Lu Xun Complete Works/zh-de/Yecao

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Wild Grass (野草)

Lu Xun (鲁迅, Lǔ Xùn, 1881–1936)


中文(原文) Deutsch

题辞

当我沉默着的时候,我觉得充实;我将开口,同时感到空虚。

过去的生命已经死亡。我对于这死亡有大欢喜,因为我借此知道它曾经存活。死亡的生命已经朽腐。我对于这朽腐有大欢喜,因为我借此知道它还非空虚。

生命的泥委弃在地面上,不生乔木,只生野草,这是我的罪过。

野草,根本不深,花叶不美,然而吸取露,吸取水,吸取陈死人的血和肉,各各夺取它的生存。当生存时,还是将遭践踏,将遭删刈,直至于死亡而朽腐。

但我坦然,欣然。我将大笑,我将歌唱。

我自爱我的野草,但我憎恶这以野草作装饰的地面。

地火在地下运行,奔突;熔岩一旦喷出,将烧尽一切野草,以及乔木,于是并且无可朽腐。

但我坦然,欣然。我将大笑,我将歌唱。

天地有如此静穆,我不能大笑而且歌唱。天地即不如此静穆,我或者也将不能。我以这一丛野草,在明与暗,生与死,过去与未来之际,献于友与仇,人与兽,爱者与不爱者之前作证。

为我自己,为友与仇,人与兽,爱者与不爱者,我希望这野草的死亡与朽腐,火速到来。要不然,我先就未曾生存,这实在比死亡与朽腐更其不幸。

去罢,野草,连着我的题辞!

一九二七年四月二十六日,鲁迅记于广州之白云楼上。

Widmungswort

Wenn ich schweige, fühle ich mich erfüllt; sobald ich den Mund öffne, empfinde ich zugleich eine Leere.

Das vergangene Leben ist gestorben. Über dieses Sterben empfinde ich große Freude, denn durch es weiß ich, dass es einst gelebt hat. Das gestorbene Leben ist verwest. Über diese Verwesung empfinde ich große Freude, denn durch sie weiß ich, dass es nicht Leere war.

Der Schlamm des Lebens liegt verworfen auf dem Boden, lässt keine hohen Bäume wachsen, nur wildes Gras — das ist meine Schuld.

Wildes Gras: Die Wurzeln nicht tief, die Blätter und Blüten nicht schön, und doch saugt es Tau, saugt es Wasser, saugt es Blut und Fleisch der längst Verstorbenen auf, jeder Halm ringt um sein Dasein. Doch selbst im Dasein wird es zertreten, wird es gemäht, bis zum Tod und zur Verwesung.

Doch ich bin gelassen und froh. Ich werde laut lachen, ich werde singen.

Ich liebe mein wildes Gras, doch ich verabscheue den Boden, der sich mit wildem Gras schmückt.

Das Feuer der Erde strömt unter der Erde, bricht hervor; wenn die Lava einmal herausbricht, wird sie alles wilde Gras verbrennen und auch die hohen Bäume, und dann wird nichts mehr verwesen können.

Doch ich bin gelassen und froh. Ich werde laut lachen, ich werde singen.

Himmel und Erde sind so feierlich still, dass ich nicht laut lachen und singen kann. Selbst wenn Himmel und Erde nicht so feierlich still wären, könnte ich es vielleicht auch nicht. Mit diesem Büschel wilden Grases, an der Schwelle zwischen Licht und Dunkel, Leben und Tod, Vergangenheit und Zukunft, lege ich Zeugnis ab vor Freunden und Feinden, Menschen und Tieren, Liebenden und Nichtliebenden.

Für mich selbst, für Freunde und Feinde, Menschen und Tiere, Liebende und Nichtliebende — ich wünsche, dass Tod und Verwesung dieses wilden Grases rasch kommen mögen. Andernfalls habe ich nie gelebt, und das wäre wahrhaftig unglücklicher als Tod und Verwesung.

Geh hin, wildes Gras, samt meinem Widmungswort!

Am 26. April 1927, aufgezeichnet von Lu Xun im Baiyun-Haus zu Guangzhou.

秋夜

在我的后园,可以看见墙外有两株树,一株是枣树,还有一株也是枣树。

这上面的夜的天空,奇怪而高,我生平没有见过这样的奇怪而高的天空。他仿佛要离开人间而去,使人们仰面不再看见。然而现在却非常之蓝,闪闪地着几十个星星的眼,冷眼。他的口角上现出微笑,似乎自以为大有深意,而将繁霜洒在我的园里的野花草上。

我不知道那些花草真叫什么名字,人们叫他们什么名字。我记得有一种开过极细小的粉红花,现在还开着,但是更极细小了,她在冷的夜气中,瑟缩地做梦,梦见春的到来,梦见秋的到来,梦见瘦的诗人将眼泪擦在她最末的花瓣上,告诉她秋虽然来,冬虽然来,而此后接着还是春,胡蝶乱飞,蜜蜂都唱起春词来了。她于是一笑,虽然颜色冻得红惨惨地,仍然瑟缩着。

枣树,他们简直落尽了叶子。先前,还有一两个孩子来打他们别人打剩的枣子,现在是一个也不剩了,连叶子也落尽了,他知道小粉红花的梦,秋后要有春;他也知道落叶的梦,春后还是秋。他简直落尽叶子,单剩干子,然而脱了当初满树是果实和叶子时候的弧形,欠伸得很舒服。但是,有几枝还低亚着,护定他从打枣的竿梢所得的皮伤,而最直最长的几枝,却已默默地铁似的直刺着奇怪而高的天空,使天空闪闪地鬼眼;直刺着天空中圆满的月亮,使月亮窘得发白。

鬼眼的天空越加非常之蓝,不安了,仿佛想离去人间,避开枣树,只将月亮剩下。然而月亮也暗暗地躲到东边去了。而一无所有的干子,却仍然默默地铁似的直刺着奇怪而高的天空,一意要制他的死命,不管他各式各样地着许多蛊惑的眼睛。

哇的一声,夜游的恶鸟飞过了。

我忽而听到夜半的笑声,吃吃地,似乎不愿意惊动睡着的人,然而四围的空气都应和着笑。夜半,没有别的人,我即刻听出这声音就在我嘴里,我也即刻被这笑声所驱逐,回进自己的房。灯火的带子也即刻被我旋高了。

后窗的玻璃上丁丁地响,还有许多小飞虫乱撞。不多久,几个进来了,许是从窗纸的破孔进来的。他们一进来,又在玻璃的灯罩上撞得丁丁地响。一个从上面撞进去了,他于是遇到火,而且我以为这火是真的。两三个却休息在灯的纸罩上喘气。那罩是昨晚新换的罩,雪白的纸,折出波浪纹的叠痕,一角还画出一枝猩红色的栀子。

猩红的栀子开花时,枣树又要做小粉红花的梦,青葱地弯成弧形了……。我又听到夜半的笑声;我赶紧砍断我的心绪,看那老在白纸罩上的小青虫,头大尾小,向日葵子似的,只有半粒小麦那么大,遍身的颜色苍翠得可爱,可怜。我打一个呵欠,点起一支纸烟,喷出烟来,对着灯默默地敬奠这些苍翠精致的英雄们。

一九二四年九月十五日。

Herbstnacht

In meinem Hintergarten kann man jenseits der Mauer zwei Bäume sehen — der eine ist ein Jujubebaum, und der andere ist auch ein Jujubebaum.

Der nächtliche Himmel darüber, seltsam und hoch, einen so seltsam hohen Himmel habe ich in meinem ganzen Leben nicht gesehen. Er scheint die Menschenwelt verlassen zu wollen, damit die Menschen ihn nicht mehr erblicken, wenn sie aufschauen. Doch jetzt ist er ganz ungemein blau und funkelt mit den Augen von Dutzenden Sternen — kalte Augen. An seinen Mundwinkeln zeigt sich ein Lächeln, als glaube er, dies sei von tiefer Bedeutung, und er streut dichten Reif über die wilden Blumen und Gräser in meinem Garten.

Ich weiß nicht, wie diese Blumen und Gräser wirklich heißen, wie die Menschen sie nennen. Ich erinnere mich, dass eine Art einmal winzig kleine rosafarbene Blüten getragen hat; sie blüht noch immer, aber noch winziger als zuvor. In der kalten Nachtluft träumt sie fröstellnd, träumt vom Kommen des Frühlings, träumt vom Kommen des Herbstes, träumt, dass ein magerer Dichter seine Tränen an ihrem letzten Blütenblatt abwischt und ihr sagt, der Herbst komme zwar, der Winter komme zwar, doch danach folge wieder der Frühling, Schmetterlinge flatterten wild umher, und die Bienen sängen schon Frühlingslieder. Da lächelt sie, obwohl ihre Farbe erbärmlich rot vor Kälte erstarrt ist, und fröstelt weiter.

Die Jujubebäume — sie haben geradezu alle Blätter verloren. Zuvor kamen noch ein, zwei Kinder, um die Jujubefrüchte abzuschlagen, die andere übrig gelassen hatten; jetzt ist keine einzige mehr übrig, selbst die Blätter sind alle gefallen. Er kennt den Traum der kleinen rosa Blume: nach dem Herbst muss der Frühling kommen; er kennt auch den Traum der fallenden Blätter: nach dem Frühling kommt wieder der Herbst. Er hat geradezu alle Blätter verloren, nur die nackten Äste sind geblieben, doch befreit von der Bogenform, die er trug, als der ganze Baum voller Früchte und Blätter war, streckt er sich behaglich. Einige Zweige hängen jedoch noch geduckt herab und schützen die Wunden, die ihm die Stangen der Pflücker zugefügt haben, während die geradesten und längsten Zweige bereits stumm und eisern in den seltsam hohen Himmel stechen, dem Himmel seine Geisteraugen aufblitzen lassen; geradewegs in den vollen Mond am Himmel stechen, bis der Mond vor Verlegenheit erbleicht.

Der geisteräugige Himmel wird noch ungemein blauer, wird unruhig, als wolle er die Menschenwelt verlassen, den Jujubebäumen ausweichen, nur den Mond zurücklassen. Doch auch der Mond schleicht sich heimlich nach Osten davon. Die kahlen Äste aber, die nichts besitzen, stechen weiterhin stumm und eisern in den seltsam hohen Himmel, entschlossen, ihm den Garaus zu machen, ungeachtet all seiner vielerlei verführerischen Augen.

Ein Krächzen — ein nächtlicher Raubvogel fliegt vorbei.

Plötzlich höre ich um Mitternacht ein Lachen, kichernd, als wolle es die Schlafenden nicht stören, doch die Luft ringsum stimmt in das Lachen ein. Um Mitternacht, niemand sonst ist da, erkenne ich sofort, dass das Geräusch aus meinem eigenen Mund kommt, und sofort treibt mich dieses Lachen zurück in mein Zimmer. Ich drehe den Docht der Lampe sofort höher.

An der hinteren Fensterscheibe klopft es, viele kleine Fluginsekten prallen dagegen. Bald kommen einige herein, wohl durch ein Loch im Fensterpapier. Kaum drinnen, prallen sie klopfend gegen den gläsernen Lampenschirm. Eines stürzt sich von oben hinein, es begegnet dem Feuer — und ich glaube, dieses Feuer ist wirklich. Zwei, drei andere ruhen keuchend auf dem Papierschirm der Lampe. Der Schirm ist erst gestern Abend gewechselt worden, schneeweißes Papier, in wellenförmige Falten gelegt, in einer Ecke ist ein scharlachroter Gardenienblütenzweig gemalt.

Wenn die scharlachrote Gardenie blüht, wird der Jujubebaum wieder den Traum der kleinen rosa Blume träumen und sich üppig grün zum Bogen biegen... Ich höre wieder das mitternächtliche Lachen; hastig durchtrenne ich meinen Gedankenstrom und betrachte die kleinen grünen Insekten auf dem weißen Papierschirm, mit großem Kopf und schmalem Schwanz, wie Sonnenblumenkerne, nur halb so groß wie ein Weizenkorn, der ganze Leib von einer lieblichen, bemitleidenswerten Jade-Grünheit. Ich gähne, zünde mir eine Zigarette an, blase den Rauch aus und bringe im Lampenschein stumm diesen zierlichen, jadegrünen Helden mein Totenopfer dar.

15. September 1924.

影的告别

人睡到不知道时候的时候,就会有影来告别,说出那些话——

有我所不乐意的在天堂里,我不愿去;有我所不乐意的在地狱里,我不愿去;有我所不乐意的在你们将来的黄金世界里,我不愿去。

然而你就是我所不乐意的。

朋友,我不想跟随你了,我不愿住。

我不愿意!

呜乎呜乎,我不愿意,我不如彷徨于无地。

我不过一个影,要别你而沉没在黑暗里了。然而黑暗又会吞并我,然而光明又会使我消失。

然而我不愿彷徨于明暗之间,我不如在黑暗里沉没。

然而我终于彷徨于明暗之间,我不知道是黄昏还是黎明。我姑且举灰黑的手装作喝干一杯酒,我将在不知道时候的时候独自远行。

呜乎呜乎,倘若黄昏,黑夜自然会来沉没我,否则我要被白天消失,如果现是黎明。

朋友,时候近了。

我将向黑暗里彷徨于无地。

你还想我的赠品。我能献你甚么呢?无已,则仍是黑暗和虚空而已。但是,我愿意只是黑暗,或者会消失于你的白天;我愿意只是虚空,决不占你的心地。

我愿意这样,朋友——我独自远行,不但没有你,并且再没有别的影在黑暗里。只有我被黑暗沉没,那世界全属于我自己。

一九二四年九月二十四日。

Abschied des Schattens

Wenn der Mensch in einen Schlaf sinkt, ohne die Stunde zu kennen, dann kommt der Schatten, um Abschied zu nehmen, und spricht jene Worte —

Es gibt, was mir missfällt, im Himmelreich, ich will nicht dorthin; es gibt, was mir missfällt, in der Hölle, ich will nicht dorthin; es gibt, was mir missfällt, in eurer künftigen Goldenen Welt, ich will nicht dorthin.

Und doch bist du selbst das, was mir missfällt.

Freund, ich will dir nicht mehr folgen, ich will nicht bleiben.

Ich will nicht!

Ach, ach, ich will nicht, lieber irre ich umher an einem Ort, der keiner ist.

Ich bin nichts als ein Schatten, der dich verlässt und in der Dunkelheit versinkt. Doch die Dunkelheit wird mich verschlingen, und das Licht wird mich auslöschen.

Dennoch will ich nicht zwischen Licht und Dunkel umherirren; lieber versinke ich in der Dunkelheit.

Doch am Ende irre ich dennoch zwischen Licht und Dunkel umher und weiß nicht, ob es Abenddämmerung ist oder Morgengrauen. Ich hebe vorläufig die grauschwarze Hand und tue, als tränke ich ein Glas Wein leer; ich werde zu einer Stunde, die ich nicht kenne, allein in die Ferne ziehen.

Ach, ach — wenn es Abenddämmerung ist, wird die Nacht von selbst kommen und mich verschlingen; andernfalls werde ich vom Tag ausgelöscht, falls dies das Morgengrauen ist.

Freund, die Stunde ist nahe.

Ich werde in die Dunkelheit hineingehen und an einem Ort, der keiner ist, umherirren.

Du wünschst dir noch ein Abschiedsgeschenk von mir. Was kann ich dir darbieten? Wenn es denn sein muss, dann ist es abermals nur Dunkelheit und Leere. Doch ich bin einverstanden, nur Dunkelheit zu sein, die vielleicht in deinem hellen Tag verschwinden wird; ich bin einverstanden, nur Leere zu sein, die gewiss niemals Raum in deinem Herzen beansprucht.

So sei es, Freund — ich ziehe allein in die Ferne, nicht nur ohne dich, sondern auch ohne irgendeinen anderen Schatten in der Dunkelheit. Nur ich werde von der Dunkelheit verschlungen, und jene Welt gehört dann ganz mir allein.

24. September 1924.

求乞者

我顺着剥落的高墙走路,踏着松的灰土。另外有几个人,各自走路。微风起来,露在墙头的高树的枝条带着还未干枯的叶子在我头上摇动。

微风起来,四面都是灰土。

一个孩子向我求乞,也穿着夹衣,也不见得悲戚,而拦着磕头,追着哀呼。

我厌恶他的声调,态度。我憎恶他并不悲哀,近于儿戏;我烦厌他这追着哀呼。

我走路。另外有几个人各自走路。微风起来,四面都是灰土。

一个孩子向我求乞,也穿着夹衣,也不见得悲戚,但是哑的,摊开手,装着手势。

我就憎恶他这手势。而且,他或者并不哑,这不过是一种求乞的法子。

我不布施,我无布施心,我但居布施者之上,给与烦腻,疑心,憎恶。

我顺着倒败的泥墙走路,断砖叠在墙缺口,墙里面没有什么。微风起来,送秋寒穿透我的夹衣;四面都是灰土。

我想着我将用什么方法求乞:发声,用怎样声调?装哑,用怎样手势?……

另外有几个人各自走路。

我将得不到布施,得不到布施心;我将得到自居于布施之上者的烦腻,疑心,憎恶。

我将用无所为和沉默求乞……我至少将得到虚无。

微风起来,四面都是灰土。另外有几个人各自走路。灰土,灰土,……

…………

灰土……

一九二四年九月二十四日。

Der Bettler

Ich gehe an der hohen, bröckelnden Mauer entlang und trete auf lockere Asche und Erde. Einige andere gehen ebenfalls, jeder für sich. Ein leichter Wind erhebt sich; die Zweige der hohen Bäume, die über die Mauer ragen, mit noch nicht vertrockneten Blättern, schwanken über meinem Kopf.

