen gar nichts zu tun. Die Frau von Wang Shanbao war jedoch ein Mensch ohne Sinn für das rechte Maß. Sie hatte zwar schon viel von Erkunderin reden gehört, nahm aber an, das müsse daran liegen, dass die anderen sie nicht zu durchschauen vermochten und einfach keinen Mumm hatten. Wie konnte sich denn ein Mädchen so aufspielen? Was durfte die sich schon groß erlauben, zumal sie nur die Tochter einer Nebenfrau war? Sie selbst konnte sich schließlich darauf berufen, dass sie von Dame Hsing mit in die Ehe gebracht worden war.
Darum entschloß sie sich, ihre Machtstellung auszunutzen und sich ein rechtes Ansehen zu verschaffen, damit sie sich vor ihrer Herrin damit brüsten konnte. Sie schob sich also durch die Menge nach vorn, faßte den Saum von Tan-tschuns Gewand, hob ihn betont in die Höhe und sagte dabei kichernd: „Sogar eine Leibesvisitation habe ich gemacht und nichts dabei gefunden.“ Sogar Frau Wang musste sie noch mit anderen Augen ansehen, um wie viel mehr musste das erst für andere gelten! Und als sie jetzt sah, wie Erkunderin sich aufführte, nahm sie tatsächlich an, deren Zorn richte sich allein gegen Phönixglanz und habe mit ihnen gar nichts zu tun.
Als Hsi-fëng das sah, riet sie ihr schnell: „Geh, Muttchen, und spiel hier nicht verrückt!“ Darum entschloss sie sich, ihre Machtstellung auszunutzen und sich ein rechtes Ansehen zu verschaffen, damit sie sich vor ihrer Herrin damit brüsten konnte. Sie schob sich also durch die Menge nach vorn, fasste den Saum von Erkundeins Gewand, hob ihn betont in die Höhe und sagte dabei kichernd: „Sogar eine Leibesvisitation habe ich gemacht und nichts dabei gefunden."
Aber noch ehe sie zu Ende gesprochen hatte, klatschte es, und Wang Schan-baus Frau hatte Tan-tschuns Hand ins Gesicht bekommen. Zugleich geriet Tan-tschun in heftigsten Zorn, wies mit dem Finger auf Wang Schan-baus Frau und fragte: „Wer bist du denn, daß du es wagst, an meinen Kleidern zu zerren? Nur um des Ansehens der gnädigen Frau willen und weil du schon bei Jahren bist, habe ich dich immer mit Muttchen angeredet. Du aber führst dich auf wie ein Hund, der sich auf die Macht seines Herrn verläßt, stellst jeden Tag etwas an und stiftest nichts als Unruhe. Als Phönixglanz das sah, riet sie ihr schnell: „Geh, Muttchen, und spiel hier nicht verrückt!"
Jetzt endlich benimmst du dich völlig unerhört. Wenn du glaubst, daß ich genauso gutmütig sei wie euer Fräulein, das sich von euch beleidigen läßt, hast du dich verrechnet! Solange du nur meine Sachen durchsuchst, bleibe ich friedlich, aber zum Gespött machen lasse ich mich nicht von dir!“ Aber noch ehe sie zu Ende gesprochen hatte, klatschte es, und Wang Shanbaos Frau hatte Erkundeins Hand ins Gesicht bekommen. Zugleich geriet Erkunderin in heftigsten Zorn, wies mit dem Finger auf Wang Shanbaos Frau und fragte: „Wer bist du denn, dass du es wagst, an meinen Kleidern zu zerren? Nur um des Ansehens der gnädigen Frau willen und weil du schon bei Jahren bist, habe ich dich immer mit Muttchen angeredet. Du aber führst dich auf wie ein Hund, der sich auf die Macht seines Herrn verlässt, stellst jeden Tag etwas an und stiftest nichts als Unruhe.
Bei diesen Worten hatte sie ihr Gewand geöffnet und ihren Rock abgelegt. Jetzt zog sie Hsi-fëng zu sich heran, damit die sie durchsuchte, und sagte dazu: „Erspar es mir, mich von Sklaven abtasten zu lassen!“ Jetzt endlich benimmst du dich völlig unerhört. Wenn du glaubst, dass ich genauso gutmütig sei wie euer Fräulein, das sich von euch beleidigen lässt, hast du dich verrechnet! Solange du nur meine Sachen durchsuchst, bleibe ich friedlich, aber zum Gespött machen lasse ich mich nicht von dir!"
Rasch band ihr Hsi-fëng mit Ping-örls Hilfe den Rock wieder um und brachte ihre Ärmel in Ordnung. Dabei sagte sie mit scharfer Stimme zu Wang Schan-baus Frau: „Kaum hast du ein paar Schluck Wein getrunken, fängst du an, verrückt zu spielen, Muttchen. Neulich bist du dabei sogar mit der gnädigen Frau aneinandergeraten. Mach, daß du hinauskommst! Und kein Wort von der Sache!“ Dann redete sie Tan-tschun zu, ihr Temperament zu zügeln. Bei diesen Worten hatte sie ihr Gewand geöffnet und ihren Rock abgelegt. Jetzt zog sie Phönixglanz zu sich heran, damit die sie durchsuchte, und sagte dazu: „Erspar es mir, mich von Sklaven abtasten zu lassen!"
„Wenn ich nur wirklich Temperament hätte, dann hätte ich mir jetzt längst den Kopf eingerannt und mich umgebracht“, erwiderte Tan-tschun mit kühlem Lächeln darauf. „Wie könnte ich sonst einer Sklavin erlauben, an meinem Körper nach Diebesgut zu suchen? Morgen werde ich in aller Frühe zuerst der alten gnädigen Frau und der gnädigen Frau davon berichten, und dann gehe ich hinüber, um mich bei meiner Tante zu entschuldigen. Egal, welche Strafe mir zukommt, ich nehme sie an!“ Rasch band ihr Phönixglanz mit Friedchens Hilfe den Rock wieder um und brachte ihre Ärmel in Ordnung. Dabei sagte sie mit scharfer Stimme zu Wang Shanbaos Frau: „Kaum hast du ein paar Schluck Wein getrunken, fängst du an, verrückt zu spielen, Muttchen. Neulich bist du dabei sogar mit der gnädigen Frau aneinandergeraten. Mach, dass du hinauskommst! Und kein Wort von der Sache!" Dann redete sie Erkunderin zu, ihr Temperament zu zügeln.
