History of Sinology/de/Chapter 5

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Kapitel 5: Die Reifung der Sinologie (1900–1945)

1. Einleitung: Eine Disziplin wird erwachsen

Die erste Haelfte des zwanzigsten Jahrhunderts war das grosse Zeitalter der Sinologie. Zwischen 1900 und 1945 wurde das Studium Chinas im Westen von einem kleinen, verstreuten Unternehmen — betrieben von Missionaren, Diplomaten und einer Handvoll Universitätsprofessoren — in eine reife akademische Disziplin mit eigenen Methoden, Zeitschriften, Institutionen und internationalen Netzwerken des wissenschaftlichen Austauschs verwandelt. Dies war die Periode, in der die Sinologie ihre groessten Philologen, ihre ehrgeizigsten Übersetzungs- und Synthesewerke und ihre folgenreichsten methodischen Innovationen hervorbrachte. Es war auch die Periode, in der die Disziplin durch zwei Weltkriege und die Katastrophe des Nationalsozialismus zerbrochen wurde, der eine ganze Generation deutschsprachiger Gelehrter zerstreute und das internationale Gleichgewicht der sinologischen Forschung dauerhaft veraenderte.

Die Darstellung übergreift die nationalen Traditionen, die in den Länderkapiteln dieses Bandes (Kapitel 7–18) behandelt werden, und zeichnet die Verflechtungen, Rivalitaeten und wechselseitigen Einflüsse nach, die die in Paris, Berlin, Hamburg, Stockholm, London und den Vereinigten Staaten arbeitenden Sinologen während der Jahrzehnte verbanden, in denen die Disziplin ihr hoechstes Niveau philologischer Leistung erreichte. Fuer ausführlichere Behandlungen spezifischer nationaler Traditionen wird auf die jeweiligen Länderkapitel verwiesen: Deutschland (Kapitel 7), Frankreich (Kapitel 8), Grossbritannien (Kapitel 9), Schweden (Kapitel 14), die Vereinigten Staaten (Kapitel 17) und Russland (Kapitel 16).

2. Das französische Goldene Zeitalter: Chavannes, Pelliot, Maspero

Die Periode beginnt in Paris. Um die Wende zum zwanzigsten Jahrhundert hatte die französische Sinologie bereits fast ein Jahrhundert institutioneller Kontinuitaet angehaeuft, zurückreichend bis zu Jean-Pierre Abel-Remusats Berufung auf den ersten Universitätslehrstuhl fuer Chinesisch am College de France im Jahr 1814 (siehe Kapitel 8, Abschnitt 2). Doch es war Edouard Chavannes (1865–1918), der diese Tradition in etwas qualitativ Neues verwandelte: eine Disziplin, die mit derselben philologischen Strenge betrieben wurde, die europäische Altphilologen an griechische und lateinische Texte herantrugen.

David Honey identifiziert in Incense at the Altar Chavannes als den „Vater der modernen Sinologie" — ein Urteil, das praktisch jeder nachfolgende Historiker des Faches teilt.[1] Die Grundlage fuer diesen Anspruch ist nicht blosse Produktivitaet, obwohl Chavannes' Ausstoss immens war, sondern die Qualitaet und Bestaendigkeit seiner Methode. Wie Honey schreibt: „Nichts, was er geschrieben hat, ist heute veraltet, weder in intellektueller Annahme noch in begrifflicher Klarheit noch im methodischen Ansatz." Während seine Vorgaenger von unvollkommenen Annahmen über die Natur der chinesischen Sprache ausgingen, ohne ausreichende Kenntnis der traditionellen Bibliographie und ohne die Werkzeuge der historischen Phonologie, brachte Chavannes die Standards der europäischen klassischen Philologie in die Sinologie ein: Praezision der Übersetzung, erschoepfende Annotation, Beherrschung der Primaerquellen und die Weigerung, über die Evidenz hinausgehende Schlussfolgerungen zu ziehen.[2]

Chavannes' Meisterwerk war seine Teilübersetzung des ShijiLes Memoires historiques de Se-ma Ts'ien (fuenf Baende, 1895–1905) —, die die ersten siebenundvierzig Kapitel von Sima Qians grosser Geschichte umfasste. Die Übersetzung wurde von einer gelehrten Einleitung, reichhaltigen Anmerkungen und Anhaengen begleitet, die unentbehrlich bleiben. Seine Monographie Le T'ai Chan (1910) über den Kult des Berges Tai brach neues Terrain in der Erforschung der chinesischen Volksreligion. Seine Mission archeologique dans la Chine septentrionale (1913–1915), basierend auf Feldforschung in der Mandschurei, Hebei, Shandong, Henan, Shaanxi und Shanxi, war ein Pionierwerk der archaeologischen Erforschung chinesischer Kunst und Epigraphik im Westen.[3]

Vor allem war Chavannes ein Lehrer. Zu seinen Schülern am College de France und an der Ecole Pratique des Hautes Etudes gehoerten Paul Pelliot, Henri Maspero, Marcel Granet und der Archaeologe und Schriftsteller Victor Segalen. Zusammen, wie Zhang Xiping beobachtete, „bewahrten Chavannes und die Schüler, die sich um ihn scharten, Paris' Krone als Hauptstadt der westlichen Sinologie bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs".[4] Fuer eine ausführlichere Behandlung von Chavannes' Karriere und Vermaechtnis siehe Kapitel 8, Abschnitt 4.

