Lu Xun Complete Works/zh-de/Ah Q

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The True Story of Ah Q (阿Q正传)

Lu Xun (鲁迅, Lǔ Xùn, 1881–1936)


中文(原文) Deutsch

阿Q正传⑴

  第一章 序

  我要给阿Q做正传,已经不止一两年了。但一面要做,一面又往回想,这足见我不是一个“立言”⑵的人,因为从来不朽之笔,须传不朽之人,于是人以文传,文以人传——究竟谁靠谁传,渐渐的不甚了然起来,而终于归接到传阿Q,仿佛思想里有鬼似的。

  然而要做这一篇速朽的文章,才下笔,便感到万分的困难了。第一是文章的名目。孔子曰,“名不正则言不顺”⑶。这原是应该极注意的。传的名目很繁多:列传,自传,内传⑷,外传,别传,家传,小传……,而可惜都不合。“列传”么,这一篇并非和许多阔人排在“正史”⑸里;“自传”么,我又并非就是阿Q。说是“外传”,“内传”在那里呢?倘用“内传”,阿Q又决不是神仙。“别传”呢,阿Q实在未曾有大总统上谕宣付国史馆立“本传”⑹——虽说英国正史上并无“博徒列传”,而文豪迭更司⑺也做过《博徒别传》这一部书,但文豪则可,在我辈却不可。其次是“家传”,则我既不知与阿Q是否同宗,也未曾受他子孙的拜托;或“小传”,则阿Q又更无别的“大传”了。总而言之,这一篇也便是“本传”,但从我的文章着想,因为文体卑下,是“引车卖浆者流”所用的话⑻,所以不敢僭称,便从不入三教九流的小说家⑼所谓“闲话休题言归正传”这一句套话里,取出“正传”两个字来,作为名目,即使与古人所撰《书法正传》⑽的“正传”字面上很相混,也顾不得了。

  第二,立传的通例,开首大抵该是“某,字某,某地人也”,而我并不知道阿Q姓什么。有一回,他似乎是姓赵,但第二日便模糊了。那是赵太爷的儿子进了秀才的时候,锣声镗镗的报到村里来,阿Q正喝了两碗黄酒,便手舞足蹈的说,这于他也很光采,因为他和赵太爷原来是本家,细细的排起来他还比秀才长三辈呢。其时几个旁听人倒也肃然的有些起敬了。那知道第二天,地保便叫阿Q到赵太爷家里去;太爷一见,满脸溅朱,喝道:

  “阿Q,你这浑小子!你说我是你的本家么?”

  阿Q不开口。

  赵太爷愈看愈生气了,抢进几步说:“你敢胡说!我怎么会有你这样的本家?你姓赵么?”

  阿Q不开口,想往后退了;赵太爷跳过去,给了他一个嘴巴。

  “你怎么会姓赵!——你那里配姓赵!”

  阿Q并没有抗辩他确凿姓赵,只用手摸着左颊,和地保退出去了;外面又被地保训斥了一番,谢了地保二百文酒钱。知道的人都说阿Q太荒唐,自己去招打;他大约未必姓赵,即使真姓赵,有赵太爷在这里,也不该如此胡说的。此后便再没有人提起他的氏族来,所以我终于不知道阿Q究竟什么姓。

  第三,我又不知道阿Q的名字是怎么写的。他活着的时候,人都叫他阿Quei,死了以后,便没有一个人再叫阿Quei了,那里还会有“著之竹帛”⑾的事。若论“著之竹帛”,这篇文章要算第一次,所以先遇着了这第一个难关。我曾仔细想:阿Quei,阿桂还是阿贵呢?倘使他号月亭,或者在八月间做过生日,那一定是阿桂了;而他既没有号——也许有号,只是没有人知道他,——又未尝散过生日征文的帖子:写作阿桂,是武断的。又倘使他有一位老兄或令弟叫阿富,那一定是阿贵了;而他又只是一个人:写作阿贵,也没有佐证的。其余音Quei的偏僻字样,更加凑不上了。先前,我也曾问过赵太爷的儿子茂才⑿先生,谁料博雅如此公,竟也茫然,但据结论说,是因为陈独秀办了《新青年》提倡洋字⒀,所以国粹沦亡,无可查考了。我的最后的手段,只有托一个同乡去查阿Q犯事的案卷,八个月之后才有回信,说案卷里并无与阿Quei的声音相近的人。我虽不知道是真没有,还是没有查,然而也再没有别的方法了。生怕注音字母还未通行,只好用了“洋字”,照英国流行的拼法写他为阿Quei,略作阿Q。这近于盲从《新青年》,自己也很抱歉,但茂才公尚且不知,我还有什么好办法呢。

  第四,是阿Q的籍贯了。倘他姓赵,则据现在好称郡望的老例,可以照《郡名百家姓》⒁上的注解,说是“陇西天水人也”,但可惜这姓是不甚可靠的,因此籍贯也就有些决不定。他虽然多住未庄,然而也常常宿在别处,不能说是未庄人,即使说是“未庄人也”,也仍然有乖史法的。

  我所聊以自慰的,是还有一个“阿”字非常正确,绝无附会假借的缺点,颇可以就正于通人。至于其余,却都非浅学所能穿凿,只希望有“历史癖与考据癖”的胡适之⒂先生的门人们,将来或者能够寻出许多新端绪来,但是我这《阿Q正传》到那时却又怕早经消灭了。

  以上可以算是序。

Die wahre Geschichte des Ah Q

Erstes Kapitel: Vorwort

Ich trage mich schon seit mehr als ein, zwei Jahren mit dem Gedanken, eine wahrheitsgetreue Lebensbeschreibung des Ah Q zu verfassen. Doch einerseits wollte ich es tun, andererseits zögerte ich stets – was hinlänglich beweist, dass ich kein Mann bin, der „bleibende Worte hinterlässt". Denn seit jeher bedarf ein unvergänglicher Pinsel eines unvergänglichen Helden, und so wird der Mensch durch die Schrift unsterblich und die Schrift durch den Menschen – wer letztlich wen unsterblich macht, wird allmählich ungewiss, bis man schließlich doch wieder bei Ah Q angelangt, als triebe ein Geist sein Unwesen in den Gedanken.

Will man aber diesen dem raschen Vergessen bestimmten Aufsatz zu Papier bringen, so stößt man beim ersten Federstrich auf tausenderlei Schwierigkeiten. Zunächst der Titel des Werkes. Konfuzius sprach: „Stimmt der Name nicht, so folgt die Rede nicht." Das ist in der Tat eine Sache, der man größte Beachtung schenken sollte. Es gibt vielerlei Arten von Biographien: Sammelbio­graphien, Auto­biographien, innere Biographien, äußere Biographien, Sonder­biographien, Familien­biographien, Kurzbiographien … – doch leider trifft keine davon zu. „Sammelbiographie"? Dieser Text ist nicht zusammen mit vielen Honoratioren in einer offiziellen Geschichte aufgereiht. „Autobiographie"? Ich bin schließlich nicht Ah Q. „Äußere Biographie"? Wo ist dann die „innere"? „Innere Biographie"? Ah Q war gewiss kein Unsterblicher. „Sonderbiographie"? Ah Q hat wahrlich nie den Erlass eines Präsidenten erhalten, der die Aufnahme in die Reichshistoriographie als „Hauptbiographie" anordnete – wenngleich es in der offiziellen englischen Geschichtsschreibung keine „Sammelbiographie der Spieler" gibt und der große Literat Dickens dennoch eine „Sonderbiographie eines Spielers" verfasst hat; was aber einem großen Literaten zusteht, gebührt unsereinem noch lange nicht. Ferner „Familienbiographie": Ich weiß weder, ob ich mit Ah Q desselben Stammes bin, noch hat mich einer seiner Nachkommen darum ersucht. „Kurzbiographie"? Ah Q besitzt erst recht keine andere „ausführliche Biographie". Kurz und gut – dieser Text ist im Grunde eine „Hauptbiographie"; doch wenn ich an meinen eigenen literarischen Stil denke – da er so niedrig ist, die Sprache der „Karrenknechte und Suppen­verkäufer" –, wage ich nicht, diesen hochtrabenden Titel zu beanspruchen. So habe ich denn aus der Floskel der geringgeschätzten Romanschreiber, die nicht einmal den drei Lehren und neun Schulen zugerechnet werden, „genug der Abschweifung, zurück zur wahren Geschichte", die beiden Zeichen für „wahre Geschichte" herausgezogen und als Titel verwendet; selbst wenn er sich mit der „wahren Überlieferung" der „Wahren Überlieferung der Kalligraphie" eines Autors der Antike überschneidet, so lässt sich das nicht mehr ändern.

Zweitens müsste eine Biographie nach allgemeinem Brauch mit der Formel „Herr So-und-so, mit dem Beinamen So-und-so, gebürtig aus dem-und-dem Ort" beginnen. Ich aber weiß nicht einmal, wie Ah Q mit Nachnamen heißt. Einmal schien es, als hieße er Zhao, doch schon am nächsten Tag war die Sache wieder unsicher. Das war nämlich so: Als der Sohn des Herrn Zhao den Grad eines Xiucai erlangte und man unter Trommelwirbel und Gongschlägen die frohe Botschaft ins Dorf brachte, hatte Ah Q gerade zwei Schalen Reiswein getrunken und sprang vor Freude umher, denn auch für ihn sei dies eine Ehre – schließlich sei er mit dem Herrn Zhao ursprünglich verwandt, und bei genauer Abzählung der Generationen stehe er sogar noch drei Stufen über dem frischgebackenen Xiucai. Da wurden einige Umstehende tatsächlich ehrfürchtig. Doch wer konnte ahnen, dass schon am nächsten Tag der Dorfpolizist Ah Q ins Haus des alten Herrn Zhao bestellte. Der Alte war kaum seiner ansichtig geworden, da lief er rot an und herrschte ihn an:

„Ah Q, du nichtsnutziger Lümmel! Hast du etwa behauptet, ich sei mit dir verwandt?"

Ah Q schwieg.

Der alte Herr Zhao wurde beim Hinsehen immer zorniger, stürmte ein paar Schritte vor und sagte: „Wie kannst du es wagen, solchen Unsinn zu reden! Wie sollte ich einen Verwandten wie dich haben? Heißt du etwa Zhao?"

Ah Q schwieg und wollte sich zurückziehen; doch der alte Herr Zhao sprang auf ihn zu und versetzte ihm eine Ohrfeige.

„Wie kannst du Zhao heißen! – Es steht dir gar nicht zu, Zhao zu heißen!"

Ah Q erhob keinen Einspruch, dass er tatsächlich Zhao hieß, sondern rieb sich nur die linke Wange und ging mit dem Dorfpolizisten hinaus, wobei er draußen noch einmal zurechtgewiesen wurde und dem Dorfpolizisten zweihundert Wen Trinkgeld bezahlte. Alle, die davon erfuhren, sagten, Ah Q sei geradezu unverschämt gewesen, sich seine Prügel selbst abzuholen; er heiße vermutlich gar nicht Zhao, und selbst wenn er wirklich so hieße, hätte er – wo doch der alte Herr Zhao vor Ort war – so etwas Ungehöriges nicht behaupten dürfen. Von da an erwähnte niemand mehr seine Abstammung, und so habe ich bis heute nicht in Erfahrung gebracht, wie Ah Q wirklich mit Nachnamen heißt.

Drittens weiß ich auch nicht, wie man Ah Qs Vornamen schreibt. Als er noch lebte, nannten ihn alle Ah Quei; nach seinem Tod rief ihn niemand mehr Ah Quei – und wie hätte er es dann je zu einer schriftlichen Überlieferung bringen können? Dies hier ist in der Tat das erste Mal, dass er zu Papier gebracht wird; daher stößt man auch gleich auf das erste Hindernis. Ich habe lange gegrübelt: Ah Quei – schreibt man das mit dem Zeichen 桂 (Lorbeer) oder 贵 (edel)? Hätte er den Beinamen „Mondpavillon" oder im achten Monat Geburtstag gehabt, wäre es sicher das Zeichen für „Lorbeer" gewesen. Doch er hatte keinen Beinamen – vielleicht doch, nur wusste niemand davon – und hat auch nie Einladungskarten zu einem Geburtstagsfest verschickt; das Zeichen „Lorbeer" zu schreiben, wäre also willkürlich. Hätte er ferner einen älteren Bruder oder jüngeren Bruder namens „Ah Fu" (Reichtum), dann wäre es sicher das Zeichen „edel" gewesen. Doch er war ein Einzelgänger: auch für „edel" fehlt jeder Beweis. Andere abgelegene Schriftzeichen mit dem Laut „Quei" passen erst recht nicht. Ich hatte einmal den Sohn des alten Herrn Zhao, den Herrn „Maocai", danach gefragt; doch selbst dieser Gelehrte wusste keinen Rat, sagte aber abschließend, das liege daran, dass Chen Duxiu mit seiner Zeitschrift „Neue Jugend" lateinische Buchstaben propagiert habe, so dass das nationale Erbe verfallen und jede Nachforschung unmöglich geworden sei. Mein letzter Ausweg war, einen Landsmann zu bitten, in den Gerichtsakten von Ah Qs Strafverfahren nachzuschlagen. Acht Monate später kam die Antwort: In den Akten finde sich kein Name, der dem Klang „Ah Quei" nahekäme. Ob tatsächlich keiner dort stand oder ob man einfach nicht nachgesehen hatte, weiß ich nicht, doch weitere Möglichkeiten gab es nicht mehr. Da die Lautschrift wohl noch nicht verbreitet genug war, blieb mir nur die „Lateinschrift" und die in England gebräuchliche Schreibweise „Ah Quei", abgekürzt „Ah Q". Das ist zwar fast schon eine blinde Nachahmung der „Neuen Jugend", und es tut mir selbst leid; doch wenn selbst der hochgelehrte Herr Maocai es nicht weiß – was für einen besseren Ausweg hätte ich dann?

Viertens Ah Qs Geburtsort. Wenn er tatsächlich Zhao hieße, könnte man nach dem heutigen Brauch, mit seinen Stammlanden zu prahlen, gemäß den Anmerkungen im „Hundert-Familiennamen nach Landkreisen" sagen: „gebürtig aus Tianshui, Longxi"; doch leider ist dieser Nachname nicht gerade verlässlich, und daher bleibt auch der Herkunftsort unsicher. Obwohl er meistens im Dorf Weizhuang wohnte, übernachtete er auch häufig anderswo und kann nicht einfach als „Weizhuanger" bezeichnet werden; und selbst wenn man schriebe „gebürtig aus Weizhuang", verstieße auch das gegen die Regeln der Geschichtsschreibung.

Was mir zum Trost gereicht, ist, dass wenigstens das Wort „Ah" völlig richtig ist, frei von jeder willkürlichen Zuschreibung, und sich getrost den Gelehrten zur Prüfung vorlegen lässt. Was alles Übrige betrifft, so übersteigt es mein bescheidenes Wissen; ich kann nur hoffen, dass die Schüler des Herrn Hu Shizhi, der sich rühmt, einen „Hang zur Geschichte und zur Textkritik" zu haben, in Zukunft vielleicht manch neue Spur aufdecken werden. Doch bis dahin wird meine „Wahre Geschichte des Ah Q" wohl längst in Vergessenheit geraten sein.

Soweit also das Vorwort.

第二章 优胜记略

  阿Q不独是姓名籍贯有些渺茫,连他先前的“行状”⒃也渺茫。因为未庄的人们之于阿Q,只要他帮忙,只拿他玩笑,从来没有留心他的“行状”的。而阿Q自己也不说,独有和别人口角的时候,间或瞪着眼睛道:

  “我们先前——比你阔的多啦!你算是什么东西!”

  阿Q没有家,住在未庄的土谷祠⒄里;也没有固定的职业,只给人家做短工,割麦便割麦,舂米便舂米,撑船便撑船。工作略长久时,他也或住在临时主人的家里,但一完就走了。所以,人们忙碌的时候,也还记起阿Q来,然而记起的是做工,并不是“行状”;一闲空,连阿Q都早忘却,更不必说“行状”了。只是有一回,有一个老头子颂扬说:“阿Q真能做!”这时阿Q赤着膊,懒洋洋的瘦伶仃的正在他面前,别人也摸不着这话是真心还是讥笑,然而阿Q很喜欢。

  阿Q又很自尊,所有未庄的居民,全不在他眼神里,甚而至于对于两位“文童”⒅也有以为不值一笑的神情。夫文童者,将来恐怕要变秀才者也;赵太爷钱太爷大受居民的尊敬,除有钱之外,就因为都是文童的爹爹,而阿Q在精神上独不表格外的崇奉,他想:我的儿子会阔得多啦!加以进了几回城,阿Q自然更自负,然而他又很鄙薄城里人,譬如用三尺三寸宽的木板做成的凳子,未庄人叫“长凳”,他也叫“长凳”,城里人却叫“条凳”,他想:这是错的,可笑!油煎大头鱼,未庄都加上半寸长的葱叶,城里却加上切细的葱丝,他想:这也是错的,可笑!然而未庄人真是不见世面的可笑的乡下人呵,他们没有见过城里的煎鱼!

  阿Q“先前阔”,见识高,而且“真能做”,本来几乎是一个“完人”了,但可惜他体质上还有一些缺点。最恼人的是在他头皮上,颇有几处不知于何时的癞疮疤。这虽然也在他身上,而看阿Q的意思,倒也似乎以为不足贵的,因为他讳说“癞”以及一切近于“赖”的音,后来推而广之,“光”也讳,“亮”也讳,再后来,连“灯”“烛”都讳了。一犯讳,不问有心与无心,阿Q便全疤通红的发起怒来,估量了对手,口讷的他便骂,气力小的他便打;然而不知怎么一回事,总还是阿Q吃亏的时候多。于是他渐渐的变换了方针,大抵改为怒目而视了。

  谁知道阿Q采用怒目主义之后,未庄的闲人们便愈喜欢玩笑他。一见面,他们便假作吃惊的说:

  哙,亮起来了。”

  阿Q照例的发了怒,他怒目而视了。

  “原来有保险灯在这里!”他们并不怕。

  阿Q没有法,只得另外想出报复的话来:

  “你还不配……”这时候,又仿佛在他头上的是一种高尚的光容的癞头疮,并非平常的癞头疮了;但上文说过,阿Q是有见识的,他立刻知道和“犯忌”有点抵触,便不再往底下说。

  闲人还不完,只撩他,于是终而至于打。阿Q在形式上打败了,被人揪住黄辫子,在壁上碰了四五个响头,闲人这才心满意足的得胜的走了,阿Q站了一刻,心里想,“我总算被儿子打了,现在的世界真不像样……”于是也心满意足的得胜的走了。

  阿Q想在心里的,后来每每说出口来,所以凡是和阿Q玩笑的人们,几乎全知道他有这一种精神上的胜利法,此后每逢揪住他黄辫子的时候,人就先一着对他说:

  “阿Q,这不是儿子打老子,是人打畜生。自己说:人打畜生!”

  阿Q两只手都捏住了自己的辫根,歪着头,说道:

  “打虫豸,好不好?我是虫豸——还不放么?”

  但虽然是虫豸,闲人也并不放,仍旧在就近什么地方给他碰了五六个响头,这才心满意足的得胜的走了,他以为阿Q这回可遭了瘟。然而不到十秒钟,阿Q也心满意足的得胜的走了,他觉得他是第一个能够自轻自贱的人,除了“自轻自贱”不算外,余下的就是“第一个”。状元⒆不也是“第一个”么?“你算是什么东西”呢!?

  阿Q以如是等等妙法克服怨敌之后,便愉快的跑到酒店里喝几碗酒,又和别人调笑一通,口角一通,又得了胜,愉快的回到土谷祠,放倒头睡着了。假使有钱,他便去押牌宝⒇,一推人蹲在地面上,阿Q即汗流满面的夹在这中间,声音他最响:

  “青龙四百!”

  “咳~~开~~啦!”桩家揭开盒子盖,也是汗流满面的唱。“天门啦~~角回啦~~!人和穿堂空在那里啦~~!阿Q的铜钱拿过来~~!”

  “穿堂一百——一百五十!”

  阿Q的钱便在这样的歌吟之下,渐渐的输入别个汗流满面的人物的腰间。他终于只好挤出堆外,站在后面看,替别人着急,一直到散场,然后恋恋的回到土谷祠,第二天,肿着眼睛去工作。

  但真所谓“塞翁失马安知非福”①罢,阿Q不幸而赢了一回,他倒几乎失败了。

  这是未庄赛神②的晚上。这晚上照例有一台戏,戏台左近,也照例有许多的赌摊。做戏的锣鼓,在阿Q耳朵里仿佛在十里之外;他只听得桩家的歌唱了。他赢而又赢,铜钱变成角洋,角洋变成大洋,大洋又成了叠。他兴高采烈得非常:

  “天门两块!”

  他不知道谁和谁为什么打起架来了。骂声打声脚步声,昏头昏脑的一大阵,他才爬起来,赌摊不见了,人们也不见了,身上有几处很似乎有些痛,似乎也挨了几拳几脚似的,几个人诧异的对他看。他如有所失的走进土谷祠,定一定神,知道他的一堆洋钱不见了。赶赛会的赌摊多不是本村人,还到那里去寻根柢呢?

