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Zum Gottesdienst im Tempel der Reinen Leere hält der Jadestein-Daoist ein Gespräch über Eheangelegenheiten. Schatzjade<ref>Chin. 贾宝玉 Jiǎ Bǎoyù, wörtl. „Kaufmann Schatzjade".</ref> und Kajaljade<ref>Chin. 林黛玉 Lín Dàiyù, wörtl. „Wald Kajaljade". Kajal (黛 dài) bezeichnet das schwarze Augenbrauenpuder.</ref> geraten in einen heftigen Streit, doch ihre Herzen sprechen dieselbe Sprache. | Zum Gottesdienst im Tempel der Reinen Leere hält der Jadestein-Daoist ein Gespräch über Eheangelegenheiten. Schatzjade<ref>Chin. 贾宝玉 Jiǎ Bǎoyù, wörtl. „Kaufmann Schatzjade".</ref> und Kajaljade<ref>Chin. 林黛玉 Lín Dàiyù, wörtl. „Wald Kajaljade". Kajal (黛 dài) bezeichnet das schwarze Augenbrauenpuder.</ref> geraten in einen heftigen Streit, doch ihre Herzen sprechen dieselbe Sprache. | ||
Es wird erzählt, dass Schatzjade gerade vor sich hin starrte, als Kajaljade ihm unversehens ein Taschentuch zuwarf, das ihn genau am Auge traf und ihn ordentlich erschreckte. „Wer war das?", fragte er. Kajaljade schüttelte lachend den Kopf und sagte: „Entschuldige, das war ein Versehen. Schwester Schatzspange<ref>Chin. 薛宝钗 Xuē Bǎochāi, wörtl. „Schnee Schatzspange". Eine 钗 chāi ist eine kostbare Haarnadel.</ref> wollte eine dumme Gans sehen, und als ich ihr eine vorführen wollte, ist mir das Tuch aus der Hand gerutscht." | Es wird erzählt, dass Schatzjade gerade vor sich hin starrte, als Kajaljade ihm unversehens ein Taschentuch zuwarf, das ihn genau am Auge traf und ihn ordentlich erschreckte. „Wer war das?", fragte er. Kajaljade schüttelte lachend den Kopf und sagte: „Entschuldige, das war ein Versehen. Schwester Schatzspange<ref>Chin. 薛宝钗 Xuē Bǎochāi, wörtl. „Schnee Schatzspange". Eine 钗 chāi ist eine kostbare Haarnadel.</ref> wollte eine dumme Gans sehen, und als ich ihr eine vorführen wollte, ist mir das Tuch aus der Hand gerutscht." | ||
| − | Schatzjade rieb sich das Auge und wollte etwas erwidern, doch dann ließ er es bleiben. | + | == Schatzjade rieb sich das Auge und wollte etwas erwidern, doch dann ließ er es bleiben. == |
Bald darauf kam Phönixglanz<ref>Chin. 王熙凤 Wáng Xīfèng, wörtl. „König Phönixglanz".</ref> und sprach vom bevorstehenden Gottesdienst im Tempel der Reinen Leere am Ersten des Monats. Sie lud Schatzspange, Schatzjade und Kajaljade ein, mit ihr zusammen dort die Theateraufführung anzusehen. Schatzspange lächelte und sagte: „Ach nein, bei dieser Hitze! Was für Theaterstücke hätte ich denn noch nicht gesehen? Ich gehe lieber nicht." | Bald darauf kam Phönixglanz<ref>Chin. 王熙凤 Wáng Xīfèng, wörtl. „König Phönixglanz".</ref> und sprach vom bevorstehenden Gottesdienst im Tempel der Reinen Leere am Ersten des Monats. Sie lud Schatzspange, Schatzjade und Kajaljade ein, mit ihr zusammen dort die Theateraufführung anzusehen. Schatzspange lächelte und sagte: „Ach nein, bei dieser Hitze! Was für Theaterstücke hätte ich denn noch nicht gesehen? Ich gehe lieber nicht." | ||
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| + | ''Übersetzung: Martin Woesler, 4. Auflage (2026). Basierend auf der Gengchen-Handschrift (庚辰本).'' | ||
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Revision as of 12:36, 15 April 2026
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Kapitel 29
Zum Gottesdienst im Tempel der Reinen Leere hält der Jadestein-Daoist ein Gespräch über Eheangelegenheiten. Schatzjade[1] und Kajaljade[2] geraten in einen heftigen Streit, doch ihre Herzen sprechen dieselbe Sprache.
Es wird erzählt, dass Schatzjade gerade vor sich hin starrte, als Kajaljade ihm unversehens ein Taschentuch zuwarf, das ihn genau am Auge traf und ihn ordentlich erschreckte. „Wer war das?", fragte er. Kajaljade schüttelte lachend den Kopf und sagte: „Entschuldige, das war ein Versehen. Schwester Schatzspange[3] wollte eine dumme Gans sehen, und als ich ihr eine vorführen wollte, ist mir das Tuch aus der Hand gerutscht."
Schatzjade rieb sich das Auge und wollte etwas erwidern, doch dann ließ er es bleiben.
Bald darauf kam Phönixglanz[4] und sprach vom bevorstehenden Gottesdienst im Tempel der Reinen Leere am Ersten des Monats. Sie lud Schatzspange, Schatzjade und Kajaljade ein, mit ihr zusammen dort die Theateraufführung anzusehen. Schatzspange lächelte und sagte: „Ach nein, bei dieser Hitze! Was für Theaterstücke hätte ich denn noch nicht gesehen? Ich gehe lieber nicht."
Phönixglanz entgegnete: „Dort ist es schön kühl, und auf beiden Seiten gibt es Turmgebäude. Wenn wir hingehen, schicke ich ein paar Tage vorher Leute hin, um die Daoisten hinauszujagen, die Gebäude sauber fegen zu lassen, Vorhänge aufzuhängen und dafür zu sorgen, dass kein Unbefugter den Tempel betritt. Das wäre doch wunderbar! Ich habe bereits die gnädige Frau um Erlaubnis gebeten. Wenn ihr nicht geht, gehe ich allein. Mir ist in den letzten Tagen so langweilig gewesen! Wenn zu Hause Theater gespielt wird, kann ich es nie in Ruhe genießen."
Als die Herzoginmutter[5] dies hörte, sagte sie lachend: „Wenn dem so ist, komme ich mit dir." Phönixglanz erwiderte lachend: „Wenn die Ahnherrin auch mitkommt, wäre das natürlich wunderbar! Nur werde ich dann wieder nicht zur Ruhe kommen." Die Herzoginmutter sagte: „Morgen sitze ich im Hauptgebäude oben, und du nimmst im Seitengebäude Platz. Du brauchst gar nicht zu mir herüberzukommen, um deine Aufwartung zu machen. Ist das nicht gut so?" Phönixglanz lachte: „Das zeigt mir, wie sehr die Ahnherrin mich liebt."
Die Herzoginmutter wandte sich dann an Schatzspange: „Geh auch du mit, und nimm deine Mutter mit. Bei den langen Sommertagen liegt man zu Hause doch nur herum und schläft." Schatzspange konnte nur zustimmen.