Ein leichter Wind erhebt sich, ringsum nichts als Asche und Staub.

Ein Kind bettelt mich an, ebenfalls in einer gefütterten Jacke, keineswegs traurig wirkend, und versperrt mir den Weg mit Verbeugungen, folgt mir mit klagendem Rufen.

Ich verabscheue seinen Tonfall, seine Haltung. Ich hasse es, dass er gar nicht betrübt ist, dass es beinahe ein Spiel ist; mich ekelt sein klagendes Verfolgen.

Ich gehe meines Wegs. Einige andere gehen ebenfalls, jeder für sich. Ein leichter Wind erhebt sich, ringsum nichts als Asche und Staub.

Ein anderes Kind bettelt mich an, ebenfalls in einer gefütterten Jacke, ebenfalls keineswegs traurig, doch stumm, die Hände ausgestreckt, mit Gebärden.

Ich hasse diese Gebärden. Und vielleicht ist es gar nicht stumm; das ist bloß eine Art zu betteln.

Ich gebe kein Almosen, ich habe kein almosengebendes Herz; ich stelle mich nur über den Almosengeber und erteile Überdruss, Misstrauen, Abscheu.

Ich gehe an der eingestürzten Lehmmauer entlang, zerbrochene Ziegel sind in die Mauerlücke geschichtet, hinter der Mauer ist nichts. Ein leichter Wind erhebt sich, bringt die Herbstkälte, die meine gefütterte Jacke durchdringt; ringsum nichts als Asche und Staub.

Ich denke darüber nach, auf welche Weise ich betteln werde: Soll ich sprechen — in welchem Tonfall? Mich stumm stellen — mit welchen Gebärden? ...

Einige andere gehen, jeder für sich.

Ich werde kein Almosen erhalten, kein almosengebendes Herz; ich werde den Überdruss, das Misstrauen, die Abscheu derer erhalten, die sich über den Almosengeber stellen.

Ich werde mit Nichtstun und Schweigen betteln... Zumindest werde ich das Nichts erlangen.

Ein leichter Wind erhebt sich, ringsum nichts als Asche und Staub. Einige andere gehen, jeder für sich. Asche und Staub, Asche und Staub, ...

......

Asche und Staub...

24. September 1924.

我的失恋

——拟古的新打油诗

我的所爱在山腰; 想去寻她山太高, 低头无法泪沾袍。

爱人赠我百蝶巾; 回她什么:猫头鹰。 从此翻脸不理我, 不知何故兮使我心惊。

我的所爱在闹市; 想去寻她人拥挤, 仰头无法泪沾耳。

爱人赠我双燕图; 回她什么:冰糖壶卢。 从此翻脸不理我, 不知何故兮使我胡涂。

我的所爱在河滨; 想去寻她河水深, 歪头无法泪沾襟。

爱人赠我金表索; 回她什么:发汗药。 从此翻脸不理我, 不知何故兮使我神经衰弱。

我的所爱在豪家; 想去寻她兮没有汽车, 摇头无法泪如麻。

爱人赠我玫瑰花; 回她什么:赤练蛇。 从此翻脸不理我, 不知何故兮——由她去罢。

一九二四年十月三日。

Meine verlorene Liebe

— Ein neues Spottgedicht im alten Stil

Meine Liebste wohnt am Berghang; ich will sie suchen, doch der Berg ist zu hoch, ich senke den Kopf — hilft nichts — Tränen benetzen mein Gewand.

Die Liebste schenkt mir ein Tuch mit hundert Schmetterlingen; was schenke ich ihr zurück: eine Eule. Von da an wendet sie mir den Rücken und beachtet mich nicht mehr. Warum nur — ach — erschreckt mich so das Herz.

Meine Liebste wohnt im Marktgewühl; ich will sie suchen, doch das Gedränge ist zu groß, ich hebe den Kopf — hilft nichts — Tränen benetzen mein Ohr.

Die Liebste schenkt mir ein Bild mit zwei Schwalben; was schenke ich ihr zurück: kandierte Weißdornäpfel am Stiel. Von da an wendet sie mir den Rücken und beachtet mich nicht mehr. Warum nur — ach — bin ich ganz verwirrt.

Meine Liebste wohnt am Flussufer; ich will sie suchen, doch das Wasser ist zu tief, ich neige den Kopf — hilft nichts — Tränen benetzen meinen Kragen.

Die Liebste schenkt mir eine goldene Uhrkette; was schenke ich ihr zurück: schweißtreibende Arznei. Von da an wendet sie mir den Rücken und beachtet mich nicht mehr. Warum nur — ach — bekomme ich Nervenschwäche.

Meine Liebste wohnt in einem vornehmen Haus; ich will sie suchen, ach, habe kein Automobil, ich schüttle den Kopf — hilft nichts — Tränen fallen wie wirres Garn.

Die Liebste schenkt mir eine Rose; was schenke ich ihr zurück: eine Rotnatter. Von da an wendet sie mir den Rücken und beachtet mich nicht mehr. Warum nur — ach — soll sie doch gehen!

3. Oktober 1924.

复仇

人的皮肤之厚,大概不到半分,鲜红的热血,就循着那后面,在比密密层层地爬在墙壁上的槐蚕更其密的血管里奔流,散出温热。于是各以这温热互相蛊惑,煽动,牵引,拚命地希求偎倚,接吻,拥抱,以得生命的沉酣的大欢喜。

但倘若用一柄尖锐的利刃,只一击,穿透这桃红色的,菲薄的皮肤,将见那鲜红的热血激箭似的以所有温热直接灌溉杀戮者;其次,则给以冰冷的呼吸,示以淡白的嘴唇,使之人性茫然,得到生命的飞扬的极致的大欢喜;而其自身,则永远沉浸于生命的飞扬的极致的大欢喜中。

这样,所以,有他们俩裸着全身,捏着利刃,对立于广漠的旷野之上。

他们俩将要拥抱,将要杀戮……路人们从四面奔来,密密层层地,如槐蚕爬上墙壁,如马蚁要扛鲞头。衣服都漂亮,手倒空的。然而从四面奔来,而且拚命地伸长颈子,要赏鉴这拥抱或杀戮。他们已经豫觉着事后的自己的舌上的汗或血的鲜味。

然而他们俩对立着,在广漠的旷野之上,裸着全身,捏着利刃,然而也不拥抱,也不杀戮,而且也不见有拥抱或杀戮之意。

他们俩这样地至于永久,圆活的身体,已将干枯,然而毫不见有拥抱或杀戮之意。

路人们于是乎无聊;觉得有无聊钻进他们的毛孔,觉得有无聊从他们自己的心中由毛孔钻出,爬满旷野,又钻进别人的毛孔中。他们于是觉得喉舌干燥,脖子也乏了;终至于面面相觑,慢慢走散;甚而至于居然觉得干枯到失了生趣。

于是只剩下广漠的旷野,而他们俩在其间裸着全身,捏着利刃,干枯地立着;以死人似的眼光,赏鉴这路人们的干枯,无血的大戮,而永远沉浸于生命的飞扬的极致的大欢喜中。

一九二四年十二月二十日。

Rache

Die menschliche Haut ist wohl keine halbe Linie dick; gleich dahinter strömt das leuchtend rote, heiße Blut in Adern, die dichter sind als die Legionen von Akazienwürmern, die über Mauern kriechen, und verströmt seine Wärme. Und so bezaubern, entflammen und ziehen sie einander mit dieser Wärme an, sehnen sich verzweifelt nach Anschmiegen, Küssen, Umarmung, um die trunkene große Wonne des Lebens zu erlangen.

Doch stieße man eine scharfe Klinge nur einmal durch diese pfirsichrosafarbene, hauchdünne Haut, würde man sehen, wie das leuchtend rote, heiße Blut pfeilgleich alle Wärme unmittelbar über den Tötenden ergösse; alsdann gäbe man ihm eiskalten Atem, zeigte ihm fahlweiße Lippen, ließe seine Menschlichkeit im Leeren erstarren — und so erlangte man die große Wonne der jauchzenden Höhe des Lebens; und das eigene Selbst bliebe für immer eingetaucht in die große Wonne der jauchzenden Höhe des Lebens.

So stehen sie dort, diese beiden, nackt am ganzen Leib, Klingen in den Händen, einander gegenüber auf der weiten, öden Steppe.

Sie sind im Begriff, einander zu umarmen, im Begriff zu töten... Von allen Seiten eilen Passanten herbei, dicht gedrängt wie Akazienwürmer, die eine Mauer hinaufkriechen, wie Ameisen, die einen Fischkopf tragen wollen. Ihre Kleider sind hübsch, doch ihre Hände sind leer. Trotzdem eilen sie von allen Seiten herbei und recken verzweifelt die Hälse, um die Umarmung oder das Töten zu bestaunen. Sie schmecken bereits im Voraus auf der eigenen Zunge den frischen Geschmack von Schweiß oder Blut.

Doch die beiden stehen einander gegenüber, auf der weiten, öden Steppe, nackt am ganzen Leib, Klingen in den Händen — und umarmen sich nicht, und töten nicht, und zeigen auch keinerlei Absicht zur Umarmung oder zum Töten.

So verharren sie beide bis in alle Ewigkeit; ihre vollen, lebendigen Körper beginnen bereits auszudörren, doch sie zeigen nicht die geringste Absicht zur Umarmung oder zum Töten.

Die Passanten fühlen sich daraufhin gelangweilt; sie spüren Langeweile in ihre Poren eindringen, spüren Langeweile aus dem eigenen Herzen durch die Poren herauskriechen, über die Steppe kriechen und in die Poren anderer eindringen. Sie spüren, wie Kehle und Zunge austrocknen, der Nacken müde wird; schließlich starren sie einander an und gehen langsam auseinander; ja, sie fühlen sich sogar so ausgedörrt, dass sie jede Lebenslust verloren haben.

Und so bleibt nur die weite, öde Steppe übrig, und jene beiden stehen darin, nackt am ganzen Leib, Klingen in den Händen, verdorrt; mit dem Blick von Toten betrachten sie die Verdorrung der Passanten — ein blutloses großes Gemetzel — und bleiben für immer eingetaucht in die große Wonne der jauchzenden Höhe des Lebens.

20. Dezember 1924.

复仇(其二)

因为他自以为神之子,以色列的王,所以去钉十字架。

兵丁们给他穿上紫袍,戴上荆冠,庆贺他;又拿一根苇子打他的头,吐他,屈膝拜他;戏弄完了,就给他脱了紫袍,仍穿他自己的衣服。看哪,他们打他的头,吐他,拜他……他不肯喝那用没药调和的酒,要分明地玩味以色列人怎样对付他们的神之子,而且较永久地悲悯他们的前途,然而仇恨他们的现在。

四面都是敌意,可悲悯的,可咒诅的。

丁丁地响,钉尖从掌心穿透,他们要钉杀他们的神之子了,可悯的人们呵,使他痛得柔和。丁丁地响,钉尖从脚背穿透,钉碎了一块骨,痛楚也透到心髓中,然而他们自己钉杀着他们的神之子了,可咒诅的人们呵,这使他痛得舒服。十字架竖起来了;他悬在虚空中。

他没有喝那用没药调和的酒,要分明地玩味以色列人怎样对付他们的神之子,而且较永久地悲悯他们的前途,然而仇恨他们的现在。

路人都辱骂他,祭司长和文士也戏弄他,和他同钉的两个强盗也讥诮他。看哪,和他同钉的……四面都是敌意,可悲悯的,可咒诅的。

他在手足的痛楚中,玩味着可悯的人们的钉杀神之子的悲哀和可咒诅的人们要钉杀神之子,而神之子就要被钉杀了的欢喜。突然间,碎骨的大痛楚透到心髓了,他即沉酣于大欢喜和大悲悯中。

他腹部波动了,悲悯和咒诅的痛楚的波。

遍地都黑暗了。

"以罗伊,以罗伊,拉马撒巴各大尼?!"(翻出来,就是:我的上帝,你为甚么离弃我?!)上帝离弃了他,他终于还是一个"人之子";然而以色列人连"人之子"都钉杀了。

钉杀了"人之子"的人们的身上,比钉杀了"神之子"的尤其血污,血腥。

一九二四年十二月二十日。

Rache (II)

Weil er sich für den Sohn Gottes hielt, den König Israels, ließ er sich ans Kreuz nageln.

Die Soldaten legten ihm einen Purpurmantel um, setzten ihm eine Dornenkrone auf und huldigten ihm; sie schlugen ihm mit einem Rohr auf den Kopf, spuckten ihn an, knieten vor ihm nieder; als sie ihren Spott getrieben hatten, nahmen sie ihm den Purpurmantel ab und legten ihm seine eigenen Kleider wieder an. Seht, sie schlagen ihm auf den Kopf, spucken ihn an, beten ihn an... Er wollte den mit Myrrhe gewürzten Wein nicht trinken; er wollte klar und deutlich auskosten, wie die Israeliten mit ihrem Gottessohn umgingen, und auf ewig ihr künftiges Schicksal bemitleiden, doch ihre Gegenwart hassen.

Ringsum nichts als Feindseligkeit — bemitleidenswert und verflucht zugleich.

Klirr, klirr — die Nagelspitze durchbohrt die Handfläche; sie nageln ihren Gottessohn ans Kreuz, die bemitleidenswerten Menschen, und der Schmerz wird ihm sanft. Klirr, klirr — die Nagelspitze durchbohrt den Fußrücken, zerschmettert einen Knochen; der Schmerz dringt bis ins Mark, doch sie nageln selbst ihren Gottessohn ans Kreuz, die verfluchten Menschen, und der Schmerz wird ihm wohltuend. Das Kreuz wird aufgerichtet; er schwebt in der Leere.

Er hat den mit Myrrhe gewürzten Wein nicht getrunken; er will klar und deutlich auskosten, wie die Israeliten mit ihrem Gottessohn umgehen, und auf ewig ihr künftiges Schicksal bemitleiden, doch ihre Gegenwart hassen.

Die Vorübergehenden schmähen ihn, die Hohenpriester und Schriftgelehrten verspotten ihn, die beiden Räuber, die mit ihm gekreuzigt sind, verhöhnen ihn. Seht, die mit ihm Gekreuzigten... Ringsum nichts als Feindseligkeit — bemitleidenswert und verflucht zugleich.

Im Schmerz seiner Hände und Füße kostet er die Trauer der bemitleidenswerten Menschen aus, die den Gottessohn ans Kreuz nageln, und die Freude der verfluchten Menschen, die den Gottessohn kreuzigen wollen — und der Gottessohn wird gekreuzigt. Plötzlich dringt der gewaltige Schmerz des zerschmetterten Knochens bis ins Mark, und er versinkt in großer Wonne und großem Mitleid.

Sein Leib wogt — eine Woge aus Mitleid und Verfluchung und Schmerz.

Die ganze Erde ward finster.

„Eloi, Eloi, lama sabachthani?!" (Das heißt übersetzt: Mein Gott, warum hast du mich verlassen?!) Gott hat ihn verlassen; er war am Ende doch nur ein „Menschensohn". Doch die Israeliten haben sogar den „Menschensohn" ans Kreuz genagelt.

Die, welche den „Menschensohn" gekreuzigt haben, sind blutbefleckter und blutiger als die, welche den „Gottessohn" gekreuzigt hätten.

20. Dezember 1924.

希望

我的心分外地寂寞。

然而我的心很平安:没有爱憎,没有哀乐,也没有颜色和声音。

我大概老了。我的头发已经苍白,不是很明白的事么?我的手颤抖着,不是很明白的事么?那么,我的魂灵的手一定也颤抖着,头发也一定苍白了。

然而这是许多年前的事了。

这以前,我的心也曾充满过血腥的歌声:血和铁,火焰和毒,恢复和报仇。而忽而这些都空虚了,但有时故意地填以没奈何的自欺的希望。希望,希望,用这希望的盾,抗拒那空虚中的暗夜的袭来,虽然盾后面也依然是空虚中的暗夜。

然而就是如此,陆续地耗尽了我的青春。我早先岂不知我的青春已经逝去了?但以为身外的青春固在:星,月光,僵坠的胡蝶,暗中的花,猫头鹰的不祥之言,杜鹃的啼血,笑的渺茫,爱的翔舞……。虽然是悲凉漂渺的青春罢,然而究竟是青春。

然而现在何以如此寂寞?难道连身外的青春也都逝去,世上的青年也多衰老了么?

我只得由我来肉薄这空虚中的暗夜了。我放下了希望之盾,我听到Petőfi Sándor(1823—49)的"希望"之歌:希望是甚么?是娼妓:她对谁都蛊惑,将一切都献给;待你牺牲了极多的宝贝——你的青春——她就弃掉你。

这伟大的抒情诗人,匈牙利的爱国者,为了祖国而死在可萨克兵的矛尖上,已经七十五年了。悲哉死也,然而更可悲的是他的诗至今没有死。

但是,可惨的人生!桀骜英勇如Petőfi,也终于对了暗夜止步,回顾着茫茫的东方了。他说:绝望之为虚妄,正与希望相同。倘使我还得偷生在不明不暗的这"虚妄"中,我就还要寻求那逝去的悲凉漂渺的青春,但不妨在我的身外。因为身外的青春倘一消灭,我身中的迟暮也即凋零了。

然而现在没有星和月光,没有僵坠的胡蝶以至笑的渺茫,爱的翔舞。然而青年们很平安。

我只得由我来肉薄这空虚中的暗夜了,纵使寻不到身外的青春,也总得自己来一掷我身中的迟暮。但暗夜又在那里呢?现在没有星,没有月光以至笑的渺茫和爱的翔舞;青年们很平安,而我的面前又竟至于并且没有真的暗夜。绝望之为虚妄,正与希望相同!

