Jing Shanhai/zh-de/Part 5

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锄头笑了笑又说:” 其实, 我不回家种地, 还因为我喜欢上了打鱼。在咱们老家, 吃了饭下地, 干半天活儿回家, 天天是老一套, 日子四平八稳, 没有多大意思。特别是夏天秋天, 庄稼长起来, 到处都是青纱帐, 密不透风, 连喘气都不顺畅。在这里, 海那么大, 无边无沿, 真叫一个敞亮。出海打鱼, 说不定会遇上什么奇景。二姑, 你见过萤火海吗? 见过琥珀海吗? 我都见过。” Plötzlich tauchte in ihrer Vorstellung eine kräftige Gestalt auf der Kiemeninsel auf, die wie ein Pfeil ins Meer sprang und nach dem Eintauchen kraftvoll schwamm. Das war He Chengshou. In seiner Jugend muss er das so gemacht haben, denn er war ein Nachkomme der Kiemenmenschen, fast ein amphibisches Wesen.
吴小蒿觉得惊奇, 问他什么是萤火海, 什么是琥珀海。锄头说, 都是夜里才能见到的。萤火海, 那里的每一个浪头都是蓝莹莹的, 特别好看。琥珀海,海水透明, 颜色像琥珀, 能看见里面的鱼群。吴小蒿笑了起来: “这么神奇呀! 锄头你干脆写诗吧。" 锄头摇摇头:” 咱写不了。” Aber sie schämte sich sofort für ihre Vorstellung. Warum denke ich an ihn? Warum sollte ich an ihn denken? Sie fuhr sich mit der Hand durchs Haar und konzentrierte sich wieder auf das Meer. Als sie ihren Blick zur näheren Umgebung wandte, sah sie das Hegemonenpeitsche. In diesem Moment schien die Abendsonne auf dieses Riff und verwandelte es in eine goldene lange Peitsche.
吴小蒿问他二道河子现在怎么样, 是不是还在渔港强买。锄头说, 是,没人能管得了。前几天听说,他手下的一帮土蛋,又把几个人打伤了。吴小蒿叹了一口气:” 唉, 这些事就没有诗意啦。” Mehrere Fischerboote näherten sich aus der Ferne. Sie dachte: Die Menschen auf den Booten schauen wahrscheinlich zur Guaxinjue hinauf, denken an ihre Heimkehr, an ihre Lieben. Im Leben braucht jeder eine „Guaxinjue“. Meine „Guaxinjue“ ist in Yucheng – das ist Diandian.
说了一会儿话, 锄头要走。吴小蒿让他把两箱鱼拿走, 他坚决不肯, 挣脱二姑的拉扯跑掉。等到郭默回来吴小蒿让她拿回家去。郭默说:” 我父亲就是打鱼的, 家里从来不缺这些东西。不过, 我可以带回家, 放到冰箱里,等你回家的时候再带上。" 吴小蒿说:” 好的, 谢谢你。” Sie saß auf dem Berggipfel, dachte nach und schaute aufs Meer. Sie sah, wie die Wolken über dem Meer von weiß zu rot wurden, das Meer von blau zu schwarz, wie der Leuchtturm auf der Kiemeninsel aufleuchtete und die Lichter im Fischerhafen hell erstrahlten.
商量完办" 楷坡春晚" 的事, 郭默抱上鱼走了。吴小蒿上网看新闻, 发现有这么一条: 中央机关及其直属机构2013年度考试录用公务员公共科目笔试成绩已经公布。吴小蒿就打王晶晶的手机, 问她的成绩查到没有。王晶晶叹口气说:” 查到了, 没戏。我好失望, 好绝望! " 说罢就挂了电话。吴小蒿想, 晶晶的心情不好,我抽空去安慰一下她。 Als sie dann nach Nordosten schaute, war der Himmel dort weit erleuchtet – das war der Nachtglanz der Yucheng. Sie dachte an ihre „Guaxinjue“, stellte sich das süße Aussehen ihrer Tochter vor, und ihr Herz wurde weich wie Wasser, sie schaute sehnsüchtig in diese Richtung.
本来吴小蒿想晚上去的, 但这天下午西北风突然刮起, 海上高达七八级, 她担心渔船出事, 就到安检办守着, 让李言密随时打电话向各渔村了解情况。直到下半夜风级降低, 各村没有事故发生, 她才回去睡觉。 Hinter ihr waren Schritte und Stimmen zu hören. Als sie sich umdrehte, sah sie ein junges Paar, das ebenfalls hierher kam. Wu Xiaohao dachte: Sie sind wahrscheinlich zum Liebestreffen hier, ich sollte ihnen Platz machen. Gerade als sie aufstehen wollte, begannen die beiden zu streiten. Der Mann sagte: „Wenn du durch die Prüfung kommst, was mache ich dann?“ Die Frau sagte: „Du kannst doch auch die Prüfung machen.“ Der Mann sagte: „Meine Familie ist in Kaipo, nach dem Abschluss bin ich endlich zurückgekommen, und meine Eltern sind auch alt – kann ich wieder weggehen?“ Die Frau sagte: „Das ist mir egal, ich habe es hier wirklich satt!“
第二天晚上, 她去看望晶晶,走近庄户楼抬头观望, 却不见"牛哥" 露头, 只见楼顶繁星点点。走进三座庄户楼所在的院子, 她才发现这里真是庄户人居住的地方。楼前楼后, 全都堆放着农具、家具甚至柴火之类。在一个楼梯口旁边, 火光闪闪, 烟气缭绕, 竟然有两个妇女在那里支起鏊子烙煎饼。看着她们烙出一沓子煎饼, 吴小蒿忽然强烈地想念自己的母亲, 因为她当年在镇里上初中, 在县城上高中, 每个星期都吃一包母亲烙的煎饼。 Der Mann sah Wu Xiaohao und kam näher: „Ist das nicht die Bürgermeisterin Wu? Bitte überzeugen Sie meine Freundin, sie soll nicht an der nationalen Beamtenprüfung teilnehmen.“ Wu Xiaohao bat die beiden, sich zu setzen, und unterhielt sich mit ihnen. So erfuhr sie, dass dies ein Paar war: Der Mann hieß Sun Wei, er war ein Dorfbeamter mit Hochschulabschluss und in Songshurun Village tätig. Die Frau hieß Wang Mingming und war Buchhalterin im Gemeindeamt für Finanzen. Beide hatten letztes Jahr ihren Abschluss an der Shandong University of Finance and Economics gemacht und waren zusammen nach Kaipo gekommen, aber jetzt wollte Wang Mingming an der nationalen Beamtenprüfung teilnehmen und hier weggehen.
上四楼, 进入孙伟和王晶晶的住处, 她发现屋里的布置与外面的庄户情景大相径庭, 虽然家具简陋, 但装饰得别具匠心, 很有艺术气息。坐到一个大香蕉形状的单人沙发上, 接过晶晶泡的一杯咖啡, 她说:” 你们的小日子打理得不错呀, 去不了北京, 在这里一样过幸福生活。” 晶晶笑了笑:” 我也是这么想的。我俩已经决定, 周末去领证, 春节后办婚礼。” Wu Xiaohao fragte Wang Mingming, warum sie es satt habe. Wang Mingming seufzte: „Oh! Seit ich im Finanzamt arbeite, haben die Konten, die ich führe, meine Weltanschauung zerstört. In der Universität lehrten uns die Professoren, dass wir nach dem Eintritt in den Buchhaltungsberuf die rote Linie einhalten sollten – diese rote Linie bedeutet, keine falschen Konten zu führen. Aber hier lässt mich die Führung täglich Fälschungen machen, ich halte es wirklich nicht mehr aus.“ Wu Xiaohao fragte: „Was für Fälschungen?“ Wang Mingming sagte: „Was nicht erstattet werden sollte, wird mit allen Mitteln erstattet. Falsche Rechnungen, handgeschriebene Quittungen – überall.“ „Wer unterschreibt denn?“ „Der Abteilungsleiter, der Sekretär, die Bürgermeisterin.“ „Stecken sie sich das Geld nach der Erstattung selbst ein?“ „Nicht wirklich. Zumindest Sekretär Zhou nicht. Soweit ich weiß, gehört Sekretär Zhou zum Typ ‚berührt nicht den Topf'. Obwohl er falsche Rechnungen unterschreibt, steckt er sich nie auch nur einen Cent in die eigene Tasche. Er plant eine Beförderung und würde sich nie vom Geld verführen lassen und seine Zukunft zerstören.“ Wu Xiaohao fand es seltsam: „Warum lässt er dich dann Konten fälschen?“ „Das ist auch alternativlos, die Gemeinde hat kein Geld. Offizielle Bewirtung plus graue Ausgaben – die Führung muss sich etwas einfallen lassen.“ „Was sind graue Ausgaben?“ „Geschenke zu Festen geben. Das Mondfest steht bevor, wieder müssen Karten und Geschenke gekauft werden. Gestern hörte ich den Abteilungsleiter sagen, dass man zweihundert Schachteln Seegurken kaufen muss, für über zweihunderttausend Yuan. Außerdem sollen im größten Einkaufszentrum der Stadt Einkaufskarten im Wert von hunderttausend Yuan gekauft werden. Dieses Geld ist nirgendwo verbucht, was soll man machen? Man muss zweckgebundene Gelder von oben zweckentfremden, zum Beispiel Brandschutzgelder, Wasserbau-Gelder usw. Kürzlich wurden spezielle Dürrehilfegelder von oben bewilligt, und die Führung plant, auch dieses Geld zu verwenden.“
吴小蒿瞪大眼睛: ”哦? 怎么变得这么快?” Wu Xiaohao riss den Mund auf, fühlte, wie Wut ihre Brust füllte und beinahe explodierte. Sie dachte an Laozis Worte „Der Weg des Himmels nimmt vom Überfluss und gibt dem Mangel. Der Weg der Menschen ist das Gegenteil: Er nimmt vom Mangel und gibt dem Überfluss“, stand abrupt auf und sagte: „Wie kann man so etwas tun? Die Feldfrüchte der Leute verdorren bald, wenn die Gemeinde die Dürrehilfegelder zweckentfremdet, um oben Geschenke zu machen – wo bleibt da das Gewissen?“
孙伟说: “主要是她的工作顺心了, 不用违心做假账了。” 晶晶笑盈盈道: “今天, 财政所全体人员开了个会, 所长传达了上级通知, 要求严格执行中央八项规定六项禁令, 坚决刹住节日期间送礼的歪风。所长说, 今年过节不送礼, 送礼就要打屁股。这么一来, 我们如释重负, 可开心了。" 吴小蒿说:”不光你们管钱的开心,凡是对那股歪风深恶痛绝的人都开心。昨天镇领导班子开会, 讲了干部不送礼、不收礼这事。” 晶晶说:” 这样, 我也不再想考出去了, 安心地留在楷坡。吴镇长, 你一定要去喝我们的喜酒呀。" 吴小蒿说:” 好, 一定! “ Sun Wei sagte: „Bürgermeisterin Wu, Sie wissen das nicht – zu Festen oben Geschenke zu machen ist öffentlich bekannt geworden, alle Gemeinden machen das, niemand will die Regel brechen.“
她见墙上挂了一把吉他, 就问他俩谁会弹。王晶晶一指孙伟:” 他呀。在大学里, 他是学生会文艺部部长, 经常组织文艺活动。” Wu Xiaohao wusste das teilweise. In den letzten Jahren, wenn Feste nahten, rannten alle Gemeindeleiter zum Bezirksamt und zu wichtigen Abteilungen. Weil Gemeinden keine politischen Konsultativgremien haben, kam niemand zum Bezirkskonsultativrat, um Geschenke zu machen, was einige ausgediente Beamte sehr wütend machte. Ihre direkte Vorgesetzte, Vizedirektorin Tie Xiumei, stand am Fenster und schaute auf die vorbeifahrenden Geschenkautos draußen, sagte schmerzerfüllt, diese Leute würden die Brücke abreißen, nachdem sie den Fluss überquert hätten, sie hätten ihr Gewissen längst aufgegeben.