Die Herzoginmutter schickte jemanden, Tante Schnee[6] einzuladen, und ließ nebenbei auch Herrin Wang Bescheid sagen, dass sie die jungen Damen mitnehmen wolle. Herrin Wang war erstens nicht ganz wohl und wollte sich zweitens bereithalten für den Fall, dass jemand von der Kaiserlichen Nebengemahlin Chunyuan käme; sie hatte daher schon früher abgesagt. Als sie nun hörte, was die Herzoginmutter vorhatte, sagte sie lächelnd: „Immer noch so unternehmungslustig!" Sie ließ in den Garten ausrichten: „Wer Lust hat auszugehen, darf am Ersten ruhig mit der Ahnherrin mitfahren."
Als sich diese Nachricht verbreitete, waren die anderen noch gleichmütig genug, nur die Dienstmädchen, die tagein, tagaus nicht über die Türschwelle hinauskamen, wollten allesamt mit. Selbst wenn ihre Herrinnen keine Lust hatten, drängten sie so lange, bis diese schließlich doch einwilligten. So sagten auch Frau Li und die anderen zu, und die Herzoginmutter freute sich um so mehr. Sie gab frühzeitig Anweisungen, alles herzurichten und sauber zu machen – doch davon braucht nicht im Einzelnen berichtet zu werden.
Am Ersten selbst herrschte vor dem Tor des Rong-Herzogspalastes ein dichtes Gedränge von Kutschen und Reitern. Da die Dienerschaft erfuhr, dass es sich um einen von der Kaiserlichen Nebengemahlin gestifteten Gottesdienst handelte und die Herzoginmutter persönlich zum Räuchern erscheinen würde, und da es zudem der erste Tag des Monats war und die Zeit des Duanyang-Festes [Anm.: das Drachenbootfest am 5. des 5. Monats], waren alle Gerätschaften vom Feinsten und Vollständigsten bereitgestellt worden, ganz anders als an gewöhnlichen Tagen.
Bald darauf traten die Herzoginmutter und die anderen heraus. Die Herzoginmutter saß in einer großen, von acht Trägern getragenen Sänfte. Frau Li, Phönixglanz und Tante Schnee fuhren je in einer Sänfte für vier Träger. Schatzspange und Kajaljade teilten sich eine mit Smaragdstoff bespannte, perlengeschmückte Acht-Schätze-Kutsche. Yingchun[7], Tanchun[8] und Xichun[9] fuhren zusammen in einer zinnoberroten Kutsche mit prächtigem Baldachin.
Dann folgten die Dienstmädchen der Herzoginmutter – Mandarinenente[10], Papagei, Bernstein und Perle; Kajaljades Mädchen Purpurkuckuck[11], Schneegans und Zartfaser; Schatzspanges Mädchen Pirol und Aprikose; Yingchuns Mädchen Siqin und Mandarinchen; Tanchuns Mädchen Shishu und Jadegrün; Xichuns Mädchen Ruhua und Farbenspiel; Tante Schnees Mädchen Frohsinn und Glücklich, dazu Duftlinse[12] mit ihrer Dienerin Zhen; Frau Lis Mädchen Weißwolke und Jademond; Phönixglanz' Mädchen Friedchen[13], Fenger und die kleine Rot; außerdem zwei Mädchen von Herrin Wang – Goldarmband und Farbenwolke –, die sich Phönixglanz anschließen wollten; dazu die Amme mit der großen Jie auf dem Arm und der kleinen Jie, in einer eigenen Kutsche mit noch zwei Mädchen. Zusammen mit den alten Mütterchen, Ammen und Dienerinnen der verschiedenen Hausstände füllten sie dicht gedrängt eine ganze Straße mit ihren Kutschen.
Die Herzoginmutter war längst in ihrer Sänfte weit voraus, und immer noch waren nicht alle vor dem Tor eingestiegen. Die eine sagte: „Ich will nicht mit dir zusammensitzen!", die andere rief: „Du drückst auf das Bündel unserer Herrin!", dort beschwerte sich jemand: „Meine Blumen sind zerknittert!", und hier schimpfte eine: „Mein Fächer ist zerbrochen!" – ein endloses Gezwitscher und Geplapper, dazwischen Gelächter. Frau Zhous kam hin und her gelaufen und ermahnte sie: „Ihr jungen Damen, wir sind auf der Straße! Was sollen die Leute denken!" Erst nach zweimaligem Ermahnen wurde es etwas besser.
Vorneweg zog die volle Eskorte mit allen Insignien, und bald war man am Tempel der Reinen Leere angelangt. Schatzjade ritt auf einem Pferd vor der Sänfte der Herzoginmutter. Die Straßenränder waren gesäumt von Zuschauern.
Als man sich dem Tempel näherte, ertönten Glocken und Trommeln, und der Daoist Zhang [张道士], Weihrauch tragend und im vollen Ornat, erwartete sie mit seiner Schar von Daoisten am Straßenrand. Kaum war die Sänfte der Herzoginmutter durch das Bergtor getragen worden, erblickte die Herzoginmutter drinnen die Torwächter-Gottheiten sowie die Lehmfiguren von Tausend-Meilen-Auge, Wind-Ohr, dem lokalen Erdgott und dem Stadtgott und ließ die Sänfte anhalten.
Kaufmann Juwel[14] kam mit den jungen Herren herbei, um sie zu empfangen. Phönixglanz wusste, dass Mandarinenente und die anderen noch nicht nachgekommen waren und sie die Herzoginmutter nicht stützen konnten, und so stieg sie selbst aus der Sänfte und eilte herbei, um der Herzoginmutter zu helfen.
Da geschah es, dass ein kleiner Daoist von etwa zwölf oder dreizehn Jahren, der mit einer Lichtschere in der Hand die Kerzen beschneiden sollte, sich gerade davonschleichen wollte, als er mit voller Wucht in Phönixglanz hineinrannte. Phönixglanz hob die Hand und versetzte ihm eine schallende Ohrfeige, dass der Knabe einen Purzelbaum schlug. „Du von einem wilden Ochsen gezeugter Bengel, wohin rennst du!", schimpfte sie. Der kleine Daoist ließ seine Lichtschere liegen, rappelte sich auf und versuchte davonzulaufen. Gerade stiegen Schatzspange und die anderen aus ihren Kutschen, umringt von einer dichten Schar Dienerinnen und Mütterchen. Als sie den kleinen Daoisten herausrollen sahen, riefen alle durcheinander: „Fangt ihn, fangt ihn, fangt ihn! Schlagt ihn, schlagt ihn, schlagt ihn!"
Die Herzoginmutter hörte den Lärm und fragte: „Was ist da los?" Kaufmann Juwel eilte hinaus, um nachzusehen. Phönixglanz hatte die Herzoginmutter bereits untergehakt und berichtete: „Ein kleiner Daoist wollte die Kerzen beschneiden und konnte sich nicht schnell genug verstecken. Jetzt wuselt er hier kopflos herum."
