Difference between revisions of "Hongloumeng/de/Chapter 69"
(DE4 Korrektur-Update Kap. 69) |
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| − | + | Kapitel 69 | |
| − | + | 弄小巧用借剑杀人 / 觉大限吞生金自逝 | |
| − | + | Die Zweitschwester Sonders schluckt Gold und stirbt; Friedchen stiehlt heimlich Silber für die Bestattung | |
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| − | < | + | Im Herzen zerbricht die Zweitschwester Sonders<ref>Zweitschwester Sonders: Chin. 尤二姐 Yóu Èrjiě, die heimliche Zweitfrau von Kette Kaufmann (Chin. 贾琏 Jiǎ Liǎn, zweiter Sohn von Begnadigung Kaufmann, Ehemann von Phönixglanz<ref>Phönixglanz: Chin. 王熙凤 Wáng Xīfèng, die gewiefte Ehefrau von Kette Kaufmann.</ref>.</ref>.</ref> und schluckt Gold, um ihrem elenden Leben ein Ende zu setzen. Das Dienstmädchen Friedchen<ref>Friedchen: Chin. 平儿 Píng'ér, die treue und kluge Leibmagd von Phönixglanz.</ref> stiehlt heimlich Silber, um die Bestattung zu ermöglichen. |
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| − | + | Es wird erzählt, dass die Zweitschwester Sonders, als sie Phönixglanz' Bericht hörte, sich nur immer wieder bedankte und ihr folgte. Die Schwägerin Sonders konnte schlecht nicht mitkommen und begleitete sie, um bei der Erklärung vor der Herzoginmutter<ref>Herzoginmutter: Chin. 贾母 Jiǎ Mǔ, die alte Matriarchin des Kaufmann-Hauses.</ref> dabei zu sein — so verlangte es der Anstand. Phönixglanz lachte: „Du sagst einfach nichts, lass nur mich reden." Die Schwägerin Sonders antwortete: „Natürlich. Aber wenn etwas schiefgeht, schiebe ich es auf dich." So kamen alle zunächst in die Gemächer der Herzoginmutter. | |
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| − | + | Die Herzoginmutter war gerade dabei, mit den jungen Damen aus dem Garten zu plaudern und sich zu amüsieren, als plötzlich Phönixglanz mit einer hübschen jungen Frau hereinkam. Die Herzoginmutter kniff die Augen zusammen und sagte: „Wessen Kind ist das? Wie reizend!" | |
| − | + | Phönixglanz trat lachend vor: „Ahnherrin, schaut sie Euch doch genau an — ist sie nicht schön?" Dann zog sie die Zweitschwester Sonders heran: „Das ist die Urgroßmutter — schnell, mach den Kotau!" Die Zweitschwester Sonders vollzog die große Verbeugung. Dann stellte Phönixglanz die jungen Damen vor: „Das ist die und die — lern sie schon einmal kennen. Wenn die Gnädigen Frauen dich gesehen haben, machst du die formelle Begrüßung." Die Zweitschwester Sonders stellte sich jeder einzeln vor und stand dann mit gesenktem Kopf zur Seite. | |
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| − | + | Die Herzoginmutter musterte sie von oben bis unten, lächelte und fragte: „Wie heißt du? Wie alt bist du?" Phönixglanz lachte: „Ahnherrin, fragt noch nicht — sagt nur, ob sie hübscher ist als ich!" | |
| − | <references/> | + | |
| + | Die Herzoginmutter setzte ihre Brille auf und befahl Mandarinenente<ref>Mandarinenente: Chin. 鸳鸯 Yuānyāng, die treue Leibmagd der Herzoginmutter.</ref> und Bernstein: „Bringt das Kind näher, ich will mir die Haut ansehen!" Alle unterdrückten ein Kichern und schoben die Zweitschwester Sonders vor. Die Herzoginmutter betrachtete sie eingehend und sagte zu Bernstein: „Zeig mir ihre Hände!" Mandarinenente hob ihren Rock an. Nachdem die Herzoginmutter alles betrachtet hatte, nahm sie die Brille ab und sagte lachend: „Das ist ein makelloses Kind! Ich finde, sie ist hübscher als du." | ||
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| + | Phönixglanz kniete lächelnd nieder und erzählte der Herzoginmutter die mit der Schwägerin Sonders abgesprochene Geschichte Punkt für Punkt: „Bitte, Ahnherrin, habt ein gnädiges Herz und erlaubt ihr, einzuziehen. In einem Jahr erst wird die Ehe vollzogen." | ||
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| + | Die Herzoginmutter sagte: „Was ist daran auszusetzen? Da du so tugendhaft bist, ist das sehr löblich. Nur darf die Ehe erst in einem Jahr vollzogen werden." | ||
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| + | Phönixglanz dankte mit einem Kotau, stand auf und bat die Herzoginmutter, zwei Frauen mitzuschicken, um die Zweitschwester Sonders den Gnädigen Frauen vorzustellen — mit dem Hinweis, es sei der Wille der Ahnherrin. Die Herzoginmutter stimmte zu. So wurde die Zweitschwester Sonders auch Dame Strafe und anderen vorgestellt. Dame König, die sich ohnehin wegen der anrüchigen Gerüchte Sorgen gemacht hatte, war erleichtert über dieses Vorgehen. | ||
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| + | Von nun an lebte die Zweitschwester Sonders offen im Haus und zog in die Seitenflügelzimmer ein. | ||
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| + | Gleichzeitig ließ Phönixglanz heimlich Zhang Hua anstacheln, seine Erstfrau zurückzufordern — neben großzügiger Abfindung und Geld zum Lebensunterhalt. Zhang Hua hatte eigentlich nie den Mut und die Absicht gehabt, die Familie Kaufmann zu verklagen. Als dann Herrlichkeit Kaufmann<ref>Herrlichkeit Kaufmann: Chin. 贾蓉 Jiǎ Róng, Sohn von Herrlichkeit Kaufmann.</ref> Leute zur Verhandlung schickte, argumentierten diese: „Zhang Hua hatte die Verlobung bereits aufgelöst. Wir sind alles Verwandte. Dass die Dame im Haus wohnt, ist wahr — aber von einer Heirat war nie die Rede. Zhang Hua schuldet unserem Haus Geld, und weil er es nicht zurückzahlt, verleumdet er uns." | ||
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| + | Da das Zensorat sowohl mit der Familie Kaufmann als auch mit der König-Familie verwandt war und zudem bestochen worden war, erklärte der Richter Zhang Hua für einen Taugenichts, der aus Armut Erpressung betreibe, wies die Klage ab und ließ ihn hinausprügeln. Draußen sorgte Qinger dafür, dass die Prügel nicht zu hart ausfielen, und stachelte Zhang Hua erneut an: „Die Verlobung wurde ja von deiner Familie geschlossen. Du brauchst nur die Braut zu fordern — das Gericht muss sie dir zusprechen!" Also klagte Zhang Hua erneut. | ||
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| + | König Xin steckte dem Zensorat einen Wink, woraufhin der Richter urteilte: „Die Schulden Zhang Huas gegenüber dem Haus Kaufmann sind fristgerecht zu begleichen. Die vereinbarte Verlobung kann eingelöst werden, sobald Zhang Hua über die Mittel verfügt." Auch Zhang Huas Vater wurde vorgeladen und stimmte vor Gericht zu — auch er war von Qinger eingeweiht und freute sich, Mensch und Geld zugleich zu gewinnen. Er ging zum Haus Kaufmann, um die Braut abzuholen. | ||
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| + | Phönixglanz lief erschrocken zur Herzoginmutter und berichtete: „Die Schwägerin Sonders hat die Sache schlecht gehandhabt! Die Verlobung war nie ordentlich aufgelöst worden, und jetzt hat der Mann geklagt, und das Gericht hat so entschieden!" | ||
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| + | Die Herzoginmutter rief sofort die Schwägerin Sonders herbei und schalt sie: „Deine Schwester war seit ihrer Kindheit verlobt, und die Verlobung wurde nie aufgehoben — da klagt man natürlich!" | ||
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| + | Die Schwägerin Sonders konnte nur sagen: „Er hat das Geld doch genommen — wie kann die Sache nicht erledigt sein?" | ||
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| + | Phönixglanz warf von der Seite ein: „In Zhang Huas Aussage steht, er habe kein Geld gesehen und es sei niemand zu ihm gekommen. Sein Vater sagt: ‚Die Schwiegermutter hat einmal davon gesprochen, aber es wurde nie vereinbart. Nachdem die Schwiegermutter starb, habt ihr sie einfach als Zweitfrau aufgenommen.' Ohne Zeugen kann er sagen, was er will. Glücklicherweise war der Zweite Herr nicht zu Hause und die Ehe wurde noch nicht vollzogen — das ist nicht so schlimm. Nur — sie ist schon hier. Wie sollen wir sie zurückschicken? Das wäre doch eine Schande." | ||
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| + | Die Herzoginmutter sagte: „Die Ehe ist nicht vollzogen — da behalten wir doch nicht die Frau eines anderen Mannes! Der Ruf wäre ruiniert. Schickt sie ihm zurück. Es finden sich genug gute Frauen." | ||
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| + | Die Zweitschwester Sonders trat vor und sagte zur Herzoginmutter: „Meine Mutter hat ihm tatsächlich an dem und dem Datum zehn Liang Silber zur Auflösung der Verlobung gegeben. Er klagt nur aus Verzweiflung und hat sein Wort gebrochen. Meine Schwester hat nichts falsch gemacht." | ||