  很白很亮的一堆洋钱!而且是他的——现在不见了!说是算被儿子拿去了罢,总还是忽忽不乐;说自己是虫豸罢,也还是忽忽不乐:他这回才有些感到失败的苦痛了。

  但他立刻转败为胜了。他擎起右手,用力的在自己脸上连打了两个嘴巴,热剌剌的有些痛;打完之后,便心平气和起来,似乎打的是自己,被打的是别一个自己,不久也就仿佛是自己打了别个一般,——虽然还有些热剌剌,——心满意足的得胜的躺下了。

  他睡着了。

Zweites Kapitel: Abriss der Siege

Nicht nur waren Ah Qs Nachname und Herkunft einigermaßen im Dunkeln – auch sein früherer Lebenslauf lag im Nebel. Denn die Leute von Weizhuang ließen ihn zwar Gelegenheitsarbeiten erledigen und trieben ihren Spaß mit ihm, doch auf seinen Lebenslauf hatte nie jemand geachtet. Und Ah Q selbst sprach auch nicht davon; nur wenn er mit anderen in Streit geriet, funkelte er bisweilen mit den Augen und sagte:

„Wir waren früher – viel vornehmer als du! Was bildest du dir ein!"

Ah Q hatte keine Familie und wohnte im Tuguci-Tempel von Weizhuang; auch hatte er keinen festen Beruf und verdingte sich nur als Tagelöhner: Wenn es Weizen zu schneiden galt, schnitt er Weizen; wenn Reis zu stampfen war, stampfte er Reis; wenn ein Boot gesteuert werden musste, steuerte er das Boot. Dauerte die Arbeit etwas länger, wohnte er auch beim jeweiligen Arbeitgeber, ging aber sofort, sobald die Arbeit getan war. Wenn die Leute also viel zu tun hatten, erinnerten sie sich noch an Ah Q – doch sie erinnerten sich an den Arbeiter, nicht an seinen „Lebenslauf"; und wenn sie nichts zu tun hatten, vergaßen sie sogar Ah Q, ganz zu schweigen von seinem Lebenslauf. Nur einmal lobte ein alter Mann anerkennend: „Ah Q, der kann wirklich was!" Ah Q stand gerade mit nacktem Oberkörper, mager und schlapp, vor ihm, und die anderen wussten nicht recht, ob das Lob ernst gemeint oder spöttisch war. Ah Q aber freute sich sehr.

Ah Q war überdies äußerst stolz: Sämtliche Bewohner Weizhuangs waren in seinen Augen nichts wert, und selbst die beiden „Literatenschüler" betrachtete er als kaum eines Lächelns würdig. Diese Literatenschüler, das muss man wissen, waren angehende Xiucai; der alte Herr Zhao und der alte Herr Qian wurden von den Dorfbewohnern hoch geachtet, und dies nicht nur, weil sie wohlhabend waren, sondern vor allem, weil sie die Väter von Literatenschülern waren. Doch Ah Q allein zollte ihnen im Geiste keine besondere Verehrung. Er dachte: Mein Sohn wird es einmal viel weiter bringen! Zudem war Ah Q einige Male in die Stadt gegangen, was ihn natürlich noch stolzer machte. Gleichzeitig verachtete er die Städter zutiefst. Zum Beispiel das Sitzmöbel aus dreidreiviertel Zoll breiten Brettern: Die Leute in Weizhuang nannten es „Langbank", und so nannte er es auch; die Städter aber sagten „Leistenbank" – das sei doch falsch und lächerlich! Oder gebratener Dickfisch: In Weizhuang gab man einen halben Zoll lange Lauchblätter dazu, in der Stadt aber feingeschnittene Lauchstreifen – auch das sei falsch und lächerlich! Und doch, die Leute von Weizhuang waren wirklich lächerliche Hinterwäldler, die noch nie den Bratfisch der Stadt gesehen hatten!

Ah Q war „einst vornehm" gewesen, hatte eine überlegene Bildung und konnte obendrein „wirklich was" – ein beinahe „vollkommener Mensch" also. Leider wies sein Körper doch einige Makel auf. Am ärgerlichsten waren ein paar Stellen auf seinem Kopf, wo er – wann auch immer – krustige Grindflechten bekommen hatte. Obwohl diese an seinem eigenen Körper saßen, schien Ah Q der Meinung zu sein, sie seien nicht der Rede wert. Darum vermied er jede Erwähnung von „Grind" und aller Wörter, die an „Grind" anklingen, erweiterte das Tabu nach und nach auf „glänzend", dann auf „hell", und schließlich sogar auf „Lampe" und „Kerze". Wurde eines dieser Wörter ausgesprochen, ob absichtlich oder versehentlich, wurde Ah Q über seine sämtlichen Narben hinweg puterrot vor Zorn: Er schätzte seinen Gegner ab – war der Mundwerk schwach, beschimpfte er ihn; war er körperlich schwächer, schlug er zu. Doch merkwürdigerweise zog Ah Q in der Regel den Kürzeren. Da änderte er allmählich seine Taktik und beschränkte sich meist auf böse Blicke.

Doch wer hätte gedacht, dass die Müßiggänger von Weizhuang, seit Ah Q die Strategie der finsteren Blicke verfolgte, umso lieber ihren Spaß mit ihm trieben! Sobald sie seiner ansichtig wurden, taten sie erschrocken und sagten:

„Holla, es wird hell!"

Ah Q wurde wie gewohnt wütend und funkelte sie böse an.

„Na klar, da ist ja eine Sicherheitslampe!" Sie fürchteten sich nicht im Geringsten.

Ah Q wusste sich keinen Rat und musste sich etwas anderes zur Vergeltung einfallen lassen:

„Ihr seid es nicht einmal wert …" In diesem Augenblick war es ihm, als seien die Grindstellen auf seinem Kopf eine Art erhabener, strahlender Schmuck und keineswegs gewöhnlicher Grind. Doch wie oben erwähnt, Ah Q war ein Mann von Einsicht: Er erkannte sofort, dass dies etwas mit dem Tabu kollidierte, und sprach nicht weiter.

Die Müßiggänger ließen aber nicht locker und reizten ihn weiter, bis es schließlich zur Schlägerei kam. Ah Q unterlag der Form nach, wurde am gelben Zopf gepackt und prallte vier-, fünfmal mit dem Kopf gegen die Wand. Erst dann gingen die Müßiggänger zufrieden und siegesgewiss davon. Ah Q stand einen Moment da und dachte: „Immerhin bin ich von meinen Söhnen geschlagen worden – die Welt von heute taugt wirklich nichts mehr …" Und auch er ging zufrieden und siegesgewiss davon.

Was Ah Q sich im Stillen dachte, sprach er bald auch laut aus, und so erfuhren fast alle, die ihren Spaß mit ihm trieben, von dieser Methode des geistigen Sieges. Fortan, wenn sie ihn am gelben Zopf gepackt hatten, kamen sie ihm zuvor und sagten:

„Ah Q, das ist nicht der Sohn, der den Vater schlägt – das ist ein Mensch, der ein Tier schlägt. Sag selbst: Ein Mensch schlägt ein Tier!"

Ah Q umklammerte mit beiden Händen seinen Zopfansatz, legte den Kopf schief und sagte:

„Schlagt ein Würmchen, ja? Ich bin ein Würmchen – lasst ihr mich jetzt los?"

Doch obwohl er ein Würmchen war, ließen die Müßiggänger nicht von ihm ab: Sie stießen seinen Kopf noch fünf-, sechsmal irgendwo dagegen und gingen erst dann zufrieden und siegesgewiss davon, in der Überzeugung, dass Ah Q diesmal wohl die Pest gekriegt habe. Doch keine zehn Sekunden später ging auch Ah Q zufrieden und siegesgewiss davon. Er fühlte sich als der Erste, der imstande war, sich selbst geringzuschätzen und zu erniedrigen, und wenn man das „Sich-selbst-Geringschätzen" einmal abzog, blieb immer noch „der Erste" übrig. War nicht auch der Zhuangyuan „der Erste"? „Was bildet ihr euch ein!"

Nachdem Ah Q seine Feinde mit solcherlei wunderbaren Methoden besiegt hatte, lief er fröhlich in die Schenke, trank ein paar Schalen Wein, scherzte und stritt mit den anderen, errang wieder einen Sieg und kehrte vergnügt zum Tuguci-Tempel zurück, wo er sich hinlegte und sofort einschlief. Hatte er Geld, ging er zum Glücksspiel. Ein Haufen Männer hockte auf dem Boden, und Ah Q zwängte sich schweißüberströmt dazwischen, wobei seine Stimme die lauteste war:

„Blauer Drache, vierhundert!"

„Hach – aufgedeckt!" rief der Bankhalter, ebenso schweißtriefend, und sang: „Himmelstor – die Ecke zurück! Mensch-und-Durchgang leer! Ah Qs Kupfermünzen her!"

„Durchgang hundert – hundertfünfzig!"

Unter solchem Singsang wanderten Ah Qs Münzen nach und nach in die Gürtel anderer schweißgebadeter Gesellen. Schließlich musste er sich aus dem Gedränge zwängen, blieb dahinter stehen und bangte für andere, bis die Runde vorbei war. Dann kehrte er sehnsüchtig zum Tuguci-Tempel zurück und ging am nächsten Tag mit verschwollenen Augen zur Arbeit.

Doch „ein Unglück birgt oft ein Glück, wie hätte der alte Mann am Grenzpass es ahnen können": Eines Tages gewann Ah Q – und damit wäre er beinahe gescheitert.

Es war am Abend des Götterfestes in Weizhuang. An diesem Abend gab es wie üblich eine Theateraufführung, und in der Nähe der Bühne wie üblich zahlreiche Spielstände. Die Trommeln und Gongs der Aufführung klangen für Ah Qs Ohren, als wären sie zehn Meilen entfernt; er hörte nur den Singsang des Bankhalters. Er gewann und gewann: Kupfermünzen wurden zu Silbergroschen, Silbergroschen zu Silberdollars, Silberdollars wuchsen zu einem Stapel an. Er war außer sich vor Freude:

„Himmelstor, zwei Dollar!"

Er wusste nicht, wer mit wem und warum eine Schlägerei angefangen hatte. Flüche, Schläge, Schritte – ein einziges Durcheinander tobte um seinen benommenen Kopf, bis er sich endlich aufrappelte: Der Spieltisch war verschwunden, die Leute waren verschwunden, und an mehreren Stellen seines Körpers schien es ein wenig zu schmerzen, als hätte er ein paar Faustschläge und Tritte abbekommen. Ein paar Leute starrten ihn verwundert an. Er taumelte wie betäubt zum Tuguci-Tempel zurück, sammelte seine Gedanken und stellte fest, dass sein Stapel Silberdollar verschwunden war. Die Spieler am Festmarkt kamen meistens von auswärts – wo sollte man da noch nach den Schuldigen suchen?

Ein so schöner, so glänzender Haufen Silberdollars! Und es waren seine gewesen – und nun waren sie weg! Sich einzureden, seine Söhne hätten sie mitgenommen, war auch kein rechter Trost; sich ein Würmchen zu nennen, war auch kein Trost: Dieses Mal empfand er wirklich den Schmerz der Niederlage.

Doch sogleich verwandelte er die Niederlage in einen Sieg. Er hob die rechte Hand und versetzte sich selbst zwei kräftige Ohrfeigen. Es brannte ziemlich. Danach beruhigte er sich, als hätte er sich selbst geschlagen und als wäre der Geschlagene ein anderer – ja, bald war es, als hätte er jemand anderen geschlagen – und trotz des leichten Brennens legte er sich zufrieden und siegesgewiss nieder.

Er schlief ein.

第三章 续优胜记略

  然而阿Q虽然常优胜,却直待蒙赵太爷打他嘴巴之后,这才出了名。

  他付过地保二百文酒钱,愤愤的躺下了,后来想:“现在的世界太不成话,儿子打老子……”于是忽而想到赵太爷的威风,而现在是他的儿子了,便自己也渐渐的得意起来,爬起身,唱着《小孤孀上坟》③到酒店去。这时候,他又觉得赵太爷高人一等了。

  说也奇怪,从此之后,果然大家也仿佛格外尊敬他。这在阿Q,或者以为因为他是赵太爷的父亲,而其实也不然。未庄通例,倘如阿七打阿八,或者李四打张三,向来本不算口碑。一上口碑,则打的既有名,被打的也就托庇有了名。至于错在阿Q,那自然是不必说。所以者何?就因为赵太爷是不会错的。但他既然错,为什么大家又仿佛格外尊敬他呢?这可难解,穿凿起来说,或者因为阿Q说是赵太爷的本家,虽然挨了打,大家也还怕有些真,总不如尊敬一些稳当。否则,也如孔庙里的太牢④一般,虽然与猪羊一样,同是畜生,但既经圣人下箸,先儒们便不敢妄动了。

  阿Q此后倒得意了许多年。

  有一年的春天,他醉醺醺的在街上走,在墙根的日光下,看见王胡在那里赤着膊捉虱子,他忽然觉得身上也痒起来了。这王胡,又癞又胡,别人都叫他王癞胡,阿Q却删去了一个癞字,然而非常渺视他。阿Q的意思,以为癞是不足为奇的,只有这一部络腮胡子,实在太新奇,令人看不上眼。他于是并排坐下去了。倘是别的闲人们,阿Q本不敢大意坐下去。但这王胡旁边,他有什么怕呢?老实说:他肯坐下去,简直还是抬举他。

  阿Q也脱下破夹袄来,翻检了一回,不知道因为新洗呢还是因为粗心,许多工夫,只捉到三四个。他看那王胡,却是一个又一个,两个又三个,只放在嘴里毕毕剥剥的响。

  阿Q最初是失望,后来却不平了:看不上眼的王胡尚且那么多,自己倒反这样少,这是怎样的大失体统的事呵!他很想寻一两个大的,然而竟没有,好容易才捉到一个中的,恨恨的塞在厚嘴唇里,狠命一咬,劈的一声,又不及王胡的响。

  他癞疮疤块块通红了,将衣服摔在地上,吐一口唾沫,说:

  “这毛虫!”

  “癞皮狗,你骂谁?”王胡轻蔑的抬起眼来说。

  阿Q近来虽然比较的受人尊敬,自己也更高傲些,但和那些打惯的闲人们见面还胆怯,独有这回却非常武勇了。这样满脸胡子的东西,也敢出言无状么?

  “谁认便骂谁!”他站起来,两手叉在腰间说。

  “你的骨头痒了么?”王胡也站起来,披上衣服说。

  阿Q以为他要逃了,抢进去就是一拳。这拳头还未达到身上,已经被他抓住了,只一拉,阿Q跄跄踉踉的跌进去,立刻又被王胡扭住了辫子,要拉到墙上照例去碰头。

  “‘君子动口不动手’!”阿Q歪着头说。

  王胡似乎不是君子,并不理会,一连给他碰了五下,又用力的一推,至于阿Q跌出六尺多远,这才满足的去了。

  在阿Q的记忆上,这大约要算是生平第一件的屈辱,因为王胡以络腮胡子的缺点,向来只被他奚落,从没有奚落他,更不必说动手了。而他现在竟动手,很意外,难道真如市上所说,皇帝已经停了考⑤,不要秀才和举人了,因此赵家减了威风,因此他们也便小觑了他么?

  阿Q无可适从的站着。

  远远的走来了一个人,他的对头又到了。这也是阿Q最厌恶的一个人,就是钱太爷的大儿子。他先前跑上城里去进洋学堂,不知怎么又跑到东洋去了,半年之后他回到家里来,腿也直了,辫子也不见了,他的母亲大哭了十几场,他的老婆跳了三回井。后来,他的母亲到处说,“这辫子是被坏人灌醉了酒剪去了。本来可以做大官,现在只好等留长再说了。”然而阿Q不肯信,偏称他“假洋鬼子”,也叫作“里通外国的人”,一见他,一定在肚子里暗暗的咒骂。

  阿Q尤其“深恶而痛绝之”的,是他的一条假辫子。辫子而至*诩伲褪敲挥*了做人的资格;他的老婆不跳第四回井,也不是好女人。

  这“假洋鬼子”近来了。

  秃儿。驴……”阿Q历来本只在肚子里骂,没有出过声,这回因为正气忿,因为要报仇,便不由的轻轻的说出来了。

  不料这秃儿却拿着一支黄漆的棍子——就是阿Q所谓哭丧棒⑥——大蹋步走了过来。阿Q在这刹那,便知道大约要打了,赶紧抽紧筋骨,耸了肩膀等候着,果然,拍的一声,似乎确凿打在自己头上了。

  “我说他!”阿Q指着近旁的一个孩子,分辩说。

  拍!拍拍!

  在阿Q的记忆上,这大约要算是生平第二件的屈辱。幸而拍拍的响了之后,于他倒似乎完结了一件事,反而觉得轻松些,而且“忘却”这一件祖传的宝贝也发生了效力,他慢慢的走,将到酒店门口,早已有些高兴了。

  但对面走来了静修庵里的小尼姑。阿Q便在平时,看见伊也一定要唾骂,而况在屈辱之后呢?他于是发生了回忆,又发生了敌忾了。

  “我不知道我今天为什么这样晦气,原来就因为见了你!”他想。

  他迎上去,大声的吐一口唾沫:

  “咳,呸!”

  小尼姑全不睬,低了头只是走。阿Q走近伊身旁,突然伸出手去摩着伊新剃的头皮,呆笑着,说:

  “秃儿!快回去,和尚等着你……”

  “你怎么动手动脚……”尼姑满脸通红的说,一面赶快走。

  酒店里的人大笑了。阿Q看见自己的勋业得了赏识,便愈加兴高采烈起来:

  “和尚动得,我动不得?”他扭住伊的面颊。

  酒店里的人大笑了。阿Q更得意,而且为了满足那些赏鉴家起见,再用力的一拧,才放手。

  他这一战,早忘却了王胡,也忘却了假洋鬼子,似乎对于今天的一切“晦气”都报了仇;而且奇怪,又仿佛全身比拍拍的响了之后轻松,飘飘然的似乎要飞去了。

  “这断子绝孙的阿Q!”远远地听得小尼姑的带哭的声音。

  “哈哈哈!”阿Q十分得意的笑。

  “哈哈哈!”酒店里的人也九分得意的笑。

Drittes Kapitel: Weitere Siege

Obwohl Ah Q häufig als Sieger hervorging, erlangte er doch erst Berühmtheit, nachdem er vom alten Herrn Zhao geohrfeigt worden war.

Er hatte dem Dorfpolizisten die zweihundert Wen Trinkgeld bezahlt und sich wütend hingelegt. Später dachte er: „Die Welt von heute ist wirklich unter aller Würde – der Sohn schlägt den Vater …" Und plötzlich dachte er an die Würde des alten Herrn Zhao – und da der ja nun sein Sohn war – und nach und nach heiter geworden, stand er auf und sang „Das Waisenkind am Grabe" auf dem Weg zur Schenke. Und nun kam es ihm tatsächlich so vor, als stehe der alte Herr Zhao über allen anderen.

Merkwürdig genug: Von diesem Tage an schien jedermann ihn tatsächlich etwas mehr zu respektieren. In Ah Qs Augen lag das natürlich daran, dass er der Vater des alten Herrn Zhao war – doch in Wahrheit verhielt es sich anders. In Weizhuang galt die Regel: Wenn Ah Sieben den Ah Acht schlug oder Li Vier den Zhang Drei, ging das niemals als Neuigkeit durch. Erst wenn etwas zum Gerede wurde, war der Schlagende berühmt, und der Geschlagene wurde gleichfalls bekannt – durch Protektion gewissermaßen. Dass der Fehler bei Ah Q gelegen hatte, verstand sich von selbst. Und warum? Weil der alte Herr Zhao unmöglich unrecht haben konnte. Aber wenn Ah Q im Unrecht war, warum respektierte man ihn dann mehr? Schwer zu erklären; man könnte sagen: Weil Ah Q behauptet hatte, vom selben Clan zu sein wie der alte Herr Zhao, und obwohl er Prügel bekam, fürchteten die Leute, es könnte doch etwas Wahres daran sein, und hielten es für klüger, ihn lieber respektvoll zu behandeln. Oder wie mit dem großen Opfertier im Konfuziustempel: Obwohl es, ebenso wie Schweine und Schafe, nur Vieh war, wagte nach den heiligen Meistern niemand mehr, es anzurühren, weil der Weise seine Stäbchen hineingesteckt hatte.

Ah Q hatte danach viele Jahre ein recht zufriedenes Dasein.

In einem Frühling torkelte er betrunken durch die Straße und sah im Sonnenschein an einer Mauer Wang Hu sitzen, der sich mit nacktem Oberkörper die Läuse suchte. Da begann es auch ihn am ganzen Leib zu jucken. Dieser Wang Hu war sowohl von der Krätze befallen als auch bärtig, und alle nannten ihn „Wang den Krätzbärtigen", doch Ah Q ließ das Wort „krätzig" weg – verachtete ihn aber zutiefst. Seiner Meinung nach war Krätze nichts Besonderes; allein dieser Vollbart war wahrhaft kurios und eines Blickes unwürdig. So setzte er sich neben ihn. Bei jedem anderen Müßiggänger hätte Ah Q sich nicht so bedenkenlos hingesetzt, aber neben Wang Hu – wovor sollte er sich da fürchten? Ehrlich gesagt: Dass er sich überhaupt hinsetzte, war schon eine Ehre für den.

Ah Q zog ebenfalls seine löchrige Jacke aus, suchte sie eine Weile ab, fand aber – ob weil sie frisch gewaschen oder weil er nachlässig war – nach langer Mühe nur drei oder vier Stück. Wang Hu dagegen fand eine nach der anderen, zwei, drei in Folge, und ließ sie zwischen den Lippen prasseln.

Zuerst war Ah Q enttäuscht, dann empört: Selbst der verachtenswerte Wang Hu hatte so viele, und er selbst so wenige – was für eine Blamage! Er suchte fieberhaft nach einer oder zwei großen, fand aber keine; mit Müh und Not erwischte er eine mittlere, klemmte sie wütend zwischen die dicken Lippen und biss kräftig zu – knack –, doch es klang nicht so laut wie bei Wang Hu.

Alle seine Narben liefen rot an. Er warf die Jacke auf den Boden, spuckte aus und sagte:

„Diese Raupe!"