吴小蒿让孙伟唱一曲听听。孙伟毫不拘谨,摘下吉他弹出一个前奏,开口唱起了《花房姑娘》。崔健这首摇滚歌曲,吴小蒿当年在大学里多次听同学弹唱, 每当听到" 你问我要去向何方,我指着大海的方向” 这两句时, 她总是激动不己。现在听到孙伟唱, 她的记忆又被唤醒。一曲终了, 她拍着巴掌说:” 太好了! 我跟郭默站长准备搞一台‘ 楷坡春晚' , 正愁节目太少, 你来一个独唱好吧? “ Wang Mingming sagte mit entschlossenem Ton: „An so einem Ort weiterzubleiben – welchen Sinn hat das? Deshalb habe ich beschlossen, an der nationalen Prüfung teilzunehmen und mich für eine Buchhalterstelle in einem Ministerium zu bewerben. Ich glaube, in zentralen Behörden muss man keine falschen Konten führen. Wenn ich dieses Jahr nicht bestehe, versuche ich es nächstes Jahr – auf jeden Fall will ich hier weg!“
孙伟点点头, 弹出一个欢快的乐句。 Wu Xiaohao sagte: „Warte noch ab, nach dem 18. Parteitag könnte sich dieser Trend ändern.“
2 吴小蒿与郭默商量决定,在“楷坡春晚”上力推石屋村的《斤求两》。不只在镇里表演, 还要到区里、市里表演, 使之列入市政府的非物质文化遗产名录。为此, 她俩又专程去了一趟香山。这次, 吴小蒿骑了自己的摩托车。她觉得在乡下工作离开车子不行,就和由浩亮商量,新买了一辆。 Wang Mingming schüttelte wiederholt den Kopf: „Ich glaube nicht, dass eine Konferenz das alles ändern kann. Wenn Regeln erst einmal etabliert sind, ist es sehr schwer, sie zu ändern.“
到了石屋村, 她们让村干部把那帮老人召集起来, 一遍遍敲打。吴小蒿让郭默录下视频, 然后请老人讲解为什么叫《斤求两》。老花鼓讲, 过去称东西,一斤等于十六两,但是算起来很麻烦,要把两化成斤才行,古人就总结出了一套口诀: 一退六二五, 二一二五三一八七五… … 有人用锣鼓家伙把这些算法敲出来, 这就是《斤求两》。 Wu Xiaohao sah, dass sie nicht zu überzeugen war, und dachte: Versuche es doch, du wirst nicht resigniert sein, wenn du es nicht versuchst.
郭默将双手捂上胸口, 将眼睛瞪圆: “什么? 把算法敲出来? 那是数学, 这是音乐, 怎么可能? " 吴小蒿说: “你别忘了, 简谱就是用数字记录的。” " 这口诀我不懂, 我彻底蒙圈。什么是一退六二五, 二一二五? " 吴小蒿说:" 在十六两制里, 一两等于零点零六二五斤, 二两等于零点一二五斤, 以下类推。” Nach einer Weile, als es vollständig dunkel war, schlug Sun Wei vor zurückzugehen. Die drei stiegen gemeinsam hinab. Beim Wohnhaus erfuhr Wu Xiaohao, dass die beiden hier ein Zimmer mieteten und zusammenlebten. Wu Xiaohao fragte: „Was macht euer Vermieter?“ Sun Wei sagte: „Er macht Kleingeschäfte in der Stadt und hat uns das Haus vermietet.“ Wu Xiaohao fragte nach der monatlichen Miete. Sun Wei sagte fünfhundert.
老人又开始演奏, 并且提醒她俩, 重点听鼓点儿。吴小蒿在手机里搜出"斤求两" 口诀,边看边听。她听见,在大锣、小锣、钹、铙热热闹闹的敲击中, 鼓点儿果然有玄机。突然, 它敲了六下, 间隔几个小节再敲两下, 再问隔几个小节敲五下。六、二、五, 这是把一两敲出来了。往后, 她全听懂了, 就微笑着报出口诀:”一、二、五,二两! 一、八、七、五, 三两! .. .... " 直到把十五两全部报出。那帮老人非常兴奋, 用更加欢快有力的打击表示一斤的到达。 Wu Xiaohao schaute hinauf – Niugu streckte immer noch seinen Kopf aus dem Fenster. Sie zeigte darauf und fragte: „Ihr seid Nachbarn von diesem Kalb?“ Wang Mingming sagte: „Ja, gegenüber.“ „Wer züchtet das Kalb?“ „Ein älteres Paar, beide über sechzig. Ihr Sohn arbeitet in der Stadt und hat eine Wohnung gekauft. Sie müssen beim Abbezahlen des Wohnungsdarlehens helfen, haben keine andere Möglichkeit gefunden und deshalb ein Kalb gezüchtet.“
吴小蒿听罢感叹: “因为含有’ 斤求两' , 这种鼓谱非常复杂,一般人真是演奏不了。” Wu Xiaohao dachte: Viele Landbewohner ziehen in Städte und Gemeinden, der Urbanisierungsprozess wird immer schneller.
老花鼓敲下最后几个鼓点儿, 指挥大家收住家伙, 用鼓槌指着吴小蒿说: “你这个镇长厉害。三十年来,没有一个年轻人能听懂《斤求两》,你是第一个! ” - - -
郭默连连摇头:”我可听不懂,吴镇长,我服你了! 不过,老祖宗为什么要把一斤搞成十六两? 多麻烦呀! “ An diesem Tag las Wu Xiaohao gerade Dokumente in ihrem Büro, als ein Mensch mit verbundenem Kopf hereinkam und sie „Tante“ nannte. Es war Chutou, der gekommen war. Wu Xiaohao fragte, wie er sich verletzt habe. Er rief laut: „Von einem Fischereityrannen geschlagen!“ „Ein Fischereityrann? Wo?“ „Am Qianshen-Kai. So unverschämt!“
吴小蒿读历史时看过资料, 向她解释: 先秦时期, 古人运用杠杆原理发明了木杆秤, 把北斗七星和南斗六星合计定为十三两一斤, 所以秤上每一两的标记也叫"星" 。秦始皇统一中国后,又加上人间的"福、禄、寿、" 三星。这样, 天上人间, 合计为十六星, 把十六两定为一斤, 并诏令天下, 无论做什么生意, 都不得少两, 若少给一两就少一颗星, 就会减福折寿。 Wu Xiaohao goss ihm ein Glas Wasser ein, bat Chutou, sich zu setzen und zu erzählen. Chutou erzählte mit einem Gesicht voller Empörung von seinen Erlebnissen, wobei die Bandage auf seinem Kopf zu einer direkten Beweisführung wurde. Ursprünglich arbeitete er auf der Kiemeninsel für einen Bootseigner namens Bao. Dieser Boss Bao verkaufte seinen Fang nicht sofort, sondern lagerte ihn in einem Kühlhaus, um ihn vor dem Neujahr zu verkaufen und einen höheren Preis zu erzielen. Aber diese Vorgehensweise verärgerte die Fischhändler, die ihn zum Feind machten. Am Qianshen-Kai gab es einen besonders mächtigen Fischereityrannen, einen Nordostchinesen, genannt „Erdaohezi“, mit zwei Narben auf dem Kopf. Mit einem Wort oder Tritt von ihm zitterte der ganze Kai. Welchen Fang er wollte, musste der Kapitän ihm verkaufen, und auch noch zu einem reduzierten Preis. Aber Boss Bao kaufte ihm nicht ab, gab ihm nicht ein einziges Boot, was Erdaohezi wütend machte. Vor drei Tagen fuhren Chutou und die anderen wieder aufs Meer hinaus und kamen mit einem Boot voller Fisch zurück. Heute Morgen, kurz vor dem Kai, kam Boss Bao plötzlich aus dem Steuerhaus und forderte die Besatzung auf, sich zu bewaffnen und für einen Kampf bereitzumachen. Er sagte, Erdaohezi habe ihn gerade angerufen und verlange diese Ladung unbedingt. Chutou fühlte sich als Angestellter des Bosses verpflichtet, seinen Befehlen zu folgen, also nahm jeder eine Eisenstange. Kaum hatte das Boot angelegt, sprangen Raufbolde an Bord und griffen Boss Bao an. Boss Bao befahl der Besatzung, sich zu wehren. Gerade als Chutou nach vorn wollte, wurde sein Kopf von jemandem getroffen, der Hut fiel ins Wasser. Glücklicherweise war er noch bei Bewusstsein, schwamm zu einer Ecke des Hafens, kletterte heraus und ging zur Hafenklinik, um seine Wunde verbinden zu lassen. Er hörte von anderen, dass Boss Bao mit einem Messer in die Schulter gestochen worden war und bereits ins Krankenhaus der Yucheng gebracht wurde.
老花鼓说: “对, 老辈人传下两句话: ‘ 秤上亏心不得好, 秤平斗满是好人!’” Nachdem sie dies gehört hatte, konnte Wu Xiaohao ihre Empörung nicht zurückhalten: „Erdaohezi beherrscht so den Markt, und niemand kümmert sich darum?“ „Habt ihr nicht die Polizei gerufen?“ Chutou sagte: „Doch, die Polizei kam und schaute sich das an, sagte aber, man werde es klären, wenn der Boss wieder gesund sei. Aber ich hörte von den Kollegen, dass die Polizeistation Erdaohezi schützt, eine Anzeige bringt nichts.“ Wu Xiaohao war sehr überrascht: „Was? Wie kann die Polizeistation so handeln?“ Chutou sagte: „Der Boss von Erdaohezi ist mächtig, er hat die Polizeistation gekauft.“ „Wer ist sein Boss?“ „Der Ba-Boss der Shenhua-Gruppe, Spitzname ‚Bawang'.“ Vor Wu Xiaohaos Augen blitzte das Hegemonenpeitsche am Meer auf und das Yunhua-Gebäude über dem Hegemonenpeitsche.