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| + | Die Herzoginmutter sagte: „Das zeigt, wie schwer es ist, mit solchem Gesindel umzugehen. Wenn es so ist, Phönixglanz, kümmere dich darum." | ||
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| + | Phönixglanz hatte keine andere Wahl als zuzustimmen. Zurück in ihren Räumen, schickte sie nach Herrlichkeit Kaufmann. Der verstand genau, was Phönixglanz wollte — wenn Zhang Hua die Zweitschwester Sonders wirklich zurückholte, wäre das eine Blamage. Also besprach er sich mit Herrlichkeit Kaufmann<ref>Herrlichkeit Kaufmann: Chin. 贾珍 Jiǎ Zhēn, Oberhaupt des Ostpalasts.</ref> und ließ Zhang Hua heimlich ausrichten: „Du hast jetzt genug Silber. Wozu brauchst du die Frau? Wenn du weiter darauf bestehst, könnten die Herren zornig werden und einen Vorwand finden — dann hast du keinen Ort mehr für dein Grab. Mit deinem Silber kannst du zu Hause jede beliebige gute Frau finden. Wenn du gehst, bekommst du noch Reisegeld obendrauf." | ||
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| + | Zhang Hua überlegte und fand den Vorschlag vernünftig. Er beriet sich mit seinem Vater, und nachdem sie zusammen etwa hundert Liang erhalten hatten, brachen Vater und Sohn am nächsten Tag um fünf Uhr morgens auf und kehrten in ihre Heimat zurück. | ||
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| + | Herrlichkeit Kaufmann ermittelte die Wahrheit und berichtete der Herzoginmutter und Phönixglanz: „Zhang Hua und sein Vater haben falsch geklagt. Aus Furcht vor Strafe sind sie geflohen. Die Behörden wissen Bescheid und verfolgen die Sache nicht weiter. Die Angelegenheit ist erledigt." | ||
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| + | Phönixglanz aber überlegte: Wenn sie Zhang Hua die Zweitschwester Sonders hätte zurückbringen lassen, hätte Kette Kaufmann bei seiner Rückkehr einfach ein paar Münzen gezahlt und sie zurückgeholt — Zhang Hua hätte dem nie widerstanden. Es war besser, die Zweitschwester Sonders blieb hier in ihrer Gewalt. | ||
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| + | Nur — Zhang Hua war auf unbekanntem Weg geflohen. Wenn er jemandem davon erzählte oder die Sache eines Tages wieder aufrollte, hätte sie sich selbst geschadet. Es war ein Fehler gewesen, einem Außenstehenden das Messer in die Hand zu geben. Reue kam zu spät. Also ersann sie einen neuen Plan und befahl König Er heimlich, Zhang Hua aufzuspüren und ihn umzubringen — ob durch eine fingierte Anklage wegen Diebstahls oder durch einen Mordanschlag —, um das Gras mit der Wurzel auszureißen und ihren Ruf zu schützen. | ||
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| + | König Er überlegte zu Hause: Der Mann ist weg, die Sache erledigt. Menschenleben sind doch kein Kinderspiel! Am besten lüge ich sie an. So versteckte er sich ein paar Tage, kam dann zurück und berichtete Phönixglanz: Zhang Hua sei mit seinem Geld geflohen und am dritten Tag bei Jingkou im Morgengrauen von Straßenräubern erschlagen worden. Sein Vater sei vor Schreck in der Herberge gestorben; dort habe man die Leichen untersucht und bestattet. | ||
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| + | Phönixglanz glaubte ihm nicht und drohte: „Wenn du lügst und ich herausfinde, dass es anders war, schlage ich dir die Zähne ein!" Doch dann ließ sie die Sache auf sich beruhen. Von nun an war sie nach außen hin überaus herzlich zur Zweiten Schwester You — noch liebevoller als zu einer leiblichen Schwester. | ||
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| + | Kette Kaufmann kehrte eines Tages von seiner Geschäftsreise zurück. Zuerst suchte er das Haus in der Blumenstraße auf — es war still verschlossen, nur ein alter Hauswächter war da. Auf seine Frage erzählte ihm der Alte die ganze Geschichte. Kette Kaufmann stampfte wütend mit dem Fuß im Steigbügel. | ||
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| + | Er musste Begnadigung Kaufmann<ref>Begnadigung Kaufmann: Chin. 贾赦 Jiǎ Shè, der ältere der Kaufmann-Brüder, Vater von Kette Kaufmann.</ref> und Dame Strafe aufsuchen und über den Erfolg seiner Reise berichten. Begnadigung Kaufmann war hocherfreut, lobte ihn als tüchtig, schenkte ihm hundert Liang Silber und gab ihm obendrein ein siebzehnjähriges Dienstmädchen namens Qiutong als Nebenfrau. Kette Kaufmann dankte mit einem Kotau und war überglücklich. | ||
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| + | Als er dann die Herzoginmutter und die übrigen Hausgenossen begrüßt hatte und zu Phönixglanz kam, war seine Miene unweigerlich etwas verlegen. Doch überraschenderweise empfing ihn Phönixglanz nicht mit der gewohnten Strenge, sondern kam zusammen mit der Zweiten Schwester You heraus, um ihn zu begrüßen. | ||
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| + | Kette Kaufmann erzählte von Qiutong, wobei sein Gesicht unvermeidlich Stolz und Selbstzufriedenheit zeigte. Phönixglanz ließ sofort zwei Frauen Qiutong herüberholen. Ein Stachel war noch nicht entfernt, da kam aus heiterem Himmel ein zweiter hinzu. Schlucken und Schweigen — sie zeigte nur eine freundliche Miene. Sie ließ ein Willkommensessen herrichten und stellte Qiutong der Herzoginmutter und Dame König vor. Kette Kaufmann wunderte sich insgeheim. | ||
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| + | Am zwölften Tag des zwölften Monats brach Herrlichkeit Kaufmann zum Begräbniszug auf. Kette Kaufmann und Herrlichkeit Kaufmann begleiteten ihn drei Tage und drei Nächte lang. Unterwegs ermahnte Herrlichkeit Kaufmann sie, den Haushalt gut zu führen. Beide versprachen es mit wohlgesetzten Worten — doch das braucht hier nicht näher ausgeführt zu werden. | ||
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| + | Von nun an behandelte Phönixglanz zu Hause die Zweitschwester Sonders äußerlich tadellos, trug aber ganz andere Absichten im Herzen. Unter vier Augen sagte sie zur Zweiten Schwester You: „Schwester, dein Ruf ist sehr schlecht. Sogar die Ahnherrin und die Gnädigen Frauen wissen davon und sagen, du wärst schon als Mädchen nicht anständig gewesen und hättest mit deinem Schwager etwas gehabt. ‚Da hat sie sich eine ausgesucht, die keiner mehr wollte — warum verstößt sie sie nicht und sucht eine Bessere?' Als ich das hörte, wurde mir fast schlecht vor Wut. Ich habe versucht herauszufinden, wer das gesagt hat, aber es war nicht festzustellen. Auf Dauer — wie soll ich den Dienstleuten noch in die Augen sehen? Da habe ich mir selbst die Scherben aufgeladen." | ||
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| + | Nachdem sie das zweimal so erzählt hatte, wurde sie selbst vor Ärger krank und aß und trank nicht mehr. Abgesehen von Friedchen redeten alle Mädchen und Dienerinnen hinter dem Rücken schlecht, stachelten an und sticheln. | ||
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| + | Qiutong, die sich einbildete, als Geschenk von Begnadigung Kaufmann über allen zu stehen, verachtete sogar Phönixglanz und Friedchen — von der Zweiten Schwester You ganz zu schweigen. Bei jeder Gelegenheit schimpfte sie: „Diese Hure, die erst herumgehurt hat und dann, als sie keiner mehr wollte, geheiratet wurde — die will mir den Rang streitig machen?" | ||
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| + | Phönixglanz freute sich insgeheim darüber. Die Zweitschwester Sonders empfand Scham, Zorn und Bitterkeit. | ||
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| + | Da Phönixglanz sich krank stellte, aß sie nicht mehr mit der Zweiten Schwester You zusammen. Täglich ließ sie ihr Essen ins Zimmer bringen — aber alles war ungenießbarer Abfall. Friedchen, die das nicht mitansehen konnte, gab eigenes Geld aus und brachte ihr Speisen. Manchmal sagte sie auch einfach, sie gehe mit ihr im Garten spazieren, und ließ in der Gartenküche eine Suppe für sie kochen. Niemand wagte, Phönixglanz davon zu erzählen. Doch eines Tages erwischte Qiutong die beiden und verriet es Phönixglanz: „Friedchen untergräbt Euren Ruf! Das gute Essen hier verschmäht sie, und dann geht sie in den Garten zum Stehlen!" | ||