„Räudiger Köter, wen schimpfst du?" Wang Hu blickte verächtlich auf.

In letzter Zeit war Ah Q zwar etwas angesehener geworden und hatte auch mehr Stolz gefasst, aber wenn er den gewohnten Schlägern begegnete, wurde ihm doch bänglich. Nur diesmal war er ausnehmend mutig. Wie konnte so ein bärtiges Etwas es wagen, frech zu werden?

„Wen's trifft, den trifft's!" Er stand auf, die Hände in die Hüften gestemmt.

„Jucken dir die Knochen?" Wang Hu stand ebenfalls auf und zog seine Jacke über.

Ah Q meinte, er wolle fliehen, stürzte vor und holte zum Fausthieb aus. Doch bevor die Faust auftraf, hatte Wang Hu sie schon gepackt. Ein Ruck, und Ah Q taumelte vorwärts; im selben Augenblick hatte Wang Hu ihn am Zopf gepackt und wollte ihn wie üblich mit dem Kopf gegen die Mauer stoßen.

„‚Ein Edler kämpft mit dem Mund, nicht mit den Fäusten!'" sagte Ah Q mit schiefem Kopf.

Wang Hu schien kein Edler zu sein: Er ignorierte die Bemerkung, stieß ihm fünfmal hintereinander den Kopf gegen die Mauer und schubste ihn so kräftig weg, dass Ah Q über sechs Fuß weit flog. Erst dann ging Wang Hu befriedigt davon.

In Ah Qs Gedächtnis dürfte dies wohl die erste große Demütigung seines Lebens gewesen sein, denn Wang Hu war wegen seines abstoßenden Vollbarts stets nur von ihm verspottet worden – verspottet worden war der andere, nie er! Vom Zuschlagen ganz zu schweigen. Und nun hatte der wirklich zugeschlagen – ganz unerhört! Sollten die Gerüchte vom Markt tatsächlich stimmen, dass der Kaiser die Prüfungen abgeschafft hatte und man keine Xiucai und Juren mehr brauchte, weshalb das Ansehen der Familie Zhao gesunken war und sie ihn deshalb geringschätzten?

Ah Q stand ratlos da.

Von weitem kam ein Mann auf ihn zu: wieder einer seiner Erzfeinde. Es war die Person, die Ah Q am meisten verabscheute – der älteste Sohn des alten Herrn Qian. Dieser war zuvor in die Stadt gegangen, um eine ausländische Schule zu besuchen, war dann aus irgendeinem Grund nach Japan gegangen und nach einem halben Jahr zurückgekehrt – mit geraden Beinen, aber ohne Zopf. Seine Mutter hatte zehn Mal geweint, seine Frau dreimal versucht, sich in den Brunnen zu stürzen. Später erzählte seine Mutter überall: „Den Zopf haben ihm Schurken abgeschnitten, nachdem sie ihn betrunken gemacht hatten. Eigentlich hätte er ein hoher Beamter werden können; nun muss er warten, bis der Zopf nachgewachsen ist." Ah Q aber glaubte das nicht, nannte ihn beharrlich „Schein-Fremdteufel" und auch „Vaterlandsverräter", und sobald er ihn sah, verfluchte er ihn insgeheim.

Was Ah Q ganz besonders „zutiefst verabscheute", war sein falscher Zopf. Wenn ein Zopf sogar falsch war, dann hatte man die Berechtigung verloren, ein Mensch zu sein; und wenn seine Frau sich nicht ein viertes Mal in den Brunnen stürzte, war auch sie keine anständige Frau.

Dieser „Schein-Fremdteufel" kam näher.

„Glatzkopf. Esel …" Ah Q hatte solche Schimpfwörter bisher immer nur in seinem Innern gemurmelt, nie laut ausgesprochen. Doch diesmal – weil er gerade aufgebracht war und Rache nehmen wollte – entschlüpften ihm die Worte unwillkürlich leise.

Doch der Glatzkopf kam mit einem gelbem Stock – den Ah Q als „Trauerstab" bezeichnete – in großen Schritten auf ihn zu. In diesem Augenblick wusste Ah Q: Jetzt gibt es Schläge! Rasch spannte er alle Muskeln an, zog die Schultern hoch und wartete. Tatsächlich – klatsch – es schien wirklich auf seinem Kopf gelandet zu sein.

„Ich meinte den da!" Ah Q zeigte auf ein Kind in der Nähe.

Klatsch! Klatsch, klatsch!

In Ah Qs Gedächtnis dürfte dies wohl die zweite große Demütigung seines Lebens gewesen sein. Doch nachdem das Klatschen verstummt war, schien eine Sache für ihn erledigt zu sein, und er fühlte sich sogar ein wenig erleichtert. Zudem tat das Familienerbstück „Vergessen" seine Wirkung: Er ging langsam weiter, und als er fast die Schenke erreicht hatte, war er bereits bester Laune.

Doch da kam ihm die kleine Nonne aus dem Kloster der Stillen Einkehr entgegen. Ah Q hätte sie schon in normalen Zeiten bespuckt und beschimpft – und erst recht nach einer Demütigung! Da wallten Erinnerung und Feindseligkeit zugleich in ihm auf.

„Kein Wunder, dass ich heute so viel Pech habe – das kommt alles daher, dass ich dich gesehen habe!" dachte er.

Er trat ihr entgegen und spuckte ihr laut ins Gesicht:

„Pah! Pfui!"

Die kleine Nonne beachtete ihn gar nicht und ging mit gesenktem Kopf weiter. Ah Q trat neben sie, streckte plötzlich die Hand aus, rieb über ihren frisch rasierten Kopf, grinste dümmlich und sagte:

„Glatzkopf! Geh schnell zurück, der Mönch wartet auf dich …"

„Wie können Sie mich so anfassen …" Die Nonne wurde über und über rot und beschleunigte ihren Schritt.

Die Leute in der Schenke lachten laut. Ah Q sah, dass seine Heldentat Beifall fand, und wurde noch übermütiger:

„Wenn der Mönch sie anfassen darf, warum dann nicht ich?" Er kniff sie in die Wange.

Die Leute in der Schenke lachten noch lauter. Ah Q, immer vergnügter, drehte ihr die Wange noch einmal kräftig, um die Connaisseurs zufriedenzustellen, und ließ dann erst los.

Nach diesem Kampf hatte er Wang Hu vergessen und auch den Schein-Fremdteufel; es war, als hätte er sich für alles „Pech" des Tages gerächt. Und seltsam: Sein ganzer Körper fühlte sich leichter an als nach dem „Klatsch, klatsch" zuvor – er schwebte geradezu, als wolle er davonfliegen.

„Du kinderloses Scheusal, du Ah Q!" hörte er von ferne die halb weinende Stimme der kleinen Nonne.

„Hahaha!" Ah Q lachte höchst vergnügt.

„Hahaha!" Die Leute in der Schenke lachten zu neun Zehnteln vergnügt.

第四章 恋爱的悲剧

  有人说:有些胜利者,愿意敌手如虎,如鹰,他才感得胜利的欢喜;假使如羊,如小鸡,他便反觉得胜利的无聊。又有些胜利者,当克服一切之后,看见死的死了,降的降了,“臣诚惶诚恐死罪死罪”,他于是没有了敌人,没有了对手,没有了朋友,只有自己在上,一个,孤另另,凄凉,寂寞,便反而感到了胜利的悲哀。然而我们的阿Q却没有这样乏,他是永远得意的:这或者也是中国精神文明冠于全球的一个证据了。

  看哪,他飘飘然的似乎要飞去了!

  然而这一次的胜利,却又使他有些异样。他飘飘然的飞了大半天,飘进土谷祠,照例应该躺下便打鼾。谁知道这一晚,他很不容易合眼,他觉得自己的大拇指和第二指有点古怪:仿佛比平常滑腻些。不知道是小尼姑的脸上有一点滑腻的东西粘在他指上,还是他的指头在小尼姑脸上磨得滑腻了?……

  “断子绝孙的阿Q!”

  阿Q的耳朵里又听到这句话。他想:不错,应该有一个女人,断子绝孙便没有人供一碗饭,……应该有一个女人。夫“不孝有三无后为大”⑦,而“若敖之鬼馁而”⑧,也是一件人生的大哀,所以他那思想,其实是样样合于圣经贤传的,只可惜后来有些“不能收其放心”⑨了。

  “女人,女人!……”他想。

  “……和尚动得……女人,女人!……女人!”他又想。

  我们不能知道这晚上阿Q在什么时候才打鼾。但大约他从此总觉得指头有些滑腻,所以他从此总有些飘飘然;“女……”他想。

  即此一端,我们便可以知道女人是害人的东西。

  中国的男人,本来大半都可以做圣贤,可惜全被女人毁掉了。商是妲己⑩闹亡的;周是褒姒弄坏的;秦……虽然史无明文,我们也假定他因为女人,大约未必十分错;而董卓可是的确给貂蝉害死了。

  阿Q本来也是正人,我们虽然不知道他曾蒙什么明师指授过,但他对于“男女之大防”㈠却历来非常严;也很有排斥异端——如小尼姑及假洋鬼子之类——的正气。他的学说是:凡尼姑,一定与和尚私通;一个女人在外面走,一定想引诱野男人;一男一女在那里讲话,一定要有勾当了。为惩治他们起见,所以他往往怒目而视,或者大声说几句“诛心”㈡话,或者在冷僻处,便从后面掷一块小石头。

  谁知道他将到“而立”㈢之年,竟被小尼姑害得飘飘然了。这飘飘然的精神,在礼教上是不应该有的,——所以女人真可恶,假使小尼姑的脸上不滑腻,阿Q便不至于被蛊,又假使小尼姑的脸上盖一层布,阿Q便也不至于被蛊了,——他五六年前,曾在戏台下的人丛中拧过一个女人的大腿,但因为隔一层裤,所以此后并不飘飘然,——而小尼姑并不然,这也足见异端之可恶。

  “女……”阿Q想。

  他对于以为“一定想引诱野男人”的女人,时常留心看,然而伊并不对他笑。他对于和他讲话的女人,也时常留心听,然而伊又并不提起关于什么勾当的话来。哦,这也是女人可恶之一节:伊们全都要装“假正经”的。

  这一天,阿Q在赵太爷家里舂了一天米,吃过晚饭,便坐在厨房里吸旱烟。倘在别家,吃过晚饭本可以回去的了,但赵府上晚饭早,虽说定例不准掌灯,一吃完便睡觉,然而偶然也有一些例外:其一,是赵大爷未进秀才的时候,准其点灯读文章;其二,便是阿Q来做短工的时候,准其点灯舂米。因为这一条例外,所以阿Q在动手舂米之前,还坐在厨房里吸烟旱。

  吴妈,是赵太爷家里唯一的女仆,洗完了碗碟,也就在长凳上坐下了,而且和阿Q谈闲天:

  “太太两天没有吃饭哩,因为老爷要买一个小的……”

  “女人……吴妈……这小孤孀……”阿Q想。

  “我们的少奶奶是八月里要生孩子了……”

  女人……”阿Q想。

  阿Q放下烟管,站了起来。

  “我们的少奶奶……”吴妈还唠叨说。

  “我和你困觉,我和你困觉!”阿Q忽然抢上去,对伊跪下了。

  一刹时中很寂然。

  “阿呀!”吴妈楞了一息,突然发抖,大叫着往外跑,且跑且嚷,似乎后来带哭了。

  阿Q对了墙壁跪着也发楞,于是两手扶着空板凳,慢慢的站起来,仿佛觉得有些糟。他这时确也有些忐忑了,慌张的将烟管插在裤带上,就想去舂米。蓬的一声,头上着了很粗的一下,他急忙回转身去,那秀才便拿了一支大竹杠站在他面前。

  “你反了,……你这……”

  大竹杠又向他劈下来了。阿Q两手去抱头,拍的正打在指节上,这可很有些痛。他冲出厨房门,仿佛背上又着了一下似的。

  “忘八蛋!”秀才在后面用了官话这样骂。

  阿Q奔入舂米场,一个人站着,还觉得指头痛,还记得“忘八蛋”,因为这话是未庄的乡下人从来不用,专是见过官府的阔人用的,所以格外怕,而印象也格外深。但这时,他那“女……”的思想却也没有了。而且打骂之后,似乎一件事也已经收束,倒反觉得一无挂碍似的,便动手去舂米。舂了一会,他热起来了,又歇了手脱衣服。

  脱下衣服的时候,他听得外面很热闹,阿Q生平本来最爱看热闹,便即寻声走出去了。寻声渐渐的寻到赵太爷的内院里,虽然在昏黄中,却辨得出许多人,赵府一家连两日不吃饭的太太也在内,还有间壁的邹七嫂,真正本家的赵白眼,赵司晨。

  少奶奶正拖着吴妈走出下房来,一面说:

  “你到外面来,……不要躲在自己房里想……”

  “谁不知道你正经,……短见是万万寻不得的。”邹七嫂也从旁说。

  吴妈只是哭,夹些话,却不甚听得分明。

  阿Q想:“哼,有趣,这小孤孀不知道闹着什么玩意儿了?”他想打听,走近赵司晨的身边。这时他猛然间看见赵大爷向他奔来,而且手里捏着一支大竹杠。他看见这一支大竹杠,便猛然间悟到自己曾经被打,和这一场热闹似乎有点相关。他翻身便走,想逃回舂米场,不图这支竹杠阻了他的去路,于是他又翻身便走,自然而然的走出后门,不多工夫,已在土谷祠内了。

  阿Q坐了一会,皮肤有些起粟,他觉得冷了,因为虽在春季,而夜间颇有余寒,尚不宜于赤膊。他也记得布衫留在赵家,但倘若去取,又深怕秀才的竹杠。然而地保进来了。

  “阿Q,你的妈妈的!你连赵家的用人都调戏起来,简直是造反。害得我晚上没有觉睡,你的妈妈的!……”

  如是云云的教训了一通,阿Q自然没有话。临末,因为在晚上,应该送地保加倍酒钱四百文,Q正没有现钱,便用一顶毡帽做抵押,并且订定了五条件:

  一明天用红烛——要一斤重的——一对,香一封,到赵府上去赔罪。

  二赵府上请道士祓除缢鬼,费用由阿Q负担。

  三阿Q从此不准踏进赵府的门槛。

  四吴妈此后倘有不测,惟阿Q是问。

  五阿Q不准再去索取工钱和布衫。

  阿Q自然都答应了,可惜没有钱。幸而已经春天,棉被可以无用,便质了二千大钱,履行条约。赤膊磕头之后,居然还剩几文,他也不再赎毡帽,统统喝了酒了。但赵家也并不烧香点烛,因为太太拜佛的时候可以用,留着了。那破布衫是大半做了少奶奶八月间生下来的孩子的衬尿布,那小半破烂的便都做了吴妈的鞋底。

Viertes Kapitel: Die Tragödie der Liebe

Man sagt: Manche Sieger wünschen sich Gegner, die Tigern oder Adlern gleichen – erst dann genießen sie den Triumph. Wären es Schafe oder Küken, empfänden sie den Sieg als öde. Andere Sieger wiederum, nachdem sie alles bezwungen haben, wenn die Toten tot sind und die Unterworfenen sich unterworfen haben und „Euer Diener erbebt vor Furcht und verdient den Tod, verdient den Tod!" rufen, haben auf einmal keine Feinde mehr, keine Gegner, keine Freunde – nur sich selbst, ganz oben, einsam und verlassen, einsam und trostlos – und empfinden gar die Trauer des Sieges. Doch unser Ah Q war von solchen Schwächen frei; er war immerfort zufrieden mit sich – was vielleicht einen weiteren Beweis dafür liefert, dass Chinas geistige Zivilisation die der ganzen Welt übertrifft.

Seht nur: Er schwebte dahin, als wolle er davonfliegen!

Doch gerade dieser Sieg bereitete ihm etwas Ungewohntes. Er schwebte den ganzen halben Tag dahin, schwebte in den Tuguci-Tempel und hätte sich pflichtgemäß hinlegen und schnarchen sollen. Doch an diesem Abend konnte er die Augen kaum schließen: Daumen und Zeigefinger kamen ihm irgendwie merkwürdig vor – sie fühlten sich glatter an als sonst. Ob an der Wange der kleinen Nonne etwas Glattes haften geblieben war, das sich auf seine Finger übertragen hatte, oder ob seine Finger sich an der Nonnenwange glattgerieben hatten … ?

„Du kinderloses Scheusal, du Ah Q!"

In Ah Qs Ohren klangen diese Worte nach. Er dachte: Genau, ich sollte eine Frau haben; ein kinderloses Scheusal hat niemanden, der ihm eine Schale Reis opfert … Ja, er sollte eine Frau haben. Denn „von den drei Formen der Pietätlosigkeit ist die schlimmste, ohne Nachkommen zu bleiben", und wenn „die Geister der Ruoao-Familie hungern müssen", so ist auch das ein großes Leid des Menschenlebens. Seine Gedanken stimmten also in jeder Hinsicht mit den heiligen Schriften und weisen Überlieferungen überein – nur leider gerieten sie später etwas außer Kontrolle.

„Frauen, Frauen! …" dachte er.

„… Wenn der Mönch darf … Frauen, Frauen! … Frauen!" dachte er weiter.

Wir können nicht wissen, wann Ah Q in jener Nacht zu schnarchen begann. Doch von da an fühlten sich seine Fingerspitzen wohl immer etwas glatt an, und so schwebte er fortan stets ein wenig dahin. „Frau …" dachte er.

Allein daran erkennen wir schon: Frauen sind verderbliche Geschöpfe.

Die Männer Chinas hätten eigentlich größtenteils Heilige und Weise werden können – leider wurden sie allesamt von Frauen zugrunde gerichtet. Die Shang-Dynastie ging wegen Daji unter; die Zhou-Dynastie wegen Baosi; die Qin-Dynastie … zwar schweigt die Geschichte darüber, doch wir nehmen einfach an, es war ebenfalls wegen einer Frau – weit gefehlt dürfte das nicht sein. Und Dong Zhuo wurde ganz gewiss durch Diaochan ins Verderben gestürzt.

Ah Q war eigentlich ebenfalls ein rechtschaffener Mann. Obwohl wir nicht wissen, welch erlauchter Lehrer ihm Unterricht erteilt haben mag, hielt er stets streng auf die „große Schranke zwischen Mann und Frau"; und er besaß reichlich Kampfgeist gegen Ketzerei – wie kleine Nonnen und Schein-Fremdteufel und dergleichen. Seine Theorie lautete: Jede Nonne hat ganz sicher ein Verhältnis mit einem Mönch; wenn eine Frau draußen herumläuft, will sie gewiss wilde Männer verführen; wenn ein Mann und eine Frau irgendwo miteinander reden, steckt gewiss etwas Ungehöriges dahinter. Zur Bestrafung solcher Missetäter pflegte er böse Blicke zu werfen, laut ein paar „herzensergründende" Worte zu sprechen oder ihnen, wenn er an einem abgelegenen Ort war, von hinten einen kleinen Stein nachzuwerfen.

Wer hätte gedacht, dass er kurz vor seinem „dreißigsten Lebensjahr" von einer kleinen Nonne ins Schweben gebracht werden würde! Dieses Schweben war nach den Geboten der Sittenlehre unstatthaft – wieder ein Beweis dafür, wie abscheulich Frauen sind! Hätte die Wange der kleinen Nonne nicht so glatt gewesen, wäre Ah Q nicht verhext worden; und hätte die kleine Nonne ein Tuch über dem Gesicht getragen, wäre er ebenfalls nicht verhext worden. Vor fünf oder sechs Jahren hatte er unter der Theaterbühne im Gedränge den Oberschenkel einer Frau gekniffen – doch da war eine Hosenschicht dazwischen gewesen, und so war er hinterher keineswegs ins Schweben geraten. Die kleine Nonne aber – das bewies einmal mehr die Verworfenheit der Ketzerei.

„Frau …" dachte Ah Q.

Er beobachtete aufmerksam die Frauen, von denen er annahm, dass sie „bestimmt wilde Männer verführen wollten", doch keine lächelte ihn an. Er hörte aufmerksam den Frauen zu, die mit ihm sprachen, doch keine von ihnen erwähnte irgendetwas, das auf „Ungehöriges" hindeutete. Oh, auch das war eine der verabscheuungswürdigen Eigenschaften der Frauen: Sie spielten alle die „Scheinheilige".

An diesem Tag hatte Ah Q im Hause des alten Herrn Zhao den ganzen Tag Reis gestampft. Nach dem Abendessen saß er in der Küche und rauchte seine Pfeife. In anderen Häusern hätte er nach dem Abendessen gehen können, doch im Hause Zhao aß man früh zu Abend. Zwar galt die Regel, dass nach dem Essen kein Licht angezündet werden durfte und man sofort schlafen ging, doch es gab gelegentlich Ausnahmen: Erstens durfte der junge Herr Zhao, bevor er den Xiucai-Grad erlangte, bei Licht seine Aufsätze lesen; zweitens durfte Ah Q, wenn er als Tagelöhner kam, bei Licht Reis stampfen. Aufgrund dieser Ausnahmeregelung saß Ah Q also noch in der Küche und rauchte, bevor er mit dem Reisstampfen begann.

Wu Ma, die einzige Dienstmagd im Hause des alten Herrn Zhao, setzte sich nach dem Abwasch ebenfalls auf die Langbank und plauderte mit Ah Q:

„Die gnädige Frau hat seit zwei Tagen nichts gegessen – der gnädige Herr will sich nämlich eine Kleine kaufen …"

„Frau … Wu Ma … diese kleine Witwe …" dachte Ah Q.

„Unsere junge Herrin soll im achten Monat ein Kind bekommen …"

„Frau …" dachte Ah Q.