Paul Pelliot (1878–1945) war Chavannes' glaenzendster Schüler und nach Honeys Urteil „der groesste Philologe des Chinesischen in diesem Jahrhundert".[5] Sein zaehes Gedaechtnis, seine Beherrschung der chinesischen Bibliographie und seine Faehigkeit, Fakten zu fast jedem Thema zusammenzutragen, machten ihn fuer eine ganze Generation zum letzten Schiedsrichter sinologischer Fragen.

Pelliots Karriere war von aussergewoehnlichen Abenteuern ebenso wie von aussergewoehnlicher Gelehrsamkeit gepraegt. Während des Boxeraufstands von 1900 zeichnete sich der junge Pelliot — damals kaum zweiundzwanzig — durch seinen Mut während der Belagerung der Pekinger Gesandtschaften aus. Seine zentralasiatische Expedition von 1905–1908 fuehrte ihn durch einige der gefaehrlichsten Gegenden der Erde. Als er 1908, ein Jahr nach Aurel Stein, bei den Dunhuang-Hoehlen eintraf, waehlte Pelliot mit seinem aussergewoehnlichen bibliographischen Wissen die wertvollsten Manuskripte aus der versiegelten Bibliothek aus. Obwohl zahlenmaeessig geringer als Steins Ausbeute, waren Pelliots Auswahlen von überlegener Qualitaet.[6]

1911 wurde Pelliot zum Professor fuer zentralasiatische Sprachen, Geschichte und Archaeologie am College de France ernannt, eine Position, die er bis zu seinem Tod innehatte. Seine Gelehrsamkeit zeichnete sich durch eine nahezu übermenschliche bibliographische Beherrschung und eine Leidenschaft fuer exakte Annotation aus. Sein Kommentarstil — dichte, Punkt fuer Punkt vorgehende Eroerterungen einzelner Fragen, die sich aus der Übersetzung eines Haupttextes ergeben — brachte Werke ausserordentlicher Gelehrsamkeit, aber zuweilen abschreckender Trockenheit hervor. Seine annotierten Ausgaben von Marco Polos Reisebericht und der Yuan chao bi shi (Geheime Geschichte der Mongolen) gehoerten zu seinen ehrgeizigstem Vorhaben, obwohl keines bei seinem Tod vollendet war.[7]

Pelliots Ruf als „akademischer Polizist" der Sinologie — der Gelehrte, dessen vernichtende Rezensionen eine Karriere machen oder brechen konnten — war wohlverdient. Doch Honey beobachtet, dass seine Gelehrsamkeit selbst „belastend" sein konnte: Sein Engagement fuer erschoepfende Dokumentation hinderte ihn bisweilen daran, die breiteren Synthesen zu erzielen, die sein Kollege Maspero mit seinem humanistischeren Temperament zu leisten vermochte.[8]

Henri Maspero (1883–1945), Sohn des beruemten Aegyptologen Gaston Maspero, brachte in die Sinologie eine Verbindung von philologischer Strenge und historischer Phantasie ein, die ihn in vielerlei Hinsicht zum vollstaendigsten Gelehrten des Trios machte. Honey beschreibt ihn als „kaum weniger geschickt als Annotator und Textkommentator" als Pelliot, „aber er besass auch ein hochentwickeltes Gespuer fuer Geschichte, das es ihm ermoeglichte, seine Forschung zusammenzufassen und provisorische Schlussfolgerungen zu formulieren".[9]

Maspero diente an der Ecole francaise d'Extreme-Orient in Hanoi von 1908 bis 1920, wo er bahnbrechende Forschung zur vietnamesischen historischen Phonologie betrieb, die sich als wesentlich fuer die aufkommende Disziplin der chinesischen historischen Phonologie erweisen sollte. 1921 folgte er Chavannes am College de France nach. Seine einzige Monographie, La Chine antique (1927), bleibt ein Meilenstein der altchinesischen Geschichte.[10]

Masperos Forschung zum Daoismus — insbesondere seine Studien zu Yangsheng-Praktiken (Lebenspflege) im frühmittelalterlichen Daoismus — eroeffnete ein völlig neues Feld. Sein Besuch in Japan 1928–1929, wo er Naito Konan und Kano Naoki traf, machte ihn zu einem der ersten westlichen Gelehrten, die die Bedeutung der japanischen sinologischen Gelehrsamkeit erkannten (siehe Kapitel 19, Abschnitt 1.3).[11]

Masperos Tod war eine Tragoedie fuer die Wissenschaft und fuer die Menschlichkeit. Aufgrund seiner juedischen Abstammung wurde er von den Nationalsozialisten verhaftet und nach Buchenwald deportiert, wo er 1945 umkam — im selben Jahr, in dem Pelliot an einer Krankheit starb. Der gleichzeitige Verlust dieser beiden Gelehrten verwuestete die französische Sinologie und markierte das Ende ihres Goldenen Zeitalters. Fuer eine ausführlichere Behandlung siehe Kapitel 8, Abschnitte 4–5.