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| + | Phönixglanz schalt Friedchen: „Bei anderen Leuten fangen die Katzen Mäuse — nur meine Katze stiehlt die Hühner!" Friedchen wagte keinen Widerspruch und hielt sich fortan von der Zweiten Schwester You fern. Gegen Qiutong aber hegte sie einen stillen Hass, den sie nicht aussprechen konnte. | ||
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| + | Von den Gartenbewohnerinnen sympathisierten Frau Li, Willkommensfrühling und Bedauerfrühling mit Phönixglanz. Schatzjade<ref>Schatzjade: Chin. 贾宝玉 Jiǎ Bǎoyù, der Hauptheld des Romans.</ref>, Kajaljade<ref>Kajaljade: Chin. 林黛玉 Lín Dàiyù, die empfindsame und hochbegabte Cousine von Schatzjade.</ref> und ihre Gesinnungsgenossen aber sorgten sich insgeheim um die Zweitschwester Sonders. Zwar konnten sie nicht viel tun, doch wann immer sie kam, bedauerten sie sie. Aber selbst wenn niemand zuhörte, weinte die Zweitschwester Sonders nur und wagte sich nicht zu beklagen. | ||
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| + | Phönixglanz ließ sich nie etwas Böses anmerken. Wenn Kette Kaufmann nach Hause kam, sah er nur ihre Güte und war unachtsam. Zudem hatte Kette Kaufmann angesichts der überaus zahlreichen Nebenfrauen und Mädchen seines Vaters Begnadigung Kaufmann schon immer ungehörige Gedanken gehegt, sie aber nicht in die Tat umgesetzt. Qiutong war eine alte Bekannte Kette Kaufmanns gewesen, doch hatte es nie zu einer wirklichen Begegnung zwischen ihnen kommen können. Jetzt, da der Himmel es so gefügt hatte und sein Vater sie ihm geschenkt hatte, waren die beiden wie prasselndes Feuer und trockenes Reisig. Tagelang ließen sie nicht voneinander ab. Kette Kaufmanns Interesse an der Zweiten Schwester You erlahmte, und nur noch Qiutong war sein Ein und Alles. | ||
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| + | Phönixglanz hasste Qiutong zwar, freute sich aber, sie als Werkzeug benutzen zu können, um zuerst die Zweitschwester Sonders loszuwerden, während sie selbst im Hintergrund bliebe. Sie wollte mit „fremder Hand töten"<ref>借刀杀人 jiè dāo shā rén: Eines der 36 Strategeme der chinesischen Kriegskunst — „Mit einem geliehenen Messer töten".</ref> und „vom Berg den kämpfenden Tigern zusehen"<ref>坐山观虎斗 zuò shān guān hǔ dòu: Sprichwörtl. Strategie — abwarten und andere den Kampf ausfechten lassen.</ref> — wenn Qiutong die Zweitschwester Sonders erledigt hatte, wollte sie als Nächstes Qiutong erledigen. | ||
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| + | Tag für Tag schimpfte Qiutong, ermutigt von Phönixglanz' vermeintlicher Schwäche: „Die Herrin ist zu weichherzig! Ich hingegen lasse mir keinen Sand in die Augen streuen. Ich werde es dieser Hure zeigen!" Die Zweitschwester Sonders lag in ihrem Zimmer, weinte, aß nichts und wagte nicht, Kette Kaufmann davon zu erzählen. | ||
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| + | Als die Herzoginmutter bemerkte, dass die Augen der Zweiten Schwester You rot und geschwollen waren, fragte sie nach dem Grund — doch die Zweitschwester Sonders wagte nichts zu sagen. Qiutong aber flüsterte der Herzoginmutter zu: „Die versteht es, die Leidende zu spielen! Den ganzen Tag heult sie grundlos herum und wünscht insgeheim, die Zweite Herrin und ich möchten bald sterben, damit sie den Zweiten Herrn für sich allein hat." | ||
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| + | Die Herzoginmutter sagte: „Eine so betörende Schönheit lässt auf ein eifersüchtiges Herz schließen. Phönixglanz ist so gut zu ihr, und sie muss Streit suchen! Wirklich ein undankbares Ding!" So ließ ihr Wohlwollen für die Zweitschwester Sonders nach. | ||
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| + | Als die anderen merkten, dass die Herzoginmutter nicht mehr gut auf sie zu sprechen war, trampelten sie erst recht auf ihr herum, bis die Zweitschwester Sonders weder leben noch sterben konnte. Nur Friedchen tröstete sie immer wieder hinter Phönixglanz' Rücken. | ||
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| + | Doch die Zweitschwester Sonders war ein Mensch mit einem Herz aus Blumen und einer Haut aus Schnee — wie sollte sie solche Quälereien ertragen? Nach nur einem Monat stillen Grams wurde sie krank. Ihre Glieder waren schwer und träge, sie konnte nicht essen, wurde gelb und mager. | ||
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| + | Eines Abends, als sie die Augen schloss, sah sie ihre jüngere Schwester mit den Enten-und-Erpel-Schwertern auf sich zutreten: „Schwester, dein törichtes Herz und dein weicher Sinn haben dich ins Verderben geführt. Glaub nicht den Blumenworten und raffinierten Reden dieser eifersüchtigen Frau! Äußerlich gibt sie die Gute, innerlich ist sie verschlagen. Ihr Hass ruht nicht, ehe sie dich umgebracht hat. Wenn ich noch lebte, hätte ich nie zugelassen, dass du zu ihr ziehst. Aber es musste so kommen. Wir haben beide ohne Zucht und Tugend gelebt und Väter und Söhne, Vettern und Brüder in schändliche Verwirrung gestürzt. Das ist nun die Vergeltung. Hör auf mich — erschlage die Eifersüchtige mit diesen Schwertern, dann komm mit mir vor den Richtertisch der Fee Warnendes Trugbild und lass sie über dich entscheiden! Sonst opferst du sinnlos dein Leben, und niemand wird dich bedauern." | ||
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| + | Die Zweitschwester Sonders weinte: „Schwester, mein ganzes Leben war ohne Tugend — die Vergeltung, die mich jetzt trifft, ist die unvermeidliche Folge. Warum soll ich auch noch die Schuld eines Mordes auf mich laden? Lass mich weiter aushalten. Vielleicht hat der Himmel Erbarmen." | ||
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| + | Die jüngere Schwester seufzte: „Du bleibst eine Närrin. ‚Die Netze des Himmels sind allumfassend — grobmaschig, und doch lassen sie nichts durch.' Du hast zwischen Vater und Sohn, Vetter und Vetter solche Verwirrung gestiftet — wie sollte der Himmel dich in Frieden leben lassen?" | ||
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| + | Die Zweitschwester Sonders weinte: „Wenn mir kein Frieden bestimmt ist, nehme ich es ohne Groll hin." | ||
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| + | Die Jüngere seufzte lang und verschwand. Die Zweitschwester Sonders fuhr auf — es war ein Traum. | ||
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| + | Als Kette Kaufmann kam, um nach ihr zu sehen, und sie allein waren, sagte sie unter Tränen: „Ich werde nicht wieder gesund. Ein halbes Jahr bin ich bei dir, und ich weiß, dass ich schwanger bin — ob Junge oder Mädchen, kann ich nicht sagen. Wenn der Himmel Mitleid hat, werde ich das Kind zur Welt bringen. Wenn nicht, steht es um mein Leben schlecht — vom Kind ganz zu schweigen." | ||
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| + | Kette Kaufmann weinte ebenfalls: „Beruhige dich! Ich hole einen fähigen Arzt." | ||
| + | |||
| + | Doch Hofarzt König war auf die Idee gekommen, sich beim Militär Verdienste zu erwerben. So brachten die Burschen einen Hofarzt namens Hu Junrong. Der fühlte den Puls und diagnostizierte: unregelmäßige Menstruation, kräftige Stärkung nötig. | ||
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| + | Kette Kaufmann wandte ein: „Ihre Regel hat seit drei Monaten ausgesetzt, und sie muss sich oft erbrechen. Vermutlich ist sie schwanger." | ||
| + | |||
| + | Hu Junrong ließ sich die Hand noch einmal zeigen, fühlte lange den Puls und erklärte: „Bei einer Schwangerschaft müsste der Leberpuls kräftig sein. Die Unregelmäßigkeit wird durch Leberholz verursacht. Ich muss so kühn sein, der gnädigen Frau das Gesicht sehen zu lassen, um ihren Lebenshauch zu beurteilen." | ||
| + | |||
| + | Kette Kaufmann ließ den Bettvorhang einen Spalt öffnen. Der flüchtige Anblick genügte, um Hu Junrongs Seele in die neunte Himmelssphäre entschweben zu lassen. Nach dem Vorhangschließen ging er hinaus und erklärte: „Keine Schwangerschaft — nur angestautes Blut. Es kommt darauf an, dieses Blut abzuleiten." | ||
| + | |||
| + | Er schrieb ein Rezept und ging. Noch in derselben Nacht bekam die Zweitschwester Sonders heftige Bauchschmerzen, und es ging ihr ein vollständig ausgebildeter männlicher Fötus ab. Es folgte eine unstillbare Blutung, und sie verlor das Bewusstsein. | ||
| + | |||