Ah Q legte die Pfeife weg und stand auf.

„Unsere junge Herrin …" Wu Ma plapperte weiter.

„Ich will mit dir schlafen, ich will mit dir schlafen!" Ah Q stürzte plötzlich auf sie zu und fiel vor ihr auf die Knie.

Einen Augenblick herrschte tiefe Stille.

„Ach du meine Güte!" Wu Ma erstarrte einen Moment, begann dann am ganzen Leib zu zittern, schrie auf und rannte hinaus, wobei sie im Laufen jammerte und schließlich zu weinen schien.

Ah Q kniete vor der Wand und war gleichfalls wie erstarrt. Dann stützte er sich auf die leere Bank und stand langsam auf; er fühlte vage, dass etwas schiefgelaufen war. Er war jetzt tatsächlich etwas beunruhigt und steckte hastig die Pfeife in den Hosenbund, um mit dem Reisstampfen zu beginnen. Da traf ihn – peng – ein gewaltiger Schlag auf den Kopf. Er drehte sich hastig um: Der Xiucai stand mit einer dicken Bambusstange vor ihm.

„Du Aufrührer, du …"

Die Bambusstange sauste wieder auf ihn herab. Ah Q hob beide Hände, um seinen Kopf zu schützen – klatsch, genau auf die Fingerknöchel, das tat wirklich weh. Er stürzte durch die Küchentür; auf dem Rücken schien er noch einen weiteren Schlag abzubekommen.

„Dreckskerl!" schimpfte der Xiucai hinterher auf Mandarin.

Ah Q flüchtete in die Reismühle und stand allein da, spürte noch den Schmerz in den Fingern und erinnerte sich an das Wort „Dreckskerl" – denn dieses Wort benutzten die Dorfbewohner von Weizhuang nie; es war ein Ausdruck, den nur die Vornehmen verwendeten, die Beamte gesehen hatten, und darum war es besonders furchteinflößend und besonders einprägsam. Doch in diesem Moment waren seine Gedanken an „Frauen …" verschwunden. Nach der Tracht Prügel schien die Sache erledigt, und er fühlte sich geradezu unbeschwert. So begann er, Reis zu stampfen. Nach einer Weile wurde ihm warm, und er legte sein Hemd ab.

Während er das Hemd auszog, hörte er draußen großen Lärm. Ah Q liebte es von jeher, Spektakel anzusehen, und folgte dem Lärm. Er gelangte schließlich bis in den Innenhof des Zhao-Hauses. Obwohl es bereits dämmerte, erkannte er viele Menschen: die ganze Zhao-Familie, einschließlich der gnädigen Frau, die seit zwei Tagen nichts gegessen hatte, ferner die Nachbarin Frau Zou Sieben, den echten Verwandten Zhao Weißauge und Zhao Sichen.

Die junge Herrin zog Wu Ma gerade aus der Dienstbotenkammer und sagte:

„Komm heraus … versteck dich nicht in deinem Zimmer und grüble …"

„Jeder weiß doch, dass du eine anständige Frau bist … Sich etwas antun darf man auf keinen Fall!" sagte Frau Zou Sieben ebenfalls beschwichtigend.

Wu Ma weinte nur und redete dazwischen, doch man konnte sie kaum verstehen.

Ah Q dachte: „Na, das ist ja lustig – was führt die kleine Witwe da auf?" Er wollte näher hinhören und schlich sich neben Zhao Sichen. Da sah er plötzlich den jungen Herrn Zhao auf sich zustürmen, einen dicken Bambusstock in der Hand. Bei dessen Anblick wurde ihm schlagartig bewusst, dass er selbst geschlagen worden war und dass dieses Spektakel offenbar etwas damit zu tun hatte. Er machte auf dem Absatz kehrt und wollte zur Reismühle flüchten, doch der Bambusstock versperrte ihm den Weg. Also machte er abermals kehrt und schlüpfte ganz natürlich durch die Hintertür hinaus; in kurzer Zeit war er wieder im Tuguci-Tempel.

Ah Q saß eine Weile da und bekam Gänsehaut; ihm war kalt, denn obwohl es Frühling war, war es nachts noch recht kühl – nicht eben die Zeit, um mit nacktem Oberkörper herumzulaufen. Auch erinnerte er sich, dass sein Hemd bei den Zhaos geblieben war – doch wenn er es holen ginge, müsste er den Bambusstock des Xiucai fürchten. Da erschien der Dorfpolizist.

„Ah Q, verfluchter Kerl! Du belästigst sogar die Dienstmägde der Familie Zhao – das ist ja geradezu Aufruhr. Meinetwegen kann ich heute Nacht nicht schlafen, du verfluchter Kerl! …"

So und ähnlich bekam er eine Standpauke, und natürlich hatte Ah Q nichts zu erwidern. Am Ende sollte er dem Dorfpolizisten doppeltes Trinkgeld zahlen – vierhundert Wen –, doch da er kein Bargeld hatte, setzte er eine Filzmütze als Pfand ein und verpflichtete sich zu fünf Bedingungen:

Erstens: Am nächsten Tag ein Paar rote Kerzen – jede ein Pfund schwer – und ein Bündel Räucherstäbchen zum Zhao-Haus bringen, um Abbitte zu leisten.

Zweitens: Die Familie Zhao einen daoistischen Priester bestellen lassen, um den Geist der Erhängten zu vertreiben; die Kosten trägt Ah Q.

Drittens: Ah Q darf fortan die Schwelle des Zhao-Hauses nicht mehr betreten.

Viertens: Sollte Wu Ma in der Folge zu Schaden kommen, wird Ah Q dafür zur Rechenschaft gezogen.

Fünftens: Ah Q darf seinen ausstehenden Lohn und sein Hemd nicht mehr einfordern.

Ah Q willigte natürlich in alles ein, hatte aber kein Geld. Zum Glück war es bereits Frühling und die Bettdecke nicht mehr nötig; er verpfändete sie für zweitausend Kupfermünzen und erfüllte den Vertrag. Nachdem er mit nacktem Oberkörper gekniet und sich verneigt hatte, blieben tatsächlich noch ein paar Münzen übrig, doch er löste die Filzmütze nicht ein, sondern vertrank alles. Die Zhaos allerdings brannten auch keine Räucherstäbchen und zündeten keine Kerzen an, denn die gnädige Frau konnte sie beim Buddhaanbeten verwenden und hob sie auf. Das zerrissene Hemd wurde größtenteils zu Windeln für das Kind verarbeitet, das die junge Herrin im achten Monat bekommen sollte; den Rest, die kleinsten Fetzen, verarbeitete Wu Ma zu Schuhsohlen.

第五章 生计问题

  阿Q礼毕之后,仍旧回到土谷祠,太阳下去了,渐渐觉得世上有些古怪。他仔细一想,终于省悟过来:其原因盖在自己的赤膊。他记得破夹袄还在,便披在身上,躺倒了,待张开眼睛,原来太阳又已经照在西墙上头了。他坐起身,一面说道,“妈妈的……”

  他起来之后,也仍旧在街上逛,虽然不比赤膊之有切肤之痛,却又渐渐的觉得世上有些古怪了。仿佛从这一天起,未庄的女人们忽然都怕了羞,伊们一见阿Q走来,便个个躲进门里去。甚而至于将近五十岁的邹七嫂,也跟着别人乱钻,而且将十一的女儿都叫进去了。阿Q很以为奇,而且想:“这些东西忽然都学起小姐模样来了。这娼妇们……”

  但他更觉得世上有些古怪,却是许多日以后的事。其一,酒店不肯赊欠了;其二,管土谷祠的老头子说些废话,似乎叫他走;其三,他虽然记不清多少日,但确乎有许多日,没有一个人来叫他做短工。酒店不赊,熬着也罢了;老头子催他走,噜苏一通也就算了;只是没有人来叫他做短工,却使阿Q肚子饿:这委实是一件非常“妈妈的”的事情。

  阿Q忍不下去了,他只好到老主顾的家里去探问,——但独不许踏进赵府的门槛,——然而情形也异样:一定走出一个男人来,现了十分烦厌的相貌,像回复乞丐一般的摇手道:

  “没有没有!你出去!”

  阿Q愈觉得稀奇了。他想,这些人家向来少不了要帮忙,不至于现在忽然都无事,这总该有些蹊跷在里面了。他留心打听,才知道他们有事都去叫小Don㈣。这小D,是一个穷小子,又瘦又乏,在阿Q的眼睛里,位置是在王胡之下的,谁料这小子竟谋了他的饭碗去。所以阿Q这一气,更与平常不同,当气愤愤的走着的时候,忽然将手一扬,唱道:

  “我手执钢鞭将你打!㈤……”

  几天之后,他竟在钱府的照壁前遇见了小D。“仇人相见分外眼明”,阿Q便迎上去,小D也站住了。

  “畜生!”阿Q怒目而视的说,嘴角上飞出唾沫来。

  “我是虫豸,好么?……”小D说。

  这谦逊反使阿Q更加愤怒起来,但他手里没有钢鞭,于是只得扑上去,伸手去拔小D的辫子。小D一手护住了自己的辫根,一手也来拔阿Q的辫子,阿Q便也将空着的一只手护住了自己的辫根。从先前的阿Q看来,,小D本来是不足齿数的,但他近来挨了饿,又瘦又乏已经不下于小D,所以便成了势均力敌的现象,四只手拔着两颗头,都弯了腰,在钱家粉墙上映出一个蓝色的虹形,至于半点钟之久了。

  “好了,好了!”看的人们说,大约是解劝的。

  “好,好!”看的人们说,不知道是解劝,是颂扬,还是煽动。

  然而他们都不听。阿Q进三步,小D便退三步,都站着;小D进三步,阿Q便退三步,又都站着。大约半点钟,——未庄少有自鸣钟,所以很难说,或者二十分,——他们的头发里便都冒烟,额上便都流汗,阿Q的手放松了,在同一瞬间,小D的手也正放松了,同时直起,同时退开,都挤出人丛去。

  “记着罢,妈妈的……”阿Q回过头去说。

  “妈妈的,记着罢……”小D也回过头来说。

  这一场“龙虎斗”似乎并无胜败,也不知道看的人可满足,都没有发什么议论,而阿Q却仍然没有人来叫他做短工。

  有一日很温和,微风拂拂的颇有些夏意了,阿Q却觉得寒冷起来,但这还可担当,第一倒是肚子饿。棉被,毡帽,布衫,早已没有了,其次就卖了棉袄;现在有裤子,却万不可脱的;有破夹袄,又除了送人做鞋底之外,决定卖不出钱。他早想在路上拾得一注钱,但至今还没有见;他想在自己的破屋里忽然寻到一注钱,慌张的四顾,但屋内是空虚而且了然。于是他决计出门求食去了。

  他在路上走着要“求食”,看见熟识的酒店,看见熟识的馒头,但他都走过了,不但没有暂停,而且并不想要。他所求的不是这类东西了;他求的是什么东西,他自己不知道。

  未庄本不是大村镇,不多时便走尽了。村外多是水田,满眼是新秧的嫩绿,夹着几个圆形的活动的黑点,便是耕田的农夫。阿Q并不赏鉴这田家乐,却只是走,因为他直觉的知道这与他的“求食”之道是很辽远的。但他终于走到静修庵的墙外了。

  庵周围也是水田,粉墙突出在新绿里,后面的低土墙里是菜园。阿Q迟疑了一会,四面一看,并没有人。他便爬上这矮墙去,扯着何首乌藤,但泥土仍然簌簌的掉,阿Q的脚也索索的抖;终于攀着桑树枝,跳到里面了。里面真是郁郁葱葱,但似乎并没有黄酒馒头,以及此外可吃的之类。靠西墙是竹丛,下面许多笋,只可惜都是并未煮熟的,还有油菜早经结子,芥菜已将开花,小白菜也很老了。

  阿Q仿佛文童落第似的觉得很冤屈,他慢慢走近园门去,忽而非常惊喜了,这分明是一畦老萝卜。他于是蹲下便拔,而门口突然伸出一个很圆的头来,又即缩回去了,这分明是小尼姑。小尼姑之流是阿Q本来视若草芥的,但世事须“退一步想”,所以他便赶紧拔起四个萝卜,拧下青叶,兜在大襟里。然而老尼姑已经出来了。

  “阿弥陀佛,阿Q,你怎么跳进园里来偷萝卜!……阿呀,罪过呵,阿唷,阿弥陀佛!……”

  “我什么时候跳进你的园里来偷萝卜?”阿Q且看且走的说。

  “现在……这不是?”老尼姑指着他的衣兜。

  “这是你的?你能叫得他答应你么?你……”

  阿Q没有说完话,拔步便跑;追来的是一匹很肥大的黑狗。这本来在前门的,不知怎的到后园来了。黑狗哼而且追,已经要咬着阿Q的腿,幸而从衣兜里落下一个萝卜来,那狗给一吓,略略一停,阿Q已经爬上桑树,跨到土墙,连人和萝卜都滚出墙外面了。只剩着黑狗还在对着桑树嗥,老尼姑念着佛。

  阿Q怕尼姑又放出黑狗来,拾起萝卜便走,沿路又捡了几块小石头,但黑狗却并不再现。阿Q于是抛了石块,一面走一面吃,而且想道,这里也没有什么东西寻,不如进城去……

  待三个萝卜吃完时,他已经打定了进城的主意了。

Fünftes Kapitel: Die Frage des Lebensunterhalts

Nachdem Ah Q seine Bußzeremonien erledigt hatte, kehrte er wie gewohnt zum Tuguci-Tempel zurück. Die Sonne ging unter, und allmählich kam ihm die Welt etwas sonderbar vor. Er dachte angestrengt nach und kam endlich dahinter: Der Grund lag darin, dass er mit nacktem Oberkörper herumlief. Er erinnerte sich, dass er noch die zerrissene Jacke hatte, warf sie über und legte sich hin. Als er die Augen öffnete, schien die Sonne bereits auf die Westmauer. Er setzte sich auf und murmelte: „Verflucht …"

Nachdem er aufgestanden war, schlenderte er wie gewohnt durch die Straßen. Obwohl es nicht so schlimm war wie das nackte Frösteln, erschien ihm die Welt doch nach und nach wieder sonderbar. Als hätten sich von diesem Tag an sämtliche Frauen in Weizhuang plötzlich auf die Sittsamkeit besonnen: Sobald sie Ah Q kommen sahen, verschwanden sie hinter ihren Türen. Sogar die fast fünfzigjährige Frau Zou Sieben drängte sich mit den anderen herein und rief obendrein ihre elfjährige Tochter hinzu. Ah Q fand das höchst verwunderlich und dachte: „Diese Weiber spielen auf einmal alle die feine Dame. Die Huren …"

Doch noch sonderbarer wurde die Welt erst viele Tage später. Erstens wollte die Schenke nicht mehr anschreiben; zweitens fing der alte Tempelwärter an, ihm lästiges Zeug zu erzählen, als wollte er ihn hinauswerfen; drittens – er konnte sich nicht genau erinnern, wie viele Tage es her war, aber es waren gewiss viele – kam kein einziger Mensch, um ihn als Tagelöhner zu holen. Dass die Schenke nicht mehr anschrieb, ließ sich noch aushalten; dass der Alte ihn rauswarf, ließ sich mit einem Wortschwall abtun; aber dass niemand ihn zur Arbeit rief, das brachte Ah Q Hunger – und das war wahrlich eine äußerst „verfluchte" Angelegenheit.

Ah Q hielt es nicht mehr aus und ging zu seinen alten Arbeitgebern, um nach Arbeit zu fragen – nur die Schwelle des Zhao-Hauses durfte er nicht betreten. Doch die Lage war überall seltsam: Stets kam ein Mann heraus, mit äußerst verdrießlicher Miene, und scheuchte ihn wie einen Bettler fort:

„Nichts, nichts! Geh weg!"

Ah Q fand das immer rätselhafter. Er dachte: Diese Häuser brauchten doch sonst immer Hilfe; unmöglich, dass sie plötzlich alle nichts zu tun hatten. Irgendetwas musste dahinterstecken. Er erkundigte sich genauer und erfuhr: Sie ließen jetzt alle den kleinen D kommen. Dieser kleine D war ein armer Schlucker, noch dünner und schwächer als Ah Q, und in Ah Qs Augen stand er noch unter Wang Hu. Wer hätte gedacht, dass dieser Kerl ihm die Arbeit wegschnappen würde! Ah Qs Zorn war diesmal von ganz anderer Art. Als er wutentbrannt durch die Straßen lief, hob er plötzlich die Hand und sang:

„Ich schlag den Stählern' Stab auf dich herab! …"

Einige Tage später traf er den kleinen D vor der Spiegelwand des Qian-Anwesens. „Wenn Feinde sich begegnen, leuchten die Augen besonders hell" – Ah Q ging auf ihn zu, und der kleine D blieb stehen.

„Vieh!" sagte Ah Q mit funkelnden Augen, Speichel sprühte aus seinem Mundwinkel.

„Ich bin ein Würmchen, in Ordnung? …" sagte der kleine D.

Diese Bescheidenheit machte Ah Q nur noch wütender. Da er aber keinen Stählernen Stab in der Hand hatte, stürzte er sich auf den kleinen D und versuchte, ihm den Zopf auszureißen. Der kleine D schützte mit einer Hand seine Zopfwurzel und griff mit der anderen nach Ah Qs Zopf; Ah Q schützte seinerseits seine Zopfwurzel mit der freien Hand. Vom früheren Ah Q aus gesehen, wäre der kleine D eigentlich unter seiner Würde gewesen, aber weil Ah Q in letzter Zeit gehungert hatte und ebenso dünn und schwach war wie der kleine D, entwickelte sich ein Patt. Vier Hände zerrten an zwei Köpfen, beide waren vorgebeugt, und an der weißen Mauer des Qian-Hauses zeichnete sich ein blaues Hufeisen ab – eine gute halbe Stunde lang.

„Gut, gut!" sagten die Zuschauer – wohl um zu schlichten.

„Gut, gut!" sagten die Zuschauer – ob zum Schlichten, zum Loben oder zum Anstacheln, war nicht zu erkennen.

Doch keiner hörte hin. Ah Q machte drei Schritte vorwärts, und der kleine D wich drei Schritte zurück – dann standen beide. Der kleine D machte drei Schritte vorwärts, und Ah Q wich drei Schritte zurück – dann standen beide wieder. Nach etwa einer halben Stunde – Weizhuang hatte selten eine Pendeluhr, also lässt sich das schwer sagen, vielleicht zwanzig Minuten – begann es aus ihren Haaren zu dampfen und von ihren Stirnen zu tropfen. Ah Qs Hände lösten sich; im selben Augenblick lösten sich auch die Hände des kleinen D. Sie richteten sich gleichzeitig auf, traten gleichzeitig zurück und drängten sich durch die Menge davon.

„Merk dir das, verfluchter …" sagte Ah Q über die Schulter.

„Verfluchter, merk dir das …" sagte auch der kleine D über die Schulter.

Dieser „Drache-gegen-Tiger-Kampf" schien weder Sieger noch Verlierer hervorgebracht zu haben. Ob die Zuschauer zufrieden waren, wusste man nicht; jedenfalls äußerten sie keine Meinung. Und Ah Q wurde weiterhin von niemandem zur Arbeit gerufen.

An einem linden Tag, an dem ein leichtes Lüftchen wehte und es fast schon sommerlich anmutete, fror Ah Q trotzdem. Das ließ sich noch ertragen; das Schlimmste war der Hunger. Bettdecke, Filzmütze, Hemd – alles war schon längst weg; dann hatte er die Wattejacke verkauft. Jetzt hatte er noch eine Hose, die er aber auf keinen Fall ausziehen durfte; und seine zerrissene Jacke war, außer zum Verschenken als Schuhsohlenmaterial, gewiss unverkäuflich. Er hatte gehofft, auf der Straße Geld zu finden, doch bisher war keines aufgetaucht; er hatte gehofft, in seiner Hütte plötzlich Geld zu entdecken, und sah sich hastig um, aber die Hütte war leer und kahl. So beschloss er, hinaus auf Nahrungssuche zu gehen.

Er ging die Straße entlang, „auf Nahrungssuche": Da war die vertraute Schenke, da waren die vertrauten Dampfbrötchen. Doch er ging an allem vorbei, blieb nicht stehen und begehrte nichts davon. Was er suchte, waren nicht solche Dinge; was genau er suchte, wusste er selbst nicht.

Weizhuang war kein großes Dorf; bald hatte er es durchquert. Vor dem Dorf lagen meist Reisfelder, soweit das Auge reichte das frische Grün junger Setzlinge, dazwischen ein paar runde, sich bewegende schwarze Punkte – die Bauern beim Pflügen. Ah Q hatte für solch ländliches Idyll keinen Blick; er ging nur weiter, denn er wusste instinktiv, dass dies mit seinem „Weg der Nahrungssuche" nichts zu tun hatte. Doch schließlich gelangte er zur Mauer des Klosters der Stillen Einkehr.

Auch um das Kloster herum lagen Reisfelder; die weiße Mauer ragte aus dem frischen Grün, und hinter der niedrigen Lehmmauer lag ein Gemüsegarten. Ah Q zögerte einen Augenblick, sah sich nach allen Seiten um: Niemand war in der Nähe. So kletterte er über die niedrige Mauer, hielt sich an den Ranken der He-Shou-Wu-Pflanze fest – aber die Erde rieselte und Ah Qs Füße zitterten. Schließlich ergriff er einen Maulbeerbaumast und sprang hinein. Drinnen war es üppig grün, doch Reiswein und Dampfbrötchen oder anderes Essbares schien nicht vorhanden. An der Westmauer stand Bambus mit vielen Schösslingen, die aber leider noch nicht gekocht waren. Auch der Raps hatte schon Schoten angesetzt, der Senf stand kurz vor der Blüte, und der Chinakohl war bereits alt.