一九二五年一月一日。

Hoffnung

Mein Herz ist ungewöhnlich einsam.

Doch mein Herz ist sehr ruhig: ohne Liebe und Hass, ohne Trauer und Freude, auch ohne Farbe und Klang.

Ich bin wohl alt geworden. Mein Haar ist schon grau, ist das nicht offensichtlich? Meine Hände zittern, ist das nicht offensichtlich? Dann müssen auch die Hände meiner Seele zittern und ihr Haar muss grau geworden sein.

Doch das ist viele Jahre her.

Davor war mein Herz auch einmal erfüllt von blutdurchtränkten Gesängen: Blut und Eisen, Flammen und Gift, Wiederherstellung und Rache. Doch plötzlich wurde dies alles leer, nur manchmal füllte ich es absichtlich mit hilfloser Selbsttäuschung, mit Hoffnung. Hoffnung, Hoffnung — mit diesem Schild der Hoffnung wehrte ich die dunkle Nacht in der Leere ab, obwohl hinter dem Schild ebenfalls die dunkle Nacht der Leere lauerte.

Und doch war es so, dass nach und nach meine Jugend aufgezehrt wurde. Wusste ich denn nicht längst, dass meine Jugend dahin war? Aber ich glaubte, die Jugend außerhalb meiner selbst bestehe noch: Sterne, Mondlicht, erstarrt herabfallende Schmetterlinge, Blumen im Dunkeln, die unheilverkündende Stimme der Eule, der blutige Ruf des Kuckucks, das Flüchtige des Lachens, der Schwungflug der Liebe... Auch wenn es eine traurige und vergängliche Jugend war, so war es doch immerhin Jugend.

Doch warum ist es jetzt so einsam? Ist denn auch die Jugend außerhalb meiner dahin, sind auch die Jungen auf Erden alt geworden?

So muss ich selbst mich dieser dunklen Nacht in der Leere entgegenwerfen. Ich legte den Schild der Hoffnung nieder und hörte Petőfi Sándors (1823-49) Lied „Hoffnung": Was ist die Hoffnung? Eine Dirne: Jeden bezirzt sie und gibt sich allen hin; sobald du dein kostbarstes Gut geopfert hast — deine Jugend — lässt sie dich fallen.

Dieser große Lyriker, Ungarns Patriot, starb auf der Lanzenspitze eines Kosaken für sein Vaterland — das ist nun fünfundsiebzig Jahre her. Traurig sein Tod, doch trauriger noch, dass seine Dichtung bis heute nicht gestorben ist.

Doch welch elendes Menschenleben! Selbst ein so stolzer und tapferer Geist wie Petőfi blieb am Ende vor der dunklen Nacht stehen und blickte zurück auf den weiten Osten. Er sagte: Verzweiflung ist ebenso nichtig wie Hoffnung. Wenn ich noch weiter in diesem „Nichtigen" zwischen Licht und Dunkel mein Dasein fristen muss, will ich immer noch nach jener entschwundenen, traurigen und flüchtigen Jugend suchen — meinetwegen außerhalb meiner selbst. Denn wenn die Jugend außerhalb meiner erlischt, verdorrt auch das Abendlicht in mir.

Doch jetzt gibt es keine Sterne und kein Mondlicht, keine erstarrt herabfallenden Schmetterlinge, kein Flüchtiges des Lachens, keinen Schwungflug der Liebe. Doch die jungen Menschen sind ganz ruhig.

So muss ich selbst mich dieser dunklen Nacht in der Leere entgegenwerfen; selbst wenn ich die Jugend außerhalb meiner nicht finden kann, muss ich doch wenigstens mein eigenes Abendlicht in die Waagschale werfen. Doch wo ist die dunkle Nacht? Jetzt gibt es keine Sterne, kein Mondlicht, kein Flüchtiges des Lachens und keinen Schwungflug der Liebe; die jungen Menschen sind ganz ruhig, und vor mir ist am Ende nicht einmal eine wahre dunkle Nacht. Verzweiflung ist ebenso nichtig wie Hoffnung!

1. Januar 1925.

暖国的雨,向来没有变过冰冷的坚硬的灿烂的雪花。博识的人们觉得他单调,他自己也以为不幸否耶?江南的雪,可是滋润美艳之至了;那是还在隐约着的青春的消息,是极壮健的处子的皮肤。雪野中有血红的宝珠山茶,白中隐青的单瓣梅花,深黄的磬口的蜡梅花;雪下面还有冷绿的杂草。胡蝶确乎没有;蜜蜂是否来采山茶花和梅花的蜜,我可记不真切了。但我的眼前仿佛看见冬花开在雪野中,有许多蜜蜂们忙碌地飞着,也听得他们嗡嗡地闹着。

孩子们呵着冻得通红,像紫芽姜一般的小手,七八个一齐来塑雪罗汉。因为不成功,谁的父亲也来帮忙了。罗汉就塑得比孩子们高得多,虽然不过是上小下大的一堆,终于分不清是壶卢还是罗汉;然而很洁白,很明艳,以自身的滋润相粘结,整个地闪闪地生光。孩子们用龙眼核给他做眼珠,又从谁的母亲的脂粉奁中偷得胭脂来涂在嘴唇上。这回确是一个大阿罗汉了。他也就目光灼灼地嘴唇通红地坐在雪地里。

第二天还有几个孩子来访问他;对了他拍手,点头,嘻笑。但他终于独自坐着了。晴天又来消释他的皮肤,寒夜又使他结一层冰,化作不透明的水晶模样;连续的晴天又使他成为不知道算什么,而嘴上的胭脂也褪尽了。

但是,朔方的雪花在纷飞之后,却永远如粉,如沙,他们决不粘连,撒在屋上,地上,枯草上,就是这样。屋上的雪是早已就有消化了的,因为屋里居人的火的温热。别的,在晴天之下,旋风忽来,便蓬勃地奋飞,在日光中灿灿地生光,如包藏火焰的大雾,旋转而且升腾,弥漫太空,使太空旋转而且升腾地闪烁。

在无边的旷野上,在凛冽的天宇下,闪闪地旋转升腾着的是雨的精魂……

是的,那是孤独的雪,是死掉的雨,是雨的精魂。

一九二五年一月十八日。

Schnee

Der Regen der warmen Länder hat sich nie in eiskalte, harte, prachtvolle Schneeflocken verwandelt. Die Gelehrten finden ihn eintönig — hält er sich selbst auch für unglücklich? Der Schnee des Südens aber ist von einer höchst saftigen und hinreißenden Schönheit; er ist die noch verborgene Kunde der Jugend, die Haut einer Jungfrau in der Blüte der Kraft. In der Schneewildnis stehen blutrot die Kamelienbäume mit den Perlenblüten, die weißen, ins Blaugrüne spielenden einfachen Pflaumenblüten, die tiefgelben, kelchförmigen Winterblüten; unter dem Schnee wächst noch kaltgrünes Unkraut. Schmetterlinge gibt es freilich nicht; ob Bienen kamen, um den Nektar der Kamelien und Pflaumenblüten zu sammeln, kann ich mich nicht recht erinnern. Doch vor meinen Augen sehe ich gleichsam Winterblumen in der Schneewildnis blühen, viele Bienen geschäftig umherfliegen und höre sie summend ihr Werk treiben.

Die Kinder hauchen in ihre kleinen Hände, die vor Kälte glutrot sind wie Ingwerknospen, und kommen zu sieben oder acht, um einen Schneemann-Luohan zu formen. Weil es nicht gelingt, kommt jemandes Vater zu Hilfe. Der Luohan wird viel höher als die Kinder, obwohl er nur ein Haufen ist, unten breit und oben schmal, und man am Ende nicht unterscheiden kann, ob es ein Flaschenkürbis ist oder ein Luohan; doch er ist ganz rein weiß, ganz strahlend, hält durch seine eigene Feuchtigkeit zusammen und schimmert als Ganzes. Die Kinder nehmen Longankernen als seine Augäpfel und stibitzen aus dem Schminkkasten irgendeiner Mutter Rouge, um es ihm auf die Lippen zu schmieren. Diesmal ist es wirklich ein großer Arhat. Und so sitzt er mit funkelndem Blick und knallroten Lippen im Schnee.

Am nächsten Tag kommen noch einige Kinder, ihn zu besuchen; sie klatschen vor ihm in die Hände, nicken und lachen. Doch schließlich sitzt er allein. Sonnentage kommen und lösen seine Haut auf, frostige Nächte überziehen ihn mit einer Eisschicht und verwandeln ihn in eine Art mattes Kristall; weitere Sonnentage machen ihn zu etwas, das man nicht mehr benennen kann, und auch das Rouge auf seinen Lippen ist ganz verblasst.

Doch die Schneeflocken des Nordens — nachdem sie wild gewirbelt sind, bleiben sie für immer wie Puder, wie Sand; sie kleben niemals aneinander, liegen auf Dächern, auf dem Boden, auf dürrem Gras, und das ist alles. Der Schnee auf den Dächern ist längst geschmolzen, denn die Wärme des Feuers, das die Bewohner heizen, strahlt heraus. Ansonsten aber, wenn unter klarem Himmel plötzlich ein Wirbelsturm kommt, fliegen sie stürmisch auf, glitzern im Sonnenlicht, wie ein Nebel, der Flammen birgt, wirbeln und steigen empor, erfüllen den ganzen Himmel und lassen ihn wirbelnd und steigend funkeln.

Auf der grenzenlosen Steppe, unter dem eisig klaren Himmelszelt, das funkelnd emporwirbelt — das ist die Seele des Regens...

Ja, das ist einsamer Schnee, gestorbener Regen, die Seele des Regens.

18. Januar 1925.

风筝

北京的冬季,地上还有积雪,灰黑色的秃树枝丫叉于晴朗的天空中,而远处有一二风筝浮动,在我是一种惊异和悲哀。

故乡的风筝时节,是春二月,倘听到沙沙的风轮声,仰头便能看见一个淡墨色的蟹风筝或嫩蓝色的蜈蚣风筝。还有寂寞的瓦片风筝,没有风轮,又放得很低,伶仃地显出憔悴可怜模样。但此时地上的杨柳已经发芽,早的山桃也多吐蕾,和孩子们的天上的点缀相照应,打成一片春日的温和。我现在在那里呢?四面都还是严冬的肃杀,而久经诀别的故乡的久经逝去的春天,却就在这天空中荡漾了。

但我是向来不爱放风筝的,不但不爱,并且嫌恶他,因为我以为这是没出息孩子所做的玩艺。和我相反的是我的小兄弟,他那时大概十岁内外罢,多病,瘦得不堪,然而最喜欢风筝,自己买不起,我又不许放,他只得张着小嘴,呆看着空中出神,有时至于小半日。远处的蟹风筝突然落下来了,他惊呼;两个瓦片风筝的缠绕解开了,他高兴得跳跃。他的这些,在我看来都是笑柄,可鄙的。

有一天,我忽然想起,似乎多日不很看见他了,但记得曾见他在后园拾枯竹。我恍然大悟似的,便跑向少有人去的一间堆积杂物的小屋去,推开门,果然就在尘封的什物堆中发见了他。他向着大方凳,坐在小凳上;便很惊惶地站了起来,失了色瑟缩着。大方凳旁靠着一个胡蝶风筝的竹骨,还没有糊上纸,凳上是一对做眼睛用的小风轮,正用红纸条装饰着,将要完工了。我在破获秘密的满足中,又很愤怒他的瞒了我的眼睛,这样苦心孤诣地来偷做没出息孩子的玩艺。我即刻伸手折断了胡蝶的一支翅骨,又将风轮掷在地下,踏扁了。论长幼,论力气,他是都敌不过我的,我当然得到完全的胜利,于是傲然走出,留他绝望地站在小屋里。后来他怎样,我不知道,也没有留心。

然而我的惩罚终于轮到了,在我们离别得很久之后,我已经是中年。我不幸偶而看了一本外国的讲论儿童的书,才知道游戏是儿童最正当的行为,玩具是儿童的天使。于是二十年来毫不忆及的幼小时候对于精神的虐杀的这一幕,忽地在眼前展开,而我的心也仿佛同时变了铅块,很重很重的堕下去了。

但心又不竟堕下去而至于断绝,他只是很重很重地堕着,堕着。

我也知道补过的方法的:送他风筝,赞成他放,劝他放,我和他一同放。我们嚷着,跑着,笑着。——然而他其时已经和我一样,早已有了胡子了。

我也知道还有一个补过的方法的:去讨他的宽恕,等他说,"我可是毫不怪你呵。"那么,我的心一定就轻松了,这确是一个可行的方法。有一回,我们会面的时候,是脸上都已添刻了许多"生"的辛苦的条纹,而我的心很沉重。我们渐渐谈起儿时的旧事来,我便叙述到这一节,自说少年时代的胡涂。"我可是毫不怪你呵。"我想,他要说了,我即刻便受了宽恕,我的心从此也宽松了罢。

"有过这样的事么?"他惊异地笑着说,就像旁听着别人的故事一样。他什么也不记得了。

全然忘却,毫无怨恨,又有什么宽恕之可言呢?无怨的恕,说谎罢了。

我还能希求什么呢?我的心只得沉重着。

现在,故乡的春天又在这异地的空中了,既给我久经逝去的儿时的回忆,而一并也带着无可把握的悲哀。我倒不如躲到肃杀的严冬中去罢,——但是,四面又明明是严冬,正给我非常的寒威和冷气。

一九二五年一月二十四日。

Der Drachen

Im Pekinger Winter liegt noch Schnee auf der Erde, kahle Äste von grauschwarzer Farbe gabeln sich im klaren Himmel, und in der Ferne schweben ein, zwei Drachen — für mich ein Anlass der Verwunderung und der Trauer.

In der Heimat ist die Drachenzeit im zweiten Monat des Frühlings; hört man das raschelnde Geräusch der Windräder und schaut empor, kann man einen tintefarbenen Krabbendrachen oder einen zartblauen Tausendfüßlerdrachen erblicken. Dazu einsame Ziegeldrachen, ohne Windrad, niedrig fliegend, verloren und erbärmlich aussehend. Doch zu dieser Zeit haben die Weiden am Boden schon Knospen getrieben, die frühen Bergpfirsiche auch schon Blüten entfaltet, und zusammen mit dem Schmuck der Kinder am Himmel bilden sie eine einzige milde Frühlingsstimmung. Wo bin ich jetzt? Ringsum herrscht noch die strenge Kälte des tiefen Winters, doch der längst verabschiedete Frühling der längst verlassenen Heimat wogt gerade in diesem Himmel.

Ich aber habe Drachen nie gemocht, nicht nur nicht gemocht, sondern verabscheut, denn ich hielt das für das Spielzeug von Taugenichtsen. Das Gegenteil von mir war mein kleiner Bruder, damals wohl um die zehn Jahre, oft krank, jämmerlich mager, und doch liebte er Drachen über alles. Er konnte sich keinen kaufen, und ich erlaubte ihm nicht, einen steigen zu lassen, also musste er nur mit offenem Mund in den Himmel starren, manchmal einen halben Tag lang. Wenn in der Ferne plötzlich ein Krabbendrachen herabfiel, schrie er auf; wenn sich zwei Ziegeldrachen entwirrt hatten, hüpfte er vor Freude. All das war in meinen Augen lächerlich und verachtenswert.

Eines Tages fiel mir plötzlich auf, dass ich ihn schon tagelang kaum gesehen hatte, erinnerte mich aber, ihn im Hintergarten trockenes Bambus sammeln gesehen zu haben. Wie von einer plötzlichen Erleuchtung getroffen, lief ich zu einer selten betretenen kleinen Kammer voller Gerümpel, stieß die Tür auf, und da fand ich ihn wirklich, mitten im verstaubten Gerümpel. Er saß auf einem kleinen Hocker vor einem großen Schemel; erschrocken sprang er auf, wurde bleich und zitterte. Am großen Schemel lehnte das Bambusgerippe eines Schmetterlingsdrachen, noch unbespannt, auf dem Schemel lag ein Paar kleiner Windräder für die Augen, gerade mit roten Papierstreifen verziert, fast fertig. In der Genugtuung, sein Geheimnis aufgedeckt zu haben, war ich zugleich zornig, dass er hinter meinem Rücken mit solcher Mühe heimlich Taugenichts-Spielzeug gebastelt hatte. Ich streckte sofort die Hand aus und brach einen Flügelknochen des Schmetterlings ab, warf die Windräder auf den Boden und zertrat sie. An Alter und Kraft war er mir unterlegen, so errang ich natürlich den vollständigen Sieg und ging hochmütig hinaus, ließ ihn verzweifelt in der Kammer stehen. Wie es ihm danach erging, wusste ich nicht, und es kümmerte mich nicht.