| + | Kette Kaufmann fluchte wütend auf Hu Junrong, schickte nach einem anderen Arzt und ließ gegen Hu Junrong Anzeige erstatten. Doch der war bereits geflohen. | ||
| + | |||
| + | Der neue Arzt erklärte: „Die Patientin hatte von Natur aus eine schwache Konstitution. Seit der Schwangerschaft hat sich offenbar viel Gram angestaut. Der andere Arzt hat mit seiner Tiger-und-Wolf-Medizin ihren Lebensatem zu acht, neun Zehnteln zerstört. Eine baldige Genesung ist nicht möglich. Nur mit Heiltränken und Pillen zugleich und unter Fernhaltung jeglicher Aufregung besteht vielleicht noch Hoffnung." | ||
| + | |||
| + | Phönixglanz tat zehnmal aufgeregter als Kette Kaufmann selbst: „Uns war kein Sohn bestimmt, und jetzt, da endlich einer kam, mussten wir an so einen Pfuscher geraten!" Sie brannte Weihrauch, kniete nieder und betete: „Wenn ich dafür krank werden muss — ich bitte nur, dass Schwester You vollständig gesundet, erneut schwanger wird und einen Sohn gebiert. Dann will ich ewiges Fasten halten und zu Buddha beten!" | ||
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| + | Alle lobten sie dafür. Wenn Kette Kaufmann bei Qiutong war, kochte Phönixglanz Suppen und ließ sie der Zweiten Schwester You bringen. Sie befragte sogar Wahrsager — und das Ergebnis war, dass jemand „im Zeichen des Hasen" die Schwangerschaft gestört habe. Nur Qiutong war im Zeichen des Hasen geboren. | ||
| + | |||
| + | Qiutong, die ohnehin vor Eifersucht kochte, tobte: „Was kümmern mich diese blinden Wahrsager! ‚Brunnenwasser tut dem Flusswasser nichts zuleide!' Die feine Dame hat sich draußen mit wer weiß wem eingelassen — und ich soll schuld sein? Wer weiß, ob das Kind überhaupt von einem Kaufmann wäre! Selbst wenn sie eines hätte — wer weiß, ob es Zhang oder Wang heißen müsste!" Dann schimpfte sie laut unter dem Fenster der Zweiten Schwester You, die nur noch kränker wurde. | ||
| + | |||
| + | Eines Abends, als Kette Kaufmann bei Qiutong schlief und Phönixglanz bereits zu Bett gegangen war, kam Friedchen zur Zweiten Schwester You und tröstete sie leise: „Kurier dich nur und achte nicht auf das Biest!" | ||
| + | |||
| + | Die Zweitschwester Sonders ergriff ihre Hand und weinte: „Schwester, seit ich hier bin, warst du die Einzige, die sich um mich gekümmert hat. Wie viel Ärger hast du meinetwegen einstecken müssen! Wenn ich mit dem Leben davonkomme, vergelte ich dir deine Güte. Wenn nicht, muss es bis zum nächsten Leben warten." | ||
| + | |||
| + | Auch Friedchen weinte: „Eigentlich bin ich an deinem Unglück schuld. Ich hatte ein törichtes Herz und habe ihr nie etwas verschwiegen. Als ich von dir erfuhr, habe ich es ihr natürlich gesagt. Und daraus ist all dieses Unheil entstanden." | ||
| + | |||
| + | Die Zweitschwester Sonders widersprach: „Da hast du unrecht! Auch ohne dich hätte sie es herausgefunden. Außerdem war es mein eigener Wunsch, ins Haus zu ziehen, damit alles seine Ordnung hätte. Das hat mit dir nichts zu tun." | ||
| + | |||
| + | Beide weinten noch eine Weile. Friedchen gab ihr einige Ermahnungen, und erst spät in der Nacht ging sie schlafen. | ||
| + | |||
| + | Die Zweitschwester Sonders aber dachte bei sich: „Die Krankheit hat mich fest im Griff, und von Tag zu Tag geht es mir schlechter statt besser. Genesen werde ich bestimmt nicht. Zudem habe ich mein Kind verloren — woran soll sich mein Herz noch klammern? Wozu diese Kränkungen ertragen? Besser, ich sterbe — das wäre sauberer. Ich habe oft gehört, man könne sich mit Rohgold<ref>Selbstmord durch Verschlucken von Gold (吞金): Eine in der chinesischen Literatur häufig beschriebene Methode des Freitods, bes. bei Frauen der Oberschicht.</ref> umbringen. Das ist doch sauberer als Erhängen oder Halsabschneiden." | ||
| + | |||
| + | Als sie den Gedanken zu Ende geführt hatte, raffte sie sich mühsam auf, öffnete eine Truhe und fand ein Stück unbearbeitetes Gold — sie wusste nicht, wie schwer es war. Mit Tränen in den Augen schob sie es sich in den Mund. Mehrmals musste sie mit aller Gewalt schlucken, bis sie es endlich hinunterbekam. | ||
| + | |||
| + | Dann kleidete sie sich hastig in ihre besten Gewänder, schmückte sich mit ihrem Kopfschmuck und legte sich aufs Bett. Kein Mensch bemerkte etwas, kein Geist wurde gewahr. | ||
| + | |||
| + | Am nächsten Morgen, als die Mädchen und Frauen merkten, dass die Zweitschwester Sonders nicht nach ihnen rief, machten sie sich seelenruhig an ihre eigene Toilette. Phönixglanz war bereits mit Qiutong zur Begrüßung bei den Älteren. | ||
| + | |||
| + | Friedchen aber schalt die Mädchen: „Ihr taugt wirklich nur dazu, von jemandem bedient zu werden, der kein Herz hat und euch schlägt und beschimpft! Eine Kranke — habt ihr denn kein Mitleid? Auch wenn sie sanftmütig ist, solltet ihr es nicht so übertreiben! ‚Wenn die Mauer fällt, schieben alle mit' — das seid ihr!" | ||
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| + | Die Mädchen öffneten die Tür — und fanden die Zweitschwester Sonders sauber gekleidet und geschmückt, tot auf dem Bett liegend. Entsetzt schrien sie auf. | ||
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| + | Friedchen trat ein, sah die Tote und brach in lautes Weinen aus. Auch die anderen, obwohl sie Phönixglanz fürchteten, dachten daran, wie freundlich und nachsichtig die Zweitschwester Sonders immer zu ihnen gewesen war — besser als Phönixglanz —, und weinten um sie, wenn auch nicht so, dass Phönixglanz es sehen konnte. | ||
| + | |||
| + | Im Nu war der Tod im ganzen Haus bekannt. Kette Kaufmann nahm die Tote in die Arme und weinte hemmungslos. Phönixglanz klagte mit geheuchelten Tränen: „Hartherzige Schwester! Warum hast du mich allein zurückgelassen und meine Güte mit Undank vergolten?" | ||
| + | |||
| + | Die Schwägerin Sonders und Herrlichkeit Kaufmann kamen ebenfalls, weinten eine Weile und trösteten Kette Kaufmann. Dann bat Kette Kaufmann Dame König um Erlaubnis, die Tote fünf Tage lang im Birnendufthof aufzubahren und dann zum Kloster Eiserne Schwelle zu überführen. Dame König gestattete es. | ||
| + | |||
| + | Doch als Kette Kaufmann Phönixglanz um Geld für Sarg und Begräbnis bat, spielte sie die Arme: „Welches Geld? Du weißt doch, wie knapp es ist! Gestern habe ich zwei goldene Halsketten für dreihundert Liang verpfändet. Hier sind noch zwanzig, dreißig Liang — nimm sie, wenn du willst." Dann ging sie mit einem Hinweis auf die Ahnherrin davon. | ||
| + | |||
| + | Kette Kaufmann, wütend und stumm, öffnete die Truhen der Zweiten Schwester You — alles leer, nur alte Haarnadeln, verwelkte Blumen und halbgetragene Seidenkleider, die die Verstorbene immer getragen hatte. Er weinte aufs Neue, packte alles in ein Bündel und trug es selbst hinaus, um es zu verbrennen. | ||
| + | |||
| + | Friedchen, gleichermaßen traurig und belustigt, stahl heimlich ein Päckchen mit zweihundert Liang Silber, zerrte Kette Kaufmann in die Seitenkammer und flüsterte ihm zu: „Schweig! Wenn du weinen willst — draußen kannst du weinen, so viel du willst. Komm nicht hier herein und mach Theater!" | ||
| + | |||
| + | Kette Kaufmann sagte: „Du hast recht." Er nahm das Silber und reichte Friedchen einen Rock: „Das hat sie immer getragen. Bewahre ihn für mich auf — als Andenken." Friedchen verbarg ihn und nahm ihn mit. | ||
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| + | Kette Kaufmann nahm das Silber, ließ zunächst einen Sarg kaufen. Die guten waren zu teuer, die mittelmäßigen wollte er nicht. Er ritt selbst los, um sich umzusehen, und am Abend wurde tatsächlich ein schöner Sarg hereingetragen — fünfhundert Liang auf Kredit. Über Nacht wurde er fertiggestellt. Er teilte Leute ein, die in Trauerkleidung beim Sarg Wache hielten, und schlief die Nacht über nicht in seinen Gemächern, sondern neben dem Aufbahrungsort. | ||
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| + | <references /> | ||
Latest revision as of 19:30, 28 April 2026
Kapitel 69 弄小巧用借剑杀人 / 觉大限吞生金自逝 Die Zweitschwester Sonders schluckt Gold und stirbt; Friedchen stiehlt heimlich Silber für die Bestattung
Im Herzen zerbricht die Zweitschwester SondersCite error: Closing </ref> missing for <ref> tag.</ref>.</ref> und schluckt Gold, um ihrem elenden Leben ein Ende zu setzen. Das Dienstmädchen Friedchen[1] stiehlt heimlich Silber, um die Bestattung zu ermöglichen.