Wang Schan-baus Frau aber, die sich diese Abfuhr geholt hatte, sagte von draußen durchs Fenster: „Schluß und aus! Das war das erste Mal, daß mich jemand geschlagen hat. Morgen spreche ich mit der gnädigen Frau, und dann kehre ich in die Familie meiner Mutter zurück! Welchen Sinn hat für mich noch dies Leben?!“ „Wenn ich nur wirklich Temperament hätte, dann hätte ich mir jetzt längst den Kopf eingerannt und mich umgebracht", erwiderte Erkunderin mit kühlem Lächeln darauf. „Wie könnte ich sonst einer Sklavin erlauben, an meinem Körper nach Diebesgut zu suchen? Morgen werde ich in aller Frühe zuerst der Herzoginmutter und der gnädigen Frau davon berichten, und dann gehe ich hinüber, um mich bei meiner Tante zu entschuldigen. Egal, welche Strafe mir zukommt, ich nehme sie an!"
„Habt ihr gehört, was sie da gesagt hat?“ fragte Tan-tschun ihre Sklavenmädchen. „Sie scheint noch zu glauben, ich würde etwas dagegen einwenden.“ Wang Shanbaos Frau aber, die sich diese Abfuhr geholt hatte, sagte von draußen durchs Fenster: „Schluss und aus! Das war das erste Mal, dass mich jemand geschlagen hat. Morgen spreche ich mit der gnädigen Frau, und dann kehre ich in die Familie meiner Mutter zurück! Welchen Sinn hat für mich noch dies Leben?!"
Als Dai-schu diese Aufforderung vernahm, lief sie hinaus, um Wang Schan-baus Frau zu sagen: „Wenn du wirklich zu deiner Mutter zurückgehen würdest, wäre das unser Glück. Es ist nur leider zu befürchten, daß du dich hier nicht losreißen kannst.“ „Habt ihr gehört, was sie da gesagt hat?" fragte Erkunderin ihre Sklavenmädchen. „Sie scheint noch zu glauben, ich würde etwas dagegen einwenden."
„Ein prächtiges Mädchen!“ stellte Hsi-fëng lächelnd fest. „Wirklich, ‚Wie der Herr, so der Knecht.‘“ Als Daishu diese Aufforderung vernahm, lief sie hinaus, um Wang Shanbaos Frau zu sagen: „Wenn du wirklich zu deiner Mutter zurückgehen würdest, wäre das unser Glück. Es ist nur leider zu befürchten, dass du dich hier nicht losreißen kannst."
„Diebe wie wir haben immer ein paar passende knappe Worte auf Lager, da war das sogar noch plump“, sagte Tan-tschun mit höhnischem Lächeln. „Bloß heimlich die Herrschaft aufstacheln können wir nicht.“ „Ein prächtiges Mädchen!" stellte Phönixglanz lächelnd fest. „Wirklich, ‚Wie der Herr, so der Knecht.'"
Lächelnd ging Ping-örl zu Dai-schu hinaus, um ihr einige besänftigende Worte zu sagen, und holte sie wieder herein. Auch Dschou Juees Frau und die anderen redeten noch ein Weilchen zur Güte, und Hsi-fëng wartete so lange, bis Tan-tschun zu Bett gebracht war, ehe sie mit ihrem Gefolge zum Gehege der Warmen Düfte aufbrach. „Diebe wie wir haben immer ein paar passende knappe Worte auf Lager, da war das sogar noch plump", sagte Erkunderin mit höhnischem Lächeln. „Bloß heimlich die Herrschaft aufstacheln können wir nicht."
Da Li Wan noch krank zu Bett lag und da sie eine unmittelbare Nachbarin von Hsi-tschun war, aber auch in der Nähe von Tan-tschun wohnte, beschloß Hsi-fëng, diese beiden Orte als Nächste aufzusuchen. Nun hatte Li Wan eben erst ihre Medizin eingenommen und sich schlafen gelegt, darum konnte sie schlecht gestört werden, und so wurden nur die Zimmer ihrer Sklavenmädchen eins nach dem andern durchsucht, ohne daß dabei etwas zum Vorschein gekommen wäre. Lächelnd ging Friedchen zu Daishu hinaus, um ihr einige besänftigende Worte zu sagen, und holte sie wieder herein. Auch Zhou Ruis Frau und die anderen redeten noch ein Weilchen zur Güte, und Phönixglanz wartete so lange, bis Erkunderin zu Bett gebracht war, ehe sie mit ihrem Gefolge zum Gehege der Warmen Düfte[41] aufbrach.
Anschließend ging es zu Hsi-tschun. Und da Hsi-tschun noch klein und unverständig war, so daß sie vor Schreck annahm, es müsse wer weiß etwas geschehen sein, kam Hsi-fëng nicht umhin, sie zunächst einmal zu beruhigen. Da Li Wan[42] noch krank zu Bett lag und da sie eine unmittelbare Nachbarin von Xichun[43] war, aber auch in der Nähe von Erkunderin wohnte, beschloss Phönixglanz, diese beiden Orte als Nächste aufzusuchen. Nun hatte Li Wan eben erst ihre Medizin eingenommen und sich schlafen gelegt, darum konnte sie schlecht gestört werden, und so wurden nur die Zimmer ihrer Sklavenmädchen eins nach dem andern durchsucht, ohne dass dabei etwas zum Vorschein gekommen wäre.
Dann fand sich zum allgemeinen Erstaunen in Ju-huas Truhe ein ansehnliches Paket kleiner Gold- und Silberbarren – insgesamt nicht weniger als dreißig bis vierzig Stück, eine Jadespange von einem Männergürtel, ein Bündel Männerschuhe und -strümpfe und ähnliche Dinge mehr. Anschließend ging es zu Xichun. Und da Xichun noch klein und unverständig war, sodass sie vor Schreck annahm, es müsse wer weiß etwas geschehen sein, kam Phönixglanz nicht umhin, sie zunächst einmal zu beruhigen.
Ju-hua war fahl im Gesicht geworden, und als man sie fragte, woher die Sachen stammten, fiel sie auf die Knie, um weinend zu gestehen: „Die Sachen hat der junge Herr Dschën meinem großen Bruder geschenkt. Weil jedoch unsere Eltern im Süden sind, leben wir hier mit unserm Onkel, aber der und die Tante haben nichts anderes im Sinn als nur Weintrinken und Glücksspiele. Deshalb hatte mein Bruder Angst, die Sachen dem Onkel zu geben, weil der nur alles verschwendet hätte, und so hat er jedesmal, wenn er ein Geschenk bekam, ein altes Muttchen gebeten, es zu mir in den Garten zu tragen, damit ich es für ihn aufbewahre.“ Dann fand sich zum allgemeinen Erstaunen in Ruhuas[44] Truhe ein ansehnliches Paket kleiner Gold- und Silberbarren — insgesamt nicht weniger als dreißig bis vierzig Stück, eine Jadespange von einem Männergürtel, ein Bündel Männerschuhe und -strümpfe und ähnliche Dinge mehr.