Als die Herzoginmutter das hörte, rief sie sofort: „Bringt den Jungen schnell her und erschreckt ihn nicht! Ein Kind aus einfachen Verhältnissen ist verwöhnt aufgewachsen und hat so einen Aufzug noch nie gesehen. Wenn wir ihn zu Tode erschrecken, wäre das doch jammerschade! Wie würden seine Eltern sich grämen!" Und sie befahl Kaufmann Juwel, den Knaben behutsam herzubringen.
Kaufmann Juwel ging also hin und holte den Jungen. Der kleine Kerl kniete noch immer mit der Lichtschere in der Hand auf dem Boden und zitterte am ganzen Leib. Die Herzoginmutter befahl Kaufmann Juwel, ihn aufzuheben, und fragte ihn, wie alt er sei. Der Knabe war so verängstigt, dass er kein Wort herausbrachte. „Der arme Kerl!", sagte die Herzoginmutter und wandte sich wieder an Kaufmann Juwel: „Bring ihn weg, Juwel, gib ihm ein paar Münzen für Obst und sorg dafür, dass ihn niemand ärgert." Kaufmann Juwel gehorchte und führte ihn hinaus.
Draußen sahen die Diener, wie Kaufmann Juwel mit dem kleinen Daoisten herauskam und jemanden rief, um ihn fortzubringen und ihm ein paar hundert Kupfermünzen zu geben, ohne ihn schlecht zu behandeln. Sogleich übernahm ein Diener den Knaben und brachte ihn fort.
Kaufmann Juwel stellte sich auf die Steinstufen und rief: „Wo ist der Verwalter?" Die unten stehenden Burschen riefen im Chor: „Den Verwalter her!" Sogleich kam Lin Zhixiao angerannt, mit einer Hand noch den Hut zurechtrückend, und stellte sich vor Kaufmann Juwel auf.
Kaufmann Juwel sagte: „Obwohl der Platz hier groß ist, hatte ich nicht damit gerechnet, dass heute so viele Leute kommen. Die Leute, die du brauchst, nimmst du mit in deinen Hof; die übrigen schickst du in den anderen Hof. Stell ein paar von den jungen Burschen an das innere Tor und an die beiden Seitentore, damit sie Botengänge erledigen und Sachen herbeischaffen können. Ist dir klar, dass heute die jungen Damen und Frauen alle hier sind? Es darf kein einziger Unbefugter hier herein!"
Lin Zhixiao beeilte sich zu antworten: „Jawohl!", fügte noch mehrmals „Zu Befehl!" hinzu, und Kaufmann Juwel entließ ihn: „Geh!" Dann fragte er: „Wo steckt eigentlich Kaufmann Herrlichkeit[15]?"
Kaum hatte er den Satz beendet, kam Kaufmann Kaufmann Herrlichkeit aus dem Glockenturm herausgelaufen. Kaufmann Juwel sagte: „Seht ihn euch an! Ich wage hier nicht einmal zu sagen, dass mir heiß ist, und der macht sich's kühl!" Er befahl einem Diener, Kaufmann Herrlichkeit ins Gesicht zu spucken. Die Burschen kannten Kaufmann Juwels Temperament und wussten, dass man ihm nicht widersprechen durfte. So trat einer vor und spuckte Kaufmann Kaufmann Herrlichkeit ins Gesicht. Kaufmann Juwel fuhr fort: „Frag ihn!" Der Bursche fragte Kaufmann Kaufmann Herrlichkeit: „Der Herr fürchtet die Hitze noch nicht – wie kommt der junge Herr dazu, sich schon abzukühlen?" Kaufmann Kaufmann Herrlichkeit stand mit herabhängenden Armen da und wagte kein Wort zu sagen.
Als Kaufmann Edelrose[16], Kaufmann Ping und Kaufmann Qin dies mit anhörten, erschraken nicht nur sie selbst, sondern auch Kaufmann Huan, Kaufmann Cong und Kaufmann Qiong bekamen es mit der Angst zu tun. Einer nach dem anderen schlichen sie sich von der Mauer her an.
Kaufmann Juwel wandte sich wieder an Kaufmann Kaufmann Herrlichkeit: „Was stehst du hier herum? Schwing dich auf ein Pferd und reit nach Hause, sag deiner Mutter Bescheid: Die Ahnherrin ist mit allen jungen Damen hier. Sie sollen schnell kommen und aufwarten!" Kaufmann Kaufmann Herrlichkeit rannte eilig hinaus und rief laut nach seinem Pferd, während er vor sich hin schimpfte: „Früher hätten sie sich um alles kümmern sollen, aber nein – und jetzt suchen sie sich mich aus!" Dann schimpfte er auch noch auf die Stallburschen: „Habt ihr Fesseln an den Händen? Nicht mal ein Pferd könnt ihr herbringen!" Er hätte zwar einen Burschen schicken können, fürchtete aber, man könne ihm das vorwerfen, also ritt er lieber selbst. Doch davon braucht hier nicht weiter die Rede zu sein.
Kaufmann Juwel wollte gerade wieder hineingehen, als der Daoist Zhang an seiner Seite stehenblieb und lächelnd sagte: „Ich bin ja nicht wie andere Leute – eigentlich sollte ich drinnen aufwarten. Aber bei der Hitze, und da alle vornehmen jungen Damen gekommen sind, wage ich als Geistlicher nicht, ungebeten einzutreten. Ich bitte um Eure Weisung. Falls die Ahnherrin nach mir fragt oder eine Besichtigung wünschen sollte, warte ich hier draußen."
Kaufmann Juwel wusste, dass dieser Daoist Zhang einst für den Herzog des Rong-Hauses als Stellvertreter ins Kloster gegeben worden war, dass der verstorbene Kaiser ihn höchstpersönlich „Großer Unsterblicher der Illusion" genannt hatte, dass er jetzt das Siegel des Amtes für Daoistische Angelegenheiten führte und der gegenwärtige Kaiser ihn zum „Wahren Menschen der Vollendung" ernannt hatte, während ihn Prinzen und hohe Beamte einen „Heiligen" nannten. Daher wagte er nicht, ihn geringzuschätzen. Zudem verkehrte der Daoist häufig in beiden Palästen und kannte alle Damen persönlich. So erwiderte er lächelnd: „Wir sind doch unter uns – was machst du solche Umstände? Wenn du noch ein Wort sagst, reiße ich dir den Bart aus! Komm sofort mit hinein!"
Der Daoist Zhang lachte laut auf und folgte ihm.
Kaufmann Juwel trat vor die Herzoginmutter und meldete mit einer Verbeugung: „Großvater Zhang ist gekommen, um seine Aufwartung zu machen." Die Herzoginmutter rief sofort: „Führt ihn her!" Kaufmann Juwel stützte ihn und brachte ihn herüber.
Der Daoist Zhang begann lachend: „Heil dem Buddha des unermesslichen Lebens! Erfreut sich die Ahnherrin guter Gesundheit und langen Lebens? Geht es allen jungen Frauen und Fräuleins wohl? Ich war lange nicht im Palast, um meine Aufwartung zu machen. Die Ahnherrin sieht noch besser aus als das letzte Mal!"
Die Herzoginmutter lächelte: „Wie geht es dir, alter Heiliger?"