Es wird erzählt, dass die Zweitschwester Sonders, als sie Phönixglanz' Bericht hörte, sich nur immer wieder bedankte und ihr folgte. Die Schwägerin Sonders konnte schlecht nicht mitkommen und begleitete sie, um bei der Erklärung vor der Herzoginmutter[2] dabei zu sein — so verlangte es der Anstand. Phönixglanz lachte: „Du sagst einfach nichts, lass nur mich reden." Die Schwägerin Sonders antwortete: „Natürlich. Aber wenn etwas schiefgeht, schiebe ich es auf dich." So kamen alle zunächst in die Gemächer der Herzoginmutter.
Die Herzoginmutter war gerade dabei, mit den jungen Damen aus dem Garten zu plaudern und sich zu amüsieren, als plötzlich Phönixglanz mit einer hübschen jungen Frau hereinkam. Die Herzoginmutter kniff die Augen zusammen und sagte: „Wessen Kind ist das? Wie reizend!"
Phönixglanz trat lachend vor: „Ahnherrin, schaut sie Euch doch genau an — ist sie nicht schön?" Dann zog sie die Zweitschwester Sonders heran: „Das ist die Urgroßmutter — schnell, mach den Kotau!" Die Zweitschwester Sonders vollzog die große Verbeugung. Dann stellte Phönixglanz die jungen Damen vor: „Das ist die und die — lern sie schon einmal kennen. Wenn die Gnädigen Frauen dich gesehen haben, machst du die formelle Begrüßung." Die Zweitschwester Sonders stellte sich jeder einzeln vor und stand dann mit gesenktem Kopf zur Seite.
Die Herzoginmutter musterte sie von oben bis unten, lächelte und fragte: „Wie heißt du? Wie alt bist du?" Phönixglanz lachte: „Ahnherrin, fragt noch nicht — sagt nur, ob sie hübscher ist als ich!"
Die Herzoginmutter setzte ihre Brille auf und befahl Mandarinenente[3] und Bernstein: „Bringt das Kind näher, ich will mir die Haut ansehen!" Alle unterdrückten ein Kichern und schoben die Zweitschwester Sonders vor. Die Herzoginmutter betrachtete sie eingehend und sagte zu Bernstein: „Zeig mir ihre Hände!" Mandarinenente hob ihren Rock an. Nachdem die Herzoginmutter alles betrachtet hatte, nahm sie die Brille ab und sagte lachend: „Das ist ein makelloses Kind! Ich finde, sie ist hübscher als du."
Phönixglanz kniete lächelnd nieder und erzählte der Herzoginmutter die mit der Schwägerin Sonders abgesprochene Geschichte Punkt für Punkt: „Bitte, Ahnherrin, habt ein gnädiges Herz und erlaubt ihr, einzuziehen. In einem Jahr erst wird die Ehe vollzogen."
Die Herzoginmutter sagte: „Was ist daran auszusetzen? Da du so tugendhaft bist, ist das sehr löblich. Nur darf die Ehe erst in einem Jahr vollzogen werden."
Phönixglanz dankte mit einem Kotau, stand auf und bat die Herzoginmutter, zwei Frauen mitzuschicken, um die Zweitschwester Sonders den Gnädigen Frauen vorzustellen — mit dem Hinweis, es sei der Wille der Ahnherrin. Die Herzoginmutter stimmte zu. So wurde die Zweitschwester Sonders auch Dame Strafe und anderen vorgestellt. Dame König, die sich ohnehin wegen der anrüchigen Gerüchte Sorgen gemacht hatte, war erleichtert über dieses Vorgehen.
Von nun an lebte die Zweitschwester Sonders offen im Haus und zog in die Seitenflügelzimmer ein.
Gleichzeitig ließ Phönixglanz heimlich Zhang Hua anstacheln, seine Erstfrau zurückzufordern — neben großzügiger Abfindung und Geld zum Lebensunterhalt. Zhang Hua hatte eigentlich nie den Mut und die Absicht gehabt, die Familie Kaufmann zu verklagen. Als dann Herrlichkeit Kaufmann[4] Leute zur Verhandlung schickte, argumentierten diese: „Zhang Hua hatte die Verlobung bereits aufgelöst. Wir sind alles Verwandte. Dass die Dame im Haus wohnt, ist wahr — aber von einer Heirat war nie die Rede. Zhang Hua schuldet unserem Haus Geld, und weil er es nicht zurückzahlt, verleumdet er uns."
Da das Zensorat sowohl mit der Familie Kaufmann als auch mit der König-Familie verwandt war und zudem bestochen worden war, erklärte der Richter Zhang Hua für einen Taugenichts, der aus Armut Erpressung betreibe, wies die Klage ab und ließ ihn hinausprügeln. Draußen sorgte Qinger dafür, dass die Prügel nicht zu hart ausfielen, und stachelte Zhang Hua erneut an: „Die Verlobung wurde ja von deiner Familie geschlossen. Du brauchst nur die Braut zu fordern — das Gericht muss sie dir zusprechen!" Also klagte Zhang Hua erneut.
König Xin steckte dem Zensorat einen Wink, woraufhin der Richter urteilte: „Die Schulden Zhang Huas gegenüber dem Haus Kaufmann sind fristgerecht zu begleichen. Die vereinbarte Verlobung kann eingelöst werden, sobald Zhang Hua über die Mittel verfügt." Auch Zhang Huas Vater wurde vorgeladen und stimmte vor Gericht zu — auch er war von Qinger eingeweiht und freute sich, Mensch und Geld zugleich zu gewinnen. Er ging zum Haus Kaufmann, um die Braut abzuholen.
Phönixglanz lief erschrocken zur Herzoginmutter und berichtete: „Die Schwägerin Sonders hat die Sache schlecht gehandhabt! Die Verlobung war nie ordentlich aufgelöst worden, und jetzt hat der Mann geklagt, und das Gericht hat so entschieden!"
Die Herzoginmutter rief sofort die Schwägerin Sonders herbei und schalt sie: „Deine Schwester war seit ihrer Kindheit verlobt, und die Verlobung wurde nie aufgehoben — da klagt man natürlich!"
Die Schwägerin Sonders konnte nur sagen: „Er hat das Geld doch genommen — wie kann die Sache nicht erledigt sein?"
Phönixglanz warf von der Seite ein: „In Zhang Huas Aussage steht, er habe kein Geld gesehen und es sei niemand zu ihm gekommen. Sein Vater sagt: ‚Die Schwiegermutter hat einmal davon gesprochen, aber es wurde nie vereinbart. Nachdem die Schwiegermutter starb, habt ihr sie einfach als Zweitfrau aufgenommen.' Ohne Zeugen kann er sagen, was er will. Glücklicherweise war der Zweite Herr nicht zu Hause und die Ehe wurde noch nicht vollzogen — das ist nicht so schlimm. Nur — sie ist schon hier. Wie sollen wir sie zurückschicken? Das wäre doch eine Schande."
Die Herzoginmutter sagte: „Die Ehe ist nicht vollzogen — da behalten wir doch nicht die Frau eines anderen Mannes! Der Ruf wäre ruiniert. Schickt sie ihm zurück. Es finden sich genug gute Frauen."