Doch meine Strafe kam schließlich, als wir uns lange getrennt hatten und ich bereits in mittleren Jahren war. Unglücklicherweise las ich einmal ein ausländisches Buch über Kinder und erfuhr, dass Spielen das rechtmäßigste Tun von Kindern ist und Spielzeug der Engel der Kindheit. Da entrollte sich plötzlich vor meinen Augen jene Szene der geistigen Grausamkeit aus der Kindheit, an die ich zwanzig Jahre lang nicht gedacht hatte, und mein Herz verwandelte sich gleichsam in einen Bleiblock und sank schwer, sehr schwer hinab.

Doch das Herz sank nicht gänzlich und riss nicht ab; es sank nur schwer, sehr schwer, immer weiter.

Ich kannte auch die Methode der Wiedergutmachung: ihm einen Drachen schenken, ihn ermutigen, einen steigen zu lassen, ihn dazu drängen, gemeinsam mit ihm einen fliegen lassen. Wir rufen, wir rennen, wir lachen. — Doch er hatte inzwischen wie ich längst einen Bart.

Ich kannte auch noch eine andere Methode der Wiedergutmachung: ihn um Verzeihung bitten und darauf warten, dass er sagt: „Ich mache dir doch gar keinen Vorwurf." Dann würde mein Herz gewiss leicht werden — das wäre wirklich eine brauchbare Lösung. Als wir uns einmal trafen, trugen wir beide schon die tiefen Furchen des Lebens im Gesicht, und mein Herz war schwer. Allmählich kamen wir auf Kindheitserinnerungen zu sprechen, und ich erzählte diese Begebenheit und sprach von der Dummheit meiner Jugend. „Ich mache dir doch gar keinen Vorwurf" — das würde er jetzt sagen, dachte ich, ich würde sofort Verzeihung empfangen, und mein Herz würde von nun an leicht sein.

„Ist das wirklich passiert?" sagte er verwundert lachend, als höre er die Geschichte eines anderen. Er erinnerte sich an nichts.

Wenn alles völlig vergessen ist, ohne jede Kränkung — was soll da Vergebung sein? Vergebung ohne Kränkung ist nichts als eine Lüge.

Was kann ich noch erhoffen? Mein Herz muss schwer bleiben.

Jetzt weht der Frühling der Heimat wieder in diesem fremden Himmel, bringt mir die längst entschwundenen Kindheitserinnerungen und dazu eine Trauer, die sich nicht fassen lässt. Ich sollte mich lieber in den strengen, tödlichen Winter flüchten — doch ringsum ist ja offenkundig strenger Winter, der mir beißende Kälte und Frost entgegenbringt.

24. Januar 1925.

好的故事

灯火渐渐地缩小了,在预告石油的已经不多;石油又不是老牌,早熏得灯罩很昏暗。鞭爆的繁响在四近,烟草的烟雾在身边:是昏沉的夜。

我闭了眼睛,向后一仰,靠在椅背上;捏着《初学记》的手搁在膝髁上。

我在蒙胧中,看见一个好的故事。

这故事很美丽,幽雅,有趣。许多美的人和美的事,错综起来像一天云锦,而且万颗奔星似的飞动着,同时又展开去,以至于无穷。

我仿佛记得曾坐小船经过山阴道,两岸边的乌桕,新禾,野花,鸡,狗,丛树和枯树,茅屋,塔,伽蓝,农夫和村妇,村女,晒着的衣裳,和尚,蓑笠,天,云,竹,……都倒影在澄碧的小河中,随着每一打桨,各各夹带了闪烁的日光,并水里的萍藻游鱼,一同荡漾。诸影诸物,无不解散,而且摇动,扩大,互相融和;刚一融和,却又退缩,复近于原形。边缘都参差如夏云头,镶着日光,发出水银色焰。凡是我所经过的河,都是如此。

现在我所见的故事也如此。水中的青天的底子,一切事物统在上面交错,织成一篇,永是生动,永是展开,我看不见这一篇的结束。

河边枯柳树下的几株瘦削的一丈红,该是村女种的罢。大红花和斑红花,都在水里面浮动,忽而碎散,拉长了,缕缕的胭脂水,然而没有晕。茅屋,狗,塔,村女,云,……也都浮动着。大红花一朵朵全被拉长了,这时是泼剌奔迸的红锦带。

带织入狗中,狗织入白云中,白云织入村女中……。在一瞬间,他们又将退缩了。但斑红花影也已碎散,伸长,就要织进塔,村女,狗,茅屋,云里去。

现在我所见的故事清楚起来了,美丽,幽雅,有趣,而且分明。青天上面,有无数美的人和美的事,我一一看见,一一知道。

我就要凝视他们……。

我正要凝视他们时,骤然一惊,睁开眼,云锦也已皱蹙,凌乱,仿佛有谁掷一块大石下河水中,水波陡然起立,将整篇的影子撕成片片了。我无意识地赶忙捏住几乎坠地的《初学记》,眼前还剩着几点虹霓色的碎影。

我真爱这一篇好的故事,趁碎影还在,我要追回他,完成他,留下他。我抛了书,欠身伸手去取笔,——何尝有一丝碎影,只见昏暗的灯光,我不在小船里了。

但我总记得见过这一篇好的故事,在昏沉的夜……。

一九二五年二月二十四日。

Eine gute Geschichte

Die Lampe wurde allmählich kleiner, ein Zeichen, dass das Petroleum zur Neige ging; es war zudem keine gute Marke und hatte den Lampenschirm längst trüb berußt. Ringsum knallte Feuerwerk, Tabakrauch wehte um mich — es war eine dumpfe Nacht.

Ich schloss die Augen, lehnte mich zurück an die Stuhllehne; die Hand, die das „Chuxueji" hielt, ruhte auf meinem Knie.

In der Dämmerung sah ich eine gute Geschichte.

Diese Geschichte war sehr schön, anmutig, reizvoll. Viele schöne Menschen und schöne Dinge verwoben sich wie ein Himmel aus Wolkenbrokat, und dazu flogen sie wie zehntausend eilende Sterne, entfalteten sich zugleich ins Unendliche.

Mir war, als erinnerte ich mich, einst in einem kleinen Boot den Shanyin-Weg entlanggefahren zu sein. Die Talgbäume an beiden Ufern, junges Getreide, Wildblumen, Hühner, Hunde, Buschwerk und kahle Bäume, Strohhütten, Pagoden, Tempel, Bauern und Bäuerinnen, Dorfmädchen, zum Trocknen aufgehängte Kleider, Mönche, Regenmäntel und Strohhüte, Himmel, Wolken, Bambus... — all dies spiegelte sich im klaren, blaugrünen Flüsschen, und mit jedem Ruderschlag brachte jedes Spiegelbild funkelndes Sonnenlicht mit, zusammen mit dem Entengrün und den Fischen im Wasser, alles schwankend. Alle Spiegelbilder, alle Dinge lösten sich auf, schwankten, dehnten sich aus, flossen ineinander; kaum ineinander geflossen, zogen sie sich wieder zurück, näherten sich wieder ihrer ursprünglichen Form. Die Ränder waren gezackt wie Sommerwolkengipfel, eingefasst von Sonnenlicht, und strahlten silbrig-quecksilbern. Jeder Fluss, den ich je befahren hatte, war so.

Die Geschichte, die ich jetzt sah, war ebenso. Auf dem Grund des blauen Himmels im Wasser kreuzten sich alle Dinge, verwoben sich zu einem Text, immer lebendig, immer sich entfaltend — ich konnte kein Ende dieses Textes sehen.

Die wenigen mageren Stockrosen unter der verdorrten Weide am Flussufer — die hatte wohl ein Dorfmädchen gepflanzt. Knallrote und gefleckte rote Blüten schwammen beide im Wasser, zersprangen plötzlich, streckten sich lang, Fäden von Rougewasser, aber ohne Hof. Strohhütten, Hunde, Pagoden, Dorfmädchen, Wolken... schwammen ebenfalls. Die knallroten Blüten wurden alle in die Länge gezogen — nun waren es wild spritzende rote Brokatbänder.

Die Bänder webten sich in den Hund, der Hund in die weiße Wolke, die weiße Wolke in das Dorfmädchen... Im nächsten Augenblick zogen sie sich schon wieder zurück. Aber die Schatten der gefleckten roten Blüten waren ebenfalls zersplittert, hatten sich gestreckt und waren im Begriff, sich in die Pagode, das Dorfmädchen, den Hund, die Strohhütte, die Wolke hineinzuweben.

Die Geschichte, die ich jetzt sah, wurde deutlich, schön, anmutig, reizvoll und klar. Am blauen Himmel gab es unzählige schöne Menschen und schöne Dinge; ich sah sie alle, eines nach dem anderen, und erkannte sie alle.

Ich wollte sie gerade anstarren...

Gerade als ich sie anstarren wollte, fuhr ich jäh zusammen, öffnete die Augen — der Wolkenbrokat war schon zerknittert und wirr, als hätte jemand einen großen Stein ins Flusswasser geworfen; die Wellen schossen steil empor und zerrissen den ganzen Text der Spiegelbilder in Fetzen. Unbewusst griff ich hastig nach dem fast zu Boden fallenden „Chuxueji"; vor meinen Augen blieben noch einige regenbogenfarbene Scherbenschatten.

Wie sehr liebte ich diese gute Geschichte! Solange die Scherbenschatten noch da waren, wollte ich sie einholen, vollenden, festhalten. Ich warf das Buch hin, beugte mich vor und griff nach dem Pinsel — doch da war kein einziger Scherbenschatten mehr, nur das trübe Lampenlicht; ich war nicht mehr im kleinen Boot.

Doch ich erinnere mich, diese gute Geschichte einmal gesehen zu haben, in der dumpfen Nacht...

24. Februar 1925.

狗的驳诘

我梦见自己在隘巷中行走,衣履破碎,像乞食者。一条狗在背后叫起来了。

我傲慢地回顾,叱咤说:"呔!住口!你这势利的狗!"

"嘻嘻!"他笑了,还接着说,"不敢,愧不如人呢。""什么!?"我气愤了,觉得这是一个极端的侮辱。"我惭愧:我终于还不知道分别铜和银;还不知道分别布和绸;还不知道分别官和民;还不知道分别主和奴;还不知道……"

我逃走了。

"且慢!我们再谈谈……"他在后面大声挽留。

我一径逃走,尽力地走,直到逃出梦境,躺在自己的床上。

一九二五年四月二十三日。

Die Widerrede des Hundes

Ich träumte, ich ginge durch eine enge Gasse, in zerlumpten Kleidern, wie ein Bettler. Ein Hund begann hinter mir zu bellen.

Hochmütig wandte ich mich um und herrschte ihn an: „He! Halt's Maul! Du snobistischer Hund!"

„Hihi!" Er lachte und fuhr fort: „Ich wage es nicht — ich bin beschämt, dem Menschen nicht ebenbürtig zu sein." „Was?!" Ich war empört, denn ich empfand dies als äußerste Beleidigung. „Ich schäme mich: Ich kann immer noch nicht Kupfer von Silber unterscheiden; kann immer noch nicht Baumwolle von Seide unterscheiden; kann immer noch nicht Beamte von einfachem Volk unterscheiden; kann immer noch nicht Herren von Knechten unterscheiden; kann immer noch nicht..."

Ich ergriff die Flucht.

„Warte doch! Lasst uns weiterreden..." Er rief mir laut hinterher.

Ich floh geradewegs, so schnell ich konnte, bis ich aus dem Traum floh und in meinem eigenen Bett lag.

23. April 1925.

失掉的好地狱

我梦见自己躺在床上,在荒寒的野外,地狱的旁边。一切鬼魂们的叫唤无不低微,然有秩序,与火焰的怒吼,油的沸腾,钢叉的震颤相和鸣,造成醉心的大乐,布告三界:地下太平。

有一伟大的男子站在我面前,美丽,慈悲,遍身有大光辉,然而我知道他是魔鬼。

"一切都已完结,一切都已完结!可怜的鬼魂们将那好的地狱失掉了!"他悲愤地说,于是坐下,讲给我一个他所知道的故事——

"天地作蜂蜜色的时候,就是魔鬼战胜天神,掌握了主宰一切的大威权的时候。他收得天国,收得人间,也收得地狱。他于是亲临地狱,坐在中央,遍身发大光辉,照见一切鬼众。

"地狱原已废弛得很久了:剑树消却光芒;沸油的边际早不腾涌;大火聚有时不过冒些青烟,远处还萌生曼陀罗花,花极细小,惨白可怜。

"鬼魂们在冷油温火里醒来,从魔鬼的光辉中看见地狱小花,惨白可怜,被大蛊惑,倏忽间记起人世,默想至不知几多年,遂同时向着人间,发一声反狱的绝叫。

"人类便应声而起,仗义执言,与魔鬼战斗。终于运大谋略,布大网罗,使魔鬼并且不得不从地狱出走。最后的胜利,是地狱门上也竖了人类的旌旗!

"当鬼魂们一齐欢呼时,人类的整饬地狱使者已临地狱,坐在中央,用了人类的威严,叱咤一切鬼众。

"当鬼魂们又发一声反狱的绝叫时,即已成为人类的叛徒,得到永劫沉沦的罚,迁入剑树林的中央。

"人类于是完全掌握了主宰地狱的大威权,那威棱且在魔鬼以上。人类于是整顿废弛,先给牛首阿旁以最高的俸草;而且,添薪加火,磨砺刀山,使地狱全体改观,一洗先前颓废的气象。

"曼陀罗花立即焦枯了。油一样沸;刀一样锋;火一样热;鬼众一样呻吟,一样宛转,至于都不暇记起失掉的好地狱。

"这是人类的成功,是鬼魂的不幸……。

"朋友,你在猜疑我了。是的,你是人!我且去寻野兽和恶鬼……。"

一九二五年六月十六日。

Die verlorene gute Hölle

Ich träumte, ich läge auf meinem Bett, in öder Kälte im Freien, neben der Hölle. Die Rufe aller Geister waren gedämpft, doch geordnet, und klangen zusammen mit dem Brüllen der Flammen, dem Brodeln des Öls, dem Beben der Stahlgabeln zu einer berauschenden großen Musik, die in drei Welten verkündete: Im Unterreich herrscht Frieden.

Ein gewaltiger Mann stand vor mir, schön, barmherzig, sein ganzer Leib strahlend — doch ich wusste, er war der Teufel.

„Alles ist vorbei, alles ist vorbei! Die armen Geister haben die gute Hölle verloren!" sagte er voll Trauer und Zorn, setzte sich und erzählte mir eine Geschichte, die er kannte —

„Als Himmel und Erde honigfarben wurden, hatte der Teufel die Götter besiegt und die große Macht über alles an sich gerissen. Er nahm das Himmelreich, nahm die Menschenwelt, nahm auch die Hölle. So erschien er persönlich in der Hölle, saß in ihrer Mitte, sein ganzer Leib strahlend, und beleuchtete alle Geister.

„Die Hölle war schon seit langem verfallen: Die Schwertbäume hatten ihren Glanz verloren; das siedende Öl brodelte an den Rändern schon längst nicht mehr; die großen Feuermassen ließen manchmal nur noch etwas blauen Rauch aufsteigen, und in der Ferne sprossen Mandara-Blumen, winzig klein, jämmerlich bleich.

„Die Geister erwachten in kaltem Öl und lauem Feuer, sahen im Glanz des Teufels die kleinen Höllenblumen, jämmerlich bleich, und wurden tief bezaubert; jählings erinnerten sie sich an die Menschenwelt, sannen nach, man weiß nicht wie viele Jahre, und stießen dann alle zugleich gen Menschenwelt einen Schrei der Auflehnung gegen die Hölle aus.

„Darauf erhoben sich die Menschen, kämpften für Gerechtigkeit und stritten gegen den Teufel. Schließlich wandten sie große Strategien an, spannten große Netze, bis der Teufel aus der Hölle fliehen musste. Der letzte Sieg bestand darin, dass auch auf dem Höllentor das Banner der Menschheit wehte!

„Als die Geister gemeinsam jubelten, war bereits der menschliche Gesandte zur Neuordnung der Hölle eingetroffen, saß in der Mitte und herrschte mit menschlicher Autorität über alle Geister.

„Als die Geister erneut einen Schrei der Auflehnung ausstießen, waren sie bereits Verräter der Menschheit geworden und erhielten die Strafe ewiger Verdammnis — verbannt ins Herz des Schwertbaumwaldes.

„Die Menschheit beherrschte nun vollständig die große Macht über die Hölle — und ihre Autorität übertraf sogar die des Teufels. Die Menschheit brachte den Verfall in Ordnung: Zuerst gaben sie den Ochsenkopf-Wächtern das höchste Futter; dann legten sie Brennholz nach, schürten die Feuer, schärften die Messberge und verwandelten die Hölle völlig, löschten jede Spur ihres früheren Verfalls aus.

„Die Mandara-Blumen verdorrten sofort. Das Öl kochte wie zuvor; die Klingen schnitten wie zuvor; das Feuer brannte wie zuvor; die Geister stöhnten wie zuvor, wanden sich wie zuvor — bis sie keine Zeit mehr hatten, sich an die verlorene gute Hölle zu erinnern.

„Das ist der Triumph der Menschheit und das Unglück der Geister...

„Freund, du beginnst, mich zu verdächtigen. Ja, du bist ein Mensch! Ich werde indessen wilde Tiere und böse Geister suchen..."