3. Henri Cordier und die bibliographische Infrastruktur

Keine Disziplin kann ohne zuverlaessige bibliographische Werkzeuge reifen, und die bibliographische Infrastruktur der Sinologie war weitgehend das Werk Henri Cordiers (1849–1925). Obwohl weniger berühmt als Chavannes oder Pelliot, leistete Cordier durch sein Hauptwerk, die Bibliotheca Sinica (fuenf Baende, 1904–1908, mit einem Nachtrag 1922–1924) — die erste gruendliche Bibliographie westlicher Schriften über China — einen unverzichtbaren Beitrag. Cordier redigierte auch die T'oung Pao mit Schlegel und später mit Pelliot und veröffentlichte eine vierhaendige allgemeine Geschichte Chinas. Obwohl Cordier kein Chinesisch las, brachte ihm seine bibliographische Leistung die Anerkennung als „einer der groessten Pioniere der westlichen Sinologie" ein.[12]

4. Die russische Sinologie im frühen zwanzigsten Jahrhundert

Der russische Beitrag zum Fach in dieser Periode verdient ebenfalls Beachtung. Die Ankunft von Vasilij Michajlowitsch Aleksejew (1881–1951) in Paris als Schüler von Chavannes schmiedete ein wichtiges Bindeglied zwischen der französischen und der russischen Tradition. Aleksejew, der während seiner Pariser Jahre auch Pelliot, Maspero und Granet kennenlernte, brachte die Methoden der französischen philologischen Schule zurück nach St. Petersburg, wo er zur fuehrenden Gestalt der russischen Sinologie in der ersten Haelfte des zwanzigsten Jahrhunderts wurde.[13]

Nach der Bolschewistischen Revolution von 1917 wurde die russische Sinologie allmaehlich der marxistisch-leninistischen Ideologie untergeordnet, doch Aleksejew und seine Schüler gelang es, auch unter diesen Bedingungen eine Tradition ernsthafter Gelehrsamkeit aufrechtzuerhalten. Fuer eine umfassende Behandlung der russischen Sinologie siehe Kapitel 16.

5. Deutsche institutionelle Sinologie: Franke, Forke und die Hamburger Schule

Während die französische Sinologie unter dem Schutz laengst etablierter Institutionen florierte, musste die deutsche Sinologie ihre institutionelle Basis im frühen zwanzigsten Jahrhundert nahezu von Grund auf aufbauen. Der entscheidende Durchbruch kam zwischen 1909 und 1925, als sinologische Professuren in Hamburg (1909), Berlin (1912), Leipzig (1922) und Frankfurt (1925) eingerichtet wurden. Bis zu den frühen 1930er Jahren hatte Deutschland eine akademische Infrastruktur fuer Chinastudien aufgebaut, die die jedes anderen europäischen Landes erreichte oder übertraf. Fuer eine detaillierte Darstellung dieser Institutionalisierung siehe Kapitel 7, Abschnitt 4.

Otto Franke (1863–1946), der erste Inhaber des Hamburger Lehrstuhls, war der fuehrende deutsche Sinologe in der ersten Haelfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Honey beschreibt sein Genie als in der „historischen Synthese" liegend. Sein Hauptwerk, die fuenfbaendige Geschichte des chinesischen Reiches (Berlin: de Gruyter, 1930–1952), war im Wesentlichen eine politisch-intellektuelle Geschichte Chinas von der Antike bis 1368, die die konfuzianische Ideologie und das Konzept des Tianxia in den Mittelpunkt ihrer Erzaehlung stellte. Gegen die deutsche historische Haupttradition von Herder über Hegel bestand Franke darauf, dass China eine dynamische, lebendige Zivilisation sei, deren kultureller Einfluss den gesamten Verlauf der ost- und zentralasiatischen Geschichte geformt habe.[14]

Alfred Forke (1867–1944), als Jurist ausgebildet und dann dreizehn Jahre lang als Dolmetscher in China taetig, folgte 1923 Otto Franke in Hamburg nach. Seine dreibaendige Geschichte der chinesischen Philosophie (1927–1938), nahezu zweitausend Seiten umfassend, bleibt ein unentbehrliches Referenzwerk. Forkes Übersetzung von Wang Chongs Lunheng (1906–1911) brachte ihm den renommierten Prix Stanislas Julien ein, und seine 1922er Übersetzung des Mozi wurde zur Hauptquelle fuer Bertolt Brechts Me-ti: Buch der Wendungen.[15] Fuer weitere Details siehe Kapitel 7, Abschnitt 4.3.