Die Zweitschwester Sonders trat vor und sagte zur Herzoginmutter: „Meine Mutter hat ihm tatsächlich an dem und dem Datum zehn Liang Silber zur Auflösung der Verlobung gegeben. Er klagt nur aus Verzweiflung und hat sein Wort gebrochen. Meine Schwester hat nichts falsch gemacht."
Die Herzoginmutter sagte: „Das zeigt, wie schwer es ist, mit solchem Gesindel umzugehen. Wenn es so ist, Phönixglanz, kümmere dich darum."
Phönixglanz hatte keine andere Wahl als zuzustimmen. Zurück in ihren Räumen, schickte sie nach Herrlichkeit Kaufmann. Der verstand genau, was Phönixglanz wollte — wenn Zhang Hua die Zweitschwester Sonders wirklich zurückholte, wäre das eine Blamage. Also besprach er sich mit Herrlichkeit Kaufmann[5] und ließ Zhang Hua heimlich ausrichten: „Du hast jetzt genug Silber. Wozu brauchst du die Frau? Wenn du weiter darauf bestehst, könnten die Herren zornig werden und einen Vorwand finden — dann hast du keinen Ort mehr für dein Grab. Mit deinem Silber kannst du zu Hause jede beliebige gute Frau finden. Wenn du gehst, bekommst du noch Reisegeld obendrauf."
Zhang Hua überlegte und fand den Vorschlag vernünftig. Er beriet sich mit seinem Vater, und nachdem sie zusammen etwa hundert Liang erhalten hatten, brachen Vater und Sohn am nächsten Tag um fünf Uhr morgens auf und kehrten in ihre Heimat zurück.
Herrlichkeit Kaufmann ermittelte die Wahrheit und berichtete der Herzoginmutter und Phönixglanz: „Zhang Hua und sein Vater haben falsch geklagt. Aus Furcht vor Strafe sind sie geflohen. Die Behörden wissen Bescheid und verfolgen die Sache nicht weiter. Die Angelegenheit ist erledigt."
Phönixglanz aber überlegte: Wenn sie Zhang Hua die Zweitschwester Sonders hätte zurückbringen lassen, hätte Kette Kaufmann bei seiner Rückkehr einfach ein paar Münzen gezahlt und sie zurückgeholt — Zhang Hua hätte dem nie widerstanden. Es war besser, die Zweitschwester Sonders blieb hier in ihrer Gewalt.
Nur — Zhang Hua war auf unbekanntem Weg geflohen. Wenn er jemandem davon erzählte oder die Sache eines Tages wieder aufrollte, hätte sie sich selbst geschadet. Es war ein Fehler gewesen, einem Außenstehenden das Messer in die Hand zu geben. Reue kam zu spät. Also ersann sie einen neuen Plan und befahl König Er heimlich, Zhang Hua aufzuspüren und ihn umzubringen — ob durch eine fingierte Anklage wegen Diebstahls oder durch einen Mordanschlag —, um das Gras mit der Wurzel auszureißen und ihren Ruf zu schützen.
König Er überlegte zu Hause: Der Mann ist weg, die Sache erledigt. Menschenleben sind doch kein Kinderspiel! Am besten lüge ich sie an. So versteckte er sich ein paar Tage, kam dann zurück und berichtete Phönixglanz: Zhang Hua sei mit seinem Geld geflohen und am dritten Tag bei Jingkou im Morgengrauen von Straßenräubern erschlagen worden. Sein Vater sei vor Schreck in der Herberge gestorben; dort habe man die Leichen untersucht und bestattet.
Phönixglanz glaubte ihm nicht und drohte: „Wenn du lügst und ich herausfinde, dass es anders war, schlage ich dir die Zähne ein!" Doch dann ließ sie die Sache auf sich beruhen. Von nun an war sie nach außen hin überaus herzlich zur Zweiten Schwester You — noch liebevoller als zu einer leiblichen Schwester.
Kette Kaufmann kehrte eines Tages von seiner Geschäftsreise zurück. Zuerst suchte er das Haus in der Blumenstraße auf — es war still verschlossen, nur ein alter Hauswächter war da. Auf seine Frage erzählte ihm der Alte die ganze Geschichte. Kette Kaufmann stampfte wütend mit dem Fuß im Steigbügel.
Er musste Begnadigung Kaufmann[6] und Dame Strafe aufsuchen und über den Erfolg seiner Reise berichten. Begnadigung Kaufmann war hocherfreut, lobte ihn als tüchtig, schenkte ihm hundert Liang Silber und gab ihm obendrein ein siebzehnjähriges Dienstmädchen namens Qiutong als Nebenfrau. Kette Kaufmann dankte mit einem Kotau und war überglücklich.
Als er dann die Herzoginmutter und die übrigen Hausgenossen begrüßt hatte und zu Phönixglanz kam, war seine Miene unweigerlich etwas verlegen. Doch überraschenderweise empfing ihn Phönixglanz nicht mit der gewohnten Strenge, sondern kam zusammen mit der Zweiten Schwester You heraus, um ihn zu begrüßen.
Kette Kaufmann erzählte von Qiutong, wobei sein Gesicht unvermeidlich Stolz und Selbstzufriedenheit zeigte. Phönixglanz ließ sofort zwei Frauen Qiutong herüberholen. Ein Stachel war noch nicht entfernt, da kam aus heiterem Himmel ein zweiter hinzu. Schlucken und Schweigen — sie zeigte nur eine freundliche Miene. Sie ließ ein Willkommensessen herrichten und stellte Qiutong der Herzoginmutter und Dame König vor. Kette Kaufmann wunderte sich insgeheim.
Am zwölften Tag des zwölften Monats brach Herrlichkeit Kaufmann zum Begräbniszug auf. Kette Kaufmann und Herrlichkeit Kaufmann begleiteten ihn drei Tage und drei Nächte lang. Unterwegs ermahnte Herrlichkeit Kaufmann sie, den Haushalt gut zu führen. Beide versprachen es mit wohlgesetzten Worten — doch das braucht hier nicht näher ausgeführt zu werden.
Von nun an behandelte Phönixglanz zu Hause die Zweitschwester Sonders äußerlich tadellos, trug aber ganz andere Absichten im Herzen. Unter vier Augen sagte sie zur Zweiten Schwester You: „Schwester, dein Ruf ist sehr schlecht. Sogar die Ahnherrin und die Gnädigen Frauen wissen davon und sagen, du wärst schon als Mädchen nicht anständig gewesen und hättest mit deinem Schwager etwas gehabt. ‚Da hat sie sich eine ausgesucht, die keiner mehr wollte — warum verstößt sie sie nicht und sucht eine Bessere?' Als ich das hörte, wurde mir fast schlecht vor Wut. Ich habe versucht herauszufinden, wer das gesagt hat, aber es war nicht festzustellen. Auf Dauer — wie soll ich den Dienstleuten noch in die Augen sehen? Da habe ich mir selbst die Scherben aufgeladen."
Nachdem sie das zweimal so erzählt hatte, wurde sie selbst vor Ärger krank und aß und trank nicht mehr. Abgesehen von Friedchen redeten alle Mädchen und Dienerinnen hinter dem Rücken schlecht, stachelten an und sticheln.
Qiutong, die sich einbildete, als Geschenk von Begnadigung Kaufmann über allen zu stehen, verachtete sogar Phönixglanz und Friedchen — von der Zweiten Schwester You ganz zu schweigen. Bei jeder Gelegenheit schimpfte sie: „Diese Hure, die erst herumgehurt hat und dann, als sie keiner mehr wollte, geheiratet wurde — die will mir den Rang streitig machen?"
Phönixglanz freute sich insgeheim darüber. Die Zweitschwester Sonders empfand Scham, Zorn und Bitterkeit.
Da Phönixglanz sich krank stellte, aß sie nicht mehr mit der Zweiten Schwester You zusammen. Täglich ließ sie ihr Essen ins Zimmer bringen — aber alles war ungenießbarer Abfall. Friedchen, die das nicht mitansehen konnte, gab eigenes Geld aus und brachte ihr Speisen. Manchmal sagte sie auch einfach, sie gehe mit ihr im Garten spazieren, und ließ in der Gartenküche eine Suppe für sie kochen. Niemand wagte, Phönixglanz davon zu erzählen. Doch eines Tages erwischte Qiutong die beiden und verriet es Phönixglanz: „Friedchen untergräbt Euren Ruf! Das gute Essen hier verschmäht sie, und dann geht sie in den Garten zum Stehlen!"
Phönixglanz schalt Friedchen: „Bei anderen Leuten fangen die Katzen Mäuse — nur meine Katze stiehlt die Hühner!" Friedchen wagte keinen Widerspruch und hielt sich fortan von der Zweiten Schwester You fern. Gegen Qiutong aber hegte sie einen stillen Hass, den sie nicht aussprechen konnte.