Furchtsam, wie Hsi-tschun war, bekam sie es auch jetzt mit der Angst zu tun und sagte: „Davon habe ich nichts gewußt. Das ist unerhört! Aber wenn du sie schlagen willst, Schwägerin, führ sie bitte hinaus und schlag sie draußen. Ich bin es nicht gewöhnt, so etwas anzuhören.“ Ruhua war fahl im Gesicht geworden, und als man sie fragte, woher die Sachen stammten, fiel sie auf die Knie, um weinend zu gestehen: „Die Sachen hat der junge Herr Juwel[45] meinem großen Bruder geschenkt. Weil jedoch unsere Eltern im Süden sind, leben wir hier mit unserem Onkel, aber der und die Tante haben nichts anderes im Sinn als nur Weintrinken und Glücksspiele. Deshalb hatte mein Bruder Angst, die Sachen dem Onkel zu geben, weil der nur alles verschwendet hätte, und so hat er jedes Mal, wenn er ein Geschenk bekam, ein altes Muttchen gebeten, es zu mir in den Garten zu tragen, damit ich es für ihn aufbewahre."
Aber Hsi-fëng erwiderte lächelnd: „Wenn es wahr ist, was sie sagt, könnte man ihr schon verzeihen. Nur hätte sie die Sachen nicht heimlich hier einschmuggeln dürfen. Denn wenn man das einschmuggeln kann, kann man alles andere auch einschmuggeln. Aber dieses Vergehen geht zu Lasten der Schmugglerin. Falls es jedoch nicht wahr ist, was sie gesagt hat, und die Sachen sind gestohlen, kann sie getrost vom Leben Abschied nehmen.“ Furchtsam, wie Xichun war, bekam sie es auch jetzt mit der Angst zu tun und sagte: „Davon habe ich nichts gewusst. Das ist unerhört! Aber wenn du sie schlagen willst, Schwägerin, führ sie bitte hinaus und schlag sie draußen. Ich bin es nicht gewohnt, so etwas anzuhören."
Weinend beteuerte Ju-hua auf Knien: „Ich würde nicht wagen zu lügen. Erkundigt Euch nur morgen bei der jungen Herrin und dem jungen Herrn aus dem andern Anwesen, junge gnädige Frau! Wenn sie sagen, sie haben das meinem Bruder nicht geschenkt, dann könnt Ihr mich mit meinem Bruder zusammen totschlagen, ohne daß ich darüber grollen werde.“ Aber Phönixglanz erwiderte lächelnd: „Wenn es wahr ist, was sie sagt, könnte man ihr schon verzeihen. Nur hätte sie die Sachen nicht heimlich hier einschmuggeln dürfen. Denn wenn man das einschmuggeln kann, kann man alles andere auch einschmuggeln. Dieses Vergehen geht zu Lasten der Schmugglerin. Falls es jedoch nicht wahr ist, was sie gesagt hat, und die Sachen sind gestohlen, kann sie getrost vom Leben Abschied nehmen."
„Natürlich werde ich mich danach erkundigen“, versicherte Hsi-fëng. „Doch selbst dann, wenn es wirklich Geschenke sind, hast du dich eines Vergehens schuldig gemacht. Wer hat dir gestattet, hier etwas heimlich hereinzuschaffen? Aber sag mir, wer euch dabei geholfen hat, dann vergebe ich dir! Und noch einmal darfst du das auf gar keinen Fall tun!“ Weinend beteuerte Ruhua auf Knien: „Ich würde nicht wagen zu lügen. Erkundigt Euch nur morgen bei der jungen Herrin und dem jungen Herrn aus dem anderen Anwesen, junge gnädige Frau! Wenn sie sagen, sie haben das meinem Bruder nicht geschenkt, dann könnt Ihr mich mit meinem Bruder zusammen totschlagen, ohne dass ich darüber grollen werde."
„Schon diesmal darfst du ihr nicht verzeihen, Schwägerin!“ mischte Hsi-tschun sich ein. „Hier sind viele Leute beisammen, und wenn nicht an ihr ein Exempel statuiert wird, so daß auch die Schlimmeren davon erfahren, werden sie sich wer weiß wie aufführen. Wenn du ihr vergibst, werde ich mich damit nicht abfinden.“ „Natürlich werde ich mich danach erkundigen", versicherte Phönixglanz. „Doch selbst dann, wenn es wirklich Geschenke sind, hast du dich eines Vergehens schuldig gemacht. Wer hat dir gestattet, hier etwas heimlich hereinzuschaffen? Aber sag mir, wer euch dabei geholfen hat, dann vergebe ich dir! Und noch einmal darfst du das auf gar keinen Fall tun!"
„Ich habe immer gesehen, daß sie gar nicht so schlecht ist“, widersprach Hsi-fëng. „Gibt es denn jemand, der nie einen Fehler begeht? Und es ist ja nur dies eine Mal. Wenn sie sich noch einmal etwas zuschulden kommen läßt, wird sie für beide Vergehen zugleich bestraft. Ich möchte nur wissen, wer die Schmugglerin war.“ „Schon diesmal darfst du ihr nicht verzeihen, Schwägerin!" mischte Xichun sich ein. „Hier sind viele Leute beisammen, und wenn nicht an ihr ein Exempel statuiert wird, sodass auch die Schlimmeren davon erfahren, werden sie sich wer weiß wie aufführen. Wenn du ihr vergibst, werde ich mich damit nicht abfinden."
„Nach der brauchst du nicht lange zu suchen“, meinte Hsi-tschun darauf. „Bestimmt ist es diese alte Mutter Dschang vom Hintertor. Sie hatte immer ihre Heimlichkeiten mit den Mägden, und die Mägde waren auch immer gut zu ihr.“ „Ich habe immer gesehen, dass sie gar nicht so schlecht ist", widersprach Phönixglanz. „Gibt es denn jemand, der nie einen Fehler begeht? Und es ist ja nur dies eine Mal. Wenn sie sich noch einmal etwas zuschulden kommen lässt, wird sie für beide Vergehen zugleich bestraft. Ich möchte nur wissen, wer die Schmugglerin war."
Als Hsi-fëng das hörte, befahl sie den Frauen, es sich zu merken. Dann gab sie den Fund aus Ju-huas Truhe vorläufig Dschou Juees Frau in Verwahrung, um am nächsten Tag, wenn sie ihre Informationen eingeholt hätte, darüber befinden zu können. Anschließend verabschiedete sie sich von Hsi-tschun und ging nun weiter zu Ying-tschun. „Nach der brauchst du nicht lange zu suchen", meinte Xichun darauf. „Bestimmt ist es diese alte Mutter Zhang vom Hintertor. Sie hatte immer ihre Heimlichkeiten mit den Mägden, und die Mägde waren auch immer gut zu ihr."