Unter den frühen Studenten des Seminars fuer Orientalische Sprachen war Franz Kuhn (1884–1961), der zum bedeutendsten Übersetzer chinesischer Erzaehlprosa ins Deutsche werden sollte. Über eine mehrere Jahrzehnte währende Karriere übertrug Kuhn in elegantes Deutsch viele der grossen chinesischen Romane, darunter das Jinpingmei, das Haoqiu zhuan, das Yesou puyan und Werke von Pu Songling. Im Unterschied zu Richard Wilhelms philosophischen Übersetzungen fuehrte Kuhns Werk die deutschen Leser in den erzaehlerischen Reichtum der chinesischen Literatur ein und offenbarte ein China der Leidenschaft, des Humors und der sozialen Komplexitaet, das weit entfernt war vom strengen konfuzianischen Stereotyp.[16]

Erich Haenisch (1880–1966), der unter Otto Franke studierte und später Lehrstuehle in Göttingen und München innehatte, leistete bedeutende Beitraege zu den mongolischen und mandschurischen Studien. Seine Edition und Übersetzung der Yuanchao bishi (Geheime Geschichte der Mongolen) war ein Meilenstein der zentralasiatischen Philologie.[17]

6. Richard Wilhelm: Der grosse Übersetzer zwischen den Kulturen

Keine Gestalt in der Geschichte der deutschen Sinologie hat eine breitere kulturelle Wirkung gehabt als Richard Wilhelm (1873–1930). 1899 als protestantischer Missionar in die deutsche Kolonie Qingdao entsandt, widmete sich Wilhelm weniger der Evangelisierung als dem Studium der chinesischen Klassiker und arbeitete mit dem Qing-loyalistischen Gelehrten Lao Naixuan am Yijing und anderen konfuzianischen und daoistischen Texten zusammen. In den folgenden Jahrzehnten übersetzte er eine atemberaubende Reihe kanonischer Werke ins Deutsche: das Lunyu, das Mengzi, das Daxue, das Zhongyong, das Daodejing, das Zhuangzi, das Liezi und, am bedeutsamsten, das Yijing (1924).[18]

Wilhelms Übersetzungen, erschienen im Eugen Diederichs Verlag in Leipzig, erzielten eine ausserordentliche Resonanz in der deutschsprachigen Welt. Sie erschienen in der Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs, als europäische Intellektuelle die absolute Überlegenheit westlicher Werte in Frage stellten, und fanden ein aufnahmebereites Publikum unter jenen, die sich fuer oestliches Denken als Alternative zum westlichen Materialismus interessierten. Hermann Hesse las das Daodejing und feierte seine Entdeckung; Carl Gustav Jung schrieb das Vorwort zur englischen Ausgabe des Yijing von 1951, die in den 1970er Jahren zu einem Kulttext der amerikanischen Gegenkultur wurde.[19]

Honey charakterisierte Wilhelm als den „Arthur Waley Deutschlands, obgleich er im Bereich der chinesischen Philosophie wirkte, nicht der Dichtung".[20] Professionelle Sinologen waren nicht immer wohlwollend: Sie warfen ihm vor, seine Übersetzungen opferten bisweilen Genauigkeit zugunsten der Lesbarkeit. Doch kein anderer Sinologe — weder vorher noch nachher — hat einen vergleichbaren Einfluss auf die breitere Kultur ausgeuebt. Nach Frankfurt 1925 zurückgekehrt, gruendete Wilhelm das China-Institut, etablierte die Zeitschrift Sinica und arbeitete unermüdlich daran, die chinesische Kultur dem deutschen Publikum nahezubringen, bis zu seinem frühen Tod 1930. Fuer eine ausführlichere Darstellung siehe Kapitel 7, Abschnitt 4.4.

7. Karlgren und die historische Phonologie: Die Revolutionierung der Disziplin von Schweden aus

Die folgenreichste methodische Innovation in der Sinologie des frühen zwanzigsten Jahrhunderts kam nicht aus Paris, Berlin oder London, sondern von einem jungen schwedischen Linguisten, der die Methoden der europäischen vergleichenden Sprachwissenschaft auf die chinesische Sprache anwandte. Bernhard Karlgren (1889–1978), geboren in Joenkoeping, konzipierte als Student in Uppsala die Idee, die fuer das Studium der indoeuropäischen Sprachen entwickelte historisch-vergleichende Methode auf das Chinesische anzuwenden — eine Sprache, fuer die es in Schweden noch keinen Universitätsunterricht gab.[21]

Nach dem Studium chinesischer Grundlagen in St. Petersburg reiste Karlgren 1910 nach China und fuehrte in weniger als zwei Jahren phonologische Erhebungen in vierundzwanzig verschiedenen Dialekten durch — eine Leistung, die noch heute Bewunderung hervorruft. Anschliessend verbrachte er zwei Jahre in Paris (1912–1914) als Student bei Chavannes am College de France, wo er auch Pelliot und Maspero kennenlernte. Im Mai 1915 wurde Karlgren in Uppsala mit dem ersten Teil seiner monumentalen Etudes sur la phonologie chinoise promoviert, die den Prix Julien der Academie des Inscriptions et Belles-Lettres in Paris erhielt.[22]