Der Daoist Zhang erwiderte: „Dank dem Segen der Ahnherrin geht es auch diesem armen Daoisten noch recht gut. Aber genug davon – wie steht es mit dem jungen Herrn, ist er wohlauf? Am sechsundzwanzigsten des vierten Monats beging ich hier das Fest des Himmelsverhüllenden Großkönigs. Es kamen nicht viele Besucher, alles war sauber – ich ließ den jungen Herrn einladen, damit er sich vergnügen möge. Doch es hieß, er sei nicht zu Hause gewesen."
„Er war tatsächlich nicht zu Hause", bestätigte die Herzoginmutter und rief nach Schatzjade. Der war gerade auf dem Abort gewesen und kam nun eilig herbei. „Wie geht es Euch, Großvater Zhang?", grüßte er.
Der Daoist Zhang nahm ihn in die Arme, erkundigte sich nach seinem Befinden und sagte dann lächelnd zur Herzoginmutter: „Der junge Herr ist ordentlich gewachsen!"
Die Herzoginmutter sagte: „Äußerlich macht er einen guten Eindruck, aber innerlich ist er zart. Dazu treibt ihn sein Vater so zum Lernen an, dass er mir noch krank wird davon!"
Der Daoist Zhang sagte: „Neulich habe ich bei verschiedenen Leuten Kalligraphien und Gedichte des jungen Herrn gesehen – alles ganz hervorragend! Warum beklagt sich der gnädige Herr dann noch, der Junge sei nicht fleißig genug? Meiner bescheidenen Meinung nach genügt es doch vollauf." Dann seufzte er: „Wenn ich den jungen Herrn so sehe – Gestalt, Auftreten, Redeweise –, ist er ganz das Ebenbild des alten Herzogs!" Dabei liefen ihm die Tränen über die Wangen.
Auch die Herzoginmutter konnte ihre Tränen nicht zurückhalten und sagte: „Ganz recht! Von all meinen Söhnen und Enkeln gleicht ihm keiner – nur Schatzjade ist wie sein Großvater."
Der Daoist Zhang wandte sich an Kaufmann Juwel: „Wie der alte Herzog aussah, hat natürlich keiner aus Eurer Generation mehr gesehen. Selbst der erste gnädige Herr und der zweite gnädige Herr werden sich wohl kaum noch deutlich an ihn erinnern." Dann brach er wieder in schallendes Gelächter aus und fuhr fort: „Kürzlich habe ich in einer Familie ein Fräulein gesehen, fünfzehn Jahre alt, von sehr angenehmer Erscheinung. Ich denke, es wird Zeit, für den jungen Herrn nach einer Braut Ausschau zu halten. Dieses Fräulein schien mir nach Aussehen, Klugheit, Charakter und Herkunft durchaus standesgemäß. Aber ich weiß nicht, was die Ahnherrin davon hält – ich wollte nichts übereilen und erst Eure Weisung einholen, bevor ich mit den Leuten spreche."
Die Herzoginmutter erwiderte: „Letztens hat ein Mönch gesagt, dem Jungen sei es nicht bestimmt, früh zu heiraten. Warten wir, bis er etwas älter ist. Aber du kannst ruhig schon die Augen offenhalten. Ob die Familie reich oder arm ist, spielt keine Rolle – Hauptsache, das Mädchen passt von der Art her zu ihm. Wenn die Familie arm ist, geben wir ihr eben ein paar Liang Silber. Nur ist es schwer, ein Mädchen mit gutem Aussehen und gutem Charakter zu finden."
Kaum hatte sie das gesagt, rief Phönixglanz lachend: „Großvater Zhang! Das neue Namensamulett für unsere Tochter hast du noch immer nicht bringen lassen! Dabei hattest du neulich die Stirn, jemanden zu mir zu schicken und um blassgelben Atlas zu bitten! Wenn ich ihn dir nicht gegeben hätte, wärst du wohl beleidigt gewesen!"
Der Daoist Zhang lachte laut: „Ach, seht nur, meine alten Augen haben mich im Stich gelassen – ich habe die gnädige junge Frau gar nicht bemerkt! Da bin ich den Dank noch schuldig. Das Amulett ist längst fertig, ich wollte es neulich schon bringen, aber dann kam unerwartet der Gottesdienst der Kaiserlichen Nebengemahlin dazwischen, und ich habe es glatt vergessen. Es liegt noch vor dem Buddhabild. Ich hole es sofort!" Und schon lief er in die Haupthalle.
Bald kam er mit einem Tablett zurück, auf dem eine Buchhülle aus dunkelrotem Pythonbrokat lag, darauf das Amulett. Die Amme der großen Jie nahm es entgegen. Gerade wollte der Daoist Zhang die große Jie auf den Arm nehmen, da sagte Phönixglanz lachend: „Du hättest es doch einfach in der Hand bringen können. Wozu das Tablett?"
Der Daoist Zhang erwiderte: „Meine Hände sind nicht rein genug, wie könnte ich es da anfassen? Das Tablett ist sauberer."
Phönixglanz lachte: „Als du mit dem Tablett ankamst, habe ich mich erst erschrocken. Ich dachte schon, du wolltest nicht das Amulett bringen, sondern uns um Almosen bitten!"
Alle brachen in schallendes Gelächter aus, selbst Kaufmann Juwel musste lachen. Die Herzoginmutter wandte den Kopf und sagte: „Du Äffchen, du Äffchen! Fürchtest du nicht die Hölle, wo man die Zungen herausschneidet?"
Phönixglanz lachte: „Wir haben doch nichts miteinander! Er ist es doch, der mir ständig predigt, ich solle gute Taten im Verborgenen tun, weil es sonst mein Leben verkürze!"
Der Daoist Zhang lachte ebenfalls und sagte: „Das Tablett habe ich tatsächlich noch für einen zweiten Zweck mitgebracht – nicht um Almosen zu erbitten, sondern um den Jadestein des jungen Herrn darauf zu legen und ihn meinen weitgereisten Glaubensbrüdern und Schülern zu zeigen."
Die Herzoginmutter sagte: „Aber wozu musst du alter Mann dich damit abplagen und hin- und herlaufen? Nimm den Jungen doch einfach mit hinüber, damit sich alle den Stein ansehen können, und dann kommt er zurück. Ist das nicht einfacher?"
Der Daoist Zhang erwiderte: „Die Ahnherrin weiß nicht – obwohl ich über achtzig bin, bin ich dank Eurem Segen noch recht rüstig. Aber zweitens sind dort draußen viele Leute, und es riecht übel. Bei dieser Sommerhitze ist der junge Herr solche Gerüche nicht gewohnt – wenn er schlechte Luft einatmete, wäre der Schaden zu groß."
Daraufhin befahl die Herzoginmutter Schatzjade, den Wundersamen Jadestein abzunehmen und auf das Tablett zu legen. Behutsam nahm der Daoist Zhang den Stein auf der Brokatunterlage entgegen und trug ihn mit beiden Händen hinaus.
Die Herzoginmutter besichtigte mit ihrer Begleitung alles der Reihe nach. Als sie gerade ins Obergeschoss des Hauptgebäudes stieg, kam Kaufmann Juwel mit der Meldung: „Großvater Zhang bringt den Jade zurück."