Ying-tschun selbst schlief bereits, und ihre Sklavenmädchen wollten sich gerade ebenfalls hinlegen, darum mußten die Besucherinnen lange ans Tor klopfen, ehe ihnen endlich geöffnet wurde. „Das Fräulein dürft ihr nicht aufstören!“ befahl Hsi-fëng und wandte sich zu den Zimmern der Sklavenmädchen. Als Phönixglanz das hörte, befahl sie den Frauen, es sich zu merken. Dann gab sie den Fund aus Ruhuas Truhe vorläufig Zhou Ruis Frau in Verwahrung, um am nächsten Tag, wenn sie ihre Informationen eingeholt hätte, darüber befinden zu können. Anschließend verabschiedete sie sich von Xichun und ging nun weiter zu Yingchun.
Da Sï-tji über ihre Mutter eine Enkelin von Wang Schan-baus Frau war, wollte Hsi-fëng sehen, ob Wang Schan-baus Frau wohl insgeheim parteiisch war oder nicht, und beobachtete diesmal genau, wie die Durchsuchung vonstatten ging. Zuerst wurde bei den anderen nachgesehen und nirgends etwas Verdächtiges festgestellt. Als sie dann zu Sï-tjis Truhe kamen, sahen sie sie ebenfalls durch, und Wang Schan-baus Frau sagte: „Hier ist auch nichts.“ Yingchun selbst schlief bereits, und ihre Sklavenmädchen wollten sich gerade ebenfalls hinlegen, darum mussten die Besucherinnen lange ans Tor klopfen, ehe ihnen endlich geöffnet wurde. „Das Fräulein dürft ihr nicht aufstören!" befahl Phönixglanz und wandte sich zu den Zimmern der Sklavenmädchen.
Doch als der Deckel gerade wieder zugeklappt werden sollte, forderte Dschou Juees Frau die anderen auf: „Wartet mal! Was ist denn das hier?“ Und sie streckte die Hand aus, um ein Paar Männerstrümpfe mit Brokatbändern und ein Paar Damastschuhe aus der Truhe zu ziehen. Außerdem fand sie noch ein kleines Päckchen mit einem Liebessymbol in Form zweier ineinander verschlungener Glückwunschzepter und einem beschriebenen Briefbogen darin. Da Siqi[46] über ihre Mutter eine Enkelin von Wang Shanbaos Frau war, wollte Phönixglanz sehen, ob Wang Shanbaos Frau wohl insgeheim parteiisch war oder nicht, und beobachtete diesmal genau, wie die Durchsuchung vonstatten ging. Zuerst wurde bei den anderen nachgesehen und nirgends etwas Verdächtiges festgestellt. Als sie dann zu Siqis Truhe kamen, sahen sie sie ebenfalls durch, und Wang Shanbaos Frau sagte: „Hier ist auch nichts."
Das alles übergab Dschou Juees Frau an Hsi-fëng, und da Hsi-fëng bei der Leitung des Hauswesens stets Belege und Rechnungen anzusehen hatte, beherrschte sie auch ein gut Teil Schriftzeichen. Als sie jetzt den Briefbogen entfaltete, stellte sie fest, daß er in roter Farbe groß mit der Zeichenkombination „zweifache Freude“ (Freude zu zweit) bedruckt war und daß darauf geschrieben stand: „Nachdem du letzten Monat zu Hause warst, haben die Eltern schon herausgefunden, wie wir zueinander stehen. Unser Herzenswunsch kann jedoch nicht in Erfüllung gehen, solange Dein Fräulein noch nicht verheiratet ist. Wenn es möglich ist, daß wir uns im Garten treffen, gib mir Nachricht durch Mutter Dschang. Im Garten können wir besser miteinander reden als zu Hause. Bitte, bitte tu‘s doch! Ansonsten habe ich die beiden Riechbeutel richtig erhalten, die Du mir als Geschenk übersandt hast und schicke Dir hiermit eine Gebetsschnur aus Duftholzperlen als kleinen Beweis meiner Gefühle. Heb sie nur gut auf! Dies schrieb Dein Vetter Pan You-an mit dem Ausdruck tiefster Verehrung.“ Doch als der Deckel gerade wieder zugeklappt werden sollte, forderte Zhou Ruis Frau die anderen auf: „Wartet mal! Was ist denn das hier?" Und sie streckte die Hand aus, um ein Paar Männerstrümpfe mit Brokatbändern und ein Paar Damastschuhe aus der Truhe zu ziehen. Außerdem fand sie noch ein kleines Päckchen mit einem Liebessymbol in Form zweier ineinander verschlungener Glückwunschzepter und einem beschriebenen Briefbogen darin.
Als Hsi-fëng zu Ende gelesen hatte, war sie nicht zornig, sondern fröhlich. Von ihren Begleiterinnen aber konnte keine schreiben und lesen. Das alles übergab Zhou Ruis Frau an Phönixglanz, und da Phönixglanz bei der Leitung des Hauswesens stets Belege und Rechnungen anzusehen hatte, beherrschte sie auch ein gut Teil Schriftzeichen. Als sie jetzt den Briefbogen entfaltete, stellte sie fest, dass er in roter Farbe groß mit der Zeichenkombination „zweifache Freude" bedruckt war und dass darauf geschrieben stand: „Nachdem du letzten Monat zu Hause warst, haben die Eltern schon herausgefunden, wie wir zueinander stehen. Unser Herzenswunsch kann jedoch nicht in Erfüllung gehen, solange Dein Fräulein noch nicht verheiratet ist. Wenn es möglich ist, dass wir uns im Garten treffen, gib mir Nachricht durch Mutter Zhang. Im Garten können wir besser miteinander reden als zu Hause. Bitte, bitte tus doch! Ansonsten habe ich die beiden Riechbeutel richtig erhalten, die Du mir als Geschenk übersandt hast, und schicke Dir hiermit eine Gebetsschnur aus Duftholzperlen als kleinen Beweis meiner Gefühle. Heb sie nur gut auf! Dies schrieb Dein Vetter Pan Youan[47] mit dem Ausdruck tiefster Verehrung."
Wang Schan-baus Frau, die von der Liebesgeschichte zwischen den beiden Geschwisterkindern in ihrer Familie keine Ahnung hatte, war beim Anblick der Schuhe und Strümpfe schon von einem unguten Gefühl befallen worden. Als sie dann den rotbedruckten Bogen erblickte und sah, wie Hsi-fëng beim Lesen schmunzelte, sagte sie: „Das ist bestimmt eine dumme Rechnung, in der kein einziges Schriftzeichen richtig ist, daß Ihr Euch so darüber amüsiert, junge gnädige Frau!“ Als Phönixglanz zu Ende gelesen hatte, war sie nicht zornig, sondern fröhlich. Von ihren Begleiterinnen aber konnte keine schreiben und lesen.