Ah Q fühlte sich wie ein durchgefallener Prüfling und empfand dies als großes Unrecht. Langsam ging er zum Gartentor, als er plötzlich freudig überrascht stehenblieb: Da war ein Beet mit alten Rettichen! Er ging in die Hocke und begann zu ziehen. Da streckte sich ein sehr runder Kopf aus dem Türrahmen – und zog sich sofort wieder zurück. Das war eindeutig die kleine Nonne. Nonnen und dergleichen behandelte Ah Q normalerweise wie Gras und Unkraut. Doch man musste „einen Schritt zurückdenken", und so riss er eilig vier Rettiche aus, drehte das Grün ab und wickelte sie in seinen Rockschoß. Aber da war die alte Nonne schon herausgekommen.

„Amitabha, Ah Q, wie kannst du in den Garten einsteigen und Rettiche stehlen! … Oh, welche Sünde, oh, Amitabha! …"

„Wann bin ich in deinen Garten eingestiegen und habe Rettiche gestohlen?" sagte Ah Q im Gehen und schaute sich dabei um.

„Jetzt … sind das nicht welche?" Die alte Nonne zeigte auf seinen Rockschoß.

„Gehören die dir? Können sie dir antworten, wenn du sie rufst? Du …"

Ah Q hatte noch nicht ausgesprochen, als er schon losrannte. Ein großer fetter schwarzer Hund verfolgte ihn – eigentlich hatte der am Vordertor gestanden und war irgendwie in den Hintergarten gelangt. Der schwarze Hund knurrte und war ihm dicht auf den Fersen, als glücklicherweise ein Rettich aus seinem Rockschoß fiel; der Hund erschrak, hielt kurz inne, und Ah Q war schon auf den Maulbeerbaum geklettert, über die Lehmmauer gestiegen und mitsamt den Rettichen auf der anderen Seite heruntergekollert. Nur der schwarze Hund bellte noch den Maulbeerbaum an, und die alte Nonne betete weiter.

Ah Q fürchtete, die Nonne könnte den Hund noch einmal auf ihn hetzen, hob die Rettiche auf und lief los; unterwegs sammelte er noch ein paar kleine Steine auf. Doch der schwarze Hund erschien nicht wieder. Ah Q warf die Steine weg, ging weiter, aß dabei und dachte: Hier gibt es auch nichts Brauchbares – am besten gehe ich in die Stadt …

Als die drei Rettiche aufgegessen waren, hatte er sich fest entschlossen, in die Stadt zu gehen.

第六章 从中兴到末路

  在未庄再看见阿Q出现的时候,是刚过了这年的中秋。人们都惊异,说是阿Q回来了,于是又回上去想道,他先前那里去了呢?阿Q前几回的上城,大抵早就兴高采烈的对人说,但这一次却并不,所以也没有一个人留心到。他或者也曾告诉过管土谷祠的老头子,然而未庄老例,只有赵太爷钱太爷和秀才大爷上城才算一件事。假洋鬼子尚且不足数,何况是阿Q:因此老头子也就不替他宣传,而未庄的社会上也就无从知道了。

  但阿Q这回的回来,却与先前大不同,确乎很值得惊异。天色将黑,他睡眼蒙胧的在酒店门前出现了,他走近柜台,从腰间伸出手来,满把是银的和铜的,在柜上一扔说,“现钱!打酒来!”穿的是新夹袄,看去腰间还挂着一个大搭连,沉钿钿的将裤带坠成了很弯很弯的弧线。未庄老例,看见略有些醒目的人物,是与其慢也宁敬的,现在虽然明知道是阿Q,但因为和破夹袄的阿Q有些两样了,古人云,“士别三日便当刮目相待”㈥,所以堂倌,掌柜,酒客,路人,便自然显出一种凝而且敬的形态来。掌柜既先之以点头,又继之以谈话:

  “豁,阿Q,你回来了!”

  “回来了。”

  “发财发财,你是——在……”

  “上城去了!”

  这一件新闻,第二天便传遍了全未庄。人人都愿意知道现钱和新夹袄的阿Q的中兴史,所以在酒店里,茶馆里,庙檐下,便渐渐的探听出来了。这结果,是阿Q得了新敬畏。

  据阿Q说,他是在举人老爷家里帮忙。这一节,听的人都肃然了。这老爷本姓白,但因为合城里只有他一个举人,所以不必再冠姓,说起举人来就是他。这也不独在未庄是如此,便是一百里方圆之内也都如此,人们几乎多以为他的姓名就叫举人老爷的了。在这人的府上帮忙,那当然是可敬的。但据阿Q又说,他却不高兴再帮忙了,因为这举人老爷实在太“妈妈的”了。这一节,听的人都叹息而且快意,因为阿Q本不配在举人老爷家里帮忙,而不帮忙是可惜的。

  据阿Q说,他的回来,似乎也由于不满意城里人,这就在他们将长凳称为条凳,而且煎鱼用葱丝,加以最近观察所得的缺点,是女人的走路也扭得不很好。然而也偶有大可佩服的地方,即如未庄的乡下人不过打三十二张的竹牌㈦,只有假洋鬼子能够叉“麻酱”,城里却连小乌龟子都叉得精熟的。什么假洋鬼子,只要放在城里的十几岁的小乌龟子的手里,也就立刻是“小鬼见阎王”。这一节,听的人都赧然了。

  “你们可看见过杀头么?”阿Q说,“咳,好看。杀革命党。唉,好看好看,……”他摇摇头,将唾沫飞在正对面的赵司晨的脸上。这一节,听的人都凛然了。但阿Q又四面一看,忽然扬起右手,照着伸长脖子听得出神的王胡的后项窝上直劈下去道:

  “嚓!”

  王胡惊得一跳,同时电光石火似的赶快缩了头,而听的人又都悚然而且欣然了。从此王胡瘟头瘟脑的许多日,并且再不敢走近阿Q的身边;别的人也一样。

  阿Q这时在未庄人眼睛里的地位,虽不敢说超过赵太爷,但谓之差不多,大约也就没有什么语病的了。

  然而不多久,这阿Q的大名忽又传遍了未庄的闺中。虽然未庄只有钱赵两姓是大屋,此外十之九都是浅闺,但闺中究竟是闺中,所以也算得一件神异。女人们见面时一定说,邹七嫂在阿Q那里买了一条蓝绸裙,旧固然是旧的,但只化了九角钱。还有赵白眼的母亲,——一说是赵司晨的母亲,待考,——也买了*患⒆哟┑*大红洋纱衫,七成新,只用三百大钱九二串㈧。于是伊们都眼巴巴的想见阿Q,缺绸裙的想问他买绸裙,要洋纱衫的想问他买洋纱衫,不但见了不逃避,有时阿Q已经走过了,也还要追上去叫住他,问道:

  “阿Q,你还有绸裙么?没有?纱衫也要的,有罢?”

  后来这终于从浅闺传进深闺里去了。因为邹七嫂得意之余,将伊的绸裙请赵太太去鉴赏,赵太太又告诉了赵太爷而且着实恭维了一番。赵太爷便在晚饭桌上,和秀才大爷讨论,以为阿Q实在有些古怪,我们门窗应该小心些;但他的东西,不知道可还有什么可买,也许有点好东西罢。加以赵太太也正想买一件价廉物美的皮背心。于是家族决议,便托邹七嫂即刻去寻阿Q,而且为此新辟了第三种的例外:这晚上也姑且特准点油灯。

  油灯干了不少了,阿Q还不到。赵府的全眷都很焦急,打着呵欠,或恨阿Q太飘忽,或怨邹七嫂不上紧。赵太太还怕他因为春天的条件不敢来,而赵太爷以为不足虑:因为这是“我”去叫他的。果然,到底赵太爷有见识,阿Q终于跟着邹七嫂进来了。

  “他只说没有没有,我说你自己当面说去,他还要说,我说……”邹七嫂气喘吁吁的走着说。

  “太爷!”阿Q似笑非笑的叫了一声,在檐下站住了。

  “阿Q,听说你在外面发财,”赵太爷踱开去,眼睛打量着他的全身,一面说。“那很好,那很好的。这个,……听说你有些旧东西,……可以都拿来看一看,……这也并不是别的,因为我倒要……”

  “我对邹七嫂说过了。都完了。”

  “完了?”赵太爷不觉失声的说,“那里会完得这样快呢?”

  “那是朋友的,本来不多。他们买了些,……”

  “总该还有一点罢。”

  “现在,只剩了一张门幕了。”

  “就拿门幕来看看罢。”赵太太慌忙说。

  “那么,明天拿来就是,”赵太爷却不甚热心了。“阿Q,你以后有什么东西的时候,你尽先送来给我们看,……”

  “价钱决不会比别家出得少!”秀才说。秀才娘子忙一瞥阿Q的脸,看他感动了没有。

  “我要一件皮背心。”赵太太说。

  阿Q虽然答应着,却懒洋洋的出去了,也不知道他是否放在心上。这使赵太爷很失望,气愤而且担心,至于停止了打呵欠。秀才对于阿Q的态度也很不平,于是说,这忘八蛋要提防,或者不如吩咐地保,不许他住在未庄。但赵太爷以为不然,说这也怕要结怨,况且做这路生意的大概是“老鹰不吃窝下食”,本村倒不必担心的;只要自己夜里警醒点就是了。秀才听了这“庭训”㈨,非常之以为然,便即刻撤消了驱逐阿Q的提议,而且叮嘱邹七嫂,请伊千万不要向人提起这一段话。

  但第二日,邹七嫂便将那蓝裙去染了皂,又将阿Q可疑之点传扬出去了,可是确没有提起秀才要驱逐他这一节。然而这已经于阿Q很不利。最先,地保寻上门了,取了他的门幕去,阿Q说是赵太太要看的,而地保也不还并且要议定每月的孝敬钱。其次,是村人对于他的敬畏忽而变相了,虽然还不敢来放肆,却很有远避的神情,而这神情和先前的防他来“嚓”的时候又不同,颇混着“敬而远之”的分子了。

  只有一班闲人们却还要寻根究底的去探阿Q的底细。阿Q也并不讳饰,傲然的说出他的经验来。从此他们才知道,他不过是一个小脚色,不但不能上墙,并且不能进洞,只站在洞外接东西。有一夜,他刚才接到一个包,正手再进去,不一会,只听得里面大嚷起来,他便赶紧跑,连夜爬出城,逃回未庄来了,从此不敢再去做。然而这故事却于阿Q更不利,村人对于阿Q的“敬而远之”者,本因为怕结怨,谁料他不过是一个不敢再偷的偷儿呢?这实在是“斯亦不足畏也矣”㈩。

Sechstes Kapitel: Von der Wiedergeburt zum Untergang

Als Ah Q das nächste Mal in Weizhuang gesehen wurde, war es kurz nach dem Mittherbstfest dieses Jahres. Alle waren erstaunt und sagten: Ah Q ist zurück! Und dann dachten sie nach: Wo war er eigentlich vorher? In früheren Zeiten hatte Ah Q seine Besuche in der Stadt stets begeistert erzählt, doch diesmal nicht, und so hatte auch niemand darauf geachtet. Vielleicht hatte er es dem alten Tempelwärter gesagt, aber in Weizhuang galt die Regel: Nur wenn der alte Herr Zhao, der alte Herr Qian oder der Herr Xiucai in die Stadt fuhren, galt das als ein Ereignis. Der Schein-Fremdteufel zählte schon nicht mit – geschweige denn Ah Q. Und so verbreitete der Alte die Nachricht nicht, und Weizhuangs Gesellschaft erfuhr nichts davon.

Doch Ah Qs Rückkehr war diesmal grundlegend anders als früher und wahrhaft erstaunlich. Bei Einbruch der Dunkelheit tauchte er mit verschlafenen Augen vor der Schenke auf, trat an die Theke, zog aus dem Hosenbund eine Handvoll Silber- und Kupfermünzen, warf sie klirrend auf den Tresen und sagte: „Bares! Wein her!" Er trug eine neue Jacke, und an der Hüfte hing offenbar ein großer Beutel, der so schwer war, dass er den Hosengürtel in einen tiefen Bogen herunterzog. In Weizhuang galt die Regel: Wenn man eine etwas auffällige Persönlichkeit sah, gab man ihr lieber etwas zu viel als zu wenig Respekt. Obwohl man klar erkannte, dass es Ah Q war, schien er doch etwas anders als der Ah Q in der zerlumpten Jacke. Gemäß dem alten Spruch „Den Gelehrten, den man drei Tage nicht gesehen hat, soll man mit neuen Augen betrachten" zeigten Kellner, Wirt, Gäste und Passanten ganz natürlich eine Miene der Ehrerbietung und Aufmerksamkeit. Der Wirt begann erst mit einem Kopfnicken, dann mit Konversation:

„Oh, Ah Q, du bist zurück!"

„Zurück."

„Zu Geld gekommen, zu Geld gekommen! Du warst — bei …"

„In der Stadt!"

Diese Neuigkeit verbreitete sich am nächsten Tag in ganz Weizhuang. Jedermann wollte die Geschichte von Ah Qs Wiederaufstieg erfahren – von dem Bargeld und der neuen Jacke –, und so erfuhr man in der Schenke, im Teehaus, unter den Tempeldächern nach und nach die Einzelheiten. Das Ergebnis war, dass Ah Q eine neue Art von Respekt genoss.

Laut Ah Q hatte er im Haus des Herrn Juren geholfen. Da wurden die Zuhörer ehrfürchtig. Dieser Herr Juren hieß eigentlich Bai, doch da er der einzige Juren in der ganzen Stadt war, brauchte man den Nachnamen nicht zu erwähnen – wenn man „Herr Juren" sagte, war das er. So war es nicht nur in Weizhuang, sondern im Umkreis von hundert Li, und viele hielten „Herr Juren" fast schon für seinen richtigen Namen. In einem solchen Haushalt zu helfen, war natürlich respektabel. Doch laut Ah Q war er dort nicht mehr gern geblieben, denn der Herr Juren sei wirklich zu „verflucht" gewesen. Da seufzten die Zuhörer zugleich bedauernd und zufrieden, denn Ah Q war eigentlich nicht qualifiziert, im Haus des Herrn Juren zu helfen, und dass er nicht mehr half, war schade.

Laut Ah Q hatte seine Rückkehr ebenfalls mit seiner Unzufriedenheit mit den Städtern zu tun – in der Hinsicht, dass sie die Langbank „Leistenbank" nannten und zum Fischbraten Lauchstreifen verwendeten; hinzu kamen die jüngst beobachteten Mängel: Auch der Gang der Frauen war nicht besonders ansehnlich. Allerdings gab es bisweilen durchaus Bewundernswertes: So spielten die Dorfbewohner in Weizhuang nur zweiunddreißig Karten, und einzig der Schein-Fremdteufel beherrschte das Mahjong; in der Stadt aber konnten selbst die kleinen Lausejungen perfekt spielen. Der Schein-Fremdteufel brauchte bloß einem dieser Zehnjährigen in der Stadt in die Hände zu fallen, und es hieß „der kleine Teufel trifft den König der Hölle". Da wurden die Zuhörer beschämt.

„Habt ihr schon eine Hinrichtung gesehen?" sagte Ah Q. „Ah, das ist ein Anblick! Hinrichtung von Revolutionären. Pah, großartig, großartig …" Er schüttelte den Kopf und spuckte seinen Speichel mitten in das Gesicht von Zhao Sichen, der ihm gegenüberstand. Die Zuhörer erschauderten. Ah Q sah sich um, hob plötzlich die rechte Hand und schlug sie auf den Nacken von Wang Hu, der mit gerecktem Hals gebannt zugehört hatte:

„Tschak!"

Wang Hu zuckte erschrocken zusammen; gleichzeitig, blitzschnell, zog er den Kopf ein. Die Zuhörer schauderten und waren zugleich entzückt. Von diesem Tag an wagte Wang Hu wochenlang nicht mehr, sich Ah Q zu nähern; auch die anderen nicht.

Ah Q stand nun in den Augen der Weizhuanger so hoch – man wagte zwar nicht zu sagen, dass er den alten Herrn Zhao übertraf, aber wenn man sagte, dass er ihm kaum nachstand, wäre das wohl nicht ganz falsch gewesen.

Doch bald darauf verbreitete sich Ah Qs großer Name auch in den Frauengemächern von Weizhuang. Obwohl es in Weizhuang nur die beiden großen Häuser Qian und Zhao gab und neun von zehn nur „bescheidene Gemächer" hatten, waren die Gemächer doch Gemächer, und so galt es als ein Wunder. Die Frauen erzählten einander: Frau Zou Sieben hatte bei Ah Q einen blauen Seidenrock gekauft – alt war er zwar, aber er hatte nur neun Jiao gekostet. Ferner hatte die Mutter von Zhao Weißauge – manche sagen auch: die Mutter von Zhao Sichen, das sei dahingestellt – ein dunkelrotes Hemd aus ausländischem Stoff gekauft, sieben Zehntel neu, für nur dreihundert Kupfermünzen zu zweiundneunzig pro Hundert. Und so wollten alle Ah Q sehen, die einen wollten bei ihm einen Seidenrock kaufen, die anderen ein Batisthemd. Sie liefen nicht mehr davon, wenn sie ihn sahen, und manchmal, wenn Ah Q schon vorbeigegangen war, liefen sie ihm sogar nach und riefen:

„Ah Q, hast du noch Seidenröcke? Nicht? Batisthemden gehen auch, hast du welche?"

Schließlich drang dies von den bescheidenen Gemächern in die inneren Gemächer vor. Denn Frau Zou Sieben, stolz auf ihren Kauf, hatte den Rock der Frau Zhao zur Begutachtung gezeigt; die Frau Zhao hatte es dem alten Herrn Zhao erzählt und ihn ausgiebig gelobt. Am Abendessenstisch besprach der alte Herr Zhao die Sache mit dem Herrn Xiucai: Ah Q sei wirklich etwas sonderbar; man solle Türen und Fenster besser im Auge behalten. Aber ob er vielleicht noch etwas Kaufenswertes habe? Zudem suchte die Frau Zhao gerade eine preisgünstige Pelzweste. So kam die Familienversammlung zu dem Beschluss, Frau Zou Sieben sofort loszuschicken, um Ah Q zu suchen, und eigens eine dritte Ausnahme wurde eingeführt: An diesem Abend durfte sogar Öl für die Lampe angezündet werden.

Das Öl war schon ziemlich heruntergebrannt, aber Ah Q kam immer noch nicht. Die gesamte Familie Zhao wurde ungeduldig, gähnte, ärgerte sich, dass Ah Q so unzuverlässig war, oder machte Frau Zou Sieben Vorwürfe, dass sie nicht drängend genug gewesen sei. Die Frau Zhao fürchtete sogar, er wage nicht zu kommen wegen der Bedingungen vom Frühling. Doch der alte Herr Zhao hielt das für unbegründet: Denn es war ja er, der nach ihm geschickt hatte. Und tatsächlich – der alte Herr Zhao hatte Weitsicht: Am Ende kam Ah Q mit Frau Zou Sieben herein.

„Er sagte nur, es sei nichts mehr da. Ich sagte, dann sag es selbst dem Herrn. Und dann wollte er trotzdem …" Frau Zou Sieben kam atemlos herein.

„Herr!" rief Ah Q mit einem halben Lächeln und blieb unter dem Vordach stehen.

„Ah Q, ich höre, du hast draußen Geld verdient," sagte der alte Herr Zhao, schlenderte hin und her und musterte ihn von oben bis unten. „Das ist gut, sehr gut. Also … ich höre, du hast noch ein paar alte Sachen … Kannst sie alle mal herbringen und zeigen … nicht dass es einen besonderen Grund hätte, aber ich möchte halt …"

„Ich habe der Frau Zou schon gesagt. Alles weg."

„Weg?" Der alte Herr Zhao konnte einen Ausruf nicht unterdrücken. „Wie kann das so schnell weg sein?"

„Das war von Freunden, war nicht viel. Die haben einiges gekauft …"

„Es muss doch noch ein wenig übrig sein."

„Jetzt ist nur noch ein Türvorhang da."

„Dann bring wenigstens den Türvorhang her zum Anschauen," sagte die Frau Zhao eilig.

„Na gut, morgen bringst du ihn," sagte der alte Herr Zhao, schon weniger interessiert. „Ah Q, wenn du in Zukunft wieder etwas hast, bringe es zuerst zu uns …"

„Der Preis wird sicher nicht geringer sein als bei anderen!" sagte der Xiucai. Die Frau des Xiucai warf Ah Q einen raschen Blick zu, um zu sehen, ob er gerührt war.

„Ich hätte gern eine Pelzweste," sagte die Frau Zhao.

Ah Q stimmte zwar zu, schlurfte aber träge hinaus, und es war nicht zu erkennen, ob er es sich zu Herzen nahm. Das enttäuschte den alten Herrn Zhao zutiefst; er war ärgerlich und besorgt und hörte sogar auf zu gähnen. Der Xiucai war ebenfalls unzufrieden mit Ah Qs Haltung und sagte, man müsse sich vor diesem Tunichtgut in Acht nehmen; vielleicht solle man lieber dem Dorfpolizisten Anweisung geben, Ah Q nicht mehr in Weizhuang wohnen zu lassen. Der alte Herr Zhao war aber anderer Meinung: Das könne Feindschaft erzeugen, und außerdem gelte für diese Art Geschäft: „Der Adler frisst nicht unter seinem eigenen Nest" – das eigene Dorf brauche man nicht zu fürchten; man müsse nur nachts etwas wachsamer sein. Der Xiucai, diese „väterliche Belehrung" vernehmend, stimmte vollkommen zu und zog seinen Antrag auf Verbannung von Ah Q sofort zurück; zudem bat er Frau Zou Sieben dringend, niemandem von diesem Gespräch zu erzählen.