Karlgrens Ansatz stellte einen genuinen methodischen Durchbruch dar. So wie vergleichende Sprachwissenschaftler das Proto-Indoeuropäische durch den Vergleich verwandter Formen in Sanskrit, Griechisch, Latein und Germanisch rekonstruierten, rekonstruierte Karlgren frühere Stadien der chinesischen Aussprache durch den Vergleich, wie dieselben Schriftzeichen in verschiedenen modernen chinesischen Dialekten ausgesprochen wurden, wobei er das Reimwoerterbuch Qieyun von 601 n. Chr. als Rahmen verwendete.[23]

Die Bedeutung dieser Arbeit reichte weit über die Linguistik hinaus. Die historische Phonologie ist ein grundlegendes Werkzeug der philologischen Analyse. E.G. Pulleyblank teilte das Fach beruehmt in zwei Perioden ein: „BK (before Karlgren) und AK (after Karlgren)".[24]

Wang Li, einer der bedeutendsten chinesischen Linguisten des zwanzigsten Jahrhunderts, bewertete Karlgrens Wirkung: „Unter den westlichen Sinologen hat es viele gegeben, aber diejenigen, die einen Einfluss auf die chinesische Linguistik ausgeuebt haben, sind wenige. Der einzige, dessen Einfluss wirklich gross war, ist Karlgren." Die Etudes wurden 1940 von Chinas fuehrenden Linguisten — Zhao Yuanren, Li Fanggui und Luo Changpei — ins Chinesische übersetzt.[25]

Fuer eine ausführlichere Behandlung von Karlgrens Karriere und der schwedischen Sinologie siehe Kapitel 14.

8. Britische Sinologie: Waleys literarische Übersetzungen und Needhams Anfaenge

Die britische Sinologie des frühen zwanzigsten Jahrhunderts brachte keinen Philologen vom Format eines Pelliot oder Karlgren hervor, aber etwas, das kulturell wohl folgenreicher war: einen Übersetzer von Genie, der chinesische und japanische Literatur in den Mainstream der westlichen Kultur brachte. Arthur Waley (1889–1966), Autodidakt des Chinesischen und Japanischen, hatte keine Universitätsstellung inne, besuchte nie Asien und arbeitete gänzlich ausserhalb des institutionellen Rahmens der akademischen Sinologie. Dennoch verwandelten seine Übersetzungen das westliche Verständnis der ostasiatischen Literatur.[26]

Waleys erstes Buch, A Hundred and Seventy Chinese Poems (1917), war eine Offenbarung. Mehr als ein Dutzend Mal nachgedruckt und ins Französische und Deutsche übersetzt, brachte es die chinesische klassische Dichtung erstmals in gewoehnliche westliche Haushalte. Waley verwendete eine Technik, die er „Sprungrhythmus" nannte — eine freie Versform, die betonte Silben einsetzte, um die Wirkung der einsilbigen chinesischen Zeile nachzuahmen, wobei Reim zugunsten rhythmischer Kadenz und Bildtreue aufgegeben wurde.[27]

Über die Dichtung hinaus übersetzte Waley die Gespräche (1938), das Daodejing (1934) und, am beruhmtesten, seine gekuerzte Fassung des Xiyou ji, veröffentlicht als Monkey (1942), das zu einem der bekanntesten chinesischen Bücher im Westen wurde. Der amerikanische Sinologe Jonathan Spence fasste seine Leistung zusammen: „Der Schock, den Waley den Menschen versetzte, wird nie wieder erreicht werden, denn die meisten Werke, die er übersetzte, waren in der westlichen Welt unbekannt."[28]

Joseph Needham (1900–1995), ein angesehener Cambridger Biochemiker, entdeckte 1937 durch drei chinesische Doktoranden die grundlegenden Beitraege der chinesischen Zivilisation zu Wissenschaft und Technik. Er beschloss, Chinesisch zu lernen und eine vollstaendige Geschichte der chinesischen Wissenschaft zu schreiben. Der erste Band von Science and Civilisation in China sollte erst 1954 erscheinen, doch das Projekt wurde in der hier behandelten Periode konzipiert und weitgehend geplant.[29] Fuer eine umfassende Darstellung siehe Kapitel 9, Abschnitt 6.

9. Die Entstehung der amerikanischen Sinologie: Hirth, Laufer, Boodberg

Der Übergang von der missionarischen zur professionellen Sinologie in Amerika wurde durch die Ankunft Friedrich Hirths (1845–1927) an der Columbia University im Jahr 1902 symbolisiert. Hirths Berufung brachte europäische philologische Standards in die amerikanische Sinologie und etablierte Columbia als eine der ersten amerikanischen Universitäten, die ernsthaften akademischen Unterricht in Chinastudien anboten.[30]

Berthold Laufer (1874–1934), geboren in Köln, leitete Expeditionen nach Ostasien fuer das American Museum of Natural History und liess sich dauerhaft am Field Museum of Natural History in Chicago nieder. Sein Meisterwerk, Sino-Iranica (1919), war eine monumentale Studie des materiell-kulturellen Austauschs zwischen China und dem Iran.[31]

Peter A. Boodberg (1903–1972), in Russland geboren und in europäischen philologischen Traditionen ausgebildet, kam an die University of California, Berkeley, wo er eine Schule sinologischer Philologie begruendete, die den besten europäischen Arbeiten gleichkam. Sein Schüler Edward H. Schafer (1913–1991) fuehrte die Berkeley-Tradition mit virtuosen Erkundungen der natürlichen, materiellen und imaginaeren Welten des Tang-China fort — The Golden Peaches of Samarkand (1963), The Vermilion Bird (1967), Pacing the Void (1977).[32]

Fuer die vollstaendige amerikanische Geschichte siehe Kapitel 17.