„Ja“, sagte Hsi-fëng, „diese Rechnung geht wirklich nicht auf. Du bist doch Sï-tjis Großmutter. Da müßte doch ihr Vetter ebenfalls Wang heißen, warum nennt er sich Pan?“ Wang Shanbaos Frau, die von der Liebesgeschichte zwischen den beiden Geschwisterkindern in ihrer Familie keine Ahnung hatte, war beim Anblick der Schuhe und Strümpfe schon von einem unguten Gefühl befallen worden. Als sie dann den rot bedruckten Bogen erblickte und sah, wie Phönixglanz beim Lesen schmunzelte, sagte sie: „Das ist bestimmt eine dumme Rechnung, in der kein einziges Schriftzeichen richtig ist, dass Ihr Euch so darüber amüsiert, junge gnädige Frau!"
Wang Schan-baus Frau wunderte sich zwar über die Frage, kam aber nicht umhin zu antworten: „Sï-tjis Tante väterlicherseits ist jemand aus der Familie Pan zur Frau gegeben worden, und darum heißt Sï-tjis Vetter mit Familiennamen Pan. Es ist dieser Pan You-an, der neulich entflohen ist.“ „Ja", sagte Phönixglanz, „diese Rechnung geht wirklich nicht auf. Du bist doch Siqis Großmutter. Da müsste doch ihr Vetter ebenfalls Wang heißen, warum nennt er sich Pan?"
„Genau so muß es sein!“ bestätigte Hsi-fëng. „Hör jetzt zu, was auf dem Zettel steht!“ Und sie las den ganzen Brief laut vor, was alle vor Schreck erstarren ließ. Wang Shanbaos Frau wunderte sich zwar über die Frage, kam aber nicht umhin zu antworten: „Siqis Tante väterlicherseits ist jemand aus der Familie Pan zur Frau gegeben worden, und darum heißt Siqis Vetter mit Familiennamen Pan. Es ist dieser Pan Youan, der neulich entflohen ist."
Wang Schan-baus Frau hatte nichts sehnlicher gewünscht, als jemanden bei einer Verfehlung zu ertappen, und nun war die Ertappte ihre eigene Enkeltochter. Darüber war sie ärgerlich und beschämt zugleich. Jetzt sagten auch noch Dschou Juees Frau und die drei anderen Sklavenfrauen: „Hast du gehört, Alte? Das ist klar und deutlich, dazu ist nichts mehr zu sagen. Was meinst du, was nun zu tun ist?“ „Genau so muss es sein!" bestätigte Phönixglanz. „Hör jetzt zu, was auf dem Zettel steht!" Und sie las den ganzen Brief laut vor, was alle vor Schreck erstarren ließ.
Da bedauerte Wang Schan-baus Frau nur, daß keine Spalte im Boden war, in die sie sich hätte verkriechen können. Hsi-fëng aber lachte ihr ungeniert ins Gesicht und bemerkte dann lächelnd zu Dschou Juees Frau: „Das ist doch gut! Sie hat der alten Oma die Mühe erspart und in aller Stille und Heimlichkeit selbst einen feinen Schwiegersohn ins Haus gebracht. So haben schließlich alle weniger Sorgen!“ Wang Shanbaos Frau hatte nichts sehnlicher gewünscht, als jemanden bei einer Verfehlung zu ertappen, und nun war die Ertappte ihre eigene Enkeltochter. Darüber war sie ärgerlich und beschämt zugleich. Jetzt sagten auch noch Zhou Ruis Frau und die drei anderen Sklavenfrauen: „Hast du gehört, Alte? Das ist klar und deutlich, dazu ist nichts mehr zu sagen. Was meinst du, was nun zu tun ist?"
Auch Dschou Juees Frau machte lächelnd ihre Scherze, bis Wang Schan-baus Frau, die ihren Zorn nirgends abreagieren konnte, mit der Hand ausholte, sich selbst ins Gesicht schlug und sich dabei noch beschimpfte: „Du alte Hure, die ihre Zeit überlebt hat! Wozu hast du mit deinen Sünden den Grund gelegt?! Die eigene Großmäuligkeit bringt dir jetzt Maulschellen ein. Die Vergeltung kam in derselben Existenz und dazu noch vor aller Augen!“ Da bedauerte Wang Shanbaos Frau nur, dass keine Spalte im Boden war, in die sie sich hätte verkriechen können. Phönixglanz aber lachte ihr ungeniert ins Gesicht und bemerkte dann lächelnd zu Zhou Ruis Frau: „Das ist doch gut! Sie hat der alten Oma die Mühe erspart und in aller Stille und Heimlichkeit selbst einen feinen Schwiegersohn ins Haus gebracht. So haben schließlich alle weniger Sorgen!"
Alle, die das mit ansahen, wollten sich ausschütten vor Lachen und vermischten weiteren Spott mit scheinbar begütigenden Worten. Auch Zhou Ruis Frau machte lächelnd ihre Scherze, bis Wang Shanbaos Frau, die ihren Zorn nirgends abreagieren konnte, mit der Hand ausholte, sich selbst ins Gesicht schlug und sich dabei noch beschimpfte: „Du alte Hure, die ihre Zeit überlebt hat! Wozu hast du mit deinen Sünden den Grund gelegt?! Die eigene Großmäuligkeit bringt dir jetzt Maulschellen ein. Die Vergeltung kam in derselben Existenz und dazu noch vor aller Augen!"
Wie Hsi-fëng inzwischen beobachtete, hielt Sï-tji zwar den Kopf gesenkt und sprach kein Wort, aber sie zeigte weder Furcht noch ein schlechtes Gewissen, und das kam ihr merkwürdig vor. Da sie sich sagte, daß jetzt in später Nacht nicht die richtige Zeit für eine Vernehmung war, andererseits aber befürchtet werden mußte, daß Sï-tji über Nacht aus Reue eine Dummheit beginge, befahl sie zwei von den Sklavenfrauen, sie sollten sie einsperren und bewachen. Dann nahm sie die Beweisstücke an sich, führte die Leute fort und kehrte in ihre Räume zurück, wo sie sich schlafen legte, denn sie wollte die Vorfälle erst am nächsten Tag aufklären. Unerwartet mußte sie aber die Nacht über mehrmals hintereinander aufstehen, weil sie unten herum in einem fort blutete. Alle, die das mit ansahen, wollten sich ausschütten vor Lachen und vermischten weiteren Spott mit scheinbar begütigenden Worten.