郭默用手敲击一下大鼓说: “哎哟,《斤求两》里的文化真够多, 咱们赶快申遗!” Plötzlich ertönte ein Nebelhorn, tief und lang. Wu Xiaohao dachte: Dieses Nebelhorn kommt sicher aus dem Hafen von Walbucht. Was bedeutet es? Vielleicht hält es ein Fischer während der Schonzeit nicht mehr aus und will trotzdem aufs Meer hinaus, und drückt so nachts seine Gefühle aus? Das Nebelhorn weckte auch in Wu Xiaohao einen starken Impuls. Sie dachte: Jetzt bin ich auch eine Fischerin von Liangpo, auch ich bin bereit zum Aufbruch. Obwohl das Meer gefährlich ist, obwohl mir die Erfahrung fehlt – ich habe keine Angst. Ich will mich schnell anpassen und schnell wachsen. Sie wollte noch ein wenig lesen, bevor sie schlief, und nahm ein Buch aus der Schublade. Das Buch war dick wie ein Ziegelstein, der Titel lautete „Geschichte des heutigen Tages“ – es war ihr Lieblingsbuch zum Lesen und auch das nützlichste. Heute war der 29. August. Sie schlug die Seite „29. August“ auf und sah als ersten Eintrag „1842 – Unterzeichnung des Vertrags von Nanking (Nanjing) zwischen China und Großbritannien“. Sie begann aufmerksam zu lesen. Obwohl sie mit diesem Abschnitt der Geschichte sehr vertraut war, konnte sie bei jedem Lesen spüren, wie der Rauch des Opiumkriegs sich gerade erst verzog und die demütigende, mörderische Atmosphäre auf dem britischen Kriegsschiff „Cornwallis“ noch in der Luft lag. Wu Xiaohao war während ihres Studiums von „Geschichte des heutigen Tages“ fasziniert. Am Ende des ersten Semesters, gerade nach Abschluss der Kurse „Geschichte des alten China (Teil 1)“ und „Geschichte des alten Weltgeschichte“, wollte sie eine Semesterarbeit schreiben. An diesem Tag suchte sie in der Bibliothek nach Referenzmaterial und entdeckte plötzlich ein Buch mit dem Titel „Geschichte des heutigen Tages“. Sie hatte diese Rubrik früher in Zeitungen gesehen, aber nicht besonders beachtet. Als sie nun ein solches Buch in der Hand hielt, entdeckte sie plötzlich eine andere Facette der Geschichte. Die Geschichte in Lehrbüchern ist linear, die Geschichte in diesem Buch ist nicht-linear. Die Geschichte in Lehrbüchern ist in realistischem Stil geschrieben, dieses Buch hat einen magischen Charakter. Mehrere tausend Jahre wurden plötzlich zu einem Wald, der Wald bestand aus 365 großen Bäumen. Nein, genau genommen sollten es 365 plus ein Viertel sein, denn der 29. Februar erscheint nur alle vier Jahre. Baum für Baum stand da, hoch aufragend, ohne Anfang und Ende. Jeder Baum repräsentierte einen Tag, behängt mit Früchten. Die Früchte waren süß und sauer, bitter und scharf; manche erfreuten das Auge, andere trieften von Blut. Wenn man einen einzelnen Baum betrachtete, sprang man plötzlich in vergangene Dynastien, dann wieder in die Moderne, mal ins Ausland, mal zurück nach China – die Wirkung war außerordentlich stark und vermittelte ein Gefühl schwerer Melancholie. Nachdem sie das Buch durchgelesen hatte, war sie inspiriert und schrieb ihre Leseerfahrungen in einem Aufsatz nieder mit dem Titel „Eine andere Facette der Geschichte – Gedanken zu 'Geschichte des heutigen Tages'„. Nach der Fertigstellung zeigte sie den Aufsatz zwei Professoren. Professor Kang Youwei, der Weltgeschichte unterrichtete, kritisierte sie heftig und sagte, sie sei auf einen Holzweg geraten, ja sogar in eine gefährliche Obsession verfallen. Geschichte sei eine Wissenschaft, und Wissenschaft dürfe nicht verwirrend sein. Noch ernster sei, dass Studentin Xiaohao einen logischen Fehler begangen habe – Geschichte habe kein „Heute“, Geschichte sei immer „Gestern“ und „Vorgestern“. Wu Xiaohao war nicht überzeugt und dachte: Professor, Sie haben das Konzept verdreht. Das „Heute“ in diesem Buch ist nur eine Datumsmarkierung, nicht das „Heute“, das Sie verstehen und das gerade stattfindet. Glücklicherweise lobte Professor Fang Zhiliang, der chinesische Geschichte unterrichtete, ihren Aufsatz und sagte, sie solle divergentes Denken entwickeln und sich nicht von Lehrbüchern oder Professorenvorträgen einschränken lassen. Professor Fang empfahl ihren Aufsatz auch einer Jugendzeitschrift, und er wurde bald veröffentlicht, was ihre Kommilitonen Wu Xiaohao mit anderen Augen sehen ließ. Nach der Veröffentlichung des Aufsatzes gab Wu Xiaohao das Buch „Geschichte des heutigen Tages“ an die Bibliothek zurück, ging selbst in eine Buchhandlung und kaufte sich ein Exemplar, das sie wiederholt las. Sie las jeden Tag ein historisches Ereignis, suchte oft nach verwandtem Material und verstand den Zusammenhang dieser Geschichte, um schließlich ihre Auswirkung auf den historischen Verlauf und ihre historische Bewertung zu verstehen. Diese Methode förderte auch ihr Lernen, sodass ihre Fachkurse alle mit „Ausgezeichnet“ bewertet wurden. Eines Tages hatte Wu Xiaohao wieder eine Inspiration und beschloss, auch ihre persönlichen wichtigen Ereignisse in diesem Buch festzuhalten. Wenn sie an einem Tag etwas Wichtiges erlebte, suchte sie das entsprechende Datum im Buch und notierte es in den leeren Spalten. Diese Aufzeichnungsmethode war interessanter als Tagebuchschreiben. Zum Beispiel im dritten Studienjahr, am 20. April, als die ganze Klasse mit dem Zug nach Qufu fuhr, um die konfuzianische Kultur zu studieren. Nach der Rückkehr nach Jinan notierte sie unter dem 20. April in „Geschichte des heutigen Tages“: „Unter Führung der Lehrer Qufu besucht, die 'Drei Kong' besichtigt.“ Dann sah sie im Buch nach: An diesem Tag in der chinesischen und ausländischen Geschichte geschahen wichtige Ereignisse wie „429 – Geburt des römischen Kaisers“, „1934 – Das Zentralkomitee der KPCh verabschiedet das 'Sechspunkteprogramm zur Rettung der Nation gegen Japan'„, „1981 – In Tongxiang, Provinz Zhejiang, werden Überreste einer Dorfgemeinschaft der Urgesellschaft entdeckt“, „1930 – Aufstand gegen die Briten in der indischen Stadt Peshawar“, „1972 – Die amerikanische Raumfähre Apollo 16 landet auf dem Mond“, „1996 – Atomsicherheitsgipfelkonferenz der acht Länder in Moskau eröffnet“ usw. Eine Mitbewohnerin entdeckte ihre Aufzeichnungen und sagte, sie wolle berühmt werden. Wu Xiaohao sagte: „Wo habe ich solche Ambitionen? Ich denke nur: Die Geschichte der Menschheit besteht aus individuellen Geschichten. Obwohl mein Leben unbedeutend ist und ich, wie mein Name sagt, nur ein kleines Grasbüschel bin, kann ich doch, wenn ich meine Erfahrungen festhalte, die Ära widerspiegeln und Geschichte reflektieren.“ So behielt sie diese Gewohnheit bei. Wu Xiaohao war fasziniert von „Geschichte des heutigen Tages“ und ebenso von der Geschichte in den Lehrbüchern. Sie dachte: Selbst wenn ich in dieser Welt nur ein paar Jahrzehnte lebe, kann ich durch das Studium der Geschichte meinen Blick über fünftausend Jahre schweifen lassen, die Veränderungen betrachten, die die Menschheit durchgemacht hat, die Zivilisationen, die sie geschaffen hat, die Fehler, die sie begangen hat, darüber nachdenken, was gewonnen und verloren wurde, Gesetzmäßigkeiten erforschen und späteren Generationen als Lehre dienen – welch großes Glück! Als Professor Fang sie ermutigte, sich für ein Masterstudium in Archäologie zu bewerben und sich sogar bereit erklärte, sie als Schülerin aufzunehmen, war sie sehr bewegt. Im letzten Semester lernte sie eifrig und bereitete sich darauf vor, problemlos aufgenommen zu werden und Professor Fangs Schülerin zu werden. You Haoliang jedoch war entschieden dagegen, dass sie ein Masterstudium aufnahm. Er sagte, die Eltern bräuchten sie zur Pflege im Alter, und der Vater habe bereits für Wu Xiaohao arrangiert, dass sie an der ersten Mittelschule in Pingwei unterrichten könne. Wu Xiaohao wusste: Wenn sie dorthin ging, würde sie in das Netz fallen, das die Familie You gewoben hatte, und könnte nur gehorsam die Schwiegertochter der Familie You sein und sich von ihnen herumkommandieren lassen. Wenn sie an das Gesicht ihres zukünftigen Schwiegervaters dachte, des ehemaligen stellvertretenden Kreisleiters, der ständig ein überhebliches Lächeln trug, als würde er jederzeit andere belehren wollen, war sie zutiefst unwillig. Eines Abends zeigte You Haoliang in dem kleinen gemieteten Haus auf eine Mauerecke und sagte: „Du willst doch Archäologie studieren? Wenn du nicht auf mich hörst, lasse ich hier jemanden Archäologie betreiben.“ Wu Xiaohao fragte: „Was meinst du damit?“ You Haoliang sagte bösartig: „Ich begrabe dich unter der Erde und lasse spätere Generationen dich ausgraben, um zu sehen, aus welcher Dynastie diese Totengebeine stammen!“ Wu Xiaohao fiel sofort in Ohnmacht. Als sie aufwachte, lag sie nackt im Bett, und You Haoliang lag auf ihr und wiederholte alte Lektionen. Sie weigerte sich mitzumachen, weinte und wehrte sich ab. You Haoliang wurde brutal und sagte dabei: „Ohne die finanzielle Unterstützung unserer Familie hättest du, Wu Xiaohao, überhaupt studieren können? Du willst nach dem Studium nicht zurückkommen, um dich zu revanchieren, sondern willst auch noch weiter studieren? Du bist undankbar! Du hast wilde Träume!