10. Granet und soziologische Ansaetze

Marcel Granet (1884–1940) nimmt unter den grossen Gestalten dieser Periode eine Sonderstellung ein, sowohl hinsichtlich seiner Methode als auch seiner intellektuellen Herkunft. Während Chavannes, Pelliot und Maspero ihren Ansatz aus der Tradition der klassischen Textgelehrsamkeit ableiteten, war Granet von der soziologischen Schule Emile Durkheims gepraegt und brachte in die Sinologie eine grundlegend andere Menge von Fragen und analytischen Werkzeugen ein.[33]

Seine Doktorarbeit, Fetes et chansons anciennes de la Chine (1919), war eine brillante Uebung in soziologischer Interpretation. Granets Hauptwerke — La religion des Chinois (1922), La civilisation chinoise (1929), La pensee chinoise (1934) — eroeffneten die chinesische Zivilisation der Analyse durch die Sozialwissenschaften in einer Weise, die die reine Philologie nicht vermochte. Granets Tod 1940, verursacht durch Trauer und Verzweiflung über die deutsche Invasion Frankreichs, wurde von Sinologen und Soziologen gleichermassen betrauert. Fuer eine umfassende Behandlung siehe Kapitel 8, Abschnitt 5.

11. Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs

Der Erste Weltkrieg stoerte die sinologische Forschung in ganz Europa, obwohl seine Auswirkungen ungleichmaessig waren. In Frankreich starb Chavannes 1918, seine Gesundheit durch die Belastungen der Kriegsjahre untergraben. In Deutschland unterbrach der Krieg Karrieren, kappte internationale Kontakte und zerstoerte die koloniale Infrastruktur — insbesondere die Kolonie Qingdao —, die Gelehrte wie Richard Wilhelm unterstuetzt hatte. Doch der Krieg erzeugte auch neue Moeglichkeiten. Die Nachkriegszeit sah eine rasche Expansion sinologischer Institutionen in Deutschland. Das intellektuelle Klima der Weimarer Republik, mit seiner Infragestellung westlicher Gewissheiten und seiner Offenheit fuer nichteuropäisches Denken, schuf ein aufnahmebereites Publikum fuer Übersetzungen chinesischer Philosophie.[34]

Der Krieg hatte auch eine indirekte Konsequenz von grosser Bedeutung fuer die Sinologie: Er beschleunigte das Ende des chinesischen Kaisersystems und die Gruendung der Republik (1912), die China fuer neue Formen des wissenschaftlichen Engagements oeffnete. Die Bewegung des Vierten Mai 1919 schuf eine Generation chinesischer Intellektueller, die zu Gesprächspartnern — und in manchen Faellen Rivalen — westlicher Sinologen wurden.

12. Die Bluete der Zwischenkriegszeit (1918–1933)

Die Zwischenkriegszeit erlebte die hoechste Bluete der klassischen Sinologie. Mehrere Merkmale zeichneten dieses Goldene Zeitalter aus:

Internationalismus. Die sinologische Gemeinschaft war klein genug — vielleicht hundert aktive Gelehrte weltweit —, dass persoenliche Beziehungen von enormer Bedeutung waren.

Philologische Strenge. Der Standard der Textgelehrsamkeit erreichte seinen Zenit. Die Werkzeuge waren nun verfügbar — Karlgrens Rekonstruktionen des Mittel- und Altchinesischen, Pelliots bibliographische Beherrschung, Masperos historische Phonologie — und sie wurden mit einer Praezision und Gruendlichkeit eingesetzt, die seitdem selten erreicht wurde.

Ehrgeizige Synthese. Die Periode brachte Werke von monumentalem Umfang hervor: Otto Frankes fuenfbaendige Geschichte des chinesischen Reiches, Forkes dreibaendige Geschichte der chinesischen Philosophie, Karlgrens Grammata Serica, Masperos La Chine antique, Granets La civilisation chinoise und La pensee chinoise.

Institutionelle Vielfalt. Die Zentren sinologischer Exzellenz waren geographisch verteilt: Paris blieb die Hauptstadt, aber Stockholm, Hamburg, Berlin, Leipzig, London, Berkeley und Leiden beherbergten alle Gelehrte ersten Ranges.

Die Rolle chinesischer Gesprächspartner. Erstmals sahen sich westliche Sinologen ernsthafter Auseinandersetzung von Seiten chinesischer Gelehrter gegenüber, die in modernen kritischen Methoden ausgebildet waren. Wang Guoweis Pionierarbeit zu den Orakelknochen-Inschriften bewies, dass chinesische Gelehrte Beitraege zum Studium des alten China leisten konnten, die alles übertrafen, was westliche Sinologen erreicht hatten.