Am nächsten Tag fühlte Hsi-fëng sich außerordentlich matt, und als sie aufstand, wurde ihr so schwindlig, daß sie sich nicht auf den Beinen zu halten vermochte. Ein Hofarzt wurde geholt, und nachdem er ihr die Pulse gefühlt hatte, setzte er folgenden Befund auf: „Die junge gnädige Frau leidet offensichtlich an Herzschwäche, und durch Entkräftung entstandenes Feuer hat von der Milz Besitz ergriffen. Die Ursachen sind in Kummer und Überanstrengung zu suchen, und die Folge besteht in einem süchtigen Verlangen nach Ruhe und Schlaf. Da der Magen in Mitleidenschaft gezogen und das Holzelement der Leber geschwächt ist, besteht Appetitlosigkeit. Vorläufig sind Medikamente angezeigt, die dem yang-Element aufhelfen und eine allgemeine Kräftigung bewirken.“ Nachdem er das geschrieben hatte, fügte er die Namen einiger Arzneimittel hinzu, aber das waren nur Ginseng, Engelwurz, Tragant und dergleichen. Wie Phönixglanz inzwischen beobachtete, hielt Siqi zwar den Kopf gesenkt und sprach kein Wort, aber sie zeigte weder Furcht noch ein schlechtes Gewissen, und das kam ihr merkwürdig vor. Da sie sich sagte, dass jetzt in später Nacht nicht die richtige Zeit für eine Vernehmung war, andererseits aber befürchtet werden musste, dass Siqi über Nacht aus Reue eine Dummheit beginge, befahl sie zwei von den Sklavenfrauen, sie sollten sie einsperren und bewachen. Dann nahm sie die Beweisstücke an sich, führte die Leute fort und kehrte in ihre Räume zurück, wo sie sich schlafen legte, denn sie wollte die Vorfälle erst am nächsten Tag aufklären. Unerwartet musste sie aber die Nacht über mehrmals hintereinander aufstehen, weil sie unten herum in einem fort blutete.
Ein Weilchen später, als der Arzt wieder fort war, gingen die alten Ammen mit dem Rezept zu Dame Wang, um ihr Bericht zu erstatten, und nun litt sie natürlich noch unter einem weiteren Kummer. Die Angelegenheit mit Sï-tji blieb daher vorläufig unerledigt. Am nächsten Tag fühlte Phönixglanz sich außerordentlich matt, und als sie aufstand, wurde ihr so schwindlig, dass sie sich nicht auf den Beinen zu halten vermochte. Ein Hofarzt wurde geholt, und nachdem er ihr die Pulse gefühlt hatte, setzte er folgenden Befund auf: „Die junge gnädige Frau leidet offensichtlich an Herzschwäche, und durch Entkräftung entstandenes Feuer hat von der Milz Besitz ergriffen. Die Ursachen sind in Kummer und Überanstrengung zu suchen, und die Folge besteht in einem süchtigen Verlangen nach Ruhe und Schlaf. Da der Magen in Mitleidenschaft gezogen und das Holzelement der Leber geschwächt ist, besteht Appetitlosigkeit. Vorläufig sind Medikamente angezeigt, die dem Yang-Element aufhelfen und eine allgemeine Kräftigung bewirken." Nachdem er das geschrieben hatte, fügte er die Namen einiger Arzneimittel hinzu, aber das waren nur Ginseng, Engelwurz, Tragant und dergleichen.
Zufällig kam eben Frau You herüber, um Hsi-fëng einen Besuch zu machen, und nachdem sie eine Zeitlang bei ihr gesessen hatte, ging sie in den Garten, um auch Li Wan zu besuchen. Anschließend wollte sie noch zu den Mädchen gehen, aber da erschien plötzlich eine Botin von Hsi-tschun, um Frau You zu ihrer Herrin hinüberzubitten. Als Frau You dort angekommen war, berichtete Hsi-tschun ihr den Vorfall vom vergangenen Abend in allen Einzelheiten und ließ ihr dann die Sachen aus Ju-huas Truhe vorlegen. Ein Weilchen später, als der Arzt wieder fort war, gingen die alten Ammen mit dem Rezept zu Frau Wang, um ihr Bericht zu erstatten, und nun litt sie natürlich noch unter einem weiteren Kummer. Die Angelegenheit mit Siqi blieb daher vorläufig unerledigt.
„Das sind tatsächlich Geschenke, die dein Bruder ihrem Bruder gemacht hat“, bestätigte Frau You, setzte dann aber hinzu: „Sie hätte sie bloß nicht heimlich hier hereinschaffen dürfen. Auf diese Weise ist das Monopolsalz zu Schmuggelsalz geworden.“ Anschließend beschimpfte sie Ju-hua, das Fett müsse ihr das Herz verkleistert und sie dumm gemacht haben. Zufällig kam eben Frau You[48] herüber, um Phönixglanz einen Besuch zu machen, und nachdem sie eine Zeitlang bei ihr gesessen hatte, ging sie in den Garten, um auch Li Wan zu besuchen. Anschließend wollte sie noch zu den Mädchen gehen, aber da erschien plötzlich eine Botin von Xichun, um Frau You zu ihrer Herrin hinüberzubitten. Als Frau You dort angekommen war, berichtete Xichun ihr den Vorfall vom vergangenen Abend in allen Einzelheiten und ließ ihr dann die Sachen aus Ruhuas Truhe vorlegen.
Hsi-tschun dagegen erwiderte: „Erst erzieht ihr die Mägde nicht streng genug, und dann beschimpft ihr sie. Von allen Kusinen bin ich die einzige, die so eine unverschämte Magd hat, daß ich keinem Menschen mehr ins Gesicht sehen kann. Gestern habe ich Kusine Hsi-fëng gedrängt, sie auf der Stelle mitzunehmen, aber damit war Hsi-fëng nicht einverstanden, und da Ju-hua von drüben aus eurem Anwesen stammt, mußte ich mir sagen, Hsi-fëng habe recht. Heute wollte ich sie gerade zu euch hinüberbringen lassen, darum kommst du eben richtig, Schwägerin. Also nimm sie nur rasch mit! Ob ihr sie verprügeln, totschlagen oder verkaufen werdet, ist mir einerlei.“ „Das sind tatsächlich Geschenke, die dein Bruder ihrem Bruder gemacht hat", bestätigte Frau You, setzte dann aber hinzu: „Sie hätte sie bloß nicht heimlich hier hereinschaffen dürfen. Auf diese Weise ist das Monopolsalz zu Schmuggelsalz geworden." Anschließend beschimpfte sie Ruhua, das Fett müsse ihr das Herz verkleistert und sie dumm gemacht haben.
Als Ju-hua das hörte, kniete sie noch einmal nieder und flehte unter Tränen: „Ich will das nie wieder tun, Fräulein, und ich bitte Euch nur um das eine: Denkt daran, was uns von klein auf miteinander verbunden hat, und laßt mich um alles in der Welt bei Euch leben und sterben!“ Xichun dagegen erwiderte: „Erst erzieht ihr die Mägde nicht streng genug, und dann beschimpft ihr sie. Von allen Kusinen bin ich die einzige, die so eine unverschämte Magd hat, dass ich keinem Menschen mehr ins Gesicht sehen kann. Gestern habe ich Kusine Phönixglanz gedrängt, sie auf der Stelle mitzunehmen, aber damit war Phönixglanz nicht einverstanden, und da Ruhua von drüben aus eurem Anwesen stammt, musste ich mir sagen, Phönixglanz habe recht. Heute wollte ich sie gerade zu euch hinüberbringen lassen, darum kommst du eben richtig, Schwägerin. Also nimm sie nur rasch mit! Ob ihr sie verprügeln, totschlagen oder verkaufen werdet, ist mir einerlei."