Doch schon am nächsten Tag brachte Frau Zou Sieben ihren blauen Rock zum Schwarz-Färben und verbreitete zugleich die verdächtigen Punkte über Ah Q – allerdings erwähnte sie tatsächlich nicht die Passage, wonach der Xiucai ihn hatte verbannen wollen. Doch dies allein war schon sehr nachteilig für Ah Q. Zunächst kam der Dorfpolizist und nahm ihm den Türvorhang ab – Ah Q sagte, die Frau Zhao wolle ihn sehen, aber der Dorfpolizist gab ihn nicht zurück und wollte obendrein eine monatliche Schutzgebühr vereinbaren. Zweitens veränderte sich die Haltung der Dorfbewohner ihm gegenüber: Obwohl sie noch nicht wagten, frech zu werden, hielten sie doch sichtbar Abstand – und dieser Abstand war anders als zuvor, als sie sich vor seinem „Tschak" gefürchtet hatten; er war deutlich mit einem Element von „respektvoller Distanzierung" durchmischt.

Nur eine Schar Müßiggänger wollte immer noch Ah Qs Hintergründe ergründen. Ah Q machte auch keinen Hehl daraus und erzählte stolz von seinen Erfahrungen. Erst da erfuhren sie, dass er nur eine kleine Nebenfigur gewesen war: Er durfte nicht einmal über die Mauer klettern, geschweige denn durch ein Loch kriechen, sondern stand nur draußen vor dem Loch und nahm die Sachen entgegen. Eines Nachts, gerade als er ein Bündel entgegengenommen hatte und seine Hand hineinstreckte, hörte er plötzlich drinnen lautes Geschrei. Er rannte los und floh die ganze Nacht über die Stadtmauer zurück nach Weizhuang und wagte danach nicht mehr hinzugehen. Diese Geschichte aber war für Ah Q noch nachteiliger: Die Dorfbewohner hatten ihn aus Angst vor Feindschaft „respektvoll auf Distanz gehalten", doch nun stellte sich heraus, dass er nur ein Dieb war, der sich nicht mehr zu stehlen traute. Damit war wahrlich „auch dieser nicht mehr zu fürchten".

第七章 革命

  宣统三年九月十四日(⒈)——即阿Q将搭连卖给赵白眼的这一天——三更四点,有一只大乌篷船到了赵府上的河埠头。这船从黑魆魆中荡来,乡下人睡得熟,都没有知道;出去时将近黎明,却很有几个看见的了。据探头探脑的调查来的结果,知道那竟是举人老爷的船!

  那船便将大不安载给了未庄,不到正午,全村的人心就很动摇。船的使命,赵家本来是很秘密的,但茶坊酒肆里却都说,革命党要进城,举人老爷到我们乡下来逃难了。惟有邹七嫂不以为然,说那不过是几口破衣箱,举人老爷想来寄存的,却已被赵太爷回复转去。其实举人老爷和赵秀才素不相能,在理本不能有“共患难”的情谊,况且邹七嫂又和赵家是邻居,见闻较为切近,所以大概该是伊对的。

  然而谣言很旺盛,说举人老爷虽然似乎没有*椎剑从幸环獬ば牛驼约遗帕*“转折亲”。赵太爷肚里一轮,觉得于他总不会有坏处,便将箱子留下了,现就塞在太太的床底下。至于革命党,有的说是便在这一夜进了城,个个白盔白甲:穿着崇正皇帝的素(⒉)。

  阿Q的耳朵里,本来早听到过革命党这一句话,今年又亲眼见过杀掉革命党。但他有一种不知从那里来的意见,以为革命党便是造反,造反便是与他为难,所以一向是“深恶而痛绝之”的。殊不料这却使百里闻名的举人老爷有这样怕,于是他未免也有些“神往”了,况且未庄的一群鸟男女的慌张的神情,也使阿Q更快意。

  “革命也好罢,”阿Q想,“革这伙妈妈的命,太可恶!太可恨!……便是我,也要投降革命党了。”

  阿Q近来用度窘,大约略略有些不平;加以午间喝了两碗空肚酒,愈加醉得快,一面想一面走,便又飘飘然起来。不知怎么一来,忽而似乎革命党便是自己,未庄人却都是他的俘虏了。他得意之余,禁不住大声的嚷道:

  “造反了!造反了!”

  未庄人都用了惊惧的眼光对他看。这一种可怜的眼光,是阿Q从来没有见过的,一见之下,又使他舒服得如六月里喝了雪水。他更加高兴的走而且喊道:

  “好,……我要什么就是什么,我欢喜谁就是谁。

  得得,锵锵!

  悔不该,酒醉错斩了郑贤弟,

  悔不该,呀呀呀……

  得得,锵锵,得,锵令锵!

  我手执钢鞭将你打……”

  赵府上的两位男人和两个真本家,也正站在大门口论革命。阿Q没有见,昂了头直唱过去。

  “得得,……”

  “老Q,”赵太爷怯怯的迎着低声的叫。

  “锵锵,”阿Q料不到他的名字会和“老”字联结起来,以为是一句别的话,与己无干,只是唱。“得,锵,锵令锵,锵!”

  “老Q。”

  “悔不该……”

  “阿Q!”秀才只得直呼其名了。

  阿Q这才站住,歪着头问道,“什么?”

  “老Q,……现在……”赵太爷却又没有话,“现在……发财么?”

  “发财?自然。要什么就是什么……”

  “阿……Q哥,像我们这样穷朋友是不要紧的……”赵白眼惴惴的说,似乎想探革命党的口风。

  “穷朋友?你总比我有钱。”阿Q说着自去了。

  大家都怃然,没有话。赵太爷父子回家,晚上商量到点灯。赵白眼回家,便从腰间扯下搭连来,交给他女人藏在箱底里。

  阿Q飘飘然的飞了一通,回到土谷祠,酒已经醒透了。这晚上,管祠的老头子也意外的和气,请他喝茶;阿Q便向他要了两个饼,吃完之后,又要了一支点过的四两烛和一个树烛台,点起来,独自躺在自己的小屋里。他说不出的新鲜而且高兴,烛火像元夜似的闪闪的跳,他的思想也迸跳起来了:

  “造反?有趣,……来了一阵白盔白甲的革命党,都拿着板刀,钢鞭,炸弹,洋炮,三尖两刃刀,钩镰枪,走过土谷祠,叫道,‘阿Q!同去同去!’于是一同去。……

  “这时未庄的一伙鸟男女才好笑哩,跪下叫道,‘阿Q,饶命!’谁听他!第一个该死的是小D和赵太爷,还有秀才,还有假洋鬼子,……留几条么?王胡本来还可留,但也不要了。……

  “东西,……直走进去打开箱子来:元宝,洋钱,洋纱衫,……秀才娘子的一张宁式床(⒊)先搬到土谷祠,此外便摆了钱家的桌椅,——或者也就用赵家的罢。自己是不动手的了,叫小D来搬,要搬得快,搬得不快打嘴巴。……

  “赵司晨的妹子真丑。邹七嫂的女儿过几年再说。假洋鬼子的老婆会和没有辫子的男人睡觉,吓,不是好东西!秀才的老婆是眼胞上有疤的。……吴妈长久不见了,不知道在那里,——可惜脚太大。”

  阿Q没有想得十分停当,已经发了鼾声,四两烛还只点去了小半寸,红焰焰的光照着他张开的嘴。

  “荷荷!”阿Q忽而大叫起来,抬了头仓皇的四顾,待到看见四两烛,却又倒头睡去了。

  第二天他起得很迟,走出街上看时,样样都照旧。他也仍然肚饿,他想着,想不起什么来;但他忽而似乎有了主意了,慢慢的跨开步,有意无意的走到静修庵。

  庵和春天时节一样静,白的墙壁和漆黑的门。他想了一想,前去打门,一只狗在里面叫。他急急拾了几块断砖,再上去较为用力的打,打到黑门上生出许多麻点的时候,才听得有人来开门。

  阿Q连忙捏好砖头,摆开马步,准备和黑狗来开战。但庵门只开了一条缝,并无黑狗从中冲出,望进去只有一个老尼姑。

  “你又来什么事?”伊大吃一惊的说。

  “革命了……你知道?……”阿Q说得很含胡。

  “革命革命,革过一革的,……你们要革得我们怎么样呢?”老尼姑两眼通红的说。

  “什么?……”阿Q诧异了。

  “你不知道,他们已经来革过了!”

  “谁?……”阿Q更其诧异了。

  “那秀才和洋鬼子!”

  阿Q很出意外,不由的一错愕;老尼姑见他失了锐气,便飞速的关了门,阿Q再推时,牢不可开,再打时,没有回答了。

  那还是上午的事。赵秀才消息灵,一知道革命党已在夜间进城,便将辫子盘在顶上,一早去拜访那历来也不相能的钱洋鬼子。这是“咸与维新”(⒋)的时候了,所以他们便谈得很投机,立刻成了情投意合的同志,也相约去革命。他们想而又想,才想出静修庵里有一块“皇帝万岁万万岁”的龙牌,是应该赶紧革掉的,于是又立刻同到庵里去革命。因为老尼姑来阻挡,说了三句话,他们便将伊当作满政府,在头上很给了不少的棍子和栗凿。尼姑待他们走后,定了神来检点,龙牌固然已经碎在地上了,而且又不见了观音娘娘座前的一个宣德炉(⒌)。

  这事阿Q后来才知道。他颇悔自己睡着,但也深怪他们不来招呼他。他又退一步想道:

  “难道他们还没有知道我已经投降了革命党么?”

Siebtes Kapitel: Revolution

Am vierzehnten Tag des neunten Monats im dritten Jahr der Xuantong-Ära – das heißt am selben Tag, an dem Ah Q seinen Geldbeutel an Zhao Weißauge verkaufte – gegen drei Uhr nachts legte ein großes schwarzes Überdachungsboot am Flussanlegeplatz des Zhao-Hauses an. Das Boot glitt aus der pechschwarzen Finsternis heran; die Dorfbewohner schliefen tief und fest und bemerkten nichts. Als es wieder ablegte, gegen Morgengrauen, sahen es doch einige. Neugierige Nachforschungen ergaben: Es war tatsächlich das Boot des Herrn Juren!

Das Boot hatte große Unruhe nach Weizhuang gebracht. Schon vor Mittag war das ganze Dorf in Aufruhr. Die Mission des Bootes war bei den Zhaos streng geheim, doch in den Teestuben und Schenken sagte man: Die Revolutionäre kommen in die Stadt, und der Herr Juren flüchtet aufs Land! Allein Frau Zou Sieben widersprach: Es seien nur ein paar alte Kisten gewesen, die der Herr Juren habe einlagern wollen, und der alte Herr Zhao habe sie zurückgeschickt. Tatsächlich verstanden sich der Herr Juren und der Xiucai Zhao von jeher nicht besonders, und in der Theorie hätte zwischen ihnen kein „gemeinsames Leid" bestehen können; zudem war Frau Zou Sieben Nachbarin der Zhaos und hatte bessere Einblicke – wahrscheinlich hatte sie recht.

Doch die Gerüchte blühten: Der Herr Juren habe, obwohl er seine Kisten nicht losgeworden sei, einen Brief hinterlassen, in dem er die Verwandtschaft über „Umwege" zu den Zhaos nachweise. Der alte Herr Zhao überlegte hin und her und fand, dass ihm das keinen Schaden bringen könne, und behielt die Kisten – sie wurden unter das Bett der gnädigen Frau geschoben. Was die Revolutionäre betraf – man sagte, sie seien in jener Nacht in die Stadt eingerückt, alle in weißen Helmen und weißen Rüstungen: Sie trügen Trauer für den Kaiser Chongzhen.

Ah Q hatte schon längst das Wort „Revolutionäre" gehört und in diesem Jahr sogar mit eigenen Augen gesehen, wie man Revolutionäre hinrichtete. Doch er hatte eine Überzeugung, deren Herkunft er selbst nicht kannte: dass Revolution gleichbedeutend mit Aufstand sei, Aufstand gleichbedeutend mit Ärger für ihn – und daher hatte er sie stets „zutiefst verabscheut und gehasst". Doch wer hätte gedacht, dass sogar der hundert Li weit berühmte Herr Juren sich so vor ihnen fürchtete? Da konnte auch Ah Q nicht umhin, etwas „fasziniert" zu sein; zudem erheiterten ihn die ängstlichen Mienen der Weizhuanger Männer und Frauen.

„Revolution? Könnte auch gut sein," dachte Ah Q. „Revolution gegen diese verfluchte Bande – ganz recht so! Überhaupt abscheulich! Geradezu hassenswert! … Ja, ich sollte auch zu den Revolutionären überlaufen."

Ah Q war in letzter Zeit knapp bei Kasse und wohl etwas unzufrieden; zudem hatte er mittags zwei Schalen Wein auf leeren Magen getrunken und wurde um so schneller betrunken. Während er nachdachte und weiterging, begann er wieder zu schweben. Auf einmal war es, als sei er selbst ein Revolutionär und alle Leute in Weizhuang seine Gefangenen. In seiner Begeisterung rief er laut:

„Rebellion! Rebellion!"

Die Leute von Weizhuang sahen ihn alle mit ängstlichen Blicken an. Solch erbärmliche Blicke hatte Ah Q noch nie gesehen; beim ersten Anblick fühlte er sich so wohl, als tränke man im Juni Schnee-Wasser. Er wurde noch fröhlicher und rief im Gehen:

„Gut … Was ich will, das bekomme ich; wen ich mag, der ist mein.

Dang-dang, tschang-tschang!

Hätt' ich nur nicht im Rausch den Bruder Zheng getötet,

Hätt' ich nur nicht, ach, ach, ach …

Dang-dang, tschang-tschang, dang, tschang-ling-tschang!

Ich schlag den Stählern' Stab auf dich herab! …"

Die beiden Männer des Zhao-Hauses und zwei echte Verwandte standen gerade vor dem großen Tor und diskutierten über die Revolution. Ah Q bemerkte sie nicht, hob den Kopf und sang laut vorbei.

„Dang-dang …"

„Alter Q," rief der alte Herr Zhao schüchtern und leise entgegenkommend.

„Tschang-tschang," Ah Q hatte nicht damit gerechnet, dass sein Name je mit dem Wort „Alter" verbunden werden würde; er hielt es für irgendein anderes Wort, das nichts mit ihm zu tun hatte, und sang weiter. „Dang, tschang, tschang-ling-tschang, tschang!"

„Alter Q."

„Hätt' ich nur nicht …"

„Ah Q!" Der Xiucai musste ihn direkt beim Namen rufen.

Erst da blieb Ah Q stehen, legte den Kopf schief und fragte: „Was?"

„Alter Q … jetzt …" Doch dem alten Herrn Zhao fielen keine Worte ein. „Jetzt … bist du zu Geld gekommen?"

„Zu Geld gekommen? Natürlich. Was ich will, das bekomme ich …"

„Ah … Q-Bruder, arme Freunde wie wir brauchen sich doch keine Sorgen zu machen …" sagte Zhao Weißauge zaghaft, als wollte er die Stimmung der Revolutionäre erkunden.

„Arme Freunde? Du hast doch immer noch mehr als ich." Ah Q sagte es und ging davon.

Alle waren bestürzt und sprachlos. Der alte Herr Zhao und sein Sohn diskutierten bis zum Lampenschein. Zhao Weißauge ging heim und löste seinen Geldbeutel vom Gürtel; seine Frau musste ihn auf dem Boden der Truhe verstecken.

Ah Q schwebte eine Weile umher und kehrte zum Tuguci-Tempel zurück; der Rausch war inzwischen verflogen. An diesem Abend war auch der alte Tempelwärter ungewöhnlich freundlich und bot ihm Tee an; Ah Q bat ihn um zwei Fladen, aß sie auf, verlangte dann noch eine angebrochene vier Liang schwere Kerze und einen Baumkerzenständer, zündete die Kerze an und legte sich allein in seiner kleinen Kammer nieder. Er fühlte sich unbeschreiblich frisch und fröhlich; das Kerzenlicht hüpfte wie zur Laternenfestnacht, und seine Gedanken sprangen ebenfalls:

„Rebellion? Interessant … Da kommt eine Schar Revolutionäre in weißen Helmen und weißen Rüstungen, alle mit Breitschwertern, Stahlstäben, Bomben, Gewehren, dreizinkigen Dolchmessern und Hakenspeeren, kommen am Tuguci-Tempel vorbei und rufen: ‚Ah Q! Komm mit, komm mit!' Und dann gehen wir alle zusammen …

„Da werden die Weiber und Mannsbilder von Weizhuang schön dumm gucken, auf den Knien flehen: ‚Ah Q, verschon uns!' Wen kümmert's! Der Erste, der dran glauben muss, ist der kleine D, dann der alte Herr Zhao, und der Xiucai, und der Schein-Fremdteufel … Ein paar verschonen? Wang Hu könnte man eigentlich verschonen, aber nein, den auch nicht …

„Sachen … direkt rein und die Kisten aufmachen: Goldbarren, Silberdollars, Batisthemden … Das Ningbo-Bett der Frau Xiucai kommt zuerst in den Tuguci-Tempel, dann die Möbel der Qians – oder nehme ich gleich die der Zhaos. Selbst anpacken brauche ich natürlich nicht mehr, das macht der kleine D. Und schnell muss er sein, sonst gibt's eine Ohrfeige …

„Zhao Sichens Schwester ist wirklich hässlich. Die Tochter von Frau Zou Sieben – in ein paar Jahren können wir noch mal drüber reden. Die Frau vom Schein-Fremdteufel schläft mit einem Mann ohne Zopf – pfui, die taugt nichts! Die Frau des Xiucai hat eine Narbe am Augenlid … Wu Ma hab ich lange nicht gesehen, wer weiß, wo die steckt – leider sind ihre Füße zu groß."

Ah Q hatte seinen Plan noch nicht ganz durchdacht, da schnarchte er schon. Die vier-Liang-Kerze war erst einen knappen halben Zoll heruntergebrannt, und ihr rotes Flackern beleuchtete seinen offenstehenden Mund.

„Hoho!" Ah Q schrie plötzlich auf, hob den Kopf und sah sich bestürzt um; als er die vier-Liang-Kerze sah, legte er den Kopf zurück und schlief weiter.

Am nächsten Tag stand er sehr spät auf; als er auf die Straße trat, war alles beim Alten. Er hatte auch wieder Hunger. Er dachte nach, doch es fiel ihm nichts ein. Dann schien er plötzlich einen Einfall zu haben: Langsam setzte er sich in Bewegung und schlenderte mit vager Absicht zum Kloster der Stillen Einkehr.

Das Kloster war so still wie im Frühling: weiße Mauern und schwarze Tür. Er überlegte einen Moment, ging hin und klopfte. Ein Hund bellte drinnen. Eilig sammelte er ein paar Ziegelstücke auf, ging wieder hin und klopfte kräftiger. Erst als die schwarze Tür über und über mit Narben von seinem Klopfen bedeckt war, hörte er jemanden kommen und öffnen.

Ah Q klemmte rasch die Ziegelstücke zurecht, spreizte die Beine in Kampfstellung und bereitete sich auf den Kampf mit dem schwarzen Hund vor. Doch die Klostertür ging nur einen Spalt auf; kein schwarzer Hund schoss heraus – beim Hineinspähen sah er nur eine alte Nonne.

„Was willst du schon wieder?" sagte sie erschrocken.

„Revolution! … Wisst ihr das? …" sagte Ah Q etwas undeutlich.

„Revolution, Revolution, schon wieder Revolution … Wie wollt ihr uns denn noch revolutionieren?" sagte die alte Nonne mit rotgeränderten Augen.

„Was? …" Ah Q war verblüfft.

„Weißt du es denn nicht? Die waren schon da und haben revolutioniert!"

„Wer? …" Ah Q war noch verblüffter.

„Der Xiucai und der Fremdteufel!"

Das hatte Ah Q nicht erwartet; unwillkürlich stutzte er. Da die alte Nonne seinen Kampfgeist schwinden sah, schloss sie blitzschnell die Tür; Ah Q drückte dagegen, aber sie ließ sich nicht öffnen; er klopfte wieder, aber es kam keine Antwort mehr.

Das war noch am Vormittag gewesen. Der Xiucai Zhao hatte feines Gespür: Kaum hatte er erfahren, dass die Revolutionäre nachts in die Stadt eingerückt waren, wickelte er seinen Zopf auf dem Scheitel zusammen und ging frühmorgens zum Schein-Fremdteufel Qian, mit dem er sich sonst nicht verstand. Es war die Zeit, „an der alle Erneuerung teilhaben sollten", und so verstanden sie sich prächtig und wurden auf der Stelle gleichgesinnte Kameraden, die sich verabredeten, gemeinsam zu revolutionieren. Sie überlegten und überlegten und kamen schließlich darauf, dass im Kloster der Stillen Einkehr eine Holztafel mit der Aufschrift „Lang lebe der Kaiser, lang, lang lebe er" stand – die sollte dringend revolutioniert werden. So gingen sie gemeinsam ins Kloster, um zu revolutionieren. Weil die alte Nonne sie aufhalten wollte und drei Sätze sagte, behandelten sie sie wie eine Vertreterin der mandschurischen Regierung und versetzten ihr etliche Stock- und Kopfhiebe. Nachdem sie gegangen waren, kam die Nonne zu sich und stellte bei der Bestandsaufnahme fest, dass die Drachentafel in Scherben am Boden lag – und dass obendrein das Weihrauchgefäß aus der Xuande-Ära vor der Guanyin-Statue verschwunden war.