Kaum hatte er das gesagt, trat der Daoist Zhang mit dem Tablett ein und sagte lächelnd: „Dank meinem Glück konnten alle den Jadestein des jungen Herrn bewundern. Es war ihnen ein seltenes Erlebnis. Da sie sonst nichts parat hatten als Zeichen ihrer Verehrung, schicken sie diese Gegenstände – Werkzeuge ihrer geistlichen Praxis –, um sie dem jungen Herrn als Geschenk darzubringen. Wenn der junge Herr keinen Wert darauf legt, mag er sie immerhin in seinen Gemächern aufbewahren, um sich daran zu erfreuen oder andere damit zu beschenken."
Die Herzoginmutter blickte auf das Tablett und sah goldene Halbringe, offene Jaderinge, Anhänger mit Inschriften wie „Alles nach Wunsch" und „Jahr für Jahr Frieden" – alles mit Perlen und Edelsteinen verziert, aus Jade geschliffen und mit Gold eingelegt, insgesamt dreißig bis fünfzig Stücke. Sie sagte: „Das ist doch Unsinn! Wo sollen Mönche und Daoisten so etwas herhaben? Das können wir unmöglich annehmen!"
Der Daoist Zhang lächelte: „Es sind nur bescheidene Zeichen ihrer Verehrung, und ich konnte sie nicht davon abbringen. Wenn die Ahnherrin es nicht annimmt, werden sie mich für gering achten und nicht glauben, dass ich einst zum Gefolge Eures Hauses gehörte."
Erst jetzt befahl die Herzoginmutter, die Geschenke entgegenzunehmen. Schatzjade sagte lachend: „Ahnherrin, wenn wir sie nach Großvater Zhangs Worten nicht zurückweisen können, ich aber auch nichts damit anfangen kann – wäre es nicht am besten, wenn die Burschen sie mitnähmen und ich sie draußen an die Armen verteilte?"
Die Herzoginmutter lachte: „Das ist ein guter Gedanke."
Doch der Daoist Zhang warf sogleich ein: „Obwohl der junge Herr Gutes tun möchte – diese Dinge sind zwar keine großen Kostbarkeiten, aber doch immerhin brauchbare Gegenstände. Bettlern nützten sie nichts, und die Sachen wären vergeudet. Wenn Ihr den Armen helfen wollt, warum verteilt Ihr nicht einfach Geld?"
Schatzjade ließ sich überzeugen und befahl, die Geschenke entgegenzunehmen und am Abend stattdessen Geld an die Armen zu verteilen. Erst danach zog sich der Daoist Zhang zurück.
Die Herzoginmutter nahm mit ihrer Begleitung im Obergeschoss des Hauptgebäudes Platz. Phönixglanz und ihre Leute bezogen das östliche Nebengebäude. Die zahlreichen Dienstmädchen gingen in das westliche Nebengebäude und taten abwechselnd Dienst.
Bald kam Kaufmann Juwel und meldete: „Vor dem Götterbild wurden die Stücke ausgelost. Das erste ist ‚Die Sage von der Weißen Schlange'." Die Herzoginmutter fragte: „Was für eine Geschichte ist das?" Kaufmann Juwel erklärte: „Es handelt von Kaiser Gaozu der Han-Dynastie, der eine Schlange erschlug, bevor er seine Erhebung begann. Das zweite Stück ist ‚Ein ganzes Bett voll Amtsinsignien'."
Die Herzoginmutter lächelte: „Das als zweites? Na, wenn die Gottheit es so will, sei es drum." Sie fragte nach dem dritten. Kaufmann Juwel sagte: „Das dritte ist ‚Der Traum vom Südast'." [Anm.: „Der Traum vom Südast" (南柯梦) handelt davon, wie ein Beamter in einem Traum ein ganzes Leben als Gouverneur eines Ameisenkönigreichs durchlebt – eine Parabel über die Vergänglichkeit irdischen Ruhms.]
Die Herzoginmutter schwieg dazu. Kaufmann Juwel zog sich zurück und kümmerte sich draußen um die Gottesdienstzeremonien und die Theateraufführung. Davon braucht hier nicht weiter berichtet zu werden.
Schatzjade saß oben neben der Herzoginmutter und ließ von einem kleinen Dienstmädchen das Tablett mit den Geschenken bringen. Er hängte sich seinen Jadestein wieder um und wühlte dann die übrigen Dinge durch, eines nach dem anderen der Herzoginmutter zeigend.
Dabei fiel der Herzoginmutter ein Einhorn aus Rotgold auf, mit Eisvogelfedern verziert. Sie nahm es in die Hand, drehte es hin und her und sagte lächelnd: „So eines habe ich doch bei irgendeinem Kind schon gesehen."
Schatzspange sagte lächelnd: „Kusine Xiangji[17] hat eines, nur etwas kleiner."
„Richtig!", erinnerte sich die Herzoginmutter. „Xiangji hat so eines."
Schatzjade sagte: „Sie kommt so oft zu uns, und ich habe es nie gesehen."
Tanchun warf lachend ein: „Schwester Schatzspange hat ein scharfes Auge – ihr entgeht gar nichts!"
Kajaljade bemerkte mit kaltem Lächeln: „Bei anderen Dingen hat sie ihre Grenzen, aber was andere Leute um den Hals tragen, darauf achtet sie ganz besonders."
Schatzspange wandte den Kopf und tat, als hätte sie nichts gehört.
Schatzjade aber griff, als er hörte, Xiangji besitze das Gleiche, rasch nach dem Einhorn und schob es sich in den Busen. Dann fürchtete er jedoch, es könnte jemandem auffallen, dass er es behielt, nachdem er gehört hatte, dass Xiangji ein ähnliches besaß. So schaute er verstohlen umher – niemand achtete sonderlich auf ihn. Nur Kajaljade blickte ihn an und nickte ihm zu, als billige sie sein Tun. Schatzjade wurde unwillkürlich verlegen, zog das Einhorn wieder hervor und sagte lächelnd zu Kajaljade: „Das Ding ist hübsch – ich hebe es für dich auf. Zu Hause fädle ich eine Schnur durch, dann kannst du es tragen."
Kajaljade wandte den Kopf und sagte: „Ich mache mir nichts daraus."
Schatzjade lachte: „Wenn du dir wirklich nichts daraus machst, behalte ich es eben selbst." Er steckte es wieder ein.
Gerade wollte er noch etwas sagen, da erschienen Kaufmann Juwels Frau und ihre Schwiegertochter. Nachdem alle einander begrüßt hatten, sagte die Herzoginmutter: „Was wollt ihr denn hier? Ich wollte nur ein wenig spazieren fahren..." Noch ehe sie ausgeredet hatte, wurde gemeldet: „Leute aus dem Hause des Generals Feng sind da!" Feng Ziying hatte nämlich, als er hörte, die Familie Kaufmann halte im Tempel einen Gottesdienst ab, sogleich Schweine, Schafe, Weihrauch, Kerzen, Tee und Silber als Geschenke senden lassen.
