Hongloumeng/DE3-DE4/Kapitel 105
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Kapitel 105: DE3 (Schwarz) ↔ DE4 (Woesler)
| DE3 (Schwarz) | DE4 (Woesler, 2026) |
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| 105.Die Goldjacken plündern das Ning-guo-AnwesenZensor Li klagt den Präfekten von Ping-an an. | = Kapitel 105 = |
| Der Tag des Banketts war angebrochen. Djia Dschëng war damit beschäftigt, seine Gäste in der Halle des Blühenden Glücks zu unterhalten, als Lai Da, der Verwalter, herbeieilte, um zu berichten, daß Komissar Dschau mit einer Abteilung der Goldjacken, der Kaiserlichen Geheimpolizei draußen war: „Er sagte, er komme zu Besuch vorbei, und als ich ihn nach seiner Einladung fragte, meinte er, solche Formalitäten seien nicht notwendig, weil er so gut mit ihnen auskäme, Herr. Dann stieg er aus seinem Wagen und kam direkt herein. Ich bitte Sie, Herr, mit den jungen Herren hinauszugehen und ihn sofort zu empfangen.“ – | == Die Kaiserliche Garde durchsucht den Ning-Herzogspalast == |
| ‚Ich habe nie etwas mit diesem Dschau zu tun gehabt,‘ dachte Djia Dschëng bei sich. | == Der Zensor auf dem Apfelschimmel klagt den Präfekten von Ping'an an == |
| ‚Der alte Herr Dschau pflegt sonst keinen Umgang mit uns, was mag ihn hergeführt haben? Und das zu einem so unangemessenen Zeitpunkt. Ich kann kaum meine Gäste verlassen, um ihn zu unterhalten; aber wenn ich ihn nicht auch hierher einlade, erscheint das unfreundlich.‘ | Es wird erzählt, dass Aufrecht Kaufmann gerade ein Bankett gab, als plötzlich Lai Da hastig in die Ehrenglücks-Halle gelaufen kam und Aufrecht Kaufmann meldete: "Der Amtsvorsteher Zhao von der Kaiserlichen Garde ist mit mehreren Beamten eingetroffen und sagt, er komme zu einem Besuch. Euer Diener wollte seine Visitenkarte holen, doch Herr Zhao sagte: 'Wir sind die besten Freunde, das ist nicht nötig.' Er ist bereits aus der Kutsche gestiegen und hereinspaziert. Der Herr und die jungen Herren mögen ihm bitte schnell entgegengehen." Als Aufrecht Kaufmann dies hörte, dachte er bei sich: 'Mit dem alten Zhao habe ich keinerlei Umgang, warum kommt er ausgerechnet jetzt? Wir haben bereits Gäste, ihn dazubehalten wäre unpassend, ihn abzuweisen ebenso.' Während er noch überlegte, sagte Kette Kaufmann: "Onkel, geh schnell! Wenn du noch länger nachdenkst, ist er schon drinnen." |
| Er mußte einen Moment darüber nachdenken, doch Djia Liän drängte ihn, sich zu beeilen: „Wenn ihr noch viel länger wartet, Onkel, werden sie vor uns eintreffen.“ | Noch während er sprach, meldete ein Diener vom zweiten Tor: "Herr Zhao ist bereits durch das zweite Tor eingetreten." Aufrecht Kaufmann und die anderen eilten ihm in schnellen Schritten entgegen. Amtsvorsteher Zhao trug ein breites Lächeln im Gesicht, sagte aber nichts und ging geradewegs in die Halle hinauf. Hinter ihm folgten fünf oder sechs Beamte, manche davon bekannt, andere nicht, doch keiner von ihnen sprach ein Wort. Aufrecht Kaufmann und die anderen wussten nicht, was sie davon halten sollten, und konnten nur hinterhergehen und Plätze anbieten. Unter den Verwandten und Freunden erkannten einige Amtsvorsteher Zhao; sie sahen, wie er mit erhobenem Gesicht kaum jemanden beachtete und nur Aufrecht Kaufmann bei der Hand nahm, lächelnd ein paar Höflichkeitsfloskeln wechselte. Als die Anwesenden merkten, dass nichts Gutes im Anzug war, zogen sich manche in die hinteren Räume zurück, andere standen mit gesenkten Händen dabei. |
| Als er dies gerade gesagt hatte, trat ein Diener ein, um anzukündigen, daß Komissar Dschau das innere Tor bereits durchschritten habe und Djia Dschëng eilte auf den Hof, um ihn zu empfangen. Der Kommissar Dschau war bereits zu sehen, lächelnd, doch ruhig, ging er hin und her. Ihm folgten fünf oder sechs seiner Helfer, einige davon kannte Djia Dschëng, andere nicht, doch obwohl Djia Dschëng sie lächelnd mit ein paar Worten begrüßte, antwortete niemand auch nur mit einem Wort: Djia Dschëng ging ihnen hilflos hinterher und bat sie, sich zu setzen. Einige der Gäste waren mit Dschau bekannt, doch er ging erhobenen Hauptes an ihnen vorbei und ignorierte jeden außer Djia Dschëng, den er bei der Hand nahm und in ein kleines Gespräch verwickelte, dabei lächelte er unergründlich. Die Gäste witterten Ärger in der Luft, und mancher zog sich in sein privates Gemach im hinteren Bereich des Wohnsitzes zurück, manche blieben stehen, wo sie waren, allerdings steif, mit hängenden Armen, besorgt und respektvoll. Djia Dschëng gelang es, ein ängstliches Lächeln zu bewahren, und er wollte gerade eine von Dschaus Nettigkeiten erwidern, als ein nervöser Diener die Halle betrat und verlauten ließ: „Herr, der Prinz von Hsi-ping!“ |
Aufrecht Kaufmann wollte gerade mit aufgesetztem Lächeln ein Gespräch beginnen, als ein Diener aufgeregt hereinplatzte und meldete: "Der Prinz von Xiping ist eingetroffen!" Aufrecht Kaufmann eilte in großer Hast hinaus, um ihn zu empfangen, doch der Prinz war bereits eingetreten. Amtsvorsteher Zhao drängte sich vor, grüßte den Prinzen ehrerbietig und sagte: "Da der Prinz nun hier ist, sollten die mitgekommenen Beamten sogleich mit den Gardisten die vorderen und hinteren Tore bewachen lassen." Die Beamten gehorchten und gingen hinaus. |
| Djia Dschëng eilte wieder hinaus und sah, wie der Prinz bereits den Hof betrat. Kommissar Dschau nahm den Platz vor Djia Dschëng ein, um dem Prinzen zu salutieren, und erteilte seinen eigenen Helfern Aufträge: „Ihre Königliche Hoheit ist nun angekommen; nehmt eure Männer und stellt sie am Tor vor dem Gebäude auf.“ Dschaus Helfer folgten seinem Gebot, während Djia Dschëng und die anderen Männer, erfüllt mit Vorahnungen schlimmer Ereignisse, die folgen würden, niederknieten und dem Prinzen von Hsi-ping Ehre bezeugten. Der Prinz erhob beide Hände zu Djia Dschëng und sagte mit einem Lächeln: „Ich würde Sie nicht zu dieser Zeit belästigen, wenn es dafür nicht trifftige Gründe gäbe: Ich wurde mit einem Kaiserlichen Erlaß für Ihren Bruder betraut, Herrn Schë. Doch ich sehe, wir haben Sie inmitten einer privaten Versammlung angetroffen und es wäre kaum angemessen fortzuschreiten, während Ihre Freunde und Verwandten immer noch da sind, daher würde ich sie bitten zu gehen. Nur Mitglieder des Haushaltes sollten bleiben.“ – „Das ist eine großzügige Geste Eurer Hoheit,“ warf Komissar Dschau scharf ein. „Doch der Herr kümmert sich auch sehr zuverlässig um das östliche [Ning-guo]-Anwesen, und er wird sicherlich schon alle Tore verriegeln haben lassen.“ Die Gäste erfuhren, daß beide Häuser irgendwie in Schwierigkeiten verwickelt waren und wollten nur noch schnell weg. Der Prinz war davon jedoch unbeeindruckt und kündigte lächelnd an: „Verehrte Herren, Sie haben die Freiheit aufzubrechen.“ An Dschau gewandt, fuhr er fort: „Schickt einige meiner Männer, um sie hinauszuführen, und sagen Sie Ihren Beamten, daß sie alle Gäste sind und auf keinen Fall behindert oder durchsucht werden dürfen, sondern ohne Verzögerung durchgelassen werden sollen.“ |
Aufrecht Kaufmann und die anderen wussten nun, dass etwas Schlimmes bevorstand, und fielen sofort auf die Knie, um den Prinzen zu empfangen. Der Prinz von Xiping stützte sie mit beiden Händen und sagte lächelnd: "Ohne triftigen Grund würde ich nicht zu kommen wagen. Ich bin im Auftrag des Kaisers hier, um eine Angelegenheit zu erledigen, und benötige Herrn Begnadigung zur Entgegennahme des kaiserlichen Erlasses. Da die Tafeln noch nicht abgeräumt sind und wohl Verwandte und Freunde anwesend sind, was unbequem wäre, bitte ich alle Gäste des Hauses, sich zu verabschieden. Nur die Mitglieder des eigenen Haushalts mögen bleiben und weitere Anweisungen abwarten." Amtsvorsteher Zhao warf ein: "Der Prinz ist zwar gnädig, doch was das östliche Anwesen betrifft — der andere Prinz geht bei seinen Aufgaben sehr gründlich vor, die Tore dort dürften längst versiegelt sein." Die Anwesenden begriffen, dass beide Herzogspaläste betroffen waren, und hätten sich am liebsten in Luft aufgelöst. Der Prinz lächelte und sagte: "Meine Herren, gehen Sie nur ruhig. Ich lasse Sie hinausbegleiten und sage den Beamten der Kaiserlichen Garde, dass es sich um Verwandte und Freunde handelt, die nicht behelligt werden sollen — lasst sie sofort passieren." Als die Verwandten und Freunde dies hörten, verschwanden sie wie der Rauch, einer schneller als der andere. Nur Begnadigung Kaufmann, Aufrecht Kaufmann und ihre engsten Angehörigen blieben zurück, totenbleich im Gesicht und am ganzen Leib zitternd. |