“ Wu Xiaohao litt die ganze Nacht und beschloss zu kapitulieren. Sie sagte zu You Haoliang: Sie würde auf das Masterstudium verzichten und sich für eine Beamtenstelle in Yucheng bewerben – das sei nah an der Kreisstadt Pingwei, und es sei auch bequem, die Alten zu besuchen. You Haoliang besprach sich mit seiner Familie und machte auch einen Kompromiss – er stimmte zu, dass Wu Xiaohao nach Yucheng ging. Wu Xiaohao verstand: In den Augen des zukünftigen Schwiegervaters mit seinem starken Geltungsdrang war Yucheng zwar nur ein Bezirk, aber ein Stadtbezirk, und die Schwiegertochter arbeitete praktisch in der Stadt, was seiner Familie Ehre brachte. So notierte sie unter dem „26. Februar“ in „Geschichte des heutigen Tages“: 2002 – Antritt der Stelle bei der Politischen Konsultativkonferenz des Bezirks Yucheng Nachdem sie alle Einträge vom „29. August“ gelesen hatte, beschloss Wu Xiaohao, heute auch einen eigenen Eintrag zu machen. Sie nahm den Stift und schrieb in die leere Spalte der Buchseite: 2012 – Begleitete Bürgermeisterin zur Kiemeninsel. Wollte dem Bezirksleiter die Autotür öffnen, wurde vom Sekretär streng kritisiert --- **10** Tagsüber war das Regierungsgebäude von Liangpo voller Menschen, aber nach Feierabend wurde es kalt und leer. Obwohl der Sekretär eine Wohnung hatte, fuhr er nach der Arbeit meist in die Stadt zurück, da sein alter Vater an Depressionen litt und sein Sohn gerade die Oberschule besuchte – beide brauchten Betreuung. Die Bürgermeisterin wohnte zwar in Liangpo, aber ihr Privathaus lag ziemlich weit vom Regierungsgebäude entfernt. Etwa zehn weitere Personen wohnten in der Stadt, manche fuhren mit dem Bus, manche bildeten Fahrgemeinschaften und pendelten täglich als „Wanderkader“. Wu Xiaohao wollte nicht hin und her fahren – sie fand es zu anstrengend, jeden Tag sechzig Kilometer zu pendeln. Das Büro für Sicherheitsinspektion hatte einen Kleinbus, Li Yanmi fuhr ihn jeden Tag in die Stadt zurück und lud Wu Xiaohao ein mitzufahren, aber sie lehnte ab. Sie dachte: Das ist ein öffentliches Fahrzeug, ich bin zwar für Sicherheit zuständig, aber das kann kein Grund sein, mitzufahren. In Wirklichkeit wollte sie nicht in die Stadt zurückfahren, sondern in Liangpo bleiben, weil sie ein Gefühl der Befreiung genießen wollte. Seit Beginn des Studiums klebte You Haoliang wie Baumharz an ihr, bis er sie in der Hand hatte. Nach der Heirat gab es ständig Konflikte wegen unterschiedlicher Ansichten. You Haoliang hatte keine feste Arbeit, registrierte eine Firma, mietete ein Büro in der Stadt und versuchte täglich durch Spekulationen Geld zu verdienen, indem er die persönlichen Beziehungen seines Vaters nutzte. In der Stadt und im Bezirk gab es mehrere Beamte, die alte Untergebene von You Dazhuo waren. You Haoliang ging schamlos zu ihnen, ließ sie Verbindungen herstellen und Projekte vermitteln, die er dann an andere weitervergab. Bei Einladungen zum Essen ließ You Haoliang oft Wu Xiaohao als Begleitung auftreten, um diese Beamten und Geschäftsleute zu unterhalten. Manche wurden betrunken und verloren die Kontrolle, machten anzügliche Bemerkungen. Ein Abteilungsleiter, der über zwanzig Jahre älter war als Wu Xiaohao, nannte sie tatsächlich „kleine Schwester“. Manche dachten, da sie für You Haoliang Projekte vermittelten, sollte seine Frau hocherfreut sein. Aber Wu Xiaohao konnte sich nicht freuen, saß da wie ein Eisblock und ließ die Atmosphäre am Tisch abrupt abkühlen. Nach der Rückkehr nach Hause schimpfte You Haoliang mit Wu Xiaohao und sagte, sie verstehe es nicht, ihrem Mann zu folgen, säße da mit einem Gesicht wie ein Stück Holz und denke nicht an das Wohl der Familie und des Kindes. Wu Xiaohao sagte: „Ich arbeite und verdiene mein Gehalt, ist das nicht für die Familie und das Kind? Ich bin eine anständige Beamtin, ich kann nicht als deine Begleiterin dienen!“ You Haoliang wurde sehr wütend und drohte ihr Gewalt an, mit Schlägen und Tritten. Gezwungenermaßen musste Wu Xiaohao ihn wieder zu Geschäftsessen begleiten, aber wenn sie etwas mehr redete oder etwas mehr lächelte, beschuldigte You Haoliang sie nach der Rückkehr, vor anderen zu flirten, und schlug sie wieder. Wu Xiaohao ließ sich nicht alles gefallen. Wenn es zu häuslicher Gewalt kam, hatte sie sogar die Polizei gerufen. Aber als die Polizei kam, wechselte You Haoliang sofort sein Gesicht, entschuldigte sich bei der Polizei, bei seiner Frau, bei seinen Schwiegereltern und sagte, er sei impulsiv gewesen und habe seine Emotionen nicht unter Kontrolle gehabt, er würde sich sicher bessern. Die Polizei sah ihn so und kritisierte ihn ein paar Mal, forderte sie auf, ihre Ehe gut zu führen und die Familienharmonie zu bewahren, dann kehrte sie zur Polizeistation zurück. Aber nach einiger Zeit fiel You Haoliang in alte Muster zurück und schlug sie wieder. Wu Xiaohao hatte auch an Scheidung gedacht, ihre beste Freundin Yueyue hatte mit ihr darüber gesprochen. Yueyue unterstützte sie entschieden: „Du bist eine gebildete Frau, wie kannst du dich so demütigen lassen?“ Wu Xiaohao fasste Mut und stellte You Haoliang zur Rede. You Haoliang spielte jedoch die Karte mit dem Kind aus und behauptete, dass bei einer Scheidung Diandian bei ihm bleiben müsse und Wu Xiaohao ihre Tochter nie wieder sehen dürfte. Bei dem Gedanken an dieses Ergebnis brach Wu Xiaohao das Herz, sie war am Boden zerstört. Denn sie liebte ihre Tochter zu sehr – ohne ihre Tochter würde sie vielleicht den Mut zum Weiterleben verlieren. Was sie zögern ließ, war auch, dass You Haoliang das Kind ebenfalls liebte und gut kochen konnte – Diandian war ihm sehr zugetan. Angesichts dieser Situation wählte Wu Xiaohao wieder die Geduld. Nach mehreren Jahren des Ertragens konnte sie es nicht mehr aushalten und wählte schließlich die Flucht – sie nahm die Stelle auf dem Land an. Nach ihrer Ankunft in Liangpo wurde es besser. Nach einem Arbeitstag hatte sie abends Ruhe und Frieden, konnte Bücher lesen, im Internet surfen, Nachrichten in sozialen Medien durchsehen und mit einigen Leuten chatten. Natürlich musste sie auch jeden Tag mit ihrer Tochter telefonieren, um zu erfahren, wie es ihr ging, und ihre Mutterliebe auszudrücken. An diesem Abend ging Wu Xiaohao nach dem Essen hinaus und beschloss, den Guaxin-Hügel zu besuchen. Sie verließ den Regierungskomplex, bog nach rechts ab, ging die Ost-West-Straße entlang, bog dann wieder nach rechts ab, und der Guaxin-Pavillon erschien zwischen zwei Bauernhäusern. Wu Xiaohao ging zu den Häusern und entdeckte, dass das kleine gelbe Kalb immer noch seinen Kopf aus dem Fenster von Liu Gongs Haus streckte. Sie rief ihm nach, wie sie es Liu Gong hatte tun hören: „Niugu!“ Das Kalb senkte den Kopf, um sie anzusehen, dann hob es plötzlich seinen Kopf zum Himmel und muht laut. Sie hörte heraus, dass in diesem Muhen komplexe Bedeutungen lagen – das Leiden der Gefangenschaft, die Sehnsucht nach den Bergen, alles schien darin enthalten zu sein. Als sie es wieder ansah, wurde ihr Herz ein wenig sauer. Wu Xiaohao verließ die Bauernhäuser und ging zum Dorf Liangpo. Hier gab es außer dem Guaxin-Pavillon nur ein paar schnell wachsende Pappeln – kahl und langweilig. Sie stellte sich vor, wie spektakulär der alte Schnurbaum gewesen sein musste, der vor sechzig Jahren hier stand. Es war zu schade, dass der Baum gefällt worden war. Sie ging weiter, bis sie am Fuß des Guaxin-Hügels ankam. Sie stieg den Kiesweg hinauf, die Kiefern zu beiden Seiten wichen zurück. Drei Kilometer entfernt war das endlose Meer, die Kiemeninsel in Form eines liegenden Ochsen schwebte auf der Horizontlinie. Sie setzte sich auf einen flachen nackten Felsen und schaute zur Kiemeninsel hinüber. Sie dachte an Li Dabiao und Wan Yufeng – ob sie wohl zu Abend gegessen hatten? Und Chutou – war er gerade auf der Insel? Wenn nicht, in welchem Gebiet des weiten Meeres fischte er gerade? Plötzlich sprang in ihrer Vorstellung eine kräftige Gestalt von der Kiemeninsel ins Meer und schwamm kraftvoll. Das war Rong Chengchi. In seiner Jugend musste er das oft getan haben, denn er war ein Nachkomme der Kiemenmenschen, fast ein amphibisches Wesen. Aber dann schämte sie sich für diese Vorstellung. Warum dachte sie an ihn? Warum sollte ich an ihn denken? Sie strich sich durchs Haar und richtete ihren Blick wieder konzentriert aufs Meer. Als sie näher heranschaute, sah sie den Hegemonenpeitschewall. In diesem Moment beleuchtete die Abendsonne den Riffwall und ließ ihn zu einer goldenen langen Peitsche werden. Mehrere Fischerboote näherten sich aus der Ferne. Sie dachte, die Menschen auf den Booten würden wohl zum Guaxin-Hügel hinaufblicken, an die Heimkehr denken, an ihre Lieben. Im Leben muss jeder einen „Guaxin-Hügel“ haben. Ihr „Guaxin-Hügel“ war in Yucheng, das war Diandian. Sie saß auf dem Berggipfel, dachte nach und schaute aufs Meer. Sie sah, wie die Wolken über dem Meer von weiß zu rot wurden, das Meer von blau zu schwarz, wie das Licht im Leuchtturm auf der Kiemeninsel aufflammte und die Lichter im Fischerhafen hell aufleuchteten. Als sie sich dann in Richtung Nordosten umdrehte, war ein großer Teil des Himmels hell erleuchtet – das war die Nacht von Yucheng. Wenn sie an ihren „Guaxin-Hügel“ dachte, an das niedliche Aussehen ihrer Tochter, wurde sie zärtlich wie Wasser und schaute lange in diese Richtung. Hinter ihr waren Schritte und Stimmen zu hören. Sie drehte sich um und sah ein junges Paar, das ebenfalls hierher kam. Wu Xiaohao dachte: Sie sind wohl zum Date hier, ich sollte ihnen Platz machen. Gerade als sie aufstehen wollte, begannen die beiden zu streiten. Der Mann sagte: „Wenn du weggehst, was soll ich tun?“ Die Frau sagte: „Du gehst doch auch!“ Der Mann sagte: „Meine Familie ist in Liangpo, nach dem Abschluss bin ich endlich zurückgekommen, meine Eltern sind auch alt – kann ich wieder weggehen?“ Die Frau sagte: „Das ist mir egal, ich habe hier wirklich genug!“ Der Mann sah Wu Xiaohao, kam näher und sagte: „Ist das nicht Bürgermeisterin Wu? Überzeugen Sie doch bitte meine Freundin, dass sie nicht an der nationalen Beamtenprüfung teilnehmen soll.