Von den Gartenbewohnerinnen sympathisierten Frau Li, Willkommensfrühling und Bedauerfrühling mit Phönixglanz. Schatzjade[7], Kajaljade[8] und ihre Gesinnungsgenossen aber sorgten sich insgeheim um die Zweitschwester Sonders. Zwar konnten sie nicht viel tun, doch wann immer sie kam, bedauerten sie sie. Aber selbst wenn niemand zuhörte, weinte die Zweitschwester Sonders nur und wagte sich nicht zu beklagen.
Phönixglanz ließ sich nie etwas Böses anmerken. Wenn Kette Kaufmann nach Hause kam, sah er nur ihre Güte und war unachtsam. Zudem hatte Kette Kaufmann angesichts der überaus zahlreichen Nebenfrauen und Mädchen seines Vaters Begnadigung Kaufmann schon immer ungehörige Gedanken gehegt, sie aber nicht in die Tat umgesetzt. Qiutong war eine alte Bekannte Kette Kaufmanns gewesen, doch hatte es nie zu einer wirklichen Begegnung zwischen ihnen kommen können. Jetzt, da der Himmel es so gefügt hatte und sein Vater sie ihm geschenkt hatte, waren die beiden wie prasselndes Feuer und trockenes Reisig. Tagelang ließen sie nicht voneinander ab. Kette Kaufmanns Interesse an der Zweiten Schwester You erlahmte, und nur noch Qiutong war sein Ein und Alles.
Phönixglanz hasste Qiutong zwar, freute sich aber, sie als Werkzeug benutzen zu können, um zuerst die Zweitschwester Sonders loszuwerden, während sie selbst im Hintergrund bliebe. Sie wollte mit „fremder Hand töten"[9] und „vom Berg den kämpfenden Tigern zusehen"[10] — wenn Qiutong die Zweitschwester Sonders erledigt hatte, wollte sie als Nächstes Qiutong erledigen.
Tag für Tag schimpfte Qiutong, ermutigt von Phönixglanz' vermeintlicher Schwäche: „Die Herrin ist zu weichherzig! Ich hingegen lasse mir keinen Sand in die Augen streuen. Ich werde es dieser Hure zeigen!" Die Zweitschwester Sonders lag in ihrem Zimmer, weinte, aß nichts und wagte nicht, Kette Kaufmann davon zu erzählen.
Als die Herzoginmutter bemerkte, dass die Augen der Zweiten Schwester You rot und geschwollen waren, fragte sie nach dem Grund — doch die Zweitschwester Sonders wagte nichts zu sagen. Qiutong aber flüsterte der Herzoginmutter zu: „Die versteht es, die Leidende zu spielen! Den ganzen Tag heult sie grundlos herum und wünscht insgeheim, die Zweite Herrin und ich möchten bald sterben, damit sie den Zweiten Herrn für sich allein hat."
Die Herzoginmutter sagte: „Eine so betörende Schönheit lässt auf ein eifersüchtiges Herz schließen. Phönixglanz ist so gut zu ihr, und sie muss Streit suchen! Wirklich ein undankbares Ding!" So ließ ihr Wohlwollen für die Zweitschwester Sonders nach.
Als die anderen merkten, dass die Herzoginmutter nicht mehr gut auf sie zu sprechen war, trampelten sie erst recht auf ihr herum, bis die Zweitschwester Sonders weder leben noch sterben konnte. Nur Friedchen tröstete sie immer wieder hinter Phönixglanz' Rücken.
Doch die Zweitschwester Sonders war ein Mensch mit einem Herz aus Blumen und einer Haut aus Schnee — wie sollte sie solche Quälereien ertragen? Nach nur einem Monat stillen Grams wurde sie krank. Ihre Glieder waren schwer und träge, sie konnte nicht essen, wurde gelb und mager.
Eines Abends, als sie die Augen schloss, sah sie ihre jüngere Schwester mit den Enten-und-Erpel-Schwertern auf sich zutreten: „Schwester, dein törichtes Herz und dein weicher Sinn haben dich ins Verderben geführt. Glaub nicht den Blumenworten und raffinierten Reden dieser eifersüchtigen Frau! Äußerlich gibt sie die Gute, innerlich ist sie verschlagen. Ihr Hass ruht nicht, ehe sie dich umgebracht hat. Wenn ich noch lebte, hätte ich nie zugelassen, dass du zu ihr ziehst. Aber es musste so kommen. Wir haben beide ohne Zucht und Tugend gelebt und Väter und Söhne, Vettern und Brüder in schändliche Verwirrung gestürzt. Das ist nun die Vergeltung. Hör auf mich — erschlage die Eifersüchtige mit diesen Schwertern, dann komm mit mir vor den Richtertisch der Fee Warnendes Trugbild und lass sie über dich entscheiden! Sonst opferst du sinnlos dein Leben, und niemand wird dich bedauern."
Die Zweitschwester Sonders weinte: „Schwester, mein ganzes Leben war ohne Tugend — die Vergeltung, die mich jetzt trifft, ist die unvermeidliche Folge. Warum soll ich auch noch die Schuld eines Mordes auf mich laden? Lass mich weiter aushalten. Vielleicht hat der Himmel Erbarmen."
Die jüngere Schwester seufzte: „Du bleibst eine Närrin. ‚Die Netze des Himmels sind allumfassend — grobmaschig, und doch lassen sie nichts durch.' Du hast zwischen Vater und Sohn, Vetter und Vetter solche Verwirrung gestiftet — wie sollte der Himmel dich in Frieden leben lassen?"
Die Zweitschwester Sonders weinte: „Wenn mir kein Frieden bestimmt ist, nehme ich es ohne Groll hin."
Die Jüngere seufzte lang und verschwand. Die Zweitschwester Sonders fuhr auf — es war ein Traum.
Als Kette Kaufmann kam, um nach ihr zu sehen, und sie allein waren, sagte sie unter Tränen: „Ich werde nicht wieder gesund. Ein halbes Jahr bin ich bei dir, und ich weiß, dass ich schwanger bin — ob Junge oder Mädchen, kann ich nicht sagen. Wenn der Himmel Mitleid hat, werde ich das Kind zur Welt bringen. Wenn nicht, steht es um mein Leben schlecht — vom Kind ganz zu schweigen."
Kette Kaufmann weinte ebenfalls: „Beruhige dich! Ich hole einen fähigen Arzt."
Doch Hofarzt König war auf die Idee gekommen, sich beim Militär Verdienste zu erwerben. So brachten die Burschen einen Hofarzt namens Hu Junrong. Der fühlte den Puls und diagnostizierte: unregelmäßige Menstruation, kräftige Stärkung nötig.
Kette Kaufmann wandte ein: „Ihre Regel hat seit drei Monaten ausgesetzt, und sie muss sich oft erbrechen. Vermutlich ist sie schwanger."
Hu Junrong ließ sich die Hand noch einmal zeigen, fühlte lange den Puls und erklärte: „Bei einer Schwangerschaft müsste der Leberpuls kräftig sein. Die Unregelmäßigkeit wird durch Leberholz verursacht. Ich muss so kühn sein, der gnädigen Frau das Gesicht sehen zu lassen, um ihren Lebenshauch zu beurteilen."
Kette Kaufmann ließ den Bettvorhang einen Spalt öffnen. Der flüchtige Anblick genügte, um Hu Junrongs Seele in die neunte Himmelssphäre entschweben zu lassen. Nach dem Vorhangschließen ging er hinaus und erklärte: „Keine Schwangerschaft — nur angestautes Blut. Es kommt darauf an, dieses Blut abzuleiten."
Er schrieb ein Rezept und ging. Noch in derselben Nacht bekam die Zweitschwester Sonders heftige Bauchschmerzen, und es ging ihr ein vollständig ausgebildeter männlicher Fötus ab. Es folgte eine unstillbare Blutung, und sie verlor das Bewusstsein.
Kette Kaufmann fluchte wütend auf Hu Junrong, schickte nach einem anderen Arzt und ließ gegen Hu Junrong Anzeige erstatten. Doch der war bereits geflohen.
Der neue Arzt erklärte: „Die Patientin hatte von Natur aus eine schwache Konstitution. Seit der Schwangerschaft hat sich offenbar viel Gram angestaut. Der andere Arzt hat mit seiner Tiger-und-Wolf-Medizin ihren Lebensatem zu acht, neun Zehnteln zerstört. Eine baldige Genesung ist nicht möglich. Nur mit Heiltränken und Pillen zugleich und unter Fernhaltung jeglicher Aufregung besteht vielleicht noch Hoffnung."
Phönixglanz tat zehnmal aufgeregter als Kette Kaufmann selbst: „Uns war kein Sohn bestimmt, und jetzt, da endlich einer kam, mussten wir an so einen Pfuscher geraten!" Sie brannte Weihrauch, kniete nieder und betete: „Wenn ich dafür krank werden muss — ich bitte nur, dass Schwester You vollständig gesundet, erneut schwanger wird und einen Sohn gebiert. Dann will ich ewiges Fasten halten und zu Buddha beten!"