| Sobald sie dies hörten, lösten sich die Gäste auf wie eine Rauchwolke. Übrig blieben nur Djia Schë, Djia Dschëng und die direkte Familie, sie zitterten alle und waren blaß vor Angst. Kurz danach strömten die Schutzleute herein und stellten sich an jeder Tür auf, unterbanden dabei jegliche Bewegungsmöglichkeit von Herren und Dienern. Der Kommissar Dschau wandte sich an den Prinzen mit giftigem Gesicht: „Wären Ihre Hoheit so freundlich, jetzt das Edikt vorzulesen, daß wir mit unserem Auftrag beginnen können?“ Die Schutzleute legten ihre Umhänge zurecht, krempelten ihre Ärmel hoch und standen dort voller Erwartung auf das Edikt. Mit großer Sorgfalt trug der Prinz die Präambel vor: „Hiermit wurde ich von ihrer Majestät angewiesen, mit Komissar Dschau Tjüän von den Goldjacken das vollständige Inventar und Eigentum von Djia Schë zu untersuchen.“ Djia Schë kauerte ausgestreckt auf dem Boden, als der Prinz die Terasse bestieg und Richtung Süden blickend begann, das gesamte Edikt vor- |
Kurz darauf strömten unzählige Gardisten herein, besetzten alle Tore, und keiner im Haus durfte auch nur einen Schritt tun. Amtsvorsteher Zhao setzte nun eine völlig andere Miene auf, wandte sich an den Prinzen und sagte: "Möge der Prinz den kaiserlichen Erlass verlesen, damit wir zur Tat schreiten können." Die Gardisten schoben die Ärmel hoch und machten die Arme frei, bereit zum Zugriff. Der Prinz von Xiping sprach bedächtig: "Ich, der Prinz, handle im kaiserlichen Auftrag und habe den Leiter der Kaiserlichen Garde, Zhao Quan, mitgebracht, um das Vermögen von Begnadigung Kaufmann zu inspizieren." Als Begnadigung Kaufmann und die anderen dies hörten, warfen sie sich alle zu Boden. Der Prinz stand oben und verkündete: "Es ergeht folgender kaiserlicher Erlass: 'Begnadigung Kaufmann hat sich mit Provinzbeamten verschworen, seine Macht missbraucht und Schwächere drangsaliert, Unsere kaiserliche Gnade hintergangen und die Ehre seiner Ahnen besudelt. Sein erblicher Titel wird hiermit aberkannt. So befehlen Wir.'" |
| zutragen: „Vernehmet! Insofern als die betroffene Person Djia Schë sich mit einem Beamten der Provinz verschworen hat und seinen Einfluß mißbrauchte, um wehrlose Bürger zu verfolgen, hat er sich unserer Gnade unwürdig erwiesen, unsere Ahnen entehrt, und somit wird ihm seine Erbfolge aberkannt. Durch Kaiserliche Anordnung.“ – „Nehmt ihn fest!“, brüllte Dschau. „Haltet die anderen unter strenger Bewachung!“ Dies betraf die anderen Dija-Männer: Djia Dschëng, Djia Liän, Vetter Dschën, Djia Jung, Djia Tjiang, Djia Dschï und Djia Lan. Nur Bau-yü hatte es irgendwie geschafft, unter dem Vorwand einer Unpäßlichkeit oder ähnlichem, etwas früher in die Gemächer der Herzoginmutter zu fliehen, während Djia Huan bei solchen gesellschaftlichen Versammlungen eher selten in Erscheinung trat. |
Amtsvorsteher Zhao rief unablässig: "Nehmt Begnadigung Kaufmann fest! Alle anderen unter Bewachung!" Zu diesem Zeitpunkt waren Begnadigung Kaufmann, Aufrecht Kaufmann, Kette Kaufmann, Juwel Kaufmann, Hibiskus Kaufmann, Jadeschale Kaufmann, Zhi Kaufmann und Lan Kaufmann anwesend; einzig Schatzjade hatte sich mit dem Vorwand einer Krankheit bei der Herzoginmutter verkrochen, und Huan Kaufmann ließ sich ohnehin selten blicken — so wurden nur die Anwesenden festgesetzt. Amtsvorsteher Zhao befahl seinen Leuten: "Versammelt alle Beamten, nehmt die Gardisten mit und durchsucht systematisch Raum für Raum, inventarisiert und protokolliert alles." Dieses eine Wort jagte Aufrecht Kaufmann und seinem ganzen Haushalt einen solchen Schrecken ein, dass sie einander nur fassungslos anstarrten; die Gardisten und Amtsdiener hingegen rieben sich freudig die Hände und wollten sich sogleich überall ans Werk machen. |
| Kommissar Dschau trug seinen Helfern weiterhin auf, den jüngeren Beamten und den Schutzleuten ihre Aufträge zu geben: Sie sollten sich aufteilen, den Wohnsitz Zimmer für Zimmer durchsuchen und dabei eine ausführliche Bestandsaufnahme machen. Diese Befehle und die penible Genauigkeit, mit der sie ausgeführt wurden, hatten eine vernichtende Wirkung auf die Moral der Familie Djia, auf die Jungen wie auf die Alten. Sie blickten sich voller Schrecken gegenseitig an, als sie weggeführt wurden, während die Schutzleute und persönliche Lakaien sich in schadenfroher Erwartung die Hände rieben. „Ich verstehe“, sagte der Prinz von Hsi-ping, „daß Herr Dschëng und Herr Schë verschiedene Unternehmen führen. Da das Edikt uns nur die Vollmacht erteilt, Herrn Schës Eigentum zu beschlagnahmen, sollten die anderen Gemächer verschlossen und bewacht werden, bis ich weitere Anweisungen von ihrer Majestät erhalten habe.“ Dschau erhob sich. „Euer Hoheit, ich sollte Sie darüber informieren, daß Djia Schë und Djia Dschëng tatsächlich keine verschiedenen Unternehmen führen. Im Gegenteil, man hat mir zu verstehen gegeben, daß die Angelegenheiten beider Zweige des Jung-guo-Anwesens von einer Person geleitet werden, Djia Liän, dem Sohn von Herrn Schë und Neffen von Herrn Dschëng. Es ist deshalb zwingend notwendig, beide Wohnsitze zu durchsuchen.“ Der Prinz schwieg und Dschau fuhr fort: „In diesem Fall sollte ich besser persönlich die Residenzen von Djia Schë und Djia Liän durchsuchen.“ „Das eilt nicht“, sagte der Prinz, „schickt erst eine Nachricht zu den inneren Gemächern und gebt den Damen Zeit, sich zurückzuziehen. Ein paar Minuten Verzögerung werden nicht schaden.“ |
Der Prinz von Xiping sagte: "Soweit ich weiß, kochen Herr Begnadigung und Herr Aufrecht zwar unter einem Dach, aber mit getrennten Küchen. Es ist nur recht, gemäß dem Erlass das Vermögen von Herrn Begnadigung zu inspizieren. Alles Übrige soll nach Räumen versiegelt werden, bis wir dem Thron Bericht erstattet haben und weitere Anweisungen vorliegen." Amtsvorsteher Zhao erhob sich und sagte: "Ich melde dem Prinzen: Begnadigung Kaufmann und Aufrecht Kaufmann haben den Besitz nie geteilt. Zudem verwaltet, wie ich höre, der Neffe Kette Kaufmann den gesamten Haushalt — da muss alles restlos durchsucht werden." Der Prinz von Xiping schwieg dazu. Amtsvorsteher Zhao fuhr fort: "Die Quartiere von Kette Kaufmann und Begnadigung Kaufmann müssen von mir persönlich durchsucht werden." Der Prinz von Xiping erwiderte: "Keine Eile. Lasst zuerst ins Hinterhaus Nachricht geben und die Damen sich zurückziehen, dann ist es nicht zu spät für die Durchsuchung." Kaum hatte er ausgesprochen, hatten Zhaos Diener und Gardisten bereits die Hausleute des Anwesens als Führer gepackt und waren aufgeteilt in alle Richtungen zur Durchsuchung losgestürmt. Der Prinz donnerte: "Kein Durcheinander! Ich werde persönlich die Inspektion vornehmen!" Dann stand er langsam auf und ordnete an: "Keiner meiner Begleiter rührt sich. Alle bleiben hier stehen und warten. Wenn ich zurückkomme, werden wir gemeinsam die Gegenstände zählen und protokollieren." |