“ Wu Xiaohao bat sie, sich zu setzen, und nach einem Gespräch erfuhr sie, dass dies ein Paar war – der Mann hieß Sun Wei und war ein Universitätsabsolvent, der als Dorfbeamter in Songruan Village arbeitete, die Frau hieß Wang Pingping und war Buchhalterin im Stadtfinanzamt. Sie hatten beide ihren Abschluss an der Shandong University of Finance and Economics gemacht, waren letztes Jahr zusammen nach Liangpo gekommen, aber jetzt wollte Wang Pingping an der nationalen Beamtenprüfung teilnehmen und plante, diesen Ort zu verlassen. Wu Xiaohao fragte Wang Pingping, warum sie gesagt habe, sie habe genug. Wang Pingping seufzte: „Ach, seit ich im Finanzamt angefangen habe, haben die Konten, mit denen ich zu tun habe, meine Weltanschauung zerstört. An der Universität sagten unsere Professoren, wir sollten nach Antritt einer Buchhalterstelle streng die rote Linie einhalten – diese rote Linie bedeutet, keine falschen Konten zu führen. Aber hier zwingen mich die Vorgesetzten ständig, zu fälschen, ich halte es wirklich nicht mehr aus.“ Wu Xiaohao fragte: „Was fälschen?“ Wang Pingping sagte: „Was nicht abgerechnet werden sollte, wird auf alle möglichen Arten abgerechnet. Falsche Rechnungen und Quittungen gibt es zuhauf.“ „Wessen Unterschriften sind darauf?“ „Die des Amtsleiters, des Sekretärs, der Bürgermeisterin.“ „Nach der Abrechnung stecken sie es selbst ein?“ „Das nicht. Zumindest Sekretär Zhou nicht. Soweit ich weiß, ist Sekretär Zhou vom Typ, der sich nicht selbst bereichert. Obwohl er falsche Rechnungen unterschreibt, steckt er nie einen Cent in seine eigene Tasche. Er bereitet sich auf eine Beförderung vor und würde sich nie wegen Geld seine Zukunft verbauen.“ Wu Xiaohao war verwundert: „Warum lässt er Sie dann Konten fälschen?“ „Das ist auch eine Notlösung, die Stadt hat kein Geld. Öffentliche Bewirtung und graue Ausgaben – die Führungskräfte müssen sich etwas einfallen lassen.“ „Was sind graue Ausgaben?“ „An Feiertagen Geschenke verteilen. Das Mondfest steht bevor, wieder müssen Geschenke und Karten gekauft werden. Gestern hörte ich den Amtsleiter sagen, wir müssen zwei Dutzend Packungen Seegurken kaufen, das kostet über zweihunderttausend. Außerdem müssen wir im größten Einkaufszentrum der Stadt Einkaufsgutscheine im Wert von einhunderttausend kaufen. Dieses Geld ist nicht vorgesehen, was tun? Wir müssen zweckgebundene Mittel von oben zweckentfremden, zum Beispiel Brandschutzgelder, Wassergelder und so weiter. Kürzlich hat die übergeordnete Behörde Dürrehilfegelder überwiesen, und die Führung plant, dieses Geld zu verwenden.“ Wu Xiaohao riss die Augen auf, fühlte, wie Wut in ihrer Brust aufstieg und fast explodierte. Sie dachte an Laozis Worte: „Der Weg des Himmels ist es, dem Überfluss zu nehmen und dem Mangel zu geben. Der Weg der Menschen ist anders: Er nimmt vom Mangel, um den Überfluss zu mehren.“ Sie sprang auf: „Wie kann man so etwas tun? Die Feldfrüchte der gewöhnlichen Leute sind dabei zu verdorren. Wenn die Stadt Dürrehilfegelder zweckentfremdet, um nach oben Geschenke zu verteilen – wo bleibt da das Gewissen?“ Sun Wei sagte: „Bürgermeisterin Wu, Sie wissen nicht: An Feiertagen nach oben Geschenke zu verteilen, ist öffentlich bekannt geworden, alle Städte und Gemeinden tun es, niemand traut sich, diese Regel zu brechen.“ Wu Xiaohao wusste etwas darüber. In den letzten Jahren liefen um die Feiertage herum alle Bürgermeister der Städte und Gemeinden zum Bezirksamtsgebäude und zu wichtigen Abteilungen. Da Städte und Gemeinden keine Politische Konsultativkonferenz hatten, kam niemand zur Bezirks-Konsultativkonferenz, um Geschenke abzugeben, was einige pensionierte Beamte verärgerte. Ihre direkte Vorgesetzte, die Abteilungsleiterin Jin Shoulan, stand am Fenster, schaute auf die Geschenkautos draußen und sagte mit Bedauern, diese Leute hätten die Brücke hinter sich abgerissen, nachdem sie den Fluss überquert hatten – wie undankbar! Wang Pingping sagte mit entschlossenem Ton: „An so einem Ort zu bleiben – welchen Sinn hat das? Deshalb habe ich beschlossen, an der nationalen Prüfung teilzunehmen, und mich für eine Buchhalterstelle in einem Ministerium beworben. Ich glaube, in zentralen Behörden muss man keine falschen Konten führen. Wenn ich dieses Jahr nicht bestehe, versuche ich es nächstes Jahr wieder. Auf jeden Fall will ich von hier weg!“ Wu Xiaohao sagte: „Warte noch ein bisschen. Nach dem 18. Parteitag könnte sich dieser Wind ändern.“ Wang Pingping schüttelte wiederholt den Kopf: „Ich glaube nicht, dass eine Konferenz all das ändern kann. Sobald sich ungeschriebene Regeln etabliert haben, ist es sehr schwer, sie zu ändern.“ Wu Xiaohao sah, dass sie nicht zu überzeugen war, und dachte: Versuch es doch, wenn du nicht bestehst, wirst du dich fügen. Nach einer Weile, als es völlig dunkel war, schlug Sun Wei vor zurückzugehen. Die drei standen auf und gingen den Berg hinunter. Als sie zu den Bauernhäusern kamen, erfuhr Wu Xiaohao, dass die beiden hier ein Zimmer gemietet hatten und zusammen lebten. Wu Xiaohao fragte: „Wer ist Ihr Vermieter?“ Sun Wei sagte: „Er macht kleine Geschäfte in der Stadt und vermietet das Haus an uns.“ Wu Xiaohao fragte, wie viel Miete pro Monat. Sun Wei sagte fünfhundert. Wu Xiaohao schaute nach oben – Niugu streckte immer noch seinen Kopf aus dem Fenster und blickte zu ihnen hinunter. Wu Xiaohao zeigte darauf und fragte: „Ihr seid Nachbarn dieses Kalbs?“ Wang Pingping sagte: „Ja, gegenüber.“ „Wer züchtet das Kalb?“ „Ein älteres Ehepaar, beide über sechzig. Ihr Sohn arbeitet in der Stadt und hat eine Wohnung gekauft. Sie müssen ihrem Sohn helfen, das Hypothekendarlehen abzubezahlen. Ihnen fiel nichts anderes ein, also haben sie ein Kalb gekauft.“ Wu Xiaohao dachte: Die Landbevölkerung zieht massenhaft in die Städte, die Urbanisierung schreitet immer schneller voran. --- **11** An diesem Tag saß Wu Xiaohao gerade in ihrem Büro und las Dokumente, als eine Person mit verbundenem Kopf hereinkam und sie „Tante“ nannte – es war Chutou. Wu Xiaohao fragte, wie er sich verletzt habe. Er antwortete lautstark: „Von den Fischereityrannen geschlagen!“ „Fischereityrannen? Wo?“ „Am Qianwan-Pier. Die schikanieren uns wirklich zu sehr!“ Wu Xiaohao goss ihm ein Glas Wasser ein, bat Chutou, sich zu setzen und zu erzählen. Chutou erzählte mit seinem bandagierten Kopf und den blauen Flecken im Gesicht von seinem Schicksal. Auf der Kiemeninsel arbeitete er für einen Reeder namens Bao. Dieser Boss Bao verkaufte seinen Fang nie sofort nach dem Fischen, sondern lagerte ihn in seinem Kühlhaus, um ihn vor dem Neujahr zu einem höheren Preis zu verkaufen. Aber damit verärgerte er die Fischhändler, die ihn als Feind betrachteten. Im Qianwan-Hafen gab es einen besonders gefährlichen Fischereityrann, einen Nordostchinesen, genannt „Erdaohe“, mit zwei Narben auf dem Kopf. Mit einem Wort von ihm zitterte der ganze Pier. Welches Boot er auch haben wollte – die Kapitäne mussten ihm den Fang verkaufen, und zwar zu einem reduzierten Preis. Aber Boss Bao respektierte ihn nicht und gab ihm kein einziges Boot, was Erdaohe wütend machte. Vor drei Tagen gingen Chutou und die anderen wieder aufs Meer hinaus und kehrten mit einer Bootsladung Fisch zurück. Heute Morgen, kurz vor der Ankunft am Pier, kam Boss Bao plötzlich aus der Kapitänskajüte und befahl der Crew, sich zu bewaffnen und sich auf einen Kampf vorzubereiten. Er sagte, Erdaohe habe ihn gerade angerufen und wollte diese Bootsladung unbedingt haben. Chutou fühlte sich als Angestellter des Bosses verpflichtet, den Befehlen zu folgen, also nahm er mit den Kollegen jeweils eine Eisenstange. Kaum hatte das Boot angelegt, sprang eine Gruppe Schläger an Bord und griff Boss Bao an. Boss Bao befahl der Crew, die Waffen einzusetzen. Chutou wollte gerade eingreifen, als ihn jemand am Kopf traf und er ins Wasser fiel. Zum Glück war er noch bei Bewusstsein, schwamm in eine Ecke des Hafens, kletterte heraus und ging zur Hafenklinik, um die Wunde verbinden zu lassen. Von anderen hörte er, dass Boss Baos Schulter von jemandem mit einem Messer verletzt worden war und er bereits ins Krankenhaus von Yucheng gebracht worden war. Als Wu Xiaohao das hörte, konnte sie ihre Wut nicht zurückhalten: „Erdaohe verhält sich so tyrannisch – kümmert sich denn niemand darum? Habt ihr die Polizei gerufen?“ Chutou sagte: „Wir haben die Polizei gerufen, die Polizisten kamen und schauten sich um, sagten aber, sie würden sich darum kümmern, wenn Boss Bao wieder gesund sei. Aber ich hörte von Kollegen, dass die Polizeistation Erdaohe schützt – eine Anzeige zu erstatten bringt nichts.“ Wu Xiaohao war sehr überrascht: „Was? Wie kann die Polizeistation so etwas tun?“ Chutou sagte: „Erdaohes Boss ist mächtig und hat die Polizeistation gekauft.“ „Wer ist sein Boss?“ „Der Ba-Chef vom Shenhua-Konzern, sein Spitzname ist 'Bawang'.“ Vor Wu Xiaohaos Augen erschienen der Hegemonenpeitschewall am Meer und das prächtige Gebäude auf dem Hegemonenpeitschewall.