Alle lobten sie dafür. Wenn Kette Kaufmann bei Qiutong war, kochte Phönixglanz Suppen und ließ sie der Zweiten Schwester You bringen. Sie befragte sogar Wahrsager — und das Ergebnis war, dass jemand „im Zeichen des Hasen" die Schwangerschaft gestört habe. Nur Qiutong war im Zeichen des Hasen geboren.
Qiutong, die ohnehin vor Eifersucht kochte, tobte: „Was kümmern mich diese blinden Wahrsager! ‚Brunnenwasser tut dem Flusswasser nichts zuleide!' Die feine Dame hat sich draußen mit wer weiß wem eingelassen — und ich soll schuld sein? Wer weiß, ob das Kind überhaupt von einem Kaufmann wäre! Selbst wenn sie eines hätte — wer weiß, ob es Zhang oder Wang heißen müsste!" Dann schimpfte sie laut unter dem Fenster der Zweiten Schwester You, die nur noch kränker wurde.
Eines Abends, als Kette Kaufmann bei Qiutong schlief und Phönixglanz bereits zu Bett gegangen war, kam Friedchen zur Zweiten Schwester You und tröstete sie leise: „Kurier dich nur und achte nicht auf das Biest!"
Die Zweitschwester Sonders ergriff ihre Hand und weinte: „Schwester, seit ich hier bin, warst du die Einzige, die sich um mich gekümmert hat. Wie viel Ärger hast du meinetwegen einstecken müssen! Wenn ich mit dem Leben davonkomme, vergelte ich dir deine Güte. Wenn nicht, muss es bis zum nächsten Leben warten."
Auch Friedchen weinte: „Eigentlich bin ich an deinem Unglück schuld. Ich hatte ein törichtes Herz und habe ihr nie etwas verschwiegen. Als ich von dir erfuhr, habe ich es ihr natürlich gesagt. Und daraus ist all dieses Unheil entstanden."
Die Zweitschwester Sonders widersprach: „Da hast du unrecht! Auch ohne dich hätte sie es herausgefunden. Außerdem war es mein eigener Wunsch, ins Haus zu ziehen, damit alles seine Ordnung hätte. Das hat mit dir nichts zu tun."
Beide weinten noch eine Weile. Friedchen gab ihr einige Ermahnungen, und erst spät in der Nacht ging sie schlafen.
Die Zweitschwester Sonders aber dachte bei sich: „Die Krankheit hat mich fest im Griff, und von Tag zu Tag geht es mir schlechter statt besser. Genesen werde ich bestimmt nicht. Zudem habe ich mein Kind verloren — woran soll sich mein Herz noch klammern? Wozu diese Kränkungen ertragen? Besser, ich sterbe — das wäre sauberer. Ich habe oft gehört, man könne sich mit Rohgold[11] umbringen. Das ist doch sauberer als Erhängen oder Halsabschneiden."
Als sie den Gedanken zu Ende geführt hatte, raffte sie sich mühsam auf, öffnete eine Truhe und fand ein Stück unbearbeitetes Gold — sie wusste nicht, wie schwer es war. Mit Tränen in den Augen schob sie es sich in den Mund. Mehrmals musste sie mit aller Gewalt schlucken, bis sie es endlich hinunterbekam.
Dann kleidete sie sich hastig in ihre besten Gewänder, schmückte sich mit ihrem Kopfschmuck und legte sich aufs Bett. Kein Mensch bemerkte etwas, kein Geist wurde gewahr.
Am nächsten Morgen, als die Mädchen und Frauen merkten, dass die Zweitschwester Sonders nicht nach ihnen rief, machten sie sich seelenruhig an ihre eigene Toilette. Phönixglanz war bereits mit Qiutong zur Begrüßung bei den Älteren.
Friedchen aber schalt die Mädchen: „Ihr taugt wirklich nur dazu, von jemandem bedient zu werden, der kein Herz hat und euch schlägt und beschimpft! Eine Kranke — habt ihr denn kein Mitleid? Auch wenn sie sanftmütig ist, solltet ihr es nicht so übertreiben! ‚Wenn die Mauer fällt, schieben alle mit' — das seid ihr!"
Die Mädchen öffneten die Tür — und fanden die Zweitschwester Sonders sauber gekleidet und geschmückt, tot auf dem Bett liegend. Entsetzt schrien sie auf.
Friedchen trat ein, sah die Tote und brach in lautes Weinen aus. Auch die anderen, obwohl sie Phönixglanz fürchteten, dachten daran, wie freundlich und nachsichtig die Zweitschwester Sonders immer zu ihnen gewesen war — besser als Phönixglanz —, und weinten um sie, wenn auch nicht so, dass Phönixglanz es sehen konnte.
Im Nu war der Tod im ganzen Haus bekannt. Kette Kaufmann nahm die Tote in die Arme und weinte hemmungslos. Phönixglanz klagte mit geheuchelten Tränen: „Hartherzige Schwester! Warum hast du mich allein zurückgelassen und meine Güte mit Undank vergolten?"
Die Schwägerin Sonders und Herrlichkeit Kaufmann kamen ebenfalls, weinten eine Weile und trösteten Kette Kaufmann. Dann bat Kette Kaufmann Dame König um Erlaubnis, die Tote fünf Tage lang im Birnendufthof aufzubahren und dann zum Kloster Eiserne Schwelle zu überführen. Dame König gestattete es.
Doch als Kette Kaufmann Phönixglanz um Geld für Sarg und Begräbnis bat, spielte sie die Arme: „Welches Geld? Du weißt doch, wie knapp es ist! Gestern habe ich zwei goldene Halsketten für dreihundert Liang verpfändet. Hier sind noch zwanzig, dreißig Liang — nimm sie, wenn du willst." Dann ging sie mit einem Hinweis auf die Ahnherrin davon.
Kette Kaufmann, wütend und stumm, öffnete die Truhen der Zweiten Schwester You — alles leer, nur alte Haarnadeln, verwelkte Blumen und halbgetragene Seidenkleider, die die Verstorbene immer getragen hatte. Er weinte aufs Neue, packte alles in ein Bündel und trug es selbst hinaus, um es zu verbrennen.
Friedchen, gleichermaßen traurig und belustigt, stahl heimlich ein Päckchen mit zweihundert Liang Silber, zerrte Kette Kaufmann in die Seitenkammer und flüsterte ihm zu: „Schweig! Wenn du weinen willst — draußen kannst du weinen, so viel du willst. Komm nicht hier herein und mach Theater!"
Kette Kaufmann sagte: „Du hast recht." Er nahm das Silber und reichte Friedchen einen Rock: „Das hat sie immer getragen. Bewahre ihn für mich auf — als Andenken." Friedchen verbarg ihn und nahm ihn mit.
Kette Kaufmann nahm das Silber, ließ zunächst einen Sarg kaufen. Die guten waren zu teuer, die mittelmäßigen wollte er nicht. Er ritt selbst los, um sich umzusehen, und am Abend wurde tatsächlich ein schöner Sarg hereingetragen — fünfhundert Liang auf Kredit. Über Nacht wurde er fertiggestellt. Er teilte Leute ein, die in Trauerkleidung beim Sarg Wache hielten, und schlief die Nacht über nicht in seinen Gemächern, sondern neben dem Aufbahrungsort.
- ↑ Friedchen: Chin. 平儿 Píng'ér, die treue und kluge Leibmagd von Phönixglanz.
- ↑ Herzoginmutter: Chin. 贾母 Jiǎ Mǔ, die alte Matriarchin des Kaufmann-Hauses.
- ↑ Mandarinenente: Chin. 鸳鸯 Yuānyāng, die treue Leibmagd der Herzoginmutter.
- ↑ Herrlichkeit Kaufmann: Chin. 贾蓉 Jiǎ Róng, Sohn von Herrlichkeit Kaufmann.
- ↑ Herrlichkeit Kaufmann: Chin. 贾珍 Jiǎ Zhēn, Oberhaupt des Ostpalasts.
- ↑ Begnadigung Kaufmann: Chin. 贾赦 Jiǎ Shè, der ältere der Kaufmann-Brüder, Vater von Kette Kaufmann.
- ↑ Schatzjade: Chin. 贾宝玉 Jiǎ Bǎoyù, der Hauptheld des Romans.
- ↑ Kajaljade: Chin. 林黛玉 Lín Dàiyù, die empfindsame und hochbegabte Cousine von Schatzjade.
- ↑ 借刀杀人 jiè dāo shā rén: Eines der 36 Strategeme der chinesischen Kriegskunst — „Mit einem geliehenen Messer töten".
- ↑ 坐山观虎斗 zuò shān guān hǔ dòu: Sprichwörtl. Strategie — abwarten und andere den Kampf ausfechten lassen.
- ↑ Selbstmord durch Verschlucken von Gold (吞金): Eine in der chinesischen Literatur häufig beschriebene Methode des Freitods, bes. bei Frauen der Oberschicht.