| Doch sogar während er sprach, teilten sich Dschaus Männer, welche bereits die Dija-Männer weggeführt hatten, in verschiedene Suchtrupps auf und begannen ihre Arbeit, jeder nahm dazu einen Dija-Diener zur Führung. „Ich will kein gewalttätiges Verhalten sehen!“, schrie der Prinz, „ich werde das Geschehen selber verfolgen.“ Er erhob sich auf eine stattliche Art und wies seine Begleiter an: „Keiner von Euch bewegt sich. Wartet hier, und wir werden gemeinsam das Inventar untersuchen.“ Auf der Stelle kehrte einer von Dschaus Männern von der Suche zurück und kniete nieder: „Eure Hoheit, nur vom Kaiser zu benutzende Gewänder und Röcke für den Palastgebrauch und viele andere verbotene Gegenstände wurden in den inneren Gemächern gefunden. Ich habe die Anordnung gegeben, daß diese nicht von der Stelle bewegt werden dürfen. Ich bitte um Anweisung von Eurer Hoheit.“ |
Während er noch sprach, kam ein Beamter der Kaiserlichen Garde auf den Knien und meldete: "Im Inneren wurden Hofgewänder und zahlreiche verbotene Gegenstände gefunden. Wir wagten nicht, sie eigenmächtig zu bewegen, und bitten den Prinzen um Anweisung." Kurz darauf erschien eine weitere Gruppe und hielt den Prinzen von Xiping auf, mit der Meldung: "Im östlichen Seitentrakt wurden zwei Kisten mit Grundstücks- und Hausurkunden sowie eine Kiste mit Schuldscheinen beschlagnahmt — alles Wucherzinsen." Der alte Zhao rief: "Was für eine schamlose Wucherei! Das muss alles beschlagnahmt werden! Der Prinz möge sich setzen und mich alles konfiszieren lassen, dann können wir weitersehen." |
| Dann kehrte ein anderer Suchtrupp zurück und verkündete: „Es wurden zwei Kisten mit Eigentumsurkunden im östlichen Seitengelände gefunden und eine davon enthielt Schuldscheine – allesamt unrechtmäßig und höchst interessant!“ – „Wucherer!“ zischte Dschau. „Sie verdienen, alles zu verlieren. Setzt Euch, Eure Hoheit und erlaubt mir, die sofortige Beschlagnahme des gesamten Besitzes des Hauses zu befehlen. Wir können beim Thron die nötigen Genehmigungen immer noch später erbitten.“ In diesem Augenblick kam ein Helfertrupp, um mit dem Prinzen zu sprechen: „Die Soldaten am Tor teilten uns mit, daß der Prinz von Bee-djing eingetroffen ist, als spezieller Abgesandter Seiner Majestät und einen zweiten Erlaß vortragen wird. Man verlangt, daß Sie herauskommen, um ihn zu empfangen.“ Dschau vernahm dies und freute sich innerlich. ‚Ich hatte ja so ein Pech‘, dachte er bei sich, ‚so einen schlecht gelaunten Prinzen getroffen zu haben! Jetzt wird er ersetzt, und ich sollte nun zu meinem Geschäft kommen können!‘ Er ging hinaus auf den vorderen Hof, um den Prinzen von Bee-djing, bereits Richtung Süden stehend, zu sehen, wie er das neue Edikt verkündete. |
Da kam der Haushofmeister des Prinzen und meldete: "Die Torwache hat ausrichten lassen: Seine Majestät hat eigens den Prinzen von Beijng hierher entsandt, um einen Erlass zu verkünden. Der Prinz möge ihm bitte entgegengehen." Als Amtsvorsteher Zhao dies hörte, dachte er bei sich: 'So ein Pech! Ausgerechnet dieser nachsichtige Prinz. Jetzt, wo er kommt, kann ich meine Autorität erst recht nicht mehr ausspielen.' Gleichwohl ging auch er hinaus, um ihn zu empfangen. Der Prinz von Beijng war bereits in der großen Halle eingetroffen und stand nach außen gewandt. Er verkündete: "Es ergeht ein kaiserlicher Erlass. Zhao Quan von der Kaiserlichen Garde, höre und gehorche." Er sprach: "Kaiserlicher Erlass: 'Die Kaiserliche Garde soll lediglich Begnadigung Kaufmann zum Verhör vorführen. Alles Weitere wird dem Prinzen von Xiping überlassen, der gemäß dem Erlass verfahren soll. So befehlen Wir.'" Der Prinz von Xiping nahm den Erlass entgegen und war hocherfreut. Er setzte sich mit dem Prinzen von Beijng zusammen und befahl Amtsvorsteher Zhao, Begnadigung Kaufmann zum Verhör in sein Amt zu bringen. |
| „Zur Einberufung von Dschau Tjüän, Komissar der Goldjacken, vernehmet! Die Männer unter Dschaus Befehlen dürfen niemanden festnehmen, mit Ausnahme von Djia Schë, der zur Befragung festgenommen wird. Der Prinz von Hsi-ping wird alle Angelegenheiten bezüglich dieser Ermittlungen nach unserem Ermessen ausführen.“ | Die Durchsuchungstrupps im Inneren hörten, dass der Prinz von Beijng eingetroffen war, und kamen allesamt heraus. Als sie erfuhren, dass Amtsvorsteher Zhao abgezogen war, standen sie verdutzt und lustlos herum und warteten auf Anweisungen. Der Prinz von Beijng wählte zwei zuverlässige Beamte und etwa zehn ältere Gardisten aus und wies alle übrigen hinaus. |
| Der Prinz von Hsi-ping war erleichtert. Er setzte sich mit dem Prinzen von Bee-djing nieder und wies Dschau an, Djia Schë mit sich zu nehmen und in seinen Yamen zurückzukehren. Die Suchtrupps, die bereits über die Ankunft des neuen Prinzen unterrichtet waren, versammelten sich alle erneut im Hof. Sie waren sehr enttäuscht zu hören, daß Dschau aufbrechen solle, standen umher und warteten dabei vergeblich auf neue Befehle. Der Prinz von Bee-djing wählte zwei der am ehrlichsten aussehenden Beamten und ein Dutzend der älteren Schutzleute, um zu bleiben und schickte die anderen fort. „Ich fing gerade an, mich über den alten Dschau aufzuregen“, sagte der Prinz von Hsi-ping, „du bist gerade zur rechten Zeit mit dem zweiten Erlaß angekommen. Wärst du später gekommen, hätte es schlecht mit den Djias ausgesehen.“ – |
Der Prinz von Xiping sagte: "Ich habe mich gerade über den alten Zhao geärgert. Wie gut, dass der Prinz mit dem kaiserlichen Erlass gekommen ist! Sonst hätten wir hier schweren Schaden erlitten." Der Prinz von Beijng erwiderte: "Als ich bei Hofe erfuhr, dass der Prinz den Auftrag zur Durchsuchung des Kaufmann-Anwesens erhalten hatte, war ich beruhigt und rechnete nicht damit, dass es hier zu Übergriffen kommen würde. Dass der alte Zhao sich so rücksichtslos benommen hat, war nicht vorherzusehen! Aber wo sind Herr Aufrecht und Schatzjade jetzt? Wie sieht es drinnen aus?" Die Beamten meldeten: "Aufrecht Kaufmann und die anderen werden in einem Nebenraum bewacht. Im Inneren ist bereits alles durcheinandergeworfen." Der Prinz von Beijng befahl den Beamten: "Bringt Aufrecht Kaufmann schnell her, ich möchte ihn befragen." |
| „Ich hörte vor Gericht“, antwortete der Prinz von Bee-djing, „daß dir das originale Edikt anvertraut wurde und daß die Ermittlungen in deinen Händen lagen, darüber war ich sehr erleichtert. Ich wußte, ich könnte mich auf dich verlassen, daß die Dinge nicht außer Kontrolle geraten. Doch ich hatte nicht mit dem alten Dschau gerechnet. Sag’ mir, wo sind Herr Dschëng und der junge Bau-yü? Ich weiß nicht, wie weit das Chaos in den inneren Gemächern vorangeschritten ist.“ „Djia Dschëng und die anderen Edelmänner werden in den Zimmern der Bediensteten bewacht“; die Beamten hätten ihm davon berichtet. „Die Männer haben bei ihrer Suche alles auf den Kopf gestellt.“ Der Prinz von Bee-djing wandte sich an einen von ihnen: „Bring Herrn Dschëng sofort her. Ich will ihn sprechen.“ Djia Dschëng wurde hereingebracht und fiel auf die Knie, flehte in Tränen aufgelöst um Gnade. Der Prinz von Bee-djing stand auf, nahm ihn an beiden Hände und sagte: „Alter Dschëng, beruhigen Sie sich erst einmal.“ Als der Prinz ihn über den zweiten Erlaß informierte, weinte Djia Dschëng vor Rührung und sprach in Richtung Norden dem Thron seinen größten Dank und Ehrerbietung aus. Dann drehte er sich wieder zum Prinzen, um weitere Anweisungen entgegenzunehmen. Es war der Prinz von Hsi-ping, der fortfuhr: „Mein Freund Dschëng, als der alte Dschau eben hier war, berichteten seine Männer, verbotene Kleidung und Schuldscheine gefunden zu haben. Es ist schwer, das zu beschönigen. Die Kleider waren ohne Zweifel für den Gebrauch der Kaiserlischen Konkubine gedacht – das kann ich in meinem Bericht plausibel erklären. Doch die Schuldscheine – was können wir darüber sagen? Mein Freund Dschëng, du solltest besser mit einem der Beamten gehen und ihm eine ausführliche Erklärung über Herrn Schës Eigentum geben. Es ist wichtig, daß du nichts vorenthältst, oder es wird für dich nur noch schlimmer.“ |