Phönixglanz eilte sofort in den Hauptbau herüber, klatschte in die Hände und sagte lachend: „Ach du meine Güte, daran hatte ich gar nicht gedacht! Wir wollten doch bloß mit Müttern und Töchtern einen Ausflug machen, und nun denken die Leute, wir veranstalten hier ein großes Opferfest, und schicken Geschenke! Das ist alles die Schuld der Ahnherrin! Jetzt muss ich auch noch Trinkgelder für die Boten bereithalten!"
Kaum hatte sie das gesagt, kamen zwei Verwalterfrauen des Hauses Feng die Treppe herauf. Noch ehe diese wieder gegangen waren, trafen schon Geschenke des stellvertretenden Ministers Zhao ein. So ging es pausenlos weiter – denn nachdem sich herumgesprochen hatte, dass die Familie Kaufmann einen Gottesdienst abhalte und alle Damen im Tempel seien, schickten sämtliche Verwandten, Freunde und Bekannten ihre Gaben.
Die Herzoginmutter bereute es nun und sagte: „Es ist ja gar keine richtige Zeremonie! Wir sind nur zum Vergnügen hier. Wer hätte gedacht, dass die Leute Geschenke schicken! Wozu mussten wir sie in Aufruhr versetzen!" So sah sie sich zwar den ganzen Tag die Theatervorführungen an, ließ sich aber schon am Nachmittag zurücktragen und hatte am nächsten Tag keine Lust, noch einmal hinzugehen.
Phönixglanz aber meinte: „Wer die Mauern einreißt, muss auch zu bauen anfangen. Nachdem wir die Leute schon aufgeschreckt haben, können wir auch noch einmal hinfahren und es genießen."
Doch die Herzoginmutter hatte bemerkt, dass Schatzjade den ganzen Tag über verstimmt war, seitdem der Daoist Zhang das Thema Heirat angeschnitten hatte. Zu Hause schimpfte er immerzu, er wolle den Daoisten Zhang nie wiedersehen, ohne dass jemand den Grund dafür verstand. Zudem war Kajaljade am Vortag mit einem Hitzschlag nach Hause gekommen. Wegen dieser beiden Umstände blieb die Herzoginmutter bei ihrem Entschluss und ging nicht mehr hin. Phönixglanz fuhr daraufhin mit ihrer Begleitung allein – doch davon braucht hier nicht weiter berichtet zu werden.
Nun wird erzählt, wie Schatzjade, der sah, dass Kajaljade wieder krank war, sich nicht beruhigen konnte. Er mochte nicht einmal essen und kam immer wieder, um nach ihr zu fragen. Kajaljade wiederum fürchtete, er könnte sich selbst etwas zuziehen, und sagte: „Geh nur und schau dir die Theaterstücke an! Was willst du zu Hause?"
Schatzjade war seit dem Vortag bedrückt, weil der Daoist Zhang seine Verheiratung zur Sprache gebracht hatte. Als er nun Kajaljades Worte hörte, dachte er bei sich: „Dass die anderen mein Herz nicht kennen, mag noch verzeihlich sein – aber dass nun auch sie sich über mich lustig macht!" So fühlte er sich hundertmal bedrückter als zuvor. Hätte jemand anders das gesagt, hätte er seinen Ärger bestimmt nicht gezeigt. Aber was Kajaljade sagte, war etwas ganz anderes als bei anderen. So konnte er nicht anders, als ein finsteres Gesicht zu machen und zu sagen: „Wozu habe ich dich überhaupt kennengelernt! Es ist vorbei, vorbei!"
Kajaljade lachte höhnisch: „Ja, ich weiß, wozu habe ich dich kennengelernt! Ich kann ja nicht mithalten mit gewissen anderen, die besser zu dir passen!"
Schatzjade trat nahe an sie heran und sagte ihr ins Gesicht: „Willst du mir damit allen Ernstes den Tod an den Hals wünschen – Strafe des Himmels und Vernichtung durch die Erde?"
Kajaljade verstand im ersten Moment nicht, was er meinte. Schatzjade fuhr fort: „Gestern erst habe ich deswegen mehrmals geschworen, und heute treibst du es schon wieder! Gut, wenn der Himmel mich straft und die Erde mich vernichtet – was hast du dann davon?"
Jetzt erst fiel Kajaljade das Gespräch ein, das sie vor ein paar Tagen geführt hatten, und sie erkannte, dass sie eben etwas Falsches gesagt hatte. Aufgewühlt und beschämt zugleich, sagte sie mit zitternder Stimme: „Sollte ich dir wirklich Böses wünschen, möge auch mich der Himmel strafen und die Erde vernichten! Wozu denn das! Ich weiß genau: Als der Daoist Zhang gestern von einer Heirat sprach, hast du Angst bekommen, man könnte dir die gute Partie verderben, und jetzt lässt du deinen Ärger an mir aus!"
Nun war Schatzjade von klein auf mit einer gewissen törichten Schwäche behaftet, und da er von Kindheit an Ohr an Schläfe mit Kajaljade aufgewachsen war, waren ihre Herzen aufeinander abgestimmt. Da er inzwischen die Welt ein wenig kannte und auch jene fragwürdigen Liebesromane gelesen hatte, kam ihm unter all den jungen Damen, die er in den Häusern von Freunden und Verwandten gesehen hatte, keine auch nur annähernd an Kajaljade heran. Deshalb hatte er sich längst im Stillen entschieden, konnte es aber nicht offen aussprechen, und so versuchte er auf allerlei Wegen, sie im Guten wie im Bösen heimlich auf die Probe zu stellen.
Kajaljade aber war ebenfalls ein wenig von derselben Torheit befallen und stellte Schatzjade ihrerseits mit vorgetäuschten Gefühlen auf die Probe. Da er seine wahren Gefühle verbarg und nur Unwahres zeigte, und sie dasselbe tat, trafen zwei Unwahrheiten aufeinander – und am Ende kam doch die eine Wahrheit zum Vorschein. Bei dem ständigen kleinlichen Hin und Her war Streit unvermeidlich.
In diesem Moment dachte Schatzjade: „Wenn die anderen mein Herz nicht kennen, ist das verzeihlich. Aber du – glaubst du etwa nicht, dass in meinem Herzen und meinen Augen nur du allein bist? Statt für mich bedrückt zu sein, verspottest du mich noch mit diesen Worten! Offenbar habe ich dich ständig und jederzeit im Sinn – aber du hast mich nicht im Sinn!" So dachte er, aber es über die Lippen brachte er es nicht.
Kajaljade wiederum dachte: „Natürlich hast du mich im Herzen. Und selbst wenn es das Gerede von ‚Gold und Jade, die zusammengehören' gibt – du bist doch nicht einer, der dieses Gerede über mich stellt. Wenn ich trotzdem immer wieder von ‚Gold und Jade' spreche, solltest du einfach gelassen bleiben und so tun, als hörtest du nichts. Dann wüsste ich, dass du mich wirklich vorziehst und an die andere nicht denkst. Aber kaum erwähne ich ‚Gold und Jade', regst du dich sofort auf. Das zeigt, dass du selbst ständig an ‚Gold und Jade' denkst! Sobald ich davon anfange, fürchtest du, ich könnte misstrauisch werden, und spielst absichtlich den Aufgeregten, um mich zu täuschen."