16. Juni 1925.

墓碣文

我梦见自己正和墓碣对立,读着上面的刻辞。那墓碣似是沙石所制,剥落很多,又有苔藓丛生,仅存有限的文句——

……于浩歌狂热之际中寒;于天上看见深渊。于一切眼中看见无所有;于无所希望中得救。……

……有一游魂,化为长蛇,口有毒牙。不以啮人,自啮其身,终以殒颠。……

……离开!……

我绕到碣后,才见孤坟,上无草木,且已颓坏。即从大阙口中,窥见死尸,胸腹俱破,中无心肝。而脸上却绝不显哀乐之状,但蒙蒙如烟然。

我在疑惧中不及回身,然而已看见墓碣阴面的残存的文句——

……抉心自食,欲知本味。创痛酷烈,本味何能知?……

……痛定之后,徐徐食之。然其心已陈旧,本味又何由知?……

……答我。否则,离开!……

我就要离开。而死尸已在坟中坐起,口唇不动,然而说——

"待我成尘时,你将见我的微笑!"

我疾走,不敢反顾,生怕看见他的追随。

一九二五年六月十七日。

Grabsteleninschrift

Ich träumte, ich stünde einer Grabstele gegenüber und läse die Inschrift. Die Stele schien aus Sandstein, stark verwittert, dazu dicht mit Moos bewachsen, nur begrenzte Sätze waren noch zu lesen —

...er erkrankte an Frost inmitten leidenschaftlichen Gesangs; sah vom Himmel den Abgrund. In allen Augen sah er das Nichts; in aller Hoffnungslosigkeit fand er Erlösung...

...eine wandernde Seele verwandelte sich in eine lange Schlange, im Maul Giftzähne. Nicht um Menschen zu beißen — sie biss sich selbst, bis sie daran zugrunde ging...

...Geh fort!...

Ich ging um die Stele herum und sah erst jetzt das einsame Grab, ohne Gras und Bäume, schon zerfallen. Durch den großen Riss erblickte ich den Leichnam — Brust und Bauch aufgebrochen, darin weder Herz noch Leber. Doch das Gesicht zeigte keinerlei Ausdruck von Trauer oder Freude, nur nebelhaft wie Rauch.

In Furcht und Zweifel konnte ich mich nicht schnell genug umdrehen, doch hatte ich bereits die verbliebenen Worte auf der Rückseite der Stele gelesen —

...das eigene Herz herausreißen und essen, um seinen wahren Geschmack zu erfahren. Der Schmerz der Wunde ist so grausam — wie soll man da den wahren Geschmack erkennen?...

...wenn der Schmerz vorbei ist, langsam essen. Doch das Herz ist schon alt geworden — wie soll man da noch den wahren Geschmack erkennen?...

...Antworte mir. Andernfalls — geh fort!...

Ich wollte gerade gehen. Doch der Leichnam hatte sich im Grab aufgerichtet, die Lippen reglos, und doch sprach er:

„Wenn ich zu Staub geworden bin, wirst du mein Lächeln sehen!"

Ich eilte davon, wagte nicht, mich umzuschauen, in Furcht, seine Verfolgung zu sehen.

17. Juni 1925.

立论

我梦见自己正在小学校的讲堂上预备作文,向老师请教立论的方法。

"难!"老师从眼镜圈外斜射出眼光来,看着我,说。"我告诉你一件事——

"一家人家生了一个男孩,合家高兴透顶了。满月的时候,抱出来给客人看,——大概自然是想得一点好兆头。

"一个说:'这孩子将来要发财的。'他于是得到一番感谢。

"一个说:'这孩子将来要做官的。'他于是收回几句恭维。

"一个说:'这孩子将来是要死的。'他于是得到一顿大家合力的痛打。

"说要死的必然,说富贵的许谎。但说谎的得好报,说必然的遭打。你……"

"我愿意既不谎人,也不遭打。那么,老师,我得怎么说呢?"

"那么,你得说:'啊呀!这孩子呵!您瞧!多么……。阿唷!哈哈!Hehe!he,hehehehe!'"

一九二五年七月八日。

Einen Standpunkt vertreten

Ich träumte, ich säße im Klassenraum meiner Grundschule und bereitete einen Aufsatz vor, wobei ich den Lehrer nach der Methode des Argumentierens fragte.

„Schwierig!" Der Lehrer sah mich an, den Blick schräg über den Brillenrand hinausschießend. „Ich erzähle dir eine Geschichte —

„Eine Familie brachte einen Jungen zur Welt, und das ganze Haus war überglücklich. Als er einen Monat alt war, trug man ihn heraus, um ihn den Gästen zu zeigen — natürlich in der Hoffnung auf ein paar gute Vorzeichen.

„Einer sagte: ‚Dieses Kind wird einmal reich werden.' Er erntete dafür herzlichen Dank.

„Ein anderer sagte: ‚Dieses Kind wird einmal Beamter werden.' Er erhielt einige Komplimente zurück.

„Noch einer sagte: ‚Dieses Kind wird einmal sterben.' Er bekam dafür eine gemeinsame Tracht Prügel von allen.

„Dass es sterben wird, ist gewiss; dass es reich und vornehm wird, ist wohl gelogen. Doch der Lügner wird belohnt, und wer die Wahrheit sagt, wird geprügelt. Du..."

„Ich möchte weder lügen noch Prügel bekommen. Wie soll ich es dann sagen, Herr Lehrer?"

„Dann musst du sagen: ‚Ach! Das Kind! Schauen Sie doch! Wie... Oho! Haha! Hehe! He, hehehehehe!'"

8. Juli 1925.

死火

我梦见自己在冰山间奔驰。

这是高大的冰山,上接冰天,天上冻云弥漫,片片如鱼鳞模样。山麓有冰树林,枝叶都如松杉。一切冰冷,一切青白。

但我忽然坠在冰谷中。

上下四旁无不冰冷,青白。而一切青白冰上,却有红影无数,纠结如珊瑚网。我俯看脚下,有火焰在。

这是死火。有炎炎的形,但毫不摇动,全体冰结,像珊瑚枝;尖端还有凝固的黑烟,疑这才从火宅中出,所以枯焦。这样,映在冰的四壁,而且互相反映,化为无量数影,使这冰谷,成红珊瑚色。

哈哈!

当我幼小的时候,本就爱看快舰激起的浪花,洪炉喷出的烈焰。不但爱看,还想看清。可惜他们都息息变幻,永无定形。虽然凝视又凝视,总不留下怎样一定的迹象。死的火焰,现在先得到了你了!

我拾起死火,正要细看,那冷气已使我的指头焦灼;但是,我还熬着,将他塞入衣袋中间。冰谷四面,登时完全青白。我一面思索着走出冰谷的法子。

我的身上喷出一缕黑烟,上升如铁线蛇。冰谷四面,又登时满有红焰流动,如大火聚,将我包围。我低头一看,死火已经燃烧,烧穿了我的衣裳,流在冰地上了。

"唉,朋友!你用了你的温热,将我惊醒了。"他说。

我连忙和他招呼,问他名姓。

"我原先被人遗弃在冰谷中,"他答非所问地说,"遗弃我的早已灭亡,消尽了。我也被冰冻冻得要死。倘使你不给我温热,使我重行烧起,我不久就须灭亡。"

"你的醒来,使我欢喜。我正在想着走出冰谷的方法;我愿意携带你去,使你永不冰结,永得燃烧。"

"唉唉!那么,我将烧完!"

"你的烧完,使我惋惜。我便将你留下,仍在这里罢。"

"唉唉!那么,我将冻灭了!"

"那么,怎么办呢?"

"但你自己,又怎么办呢?"他反而问。

"我说过了:我要出这冰谷……。"

"那我就不如烧完!"

他忽而跃起,如红彗星,并我都出冰谷口外。有大石车突然驰来,我终于碾死在车轮底下,但我还来得及看见那车就坠入冰谷中。

"哈哈!你们是再也遇不着死火了!"我得意地笑着说,仿佛就愿意这样似的。

一九二五年四月二十三日。

Totes Feuer

Ich träumte, ich jagte zwischen Eisbergen umher.

Gewaltige Eisberge, die bis zum eisigen Himmel ragten; am Himmel erstarrte Wolken, Schuppe an Schuppe wie Fischhaut. Am Fuß der Berge ein Wald aus Eisbäumen, Zweige und Blätter wie Kiefern und Tannen. Alles eiskalt, alles blaubleich.

Doch plötzlich stürzte ich in eine Eisschlucht.

Oben, unten, ringsum — alles eiskalt, blaubleich. Doch auf all dem blaubleichen Eis lagen unzählige rote Schatten, verschlungen wie ein Korallennetz. Ich blickte hinab — zu meinen Füßen war Feuer.

Es war totes Feuer. Es hatte die lodernde Form, doch es regte sich kein bisschen, ganz und gar zu Eis erstarrt, wie Korallenzweige; an der Spitze noch erstarrter schwarzer Rauch, als sei es gerade dem Feuerhaus entstiegen und darum verdorrt. So spiegelte es sich in den Eiswänden ringsum, und die Spiegelungen reflektierten einander, vervielfacht ins Unendliche, und verwandelten die Eisschlucht in die Farbe roter Korallen.

Haha!

Schon als kleines Kind liebte ich es, die Wellen zu betrachten, die schnelle Schiffe aufwirbelten, und die Stichflammen, die aus Hochöfen schossen. Nicht nur liebte ich es zu schauen — ich wollte auch genau hinsehen. Doch leider verwandelten sie sich unablässig und hatten nie eine feste Form. Sosehr ich auch starrte — kein bleibendes Bild. Tote Flamme, nun habe ich dich endlich gefunden!

Ich hob das tote Feuer auf und wollte es genau betrachten, doch die Kälte verbrannte mir die Finger; dennoch hielt ich aus und stopfte es in meine Tasche. Die Eisschlucht war ringsum sofort wieder ganz blaubleich. Ich überlegte, wie ich hinausfinden konnte.

Da stieg aus meinem Leib ein Faden schwarzen Rauchs empor wie eine Schlangnatter. Die Eisschlucht war ringsum sofort wieder voller roter Flammen, die mich wie ein großes Flammenmeer umschlossen. Ich blickte hinab — das tote Feuer brannte, hatte meine Kleider durchgebrannt und floss auf dem Eisboden.

„Ach, Freund! Mit deiner Wärme hast du mich geweckt", sagte es.

Ich begrüßte es hastig und fragte nach seinem Namen.

„Einst wurde ich in dieser Eisschlucht zurückgelassen", sagte es, ohne die Frage zu beantworten. „Wer mich zurückließ, ist längst vergangen und ausgelöscht. Auch mich hat die Kälte beinahe getötet. Hättest du mir nicht deine Wärme geschenkt und mich wieder zum Brennen gebracht, wäre ich bald erloschen."

„Dein Erwachen erfreut mich. Ich überlegte gerade, wie ich aus der Eisschlucht entkommen kann; ich möchte dich mitnehmen, damit du nie wieder gefrierst und ewig brennen kannst."

„Ach! Dann werde ich ausbrennen!"

„Dein Ausbrennen würde mich betrüben. Dann lasse ich dich hier zurück."

„Ach! Dann werde ich erfrieren und erlöschen!"

„Was sollen wir dann tun?"

„Aber du selbst — was wirst du tun?" fragte es zurück.

„Ich habe es schon gesagt: Ich will aus dieser Eisschlucht heraus..."

„Dann brenne ich lieber aus!"

Es sprang plötzlich empor wie ein roter Komet und trug mich mit sich aus der Eisschlucht hinaus. Ein großer Steinwagen raste plötzlich heran; schließlich wurde ich unter den Rädern zermalmt — doch ich konnte noch sehen, wie der Wagen in die Eisschlucht stürzte.

„Haha! Ihr werdet nie wieder totes Feuer finden!" rief ich triumphierend lachend, als wäre es mir gerade recht so.

23. April 1925.

腊叶

灯下看《雁门集》,忽然翻出一片压干的枫叶来。

这使我记起去年的深秋。繁霜夜降,木叶多半凋零,庭前的一株小小的枫树也变成红色了。我曾绕树徘徊,细看叶片的颜色,当他青葱的时候是从没有这么注意的。他也并非全树通红,最多的是浅绛,有几片则在绯红地上,还带着几团浓绿。一片独有一点蛀孔,镶着乌黑的花边,在红,黄和绿的斑驳中,明眸似的向人凝视。我自念:这是病叶呵!便将他摘了下来,夹在刚才买到的《雁门集》里。大概是愿使这将坠的被蚀而斑斓的颜色,暂得保存,不即与群叶一同飘散罢。

但今夜他却黄蜡似的躺在我的眼前,那眸子也不复似去年一般灼灼。假使再过几年,旧时的颜色在我记忆中消去,怕连我也不知道他何以夹在书里面的原因了。将坠的病叶的斑斓,似乎也只能在极短时中相对,更何况是葱郁的呢。看看窗外,很能耐寒的树木也早经秃尽了;枫树更何消说得。当深秋时,想来也许有和这去年的模样相似的病叶的罢,但可惜我今年竟没有赏玩秋树的余闲。

一九二五年十二月二十六日。

Gepresstes Blatt

Beim Lesen des „Yanmen-ji" unter der Lampe fiel mir plötzlich ein gepresstes, getrocknetes Ahornblatt entgegen.

Das erinnerte mich an den Spätherbst des vergangenen Jahres. Dichter Reif war in der Nacht gefallen, die meisten Blätter schon abgeworfen, und auch der kleine Ahornbaum vor dem Hof war rot geworden. Ich war um den Baum geschlendert und hatte die Farben der Blätter eingehend betrachtet — als sie noch grün waren, hatte ich ihnen nie solche Aufmerksamkeit geschenkt. Nicht der ganze Baum war rot; die meisten Blätter waren blassrot, einige trugen auf karmesinrotem Grund noch einige Flecken dunklen Grüns. Ein einzelnes hatte ein kleines Wurmloch, mit schwarzem Rand umgeben, und inmitten des Scheckigs aus Rot, Gelb und Grün blickte es einen an wie ein helles Auge. Ich dachte: Das ist ein krankes Blatt! Also pflückte ich es ab und legte es in das soeben gekaufte „Yanmen-ji". Wohl wollte ich, dass diese dem Fallen nahen, zerfressenen und doch schillernden Farben eine Weile bewahrt blieben und nicht sogleich mit den anderen Blättern davonwehten.

Doch heute Nacht liegt es vor mir, wachsgelb, und jenes Auge glüht nicht mehr wie im vorigen Jahr. In ein paar Jahren, wenn die alten Farben aus meiner Erinnerung geschwunden sind, werde vielleicht selbst ich nicht mehr wissen, warum es zwischen den Seiten liegt. Die Pracht des kranken, dem Fallen nahen Blattes kann man anscheinend nur für kürzeste Zeit betrachten — wie viel weniger erst die üppig grüne Pracht. Draußen vor dem Fenster haben selbst die kältebeständigsten Bäume längst ihre Blätter verloren; vom Ahornbaum gar nicht zu reden. Im Spätherbst gibt es wohl auch wieder kranke Blätter, die denen des vergangenen Jahres ähneln — doch leider hatte ich dieses Jahr keine Muße, die Herbstbäume zu betrachten.

26. Dezember 1925.

颓败线的颤动

我梦见自己在做梦。自身不知所在,眼前却有一间在深夜中紧闭的小屋的内部,但也看见屋上瓦松的茂密的森林。

板桌上的灯罩是新拭的,照得屋子里分外明亮。在光明中,在破榻上,在初不相识的披毛的强悍的肉块底下,有瘦弱渺小的身躯,为饥饿,苦痛,惊异,羞辱,欢欣而颤动。弛缓,然而尚且丰腴的皮肤光润了;青白的两颊泛出轻红,如铅上涂了胭脂水。

灯火也因惊惧而缩小了,东方已经发白。

然而空中还弥漫地摇动着饥饿,苦痛,惊异,羞辱,欢欣的波涛……。

"妈!"约略两岁的女孩被门的开阖声惊醒,在草席围着的屋角的地上叫起来了。

"还早哩,再睡一会罢!"她惊惶地说。

"妈!我饿,肚子痛。我们今天能有什么吃的?"

"我们今天有吃的了。等一会有卖烧饼的来,妈就买给你。"她欣慰地更加紧捏着掌中的小银片,低微的声音悲凉地发抖,走近屋角去一看她的女儿,移开草席,抱起来放在破榻上。

"还早哩,再睡一会罢。"她说着,同时抬起眼睛,无可告诉地一看破旧的屋顶以上的天空。

空中突然另起了一个很大的波涛,和先前的相撞击,回旋而成旋涡,将一切并我尽行淹没,口鼻都不能呼吸。

我呻吟着醒来,窗外满是如银的月色,离天明还很辽远似的。

我自身不知所在,眼前却有一间在深夜中紧闭的小屋的内部,我自己知道是在续着残梦。可是梦的年代隔了许多年了。屋的内外已经这样整齐;里面是青年的夫妻,一群小孩子,都怨恨鄙夷地对着一个垂老的女人。

"我们没有脸见人,就只因为你,"男人气忿地说。"你还以为养大了她,其实正是害苦了她,倒不如小时候饿死的好!"

"使我委屈一世的就是你!"女的说。

"还要带累了我!"男的说。

"还要带累他们哩!"女的说,指着孩子们。

最小的一个正玩着一片干芦叶,这时便向空中一挥,仿佛一柄钢刀,大声说道:"杀!"