从石屋村回来, 吴小蒿就坐到办公室, 用电脑写申遗报告。她查阅资料, 仔细研究, 觉得《斤求两》是一项不可多得的非物质文化遗产。而且, 它是在" 香山遗美" 的故事发生地发现的,证明这个山村有着丰厚的文化积淀。孔子说过, "礼失求诸野" , 此言不虚。 Chutou schaute Wu Xiaohao an, seine Augen voller Sorge. „Zweite Tante, du bist doch Bürgermeisterin, du musst dich darum kümmern! Deshalb bin ich ja zu dir gekommen.“ Wu Xiaohao lächelte bei diesen Worten: „Du denkst wohl, deine zweite Tante ist ein hoher Beamter? Ich bin nur stellvertretende Bürgermeisterin, und zwar die rangniedrigste.“ Chutou sagte: „Jedenfalls hast du hier das Sagen, du musst etwas gegen diese Fischerei-Tyrannen unternehmen!“ Wu Xiaohao erwiderte: „Ich werde es der Führung melden und wir beraten uns. Wie geht es deiner Verletzung? Ist es schlimm? Warst du in letzter Zeit zu Hause?“ Chutou schüttelte den Kopf: „Meine Verletzung ist leicht, kein Problem. Ich fahre in die Yucheng, um nach dem Chef zu sehen. Wenn er mich nicht braucht, fahre ich nach Hause. Der Chef ist jedenfalls verletzt und kann vorerst nicht aufs Meer hinaus.“ Wu Xiaohao erhielt eine gemeinsame Mitteilung der Organisationsabteilung des Bezirkskomitees und der Parteischule, dass sie am Montag an einer Schulung für neu ernannte Kader teilnehmen sollte. Sie plante, nach Hause zu fahren, das Wochenende zu verbringen und dann zur Parteischule zu gehen. Doch Sonne, Mond und Erde verschworen sich – am Samstag stellten sie sich in einer Linie auf und durchkreuzten ihre Pläne. Das Wetteramt kündigte an, dass am 1. und 2. September eine astronomische Springflut auftreten würde, die die Küstengebiete beeinflussen könnte. Die Stadt- und Bezirksregierungen gaben dringende Mitteilungen heraus und forderten alle Küstenorte auf, sich umfassend vorzubereiten. Meizhou hatte eine siebzehn Kilometer lange Küstenlinie mit Fischereihäfen, Badeorten und zahlreichen Meeresaquakulturen. Besonders die Zuchtanlagen der Jufeng-Gruppe erforderten verstärkte Schutzmaßnahmen. Huang Chengshou meldete sich in der Führungssitzung freiwillig, dort Wache zu halten. Wu Xiaohao fand, sie müsse als Sicherheitsbeauftragte an den gefährlichsten Ort und meldete sich ebenfalls. Der Bürgermeister sagte, falls eine schwere Katastrophe eintrete, müsse man Hilfe von oben anfordern, und ließ auch Bian Haibo, den Leiter des Zivilbüros, mitkommen. An diesem Nachmittag fuhren die drei zusammen los. Als sie beim Regierungsauto ankamen, schaute der Fahrer Lao Zhang in die Ferne und sagte: „Da kommt Bian Duanduan angewatschelt.“ Sie drehte sich um und sah Bian Haibo mit seinem dicken Bauch wie ein Pinguin heranwackeln. Sie fragte, warum man ihn „Duanduan“ nenne. Lao Zhang erklärte, Direktor Bian sei berühmt für seine Witze. Wenn Führungskräfte aus Stadt oder Bezirk kämen, würden sie ihn ausdrücklich zur Begleitung anfordern, weil er für Stimmung sorgen könne. Wu Xiaohao war jetzt nicht fröhlich – sie ärgerte sich über die Sitzordnung. Nach den Regeln hätte Direktor Bian auf dem Beifahrersitz sitzen müssen, während sie und der Bürgermeister hinten säßen. Aber sie wollte unbedingt vermeiden, neben dem Bürgermeister zu sitzen, falls er wieder unangemessene Gedanken hätte und ihr mit dem Finger gegen die Stirn schnippte. Sie dachte: Wenn der Bürgermeister das noch einmal macht, sterbe ich auf der Stelle. Doch als Huang Chengshou den großen Mann kommen sah, öffnete er plötzlich die Fahrertür. Bian Duanduan rannte eilig herüber, um ihn aufzuhalten: „Bürgermeister, Sie sollten hinten sitzen, das ist mein Platz!“ Huang Chengshou sagte mit unbewegter Miene: „Steht dein Name auf diesem Sitz? Ich fahre zur Inspektion und habe vorne eine bessere Sicht. Verstehst du das nicht?“ Als Wu Xiaohao das hörte, atmete sie erleichtert auf und setzte sich hinter den Bürgermeister. Der dicke Direktor kletterte von der anderen Seite ins Auto und schnaufte beim Hinsetzen schwer. Lao Zhang sagte: „Bian Duanduan, du sitzt heute hinten, erzähl uns ein paar Witze!“ Direktor Bian antwortete: „Gerne, solange Bürgermeisterin Wu nichts dagegen hat.“ Er drehte sich um und schaute Wu Xiaohao an. Wu Xiaohao dachte: Wir fahren zur Katastrophenabwehr, was für Witze willst du da erzählen? Sie drehte sich weg und schaute schweigend aus dem Fenster. Huang Chengshou sagte: „Setz deine Fähigkeiten richtig ein! Kollege Bian soll Witze erzählen – was für eine Haltung ist das?“ Wu Xiaohao dankte dem Bürgermeister innerlich für diese Worte und drehte sich wieder um. Bian Duanduan sagte: „Erzähle ich nicht, erzähle ich nicht, ich nähe mir den Mund zu!“ Er hob tatsächlich beide Hände und machte Nähbewegungen vor seinem Mund, Stich für Stich, mit Zischlauten. Wu Xiaohao konnte nicht anders und lachte. Huang Chengshou sagte nun, seiner Einschätzung nach würde diese astronomische Springflut heftig werden. Ob man den großen Damm der Jufeng-Gruppe halten könne, sei eine schwierige Frage. Er rief mit seinem Handy Direktor Xun an und fragte, wo er sei. Direktor Xun sagte, er sei gerade auf dem Damm und organisiere die Rettungsmaßnahmen. Wu Xiaohao kannte die Jufeng-Gruppe und war schon mit ihrer Tochter zum Spielen dort gewesen. Der Chef Xun Yunkai war kein Einheimischer. Vor über zwanzig Jahren hatte die Partei- und Regierungsführung von Meizhou ihn eingeladen, hier Garnelen zu züchten. Er verwandelte die Wattflächen in Zuchtbecken. Weil ihm die Fläche zu klein war, forderte er mehr Land vom Meer und baute einen drei Li langen Damm, um große Meeresflächen einzuschließen. So erweiterte er die Zuchtfläche auf fünftausend Mu und wurde zur Modellperson der Stadt. Die „Anhai Tageszeitung“ veröffentlichte eine lange Reportage mit dem Titel „Der Mann, der das Meer teilt“, die besagte, Xun Yunkai schneide vom Bart des Meeres ein großes Stück ab und verwandle es in Schatzkammern. Am Damm südlich der Flussmündung empfing sie der schweißbedeckte Xun Yunkai. Huang Chengshou fragte, was los sei. Xun Yunkai deutete auf den Damm und sagte, eine Stelle sei beschädigt und werde gerade repariert. Sie gingen hin und sahen, dass der Steinschutz und das Zementfundament außen eine zwei bis drei Meter breite Lücke aufwiesen. Der Sand des Damms war teilweise ausgewaschen worden, und viele Leute warfen Sandsäcke hinein. Huang Chengshou schaute genau hin und sagte, man müsse das schnell reparieren und ausreichend Personal und Material bereitstellen, um die Riesenflut am Abend zu bewältigen. Xun Yunkai nickte zustimmend: „Seien Sie beruhigt, Bürgermeister. Ich habe Erfahrung, ich kämpfe seit dreißig Jahren gegen das Meer.“ Der Bürgermeister und Bian Duanduan inspizierten mit Direktor Xun den Damm. Wu Xiaohao fühlte sich überflüssig und beschloss, Sandsäcke zu tragen. Sie ging zum Fuß des Damms, wo jemand gerade einen gefüllten Sack aufhob und auf die Schulter werfen wollte. Aber der Sack war zu schwer, zwei Versuche schlugen fehl. Ein Mann mittleren Alters lachte sie aus: „Wie viel wiegst du denn?“ Wu Xiaohao sagte: „Kümmere dich nicht um mein Gewicht, hilf mir schnell!“ Der Mann stützte den Sandsack und legte ihn ihr auf die Schulter. Der Damm war zwar nur etwa zehn Meter hoch, aber die Innenseite hatte keinen Steinschutz. Die Sandsackträger mussten Schritt für Schritt im Sand hoch, für jeden Schritt nach vorne rutschten sie einen halben zurück – äußerst anstrengend. Wu Xiaohao schaffte es mit Mühe nach oben, ihre Beine zitterten leicht. Als sie zum Meer hinausschaute – Himmel und Meer in einer Farbe, friedlich und ruhig – wusste sie aber: Das Meer sammelte Kräfte für einen neuen Angriff gegen diejenigen, die es geteilt hatten. Sie wurde unwillkürlich ängstlich und sorgte sich um die Sicherheit des Damms. Sie ging wieder hinunter, Sack für Sack. Nach einer Weile kamen der Bürgermeister und die anderen zurück und entdeckten sie. Xun Yunkai sagte: „Bürgermeisterin Wu, Sie dürfen sich nicht so abmühen, setzen Sie sich und ruhen Sie sich aus.“ Alle hörten mit der Arbeit auf und setzten sich hin. Huang Chengshou und die anderen gingen an den Rand eines großen Beckens zum Rauchen, Wu Xiaohao setzte sich ebenfalls dorthin. Das Becken hatte eine Fläche von zwei bis drei Mu, die Abendsonne spiegelte sich darin – ziemlich prächtig. Wu Xiaohao fragte Direktor Xun, wie die Garnelenzucht rentabel sei. Xun Yunkai seufzte: „Ach, fragen Sie nicht. Seit vor zwanzig Jahren an Chinas Küsten die Garnelenpest ausbrach, muss man bei der Garnelenzucht besonders vorsichtig sein. Sobald man Anzeichen der Seuche entdeckt, muss man die Garnelen sofort verkaufen, sonst sterben alle. Man sollte besser Austern, Muscheln und ähnliches züchten, mehrere Standbeine haben, dann ist es sicherer.“ Während Wu Xiaohao mit ihm sprach, bemerkte sie, dass im Wasser dichte Garnelenschwärme am Beckenrand entlang schwammen, Runde um Runde. Sie fragte, warum sie in Schwärmen so schwämmen. Huang Chengshou erklärte, Garnelen hätten einen Wandertrieb. Jedes Jahr wanderten sie von der Mitte der südlichen Gelben Meeres nach Norden, zum nördlichen Teil des Gelben Meeres und in den Bohai-Golf, um zu laichen, danach kehrten sie zurück. Obwohl gezüchtete Garnelen ein Leben lang in Becken lebten, habe sich ihre Natur nicht verändert. Wu Xiaohao schaute auf die ständig kreisenden Garnelenschwärme: „Sie tun mir wirklich leid.“ Huang Chengshou sagte: „Reden Sie nicht wie eine Umweltaktivistin und verteidigen Sie Fische und Garnelen. Die Meeresressourcen sind jetzt stark erschöpft. Ohne Zucht – wie sollen wir die Mäuler all der Meeresfrüchte-Liebhaber stopfen?“ Wu Xiaohao dachte: Der Bürgermeister hat auch recht. Nehmen wir mich: Seit ich in Yu bin, bin ich auch zur Meeresfrüchte-Liebhaberin geworden. Garnelen, Schwimmkrabben, Tintenfische, Miesmuscheln, Kammmuscheln – meist aus Zucht. Ich esse sie und hege gleichzeitig Mitgefühl für sie – ist das nicht eine scheinheilige Haltung? Bei diesem Gedanken schaute sie auf die im Wasser kreisenden Garnelenschwärme und schämte sich. Als Direktor Xun aufstand, um Anweisungen zu geben, und die anderen weiter entfernt waren, beschloss Wu Xiaohao, dem Bürgermeister von der Fischerei-Tyrannei am Hafen zu berichten. Sie erzählte von Chutous Schlägerei vor einigen Tagen. Huang Chengshou kratzte sich an seinem großen Kinn: „Hör nicht auf das Gejammer deines Neffen. Wo gibt es in unserer Gemeinde Fischerei-Tyrannen? Der Polizeichef hat mir gesagt, das war ein Streit um die öffentliche Ordnung, man hat sich schon darum gekümmert.