So waren sie im Grunde eines Herzens, doch die vielen Zweige und Blätter, die sie um ihre Gedanken wuchern ließen, hatten aus einem Herzen zwei gemacht.
Schatzjade dachte weiter: „Komme, was wolle – wenn du nur zufrieden bist, sterbe ich auf der Stelle für dich. Ob du es weißt oder nicht – folge nur meinem Herzen, dann bist du mir nah und nicht fern."
Und Kajaljade dachte: „Kümmere dich um dich selbst! Wenn es dir gutgeht, geht es mir auch gut. Warum sollst du meinetwegen dich selbst verlieren? Weißt du nicht, dass auch ich mich verliere, wenn du dich verlierst? Ganz offensichtlich willst du nicht, dass ich dir nah bin, sondern absichtlich, dass ich dir fern bin."
So wünschten beide Nähe – und schufen doch nur Ferne. Solche Gedanken trugen die beiden seit jeher im Herzen, doch sie alle hier wiederzugeben, ist unmöglich.
Nun sei nur ihr äußeres Gebaren beschrieben. Als Schatzjade hörte, wie Kajaljade von der „guten Partie" sprach, ging ihm das so gegen den Strich, dass sein Herz brannte und ihm die Stimme versagte. Wutentbrannt riss er sich den Wundersamen Jadestein vom Hals, biss die Zähne zusammen und schleuderte ihn mit aller Kraft zu Boden: „Du widerliches Ding! Ich zerschmettere dich, dann ist Schluss!"
Doch der Stein war überaus hart – als er auf den Boden prallte, blieb er völlig unversehrt. Schatzjade sah, dass er nicht zerbrochen war, und griff nach etwas, womit er ihn zerschlagen könnte.
Kajaljade brach, als sie das sah, sofort in Tränen aus und sagte: „Wozu quälst du das stumme Ding? Wenn du etwas zerschlagen willst, dann lieber mich!"
Purpurkuckuck und Schneegans eilten herbei, um zu schlichten. Als sie sahen, wie Schatzjade aus Leibeskräften auf den Jade einschlug, versuchten sie ihn aufzuhalten, konnten ihm den Stein aber nicht entwinden. Da es schlimmer war als sonst, blieb ihnen nichts anderes übrig, als Dufthauch[18] zu rufen. Dufthauch eilte herbei und brachte den Stein in Sicherheit.
Schatzjade lachte höhnisch: „Ich zerschlage meine eigenen Sachen – was geht euch das an!"
Dufthauch sah sein fahles Gesicht und seinen verzerrten Blick – so wütend hatte sie ihn noch nie erlebt. Sie ergriff seine Hand und sagte lächelnd: „Nur weil du dich mit deiner Schwester gezankt hast, brauchst du nicht den Stein zu zerschlagen. Wenn du ihn kaputtschlügst – wie müsste sie sich in ihrem Herzen fühlen, wie stünde sie da?"
Als Kajaljade unter Tränen diese Worte hörte, die direkt in ihr Herz trafen, erkannte sie, dass Schatzjade nicht einmal an Dufthauch heranreichte, und wurde nur noch trauriger. Sie schluchzte so heftig, dass sie den Goldmohnabsud, den sie gerade gegen den Hitzschlag getrunken hatte, nicht bei sich behalten konnte und ihn in einem Schwall erbrach. Eilig hielt Purpurkuckuck ein Taschentuch darunter, das im Nu völlig durchnässt war.
Schneegans kam herbei, um ihr den Rücken zu klopfen. Purpurkuckuck sagte: „Auch wenn Ihr Euch ärgert, Fräulein – denkt an Eure Gesundheit! Eben habt Ihr die Medizin genommen und Euch etwas besser gefühlt, und jetzt, nach dem Streit mit dem jungen Herrn, habt Ihr alles wieder ausgespuckt. Wenn Ihr krank werdet – wie soll der junge Herr das ertragen?"
Als Schatzjade diese Worte hörte, die ihm direkt ins Herz trafen, erkannte er, dass Kajaljade nicht einmal an Purpurkuckuck heranreichte. Dann aber sah er Kajaljades gerötetes, verschwollenes Gesicht, sah, wie sie weinte und nach Luft rang, nass von Tränen und Schweiß, und konnte ihre Schwäche nicht ertragen. Er bereute zutiefst, mit ihr gestritten zu haben, und wünschte nur, er könnte ihr Leid auf sich nehmen. Von diesen Gedanken überwältigt, kamen auch ihm unwillkürlich die Tränen.
Dufthauch sah die beiden weinen, und aus Sorge um Schatzjade wurde auch ihr traurig zumute. Sie fasste Schatzjades Hände und spürte, dass sie eiskalt waren. Schon wollte sie ihm zureden, doch einerseits fürchtete sie, seine Kränkung würde sich in seinem Herzen anstauen, andererseits hatte sie Angst, Kajaljade zu verletzen. Am besten, dachte sie, lässt man beide sich ausweinen und dann ist es vorbei. So ließ sie seine Hände los und begann selbst zu weinen.
Purpurkuckuck, die die erbrochene Medizin aufgewischt hatte und Kajaljade behutsam mit einem Fächer Luft zufächelte, sah die drei stumm vor sich hin weinen und wurde unwillkürlich selbst von Schmerz ergriffen. Auch sie tupfte sich mit einem Tuch die Tränen ab.
So weinten alle vier eine Zeitlang wortlos vor sich hin.
Schließlich zwang sich Dufthauch zu einem Lächeln und sagte zu Schatzjade: „Auch wenn dir alles andere nichts bedeutet – du solltest doch wegen der Quaste an deinem Jade nicht mit Fräulein Kajaljade zanken."
Als Kajaljade das hörte, stürzte sie trotz ihrer Schwäche herbei, riss den Jadestein an sich, griff nach einer Schere und begann, die Quaste abzuschneiden. Ehe Dufthauch und Purpurkuckuck ihr den Stein entwinden konnten, hatte sie schon mehrere Stränge durchgeschnitten.
Schluchzend stieß Kajaljade hervor: „Ganz umsonst habe ich mir die Mühe gemacht! Er macht sich ja doch nichts daraus. Soll sich doch eine andere eine schönere dranmachen!"
Schatzjade sagte zu Kajaljade: „Schneid nur! Ich trage den Stein sowieso nicht mehr – es macht also nichts."
Während es drinnen kein Ende nahm mit dem Streit, fragten sich draußen die alten Dienerinnen besorgt, wohin das noch führen sollte – Kajaljade weinte und erbrach sich, Schatzjade wollte seinen Jade zerschlagen. Aus Angst, man könnte sie dafür verantwortlich machen, gingen sie gemeinsam hinüber, um der Herzoginmutter und Herrin Wang Meldung zu erstatten, die darüber nicht wenig erschraken.
Die Herzoginmutter und Herrin Wang, die nicht begreifen konnten, was für ein schlimmes Unglück geschehen sein mochte, kamen in den Garten, um selbst nachzusehen. Aufgeregt warf Dufthauch Purpurkuckuck vor, sie habe die Ahnherrin und die gnädige Frau beunruhigt, während Purpurkuckuck glaubte, Dufthauch habe die Sache gemeldet, und ihrerseits Dufthauch Vorwürfe machte.