Das erfuhr Ah Q erst hinterher. Er bereute sehr, dass er geschlafen hatte, nahm es ihnen aber auch übel, dass sie ihn nicht gerufen hatten. Er überlegte noch einen Schritt weiter und dachte:

„Wissen sie denn immer noch nicht, dass ich schon zu den Revolutionären übergelaufen bin?"

第八章 不准革命

  未庄的人心日见其安静了。据传来的消息,知道革命党虽然进了城,倒还没有什么大异样。知县大老爷还是原官,不过改称了什么,而且举人老爷也做了什么——这些名目,未庄人都说不明白——官,带兵的也还是先前的老把总(⒍)。只有一件可怕的事是另有几个不好的革命党夹在里面捣乱,第二天便动手剪辫子,听说那邻村的航船七斤便着了道儿,弄得不像人样子了。但这却还不算大恐怖,因为未庄人本来少上城,即使偶有想进城的,也就立刻变了计,碰不着这危险。阿Q本也想进城去寻他的老朋友,一得这消息,也只得作罢了。

  但未庄也不能说是无改革。几天之后,将辫子盘在顶上的逐渐增加起来了,早经说过,最先自然是茂才公,其次便是赵司晨和赵白眼,后来是阿Q。倘在夏天,大家将辫子盘在头顶上或者打一个结,本不算什么稀奇事,但现在是暮秋,所以这“秋行夏令”的情形,在盘辫家不能不说是万分的英断,而在未庄也不能说无关于改革了。

  赵司晨脑后空荡荡的走来,看见的人大嚷说,

  “豁,革命党来了!”

  阿Q听到了很羡慕。他虽然早知道秀才盘辫的大新闻,但总没有想到自己可以照样做,现在看见赵司晨也如此,才有了学样的意思,定下实行的决心。他用一支竹筷将辫子盘在头顶上,迟疑多时,这才放胆的走去。

  他在街上走,人也看他,然而不说什么话,阿Q当初很不快,后来便很不平。他近来很容易闹脾气了;其实他的生活,倒也并不比造反之前反艰难,人见他也客气,店铺也不说要现钱。而阿Q总觉得自己太失意:既然革了命,不应该只是这样的。况且有一回看见小D,愈使他气破肚皮了。

  小D也将辫子盘在头顶上了,而且也居然用一支竹筷。阿Q万料不到他也敢这样做,自己也决不准他这样做!小D是什么东西呢?他很想即刻揪住他,拗断他的竹筷,放下他的辫子,并且批他几个嘴巴,聊且惩罚他忘了生辰八字,也敢来做革命党的罪。但他终于饶放了,单是怒目而视的吐一口唾沫道“呸!”

  这几日里,进城去的只有一个假洋鬼子。赵秀才本也想靠着寄存箱子的渊源,亲身去拜访举人老爷的,但因为有剪辫的危险,所以也中止了。他写了一封“黄伞格”(⒎)的信,托假洋鬼子带上城,而且托他给自己绍介绍介,去进自由党。假洋鬼子回来时,向秀才讨还了四块洋钱,秀才便有一块银桃子挂在大襟上了;未庄人都惊服,说这是柿油党的顶子(⒏),抵得一个翰林(⒐);赵太爷因此也骤然大阔,远过于他儿子初隽秀才的时候,所以目空一切,见了阿Q,也就很有些不放在眼里了。

  阿Q正在不平,又时时刻刻感着冷落,一听得这银桃子的传说,他立即悟出自己之所以冷落的原因了:要革命,单说投降,是不行的;盘上辫子,也不行的;第一着仍然要和革命党去结识。他生平所知道的革命党只有两个,城里的一个早已“嚓”的杀掉了,现在只剩了一个假洋鬼子。他除却赶紧去和假洋鬼子商量之外,再没有别的道路了。

  钱府的大门正开着,阿Q便怯怯的躄进去。他一到里面,很吃了惊,只见假洋鬼子正站在院子的中央,一身乌黑的大约是洋衣,身上也挂着一块银桃子,手里是阿Q曾经领教过的棍子,已经留到一尺多长的辫子都拆开了披在肩背上,蓬头散发的像一个刘海仙(⒑)。对面挺直的站着赵白眼和三个闲人,正在必恭必敬的听说话。

  阿Q轻轻的走近了,站在赵白眼的背后,心里想招呼,却不知道怎么说才好:叫他假洋鬼子固然是不行的了,洋人也不妥,革命党也不妥,或者就应该叫洋先生了罢。

  洋先生却没有见他,因为白着眼睛讲得正起劲:

  “我是性急的,所以我们见面,我总是说:洪哥(⒒)!我们动手罢!他却总说道No!——这是洋话,你们不懂的。否则早已成功了。然而这正是他做事小心的地方。他再三再四的请我上湖北,我还没有肯。谁愿意在这小县城里做事情。……”

  “唔,……这个……”阿Q候他略停,终于用十二分的勇气开口了,但不知道因为什么,又并不叫他洋先生。

  听着说话的四个人都吃惊的回顾他。洋先生也才看见:

  “什么?”

  “我……”

  “出去!”

  “我要投……”

  “滚出去!”洋先生扬起哭丧棒来了。

  赵白眼和闲人们便都吆喝道:“先生叫你滚出去,你还不听么!”

  阿Q将手向头上一遮,不自觉的逃出门外;洋先生倒也没有追。他快跑了六十多步,这才慢慢的走,于是心里便涌起了忧愁:洋先生不准他革命,他再没有别的路;从此决不能望有白盔白甲的人来叫他,他所有的抱负,志向,希望,前程,全被一笔勾销了。至于闲人们传扬开去,给小D王胡等辈笑话,倒是还在其次的事。

  他似乎从来没有经验过这样的无聊。他对于自己的盘辫子,仿佛也觉得无意味,要侮蔑;为报仇起见,很想立刻放下辫子来,但也没有竟放。他游到夜间,赊了两碗酒,喝下肚去,渐渐的高兴起来了,思想里才又出现白盔白甲的碎片。

  有一天,他照例的混到夜深,待酒店要关门,才踱回土谷祠去。

  拍,吧~~!

  他忽而听得一种异样的声音,又不是爆竹。阿Q本来是爱看热闹,爱管闲事的,便在暗中直寻过去。似乎前面有些脚步声;他正听,猛然间一个人从对面逃来了。阿Q一看见,便赶紧翻身跟着逃。那人转弯,阿Q也转弯,那人站住了,阿Q也站住。他看后面并无什么,看那人便是小D。

  “什么?”阿Q不平起来了。

  “赵……赵家遭抢了!”小D气喘吁吁的说。

  阿Q的心怦怦的跳了。小D说了便走;阿Q却逃而又停的两三回。但他究竟是做过“这路生意”,格外胆大,于是躄出路角,仔细的听,似乎有些嚷嚷,又仔细的看,似乎许多白盔白甲的人,络绎的将箱子抬出了,器具抬出了,秀才娘子的宁式床也抬出了,但是不分明,他还想上前,两只脚却没有动。

  这一夜没有月,未庄在黑暗里很寂静,寂静到像羲皇(⒓)时候一般太平。阿Q站着看到自己发烦,也似乎还是先前一样,在那里来来往往的搬,箱子抬出了,器具抬出了,秀才娘子的宁式床也抬出了,……抬得他自己有些不信他的眼睛了。但他决计不再上前,却回到自己的祠里去了。

  土谷祠里更漆黑;他关好大门,摸进自己的屋子里。他躺了好一会,这才定了神,而且发出关于自己的思想来:白盔白甲的人明明到了,并不来打招呼,搬了许多好东西,又没有自己的份,——这全是假洋鬼子可恶,不准我造反,否则,这次何至于没有我的份呢?阿Q越想越气,终于禁不住满心痛恨起来,毒毒的点一点头:“不准我造反,只准你造反?妈妈的假洋鬼子,——好,你造反!造反是杀头的罪名呵,我总要告一状,看你抓进县里去杀头,——满门抄斩,——嚓!嚓!”

Achtes Kapitel: Revolution verboten

In Weizhuang beruhigten sich die Gemüter zusehends. Den eintreffenden Nachrichten zufolge hatten die Revolutionäre die Stadt zwar eingenommen, doch alles war mehr oder weniger beim Alten geblieben. Der Bezirksvorsteher war noch im Amt, nur sein Titel hatte sich geändert, und auch der Herr Juren bekleidete nun irgendeinen Posten – diese Bezeichnungen konnte in Weizhuang niemand genau wiedergeben – und der Kommandant der Truppen war immer noch der alte Batong. Nur eine beunruhigende Sache gab es: Einige üble Revolutionäre mischten sich ein und zettelten Unruhe an; schon am zweiten Tag begannen sie, Zöpfe abzuschneiden. Man hörte, der Schiffer Qi Jin aus dem Nachbardorf sei ihnen zum Opfer gefallen und sehe jetzt völlig unmenschlich aus. Doch das war noch keine große Gefahr, denn die Weizhuanger fuhren ohnehin selten in die Stadt, und selbst wer dorthin wollte, änderte sofort seine Pläne, um dieser Gefahr zu entgehen. Auch Ah Q hatte ursprünglich in die Stadt gehen wollen, um seine alten Freunde zu besuchen; als er von der Nachricht hörte, blieb er ebenfalls.

Doch auch in Weizhuang konnte man nicht sagen, dass es keinerlei Reformen gegeben hätte. Einige Tage später begannen immer mehr Leute, ihre Zöpfe auf dem Scheitel zusammenzurollen. Wie bereits erwähnt, waren der Herr Maocai und danach Zhao Sichen und Zhao Weißauge die Ersten, dann kam Ah Q. Hätte man im Sommer seine Zöpfe aufgerollt oder zu einem Knoten gebunden, wäre das nichts Ungewöhnliches gewesen; doch jetzt war es Spätherbst, und so stellte dieses „im Herbst sommerliche Gebräuche pflegen" für die Zopfaufroller eine außerordentliche Kühnheit dar – und auch für Weizhuang konnte man nicht sagen, dass es ohne Bezug zur Reform gewesen wäre.

Als Zhao Sichen mit leer flatterndem Hinterkopf daherkam, riefen die Leute, die ihn sahen:

„He, ein Revolutionär ist da!"

Ah Q hörte es und beneidete ihn sehr. Obwohl er längst von der Neuigkeit wusste, dass der Xiucai seinen Zopf aufgerollt hatte, war er nie auf die Idee gekommen, es ihm gleichzutun. Erst als er Zhao Sichen sah, fiel ihm die Nachahmung ein, und er fasste den Entschluss zur Ausführung. Mit einem Bambusstäbchen rollte er seinen Zopf auf dem Kopf zusammen, zögerte lange und wagte sich erst dann auf die Straße.

Er ging durch die Straße, und die Leute sahen ihn an, sagten aber nichts. Ah Q war zunächst unzufrieden, dann empört. In letzter Zeit wurde er leicht aufbrausend. Eigentlich war sein Leben nicht härter als vor der Rebellion, und die Leute waren höflich zu ihm, und die Geschäfte verlangten kein Bargeld. Doch Ah Q fühlte sich zu Unrecht übergangen: Wenn man schon eine Revolution gemacht hatte, sollte es doch nicht einfach so weitergehen wie bisher. Zudem sah er einmal den kleinen D, und das brachte ihn erst recht auf die Palme.

Der kleine D hatte seinen Zopf ebenfalls auf dem Kopf zusammengerollt, und zwar sogar mit einem Bambusstäbchen. Ah Q hätte nie erwartet, dass er sich das herausnehmen würde, und er konnte es ihm unmöglich durchgehen lassen! Was war der kleine D denn schon? Er hätte ihm am liebsten sofort den Kopf gepackt, sein Bambusstäbchen zerbrochen, seinen Zopf heruntergerissen und ihm ein paar Ohrfeigen gegeben – als kleine Strafe dafür, dass er seinen Geburtstag vergessen hatte und es wagte, den Revolutionär zu spielen. Doch er ließ ihn schließlich laufen und begnügte sich damit, ihm wütend einen Klumpen Speichel nachzuspucken: „Pah!"

In diesen Tagen ging nur einer in die Stadt: der Schein-Fremdteufel. Der Xiucai Zhao hätte zwar auf der Grundlage der eingelagerten Kisten persönlich den Herrn Juren besuchen wollen, unterließ es aber wegen der Gefahr des Zopfabschneidens. Er schrieb einen Brief im höflichen „Gelbe-Schirm-Format" und gab ihn dem Schein-Fremdteufel für die Stadt mit; zugleich bat er ihn, ihm eine Empfehlung für den Beitritt zur Freiheitspartei zu verschaffen. Als der Schein-Fremdteufel zurückkam, verlangte er vier Silberdollar vom Xiucai; dafür trug der Xiucai von nun an einen silbernen Pfirsich an seinem Revers. Ganz Weizhuang staunte und bewunderte ihn: Das sei das Rangabzeichen der „Sesamöl-Partei", gleichwertig mit einem Hanlin! Auch der alte Herr Zhao stieg damit plötzlich im Ansehen, weit höher als zu der Zeit, da sein Sohn den Xiucai-Grad erlangt hatte. Daher blickte er auf alles herab, und als er Ah Q sah, betrachtete er ihn mit einiger Geringschätzung.

Ah Q war ohnehin unzufrieden und fühlte sich die ganze Zeit kaltgestellt. Als er von dem silbernen Pfirsich hörte, verstand er sofort, warum er kaltgestellt wurde: Um zu revolutionieren, genügte es nicht, einfach überzulaufen; den Zopf aufzurollen, genügte ebenfalls nicht. Als Erstes musste man Kontakt zu den Revolutionären aufnehmen. Die einzigen Revolutionäre, die er in seinem Leben kennengelernt hatte, waren zwei: Der eine in der Stadt war schon längst „tschak" geköpft worden; jetzt blieb nur noch der Schein-Fremdteufel. Es gab keinen anderen Weg, als eiligst den Schein-Fremdteufel um Rat zu fragen.

Das Tor des Qian-Anwesens stand weit offen, und Ah Q schlich furchtsam hinein. Im Innern erschrak er gewaltig: Der Schein-Fremdteufel stand mitten im Hof, ganz in Schwarz gekleidet – wohl ausländische Kleidung –, mit einem silbernen Pfirsich an der Brust und einem Stock in der Hand, den Ah Q bestens kannte. Sein über ein Fuß langer Zopf war aufgelöst und fiel ihm über die Schultern; mit seinem wirren Haar sah er aus wie ein Liu-Hai-Unsterblicher. Ihm gegenüber standen in strammer Haltung Zhao Weißauge und drei Müßiggänger, die ehrerbietig zuhörten.

Ah Q schlich sich heran und stellte sich hinter Zhao Weißauge. Er wollte ihn ansprechen, wusste aber nicht, was er sagen sollte: „Schein-Fremdteufel" ging natürlich nicht mehr, „Ausländer" war auch nicht recht, „Revolutionär" war auch nicht recht – vielleicht sollte er „Herr Ausland" sagen.

Der Herr Ausland hatte ihn aber noch nicht bemerkt, denn er dozierte mit gehobenem Blick gerade mit vollem Schwung:

„Ich bin ein ungeduldiger Mensch, und darum sage ich bei jedem Treffen: Hong-Bruder! Packen wir's an! Er aber sagt immer nur: No! – das ist ein englisches Wort, das ihr nicht versteht. Sonst wäre es schon längst gelungen. Aber das zeigt gerade, wie vorsichtig er vorgeht. Er hat mich drei- und viermal eingeladen, nach Hubei zu kommen, aber ich habe noch nicht zugesagt. Wer will schon in dieser kleinen Kreisstadt arbeiten …"

„Äh … also …" Ah Q wartete eine kurze Pause ab und fasste sich schließlich ein Herz. Doch er wusste nicht warum – er nannte ihn doch nicht „Herr Ausland".

Alle vier Zuhörer drehten sich erschrocken um. Auch der Herr Ausland sah ihn nun erst:

„Was?"

„Ich …"

„Raus!"

„Ich möchte über— …"

„Verschwinde!" Der Herr Ausland hob den Trauerstock.

Zhao Weißauge und die Müßiggänger riefen: „Der Herr sagt, du sollst verschwinden, und du hörst nicht?"

Ah Q hielt den Arm schützend über den Kopf und floh unwillkürlich zur Tür hinaus; der Herr Ausland verfolgte ihn nicht. Ah Q rannte gut sechzig Schritte, bis er langsamer wurde. Dann aber stieg der Kummer in ihm auf: Der Herr Ausland erlaubte ihm nicht, zu revolutionieren; es gab keinen anderen Weg mehr. Von nun an konnte er unmöglich hoffen, dass Leute in weißen Helmen und weißen Rüstungen kommen und ihn rufen würden. All seine Ambitionen, Bestrebungen, Hoffnungen und Zukunftspläne waren mit einem Strich durchgestrichen. Dass die Müßiggänger die Sache herumerzählen und dem kleinen D und Wang Hu und anderen Spott liefern würden, war noch das geringste Übel.

Ihm war, als habe er noch nie solche Leere empfunden. Er fand selbst seinen aufgerollten Zopf sinnlos und verachtenswert; aus Rache hätte er den Zopf am liebsten sofort heruntergefallen, doch er tat es doch nicht. Er schlenderte bis in die Nacht; in einer Schenke bekam er zwei Schalen Wein auf Pump, trank sie, und allmählich wurde ihm fröhlicher zumute; erst dann tauchten die weißen Helme und weißen Rüstungen in Bruchstücken wieder in seinen Gedanken auf.

Eines Tages, als es nach seiner Gewohnheit schon spät in die Nacht war und die Schenke gleich schließen wollte, schlenderte er zum Tuguci-Tempel zurück.

Peng, ba-a-a!

Da hörte er plötzlich ein seltsames Geräusch – keine Feuerwerkskörper. Ah Q war von Natur aus neugierig und immer auf der Suche nach Spektakel; er folgte dem Lärm durch die Dunkelheit. Vor ihm schienen Schritte zu erklingen. Gerade als er genauer hinhörte, kam ihm plötzlich jemand von vorne entgegengerannt. Ah Q sah ihn und rannte sofort ebenfalls in dieselbe Richtung davon. Der Mann bog ab, Ah Q bog ab; der Mann blieb stehen, Ah Q blieb stehen. Er sah nach hinten – dort war nichts; er sah den Mann – es war der kleine D.

„Was?" Ah Q wurde unwillig.

„Zhao … das Haus Zhao ist ausgeraubt worden!" sagte der kleine D keuchend.

Ah Qs Herz pochte. Der kleine D erzählte und verschwand. Ah Q floh und blieb stehen, zwei-, dreimal hin und her. Doch da er selbst einst „in diesem Geschäft" gewesen war, fasste er besonderen Mut. So wagte er sich um die Straßenecke und lauschte: Es schien Geschrei zu geben. Er sah genauer hin: Es schienen tatsächlich viele Leute in weißen Helmen und weißen Rüstungen zu sein, die in einer langen Reihe Kisten hinaustrugen, Hausrat hinaustrugen, das Ningbo-Bett der Frau Xiucai hinaustrugen – doch es war nicht klar zu erkennen. Er wollte vortreten, doch seine Füße bewegten sich nicht.

In jener Nacht war kein Mond; Weizhuang lag in tiefer Finsternis, still – still wie in der Zeit des Urkaiser Fuxi. Ah Q stand da und sah zu, bis er selbst unruhig wurde. Alles schien wie zuvor – dort wurde hin und her getragen: Kisten hinaus, Hausrat hinaus, das Ningbo-Bett der Frau Xiucai hinaus … so viel, dass er seinen eigenen Augen kaum traute. Doch er beschloss, nicht mehr näher heranzugehen, und kehrte in seinen Tempel zurück.

Im Tuguci-Tempel war es noch schwärzer. Er schloss das große Tor, tastete sich in seine Kammer. Nachdem er eine ganze Weile gelegen hatte, sammelte er endlich seine Gedanken und begann über sich selbst nachzudenken: Die Leute in weißen Helmen und weißen Rüstungen waren offensichtlich da gewesen, hatten ihn aber nicht begrüßt; sie hatten viele gute Sachen weggetragen, und nichts davon war für ihn – das war alles die Schuld des Schein-Fremdteufels, der ihm die Revolution verboten hatte. Sonst – wie hätte er diesmal leer ausgehen können? Je mehr Ah Q darüber nachdachte, desto wütender wurde er, und schließlich konnte er seinen ganzen Groll nicht mehr zurückhalten. Er nickte giftig mit dem Kopf: „Mir die Revolution verbieten, und selber revolutionieren? Verfluchter Schein-Fremdteufel! – Gut, du revolutionierst! Revolution ist ein Verbrechen, auf das die Enthauptung steht – ich werde dich anzeigen, damit sie dich in die Kreisstadt bringen und köpfen – die ganze Familie abschlachten – tschak! Tschak!"