Die Beamten gehorchten und führten ihn herein. Aufrecht Kaufmann fiel auf die Knie und bat unter Tränen um Gnade. Der Prinz von Beijng erhob sich, nahm ihn bei der Hand und sagte: "Beruhigen Sie sich, Herr Aufrecht." Dann teilte er ihm den kaiserlichen Erlass mit. Aufrecht Kaufmann war so dankbar, dass ihm die Tränen strömten. Er wandte sich nach Norden und dankte dem Kaiser für seine Gnade, dann trat er wieder vor und wartete auf Anweisungen. Der Prinz sagte: "Herr Aufrecht, als vorhin der alte Zhao noch hier war, haben die Gardisten verbotene Gegenstände und Wucherschuldscheine gemeldet — das können wir nicht einfach vertuschen. Die verbotenen Gegenstände waren ursprünglich für die Kaiserliche Nebenfrau angeschafft worden; das können wir erklären, daran ist nichts Bedenkliches. Doch die Schuldscheine — da müssen wir einen Weg finden. Gehen Sie jetzt bitte mit den Beamten und legen Sie das Vermögen von Herrn Begnadigung ehrlich und vollständig vor, dann ist die Sache erledigt. Auf keinen Fall darf noch etwas verheimlicht werden, sonst laden Sie sich selbst Schuld auf." Aufrecht Kaufmann antwortete: "Das würde der Verurteilte niemals wagen. Nur ist das Erbe unseres Großvaters nie aufgeteilt worden. Jeder besitzt lediglich, was sich in seinen jeweiligen Wohnräumen befindet." Die beiden Prinzen sagten: "Das macht nichts. Übergeben Sie einfach alles, was sich in Herrn Begnädigungss Räumen befindet." Dann befahlen sie den Beamten, gemäß den Anweisungen vorzugehen und nichts willkürlich durcheinanderzuwerfen. Die Beamten gehorchten und gingen. |
| „Wie könnte ich wagen, etwas zu verbergen“, antwortete Djia Dschëng. „Doch ich bitte Euch, Euer Hoheit zu berichten, daß unser Familienerbe niemals offiziell unter meinem Bruder und mir aufgeteilt wurde. Daneben verfügt jeder getrennt für sich über das, was sich in seinen Gemächern befindet.“ – „Nun gut“, sagten die Prinzen, „fahrt so fort wie bisher und registriert alles, was sich auf Herrn Schës Gelände befindet.“ Die Offiziere wurden angewiesen, diese Anweisungen ordentlich brachen dann wie befohlen mit Djia Dschëng auf. |
Unterdessen hatten die Damen bei der Herzoginmutter ebenfalls ein Festmahl aufgetischt. Dame Wang sagte gerade: "Schatzjade geht nicht hinaus zu den Gästen — pass nur auf, dass dein Vater nicht böse wird." Phönixglanz ächzte trotz ihrer Krankheit: "Ich glaube nicht, dass Schatzjade sich vor den Leuten scheut. Er sieht, dass vorne genügend Leute die Gäste bewirten, und bleibt hier, um aufzupassen — das hat durchaus seinen Sinn. Falls der Herr bemerkt, dass hier drinnen jemand zur Aufsicht fehlt, kann die gnädige Frau Bruder Schatzjade einfach hinausschicken — wäre das nicht gut?" Die Herzoginmutter lachte: "Die Phönixglanz! Krank bis auf die Knochen, aber das spitze Mundwerk ist immer noch dasselbe." |
| Laßt uns zu den Gemächern der Herzoginmutter zurückkehren, wo die Djia-Damen ein Familienessen vorbereiteten. Bau-yü hatte sich zu ihnen gesellt und die Dame Wang fragte ihn dort just: „Bau-yü wollte nicht zu den Männern gehen, ich befürchte, das verärgert seinen Vater.“ Hsi-fëng war trotz ihrer Krankheit auch da, und sie antwortete etwas heiser für Bau-yü: „Ich bin sicher, Bau-yü fürchtet die Gesellschaft nicht, und er wollte sich nicht vor seiner Verantwortung drücken. Er dachte nur, draußen sei bereits eine Menge von Männern, um auf die Gäste zu warten, und er hielt es für ratsamer, uns hier zu helfen, was bereits genug Verantwortung ist. Wenn Herr [Dschëng] noch eine helfende Hand braucht, kannst du Bruder Bau[-yü] später noch hinüberschicken.“ Die Herzoginmutter lachte: „Hsi-fëng mag zwar krank sein, aber gesprächig ist sie wie eh und je!“ Die Gesellschaft war erheitert und die Konversation wurde sehr fröhlich, als plötzlich eine der Hausmädchen der Dame Hsing hereinrannte und kreischte: „Gnädige Herrin, Herrin! Es ist etwas Schreckliches passiert! Hunderte von Banditen mit großen Stiefeln sind ins Haus eingebrochen, öffnen alle Truhen und Kisten und fangen an, alles zu plündern!“ Die Herzoginmutter und die anderen starrten sie sprachlos an. Als nächstes eilte Ping-örl ins Zimmer, ihre Haare zerzaust, zerrte Tjiau-djiä an der Hand herein und schluchzte hysterisch: „Es ist etwas Schreckliches passiert! Ich aß gerade mit Tjiau-djiä zu Mittag, als Lai Wang mit den Händen auf dem Rücken hereingebracht wurde.“ |
Gerade als die Stimmung heiter war, stürzten plötzlich Leute von Dame Xings Seite schreiend herein: "Gnädige Herrin, gnädige Frauen, es ist ... es ist furchtbar! Lauter Leute mit Stiefeln und Hüten — Räuber sind gekommen! Sie wühlen in den Truhen und Kästen und nehmen alles mit!" Die Herzoginmutter und die anderen erstarrten. Dann kam Friedchen herein, mit aufgelöstem Haar, die kleine Qiaojie an der Hand, weinend und schluchzend: "Es ist furchtbar! Ich aß gerade mit dem Fräulein zu Mittag, als Lai Wang hereingeführt wurde, gefesselt, und rief: 'Fräulein, schnell, benachrichtigt die gnädigen Frauen, sie sollen sich zurückziehen! Draußen kommt der Prinz, um das Haus zu durchsuchen!' Ich bin fast vor Schreck gestorben. Ich wollte noch ins Zimmer, um die wichtigsten Sachen zu holen, aber eine Gruppe Männer hat mich hinausgedrängt und weggejagt. Was man anziehen und mitnehmen muss — packt schnell zusammen!" Als die Damen Xing und Wang dies hörten, fuhren ihnen die Seelen aus dem Leib, und sie wussten nicht, was sie tun sollten. Phönixglanz hatte zunächst mit weit aufgerissenen Augen zugehört, warf dann den Kopf zurück und stürzte bewusstlos zu Boden. Die Herzoginmutter hatte den Bericht noch nicht zu Ende gehört, da strömten ihr bereits vor Schreck Tränen über das Gesicht, und sie brachte kein Wort mehr heraus. |
| „Beeilt euch, Fräulein“, sagte er mir, „geht hinein und sagt der gnädigen Herrin sie solle sich verstecken. Der Prinz sei dabei, unseren Besitz zu durchsuchen! Ich starb beinahe vor Angst. Ich ging in unsere Gemächer, um ein paar wichtige Dinge zu retten und lief in einen Gang voller Banditen, die mich aus dem Weg stießen. Ihr solltet Euch besser beeilen und alle Kleider und Dinge einsammeln, bevor es zu spät ist.“ Die Damen Hsing und Wang waren völlig entgeistert; Hsi-fëng hörte mit weit aufgerissenen Augen zu, als Ping-örl die Geschichte erzählte, fiel dann mit zurückgeworfenem Kopf auf den Boden und wurde ohnmächtig. Die Herzoginmutter brach in eine Flut von Tränen aus, bevor sie zuende gehört hatte, und war zu bestürzt, um irgendetwas zu veranlassen. Der ganze Raum war in einem Zustand völliger Verwirrung, und die Diener rannten in Panik durcheinander, Dinge zusammenklaubend, als plötzlich noch mehr Schreie von draußen zu vernehmen waren: „Alle Frauen sollen sich zurückziehen! Seine Hoheit, der Prinz, nähert sich!“ Bau-tschai und Bau-yü konnten nur hilflos zusehen, wie die Mägde und Ammen in alle Richtungen flohen. Als nächstes kam Djia Liän angerannt und keuchte: „Alles ist gut! Der Prinz hat uns gerettet“ |
In diesem Augenblick zerrten und stießen die Leute im Zimmer einander hin und her, es ging drunter und drüber, als erneut Rufe ertönten: "Die Damen im Inneren sollen sich zurückziehen! Der Prinz kommt herein!" Schatzspange und Schatzjade wussten sich nicht zu helfen. Inmitten der Verwirrung, als die Mägde und alten Dienerinnen am Boden einander hin und her zerrten, kam Kette Kaufmann keuchend hereingelaufen und rief: "Alles ist gut, alles ist gut! Der Prinz hat uns gerettet!" Alle wollten ihn befragen, doch Kette Kaufmann war selbst zu aufgelöst. Zuerst sah er Phönixglanz reglos am Boden liegen und schrie weinend um Hilfe. Dann sah er, dass auch die Herzoginmutter erblasst war und kaum noch atmen konnte, und geriet noch mehr in Panik. Glücklicherweise gelang es Friedchen, Phönixglanz wachzurufen und sie von anderen stützen zu lassen. Auch die Herzoginmutter kam wieder zu sich, weinte aber so heftig, dass ihr der Atem versagte und sie benommen auf dem Ofenbett lag. Frau Li tröstete sie wieder und wieder. Dann fasste Kette Kaufmann sich und berichtete von der Güte der beiden Prinzen. Da er fürchtete, die Herzoginmutter und Dame Xing könnten vor Schreck sterben, wenn sie von der Verhaftung Kaufmann Begnädigungss erführen, wagte er vorläufig nicht, es offen zu sagen. Er ging hinaus, um nach seinen eigenen Gemächern zu sehen. |