Chinesisch-westlicher Gelehrtenaustausch. Hu Shi besuchte Frankfurt auf Einladung Richard Wilhelms; Lin Yutang promovierte bei Conrady in Leipzig; Ji Xianlin diente von 1937 bis 1945 als Chinesisch-Lektor am Goettinger sinologischen Seminar.[35]

13. Die sinologischen Zeitschriften

Die institutionelle Konsolidierung der Sinologie in dieser Periode wurde von der Gruendung und Reifung mehrerer wichtiger Zeitschriften begleitet. Die T'oung Pao, 1890 von dem niederlaendischen Sinologen Schlegel und dem französischen Bibliographen Cordier mitbegruendet, war bereits als fuehrende internationale sinologische Zeitschrift etabliert. Hinzu kamen: Asia Major (Leipzig, 1924–1935), Sinica (Frankfurt, 1925–1943), Monumenta Serica (Peking, 1935–), Harvard Journal of Asiatic Studies (1936–), Artibus Asiae (Zürich, 1925–) und das Bulletin de l'Ecole francaise d'Extreme-Orient (Hanoi, 1901–).[36]

14. Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs und die Diaspora der deutschsprachigen Sinologen

Der Aufstieg des Nationalsozialismus verwuestete die deutsche Sinologie. Als Hitler 1933 an die Macht kam, war die professionelle Sinologie in Deutschland kaum zwanzig Jahre alt. Das ganze Land besass nur vier sinologische Professuren: Hamburg (seit 1909), Berlin (seit 1912), Leipzig (seit 1922) und Frankfurt (seit 1925). Das Fach war klein, und der Verlust auch nur weniger Gelehrter war katastrophal.[37]

Der verheerendste Schlag war die erzwungene Emigration einer ganzen Generation. Wie der Princetonerr Sinologe Martin Kern dokumentiert hat, verliess eine grosse Zahl junger und etablierter deutscher Sinologen und ostasiatischer Kunsthistoriker das Land, die meisten in Richtung USA.[38]

Gustav Haloun (1898–1951), dem aufgrund seiner „negativen Einstellung gegenüber der NSDAP" ein Ordinariat verwehrt worden war, nahm 1938 einen Ruf nach Cambridge an. Wolfram Eberhard (1909–1989), Spezialist fuer chinesische Volkskunde und Sozialgeschichte, ging zuerst nach Ankara, dann nach Berkeley. Walter Simon (1893–1981), Spezialist fuer sino-tibetische Linguistik, floh 1938 an die SOAS in London.[39]

Die Beitraege der Emigranten zu ihren Gastländern waren enorm — doch keiner von ihnen wurde je nach Deutschland zurückberufen. Wie Kern feststellte, veraenderte dieser einseitige Transfer dauerhaft das internationale Gleichgewicht der sinologischen Forschung und verlagerte den Schwerpunkt von deutschsprachigem Europa in die anglophone Welt.[40]

Der Krieg selbst verschaerfte den Schaden. Die sinologische Bibliothek der Berliner Universität — über Jahrzehnte von De Groot, Franke und ihren Nachfolgern zu einer der feinsten Sammlungen in Europa aufgebaut — wurde bei Bombardierungen zerstoert. In Frankreich hinterliess der nahezu gleichzeitige Tod von Pelliot (1945), Maspero (1945, in Buchenwald) und der frühere Tod Granets (1940) die französische Sinologie verwuestet. Die Aufgabe des Wiederaufbaus sollte Paul Demieville zufallen (siehe Kapitel 8, Abschnitt 6).[41]

Die Periode 1900–1945 bildet somit einen kohaerenten Bogen. Sie begann mit der Entstehung der professionellen Sinologie unter Chavannes und endete mit der Zerstoerung des europäischen sinologischen Establishments durch Krieg, Verfolgung und Exil. Dazwischen brachte sie die groesste Generation von Sinologen hervor, die die Disziplin je gekannt hat — eine Generation, deren Werke in vielen Faellen unübertroffen bleiben. Die Methoden, die sie entwickelten, die Texte, die sie übersetzten, die Werkzeuge, die sie schufen, und die Fragen, die sie stellten, definieren das Fach bis heute.

Doch eben die Katastrophe, die dieses Goldene Zeitalter beendete, saeete auch die Samen der Erneuerung. Die Zerstreuung deutscher und oesterreichischer Gelehrter über die englischsprachige Welt bereicherte die amerikanische und britische Sinologie unermesslich und legte den Grundstein fuer das explosive Wachstum der Chinastudien in der Nachkriegszeit. Das erste Kapitel dieser Geschichte — die Transformation der Sinologie im Kalten Krieg — wird in Kapitel 6 erzaehlt.