第九章 大团圆

  赵家遭抢之后,未庄人大抵很快意而且恐慌,阿Q也很快意而且恐慌。但四天之后,阿Q在半夜里忽被抓进县城里去了。那时恰是暗夜,一队兵,一队团丁,一队警察,五个侦探,悄悄地到了未庄,乘昏暗围住土谷祠,正对门架好机关枪;然而阿Q不冲出。许多时没有动静,把总焦急起来了,悬了二十千的赏,才有两个团丁冒了险,逾垣进去,里应外合,一拥而入,将阿Q抓出来;直待擒出祠外面的机关枪左近,他才有些清醒了。

  到进城,已经是正午,阿Q见自己被搀进一所破衙门,转了五六个弯,便推在一间小屋里。他刚刚一跄踉,那用整株的木料做成的栅栏门便跟着他的脚跟阖上了,其余的三面都是墙壁,仔细看时,屋角上还有两个人。

  阿Q虽然有些忐忑,却并不很苦闷,因为他那土谷祠里的卧室,也并没有比这间屋子更高明。那两个也仿佛是乡下人,渐渐和他兜搭起来了,一个说是举人老爷要追他祖父欠下来的陈租,一个不知道为了什么事。他们问阿Q,阿Q爽利的答道,“因为我想造反。”

  他下半天便又被抓出栅栏门去了,到得大堂,上面坐着一个满头剃得精光的老头子。阿Q疑心他是和尚,但看见下面站着一排兵,两旁又站着十几个长衫人物,也有满头剃得精光像这老头子的,也有将一尺来长的头发披在背后像那假洋鬼子的,都是一脸横肉,怒目而视的看他;他便知道这人一定有些来历,膝关节立刻自然而然的宽松,便跪了下去了。

  “站着说!不要跪!”长衫人物都吆喝说。

  阿Q虽然似乎懂得,但总觉得站不住,身不由己的蹲了下去,而且终于趁势改为跪下了。

  “奴隶性!……”长衫人物又鄙夷似的说,但也没有叫他起来。

  “你从实招来罢,免得吃苦。我早都知道了。招了可以放你。”那光头的老头子看定了阿Q的脸,沉静的清楚的说。

  “招罢!”长衫人物也大声说。

  “我本来要……来投……”阿Q胡里胡涂的想了一通,这才断断续续的说。

  “那么,为什么不来的呢?”老头子和气的问。

  “假洋鬼子不准我!”

  “胡说!此刻说,也迟了。现在你的同党在那里?”

  “什么?……”

  “那一晚打劫赵家的一伙人。”

  “他们没有来叫我。他们自己搬走了。”阿Q提起来便愤愤。

  “走到那里去了呢?说出来便放你了。”老头子更和气了。

  “我不知道,……他们没有来叫我……”

  然而老头子使了一个眼色,阿Q便又被抓进栅栏门里了。他第二次抓出栅栏门,是第二天的上午。

  大堂的情形都照旧。上面仍然坐着光头的老头子,阿Q也仍然下了跪。

  老头子和气的问道,“你还有什么话说么?”

  阿Q一想,没有话,便回答说,“没有。”

  于是一个长衫人物拿了一张纸,并一支笔送到阿Q的面前,要将笔塞在他手里。阿Q这时很吃惊,几乎“魂飞魄散”了:因为他的手和笔相关,这回是初次。他正不知怎样拿;那人却又指着一处地方教他画花押。

  “我……我……不认得字。”阿Q一把抓住了笔,惶恐而且惭愧的说。

  “那么,便宜你,画一个圆圈!”

  阿Q要画圆圈了,那手捏着笔却只是抖。于是那人替他将纸铺在地上,阿Q伏下去,使尽了平生的力气画圆圈。他生怕被人笑话,立志要画得圆,但这可恶的笔不但很沉重,并且不听话,刚刚一抖一抖的几乎要合缝,却又向外一耸,画成瓜子模样了。

  阿Q正羞愧自己画得不圆,那人却不计较,早已掣了纸笔去,许多人又将他第二次抓进栅栏门。

  他第二次进了栅栏,倒也并不十分懊恼。他以为人生天地之间,大约本来有时要抓进抓出,有时要在纸上画圆圈的,惟有圈而不圆,却是他“行状”上的一个污点。但不多时也就释然了,他想:孙子才画得很圆的圆圈呢。于是他睡着了。

  然而这一夜,举人老爷反而不能睡:他和把总呕了气了。举人老爷主张第一要追赃,把总主张第一要示众。把总近来很不将举人老爷放在眼里了,拍案打凳的说道,“惩一儆百!你看,我做革命党还不上二十天,抢案就是十几件,全不破案,我的面子在那里?破了案,你又来迂。不成!这是我管的!”举人老爷窘急了,然而还坚持,说是倘若不追赃,他便立刻辞了帮办民政的职务。而把总却道,“请便罢!”于是举人老爷在这一夜竟没有睡,但幸第二天倒也没有辞。

  阿Q第三次抓出栅栏门的时候,便是举人老爷睡不着的那一夜的明天的上午了。他到了大堂,上面还坐着照例的光头老头子;阿Q也照例的下了跪。

  老头子很和气的问道,“你还有什么话么?”

  阿Q一想,没有话,便回答说,“没有。”

  许多长衫和短衫人物,忽然给他穿上一件洋布的白背心,上面有些黑字。阿Q很气苦:因为这很像是带孝,而带孝是晦气的。然而同时他的两手反缚了,同时又被一直抓出衙门外去了。

  阿Q被抬上了一辆没有蓬的车,几个短衣人物也和他同坐在一处。这车立刻走动了,前面是一班背着洋炮的兵们和团丁,两旁是许多张着嘴的看客,后面怎样,阿Q没有见。但他突然觉到了:这岂不是去杀头么?他一急,两眼发黑,耳朵里〔口皇〕的一声,似乎发昏了。然而他又没有全发昏,有时虽然着急,有时却也泰然;他意思之间,似乎觉得人生天地间,大约本来有时也未免要杀头的。

  他还认得路,于是有些诧异了:怎么不向着法场走呢?他不知道这是在游街,在示众。但即使知道也一样,他不过便以为人生天地间,大约本来有时也未免要游街要示众罢了。

  他省悟了,这是绕到法场去的路,这一定是“嚓”的去杀头。他惘惘的向左右看,全跟着马蚁似的人,而在无意中,却在路旁的人丛中发见了一个吴妈。很久违,伊原来在城里做工了。阿Q忽然很羞愧自己没志气:竟没有唱几句戏。他的思想仿佛旋风似的在脑里一回旋:《小孤孀上坟》欠堂皇,《龙虎斗》里的“悔不该……”也太乏,还是“手执钢鞭将你打”罢。他同时想手一扬,才记得这两手原来都捆着,于是“手执钢鞭”也不唱了。

  “过了二十年又是一个……”阿Q在百忙中,“无师自通”的说出半句从来不说的话。

  “好!!!”从人丛里,便发出豺狼的嗥叫一般的声音来。

  车子不住的前行,阿Q在喝采声中,轮转眼睛去看吴妈,似乎伊一向并没有见他,却只是出神的看着兵们背上的洋炮。

  阿Q于是再看那些喝采的人们。

  这刹那中,他的思想又仿佛旋风似的在脑里一回旋了。四年之前,他曾在山脚下遇见一只饿狼,永是不近不远的跟定他,要吃他的肉。他那时吓得几乎要死,幸而手里有一柄斫柴刀,才得仗这壮了胆,支持到未庄;可是永远记得那狼眼睛,又凶又怯,闪闪的像两颗鬼火,似乎远远的来穿透了他的皮肉。而这回他又看见从来没有见过的更可怕的眼睛了,又钝又锋利,不但已经咀嚼了他的话,并且还要咀嚼他皮肉以外的东西,永是不近不远的跟他走。

  这些眼睛们似乎连成一气,已经在那里咬他的灵魂。

  “救命,……”

  然而阿Q没有说。他早就两眼发黑,耳朵里嗡的一声,觉得全身仿佛微尘似的迸散了。

  至于当时的影响,最大的倒反在举人老爷,因为终于没有追赃,他全家都号啕了。其次是赵府,非特秀才因为上城去报官,被不好的革命党剪了辫子,而且又破费了二十千的赏钱,所以全家也号啕了。从这一天以来,他们便渐渐的都发生了遗老的气味。

  至于舆论,在未庄是无异议,自然都说阿Q坏,被枪毙便是他的坏的证据:不坏又何至于被枪毙呢?而城里的舆论却不佳,他们多半不满足,以为枪毙并无杀头这般好看;而且那是怎样的一个可笑的死囚呵,游了那么久的街,竟没有唱一句戏:他们白跟一趟了。。

Neuntes Kapitel: Das große Finale

Nachdem das Haus Zhao ausgeraubt worden war, waren die meisten Leute in Weizhuang zugleich befriedigt und verängstigt; auch Ah Q war zugleich befriedigt und verängstigt. Doch vier Tage später wurde Ah Q mitten in der Nacht in die Kreisstadt geschleppt. Es war gerade eine dunkle Nacht. Ein Trupp Soldaten, ein Trupp Dorfmiliz, ein Trupp Polizisten und fünf Detektive waren lautlos in Weizhuang eingetroffen, hatten in der Dunkelheit den Tuguci-Tempel umstellt und direkt gegenüber dem Tor ein Maschinengewehr aufgebaut. Doch Ah Q stürmte nicht heraus. Nachdem lange nichts geschah, wurde der Batong nervös und setzte eine Belohnung von zwanzigtausend Kupfermünzen aus; erst dann wagten zwei Miliz-Männer, über die Mauer zu steigen. Von innen und außen zugleich stürmten sie herein und zerrten Ah Q heraus. Erst als sie ihn aus dem Tempel bis in die Nähe des Maschinengewehrs geschleppt hatten, kam er halbwegs zu sich.

Als sie in die Stadt kamen, war es schon Mittag. Ah Q sah, wie man ihn in ein baufälliges Amtsgebäude bugsierte; nach fünf oder sechs Biegungen wurde er in eine kleine Kammer gestoßen. Kaum dass er stolperte, schlug das Gitter aus massivem Holz hinter seinen Fersen zu. Die übrigen drei Wände waren Mauern; als er genauer hinsah, entdeckte er in einer Ecke noch zwei andere Gefangene.

Obwohl Ah Q etwas unruhig war, war er nicht allzu bekümmert: Schließlich war seine Schlafkammer im Tuguci-Tempel auch nicht besser als diese Zelle gewesen. Die zwei anderen schienen ebenfalls vom Land zu kommen; sie begannen allmählich mit ihm zu plaudern. Der eine sagte, der Herr Juren wolle von ihm die rückständige Pacht seines Großvaters eintreiben; der andere wusste gar nicht, worum es ging. Als sie Ah Q fragten, antwortete er freimütig: „Weil ich revolutionieren wollte."

Am Nachmittag wurde er durch das Gitter nach draußen gezerrt und in die große Halle gebracht. Oben saß ein Alter mit blankrasiertem Kopf. Ah Q vermutete, es sei ein Mönch; doch als er unten eine Reihe Soldaten und an beiden Seiten über ein Dutzend Personen in langen Gewändern stehen sah – einige ebenfalls blankrasiert wie der Alte, andere mit fußlangen Haaren, die ihnen über den Rücken fielen wie beim Schein-Fremdteufel –, alle mit finsterer Miene und bösen Blicken auf ihn gerichtet, wusste er: Dieser Mann hatte sicher einiges zu sagen. Seine Knie wurden ganz von alleine weich, und er kniete nieder.

„Steh auf und rede! Nicht knien!" schrien die Langgewan-deten.

Ah Q schien zwar zu verstehen, kam sich aber im Stehen unsicher vor; unwillkürlich ging er in die Hocke und schließlich doch aufs Knie.

„Sklavenmentalität! …" sagten die Langgewandeten verächtlich, ließen ihn aber auch nicht aufstehen.

„Sag die Wahrheit, dann ersparst du dir Leiden. Ich weiß schon alles. Wenn du gestehst, wirst du freigelassen." Der blanke Alte blickte Ah Q ins Gesicht und sprach ruhig und deutlich.

„Gesteh!" riefen auch die Langgewandeten laut.

„Ich wollte eigentlich … kommen und mich an— …" Ah Q grübelte benommen, dann sagte er stockend.

„Warum bist du dann nicht gekommen?" fragte der Alte freundlich.

„Der Schein-Fremdteufel hat mich nicht gelassen!"

„Unsinn! Jetzt ist es ohnehin zu spät. Wo sind deine Komplizen?"

„Was? …"

„Die Bande, die in jener Nacht das Haus Zhao ausgeraubt hat."

„Die haben mich nicht gerufen. Die haben alles selbst weggeschleppt." Ah Q wurde bei der Erinnerung daran empört.

„Wohin sind sie gegangen? Sag es, und du wirst freigelassen." Der Alte wurde noch freundlicher.

„Ich weiß es nicht … sie haben mich nicht gerufen …"

Der Alte machte ein Zeichen mit den Augen, und Ah Q wurde wieder hinter das Gitter gestoßen. Zum zweiten Mal wurde er herausgeholt – am Vormittag des nächsten Tages.

In der großen Halle war alles wie zuvor. Oben saß noch der blanke Alte, und Ah Q kniete sich wieder hin.

Der Alte fragte freundlich: „Hast du noch etwas zu sagen?"

Ah Q überlegte. Nein. „Nein," antwortete er.

Da brachte einer der Langgewandeten ein Blatt Papier und einen Pinsel vor Ah Qs Gesicht und wollte ihm den Pinsel in die Hand drücken. Ah Q erschrak fast zu Tode: Seine Hand und ein Pinsel – das war das allererste Mal in seinem Leben. Der Mann zeigte ihm eine Stelle auf dem Papier und sagte, er solle ein Zeichen malen.

„Ich … ich kann nicht lesen," sagte Ah Q, den Pinsel krampfhaft festhaltend, zugleich bestürzt und beschämt.

„Na gut, dann mal eben einen Kreis!"

Ah Q wollte einen Kreis malen, doch die Hand mit dem Pinsel zitterte. Der Mann legte ihm das Papier auf den Boden; Ah Q beugte sich hinunter und setzte seine ganze Lebenskraft ein, um einen Kreis zu malen. Er hatte Angst, ausgelacht zu werden, und nahm sich fest vor, ihn rund zu machen. Doch der elende Pinsel war nicht nur schwer, sondern gehorchte ihm auch nicht: Gerade als die Linie fast zusammenlaufen wollte, zitterte sie wieder und machte eine Beule nach außen – heraus kam eine Melonenkernform.

Ah Q schämte sich gerade, dass sein Kreis nicht rund geworden war, da hatte der Mann das Papier und den Pinsel schon wieder an sich gezogen, und viele Leute schoben ihn ein zweites Mal hinter das Gitter.

Beim zweiten Mal im Gitter war er gar nicht so bekümmert. Er fand, dass ein Mensch zwischen Himmel und Erde wohl manchmal herein- und herausgezerrt werden muss, und manchmal eben einen Kreis auf Papier malen. Nur dass sein Kreis nicht rund war – das empfand er als Makel in seinem „Lebenslauf". Doch bald beruhigte er sich: Nur ein Grünschnabel malt einen ganz runden Kreis! So schlief er ein.

Doch in dieser Nacht war es der Herr Juren, der nicht schlafen konnte: Er hatte sich mit dem Batong überworfen. Der Herr Juren war der Meinung, man müsse zuerst die Beute wiederbeschaffen; der Batong war der Meinung, man müsse zuerst ein Exempel statuieren. Der Batong nahm den Herrn Juren neuerdings nicht mehr sehr ernst und schlug mit der Faust auf den Tisch: „Einen bestrafen, um hundert abzuschrecken! Sehen Sie sich das an: Ich bin noch keine zwanzig Tage Revolutionär, und schon gibt es über ein Dutzend Raubüberfälle, alle ungelöst – wo bleibt da mein Gesicht? Wenn man einen Fall aufklärt, kommen Sie und werden umständlich. Das geht nicht! Das ist meine Sache!" Der Herr Juren war in der Klemme, bestand aber darauf: Wenn man die Beute nicht wiederbeschaffe, werde er sein Amt als Hilfsbeamter für Zivilverwaltung sofort niederlegen. Der Batong sagte: „Bitte sehr!" Und so schlief der Herr Juren die ganze Nacht nicht; zum Glück legte er am nächsten Tag auch nicht sein Amt nieder.

Als Ah Q zum dritten Mal aus dem Gitter gezerrt wurde, war es der Morgen nach der schlaflosen Nacht des Herrn Juren. Er kam in die große Halle: oben saß wie gewohnt der blanke Alte, und Ah Q kniete sich wie gewohnt hin.

Der Alte fragte freundlich: „Hast du noch etwas zu sagen?"

Ah Q überlegte. Nein. „Nein," antwortete er.

Da zogen ihm viele Lang- und Kurzgewandete plötzlich eine weiße Weste aus Baumwollstoff über, auf der schwarze Schriftzeichen standen. Ah Q war tief betrübt: Denn das sah aus wie Trauerkleidung, und Trauer bedeutete Unglück. Gleichzeitig wurden seine Hände auf dem Rücken gefesselt, und er wurde geradewegs aus dem Amtsgebäude hinausgezerrt.

Ah Q wurde auf einen Karren ohne Verdeck gehoben; einige Kurzgewandete stiegen mit ihm auf. Der Karren setzte sich sofort in Bewegung. Vorne marschierte eine Abteilung Soldaten mit Gewehren und Miliz-Männer; an beiden Seiten drängten sich gaffen de Zuschauer mit offenem Mund; was hinten war, konnte Ah Q nicht sehen. Doch plötzlich durchfuhr es ihn: War dies nicht der Weg zur Hinrichtung? Er erschrak; seine Augen wurden schwarz, in seinen Ohren dröhnte es, und er glaubte ohnmächtig zu werden. Doch er wurde nicht ganz ohnmächtig: Manchmal war er ängstlich, manchmal war er gelassen. Er kam zu der vagen Einsicht, dass ein Mensch zwischen Himmel und Erde wohl manchmal auch zum Richtplatz geführt werden musste.

Er erkannte die Straße, und das überraschte ihn: Warum ging es nicht in Richtung Richtstätte? Er wusste nicht, dass man ihn erst durch die Straßen führte, um ihn zur Schau zu stellen. Doch selbst wenn er es gewusst hätte, wäre es ihm wohl gleich gewesen: Er hätte gedacht, ein Mensch zwischen Himmel und Erde müsse wohl manchmal eben auch durch die Straßen geführt und zur Schau gestellt werden.

Er merkte es: Dies war der Umweg zur Richtstätte; jetzt ging es zum „Tschak" und zur Enthauptung. Verstört blickte er nach links und rechts: Überall folgten ihm die Leute wie Ameisen, und zwischen ihnen, in der Menge am Straßenrand, entdeckte er – Wu Ma. Lange nicht gesehen; sie arbeitete jetzt also in der Stadt. Ah Q schämte sich plötzlich, dass er nicht mehr Haltung zeigte: Nicht einmal ein paar Verse aus einer Oper hatte er gesungen! Seine Gedanken wirbelten wie ein Sturmwind durch sein Gehirn: „Das Waisenkind am Grabe" war zu schlicht; „Hätt' ich nur nicht …" aus dem „Drachenkampf" auch zu fade; doch „Ich schlag den Stählern' Stab auf dich herab" – ja, das! Im selben Moment wollte er die Hand zum Schwung erheben, da fiel ihm ein, dass seine Hände ja gefesselt waren. Und so sang er auch den „Stählernen Stab" nicht.

„Nach zwanzig Jahren bin ich wieder einer …" Ah Q brachte mitten im ganzen Trubel, „ohne Lehrer und Meister", die erste Hälfte eines Satzes hervor, den er noch nie gesagt hatte.

„Bravo!!!" Aus der Menge erhob sich ein Geheul wie das von Schakalen und Wölfen.

Der Karren fuhr unaufhörlich weiter; Ah Q drehte im Jubel der Menge die Augen, um Wu Ma zu sehen, doch sie schien ihn gar nicht bemerkt zu haben, sondern starrte nur gebannt auf die Gewehre auf dem Rücken der Soldaten.

Ah Q wandte seinen Blick den jubelnden Zuschauern zu.

In diesem Bruchteil einer Sekunde durchfuhren seine Gedanken noch einmal wie ein Sturmwind sein Gehirn. Vor vier Jahren war er am Fuß eines Berges einem hungrigen Wolf begegnet, der ihm – immer gleich weit entfernt – folgte und sein Fleisch fressen wollte. Damals hätte er vor Angst beinahe den Geist aufgegeben; zum Glück hatte er eine Hacke in der Hand, an der er sich festhielt und die ihm Mut gab, bis er Weizhuang erreichte. Doch die Wolfsaugen hatte er nie vergessen – wild und feige zugleich, funkelnd wie zwei Irrlichter, die ihn von weitem zu durchbohren schienen. Und nun sah er Augen, die noch furchtbarer waren als alle, die er je gesehen hatte – stumpf und zugleich scharf, die nicht nur seine Worte bereits zerkaut hatten, sondern auch etwas jenseits von Haut und Fleisch zerkauen wollten, und die ihm – immer gleich weit entfernt – folgten.

Diese Augen schienen sich zu einer Einheit zusammenzuschließen und bissen bereits nach seiner Seele.

„Hilfe! …"

Doch Ah Q sprach es nicht aus. Seine Augen waren schon längst schwarz geworden, in seinen Ohren dröhnte es, und er fühlte, wie sein ganzer Körper sich auflöste wie Staub.

Was die Wirkung dieses Ereignisses betraf, so war sie am größten ausgerechnet beim Herrn Juren, denn da die Beute letztlich nicht wiederbeschafft wurde, heulte seine ganze Familie. Die zweitgrößte Wirkung traf das Haus Zhao: Nicht nur hatte der Xiucai, als er zur Anzeige in die Stadt fuhr, von üblen Revolutionären den Zopf abgeschnitten bekommen, sondern obendrein hatte die Familie zwanzigtausend Kupfermünzen Belohnung ausgeben müssen; auch sie heulte also gemeinsam. Von diesem Tag an nahmen sie alle nach und nach die Haltung von Hinterbliebenen des alten Regimes an.

Was die öffentliche Meinung betraf: In Weizhuang war sie einhellig – natürlich war Ah Q schlecht, und dass er erschossen wurde, war der Beweis dafür: Wäre er nicht schlecht gewesen, warum hätte man ihn dann erschossen? Die öffentliche Meinung in der Stadt dagegen war eher ungünstig: Die meisten fanden die Erschießung nicht so eindrucksvoll wie eine Enthauptung; und was war das überhaupt für ein lächerlicher Todgeweihter – so lange durch die Straßen gefahren und nicht einmal ein Lied gesungen! Ganz umsonst waren sie mitgelaufen.