| Sie wollten ihn fragen, was geschehen war, doch Djia Liän war selbst zu sehr von der allgemeinen Hysterie angesteckt, um überhaupt irgendeine Information übermitteln zu können. Zuerst sah er, wie Hsi-fëng bewußtlos auf dem Boden lag, und er schrie um Hilfe. Dann sah er, daß die Herzoginmutter ebenfalls von dem Schock erblichen war und fürchtete das Schlimmste. Glücklicherweise gelang es Ping-örl, Hsi-fëng zu wecken und ihr mit einer anderen Magd aufzuhelfen. Während die Herzoginmutter, als sie ihr Bewußtsein wiedererlangte, ans Ofenbett gelehnt schluchzte, um Atem ringend, als würde sie jeden Moment wieder ohnmächtig, gab Li Wan ihr Bestes, sie zu trösten. Djia Liän war zuletzt genug erholt, um ihnen von den Ereignissen zu berichten, die stattgefunden hatten und von der Freundlichkeit der beiden Prinzen. Dennoch hielt er die Neuigkeiten von Djia Schës Verhaftung zurück, da er fürchtete, es könnte der Herzoginmutter und der Dame Hsing einen zu großen Schock bereiten. Dann schaute er nach, in welchem Zustand seine eigenen Gemächer waren und fand Truhen und Kisten geöffnet und geplündert. Es war beinahe nichts übrig. Er blickte sich entsetzt um, und Tränen rannen aus seinen Augen. Er hörte, wie man draußen seinen Namen rief und ging hinaus, um Djia Dschëng mit den zwei Prinzen und dem Beamten zu finden, wie sie das Inventar an sich nahmen. Die Gegenstände wurden einer nach dem anderen von jemandem aufgerufen: | Kaum durch die Tür, sah er Truhen aufgebrochen und Schränke zertrümmert, die Hälfte aller Gegenstände geraubt. Er stand da mit starrem Blick, Tränen rannen ihm über das Gesicht. Als man ihn von draußen rief, musste er hinausgehen. Er sah Aufrecht Kaufmann mit den Beamten die Gegenstände registrieren, wobei einer vorlas: |
| „Hundertdreiundzwnahzig Stück Rotgold-Schmuck mit vollständigem Perlenbesatz, Dreizehn Perlenketten, Zwei Silbergoldteller, Zwei Goldschüsseln mit aufwendiger Verzierung, Vierzig goldene Löffel, Achtzig große Silberschüsseln, Zwanzig Silberteller, Zwei Elfenbeinstücke mit je drei Goldverzierungen darauf, Vier vergoldete Kannen, Drei Paar vergoldete Spucknäpfe, Zwei Teeservier-Tabletts, Sechsundsiebzig Silbertellerchen, Sechsunddreißig Silber-Schnapsbecher, Achtzehn schwarze Fuchsfelle, Sechs blaugrüne Fuchsfelle, Sechsunddreißig Seeotterfelle, Dreißig Gelbfuchsfelle, Zwölf Luchsmakaken, Drei Fuchsfelle mit gelb-schwarzen Troddeln, Sechzig graue Felle ausländischer Herkunft, Vierzig Felle von grauen Fuchsläufen, Zwanzig tiefbraunrote Schaffelle, Zwei Marderfelle, Zwei Bünde Fell von Gelbfuchsläufen, Zwanzig Stücke Polarfuchsfell, Dreißig Längen ausländisches Wollgewebe, Dreiundzwanzig Längen Sergegewebe, Zwölf Längen ausländisches Florgewebe, Zehn Fellrollen von Dufteichhörnchen, Vier Quadrate Maulwurffelle, Eine Rolle Samt, Ein Quadrat Sika-Hirschfell, Zwei aus Fuchshinterkopf und -hinterteil zusammengenähte Fellrollen, Eine Fellrolle von Marderhundwelpen, Sieben Stück Gewebe aus grünen Daunen von Wildentenköpfen, Einhundertsechzig Graumausfelle, Acht Dachsfelle, Sechs Tigerfelle, Drei Seehundfelle, Sechzehn Seeotterfelle, Vierzig graue Schaffelle, Dreiundsechzig schwarze Schaffelle, Zehn Mützen mit Fuchsfellrand, Zwölf Mützen mit Blaufuchsfellrand, Zwei Mützen mit Zobelfellrand, Sechzehn Zwergfuchsfelle, Zwei für Mützenränder oder Kragen verwendbare kurze, dunkle Fluß-marderhundfelle, Zwei Otterfelle, Fünfunddreißig Katzenfelle, Zwölf Längen japanische Seide, Einhundertdreißig Rollen Seidengewebe, Einhunderteinundachtzig Rollen Seidensatin, Zweiunddreißig Rollen Federgarnkrepp, Dreißig Rollen tibetisches Yakwollgewebe, Acht Rollen Satin mit Python-Muster für die Aussteuer, Drei Bündel Leinenstoff, Drei Bündel verschiedenfarbigen Stoffs, Einhundertzweiunddreißig Stück verschiedenfarbige Pelz- und Lederkleidung, |
Eine Langlebigkeits-Buddhafigur aus Agarholz; eine Guanyin-Statue aus Agarholz; ein Buddhapodest; zwei Gebetsketten aus Agarholz; ein Ensemble goldener Buddhafiguren; neun vergoldete Spiegeleinfassungen; drei Buddhafiguren aus Jade; ein Ensemble von Langlebigkeitsgott und den Acht Unsterblichen aus Jade; je zwei goldene und jadene Ruyi-Zepter aus Agarholz; siebzehn antike Porzellanvasen und Räuchergefäße; vierzehn Kisten antiker Kostbarkeiten und empfindlicher Gegenstände; ein Jadebecken; zwei kleine Jadebecken; zwei Paar Jadeschalen; zwei große Glaswandschirme; zwei Ofenbett-Schirme; vier Glasteller; vier Jadeteller; zwei Achatteller; vier Teller aus blassem Gold; sechs Paar Goldschüsseln; acht Schüsseln mit Goldgravur; vierzig Goldlöffel; je sechzig große Silberschüsseln und Silberteller; vier Paar dreifach goldgefasste Elfenbeinstäbchen; zwölf vergoldete Henkelkannen; drei Paar Ausgussschüsseln; zwei Teeuntersetzer; hundertsechzig Silbertellerchen und Silberbecher; achtzehn Schwarzfuchsfelle; sechsundfünfzig Zobelfelle; je vierundvierzig Gelb- und Weißfuchsfelle; zwölf Luchsfelle; fünfundzwanzig Wolkenfuchs-Pelzrohlinge; sechsundzwanzig Seeotterfelle; drei Seehundfelle; sechs Tigerfelle; drei Buntfuchsfelle; achtundzwanzig Fischotterfelle; vierzig dunkelrote Schaffelle; dreiundsechzig schwarze Schaffelle; zwanzig Moschusratten-Pelzrohlinge; vierundzwanzig Quadrate Zwergmausfell; vier Rollen Samt; zweihundertdreiundsechzig Graumausfelle; zweiunddreißig Längen japanischer Seidensatin; dreißig Längen ausländisches Wollgewebe; dreiunddreißig Längen Sergegewebe; vierzig Längen feinstes Wollgarn; hundertdreißig Rollen Seidensatin; hundertachtzig Rollen Gaze und Seide; zweiunddreißig Rollen feiner Seidenkrepp; je zweiundzwanzig Rollen Federsatin und Federgaze; dreißig Rollen tibetisches Yakwollgewebe; achtzehn Rollen Zeremoniensatin mit Pythonmuster; dreißig Bündel verschiedenfarbiger Stoffe; hundertzweiunddreißig Pelz- und Lederkleidungsstücke; dreihundertvierzig Kleidungsstücke aus Seide mit Watte-, Zwischen- und einfacher Gaze- oder Seidenfütterung; neun Gürtelbeschläge; über fünfhundert Gegenstände aus Kupfer, Zinn und dergleichen; achtzehn Uhren; neun Audienz-Perlenketten; dreizehn Perlenketten; hundertdreiundzwanzig Schmuckstücke aus Feingold, allesamt mit vollständigem Perlen- und Edelsteinbesatz; drei Garnituren kaiserliche gelbe Satin-Armstützen und Rückenlehnen; acht Garnituren Hofgewänder; zwei Gürtel mit Jadespange; zwölf Rollen gelber Satin; siebentausend Liang Feinsilber; hundertzweiundfünfzig Liang blasses Gold; siebentausendfünfhundert Schnüre Kupfermünzen. |
| Dreihundertvierzig Kleidungsstücke aus Seide mit Baumwollfutter, Zweiunddreißig Jade-Spielzeuge, Neun Gürtelbroschen, Fünfhundert Dekorationsstücke aus Kupfer, Zinn usw., Achtzehn Uhren, |
Sämtliche Gebrauchsgegenstände und das kaiserlich gestiftete Anwesen des Rong-Herzogspalastes wurden einzeln aufgelistet; Grundstücksurkunden und Personalverträge der Dienerschaft wurden allesamt versiegelt und verwahrt. |