“ Als Wu Xiaohao das hörte, wurde ihre Stimmung schwer und sie schwieg. Nach einer Weile rief Direktor Xun alle zur Arbeit, bis zur Abendflut zu arbeiten. Alle standen auf der mit Sandsäcken bedeckten Dammkrone und starrten aufs Meer hinaus. Jetzt brandeten die Wellen heran wie Tausende weißer Seelöwen, die zum Ufer stürmten. Nachdem sie den Strand überflutet hatten, begannen sie den Damm anzugreifen. Bei jedem Aufprall bebte der ganze Damm, die hochspritzende Gischt mischte sich mit Sand und Schlamm und krachte schwer herab. Wu Xiaohaos Haare und Kleidung waren sofort durchnässt, eiskaltes Meerwasser lief über ihre Kopfhaut in den Kragen. Sie schrie auf und ihre Füße rutschten weg. Huang Chengshou packte sie schnell und zog sie zur Innenseite des Damms. Wu Xiaohao sah nun endlich, wie tief der Hass des Meeres gegen jene war, die es geteilt hatten. Eine weitere Riesenwelle kam heran, Wu Xiaohao drehte sich um. Als die silberne Gischt herabfiel, sah sie, wie die Garnelen im Becken aufgeregt herumsprangen, als würden sie antworten. In der Nähe ertönten Schreie, Leute rannten von beiden Seiten herbei. Wu Xiaohao lief hin und sah: Die Wellen hatten ein Loch in den Damm gerissen, Steine der Uferbefestigung stürzten polternd hinein. Huang Chengshou brüllte: „Schnell Sandsäcke rein!“ Er packte einen Sack und warf ihn hinein. Alle packten mit an, Sandsäcke flogen in die Lücke. Doch die Kraft der Wellen war zu stark, die Sandsäcke wurden sofort weggespült. Als die Hälfte des Damms weggerissen war, befahl Direktor Xun den mit Steinen beladenen Traktoren, heranzufahren und die Lücke mit den Fahrzeugen selbst zu füllen. Beide Traktorfahrer trauten sich nicht und blieben stehen. Direktor Xun rief: „Seid ihr Männer? Dann geht hocken und pinkeln! Verschwindet!“ Der junge Fahrer stieg kleinlaut aus. Xun kletterte auf den Fahrersitz und wollte den Traktor zur Lücke fahren. Alle riefen: „Direktor Xun, Vorsicht!“ Xun Yunkai fuhr den Traktor auf etwa zehn Meter an die Lücke heran, sprang dann ab und ließ den Traktor mit der Steinladung vorwärts rollen und kopfüber hineinstürzen. Alle jubelten und applaudierten. Da fuhr der andere Traktor ebenfalls auf die Lücke zu – der Fahrer war tatsächlich Huang Chengshou! Wu Xiaohao wusste nicht, wann er den Fahrer ersetzt hatte. Sie dachte: Der Bürgermeister kann auch Traktor fahren? Und auch solche gefährlichen Stunts? Doch als dieser Traktor ganz nah an der Lücke war und Huang Chengshou abspringen wollte, blieb sein Hosenbein an einem Teil hängen. Er zerrte mehrmals daran, kam aber nicht frei und stürzte mit dem Traktor in die Lücke. Alle schrien „Bürgermeister!“, ihre Rufe vermischten sich mit den Wellen. Dann geschah etwas noch Schlimmeres. In dem Moment, als Huang Chengshou hineinfiel, schlug eine Riesenwelle in die Lücke, die andere Seite des Damms brach plötzlich weg, und das Meerwasser strömte mit einem Rauschen in das Garnelenbecken. Xun Yunkai schlug sich die Hände vor den Kopf: „Ruiniert! Alles ruiniert!“ Die Ladefläche des Traktors ragte aus dem Wasser. Wu Xiaohao schaute ängstlich dorthin, hoffend, der Bürgermeister würde auftauchen. Doch sie starrte lange hin ohne Bewegung, bis sie jemanden rufen hörte: „Der Bürgermeister! Der Bürgermeister ist dort!“ Sie folgte der Richtung und sah am gegenüberliegenden Ufer des Garnelenbeckens eine Person ans Ufer klettern und zu ihnen herüberwinken. --- Die Garnelen waren nach Hause zurückgekehrt, und auch Wu Xiaohao fuhr nach Hause. Sie saß in Direktor Xuns Auto zurück nach Yu, vor ihren Augen wogte noch das tosende Meerwasser. Sie dachte: Die abgetrennte Ecke war wieder Meer geworden, die unzähligen gezüchteten Garnelen waren in die Umarmung des Meeres zurückgekehrt. Aber konnten künstlich gezüchtete Garnelen, die nie Sturm und Wellen erlebt hatten, nach Norden schwimmen zum Laichen? Vor Wu Xiaohaos Augen tanzte noch die Silhouette des Bürgermeisters. Als er ins Wasser gefallen war, im Garnelenbecken auftauchte und winkte, hatte er die glühende Abenddämmerung als Hintergrund. Wu Xiaohao fand das irgendwie heroisch. Obwohl der Bürgermeister sie einmal beleidigt hatte, war seine heutige Leistung wirklich nicht schlecht. Den Traktor zum Füllen der Lücke zu fahren – Direktor Xun traute sich, er traute sich auch. Dass ihn die reißende Strömung nicht ertränkt hatte – war er vielleicht wirklich ein Kiemenmensch? Ihr fiel wieder der Leberfleck unter dem Kinn des Bürgermeisters ein. Sie dachte, Biologen sollten ihn genau untersuchen, ob dort nicht doch zurückgebildete Kiemen waren. Ihre Wohnsiedlung Jinhua war erreicht. Wu Xiaohao stieg aus, dankte dem Fahrer, ging auf Zehenspitzen die Treppe hinauf und öffnete leise die Tür. Sie wollte ihrer Tochter eine Überraschung bereiten. Das Geräusch der sich öffnenden Tür ließ Diandian vom Fernsehen aufspringen. Sie warf die Kleidung weg, die sie im Arm hielt, und rannte mit ausgebreiteten Armen auf Wu Xiaohao zu. Wu Xiaohao fing sie auf, küsste ihren Scheitel und murmelte: „Diandian, Mama hat dich so vermisst!“ Doch Diandian stieß sie weg: „Stimmt nicht, du bist nicht Mama.“ „Was stimmt nicht?“ „Der Geruch stimmt nicht.“ Du Haoliang nahm vom Sofa ein Hemd, das Wu Xiaohao getragen hatte, und hielt es ihr vors Gesicht: „Das riecht nach Mama!“ Wu Xiaohao nahm das Kleidungsstück, drückte es an ihre Wange, umarmte ihre Tochter, Tränen in den Augen. Ihre Tochter war besonders geruchsempfindlich, besonders für Mamas Geruch. Im Kindergarten, beim Mutter-Kind-Such-Spiel mit verbundenen Augen, konnte Diandian dem Geruch ihrer Mutter folgen und in ihre Arme springen. Als Wu Xiaohao einmal auf einer Konferenz außerhalb war und ihre Tochter schrecklich vermisste, fragte sie am Telefon, ob Diandian Mama vermisse. Das Kind antwortete: „Nein, Mama ist in meinen Armen.“ Sie hatte Mamas Kleidung zum Kuscheln geholt und beim Fernsehen den Geruch eingeatmet. Deshalb ließ Wu Xiaohao absichtlich ein oder zwei getragene Kleidungsstücke ungewaschen im Schrank, um die Sehnsucht der Tochter nach der Mutter zu lindern. Du Haoliang kam aus der Küche, musterte sie durch zusammengekniffene Augen: „Diandian, deine Mama ist nach nur einer Woche auf dem Land zum Wildfang geworden!“
她突然来了写作冲动, 此后用两个晚上写了一篇文章, 题目叫《锣鼓铿锵〈斤求两) 》, 署名" 吴小蒿 郭默" 。她写完给郭默看, 郭默连连拍打着心脏部位说:“我太激动了,太激动了! 我一直想发表文章,评上中级职称,涨工资, 可我不会写, 这篇文章给我帮大忙了!” Kapitel 2
当天, 吴小蒿用电子邮件发给了一家省报。 Der beißende Meerwind
腊月二十六, 是楷坡逢集的日子。因为这一天是年集, 赶集的人特别多, 吴小蒿与郭默找周书记汇报, 将春节晚会定在这一天。 Xiaomans Notizen:
这天早晨, 王晶晶来到吴小蒿住处, 提着一个塑料袋子, 说是邻居家把牛杀了, 准备今天到年集上卖肉, 她顺便买了一些, 让吴小蒿带回去过年吃。吴小蒿愣愣怔怔地看看塑料袋子, 问王晶晶: “你说的是, 庄户楼上, 经常把头探出去看山的那个‘ 牛哥’?” 王晶晶说:”是,邻居老汉把牛养大了, 没法牵下去, 就找人在楼上杀掉了。一大早搞出好大的动静, 我们过去看看, 觉得方便, 就买了二十斤。" 吴小蒿急忙摆手:” 我不要, 我可吃不下这牛肉! 你快提回去! " 王晶晶说: “怎么吃不下? 牛长大了, 不就是让人杀了吃吗?” “可我吃不下‘ 牛哥' 的肉,你快拿走,快!” 王晶晶见她态度坚决, 只好咂一下舌, 提着牛肉走了。 2015 – Huang Chengshou verschwand beim Sturz ins Meer
" 楷坡春晚" 在政府大院前面的小广场上举行。虽然刮北风,飘雪花,但观众黑压压站满广场, 而且是年轻人居多, 因为在外面打工的大都回家过年了。等到镇领导们过来坐到前排, 郭默就用略带海边口音的普通话报幕,请周斌书记上台讲话。周书记将外面的羽绒服脱掉, 穿西装上台, 总结楷坡镇20 1 2 年的成就, 号召全镇干部群众学习贯彻党的十八大精神, 将各项工作推向前进。
演出开始, 第一个节目就是石屋村的《斤求两》。几个老汉穿上郭默用文化经费给他们做的明黄色演出服, 起劲地敲打锣鼓家伙, 把观众的热情一下子点燃了。接下来, 有各村的节目, 有镇直机关的节目。孙伟的吉他弹唱《花房姑娘》 , 楷坡中学严森老师的独唱《儿行千里》, 都赢得了大家的热烈掌声。吴小蒿听旁边的宣传委员老齐说, 严老师是郭默的老公。吴小蒿发现,那位大腹便便的音乐教师要比郭默大十来岁。
郭默再次上台, 笑嘻嘻改用本地话报幕: “大伙儿都知道, 俺是钱湾二村的。过去呀,俺村男人下海打鱼,女人接海、补网、办饭,伺候男人,忙得头都顾不上梳。现如今, 男人出海, 一去好多天不回来, 女人干啥呢? 除了伺候老人带孩子, 就是打牌、逛街。打牌要玩钱, 逛街买衣服买好吃的也要花钱, 男人就管她们叫‘ 败家娘儿们' 。有一些败家娘儿们商量, 咱别光打牌逛街, 也弄点儿高雅的, 就聚到一起跳呀唱呀, 成立了‘ 败家娘儿们歌舞队' 。下边请她们上台表演一下好不好?”
观众欢声雷动: “好!”
十二个年轻妇女登场, 穿红着绿, 载歌载舞。她们虽然唱得一般, 但是舞姿奔放, 把渔家妇女那股泼辣劲儿表现得淋漓尽致。从镇领导到普通观众, 都被深深感染了。周斌向吴小蒿竖大拇指: “这个节目太棒了! " 吴小蒿说: “她们都是郭默的娘家人, 郭默叫她们嫂子、弟媳妇, 这节目是郭默回家亲自指导出来的。" 周斌看着郭默点头: “嗯, 小郭有点儿本事。”
在计生办的几位年轻放环员合唱《我们的生活充满阳光》之后, 郭默独唱一首歌, 是刘若英的《打了一把钥匙给你》。她的嗓音甜美, 跟原唱十分接近。吴小蒿想, 郭默好身段, 金嗓子, 真叫一个造化奇妙。
下午, 吴小蒿约安检办主任李言密到办公室, 商量春节期间安全排查工作, 周书记却打电话让她过去一趟。她让李言密稍等, 去二楼最东头的书记办公室, 进门后问: “书记有什么指示?"
周斌沉着脸, 将自己的手机递过来:” 吴镇长, 你分管文化站, 你看小郭给我发这条短信, 是什么意思?”
吴小蒿接过一看, 只见手机上有这么几句话, 而且像诗一样分行, 不加标点:
今天盛装上台
唱出我的心声
只为书记一人
不知您能否听懂
吴小蒿看了,摇了摇头道:“这个郭默,咳! 书记,要我跟她谈谈吗?”
书记说: “不用了,你知道就行了。”
从书记屋里出来,吴小蒿在心里说,书记呀书记,你这个”不粘锅”,真是名不虚传。
3 吴小蒿因为春节要值班,不能到公婆那里过年,就和由浩亮商定,腊月二十八回平畴看望双方老人。那天上午,由浩亮开车带点点到楷坡,接上吴小蒿,先去看点点的姥爷姥娘,再去看她的爷爷奶奶,在那里吃过午饭回来。除夕那天,由浩亮再带着点点到平畴县城过年。
吴小蒿听说,往年春节,镇政府都为干部们发福利,又是酒,又是鱼,但今年因为有八项规定六项禁令,什么也不再发,就打电话给由浩亮,让他买几箱酒,她在楷坡买几箱鱼货。她到街上店铺里转转,买了三箱鲅鱼,三箱刀鱼,三箱海蜇,准备送给公婆,父母和大姐。
九点钟,由浩亮开着自家那辆七成新的高尔夫,和点点一起来到楷坡镇政府。吴小蒿让车停在宿舍门口,就去提礼品往车上放。由浩亮到屋里看看,带着蔑视的口气说:“你拼死拼活要下来当官,就为了住这样的小破房,睡这样的小破床?” 点点也说:“真不像话,连沙发都没有。” 吴小蒿拍拍女儿的头顶:“宝贝儿,人来到世界上,不是只为自己享受。”
一家三口提了东西去门外装车,吴小蒿看见后备厢里有个鼓鼓囊囊的蛇皮袋子,问里面装了什么。点点说:“是鞭炮,人家送的。爸爸说,今天送给爷爷,让他高兴高兴。” 吴小蒿立即警觉起来,问由浩亮是谁送的。由浩亮说,是李主任。点点说:“还送了一张卡!” 吴小蒿马上火了:“由眼珠,你真是没眼珠!你怎么能收这些东西?” 由浩亮不以为然地一眯眼,一咧嘴:“哎呀,这种事儿不是很正常?” 吴小蒿说:“不正常!我分管安全,造鞭炮的给我送礼,这是送炸药包给我呀!” 说着就从后备厢里提出那袋子鞭炮,又向由浩亮要卡。由浩亮不干,到车里坐着。吴小蒿很生气,向他伸手道:“你快给我!快给我!” 由浩亮从胸兜里掏出那张卡,撇到了吴小蒿的脚下。
吴小蒿捡起来看看,那是金座商场的购物卡,上面印着钱数“2000”。她接着打电话给李言密,让他过来。安检办就在前面楼上,李言密看看吴小蒿,干笑一下:“前几天我下去查无证造鞭炮的,没收了一些,送给你一袋子,过年放放。” 吴小蒿说:“你没收了鞭炮,不应该找地方销毁吗?怎么能送人呢?” 李言密抬手搓着他的黄胡子说:“销毁怪可惜的 ……” 吴小蒿厉声道:“你是想销毁我呀?!八项规定六项禁令你也学过,怎么能阳奉阴违呢?不光变票,你还送卡,这就更加严重了!” 她把手中的购物卡塞到了李言密手中。李言密尴尬地一笑,揣起来走了。
离开楷坡,上了去平畴的高速公路,由浩亮手把方向盘一声不吭,吴小蒿则余怒未消。点点往后座上一靠,鼓突着小嘴说:“我发现,咱们的车里还装了鞭炮,眼看就要爆炸!轰!轰!轰!……” 她一下下将两手甩开,比划着爆炸的样子。吴小蒿见女儿这样,也想缓和紧张气氛,就搂着她说:“点点,今天回老家要讲礼貌,见了长辈该叫啥叫啥。” 点点大声道:“耶思!” 接着就去拍爸爸的肩膀,“由眼珠,由眼珠。” 由浩亮将肩膀一耸:“干吗呢?” 点点说:“你不是长辈吗?我在叫你呀!” 说罢,捂着嘴笑起来。
在平畴站下高速公路,再走十几公里,吴家庄到了。只见街两边摆满了摊子,五颜六色,每个摊子前都围了一些人。吴家庄三、八逢集,今天是腊月二十八,是最热闹的。吴小蒿想起小时候赶年集,虽然兜里没钱,但也兴奋得很,因为看看那些人那些东西,她就觉得自己赚了。她对点的说:“咱俩下车,一边看热闹,一边走到你姥姥家。” 她嘱咐由浩亮慢一点儿开,别碰了人家的摊子。
吴小蒿下车后刚走几步,就碰见了锄头。他正牵着自己的儿子站在一个鱼货摊子前面,儿子手里拿着一条玩具蛇,蜿蜒乱动,跟真的一样。吴小蒿叫他: “锄头!" 锄头看见了她,脸上刚现出一丝笑容,但看到正开车的由浩亮,拉着儿子扭头就走,还低头吐了一 口唾沫: "呸!"