那垂老的女人口角正在痉挛,登时一怔,接着便都平静,不多时候,她冷静地,骨立的石像似的站起来了。她开开板门,迈步在深夜中走出,遗弃了背后一切的冷骂和毒笑。

她在深夜中尽走,一直走到无边的荒野;四面都是荒野,头上只有高天,并无一个虫鸟飞过。她赤身露体地,石像似的站在荒野的中央,于一刹那间照见过往的一切:饥饿,苦痛,惊异,羞辱,欢欣,于是发抖;害苦,委屈,带累,于是痉挛;杀,于是平静。……又于一刹那间将一切并合:眷念与决绝,爱抚与复仇,养育与歼除,祝福与咒诅……。她于是举两手尽量向天,口唇间漏出人与兽的,非人间所有,所以无词的言语。

当她说出无词的言语时,她那伟大如石像,然而已经荒废的,颓败的身躯的全面都颤动了。这颤动点点如鱼鳞,每一鳞都起伏如沸水在烈火上;空中也即刻一同振颤,仿佛暴风雨中的荒海的波涛。

她于是抬起眼睛向着天空,并无词的言语也沉默尽绝,惟有颤动,辐射若太阳光,使空中的波涛立刻回旋,如遭飓风,汹涌奔腾于无边的荒野。

我梦魇了,自己却知道是因为将手搁在胸脯上了的缘故;我梦中还用尽平生之力,要将这十分沉重的手移开。

一九二五年六月二十九日。

Das Beben der Linie des Verfalls

Ich träumte, ich träumte. Ich wusste nicht, wo ich mich befand, doch vor meinen Augen sah ich das Innere einer kleinen, in tiefer Nacht fest verschlossenen Hütte — und zugleich den dichten Wald von Hauswurz auf dem Dach.

Der Lampenschirm auf dem Brettertisch war frisch geputzt und ließ die Hütte ungewöhnlich hell erstrahlen. Im Licht, auf dem zerschlissenen Lager, unter einem massigen, behaarten Fleischberg, den sie nie zuvor gekannt hatte, lag ein schmaler, schwacher Leib und bebte — vor Hunger, Schmerz, Staunen, Schande und Freude. Die erschlaffte, doch noch volle Haut schimmerte; die blassen Wangen zeigten ein leichtes Rot, wie Rouge auf Blei gestrichen.

Auch die Lampe wurde vor Schrecken kleiner; im Osten begann es schon hell zu werden.

Doch in der Luft wogten noch die Wellen von Hunger, Schmerz, Staunen, Schande und Freude...

„Mama!" Ein etwa zweijähriges Mädchen, vom Geräusch der Tür aufgeweckt, rief aus der Ecke, wo es auf dem Boden lag, umgeben von Strohmatten.

„Es ist noch früh, schlaf noch ein wenig!" sagte sie erschrocken.

„Mama! Ich habe Hunger, mein Bauch tut weh. Werden wir heute etwas zu essen haben?"

„Heute haben wir etwas zu essen. Bald kommt der Sesamkuchenverkäufer, Mama kauft dir welche." Erleichtert umklammerte sie fester das kleine Silberstück in ihrer Hand; ihre leise Stimme zitterte vor Trauer, als sie zur Ecke ging, ihre Tochter anschaute, die Matte beiseiteschob und sie aufhob und auf das zerschlissene Lager legte.

„Es ist noch früh, schlaf noch ein wenig", sagte sie, und zugleich hob sie die Augen und blickte — ohne jemandem etwas sagen zu können — auf den Himmel über dem baufälligen Dach.

In der Luft erhob sich plötzlich eine riesige neue Woge, stieß mit der ersten zusammen, wirbelte zu einem Strudel und verschlang alles, auch mich; ich konnte durch Mund und Nase nicht mehr atmen.

Stöhnend erwachte ich; draußen lag silbernes Mondlicht, und bis zur Morgendämmerung schien es noch lange.

Ich wusste nicht, wo ich mich befand, doch vor meinen Augen sah ich das Innere einer kleinen, in tiefer Nacht fest verschlossenen Hütte — ich wusste, ich setzte den Traum fort. Doch viele Jahre waren vergangen. Die Hütte war innen und außen ordentlich geworden; darin ein junges Ehepaar und eine Schar Kinder, alle voller Groll und Verachtung gegen eine greise Frau.

„Dass wir den Leuten nicht unter die Augen treten können, ist allein deine Schuld", sagte der Mann wütend. „Du meinst, du hättest sie großgezogen, in Wirklichkeit hast du ihr geschadet — besser, sie wäre als Kind verhungert!"

„Dass ich ein Leben lang gedemütigt werde, daran bist du schuld!" sagte die Frau.

„Und mich hast du auch noch ins Unglück gerissen!" sagte der Mann.

„Und die da erst!" sagte die Frau und zeigte auf die Kinder.

Das jüngste spielte gerade mit einem trockenen Schilfblatt und schwang es nun durch die Luft wie ein Stahlschwert und rief laut: „Töten!"

Der Mund der alten Frau zuckte krampfhaft; einen Moment lang erstarrte sie, dann wurde alles ruhig an ihr. Nach einer Weile stand sie kalt und aufrecht wie ein Steinbild aus Knochen auf. Sie öffnete die Brettertür, trat hinaus in die tiefe Nacht und ließ hinter sich all das kalte Schimpfen und giftige Lachen zurück.

Sie ging und ging in der tiefen Nacht, bis sie in eine endlose Wildnis kam; ringsum Wildnis, über ihr nur der hohe Himmel, kein Insekt, kein Vogel flog vorbei. Nackt, wie ein Steinbild, stand sie mitten in der Wildnis und sah in einem Augenblick alles Vergangene: Hunger, Schmerz, Staunen, Schande, Freude — und bebte; Schaden, Demütigung, Unglück — und krampfte; Töten — und wurde ruhig. ... In einem weiteren Augenblick vereinte sie alles: Sehnsucht und Entschlossenheit zum Bruch, Zärtlichkeit und Rache, Aufziehen und Vernichten, Segnen und Verfluchen... Dann hob sie beide Hände so hoch sie konnte gen Himmel, und zwischen ihren Lippen drangen Laute hervor, halb Mensch, halb Tier, nicht von dieser Welt, und darum ohne Worte.

Als sie diese wortlose Sprache ausstieß, bebte die gesamte Oberfläche ihres gewaltigen, steinernen, doch schon verfallenen, zerstörten Leibes. Dieses Beben war Punkt für Punkt wie Fischschuppen, jede Schuppe wallte wie siedendes Wasser über wildem Feuer; die Luft bebte sofort mit, wie die Wogen eines stürmischen Meeres im Orkan.

Dann hob sie die Augen zum Himmel, und auch die wortlose Sprache verstummte gänzlich; es blieb nur das Beben, das wie Sonnenstrahlen ausstrahlte und die Wogen in der Luft in Wirbel riss, als stürmte ein Orkan, tosend durch die endlose Wildnis.

Ich hatte einen Albtraum — und wusste doch, es kam daher, dass ich die Hand auf die Brust gelegt hatte; im Traum verwendete ich alle Kraft meines Lebens, um diese so schwere Hand fortzubewegen.

29. Juni 1925.

淡淡的血痕中

——记念几个死者和生者和未生者

目前的造物主,还是一个怯弱者。

他暗暗地使天变地异,却不敢毁灭一个这地球;暗暗地使生物衰亡,却不敢长存一切尸体;暗暗地使人类流血,却不敢使血色永远鲜浓;暗暗地使人类受苦,却不敢使人类永远记得。

他专为他的同类——人类中的怯弱者——设想,用废墟荒坟来衬托华屋,用时光来冲淡苦痛和血痕;日日斟出一杯微甘的苦酒,不太少,不太多,以能微醉为度,递给人间,使饮者可以哭,可以歌,也如醒,也如醉,若有知,若无知,也欲死,也欲生。他必须使一切也欲生;他还没有灭尽人类的勇气。

几片废墟和几个荒坟散在地上,映以淡淡的血痕,人们都在其间咀嚼着人我的渺茫的悲苦。但是不肯吐弃,以为究竟胜于空虚,各各自称为"天之僇民",以作咀嚼着人我的渺茫的悲苦的辩解,而且悚息着静待新的悲苦的到来。新的,这就使他们恐惧,而又渴欲相遇。

这都是造物主的良民。他就需要这样。

叛逆的猛士出于人间;他屹立着,洞见一切已改和现有的废墟和荒坟,记得一切深广和久远的苦痛,正视一切重叠淤积的凝血,深知一切已死,方生,将生和未生。他看透了造化的把戏;他将要起来使人类苏生,或者使人类灭尽,这些造物主的良民们。

造物主,怯弱者,羞惭了,于是伏藏。天地在猛士的眼中于是变色。

一九二六年四月八日。

In fahlen Blutspuren

— Zum Gedenken an einige Tote, Lebende und noch nicht Geborene

Der Schöpfer unserer Tage ist noch immer ein Feigling.

Im Verborgenen lässt er Himmel und Erde sich wandeln, wagt es aber nicht, diese Erde zu vernichten; im Verborgenen lässt er die Lebewesen dahinsiechen, wagt es aber nicht, alle Leichname ewig bestehen zu lassen; im Verborgenen lässt er die Menschen bluten, wagt es aber nicht, die Blutfarbe ewig leuchtend zu erhalten; im Verborgenen lässt er die Menschen leiden, wagt es aber nicht, die Menschen ewig daran zu erinnern.

Er sinnt nur zum Besten seiner Artgenossen — der Feigen unter den Menschen. Er setzt Ruinen und verlassene Gräber als Folie für prächtige Häuser ein; er bedient sich der Zeit, um Leid und Blutspuren zu verwässern; Tag für Tag schenkt er ein Glas bitter-süßen Weins ein, nicht zu wenig, nicht zu viel, gerade genug für einen leichten Rausch, und reicht es der Menschenwelt, so dass die Trinkenden weinen und singen können, halb wach, halb trunken, halb wissend, halb unwissend, halb sterbenwollend, halb lebenwollend. Er muss dafür sorgen, dass alle auch leben wollen; er hat noch nicht den Mut, die Menschheit auszulöschen.

Ein paar Ruinen und verlassene Gräber liegen verstreut auf der Erde, widergespiegelt in fahlen Blutspuren; die Menschen kauen darin am vagen Leid des eigenen und fremden Daseins. Doch sie wollen es nicht ausspucken, denn sie halten es für besser als die Leere, nennen sich selbst „vom Himmel Gestrafte" als Rechtfertigung ihres Kauens am vagen Leid, und warten bang auf das Kommen neuer Leiden. Das Neue — es macht ihnen Angst und doch sehnen sie sich, ihm zu begegnen.

Dies alles sind die braven Bürger des Schöpfers. Genau so braucht er sie.

Doch aus der Menschenwelt geht der rebellische Held hervor; er steht aufrecht, durchschaut alle vergangenen und gegenwärtigen Ruinen und verlassenen Gräber, erinnert alle tiefen, weiten und fernen Leiden, blickt all dem übereinander geschichteten geronnenen Blut ins Gesicht, weiß um alles Gestorbene, gerade Geborene, bald Geborene und noch Ungeborene. Er hat die Machenschaften des Schicksals durchschaut; er wird sich erheben, die Menschheit zum Erwachen zu bringen — oder diese braven Bürger des Schöpfers gänzlich auszulöschen.

Der Schöpfer, der Feigling, schämt sich und verbirgt sich. Himmel und Erde verändern ihre Farbe in den Augen des Helden.

8. April 1926.

这样的战士

要有这样的一种战士——已不是蒙昧如非洲土人而背着雪亮的毛瑟枪的;也并不疲惫如中国绿营兵而却佩着盒子炮。他毫无乞灵于牛皮和废铁的甲胄;他只有自己,但拿着蛮人所用的,脱手一掷的投枪。

他走进无物之阵,所遇见的都对他一式点头。他知道这点头就是敌人的武器,是杀人不见血的武器,许多战士都在此灭亡,正如炮弹一般,使猛士无所用其力。

那些头上有各种旗帜,绣出各样好名称:慈善家,学者,文士,长者,青年,雅人,君子……。头下有各样外套,绣出各式好花样:学问,道德,国粹,民意,逻辑,公义,东方文明……。

但他举起了投枪。

他们都同声立了誓来讲说,他们的心都在胸膛的中央,和别的偏心的人类两样。他们都在胸前放着护心镜,就为自己也深信心在胸膛中央的事作证。

但他举起了投枪。

他微笑,偏侧一掷,却正中了他们的心窝。

一切都颓然倒地;——然而只有一件外套,其中无物。无物之物已经脱走,得了胜利,因为他这时成了戕害慈善家等类的罪人。

但他举起了投枪。

他在无物之阵中大踏步走,再见一式的点头,各种的旗帜,各样的外套……。

但他举起了投枪。

他终于在无物之阵中老衰,寿终。他终于不是战士,但无物之物则是胜者。

在这样的境地里,谁也不闻战叫:太平。

太平……。

但他举起了投枪!

一九二五年十二月十四日。

Ein solcher Krieger

Es sollte einen solchen Krieger geben — nicht mehr so unwissend wie ein afrikanischer Eingeborener, der ein blitzendes Mausergewehr trägt; auch nicht so erschöpft wie ein chinesischer Grünbannersoldat, der dennoch eine Mauserpistole am Gürtel hat. Er hat keinerlei Rüstung aus Rindsleder und Alteisen; er hat nur sich selbst, doch trägt er den Wurfspeer der Barbaren, der mit einem Schwung geschleudert wird.

Er betritt die Schlachtreihe des Nichts; alle, die er trifft, nicken ihm auf die gleiche Art zu. Er weiß, dieses Nicken ist die Waffe des Feindes, eine Waffe, die tötet, ohne Blut zu vergießen; viele Krieger sind daran zugrunde gegangen, wie durch Granaten — selbst der Tapferste kann seine Kraft nicht entfalten.

Auf ihren Köpfen tragen sie allerlei Banner mit allerlei schönen Titeln: Philanthrop, Gelehrter, Literat, Ältester, Jugend, Gebildeter, Ehrenmann... Darunter tragen sie allerlei Mäntel mit allerlei schönen Mustern: Wissenschaft, Moral, nationale Tradition, Volkswille, Logik, Gerechtigkeit, östliche Zivilisation...

Doch er hob den Speer.

Sie schworen alle einstimmig, ihr Herz sitze in der Mitte der Brust, anders als bei den parteiischen Menschen. Sie trugen alle Herzschutzspiegel vor der Brust, als Beweis, dass auch sie selbst fest glaubten, ihr Herz sei in der Mitte der Brust.

Doch er hob den Speer.

Er lächelte, warf schräg aus — und traf genau ihre Herzmitte.

Alles stürzte zu Boden — doch da war nur ein Mantel, darunter nichts. Das Nichts-Ding war entkommen, hatte gesiegt, denn er war nun zum Verbrecher geworden, der Philanthropen und ihresgleichen ermordet.

Doch er hob den Speer.

Er schritt mit großen Schritten durch die Schlachtreihe des Nichts, sah wieder das gleiche Nicken, die verschiedenen Banner, die verschiedenen Mäntel...

Doch er hob den Speer.

Am Ende alterte und starb er in der Schlachtreihe des Nichts. Am Ende war er kein Krieger, doch das Nichts-Ding war der Sieger.

In solch einer Lage hört niemand einen Kampfruf: Frieden.

Frieden...

Doch er hob den Speer!

14. Dezember 1925.

聪明人和傻子和奴才

奴才总不过是寻人诉苦。只要这样,也只能这样。有一日,他遇到一个聪明人。

"先生!"他悲哀地说,眼泪联成一线,就从眼角上直流下来。"你知道的。我所过的简直不是人的生活。吃的是一天未必有一餐,这一餐又不过是高粱皮,连猪狗都不要吃的,尚且只有一小碗……。"

"这实在令人同情。"聪明人也惨然说。

"可不是么!"他高兴了。"可是做工是昼夜无休息的:清早担水晚烧饭,上午跑街夜磨面,晴洗衣裳雨张伞,冬烧汽炉夏打扇。半夜要煨银耳,侍候主人要钱;头钱从来没分,有时还挨皮鞭……。"

"唉唉……。"聪明人叹息着,眼圈有些发红,似乎要下泪。

"先生!我这样是敷衍不下去的。我总得另外想法子。可是什么法子呢?……"

"我想,你总会好起来……。"

"是么?但愿如此。可是我对先生诉了冤苦,又得你的同情和慰安,已经舒坦得不少了。可见天理没有灭绝……。"

但是,不几日,他又不平起来了,仍然寻人去诉苦。

"先生!"他流着眼泪说,"你知道的。我住的简直比猪窠还不如。主人并不将我当人;他对他的叭儿狗还要好到几万倍……。"

"混帐!"那人大叫起来,使他吃惊了。那人是一个傻子。

"先生,我住的只是一间破小屋,又湿,又阴,满是臭虫,睡下去就咬得真可以。秽气冲着鼻子,四面又没有一个窗……。"

"你不会要你的主人开一个窗的么?"

"这怎么行?……"

"那么,你带我去看去!"

傻子跟奴才到他屋外,动手就砸那泥墙。

"先生!你干什么?"他大惊地说。

"我给你打开一个窗洞来。"

"这不行!主人要骂的!"