| Neun Dekorations-Perlenketten für Audienzgewänder für höhere Beamte, Vierunddreißig Dekostücke mit Python-Muster für die Aussteuer, Drei Sätze Rücken- und Armlehnen-Seidendecken mit Pythonmuster, Acht Kleider für den Kaiserhof für die Aussteuer, Ein Gürtel mit Speckjadering, Zwölf Rollen gelben Satin, Fünftausendzweihundert Liang zweitklassiges Silber, Fünfzig Liang Feingold, Siebentausend Schnüre Silber. Alle Möbel und Eigentum, die durch Kaiserliche Gunst dem Jung-guo Zweig der Familie geschenkt wurden, sind ähnlich aufgelistet worden, während Eigentumsurkunden und Anleihen für die Hausdienerschaft in verschiedene Decken verhüllt und verschlossen wurden.“ Djia Liän belauschte diese Aufzählung bis ins kleinste Detail und war äußerst verwirrt, in dieser Auflistung nichts von seinem Eigentum zu hören. Dann setzten die Prinzen seiner Fassungslosigkeit ein Ende, indem sie Djia Dschëng fragten: „Unter den zuvor konfiszierten Gegenständen waren Wucher-Schuldscheine – , wer ist dafür verantwortlich? Sie müssen die Wahrheit sagen, ehrenwerter Dschëng.“ Djia Dschëng kniete nieder, drückte die Stirn auf den Boden und sagte: „Ich war leider nicht sorgsam genug darin, meinen Haushalt zu unterweisen. Von diesen Vorgängen weiß ich überhaupt nichts. Mein Neffe Djia Liän kann zweifelsfrei ihre Fragen beantworten.“ Djia Liän eilte vor und fiel auf die Knie und sagte: „Da die Truhe mit diesem Inhalt in meinen Gemächern gefunden wurde, wie könnte ich ihre Kenntnis leugnen? Ich kann Euer Hoheit nur um Gnade anflehen. Mein Onkel wußte nichts von ihrer Existenz.“ |
Kette Kaufmann hatte von der Seite gelauscht. Als er bemerkte, dass nichts von seinem eigenen Besitz aufgeführt wurde, war er verwundert. Da hörte er die beiden Prinzen fragen: "Unter dem beschlagnahmten Vermögen befinden sich Schuldscheine, die eindeutig Wucherzinsen beinhalten. Wer ist dafür verantwortlich? Herr Aufrecht, sagen Sie die Wahrheit." Aufrecht Kaufmann hörte dies, kniete nieder und schlug den Kopf auf den Boden: "Der Verurteilte kümmerte sich wahrlich nicht um die Haushaltsführung und wusste von diesen Dingen überhaupt nichts. Fragen Sie meinen Neffen Kette Kaufmann, der wird es wissen." Kette Kaufmann eilte herbei, fiel auf die Knie und sagte: "Da diese Kiste mit Dokumenten in meinen Gemächern beschlagnahmt wurde, wie könnte ich ihre Kenntnis leugnen? Ich flehe die Prinzen nur um Gnade an. Mein Onkel wusste wirklich nichts davon." Die beiden Prinzen sprachen: "Euer Vater ist bereits des Verbrechens schuldig befunden worden. Dieser Fall wird zusammen verhandelt. Dass Ihr es eingesteht, ist nur recht und billig. So sei es: Kette Kaufmann wird unter Bewachung gestellt, alle Übrigen verbleiben im Hause. Herr Aufrecht, warten Sie aufmerksam den nächsten kaiserlichen Erlass ab. Wir kehren nun an den Hof zurück, um Bericht zu erstatten. Wachen bleiben hier zur Bewachung." Sie bestiegen ihre Sänften und verließen das Tor. Aufrecht Kaufmann und die anderen knieten am zweiten Tor zum Abschied. Der Prinz von Beijng streckte ihm im Vorübergehen die Hand entgegen und sagte: "Beruhigen Sie sich." In seinem Gesicht zeigte sich aufrichtige Betroffenheit. |
| „Ihr Vater wurde bereits verhaftet“, sagten die Prinzen. „Dieses Delikt kann zur gleichen Zeit verhandelt werden. Wir fordern euch auf, es zu gestehen.“ Sie wandten sich an ihre Männer und befahlen, Djia Liän festzunehmen und die anderen unter Arrest zu stellen. Zuletzt wandten sie sich an Djia Dschëng: „Sie, Dschëng, warten aufmerksam den nächsten Erlaß seiner Majestät ab. Wir werden nun zurückkehren, um dem Thron Bericht zu erstatten und in dieser Zeit Wachen aufstellen, die hier die Stellung halten.“ Sie bestiegen ihre Sänften und wurden aus dem Tor getragen. Djia Dschëng begleitete sie bis zum inneren Tor, wo er sich zum Abschied niederkniete. Der Prinz von Bee-djing streckte ihm im Vorbeigehen eine Hand entgegen, und wies ihn an, sich zu beruhigen. Im Gesicht des Prinzen zeigte sich aufrichtige Betroffenheit. |
Aufrecht Kaufmann kam erst jetzt wieder einigermaßen zu Sinnen, war aber immer noch wie betäubt. Lan Kaufmann sagte: "Großvater, bitte geh zuerst hinein und sieh nach der Herzoginmutter!" Als Aufrecht Kaufmann dies hörte, sprang er auf und eilte ins Innere. An jeder Tür begegneten ihm aufgelöste Dienerinnen und Mägde, die alle nicht wussten, was sie tun sollten. Ohne sich aufzuhalten, ging er geradewegs zu den Gemächern der Herzoginmutter. Dort saßen alle mit tränennassen Gesichtern — Dame Wang, Schatzjade und die anderen umringten die Herzoginmutter in stummer Trauer, jeder vergoss still seine Tränen. Nur Dame Xing weinte hemmungslos. Als Aufrecht Kaufmann eintrat, riefen alle: "Dem Himmel sei Dank!" Und sie sagten der Herzoginmutter: "Der Herr ist wohlbehalten zurück! Bitte beruhige dich, Großmutter!" |
| Nach ihrer Abfahrt gelang es Djia Dschëng, sich wieder zu sammeln, obwohl er immer noch unter einem schweren Schock litt. Djia Lan bat ihn: „Großvater, bitte schaue nach der gnädigen Frau. Dann solltest du dir überlegen, wie man etwas über das östliche Anwesen erfahren kann.“ Djia Dschëng ging hastig hinein. An jeder Tür begegnete er aufgelösten Mägden und Dienstmädchen, alle fragten sich, was wohl als Nächstes käme. Zu beschäftigt, um sie zu befragen, eilte er sofort in die Gemächer der Herzoginmutter und fand dort die Dame Wang, Bau-yü und die anderen um die Herzoginmutter versammelt mit Gesichtern voller Tränen; es herrschte Stille im Raum. Nur die Dame Hsing weinte laut. Das Erscheinen von Djia Dschëng ließ Rufe wie „Der Himmel sei gesegnet!“ ertönen und alle versicherten der gnädigen Frau: „Der Herr ist gesund und sicher wieder da! Bitte, mach’ dir keine Sorgen mehr, Großmutter!“ Die Herzoginmutter atmete kaum hörbar aus, öffnete ihre Augen ein wenig und sagte: „Oh, mein Sohn! Ich dachte, ich würde dich niemals wieder sehen!“ |
Die Herzoginmutter öffnete mit letzter Kraft die Augen ein wenig und sagte: "Mein Kind! Ich hätte nicht gedacht, dich noch einmal wiederzusehen!" Kaum hatte sie ausgesprochen, brach sie in lautes Schluchzen aus, und im ganzen Zimmer konnte niemand die Tränen zurückhalten. Aufrecht Kaufmann fürchtete, seine alte Mutter könnte sich krank weinen, unterdrückte seine eigenen Tränen und sagte: "Mutter, beruhige dich. Die Sache ist zugegebenermaßen schwerwiegend. Doch dank der himmlischen Gnade Seiner Majestät und der großen Güte der beiden Prinzen wurde uns mit äußerstem Mitgefühl begegnet. Der ältere Bruder wurde lediglich vorübergehend zum Verhör mitgenommen. Wenn die Angelegenheit geklärt ist, wird Seine Majestät weitere Gnade walten lassen. Im Haus ist jetzt nichts mehr angerührt worden." Als die Herzoginmutter ihren älteren Sohn Begnadigung Kaufmann nirgends erblickte, durchfuhr sie erneut ein Stich ins Herz, und erst nach langem Zureden Aufrecht Kaufmanns beruhigte sie sich etwas. |
| Während sie sprach, brach sie in lautes Schluchzen aus, und keiner im Zimmer konnte die Tränen mehr zurückhalten. Djia Dschëng fürchtete, daß diese ganzen Gefühlsausbrüche die Gesundheit der Herzoginmutter gefährden könnten und hielt seine eigenen Tränen zurück: „Sei unbesorgt, gnädige Frau [Mutter]. Ich kann den Ernst der Angelegenheit nicht bestreiten. Doch dank des Kaisers Großzügigkeit und der großen Gunst der beiden Prinzen wurden wir mit großem Mitgefühl behandelt. Der älteste Herr Schë wurde nur zur Befragung abgeführt und, wenn sein Fall untersucht worden ist, wird seine Majestät Nachsicht zeigen. Momentan wurde aus dem Haus noch nichts entfernt.“ Als die Herzoginmutter [ihren älteren Sohn] Djia Schë nicht sehen konnte, versetzte es ihrem Herzen wieder einen Stich, und es dauerte eine Zeit, bis Djia Dschëng sie wieder trösten konnte. Alle blieben dort, nur die Dame Hsing wagte sich aus dem Zimmer. Sie ging zu ihren Gemächern und fand alle Türen mit Papierstreifen versiegelt und verschlossen und ihre Mägde und Dienstmädchen waren darin gefangen. Es gab keinen Ausweg für sie, und sie schrie vor Verzweiflung. Sie konnte nur in Hsi-fëngs Gemächer zurückkehren. An beiden Seiten der Tür klebten auch Papierstreifen, aber die Tür war noch offen. Von innen konnte sie jemanden schluchzen hören. Sie ging hinein und sah Hsi-fëng mit geschlossenen Augen auf ihrem Sofa liegen, ihr Gesicht war aschfahl. Ping-örl stand leise weinend daneben. Die Dame Hsing glaubte, Hsi-fëng sei bereits tot, und sie weinte wieder. Ping-örl kam zu ihr: „Bitte, Herrin, weinen Sie nicht! Wir haben die Herrin [Liän] zurückgetragen, und sie sah so gut wie tot aus. Sie hatte geschlafen, wachte dann wieder auf und begann zu weinen. Jetzt ist sie noch mehr erledigt. Versuchen Sie bitte, ruhig zu sein, Herrin. Wie hat es die gnädige Herrin aufgenommen?“ |