Auch Frau You und Hsi-tschuns alte Ammen setzten sich für Ju-hua ein und sagten: „Sie hat dieses eine Mal eine Dummheit gemacht und wird es kein zweites Mal wagen. Von Kindesbeinen an hat sie dir gedient, darum ist es nur recht und billig, wenn du sie bei dir behältst.“ Als Ruhua das hörte, kniete sie noch einmal nieder und flehte unter Tränen: „Ich will das nie wieder tun, Fräulein, und ich bitte Euch nur um das eine: Denkt daran, was uns von klein auf miteinander verbunden hat, und lasst mich um alles in der Welt bei Euch leben und sterben!"
Aber Hsi-tschun besaß trotz ihrer Jugend die Charaktereigenschaft, unbeugsam rechtschaffen und stolz zu sein. Was man ihr auch sagen mochte, für sie galt nur, daß sie ihr Ansehen einbüßen würde, also biß sie die Zähne zusammen und lehnte es entschieden ab, Ju-hua bei sich zu behalten. Sie ging sogar noch weiter, indem sie erklärte: „Nicht nur, daß ich Ju-hua nicht mehr will, ich bin jetzt auch groß und kann nicht gut noch länger zu euch hinüberkommen. Zumal ich in letzter Zeit immer wieder gerüchteweise davon höre, daß heimlich irgendwelche haarsträubenden Dinge von euch erzählt werden. Wenn ich euch noch weiter besucher, werde ich selbst ins Gerede kommen.“ Auch Frau You und Xichuns alte Ammen setzten sich für Ruhua ein und sagten: „Sie hat dieses eine Mal eine Dummheit gemacht und wird es kein zweites Mal wagen. Von Kindesbeinen an hat sie dir gedient, darum ist es nur recht und billig, wenn du sie bei dir behältst."
„Wer erzählt da von uns?“ fragte Frau You. „Und was gibt es von uns zu erzählen? Wer bist du, und wer sind wir? Wenn du hörst, wie jemand über uns herzieht, müßtest du ihn zur Rechenschaft ziehen, das wäre richtig!“ Aber Xichun besaß trotz ihrer Jugend die Charaktereigenschaft, unbeugsam rechtschaffen und stolz zu sein. Was man ihr auch sagen mochte, für sie galt nur, dass sie ihr Ansehen einbüßen würde, also biss sie die Zähne zusammen und lehnte es entschieden ab, Ruhua bei sich zu behalten. Sie ging sogar noch weiter, indem sie erklärte: „Nicht nur, dass ich Ruhua nicht mehr will, ich bin jetzt auch groß und kann nicht gut noch länger zu euch hinüberkommen. Zumal ich in letzter Zeit immer wieder gerüchteweise davon höre, dass heimlich irgendwelche haarsträubenden Dinge von euch erzählt werden. Wenn ich euch noch weiter besuche, werde ich selbst ins Gerede kommen."
Aber mit kühlem Lächeln gab Hsi-tschun zur Antwort: „Das hast du aber fein gesagt! Für mich als Mädchen ist Zurückhaltung das einzige, was in Frage kommt. Was würde aus mir werden, wenn ich anfangen wollte zu rechten? Und noch etwas: Ich habe keine Angst davor, daß du wütend wirst. Glücklicherweise habe ich meinen eigenen Verstand, warum also sollte ich andere fragen? „Wer erzählt da von uns?" fragte Frau You. „Und was gibt es von uns zu erzählen? Wer bist du, und wer sind wir? Wenn du hörst, wie jemand über uns herzieht, müsstest du ihn zur Rechenschaft ziehen, das wäre richtig!"
Die Alten sagen zu Recht ‚Wenn es um Gut und Böse, Leben und Sterben geht, können auch Vater und Sohn einander nicht helfen.‘ Um wieviel mehr gilt das für mich und dich! Für mich heißt es nur, mich selbst zu bewahren, und das ist mir genug, mit euch will ich nichts zu tun haben. Ihr dürft mich also nicht mit hineinziehen, wenn euch in Zukunft etwas zustößt!“ Aber mit kühlem Lächeln gab Xichun zur Antwort: „Das hast du aber fein gesagt! Für mich als Mädchen ist Zurückhaltung das einzige, was in Frage kommt. Was würde aus mir werden, wenn ich anfangen wollte zu rechten? Und noch etwas: Ich habe keine Angst davor, dass du wütend wirst. Glücklicherweise habe ich meinen eigenen Verstand, warum also sollte ich andere fragen?
Frau You war ärgerlich und belustigt zugleich, und zum anwesenden Gesinde gewandt, sagte sie: „Kein Wunder, wenn jedermann sagt, das vierte gnädige Fräulein sei jung und dumm! Ich hatte das bloß nicht glauben wollen. Habt ihr gehört, was sie eben gesagt hat, ohne Grund und Ursache, ohne Verständnis für Gut und Böse und ohne Gefühl für Maß und Norm? Es war zwar nur das Geschwätz eines Kindes, aber es konnte einem heiß und kalt dabei werden.“ Die Alten sagen zu Recht: ‚Wenn es um Gut und Böse, Leben und Sterben geht, können auch Vater und Sohn einander nicht helfen.' Um wie viel mehr gilt das für mich und dich! Für mich heißt es nur, mich selbst zu bewahren, und das ist mir genug, mit euch will ich nichts zu tun haben. Ihr dürft mich also nicht mit hineinziehen, wenn euch in Zukunft etwas zustößt!"
„Das Fräulein ist noch jung“, sagten die alten Ammen lächelnd, „da müßt Ihr schon etwas einstecken, junge gnädige Frau!“ Frau You war ärgerlich und belustigt zugleich, und zum anwesenden Gesinde gewandt, sagte sie: „Kein Wunder, wenn jedermann sagt, das vierte gnädige Fräulein sei jung und dumm! Ich hatte das bloß nicht glauben wollen. Habt ihr gehört, was sie eben gesagt hat, ohne Grund und Ursache, ohne Verständnis für Gut und Böse und ohne Gefühl für Maß und Norm? Es war zwar nur das Geschwätz eines Kindes, aber es konnte einem heiß und kalt dabei werden."
Wieder lächelte Hsi-tschun geringschätzig und parierte: „Ich bin zwar jung, aber aus meinen Worten spricht nicht die Jugend. Ihr könnt nicht lesen, kennt kaum ein paar Schriftzeichen, also seid ihr die Dummköpfe. Jetzt seht ihr jemand, der Verstand besitzt, aber da sagt ihr, ich sei jung und dumm.“ „Das Fräulein ist noch jung", sagten die alten Ammen lächelnd, „da müsst Ihr schon etwas einstecken, junge gnädige Frau!"