"管他呢!"他仍然砸。

"人来呀!强盗在毁咱们的屋子了!快来呀!迟一点可要打出窟窿来了!……"他哭嚷着,在地上团团地打滚。一群奴才都出来了,将傻子赶走。

听到了喊声,慢慢地最后出来的是主人。

"有强盗要来毁咱们的屋子,我首先叫喊起来,大家一同把他赶走了。"他恭敬而得胜地说。

"你不错。"主人这样夸奖他。

这一天就来了许多慰问的人,聪明人也在内。

"先生。这回因为我有功,主人夸奖了我了。你先前说我总会好起来;实在是有先见之明……。"他大有希望似的高兴地说。

"可不是么……。"聪明人也代为高兴似的回答他。

一九二五年十二月二十六日。

Der Kluge, der Narr und der Knecht

Der Knecht tat nichts anderes, als überall sein Leid zu klagen. So war es immer, und anders konnte es nicht sein. Eines Tages traf er einen Klugen.

„Mein Herr!" sagte er betrübt, die Tränen rannen ihm wie eine Schnur aus den Augenwinkeln. „Sie wissen es ja. Mein Leben ist einfach kein menschenwürdiges. Essen gibt es am Tag vielleicht nicht einmal eine Mahlzeit, und die besteht nur aus Hirsespelzen, die nicht einmal Schweine und Hunde fressen wollten, und davon auch nur ein kleines Schälchen..."

„Das ist wirklich bedauernswert", sagte der Kluge mitleidig.

„Nicht wahr!" Er war erfreut. „Und die Arbeit kennt Tag und Nacht keine Ruhe: frühmorgens Wasser tragen, abends kochen, vormittags Besorgungen machen, nachts Mehl mahlen, bei Sonnenschein Wäsche waschen, bei Regen Schirm halten, im Winter den Ofen heizen, im Sommer fächern. Um Mitternacht Silberohr-Pilze dünsten, dem Herrn aufwarten, wenn er Geld will; vom Spielgewinn nie etwas abbekommen, und manchmal noch die Peitsche obendrein..."

„Ach, ach..." seufzte der Kluge, seine Augenränder röteten sich, als wollte er weinen.

„Mein Herr! So kann ich nicht weitermachen. Ich muss mir etwas anderes einfallen lassen. Aber was?..."

„Ich denke, es wird schon besser werden..."

„Wirklich? Hoffen wir es. Aber allein, dass ich Ihnen mein Leid klagen konnte und Ihre Anteilnahme und Ihren Trost erfahren habe, fühle ich mich schon viel besser. Man sieht: Die Himmelsgerechtigkeit ist doch nicht erloschen..."

Doch nach wenigen Tagen wurde er wieder unzufrieden und suchte erneut jemanden zum Klagen.

„Mein Herr!" sagte er unter Tränen. „Sie wissen es ja. Wo ich wohne, ist schlimmer als ein Schweinestall. Der Herr behandelt mich nicht wie einen Menschen; seinen Schoßhund behandelt er zehntausendmal besser..."

„Unverschämtheit!" schrie der Mann auf, was den Knecht erschreckte. Der Mann war ein Narr.

„Mein Herr, ich wohne nur in einer kleinen baufälligen Kammer, feucht und dunkel, voller Wanzen — legt man sich hin, wird man zerbissen. Es stinkt bis in die Nase, und es gibt kein einziges Fenster..."

„Kannst du deinen Herrn nicht bitten, ein Fenster zu machen?"

„Wie soll das gehen?..."

„Dann bring mich hin, ich will es mir ansehen!"

Der Narr ging mit dem Knecht zu dessen Kammer und begann sofort, die Lehmwand einzuschlagen.

„Mein Herr! Was tun Sie?!" rief der Knecht erschrocken.

„Ich schlage dir eine Fensteröffnung!"

„Das geht nicht! Der Herr wird schimpfen!"

„Lass ihn doch!" Er schlug weiter.

„Hilfe! Ein Räuber zerstört unser Haus! Schnell! Gleich schlägt er ein Loch durch!..." Er heulte und schrie und wälzte sich auf dem Boden. Eine Schar Knechte kam heraus und verjagte den Narren.

Auf das Geschrei hin kam zuletzt, gemächlich, der Herr heraus.

„Ein Räuber wollte unser Haus zerstören, ich habe als Erster Alarm geschlagen, und gemeinsam haben wir ihn vertrieben", sagte er ehrerbietig und siegreich.

„Gut gemacht", lobte der Herr ihn.

An diesem Tag kamen viele Besucher zum Kondolieren, darunter auch der Kluge.

„Mein Herr. Diesmal wurde ich für mein Verdienst vom Herrn gelobt. Sie sagten vorhin, es würde schon besser werden — da hatten Sie wahrlich einen weiten Blick..."

„Nicht wahr..." antwortete der Kluge, als freue er sich mit ihm.

26. Dezember 1925.

一觉

飞机负了掷下炸弹的使命,像学校的上课似的,每日上午在北京城上飞行。每听得机件搏击空气的声音,我常觉到一种轻微的紧张,宛然目睹了"死"的袭来,但同时也深切地感着"生"的存在。

隐约听到一二爆发声以后,飞机嗡嗡地叫着,冉冉地飞去了。也许有人死伤了罢,然而天下却似乎更显得太平。窗外的白杨的嫩叶,在日光下发乌金光;榆叶梅也比昨日开得更烂漫。收拾了散乱满床的日报,拂去昨夜聚在书桌上的苍白的微尘,我的四方的小书斋,今日也依然是所谓"窗明几净"。

因为或一种原因,我开手编校那历来积压在我这里的青年作者的文稿了;我要全都给一个清理。我照作品的年月看下去,这些不肯涂脂抹粉的青年们的魂灵便依次屹立在我眼前。他们是绰约的,是纯真的,——阿,然而他们苦恼了,呻吟了,愤怒,而且终于粗暴了,我的可爱的青年们!

魂灵被风沙打击得粗暴,因为这是人的魂灵,我爱这样的魂灵;我愿意在无形无色的鲜血淋漓的粗暴上接吻。漂渺的名园中,奇花盛开着,红颜的静女正在超然无事地逍遥,鹤唳一声,白云郁然而起……。这自然使人神往的罢,然而我总记得我活在人间。

我疲劳着,捏着纸烟,在无名的思想中静静地合了眼睛,看见很长的梦。忽而惊觉,身外也还是环绕着昏黄;烟篆在不动的空气中上升,如几片小小夏云,徐徐幻出难以指名的形象。

一九二六年四月十日。

Ein Erwachen

Flugzeuge, beauftragt mit dem Abwurf von Bomben, flogen jeden Vormittag über Peking, regelmäßig wie der Schulunterricht. Wann immer ich das Dröhnen der Maschinen hörte, wie sie die Luft durchschlugen, spürte ich eine leichte Anspannung, als sähe ich den „Tod" heranstürmen, doch zugleich fühlte ich tief die Gegenwart des „Lebens".

Nachdem man undeutlich ein, zwei Explosionen gehört hatte, summte das Flugzeug davon und flog gemächlich weiter. Vielleicht waren Menschen getötet oder verwundet worden, doch die Welt schien noch friedlicher als zuvor. Die zarten Blätter der Pappel draußen vor dem Fenster schimmerten im Sonnenlicht dunkelgolden; auch die Filzkirsche blühte üppiger als gestern. Ich räumte die über das ganze Bett verstreuten Tageszeitungen zusammen, wischte den fahlen feinen Staub von meinem Schreibtisch, der sich über Nacht angesammelt hatte — mein kleines, quadratisches Arbeitszimmer war heute wieder, was man so „helle Fenster und saubere Tische" nennt.

Aus irgendeinem Grund begann ich die Manuskripte junger Autoren zu redigieren, die sich seit langem bei mir angestapelt hatten; ich wollte alles einmal durchgehen. Als ich die Werke chronologisch las, traten die Seelen dieser jungen Leute, die sich weigerten, Schminke aufzutragen, eine nach der anderen vor mich hin. Sie waren anmutig, sie waren aufrichtig — ach, doch dann litten sie, stöhnten, wurden zornig und schließlich rau, meine liebenswerten Jungen!

Seelen, die von Sturm und Sand rau geschlagen wurden — weil es menschliche Seelen sind, liebe ich solche Seelen; ich möchte auf diese unsichtbare, farblose, blutüberströmte Rauheit einen Kuss drücken. In verschwommenen berühmten Gärten blühen wunderbare Blumen, schöne, stille Mädchen wandeln unbeschwert und weltfern, ein Kranich schreit, und weiße Wolken steigen dicht empor... Das mag einen natürlich verzaubern, doch ich erinnere mich immer daran, dass ich in der Menschenwelt lebe.

Müde, die Zigarette in der Hand, schloss ich in namenlosen Gedanken still die Augen und sah einen sehr langen Traum. Plötzlich schreckte ich auf; um mich her war immer noch die Dämmerung; der Rauchfaden stieg in der unbewegten Luft empor wie kleine Sommerwölkchen und bildete langsam Gestalten, die sich nicht benennen ließen.

10. April 1926.

过客

时:或一日的黄昏。 地:或一处。 人:老翁——约七十岁,白须发,黑长袍。   女孩——约十岁,紫发,乌眼珠,白地黑方格长衫。   过客——约三四十岁,状态困顿倔强,眼光阴沉,黑须,乱发,黑色短衣裤皆破碎,赤足著破鞋,胁下挂一个口袋,支着等身的竹杖。

东,是几株杂树和瓦砾;西,是荒凉破败的丛葬;其间有一条似路非路的痕迹。一间小土屋向这痕迹开着一扇门;门侧有一段枯树根。

(女孩正要将坐在树根上的老翁搀起。)

翁——孩子。喂,孩子!怎么不动了呢? 孩——(向东望着,)有谁走来了,看一看罢。 翁——不用看他。扶我进去罢。太阳要下去了。 孩——我,——看一看。 翁——唉,你这孩子!天天看见天,看见土,看见风,还不够好看么?什么也不比这些好看。你偏是要看谁。太阳下去时候出现的东西,不会给你什么好处的。……还是进去罢。 孩——可是,已经近来了。阿阿,是一个乞丐。 翁——乞丐?不见得罢。

(过客从东面的杂树间跄踉走出,暂时踌蹰之后,慢慢地走近老翁去。)

客——老丈,你晚上好? 翁——阿,好!托福。你好? 客——老丈,我实在冒昧,我想在你那里讨一杯水喝。我走得渴极了。这地方又没有一个池塘,一个水洼。 翁——唔,可以可以。你请坐罢。(向女孩)孩子,你拿水来,杯子要洗干净。

(女孩默默地走进土屋去。)

翁——客官,你请坐。你是怎么称呼的。 客——称呼?——我不知道。从我还能记得的时候起,我就只一个人。我不知道我本来叫什么。我一路走,有时人们也随便称呼我,各式各样地,我也记不清楚了,况且相同的称呼也没有听到过第二回。 翁——阿阿。那么,你是从那里来的呢? 客——(略略迟疑,)我不知道。从我还能记得的时候起,我就在这么走。 翁——对了。那么,我可以问你到那里去么? 客——自然可以。——但是,我不知道。从我还能记得的时候起,我就在这么走,要走到一个地方去,这地方就在前面。我单记得走了许多路,现在来到这里了。我接着就要走向那边去,(西指,)前面!

(女孩小心地捧出一个木杯来,递去。)

客——(接杯,)多谢,姑娘。(将水两口喝尽,还杯,)多谢,姑娘。这真是少有的好意。我真不知道应该怎样感激! 翁——不要这么感激。这于你是没有好处的。 客——是的,这于我没有好处。可是我现在很恢复了些力气了。我就要前去。老丈,你大约是久住在这里的,你可知道前面是怎么一个所在么? 翁——前面?前面,是坟。 客——(诧异地,)坟? 孩——不,不,不的。那里有许多许多野百合,野蔷薇,我常常去玩,去看他们的。 客——(西顾,仿佛微笑,)不错。那些地方有许多许多野百合,野蔷薇,我也常常去玩过,去看过的。但是,那是坟。(向老翁,)老丈,走完了那坟地之后呢? 翁——走完之后?那我可不知道。我没有走过。 客——不知道?! 孩——我也不知道。 翁——我单知道南边;北边;东边,你的来路。那是我最熟悉的地方,也许倒是于你们最好的地方。你莫怪我多嘴,据我看来,你已经这么劳顿了,还不如回转去,因为你前去也料不定可能走完。 客——料不定可能走完?……(沉思,忽然惊起,)那不行!我只得走。回到那里去,就没一处没有名目,没一处没有地主,没一处没有驱逐和牢笼,没一处没有皮面的笑容,没一处没有眶外的眼泪。我憎恶他们,我不回转去! 翁——那也不然。你也会遇见心底的眼泪,为你的悲哀。 客——不。我不愿看见他们心底的眼泪,不要他们为我的悲哀! 翁——那么,你,(摇头,)你只得走了。 客——是的,我只得走了。况且还有声音常在前面催促我,叫唤我,使我息不下。可恨的是我的脚早经走破了,有许多伤,流了许多血。……我也不愿意喝无论谁的血。我只得喝些水,来补充我的血。一路上总有水,我倒也并不感到什么不足。只是我的力气太稀薄了,血里面太多了水的缘故罢。今天连一个小水洼也遇不到,也就是少走了路的缘故罢。 翁——那也未必。太阳下去了,我想,还不如休息一会的好罢,像我似的。 客——但是,那前面的声音叫我走。 翁——我知道。 客——你知道?你知道那声音么? 翁——是的。他似乎曾经也叫过我。 客——那也就是现在叫我的声音么? 翁——那我可不知道。他也就是叫过几声,我不理他,他也就不叫了,我也就记不清楚了。 客——唉唉,不理他……。(沉思,忽然吃惊,倾听着,)不行!我还是走的好。我息不下。可恨我的脚早经走破了。(准备走路。) 孩——给你!(递给一片布,)裹上你的伤去。 客——多谢,(接取,)姑娘。这真是……。这真是极少有的好意。这能使我可以走更多的路。(就断砖坐下,要将布缠在踝上,)但是,不行!(竭力站起,)姑娘,还了你罢,还是裹不下。况且这太多的好意,我没法感激。 翁——你不要这么感激,这于你没有好处。 客——是的,这于我没有什么好处。但在我,这布施是最上的东西了。 翁——你不要当真就是。 客——是的。但是我不能。我怕我会这样:倘使我得到了谁的布施,我就要像兀鹰看见死尸一样,在四近徘徊,祝愿她的灭亡,给我亲自看见;或者咒诅她以外的一切全都灭亡,连我自己,因为我就应该得到咒诅。但是我还没有这样的力量;即使有这力量,我也不愿意她有这样的境遇,因为她们大概总不愿意有这样的境遇。我想,这最稳当。(向女孩,)姑娘,你这布片太好,可是太小一点了,还了你罢。 孩——(惊惧,退后,)我不要了!你带走! 客——(似笑,)哦哦,……因为我拿过了? 孩——(点头,指口袋,)你装在那里,去玩玩。 客——(颓唐地退后,)但这背在身上,怎么走呢?…… 翁——你息不下,也就背不动。——休息一会,就没有什么了。 客——对咧,休息……。(默想,但忽然惊醒,倾听。)不,我不能!我还是走好。 翁——你总不愿意休息么? 客——我愿意休息。 翁——那么,你就休息一会罢。 客——但是,我不能……。 翁——你总还是觉得走好么? 客——是的。还是走好。 翁——那么,你也还是走好罢。 客——(将腰一伸,)好,我告别了。我很感谢你们。(向着女孩,)姑娘,这还你,请你收回去。

(女孩惊惧,敛手,要躲进土屋里去。)

翁——你带去罢。要是太重了,可以随时抛在坟地里面的。 孩——(走向前,)阿阿,那不行! 客——阿阿,那不行的。 翁——那么,你挂在野百合野蔷薇上就是了。 孩——(拍手,)哈哈!好! 客——哦哦……。

(极暂时中,沉默。)

翁——那么,再见了。祝你平安。(站起,向女孩,)孩子,扶我进去罢。你看,太阳早已下去了。(转身向门。) 客——多谢你们。祝你们平安。(徘徊,沉思,忽然吃惊,)然而我不能!我只得走。我还是走好罢……。(即刻昂了头,奋然向西走去。)

(女孩扶老人走进土屋,随即阖了门。过客向野地里跄踉地闯进去,夜色跟在他后面。)

一九二五年三月二日。

Der Wanderer

Zeit: Der Abend eines beliebigen Tages. Ort: Irgendwo. Personen: Der Alte — etwa siebzig Jahre alt, weißer Bart und Haar, schwarze lange Robe. Die Kleine — etwa zehn Jahre alt, dunkles Haar, schwarze Augen, weißes Kleid mit schwarzem Karomuster. Der Wanderer — etwa dreißig bis vierzig Jahre alt, erschöpft doch trotzig, düsterer Blick, schwarzer Bart, wirres Haar, schwarze kurze Jacke und Hose beide zerschlissen, barfuß in kaputten Schuhen, eine Tasche unter dem Arm, auf einen mannslangen Bambusstab gestützt.

Im Osten ein paar wilde Bäume und Schutt; im Westen ein öder, verfallener Friedhof; dazwischen eine Spur, die wie ein Weg aussieht und doch keiner ist. Eine kleine Lehmhütte hat eine Tür zu dieser Spur hin; neben der Tür ein alter Baumstumpf.

(Die Kleine ist gerade im Begriff, den Alten, der auf dem Baumstumpf sitzt, aufzuhelfen.)