Niemand wagte sich fortzubewegen. Nur Dame Xing ging zu ihren eigenen Gemächern zurück und fand sämtliche Türen mit Papierstreifen versiegelt und verschlossen, ihre Mägde und Dienerinnen darin eingesperrt, ohne jeden Ausweg. Sie schrie vor Verzweiflung auf. Dann konnte sie nur zu Phönixglanz' Gemächern zurückkehren. Auch dort klebten Papierstreifen zu beiden Seiten der Tür, doch die Tür stand noch offen, und von drinnen war leises Schluchzen zu hören. Dame Xing trat ein und sah Phönixglanz mit geschlossenen Augen auf dem Diwan liegen, das Gesicht aschfahl. Friedchen stand daneben und weinte still. Dame Xing glaubte, Phönixglanz sei bereits gestorben, und begann wieder zu weinen. Friedchen kam ihr entgegen und sagte: "Gnädige Frau, bitte weint nicht. Wir haben die Herrin gerade herübergetragen, und sie war dem Tode nahe. Nachdem sie ein Weilchen geruht hatte, kam sie wieder zu sich und weinte ein paarmal. Jetzt hat sie sich ein wenig beruhigt. Bitte fasst auch Ihr Euch, gnädige Frau. Aber wie geht es der Herzoginmutter?" Dame Xing antwortete nicht, sondern ging zurück zu den Gemächern der Herzoginmutter. Dort sah sie sich umringt von Aufrecht Kaufmanns Angehörigen. Ihr eigener Ehemann und Sohn waren verhaftet, ihre Schwiegertochter lag todkrank darnieder, ihre Tochter litt in ihrer Ehe — und nun hatte sie selbst nirgends mehr ein Zuhause. Wie hätte sie ihren Schmerz zurückhalten können? Alle trösteten sie. Frau Li und die anderen ließen Räume herrichten und baten Dame Xing, vorläufig dort zu wohnen. Dame Wang schickte Dienerinnen, um sie zu bedienen. |
| Die Dame Hsing beantwortete ihre Frage nicht, sondern kehrte zu den Gemächern der Herzoginmutter zurück. Dort war sie umgeben von Djia Dschëngs Familie. Ihr Ehemann und Sohn waren verhaftet, ihre Schwiegertochter war dem Tode nah, ihre neu verheiratete Tochter wurde mißhandelt, und jetzt konnte sie selbst nirgens mehr hin. Die anderen hatten Mitleid mit ihrer Qual und gaben ihr Bestes, um sie zu trösten. Li Wan schickte einen Diener, um ihr eine Unterkunft zu besorgen, während die Dame Wang einige ihrer Mägde und Dienstmädchen beauftragte, sie zu bedienen. Djia Dschëng war währenddessen in sein äußeres Studierzimmer zurückgegangen und streichelte seinen Bart, rieb sich nervös die Hände, wartete voller Unruhe auf das Ergebnis des Berichtes des Prinzen für den Thron. Er hörte eine der Wachen draußen rufen: „Meine Güte, zu welchem Teil des Hauses gehörst du denn? Weil du hier aufgetaucht bist, müssen wir dich in unser Buch eintragen. Bindet ihn fest und bringt ihn zu den Goldjacken.“ Djia Dschëng ging raus zum Tor und sah, daß der Mann, um den es ging, Djiau Da, der „treue alte Bewahrer“ des Ning-guo-Hauses war. „Was zum Teufel führt dich her?“, fragte er. |
Aufrecht Kaufmann saß draußen in seinem Arbeitszimmer, das Herz klopfte ihm bis zum Hals, er drehte nervös an seinem Bart und rieb sich die Hände, während er voller Unruhe auf den kaiserlichen Bescheid wartete. Da hörte er draußen die Wachsoldaten schreien: "Zu welchem Teil des Hauses gehörst du eigentlich? Da du hier aufgetaucht bist, tragen wir dich in unser Register ein! Fesselt ihn und bringt ihn zu den Leuten von der Kaiserlichen Garde!" Aufrecht Kaufmann ging hinaus und sah, dass es Jiao Da war. "Was verschlägt dich hierher?", fragte er. Jiao Da weinte laut und stampfte auf den Boden, den Himmel als Zeugen anrufend: "Ich habe diese nichtsnutzigen jungen Herren immer wieder gewarnt, doch sie behandelten mich wie einen Feind! Der Herr weiß doch, was Jiao Da an der Seite des alten Herrn durchgestanden hat! Und jetzt ist es so weit gekommen! Herr Juwel und der junge Herr Hibiskus sind beide von irgendeinem Prinzen in Ketten gelegt worden. Drinnen haben die Amtsdiener den Herrinnen die Haare zerzaust und sie in einen leeren Raum gesperrt. Das ganze Gesindel, Männer wie Frauen, wird zusammengepfercht wie Schweine und Hunde! Alles Inventar wurde herausgeschafft und auf die Seite geworfen, Holzmöbel in Stücke geschlagen, Porzellan zu Scherben zerdeppert. Und dann wollten sie auch noch mich fesseln! Ich bin an die neunzig Jahre alt und habe mein ganzes Leben lang nur im Auftrag des alten Herrn andere gefesselt — wann hat es das je gegeben, dass man mich fesselt? Ich sagte ihnen, ich gehöre zum Westpalast, und bin hinausgelaufen. Doch sie wollten mir nicht glauben und zerrten mich hierher. Und nun muss ich sehen, dass es hier genauso schlimm steht. Mein Leben ist mir nichts mehr wert — dann will ich lieber gegen sie kämpfen!" Bei diesen Worten rannte er mit der Stirn gegen die Wand. |
| Djiau Da schrie laut, den Himmel als Zeugen anrufend: „Habe ich diese zu nichts zu gebrauchenden Herren nicht immer wieder gewarnt – und Sie sagten immer, ich sei gegen Sie! Doch Ihr, Herr, Ihr wißt von den Wunden, die ich an der Seite meines Herren erlitt! Und jetzt schauen Sie, wie weit es gekommen ist! Herr Dschën und Herr Jung liegen beide in Ketten bei irgend so einem Prinzen. Die Frauen werden grob behandelt, ausgeraubt, und von irgendwelchen Wachen in leere Räumen eingesperrt. Die einfachen Leute sind alle zusammen eingepfercht, Herr, wie Schweinehunde! Alles an Inventar wurde rausgenommen und zur Seite geworfen, schöne alte Möbel zerschlagen und Porzellan zerdeppert... Und jetzt legen die ihre Hände an mich! Ich gehe auf die neunzig zu und ich habe nur im Auftrag des Herrn die Hände anderer festgebunden. Und jetzt will man das mit mir machen! Ich habe ihnen gesagt, daß ich aus dem westlichen Anwesen bin, und bin hinausgegangen. Doch sie wollten mir nicht glauben und schubsten mich herum. Und jetzt muß ich sehen, daß hier auch alles schlecht ist. Nichts ist übrig, wofür es sich lohnt zu leben. Dann will ich lieber mit ihnen kämpfen!“ | Die Amtsdiener sahen sein hohes Alter und wagten aus Respekt vor den Anordnungen der beiden Prinzen nicht, Gewalt anzuwenden. Sie sagten: "Beruhige dich, alter Mann. Wir führen einen kaiserlichen Befehl aus. Ruh dich erst einmal aus und warte ab, was Seine Majestät anordnet." Aufrecht Kaufmann sagte zwar nichts, doch was der alte Mann berichtet hatte, traf ihn wie ein Messer ins Herz. 'Es ist aus, es ist aus!', sagte er schließlich zu sich selbst. 'Ich hätte nie gedacht, dass wir so vollständig zugrunde gehen würden!' |
| Er sagte es und stieß mit der Stirn gegen die Wand. Er bedrohte wirklich die Wachen, die ihn aus Respekt vor seinem Alter und hoffend, nicht gegen die Anordnungen der Prinzen zu verstoßen, zurückhaltend behandelten. „Beruhige dich, alter Mann. Wir sind hier, um einen Kaiserlichen Befehl auszuführen. Jetzt nimm es nicht so schwer und warte, was seine Majestät befiehlt.“ Währenddessen sagte Djia Dschëng nichts, obwohl er tief von dem getroffen war, was der alte Mann gesagt hatte. ‚Es ist hoffnungslos!‘, sagte er. ,Ich hätte nie gedacht, daß wir so enden!‘ Er wartete ängstlich auf Nachrichten aus dem Palast, bis er Hsüä Kë in den Hof rennen hörte, der atemlos ausrief: „Das war aber einfach, hier hereinzukommen. Da ist Onkel [Dschëng].“ Djia Dschëng sagte: „Du kommst gerade richtig. Aber wie haben sie dich hereingelassen?“ „Ich habe gebettelt und gewinselt, ihnen Geld versprochen und zum Schluß haben sie mich durchgelassen.“ Djia Dschëng erzählte ihm von der Beschlagnahmung und bat ihn herauszufinden, was eigentlich los war: „Wir können mit unseren Freunden und Verwandten keine Nachrichten auszutauschen. Das wäre zu gefährlich. Du bist der Einzige, der uns dabei helfen kann.“ „Ich habe von der Klage gegen das [Ning-guo-] Anwesen gehört“, sagte Hsüä Kë, „doch ich hatte nicht gedacht, daß es auch hier so schlimm aussieht.“ „Doch was wird uns zur Last gelegt?“, fragte Djia Dschëng. |