吴小蒿纳闷,我让由浩亮给锄头卖鱼,不是已经都处理完了吗? 他难道不满意?
看看锄头的背影,她问了问海鱼的价格,刀鱼一斤七元,鲅鱼一斤九元。她想,不知由浩亮为锄头卖的那些是什么价格。
点点忽然一边叫着"姥姥",一边跑走了,原来是母亲正站在街边。见到外孙女跑来,她弓腰伸手,笑口大张,像要接住一个从天而降的宝贝。吴小蒿还是中秋节回的老家,这次发现,娘头上的白发更多,牙齿也少了两颗。她走到那儿叫一声"娘 “,娘一手搂着点点,一手抓着女儿的手说:”俺在这里等恁这一家子,从早晨等到了东南晌。哎,点点她爸怎么没来?" 点点向那边一指: “我爸来了。”
由浩亮的车被人群堵住,点点跑了过去。吴小蒿看看集市上说: “娘,刚才我遇着锄头,他不理我,看样子在生我的气,不知道是怎么回事?” 母亲脸色一变,压低声音道: “哎哟,你可把他得罪了。他在村里到处败坏你,说你当了官就不认侄子了。”吴小蒿心一揪:”他为什么这样说?” 母亲说:”你帮忙给他卖鱼,八九块钱一斤的鱼,点点她爸先拿走鱼,后来只按三块一斤给他。你说说,点点她爸怎么能这样对待亲戚呢?人家撇家舍业去打鱼,干那个死了没埋的行当,他帮忙卖鱼,还剥人家一层皮,这算什么事儿?" 吴小蒿一听,头涨得老大,心里骂道:这个由眼珠,真是钻到钱眼儿里,不认亲戚了。
她往集上看看,也看不到锄头在哪里,就给他发了一条短信: “锄头,对不起,刚才从我妈这里得知,你姑夫给你的鱼钱太少,我会补给你的。祝你过年快乐!”
由浩亮开着车过来了,岳母向他卑微地笑笑:”点点她爸来啦? "
由浩亮也不搭话,只是眯眼一笑,开车去了后街。吴小蒿心中的火气更盛。这个由眼珠,他就是没眼珠,"官二代 “的毛病一直没有去除。婚后这么多年,在岳父岳母面前他都是一副趾高气扬的姿态,从没叫过一声"爹、娘"。
到了自家那个破落的宅院前面,由浩亮从后备厢里往外提东西,他岳父站在那里,将在外面打工累残了的两只胳膊架成捂号,嘴里念叨:”哎哟,来看看就不错了,还带这么多东西,太多了太多了。”点点叫了一声:"姥爷 “。她姥爷答应一声,艰难地屈肘,从兜里掏出一张百元钞票,带着讨好的笑容说道:”点点,姥爷给你押腰钱!"点点接到手中,鞠躬道谢。
到屋里坐下,岳母忙着倒水,由浩亮说:”别忙活了,我们马上就走,点点她奶奶已经做好饭等着了。”吴小蒿很想在家多坐一会儿,但看看表已经到了十一点,就说,她要去看姐姐。母亲说:”去看看吧,你姐正在难处。”吴小蒿忙问:”我姐她怎么了?"母亲说:"你姐夫跑了。"吴小蒿更加着急:"跑了?为什么跑了?"母亲似乎不敢说,怯怯地去看老头。老头却将眼一瞪大声吼道:”他愿跑就跑,老吴家不缺他一个!”点点捂着腮帮,露出两只眼睛看妈妈:”好恐怖噢!”吴小蒿对丈夫说:"你先带点点出去。"
等到父女俩出去了,吴小蒿问是怎么回事。母亲说: “都怪你爹个老犟筋头,非让你姐夫改姓不可。” 她泪眼婆娑,讲了事情原委:这个冬天,村里几个有文化的老人续修吴氏家谱,父亲为了让自己在谱上有后代,非让大女婿陈为忠改成吴为忠不可。陈为忠不干,跑回老家,眼看要过年了也没回来。
吴小蒿将眼向父亲瞪了又瞪。当年父母生下三个女儿之后,一心想生儿子,外出当了几年”超生游击队”,又抱回两个丫头。父亲极度郁闷,给孩子起名为小草、小蒿、小莲、小蓬、小艾,一看她们就来气,经常骂骂咧咧,或者一脚踢出老远,或者提着胳膊甩到一边。没有儿子,他只好招上门女婿。十年前经人介绍,陈为忠从三十里外的山区过来,与小草成亲。经双方商量,陈为忠婚后不改姓孩子姓吴就可以了。然而,大姐结婚后生了两个女儿,没有儿子。
大姐突然来了。她进门叫一声“小蒿”,扑通一声向爹跪下:“爹,你可怜可怜你闺女,别叫我守寡行不行? 今天是二十八,逢年集了,可是陈为忠还不回来! 我一早舍下脸皮去叫,人家说,要是改姓,他不会再回吴家庄。”
父亲抖着两只胳膊说:”他不改姓,我就成绝户头啦! 那份家谱上,咱家世世代代都有名,到我这里就断线啦! 丢死人啦, 丢死人啦! 我把闺女给了小陈,他怎么就不可怜可怜我?”
吴小蒿将大姐拉起来,问父亲:”这次续谱,还是像过去一样,光记男的名,女的不记?”
父亲说:”是呀,我有五个闺女也白搭,等于零蛋! "
一听这话,吴小蒿悲愤满腔。她问父亲修谱的都是谁,父亲说,领头的是吴家轩。 吴小蒿说:”我找他商量一下。 这个时代,方方面面都在改革,修谱规则也得变变了。 人家别的地方都让女的上谱,如果那样,你不就有后啦?”父亲说:"那你快找他说说,再按老办法,我喝农药死了算了,我可丢不起那个脸! “
吴小蒿让大姐带着去找吴家轩。 这位八十多岁的老人当年上过私塾,在村里当会计多年,喜欢喝酒,她就去街上的小超市买一箱好酒抱着。 到了老人家中,她亲亲热热叫着"大爷爷 ",说过年了,来看看他。 吴家轩看看那箱酒,捋着雪白的山羊胡子说:”大镇长给我送酒喝,这还了得?” 吴小蒿小声问姐姐:”他怎么知道我当镇长了?” 吴小草说:”从秋天到冬天,咱爹整天向人谝,村里人人都知道。"吴小蒿心里一热 :让爹以我为荣,一直是我的梦想,看来已经实现了,他不再把闺女当蒿草了。
坐下后,吴小蒿就跟老人说她姐夫跑了这事,吴小草在一边眼泪汪汪。老人说:”他怎么能跑呢?过去的入赘之人,就是为了让招婿者接续香火,都是要改姓的。”吴小蒿说:"那是过去。现在好多地方修谱已经实行了变革,也让女的上谱。譬如说,这家有几个女儿,不光把她们的名字写上,还分别写上她们嫁给了谁。 如果这样,我爹就不会觉得自己无后,非逼着我姐夫改姓不可。” 吴家轩听了沉吟片刻,点了点头:“这个办法我也听说过,但总觉得,祖宗规制不能改。既然你说这样好,咱们吴家还从来没人当过镇长。”
从老人家出来,吴小草立即打电话给丈夫,说:”不用改姓了,你快回来吧。”说着就把手机递给妹妹,让她跟陈为忠说。吴小蒿向他讲,已经说服吴家轩爷爷,改变原来的做法,男的女的都上谱。陈为忠在电话里说:”那好,我今天下午就回家。"
打完电话,吴小草抱着妹妹流泪道: “小蒿,你救了姐姐……”
回到父母门前,由浩亮说,快走快走,点点她爷爷已经等急了, 刚才来电话催了。吴小蒿只好与父母告别。两位老人急忙把准备好的东西往车上提,是一包煎饼、一包熟花生、一桶花生油、两棵大白菜。吴小蒿明白,这些东西是父母的心意,必须带走,就接过去装到车上。
出村时,集还没散。到了鱼货摊前,吴小蒿让由浩亮停车。由浩亮问:”干什么?”吴小蒿说:”你问问这里卖的海鱼什么价格。”由浩亮说:”我问那个干吗?我又不买鱼。”吴小蒿瞪眼道:”你不买鱼,可你给锄头卖过鱼!他在海上辛苦半年,老板给他几吨鱼顶工资,我让你给帮忙,你就忍心剥他一层皮,给人家那点儿钱?你知不知道,这事已经传遍了吴家庄,叫我怎么有脸再回来?"由浩亮说: “他嫌少? 就他那些臭鱼,都是压库底的陈货,不压价谁要?我费了好一番事,才找到买家……” 吴小蒿说: “压点儿价也正常,可你按三块一斤给他,也太少了。你回去就补给他!” “我凭什么补给他?没有三分利,谁起早五更?” “你想赚钱,通过别的生意赚,但是锄头这一份,你无论如何也得再给他一些!"见他不吭声,吴小蒿又说,"你如果不愿意,我就用我的工资卡划给他。"由浩亮听了这话,将方向盘猛一拍:"你想划就划,反正我不管。"
吴小蒿提着礼品,与丈夫,女儿一起走进了平畴县委大院最后面的那座二层小楼。
由大联坐在沙发上没有起来, 眯缝着一双围了许多皱纹的老眼说: “让你们十二点过来, 为什么要迟到呢? 迟到还不是几分钟, 是十八分钟。" 点点说: “爷爷, 你家不是学校, 迟到一点儿没事! " 由大联说: “我这里不是学校, 但要发扬学校的优良作风。拖拖拉拉, 吊儿郎当, 干什么都不会成功。” 点点说: “我姥爷一见我就给押腰钱, 你见了我就上课! 打住好吧? 恭喜发财, 红包拿来! " 说着向爷爷伸出手去。由大联嘟哝道:” 这孩子, 怎么学会了向钱看呢? 喏, 给你! " 他从茶几的抽屉里拿出一个红包。点点一把抢到手:” 耶! " 跑到厨房找奶奶去了。
吴小蒿将手里提的礼品放下, 由大联看一眼说: “这是你们单位分的年货? " 吴小蒿说: “今年单位不分年货了。” " 咳, 你们不分了, 平畴县也不分了。执行八项规定六项禁令了? 我看是拿着鸡毛当令箭吧! " 吴小蒿笑了笑:” 中央的规定, 哪能是鸡毛呢?”
公公看一眼去厨房帮忙的儿子, 沉默片刻, 将两手往沙发扶手上一搭,正襟危坐:” 小吴, 你考上了副镇长, 为群众服大务, 我很欣慰。我一直想让浩亮走这条路, 可他不争气, 过了而立之年, 还是一事无成, 我很痛心。不过, 儿子不行儿媳妇行, 你走上了从政这条光明大道, 很好, 非常好。考虑到你年轻, 经验少, 为了让你今后工作顺利, 进步更快, 我想跟你介绍一下从政的经验体会… “