„Ja, du gehörst zu den Besten in der Palastprüfung, bist das größte Talent aller Zeiten“, höhnte Frau You. „Wir aber sind dumm und haben keinen Verstand. Bist du nun zufrieden?“ Wieder lächelte Xichun geringschätzig und parierte: „Ich bin zwar jung, aber aus meinen Worten spricht nicht die Jugend. Ihr könnt nicht lesen, kennt kaum ein paar Schriftzeichen, also seid ihr die Dummköpfe. Jetzt seht ihr jemand, der Verstand besitzt, aber da sagt ihr, ich sei jung und dumm."
„Als ob es unter den Besten in der Palastprüfung keine Dummköpfe gäbe!“ erwiderte Hsi-tschun. „Man weiß doch, daß es auch unter ihnen welche gibt, denen die Erleuchtung fehlt.“ „Ja, du gehörst zu den Besten in der Palastprüfung, bist das größte Talent aller Zeiten", höhnte Frau You. „Wir aber sind dumm und haben keinen Verstand. Bist du nun zufrieden?"
„Fein sagst du das!“ fuhr wieder Frau You lächelnd fort. „Eben warst du noch das große Prüfungstalent, jetzt bist du ein weiser Mönch und sprichst von Erleuchtung.“ „Als ob es unter den Besten in der Palastprüfung keine Dummköpfe gäbe!" erwiderte Xichun. „Man weiß doch, dass es auch unter ihnen welche gibt, denen die Erleuchtung fehlt."
„Wenn ich nicht erleuchtet wäre, würde ich auch nicht auf Ju-hua verzichten“, erklärte Hsi-tschun. „Fein sagst du das!" fuhr wieder Frau You lächelnd fort. „Eben warst du noch das große Prüfungstalent, jetzt bist du ein weiser Mönch und sprichst von Erleuchtung."
„Das zeigt nur, daß du hartherzig und kaltschnäuzig bist, bösartig und starrsinnig“, behauptete Frau You. „Wenn ich nicht erleuchtet wäre, würde ich auch nicht auf Ruhua verzichten", erklärte Xichun.
„‚Wer nicht hart zu sein versteht, kann auch nicht für sich einstehen.‘ Das ist ebenfalls ein Wort von den Alten“, gab Hsi-tschun zurück. „Warum soll ich mich, rein und sauber, wie ich bin, von euch in den Schmutz ziehen lassen?“ „Das zeigt nur, dass du hartherzig und kaltschnäuzig bist, bösartig und starrsinnig", behauptete Frau You.
Da Frau You wirklich Dreck am Stecken hatte, fürchtete sie natürlich jede Erwähnung davon. Schon als von den Gerüchten die Rede gewesen war, hatten Scham und Wut ihr Herz bedrängt, weil sie das aber nicht gut an Hsi-tschun auslassen konnte, hatte sie es mehr oder weniger hinnehmen müssen. „‚Wer nicht hart zu sein versteht, kann auch nicht für sich einstehen.' Das ist ebenfalls ein Wort von den Alten", gab Xichun zurück. „Warum soll ich mich, rein und sauber, wie ich bin, von euch in den Schmutz ziehen lassen?"
Als sie aber den letzten Satz hörte, konnte sie sich nicht länger beherrschen und fragte: „Was heißt, wir ziehen dich in den Schmutz? Deine Magd hat etwas angestellt, und du greifst mich an. Lange genug habe ich mir das gefallen lassen, aber du bist immer selbstgerechter geworden und sagst mir jetzt solche Sachen! Wenn du so ein überaus edles Fräulein bist, werden wir uns in Zukunft von dir fernhalten, damit der gute Ruf des Fräuleins nicht leidet. Und Ju-hua werde ich sofort mitnehmen lassen.“ Mit diesen Worten erhob sie sich zornig von ihrem Platz, um zu gehen. Da Frau You wirklich Dreck am Stecken hatte, fürchtete sie natürlich jede Erwähnung davon. Schon als von den Gerüchten die Rede gewesen war, hatten Scham und Wut ihr Herz bedrängt, weil sie das aber nicht gut an Xichun auslassen konnte, hatte sie es mehr oder weniger hinnehmen müssen.
„Wenn du wirklich nicht mehr kommst, bleiben mir Zank und Streit erspart, und alle haben ihre Ruhe“, rief Hsi-tschun ihr noch hinterher, aber Frau You ging geradewegs hinaus, ohne etwas darauf zu erwidern. Als sie aber den letzten Satz hörte, konnte sie sich nicht länger beherrschen und fragte: „Was heißt, wir ziehen dich in den Schmutz? Deine Magd hat etwas angestellt, und du greifst mich an. Lange genug habe ich mir das gefallen lassen, aber du bist immer selbstgerechter geworden und sagst mir jetzt solche Sachen! Wenn du so ein überaus edles Fräulein bist, werden wir uns in Zukunft von dir fernhalten, damit der gute Ruf des Fräuleins nicht leidet. Und Ruhua werde ich sofort mitnehmen lassen." Mit diesen Worten erhob sie sich zornig von ihrem Platz, um zu gehen.
Wer wissen will, wie es weiterging... „Wenn du wirklich nicht mehr kommst, bleiben mir Zank und Streit erspart, und alle haben ihre Ruhe", rief Xichun ihr noch hinterher, aber Frau You ging geradewegs hinaus, ohne etwas darauf zu erwidern.

  1. 平儿
  2. 迎春
  3. 宝玉
  4. 王熙凤
  5. 怡红院
  6. 晴雯
  7. 金星玻璃
  8. 王住儿
  9. 贾琏
  10. Dame Hsing, 邢夫人
  11. 鸳鸯
  12. Am 15. Tag des 8. Monats.
  13. 傻大姐
  14. 旺儿
  15. 贾母
  16. Frau Wang, 王夫人
  17. 贾琏
  18. Dame Hsing
  19. 嫣红
  20. 翠云
  21. 贾珍
  22. 佩凤
  23. 周瑞
  24. 林黛玉
  25. 王善保
  26. 邢夫人
  27. 西施, eine der legendären Vier Großen Schönheiten des alten China.
  28. 袭人
  29. 麝月
  30. 秋纹
  31. 薛宝钗
  32. Schatzspange, 薛宝钗
  33. 潇湘馆
  34. 林黛玉
  35. 紫鹃
  36. 探春
  37. 丰儿
  38. 待书
  39. 百足之虫,死而不僵 — Sprichwort, das bedeutet: Große Institutionen gehen nicht plötzlich unter, sondern verfallen langsam von innen.
  40. 周瑞家的
  41. 暖香坞
  42. 李纨
  43. 惜春
  44. 入画
  45. 贾珍
  46. 司棋
  47. 潘又安
  48. 尤氏

← Übersicht | ← Kap. 73 | Kap. 75 →