Während er in größter Unruhe auf Nachrichten vom Hof wartete, kam plötzlich Xue Ke atemlos hereingelaufen und rief: "Endlich bin ich drin! Wo ist der Herr Schwiegervater?" Aufrecht Kaufmann sagte: "Du kommst gerade recht. Aber wie haben sie dich hereingelassen?" Xue Ke antwortete: "Ich habe wieder und wieder gebettelt und ihnen Geld versprochen, erst dann ließen sie mich passieren." Aufrecht Kaufmann erzählte ihm von der Hausdurchsuchung und bat ihn, Erkundigungen einzuziehen: "Mit unseren anderen Verwandten und Freunden können wir in dieser kritischen Lage unmöglich Nachrichten austauschen, das wäre zu gefährlich. Du bist der Einzige, der für uns Informationen beschaffen kann." Xue Ke erwiderte: "Was hier geschieht, hätte ich nicht erwartet. Aber die Sache mit dem östlichen Palast habe ich bereits gehört." Aufrecht Kaufmann fragte: "Was genau wird ihnen vorgeworfen?" Xue Ke antwortete: "Ich war heute wegen der Urteilsverkündung meines Bruders beim Strafministerium und erfuhr dort, dass zwei Zensoren Anklage erhoben haben. Gerüchteweise hat der ältere Vetter Juwel Söhne aus vornehmen Familien zum Glücksspiel verleitet — das ist die geringere Anklage. Schwerer wiegt der Vorwurf, er habe die Ehefrau eines einfachen Bürgers gewaltsam zur Nebenfrau genommen, und als sie sich weigerte, habe er sie durch Gewalt in den Tod getrieben. Um die Anklage zu stützen, hat der Zensor unseren Diener Bao Er verhaften lassen und außerdem einen gewissen Herrn Zhang als Zeugen herbeigeholt. Selbst dem Obersten Zensorat drohen Schwierigkeiten, weil dieser Herr Zhang seine Klage schon früher dort eingereicht hatte." Noch bevor Xue Ke zu Ende gesprochen hatte, stampfte Aufrecht Kaufmann mit dem Fuß auf: "Wie weit ist es gekommen! Es ist aus, es ist aus!" Er seufzte tief, und die Tränen strömten ihm über die Wangen. |
| „Heute früh“, antwortete Hsüä Kë, „war ich bei der Strafbehörde. Ich erkundigte mich nach Vetter [Pans] Urteil. Doch während ich dort war, hörte ich von den Beschuldigungen, die von zwei Zensoren gegen Vetter Dschën vorgetragen wurden. Eine war für die Bestechung von Söhnen aus adeligen Familien, Anstiftung zum Spielen und so etwas. Das war die geringere Anklage: Die andere legt zur Last, die Verlobte eines unschuldigen Mannes weggenommen zu haben. Als sie sich wehrte, so sagte die Beschuldigung, wurde ihr physische Gewalt angetan, wodurch sie zu Tode gekommen ist. Um die Anklage zu stützen, hat der besagte Zensor einen unserer Diener, Bau Örl, verhaften lassen und einen Zeugen, Herrn Dschang, kommen lassen. Sogar der Hauptzensor könnte in Schwierigkeiten sein, da dieser Dschang sich eigentlich vor einiger Zeit an sie gewandt hat und er dessen Anklage verworfen hat.“ Djia Dschëng stampfte mit dem Fuß, bevor Hsüä Kë zu Ende gesprochen hatte. „Wie weit ist es nur gekommen? Wir sind wahrlich am Ende!“ Er seufzte und seine Tränen strömten. Hsüä Kë versuchte, ihn zu trösten und ging dann wieder fort, um Neuigkeiten in Erfahrung zu bringen. Nach einem halben Tag kam er zurück und berichtete: „Es sieht schlecht aus.“ – „Bei der Strafbehörde konnte ich nichts über die zwei Prinzen und ihren Bericht an den Thron herausfinden. Doch ich habe etwas anderes herausgefunden. Früher am Morgen hatte ein Zensor namens Li eine Anklage gegen den Präfekten von Ping-an vorgelegt, beschuldigte ihn dabei, sich mit seinem Vorgesetzten aus der Hauptstadt verbündet zu haben, dabei viel Geld unterschlagen und das einfache Volk unterdrückt zu haben.“ „Das ist seine Sache. Was hat das mit uns zu tun?“, antwortete Djia Dschëng etwas nervös. „Mit Ping-an sind wir gemeint“, sagte Hsüä Kë. „Der Vorgesetzte aus der Hauptstadt bei Zensor Li ist tatsächlich Onkel Schë: Das bedeutet, daß er Geld veruntreut hat, das ist noch viel schlimmer als gedacht. Seine Freunde am Hof verstecken sich alle, wollen ihre Hände so sauber wie möglich halten, und es ist noch nicht einmal jemand bereit, uns auf dem Laufenden zu halten. Es ist dasselbe mit den Verwandten und Freunden, die von der Feier geflohen sind. Manche sind direkt nach Hause gegangen, andere haben ein Versteck gefunden, worin sie verweilen können, bis der Sturm vorüber ist. Einige Mitglieder des Clans fragen öffentlich, wer denn der Glückliche sein wird, die Titel und Ämter zu erhalten, die unsere Familie verloren hat. Alle haben sie ein Auge darauf geworfen...“ |
Xue Ke sprach ihm ein paar tröstende Worte zu und ging dann wieder hinaus, um Neuigkeiten in Erfahrung zu bringen. Nach einem halben Tag kehrte er zurück und berichtete: "Es steht schlecht! Ich habe beim Strafministerium nachgefragt, aber nichts über den Bericht der beiden Prinzen an den Thron erfahren. Nur habe ich gehört, dass der Zensor Li heute Morgen eine weitere Anklage eingereicht hat: Der Präfekt von Ping'an habe den Hauptstadtbeamten nach dem Mund geredet, sich bei seinen Vorgesetzten eingeschmeichelt und das einfache Volk unterdrückt — gleich mehrere schwere Anklagepunkte." Aufrecht Kaufmann fragte erschrocken: "Was gehen uns anderer Leute Angelegenheiten an? Was ist denn mit unserer Sache?" Xue Ke sagte: "Wenn von Ping'an die Rede ist, sind wir unmittelbar betroffen — der angeklagte Hauptstadtbeamte ist kein anderer als der ältere Herr Begnadigung. Es geht um die Einmischung in Gerichtsverfahren — das gießt erst recht Öl ins Feuer. Selbst seine Kollegen bei Hofe ziehen sich alle zurück und wollen ihre Hände reinhalten, keiner ist bereit, uns auch nur eine Nachricht zukommen zu lassen. Ebenso die Verwandten und Freunde, die vorhin vom Bankett geflohen sind: Manche sind geradewegs nach Hause gegangen, andere haben sich irgendwo in der Nähe verkrochen, um abzuwarten. Und die entfernten Verwandten aus dem Clan reden bereits auf der Straße: 'Die Errungenschaften der Ahnen — nun ist es so weit! Mal sehen, wem die Titel und Ämter zufallen, da kann sich jeder Hoffnungen machen!'" Noch bevor Xue Ke zu Ende gesprochen hatte, stampfte Aufrecht Kaufmann erneut mit dem Fuß auf: "Das alles ist die Schuld unseres älteren Bruders, seiner grenzenlosen Dummheit! Und das Ning-Anwesen hat sich ebenso unmöglich aufgeführt! Aber genug davon. Ob die Herzoginmutter und Kettes Frau noch am Leben sind, wissen wir nicht einmal. Geh und erkundige dich weiter. Ich werde nach der Herzoginmutter sehen. Sobald es Neuigkeiten gibt, lass es mich so schnell wie möglich wissen." Noch während er sprach, drangen wirre Schreie aus dem Inneren: "Der Herzoginmutter geht es schlecht!" |
| Djia Dschëng stampfte mit dem Fuß, bevor zu Ende gesprochen war: „Das sind alles Folgen der Dummheit des alten Herrn [meines älteren Bruders]! Und von den unehrenhaften Wegen, die das [Ning-guo-]Anwesen eingeschlagen hat! Aber genug davon. Wer weiß, ob die gnädige Frau und die Schwiegertochter der Liäns noch leben! Sie sollten besser mit Ihren Erkundigungen fortfahren, während ich nach der Herzoginmutter sehe. Sobald es etwas Neues gibt, lass es mich möglichst schnell wissen.“ | Aufrecht Kaufmann eilte in größter Aufregung hinein. |
| Während sie sprachen, war ein wirrer Schrei von innen zu hören: „Der gnädigen Herrin geht es schlecht!“ | Was sich weiter zutrug, wird im nächsten Kapitel erzählt. |
| Djia Dschëng eilte in großer Aufregung fort. Um herauszufinden, ob sie noch lebte, lese man das nächste Kapitel. | ---- |
| Basierend auf der Cheng-Jia-Ausgabe (程甲本). Übersetzung: Martin Woesler, 4. Auflage 2026. | |