Als die Herzoginmutter und Herrin Wang das Zimmer betraten, war Schatzjade ebenso stumm wie Kajaljade, und die Frage, was eigentlich vorgefallen sei, blieb unbeantwortet. So schoben sie die gesamte Schuld auf Dufthauch und Purpurkuckuck: „Könnt ihr euren Dienst nicht ordentlich versehen? Warum habt ihr euch nicht gekümmert, als die beiden zu streiten begannen?" Die zwei Mädchen sagten kein Wort und ließen die Standpauke über sich ergehen. Erst als die Herzoginmutter Schatzjade mit sich nahm und fortging, kehrte wieder Ruhe ein.
Es verging ein Tag, und am Dritten feierte Xue Pan[19] Geburtstag. Bei ihm zu Hause waren Wein und Theater hergerichtet, und die ganze Familie Kaufmann war eingeladen. Doch Schatzjade, der es bereute, Kajaljade gekränkt zu haben, und sie seither nicht wiedergesehen hatte, war lustlos und niedergeschlagen. Wie hätte er Lust haben sollen, sich Theater anzusehen? So ließ er sich wegen Krankheit entschuldigen.
Kajaljade hatte zwar vor zwei Tagen einen leichten Hitzschlag erlitten, aber es war keine ernste Krankheit. Als sie hörte, dass Schatzjade nicht ging, dachte sie bei sich: „Er trinkt doch so gern Wein und sieht so gern Theater. Wenn er heute nicht hingeht, liegt es sicher daran, dass er sich gestern zu sehr aufgeregt hat. Oder er geht nicht, weil er weiß, dass ich nicht gehe, und es ihm dann auch keinen Spaß macht. Hätte ich gestern bloß nicht die Quaste an seinem Jade abgeschnitten! Jetzt wird er ihn bestimmt erst wieder tragen, wenn ich ihm eine neue dranmache." Und sie bereute zutiefst, was sie getan hatte.
Die Herzoginmutter hatte gehofft, die beiden würden sich bei der Theatervorführung versöhnen, doch nun gingen beide nicht hin. Die alte Dame klagte bekümmert: „In welchem früheren Leben habe ich nur gesündigt, dass ich ausgerechnet diese zwei unvernünftigen kleinen Schicksalsgenossen ins Haus bekomme, die mir keinen einzigen Tag Ruhe gönnen! Das Sprichwort sagt wirklich wahr: ‚Wer nicht füreinander bestimmt ist, begegnet sich auch nicht.' Wenn ich erst einmal die Augen zugemacht und den letzten Atemzug getan habe, dann mögen diese beiden Schicksalsgenossen sich zanken, soviel sie wollen – was meine Augen nicht sehen, bekümmert mein Herz nicht. Aber noch ist es nicht soweit!" So klagte sie und brach in Tränen aus.
Als diese Worte Schatzjade und Kajaljade zu Ohren drangen, war es, als hörten sie das Sprichwort „Wer nicht füreinander bestimmt ist, begegnet sich auch nicht" [不是冤家不聚头] zum allerersten Mal. Die Worte trafen sie wie eine Erleuchtung. Beide senkten den Kopf und kosteten den tiefen Sinn dieses Sprichworts aus, und beide vergossen stille Tränen. Obwohl sie sich nicht sahen – die eine weinte einsam im Wind in der Herberge am Xiaoxiang-Fluss [潇湘馆], der andere seufzte unter dem Mond im Hof der Freude am Roten [怡红院]. Waren sie nicht wahrhaftig zwei Menschen, die zwar räumlich getrennt, deren Gefühle aber aus einem einzigen Herzen kamen?
Dufthauch redete Schatzjade ins Gewissen: „An allem bist einzig und allein du schuld. Früher, wenn du hörtest, wie die Burschen sich mit ihren Schwestern stritten oder Eheleute sich zankten, hast du die Burschen gescholten, sie seien stumpfsinnig und könnten sich nicht in das Herz eines Mädchens hineinversetzen. Und jetzt benimmst du dich genauso! Übermorgen ist der Fünfte, ein großer Feiertag – wenn ihr euch da noch wie Feinde behandelt, wird die Ahnherrin erst recht böse, und niemand hat mehr seine Ruhe. Wenn du auf mich hörst, dann schluck deinen Stolz herunter, entschuldige dich, und alles wird wieder wie früher – wäre das nicht besser, so oder so?"
Ob Schatzjade ihrem Rat folgte oder nicht – wer das erfahren will, möge das nächste Kapitel lesen.
- ↑ Chin. 贾宝玉 Jiǎ Bǎoyù, wörtl. „Kaufmann Schatzjade".
- ↑ Chin. 林黛玉 Lín Dàiyù, wörtl. „Wald Kajaljade". Kajal (黛 dài) bezeichnet das schwarze Augenbrauenpuder.
- ↑ Chin. 薛宝钗 Xuē Bǎochāi, wörtl. „Schnee Schatzspange". Eine 钗 chāi ist eine kostbare Haarnadel.
- ↑ Chin. 王熙凤 Wáng Xīfèng, wörtl. „König Phönixglanz".
- ↑ Chin. 贾母 Jiǎ Mǔ, die Herzoginmutter, Oberhaupt der Familie Kaufmann.
- ↑ Chin. 薛姨妈 Xuē Yímā, „Tante Schnee", Schatzspanges Mutter.
- ↑ Chin. 贾迎春 Jiǎ Yíngchūn, wörtl. „Kaufmann Willkommensfrühling".
- ↑ Chin. 贾探春 Jiǎ Tànchūn, wörtl. „Kaufmann Erkundefrühling".
- ↑ Chin. 贾惜春 Jiǎ Xīchūn, wörtl. „Kaufmann Kostbarfrühling".
- ↑ Chin. 鸳鸯 Yuānyāng, wörtl. „Mandarinenente", Lieblingszofe der Herzoginmutter.
- ↑ Chin. 紫鹃 Zǐjuān, wörtl. „Purpurkuckuck".
- ↑ Chin. 香菱 Xiānglíng, wörtl. „Duftlinse" — ein zartes, duftiges Wassergewächs.
- ↑ Chin. 平儿 Píng’ér, wörtl. „Friedchen".
- ↑ Chin. 贾珍 Jiǎ Zhēn, wörtl. „Kaufmann Juwel".
- ↑ Chin. 贾蓉 Jiǎ Róng, wörtl. „Kaufmann Herrlichkeit". Sohn von Kaufmann Juwel.
- ↑ Chin. 贾蔷 Jiǎ Qiáng, wörtl. „Kaufmann Edelrose".
- ↑ Chin. 史湘云 Shǐ Xiāngyún, „Xiangji" — Schatzjades Cousine aus dem Hause Shi.
- ↑ Chin. 袭人 Xīrén, wörtl. „Dufthauch" — „den Menschen einhüllend (wie Duft)".
- ↑ Chin. 薛蟠 Xuē Pán, Schatzspanges älterer Bruder.
Anmerkungen
Übersetzung: Martin Woesler, 4. Auflage (2026). Basierend auf der Gengchen-Handschrift (庚辰本).