ALTER: Kind. Hör mal, Kind! Was stehst du so still? KIND (schaut nach Osten): Da kommt jemand. Lass mich hinschauen. ALTER: Muss nicht sein. Hilf mir hinein. Die Sonne geht unter. KIND: Ich möchte... hinschauen. ALTER: Ach, dieses Kind! Jeden Tag siehst du den Himmel, die Erde, den Wind — ist das nicht schön genug? Nichts ist schöner als das. Und du musst unbedingt jemanden anschauen. Was bei Sonnenuntergang auftaucht, wird dir nichts Gutes bringen... Gehen wir hinein. KIND: Aber er ist schon ganz nah. Oh, ein Bettler. ALTER: Bettler? Wohl kaum.

(Der Wanderer taumelt aus dem Gestrüpp im Osten hervor, zögert einen Moment, dann geht er langsam auf den Alten zu.)

WANDERER: Guten Abend, alter Herr. ALTER: Ah, guten Abend! Danke der Nachfrage. Wie geht es Ihnen? WANDERER: Alter Herr, verzeihen Sie die Dreistigkeit — ich möchte bei Ihnen um ein Glas Wasser bitten. Ich bin vom Gehen halb verdurstet. Und hier gibt es weder Teich noch Pfütze. ALTER: Hm, natürlich, natürlich. Bitte setzen Sie sich. (Zum Kind) Kind, bring Wasser, und wasch den Becher gut aus.

(Die Kleine geht still in die Lehmhütte.)

ALTER: Bitte setzen Sie sich. Wie darf ich Sie nennen? WANDERER: Nennen? — Ich weiß es nicht. Solange ich mich erinnern kann, war ich allein. Ich weiß nicht, wie ich eigentlich heiß. Unterwegs haben mich die Leute manchmal irgendwie genannt, jedes Mal anders, ich kann mich nicht erinnern, und denselben Namen habe ich nie ein zweites Mal gehört. ALTER: So so. Und woher kommen Sie? WANDERER (leicht zögernd): Ich weiß nicht. Solange ich mich erinnern kann, bin ich so unterwegs. ALTER: Verstehe. Und darf ich fragen, wohin Sie gehen? WANDERER: Natürlich. — Aber ich weiß es nicht. Solange ich mich erinnern kann, bin ich so unterwegs — zu einem Ort, der dort vorne liegt. Ich weiß nur, dass ich schon viele Wege zurückgelegt habe und jetzt hier angekommen bin. Gleich gehe ich weiter, dorthin — (zeigt nach Westen) — nach vorne!

(Die Kleine trägt vorsichtig einen Holzbecher heraus und reicht ihn hin.)

WANDERER (nimmt den Becher): Vielen Dank, Mädchen. (Trinkt das Wasser in zwei Zügen, gibt den Becher zurück.) Vielen Dank, Mädchen. Solche Güte ist wahrlich selten. Ich weiß gar nicht, wie ich danken soll! ALTER: Danken Sie nicht so sehr. Das nützt Ihnen nichts. WANDERER: Ja, es nützt mir nichts. Aber ich habe wieder etwas Kraft geschöpft. Ich muss weiter. Alter Herr, Sie leben wohl schon lange hier — wissen Sie, was dort vorne ist? ALTER: Dort vorne? Dort vorne sind Gräber. WANDERER (erstaunt): Gräber? KIND: Nein, nein, nein. Dort gibt es ganz, ganz viele wilde Lilien und wilde Heckenrosen, ich gehe oft hin spielen und sie anschauen. WANDERER (blickt nach Westen, scheint zu lächeln): Stimmt. An solchen Orten gibt es ganz viele wilde Lilien und wilde Heckenrosen, auch ich bin oft hingegangen, sie anzuschauen. Aber es sind Gräber. (Zum Alten) Alter Herr, und wenn man den Friedhof durchquert hat? ALTER: Danach? Das weiß ich nicht. Ich bin nie dort gewesen. WANDERER: Sie wissen es nicht?! KIND: Ich auch nicht. ALTER: Ich kenne nur den Süden, den Norden, den Osten — den Weg, den Sie gekommen sind. Den kenne ich am besten, und vielleicht ist er für Sie der beste Ort. Nehmen Sie mir meine Einmischung nicht übel, aber Sie sind schon so erschöpft — wäre es nicht besser umzukehren? Denn nach vorne können Sie womöglich nicht bis zum Ende gehen. WANDERER: Womöglich nicht bis zum Ende?... (Sinnt nach, schreckt plötzlich auf.) Das geht nicht! Ich muss weitergehen. Zurück — da gibt es keinen Ort ohne Etiketten, keinen ohne Grundherren, keinen ohne Vertreibung und Käfige, keinen ohne aufgesetzte Lächeln, keinen ohne Tränen, die über den Lidrand quellen. Ich hasse das alles, ich kehre nicht um! ALTER: Das stimmt auch nicht ganz. Du würdest auch Tränen finden, tief aus dem Herzen, die um dein Leid geweint werden. WANDERER: Nein. Ich will ihre Herzenstränen nicht sehen, will nicht, dass sie um mein Leid weinen! ALTER: Dann (schüttelt den Kopf) musst du wohl gehen. WANDERER: Ja, ich muss gehen. Außerdem ruft mich dort vorne immer eine Stimme, treibt mich an, lässt mich nicht ruhen. Nur dass meine Füße längst zerschunden sind, voller Wunden, blutig... Ich trinke auch niemandes Blut. Ich trinke nur Wasser, um mein Blut zu ersetzen. Unterwegs gab es immer Wasser. Nur ist meine Kraft zu dünn geworden — zu viel Wasser im Blut wohl. Heute habe ich nicht einmal eine Pfütze gefunden. ALTER: Auch das ist nicht sicher. Die Sonne ist untergegangen, ich denke, es wäre besser, ein wenig zu ruhen, wie ich es tue. WANDERER: Aber die Stimme dort vorne ruft mich. ALTER: Ich weiß. WANDERER: Sie wissen? Sie kennen diese Stimme? ALTER: Ja. Sie scheint auch mich einmal gerufen zu haben. WANDERER: War das dieselbe Stimme, die mich jetzt ruft? ALTER: Das weiß ich nicht. Sie rief ein paarmal, ich reagierte nicht, sie rief nicht mehr, und ich kann mich nicht mehr recht erinnern. WANDERER: Ach, nicht reagieren... (Sinnt nach, schreckt plötzlich auf, lauscht.) Nein! Ich muss gehen. Ich kann nicht ruhen. Nur meine Füße sind schon längst zerschunden. (Macht sich bereit zum Gehen.) KIND: Nimm! (Reicht ihm einen Stoffstreifen.) Verbinde deine Wunden damit. WANDERER: Danke, (nimmt ihn,) Mädchen. Das ist wirklich... unerhört gütig. Damit kann ich viel weiter gehen. (Setzt sich auf einen halben Ziegel und will den Stoff um den Knöchel wickeln.) Aber nein, es geht nicht! (Steht mühsam auf.) Mädchen, nimm ihn zurück, es lässt sich doch nicht verbinden. Und so viel Güte — ich kann sie nicht erwidern. ALTER: Seien Sie nicht so dankbar. Es nützt Ihnen nichts. WANDERER: Ja, es nützt mir nichts. Aber für mich ist dieses Geschenk das Kostbarste. ALTER: Nehmen Sie es nicht so ernst. WANDERER: Ja. Aber ich kann nicht. Ich fürchte: Wenn ich ein Geschenk annehme, werde ich wie ein Geier, der ein Aas sieht — ich werde in der Nähe umherstreifen und ihr den Untergang wünschen, um ihn selbst zu sehen; oder alles verfluchen außer ihr, mich selbst eingeschlossen, denn ich hätte die Verfluchung verdient. Aber so viel Kraft habe ich nicht; und selbst wenn, wünschte ich ihr solch ein Schicksal nicht, denn so etwas wünscht sich wohl niemand. Das ist das Sicherste. (Zum Kind.) Mädchen, das Tuch ist sehr gut, aber etwas zu klein. Nimm es zurück. KIND (erschrocken, weicht zurück): Ich will es nicht mehr! Nimm es mit! WANDERER (lächelt gleichsam): Oh... weil ich es einmal in der Hand hatte? KIND (nickt, zeigt auf die Tasche): Steck es da rein, zum Spielen. WANDERER (niedergeschlagen, tritt zurück): Aber das auf dem Rücken tragen — wie soll ich dann gehen?... ALTER: Wenn du nicht rasten kannst, kannst du es auch nicht tragen. — Ruh dich ein wenig aus, dann ist es nichts mehr. WANDERER: Stimmt, ruhen... (Sinnt nach, schreckt plötzlich auf, lauscht.) Nein, ich kann nicht! Ich gehe lieber weiter. ALTER: Du willst also nicht ruhen? WANDERER: Ich will ruhen. ALTER: Dann ruh dich doch ein wenig aus. WANDERER: Aber ich kann nicht... ALTER: Du meinst also, Gehen ist besser? WANDERER: Ja. Gehen ist besser. ALTER: Dann geh wohl auch besser. WANDERER (streckt sich): Gut, ich nehme Abschied. Ich bin Ihnen sehr dankbar. (Zum Kind.) Mädchen, nimm es zurück, bitte.

(Die Kleine erschrickt, zieht die Hände ein, will in die Hütte fliehen.)

ALTER: Nimm es mit. Wenn es zu schwer wird, kannst du es jederzeit auf dem Friedhof ablegen. KIND (tritt vor): Oh nein, das geht nicht! WANDERER: Oh nein, das geht nicht. ALTER: Dann häng es an die wilden Lilien und Heckenrosen. KIND (klatscht in die Hände): Haha! Gut! WANDERER: Oh...

(Kürzeste Stille.)

ALTER: Dann leb wohl. Friede sei mit dir. (Steht auf, zum Kind.) Kind, hilf mir hinein. Sieh nur, die Sonne ist längst untergegangen. (Dreht sich zur Tür.) WANDERER: Ich danke euch. Friede sei mit euch. (Geht hin und her, sinnt nach, schreckt plötzlich auf.) Und doch — ich kann nicht! Ich muss gehen. Ich gehe lieber weiter... (Hebt sofort den Kopf und schreitet entschlossen nach Westen.)

(Die Kleine stützt den Alten in die Lehmhütte und schließt die Tür. Der Wanderer taumelt in die Wildnis hinaus, die Nacht folgt ihm.)

2. März 1925.

死后

我梦见自己死在道路上。

这是那里,我怎么到这里来,怎么死的,这些事我全不明白。总之,待到我自己知道已经死掉的时候,就已经死在那里了。

听到几声喜鹊叫,接着是一阵乌老鸦。空气很清爽,——虽然也带些土气息,——大约正当黎明时候罢。我想睁开眼睛来,他却丝毫也不动,简直不像是我的眼睛;于是想抬手,也一样。

恐怖的利镞忽然穿透我的心了。在我生存时,曾经玩笑地设想:假使一个人的死亡,只是运动神经的废灭,而知觉还在,那就比全死了更可怕。我的预想竟的中了,我自己就在证实这预想。

听到脚步声,走路的罢。一辆独轮车从我的头边推过,大约是重载的,轧轧地叫得人心烦,还有些牙齿。很觉得满眼绯红,一定是太阳上来了。那么,我的脸是朝东的。但那都没有什么关系。切切嚓嚓的人声,看热闹的。

陆陆续续地又是脚步声,都到近旁就停下,还有更多的低语声:看的人多起来了。我忽然很想听听他们的议论。但同时想,我生存时说的什么批评不值一笑的话,大概是违心之论罢:才死,就露了破绽了。然而还是听;然而毕竟得不到结论,归纳起来不过是这样——

"死了?……" "嗡。——这……" "哼!……" "啧。……唉!……"

我十分高兴,因为始终没有听到一个熟识的声音。否则,或者害得他们伤心;或则要使他们快意;或则要使他们加添些饭后闲谈的材料。这都会使我很抱歉。现在谁也看不见,就是谁也不受影响。好了,总算对得起人了!

但是,大约是一个马蚁,在我的脊梁上爬着,痒痒的。我一点也不能动,已经没有除去他的能力了。在手背上触到草席的条纹,觉得这尸衾倒也不恶。只不知道是谁给我化钱的,可惜!但是,可恶,收敛的小子们!我背后的小衫的一角皱起来了,他们并不给我拉平。

忽然,一阵风,一片东西从上面盖下来,他们就一同飞开了,临走时还说——"惜哉!……"

我愤怒得几乎昏厥过去。

我即刻闭上眼睛,因为对他很烦厌。停了一会,没有声息,他大约走了。但是似乎一个马蚁又在脖子上爬起来,终于爬到脸上,只绕着眼眶转圈子。

万不料人的思想,是死掉之后也还会变化的。忽而,有一种力将我的心的平安冲破;同时,许多梦也都做在眼前了。几个朋友祝我安乐,几个仇敌祝我灭亡。我却总是既不安乐,也不灭亡地不上不下地生活下来,都不能副任何一面的期望。现在又影一般死掉了,连仇敌也不使知道,不肯赠给他们一点惠而不费的欢欣。……我觉得在快意中要哭出来。这大概是我死后第一次的哭。

然而终于也没有眼泪流下;只看见眼前仿佛有火花一闪,我于是坐了起来。

一九二五年七月十二日。

Nach dem Tod

Ich träumte, ich sei auf der Straße gestorben.

Wo das war, wie ich hierher gekommen bin, woran ich gestorben bin — nichts davon war mir klar. Kurz gesagt: als ich bemerkte, dass ich schon tot war, war ich bereits dort gestorben.

Ich hörte ein paar Elstern krächzen, dann eine Schar Krähen. Die Luft war frisch — wenn auch etwas erdig —, es musste wohl Morgendämmerung sein. Ich wollte die Augen öffnen, aber sie rührten sich nicht im Geringsten, als wären es nicht meine Augen; dann wollte ich die Hand heben — ebenso.

Eine Pfeilspitze des Schreckens durchbohrte plötzlich mein Herz. Zu Lebzeiten hatte ich einmal scherzhaft gedacht: Wenn beim Tod eines Menschen nur die motorischen Nerven erlöschen, die Wahrnehmung aber bleibt, wäre das schrecklicher als der vollständige Tod. Meine Vorstellung war eingetroffen — ich selbst war ihr Beweis.

Schritte — jemand geht vorbei. Ein Schubkarren wurde an meinem Kopf vorbeigeschoben, wohl schwer beladen, er quietschte einem auf die Nerven. Die Augen sahen alles rosarot — die Sonne musste aufgegangen sein. Also zeigte mein Gesicht nach Osten. Aber das war gleichgültig. Geflüstere — Schaulustige.

Nach und nach mehr Schritte, die in meiner Nähe anhielten, und mehr Geflüster: Es kamen immer mehr Zuschauer. Plötzlich wollte ich unbedingt hören, was sie sagten. Zugleich dachte ich: Die Worte, die ich zu Lebzeiten über die Wertlosigkeit von Kritik gesagt hatte, waren wohl wider besseres Wissen gewesen — kaum tot, verriet ich mich schon. Dennoch hörte ich zu; eine Schlussfolgerung ergab sich nicht, zusammengefasst war es nur dies:

„Tot?..." „Hmm. — Also..." „Hmph!..." „Tss... Ach!..."

Ich war sehr froh, denn ich hatte keine einzige bekannte Stimme gehört. Sonst hätte ich sie vielleicht traurig gemacht; oder ihnen Genugtuung verschafft; oder ihnen Stoff für Tischgespräche geliefert. Das alles wäre mir peinlich gewesen. Jetzt sah mich niemand, also wurde niemand beeinflusst. Gut, ich hatte es niemandem angetan!

Aber eine Ameise, vermutlich, krabbelte mir über den Rücken, es juckte. Ich konnte mich nicht im Geringsten bewegen. Auf dem Handrücken spürte ich das Muster einer Strohmatte — das Leichentuch war gar nicht übel. Nur wusste ich nicht, wer das Geld dafür ausgegeben hatte — schade! Aber, verdammt, die Leichenwäscher! Eine Ecke meines Hemdes am Rücken war verknittert, und die hatten sie nicht glatt gezogen.

Plötzlich ein Windstoß, etwas wurde über mich gedeckt, und sie flogen alle davon, wobei sie im Abfliegen noch sagten: „Wie schade!..."

Ich wurde vor Wut beinahe ohnmächtig.

Ich schloss sofort die Augen, aus Abscheu. Nach einer Weile war es still — er war wohl gegangen. Doch eine andere Ameise schien mir den Hals hinaufzukriechen und krabbelte schließlich über mein Gesicht, immer im Kreis um die Augenhöhle.

Wer hätte gedacht, dass sich die Gedanken eines Menschen auch nach dem Tod noch verändern! Plötzlich durchbrach eine Kraft den Frieden meines Herzens; zugleich entfalteten sich viele Träume vor meinen Augen. Ein paar Freunde wünschten mir Glück, ein paar Feinde wünschten mir den Untergang. Ich aber lebte stets so weiter, weder glücklich noch untergegangen, weder oben noch unten, keiner Seite Erwartung erfüllend. Und jetzt war ich wie ein Schatten gestorben, ohne dass es selbst meine Feinde erfuhren — ich gönnte ihnen nicht einmal ein bisschen mühelose Freude... Ich fühlte, ich wollte vor Genugtuung weinen. Das war wohl mein erstes Weinen nach dem Tod.

Doch am Ende flossen keine Tränen; ich sah nur etwas wie einen Funken vor den Augen aufblitzen — und setzte mich auf.

12. Juli 1925.