Anmerkungen

Einzelnachweise

  1. David B. Honey, Incense at the Altar: Pioneering Sinologists and the Development of Classical Chinese Philology (New Haven: American Oriental Society, 2001), Vorwort, xxii.
  2. Honey, Incense at the Altar, Vorwort, x.
  3. Zhang Xiping, Vorlesung 1, „Einführung in die westliche Sinologie", S. 165–168.
  4. Peter K. Bol, „The China Historical GIS", Journal of Chinese History 4, Nr. 2 (2020).
  5. Hilde De Weerdt, „MARKUS: Text Analysis and Reading Platform", in Journal of Chinese History 4, Nr. 2 (2020).
  6. Tu Hsiu-chih, „DocuSky, A Personal Digital Humanities Platform for Scholars", Journal of Chinese History 4, Nr. 2 (2020).
  7. Peter K. Bol und Wen-chin Chang, „The China Biographical Database", in Digital Humanities and East Asian Studies (Leiden: Brill, 2020).
  8. Siehe Kapitel 22 (Übersetzung) dieses Bandes über Herausforderungen der KI-Übersetzung.
  9. „WenyanGPT: A Large Language Model for Classical Chinese Tasks", arXiv-Preprint (2025).
  10. „Benchmarking LLMs for Translating Classical Chinese Poetry: Evaluating Adequacy, Fluency, and Elegance", Proceedings of EMNLP (2025).
  11. „A Multi Agent Classical Chinese Translation Method Based on Large Language Models", Scientific Reports 15 (2025).
  12. Über Cordier siehe Kapitel 8, Abschnitt 4; Zhang Xiping, „Vorlesung 7", Abschnitt 3; Honey, Incense, 42.
  13. Über Aleksejew siehe Kapitel 16, Abschnitt 4.
  14. Hilde De Weerdt, Information, Territory, and Networks: The Crisis and Maintenance of Empire in Song China (Cambridge: Harvard University Asia Center, 2015).
  15. Zhang Xiping, Vorlesung 1, S. 54–60.
  16. Über Franz Kuhn siehe Kapitel 7, Abschnitt 4.7.
  17. Über Haenisch siehe Kapitel 7, Abschnitte 4.2, 6.1; Erich Haenisch, Die Geheime Geschichte der Mongolen (Leipzig: Otto Harrassowitz, 1941; 2. Aufl. 1948).
  18. Zhang Xiping, Vorlesung 1, S. 102–113.
  19. Zhang Xiping, Vorlesung 1, S. 114–117.
  20. „The World Conference on China Studies: CCP's Global Academic Rebranding Campaign", Bitter Winter (2024).
  21. Honey, Incense at the Altar, Vorwort, xxii.
  22. „Academic Freedom and China", AAUP-Bericht (2024).
  23. „They Don't Understand the Fear We Have", Human Rights Watch (2021).
  24. Kubin, Hanxue yanjiu xin shiye, Kap. 7, S. 100–111.
  25. Thomas Michael, „Heidegger's Legacy for Comparative Philosophy and the Laozi", International Journal of China Studies 11, Nr. 2 (2020): 299.
  26. David L. Hall und Roger T. Ames, Thinking Through Confucius (Albany: SUNY Press, 1987), Vorwort.
  27. Wolfgang Kubin, Hanxue yanjiu xin shiye (Guilin: Guangxi shifan daxue chubanshe, 2013), Kap. 11, S. 194–195.
  28. Bryan W. Van Norden, Taking Back Philosophy: A Multicultural Manifesto (New York: Columbia University Press, 2017).
  29. Carine Defoort, „'Chinese Philosophy' at European Universities: A Threefold Utopia", Dao 16, Nr. 1 (2017): 55–72.
  30. Über den koreanischen Druck und die Textübertragung siehe die UNESCO-Eintragung ins Weltdokumentenerbe fuer das Jikji.
  31. Über „koloniale Zusammenarbeit" siehe ebd.
  32. Über die Nachkriegssinologie Koreas siehe „Two Millennia of Sinology", Journal of Chinese History (Cambridge University Press).
  33. Ebd.
  34. Über den Gebrauch des klassischen Chinesisch im unabhängigen Vietnam siehe den Wikipedia-Artikel „History of writing in Vietnam".
  35. Über den Pruefungsinhalt siehe ebd.; den Britannica-Artikel „chu nom".
  36. Über die sozialen Auswirkungen der Pruefungen siehe „Persistent legacy of the 1075–1919 Vietnamese imperial examinations", MPRA Paper 100860 (2020).
  37. Vietnam als letztes Land, das Pruefungen abhielt: der Wikipedia-Artikel „Confucian court examination system in Vietnam".
  38. Über Chu Nom siehe den Wikipedia-Artikel „Chu Nom".
  39. Über das Han-Nom-Institut siehe den Wikipedia-Artikel „Chu Nom".
  40. Über die Sinologie in Vietnam während der Kolonialzeit siehe „Sinology in Vietnam", Journal of Chinese History (Cambridge University Press).
  41. Über den Chinesisch-Vietnamesischen Krieg siehe Brantly Womack, China and Vietnam: The Politics of Asymmetry (Cambridge: Cambridge University Press, 2006).